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Angekommen!?

Weiß nicht, wie es Ihnen geht. Nein, ich komme gerade nicht aus dem Wasser des Baggersees in Kippenheimweiler oder vom dortigen Karpfenstüble, wo die Forelle so wunderbar knusprig und einigermaßen preiswert gereicht wird, um nun im Schatten eines Baumes mich an Sie zu wenden. Bin aber bereits auf dem Weg zu einem, nennen wir es doch so, verlängerten Schwimmerlebnis im Ausland, Zypern, wie eigentlich jedes Jahr.
Sitze dazu morgens um 08 Uhr 30 in einem der Starbucks von Basel, und zwar am SBB-Bahnhof. Ein recht netter Ort das Bucks, dem ich bislang stets meine kalte Schulter zeigte. Weil, wie vor 2 Tagen festgestellt werden musste, ist mein Stammcafé, das „Beschle“, gegenüber vom SBB, anscheinend für immer geschlossen worden.
Gott habe es und seine unvergleichlich guten „Gipfele“ selig! Keine Ahnung, wo in der Stadt man die noch oder weiterhin in dieser Qualität erhält. Im Starbucks sind diese Croissants in Geschmack und Aussehen jedenfalls wie bei Aldi oder Lidl gekauft: zu süß, zu pappig, zu klein, zu teuer letztendlich.
Das Starbucks hier, wie auch in Genf vor dem Hauptbahnhof – fiel mir noch rechtzeitig ein heute Morgen, sodass ich mich dorthin begab, anstatt im chicen „Euler“ einzukehren nebenan – hat auch Mugs aus Ton, sodass dieses überall neuerdings ausgegebene und ebenfalls überall und von den meisten verdammte Becherzeug nicht gebraucht werden muss, um beispielsweise Kaffee zu trinken. Noch verwunderlicher war jedoch an diesem Morgen, wo in der Schweiz ja doch ALLES so wundersam teuer ist, dass ein riesengroßer Topf voll Filterkaffee – „grand“ genannt – lediglich und spektakulärer Weise mit 5 Fränkli berappt wird in Starbucks.
Ganz nett eingerichtet hier. Im Gegensatz zum Beschle kann man den Computer rausholen, weil im Innenbereich nahezu überall Steckdosen sind. Und mein Laptop braucht dieselben, da die Batterie sich vor Kurzem einfach so und für immer verabschiedete. Wahrscheinlich mit Grüßen vom Hersteller Asus tat sie das: ‚Kauf mal wieder einen neuen!‘, haben die Grüße wohl besagt. Letzteres würde ich vielleicht sogar tun, wenn nicht „Word“ drauf wäre. Mit diesem Schreibprogramm bin ich sehr zufrieden zur eigenen Überraschung – und geschenkt bekommt man das bekanntlich auch nicht von Microsoft.
Nein, nein! Auf einem neuen Computer, wie Sie eventuell wissen, kann das gekaufte Word nicht mitgenommen werden, vielleicht, wenn die Computer aneinandergekoppelt würden. Leider übersteigt solch ein Hardware-Eingriff gewissermaßen schon meine Anwenderfähigkeiten, und nicht verwundern würde, wenn das Manöver dann auch nur gekoppelt funktionierte, sonst nicht. Da muss beim Neukauf offenbar nochmals in die Tasche gegriffen werden, um wieder Word auf dem Computer zu haben.
Wir besitzen somit ganz offensichtlich nicht, was wir kaufen!
So weit ist es nun bereits gekommen – zumindest bei dieser Angelegenheit (word); und noch erstaunlicher ist, dass wir alle uns damit abzufinden scheinen. Ja, man hätte wohl doch besser anstatt gesprochenen Sprachen, doch Computersprachen lernen sollen. Glück gehabt!?

Der Zug, also, brachte mich von Lahr im Schwarzwald direkt dort hin, nämlich nach Basel an den SBB, wie bereits gesagt – man muss dazu nicht mehr am Badischen Bahnhof von Basel umsteigen: keine Pass- oder Ticketkontrollen, kein Stress anderer Art, alles glatt gelaufen auf der Fahrt, eigentlich wie immer.
Ja, ein Zugticket zu kaufen, erscheint mit dem 6-Uhr-43-Zug nach Basel von Lahr aus geradezu eine Demonstration gutbürgerlicher Tugenden geworden zu sein – des Gutmenschseins. Weil um die Uhrzeit scheint offenbar niemand das Billett kontrollieren zu wollen. Werde mir diese Ticket-Trophäe übers Bett hängen und ihr dann manches Mal wohl wehmütig sagen, „wirst nicht entjungfert!“
Ja, ja! Die Bahn, dein Freund und Helfer! Richtig sozial schon fast. Die Fahrpreise werden aber dennoch erhöht. Das erhöht gewiss auch die Rate jener, die sich umsonst herumkutschieren lassen (werden). Hier von gerechtem Ausgleich zu sprechen, wäre nun wirklich verwegen. Wie dem auch sei: Ich bezahle stets, gell?

So parallel zum Oberrhein im Zug gen Schweiz hochzugondeln, ohne dieses fließende und durch Stauwehrs sowie Begradigungen gebändigte Gewässer dabei je zu Gesicht zu bekommen, das hat schon was – die Landschaft ist gemeint, auch die Mitreisenden im Zug.
Ja, trotz vielen Jahren im Ausland wird festgestellt, dass die paar Jahre im Markgräflerland, genauer in Kandern, schon sehr hilfreich waren nach der Rückkehr, um das Entjungfern dieses Landstriches, der aus meiner Warte die Gegend von Baden-Baden bis eben Basel, genauer, auch Rheinfelden und Liestal umschließt, in vollen Zügen zu genießen. Inzwischen erscheint das Meiste recht schön vertraut, fühlt sich bekannt und warm an, als hätten die Gegend und ihre Leute mich gelesen und verstanden – und das Elsass mag in diesem Kontext noch erwähnt sein, damit bloß niemand meint, die einstige Grenze über den Rhein bestünde noch immer in meinem keinesfalls in der Geschichte zurückgebliebenem Kopf. Auch ich bin ganz begeistert vom Elsass und seinen Menschen, der Natur – nur eben per Zug fahr ich dort nie; letztlich passt die Nicht-EU-Schweiz trotzdem vortrefflich rein.
Sie hören es schon, ein unverbesserlicher Anhänger der These spricht zu Ihnen, dass immer, und dann immer wieder, irgendwo gewesen sein muss, um so etwas wie das Wesentliche von dem, wo man ist und war mitzubekommen – und auch von daher wurde im Leben erst gar nicht versucht, möglichst viele, wenn nicht gar alle Kontinente gesehen oder besucht zu haben. Unsereins ist da wie ein Druckerkopf, denke ich mir gerade, der die Buchstaben in Zeilen in gleicher Weise auf‘s Papier druckt, welches zwar schon irgendwie gleich aussieht und gestaltet ist, aber halt doch nie dasselbe Stück Papier ist – und der Druckkopf hat auch nicht immer dieselbe Tinte aufzuweisen: Mahlberg, Herbolzheim, Emmendingen, Freiburg, Müllheim, Weil am Rhein, all diese Stationen und was dazwischen liegt, dahinter und davor, das sind einige Haltestellen auf der Fahrt in den Süden, Orte, die ganz besonders bekannt und vertraut sind.
Basel!
Wahrscheinlich war ich in einem vorherigen Leben mal ein Basler oder eine Baslerin. Kaum, dass ich den Fuß in diese Stadt gesetzt habe, transformiert etwas in mir, so, als würde ich, es hört sich total komisch an, städtischer. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich damals als Teenager aus der Enge der Provinz flüchtend, nicht etwa in Lahr, Emmendingen oder Freiburg mein Seelenheil fand und suchen ging, was auch immer das Seelenheil genau ist und wahr, sondern im schönen Basel – und ob ich wirklich auf der Suche damals war, ist zumindest aus meiner Sicht fraglich. Es ging, nachdem ich Seelenverwandtes in Klein- und Großbasel zufällig und unbeabsichtigt angetroffen hatte, vorrangig ums Darin-sich-Baden, Suhlen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Straßburg oder Offenburg, meinetwegen noch Zell am Hamersbach oder gar Freudenstadt, sind auch schön, aber die Menschen sprechen vor allem in Basel all meine Sinne an, bilde ich mir ein – und fragen Sie bitte nicht, warum und wie ich das so genau registriere? Einbildung, sagte meine Mutter bereits und oft, ist bekanntlich auch eine Bildung. Und diese Herausforderung, unter anderen, nehme ich gerne an.
Ja doch, es ist schon eine Herausforderung, gewissermaßen, weil Einbildung/en ja bekanntlich negativ in unserer ach so fakten treu-untreuen Welt konnotiert werden: Illusionen, Halluzinationen, Echos aus der vergangen Zukunft, also der Gegenwart. Und solch Ding ist bekanntlich tabu. Funktionieren ist ja angesagt!

In diesem eben genannten Zusammenhang kann ohne rot werden zu müssen, gesagt werden, dass neuerdings alles wie am Schnürchen in meinem Lahrer Leben zu funktionieren scheint. Man muss direkt schon Sorge tragen, dass irgendeine Krise, oder schlimmer, diese unbekannte Ordnung verunmöglichen wird. Wollen wir aber positiv ins Leben blicken.
Wenn das nur so leicht wäre. Und dann auch noch auf dem Weg nach Zypern im Spätsommer 2018. Sie wissen doch: Haie schwimmen dort neuerdings in recht großer Anzahl durch die See. Nein, das sind nicht jene, die, wie Sie recht vermuten würden, aus dem Roten Meer den Weg ins südöstliche Mittelmeer gefunden haben oder hätten, Gestalten aus der griechischen Mythologie, sondern richtig dicke und wirklich schrecklich große, noch schrecklichere und gefährlichere Wesen als Haie: Kriegsschiffe, Unterwasserboote, Totbringer mit Fluglandebahn und so. Die sind mit allem möglichen Schnick-Schnack zum Töten ausgestattet – angeblich geben die an, dieser Aufwand sei zum Verteidigen da. Und Zypern ‚darf‘ diesen ‚lieben‘ Verbündeten auch in diesen Tagen seine Häfen offenhalten, damit unter anderem die Besatzungen dieser Kriegswerkzeuge womöglich vor dem großen, irgendwo totbringenden Einsatz noch ein bisschen Leben – oder wie es genannt wird – in sich reinschütten gehen können: in den Bars, Diskotheken und heimlich betriebenen Puffs, wohl eher weniger in den Museen oder Kirchen etc.

Ich fliege also in die/eine Kriegszone, und das eigentlich nur, weil mein zweites Leben seit inzwischen über 10 Jahren ja auf Zypern passiert. Kater Vassili ist schon vorgestern von Zürich aus geflogen. So unbeschwert wie er, würde ich die Sonne Zyperns auch gern genießen. Gewiss sitzt er gerade im Garten und schnuppert alles ab – er kann ja nichts sehen. In Lahr wollte er nicht aus der Wohnung; und ich wollte ihn dann auch zu nichts zwingen. Doch das nächste Mal werde ich ihn aus seiner Komfortzone holen, denn wie gesehen werden konnte, ist der Spielplatz vor dem Haus mehrheitlich aus Holz gebaut. Komischerweise dachte ich gesehen zu haben, dort sei alles aus Plastik. Das war wahrscheinlich so etwas wie ein vorurteilsmäßiger Blick, den ich geworfen oder gehabt haben muss, ein Flashback. Wahrscheinlich hat etwas in meinem Hirn deutsche Realitäten und Standards mit zypriotischen, türkischen oder ägyptischen etc. Standards im Hirn verschoben. Klar doch, dass in Lahr, und dann auch noch zentral am Marktplatz, ein Spielplatz nicht mit Plastikzeug vollgestellt ist! Daher, denk ich mir jetzt, auch die vielen hippen Leute, die vom Balkon aus zuweilen mit Kinderwagen usw. in Richtung Spielplatz verschwindend, gesehen werden konnten. Und ich dachte als: wieso kommen die ausgerechnet hier her? Die Antwort dachte ich, sei, dass wahrscheinlich einer der Eltern einkaufen geht, oder dass vor oder nach dem Einkauf oder Besuch eines Restaurants die Kinderlein dort noch etwas bespaßt werden, damit sie weniger oder besser überhaupt nicht quengeln.
Da fällt mir gerade auf, beobachtet zu haben, dass die lieben Kleinen im Südwesten eventuell weniger oft quengelnd quäken als in der Hauptstadt der Deutschen.

Es ist also ganz nett, in Lahr die Zelte aufgeschlagen zu wissen. Einiges los dort. Die Landesgartenschau macht am 14. Oktober 2018 die Pforten zu, und dann werden wir ja sehen, was mit dem sehr künstlich und im Chic meiner Mutter gestalteten Gelände geschehen wird. Doch das ist nun wirklich weit weg.
Noch sitze ich im Starbucks am SBB in Basel und demnächst werde ich diesen Platz räumen und gen Flughafen im Elsass mit dem 50er Bus fahren, von wo aus mit EasyJet nach Larnaka geflogen wird. Nein, ich bin nicht mehr so gut zu sprechen auf EasyJet. Das Warten in der Schlange nervt und auch, dass man stets Angst haben muss, der Handkoffer werde reklamiert, weil er wahrscheinlich doch wieder etwas zu schwer ist etc. Man muss daher stets möglichst früh am Schalter stehen und gleich nachdem die Fluggäste mit Vorzug/Privileg durchgewunken wurden, ins Flugzeug gelangen, weil sonst wird man, wie bereits einmal geschehen, womöglich aussortiert und soll seinen Koffer abgeben, wofür dann aber nichts zu bezahlen ist. Das passt einem natürlich gar nicht, erst recht dann nicht, wenn man abgeholt wird und einfach nur raus aus dem Ankunfts-Flughafen will. Die sind ja schrecklich geldgrabbschig geworden, die von EasyJet. Und nicht nur die!
Hatte Monate lang keinen Zugang zu meiner Kreditkarte, weil mein Anbieter irgendetwas am System umstellte. Dann irgendwann habe ich es nach Monaten geschafft, diesen Zugang wieder zu erhalten, was mit einigem Missfallen meinerseits getan wurde. Und was ist das Ergebnis: eine weitere Kreditkarte wurde mir ausgestellt, die gar niemand haben mag, jedenfalls nicht ich. Doch das Ding namens Kreditkarte war nun erneuert, der Zugang ermöglicht, eine Mail wurde geschrieben, dass ich die neue Karte gar nicht will und ein paar Tage später, was glauben Sie, was passierte, als ich erneut ins Kreditkartenkonto vorstoßen wollte, genau, es war wieder nicht möglich. Also rief ich dort mal an. Und da sagt diese Frau Polat doch, „ja, Sie hätten aber auch den Benutzernamen ändern müssen.“

Hallo!


„Das stand da nirgends!“ sagte ich.
Ich habe keine Ahnung wie viele Passwörter eingegeben wurden, hin und her geschickt worden sind, bevor ich Frau Polat am Apparat hatte. Und jetzt soll das ganze Spiel schon wiederbeginnen – womöglich mit weitere Kreditkarte als Ergebnis? Wissen Sie was? Ich habe kurzerhand gekündigt. Einen Brief aufgesetzt, in dem ich wissen ließ, dass der Service unerträglich kompliziert geworden wäre, bedankte mich für die langjährige Zusammenarbeit und dann wurde das Ding per Einwurfeinschreiben weggeschickt. Mal sehen, ob ich nicht auch ohne Kreditkarte über die Runden komme. Es dürfte gelegentlich kompliziert werden, ohne. Doch das Risiko mag ich nun auf mich nehmen. Es gilt eh, sich nicht mehr alles Mögliche anzueignen, sondern darauf zu bestehen, dass dieses ‚Volk‘ und andere einen genau so auf- oder annimmt als Kunde oder Gast der bezahlt – also auch ohne Card. Wieso muss ich unbedingt eine Kreditkarte haben, eigentlich? Weg damit, habe ich mir gedacht. Jetzt bin ich gespannt, welche juristischen und anderweitig geschlagenen Purzelbäume meines Kreditkartenanbieters mich im Briefkasten erwarten, wenn aus Zypern voraussichtlich Anfang November zurückgekehrt wird.
Es tut jedenfalls gut, diese Fessel gelöst zu wissen. Ich werde sie mir hoffentlich nicht wieder umlegen. Postbank-Konto muss reichen. Punkt. Diese Maßnahme mit-entschleunigt gewiss. Dürfte förderlich sein, kann nur förderlich sein. Das Leben will, ich fühle es, noch langsamer vorgehend, genossen werden. Jetzt, wo alles angeblich schneller wird, gilt es dagegen zu steuern.
Da wären noch einige weitere Punkte, die entschleunigt, genauer be- oder gereinigt gehörten. So rede ich schon seit Längerem davon, dass das Postbankkonto aufgelöst gehört, weil da diese unerträgliche Nähe zur Deutschen Bank besteht. Die sollen ja nicht gerade Geschäfte betreiben, die unsereins unterstützt moralisch und so. Und die Aussichten sind nicht gerade derart, dass es mit der Postbank besser wird, wenn sie sich demnächst doch noch von der Deutschen Bank lösen wird, oder gelöst wird.
Nun, jemand, der ins Finanz-Haifischbecken namens Zypern fliegt und dort auch noch zeitweise lebt, der hat wohl allen Grund, werden Sie denken, sich über seinen Finanz-Abdruck in den Annalen der Geschichte seine Gedanken zu machen.
Ja, Zypern ist leider noch immer ein Finanz-Dschungel, und alle in Brüssel und sonst wo in der Welt wissen es.
Die/Eine Geld-Waschanlage!
In diesem Zusammenhang wird einigermaßen interessant werden, zu sehen, wie Südzypern, also die Republik Zypern, das EU-Mitglied, sich die Briten vom Hals holen wird. Jedenfalls ist da jemand, war zu lesen, der juristisch gegen die Anwesenheit der Briten auf der Insel vorgeht. Seine Begründung ist, dass das Halten einer Kolonie, und nichts Weiteres seien die 3 Militärbasen der Briten auf Zypern, nach europäischem und internationalem Recht gar nicht zulässig sei.
Vor dem Hintergrund, dass sich die HSBC-Bank der Briten ja auf beiden Inselteilen etabliert hat, und gewiss weiterhin dort ein Standbein zu halten gewillt ist, dürfte es, wie gesagt, sehr interessant sein, zu verfolgen, welchen Ausgang dieser Streit nehmen wird, wenn es denn überhaupt zu einem vernehmbaren Streit kommt. Bekanntlich ist die HSBC derart exzessiv über ALLEM schwebend, dass wahrscheinlich sogar die Queen im Buckingham Palace allabendlich ihr Kreuz vor dem Logo dieser Bank schlägt und sich dabei hinkniet.
Klar ist allerdings auch: so lange dieser eine und wahrscheinlich hauptsächliche Spaltpilz auf Zypern dahinwächst, wird aus einem vereinten Zypern eh nichts. Da die HSBC jedoch zukünftig vorrangig auch die finanziellen Interessen der Chinesen vermehrt managen wird, ist, wie gesagt, es noch interessanter zu sehen, wie unsere vorgeblich freie und ach so demokratische Ordnung in der EU sich verbiegen wird, um diese zuvor erwähnte Angelegenheit doch noch unter den EU-Werte-Deckel zu bringen.
Weil es ist doch wohl klar: die Briten haben auf Zypern schon längst nichts mehr verloren – genau so wie die Türken!

Inzwischen in dem Flughafen vor Basel sitzend. Durch die Kontrollen zu kommen, war auch diesmal wieder einfach – weil, ich komme bekanntlich Stunden zu früh. Konnte sogar davon absehen, ein Stück Kuchen oder gar ein Käsebrot zu kaufen: zu teuer, eigentlich, und andererseits mag auch DAS endlich eingegrenzt werden. Nicht andauernd etwas zu Essen kaufen, nur, weil man irgendwo eingekehrt ist. Schreckliche Angewohnheit! Wundert nicht, dass man so übergewichtig wird. Derzeit habe ich allerdings Idealgewicht, weil tatsächlich durchgezogen wird seit geraumer Zeit, möglichst nur Hülsenfrüchte zu essen: Bohnen, Erbsen etc. Kein Brot, keine Nudeln und so weiter. Es hat einen einschlagenden Effekt, darf ich Ihnen berichten. Mein Bauch meldet plötzlich wieder so etwas, wie: es reicht, hör auf in dich reinzustopfen! Klasse.
Sogar ein paar Mal Eis war ich zwischenzeitlich schlotzen – und kein schlechtes Gewissen überfällt mich mehr dabei. Denn auch das habe ich plötzlich besser im Griff, genauer: das Schokoladeneis in der Marktstraße von Lahr schräg gegenüber von C&A nicht täglich haben zu müssen. So auch, wie ich gerade vorgestern herausfand, das Erdbeereis.
Sie glauben gar nicht, auf welch vielfältige Art und Weise jemand, der von Kochregeln keine Ahnung haben will, seine Bohnen anrichtet. Ich lege sie immer in Wasser. Das ist die Ausgangssituation. Gleich einen großen Topf voll mit Bohnen leg ich an, sodass für knapp eine Woche Koch- und Essmaterial bereitsteht, welches, ganz wichtig, dann auch darauf wartet, gekocht zu werden und davon abhält, außer Hause Essen zu gehen.
Keine Ahnung, was die in diesen Restaurant-Küchen ins Essen machen, aber eines ist inzwischen sicher: es ist meist zu salzig und es trägt dazu bei, dass man sich wie aufgebläht nach den meisten Essen fühlt. Und nun hören wir auch schon auf damit, weil, sonst steigt der Preis für Hülsenfrüchte, weil auch Sie damit begonnen haben.
In Zypern besteht auch die Möglichkeit, sich auf diese Art und Weise weiter zu ernähren. Aber natürlich lebe ich dort auch ein anderes Leben: mehr Einladungen etc. Bei Letzteren gilt es nun eben, unauffällig aus dem Essangebot herauszupicken, sodass niemand auf den Kochlöffel derart getreten wird.
Nein! Es wird niemand bekehrt werden, das Bohnen-Ding zu machen. Die Gefahr ist eher, dass ich von den anderen bekehrt werde, sprich: auf den Pfad des ‚Normalen‘ zurückfinde. Und das ‚Normale‘ in puncto Nahrung soll nicht mehr normal für mich sein. Warum auch, wenn es mir damit nicht so gut geht wie es mir jetzt geht?

Es ist noch eine Stunde bis zum Abflug. Um mich herum sitzen nahezu alle und essen. Auch hier, wie Sie schwerlich erkennen können, wird mein Laptop durch eine Steckdose genährt. Wusste gar nicht, dass das hier möglich ist. Hundert Mal und mehr schon von hier weggeflogen und erst jetzt finde ich die Steckdose im Flughafenrestaurant. Klasse.
Doch einen weiteren, neuen Favoriten mag ich Ihnen nun doch noch verraten: der Kaffee, der angeblich ohne Coffein ist, schmeckt haargenau so wie der mit. Also warum mit trinken, wenn es auch ohne geht? Ehrlich gesagt, was Lahr angeht, und hiermit schließen wir: der koffeinfreie Kaffee wird im „Süßen Löchle“ am besten gemacht. Der Innenhof, der dort angepriesen wird als Attraktion und weitere Sitzgelegenheit, konnte mich indes noch nicht in seinen Bann ziehen. Im Sommer fand ich es wirklich schöner, draußen an der Straße zu sitzen, wo die Autos und Busse mit, glaube ich, lediglich 20 km/h durchfahren dürfen.

Maroni: Das Wasser war recht salzig. Die weißen Wolken überm Meer wunderschön geformt. Zum Einstieg die Fileleftheros-Tageszeitung gekauft, die zwar ein Rechtsausleger ist, doch dennoch genug Dinge verbreitet und in die Welt setzt, von denen gut Rückschlüsse auf das gezogen werden können, was vielleicht wirklich abläuft an gewissen Orten auf Zypern. Vassili hatte nicht viel Interesse an meiner Person. Das ist aber OK!

Syrien Aug-Sept 3

Vor dem Hintergrund, dass die sogenannte Großoffensive in Syrien, die noch bevorstehen soll, im Grund schon losgetreten worden ist – und zwar vorrangig von Seiten Moskaus, wie sich offenbar zeigt -, wird hier am 08. 09. 2018, wie geplant, dennoch von zeitlich etwas zurückliegenden Ereignissen berichtet, um die angefangene Serie oder Reihe zu Syrien zu komplementieren – versteht sich, äußerst selektiv, wie ja alle es tun (müssen), die aus/von/über dieses/m Land berichten.
Sagen wir also, wir sind so in etwa am 17. August 2018 angelangt im Stoff.

Im Al-Eis Gebiet existiert eine türkische Militärbasis. Dieses Gebiet liegt genauer in der Provinz Aleppo. Die Türken rieten den Bewohnern dort, nämlich in Gazrala, Zamma, Gadidah, Talafeh, Hawair al-Issa, al Othmania, Bager, Banes und Berna doch ihre Häuser nicht zu evakuieren. Solch ein Schritt böte dem Assad-Regime die Ausrede, anzugreifen.
Vielleicht ist es noch nicht ganz durchgedrungen, doch das Regime hat den Posten eines „Versöhnungsminister“ aus der Taufe gehoben vor nicht allzu langer Zeit. Der ‚gute‘ Mann, der diesen Posten ausfüllen ‚darf‘, heißt derzeit Ali Haydar.
Sollte die folgende Meldung zutreffen, was hier doch stark bezweifelt wird, könnte dem so sein, dass Trump und Putin sich inzwischen anscheinend darüber einig geworden sind, dass der Iran in Syrien besser schon bald seine Koffer packt. So ganz daran glauben können wir hier deswegen nicht, da das iranische Regime dann einerseits in Erklärungsnöte gegenüber der iranischen Bevölkerung kommt, zumal viel Geld in Syrien gesteckt wurde – wie auch viele iranische Menschenleben. Und jetzt einfach sich zurückziehen, nur weil der „große Satan“ in Washington und Putin (der kleine Satan) sich einigten, erscheint äußerst widersprüchlich.
Andererseits ist nicht zu übersehen, dass es im Iran brummt. Soll heißen: Vorrangig die jungen Menschen haben von der betriebenen Politik des Landes im Nahen Osten gehörig die Schnauze voll – und lassen das auch vernehmlicher hören. Es rumort nicht schlecht. Und um des inneren Zusammenhalts wegen könnte durchaus passieren, dass Teheran den eben erwähnten Grund/Vorwand nutzt, irgendeine Rechtfertigung gegenüber den Hardlinern im Lande und anderen Unzufriedenen zu konstruieren, um sich tatsächlich aus der Affaire zu ziehen.
Teheran hätte nun wirklich eh Besseres zu tun. Zum Beispiel stünde eine Art Aussöhnung mit Pakistan, Indien und vielleicht sogar noch der Türkei und dem Irak anstatt dem Regime gut zu Gesicht. Es könnte gar lebenswichtig werden.
Noch kurz dies: Der ehemalige Bürgermeister Teherans Herr Gholam Hossein Karbaschi (1990 – 1998) wurde verknackt, da er in einer Rede die iranische Intervention in Syrien kritisiert haben soll (Times of Israel).
Was den Irak und Syrien angeht: Washington hat den ehemaligen Botschafter für den Irak, Herrn James Jeffrey, der dort von 2010 bis 2012 tätig war, als US-Sondergesandten für Syrien benannt. Der Herr war auch bereits in der Türkei auf diesem Posten. Interessant ist zu lesen, dass zwischenzeitlich die Saudis damit begonnen haben sollen, einen Teil ihrer Petro-Dollars für ihre Interessen in Syrien arbeiten zu lassen, indem den Vereinigten Staaten Geld in die Taschen gesteckt wird, um bloß nicht aus Syrien abzuziehen. 100 Millionen seien auf Forderung Trumps zugesichert worden – nicht gerade viel Zaster, wenn in trumpschen Dimensionen gedacht wird, finden wir. Das US Department of State quasselte jedenfalls von Geld für „Stabilisierungsbemühungen“.
Für jemand Außenstehendes ist nicht ganz ersichtlich, warum die so genannten Weißhelme ausgerechnet jetzt, wo die Großoffensive bevorsteht, beziehungsweise begonnen zu haben scheint, zur Mitte des Monats August also, dennoch damit begonnen haben sollen, angeblich Trümmer und Schutt und dergleichen wegzuräumen in Idlib.

Eigentlich sollen die Weißhelme ja Rettungsabreiten leisten, und noch eigentlicher steht von Seiten Assads & Co. der Vorwurf im Raum, die Weißhelme seien unter anderem jene Kraft im Krieg/Konflikt, die chemische Waffen einschleuse und/oder hochgehen ließe etc.

Andernorts in Syrien sind andere Positionen auch nicht ganz klar. So soll die 4. Division des Assad-Regimes, die immer wieder Reden von sich macht, mal wieder mit den Russen etwas und lediglich verbal zusammengeklatscht sein, und zwar diesmal in Qalat al-Masdieq. Die Russen verlangten, dass die Vierte dort die Fliege macht, doch die Vierte hat sich geweigert, diesem Verlangen nachzukommen. Zeitlich wenig später, also Ende August, fordert der nationale Sicherheitsberater Trumps, John Bolton, den Iran auf, Syrien zu verlassen. Die Iraner entgegneten: es gibt derzeit keine Pläne, die Ähnliches besagten oder vorsehen würden. Bolton an Iran und das Assad-Regime gerichtet, scheinheilig, so werten es zumindest einige Beobachter: Der Einsatz von Chemiewaffen wird „starke“ Reaktionen folgen lassen!

Unstimmigkeiten bestehen allerdings auch über den Beginn der ganzen Sache, also des Syrienkonflikts selbst. Jemand namens Joshua Landis behauptet, die Facebookseite der Syrian Revolution habe bereits am 18. Januar 2011 im Netz gestanden. Das wären also 2 Monate vor dem Ausbruch des Aufstandes in Daraa gewesen. Der Administrator der genannten Seite ist ebenfalls Leiter des Büros der Muslimbrüder in Schweden. Landis findet dies dann allerdings doch nicht sonderlich überraschend, weil die ersten Proteste eigentlich bereits am 04. Februar 2011 angefangen haben sollen in Syrien. Und das ist auch das Datum, an dem zum „Tag des Zorns“ in Daraa erstmals aufgerufen worden sein soll, und nicht, wie sonst behauptet wird, dass es erst im März 2011 der Fall gewesen sein soll. Nur: Beim ersten Aufruf seien keine Proteste der Bevölkerung gefolgt. Als dann allerdings am 06. März 2011 Kinder in der Stadt Daraa verhaftet wurden, die aufrührerisch gewesen sein sollen, erhob sich der Zorn des Volkes erstmals – und seither ist, mehr oder minder, Krieg in Syrien.

Und in Zeiten des Krieges geschehen viele eigenartige Dinge, so auch im von Kurden mehrheitlich bewohnten Teil Syriens – in Derik (Malikiyah). Dort wurden Armenier und Assyrer, die dort ebenfalls recht zahlreich leben – noch -, von Seiten der kurdischen Behörden dazu angehalten, ihre Schulen zu schließen. Der Grund: Sie hatten es abgelehnt, den von den Kurden herausgegebenen Lehrplan umzusetzen. Die Quelle ist allerdings eine, der durchaus nicht immer, finden wir, abgenommen werden kann, dass sie neutral berichtet.
Nun, inzwischen sind am anderen Ende des Landes, nämlich an der jordanischen Grenze, doch wirklich die Grenztore aufgegangen. Busse verkehren wieder, sodass beispielsweise direkt von Dschidda/Saudi Arabien über Jordanien nach Damaskus gefahren werden kann. Solch Busfahrt kostet Einheimische, also Syrer, rund 85 Dollars. Noch ist der syrisch-irakische Grenzübergang bei al-Bukamal geschlossen.
Und weil wir schon dabei sind: Die private syrische Fluglinie namens Cham Wings hat Flüge von und nach Amman/Jordanien wieder aufgenommen. Gehören tut die Linie einem Mann namens Rami Machluf. Er ist der Cousin des Baschar al-Assads. Sie sehen, Jordanien baut auf Normalisierung mit dem blutbefleckten Assad, und ernährt sich währenddessen ‚lustig‘ weiterhin von Geldern, die gewiss auch ihre Steuerbeiträge mittragen.

Allerdings – man mag es gar nicht glauben und vielleicht ist es auch schon wieder im Erdboden verschwunden, so ganz still und heimlich, wie ja so manches manchmal wieder aus dem Rampenlicht gerät, wo es vielleicht fälschlich hineingeriet – ist Rifaat al-Assad ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder und natürlich Geldwäsche angehängt worden. Der Rifaat ist der Onkel des Baschar al-Assads. Der ‚gute‘ Rifaat lebt/e seines Zeichens im Exil und NGO’s haben sich auch daher sogleich an ihn drangehängt. Und so kam es nun zu einer Anzeige. Es geht also darum herauszufinden, woher dieser Assad den wohl all die Kohle hat, die er hat. Dass in Hama seinerzeit 40.000 Menschen bei einem Aufstand abgeschlachtet wurden, soll ihm, dem Rifaat, aber nicht angehängt werden, meint einer der NGO’s. Sagen wir mal, es soll ihm noch nicht angehängt werden.

Am 27. August 2018 wird von sogenannten Aktivisten berichtet, die US-geführte Koalition habe eine Militärbasis in al-Hagien errichtet. Und das liegt in der Provinz Deir az-Zor. Dort im Osten soll der IS noch recht stark sein. Zu jenem Zeitpunkt unterhielt er dort jedenfalls noch 5 Militärbasen, wird berichtet. Bekanntlich liegt Hagien jetzt nicht gerade weit entfernt von der türkischen Grenze, wie auch der irakischen.

Warum die USA dort in der Region Deir az-Zor sind? Klar doch, dort fließt Erdöl. 40.000 Barrel täglich. Wahrscheinlich spottbillig. Ja, und die so genannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben der IS das Ölfeld bei Tanak ja vor einiger Zeit abgenommen, wie hier bereits in einem vorhergehenden Bericht erwähnt wurde. Der Kreis des – nennen wir es – Unverständlichen schließt sich, vor dem Hintergrund, dass die USA dort in der Region ihren Fuß drin haben und mit den Kurden im Boot sitzen, und zwar dann, wenn zutrifft, dass die SDF Teile des erworbenen Öls wiederum an das Assad-Regime verkaufen soll.
Überhaupt gibt es in der Region Deir ez-Zor noch weitere Ölfelder, und zwar das Ölfeld: Omar, Ward, Afra, Kewari, Gafra, Garnuf, Azrak, Kahar, Sueytat und Ghalban.
‚Erfreulich‘ also zu erfahren, dass die USA unweit der Region Deir az-Zor, nämlich in Kobane, genauer bei Hassake und Ayn al-Arab, nach Berichten seitens der Iraner Radarsysteme aufgestellt hat. Ebenso soll Washington noch mehr Waffen an die kurdischen PYD/YPG-Kämpfer verteilt haben – oder verkauft?
Am 26ten oder 27ten August 2018 sollen YPG-Kämpfer den FSA-Kommandanten Abu Muhammad al Schamali in Afrin hingerichtet haben.

Zwischenzeitlich wurde ermittelt, dass mehr als 1,75 Millionen Kinder, die in Syrien leben, die Schulen nicht besuchen können (@hadialbahara vom ICRC). Jetzt, im September 2018, berichtet Hadi Albahara, wird es ein Geschäftstreffen geben, an dem dutzende russische Investoren teilnehmen werden. Des Weiteren: Einer Firma ist kürzlich die Lizenz zum Betreiben einer Shopping Mall entzogen worden. Dieselbe erhielt sodann ein Mitglied des Regimes, berichtet Bahara. Kann man sich gar nicht vorstellen, dass es eine Shopping Mall geben soll. Überhaupt scheint das Leben in Damaskus wieder relativ normal seinen Lauf zu nehmen. Was auch immer „relativ normal“ in Wirklichkeit bedeuten mag.

Der oben genannte Cousin Baschars, Herr Machluf, soll jedenfalls zwei ägyptische Investoren ‚erfolgreich‘ von syrischen Markt verdrängt haben, nämlich vorerst Herrn Nagib Sawiris und Herrn Mansur Amer.
Anfang des Monats September 2018 wird gemeldet, dass die Hayat Tahrir asch-Schams-Kämpfer sich nun doch der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront angeschlossen haben.

Gestern, am 07. September 2018, war Präsident Erdoğan zusammen mit Putin und dem iranischen Führer im Fernsehen zu sehen. Es ging um Idlib. Erdoğan als einziger sprach sich öffentlich dafür aus, keine Großoffensive zu starten, sondern zu verhandeln. Klar, er hat Angst, dass viele Flüchtlinge die eh schon überforderte Grenze/Ökonomie der Türkei überrennen oder -fordern werden, sollte der Großangriff und in seiner Folge eine Fluchtbewegung demnächst stattfinden beziehungsweise einsetzen. Doch wahrscheinlich sitzen Erdoğan vor allem auch alte, heimliche Verbündete im Nacken, diejenigen, die wie er von islamischem Staat und Kalifat et cetera mit ihm zusammen – heimlich – träumten. Und in der weiter oben genannten Nationalen Befreiungsfront der Türkei in Syrien dürfte sich so manch uns Westlern suspektes Element befinden, welches wir wohl als extremistisch oder extrem islamistisch einstuften, dabei keine Mühe hätten.
Schon bald, ist zu befürchten oder zu hoffen – ganz, wie es Ihnen beliebt -, beißt sich der Erdoğan in Ankara mit seiner – geheim geführten – islamistischen Agenda in den eigenen Schwanz!?

Derweil verstärkten die USA ihre Präsenz im südöstlichen Mittelmeer. Der amerikanische Lenkwaffenzerstörer „Ross“ ist am 25. August dort aufgelaufen. Liegt wahrscheinlich in Limassol zuweilen vor Anker und wenn nicht, dann gewiss vor Zypern irgendwo im Meer.
Wer spielt welches ‚Spiel‘, ist die Frage. Und in diesem Kontext macht sich der Außenminister Syriens gewisse ‚Sorgen‘, und zwar um die Provinz Hatay, die nach dem Ersten Weltkrieg der Türkei zugesprochen wurde. In anderen Worten: Assad und Russland würden bei einer weiteren Schwächung der Erdoğan-Regierung, die aufgrund einer übertrieben exponierten und überrissenen Politik im Entstehen ist, dann wohl nicht davor zurückschrecken wollen, die derzeit noch so genannte Provinz Hatay ins Reich der Assads (und Putins) zurückzuholen. Iskenderun, die Hauptstadt Hatays gehörte bis 1938 zu Syrien, welches damals französisches Mandatsgebiet war. Und die Russen haben sich ja vorsorglich schon – mehr oder minder – die daran angrenzende Provinz namens Latakiya im heutigen Syrien unter den Nagel gerissen. Es könnte also gut reinpassen, Hatay.

Kommen wir nun noch schnell zu gewissen Begriffen, die man sich wohl aneignen ‚muss‘ – ob man es will oder nicht. Sie, verehrte Leser/innen könnten nämlich schon demnächst vermehrt von sogenannten „Assadisten“ hören. Das sind keine Sadisten, die nach Art der Assads foltern, sondern unter dem Begriff werden – noch – vorrangig jene geführt, die im Westen Assad ganz besonders treu zur Seite stehen (sollen). Eine DER Multiplikatoren des Assadismus, so nennen wir das hier nun schnell und kurz, soll eine gewisse Vanessa Beeley sein. Sie soll sich vor allem damit hervortun, die Einsätze der Weißhelme in den Dreck zu ziehen.

Um die Sache zu den Assadisten hier möglichst kurz zu halten (Sie können das im Internet googeln, oder Seite 34 des „Killing the truth reports“ etc.), könnte für Sie als Deutschsprecher vielleicht noch interessant sein, wer angeblich alles aus dem deutschsprachigen Raum als Assadist genannt wird im Netz:

Christian Blex, Michael Lüders, Sahra Wagenknecht, von Storch, Jürgen Todenhöfer, Hans-Thomas Tillschneider, Jürgen Pohl, Harald Kujat, Marco Glowatzki, Günter Meyer etc.

Syrien Aug – Sept 2

Noch Anfang des Monats August 2018 hat der Präsident der Nationalen Syrischen Koalition, Herr Abdulrahman Mustafa, die EU-Vertreterin Laura Scarpetta aufgefordert, den Plan Russlands bezüglich der Rückkehr der Flüchtlinge nach Syrien abzulehnen. Das Terrain sei längst noch nicht sicher genug dafür.
Anfang August gilt – ebenfalls festzuhalten, da gerade von Sicherheit die Rede war -, dass an die 10 hochrangige Offiziere des Assad-Regimes verhaftet worden sein sollen vonseiten des Regimes. Sogar 4 aus der Präsidentengarde sollen darunter sein. Niemand weiß genau, warum, weshalb und wieso. Vielleicht war ja ein Attentat auf den syrischen Präsidenten geplant? Vielleicht hat der Zuletztgenannte und sein Sicherheitsapparat sich ein Attentat nur eingeredet oder einreden lassen? Vielleicht ist da jemand inzwischen hypernervös auf dem Präsidentensessel oder jemand dahinterstehend, der oder die als Erbe/in dieses präsidialen Sitzes sich in Stellung bringt?

Kann gut sein, dass wir nie erfahren werden, was genau los war, weil vermutlich keine Akten dazu angelegt werden.
Vermutlich wird aber folgendes in irgendwelchen Akten vermerkt worden sein: Israel beginnt, die kurdische PYD als einen verlängerten Arm Teherans zu betrachten, wird vermeldet. Und wir erinnern: Auch die Kurden der PYD dienten sich vor Kurzem Assad an, um für ihn im Süden Syriens auf ‚Säuberungsaktion‘ zu gehen.
Und dann dies noch kurz eingestreut: Die PYD, berichtet die Hawar News Agency, soll die Lizenz beantragt haben, um weitere Abteilungen im Land eröffnen zu dürfen.
Die kurdische YPG soll indes in und um Manbitsch verhaften, aber so auch in der Stadt Raqqa. Die Gefangengenommenen werden, wie es üblich geworden zu sein scheint, zwangsrekrutiert, und wer von den Gefangenen nicht mitmachen will, wird … .
Dem nicht genug, sagte der Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), sein Name ist Nuri Mahmud, er und seine Leute werden Anschläge auf jene demnächst verüben, die sich aus Ost-Ghouta nach Afrin flüchteten. Es handelt sich hier vorwiegend um Zivilisten. Damit sollen von der Türkei und anderen Interessierten begonnene demografische Veränderungen der Zusammensetzung der dortigen Bevölkerung unterbunden werden. Bild-Reporter Röpcke dazu: „Zeit, die Organisation in Deutschland der PKK gleichzustellen!“
Nun, Herr Röpcke, gern wollen wir mal sehen, wie Sie reagieren, wenn beispielsweise Französischsprecher von irgendwoher in Kehl und dessen unmittelbarer Umgebung in sehr großer Zahl angesiedelt würden und das Gerücht umginge, dass dieser Teil Deutschlands wahrscheinlich schon bald Frankreich anheimfallen könnte oder dürfte. Dieser Vergleich hinkt zugegebenermaßen, aber es ist nun mal so, dass Afrin eigentlich mehrheitlich von Menschen, die sich als Kurden outen bewohnt wurde – und noch bewohnt wird.

 

All die Operationen der Türkei im Nachbarland, in Syrien also, werden auch von vielen Türken äußerst kritisch betrachtet und beurteilt, so zum Beispiel von Emin Çölaşan in der Sözcü-Tageszeitung der Türkei. Und so dürfen diese Kritiker auch noch vernehmen, dass Ende des Monats August 2018 die Türkei nun definitiv begonnen hat, vorgefertigte Kabinen nach Idlib für Beobachtungsposten zu bringen. Ankara ließ des Weiteren wissen, es sei dort ebenfalls das Anbringen von Luftabwehrsystemen geplant, damit die Deeskalationslinie verstärkt werde.
Wie auch immer dem sei:
Russland konnte damit offenbar nicht abgeschreckt werden, siehe russischen Angriff auf Idlib am 04. 09. 2018, also knapp 3 Wochen später, der erfolgt sein soll. Çölaşan findet in einem Artikel Anfang September 2018, dass viel zu viel Geld, welches in der Türkei dringender benötigt werde, in den sogenannten „Wiederaufbau“ in Syrien fließe. Faisal Kasim von al-Jazeera pflichtet dem gewissermaßen bei, indem er behauptet, beziehungsweise fragt, ob dies der Preis ist, den die Türkei zahlt, weil sie den von den USA und den Israelis unterstützten Plan verhinderte, einen kurdischen Staat im Norden Syriens entstehen zu lassen?
Man höre. Die kurdische YPG hat währenddessen offenbar weitere Gespräche mit Vertretern des Assad-Regimes Mitte des Monats August geführt. SDF-Kommandeure, von den USA unterstützte Rebellen, sollen an diesen Gesprächen teilgenommen haben. Der Sprecher der kurdischen PYD/YPG, Herr Kino Gabriel, verlautbart, wahrscheinlich ohne rot zu werden, dass es in Zusammenhang mit einer vom Assad-Regime geplanten Offensive auf Idlib keine Koordination mit dem Regime geben werde. Heute, am 04. 09. 2018, wie bereits erwähnt, war in der türkischen Presse (Anadolu) zu lesen, die Russen hätten damit begonnen, Idlib zu bombardieren. Die Frage lautet nun selbstverständlich: Ist das etwa der Beginn der Großoffensive, von der alle Welt redet? Hier wird Ihnen schon bald dazu eine Antwort geliefert. Es ist nun Stunden später, die News wurden nochmals gecheckt und es hat den Anschein, als liefe alles noch seinen ‚normalen‘ Weg. So darf vernommen werden, ebenfalls von der türkischen Anadolu Newsagency von heute, dem 05. 09. 2018, dass ungefähr 15% der Syrer, die in die Türkei geflüchtet waren und wegen dem islamischen Opferfest 2017 zurück nach Syrien fuhren, nicht mehr zurückgekehrt sein in die Türkei. Im Jahr 2018 sieht die ‚Ausbeute‘ aus türkischer Sicht noch positiver aus: Es sollen über 50% dieser Leute in Syrien zurückgeblieben sein. Die Türkei wertet diesen Befund als Beweis dessen, dass sie in Teilen Syriens akzeptable Rückkehrmöglichkeiten geschaffen habe – manche fragen sich aber auch, ob die Lage der Geflüchteten etwa so desperat ist in der Türkei, dass sie das wirklich existente Risiko an den ‚Galgen‘ zu kommen eingehen. Siehe dazu mehr, weiter unten im Text.
                                                                                           (Gemälde: Frau d’Hart)

Zwischenzeitlich liefen Gespräche über eine Wiedereröffnung des Grenzübergangs Nasieb nach Jordanien. Handel und dergleichen sollen intensiviert werden. Somit hätte Assad & Co. schon eine der wichtigsten Hürden genommen, wenn die angesprochene Wiedereröffnung der Grenze zu Jordanien umgesetzt wird/worden ist, um demnach frech und scheinbar selbstbewusst wieder Gesicht zeigen zu können – auf internationalem Terrain. Zwar eine blutige Fratze, die Baschar da vermutlich nur aufweisen kann, zugegeben mit verschmitztem Lächeln zuweilen, doch was soll’s. Man hat sich in der angeblich zivilisierten Welt an solch Aussehen scheinbar eh adaptiert – vielleicht es sogar zur Mode bestellt?
Hingegen findet der Ministerpräsident des Libanon, Hariri, dass, sollte jemand den Libanon dazu zwingen wollen, mit Assad zu kooperieren, werde er, Hariri, kein Kabinett bilden. Sie erinnern gewiss, dass es im Libanon ganz besonders israelfeindliche Gruppierungen geben soll, nämlich vorrangig die „Hisbollah“. Nun ist zu lesen, dass jemand namens Omar Madaniah schreibt, ein sogenannter Medienaktivist, dass diese Feststellung oder Zuschreibung erstunken und erlogen sei – inzwischen. Soll bedeuten: Madaniah behauptet, dass der Widerstand gegen Israel, von dem der Führer der Hisbollah andauern quatsche, nur noch gespielt sei, eine Maske hinter der er und seine Organisation sich verstecke sei und nichts Weiteres. Als Art Beweis führt dieser Autor den Umstand an, wenn es denn stimmt, was er sagt, dass das Assad-Regime angeblich dem regimenahen Nachrichtensender „al-Jadeed“ gesteckt habe, dass mit einer hochrangigen Militärdelegation die Eröffnung eines Übergangs nach Israel besprochen worden sein soll. Und das Letztere wäre ja dann wohl schon so in etwa das Gegenteil von dem, was Herr Nasrallah, Kopf der Hisbollah, meist als Worte oder Strategie aus seinem Munde entlässt.

Wie? Ja, genau!

Alles schreit neuerdings „Versöhnung“ in und um Syrien, anscheinend. So auch die Hayat Tahrir asch-Scham-Kämpfer, die nun inzwischen ebenfalls wieder Händchen halten mit Assad. Sie sind nicht die Einzigen. Auch das Rebellenbündnis „Nationale Befreiungsfront“ scheint ganz angetan zu sein von dieser Vision. In diesem Zusammenhang mag noch kurz etwas zu den Totenscheinen gesagt werden, die das Regime neuerdings ‚netterweise‘ ausstellt (siehe auch den Artikel davor).
Ja, unglücklicherweise sind auch die Namen von Kindern auf den Todesscheinen zu finden, die wahrscheinlich auch teils zu Tode gefoltert wurden etc. So zum Beispiel jemand namens Wael, der 2013 verhaftet worden ist und gerademal 12 Jahre alt gewesen sein soll. Weitere Folteropfer sind der Sohn und Vater aus der französischen Schule, die Dabbagh’s. Beide waren anscheinend sehr beliebt, und so geschah auch etwas wie ein kleiner Aufschrei, als nun bekannt wurde, dass die vor etwa 2 Jahren Verschwundenen die ganze Zeit über in den Kerkern Assads gefoltert wurden, und letztlich zu Tode kamen. Ihr Todesschein wurde ebenfalls ausgestellt. Sie hatten an friedlichen Demonstrationen im Jahr 2013 teilgenommen.
Und wen beeindruckt all dies temporäre Demonstrieren der in Syrien Lebenden noch, Assad etwa, die EU?
Massenverhaftungen in Ost-Ghouta wurden anstatt vorgenommen vor Kurzem. An die 100 Männer, die das „Versöhnungsabkommen“ mit dem Regime unterzeichnet hatten, wurden in Arbien verhaftet und anscheinend danach zwangsrekrutiert. Gleiches geschah in der Ortschaft Dael, südwestlich von Daraa. Es ist also die Rede von Massenverhaftungen.
Eigentlich geht es ja NUR um das Beseitigen der IS-Kämpfer, wird immer wieder gern behauptet. Dieses Argument scheint zu DER Rechtfertigung für Alles und für jeden zu verkommen – auch für jene, die sich 1.000 km und weiter weg von diesen Geschehen in Syrien wähnen. Nach CIA-Info soll es derzeit noch so an die 15.000 IS-Kämpfer auf syrischem Territorium geben.
Zur Mitte des Monats August 18 wurde gemeldet, dass Artillerie und Raketen von Seiten des Regimes südlich von Idlib abgefeuert wurden. Bekanntlich steht dort ja vielleicht noch immer die so genannte Großoffensive aus – wir werden es bereits in ein paar Tagen wissen, ob sie schon begonnen hat. Das zuvor Gesagte, also die paar abgefeuerten Raketen etc., darf dann wohl als Art psychologisch erster Schlag gewertet werden, als Vorgeplänkel, den/welches das Regime vorsorglich schon mal ‚inszenieren‘ lässt. Fassbomben sollen Tage danach in einer Ortschaft namens at-Timani’a ‚runtergepurzelt‘ sein (Idlib). Der Bild-Journalist Röpcke berichtet, es gebe in Idlib ungefähr eine Million Kinder. Die ersten hätten Assad und die Russen bereits begonnen zu killen. Kinder machten 30% der Bevölkerung vor Ort aus.
Ob sich die Türkei gegen die sich aufbauende Großoffensive in Idlib stellen wird, ist eher nicht zu erwarten, weil Russland dabei ja dicke im ‚Spiel‘ ist/sein dürfte. Wenn die Leute aus Idlib flüchten, dann wird es wohl in Richtung Türkei sein – auch wenn die ihre Grenzen eventuell geschlossen hält.
Letztere ist derzeit sehr angeschlagen, finanziell und überhaupt! Die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, Sergej Lawrow, der russische Außenminister, habe bei einer Pressekonferenz wissen lassen, dass die Deeskalationsvereinbarung für Idlib „Terroristen“ nicht einschließe. Assad könne daher Terroristen in ganz Syrien jagen, so Lawrow.
Aber: Wer ist alles ein Terrorist in einem Land wie Syrien und wann und wie sowie für wie lange?

Geht es noch zynischer?

Um es nochmals vor Augen zu führen, über wen hier vor allem geschrieben wird – und wie mies und verlogen der Westen vor diesem Hintergrund dasteht, der voraussichtlich auch noch das böse Spiel mitzuspielen gedenkt, nämlich, die Normalisierung der Beziehungen zu einem Regime namens Assad in Syrien.
Also: 2017 endeten um die 100.000 Menschen, das wurde vom Regime höchstpersönlich bekanntgegeben kürzlich, in den Kerkern der Assads – wir alle ahnen bei den meisten wie sie ihr Leben ließen. Eine spezifische Todesursache wurde meist nicht angegeben, obgleich woanders (wie auch hier) vermeldet wurde, dass „Herzversagen“ usw. meistens angegeben worden sein soll.
Eigentlich auch egal, ob Herzversagen oder Lungenembolie, wenn die Haftumstände vorrangig die Todesursache sind/sein dürften (Folter).

Andernorts auf ‚syrischem‘ Terrain passiert ungefähr so ein ähnlicher Wahnsinn wie der eben geschilderte. Diesmal muss der Blick dazu nur in den Norden des Landes etwas genauer gerichtet werden, denn dort wurde in der Stadt Afrin begonnen, wie hier bereits berichtet wurde, weitere Plätze in dieser mehrheitlich kurdisch besiedelten Stadt umzubenennen. Jetzt gibt es in Afrin ENDLICH einen „Recep Tayyip Erdoğan-Platz“. Früher hieß dieser Ort „Narus“. Drei weitere Straßen wurden des Weiteren umbenannt, und weil es nicht reicht offenbar, heißt eine dieser Straßen nun „Erdoğan-Straße“, eine weitere soll den Namen „Olivenzweig“ erhalten haben. Wie Sie erinnern, verehrte Leser, heißt eine der Offensiven der Türkei in Syrien so, „Zeytun Dalı“. Die andere heißt martialisch „Euphrat Abschirmung“ (fırat kalkanı).

Erdogan am 12. August 2018:
„Die Türkische Republik wird neue Gebiete in Syrien befreien. Unsere Erneuerungsarbeiten in Manbitsch und die Wiederansiedlung seiner ursprünglichen Bewohner wird weiterverfolgt! Militärische, wie auch diplomatische Unterfangen in Idlib werden beschleunigt, damit eine Katastrophe verhindert wird.“

Und noch erfreulicher:

Der syrische Außenminister, Herr Walid al- Mou’allem, hatte etwa Mitte August 2018 den tschechischen Außenminister Jan Hamacek zu Besuch – bilaterale Gespräche und so. Nebenbei hat Letzterer offenbar erwirkt, dass 2 Menschen, darunter ein Deutscher, freigelassen wurden. Sie waren nahe der Grenze (Irak-Syrien) wegen unerlaubtem Grenzübertritt vor Monaten bereits in syrische Haft gelangt. Leider konnte der Name des Deutschen unsererseits noch nicht ermittelt werden – oder was ihn in jene Region führte.
Dank dieser Freilassung, wer weiß, darf das Regime vielleicht weiterhin und insgeheim via der Spezialeinheit „Tiger-Kräfte“, die bekannt ist für Enthauptungen und Massaker etc., Handel mit dem IS treiben – und alle tun brav so, als würde es niemand mitkriegen. Dieser Handel umfasst unter anderem auch den mit Frauen, mit Rauschgift und Gütern, die geplündert wurden etc.

 

Doch ganz rund scheint es für das Assad-Regime im ‚eigenen‘ Land dann dennoch nicht zu laufen. So musste es die Kontrolle am Übergang bei Morek, Provinz Hama, räumen, da die Russen offensichtlich dafür mehr Verwendung haben – oder so. Ein Militärexperte namens Navvar Saban soll geschrieben haben, die Iraner seien über den eben genannten Vorfall äußerst verärgert worden. Ein weiterer Übergang in der Region Hama sei indes geschlossen worden, nämlich jener bei Qalaat al-Madiq.
Ungefähr genau so forsch wie die Russen vorgehen, scheint auch der stellvertretende Außenminister des Assad-Regimes, Herr Faisal Mekdad, so in etwa unterwegs zu sein. Der stellt sich hin und sagt, die Sanktionen der Europäer gegen sein Land sind auf der Stelle aufzugeben! Schließlich bemühe sich Damaskus, Geflüchtete zurück ins Land zu holen (in die Mausefalle, wie gesagt). Hilfe sei willkommen aus dem Ausland, allerdings ohne Bedingungen. Angeblich hätte man 250 Krankenhäuser wiederaufgebaut und 5.000 Schulen wiedereröffnet. 3,5 Millionen Syrer seien bereits in ihre Häuser zurückgekehrt. Ein Ende des Embargos von Seiten der Europäer würde die Wirtschaft ankurbeln; und dann wäre eigentlich alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen – oder so ähnlich, ließ auch Hussein Machluf, der Minister für Öffentliche Verwaltung Syriens wissen.
Wir befürchten gemeinsam mit Charles Lister, der als Nahostexperte firmiert, dass die Aufhebung der Sanktionen lediglich die Massenmordstrategie des Regimes anzukurbeln hilft. Die „Vernichtungspolitik gegen die syrische Bevölkerung“ würde eine intensivierte Fortsetzung erfahren.

 

Hurra, freuen Sie sich auch einmal all dies hier lesend, denn die Ahrar Hayan Brigade wurde im Norden Syriens gegründet, genauer in Aleppo. Das ist ein Zusammenschluss vieler böser Jungs, wie der „Gaisch al-Ahrar“ mit „Suqor asch-Scham“ mit „Tadschamu Dimaschq“ mit „Ahrar asch-Scham“ und mit „Nur Eldin Zenki“. Falls jemand vergessen wurde, bitten wir, deshalb nicht gleich Feuer auf uns zu richten.
„Die Türkei versucht schon seit Monaten, die Rebellen in Idlib, Hama und im Süden und Westen von Aleppo zu vereinen“, meinte Elizabeth Tsurkov, eine israelische Syrienkennerin in der Qassioun News.

Syrien Aug-Sept 1

Noch zwei-drei Vorbemerkungen. Wie auch zum Norden von Zypern gibt es zu Syrien nichts und dann aber auch wieder sehr viel zu sagen.

Sie sehen: man muss sich entscheiden im Leben.

Anstatt andauernd über den Süden Zyperns zu berichten, was zuweilen recht strapaziös werden kann, da sich offensichtlich nichts tut in Sachen Wiedervereinigung der Insel, und da andere Themen hinter diesem Thema irgendwie verblassen in der südzyprischen Politik, wird es als erforderlich erachtet, sich eben anstatt mal mit Nordzypern, Syrien, der Türkei und wahrscheinlich auch schon bald mal etwas eingehender mit den Dingen zu beschäftigen, die sich im Libanon zusammenbrauen.
Letztlich geht es selbstverständlich darum, wie könnte es bei einer Webseite mit diesem Namen anders sein, Zypern als Ganzes in den Vordergrund auf diese Art und Weise zu rücken, indem – längst nicht alle – wichtigsten Akteure oder ‚Spielwiesen‘ gewisser Akteure mal eingehender als sonst beleuchtet werden.

Nun, auf-auf zur scheinbar unendlichen Geschichte mit von uns ganz spezifisch ausgesuchten Details, die nur einen Bruchteil dessen abdecken können, was von statten geht, aber dies wiederum bemüht darum, auf unsere Weise Syrien zu beleuchten und verständlicher zu machen.
Ganz auf der Höhe der Zeit ist dieser Artikel hier (noch) nicht. Er hinkt ungefähr 3 Wochen hinter her. In der Folge werden weitere Artikel folgen den Monat September hindurch, um Ihnen sodann und vorerst das oben Angesagte zu Syrien für den Zeitraum August-September 2018 zu liefern; sodass Sie also bis Ende Monat auf den aktuellsten Stand gebracht sein werden:
Syrien!
Auf unserer Webseite (bei Facebook) kann ein hochinteressantes Interview gefunden werden von Herrn Heintz zum Thema. Es wird allerdings auf Englisch geführt, und hier scheint niemand in Stimmung, sorry, Ihnen das wirklich sehr informative, ja wichtige Interview, übersetzen zu wollen – sollten Sie einer solchen sprachlichen Transferleistung überhaupt bedürfen.

Nach 11 Tagen Kampf hat das Assad-Regime anscheinend das im Südwesten Syriens gelegene Yarmouk-Tal der IS abgekämpft. Interessant ist in letzter Zeit das folgende Detail, welches vermehrt bei solch gearteten Aktionen des Regimes zu vernehmen ist, nämlich, dass zur Wiederinanspruchnahme eines Gebietes oder einer Stadt seitens des Regimes ehemalige Rebellen sozusagen als Kanonenfutter und/oder Frontschweine eingesetzt wurden und werden.
Anscheinend wurde in der Stadt Sweida freies Geleit gewährt, sodass 400 IS-Kämpfer plus Familien das Weite suchen konnten. Auch entließen die Schergen Assads angeblich an die 100 Gefangene Krieger Allahs (IS), damit verschleppte Drusen im Gegenzug freikamen. Es soll sich bei Letzteren um Zivilisten handeln. Das angesprochene Unternehmen über die Bühne zu bringen, erwies sich jedoch als schwer durchführbar, da die IS neue Bedingungen gestellt haben soll – die wohl auch sehr gut weiß, dass sich das Assad-Regime eh nur sehr dürftig an Abmachungen hält. Dazu etwas später mehr.
Inzwischen warten wir geradezu auf die sogenannte Großoffensive seitens des Regimes auf die Stadt Idlib unweit der türkischen Grenze. Und Gerüchte, dass Assads Regime schon seit Längerem mit der IS bestens kooperiert, bewahrheiten sich nach Angaben gewisser Quellen mehr und mehr – verquerer Weise könnte man sagen oder: mit allen Wassern gewaschen.
Der russische Sondergesandte für Syrien sagte vor nicht allzu langer Zeit, so etwas würde es in Idlib nicht geben, nämlich eine Großoffensive. Keine Ahnung, wessen Sondergesandter er ist, wenn er das Offensichtlichste, sozusagen, noch nicht mal mitbekommt.
Die Russen quatschen des Weiteren recht verlogen davon, die moderate syrische Opposition müsse ausgerechnet mit der Türkei zusammenarbeiten. Den Russen geht es angeblich vorrangig darum, Angriffe der sogenannten HTS-Milizen (Hayat Tahrir asch-Scham) auf ihre Luftwaffenbasis in Hmeimin nahe der Hafenstadt Latakia derart abzumurksen. Derjenige, den die Russen unterstützen, nämlich Baschar al-Assad selbst, sagte bei seinem Aufenthalt in Sotchi vor nicht allzu langer Zeit, um es nochmals in Erinnerung zu bringen, es werde sehr wohl zu einer Großoffensive auf Idlib kommen.
Baschar al-Assad will ja bekanntlich die Kontrolle über Gesamtsyrien zurück.
Nun, das ist Ansichtssache. Also genauer: Ansichtssache ist, was denn wohl „die Kontrolle über Gesamtsyrien“ nach einer etwaigen Beendung des Konflikts konkret bedeuten wird. Nicht wenige Beobachter gehen davon aus, dass Syrien einfach zu verlockend ist von der Lage her für Russland, wie auch für China, um die sich anbietende Chance wegen europäischer Bedenken oder Versprechen zu verpassen, die Chance, also, hier ein Standbein für längere Zeit zu errichten. Auch die USA werden das nicht mehr verhindern können, wird angenommen.
Und zwar auch deswegen:
Bekanntlich wird Ostafrika immer wichtiger in allen erdenklichen Bereichen – eigentlich Afrika als Ganzes. Und allein aus dieser Sicht macht ein Bein auf oder in Syrien zu haben für die beiden Genannten Großmächte Sinn, auch, um den besten Verbündeten der USA noch besser zukünftig checken zu können: Israel.
Insofern, und wenn alles gut läuft, müssten Syrer zukünftig halt mit russisch-chinesischer Dominanz leben, die aber sehr wohl zu neuer Prosperität und Sicherheit führen könnte. Auch würden auf mittlere Frist gewisse Ambitionen der türkischen und iranischen Nachbarn besser geortet und gemanaged werden können, wäre zu hoffen. Die EU plus die USA haben ihre Chance vor Ort jedenfalls unübersehbar vergeigt. Und viele, wenn sie an Putins Stelle wären, plädieren dafür, die beiden Letzteren, zwar zum Aufbau des Landes heranzuziehen, wie es die Russen ja ganz öffentlich und laut neuerdings vorschlagen, ja fordern, doch sollte die Wiederaufbauhilfe des Westens dann so geschehen, dass dieser für nicht-absehbare Zeit nicht wieder etwas und wirklich zu sagen hat in Syrien. Dass dem Westen keine Möglichkeit gegeben oder eröffnet wird, dort nochmals Unglück, Leid, Hass und Arroganz (mit kolonialem Flair) walten und auch anpflanzen zu lassen.
Russen und Chinesen kann durchaus (noch) zugetraut werden, die Bedürfnisse der Leute und vordringlich der Region besser im Auge zu behalten, finden nicht wenige, zumal sie aus den Fehlern ihrer westlichen Vorgänger gelernt und verstanden haben könnten, dass Schutzherrschaft und Dominanz über oder in einer Region sehr wohl auch Rückwirkungen hat auf das, was – verkürzt gesagt – in Moskau und Peking zukünftig abgehen wird, wie man sagt. Und all dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Russen und Chinesen selbstverständlich ihren Schnitt dennoch machen werden und wollen.
Ergänzend dazu, was der UN-Botschafter Syriens, Herr Jafaari sagte:
„Eine Präsenz türkischer Truppen wird auch zukünftig nicht akzeptiert!“

In den Medien des deutschsprachigen Raums scheint die folgende Nachricht etwas untergegangen zu sein. Sie ist auch vorrangig deswegen nennenswert, da die First Lady Syriens, die Asma al-Assad („Lady Macbeth“), sich einen Brustkrebs ‚eingefangen‘ hat. Bilder von ihr im Krankenhaus mit allem Drum-und-Dran (Schläuche, Kanülen etc.) sind im Netz zu sehen. Viele Kommentatoren sind zwar nicht unbedingt erfreut über ihr Schicksal, doch scheinen sie es durchaus gerecht zu finden, dass auch endlich mal eine von dort OBEN das Schicksal vieler im Dreck, mit Krankheit und in Armut lebenden Syrer hautnah miterleben ‚darf‘.
Die Krankheit seiner Frau hält Baschar selbstverständlich nicht davon ab, auf demokratisch zu machen. Angeblich hätten sich bereits 35.000 Kandidaten für das, was im heutigen Syrien Kommunalwahlen genannt wird, eingeschrieben. Zuletzt kam so etwas im Jahr 2011 vor, und wenn alles einigermaßen glatt verläuft, dann kann der vermeintliche Alleinherrscher in Syrien, Assad, im September die Kandidaten wählen lassen, die er wahrscheinlich eh von seinen Leuten zur Genüge vorher aussieben ließ. 18.478 Sitze in Gemeinderäten müssen angeblich besetzt werden.
Diese Zahl erscheint recht hoch vor dem Hintergrund, dass viele Syrer geflüchtet sind, in Gefängnissen im wahrsten Sinne des Wortes schmoren oder aber zu Tode gefoltert wurden – elend verrecken (mussten), weil eine medizinische Versorgung außerhalb der Folterkammern und/oder Knäste meistens nur gewissen Apparat-Schicks zukommt, und zwar vermutlich rechtzeitig.
Wie dem auch sei: Vorsitzender der Hohen Wahlkommission wird Herr Suleiman al-Kaed sein. Fehlt eigentlich nur noch, was uns hier wenig verwundern würde, würde Herr al-Kaed auch die Todesurkunden ausgestellt haben, im Nebenjob sozusagen, die die Angehörigen von einigen Tausend Häftlingen ereilten oder erreichten. Komischerweise hatten viele auf den Totenscheinen als Todesursache zu lesen: „Herzversagen“ und dergleichen. Sarkastischer geht es kaum noch. Perfide! An die 50.000 derartiger Scheine wurden allein 2017 ausgestellt.
Es würde wohl manch einen wenig wundern, wenn aus den Assad-Kerkern heraus ein Organhandel betrieben wird. Wer Gefangene in derart großer Anzahl abmurkst, der hat gewiss auch Verwendung für Teile ihres Körpers? Wir werden sehen, was da noch alles an die Oberfläche geschwemmt wird in Sachen Wahrheiten eines bizarren, industriell getätigten Geschäfts – oder ähnlich.


Ja, manch einer hat wohl insgeheim Sympathien für jene Menschen, die sich Kurden nennen. Die ewig Unterdrückten, die ewigen Verlierer usw. Und es ist wahr, dass diese Volksgruppe in ihren Kämpfen oder Kriegen unter sich und mit ihren Besatzern schon viele Schulterschlüsse durchlebt hat. Wahrscheinlich war man inzwischen und im Laufe der Zeit schon mit allen am dortigen Konflikt – der Kurdenfrage – Beteiligten irgendwann mal polit-strategisch ‚im Bett‘.
Und so verwundert uns wenig, dass an der zuvor bezeichneten Südfront nahe Israels als Helfer des Regimes plötzlich kurdische YPG-Kräfte im Einsatz sind, und zwar mit dem assadschen Auftrag: „säubern!“
Angeblich verhandelt diese kurdische Miliz seit dem 27. Juli 2018 mit dem vermeintlichen Alleinherrscher von Damaskus. Offiziell verhandle man Versorgungsquellen, was auch immer damit genau gemeint ist. Hier kann man sich darunter durchaus vorstellen, dass nicht nur Nahrung, sondern auch das Aufteilen gemachter Kriegsbeute, von Geraubtem und Geplündertem etc. darunterfällt. Und NATÜRLICH versuchen die Kurden, ihre künftige Rolle im neu entstehenden Syrien möglichst positiv für sich zu justieren; und daher auch ihr strategisches Umschwenken hin zu ihrem eigentlich größten Feind: Baschar, der Unverzeihliche.
Wer dort unten, also in Syrien und Umgebung, nicht lebt oder sich länger aufhielt, kann dieses Verhalten der Kurden wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen. Wir bleiben aber dennoch dabei zu behaupten, dass diese strategischen Anpassungen der Kurden im Lauf der Zeit ihnen zwar das Überleben – mal besser, mal schlechter – sichern konnte, aber zu einem eigenen Staat, den sie ja angeblich unbedingt haben wollen, reicht/e diese Strategie offensichtlich nicht – ja, nie – aus.
Nun ungefähr da, wo die Kurden beim ‚Saubermachen‘ aushalfen, wie oben berichtet, dort so in etwa verläuft ja nun neuerdings wieder so etwas wie eine „Waffenstillstandslinie“, die sich die Russen und die Israelis dort ausgedacht haben. Weil dort sind die Golanhöhen u.a. Und wenn es um dieses von Seiten Israels geraubtes Gebiet geht, dann versteht jeder, dass nun jedweder ‚Spaß‘ aber endgültig vorbei sein muss!
Wahrscheinlich gibt es nicht wenige unter uns, die einsehen, dass dieses Gebiet für Syrer als Heimat vorerst verloren ist. Verwunderlich wäre allerdings nicht, wenn Russland im Verbund mit China, oder aber alleine, sich zu Israel auf diese Höhen gesellt. Erste Schritte Moskaus in diese Richtung können von einigen Beobachtern durchaus bereits abgelesen werden aus dem Bewegungsprofil Moskaus vor Ort.
Das wäre dann so etwas wie Rache Assads und vieler Syrer durch die russische Hintertür!
Noch spricht Moskau allerdings davon, es verspreche Israel, dass syrische Regimegruppen die Waffenstillstandslinie von 1974 nicht überschreiten werden. Bekanntlich sorgt sich Tel Aviv, dass iranische Truppen und andere muslimische Nicht-Syrer, die für Assad den Kopf hinhalten gehen oder hinhalten müssen, zu nahe an das besetzte Gebiet, überhaupt, zu nah an Israel herankommen – dauerhaft.
Um zuletzt Gesagtes etwas biblisch klingend zu umschreiben oder zu verbildlichen:
Wer lange Finger macht, darf mittelfristig noch K/kraftvollere/s erwarten!

Weiter oben war der Verweis darauf, dass wir zu einem Thema nochmals zurückkommen werden bezüglich Assad und den Verlass auf ihn. Kann gut sein, dass Sie in den hiesigen Medien nichts darüber vernehmen konnten, nämlich, dass das syrische Regime inzwischen so etwas wie eine „Versöhnung“ lanciert/e. Nach dem Motto: Du hast zwar etwas (nicht allzu) Böses getan, doch ich, dein Herrscher und Halbgott Assad, ich kann dir armen Sünder meiner Großmut wegen verzeihen, wenn du dich zukünftig brav einreihst – also in etwa so einreihst, wie man sich bei Adolf oder in Nordkorea einzuordnen hat/te.
Viele Syrer lassen sich auf das Ding ein. Auch wenn sogar von sogenannten Fachleuten davon abgeraten wird. Einer dieser Gutgläubigen ist ein Herzchirurg gewesen. Ein recht guter soll er gewesen sein, der sogar mal für Assad unterwegs war, wie man sagt, dann aber die Fronten wechselte – aus welchem Grunde auch immer. Nun, da er in Ost-Ghouta praktiziert haben soll, ist eigentlich der Grund schon benannt: Wahrscheinlich hat er zu viel Unmenschliches gesehen vonseiten des Regimes verursacht, welches nahezu unendlich an seinem Arbeitsplatz ‚Zwischenstation‘ machte. Ja, dieser Chirurg hatte auch Verletzte versorgt.
Aufgrund des sogenannten „Versöhnungsabkommen“ stellte sich der genannte Arzt den Assad-Behörden freiwillig zusammen mit weiteren ungefähr 100.000 Menschen. Russland hat den Korridor, der ihnen dafür geschaffen worden war, entsprechend als „sicher“ deklariert. Herr Dr. Moataz Hittani lebte danach monatelang in einem Auffanglager des Roten Halbmondes. Und dann scheint der Luftwaffengeheimdienst des Regimes ihm einen Besuch gemacht zu haben. Man hat den Doktor wohl verschleppt. Er ward nie wiedergesehen, lebendig. Wahrscheinlich wurde auch er – nachträglich, und das bedeutet wohl aus Rache Assads und/oder seiner Schergen – hingerichtet.
Kurz: Die vermeintliche Versöhnung, die Baschar al-Assad Heimkehrern anbietet, ist eine tödliche Mausefalle. Frau Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung meinte in diesem Zusammenhang: Daher war es wichtig, die Weißhelme dort rauszuholen, sonst hätten sie dasselbe Schicksal erlitten.

Es wäre eine Überraschung, würde ein Teil oder Körper der UN namens „UNFICYP“ seinen Aufenthalt auf Zypern nicht wieder verlängert bekommen.
Dass eine Verlängerung ansteht, gefällt vielen Türkischzyprern nicht – vielleicht ist sie sogar schon durch. Denn diese Verlängerungen passieren bekanntlich seit Jahren und dies irgendwie automatisch. Diesen Eindruck hat so mancher Beobachter dieser Angelegenheit über die Jahre gewonnen. Als markierte die UNFICYP geradezu den herrschenden Status einer „Nicht-Lösung“ des Zypernproblems – absichtlich.
Der Republik Zypern verleiht der Aufenthalt der UNFICYP auch so etwas wie eine Ausrede, als sei eine Art Friedenstruppe noch von Nöten, als sorgte ausgerechnet diese Einheit der UN für Stabilität auf Zypern, wie auch in der Region. Südzyprer nutzen den Verbleib der UNFICYP auch, um künstlich Agenda‘s zu kreieren – also um sich hin und wieder mit einem vermeintlichen ‚Thema‘ von Belang ins Licht des internationalen Interesses, genauer, der Internationalen Gemeinschaft zu spielen.
Ganz von der Hand zu weisen, sind all diese Beobachtungen nun wirklich nicht, wenn man sich die letzten 10 oder 20 Jahre süd-zyprischer Politik ansieht. Ja, es fällt nicht leicht, in diesem speziellen Fall von Außen- beziehungsweise Innenpolitik zu sprechen, daher wird weiter oben einfach von „süd-zyprischer Politik“ geschrieben.
Zwar hat die EU Gesamtzypern sich als Vollmitglied auf den Plan gesetzt, doch wird vonseiten Brüssels viel zu wenig getan, um die Südzyprer zur Vernunft zu bringen. Offenbar ist Letzteres so auch nicht gewünscht – noch nicht. Andererseits sind die Nordzyprer zwar in der EU, irgendwie und wie geschildert, nämlich, eher von oben herab und auserkorenermaßen; doch vorrangig und vor allem ist Nord-Nikosia an die Türkei gebunden, was vielen Nord- und Südzyprern gar nicht so ungelegen kommt. Kann man so doch von beiden Seiten sowie dem undefinierten, diplomatischen LOCH, was sich auf Grund der verzwickten politischen Situation daraus ergibt, profitieren – und wahrscheinlich auch noch von weiteren interessierten Staaten oder Organisationen kann Gewinn eingefahren werden, die sich diese (durchlöcherte) geo-politische Insellage auch gern zu Nutzen machen. Ja, es wären da auch Verluste. Das stimmt. Doch dann wäre da auch noch so etwas wie die Ehre, die Ehre ein Türke oder aber eben Grieche zu sein – jeweils in der zyprischen Ausgabe, versteht sich.
Um nochmals kurz auf die UNFICYP zurückzukommen: Der Regierungssprecher des Südens meinte vor Kurzem, womit er dort damit ganz gewiss nicht alleine ist: „So lange türkische Truppen sich auf der Insel befinden, muss die UNFICYP anwesend sein!“
Im Norden erinnert Vize-Premierminister Kudret Özersay in diesem Kontext daran, dass die UN-Friedenstruppen bereits seit 1964 ihren Dienst auf der Insel versehen. Das ist nun wahrlich eine lange Anwesenheit und hat schon ein bisschen das Beigeschmäckle von einer weiteren, nunmehr international verordneten Besatzung Zyperns, finden nicht wenige.
Wird der Süden überhaupt von Zyprern regiert?
Gute Frage, was?
Angeblich ja!
Sagen wir besser: ja, dem ist so, aber gewiss mit Absprachen in Brüssel, Washington, Moskau und demnächst wohl auch in Peking, wird im Süden der Insel regiert. Eine wunderbar einfache Welt, in der wir leben, stimmt’s? Warum ES einfach gestalten, wenn die Dinge auch kompliziert werden können, sodass jeder, der genügend Macht und Einfluss hat, dann auch besser sein Süppchen vor Ort kochen kann, nach Belieben möglichst.
Für Herrn Özersay ist jedenfalls klar, dass gewisse Zirkel innerhalb der Internationalen Gemeinschaft ganz gehörig daran interessiert sind, den so genannten „Status Quo“ auf Zypern zu halten. Vielleicht wissen einige Staaten einfach seit Jahrzehnten, wird vermutet, dass da irgendwo vor Zypern noch einiges Geld in Form von Erdöl oder Erdgas gemacht werden kann. Vielleicht haben auch Sie bereits darüber gelesen, verehrte Leser, dass Pläne bestehen, den Nahen und Mittleren Osten zukünftig neu zu vermessen, also einzuteilen usw.
Sollte es demnächst im Iran rundgehen, wie man sagt, scheint sich zuvor Gesagtes eventuell zu bewahrheiten. Noch ist es nicht so weit. Noch könnte eine Lösung nicht nur in Sachen Iran gefunden werden. Noch ist Trump bei den Wahlen zur mittleren Amtszeit nicht vom Eis wie die besagte Kuh. Die Rede ist aber bereits von Disziplinarverfahren, die ihm angehängt würden, wenn er sein präsidiales Amt verlieren sollte – um im Bild zu bleiben, die juristische Schlachtbank.
Letzteres könnte teuer werden, vielleicht genau so in etwa, wie der Aufenthalt der UNFICYP seit Jahren auf Zypern. Dieser Aufenthalt ist richtig teuer, zumindest aus hiesiger Perspektive, wahrscheinlich nicht aus jener einer Großbank oder eines multinationalen Konzerns.
Özersay: Diese Organisation, die UNFICYP, ist inzwischen nicht mehr und nicht weniger als ein Briefträger zwischen Nord- und Südzypern. Und Özersay weiter: Was im Lauf der Zeit die Südzyprer dazu anstachelt, sich noch mehr von den Positionen der Nordzyprer zu entfernen, waren und sind deren unrechtmäßiger EU-Beitritt, die Erdgas-Funde sowie der neuerdings sich vollziehende Schulterschluss mit Israel.
Vor diesem Hintergrund wird gemunkelt, dass die THY, die Türkish Airlines, schon demnächst sich darauf einlassen könnte, wieder eine Art staatliche Airline für Nordzypern aus der Taufe zu heben. Auffallend ist in diesem Zusammenhang jedenfalls, dass im Juli 2018 die Rate der Flüge aus der Türkei nach Nordzypern nochmals erhöht wurde, werden musste. Es scheint also ein wirklicher Bedarf zu bestehen.
Die Pegasus Airlines mag ihre Passagiere von Ercan nach London und umgekehrt nicht mehr unnötiger Weise auf einem Flughafen in der Türkei umsteigen lassen, um dann in den Norden oder eben nach London weiter zu fliegen. Vielmehr werden die Fluggäste zukünftig in ihren Sitzen verbleiben, verwundert dreinschauen, dass die Maschine kurz landete, um dann weiter zu fliegen. Wir sind gespannt, ob die Pegasus damit durchkommen wird! Es wird vonseiten der Pegasus argumentiert, dass das Direkt-Anflugsverbot Nordzyperns so zur Genüge beachtet werde.
Aus unserer Sicht wird erwartet, dass das Verbot, den Flughafen von Ercan in Norden Zypern direkt aus Europa oder von sonst wo in der Welt anzufliegen, ebenfalls demnächst von irgendjemand gebrochen werden dürfte. Womöglich passiert das nach oder kurz vor den sogenannten „mid-term-elections in den USA, deren Resultat ja mit Spannung erwartet wird – vor allem in China.
Wir berichteten bereits, dass China sich in Syrien langsam und ganz leise einrichtet. Es gibt vor, aufständische, genauer, terroristische Chinesen aus den chinesischen West-Provinzen, die in Syrien als islamistische Kämpfer unterwegs sind, davon abzuhalten, zurück nach China zu kehren etc.

Nun, einen ‚Vorteil‘ könnte es eventuell haben, wenn Ercan von überallher angeflogen werden kann. Die über 4.000 gezählten Bau-Ruinen, die es im Norden zu ‚besichtigen‘ gibt, könnten dann endlich ein Bau-Ende erfahren, weil, was sonst, dann ja mehr GELD zu verdienen anstünde. In den letzten 5 Jahren sollen im Norden 11.301 Gebäude erbaut worden sein, inklusive Fabrikgebäuden. 2017 war für die Baubranche ein gutes Jahr, wird berichtet. 2779 Gebäude wurden errichtet.
Im Norden wird zwar der Türkischen Lira-Krise wegen geklagt und gejammert, doch gibt es auch dort einige Personen, die keine Geldschwierigkeiten haben deswegen – im Gegenteil. Die Bau-Ruinen finden gewiss zur ‚richtigen‘ Zeit ihren ‚richtigen‘ Bauherrn – oder frau.
Bis dahin wird die erweiterte Stromversorgung aus der Türkei stehen. Davon darf ausgegangen werden, wenn in der Türkei nicht eine Anti-AKP_Erdogan-Revolte oder dergleichen ausbricht. Premierminister Erhürman aus dem Norden Mitte Juli 2018 dazu: „Wir sind nicht gegen Strom aus der Türkei!“ Versteht sich, dass Herr Erhürman Selbiges dienstbeflissenermaßen auch seinem Beschützer seit 1974 sagte, also dem Herrn Erdogan, respektive der Türkei, als dieser zu der kürzesten Visite, die ein türkischer Staatsmann im Norden Zyperns jemals vollführt hat, angetreten war.
Allerdings ist offenbar noch immer nicht klar, was solch Stromversorgung aus der Türkei denn nun effektiv kosten wird. Die damit beauftragte Firma aus der Türkei hat anscheinend zu vage Auskünfte erteilt und dies ausgerechnet bei dieser Frage. So musste also nachgehakt werden vonseiten Nordzyperns Regierenden. Es war noch nicht einmal angegeben worden, ob das zu verlegende Kabel 400 oder 800 MW transportieren wird. Versprochen wurde, bezüglich gewisser fehlender Punkte nachzubessern. Özdil Nami, der Wirtschafts- und Energieminister des Nordens, spricht von angeblich 500 Millionen US-$, die das Kabel und seine Verlegung kosten dürften; doch auch er kann keine Angaben darüber machen, ob das Kabel nun AC (alternative energy) oder DC (direct current) sein wird. „Die Elektrizitätsbehörde, KIB-TEK, erlitt eh einen recht schädlichen Verlust von 66 Millionen Türkischen Lira bislang – und das wird sich auf den Stromrechnungen der Leute bemerkbar machen“, so Nami.
Gemäß Premierminister Erhürman rangiert Nordzypern in der Welt auf Platz 41 von 167 Staaten, die am billigsten Treibstoff anbieten. Außerdem sei die türkische Währung derzeit die größte Herausforderung, die Nordzypern zu bewältigen habe. Die Lebensunterhaltskosten seien auf um die 5,2% seit Anfang des Jahres gestiegen.
Wahrscheinlich wüsste es die türkische Botschafterin im Norden, Frau Derya Kanbaş, wie und wie hoch nun wohl und letztendlich der Strompreis sowie die Kabelverlegung den Leuten im Norden Zyperns zu Buche schlagen werden. Sie ist es auch, die des Weiteren von „rechtlichen Anpassungen spricht, die vorgenommen werden müssten. Damit meint sie, die Polizeibehörden Nordzyperns gehörten in die Lage versetzt, Telefongespräche abzuhören, besser noch, mitzuschneiden.
Wir denken nicht, dass sie sich da allzu große Sorgen machen muss, denn der türkische Geheimdienst MIT erledigt das Abhören und Mitschneiden von Gesprächen gewiss meisterhaft.
Apropos Nachbessern oder Anpassungen: Frau Meryem Özkurt war die erste Frau, die in der Position einer Direktorin für den nord-zyprischen „Bayrak“-Fernseh-/Radiosender arbeitete.
Wenn in diesem Zusammenhang von nachgebessert die Rede ist, so ist das so zu verstehen, dass im Norden – nicht wie sonst meist, auch andernorts – etwa ein Mann diesen begehrenswerten Posten nach einer Frau erobert, so als ob Frau lediglich ein Versuchsballon auf derart exponierter Position war – oder eine, wie auch immer geartete und intendierte sozio-politische Geste nach außen verkörpern durfte temporär -, sondern nein, eine weitere Frau, nämlich Frau Aysu Basri Akter folgt der Zuerstgenannten.
Frau Akter arbeitete unter anderem beim Jugend TV, dem Kanal Sim, bei Kıbrıs FM und TV sowie bei der Kıbrıs Gazetesi. Studiert hat sie an der Doğu Akdeniz Uni des Nordens. Und spannend wäre zu erfahren, was sie denn zu dem angeblichen Mangel an Imamen sagt, der im Norden neuerdings herrsche.
Suleyman Çaker ist der Vorsitzende der Angestellten in religiösen Berufen im Norden Zyperns und er sagt, es habe zuvor 220 Imame gegeben. Davon seien nun aber 19 in Rente gegangen und 40 weitere hätten sich zurück in die Türkei abgemeldet. Lediglich 10 neue Imame konnten bislang eingestellt werden. Und die seien eben kein Ersatz für den erlittenen Verlust. Zur Info: Alle Imame im Norden kommen aus der Türkei. Diesbezüglich besteht ein Abkommen zwischen den beiden türkischen Bruderstaaten.
In gewisser Weise trifft Letzteres auch auf die recht vielen Casinos zu, die im Norden Zyperns meist südzyprische Spieler und andere Zocker aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu Zypern anlocken.
‚Gott sei Dank‘ haben nun auch die Südzyprer ihr Casino, ‚endlich‘! Es läuft angeblich noch provisorisch. Das heißt dann wohl, man kann sein Geld dort provisorisch verlieren, wahrscheinlich aber auch gewinnen. Wie das genau geht, provisorisch zu gewinnen oder zu verlieren? Fragen Sie die orthodoxe Kirche, die solch Zocker-Projekt ja jahrelang verhinderte aus ethischen Gründen oder aber den Präsidenten der Republik, Anastasiadis. Letzterer ist ausgebildeter Anwalt und hat gewiss auch auf diese Frage eine Antwort parat.
Da im Norden jedoch NUR Ausländer spielen oder zocken dürfen, wird von Nordzyprern mit oder aufgrund der Eröffnung eines Casinos im Süden gefordert, das Gesetz, welches ihnen das Spielen in Casinos des Nordens untersagt, zu ändern, weil sonst womöglich Nordzyprer, die ja angeblich wenig Geld haben und daniederliegen finanziell, in den Süden gehen könnten, um ihre hartverdienten Türkischen Lira, Verzeihung, Britischen Pfund, Euro oder US-Dollars etc. im Süden zu verzocken.
Wir gehen hier davon aus, dass die geforderte Gesetzesänderung durchgeht, vor allem, da ja nun offensichtlich auch die zyprische Orthodoxie sich mit solch ‚Sumpf‘ auf der Insel, wo Saulus zu Paulus wurde, ‚anfreunden‘ konnte – hoffentlich nicht selbst daraus finanziell Profit ziehend.

Dann noch dies, und nur, damit Sie mal so ungefähr eine Vorstellung von gewissen Dimensionen erhalten:
Nord-Nikosia hat eine Bevölkerungszahl von ungefähr 61.378. Unsere Schätzungen gehen so weit zu veranschlagen, dass zumindest weitere 20 bis 30.000 nicht-registrierte Menschen diese Stadt mit ausfüllen dürften. Wie dem auch sei: Offiziell wird angegeben, dass es 9.000 Arbeitsplätze gibt, die registriert existieren. Insgesamt sollen im Norden Zyperns 300.000 Menschen leben, und insgesamt 18.000 Arbeitsplätze wurden bei der Behörde angemeldet.
Das vorliegende Zahlenmaterial ist also sehr löchrig. Es dürfte auch wirklich schwer sein, verlässliche Statistiken zu erstellen: im Norden Zyperns mehr als im Süden. Beiden Seiten wird oft unterstellt, dass keine der beiden Administrationen wirklich an exakten Daten interessiert ist, aus den verschiedensten Gründen.
Allerdings stimmt die folgende Nachricht noch, nämlich, dass Frau Gizem Alpman neuerdings den Norden Zyperns in Genf/Schweiz repräsentiert, und zwar bei der UNO.
In dem Beitrag über Nordzypern, der diesem vorausgeht, wurde von Levent Şener berichtet, der als zyprischer Journalist Probleme mit dem Regime in Ankara hat, und zwar wegen dem, was er so schreibt und sagt. Frau Nerin Feri Şefik ist ihres Zeichens Hauptrichterin des höchsten Gerichts im Norden und findet, dass die eröffnete Klage der Republik Türkei gegen den nord-zyprischen Journalisten Şener nicht zur Folge haben könne, dass es zu einer Auslieferung des Journalisten kommt. Eine Übergabe von Bürgern der KKTC, also Nordzyperns, an andere Staaten gebe es nicht! Derviş Akter, ein pensionierter Staatsanwalt aus dem Norden meint dazu, der Journalist Şener könne gar nicht belangt werden, zumal die Afrika-Tageszeitung, für die er schreibt im Norden, in der Türkei gar nicht zirkuliert. Da hat der Herr Akter offensichtlich vergessen oder übersehen, dass wir inzwischen überall Internet haben. Mutlu Yakalı, ein Kolumnist der Yeni Düzen meint hingegen, es gebe ein Protokoll zu sogenannt „juristischer Unterstützung“ zwischen der Türkei und Nordzypern. Und damit könnten Vollstreckungen eines Gerichtsurteils der Türkei durchaus im Norden der Insel erfolgen. Das genannte Protokoll besteht seit dem 01. 11. 1988.

Nicht zu leugnen ist, dass Ankara auch an anderer Stelle einen gewissen Druck ausübt, und zwar beim Erstellen der Lehrpläne in Schulen und an Unis ın Nordzypern – und das, wie zu vernehmen ist, angeblich vermehrt, und zwar in folgende Richtung: weg-von-säkularem-Gedankengut.

Kürzlich schrieb mir ein Kollege, ob wir am Wochenende nicht „zocken“ gehen wollen?
Stellte sich dann heraus, dass er „Tennisspielen“ meinte. Bislang war für mich ein Zocker jemand, der an Automaten hängt oder sich hinter Spielkarten in der Hand versteckt etc.

Der Tourismusminister im Norden Zyperns, Herr Mehmet Ersoy, ist, schau an – schau an, zufällig auch der Besitzer eines Zockerladens, genauer eines Casinos, und zwar im Norden. Waren Sie etwa auch schon dort, im „Voyage Hotel“?
Es handelt sich um 2 Brüder bei den Ersoys, die von der Türkei aus ansonsten ihre Geschäftchen machten und noch immer machen. Mehmet ist auch derjenige der beiden, der seinerzeit 51% der Anteile für die „Turkish Cypriot Airlines“ (KTHY) kaufte (gekauft haben soll).

Wie es auch in der Türkei noch üblich ist, haben die Ersoys weitere Geschwister, Verwandte oder Ehepartner. In diesem Zusammenhang wäre beispielsweise die Nisa Ersoy nennenswert. Diese geschäftstüchtige Dame betreibt nämlich seit 2015 das „Elexus Hotel“ in Nordzypern. Nisa ist die Ehefrau des Bruders von Mehmet, des Murat Ersoys also.
Nisa Ersoy indes ist nicht irgendein Mädchen vom Lande aus unbekannter Familie, sondern sie ist die Tochter des Mahmut Bozkurt. Von dem haben Sie eventuell schon gehört oder gelesen, zumal er einst Abgeordneter der Mutterlandspartei (ANAP) war, die sogar einen Kurden an ihrer Spitze hatte, der aber – das ist seit Jahren – auf eher mysteriöse Weise verstarb, und zwar im Range eines Präsidenten der Republik Türkei. Die Rede ist von Herrn Turgut Özal.
Der Herr Papa der Frau Ersoy ist seines Zeichens auch einer der Gründer der „Iyi Partei“, die bei den Wahlen zum Präsidenten 2018 etwas von sich Reden machte, da diese Partei – entgegen der ANAP-Tradition – auf dem rechten politischen Auge der türkischen Nation auffallend laut auf völkisch macht und machte; und an der Spitze der Iyi ist eine Frau derzeit, die Meral Akşener.

Wie es das Schicksal will, ging die Firma des zuerst genannten Ersoys damals im Juni 2010 (angeblich) Pleite. Man hatte mit der oben genannten nord-zyprischen Airline, der KTHY, anscheinend zu viele Schulden angehäuft, sodass jemand wie die noch immer recht erfolgreich operierende „Atlasjet“ unterstützend einspringen musste – wie edel von ihr.
Wie auch immer die eben genannte Chose gelaufen sein mag, Transparenz sieht transparenter aus. Man weiß also nicht, soll das zuletzt Geäußerte besagen, wie genau die nord-zyprische quasi Staatsairline KTHY zu Atlasjet mutieren konnte und wer da alles seine Händchen mit im Spiel hat.
Letzteres ist ja kein unbekanntes Muster. Solche undurchsichtigen Geschäftchen sind heutzutage ja Gang und Gebe – leider.
So viel weiß man dann aber doch: Tayyıp Erdoğan und Herr Cemil Çiçek (Justizminister, Regierungssprecher, Vize-Ministerpräsident) sollen dafür gesorgt haben, dass der Airline-Deal so wie beschrieben und nicht anders über die Bühne ging.
Herr Çiçek ist jemand aus der APK-Truppe, der als einer der Gründer der derzeitigen Regierungspartei, AKP, der Türkei genannt werden kann.
Wenn die vorliegenden Informationen nicht völlig daneben liegen, ist der Herr Çiçek inzwischen etwas – oder gar total –in Ungnade gefallen bei dem Sultan vom Bosporus/Istanbul und Çankaya/Ankara.
Ja, auch hier warten alle ganz gespannt darauf, am Rande bemerkt, wann der zukünftge Sultan sich offiziell zu ‚Sultan Erdoğan‘ küren lässt. Müsste schon bald sein oder passieren, denn der Jüngste ist der Herr Erdoğan ja nicht mehr.
Und auch Sultane müssen irgendwann abtreten und bei Petrus an die Tür klopfen, und dort um Eintritt bitten. Kann aber sein, dass die Himmelspforten wie von alleine aufgehen bei solch hochrangigen und unbescholtenen Herren und ihren Damen. Wir werden es sehen, hoffentlich nicht schon demnächst!?
Auf Letzteres komme ich, weil das, was auf Erden läuft oder passiert, soll ja im Himmel seine Fortsetzung oder Konsequenzen haben. Und so ist dann auch verständlicher, wird angenommen, dass Gleiche mit Gleichen, wie man sagt, möglichst verkehren. Und daher liegt nahe, dass der Herr Ersoy, wie auch sein Bruder, beste Beziehungen in Regierungskreisen der Türkei unterhielten und unterhalten. Man spricht davon, dass der Kontakt zum jetzigen Parlamentspräsidenten der Türkei, Binali Yıldrım, vorzüglich sein soll. Und letzterer ist ja seit den frühen Anfängen der AKP ein wackerer Mitstreiter des zukünftigen Sultans, wenn es denn je zu solch einem Amt in der (einstigen) säkularen Republik Türkei (wieder) kommen sollte. Es gilt, zugegebenermaßen, noch einige Hürden zu nehmen, um solch einen irdisch-unirdischen Posten einzurichten.

Eine dieser Hürden hat Herr Erdoğan und sein im Entstehen befindliches re-osmanisiertes Regime jedenfalls schon Mal genommen: die Presse/freiheit.
Nicht zu leugnen ist, dass diese genommene Hürde des Regimes in Ankara auch Auswirkungen im Norden Zyperns hat. So hat eine Zeitung namens „Afrika“ dort gerade recht viel Stress mit einigen aufgebrachten Bürgern/türkischen Siedlern zu laufen, die finden, es werde anti-türkisch berichtet und daher müsse diese Zeitung „weg“. Auch anti-islamisch werde berichtet, was verwerflich sei. Schwere Vorwürfe also.
Immerhin: Im Norden soll es noch 20 Tageszeitungen geben, 23 Radiostationen, 12 TV-Stationen, 4 Web-TV’s und über 50 Internet-Zeitungen, zu denen wir uns hier von Zypernundmehr-News selbstverständlich nur indirekt zählen. Dies, weil für uns ist Zypern NATÜRLICH ein gesamtes Etwas. 1 Insel mit einer Trennlinie, die im Grunde keine Trennlinie sein sollte, es vielleicht auch nicht mehr wirklich trennend ist. Die Grenze, die den Norden vom Süden teilt oder zu teilen vorgibt, wird von manchen biologistisch denkenden Zeitgenossen zuweilen in Vergleich gesetzt mit den beiden Herzkammern, die in unseren Brustkästen schlagen.
Wir überlassen es Ihnen, hier angekommen, zu orten, wo denn wohl das venöse oder arterielle Blut in diesem Vergleich und auf der Insel strömt. Jedenfalls scheint das eine Zypern das andere Zypern zu brauchen, um zu existieren. Das ist wohl die Message, die solch Vergleich uns geben soll. Und wahrhaft: Die Trennung nährt und nährte gewisse Kreise recht gut bislang.

Sollten Sie es noch nicht wissen: Die erste türkisch-zyprische Zeitung kam bereits vor 129 Jahren heraus und hieß „Saadet“ (Glück). In der Türkei gibt es derzeit eine Partei mit diesem Namen. Die Mitglieder der Saadet sind etwas oder mehr islamisch angehaucht – der im Jahr 2011 am 30. Juni verstorbene türkische Politiker Necmettin Erbakan lässt dergestalt also noch immer grüßen, und so weiter.
Stets am 11. Juli wird im Norden indes der sogenannte Pressetag gefeiert – jedes Jahr aufs Neue. Und diese Feiern haben nichts mit dem Todestag Erbakans zu tun – jedenfalls noch nicht.
Überhaupt:
Es gibt im Grunde noch so viel aus dem Norden zu berichten, sodass nun, wenn schon die Rede von der Presse ist, wir doch einfach mal bei diesem Thema recht spezifisch verweilen.
Von der „Afrika“-Tageszeitung des Nordens war zuvor bereits die Rede. Da gilt es nun auch noch die „Politis“ aus dem Süden kurz anzuführen. Denn in beiden Blättern schreibt Şener Levent, und zwar auf Griechisch und auf Türkisch, je nach dem – und jedes Mal so, dass es dem Regime in der Türkei wenig gefallen dürfte, was es da zu lesen gibt, aber den Südzyprern, die sich mit dem Gedanken, dass die Türkei DRÜBEN noch immer den Ton angibt, schon.
Herr Şener wurde vor Kurzem ‚eingeladen‘ nach Ankara zu kommen, um eine Aussage vor Gericht zu machen. Er sagte dazu:
„Ich denke gar nicht daran, in dieser Angelegenheit schuldig zu sein. Weil ich unschuldig bin. Ich halte es nicht für erforderlich, dort hinzufliegen. Den Tatvorwurf lehne ich ab!“
Dem nicht genug schrieb Şener in einer seiner Kolumnen, dass der Richter Tacan Reynar, der diejenigen verknackte, die vor nicht allzu langer Zeit die Afrika-Tageszeitung im Norden attackierten, schon seit geraumer Zeit seine Koffer gepackt habe, um fortan in Kanada zu leben. Tacan wird wohl wissen, warum er ausgewandert ist, vermuten wir hier.
Dann darf noch berichtet werden, dass Şener eventuell als unabhängiger Kandidat bei den Europawahlen ins Rennen gehen könnte. Einer Partei mag er sich nicht anschließen, meint er. Wenn er gewählt würde, und das rechtzeitig, wer weiß, vielleicht werden ihn dann die langen „Schwarzen Arme“ (karakol) der türkischen Justiz nicht zu fassen bekommen. Genügend Wirbel dürfte er dann im Europa Parlament aufwirbeln, spekulieren einige, und zwar so lange werden sie das dann wohl tun, wie sich das Gegenteil davon nicht bestätigt hat.

Nun! Sie, verehrte Leser, werden sich gewiss schon gefragt haben: Was hat der Herr Şener denn getan, dass Ankara so sauer auf ihn ist oder sein soll; und gibt etwa keine Kostprobe davon?

„Aus welcher Hölle bist Du in mein Land gekommen, welches nach Zitronen und Jasmin duftet?
Wie?
Hau ab!
Du wirst gehen!
Diese kleine Insel hat viele Könige gesehen und Sultane.
Du wirst gehen!
So wie Du gekommen bist!
Wirst Deine Sprüche, dass Allah der größte ist, sowie Dein Fluchen nehmen und abhauen! …
Wenn Du türkisch bist, ich bin es nicht.
Wenn Du Patriot bist, dann bin ich ein Verräter.
Ich unterhalte eine illegale Organisation, jene mit Jasmin, Zitronen, Nelkenrosen und Eukalyptus. Bin weder EOKA, noch TMT [sind 2 ehemalige süd- und nordzyprische Geheimbünde, die vor 1974 politische Gegner Killen gingen].
Wir sind von oben bis unten bewaffnet. Unsere Waffen sind Blumen. Und mein Füllfederhalter versteht keine Worte. Sogar ich kann ihm nicht eingeben, was er schreiben soll. Und Du denkst, Deine Steine, Dein Geschrei können ihm sagen, was es zu schreiben gilt?
Ihr seid die Feinde!
Ihr seid allem feind, was schön, bezaubernd und richtig ist. Feind der Griechen, weil er Grieche ist. Den Kurden ein Feind, weil er Kurde ist. Feind der Armenier, weil er Armenier ist und Feind der Alewiten, weil er Alewi ist. So seid ihr auch Feind jedes einzelnen Christen, weil er nicht Muslim ist.
Ihr seid unsere Feinde! …
Feind jener, die sagen, sie sind Türkischzyprer und nicht Türken!
Du sagst zu mir: Wenn es Dir nicht passt, geh und leb drüben im Süden!
Du bist damit noch nicht mal komisch. Bringst mich aber doch zum Lachen … Blödmann … .
Hat mein Land etwa einen Norden oder Süden? Das ganze Land ist meines, Norden und Süden gleichermaßen. So auch der Westen und der Osten. Ich kann leben, wo ich mag … .
Was auch immer Du tun wirst, Du wirst nicht im Stande sein, schneller als eine Taube zu fliegen.
Ich wünschte, ich könnte Dich lieben. Doch Du bist nicht liebenswert.
Aus welcher Hölle bist Du in mein Land gekommen, welches nach Limonen und Jasmin duftet?
Hau ab, geh!
Du wirst gehen!
So wie Du gekommen bist!“

Vielleicht haben Sie ja dasselbe Problem wie ich, wenn Sie den Namen des Präsidenten der Türkei schreiben wollen oder sollen, sich aber irgendwie nicht merken können, wie die beiden Vornamen geschrieben werden, nämlich mit „b“ oder mit „p“?
Hier ihre Gedächtnisstütze, die Eselsbrücke, wie man sagt, also:
Weil über dem „g“ des Familiennamens „Erdoğan“ ein Zeichen steht, das aussieht wie ein Falke, der über etwas fliegt, können die beiden Vornamen nur ein nach unten weisendes „p“ haben und kein „b“, weil sonst hätte der Falke – Erdoğan bedeutet übersetzt Falke – kein gutes Jagdgebiet.
Oder aber Sie merken es sich so:
Wir erinnern, dass „Recep Tayyip“ wie die beiden p’s nach unten geht oder führt oder so geschrieben wird; weil der Erdoğan im Gegensatz dazu wie ein Falke über dem Unteren fliegt, das ist über den p’s, und sie derart in Schach hält oder aber bejagt.

Turgay Deniz, Vorsitzender der „Türkisch Zypriotischen Handelskammer“, sagte, die Regularien der sogenannten „Grünen Linie“, sind für Türkischzyprer ein Schritt hin in „allumfassendes Versinken“. Gemeint ist die Demarkationslinie, die die Insel teilt. Deniz erklärt, oft habe man sich mit dem Süden zusammengesetzt und Mithilfe angefragt, um die Grüne-Linie-Regularien auszuweiten, um unterschiedliche Gebiete derselben miteinbeziehen zu können. Doch die Handelskammer im Süden ließ stets wissen, türkisch-zyprische Produkte produzierten „unfairen Wettbewerb“. Daher kam es nie zu irgendeiner Ausweitung, wie gewünscht. Und jetzt, wo auch noch Sprit-Kontrollen an den Übergängen in den Süden durchgeführt werden, ist der psychologische Druck auf Nordzyprer immens gewachsen. Die Kontrollen hätten aber keine legale Basis, sagt Deniz.
In gewisser Weise bezieht sich das, was Turgay Deniz sagt, auch auf den Tourismus, der auf beiden Seiten der zyprischen Insel im Jahr 2018 finanziell einen guten Schnitt zu machen scheint. Der Präsident des Nordens, Mustafa Akıncı, meint, es sei langsam aber sicher an der Zeit auf Zypern, dem Massentourismus die Stirn zu bieten, das heißt, auf umweltfreundlicheren Tourismus umzusteigen, einen selben prononcierter hochzuziehen. Derzeitiger Toursimusminister des Nordens von Zypern ist Herr Fikri Ataoğlu. Tourismusminister ist jener Posten, den Akıncı vor knapp 19 Jahren innehatte in der Türkischen Republik Nordzypern.
Des Weiteren meint Ataoğlu: Der Work-Shop „Nordzypern – Tourismus 2024“ sei eine zu verfolgende Strategie, anhand dieser bis ins Jahr 2024 geplant wird. Der Work-Shop fand bereits am 07. Juli 2018 statt. 796 Millionen US-$ würden im Norden im Tourismus verdient. Die Hotels im Norden Zyperns hätten um die 25.000 Betten. Und rund 1 Million Touristen hätten den Norden bislang, dieses Jahr, besucht.
Premierminister Erhürman ergänzte eben Gesagtes, indem er wissen ließ, dass 20% der arbeitenden Bevölkerung des Nordens im Tourismus beschäftigt sei. Seiner Ansicht nach ist diese Rate oder Ziffer etwas skandalös vor dem Hintergrund, dass die Arbeitslosenquote im Norden – und vor allem unter Jugendlichen – bei ungefähr 19% liegt.
Nun, Herrn Erdoğan, der Nordzypern vor Kurzem besuchte, als einen Touristen zu bezeichnen, der Nordzypern einen Besuch abstattet, wäre der aberkannten Ehre dann vielleicht doch etwas zu viel. Und mit der Ehre hat es der Herr ja bekanntermaßen. Doch als neugewählter Präsident der Republik Türkei wird es ihm wohl gelungen sein, dennoch einen gebührenden Empfang erhalten zu haben in Nordzypern. Allerdings hat er, dort angekommen, dann doch nicht die „Rauf Denktaş Universität“ besucht, die zu etablieren ja schon seit einigen Jahren im Umlauf sein soll. Also keine Grundsteinlegung, keine Spaten in der Hand mit Präsidenten und andere, gern in die Welt gestreuten Bilder von Staatsmännern und -frauen. Zwar hat Erdoğan einen Kranz am Denkmal von Kemal Mustafa Atatürk abgelegt in Nikosia-Nord, aber er sah davon ab, dem Denkmal von Dr. Fazıl Küçük, dem ersten nordzyprischen Vize-Präsidenten des einst gemeinsam regierten Zyperns vor 1974, die Ehre seines Besuches zu erweisen. Der Präsident des vereinten Zyperns war damals Erzbischof Makarios.
Erdoğan, im Habitus eines religiösen Führers, wohnte der Einweihung der Uni einfach nicht physisch, sondern „symbolisch“ bei. Immerhin scheint den Denktaş’s inzwischen gelungen, das Uni-Projekt nun endlich verwirklichen zu können. Man weiß auf Zyperns aber nie, was noch dazwischenkommen kann. Noch scheinen Afrodite oder/und Atatürk der Denktaş-Uni wohlwollend gesinnt zu sein.
Denktaş: Der Ministerrat des Nordens habe die Abzahlungsfrist für den Bau der Uni von 10 Jahren auf 35 prolongiert. Unterzeichner dieser Urkunde waren das Amt für Bauwesen sowie die „Mediterrane Lehrmeister-Dienst Ltd“. Bezeichnenderweise sind die Inhaber des ominösen Dienstes die Denktaş’s selbst. Über weitere Details der Zahlungsmodalitäten wird zumindest in der Öffentlichkeit nicht geredet.
Serdar Denktaş: „Alles läuft hier mit legalen Methoden ab!“
Doof nur, dass bereits gewisse Ungereimtheiten bei der Vergabe des Landes für die Uni entstanden sind. Wir sprechen von 200.000 qm Fläche, die die Uni einnehmen wird. Woanders kursiert allerdings eine Quadratmeterzahl von 100.000 qm. Wir werden sehen, was dabei herauskommt.

Wie auch immer: An diesem Uni-Projekt ist es gewiss nicht gelegen, dass die Türkische Lira etwas abstürzte. Wie zu lesen ist, passierte der Absturz gleich unmittelbar nachdem das neue türkische Kabinett der Regierung in Ankara bekanntgegeben worden war.
Gewiss auch wegen des Geldes – auf Nordzypern ‚regiert‘ bekanntlich die Türkische Lira – haben sich die „Revolutionäre Kommunistische Union“, die Journalistengewerkschaft „Basın-Sen“ und das „Boran Kulturzentrum“ Nordzyperns hervorgetan, um gegen den oben erwähnten Besuch Erdoğans zu protestieren.
„Türkischzyprer wollen Unabhängigkeit!“
„Frieden, nicht Krieg!“
„Lösung des Zypernproblems!“
„Keine Nicht-Lösung!“
„Schulen, nicht Moscheen!“
„Säkularismus und keine islamische Gesetzgebung!“
Solche Dinge und wohl auch noch mehr sagt/e unter anderen auch der Basın-Sen Gewerkschaftler Ali Kısmir.
Im Norden Zyperns gibt es durchaus noch andere Player, die zuweilen auf die Straße gehen und ihr Recht einfordern, nicht nur die Gewerkschaft der Lehrer etc. Da wäre mal die „Kontemporäre Bildungsplattform“ zu nennen. Diese Plattform organisierte Anfang Juli 2018 einen Protest vor dem Amtsgebäude des Premierministers des Nordens von Zypern. Sie forderten, dass es endlich religiösen Unterricht an den Schulen im Norden gibt, und zwar obligatorisch. Die Plattform beklagt in einem Brief, der an den Nationalen Bildungs- und Kulturminister, Herrn Cemal Özyığıt, gerichtet war, dass auch im kommenden Jahr voraussichtlich religiöser Unterricht noch abwählbar sein dürfte. Und das sei ein Schlag gegen die demokratischen Rechte sowie ein Versuch, die Gesellschaft zu polarisieren.
Wie wir also soeben registrieren konnten, gibt es inzwischen zumindest eine Organisation, um den vormals eher säkular-strukturierten Norden Zyperns dem Willen des türkischen Präsidenten, wenn es sein muss auch mit Protesten zu etablieren – und wahrscheinlich auch mit anderen Mitteln.
Dazu fällt einem gleich wieder ein, was Erdoğan bei seinem zuvor erwähnten Besuch in Nordzypern nach seiner Wahl zum alleinherrschenden Präsidenten der Türkei zu verkünden wusste. Davon abgesehen, das war gleichzeitig auch sein kürzester Besuch gewesen. Er dauerte gerademal 4 Stunden, und erstmals war die nordzyprische politische Opposition nicht geladen, den Präsidenten der Türkei bei seinem Aufenthalt zu umgeben, Erdoğan: „Die Türkei wird immer ein wachendes Auge auf Nordzypern haben. Niemand wird Nordzyprer zu Opfern einer Nicht-Lösung machen. Und wir werden nie erleben, dass sie zur Minorität neben den Griechischzyprern werden!“
Der Präsident des Nordens, Akıncı, lässt in diesem Kontext wissen: „Bislang haben die drüben genau das Gegenteil von dem getan, was konstruktiv wäre. Als Türkische Republik Nordzypern und mit der Unterstützung der Türkei werden wir unsere Rechte im südöstlichen Mittelmeer nicht aufgeben!“
Was vielen Lesern wahrscheinlich nicht allzu geläufig sein dürfte, ist, dass mit der Einführung des neuen Präsidialsystems in der Republik Türkei das Haupt Direktorrat „Binärer Politischer Angelegenheiten“ sich nun um die Zypernfrage kümmern wird in Ankaras Außenministerium. Das Außenministerium hat nun 26 Abteilungen, wovon das für Binäre Politische Angelegenheiten eine ist. Ökonomische und politische Dinge werden dort analysiert und vorbereitet – und auch die Beziehungen zu Griechenland. In anderen Worten: Die Zeiten, wo es extra einen Minister für Zypern in Ankara gab, sind vorbei.
Erdoğan bezüglich seiner Zypernkompetenz: „Ich persönlich bin derjenige, der seit den Tagen Annans mit der Zypernfrage zu tun hat. Ich kenne den Prozess gut, den Zeitplan und hielt dazu an, sich zu einen. Als Annan mich das 2. Mal besuchte, sagte er: „Ich kann es nicht mehr lösen!“ Da sagte ich ihm, „lass es uns zusammentun. Du wirst sehen, dass die Türkei dich nicht auflaufen lässt. Wir werden immer 1 Schritt vor denen im griechisch-zyprischen Sektor sein. Gib uns eine Woche!“ Und dann hatten wir jenes Treffen in Davos. Annan hatte nach 1 Woche gefragt und nach 1 Woche starteten die Verhandlungen zur Wiedervereinigung Zyperns. Natürlich haben wir [Türkei] uns wieder eingebracht. Unser wichtigstes Abenteuer war Burgenstock. Wir hatten das ernst genommen. Doch die Südzyprer haben leider wieder ihre Versprechen gebrochen. Und seither verlassen sie den Verhandlungstisch – so oder anders. Nordzypern blieb immer bei ihrer Position am Tisch, und dies mit Determination. Auch wir zeigten, wie entschlossen wir sind als Garantiemacht. Leider haben die anderen Garantiemächte nicht die gleiche Positionierung diesbezüglich eingenommen.“
Des Weiteren ließ er wissen, dass nicht ewig verhandelt werde. Man werde sich entscheiden, und dann wird diesem Entscheid gefolgt.
„Meine Brüder Nordzyperns sind für mich so wichtig wie die türkischen Bürger. Daher: So wie wir ihnen jedwede Unterstützung bislang gewährten, so werden wir auch in Zukunft verfahren!“

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