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Archive for November 2012

Zypern und Mehr

 

Alkionides Charity, eine gemeinnützige Organisation im Süden der Insel, soll bereits an die 7.000 Ess-Coupons ausgegeben haben an Bedürftige. Die Situation sei dramatisch im Lande, schreibt die Sunday Mail vom 28.10.2012. Die Anzahl derer, die Hilfe benötigten in der Republik Zypern, sei im Vergleich zum Vorjahr um 100% gestiegen.

Als die Regierung Zyperns letzten Dezember beschloss, dem Engpass im Ökonomischen mit entsprechenden Maßnahmen zu begegnen, wurde allerdings trotz kommunistischer Regierung, wie üblicherweise auch andernorts, damit begonnen, das Sozialhilfegesetz zu reformieren. „Als Resultat, sind alle Vorteile, die Alleinerziehenden zustanden vom Sozialamt gestrichen und die Zuständigkeiten der Behörde für solche Angelegenheiten, wurde ans Finanzministerium übertragen. So kommt es, dass eine/r Alleinerziehende/r, die/der eventuell monatlich zuvor 800 € erhielt, jetzt nur noch um die 250 € erhält.

1.900 von den 6.200 Empfängern – dieser Gelder – wurden vollständig von der Hilfe ausgeschlossen. Dieses Phänomen hat offenbar mit neuen Kriterien zu tun, die landauf-landab kritisiert werden, unrealistisch zu sein. Jemand dessen Gesamtbesitz 40.000 € Wert hat, konnte 200 € Hilfe erhalten, mit 50.000 € wurden 150 € gegeben und mit 80.000 € noch 100 €.

Letzten Monat versprach das Arbeitsministerium 2,7 Mill. € für Auslagen auszugeben, die Alleinerziehende haben, um ihre Mieten zahlen zu können. ‚Leute haben Angst, dass ihre Häuser gepfändet werden, weil die Abzahlungsraten nicht beglichen werden können‘. Die sind in einer schweren Lage, aufgrund der herrschenden Arbeitslosigkeit.

 

 

Eine 3-tägige Konferenz wird in Avignon/Frankreich gehalten diese Woche zur Geschichte Zyperns im Altertum bis heute. Einer der Sponsoren ist das Bürgermeisteramt von Paphos, welches dort von seinem Bürgermeister Savvas Vergas vertreten wird, der die Eröffnungsrede hielt. Paphos wird die Europäische Hauptstadt im Jahr 2017 sein. Da Marseille Kulturhauptstadt 2013 sein wird, hat Bürgermeister Vergas von Avignon nach Marseille seine Reise dorthin fortgesetzt.

 

Im Louvre gibt es auch ein bisschen Zypern dieser Tage zu sehen. Das bringt u.a. auch die zyprische EU-Präsidentschaft mit sich: „Zypern zwischen Byzanz und dem Westen, vom 4. zum 16. Jahrhundert“. Bekanntlich übernahmen die Osmanen im 16. Jahrhundert die Insel, eine Periode, die im Louvre offensichtlich nicht abgedeckt wird. !! € kostet der Eintritt. Die Ausstellung kann bis zum 28.01.2013 besucht werden.

 

Folgender Kommentar zu den kulturellen Aktivitäten Zyperns im Ausland und speziell der Reisen ihres Präsidenten Xristofias, der von dem Journalisten Patroclus in seinem Coffeeshop der Sunday Mail Zyperns als „Genosse“ bezeichnet wird, was er in Anspielung auf die kommunistische Partei (AKEL), der Xristofias entstammt, tut: … „Der Genosse hat seine Reisen aufgrund der ökonomischen Probleme nicht etwa ausgesetzt. In den letzten Paar Tagen war er mal abgesehen von Brüssel und dem Vatikan in Rom und Paris, um Ausstellungen zu zyprischen Antiquitäten zu eröffnen. Um zu zeigen, dass er diese Reisen nicht nur dieser Eröffnungen wegen unternahm, arrangierte er, Staatsführer zu treffen. In Athen traf er den Präsidenten und den Ministerpräsidenten, in Rom den Ministerpräsidenten und in Paris den Präsidenten. Es ließ einem wirklich darüber wundern, ob diese Leute nichts Wichtigeres zu tun haben als den Genossen-Tourist zu treffen? Der einzige erklärliche Grund dafür kann nur sein, dass er den Vorsitz in der EU derzeit inne hat… .

 

 

Fikret Ertan schreibt in der Zaman vom 5.11.12 auf Seite 10, dass Südzypern (Rum Yönetimi) trotz Protesten Ankaras sogar die Ausschreibungen zur Sondage eventuell vorhandener Erdgasfelder vor Zypern erweitert habe. Unter anderen Bewerbern bewirbt sich der Schweiz ansässigen Nontec Overseas Exploration & Production zusammen mit der französischen Total E & P Activities Petrolieres SA – und zwar, um die sogenannte 3. Parzelle. Es gibt insgesamt 12 Parzellen, wovon 4 ausgeschrieben wurden: 2, 3, 9 und 11. Auffällig findet die Zaman, dass „große Firmen“ den Zuschlag erhielten. Insofern dürfte es schwer sein für die Türkei, gegen deren Aktivitäten vorzugehen. Interessant sei, dass Firmen, wie die ENI, Gazprom oder Total beteiligt sind an einem Projekt, welches die Türkei mit abgesegnete, bei dem Petroleum aus Russland gen Westen fließen wird (Güney Akim Projesi). Allerdings seien die Aktivitäten der Republik Zypern gesetzwidrig, schreibt die Zaman. Die ginge nämlich davon aus, alleinige Besitzerin der Insel zu sein und habe keine Absicht, mit dem Norden zu teilen. Dieses „Piratentum“ werde „von den großen Staaten nicht so gesehen, so ticken die leider nicht!“

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Kann gut sein, dass die Lufthansa mit der Türkisch Airways (THY) doch enger zusammen arbeiten wird, als es so manchem lieb sein dürfte. Bekanntlich ist der Service bei THY wesentlich besser. Dass die Lufthansa sich diesen Konkurrenten derart einverleiben will, ist schade, weil fliegen mit THY genau aus diesem Grund, dem wesentlich besseren Service zu sogar oft günstigeren Preisen, bislang noch ein Genuss ist.

 

Nachdem, was die türkische Hürriyet Tageszeitung vor ein paar Tagen schrieb, als Ministerpräsident Erdogan in Berlin weilte zur Einweihung der neuen Botschaft, gibt es in der Türkei keine Hungerstreikenden. Die Darstellungen regierungsnaher Medien gingen sogar so weit, einige der 700 und mehr Hungerstreikenden in Szenen zu zeigen, die sie vor einigen Monaten bei einem Festessen zeigten – und jetzt so herumgezeigt werden, als würden sie anstatt zu hungern, Fleischportionen in sich stopfen. Es handelt sich wie gewöhnlich um überwiegend kurdischstämmige Aktivisten, Journalisten und Politiker etc.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die zuständigen türkischen Behörden bereits seit Monaten verhindern, dass der Gefangene PKK-Führer, Abdullah Öcalan, besucht werden kann. Angeblich sei die Technik des Schiffes defekt, die auf die Insel des Gefangenen (Imrali) bringen könnte. Mehr als 7 Hungernde sind nach einem Bericht der Badischen Zeitung vom 5.211. bereits in einem kritischen Zustand, wie auch der Justizminister der Türkei, Sadullah Ergin, gegenüber „dem Co-Vorsitzenden der gemäßigten kurdischen Partei BDP, Selahattin Demirtas“, bestätigt haben soll.

 

Bei Untersuchungen bezüglich der Todesursache des ehemaligen (kurdischstämmigen) Präsidenten der Türkei, Turgut Özal, Anfang der 90er Jahre kam heraus, dass dieser sozusagen scheibchenweise vergiftet worden ist. Das Unwohlsein des Präsidenten begann scheinbar auf einer Rundreise der türkischen Republiken, schreibt die bereits zuvor erwähnte Ausgabe der Zaman, und zwar in Aserbaidschan. Der Präsident wollte die Rundreise abbrechen deswegen, doch seine Frau, Semra, habe darauf bestanden, sie durchzuführen: „Ich habe doch alle nötigen Einladungen veranlasst. Deswegen ist ein Abbruch der Reise kein Thema“, soll sie gesagt bzw. angeordnet haben. Des Weiteren wird berichtet, dass Präsident Özal, unmittelbar nach dem Ende der Reise, bei einer Ausstellung mit einem Limonadegetränk in der Hand ungewöhnlicher Weise gesehen worden sei, wo alle anderen Anwesenden, etwas anderes tranken. . Seine Frau, die auf die missliche Lage ihres Mannes an jenem Abend angesprochen wurde von einem dem Präsident Nahestehenden namens Arif, sagte: „Arif, du übertreibst alles. Ich kümmere mich um ihn!“ Es war die Frau des Präsidenten, Semra, die eine Obduktion der Leiche des Präsidenten damals verhinderte. Letzteres wurde nun, da die Gerüchteküche nicht mehr weiter zu bändigen war, durchgezogen mit entsprechenden Ergebnissen. Die ehemalige Gattin des Präsidenten der Türkei scheint in Schwierigkeiten zu geraten. Spannend dürfte sein zu ermitteln, inwieweit Kreise des Militärs und der aserbaidschanischen Regierung beteiligt gewesen sein könnten an diesem Mord. Das müsste sich anhand der von Frau Özal gepflegten Kontakte nach dem Tod ihres Mannes einigermaßen leicht aufdecken lassen – wenn man denn an einer solchen Aufdeckung wirklich interessiert ist. Im Falle der aserbaidschanischen Spur dürfte das eher nicht der Fall sein.

 

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