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So nicht!

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So nicht!

Dass Ende Mai 2017 immer noch mit leichtem Schlottern vor Kälte ins Meerwasser gegangen werden muss auf Zypern, ist wahrscheinlich einmalig. Jedenfalls ist es das für mich, der ich seit 2005 hier die Füßchen und mehr ins Wasser halte. Die Tage vom 20. – 25. Mai waren dieses Jahr eher vorfrühlingshaft. Jetzt strengt sich die Sonne aber wieder kräftig an, ihr Tagwerk RICHTIG zu tun. Das Meer muss in Sachen Wärme allerdings noch nachziehen, einen weiteren Gang einlegen, wie man sagt, um das Badevergnügen aller Badefreudigen zu werden.

In etwa so, wie die Trump-Regierung der USA einen anderen Gang einlegt beim Regieren, ist das zuvor Gesagte in etwa zu verstehen – und zwar in Bezug auf die UN. Doch auch auf die Zyprioten scheint etwas mehr Druck als sonst ausgeübt zu werden vonseiten US-Amerikas, und zwar in etwa so: recht frisch und leise angetönt, wie: Bringt mal endlich euer Haus in Ordnung, verdammt nochmal!

In der Luft vernehmlicher steht nun womöglich doch, dass die UNFicyp nach 50 Jahren schlankem Maxen auf der Insel, bye-bye sagen soll müssen. War eine prächtige Zeit, werden einige von diesem Teil der UN-Angestellten denken. Den ganzen Tag die Beine hochlegen und so tun als ob. Gibt es was Diplomatischeres im Leben zu tun als in dieser Pose Mücken totzuschlagen mit der neusten Ausgabe einer der hiesigen Zeitungen? Nur von dieser Insel abziehen, ist diplomatischer, mag mancher antworten wollen – oder doch nicht?

Die Zyprer wollen es allerdings noch nicht glauben oder wahrhaben, dass es so weit kommen könnte. Man hat sich doch so aneinander gewöhnt, und außerdem sind da doch noch immer diese bösen Türken um die Ecke, ja, Konfliktpotential en masse gibt es! Da können die, in jeder Hinsicht teuren Beschützer doch nicht Leben in Libyen anstatt retten gehen!

Wäre schon eine wirklich lustige Lachnummer, wenn es zu Art kriegerischen Auseinandersetzungen käme auf Zypern, nachdem die UNFicyp abgezogen ist. 50 Jahre und mehr herrschte einigermaßen Ruhe und kaum bist du weg, schon schlagen sich die Zyprer die Köpfe ein!

Man wird sehen.

Als temporäre Kraft wurde diese UNFicyp-UN-Truppe hier jedenfalls 1964 angepflanzt. Und es gibt wahrhaft Regionen in der Welt, wo diese Leute dringlicher gebraucht würden, wie bereits angetönt. Ihr Verbleib hier auf Zypern, und da hat Präsident Trump allemal Recht, der auf Sparflamme schalten will innerhalb der UNO, grenzt an Geldverschwendung. Wenn ich mich nicht täusche, sind das Steuergelder, die da seit Jahren lustig tiefen, beruhigten Schlaf gut genährter und gut bezahlter UN-Angestellter sichern helfen.

OK, in den letzten Jahren haben die deren Budget schon etwas zusammengestrichen bei der UN. Wir reden hier von knapp etwas mehr als 1.100 Personen, die diesen Sold, oder wie man es nennen darf, Gehalt, derzeit einstreichen auf Zypern. Und das für, mit Verlaub, läppische 180 km Grenzverlauf, die man mit körperlicher Präsenz beehrt. So viele KM soll die sogenannte Buffer-Zone nämlich haben. Die Türken nennen diese Zone, vermute ich, weil das tun sie woanders so auch, Tampon-Gebiet („tampon bölgesi“). An jenem Ort haben vor Kurzem erst Mitglieder der türkisch- und griechischyprischen Gemeinde eine Menschenkette gebildet: „Wir wollen eine Lösung der Zypernfrage jetzt!“ Also gleich hinterm Checkpoint an der Ledrastraße haben die sich aufgereiht. Ist praktisch, weil nicht allzu weit weg vom Kaffee, wo die sich vor dem Ledra Palace in der Zone gewöhnlich treffen. „Wir werden die Frage auf unsere Weise lösen!“ Tampons hatten einige der in der Menschenkette jedenfalls keine in ihren Mündern, falls das eine der Lösungsmittel sein hätte sollen. Nein, es waren Trillerpfeifen, die wohl auch nicht effektiver wirken dürften.

Tampon ist Ihnen kein Begriff? Na ja, wenn es blutet und dieses Bluten gewissermaßen unweigerlich zu passieren hat – der Natur wegen. Sie verstehen? Gut!

Jedenfalls wartete der UN Peace-Keeping-Rat länger als 30 Tage, äh, Jahre, also genauer über mehr als 50, um nun vielleicht wegen Herrn Trump vom Trump-Tower doch endlich mal seine Mission auf Zypern zu überprüfen, nach dem Motto: Warum sind wir hier? Macht es überhaupt noch Sinn? Wie sich verhalten, wenn der politische Prozess, wie gerade wieder geschehen (wird), zusammengebrochen ist? Letzteres bezieht sich im Fall Zyperns ‚natürlich‘ auf die wie in einem zeitlosen Labyrinth verlaufenden Wiedervereinigungsverhandlungen.

Ja, Funding der UN wurde und wird also auch vonseiten Washingtons etwas zurückgefahren. Was Zypern angeht, ist es wirklich an der Zeit, dass da mal rigoroser jemand klargemacht wird, dass es SO nicht weitergehen kann! Bravo Donald Truck (Trump multipliziert mit der vergleichsweise ähnlich schlau dreinschauenden gezeichneten Disney-Ente namens Duck, ergibt also Truck).

Da fragt man sich eh, wie Die das über all die Jahre durchgedrückt bekommen haben, dass die UNFicyp ihren Auftrag stets verlängert bekam in der UN. Vor dem Hintergrund, dass auch noch 5, nicht etwa 2 oder 3, nein, 5 permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrates ihr „JAWOHL“ dazu abzugeben haben, ist das schon beachtlich – und wenn man bedenkt, wie verstritten die sich doch als zeigen, wie uneins, dann ist das Einverständnis schon eine Meisterleistung. BRAVO! Stinkt schon fast etwas nach Pushen. Wir wollen ja nicht gleich von Manipulation sprechen, die in gerade noch legalem Rahmen passiert, oder gar von, pfui, Korruption?

1978 soll es fast mal nicht geklappt haben, dass die Unbestechlichen in der UN bei der Abstimmung zum Verschicken der UNFicyp nach Zypern sich einigen. Weil: ALLE müssen dort nämlich ihr „JAWOHL“ abgeben. Ein einziges „NIX!“ macht das ganze UN-Spielchen schon kaputt. Friedenmachen ist halt ein schrecklich einstimmiges Geschäft.

Kann also sein, dass die Auswirkungen des erwähnten Spiels nun doch endlich zeitweise beendet werden auf Zypern. Man muss doch schließlich auch an die Karriere denken. Der beinah geschasste Norweger, der Herr Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern, hat nämlich vor, bevor er die Koffer vor die Insel gestellt kriegt von den Zyprern, demnächst das Amt eines norwegischen Außenministers zu bekleiden. Auf Wiedersehen, könnte da spitzbübisch sich zuzwinkernd, gesagt worden sein. Und gewiss werden sich entsprechende Vertreter der Republik Zypern dann mit dem inzwischen etwas unliebsamen Norweger wieder besser verstehen wollen als jetzt. Als Außenminister kann er protokollarisch einwandfreies Verhalten erwarten. Jetzt – zumindest schien sich da was anzubahnen, was wahrscheinlich noch nicht ganz behoben ist – ist Herr Eide so etwas, wie eine geeignete Zielscheibe geworden, vor allem die von Präsident Anastasiadis, der sich an dem UN-Mann hochziehend, die kommenden Wahlen auf Zypern im Frühjahr 2018 erfolgreich in den Ziellauf zu bringen gedenkt – bis ins Ziel. Anastasiadis scheut auch nicht davor zurück, die 2012 auferlegten Maßnahmen zur Beschränkung der Ausgaben zum Erreichen seiner Wiederwahl aufzugeben. Die TROIKA wird’s freuen. Bislang scheint lediglich bekannt geworden zu sein, dass Anastasiadis‘ Vorhaben zufolge ungefähr 15.000 Familien profitieren werden, was den Steuerzahler so um die 6 Mill. € kosten dürfte. Wahlkampf auf Zyprisch! Dem nicht genug sollen auch Krankenschwestern, die eine Universitätsausbildung haben, und andere vergleichbare Gruppen innerhalb der Gesellschaft ein Zuckerbrötchen zugesteckt bekommen – die Peitsche kommt vielleicht später, doch nicht unbedingt dort, wo sie mal niedergehen sollte mit Getöse!

Wir dürfen daher alle hoffen, dass Herr Eide recht nett weiterhin breitest in Kameras lächelt und lächelt und nochmals lächelt, damit er selbst die Koffer nach Norwegen oder New York tragen kann oder darf und sein Widersacher, sozusagen, der Herr Anastasiadis, aufgrund solch heroischer, ja, patriotischer Tat eines Nicht-Zyprers auf Zypern nicht noch einmal so viel Wählerstimmen abräumt, dass er das Inselland erneut regieren soll oder wird.

Das DING, seine Wiederwahl, könnte vielleicht wirklich ins Inselauge richtig Schaden bringend gehen!

Stellen Sie sich doch mal DAS bitte vor. Da sichert der Eide ab, dass die Türken die türkische Armee von Zypern abziehen wird. Ja, sie lesen richtig. Das hat Der geschafft. Und was macht der griechische Außenminister: Beschwert sich bei Guterres, dem UN-Häuptling, genau darüber:

Der Norweger unterstützt doch die Türken!

So was in der Richtung muss der Grieche Kotzias in seinem Schreiben dem Guterres vorgekotzt haben. Wahnsinn. Doch dem nicht genug. Herr Christus-Schmerz, also Christodoulides, meint, ja, das hatten wir so mit Athen sehr wohl abgestimmt, also den Linker, wenn ich so sagen darf, den man dem Eide angetan hat. Das geht doch wohl nicht, dachte der Südzyprer, der auch Regierungssprecher ist, und dies gewiss vor Schmerz deswegen gekrümmt, nämlich, dass so ein Dauergrinser aus Norwegen sich derart in UNSERE Angelegenheiten mit den Türken mischt. Doof nur, und das hat vielleicht niemand so richtig bedacht, dass man der UNFicyp nun einen Rechtfertigungsgrund mehr genommen hat, um ihren Verbleib auf Zypern zu begründen.

Glücklicherweise ist Zypern und das politische Geschehen darauf ja so weltumspannend wichtig, dass solche nebensächlichen Erwägungen von den Herren – es gibt nur wenige Damen im Parlament – nicht zu berücksichtigen sind. Herr Erdoĝan, der auserkorene Dauerfeind der „Zyprischen Demokratie“, mag den Griechischzyprern mit seinem Fall hoch zu Ross runter mit der Nase auf den Boden, „plubb“, damals irgendwann war’s am Anfang seiner steilen türkischen Politkarriere, ein Zeichen sein. Sagen wir mal, eben erwähntes Zeichen besagt: Was tief fällt, trabte einst hoch (und ist gerade dabei, so hoch zu traben, dass es eigentlich nur nochmals fallen kann. Bloß wohin und wann)?!

Jetzt seien Sie doch nicht gleich eingeschüchtert, verehrte Leser. Na, und Bange muss Ihnen schon mal gar nicht werden um den südzyprischen Regierungssprecher Schmerz Christi (Christodoulides). Der fängt sich schon wieder. Am besten scheint ihm das zu gelingen, wenn er, wie soll man sagen, so ganz unaufgeregt ins Mikrofon spricht, so, als habe er ALLES im Griff. Man könnte zuweilen denken, er beschleicht den Präsidenten der Republik wie ein Schatten, der vielleicht überschattiger, oder wie man sagen könnte, dem präsidialen Schatten werden könnte, und zwar so schattig, dass das politische Karriererädchen des Herrn Anastasiadis dann in zweiter oder gar dritter Reihe zukünftig wieder drehen muss, nur, weil er den Schmerz im Schatten des Schatten von Herrn Christodoulides zu stehen, nicht mehr abwimmeln konnte. Das Volk könnte Christodoulides als Lichtfigur erkennen und hoffen, dass der Wahnsinn, der jetzt gleich im Anschluss erzählt wird, ausgerechnet von diesem Politiker entschmerzt wird – oder so was Heilbringerisches.

Also, halten Sie sich ruhig fest: „Niemand fragte, warum die Türkei bei der Ankündigung der dritten Lizensierung in Sachen Ölförderung 2016 so zahm reagierte. Damals gab die türkische Regierung ein nicht offizielles Statement ab, wie erwartet, und vergaß die Angelegenheit. War ziemlich seltsam, zumal Block 6, den die Türkei ja als einen Teil ihres kontinentalen Bereiches deklarierte, als einer der drei Förderstellen im Angebot war. Ankaras Statement besagte damals: viele Teile des Bereiches namens Block 6 liegen außerhalb der externen Grenzen der Türkei, der Kontinentalplatte im östlichen Mittelmeer, welcher bei der United Nations registriert ist.

Warum hat die Regierung Zyperns Block 6 in die dritte Lizensierungsrunde mitaufgenommen, wo sie doch bereits 2014 darüber informiert worden war, dass das ein casus belli (Krieg) für die Türkei bedeutet? Und warum haben die Türken lediglich routinemäßig dazu Stellung genommen? Die Antwort kann in einem Geheimtreffen in Davos/CH im Frühjahr 2015 zwischen Anastasiadis und dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Türkei, Ahmet Davutoĝlu, gefunden werden. Die beiden einigten sich darauf, dass der einzige Weg voran sei, eine Formel zum Beenden der Zypernfrage zu finden, was den Weg für Kooperation in Sachen Hydrokarbonate freimachen würde. Die US unterstützen diese Denke vollkommen und mit den Zypernverhandlungen zwischen Akıncı und Anastasiadis verlief danach auch alles gut im Jahr 2015. Vize-Präsident Joe Biden(US) belohnte Anastasiadis. Bei einem Treffen in Davos 2016 informierte Biden Herrn Anastasiadis darüber, dass durch die Intervention der US-Regierung die Türkei ihre Einwände wegen der Lizensierung des Blocks 6 aufgegeben habe. Den Ausdruck von Interesse, den die Exxon-Mobil in der dritten Lizensierungsrunde zeigte, war Teil der Biden-Initiative gewesen. Die Türkei beschränkte sich lediglich auf ihre alte Politik der Navtex-Warnungen, sendete die Barbaros aufs Meer und gab hartklingende Stellungnahmen ab, manchmal auch Drohungen. Also solche wie letzten Monat, als offensichtlich wurde, dass Anastasiadis nicht interessiert war, einen Deal zu erreichen und sich nur an Gesprächen mit offenem Ausgang interessiert zeigte – bis zu den Wahlen Anfang 2018. Nach dem Abendessen am 2. April 2017 mit Mustafa Akıncı, machte die türkische Seite klar, die [angesprochene] Prozedur bis Juni 2017, und vor dem Drillen in der zyprischen AO-Zone, wie geplant vollendet sehen zu wollen. Anastasiadis wurde daraufhin [aber] zum Hard-Liner und fokussierte aufs Anschuldigungs-Spiel (blame-game), wobei allen ersichtlich wurde: Anastasiadis arbeitet an einer Strategie, die anvisierten Verhandlungen zu umgehen.

Verrückt, dass Anastasiadis gedacht haben könnte, er kommt mit solch Handwerk davon. Der muss wirklich an Fehleinschätzung leiden oder in einer Traumwelt leben. Denkt der wirklich, er könne die USA benutzen und die Türkei verarschen, ohne, dass das irgendwelche Konsequenzen zeitigt für Zypern? Damals im Jahr 2015 war es effektiv so, dass er vermochte, seine Energiepläne durchzuziehen, allerdings mit dem Vorbehalt einer Regelung in Sachen Zypernfrage und einer Energiekooperation mit der Türkei. Kaum war der Start des Bohrens nach Öl anberaumt, machte er sich daran, den Friedensprozess zu verabschieden, derart brachte Anastasiadis nicht nur die Türkei ins Schleudern, er durchkreuzte auch Sicherheitspläne der USA für die Region, die auf Energie-Kooperation basieren.

Wir sehen inzwischen bereits die Konsequenzen des unverantwortlichen Spiels von Anastasiadis. Die Türkei gab bereits mehrere Navtex-Notizen heraus, führte Schiffsmanöver im Block 6 aus und sendete ihr seismografisch ausgerüstetes Erkundungsschiff, die Barbaros Hayreddin Paşa, bis südlich der Karpas Halbinsel[, das ist der Zipfel Zyperns, der Richtung arabisches Festland zeigt]. Das Verteidigungsministerium Griechenlands gibt an, es habe Informationen, die Türkei könne einen Vorfall im Meer draußen vor Zypern provozieren. Derart fütterte man Spekulationen der Medien, dass ein Konflikt im Busch liegen könnte. Espen Eide fügte Freitag noch Eins oben drauf, als er eine unüberhörbare Warnung bei einem Interview mit der Cyprus News Agency hervorbrachte: „Sollte es der Bohrungen wegen zu einem Showdown kommen, sind meine Bedenken, dass es dramatischer werden könnte als 2014, weil allgemein die Stimmung in der Region dramatischer ist!“ 2014 hatte die Türkei Untersuchungen in der zyprischen AOZ ausgeführt.

Und wie hat Anastasiadis die Angelegenheit bislang gehandhabt? Er berief ein Treffen des Geostrategischen Rates ein, den er selbst vor einiger Zeit begründet hatte, so, als ob ihm das irgendwelche Antworten einbringen würde. Und sein Sprecher [eben Christus Schmerz] hat in dieselbe Kerbe hohl gedroschen, also, dass Nikosia alle nötigen Schritte unternommen habe, die Provokationen der Türkei anzuprangern – die machten also so, als könnten Worte der Verdammung die Türken stoppen. Nach einem Beitrag in der zyprischen Fileleftheros-Tageszeitung vom Freitag, hatte sich zwischenzeitlich ergeben, dass das Außenministerium Zyperns Diplomaten der Staaten einberief, deren Firmen an der Erkundung des Ölreichtums in der Region AOZ beteiligt sind und dort bohren. Sie wurden über die Gefahr in der Gegend in Kenntnis gesetzt, der ihre Bürger dort ausgesetzt sind, die türkische Aktionen hervorbringen könnten.

Denkt der etwa, diese Länder würden nun ihre Marine dorthin verschicken, um ihre Bürger zu beschützen oder Druck auf die Türkei ausüben, sich zu benehmen?

Anastasiadis hat das Alles ausgefressen, weil er glaubte, es könne ihm gelingen, alle reinzulegen. Kann er nicht! Der scheint keinen Schimmer davon mitzukriegen, wie den Gefahren zu begegnen ist, die dank seiner mangelnden Kenntnis seines Handwerks anstehen [Sunday Mail, 7. Mai 2017, Opinion, S. 11].“

Nun, anscheinend sieht Nikos Anastasiadis einen Ausweg in selbst angerichtetem Schlamassel darin, sich den Verweigerern anzuschließen, also solchen wie Lillikas oder Papadopolous Junior. Es stehen ja schließlich auch Wahlen an, die, könnte man denken, irgendwie immer anzustehen scheinen auf Zypern. Wie halte ich mich im Sattel, scheint auf der Insel primär ganze Legislaturperioden hindurch das Hauptthema zu sein und nicht die Frage: Wie regiere ich das Land gemäß den Interessen des Landes und der Belange und Wünsche der Wählerschaft etc.?

Na ja, so ungefähr könnte es jedenfalls schon einzustufen sein. Denn eine Lösung der Zypernfrage käme für Präsident Anastasiadis nach eigenen Bekundungen keinesfalls auf Teufel komm raus in Frage. Nein! „Mit großen Bedenken beobachte ich einige, die sehr in Eile sind, alles zu akzeptieren!“ Der Gute! Nach über 50 Jahren NOTHING in den Zypernverhandlungen spricht der von „Eile!“ Besser also, er hält die Klappe. Nein, er sagte nicht: Ich halte nun die Klappe. Aber so was in diese Richtung gehend. Endlich hat er es eingesehen, dass sein Gebrabbel nichts mehr bringt, wahrscheinlich keinen Zyprer mehr von einer vereinten Insel träumen lässt, sondern klarer denn je erkennen lässt: Es ist einfach eine Art Beruf geworden, ein Arbeitsplatz, den es zu erhalten gilt, die Zypernfrage – womöglich schon ein akademische/s Rätsel oder Preisfrage? Wem mit solch Politik auch immer in die Hände gespielt wird, den Russen dürfte es gefallen, dass die Zyprer im griechischsprachigen Teil auf mehreren Partys tanzen, und ehrlich gesagt nirgends wirklich.

Und nicht, dass Sie nun etwa beginnen, verehrte Leserschaft, Herrn Anastasiadis und seine Crew in den Himmel zu wünschen. Der kann nämlich im Grunde gar nichts für seine politischen und diplomatischen Geschicke/Strategien/Züge. Sagt er ja selbst zuweilen. Denn er ist doch Minderheit – der Arme. Ja, in Zypern regiert eine Minderheitsregierung. Das ist recht praktisch, weil dann sind halt doch wirklich eigentlich immer die anderen schuld. Ich wollte ja, aber die ließen mich doch nicht! Somit können auch keine „radikalen, neuen Ideen aufs Mal implementiert werden!“ Somit ist Stillstand der Politik der Insulaner schon mal teilweise erklärt. Obgleich: Ein bisschen bewegt sich ja schon als etwas in den Korridoren der Macht und den Amtsstuben des Verwaltens von Macht. Die Cafeterias in zyprischen Amtsgebäuden sollen auch recht bewegt ihren Dienst abreißen. Gehen wir weiter im Stoff.

Demnächst könnte die Hauptstadt Europas 2017, das unvergleichliche Pafos, doch noch vor Ende des Jahres einigermaßen anzusehen oder vorzeigbar hergestellt oder hingestellt, also zusammengebastelt worden sein für den einmaligen Event, der da ist, Kulturhauptstadt Europas zu sein. Man müht sich ja so! Die Bilder im Fernseher stimmen jedenfalls schon mal! Und daher muss man sich in der Tele-Kiste all das Unfertige nicht ansehen, dass bei einem Gang durch die Altstadt von Pafos und andernorts in dieser Stadt den Blick blockiert. So gerne würde man als Regierung doch das nötige „JA“ für Schifffahrt, Tourismus, Wachstum und Wettbewerbsstärke erhalten, doch die bösen Anderen im Parlament lassen es einfach nicht zu. Gemeint ist, dass ein Untersekretariat in erwähnten drei Bereichen eingerichtet wird. Hätte man so etwas, wäre die Pleite von Pafos, die erwähnte Blöße, dass man fristgerecht der Welt sein schönes Gesicht offenbart, dann etwa keine?

Pafos ist schon etwas, wie soll man es nennen, korrupter Sumpf. Leider nicht nur dort auf Zypern. Hat vielleicht doch mit Afrodite zu tun!? Jedenfalls hat der ehemalige Generaldirektor der griechischen Helector auf der Außenstelle in Zypern, Herr Demetris Giannakopoulos, nun doch, seinerseits gnädiger Weise, sich des Betruges als schuldig erklärt vor Gericht. Der gute Giannakopoulos steckte mit Vergas unter einer Decke, der ja schon 6 Jahre aufgebrummt bekommen hat. Aghia Napa, sozusagen am anderen Ende der Insel, ist mindestens genauso korruptionssumpfanfällig wie Pafos. Einige Polizisten mussten dort nun doch vom Dienst suspendiert werden – Mord. Genauer: Irgendwie scheinen die Suspendierten an einem vierfachen Mord beteiligt zu sein. Einer der Ermordeten war ein Polizist usw.

Und dabei hat man in Nikosia-Süd doch anscheinend etwas Kohle abgezogen, um die Blöße von Pafos vielleicht doch noch etwas rechtzeitig den Zyprern und dem Rest der Welt mit zu Gesicht gutstehendem Gehalt zu füllen.

Das Ding mit der Kohle ging so: Wir haben keine nennenswerte Industrie, sagten sich die schlauen Politiker der Republik Zypern, wir haben wenig Lust, uns mit Türken zu einigen – und wenn, dann nur nach unseren Bedingungen! Was tun wir daher? Genau: Verkaufen wir doch unseren zyprischen Reisepass der Republik Zypern, des EU-Mitglieds mit fast gar höchstem, politisch-ökonomischem Gewicht in der Union, Pass der Väter und Mütter greko-römischer Ursprungs-Zivilisation Europas! Andere Leute verkaufen Rosen oder Marihuana oder auch schon mal Aufenthaltsberechtigungen. Sogar Heiratsverträge werden hier auf Zypern, stellte man gerade fest, mehr oder minder geschickt hundertfach und vielleicht noch mehr verkauft. Was tut Mensch nicht alles, um in den mit Goldäpfeln behangenen Gärten der Afrodite Lust zu wandeln! Und weil wir schon dabei sind: Die Stadt Pafos selbst hat sich mächtig ins Zeug gelegt und bewirbt nun, nein, ich lüge nicht, bewirbt die Sonnenuntergänge am Geburtsplatz der Afrodite in Kouklia. Weil die dort einfach am aller-aller schönsten sind, nirgendwo sonst. Hotels sind angehalten, dafür die Werbetrommel zu rühren. Es gibt indes noch weitere TOP-SPOTS, um das pafitische Phänomen mit Afrodite oder jemand anders im Arm zu bestaunen.

Ja, Pafos liegt im Süden der geteilten Insel. Wir springen hier lustig hin und her, als sei die Teilung der Insel nur ein zu übersehender Scherz, sorry.

Wie, Scherz? Etwa kille-kille oder kisa-kisa? Also Ersteres sagten wir gern als Kinder, wenn wir jemanden kitzelten und der endlich lachen sollte. Die Kisa in Nikosia ist manchmal auch amüsiert, doch anscheinend nicht, wenn jemand folgendes von sich gibt, über jemand, der oder die er nicht zu seinen Schäfchen zählen will/mag oder kann: „Die sind doch Anatolier, grobschlächtig, die werden nie Europäer werden, noch nicht mal in 100 Jahren, und wenn die hier [Zypern] bleiben, werden sie ein Dutzend Kinder pro Familie machen – wohin werden wir noch kommen mit denen?“ Herr Kostas Kleridis ist der Oberstaatsanwalt der Republik Zypern, und der hat nun befunden, dass die Kisa (Bewegung für Gleichheit, Solidarität und Anti-Rassismus) LEIDER nicht damit rechnen könne, dass solche Reden als Hasstiraden einzustufen sind. An einem Stammtisch, wo ein Arbeitsloser dem anderen solch Zeug erzählt, könnte wohl noch ein Auge zugedrückt werden. Doch wenn der Oberpriester der orthodoxen Kirche Zyperns, der Erzbischof, solche Reden schwingt, dann sind das, wie Doros Polycarpou von der Kisa fordert, schon Tiraden, die Elemente von Hass und anderem Gedöns in sich tragen, die auf uns ‚Durchschnittsmenschen‘ abgelassen werden. Unabhängig von dem Befund des obersten Staatsanwaltes will die Kisa mit dieser Hass-Geschichte weiterziehen, vielleicht bis ans Europäische Gericht. Dr. Maria Hadjipaviou spricht davon, dass es auf Zypern eigentlich eine lange Art Tradition gäbe, Friedensaktivisten ins Abseits zu stellen – zu kriminalisieren, wenn irgend möglich. Sie muss es wissen, sie arbeitete als Professorin in der Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften der Universität Zypern. Nicht das alle Türken Friedensaktivisten wären. Das wahrscheinlich noch Länger nicht. Doch die Kisa sieht sich durchaus auch in diesem Spektrum unterwegs auf der Insel – zum Beispiel prononciert für die Rechte von Migranten.

Kisa, ihrerseits, soll es in puncto Geldbeschaffung etwas übertrieben haben, eventuell. George Soros soll mal etwas Geld gespendet haben, der ja diesen Think-Tank der „Open Society Foundation“ ‚betreibt‘. Und letztere Organisation soll die losgetretene Migration verarmter und/oder desillusionierter Menschen aus vielen Teilen der Welt gen Europa auch als Chance begreifen, mal etwas grundlegend ändern zu können auf Erden. Wer sich mit den Mächtigen, also jenen einlässt, die mächtig viel Geld haben, muss sich warm anziehen. Das ist ja jedermann bekannt. Schließlich funktioniert die sozio-politische Hackordnung bei Humaniden so in etwa seit Jahrtausenden.

Nun, mit Hackebeil sollen sie sich nicht gegenübergestanden haben, die Rechten und die Linken. Anfang Mai war es aber so weit, so um den 8. Mai 2017 herum muss es gewesen sein, als in Limassol extremistische Rechte ein Treffen der Linken von der Technischen Universität stürmten. Immerhin: 2 Nazis wurden vorübergehend eingebuchtet. Dass man die 8 Tage wegsperren konnte, ging leider nicht, weil das Gericht sich nicht drauf einließ. Und so mussten 4 Tage ausreichen. Das Übliche wird ihnen angelastet: Aufwiegelung, Anschlag, Übergriffigkeit und Verbrechen aus Hass. Die beiden gefassten sind keine Unbekannten. Die haben schon für Rechtsparteien in den Startlöchern gestanden. Schwarz gekleidet mit Hoodys über die Köpfe gezogen. Also ganz klassisch, sozusagen – mit Art Baseballstöcken in den Händen. Die Linken waren zusammengekommen, um über ihre Rolle bei einer Wiedervereinigung der Inselteile öffentlich nachzudenken. Die nennen sich: „We want a federation (wir wollen eine Föderation).“ Als eine der Konsequenzen der Attacken von politisch Rechten, wurden in Limassol und andernorts kleinere Anschläge auf Büros der bereits im Parlament vertretenen neo-faschistischen ELAM verübt. Wenden wir uns nochmals dem zu, was ja vor allem auch solche, wie die von der ELAM zu verhindern suchen: Rassenvermischung etc.

In Sachen Heiratsverträge sollen es vorwiegend Menschen vom indischen Kontinent sein, die sich mit einer Zyprerin oder einem Zyprer oder jemand Europäischem vom Balkan, vorwiegend, auf Zypern ehelichten, wahrscheinlich auch, um in der herrschenden Hackordnung endlich nach oben zu rücken – und sei’s auf Umwegen, die durch das eine oder andere eheliche Verhältnis führen. Im Grunde ist das uns Menschen ja auch nichts Neues. Doch derart dabei schummeln, wie viele es nun offensichtlich getan haben, dass bringt unsere moralischen Standards, die vergleichsweise die höchsten weltweit sein dürften, dachten Sie das etwa eben?, doch wirklich ins Wanken!

Gott, das sind doch kleine Fischchen, diese Heiratszertifikatsbetrüger. Die wirft man doch besser zurück ins Meer und holt sie wieder raus, wenn sie größer sind? Und die großen, die machen eben auf „Visa-Passport“, wie zu erfahren ist. Das ist wirklich legal. Man kann ja so viel legalisieren: Marihuana, genmanipulierten Mais oder eben Bombenabwurf auf Zivilisten wie beispielsweise im Jemen, was dann verharmlosend „Kollateralschäden“ genannt wird; dass also so richtig reiche Ausländer sich übers Gesetz heben können, gewissermaßen, indem sie etwas Kohle für ein Stück vom nationalen Herzchen einer eigentlich rein-griechischen Nation, von Zypern, abdrücken. Die müssen lediglich Money investieren, so und so viele Millionen, und dann kommt der erlösende Satz: Da, da hast du deinen Pass!

Die Glücklichen.

Ein florierender Markt, anscheinend. In Pafos kann man es auf Arabisch und natürlich auch auf Englisch lesen, wenn durch die Straßen geschlendert wird: „Passport-Visa!“ Sogar im Hilton soll ein solcher Dealer schon seine Kreise ziehen – mit Fensterauslage. Muss gestehen, die Auslage persönlich noch nicht gesehen zu haben. Was könnte da wohl alles drin liegen: Gewiss eines der vielen EOKA-Denkmäler in Miniaturformat, Aufnahmen von riesengroßen Villen, versteht sich lächelnde, freundliche Zyprer in Trachten und beim Tanz, vielleicht auch der Ort, an dem Afrodite aus dem Meer stieg, um sich am fleischlichen Leben zu laben etc.

Dem nicht genug, schreibt ein gewisser Antonis Loizou in der Cyprus Mail vom 07. Mai 2017 über das Phänomen Visa-Passport, als sei es News. Er ist offenbar einer der Großverheirater oder Verzyprerer. Die Warteschleife vor seinem Büro, die Adresse ist unübersehbar angegeben neben seinem Artikel, dürfte sich eventuell nicht mehr auflösen können vor seinem Geschäft. Weil Zypern ist nun mal der Nabel der Welt und da wollen alle hin. ALLE. Daher komm ich ja auch darauf, dass die Warteschlangen endlos sein könnten, so endlos eben, verstehen Sie das nicht etwa falsch, wie eine Bauchnabelschnur: Ist diese nämlich gekappt, befindet man sich fortan in die Welt entlassen. Geht man bei Loizou aus dem Laden, ist man ein Mensch, äh, Bürger der Republik Zypern, dem fortan das Recht zusteht, seine Geschäftchen und andere Aktivitäten in die EU von Zypern aus zu entlassen.

Schon recht dreist, dass der Loizou da so auf Seite 20 in der Mail-Zeitung einfach so Werbung machen darf. Die Letztere kommt daher wie ein ganz normaler Artikel. Toll! Wieviel die Cyprus Mail für solch Schleichwerbung wohl in ihren Rachen schieben darf, mehr als 100 Euro? Jedenfalls ist das jetzt so etwas wie ein Geschäftszweig geworden auf Zypern, der Visa-Passport, wo auch der Staat etwas von abbekommt. Und auch daher denken viele, müsste die Pleite von Pafos nicht sein!!!

Sie wollen das Ding mit den Visa-Passports genauer wissen, hier ein Auszug des Kommentars aus der Sunday Mail Zyperns vom 30. April 2017 zur näheren Veranschaulichung: „Indem Hasiko Sokratis, Innenminister Zyperns, das Staatsbudget 2016 präsentierte, ließ er wissen, dass das Programm des Bürgerschaftserwerbes gegen Investitionen 2,5 Milliarden € in die Kasse gespült hat seit 2003. Das hat die Erwartungen übertroffen, vor allem wegen dem Muster, welches davor aufgesetzt worden war, diesbezüglich, im Zuge der globalen Finanzkrise. Dieser Zuwachs lief Hand in Hand mit der Zunahme der Besucherzahlen im Tourismus. 2016 kamen 3.18 Millionen Besucher. Das war ein Rekordbruch. Dieser steuerte 12% zum Bruttosozialprodukt des Landes bei… (Sunday Mail, 30.04.17, S.21, Micha-Rose Emmett).“

Es ist also nicht kriminell auf Zypern, solche Geschäftchen zu tätigen. Und die EU scheint auch kein Problem damit zu haben. Es gibt durchaus auch andere Länder, die in Sachen Passport-Visa zuschlagen: Malta etc.

***

Die Anti-Geldwasch-Einheit Zyperns namens „Mokas“ hat Verfahren angestrengt, um Eigentum von 5 Personen einzuziehen, Personen, wie der ehemalige EDEK-Abgeordnete Fidias Sarikas, die der Korruption für schuldig befunden wurden – in Verbindung mit der Abwassersystem-Angelegenheit in Pafos bei der Sapa. Zusammen mit Sarikas, der Bürgermeister von Pafos von 1997 bis 2002 war, waren auch der ehemalige Gemeinderat Giorgos Michaelides, Efstathios Efstathiou und Vasos Vasiliou sowie gegenwärtiger Gemeinderat Giorgos Shailis angeklagt. Deren Anwälte baten um Nachsicht am Mittwoch. … . Die 5 wurden in 61 Fällen angeklagt, in solchen wie Bestechung, Geldwäsche, Machtmissbrauch, Konspiration. Einige Anklagen wurden dann aber fallengelassen. Michaelides wurde in 19 Punkten schuldig befunden, Sarikas in 6, Efstathiou in 14, Vasiliou in 7 und Shailis in 6. Die Vollstrecker der Mokas sagten dem Gericht, es seien Prozeduren begonnen worden, Grundstücke der Betroffenen zu beschlagnahmen, um derart Geld einzutreiben, welches bewiesenermaßen durch Schmiererei und dergleichen Aktivitäten erworben worden ist.

Der frühere Bürgermeister Savvas Vergas und der frühere Sapa Chef, Eftihios Malekkides sitzen bereits eine Haftstrafe von 6 Jahren ab, nachdem sie sich schuldig bekannt hatten. Die haben tausende Euro Schmiergeld zurückbezahlt, die sie erhalten hatten. …. (Cyprus Mail, 4. Mai 2017, S. 5, George Psyllides).“

Korruption ist also auch im Süden der Insel ein sehr verbreitetes Problem. Es ist manchem so verbreitet, dass es gar nicht mehr als solches gewahr wird. Manche/r mag denken, dass das die Art und Weise sei, wie die Dinge nun mal zu sein haben. Sogar die mächtige EU in Brüssel und/oder Straßburg mit ihren TOLLEN Aufnahmekriterien, die es zu erfüllen gab, um Vollmitglied im Club namens EU zu werden, konnten so etwas nicht für immer und alle Zeiten auflösen auf Zypern. Hat wohl auch niemand erwartet. Doch es scheint schon länger dringend Bedarf zu bestehen, dass jemand von außen den Zyprern nochmals in irgendeiner Weise klarmacht: SO GEHT’S NICHT!

OK, wenn man sich ansieht, was in Rumänien und Ungarn oder Polen, Italien, Frankreich alles geht … . Sogar im General Hospital (Krankenhaus) von Nikosia musste ein Oberarzt und weitere Ärzte wegen Korruption das Handtuch schmeißen. 128.000 € soll Herr Kyamides zurückbezahlen, die er Patienten nachweislich abgenommen hat. Der arbeitete nach dem Motto: Extra Kohle her oder keine Behandlung! Den Trip konnte der Chefarzt im General Hospital knapp 8 Jahre durchziehen, von 2008 bis 2016. Von sowas wie ärztlicher Ethik und dass einem Patienten vorerst mal geholfen werden muss, scheint Herr Kyamides sich zusehends verabschiedet zu haben, es vergessen zu haben, wenn es ums Geld geht und ging.

Verwundert, zu lesen, dass es die Cyprus Air demnächst – oder etwa immer noch? – wiedergeben soll. Man hatte doch so am Rande mitbekommen, die hätten der Gesellschaft einen anderen Namen verpasst damals: Cobald, oder so. Jedenfalls ist wieder die Rede von dieser Airline und unter dem alten Namen. Die soll ab Juni 2017 nach Rhodos, Kreta und Tel Aviv fliegen von Larnaka aus. Ob sich die beiden ersten Destinationen bezahlt machen werden, erscheint doch wohl eher fraglich.

Nun: Von dieser ehrenwerten Flugzeuggesellschaft gedanklich über das Wort Pilot, weil Piloten fliegen ja zusammen mit Computern Flugzeuge, zu „Pilotprojekt“ zu kommen, ist zugegebenermaßen nicht gerade Höchstleistung im Geist. Doch es ist ja bitte sehr auch Sonntagmorgen. Die Sonne scheint, die Tauben gurren, das Meer winkt und winkt von Weitem und ich sitze immer noch hier und schreibe eben nun davon, dass es ein Pilotprojekt geben wird, welches das Ziel hat, Schildkröten aus den Netzen der Fischer zu halten. Ansprechpartner ist eine Yianna Samuel. Sie spricht von einer europaweiten Initiative namens „Life Euroturtles“. Grün leuchtende Lampen an Fangnetzen anzubringen, soll helfen, Schildkröten zu signalisieren: dort besser nicht rein schwimmen! 64% weniger tote Schildkröten seien das Resultat – so in etwa. Den Fischern bringt es auch was, da sie weniger oft beschädigte Netze aus dem Meer ziehen.

OK, solang Kalbs- oder Rindfleisch nicht übers Meer in die Bäuche seiner Konsumenten von einer Seite der Trennlinie zur andern der Insel im südöstlichen Mittelmeer kommt, will ja keiner was gesagt haben. Ist doch wahr! Schauen Sie sich doch an, wo die türkische Lira im Vergleich zum Euro gelandet ist! Letzterer ist so in etwa 3 Mal so kaufkräftig. Mustafa Şeytancık ist nämlich Metzger im Norden. Also nicht hier im Süden, drüben. Und der findet es gar nicht lustig, dass die Fleischpreise so gestiegen sind in letzter Zeit. Sie werden hier angekommen, eventuell denken: Der soll sich nicht so haben, ist doch eh Ramadan. Stimmt! Dennoch wollen viele Muselmanen nach dem Fastenbrechen auf ihr Kalbs- oder Rindfleisch nur ungern verzichten. Ein bisschen Freude muss ja wohl auch beim Fasten aufrecht erhalten bleiben. Und daher erwägen manche, ja stellen Sie sich das vor, dem soll nun wirklich vereinzelt so sein, sich mit dem nötigen Material, sozusagen, im Süden zu versorgen. So teuer ist das Fleisch im Norden also inzwischen, dass einige Bürger aus dem Norden, die ja auch – automatisch – Bürger des Südens sind, Fleisch schmuggeln. Gewiss ist einer oder die andere geschäftstüchtig genug, mit kleinem Aufpreis das einstige Kuhleben an Interessenten zu verdealen. Pikant daran: Das Fleisch dürfte nicht helal geschlachtet worden sein. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Kofferraum geöffnet werden muss an der Grenze. Die wollen lediglich IHR Fleischgeschäftchen ausheben. Im Süden soll das Kilo umgerechnet 27 TL kosten, wohingegen es im türkischsprachigen Norden bereits 60 TL kosten soll. Das sind ungefähr 16 Euro.

Ramadan wird dieses Jahr im Norden vielleicht schon etwas, wie soll man sagen, festlandtürkischer geprägt sein: noch mehr Orte, an denen von Wohltätigkeitsvereinen und anderen Interessierten auf öffentlichen Plätzen zum Fastenbrechen eine Mahlzeit kostenlos an Fastenbrecher, aber auch andere Interessierte, ausgegeben wird. Bislang hat von diesen wohltätigen Menschen niemand gefragt: Fastest du auch? Dürfte sich wohl auch trotz verstärkter Präsenz festlandtürkischer Organisationen nicht geändert haben. Ob die Frage: Bist du Muslim kommt, gälte es noch auszukundschaften.

Nicht wenige Familien im Norden sollen sich diesen Luxus gar nicht erlauben können, auf diese Verteilaktionen zu verzichten. Das hat damit zu tun, dass sie eh am Existenz-Minimum leben. Viele geschiedene Frauen und ‚ihre‘ Kinder sind vorrangig betroffen. 2007 sollen 440 Menschen sich verheiratet haben und 548 Paare ließen sich scheiden. Im Jahr darauf heirateten 422 Paare und 571 ließen sich scheiden. 2009 waren es 261 zu 669, im Jahr 2010 sind es 354 zu 706 gewesen, 344 zu 739 im Jahr 2011 und so ging das in etwa weiter, doch nicht ganz: Im Jahr 2016 kam es zu 24 Eheschließungen und zu sage und schreibe 841 Scheidungen.

Eheberaterin Nihal Salman ist der Ansicht, dass es im Norden Zyperns dringend eines Familienministeriums bedarf. Eigentlich ein mittelgroßer Skandal, dass die dort so etwas noch immer nicht haben. Sie konnte feststellen, dass Paare meist in den ersten 5 Jahren ihrer Ehe auseinandergehen. Mal abgesehen von jenen, die ohne Eheschein zusammenleben, meint Salman, zeigen die Statistiken auch, dass die Anzahl der Kinder den Entscheid, sich scheiden zu lassen, beeinflusst. Familien mit mehr als 3 Kindern hätten eine Scheidungsrate, die bei über 7,7 % liege – ein recht hoher Wert.

Dennoch haben Frauen auch im Norden Zyperns Aufstiegschancen. Das soll aber nicht bedeuten, dass Frau Sevcan Görgüner eine geschiedene Frau mit Kindern ist. Vielmehr hat sie es geschafft, die erste Frau im Norden zu sein, die Vorsitzende der Türkisch Zyprischen Industriekammer geworden ist. In England hat sie ihre Uni-Ausbildung abgeschlossen und ging dann nach Istanbul, um beruflich Erfahrungen zu sammeln, wie sie in der türkischzyprischen Kibris Gazetesi erzählte. Dort arbeitete sie für eine internationale Firma, wo sie auch zur höchsten Chefin aufstieg. Im Jahr 2000 kehrte sie jedoch nach Zypern zurück. Die 1969 Geborene kommt aus einer Familie, die im Norden im industriellen Sektor schon seit den 50er Jahren tätig ist. Sie war sozusagen von Anfang an ein Kind des Industriesektors des Landes.

Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren auf Zypern. Auch wenn sich die beiden Inselteile wohl vorerst nicht vereinigen werden, scheinen genügend Auswege für die Bevölkerung parat zu sein, die Kurve im Allgemeinen zu kratzen und ein einigermaßen anständiges und durchaus auch noch gemütliches Leben führen zu können – wenn man ein bisschen Glück hat und wenn man nicht in die „emotionale Inzest“-Falle tappt. Mütter würden ihren 30 Jahre alten Söhnen oder Töchtern nämlich noch das Bett machen. Die lieben großgewordenen Kinder bevorzugen Hotel Mama, auch, wenn sie über 30 Jahre alt sind. Kinder beteiligen sich offenbar generell wenig bis gar nicht an finanziellen Ausgaben für Elektrizität etc., auch nicht, wenn sie arbeiten und einen guten Job bekleiden etc. Die gute Brut wird also in aller Regelmäßigkeit meist verzogen. Die häufig vorzufindende Unselbstständigkeit der zyprischen Jugend und jungen Eltern hat noch mehr Gründe, doch das ist einer, der Ausländern schnell auffällt.

Ohne dieses zuvor erwähnte gewisse Quantum an Glück scheint es für viele Zyprer in näherer Zukunft enger zu werden, prognostizieren Soziologen und andere vermehrt hier auf der Insel. Zwar boomt der Tourismus gerade mal wieder, doch Menschen, die keine guten Abschlüsse vorzeigen können, weil sie niemand wirklich dazu anhielt, sich anzustrengen, werden schon länger nicht mehr mit Traumlöhnen entlohnt auf Zypern – auch keine Einheimischen mehr. Anstatt schlecht ausgebildeten Zyprern, die mehrheitlich immer noch in längst nicht mehr zutreffenden, alten Bildern von sich verhaftet leben, werden besser an bestehende berufliche Anforderungen angepasste Ausländer engagiert. Letztere haben den Vorteil, mit geringerem Lohn abgespeist werden zu können. Meistens jedenfalls.

In Schulen und Universitäten der Griechischzyprer muss dringend ein Umdenken eingespeist werden. Verwunderlich ist noch immer, auf Zyprer zu treffen, und das passiert andauernd, auch jene, die 10-20 Jahre im Ausland lebten, meistens in England, nicht in den Norden fahren wollen. Total verbissen diese Leute, lehnen ab, was sie gar nicht kennen, und wenn, dann vom Hören-Sagen. Viele dieser Leute haben Universitätsabschlüsse usw.

Da hilft auch nur wenig, wenn überhaupt, dass der Staat Müttern, die mehr als 4 Kinder haben, extra 300€ bezahlt, auch wenn die Kinder schon längst keine Kinder mehr sind, sondern Heranwachsende. Man muss dazu allerdings weniger als 15.500€ im Jahr verdienen.

Es ist also auch die Berichterstattung in den Medien anzuprangern, die dringend reformiert gehört – und aufgezeigtes Gebrabbel des Erzbischofs zeigt jedem Zweifler spätestens: So geht’s nicht!

***

Dass bei zyprischen Gemeinden Angestellte nebenbei noch oft einen Posten in einer Partei haben, erscheint auch Ihnen, kein Grund zur Beunruhigung zu sein? Das Gesetz auf Zypern verwehrt sich allerdings vor dieser allzu häufig praktizierten Gesetzesumgehung, die seit Jahren von allen Beteiligten sehenden Auges begangen wird – so eine Art Volkssport. Auch Glafkos Hadjipetrou von der Gemeindeangestellten-Gewerkschaft ist gegen die Praxis. Denn: „Ein Gemeindeangestellter ist da, um der Öffentlichkeit zu dienen!“

Der sogenannte Orphanidou-Fall hat das Rädchen der Diskussion über dieses Thema in Schwung gebracht letztens. Da alle im Parlament beteiligten Parteien – vielleicht die faschistische ELAM ausgenommen, da die noch neu im Geschäft ist – am Gesetzesbruch lustig teilnehmen, ist es auch ‚äußerst lustig‘, den Damen und Herren im Parlament dabei zuzuhören, wenn sie sich bezüglich dieses Themas mit eigens hergestelltem Schlamm bewerfen. Bislang gibt es ein paar Dutzend Fälle, die der Oberstaatsanwalt Klerides auf den Tisch bekommen haben soll. Noch mehr dürften folgen. Ein Schmierentheater sondergleichen – wieder einmal! Nicht etwa in diesem Zusammenhang stehend, aber weil schon mal die Rede von Theater ist:

Das 17. Internationale Pharos Kammermusik Festival beginnt nächsten Freitag, und zwar wieder in der sogenannten Shoe Factory Nikosias. Susanne Elmark und Christian Westergaard aus Dänemark werden auftreten. Debussy, Alban Berg, Richard Strauss, Sergei Prokofiev und Edvard Grieg haben die beiden im Programm. Einige mehr singende Stars und Instrumente spielende Sternchen sowie entsprechende Arien aus Opern dazu, hat das Pharos Festival durchaus auch noch zu bieten. Tel.: 00357 22 663 871, whatson@cyprus-mail.com.

Vielleicht wird das Spektakel in der Shoe Factory ja auch wieder aufgezeichnet von der RIK, dem zyprischen Fernsehsender. Die zeichnen ja alles Mögliche auf, warum nicht auch das. Hauptsache, das Ding ist im Kasten und keiner kann behaupten, die RIK sei parteiisch. Wenn da nicht diese oppositionelle Politikerin wäre:

„ … Freiheitskämpferin Eleni Theocharous, der es gefällt, den Eindruck zu vermitteln, mit höheren und nobleren Dingen zu tun zu haben als die meisten Politiker [Zyperns], zeigte letzte Woche ihr wahres Gesicht, als sie eine Verlautbarung herausgab, in der sie den Staatssender RIK verbal anging. Der Grund? RIK hatte keine Kamera-Crew vorbeigeschickt, um Kommentare aufzuzeichnen, die Dr. Theocharous gemacht hatte. „Wir denken, es ist nicht die Aufgabe der RIK, oppositionelle Stimmen außen-vor-zu-lassen. Auch ist es nicht ihre Aufgabe, lediglich die Politik der Regierung zu unterstützen“, sagte die von sich eingenommene Theocharous.

Die Idee, ein Kameramann habe zur Stelle zu sein, wenn immer ein politischer Loser sein oder ihr Mundwerk öffnet, um den gleichen Blödsinn zu wiederholen, der schon seit den letzten 10 Jahren gesagt wird, ist weit verbreitet [auf Zypern]. Politiker denken, nur, weil sie das Budget von RIK abnicken [im Parlament], der Laden gehörte ihnen nun und habe ständig an ihrem Rücken zu kleben. Die einzige angebrachte Kritik an RIK ist, dass zu viele Ressourcen verschwendet werden, um zyprische Partei-Vorsitzende aufzuzeichnen, die eh Nichts sagen. Und die Theocharous sollte schon mal gar nicht nörgeln, weil, indem die RIK Politiken der Regierung stützt, bewirbt die RIK den Widerstand zu einer Lösung [der Zypernfrage] zu kommen – so wie auch den ihrigen [Sunday Mail, 14. 05. 2017, coffeeshop] … .“

Zuletzt: Verpasste Chance. Die Volksrepublik China hätte neue Akzente setzen können, ja müssen, hier auf Zypern. Ihr Botschafter, Herr Xingyuan hat in seiner Rede am 18. Mai 2017 nämlich davon gesprochen – im Zusammenhang mit dem „Belt and Road Forum“ -, dass die Asiatische Infrastruktur Investment Bank Zypern als ein Mitglied aufzunehmen gedenkt. Gemeint ist ziemlich sicher die Republik Zypern, aber nicht der Norden Zyperns. Diesem Schisma hätte man sich nicht anschließen sollen als relativ neuer Player in Sachen Zypernfrage, sondern beide Teile galt es, aufzunehmen. PUNKT. Jedenfalls gibt es einige Leute, die hier nicht genannt werden möchten, die in diese Richtung denken. Ebenso wäre wünschenswert, wenn auch im Norden gemachte Diplome (Uni etc.) anerkennt würden. Bei Letzterem besteht jedoch ‚Hoffnung‘, dass das noch eher der Fall werden könnte, da ja die EU nicht davor zurückschrecken soll, solche Diplome aus dem Norden Zyperns teils anzuerkennen.

Und dann schwadronierte Herr Botschafter noch über lange Freundschaft, die zwischen China und Zypern bestehe: „Freundschaft, die aus nahem Kontakt der Menschen beider Länder erwächst, ist der Schlüssel für gute Beziehungen auf Staatsniveau!“ Bekanntlich haben Frauen aus China die Straßen Nikosias, Pafos‘, Limassols und Larnakas vor noch nicht zu langer Zeit ‚beglückt‘. Ja, da war mal etwas Prostitution am Laufen für eine relativ lange Zeit – auch als der Vorhang im Osten aufgezogen worden war. Heute sieht man dieses chinesische Service-Angebot in den Straßen eher nicht mehr. Viele Zyprioten sind indes mit Chinesinnen verheiratet, meist glücklich.

Mein persönlicher Eindruck ist: Es ist wirklich an der Zeit, dass sich der Riese in Fernost langsam zu bewegen beginnt. Und das geschieht demnächst etwas auf Zypern in Form eines Chinesischen Kulturfestivals, welches irgendwann im September und Oktober 2017 stattfinden soll. Und wissen Sie was? Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich darüber vor Ort berichten. Das wird gewiss ein Highlight, auf welches man sich jetzt schon freuen darf.

Genau so!

Kurznotizen:

Achtung, nicht jeder Taxifahrer auf Zypern ist einer, der die Berechtigung dafür hat. Die Zahl derer, die sich mal kurz so ein Taxizeichen aufs Dach des Autos klemmen, soll steigen.

Medizinisches Marihuana ist freigegeben. Doch es zu erhalten, scheint noch etwas schwierig zu sein. Zu hoffen bleibt, dass im Zuge dieser Entwicklung eine Entkriminalisierung dieser Droge/Mittels beginnt. Zu viele sitzen inzwischen hinter Gittern wegen Besitz oder Verkauf von Marihuana. Ein entspannter Umgang damit gehört schleunigst eingeübt auf Zypern: vonseiten der Behörden vor allem.

Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern sagte vor Kurzem, endlich: „Ohne Aussicht auf eine gemeinsame Basis, ist eine Shuttle-Politik [also, dass er hin und her vermittelnd zwischen den beiden zyprischen Seiten sich diplomatisch bewegt] ohne Basis.“ Herr Eide scheint nun kapiert zu haben, dass sich auf das betriebene Spiel der Zyprer über Details, Prozeduren und anderes Zeug zu streiten, einzulassen, lediglich einer zyprischen Strategie Folge geleistet wird, die letztlich in viel Wind um NICHTS monatelang endet – plus angeblicher „Lösung der Zypernfrage, DEMNÄCHST!“

Langsam dämmert es einigen angeblich freien Medien auf Zypern, dass eigentlich noch nie, außer einmal, eine Diskussion türkischzyprischer und griechischzyprischer Politiker im Fernsehen oder Radio den Steuerzahlern geboten wurde in all den Jahren seit der Trennung. Dass dafür kein Interesse besteht, behaupten gewiss lediglich beinharte Extremisten, jene, die sich gern selbst „Patrioten“ nennen. Nach all den Jahren des BLA-BLAs bei Wiedervereinigungsverhandlungen ist einfach nur noch verwunderlich, dass die zyprische Öffentlichkeit sich solch Indoktrination und Beschneidung ihres Rechts auf Information – vor allem eine, die sie angeht – gefallen lassen. Die Bürger scheinen wohl doch nicht so mündig, wie sie sich gerieren. Schade. In diesem Zusammenhang haben allerdings auch die großen mittel- und nordeuropäischen Mediensender versagt: BBC, ARD, FRANCE 24 usw. – die der Griechen in Athen und Thessaloniki sowieso.

Es ist also nicht so weit her mit der gepriesenen Freiheit der Medien und der Systeme, die angeblich (darin) kursieren soll. Eine öffentliche Diskussion der zyprischen Kontrahenten auf einer Medienplattform, irgendwo in Europa, wenn es auf Zypern nicht bewerkstelligt werden kann aus systemischen Gründen, gehört also dringend in die Öffentlichkeit gestellt, damit die Letztere sich endlich eine Meinung bilden kann, die fortan weniger von Lügen und Geldinteressen gewisser Akteure etc. zugepflastert in der Welt herum ist und Schaden anrichtet. 50 Jahre und mehr BLA-BLA auf Zypern, in Europa und in den UN und noch nie hat die griechischzyprische Seite sich zu so einem Duell gestellt, bzw. noch nie hat jemand Druck von außerhalb gemacht, dass es endlich mal zu so einem Showdown kommt.

Na, wenn da nicht WAS vor sich dahinfault!

Die Regenbogenflagge der Schwulen- und Lesbenbewegung wurde erstmals auch in Pafos vom Bürgermeister der Stadt hochgezogen gelassen. Mit mehr darf dann aber nicht gerechnet werden, also, dass Herr Bürgermeister sich dem Marsch anschließen würde. Eh verwunderlich, dass es so weit kommen konnte auf einer Insel, wo die Kirche noch seltsame Dinge von sich gibt, obwohl diese Lebensweise ja nachweislich bereits seit der griechischen Antike und davor existiert – und der Bevölkerung eine weitverbreitete Homophobie konstatiert werden kann.

Die EU verlangt, Zypern möge endlich eine 19%-Steuer auf Bauten und Bauflächen einführen. Brüssel scheint nun spürbarer Druck aufgebaut zu haben diesbezüglich, sodass im zyprischen Parlament schon mal – zumindest – darüber diskutiert wird. Die Maßgabe ist nicht gern gesehen, auch nicht von den vielen sogenannten Developers im Land – aber nötig. Zu viele unfertige Bauten stehen nämlich in der zuweilen schönen Landschaft. Und es sieht ganz danach aus, als würde diese unschöne Auswirkung bei einem eventuell bevorstehenden, kommenden Bau-Boom als eines der Ergebnisse dessen wieder Aufwind nehmen, sodass womöglich die Anzahl solcher Geisterhäuser zunehmen wird. Die Einführung einer 19%igen Mehrwertsteuer könnte den Einen oder die Andere vorher und nochmals darüber nachdenken lassen, ob das geplante Bau-Projekt überhaupt Abnehmer finden wird. Rohbauten, die länger als 5 Jahre die Landschaft verschandeln, gehörten von Gesetz wegen wieder abgeräumt. Solch eine Initiative sollten die zyprischen Grünen eigentlich mal lancieren, die aber meist andere Themen bearbeiten, als ur-grüne. So geht’s aber nicht weiter!

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Übern Rhein

Quelle: Übern Rhein

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Es ist wirklich etwas los im Ländle, wenn man sich ansieht, was kulturell geboten wird. Schon irgendwie so viel davon gibt‘s, dass man sich fragen muss, ob die Leute etwa vor sich selbst, oder aber den langen Winterabenden vor dem Fernseher zu Hause fliehen? Letzteres ist verständlich, ersteres indes durchaus fraglich: Leute, die mit sich und der Welt nichts anderes mehr anfangen sollen können, als sich eine Ladung Ablenkung, äh, wie auch immer verpackte Kultur, abzuholen, kann so doch nicht sein. Diese Interpretation ist einfach Schwachsinn?

Nun, zum Glück markiert ja der heutige Muttertag am 14. Mai den Anfang dessen, gemeint ist, dass es wettermäßig von nun an wohl wirklich in Richtung 30 Grad und wahrscheinlich an einigen Tagen auch darüber hinaus gehen dürfte – und da muss man doch ganz einfach raus aus der Bude und in die Welt. Klar, man könnte in den Wald oder an einen Badesee gehen. Letztere sind allerdings längst nicht in genügend großer Anzahl im Dreiländereck vorhanden, wenn es mal richtig warm ist, also solche Seen, wo Frau X und Herr Y auch baden gehen dürfen, ohne sich gleich eine Anzeige, Buse oder eine „amende“ einzufangen. Oder eine Abmahnung! In den Rhein zu springen, ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, auch wenn die Chemieriesen in Basel und andere behaupten, es bestünde gar keine Gefahr mehr, im kalten Rheinwasser zu schwimmen. Der Fluss sei von gefährlichen Resten aus den industriellen Anlagen so gut wie vollkommen befreit.

Wurde ja auch Zeit, dass das Sönnle mal sein Gesicht für länger zeiget, gell? Und nicht vergessen: die Le Pen ist weg vom Fenster, wahrscheinlich auch deshalb, weil die Sonne im Westen untergeht? Die Ratten verlassen jedenfalls gerade das Schiff namens geplanter Völkischer République Française. Hoffen wir mal, dass die Damen und Herren von der Front National nicht das Ufer wechseln, nein, nicht vom schwul oder lesbisch werden ist die Rede, das wäre uns wohl egal, sondern davon, dass die plötzlich auf dem anderen Rheinufer ihr völkisches Ding abziehen kommen. Schließlich sind im Herbst ja in Deutschland Wahlen und da sind Unterstützer eigentlich immer gefragt – aber nicht solche! Keine Angst, die Aussichten auf so ein Stelldichein werden sich wohl in einem überschaubaren Rahmen gestalten. Man mag in diesen Tagen nach der Wahl Macrons direkt öfters als sonst in Richtung Westen über den Rhein setzen vor Freude darüber, dass die Nazis weg vom Fenster sind – Bekanntschaften machen gehen, das Elsass von Grund auf sich doch noch mal etwas Näher ansehen. Vorurteile über Bord werfen. Weg damit! Die sind doch schließlich auch ein Teil unserer Freunde, der Franzosen. Mit Macron im Sattel im Elysée-Palast können Träume wahr werden. Nur welche? Dass die EU sich nun endlich dazu aufrafft, zweigleisiger zu fahren? In TRT-Türk war ein Wirtschaftsanalytiker am 11. 05. 2017 in den Abendnachrichten zu hören, der so etwas von sich gab wie Zweigleisigkeit der EU werde fortan zu erwarten sein. Welche Implikationen Macrons Herrschaft des Nicht-Establishments – siehe die Besetzung der Posten in seinem Kabinett – auch immer haben mag, sicher ist, dass Frankreich trotz erheblichen Problemen im Wirtschaftsbereich mit auf dem Gleis fahren wird, auf dem auch die BRD fährt – wenn es denn je zu so einer Aufsplittung der EU kommen wird. Dass im Elsass wieder vermehrt Deutsch gelernt werden soll, ist hie und da auch zu vernehmen. Und dass die völkischen Horden der Front National Frankreichs den Weg über die Schweiz nehmen könnten, um Deutschlands Wahlen zu unterwandern, mag noch nachgeschoben werden, könnte dann eigentlich nur dem Umstand zu ‚danken‘ sein, dass die davon gehört haben, dass die Tram-Linie 3 von Saint-Louis nach Basel seit dem 12. Mai. 17 um die Mittagszeit wieder zusammengefügt wurde, und so ihre ‚action clandestine‘ (Geheimaktion) durchzuziehen gedenken www.lalsace.fr/haut-rhin/2017/05/13/saint-louis-et-bale-sont-relies.

In der Schweiz – Thurgau – läuft der Trend derzeit anscheinend dahin, dass nun Französisch, welches sozusagen obligatorisch gleich von Anfang an in Grundschulen den Schülern verabreicht worden ist, gestrichen wird. Es sei den Kindern einfach zu viel zugemutet, wird gesagt, so, als ob es usos wäre, dass Englisch ab der 4. Klasse (wenn ich mich nicht täusche) als dominante Sprache geschluckt werden müsste und Französisch dann einfach EINS zu viel sei. Ganz ehrlichmal: Wer etwas rechnen kann in, sagen wir, globalen Dimensionen, und dies bis auf 15 Jahre voraus, der wird erkennen, dass beispielsweise Chinesisch, Indisch oder Spanisch zu lernen wesentlich mehr Aussicht haben könnte auf Erfolg – zumindest aber genau so viel wie Französisch oder Englisch, um den Fortschritt und das Lebensniveau der Schweizer sichern zu helfen. Französisch spielt durchaus in der gleichen Liga, vor allem, wenn dem Gerede darüber, dass Afrika in 10 Jahren und mehr die Goldgrube, metaphorisch gesprochen, schlechthin werden soll, beziehungsweise schon ist, Glauben geschenkt wird. Ob man nicht vielleicht besser andere Fächer streichen oder einschränken würde im schweizerischen Curriculum? Was die Schweiz angeht, geht es beim Thema Französisch ja auch um die Frage des inneren Zusammenhalts. Bekanntlich wird diese Sprache von knapp einem Drittel der Schweizer Bevölkerung als Muttersprache gesprochen – und es war auch mal vertraglich vereinbart, und ist es noch, darauf zu achten, dass auch Sprachen wie Romanisch oder Italienisch nicht ins Abseits geraten gegenüber Französisch und natürlich Deutsch – je nach muttersprachlicher Befindlichkeit der jeweiligen Kantone ausgerichtet, hat man sich das vorzustellen. Doch genau dieser Absprache kehrt man nun in einigen Kantonen den Rücken, nur, weil die Kleinen Mühe haben, ihre Handys mal zur Seite zu legen, um sich für den Staatsapparat Schweiz förderlichen, essentielleren Dingen zu widmen? Die betriebene Heraushebung des Deutschen, wie auch des Englischen im Schulbetrieb vieler Kantone der Schweiz, längst noch nicht aller, aber der meisten, steht dem multilingualen, weltoffenen alpinen Gesicht aber so auch gar nicht an – beißt sich irgendwann womöglich ins eigene Bein. Vielleicht liegt die Lösung ja darin, die Schüler Bantu, Mandinka oder aber Swaheli lernen zu lassen? Wenn schon, denn schon!

In Basel ist der gute alte Badische Bahnhof vielleicht schon demnächst nur noch schöne Erinnerung. Bekanntlich wollen die Schweizer diese Stadt ja noch etwas mehr durchlöchern wie einen Schweizer Käse. Das Geld scheint noch dafür vorhanden zu sein. Noch! Ob die Stadt Basel und ihre Bevölkerung solch einen Aufwand dann aber auch wirklich gustieren, ist eine andere Frage. Sicherlich hätte man als Baselbesucher oder Baslerin den Verkehr gern besser entspannt und mehr Parkplätze etc., was erwähntes Durchbohrungs-Projekt verspricht zu erschaffen. Doch eine Baustelle ist nun mal eine Baustelle. Und Großbaustellen haben die unangenehme Angewohnheit, dass sie Leute, die schon an ein gewisses Stauaufkommen und Parking-Not gewöhnt sind, dann womöglich sich endgültig entwöhnen könnten von diesem ‚Normalzustand‘, und plötzlich wenig Lust empfänden, ihre Investitionen oder Arbeitskraft in dieser Stadt zu binden. Nur mal so am Rande, und auch weil die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch zu sein scheint: Beim Buddeln im Basler-Grund könnte noch auf so manche ATTRAKTION aus der Steinzeit oder gar davor gestoßen werden, Stadtanlagen ungeahnten Ausmaßes oder Art Saurierfriedhöfe, die im einst trockengelegten Morast auf Entdeckung im 21. Jahrhundert lauern, sodass die Untertunnelungs-Arbeiten dann womöglich unschön prolongiert werden müssten – zur FREUDE all jener, die am Rheinknie endlich in etwas wie einer Metropole aus- und eingehen wollten, in der scheinbar alles wie auf Knopfdruck funktioniert. Und war da nicht mal die Rede von seismischen Aktivitäten, die in der Region am Rheinknie auf Grund gewisser Verschiebungen der Erdplatte, die sich vollziehen, geradezu zwangsläufig in katastrophalen Ausmaßen ergeben könnten – und bereits in homöopathischen Dosen ihr Dasein ankündigen und scheinbar nur auf einen Anlass warten?

Ja stimmt, Receb Tayyıp Erdoĝan in der Türkei hat es vorgemacht. Der hat ja schließlich auch einen weiteren Tunnel in Istanbul von Europa nach Asien oder umgekehrt verlegen lassen – und dort rumpelt es in der Erde andauernd noch mehr als am Rheinknie; und ALLE warten anscheinend, wann der Crash denn nun wohl kommt – nicht das den jemand wollte oder wünschte, doch Allahs Wege sind nun auch dort unergründlich. Danach, nach diesem Crash, der nie kommen möge, kann aber gewiss gut darüber gerätselt und diskutiert werden, wer ihn auslöste und wer vonseiten der Menschen dafür verantwortlich zeichnet, waghalsige Projekte, vor dem Hintergrund des Wissens über die hohe Wahrscheinlichkeit, dennoch umgesetzt zu haben. Wahrhaft, dann wird wieder etwas los sein! Dann werden es nicht nur Kollateralschäden lediglich der geophysikalischen Art bleiben, die man ausgiebig diskutiert.

Präsident Erdoĝan hat eh gerade seine Forderung nach Beitritt in die EU, Reisefreiheit seiner Bürger und noch einiges mehr erneuert – schreibt die griechischzyprische Eleftheria am 12. Mai 17 empört. Man darf gespannt sein, wie sich Brüssel verhalten wird, wenn die Meldung überhaupt der Wirklichkeit entspricht. Auf TRT-Türk oder RT Arabic etc. konnte den Tag danach davon bislang nichts vernommen werden. Klar doch: In Deutschland sind im Herbst Wahlen und Erdoĝan dürfte mal kurz mitgerechnet haben, also wenn diese Meldung stimmt: Jetzt die Flüchtlingspistole der Merkel und dem Kurz in Österreich, der gerade auf Neuwahlen zusteuert, auf die Brust setzen und dann ist die und der endlich WEG. Ob es sich mit einem Martin Schulz als Kanzler besser Kirschen essen lässt, kann durchaus sein. Der will ja schließlich Erfolge zeitigen und außerdem hat der noch dieses Sozial-Ding als SPD-ler zu laufen, was derzeit vielleicht doch nützlicher sein könnte im Umgang miteinander als dieses neoliberale Geschunkel der Merkel, welches noch nicht mal mit Washington, eigentlich wäre besser zu sagen mit dem Trumptower in New York, unter einer Decke liegend gesehen werden will. Zumindest Visafreiheit und ein fairerer Deal für die Türkei in der sogenannten Zollunion(EU-Türkei) könnten durchaus herausspringen mit etwas Hartnäckigkeit, dürfte das Kalkül (des angehenden Sultanats Türkei) lauten. Das hätte durchaus auch gewisse praktische Gründe, zumindest bei erstem Hinsehen: Die Republik Türkei, Stellvertreterin oder Reinkarnation des Osmanischen Reiches, könnte fortan für diese Art Gefallen nicht nur in der Türkei selbst Flüchtlingsströme und Aufsässige sowie unverbesserliche Kommunisten und Separatisten ‚stillstellen‘, sondern ihre Talente in dieser Disziplin durchaus auch im Kosovo, Mazedonien, Bosnien und Albanien unter Beweis stellen? Schulz wäre es wahrscheinlich Recht, würde er Bundeskanzler werden, den Türken wäre es auch Recht und Griechenland würde dafür halt etwas mehr Stütze einfahren – sei’s drum. Besser als Nichts. Mit welchen Mitteln man allerdings Bulgarien und Rumänien zu solchen Ausflügen der Türken auf dem Balkan überzeugen will, dazu ist mir noch nichts Überzeugendes eingefallen. Ihnen etwa?

Die USA könnten das den Letzteren mal kurz im einem trumpschen Tweed verständlich machen. Also dass die Türken für ihre ordnende Hand im Balkan im Gegenzug ja wohl die Schnauze halten, dass Teile der kurdischen Kämpfer auf syrischem Boden mit richtig guten US-Waffen – endlich – ausgestattet werden, und PUNKT. Wahrscheinlich könnte hier – sozusagen im Nachfolgeschritt und als Verschweißer trumpscher Verwerfungs-Nähte auf dem Balkan (weil hierarchische Ordnung muss halt doch irgendwie gehalten werden in diesen offensichtlich sehr chaotischen Zeiten) – die neue Administration in Frankreich zeigen, was sie draufhat. Die könnte Rumänen und Bulgaren gegenüber so „beherzt“ voranschreiten in obiger Angelegenheit, wie es die Verteidigungsministerin Deutschlands gerade im elsässischen Illkirchen tat. Wahrscheinlich verwendet Frau Ministerin das Adjektiv „beherzt“ neuerdings so oft in ihren Verlautbarungen, weil es ihr ans Herz geht, dass die bösen Nazis sich ausgerechnet in ihren Soldatenstuben, womöglich weltweit, wohl fühlen; oder aber, weil sie als Verteidigungsministerin ihre Aufgaben alles andere als beherzt angeht: kalt berechnend gepaart mit Schlendrian. Da hilft auch nicht, dass das blonde Haar stets geordnet am Kopf klebt als habe Frau Ministerin Stunden vor dem Spiegel dafür zugebracht. Frau von der Leyen hat gewiss noch einige andere Leichen in Bundeswehr-Kellern liegen: Afghanistan, Mali etc. Wir schlagen Frau Ministerin daher einen Besuch der „Urban Cultures in Transit“ vor – ist besser, als die mit Plagiaten volle Doktorarbeit Zuhause nachts – alleine – nochmals und um es sich selbst zu beweisen, dass man es draufhat, zu schreiben, und amüsanter ist es eventuell auch als bundeswehrhafte Leichen beim Saubermachenlassen aufgedeckt zu bekommen. Im „Vitra Design Museum“ läuft auch für Leute wie der Leyen das ab, was unter „Mudun“ geboten wird. Das ist Arabisch und ist der Plural von dem Wort Stadt – „Städte“. Ab dem 13. Mai kann der Event bereits besucht werden. Enden tut der Mudun-‚Spaß‘ im Vitra vor „Weil am Rhein“ allerdings bereits am 20. August. Bei den vielen Plagiaten in der Arbeit wird Frau Ministerin wahrscheinlich wenig Zeit haben, doch diesen Event, den sollte sie nicht vermissen, weil dann braucht man sich beim Thema zukünftig nicht mit der geistigen Arbeit anderer um sich werfen. Man kann dann, sozusagen, (mit) ORIGINAL glänzen. Und wer glänzt nicht gern am Sternenhimmel über dem Reichstag, äh, Bundestag? Die Mudun wird gewiss auch helfen, sich etwas Durchblick in Dingen zu verschaffen, Einfühlungsvermögen, die verstanden werden sollten in solch doch eigentlich recht bequemen verteidigungstechnischen Amt: „Die Ausstellung Mudun, Urban Cultures in Transit zeigt diese Metropolen [Ankara, Bagdad, Teheran, Tangier etc.] aus einer Mikroperspektive: Sie erzählt von der Architektur, von Stadtquartieren und den Protagonisten, die sie prägen. Anhand von zeitgenössischen Fotografien, Modellen und Texten stellt sie Dynamik und Atmosphäre einzelner Orte und das Verhältnis der Menschen zu ihrer räumlichen Umgebung dar. Das Projekt ist eine Kooperation des Vitra Design Museums mit den Herausgebern des Magazins Brownbook aus Dubai. Welche Bedeutung hat das architektonische Erbe des 20. Jahrhunderts? Und wo haben politisch Bedingungen das städtische Gefüge geformt? Welche interkulturellen Identitäten entstehen in der Diaspora? [Untersucht wird] die zeitgenössische Stadtkultur in der MENA-Region, einer Gegend, deren Metropolen Platz für kritische Debatten, Subkulturen und künstlerische Avantgarden bietet, [dazustellen] … www.designmuseum.de/de/ausstellungen/dedetailseiten/mudunurbanculturesintransit.html.“

 

Apropos Subkulturen: Da ist doch der Canto Allegro Chor aus Lörrach zum Papst gefahren. Sie wissen doch, dem Franziskus. Also der, der immer Füße küsst und/oder wäscht, ja, die von Kriminellen und anderen, die zu wenig Liebe – war es wohl – abgekriegt haben. Die Rede ist also von jenem Vertreter des Petrus, der Abtissinnen immer noch nicht ermöglichen mag, weil es im II. Konzil in den 1960er Jahren verunmöglicht wurde, dass Frauen, also Abtissinnen, wieder so ungefähr wie Bischöfe machtvoll auftreten innerhalb der Kirche, eben genau so, schalten und walten können. Zudem hohen Ereignis sind die glücklichen Sängerinnen und Sänger aus Lörrach auch noch in eine Generalaudienz des Papstes geraten, stellen Sie sich das vor, in eine Generalaudienz und durften huldvoll empfangen trällern. Das Bild www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.Loerrach-Loerracher-singen-fuer-papst.37df2626-c2b6-451c-aaac-912bb51b9312.html in der Zeitung von den im heiligen Schein des Papstes Getauften aus Lörrach, das müssen Sie sich einfach ansehen: Wie immer ist die Anordnung – und so wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit, Amen: Keine Frau, die etwa vorne im Bild steht, sondern in diesem Fall stehen dort eben 2 Männer, die den Vordergrund zieren, der eine weiß gekleidet wie der Heilige Geist so weiß und der andere schwarz wie, ja wie wohl, sagen wir, wie ein Erdensünder. Einer der beiden ist natürlich der Papst selbst und dahinter stehen dann die wahrscheinlich beglücktesten Sängerinnen und Sänger, die die Welt bislang gesehen hat. Wirklich eine Augenweide, wie sie da vor dem Herrschaftssitz des Papsts im Vatikan sich zeigen. Schön. Bravo. Gutgemacht. Da fallen einem gleich all die guten, sagen wir reformorientierten Dinge ein, die in der Welt missionarisch und anders betrieben wurden von der mächtigen Kirche und vielleicht doch vordringlich dazu verhalfen, dass solch Pracht erbaut und erhalten werden konnte, sodass man sich ungeniert davor mildtätigst oder beglückt, ja bestens beides, ablichten lässt. Die Oberbadische: „Da die Kirchengemeinde St. Peter [in Lörrach] im Jahr 2002 keinen Chor hatte, um dem Weißen Sonntag einen feierlichen Rahmen zu geben, beschlossen Eltern von Kommunionskindern einen Chor zu gründen. … . In Dankbarkeit für das Erreichte [man singt seit Jahren zusammen und tritt auch auf], aber auch mit der Zuversicht, weiterhin viele schöne Momente mit dem Chor erleben zu dürfen, war seit langem die Idee gereift, anlässlich des 15-jährigen Bestehens eine Chorreise nach Rom zu unternehmen. … Auftritt vor 70000 Gästen bei der Generalaudienz. Der größte Augenblick der Rom-Reise war der Moment, als Papst Franziskus auf den Chor Canto Allegro zuging, um sich bei ihm für den Gesang während der Generalaudienz zu bedanken. Canto Allegro fand neben einem Chor aus Ungarn ganz vorne am Altar einen Platz und hatte die Ehre, die Generalaudienz des Papstes mit seinem Gesang zu gestalten … Mit der persönlichen Zuwendung und dem Segen des Papstes hätte man sich am Ende keinen schöneren Dank vorstellen können.“

Nein, das ist nicht einfältig oder so etwas! Eher spirituell, vielleicht nicht spiritistisch unbedingt. Wem es was gibt nach Rom zu fahren und mit dem Papst sich abzulichten, also im Glanze Seiner Heiligkeit, dem sei es gegönnt. Doch wie gesagt: Herr Papst könnte, ja müsste, den Abtessinnen unbedingt wieder mehr Verfügungsgewalt in der katholischen Kirche zukommen lassen, letztlich der Frau an sich, und dann nehmen ihm VIELE Schäfchen wahrscheinlich noch Hingebungsvoller seine Milde ab. Es geht ihm dabei nichts verloren, außer 5 Minuten seiner himmlischen Sendbotenzeit. Schließlich hatte der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, auch genügend Zeit gehabt, um Seelöwen im Zoo von Karlsruhe zu segnen. Soll sogar dafür von einem der tierischen Gläubigen geküsst worden sein, siehe Video www.badische-zeitung.de/video-freiburger-erzbischof-will-robbe-segnen-und-wird-gekuesst.

Wahrscheinlich sind es lediglich einige griesgrämigen Bischöfe, die ums Verrecken, wie man sagt, keine Frau auf ihrer Ebene sehen wollen. Diese Herrenriege mal kurz in 3 Minuten von diesen zuvor erwähnten 5 Minuten, die zur Verfügung stehen müssten, um ETWAS zu unterschreiben, zusammenstauchen – auf die Barmherzige, versteht sich. Herr Franziskus erbarmen Sie sich IHRER! Von den Katholikinnen ist die Rede. Ansonsten könnte womöglich noch jemand behaupten: Egal, was „Papa“ tut, es ist letztlich doch zu „verkopft und elitär!“

Dieses Argument machte in Lörrach bekanntlich so um den 11./12. Mai die Runde. Das Burghof-Theater wurde von Experten so bewertet. Die Wogen schlugen nach derart UNGLAUBLICHER Bewertung gleich recht hoch. Die Experten wüssten doch gar nicht, was im Burghof abläuft, hätten die Entwicklungen vor Ort verpennt – usw. Und auch wenn nun lediglich mit einer Enthaltung den Kulturleitlinien des Hauses zugestimmt wurde, konnte dennoch hie und da über die Jahre gehört werden in der Region, was da im Burghof läuft, „ist mir oft zu abgehoben!“ So alt wie der Veranstaltungsort selbst soll dieser Vorwurf sein. Und den meisten Häusern, wo aufgeführt wird, dürfte das Argument – zu abgehoben – bekannt sein.

Doch es sollte einen nicht in Sicherheit wiegen, dass mit einer Stimmenthaltung sich alle anwesenden Interessierten am Burghof hinter das Konzept stellten. Mal sehen, wie der Gemeinderat darüber befinden wird. Ich denke, die werden das Ding durchwinken, weil: „Frick [der Fachbereichsleiter im Burghof] erläuterte, die [kritischen] Interview-Aussagen hätten die Diskussion angeregt, seien aber erkennbar nicht nennenswert in die Leitlinien eingeflossen (Oberbadische 12.05.17).“ Diese Haltung ist bekannt. Verwundert hier zumindest niemand. Immer schön so weitermachen, scheint die Devise landauf-landab eh vermehrt zu sein, bis der Laden auseinanderfällt oder das Gegenteil sich durchschlägt – und dann ist immer noch genug Zeit, Wendehals zu machen. Sollte der Burghof in sogenannten Schwarzen Zahlen stehen, wird gewiss jede Kritik sozusagen im Turbo daran ersticken. Und wenn nicht, dann, wie gesagt, droht Erstickungsgefahr halt doch an dem, was eben davor gesagt worden ist vonseiten Herrn Fricks. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?!

An der deutsch-schweizerischen Grenze sollen immer mehr Westafrikaner auftauchen – und zwar auf dem Weg nach Deutschland. Wieso die Flüchtlinge Deutschland der Schweiz vorzuziehen scheinen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Jetzt soll eine Aufstockung des Personals an der Grenze erfolgen. Doppelt so viele Grenzer werden uns dann mit Grenzkontrollen erfreuen. Es muss allerdings gesagt werden, dass die Art und Weise wie kontrolliert wird, bislang nicht verzweifeln lässt. Ein erträgliches Maß scheint noch immer gegeben. Wenn man halt drankommt, hat man ‚Pech‘ gehabt.

Glück haben bislang auch die 11 Elsässer nicht, die der La Répulique en marche von Präsident Macron rechtzeitig beigetreten sind. Die Rede ist von sogenannten „Marcheurs“ (Marschierern), die nicht nominiert wurden bislang. Diese Elsässer sind alle Macronisten der ersten Stunde. Noch sind 4 Sitze zu vergeben. Mal sehen, ob es für zumindest eine oder einen aus dem Elsass klappen wird. Eine derer ist beispielsweise die 28-Jährige Aurélie Tacquard, die bereits im Januar ihre Kandidatur durchgegeben hat an die Parteioberen bei der La République en marche. Ein Formular im Internet hatte sie dazu ausgefüllt nach eigenen Angaben gegenüber der Tageszeitung L‘Alsace und verschiedene Fragen zu ihrem politischen Wertegang, zum Motiv ihres Engagements und dergleichen mehr beantwortet. Auch bereits per Telefon soll sie sich dargestellt haben in einer Art Audit. Der konstituierende Ausschuss der Partei gibt bislang keine Erklärungen darüber ab, schreibt die Zeitung, warum ein Kandidat angenommen wurde und der oder die andere nicht. Was das Profil von Madame Tacquard angeht, glaubt sie, mit einem Ingenieur in der internationalen Agrarentwicklung und einem Master 2 in Ingenieurs-Projektierung gute Karten zu haben. Auch hat sie sich in öffentlichen Vereinen engagiert, darunter dem für Gärten in Wesserling, so auch als Freiwillige in Nepal und Mali etc. www.lalsace.fr/actualite/2017/05/12/commentilsonteulejobenmarche. Sie ist Kandidatin für den 4. Wahlbezirk am Hochrhein. Patrick Striby kandidiert für den 3. Wahlbezirk des Hochrheins. Vincent Thiebaut im 9. des Wahlkreises Niederrhein, Bruno Studer im 3., ebenfalls Niederrhein usw.

Doch was uns ebenso kümmern sollte, ist, dass Franzosen, sagt Mathilde Boudard, jährlich bis an die 30 Milliarden Zigarettenstummel in die Landschaft werfen. Und die beinhalten unter anderem arsenhaltige Stoffe. 3000 Zigarettenstummel, sagt sie, würden beispielsweise wöchentlich in Straßburgs Grand-Rue herumliegen. Ein gruseliges Phänomen, dem eigentlich niemand so richtig Aufmerksamkeit schenkte, bis jemand in London die Sache anging. Frau Boudard hat diese Idee von der britischen Insel nun nach Straßburg geholt, nämlich, eine spektakuläre Kreuzung eines Aschenbechers mit einer Urne und einer Mailbox. Boudard konnte dem Reporter der Alsace vorerst nur eine Visualisation des Dings zeigen. Nun, es handelt sich um ein Etwas, dass dazu beiträgt im Verbund mit FUN, sich ein aktiveres und besseres Umweltverhalten anzutrainieren – einen Stoß in die richtige Richtung Rauchern zu versetzen, nämlich dazu, die Kippe ganz aus ihrem Leben zu bannen. Die L’Alsace gibt die britische Quelle nicht an, auf die sich Frau Boudard vorgibt zu beziehen. Es dürfte dem so sein, dass sie die folgende Herangehensweise und/oder Überlegung aus England in ihr Konzept miteinbezogen hat: regulation.upf.edu/exeter-12-papers/Paper123 – Alemanno 2012 – Nudgings mokers.pdf. Der nächste Link trifft es vielleicht konkreter: thepsychreport.com/conversations/nudging-the-uk-a-conversation-with-david-halpern/.

Nun, da wir ja schon bei so etwas Ähnlichem wie der Umwelt sind, und Straßburg auch schon genannt wurde, soll den Lesern nun nicht vorenthalten werden, dass mit dem Auto in dieser Stadt unterwegs nicht auf die Bremse zu treten ist, wenn eine weiße Figur auf einem Fahrrad sitzend mit zwei Winkeln zur Seite plötzlich auf dem Asphalt auftaucht. Diese Figur ist nämlich der letzte Schrei, sozusagen, den die Stadt zu bieten hat. Basierend auf einem deutschen und niederländischen Modell ist der „vélorue“ nun in Funktion getreten. Bei 30 km/h kann ein Radfahrer nun eventuell sicherer mit dem Rad sich in die Mitte einer Straße begeben. Der Stellvertreter des sozialistischen Bürgermeisters, Jean-Baptiste Gernet, ist offenbar davon überzeugt, das geeignetste Instrument eingeführt zu haben, um Velofahrern noch mehr Sicherheit angedeihen zu lassen im Verkehr. Die Unfallstatistik wird uns in ein paar Jahren genauer Aufschluss liefern darüber. Das Männlein auf dem Fahrrad mit den beiden Winkeln zur Seite ist bislang einzigartig im Land. Das Konzept beruht u.a. auf der Einsicht, dass der Velofahrer eigentlich ‚der‘ Verkehrsteilnehmer im Stadtinneren sein sollte, der den Verkehr gewissermaßen reguliert, denn er ist es ja, der den Autofahrern mehr oder minder die einzuhaltende Geschwindigkeit aufdrängt oder vorgibt. Nicht, dass sie denken, bei „aufdrängt“ kommen ihm die Türken in den Sinn. Bloß nicht!

Kommen wir doch dennoch wieder auf unsere Türken zu sprechen. Doch zuerst noch: Die Partnerstadt Kanderns im Elsass hat mehrheitlich für Macron gestimmt.

Also: Türken haben es mit Binali Karakuş gewagt, ausgerechnet in der Ortenau eine Art Zweigstelle der Oppositionspartei in der Türkei, CHP, zu eröffnen. Anonyme Drohungen soll es schon gesetzt haben gegen die. Es geht genauer um eine Arbeitsgruppe, die gegründet wurde, als müssten Mitglieder der CHP demnächst aus der Türkei flüchten? Nun, dann sind sie in der Ortenau wahrscheinlich gut aufgehoben. Arbeitsplätze soll es auch genügend geben. Fachkräfte werden eh gesucht. Und was sagt Herr Karakuş gegenüber der Mittelbadischen Presse nun eigentlich: „… [Türken, die in Deutschland leben, genauer jene, die beim Referendum mit JA stimmten,] haben sich nicht weiterentwickelt. Viele sind nicht gut integriert. Außerdem sei in zahlreichen Moscheen, die vom türkischen Religionsministerium finanziert und mit Imamen beschickt werden, Propaganda für die Regierungspartei AKP und die Verfassungsänderung betrieben worden. … Er hat 18 Jahre lang die alevitische Gemeinde in Offenburg angeführt. … Der 56-Jährige schätzt, dass rund 70% der derzeit rund 50 Mitglieder der Ortenauer CHP Aleviten sind. Aber er betont: Wir sind nicht konfessionell gebunden, sondern für die Trennung von Religion und Politik.Seine Partei … wolle das Gespräch mit allen demokratischen deutschen Parteien suchen≥.

Karakuş verneint des Weiteren, dass die Konflikte in der Türkei auch in die Ortenau getragen würden. Er sei beim Referendum mit seiner Partei sogar herzlich empfangen worden in der DITIB-Moschee. Schon allein, dass das Letztere offensichtlich einer Erwähnung wert ist, zeigt, da ist eine Schieflage. Und die von der DITIB sind geschult und längst nicht so unprofessionell, sich auf einen Aleviten in ihrer Moschee zu stürzen oder ihr Missfallen offen zu äußern. Schließlich ist so einer, trotz allem, ein Landsmann – wenn auch ein wahrscheinlich eher abtrünniger. Und dass 70% der CHP-Partei oder Arbeitskreis in der Ortenau, was ist das Gebilde denn nun, bitte?, Aleviten sind, lässt die von Karakus geäußerte Forderung nach Trennung der Politik von der Religion (in diesem ganz spezifischen Fall) auch wieder in schrägem Licht erscheinen. Jedenfalls wurde hier noch nicht vernommen, dass ein Vorsitzender eines von der SPD geführten Landesverbandes oder Arbeitskreises sich ungefragt dazu angesprochen gesehen hätte, darüber Auskunft zu geben, wie die prozentuale Verteilung der Mitglieder in Sachen religiöser Zugehörigkeit zu verorten ist?

Marc Mudrac, der Autor dieses Beitrags, sollte unbedingt noch mal dort hinfahren und zum Beispiel mal fragen, warum Herr Karakuş und nicht eine Frau oder Alevitin dem Arbeitskreis oder der Partei vorsteht? Ob es, wenn schon keine religiöse, dann vielleicht eine in der Tradition verhaftete Zweitrangigkeit hinsichtlich Frauen und ihrem Engagement in solchen politischen Verbindungen gibt, wie sich an der Besetzung der Spitze eventuell in den meisten, wenn nicht gar allen alevitischen Vereinen in Deutschland zeigt? Womöglich ist dort in diesem Arbeitskreis oder Partei in der Ortenau noch gar niemand weiter aufgefallen, dass da etwas in dieser Richtung – verminderte Teilnahme von Frauen in Schlüsselstellungen – am Laufen ist? Siehe: www.bo.de/lokales/ortenau/tuerkische-chp-in-der-ortenau-gegruendet-und.bedroht.

Hier mag nun also nicht der Fokus darauf gelegt werden, ob eine Bedrohung dieser alevitisch-geprägten Partei in Deutschland im Raume steht oder stand, sondern vielmehr wüsste man zu gerne: ist es eine Partei, die nun in der Parteienlandschaft der BRD Platz findet oder ist es lediglich eine Arbeitsgruppe (Verein), die bekanntlich von Aleviten hundertfach in der BRD gegründet worden sind und auch entsprechend alimentiert werden? Das muss nun einfach mal klargestellt werden, damit keine Täuschungen oder dergleichen zu plump aufkommen können. Bislang konnte dazu keine Antwort erhalten werden, die auf der Facebook-Seite der CHP-Ortenau gestellt wurde.

Die baden online vom 13. Mai: „Das Offenburger Landgericht hat geurteilt: Der Volkswagenkonzern hat sittenwidrig und täuschend gehandelt. Der Autohersteller muss für alle Schäden haften. Geklagt hatte ein VW-Käufer.“ Ob das Urteil Bestand haben wird? Die haben ja so richtig Kohle in Wolfsburg. Und kommt einer angerannt, denken die nun gewiss, wollen sie alle was zurückhaben – also weg damit und hin zur obersten Instanz. Wahrscheinlich wird der Fall weitergereicht. In jenen Regionen der Justiz ist VW & Co voraussichtlich eh besser – unabhängig – verlinkt. Man wird sehen, was das Oberlandesgericht in Karlsruhe ausspucken wird; womöglich, dass jener Käufer des VW-Touran doch froh sein soll, dass er sein gekauftes Auto überhaupt behalten darf?

Scherz bei Seite, aber man weiß ja nie, wie die Granden der Welt Rechtsprechung, wie soll man sagen, noch unabhängiger werden lassen. Die sind die neuen Pioniere der internationalen Rechtsprechung schon seit Längerem.

Peter Vogel?

Objektklangkunst?

Sagt Ihnen nichts?

Er ist im Alter von 80 Jahren gestorben, der Freiburger. Gewiss wird er eine Retrospektive schon demnächst und verdienter Maßen erhalten. Einen Kunstpreis hätte er auch fast gekriegt, wäre er noch über den Oktober 2017 am Leben geblieben. Die Rede ist vom Oberrheinischen Kunstpreis. Der wird alle drei Jahre vergeben und soll mit 10.000 € dotiert sein. Schöne Reise, Herr Vogel, Sie wissen doch: It never rains in Southern California.

OK, nicht ganz stimmig dieser Übergang, man möge es verzeihen, doch irgendwie muss es ja weitergehen. Der 73-Jährige Albert Hammond scheint noch mal in den Südwesten der Republik gekommen zu sein, wahrscheinlich auch, um etwas Geld und Anhimmlung abzustauben. Denn verstaubt sind seine Hits ja eigentlich inzwischen schon etwas. Sind aber dennoch gern gehört von vielen Baby-Boomern (in den 50er und 60er Geboreren) insbesondere, auch schon damals. Die Songs von Hammond waren leichte Kost für leichte Momente. Was bestechend an Hammond ist, ist, dass aus seiner Feder so manch anderer Ohrwurm anderer Interpreten entstanden sind. Ich erinnere da die Hollies, die heute wahrscheinlich nur noch wenige namentlich kennen. Am 12. Mai hat der Musiker aus den USA in der Reithalle zu Offenburg einmal mehr die Freunde des West-Coast-Sound verzaubert, diesmal mit seiner „Songbook-Tour“. Hammond überschritt musikalisch wunderbar leicht Grenzen.

So in etwa tut das auch die Dramarturgin Barbara Engelhardt. Sie ist die neue Chefin im Straßburger Maillon für Alternatives-Theater ab dem 01. September 17. Das ist schon etwas ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass Straßburg nun mal nicht in erster Linie deutschsprachig ist. Doch sie spricht ja Französisch, übersetzte unter anderem. Und jetzt, wie ungeschickt aber auch, muss ich nochmals auf die völkischen Horden der Le Pen zu sprechen kommen, weil nämlich auch von Straßburg aus eine Tramlinie nach Deutschland demnächst fertiggestellt sein wird, also noch vor den anstehenden Wahlen im Herbst, weil: „Der Zufall wollte es, dass die Ernennung Engelhardts zeitlich mit der Verlängerung der Straßburger Tram… nach Kehl und mit der Bekanntgabe des ersten Rheinopern-Spielplans durch ihre neue, ebenfalls deutsche, Intendantin Eva Kleinitz zusammen fiel. Wenn das keine Zeichen für eine funktionierende deutsch-französische Kooperation sind!“ schreibt Kurt Witterstätter in der baden online vom 13. Mai. Da wollen wir ihm doch eilig zustimmen, doch eigentlich erst dann, wenn vergleichbare Einstellungen von Elsässern oder Franzosen, die ja alle, wir wissen es, Franzosen sind, sich überm Rhein vernehmlicher lesen oder hören ließen. Falls Sie mal in den erwähnten Opernspielplan reinschauen wollen: www.operanationaldurhin.eu/de-index-de.html. Heben Sie aber bitte nicht so ab, dass man sie noch einliefern muss. Nein, natürlich nicht in die Psychiatrie, was ja keine Schande wäre. Und hoffentlich auch nicht in ein Krankenhaus.

Kurzfristig sollen im Ortenaukreis aus wirtschaftlichen Gründen bis zu drei Klinikstandorte geschlossen werden: Gengenbach, Ettenheim und Oberkirch. Im Falle von drei Standorten soll neben Lahr und Wolfach nördlich von Offenburg eine neue Großklinik gebaut werden, in der die Offenburger Häuser aufgehen sollen.“

Dass das mir bekannte Krankenhaus in Ettenheim zumacht, erscheint einem schon in etwa so seltsam, als würde etwas sehr Zentrales für immer seine Tore schließen – beispielsweise das Brandenburger Tor. Wer vor dem Gymnasium dieser Kleinstadt oder darin, viele Stunden seiner Jugend verbracht hat, wird so in etwa nachvollziehen können, was gemeint ist. Nun, der Freiburger SC wird es gewiss zu richten wissen, solch verstaubte Befindlichkeit aus der Gegenwart zu räumen, denn der spielt meines Wissens das erste Mal mit Aussicht auf Erfolg um einen Platz zur Teilnahme in der Europa League. Man hatte sich ja schon auf ein dauerhaftes Stelldichein bei den Kellerkindern der Liga eingestellt gehabt; meist ging es mit steilem, vielversprechendem Anfang in die Saison und dann mit tiefstem Sturz in die zweite Liga schlechtestenfalls. Nun also scheint es der Christian doch noch deichseln zu wollen und seinem Familiennamen alle Ehre zu erweisen – also: den Unkenrufern einen Streich zu spielen. Es wäre dem SC Freiburg zu wünschen, sich da wo er jetzt gerade steht in der Liga, einzupendeln und mit der Zeit diesen Bayern-München-Wahn als erster in der Bundesliga endlich kräftig und belebend aufzumischen. Dann wird sich noch so mancher wieder ins Stadion begeben, der oder die ansonsten Zuhause auf dem Sofa bei den SC-Spielen mitbangt.

Apropos Freiburg: Das Loretto-Bad wird 175 Jahre alt – 1842. Johann Nepomuk Stadler hat es einst aufgebaut. Es soll inzwischen das älteste Bad Deutschlands sein. „Das Badewasser speist sich aus dem Hölderlebach, der wiederum kommt von den Hängen des Schauinsland – es ist also äußerst erfrischend … 1935: Schande: Juden wird der Zutritt untersagt. … 1990er Jahre: Das jährliche Streichen der Betonbecken mit blauer Farbe wird zum Event, danach gibt’s Kaffee und Kuchen … 2010: Stammbadegäste, darunter zwei 70-Jährige, klettern an einem sonnigen Sonntagmittag über den Zaun und besetzen das geschlossene Bad – als Protest gegen das ihrer Meinung nach zu frühe Saisonende … 2016: Streit im Damenbad zwischen verschiedenen Gruppen inklusive Polizeieinsätzen www.badische-zeitung.de/ein-bad-ein-traum-das-lorettobad-wird-175-jahre-alt.“

Versteht sich, dass da auch noch eine Ausstellung ist, die bis zum 29. Mai in der Meckelhalle der Sparkasse zu Freiburg, Kaiser-Joseph-Straße 186-190, besucht werden kann. So auch die MUBA-Messe in Basel, die gerade ihre Pforten geöffnet hat – unbedingt hingehen, sehenswert!

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