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Lahr

Oder: Insider schaut von draußen kommend rein!

 

Lahr im Schwarzwald

Eigentlich spricht jetzt gerade ein Ur-Lahrer zu Ihnen, auch, weil Lahr-Dinglingen eigentlich erste richtige Heimat wurde und nicht etwa der Ort, an dem ich geboren wurde; und wegen des vorigen „Ur“ scheint hier gewiss so manchem Leser der historische Dinglinger-„vicus“ der Römer erwähnenswert. Der ist nun in neuem Gewand auf der Landesgartenschau zu sehen: „sprechende Türen!“

Ja! Rein zufällig wurde ich weiter nördlich von Lahr geboren Ende der 50er Jahre. In etwa ab dem 12ten Lebensmonat lebte es sich in Dinglingen für ungefähr 2,5 Jahre recht angenehm, vermute ich. Wollen wir hier angekommen, nicht weiter alte Kammellen aus der Erinnerung aufscheuchen, hätte man so in etwa bei uns zu Hause kurz angebunden gesagt, weil thematisch im Stoff in 7-Meilen-Stiefeln fortgeschritten werden muss – bloß keine Nabelschau, stimmt’s?

Dann ging es ins Umland von Lahr, rüber an den Rhein. Dort wurde für ein Jahrzehnt und etwas länger gelebt sowie die Grund- und Hauptschule besucht. Überhaupt wurde dort so in etwa getan, was sonst noch so zu tun ist als junger Mensch, der auch noch farblich etwas heraussticht. Das Letztere ist ja inzwischen ein Detail, welches im Deutschland des Jahres 2018 eigentlich keine Erwähnung mehr wert ist, denn es gibt nun viele von ‚uns‘ hier – in den tollsten herkommenstechnischen Konstellationen.

Schwimmen in den Baggerseen, Streifzüge durch Taubergießen, einfach durch den Rheinwald, wie auch durch den Ober- und Ringsheimer-Wald gehen, gelegentlich mit der Fähre bei Kappel ins Elsass fahren oder mit dem Fahrrad nach Ettenheim, Herbolzheim gern auch an den Kaiserstuhl, tanzen in der Cleopatra-Diskothek, Abenteuerbücher lesen und natürlich Fußball sowie Tischtennis spielen, erste 68er-Nachwehen plus Gesamtpaket, waren so in etwa das, von dem oben gesagt wurde, was es sonst noch zu tun galt, damals.

Mit 15 Jahren ging es eher aus sekundärem Grund, nämlich dem der Bildung, zurück nach Lahr, und zwar an die Handelslehranstalten. Nun, Planen von Bildungs- oder Berufswegen, war nicht sehr angesagt unter meinen Bekannten und Freunden Anfang der 70er Jahr. Die erwähnten Bildungs-Anstalten in Lahr sind noch immer oben auf einem der vielen Hügel der Stadt gelegen. Überhaupt: Die Optik aus Lahr in die Umgebung ist hügelig.

Mitschüler der höheren gymnasialen Stufen nannten wir „Wirtschaftshengste“ und „Technikfreaks“ – und hatten die Begabung, uns selbst in ganz anderem Licht zu baden. Lahr verhalf solch Landeiern, wie ich eines bin oder (geworden) war, in die Welt hinaus zu eiern, selbständiger auf eigenen Füßen zu schaukeln, letztlich ‚mein‘ Leben elliptisch sich bewegend auszuloten, wie es der vorherrschende Zeitgeist, glaube ich, auch heute noch als Art Selbstverwirklichungsmodul usw. eingibt.

Die ansässigen Kanadier, Canadian Forces Network, waren bei der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Selbstfindungs-Thema ganz hilfreich, boten ein recht brauchbaren Anschauungspunkt, um dem so empfundenen soziokulturellen Ballast aus der ‚Provinz‘ etwas ganz individualisiertes Neues zu-über-eiern. Das geschah noch, bevor die nächsten Schritte einem beinah willkürlich geworfenen Rugby-Ball gleich ins leicht dahin plätschernde Leben voraus- oder aber nachgesetzt werden wollten oder sollten.

Und ja, es mag einfach noch fallen, DAS Stichwort im Zusammenhang mit Handelslehranstalten, dem Integrierten Beruflichen Gymnasiums (IBG): „Dr. Uhrig“. Dieser Herr und Rektor war zu jener Zeit Die lehrende Persönlichkeit am IBG, von der gewiss noch viele Wirtschafts-Zöglinge des IBG bleibende Erinnerungen haben (Buchhaltung, Rechnungswesen etc.). Und bei der CDU war er auch. Uns jungen 68er-Nachwehlern auch daher suspekt.

Heute im Jahr 2018 als Alt-neu-hinzugezogener-Lahrer verbinde ich mit dem Hügel, auf dem das IBG steht, dass Kater Vassili vor ein paar Monaten seine Hoden von Frau Veterinärin entleert bekam. Der Eingriff verlief problemlos und wunderbar professionell. Kater ist putz-munter! Vielleicht isst Vassili daher nur noch das Gelbe vom Ei so gerne? Eine empfehlenswerte Tierpraxis mit angenehm weiblichem Touch, wenn so etwas in Zeiten von „MeToo“ noch hinzugefügt sein darf.

Im Jahr 1976 ging es des Wehrdienstes wegen ab nach Berlin. Der Witz an Berlin ist im Rückblick, dass eigentlich erst dort eine vorliegende Schweizophilität, oder so etwas Ähnliches, mir bewusstwurde. Auf diese Art Leidenschaft komm ich seither immer mal wieder und gern zurück, wie eigentlich auch nach Lahr, kurz: an den Oberrhein. Ein Charme, dem man erliegt oder entflieht!

Nach vielen Jahren der Abstinenz also wieder zurück im Städtle am Fuße des Schwarzwaldes – doch es ist ein total anderes geworden seither. Die Bevölkerung erscheint einem auf den ersten und sogar zweiten Blick wie ausgetauscht. Das hat vielleicht damit zu tun, dass man älter geworden den Blick auf andere Dinge lenkt. Wie dem auch sei: Lahrer sind noch immer kommunikativ und ansprechbar, sogar sehr oft freundlich. Es ist schon schön!

Lahr ist allerdings nicht erste Wahl gewesen. Eigentlich war Weil am Rhein angesagt, wohnte davor in Kandern. Doch letzteres war auf Dauer zu abgelegen von der Eisenbahn, der Autobahn und der B3 – eigentlich in jeder Hinsicht off track. Als dann das Wohnungsangebot in Lahr reinkam, der Vermieter plus Frau von Anbeginn und bis zum heutigen Tag einfach passten und passen, war klar, und bei solch Wohnraum plus -lage: Es soll offenbar Lahr werden: Amen!

Stellte indes schnell fest, dass der Kenntnisstand über diese Stadt eigentlich auf Null steht – und dann doch auch wieder nicht. Die Histore der Ortenau ist eher noch unbekannt, wer beispielsweise ist heutzutage Wer und wieso? Zum Markgräflerland weiß ich inzwischen einiges. Weil Kandern war ja einige Jahre Anlaufpunkt, nach Jahrzehnten zurück aus Berlin und gewissen Teilen der Welt im Südwesten. Gute Voraussetzungen zur Re-Integration in Lahr, am Oberrhein!? Was es so zu hören gibt in der Ortenau und dem sehr gesprächigen Elsass – I love Sélestat – ist wahrhaft eine Menge. Dieser Stoff will verdaut und wieder hervorgebracht sein!

Bin bekanntlich oft auf Zypern. Griechisch hört man aber so gut wie nie in den Straßen von Lahr. Gestern erstmals ein griechisches Restaurant in dieser Stadt gesehen, in der Geroldsecker Vorstadt, das „Thalassa“ (Meer). Mal sehen, ob ich da reingehen werde. Es zieht mich nicht sonderlich dorthin. Verzichte nämlich außerhalb Griechenlands oder Zyperns meist auf griechisch/zyprische Küche.

Eigentlich ist das auch so mit der türkischen Küche. Könnte sich aber bereits geändert haben, weil vorerst nicht in die Türkei oder nach Nordzypern gereist wird. Im fortgeschrittenen Alter sich der Gefahr eines an den Haaren herbeigezogenen Haftgrundes auszusetzen, erscheint wenig lustig (siehe Yücel & Co.). Zum Glück gibt es in der Innenstadt von Lahr neu eröffnet das „Elti“. Das türkische Besitzerehepaar bedient unvergleichlich charmante. Die neu bezogenen Räume des Elti sind recht nett gestaltet, im Vergleich zu dem Standort davor ein Erfolg zu nennen.

Auf den Straßen Lahrs hört man auch oft Kurdisch, Arabisch und (natürlich) Türkisch. Viel Russisch wird hier wohl auch gesprochen. Der immigrierte Teil der Lahrer Bevölkerung läuft noch wie Schatten durch meine Wahrnehmung von dieser Stadt. Das wird sich gewiss schon bald ändern. Kontakte zu machen, fällt auch hier recht leicht. Mit offenen Armen und Gesten gilt es sich zu begegnen. Manchmal ist Sich-Begegnen aber gar nicht so einfach. Viele Zugewanderte denken offenbar oft, wenn ihre Sprache etwas mehr beherrscht wird, man sei eine Art Abgesandter des Regimes, vor dem sie flüchteten – oder ähnlich, wie ich beispielsweise aus Berlin weiß. Und derlei Verdächtigungen (in Witze gepackt, Anspielungen) gehen Gutmensch, der doch menschenfreundlich in Aktion treten mag, zuweilen schon an die Substanz.

Eine nicht selten durchlebtes Geschehen ist beispielsweise auch dieses:

Gestern setzten sich 2 junge Irakerinnen mit einem Kind im „Mr. Baker“ am Schlossplatz von Lahr an den Tisch, ohne zu grüßen oder zu fragen, ob der Platz für sie überhaupt frei ist. Ungefähr gleich nach jenem Moment beschloss ES, dass die Phase passiven Beobachtens nun endgültig vorbei ist für mich hier in Lahr. Die beiden mit Kind ließ ich nochmal unangesprochen ziehen.

Gleich heute Morgen war es dann so weit. Auf der kreisrunden Sitzgelegenheit vor dem ehemaligen Kaufhaus Kraus, nun C&A, saß ein älterer Mann, der sogleich nach der Uhrzeit gefragt wurde. Er verstand wohl nur meine Geste und streckte seine auffällig große, silber-metallene Armbanduhr hin. Das riesige Ziffernblatt zeigte von ungefähr einem Meter Abstand gut sichtbar 10 vor 12 Uhr. Ob er denn kein Deutsch könne, fragte ich. Er meinte lediglich: „Kurde“. Kam nicht dazu, ihn mit kurdischen Sätzen zu durchlöchern, die in den Kopf strömten. Seine Frau war zwischenzeitlich von hinter mir mit voller Einkaufstasche just zu diesem Moment in Erscheinung getreten. Sie hatte die Szene von Weitem mitbekommen und fragte eventuell misstrauisch, jedenfalls ohne einen Blick in meine Richtung zu werfen und den Rücken demonstrativ mir zeigend, nachdem sie sich zwischen uns gesetzt hatte, was denn der „Fremde“ wolle. Keine Ahnung, was er ihr antwortete, so weit geht meine Kenntnis dieser Sprache nicht mehr.

Sie gingen dann bald, ohne zu grüßen, ohne dass er nochmals zumindest Blickkontakt erneut und sich so verabschiedend aufgenommen hätte. In dem Kurdistan, welches ich in den letzten 45 Jahren kennen und schätzen lernte, wäre so ein Verhalten unvorstellbar, auch gegenüber einem Ausländer, und auch, wenn die Frau dazwischen ‚funkt‘!

Der „TV-Lahr“, die Abteilung Tischtennis des Vereins, hatte am 06.07.18 zum Grillen geladen. Das Max-Planck-Gymnasium, in dessen Sporthalle auch trainiert wird, hatte seinen Grillplatz hinter dem Gebäude zur Verfügung gestellt. Brasilien flog gegen Belgien während wir grillten aus der WM-Runde, und zuweilen regnete es über unseren Köpfen recht heftig. Das schweißte wohl den einen oder den anderen zusammen. Das Grillen war auf 19.30 Uhr für uns Erwachsene angesagt worden. Davor hatten die Jugendlichen des Vereins gegrillt, und teils waren ihre Eltern auch dabei. Zu einer Pokalübergabe soll es auch gekommen sein für die beste Jugend-Mannschaft der abgeschlossenen Spielsaison – und das ist die Jungendmannschaft des TV-Lahrs.

Und plötzlich waren nach 19.30 Uhr keine Frauen mehr da, die davor noch als Mütter vor dem Grill saßen. Ein irakisches Mädchen allerdings, vielleicht 12 Jahre alt, saß lediglich noch unter uns. Der Vater spielt in einer der Mannschaften. Mit klugen Wesen stach die Kleine angenehm unprätentiös Gespräche über ehemalige Erfolge hier und dort und Schlägerbelag X oder Y aus – mit wunderschönen, wahrscheinlich selbstentworfenen Sprachbildern, die sie spontan und aus dem Arabisch ins Deutsche übersetzend in unsere Ohren transferierte. Solch Talent unter den Neuankömmlingen gehörte gesondert gefördert!

Weil wir gerade vom Fördern reden:

Es ist eine recht ehrenwerte Tugend, das Fördern von Talent – hinter dem, sagen wir es doch offen, auch der Wunsch zuweilen steht, dass sich das irgendwann, irgendwie und -wo auszahlen wird. So betrachtet ist diese Art Tausch eine faire Angelegenheit. Wir sind also thematisch beim Fördern! Nun: Das erwähnte Max-Planck-Gymnasium in Lahr hat auch einen Förderer, nämlich den anscheinend nicht in Lahr 1942 in bescheidenen Verhältnissen geborenen Martin Herrenknecht. Manchmal ist auch zu lesen, er sei in Stuttgart zur Welt gekommen. Es spielt nicht wirklich eine Rolle, denke ich, hier dazu Klarheit zu gewinnen. Jedenfalls ist er einst Designer von Maschinen in der Schweiz geworden (Ingenieur am Seelisburg Tunnel-Projekt, bediente „Big John“, die damals größte Bohrmaschine des einst längsten doppelröhrigen Straßentunnels der Welt). Herr Herrenknecht arbeitete unter anderem auch in Kanada. Erhielt gar eine Ehrendoktorwürde, und zwar nicht irgendwo, sondern an der Carolo-Wilhelmina Technical University in Braunschweig, so auch irgendwann davor oder danach einen Eintrag in die deutsche Hall of Fame für Unternehmertum etc. Der so genannte technisch-naturwissenschaftliche Ansatz scheint ihm eine Herzenssache zu sein. Ja, und die Gewinne seiner Unternehmung bewegen sich voraussichtlich auch dieses Jahr wieder auf dem Weg nach oben. Bedenkt man nach dem bislang Gesagten, dass Herrenknecht zusammen mit der Stadt Lahr und dem IGZ-Unternehmen den Flughafen draußen in Langenwinkel betreibt, werden finanzielle Gaben oder Fördergelder seinerseits dem Betrachter durchaus nachvollziehbarer, und erscheinen demselben dann eventuell auch etwas eigennützig.

Na und?!

Bleiben wir an diesem Punkt bloß nicht hängen, verehrte Leser, dem des Spendens plus Eigennutz. Und darum, man höre: Abhängen, wie auf Neudeutsch eine Weile gern gesagt wurde, ist deswegen gerade nicht angesagt! Denn wussten Sie: Was den meisten als Hängebrücke bekannt sein dürfte, die als Brücke an der B3 in Lahr-Dinglingen Fußgänger im Bereich der Landesgartenschau von A nach B kommen lässt, ohne unter ein Auto zu geraten, hat einen Namen: die „Ortenaubrücke“. Der erwähnte Herr Herrenknecht hat auch dafür Fördergelder fließen lassen. Und nun wurde er also Anfang Juli 2018 für seine Verdienste geehrt, der „Schwanauer“, der auch „Allmansweirer“ zuweilen genannt wird. Die Röhre, die den Bosporus/Istanbul unterläuft und diese 15-Millionenstadt so elegant mit ihrer asiatischen Seite verbindet, ist eines der vielen Projekte, die dem Herrn Herrenknecht eben zu so viel Ruhm und Ehr in der Welt verhelfen.

Mit 25. 000 D-Mark, geliehen von der Mutter, machte Herrenknecht im Metier Bohrmaschinen seinen Weg an die Weltspitze, wird geschrieben. Sein erster Bohrer hatte einen Durchmesser von 1,20 Meter. Heute reden wir von 400 Meter langen Bohrgiganten. Als allerdings die Ortschaft Schwanau ein Bauprojekt an jemand anderes vergab als an ihn – es ging um die Kanalisierung im Dorf -, ließ Herrenknecht an der Fassade seines Betriebes kurzerhand folgende Änderung der Aufschrift vornehmen: „Tunnelvortriebsmaschinen aus Schwanau – außer in Schwanau“.

Nun, sein Ärger darüber dürfte schon längst in alle Winde verweht sein. Man hat sich wohl wieder zusammengerauft. Die Schwanauer sind doch gesellig. Gemeinsam geht man einfach besser voran! Apropos gesellig:

Der gute Herr Schröder, ehemaliger Bundeskanzler der BRD, ist bekanntlich in verschiedensten Missionen unterwegs, so auch kürzlich, um Herrn Erdogan zu seinem tollen Sieg als Alleinherrscher über die Türkei zu gratulieren. Der Altbundeskanzler ließ es sich auch nicht nehmen, gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Lahr, Herrn Müller, der den selben Familiennamen trägt wie der Oberbürgermeister Berlins, bei der Ehrung Herrenknechts noch ein paar nette Worte zu verlieren. Interessant war, zu erfahren, dass DIE Müllers in der Stadt Lahr schon vor ein paar Generationen die reichsten Bewohner der Stadt stellten. Doch die Dame, die den Tag davor durch das Stadtmuseum in der ehemaligen Tonofenfabrik zu Lahr führte zum Anlass des Ehrentages von Julius Euting, der u.a. Orientforscher und kaiserlicher Universitätsbibliothekar 1839 bis 1913 war, erklärte geschwind, dass Oberbürgermeister Müller mit jenen reichen Müllers keine verwandtschaftlichen Beziehungen habe.

Ja, und diese Info sei hier gleich eingestreut: Oberbürgermeister Müller/Lahr soll bei den nächsten Wahlen angeblich nicht mehr antreten können oder wollen, hörte ich Tischnachbarn in der Bäckerei Heitzmann sich mit Argumenten und Verweisen auf ihre Quellen zum Thema ausstechend.

Zurück zum Schwanauer: Sichtbarster Ausdruck der Ehrung Herrn Herrenknechts an jenem weiter oben erwähnten Tag, und vielleicht auch der Ausdruck, der am längsten bleiben wird, ist eine Sitzbank, die in einem Hain am sogenannten „Seepark“ innerhalb des Landesgartenschaugeländes neuerdings zu seinen Ehren steht, von wo aus der Blick – noch nicht – von Windrädern, die sich irgendwo in der Ferne auf zuvor erwähnten Hügeln Lahrs drehen, verdreht wird. Bei solch technisch begeistertem Mensch, der Herrenknecht offensichtlich ist, fehlt solch technische, einst innovative Aussicht gerade noch?

Und so darf und sollte uns nicht verwundern, dass Herrenknecht auch die „Chrysanthema“ fördert, die schon demnächst neben dem Großereignis Landesgartenschau um die Aufmerksamkeit vieler Besucher mit vielen kunstfertig gebundenen Chrysanthemen buhlen wird in Lahr – und das passiert alles vor den Toren des Europa Parks in Rust! Wie sagt man: Konkurrenz belebt das Geschäft, und anscheinend nicht umgekehrt.

Noch kurz dies zu den Herren Herrenknecht und Schröder, deren Wege sich wohl schon längere Zeit hin und wieder kreuzen, wie beispielsweise im Jahr 2010, als geschrieben wurde:

„ … 2010 war der Genosse [Schröder ist gemeint] der Bosse wieder einmal zu Gast auf dem Werkhof in Schwanau. Valentina Ivanova Matvienko, damalige Gouverneurin aus dem russischen St. Petersburg, besichtigte eine Bohrmaschine, die als größte der Welt gilt. In Begleitung der Russin kam Altbundeskanzler Gerhard Schröder, mittlerweile für Gazprom tätig. Das sei der Beweis, dass es sich um eine gute Sache handle, übersetzte die Mitarbeiterin eines russischen Fernsehsenders die Aussagen der Gouverneurin. Schröder selbst ließ die Presse wissen, was der tiefere Grund seiner Visite sei: „Dass ich hier bin, hat nicht mehr und nicht weniger damit zu tun, dass Martin Herrenknecht ein alter, guter Freund ist. (Quelle: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm e.V. Kommunikationsbüro, Dezember 2012)“.

War dieser im Zitat erwähnte Grund nun erneut gegeben im Jahr 2018, und ließ Herr Schröder seinen weltmännischen Glanz in der Landesgartenschau [LGS] deshalb vorrangig verbreiten? Und ist es nicht auch so, um es mal klar zu benennen, dass Schröder geschickt von seinem Status als Alt-Kanzler in Wirtschaft, Politik und der Welt der Kunst und Technik für eigene Interessen und sein Image recht gut Nutzen zu ziehen versteht?

Ja, und warum auch nicht!

Wir haben uns an Einiges gewöhnt inzwischen, warum nicht auch an so etwas. Und nichts Verwerfliches erscheint uns daher an schröderschem, altbundeskanzlerischem Tun gegeben!? Ja, Herr Schröder zieht an wie in etwa die am 12. April 2018 eröffnete Landegartenschau in Lahr. Kulturbotschafter der zuletzt Erwähnten ist nicht nur der Altbundeskanzler, sondern auch jemand wie die Städtische Musikschule, „einer der Hauptakteure“, schreibt das Magazin der Städtischen Musikschule Lahr, Ausgabe 2018. Ein Zitat aus dem Magazin dieser Schule:

„Bereits bei der [inzwischen erfolgten] Eröffnungsfeier [der LGS] wird [die Musikschule] mit von der Partie sein und einen musikalischen Höhepunkt wird es am 23. September 2018 geben. Dann wird die Sinfonietta [siehe dazu mehr weiter unten erklärend] der Musikschule die Feuerwerksmusik von Händel spielen, und dieses fantastische Werk wird vor der Kulisse des neuen Sees von einem Feuerwerk umrahmt.“

Bemerkenswert ist auch, was auf Seite 25 steht:

„Alle Schülerinnen der Städtischen Musikschule haben die Möglichkeit, sich neben ihrem Instrumentalunterricht kostenlos den verschiedenen Ensembles und Orchestern anzuschließen. Hierbei lernen sie nicht nur den Umgang mit dem Instrument, sondern stärken auch ihre soziale Kompetenz. Die verschiedenen Orchesterstufen, das Barockorchester, Spielkreise und Kammermusikensembles laden zum Mitmachen ein. Das erste Zusammenspiel findet im Liederorchester auf spielerische Art statt. Hier werden gemeinsam Kinder- und Volkslieder gespielt und auch gesungen. Der Übergang zur nächsten Stufe, dem Vororchester, wird durch das Spielen von Kanons und leichten mehrstimmigen Stücken vorbereitet. In den wöchentlich sattfindenden Proben des Vororchesters der Streicher werden Stücke verschiedener Epochen und Stilrichtungen einstudiert. In der nächsten Stufe, dem Streicherensemble wird erste Literatur mit kleiner Bläserbesetzung gemeinsam musiziert. In der obersten Stufe der Orchesterausbildung steht die [zuvor bereits erwähnte] Sinfonietta. Hier wird den jungen Instrumentalisten der Musikschule die Literatur für Sinfonieorchester bekannt gemacht und die Praxis des Orchesterspiels vermittelt. Ziel der Orchesterarbeit ist es, die Freude am gemeinsamen Musizieren zu fördern und sich bei Konzerten zu präsentieren. … .“

Und was Sie gewiss schon wissen, und es steht auf Seite 24, ist:

„Die Violine wird oft als die „Königin der Instrumente“ bezeichnet. Ihre Rolle in den verschiedenen Besetzungen, von kleinen Kammermusikgruppen bis zum großen Sinfonieorchester, ist tatsächlich zentral. Das Repertoire der Geige ist schön, vielseitig und reichhaltig, denn alle großen Komponisten haben Werke für die Geige komponiert.“

Im September gibt die Musikschule wieder Kurse zur musikalischen Früherziehung: „Musik entdecken!“, lautet das Motto (Tel.: 07821 910 0430; musikschule@lahr.de).

Bekanntlich ist der Europa Park in der Ortenau ja DER sozusagen ultra-actionreich-komponierte Anziehungsmagnet vieler Vergnügungsurlauber oder Erlebnishungriger etc. Wie sagte schon meine Mutter: Wo viel geklappert wird, dort gehen die Leute hin – oder ähnlich.

Altkanzler Gerhard Schröder fällt einem beim Klappern, sozusagen, unweigerlich gleich wieder ein. Er ist auch einer derjenigen gewesen, die sich zum gegebenen Anlass der Ehrung Herrn Herrenknechts ins Goldene Buch der Stadt Lahr eintrugen; so auch Jörg Vetter an jenem Tag, der Aufsichtsratsvorsitzende der Herrenknecht AG. Letzterer ist, wie soll man es sagen, etwas scheu, wird behauptet. Sein Bild, beispielsweise, ist auf der Webseite der Herrenknecht AG jedenfalls nirgends auf Anhieb – oder auch nach längerem Scrollen – zu finden, dort, wo die Manager posieren und anderenorts auf der Webseite. Hängt mit seiner LBBW-Chef-Vergangenheit zusammen? Die Stuttgarter Zeitung schrieb vor 2-3 Jahren:

„… Praktisch nur bei Pflichtterminen ergriff Vetter in den vergangenen sieben Jahren das Wort, verschwand dann aber stets unmittelbar nach dem letzten offiziellen Statement und vor der Eröffnung von Maultaschen- oder Sektbüfett … .“

Dennoch: die hiesige Landesbank soll er nach der Finanzkrise erfolgreich saniert haben. In Berlin war er ein paar Jahre davor bei der Sanierung jener Landesbank anscheinend ähnlich erfolgreich. Vetter stammt ursprünglich aus Göttingen.

Apropos: Der Oberbürgermeister von Lahr, eben besagter Herr Müller, ist längst nicht so kamerascheu wie eben erwähnter Banker. Der erstere kann nahezu täglich bei irgendeiner Aktion im Rahmen seines Amtes in/bei den Lahr-spezifischen Medien und Themen gesehen werden.

Bleiben wir doch noch etwas bei der Musikschule, die am 12. Juli 2018 von mir zum Anlass der Übergabe einer Spende von 20 000€ besucht wurde. Zwei Konzertflügel wurden nämlich angeschafft. Zum Übergabetermin des Schecks mussten daher die heiligen Hallen des Scheffel-Gymnasiums aufgesucht werden, wo einst Freundinnen Schülerinnen waren, alle aus Kippenheim stammend. Wie in der Kirche mutet der für solche Anlässe vorgesehene Raum, links am Gebäude, an des Scheffels.

Eingetreten, war sodann eine wie von schwarzem Samt überzogene Bühne, auf der ein schwarzes Klavier mit goldenen Rändern stand, zu sehen – und 4-5 Personen unterhielten sich darauf. Ich grüßte hörbar und kurz lächelnd, setzte mich in die aus losen Stühlen zusammengestellte 6te oder 7te Sitzreihe und wunderte mich, dass noch keine Besucher außer mir da waren.

Und dann kam schon bald ein etwas korpulenter Herr mit schütterem hellen Haar, auf den man offenbar gewartet hatte, Herr Bürgermeister Nr. 1, Guido Schöneboom, wie herauszuhören war. Die anderen Anwesenden waren Tobias Meinen von der Musikschule, Jürgen Riexinger (Sparkasse) und Klaus Bühler, Bereichsdirektor Markt von Lahr. Die Herren wurden von einem weiteren Vertreter der Presse mit großem Objektiv umschwirrt. Und plötzlich war unverhofft klar geworden, es ist vergebene Müh, darauf zu warten, dass lärmend Schüler hereingestürmt kommen, um dann jene Instrumente, die im Raum verteilt herumstanden oder -lagen zu packen, und auf der Bühne vor ‚Publikum‘ klassisch oder anders rocken.

Anstatt wurde ganz trocken Fototermin gemacht. Ob ich von der „Bildzeitung“ sei, kam von der einzigen weiblichen Person im Raum die Frage. „Nein“, sagte ich, „von Lahrundmehr, einer Webzeitung, die gerade heute Morgen ganz in der Früh ins Leben gerufen wurde.“ Na, die haben nicht schlecht gestaunt. Die Frau im besten Alter, wie man sagt, fand daraufhin, dass sie da mal reinschauen wird.

Danach schoss auch ich zwei-drei Bilder, zumal die Herren sich auf der Bühne mit nicht-an-den-Stromkreis-angeschlossener-E-Gitarre und aufgeklappter Klaviertastatur wie Musiker einer Band momentan in Pose stellten.

Im Anschluss daran erhielt ich recht unverhofft die rechte Hand von Herrn Schönboom zum Abschied, der herangetreten war. Eine nette Geste. Und dann war ich auch schon wieder auf der Straße.

Gewiss ließ das leicht unbefriedigende Ereignis, weil ja kein Konzert gehört werden konnte, den Salat zu Hause jetzt erst recht nicht zubereiten, sondern unvernünftiger Weise endlich mal ins „1a“ gehen, wo sogar irgendwas wie „Vegan“ auf der Tafel steht, die draußen auf der Straße Kundschaft darüber in Kenntnis setzt, was im „gemütlichen Innenhof“ genossen werden kann. Beides war dann durchaus verwunderlich: dass die beiden Männer, die dort arbeiteten aussahen wie Türken, aber nicht Türkisch sprachen; und dass der verführerisch angepriesene Innenhof seiner kahlen hohen Wände wegen, die ihn formen, vielleicht auch ‚kleines Verlies‘ genannt werden könnte.

Es war dann aber dennoch recht nett dort. Eine Frau mittleren Alters saß da nämlich mit großer Sonnenbrille auf der Nase, mit der gleich wunderbar ins Gespräch gefunden wurde. Ihr Lebensgefährte halte genau 12 Kühe, und anscheinend ist ihr das auf die Dauer zu viel. Sie kam vom Augenarzt und hatte irgendein Zeug „reingetröpfelt gekriegt“, damit die hinteren Bereiche des Auges transparenter werden für Onkel Doktor und seine Maschinerie. Dass sie die Strapazen der Landwirtschaft plus 12 lieben Kühen, die alle einen Namen haben, seit über einem Jahr aus Liebe zu ihrem neuen Lebensgefährten auf sich nimmt, blieb von diesem Gespräch als Quintessenz hängen.

Das Essen, Reis mit Gemüse, war überraschend gut und recht preiswert in 1a – unter 8 Euro. Die beiden Herren, die das kleine Restaurant eventuell führen, kommen aus Peru, „Lima!“ Es ist inzwischen eine willkommene Abwechslung von „gözleme“ im Elti. Wahrscheinlich ist es der türkische Schwarztee im Elti, der mich wieder am Bändel hat wie andere Leute das Nikotin, und dort recht häufig gözleme Essen gehen lässt. Tee aus einem Samowar ist nun mal einfach anders aufgegossen und ‚trifft‘ dich daher anders. Man könnte hierzu noch sagen: mit ausdrücklicher Betonung auf „einfach!“

Noch sind die Marktstraße plus Marktplatz und die Altstadt von Lahr so in etwa die Hauptorte meines Interesses. Konnte aber in Gesprächen an Nachbartischen schon überhören, dass der wahre Lahrer bei dieser Hitze in den Stadtpark täglich ausweichen soll, wenn er oder sie nicht an den Baggersee geht, zur Landesgartenschau oder zur Arbeit. Der Stadtpark soll sehr schattig sein, sogar Führungen werden dort vonseiten der Stadt durchgeführt.

Vor ein paar Tagen nahm ich dann endlich einen Anlauf, morgens um 08 Uhr 30, den Stadtpark zu ergründen. Zu Fuß ging es dorthin, und so am eingesperrten Park vorbeigehend, der so sehr adrett zurechtgeschnitten wirkt hinter den Eisenstangen, eigentlich klinisch von allem Unerwünschten ‚befreit‘, änderte ich meine Meinung. Vielleicht haben diesen Umschwung auch die beiden Seiteneingänge verursacht, die von Besuchern des Parks als Einlass nicht benutzt werden können. An einem von beiden war ein Hinweis, dass Eintritt bezahlt werden muss. Da fragte es wie von selbst: Und für was bezahlen die Leute Einkommens- oder Lohnsteuer?

Mir war es dann einfach irgendwie verleitet, auch wenn mit Presseausweis wahrscheinlich ohne zu bezahlen in den Stadtpark hineingelangt werden kann. Leute waren um 09 Uhr morgens eh noch keine im Stadtpark zu sehen. Etwas weiter vorne, bog ich daher in Richtung Dinglingen bewegend ab, den Hügel etwas herunter, dann irgendwann links auf einem kleinen mir total unbekannt gewesenen Fußgängerweg und steckte derart zufriedengestellter eine weitere Gegend in/von Lahr ab.

Reingehen wollte ich nicht, und ‚natürlich‘ landete ich dann doch wieder mal im „Arena“, Lahrs Einkaufsmeile. Bis nach Mietersheim in das „Fachgeschäftezentrum“ zu gehen, für lediglich einen Tee und vielleicht noch ein Brötchen mit Käse war dann doch nicht angesagt. Die Cafeteria, wie auch das Restaurant-Café im Arena sind und bleiben Geschmackssache. Wahrscheinlich ist es mit der Arena wie mit dem Lahrer Stadtpark: das nächste Mal gehst du hin und findest es plötzlich super oder einfach gut!

Anfänglich, also neu zurück in Lahr, fand ich den Vergleich der Arena mit einer der vielen Passagen in Berlin, wo Menschen sitzen und Kaffee trinken etc., noch ganz belustigend irgendwie. Doch Lahr hat, mit Verlaub, nun wirklich schönere und attraktivere Ecken zu bieten als das Arena, um sich darin zu verweilen, ein Buch zu lesen oder den Leuten zuzusehen – einzukaufen, gar mit jemand ins Gespräch zu kommen.

So richtig im Grünen sitzt man in Lahr meines jetzigen Wissens darüber vielleicht nur im Altersheim, welches irgendwo hinter dem Max-Planck-Gymnasium sich befindet. Durchaus noch eine Art Geheimtipp. Sprechen doch eh alle von Inklusion. Dort kann man seinen Beitrag erledigen – im Grünen. Es bedarf eventuell einer gewissen Motivierung, um den Schritt genau dorthin und sonst nirgendwo andershin zu lenken. Doch einmal Platz genommen, wird es gleich sehr erträglich. Bedient wird äußerst aufmerksam und vielleicht sind dort auch die Preise nicht ganz so hoch als andernorts in der Stadt für Kuchen. Kann aber sein, dass ich mich da täusche. Der Kaffee ohne Koffein ist bislang der unbezwungen beste in der Stadt, finde nicht nur ich.

Das Altersheim liegt schon etwas abgelegen, da so hinter der Kirche, dem Max-Planck und wie eine Trotzburg am Eingang ins Schuttertal nahe gleichnamigen Bächles. Die Post wird in jenem Areal wohl wenig Schwierigkeiten haben, Pakete zuzustellen. Paketzustellungen, die sind allerdings für die Innenstadt von Lahr als Problem erkannt worden. Lieferanten stellen offenbar mit aller Regelmäßigkeit die engen Straßen der Altstadt zu.

Studenten der Hochschule Offenburg haben sich genau dieser Frage angenommen: Wie kann es angestellt werden, die Lieferanten sowie das Stadtzentrum vom Verkehr zu entlasten? Genauer: 17 Gengenbacher Betriebswirtschaftslehre (BWL) Studierende begaben sich in die Marktstraße von Lahr, versteht sich mit Professor im Schlepptau, dem Herrn Ingo Dittrich. Von Zalando war auch noch jemand dabei, also keine Angst: nicht von Amazon. Die Lebensqualität innerhalb der Stadt müsse erhalten oder gar gesteigert werden, so in etwa lautete der Auftrag dieser Unternehmung. Den öffentlichen Verlautbarungen zufolge war der Auftrag allerdings nicht, was eventuell ehrlicher wäre: Zeit ist Geld; und Zalando muss noch billiger und schneller über die Runde beim Verteilen von Paketen und anderem kommen, wie stellen wir das an? So lautete das offizielle Motto nicht oder ähnlich, sondern: „Pakete zustellen, nicht Straßen!“

Eine Semesterarbeit ‚durfte‘ zu diesem Thema verfasst werden. Ja, denn die Lieferservice-Industrie wächst. Das bestätigte auch Herr Professor. Und um die Angelegenheit entsprechend anzugehen, ist da nicht nur BWL gefragt, sondern gewiss auch das Fach Logistik und irgendwo dazwischen, vielleicht, firmiert noch jemand wie die Umwelttechnik beziehungsweise der Umweltschutz etc. Herr Prof. Dittrich sagte: 3,1 Milliarden Sendungen wurden im Jahr 2016 ausgeliefert. Diese Ziffer, so viel zum Erkenntnisstand, ist also erheblich in die Höhe geschnellt inzwischen, und bezieht sich wohl auf Gesamtdeutschland, wird hier vermutet, weil 3,1 Milliarden Sendungen allein für Lahr … ?

Dass Lahr irgendwie halt doch auf der Höhe der Zeit ist, oder dieser sich ziemlich bemerkenswert annähert, beweist vielleicht auch, dass es eine „Stabsstelle Umwelt“ der Stadt gibt. Und diese Einrichtung hat eben zusammen mit erwähnten Studenten kreative Lösungen gesucht und auch erarbeitet in Sachen Lieferverkehrsproblematik, die so genannte „grüne letzte Meile!“ nämlich.

Was das genau bedeuten soll?

Es wurde von den zuvor Erwähnten erkannt, dass Paketauslieferung mit Lastenrädern doch keine schlechte Sache ist, die es ja schon seit Längerem gibt in der Republik. Doch keiner wusste bislang, wie sich dieses Konzept für eine Stadt wie Lahr letztlich auswirken wird: positiv oder negativ? Um das herauszufinden, waren die Firmen DHL und UPS so nett, die forschenden Studenten in einige ihrer Unterlagen blicken zu lassen. Ersichtlich wurde, an einem Tag werden ungefähr an die 3 000 Pakete in Lahr von beiden Unternehmen jeweils verteilt.

Und was glauben Sie, welch Schluss gezogen wurde?

Genau, die Eichhörnchen-Methode: nämlich Mikro-Depots anlegen! Umladestationen errichten! Elektro-Kleintransporter einsetzen usw.! Angeblich würden derart 75% weniger Treibhausgas ausgestoßen werden, was hier leider bezweifelt wird. Die ermittelte Prozentzahl erscheint einfach zu optimistisch nach oben geschätzt oder gerechnet etc. Mehr Personal müsste nämlich beschäftigt werden, wenn dieses Konzept umgesetzt würde – und die fahren bestenfalls mit den Öffentlichen zur Arbeit und wohnen in Lahr. „Jetzt haben wir sowohl die Partner, als auch belastbare Planungsdaten für ein mögliches Pilotprojekt“, bemerkte in diesem Kontext Michael Dutschke, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Lahr.

Überhaupt: In diesem Zusammenhang schreibend, kommt mir im Moment schnurstrax in den Sinn: Es müsste vielleicht doch schon bald in den Stadtpark gegangen werden, egal, wie zurechtgeschnitten die Bäume, das Gras und einfach ALLES dastehen dürfen, um einfach nachzusehen, ob denn an solch Ort überhaupt noch jemand von Familie Eichhörnchen zu Hause ist, oder ob die ihre Depots schon woandershin ausgelagert hat, sagen wir, zwecks noch mehr Effizienz und Zeitersparnis? Der Punkt Effizienz beinhaltet auch den der Umwelt sowie der Lebensqualität – auch für jemand, der oder die sogar noch im Sommer Fell trägt wie eben Familie Eichhörnchen.

Stutzen? Scheren?

Statt stutzen oder scheren vielleicht doch lieber kommunizieren? Warum nicht, zumal im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ die Kinder im Lahrer Vorort Kippenheimweiler eine anscheinend besondere Erfahrung machen können – und zwar im Sophie Scholl-Kindergarten. Das Sprachprogramm läuft noch, obgleich es schon 2016 angeschmissen wurde. Zwecks Terminen macht es gewiss Sinn, einfach mal in der Kita anzurufen, auch um zu erfahren, wo gerade gastiert wird! Weil: „Großmutters kurioser Besen“ nennt sich das Puppenspiel, welches im Sophie Scholl-Kindergarten aufgeführt wird. Leider durfte ich solch Puppentheater-Erfahrung im zarten Alter von 4 oder 5 nur ein Mal machen, und zwar im Adler von Rust. Ich sage ihnen, was ich ums Kasperle gelitten habe, damals. Dieses Erlebnis brannte sich jedenfalls sehr tief ein. OK, das war auch noch vor TV-Zeiten, Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Inzwischen sieht es unter anderem so aus, um zur Sprach-Kita zurückzugelangen: Als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache hat man ‚natürlich‘ mitgeteilt bekommen, und das überzeugend, dass Sprache DER Schlüssel zur Welt sei. Das stimmt auch. Dennoch mag hier für ein EIN Schlüssel zur Welt eingetreten werden, anstatt DER Schlüssel. So viel Anerkennung oder Respekt sollte all jenen, die gesprochene Sprache nicht hervorbringen können aus verschiedensten Gründen, im Jahr 2018 schon entgegengebracht werden. Von daher ist es etwas schade, dass dieses positive Programm, Sprach-Kitas, ausgerechnet so beworben wird und von DER Schlüssel darin die Rede ist. Gehen wir zu Inhalten der Sprach-Kita über:

André Eick ist der Puppenspieler des „Eidoki!“ Und wie auch immer unter seiner Regie die Geschichte mit dem Besen und der Großmutter ausgestaltet ist, wird hoffentlich auch seine Version des Kasperle Kinder begeistern – und vielleicht manches sprachgehemmtes Kind anstoßen, auf sprachlich ‚besser funktionieren‘ zu schalten. Wie sagte man einst gern: „In der Einfachheit liegt die Würze!“

Und genau auch darum, der vermeintlichen Einfachheit wegen, sind Volksfeste oder Volksfestchen noch en vogue.  Am 28. Juli 2018 steigt der so genannte „Lahr-Tag“. Natürlich wird der auf dem Gelände der LGS abgehalten. Die Schutterstadt, wie Lahr auch gelegentlich noch genannt wird, präsentiert sich, als würde sie das nicht bereits das ganz Jahr 2018 über schon tun. Also es wird noch mal Eins draufgesetzt! Lassen Sie sich überraschen. Ich persönlich werde an jenem Wochenende ‚leider‘ in Berlin verweilen: Biennale Berlin usw. Das Motto des Lahr-Tags, ja, Sie haben es erraten: „Lahr ist bunt, Lahr ist vielfältig!“

Zum Glück ist das Städtle nicht einfältig, gell? Überhaupt: Hier widerzugeben, was auf dem Fest alles auf Sie warten wird, erspar ich uns. Einiges klingt durchaus interessant: E-Werk-Bühne im Seepark 41, zum Beispiel. Streichquartett oder Trashband mit präparierten Mülltonnen usw. Ach ja, und überhaupt vielleicht das High-Light könnte sein: Am Lahr-Pavillon wartet die Chryanthemenkönigin auf die Gäste der LGS. Na, ist das nicht 1000 und eine Lahrer Nacht genug?

Hier noch ein Link auf die Schnelle, der inhaltlich jene unter Ihnen interessieren könnte, der eine Leseratte oder einen Lesemuffel – oder etwas dazwischen sich befindend – daheim hat über die Ferienzeit und mindestens die 05. Klasse vollendet hat (oder anfängt?). Jedenfalls können sich Schüler an anhand des Links zu gleichaltrigen Leseratten/-muffeln durchklicken und sodann womöglich erkennen: „die vielen neuen Kinderbücher, die die dort extra gekauft haben, sind echt cool (www.lahr.de/mediathek/aktuelles)!“

Sonntag, den 29. Juli 2018 sollten sich all jene als wichtiges Datum ins Büchle schreiben, die ihren Altbau daheim gern verschönern würden. Das „Sanierung(s)Mobil“ ist nämlich unterwegs. Und dort gibt es allerhand Info aus erster Hand von wirklichen Fachleuten (zur energetischen Gebäudesanierung etc.).

Also, nicht vergessen: zur „Zukunft Altbau“ gehen, versteht sich, in der LGS, wo auch sonst!

In diesem Zusammenhang stand gewissermaßen auch das Arbeitstreffen der AG Klimawandel in Lahr vom 19. Juli. Der Städtetag des Ländles hatte nämlich den viel besagten Klimawandel zum Thema. Also traf man sich. Sprach über die Tigermücke, die einst aus Asien ankommend, inzwischen vermehrt hier Ängste schürt, nämlich dergestalt, dass bislang marginal aufgetretene Tropenkrankheiten zunehmen könnten im Südwesten. Dass es immer öfters stärkere Regenfälle gibt, war auch Thema – und vielleicht auch erhöhte Brandgefahr (siehe beispielsweise die Ortschaft Mati in Griechenland in diesen Tagen)?

Betroffen sind wir alle vom Klimawandel, zumal die Durchschnittstemperatur um etwas mehr als 1 Grad gestiegen sein soll. Die Niederschläge nehmen zu, die mit Schnee oder gar Eis bedeckten Tage im Jahr nehmen dahingegen drastisch ab. Dieses Phänomen kann inzwischen JEDER registrieren, und sich fragen: Und was habe ich damit zu tun?  Oder was haben Sie mit Folgendem zu tun:

Sollten Sie nämlich etwa noch immer nicht die mandäische Tasse begutachtet haben? Wir berichteten bereits von ihr, hier. Zur Info: Am ersten und zweiten August, Punkt 12 Uhr und 10 Minuten mag Herr Dr. Niklot Krohn Sie mit der „Lahrer Tasse“ bekannt machen – Stichwort: „Euting“ (siehe oben). Im Stadtmuseum Lahr, der ehemaligen Tonfabrik, klären sich spätestens bei Ihrer Teilnahme an einer Führung gewiss Fragezeichen, wie jene bezüglich Euting und erwähnter Tasse.

Zu vorletzt: Die Stadt Lahr wurde doch wirklich zur recyclingpapierfreundlichen Kommune ausgezeichnet. Herr Dr. Caroli hat – mal wieder- als Vertreter der Stadt Lahr gewirkt, der die Schutterstadt eloquent in Szene setzte bei diesem Anlass, und also eine Rede hielt. Vom Umweltministerium war auch jemand vor Ort, Dr. Baumann. Eine Urkunde wurde für vorbildhaftes Umsetzen und/oder Einsatz von recyceltem Papier übergeben, und das vonseiten des Umweltministeriums Baden-Württembergs. Und das passierte wiederum zum 5ten Mal an der Jahrestagung der „Kommunalen Initiative Nachhaltigkeit“, und zwar gleich im Umweltministerium selbst. Noch andere Städte Baden-Württembergs wurden ausgezeichnet.

Versteht sich schon fast von selbst für jene, die sich in der Branche im Südwesten Deutschlands etwas besser auskennen, dass hinter dem Recycling vor allem die „Initiative Pro Recyclingpapier“ (IPR) steht. Und letztere sagt unter anderem: Die Verwaltungen im Ländle haben inzwischen ungefähr 95% ihres Papiers, welches dem so genannten „Blauen Engel“-Label entstammt, im Gebrauch. Als Vorläufer dieser Erfolgsstory wirkte auch Lahr beim Projekt „Grüner beschaffen“ mit. Beim Blauen Engel-Papier handelt es sich durchaus um Qualitätspapier. Da gibt es nichts zu meckern. Die Kommunen Baden-Württembergs beteiligten sich bitte sehr FREIWILLIG an diesem Fortschritt in Sachen Nachhaltigkeit in unseren Büros. „Die Herstellung spart im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 60% Energie und 70% Wasser“, sagt Lea Eggers, Projektmanagerin der IPR.

Zum Abschluss mag noch jedweder Verdächtigung vorweggegriffen werden, dass hier ein Antichrist oder dergleichen zu Werke ist oder war, da das Thema Religion bislang außenvor bleiben musste, beziehungsweise blieb.

Wahrscheinlich hat mich der Spirit der frühen Täufer von Lahr insgeheim ge- oder ergriffen. Was gemeint ist? Hierzu erklärend einige Auszüge aus dem Buch „Geschichte der Stadt Lahr“ herausgegeben vom Ernst Kaufmann Verlag 1989, S. 177/9:

„… In Lahr war die Bevölkerung nicht immer mit dem Vorgehen der Herrschaft bzw. ihrer Amtsleute gegen die Täufer einverstanden. Vielleicht hatte sich vom Bauernkrieg her noch Unzufriedenheit im Volk gehalten, möglicherweise waren die Lahrer auch verärgert über das Hin und Her bezüglich der offiziellen Einführung der Reformation. 1531 hatte Baden den Vorschlag Nassaus, das Augsburgische Bekenntnis in Lahr-Mahlberg einzuführen, abgelehnt. Jedenfalls fürchteten die Herren Lahrs Mitte der 1530er Jahre einen Aufruhr … [einen] buntschuch, eine Verschwörung der Lahrer. Inwiefern die Täufergemeinde in Lahr (mit)verantwortlich war für diese aufrührerische Atmosphäre lässt sich schwer beurteilen. Immerhin errichteten gerade zu der Zeit, 1534/1535, revolutionäre Täufer im westfälischen Münster ihre Schreckensherrschaft. Wir müssen jedoch daran erinnern, dass die Lahrer Täufergemeinde von den pazifistischen Täufern Groß und Stattler gegründet worden war, die Aufruhr und Gewaltanwendung strikt ablehnten. … .

Neben der illegalen Täufermission gab es in Lahr schon seit dem Bauernkrieg immer wieder Diskussionen um die Einführung der lutherischen Reformation. Es muss dies eine unruhige Zeit für die Lahrer gewesen sein … !“

Und dann noch dieses Zitat aus selbigem Buch: „Die Nöte der Herren mit der Lahrer Täufergemeinde wurden schon geschildert, nachzutragen wäre noch, dass 1536 sogar ein Pfarrer in dem secten verdacht war. Das in Württemberg gewonnene Ergebnis der Täuferforschung …, dass das Täufertum besonders in den Gebieten gedieh, wo der Konfessionsstand unklar und damit die Heilungsgewissheit groß war, bestätigt sich auch in Lahr-Mahlberg. Die Kritik an der alltäglichen Geistlichkeit war in der Bevölkerung nicht verstummt. 1539 beschweren sich Bürger über das Verhalten der Priester Mägde des Lahrer Stifts [auch wegen dem Verfall der Sitten usw.] … .“

 

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Februar 2018

„Verlassen Sie Ihre Wohnung in einer Stunde“,
titelte die Taz am 01. Februar 2018 und meinte damit nicht etwa Menschen, die irgendwo in Syrien leben, sondern andere in Dortmund – die ersteren dürfen nämlich, leider, meist nicht mit einer Vorwarnung im Notfall rechnen. Dieser kommt ‚einfach‘ über sie! ‚Gott ist der größte, allumfassend weise‘ etc., steht ja im Koran – und wahrscheinlich nicht nur dort. Das erwähnen Muslime meist, wenn ein Desaster über sie oder andere hereingebrochen ist, wahrscheinlich zwecks Schockbewältigung und dergleichen.
Wer in Deutschland im Streit mit seinem Vermieter lebt, wird, wenn von Notfall-Wohnungsräumen die Rede ist, gewiss die Ohren spitzen – denn die Intown Property Management GmbH, die den Wohnblock der „Hannibal“ in Dortmund managed, schreibt die Tageszeitung des Weiteren, habe ein äußerst undurchsichtiges Netzwerk, dessen Enden in einem Vorort von Nikosia-Süd auf Zypern enden sollen. Die Rede ist von den zyprischen „Fanrouge Limited“ und der „KKLAW Nominees Ltd“. Beide Unternehmen sind im Handelsregister als Mütter der Hannibal eingetragen:
„… die Spuren enden schließlich bei einer zypriotischen Anwaltskanzlei in der Peripherie eines Vororts der Hauptstadt Nikosia“, wo sich „ein gewöhnliches Wohnhaus [befindet]. … Über solche Adressen landen die Mieteinnahmen aus dem Hannibal in der Steueroase am Mittelmeer“ – siehe auch, fügen wir hier da geradezu schon naseweis hinzu, die „Panama Papers“ etc.
Bevor hier noch auf Anderes eingegangen wird, sei noch kurz vorweg angemerkt:
Die Stadt Frankfurt a.M. scheint wieder eine Reise wert zu sein. Das wurde gerade übers letzte Wochenende ausgetestet. Meine Empfehlung, und das ist keine Schleichwerbung: Hotel Metropol! Klein, zentral und/aber fein mit 4 Sternen.
Ohne das offizielle kulturelle Programm der Großstadt am Main wirklich wahrzunehmen, die gerade Oberbürgermeister-Wahlen hat, kann man sich seine Zeit neuerdings in der Innenstadt durchaus locker und gut vertreiben. Die Münchner- und Kaiserstraße haben für Leute, die Berlin noch in einigermaßen guter Erinnerung haben, gewiss erholsamen, ja, erinnerungsträchtigen Charakter. Warum nach Berlin Kreuzberg oder Neukölln, wenn diese beiden Straßen Frankfurts so nahe sind? Stopover via Frankfurt scheinen auch daher zukünftig wieder etwas mehr Sinn zu machen – zum Beispiel solche von und nach Zypern pendelnd, anstatt immer wieder in Basel, Stuttgart oder Zürich.
Nun zurück zur Hannibal: Sonst ist es ja als das Argument „Eigenbedarf“, vor dem der fast nicht zu kündigende Mieter Angst haben muss in Deutschland, welches ein Vermieter aus dem Ärmel ziehen kann, um einen Mieter kündigen zu können – auch wenn man seine Miete monatlich brav bezahlt hat etc. Wie nun zu lesen ist, zieht die erwähnte Hannibal in Dortmund ein weiteres, sozusagen totsicheres Argument aus dem Sack, von dem man kaum spricht allgemein: „Unzureichender Brandschutz!“ Der Flughafen in Schönefeld/ Berlin lässt der bei Ihnen hier im Beitrag angekommen etwa schon um zwei Ecken schelmisch grüßen?
Apropos „schelmisch“, zumal ja dieser sonnige Staat zuvor schon genannt worden ist:
Vor kurzem wurde irgendwo verkündet, die EU habe ausgerechnet den Staat Panama von der Liste der Steuerparadiese gestrichen. Letzteres kommt im Vergleich eigentlich schon fast einer Streichung Deutschlands als einer der größten Umweltsünder in Europa gleich. Beide Streichungen sind oder wären doch wohl eher hirnrissig. Ein Schelmenstreich?
Nicht unbedingt hirnrissig, aber für manchen äußerst verwunderlich, ist, wie ausgerechnet der Grünen Politiker Kretschmer in Baden-Württemberg, der „Landesvater“, inzwischen zum „beliebtesten Ministerpräsidenten der Republik (Taz)“ mutiert sein soll. Immerhin hat die SPD im Ländle, Baden-Württemberg, angeblich bewiesen, dass sie an Reform interessiert ist. Sie wollte in der Politik mehr Frauen in Stellung bringen usw. Die CDU, die beim Reformieren eigentlich reformorientiert mitmachen wollte, habe dem Vorhaben aber doch noch den Riegel, vorerst, vorgeschoben in Stuttgart im Parlamentle. Frauen?
Immerhin: Ab dem 01. Februar 2018 ist die sogenannte Istanbul-Konvention in Kraft, wie wir noch alle erinnern, stimmt‘s? Frauen sollen ihr zufolge ja nicht etwa mehr oder öfter Kopftuch tragen oder ohne Widerspruch sich schlagen lassen, sondern ihnen wird mehr Recht bei Gewalt, die gegen sie ausgeübt wird, anstatt eingeräumt. Katja Grieger, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Frauen gegen Gewalt e.V. (Taz) sagt:
„Natürlich hätte ich mir in Details andere Formulierungen gewünscht. Aber die Konvention ist das stärkste Instrument gegen Gewalt gegen Frauen, das es momentan gibt. Sie ist eine echte Schatzkiste für all diejenigen, die diese Gewalt wirklich eindämmen wollen.“
Bis sich das Gegenteil, oder so was in diese Richtung neigend, herausstellt, mag hier noch angefügt werden. Immerhin: Das Merkel-Kabinett ist, was die Geschlechter angeht, erstmals GERECHT verteilt, wenn die SPD denn Groko-freundlich abstimmt demnächst. Soll heißen: Bei Neuwahlen in der Republik könnte die Neue in der CDU, die ehemalige Ministerpräsidentin aus dem Saarland (AKK), vielleicht aus Opportunismus oder anderen Beweggründen ihre Geschlechtsgenossinnen an der Macht im Reichstag doch wieder etwas davon zurückhalten. Vielleicht mit dem Argument: ‚Ich bin doch auch Frau‘, was dann ja ganz offensichtlich in Anlehnung an Merkels Argument „ich bin doch aus dem Osten!“ gelesen und verstanden werden müsste, welches sie ja angebracht hatte, um ihr ostloses Kabinett zu rechtfertigen. Wahrhaft, das wäre erster Beweis eigenständigen Denkens der Saarländerin!?
Wir dürfen also gespannt sein, ob und wann Frau in Germanistan endlich auf ungleiche Bezahlung der Geschlechter mit müdem Lächeln als historisch zurückliegend schauen kann. Wann bloß? Vergessen wir, erlauben Sie es bitte, doch besser das Geschrei um „#me too“ und wenden uns vielleicht entscheidend Wichtigerem zu: dem gleichen Lohn!
Obgleich, selbige zuvor gestellte Frage, die nach den Frauen, beantwortet in anderem Kontext, eventuell, eine Zeichnung in der Taz auf Seite 12 vom 01.02.18 auf ihre Weise:
Der Hintergrund dieser Zeichnung ist hellblau gehalten. In diesen wird mit einfachen schwarzen Strichen ein junger Mann gezeichnet, der an der Hand einen Schimpansen führt, dessen Fell in der Farbe Orange zu sehen ist; und auch dessen Konturen zieht der schwarze Stift ins Hellblaue. Beide Figuren sind von Hinten, vor einer Türe zur Rechten zu betrachten und halten Hände – der Affe gibt die linke, der Mensch die rechte. Der junge Mann guckt gerade eben mit freundlichem Gesichtsausdruck zum Affen herunter, wie vielleicht auch zu seinem Kind, Frau oder kleineren Bruder. Das Gesicht des ersteren ist in der Farbe Weiß-Rosa gehalten, so auch die eine Ferse seines Beins, die aus dem Blaumann geradezu ragt, den er trägt. Die Verse sticht farblich derart hinaus bei seinem gesetzten Schritt nach vorne, als wollte diese auf folgendes hinweisen: Gleich schlag ich eine Harke!
Wie gesagt, die beiden sind in Bewegung in Richtung Bild-Inneres, genauer: hin rechts zur bereits erwähnten Tür, welche in den hellblauen Hintergrund mit demselben schwarzen Stift gezeichnet ist wie die beiden selbst – und die ist nicht mehr allzu fern von ihnen. In der Mitte der Tür steht mit großen Lettern „DR.DIESEL!“ Ja, und was steht wohl in der Sprechblase über dem Menschen mit dem freundlichen Gesicht, der zum Affen spricht?
„GLAUB‘ MIR, ATEMTHERAPIE IST DER LETZTE SCHREI!“
Verehrte Leser: Das eben Geschriebene stürzt mich schon fast in einen Gewissenskonflikt, da ich, wie ja im letzten Beitrag hier noch gerätselt wurde, Kater Vassili nun doch kastrieren ließ. Es soll Folter sein, es nicht zu tun – und seine Markierungen würden unheimlich stinken etc.: Diesel me, Diesel we, Diesel du!?
Falls es noch immer nicht Klick gemacht hat: Die Tierversuche bei VW werden mit der Zeichnung in der Taz thematisiert und für manchen gewiss auch das herrschende Machtverhältnis Mann-Frau, und ersteres ist als Thema bei Ihnen wahrscheinlich schon längst wieder in der Klamottenkiste des täglichen Nachrichtenansturms gelandet? Nicht mehr aktuell!?
ΟΚ, das langweilt einige unter Ihnen bereits. Dann vielleicht ist dem auch so, weil Sie auf etwas zu viel Geld sitzen und einfach nicht wissen, was damit anfangen? Sie wissen ja, was neuerdings der Gier der Märkte und Banken wegen die Runde als lustigster Spruch des Jahrzehnts macht:
„Sparen kannst’te verjessen!“
Vielleicht probierten Sie es mal mit Investieren. Bloß wo? Wie wär’s, Sie eigneten sich endlich mal die Namen jener Kunstschaffenden an, und dann deren Werke, die derzeit und wahrscheinlich auch noch in 10 Jahren einfach NUR angesagt sind und eine gute Geldanlage sowieso zu sein scheinen:
Isa Genzken, Bridget Riley, Yayoi Kusuma, Luc Tuymans, Jeff Koons, Marlene Dumas, Lisa Yuskavage etc.
Diese Künstler nicht zu kennen, meine Damen und Herren, das können Sie sich ab jetzt nun wirklich nicht mehr leisten! Eigentlich kann es sich die Republik, also Deutschland, auch nicht leisten, alte Menschen eher schlecht pflegen zu lassen und Neuankömmlinge, wie die viel besprochenen Flüchtlinge, – mehr oder minder – zu oft sich selbst zu überlassen. Mal ganz abgesehen von den ‚normalen‘ schulpflichtigen Kindern, denen viel mehr Lehrmaterialien und Lehrer, Psychologen und hast-Du-nicht-gesehen zur Seite gestellt gehörten. Wieso hier und jetzt solch Geschrei? Dazu mehr am Ende dieses Beitrags. Jetzt erstmal das, was nun kommt:
Wir leben schließlich in 2018 – und Süd-Ost-Asien droht wie im Galopp an Europa vorbeizuziehen auf nahezu allen global veranstalteten Rennen, siehe demnächst Syrien oder Teile Afrikas, ja, auf ureigenem Terrain sogar, nämlich in Europa. AfD hin oder her! Die letzteren wollen auch nicht, dass ihre Kinder oder Kindeskinder im südostasiatischen Raum Klinken putzen gehen müssen – demnächst, also in absehbarer Zeit. Das will wahrscheinlich niemand wirklich riskieren und doch fällt Groko nur ein Paar kümmerliche Änderungen ein. Ein bisschen schneller soll das Netz werden. Mancher glaubt gehört zu haben, bis 2025 soll dem so für angeblich alle sein. Ja bis dahin haben die Asiaten uns schon weggekauft – und digital um-ge-surft wahrscheinlich sowieso!
OK, ich krieg mich wieder ein, ABER … .
Außerdem, und das steht hier nicht zufällig im vorherigen Kontext: Gerade mal 1 Ostdeutscher gehört dem neuen Kabinett an, wenn es denn zustande kommt und wenn DIE sich nicht doch noch berappeln davor. Wenn dieses Missverhältnis nicht Wasser auf die Mühlen einiger Rechter im Osten Deutschlands ist, was dann? Geht es noch unsensibler? Die Taz vom 08. 02. 18 zur Unsensibilität in anderem Gewand:
„… Die Verteidigungsausgaben sollen zwar weiter steigen, aber nur „im Verhältnis von eins zu eins“ zu Ausgaben für Entwicklungshilfe, humanitäre Hilfe und Krisenprävention [, die Rede ist offensichtlich von einer Mogelpackung, wo keine Sau mehr nachrechnen kann, vielleicht auch nicht belegen kann, wie man auf diesen oder jenen Ausgabensatz gekommen ist. Und:]. Bei den Rüstungsexporten fällt der Koalitionsvertrag gegenüber dem Sondierungspapier in einem Punkt zurück: Neue Geschäfte mit Ländern, die am Jemen-Krieg beteiligt sind, will die Große Koalition zwar weiterhin nicht genehmigen. Bereits angelaufene Geschäfte will die Koalition jetzt aber nicht mehr stoppen [, „die Schweine“, hat sich in meinen Redaktionsräumen darüber schon Jemand geärgert. Doch der Wahn geht weiter:]. Im Gegenzug sollen zwar „Kleinwaffen grundsätzlich nicht mehr in Drittländer exportiert werden. Grundsätzlich bedeutet aber immer, dass Ausnahmen möglich sind, [verstehen Sie?]. Grundlegende Verschärfungen wird es bei den Rüstungsexporten nicht geben. Auch sonst bleibt im Kapitel zur Außenpolitik fast alles beim Alten. … Union und SPD setzen auf Kontinuität.“
Das Letztere klingt äußerst unheilvoll, wenn DIE so weitermachen wollen! Insofern und wie eben dargelegt wurde, käme die entstehende Groko nicht erst im ausgewiesenen Punkt „Europa“ „dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron entgegen, der einen eigenen Haushalt für die Eurozone fordert“, sondern auch bei der allgemein betriebenen Aufrüstung, die ja in einer Art und Weise geschieht, als stünde ein Krieg an. Dass Wirtschaftskrieg der Obermacker bereits geführt wird, sollte uns allen so langsam mal dämmern – Krieg der Profilierungssucht. „Der von Macron gewünschte Posten eines europäischen Finanzministers kommt im Koalitionsvertrag nicht vor.“ Und dem ist so, wegen der Profilierungssucht.
Vielleicht machte es vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklung eh mehr Sinn, einen EU-Kriegsminister zu installieren – auch aus prophylaktischen Gründen. Und da wir schon von Prophylaxe reden, und von solcher längst nicht mehr gesprochen werden kann im Folgenden, dies:
Schleuniger als schleunigst haben sich die Damen und Herren der Großen Koalition, wenn sie denn zustande kommt, dem Thema Gebrauch von Reserveantibiotika in der Tierhaltung und andernorts GEFÄLLIGST zu widmen! Die planen Milliarden von Euro sonst wo hinein zu stecken; und die Leute können derweil im Sommer darüber nachdenken, ob sie besser nicht in ihren geliebten, eventuell bakteriell gefährdeten Badesee reinspringen, um sich zu ‚erfrischen‘ – wo sich doch der sinkenden Löhne wegen recht viele Bürger nicht mehr leisten können, im Ausland irgendwo am Meer Urlaub zu machen. Wir erinnern: Die nächste Grippe könnte für die so Infizierten nämlich bereits klinisch „Schach-Matt“ bedeuten, und zwar resistenter Erreger wegen, die schlampige, um nicht zu sagen verantwortungslose Politiker Konzernen und anderen Machtzentren ‚erlauben‘, mal so in der Umwelt sich auszuprobieren. Diese Erreger lauern, wird gesagt, geradezu in unseren Körpern und warten auf eine Schwäche desselben, die dann gnadenlos genutzt wird – aller Voraussicht nach tun die Resistenten das zunehmend letal! Kurz:
Die zuweilen halbseidenen Methoden im Berliner Reichstag verursachen offenbar zunehmend merklicher Schäden, und zwar solche, die sich in Richtung irreparabel ganz unerfreulich neigen, wo man hinschaut. Es wird Zeit, den meisten betriebenen, sogenannten Politiken Einhalt zu gebieten und die Aufmerksamkeit oder Betriebsamkeit der politischen Akteure vom oder im Reichstag dorthin zu richten, wo sie für die Allgemeinheit ECHT nachvollziehbar von Nutzen sind, zum Beispiel: Weniger Antibiotika und/oder multiresistente Keime in der Tierhaltung, in Krankenhäusern etc., schärfere Kontrollen und härtere Strafen, eine Abkehr von der Massenproduktion hin zu Qualität; Ende des Betrugs an der Öffentlichkeit durch unethisch betriebenes Profitstreben, JETZT und in jedem erdenklichen Bereich!
Dass das sich demokratisch nennende System EU und/oder Deutschland inzwischen bis auf die Grundfestung versifft ist, beweist unter anderen auch, dass „die deutschen Vertreter Allianz und Munich Re … zumindest an[deuten], ihre Geschäfte prüfen zu wollen. Die Allianz schreibt auf Anfrage der taz, man untersuche „seit 2004 grundsätzlich alle potenziell kritischen Geschäftsabschlüsse systematisch auf ESG-Risiken“ – also auf Umwelt und Sozialrisiken.“ Soll unter anderem auch noch heißen, wie die Tageszeitung am 08. 02. 18 des Weiteren feststellt: Dass Versicherer wie die Allianz, Axa, Swiss Re oder Zurich etc. „bei der Expansion der Kohle“ in Polen kräftig mitmischen!“
Anstatt wird das Interesse der Leute auf die andere Kohle gelenkt – und zwar derzeit gern auf „Bitcoin“, die demnächst als „Eurocoin“ die Runde machen dürfte. Nicht nur das Institut für Makroökonomie (IMK) besorgt die auffallende „Sorglosigkeit [Taz]“, mit der in den USA und andernorts so etwas wie eine „Deregulierung“ im Finanzsektor gepuscht wird. Das IMK schreibe, resümiert die Taz am 08. 02. 18:
„Handlungsbedarf besteht … beim Handel mit Wertpapierderivaten. Das globale Volumen der zugrundeliegenden Werte „ist 2017 auf mehr als 500 Billionen US-Dollar“ (400 Billionen Euro) gestiegen – mehr als das Fünffache der weltweiten Wirtschaftsleistung. Diese Geschäfte müssten besser reguliert werden, sonst entstehe die nächste Spekulationsblase, [in der wir sehenden Auges schon längst – wieder – schwimmen].“
Und dennoch werden in Deutschland Kinder in diese Welt gesetzt. Dem Vernehmen nach sogar zusehend mehr. Das ist einerseits erfreulich. Andererseits darf dabei halt nicht das Globale aus dem Auge entlassen werden, wie bereits angetönt. Denn es ist zu befürchten, dass dieser Kinderzuwachs-Trend ein globales Echo hat – egal, von wem diese Vermehrungswelle ausging und geht. Einige behaupten ja, es seien „die Muslime“, die uns den Kinderreichtum im 21. Jahrhundert einbrockten, den wir bereits als überwunden ansahen. Nun, manch christliche und/oder jüdische etc. Splittergruppe könnte den Trend allerdings auch mit angestachelt haben – was ja im Grunde nicht das Schlimmste wäre, würden denn auch alle Mäuler zur Genüge gestopft werden: mit Nahrung, nicht mit Lappen oder dergleichen. Wussten Sie: Manche sollen sogar foltern, ohne solche Stimmen-Ersticker zu benutzen. Nun, auf diese Angelegenheit weiter oder näher einzugehen, erspar ich uns jetzt.

Nur gut, mag da die eine oder der andere unserer Leser resümieren, dass die Renten zumindest bis 2025 sicher sein sollen in Alemannia. Obgleich: Das Ende der sogenannten Zweiklassenmedizin kann nun von Herrn Schulz, dem abgesägten, vermeintlichen Außenminister, doch nicht mehr gesehen werden – und seinen Parteifreunden. So etwas wie eine weitere Arbeitsgruppe wird anstatt eingerichtet. Hurra! Die Versorgung gesetzlich Versicherter soll angeblich verbessert werden in Sachen Leistung und Zugang. All das wollen wir aber besser erst glauben, wenn wir es von der Groko umgesetzt sehen. Aus Erfahrung hat da so mancher seine Zweifel – vor allem als Nicht-Privatpatient. Doch immerhin, mag es da bei den Lesern denken: Anscheinend werden ab Januar 2019 Arbeitgeber und -nehmer wieder zu gleichen Teilen ihre Krankenversicherung bezahlen. Und:
„Auch ansonsten sollen die gesetzlichen Regelungen so geändert werden, dass Bezieher sozialer staatlicher Leistungen in ihrem Wohneigentum bleiben können. … Bis 2025 soll das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fallen und der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen [TAZ 08.02.18]].“ Aber:
„Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst soll als bis zum Jahr 2025 zu erreichendes Ziel für den Geltungsbereich des Bundesgleichstellungsgesetzes festgeschrieben werden [Taz 08.01.18].“
Die Betonung, verehrte Leserschaft, liegt hier auf dem unspektakulären „soll“.
Was mich betrifft, kann gesagt werden: Wusste ich’s nicht schon immer, dass die Rente wahrscheinlich dann einknickt, wenn ich dran komm? Schließlich bin ich ja ganz offensichtlich die Person, die immer das Ende einer Ära mitkriegen ‚darf‘: das Ende eines ‚freien‘ Afghanistans vor dem Einmarsch der Sowjets, wo ich damals eigentlich hinreisen wollte und dann etwas länger deswegen in der Türkei verblieb, die Umwandlung des Arbeitslosengeldes, als ich endlich auch mal auf arbeitslos machen wollte und, längst nicht zuletzt, der Anschlag Assads auf seine eigene Bevölkerung, als mehr oder minder die Koffer gepackt waren, um in Syrien zu leben und mich als Korrespondent und/oder Lehrer dort durchzuschlagen etc.
Nee, Sie glauben doch nicht etwa, dass ich mit knapp 61 Jahren mir Lorbeeren holen gehe ẚ la Yücel von der WELT, um einer (vermeintlichen) Nachricht wegen im Knast zu schmoren oder gar die Tastatur abzugeben, wie so manch anderer aus meiner Branche? Immer mehr macht sich bei einigen, die das Ding mit der Vernetztheit unserer Zivilisationen glauben verstanden zu haben, die Idee nämlich breit, dass aus Ländern mit skrupellosen Regimen – und auch über sie – nicht berichtet werden sollte; oder nur das aller Nötigste. Despoten nutzen den entfachten ‚Nachrichten-Hype‘ offensichtlich IMMER gekonnter zu ihren Gunsten aus. Und ihre ‚Schäfchen‘ werden durch den entfachten medialen Hype, so oder anders, erst recht in Mitleidenschaft gezogen. Viele finden, es ist an der Zeit, solche Regime, wie man sagt, zu schneiden, medial wegzuschneiden. Keine Korrespondenten, keine Botschaften. Keine Exporte.
Tut euer ‚Wunderwerk‘ ohne unsere Mithilfe!
Den Versuch wäre es definitiv wert. Jedenfalls Waffen dorthin zu verkaufen, Journalisten dort auflaufen zu lassen, im wahrsten Sinne des Wortes, im Bundestag große Reden darüber zu schwingen oder Verlage die Umsätze mit Nachrichten darüber steigern zu lassen, während die betroffenen Menschen nicht nur leiden, sondern auch noch die tollen Deals, die unsere Regierungen und Firmen aushandeln ausbaden dürfen, gehört definitiv in die Vergangenheit geschoben.
Abbruch der Handelbeziehungen!
PUNKT.
Nicht ganz Full-Stop! Der Pontifex in Rom hatte bekanntlich nichts Wichtigeres zu erledigen, als Erdogan zu sich zu rufen – noch Anfang Februar 2018. Angeblich seien sie sich nur in puncto Jerusalem einig geworden – also, dass diese „heilige“ Stadt nicht Hauptstadt Israels werden solle. Wer daran glaubt, dass die (beiden Geistlichen) nur bei diesem Punkt einig wurden, soll selig werden. Einmal mehr zeigte sich anhand dieser Visite des Mannes aus Kasım Paşa/Istanbul, dass je ekeliger ein Staatsmann zu ‚seiner‘ Bevölkerung ist, desto mehr, ganz offensichtlich, kriechen ihm andere Staatsmänner und -frauen Hinten hinein!
Ich meine, wir sprechen, beispielsweise, von dem Erdogan, dem die Religionsbehörde „Diyanet“ der Türkei direkt unterstellt ist. Die Betonung liegt auf „direkt“. Das für all jene, die Schnell-Leser sind und diesen Punkt vielleicht überlesen der Geschwindigkeit wegen. Letztere, die Diyanet also, brachte kürzlich, koranischer als der Koran, zur Welt, es sei unschicklich für einen Muslim, mit der linken Hand zu essen; ja, besser, so verstehen wir das hier, man ließe vom Essen mit Messer und Gabel ganz ab – zurück zum Essen mit der rechten Hand also. Insofern wäre schon mal interessant, Ihre Eminenz Erdogan öffentlich Essen zu sehen. Wir Bürger, wir vom „Volk“, sähen das wirklich gern mal, wie der Herr zu speisen gedenkt. Ob der Geistliche in spe wohl noch zur Gabel greift und dann mit welcher Hand? Weil die Gabeln, so weit hier bekannt, werden auch in türkischen Top-Restaurants links liegend um den Teller drapiert mit dem Messer rechts etc. Und nicht Jeder soll die Courage haben vor aller Leute Augen, diese Ordnung umzugestalten, also, dass das Besteck ‚falsch‘ um den Teller liegt beziehungsweise gebraucht wird. Diyanet findet auch, dass türkische Mädchen mit 8 Jahren heiratsfähig sind – und Jungs mit 12. Zafer Senocak in der Welt am Sonntag vom 25. Februar 2018:
„Im Jahr 1945 veröffentlichte der Philosoph Karl Popper … „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“. Dieses Buch hat das Denken der freiheitlichen Gesellschaften geprägt und diesen während des Kalten Krieges Orientierung gegeben. Heute müsste es wiederentdeckt werden. Denn wir sind gerade Zeugen der Gründung einer Internationalen, die man als ein Bündnis der Feinde der offenen Gesellschaft bezeichnen kann. … Ihre giftige Wirkung aber entfaltet diese Bewegung in Ländern, in denen die Demokratie nicht festgelegt ist [, andernorts wird hier von „Demokraturen“ gesprochen. Eigentlich wäre, finden nicht wenige, von „Diktakratien“ zu sprechen angesagter], wie zum Beispiel in der Türkei … Ankara ist inzwischen zu einem Symbol der Wiederkehr längst überwunden geglaubter Denkmuster geworden … Wie von jedem autoritären Regierungssystem geht von der Türkei inzwischen auch eine Gefahr nach außen aus. Doch in Europa wird dies nach wie vor nicht gesehen oder unterschätzt. … . Dabei entscheidet sich die Zukunft der europäischen Sicherheits- und Friedensordnung … vor allem auch in der Türkei. Die Flüchtlingsfrage war nur ein Vorgeschmack auf das, was passieren kann, wenn die Brücken in den Nahen Osten und nach Süden abbrechen und Europa seinen Einfluss in diesen benachbarten Regionen nicht mehr ausübt. …. Unter der Politik Erdogans wird das Land … immer mehr zum Trojanischen Pferd Russlands. … . Erdogan ist inzwischen [Putins] Geisel und sein Partner zugleich. … . [T]ürkische Staatspropaganda ist aggressiv aufgeladen und hat das Land mit einer Fantasiewelt großer Bedrohungen verkleidet [: der Westen, die USA, Israel]. … Die USA sind inzwischen der Feind Nummer eins in der Türkei … [, weil] die Sicherheitsinteressen Israels und die Agenda der Regierung in Ankara einfach nicht mehr zusammenpassen. … . Wie kann man mit Islamisten verhandeln? … . Ganz zu schweigen von unseren [deutschen] Politikern, deren samtweiches Auftreten gegenüber Figuren wie Putin und Erdogan weit davon entfernt ist, diese in ihre Schranken zu weisen. … . Es geht nicht nur um militärische Strategie[n]. sondern um die Art und Weise politischer Ordnung, um Lebensart, um Ausstrahlungskraft, es geht um Ängste und Sehnsüchte. Das türkische System verspricht inzwischen der islamischen Welt Hoffnung auf Verbesserung der Lebensumstände einfacher Menschen, so ähnlich wie die Kommunistische Partei Chinas den Bürgern [, Volksgenossen] Wohlstand in Unfreiheit beschert hat. Der Preis ist eine Gesellschaft der moralischen Verwerfung, der Unfreiheit und der Rechtsbeugung. [Letzteres ist vor allem das Unschönste daran]. … . Das Gespräch mit der Türkei darf nicht abreißen. Was heißt das genau? Wäre es nicht an der Zeit, einmal in das Land hineinzuhorchen und die säbelrasselnde Rhetorik des türkischen Regierungsapparats etwas ernster zu nehmen? … Durch Sprache wird Angst verbreitet. Aufwiegelung und Mobilisierung sind inzwischen zu Strategien des Machterhalts geworden. Zielscheibe ist dabei die liberale Philosophie des Westens … Eigentlich hat die Türkei mit dem Einmarsch in Syrien eine rote Linie überschritten. [Sie wurde und ist allerdings an Überschreitungen dieser Art gewöhnt, siehe Nordzypern, welches eher unrechtmäßig noch immer besetzt wird von türkischen Truppen. Inzwischen darf vernommen werden, dass Russland Ankara die Provinz um Aleppo versprochen haben soll, versteht sich, für eine kleine Gegenleistung – sich mit Assad nicht total anzulegen etc. Und wissen Sie was?]. … Selbst säkular eingestellte Türken [, so Senocak] kann der türkische Präsident mit seinem Ultranationalistischen inzwischen vor den Karren spannen. … Die offene Gesellschaft muss ihre Feinde besser erkennen und eine Sprache entwickeln, mit der diese entwaffnet werden können. Europa … hat es verlernt, Grenzen aufzuzeigen durch sprachliche Mittel, also noch bevor es zu einem bewaffneten Konflikt kommt. … Auch deshalb ist die Türkei-Politik Europas so krachend gescheitert. Wie kommt es, dass diesem Scheitern kein Plan B folgt, sondern allgemeine Ratlosigkeit?“
Wahrscheinlich kein Plan B, weil so etwas wie zu viel Selbstbezogenheit und Arroganz innerhalb der EU herrscht. Das Zustandekommen des letzteren, der Arroganz, ist ja vielleicht auch aus Gründen, wie dem folgenden nicht verwunderlich. Sieht man beispielsweise nach dem Irak, wo gerade wieder einige Menschen zum Tode verurteilt wurden, weil sie den IS nachweislich unterstützen etc., wird das ersichtlicher. Komisch daran ist nämlich, dass nachweislich so genannt weißhäutige nord- oder mitteleuropäische IS-Unterstützer dort im Irak keine Todesstrafe bis zu ihrem bitteren Ende zu erleiden haben. Die Rede war diesmal von einigen türkischen Frauen, denen das ‚Schafotte‘ bevorsteht. Soll heißen: Die erwähnte Arroganz mancher Europäer in hohen Ämtern sieht sich komplex und global, wie soll man es nennen, abgefedert.
Der Papst in Rom hat also indirekt bestätigt, indem er den Sultan in spe von Ankara bei sich vorbeikommen ließ – der sich vor laufender Kamera vor dem Pontifex in den Sessel fallen ließ und dann ganz selbstverständlich sitzen blieb, als sähe er nicht, dass ihm Letzterer durch eine nicht gerade kleine Pause vor dem eigenen Hinsetzen im Stehen die Gelegenheit einräumte, sich nochmals schnell zu erheben, oder so tun als ob, um das Protokoll dem Protokoll entsprechend durchzuführen -, dass Erdogan schon demnächst derjenige sein könnte, für den er hier bereits in anderen Beiträgen, wie auch in diesem hier, genannt wurde: SULTAN.
Was, also, haben die beiden Oberhäupter bequasselt und geheim vereinbart im Vatikan? Dass Katholiken in der Türkei beim Übergang ins Sultanat Türkei wenig zu befürchten haben werden? Dass ihre Position im Sultanat und bei der Übernahme Teilen von Syriens und dem Irak schon demnächst gestärkt wird, wenn der Papst diese oder jene Politik der EU oder Russlands noch etwas inbrünstiger befeuerte?
Schließlich, sagen wir es doch laut, ist auch die katholische Kirche ein Betrieb, der Geld verdient. Wie gesehen werden konnte, spekuliert diese Organisation sogar an Börsen etc. – und manches Mal da vergreift sich halt jemand in der Portokasse der Kirche innerhalb derselben, oder so, und verzockt sich beim Spekulieren mit Aktien etc., was natürlich spätestens dann bestraft wird – und so ja überhaupt nicht angedacht war anscheinend – wenn der Börsen-Coup nicht klappt; oder sich jemand mit der Kohle vom Kirchacker machen möchte. Und das, wo die Kirche uns doch seit jeher, sozusagen durch die Jahrhunderte, an die Abgabe eines Zehnten, oder wie es heutzutage genau genannt und aufgeteilt wird, unterwürfigst gewöhnte. Dazu fällt mir gerade die sprachliche Wendung des Pfarrers in der Kirche von Mahlberg ein, wo ich doch wirklich vorletzten Sonntag mich einfand. Was sagte der Priester? Weiß ich nicht mehr. Doch hängen geblieben ist, dass er sich in wenig geschickter Weise als „Engel“ im Auftrag des „Herren“ profilierte. Scheint außer mir niemand aufgefallen zu sein. Fast hätte ich den Finger gestreckt und nachgefragt. Beim Verlassen des himmlischen Gebäudes war ich dann aber bereits so eingewickelt von Gehörtem, dass keine Frage in diese Richtung (Du Engel, ich Jane?) lanciert wurde. „Hat wirklich Spaß gemacht!“, sagte ich anstatt lediglich und drückte das evangelische Patscherchen mit möglichst beseeltem Lächeln im vermeintlichen, angeblichen, abtrünnigen oder eben doch wiederbekehrten Christengesicht.
Money makes the church go around!
Am Gewinn und Profit, den wir in Deutschland gerade erleben und nahezu jeden Tag in neuer Erfolgsmeldung verpackt verabreicht bekommen, klebt zu offensichtlich Blut, klebt unschön Vernichtung von Lebensgrundlagen, klebt der pure Geiz gepaart mit Habgier eingehüllt in Heuchelei in Gestalt von Gerede über „Menschlichkeit“ und „Demokratie“ und auch Engeln etc. – und natürlich Wohltaten, die anscheinend getätigt werden in der Welt. Deutschland soll global besehen auf Platz Nr. 6 stehen in Sachen weltweiter Verschmutzung. Sollte das deutsche Verschmutzungspotential mal jemand hochrechnen, weil er oder sie denken, dass sei doch nichts gegenüber dem Dreck, welchen die USA oder China in die Welt entlassen, dann bitte ich, sich Deutschland genau in solch geografischer und entsprechender Einwohner-Größe umzurechnen, wie eine der beiden genannten Großmachte.
Nicht lustig, was bei dieser Hochrechnung als lebenswert herauskommt, stimmt’s?
„… Noch immer glauben viele, dass man mit Rechten [oder der betriebenen Politik] gut leben kann, dass man wegschauen kann, dass man sich arrangieren kann mit den Rechtsradikalen [mit der ins Werk gesetzten Außen- und Wirtschaftspolitik in Ländern wie Deutschland]. Die vielleicht ja, wenn sie nicht gerade „auf der Maus ausrutschen“ oder auf Buchmessen brüllen [oder via Trump & Co. ihre Markierungen setzen], wenn sie nicht gerade Kanzlerinnen „Nutte“ nennen [oder ihr ihre Hand nicht reichen] oder Häuser anzünden, ganz freundliche Nachbarn sein können. Leute, die auch mal helfen, wenn man in ihren Augen nicht gerade schwul, jüdisch, [arabisch, afrikanisch etc.], „fremd“, „komisch“ oder eine „Zecke“ ist.
Wer hier wegschaut hat seine Ruhe, schön, vielleicht kann er später sogar die Möbel eines anderen Nachbarn „arisieren“ [oder „heiliges“ Land endgültig wegnehmen, wie gerade mal wieder geschehen, die Landesgrenze seines Königreiches bis an die Bab al Jemen in Sanaa ausweiten etc.]. Wer das nicht will, sollte aufhören sich … [damit] abzufinden, denn was … hier oder sonst wo passiert, passiert auch] im Schwarzwald [in gewisser Weise], wird aber höchstens in Lokalblättern [oder Flugblättern] erwähnt. … . Es stimmt, hier braucht es Öffentlichkeit. Und Solidarität <<TAZ, 02.02.18>>. “
Apropos Solidarität:
Gestern den 01. Februar hörte ich sie mal wieder schreien. Sie wissen schon wen, jene, die immer wieder, seit Anfang der 80er Jahre ganz bestimmt, immer wieder von „Solidarität“ singen-reden-schreien. Ja, es war mal wieder so weit. Zufällig am Rathaus Platz in Lahr vorbeigeschlurppt auf dem Weg zu REWE an jenem Tag, wo es Tee zu 1 Euro 70 zu trinken gibt. Und da standen sie, versteht sich im Kreis, versteht sich nur sie standen da so, wahrscheinlich nur sie, einige unter ihnen auch in eine ungefähr 1 Meter 50 große gelb, grün, rot, weiße? Flagge gewickelt und sangen, schrien; ein Anblick, der mich wirklich schon seit über 30 Jahren innerlich nicht etwa gefrieren lässt, sondern mit den Jahren immer öfter eher zynisch dreinschauen lässt:
„HOCH!
DIE!
INTERNATIONALE!
S O L I D A R I T ÄT!“
Wie im Fußballstadion vom Spiel begeisterte Fans schrien sie das zitierte Sprüchle ab, oder aber sie chanteten zwecks Abwechslung, vermute ich: „Mörder“. So in etwa betete der eine von ihnen all das jedenfalls vor und der Rest schrie, vielleicht so an die 80 Leutchen, „Erdogan!“ nach dem also dieser Killer, wie nicht nur sie meinen, erwähnt worden war usw.
Vielleicht war der vermeintliche Protest, der wohl eher Protest war als ein Hilferuf, mehr an den leeren Raum des Kreises, den sie bildeten, gerichtet als an uns, die Herumstehenden und zufälligen Passanten? Vielleicht ist dieser Kreis ja ihr uns verschwiegenes Medium, tanzen doch auch im Kreis wie Derwische bei Hochzeiten, wie man weiß, den Halay; ein Medium also, welches sich auf die den Kreis umstehenden Passanten in geheimnisvoller Weise ergießen, sie einkreisen soll – oder so?
Denn ja, es ist im Grunde hohles Geschreie gewesen – mal wieder, nahezu hohl! Und das pseudo-revolutionäre, pseudo-progressive Schrei-Gesang-Manöver wiederholt sich egal wo, immer wieder so, und zwar spätestens dann, wenn Kurden Unrecht so angetan wird, dass dieses in den westlichen Medien sogar präsent wird oder ist. Muss allerdings gestehen, dass ihre Untereinander-Verstrittenheit sie diesmal wirklich recht böse in Bedrängnis bringen könnte im Nahen Osten – und dass sie sich dann auch noch ausgerechnet mit Assad wieder ins Bett zu legen gedenken, wo der Erdogan anrückt, ist äußerst unschön. Kann man eigentlich nur noch mit selbstverschuldeter Vergewaltigung vergleichen? Gibt es so etwas überhaupt?
Kurz: Kurden bauen seit Jahren einen taktischen Hammer nach dem anderen, und das, wie es aussieht, so lange Geschichte geschrieben wird. Sie sind, leider, die klassischen, ja eher selbstverschuldeten Verlierer – die Betonung liegt auf „eher!“ Nennen wir es so doch wirklich mal beim Namen!
Kurden werden 365 Tage im Jahr ‚in die Mangel‘ genommen, dort, wo sie ursprünglich leben oder lebten – mal mehr, mal weniger; und ‚gern‘, leider, tun sie sich auch untereinander Leid an. Und dieses ‚Spiel‘ hat sich teils gewissermaßen pervertiert.
So, wie Kurden um Sympathie werben in hiesigen Breitengraden, und das seit einigen Jahrzehnten, werden sie es voraussichtlich nie schaffen, den Großteil der Angesprochenen aus den Betten zu holen für ihr Anliegen – Kurdistan. Nur ein Grund dafür: Ihre eigene, kurdische Solidarität für andere Belange, sagen wir mal für den Krieg oder die Ausbeute im Kongo oder andernorts einzusetzen, etwas weiter weg von Kurdistan, ist außer in einem Zeitungsbericht in ihren Zeitungen, wenn überhaupt, nicht vernehmlich. So sind sie auch meist nicht – oder nicht zur Genüge – bei Themen präsent, die den Leuten auf den Nägeln brennen, beispielsweise in Ländern, in denen sie als Kurden mit deutschem, schweizerischem oder österreichischem etc. Pass leben – oder als Flüchtlinge, Arbeiter usw.
Geld anschaffen, welches nicht wenige unter ihnen dann auf irgendeine Weise nach Kurdistan transferieren, gern auch, um eigenen Reichtum zu mehren, was ja nichts Abwegiges ist, eigentlich, reicht nicht aus. Viel, zu viele Kurden, die in Europa leben, scheinen meist NUR politisch etc. aktiv in eigener Sache zu werden oder zu sein! Das darf mit Fug und Recht Solo-Solidarität, anstatt Solidarität genannt werden. Sie erscheinen zu oft auf sich lediglich bezogen, bis zum Abwinken, wie man sagt, schon fast wie Messieurs Trump, der sie wohl irgendwann in Stich lassen könnte in Kurdistan – temporär.
In ihre kurdischen Kreise Einblick zu erhalten, wie Varoufakis in anderem Zusammenhang schildert, ist als Nicht-Kurde eigentlich unmöglich. Bei Bankern und Politikern etc., wie Varoufakis in einem seiner Bücher schildert, muss man sich entscheiden, ob man zum inneren Zirkeln gehören will oder nicht. Als Nicht-Kurde wirst du wahrscheinlich nie in den Genuss gelangen, dich zu entscheiden. Die entscheiden das für dich nicht, weil du kein Kurde oder Kurdin bist. Und so ähnlich hermetisch abgedrängt scheint es auch noch immer für die kurdischen Frauen zu sein: Die proklamierte Gleichberechtigung, der sie unter Kurden angeblich frönen, ist genauer betrachtet halt doch NUR Makulatur.
Trumps Solidarität geht ja bekanntlich neuerdings so weit, hurra und sorry, dass er kleinere Atombomben bauen lässt – Micky-Mouse-Bomb lässt grüßen. Wird man doch wohl noch verniedlichen dürfen, das kleine Bummerle! Schließlich sind ja vorrangig eh die ANDEREN gefährdet, so ein Ding mal leibhaftig wie den Leibhaftigen vor sich aufschlagen zu sehen, andere, wie die in Nordkorea, Iran, Türkei, wenn die so weiter intrigieren, Teile Afrikas, so zum Test oder die in Indochina; Venezuela würde sich womöglich auch gut eignen? El Salvador!? Kuba? Zu nah an Miami, die Insel Kuba, wo Herr Trump golfen geht.
Über die Folgen wird bekanntlich erst als nachgedacht, nachdem das Kind im Atomstrahl geröstet ist – und die Wasser verseucht sind. Hauptsache, man hat gezeigt, dass man WAS tut – ‚siegt‘!
„Alle Bürger der EU sollen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Ein „Grundrecht auf Wasser“, wie es die Bürgerinitiative „Right2Water“ vor fünf Jahren gefordert hat, wird es aber nicht geben [, haben wir uns alle eh schon längst gedacht, dass die Haupt-Verantwortlichen darauf weiterhin unverantwortlich reagieren]. … . Dies sei nicht in der europäischen Grundrechtscharta vorgesehen <<Taz,02.02.18>>.“
Analog dazu:
Alle Bürger, die Internet haben, haben jedenfalls – derzeit noch – Zugang zu einem Radiosender namens „Schwarzwaldradio.com“. Eine neue Antenne auf dem Dach macht es möglich, dass der Sender nun empfangen wird. Viel Musik. Auffallend viele aus der Zeit, die da abgespielt wird, als ich 1976 in Berlin die verschiedensten Diskotheken und Cafés durchkämmte. Mal sehen, wie lange es geht, bis ich davon genug habe. Jetzt ist der Lärm erstmal recht nett-nostalgisch anzuhören.
Vassili, unser Kater, ist inzwischen kastriert, wie gesagt. Das scheint er gut wegzustecken. Das neue Trockenfutter mag er jedoch noch nicht. Muss daher wieder Thunfisch ohne Öl – „im eigenen Saft“ – kaufen gehen. Dann liebt er uns gewiss noch mehr. Vassili darf sogar auf dem Schreibtisch herumklettern, hinterm Laptop liegen. Dort scheint es total aufregend für ihn zu sein. Gespannt, was die Kastration mit ihm anrichten wird. Catsan-Streu soll aber möglichst nicht verwendet werden bei Katern, sagt die Tierärztin. Das Zeug könnte mit der Zeit auch zu einer Art innerlichen Verklumpung – oder dergleichen – führen. Sei zwar schön weiß in Farbe dieser Streu, aber nicht wenige Kater – Katzen eher weniger – würden den täglichen Kontakt damit mit ihrem kurzen Katzenleben bezahlen. Sterben an Verstopfung!
Mit Verstopfung oder Verbrennungen muss der Europa Park in Rust wohl eher nicht rechnen, obgleich ja doch schon recht auffällig ist, wie dessen Beziehungsnetz anscheinend gestrickt wird, unter anderem. Versteht sich, gemeint ist eine Verstrickung in die Politik, die ja bekanntlich auch, aber nicht nur Verstopfungen hervorrufen kann. Und die geht unter anderem folgendermaßen ab: Ja, stellen Sie sich das vor, der immer so fröhliche und absolut lustige Herr Özdemir von den Grünen hat die „Goldene Narrenschelle“ der „Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte“ im Europa Park zu Rust erhalten – die er gewiss verdient hat. Als Hofnarr macht er sich wahrscheinlich ganz gut, auch äußerlich vielleicht. Vor ihm haben die erwähnte Schelle die Herren Kretschmer, Oetinger, Bosbach und Frank Elstner erhalten. Versteht sich, diese Ehrung oder Preis ist ein Etwas, welches im Europa Park ausgedacht wurde und natürlich auch dort nur verliehen wird – alle Jahre wieder. So viele Männer in Folge als ‚Schellen‘-Empfänger verstopfen einer biologisch ursprünglichen oder ‚wirklichen‘ Frau gewiss den Erhalt des ach so begehrten Narren-Preises im ehemaligen Park des Barons, vielleicht hieß er sogar von Böcklins Au, vielleicht auch nicht. Wie dem auch sei, womöglich wirkte auch für Sie, verehrte Leser, eine vom ANDEREN Geschlecht als Preisgewinnerin der Narrenschelle durchaus mal erfrischend abführend, nach dem närrischen Motto: hellau, narri-narro, weg mit dem Männerklüngel – oder ähnlich, oder so!
Nun ja, zu der oben erwähnten Verbrennung, im übertragenen Sinne, könnte es wohl kommen in der Manager-Etage des Europa Parks und der Gemeinde Rust, wenn sich herausstellte, dass einer der erwähnten männlichen Preisträger der Narrenschelle dem Europa Park hie und da unter die ‚bedürftigen‘ und/oder unternehmerischen Ärmchen mit Hilfe seines Amts und Ansehens gegriffen hat. Obgleich, so dünn sind die Arme des Parks schon länger nicht mehr. Die wachsen von Rust hinaus bis fast an die Autobahn bei Ringsheim, welches als Ortschaft ja immerhin knapp 2 oder 3 km entfernt liegen dürfte von Rust; und wo schon wieder Hotels und so weiter entstehen – Vergnügungen der wahrscheinlich on top gelisteten Art. Oder hätten Sie etwa was anderes erwartet? Klasse braucht nun mal Platz und, versteht sich, Energie etc.!
Doch: Das wäre wahrhaft ein Fasnacht-Spaß, wenn die Büttenredner sich über dergleichen Machenschaften, wie die zuvor bezeichneten, die Mäuler zerreißen würden, könnten oder irgendwann mal werden – also dass der Europa Park und Politiker in Stuttgart, Berlin und so oder ähnlich eben Dies und nichts Anders getan … Noch ist alles gut under cover, falls es da überhaupt je etwas wie Unstimmigkeiten im Ablauf, oder wie es genannt wird, gegeben hat – wahrscheinlich nicht. Man hat ja schließlich aus den Fehlern anderer Leute gelernt – in Rust alle Male, ist zu hoffen.
Ein Blick nach Eppingen reicht dieses Jahr wohl mal wieder VOLL, um auf Besserung zu hoffen in Sachen Fehlerbereinigung. Da greifen sich die Eppinger-Hexen ein Mädchen, halten es über siedend-heißes Wasser, welches sie mit sich durch die Straßen auf klapprigem Wagen zerren beim Fasnachtsumzug und nachdem die ‚fesche Braut‘ ‚abgebrüht‘ wurde, lassen sie sie irgendwo in der Straße an den Beinen verbrannt stehen und ziehen weiter – Letzteres mit voller Absicht.
Das ist wirklich der tiefste Höhepunkt fasnachtlicher Lebens’freude‘ und wirklich super-ober-unlustig-lustig. Überhaupt passieren einige recht deftige Unfälle jedes Jahr beim fasnächtlichen Treiben, mal abgesehen von den Kinderlein, die alle so im Oktober oder Anfang November zur Welt kommen dürften. WANN WIRD DIESER WAHNSINN ENDLICH MAL so ZIVILISIERT, dass nicht nur der Nachwuchs 9 Monate später Herzen erfreut?
Ein total vermurxtes Traditionsbild, welches da herumgeistert, welches die Oberen der Narren glauben, der Tradition wegen nicht einschränken oder umbauen zu können!? Das angesprochene Bild gehört schon allein deswegen renoviert, weil es sexistischer Weise immer, so gut wie immer, weibliche Menschen sind, die Opfer darin ‚spielen‘ dürfen. Der oben genannten Narrenvereinigung, die Özdemir den Preis übergab, gehört umgehend die rote Karte gezeigt und ein kräftiges Wiedergutmachungsbußgeld aufgebrummt, sodass die verstaubten Traditionssäcke am Ruder bei der Vereinigung sich endlich bewegen – und Özdemir hätte seinen Preis schon allein wegen dieses Missstandes abgeben müssen, und nicht sich zum Obertrottel der Narren machen lassen. Integration ist gut, mitdenken als deutscher Politiker mit Migrationshintergrund ist besser! Man kann also, nun geradezu bewiesener Maßen, auch als eingedeutschter Politiker falsch deutschtümeln.
Und wenn Flüchtlinge grabschen, sei hier inkorrekt generalisierend vermerkt, dann werden sie schon fast verteufelt in den meisten Medien und in vielen Gesprächen der Leute, dann ist die Nation offenbar gleich alarmiert, dann bricht so was Ähnliches wie der ‚Dritte Bürgerkrieg‘ im Lande aus!
„Unsere Mädels!“, sagen einige, die greifen DIE ab!
Die ihr noch nicht mal vor euch selbst genügend absichert, siehe Eppingen. Die Rede ist hier von einem großzügigen Schmerzensgeld, welches die Narrenvereinigung aufbringen soll, und ebenso ist die Rede von der besten ärztlichen oder chirurgischen Behandlung, um entstandene Schäden, beispielsweise wie die Verbrennungen des ‚entführten‘ Mädchens in Eppingen, durch Spezialisten beheben zu lassen. Inzwischen ist Ende Februar 2018, mal gerade knappe 2 Wochen nach diesem Geschehen, und nichts, aber auch gar nichts mehr ist von diesem Fall oder anderen zu lesen oder zu hören, warum?
Gegen fahrlässigen Unsinn hilft gewiss auch nicht das Freigeben von Cannabis, welches nun sogar der Bund der Kriminologen einfordert, oder wie die Organisation sich genau nennt: „BDK“ nennt sie sich jedenfalls. Apropos fahrlässig oder Verkehr:
„Im Verkehrsbereich haben sich Union und SPD auf eine Stärkung des Bahnverkehrs geeinigt, etwa durch Elektrifizierung. Im Straßenverkehr sollen Elektromobilität und ÖPNV gefördert werden [, wie gesagt, die multiresistenten Bakterien erfolgreich aus der Welt zu schaffen oder wirksam isolierend einzukreisen, machte zuvörderst Sinn, anstatt selbstfahrende Autos oder Züge]. Konkrete Zielangaben fehlen jedoch. Der Steuervorteil für Diesel bleibt bestehen [, alte Seilschaften eben]. Schmutzige Motoren sollen nur nachgerüstet werden, sofern das „technisch möglich und wirtschaftlich“ ist [, geht es noch schwammiger und/oder eiriger?] … Durchgesetzt haben sich die Kräfte, die die deutsche Autoindustrie vor zu großen Veränderungen schützen wollen [, und somit verhindern, dass diese erfolgreich und mit Recht vor einem Kadi zur Rechenschaft zitiert werden, und zwar in klingender Münze]. [Diese Kräfte] finden sich in allen beteiligten Parteien [Taz 08.01.18].“
Und welch Zufall: Just, da sich Schulz an die Bütt stellte im Reichstag und von mehr Europa brabbelte, welches er führend als Projekt der Groko anzugehen vorgibt, beschließt man im hier nahe gelegenen Straßburg, dass es eher nichts sei mit gefordertem Demokratiezuwachs in Form einer Zweitstimme bei den Europawahlen. Sie wissen ja, der Schulz, der ist inzwischen abgeknickt, will oder kann nicht mehr, ist SPD-parteipolitisch entsorgt worden. Kurz: Der Europa-Stürmer der SPD wurde am Sturm auf die Bastille namens Selbstbedienungsladen EU ge- und verhindert. So kann man es nämlich durchaus auch sehen!
Ja, und warum sollte auch ein Wähler aus Baden im Südwesten Deutschlands einen elsässischen politischen Kandidaten Frankreichs wählen können, wo doch eh seit Jahrtausenden der Rhein und seit Jahrhunderten Staatsgrenzen das verhindern. Eigentlich sollte bei den Europawahlen im nächsten Jahr solch Wahlverhalten möglich sein, also, dass mit der Zweitstimme auch jemand aus Spanien oder sonst wo in der EU gewählt werden hätte können vom deutschen Stimmvolk. Die ‚lieben‘ Abgeordneten der CDU/CSU im EU-Parlament, unter anderen, haben offensichtlich dafür gesorgt, dass ein derartiges demokratisch gesinntes Entarten vorerst nicht stattfinden wird. ‚BRAVO‘.
Wie gesagt: Im Koalitionsvertrag beschlossen SPD und CDU/CSU am selben Tag etwas gegenteilig Lautendes. Doch was wird in der Praxis getan, eben, dass europäische Wahllisten nicht eingeführt werden!!! Schaumschlägerei, nichts weiter!

Verlagern wir uns zum Schluss noch schnell auf den sogenannten Westbalkan, um dergestalt erneut aufzuzeigen, wie konfus und teils inkompetent diese Leute, die wir in politische Ämter wählen, im kollektiven Zusammenspiel namens Politik/en anscheinend sind – und das lässt echt beunruhigt in die Zukunft sehen, mal abgesehen von Trump, den scheinbar immer mehr Zeitgenossen als Genie zu erkennen glauben, wahrscheinlich, bis es auch bei (I)ihnen im unangenehmsten Sinne des Wortes kracht:
Eigentlich sollten ja keine neuen Mitglieder der EU mehr sein. 2025 könnten etwaige Aspiranten vielleicht damit rechnen, dass Brüssel sich ihnen gnädig diesbezüglich entgegenneigt. Keiner erfülle die gestellten Konditionen – die Türkei schon mal gar nicht. Den Kandidatenstatus haben Länder wie Montenegro, Albanien, Serbien oder auch Mazedonien bereits – beim letzteren Kandidaten rebellieren ja alle Nase lang griechische Faschisten und andere Vaterlandsliebhaber, die finden, Mazedonien könne niemand anders auf der Welt heißen als allein nur eine griechische Provinz im Norden des Landes. OK Bosnien-Herzegowina und der Kosovo haben auch so etwas wie einen Kandidatenstatus. Leider haben einige von den Erwähnten Knatsch miteinander. Und das darf unter Bewerbern nicht sein, widerspräche den geltenden Aufnahmekriterien – da haben wir doch alle gerade kräftig gelacht? Weil, ja weil, ja weil Zypern genau das Gegenteil dieses hehren Prinzips oder Kriteriums Tag täglich vorlebt. Die Insel ist bekanntlich immer noch geteilt. Kann gut sein, dass solche ‚unwichtigen‘ Details nun auch auf dem Balkan – wieder – keine Rolle spielen sollen. Die Angst darum, den Balkan doch noch an die Türkei oder die Russen zu verlieren, geschweige denn an die Chinesen oder wer noch was bieten kann, scheint gesteigert in der EU. Neuerdings soll Geld – komme, was wolle – in die Region gebuttert werden. Insofern machte es schon fast Sinn, Dependenzen dort anzusiedeln, um mitabzuschöpfen. Geldsegen macht bekanntlich glücklich, und wer zahlt die Kosten, nun? Sie wissen es doch schon!
Reicht doch, sagen Sie hier eventuell, dass die Briten gerade aufdrehen und meinen, so in etwa, sie würden auf eine Zollunion mit der EU zukünftig auch pfeifen können. „Stabilität exportieren oder Instabilität importieren“, so kommentiert Hahn, der Erweiterungskommissar diese Sachlage. Früher hörte man als: „Besser den Spatzen in der Hand als die Taube auf dem Dach!“ In anderen Worten:
Die Führungsriege in Brüssel scheint sich vom Schicksal, welches wer auch immer ihnen eingebrockt hat, irgendwie geschlagen zu geben – auch wenn sie noch auf dicken Maxen macht. Und das, wo die Mehrheit auf dem Balkan, also vor noch nicht allzu langer Zeit, die EU als eine Art Hoffnungsträger für sich ansahen – und vielleicht auch für die Welt. Dieses Bild scheint sich aber langsam zu wandeln.
Nun ja, Staaten, wie die Türkei, China, England oder Russland tun gewiss ihr Übriges, um derartige Fixiertheit auf die EU zu zerstreuen. Offenbar mit steigendem Erfolg. Auftritte, wie der des Martin Schulz beispielsweise, dessen „Nie“ ein „Ja“ im Lichte der zu ergreifenden Macht oder Posten ist, hilft gewiss wenig, einen sozialen oder gar sozialistischen Weg der SPD, mit gebührlichem Ernst zu veranschaulichen europaweit – und darüber hinaus.
Merkels Abneigung gegen die Türkei wurde von ihr höchst persönlich in den letzten Jahren mehrfach ziemlich deutlich. Viele Menschen auf dem Balkan dürften sich daher ausrechnen, dass solch Sentiment maßgebender Politiker der EU irgendwie auch sie betreffen dürfte. Plötzlich erkennen wohl einige unter ihnen, dass die EU einem Ertrinkenden gleicht, der nach irgendeinem Halt zu greifen beginnt – womöglich demnächst noch nach ihnen oder ihrem. Ob die Menschen vom Balkan sich dazu instrumentalisieren lassen? Denn so lange die EU in Momenten, wo Stellung bezogen gehörte, bei brenzlichen tagespolitischen Themen des Balkans weiterhin die Klappe hält, wird dieses Bild von ihr vor Ort wahrscheinlich noch anschaulicher in Köpfe gemeißelt. Schließlich gibt es auf dem Balkan wahrhaft einige Spannungen. Und jedem ist klar: die könnten recht schnell außer Kontrolle geführt werden – von wem auch immer.
Wie kann es sein, dass die ehrenwerten Moralisten und Besserwisser in Brüssel oder Straßburg nicht einschreiten, wenn Kroatien droht, „den EU-Beitritt von Bosnien und Herzegowina sowie von Serbien zu blockieren, wenn die beiden Staaten nicht einige kroatische Forderungen erfüllen – wie zum Beispiel eine Änderung des Wahlrechts in Bosnien und Herzegowina.“ Oder dass nicht reagiert wird, wenn beispielsweise „im kroatischen Parlament Gedenkstunden für verurteilte Kriegsverbrecher abgehalten [werden] [Taz 07.02.18].“
Ja! Erdogan ist damit beschäftigt, unter anderen Akteuren, das Brüssler Loch im Balkan mit auszufüllen – nicht allein mit Geld, welches er womöglich teils aus Brüssel in die Taschen gesteckt kriegt. Ja, so paradox ist diese Welt zuweilen. Und ja, der Sultan vom Bosporus hat sich seinen Hof gewählt. Der heißt „Balkan“. Türkische Unterhaltungsschinken im Fernsehen bezaubern dort bereits die Massen seit Längerem, wie einst ‚Kunstwerke‘ ähnlicher Machart Deutsche und den Rest Westeuropas aus Amerika anzogen und formierten, gewissermaßen – seit nach dem II. Weltkrieg.
Die Türkei unter Erdogan hat daraus ihre Lehre gezogen. Und das hat unter anderen zur Konsequenz, dass die einstigen Osmanen den USA etwas die Stirn bieten – siehe Kurden, die in Syrien bombardiert werden, obgleich ja einige Kurden sich als Handlanger der USA verdingen. Das heißt: Erdogan klopft gerade ab, ob die Trump-Administration nicht vielleicht doch auch genauso wie die EU mit instabilem Rückgrat ist und sich durch Aktion manipulieren lässt – weil letztlich auch den Amerikanern das eigene Wohl (nur) zählt. Immerhin: Die sind neuerdings so ehrlich und posaunen: zuerst wir und dann ihr!
Zurück in den Balkan: Schon komisch, dass niemand in Brüssel laut schreit:
‚Kohlekraftwerk in Bosnien, das geht ja gar nicht!‘
Sonst wird ja auch als einigermaßen vernehmlich laut in Sachen Kohle geschrien, und zwar meist in Richtung Polen etc. Warum hier in Bosnien nicht? Weil in Bosnien wollen das Kohle-Stink-Luftverpestungswerk chinesische Firmen betreiben, wenn nicht gleich der chinesische Staat selbst. Deswegen! Kein Pieps, nur weil es das große China ist, welches solch Unding vorhat? Bei solch weicheirigem Verhalten kann man niemand überzeugen, der eh ein hartes Leben fristet, fristen muss, eben wie die Mehrheit der Menschen auf dem Balkan. Insofern:
China ist den Völkern auf dem Balkan eine wirkliche Alternative zur EU. Eigentlich schön blöde, wer sich im Balkan der EU anhängt. Die ersteren schaffen Fakten und anscheinend zunehmend auch Jobs, die anderen, also die EU, drehen einem noch immer den Traum vom Westen an, den sie selbst schon nicht mehr abzustauben im Stande sind vor lauter Mist, der tagtäglich darauf niederprasselt – home made!
Scheindemokratien haben die Moralisten der EU mit aufgebaut und unterhalten, auch auf dem Balkan. Ja, was anderes können die Leute vom Balkan denn denken, als vielleicht:
‚Die da in Brüssel wollten uns eh nur und von vornerein in den Sack stecken, verkaufen!‘
OK, einige aus der dortigen Elite durften und dürfen sich etwas gesundstoßen mit Hilfe Brüssels – meist die falschen. Doch der Rest? Der fährt noch heute nach Berlin, Paris oder sonst wo in EU-Istan, um als billiger Arbeiter eventuell seine oder ihre Gesundheit zu riskieren. Und zuhause treiben ihnen Mafiosi – der aus Brüssel verordneten ‚Demokratie‘ wegen – eh die Lust am dort Weiterleben zur Genüge aus. Ist doch viel einfacher für sie, einigermaßen demokratisch in Mitteleuropa zu leben, anstatt sich mit zu korrupten Leuten und Systemen herumzuschlagen ‚daheim‘.
Oh, die böse Korruption, die auf dem Balkan herrscht, hör ich jetzt schon die dafür mitverantwortlichen hinterlistig stöhnen. Hey Leute, ihr könntet die Korruption dort schon längst merklich eingedämmt haben, und die lässt sich nämlich eurer Politiken wegen letztlich nicht eindämmen. Das wird so auch andernorts geschlussfolgert, und zwar dort, wo andere Positionen bezogen werden als jene, die den Mächtigen in der EU oder Washington genehm sind.
Bräuchte es eines Beweises? Es gibt so viele, hier der eine:
Warum können ganz hundsgemeine, einfache Banken eigentlich Geldwertschöpfung betreiben? Warum nicht nur die jeweilige Zentralbank, die dann viel besser dafür Sorge tragen könnte, dass Kredite dort hinkommen, wo sie auch Herrn und Frau X etwas bringen – und somit der Allgemeinheit. Nein, da lässt man die Hosen runter und seit Mitte der 2000er Jahre dürfen Banken zuschlagen, wie es ihnen passt. Machen Geld noch und nöcher und es reicht DENEN immer noch nicht. Milliarden von Euro könnten besser angelegt werden. Die Nationen Europas könnten blühen. Die Welt, schlichtweg, könnte eine bessere sein. Doch warum tut man es nicht, wo doch alle wissen, dass das wahrscheinlich der Hauptlösungsweg ist: „Vollgeld!“ So heißt in der Schweiz eine Initiative dazu, von der man in deutschen Medien, ‚versteht sich‘, so gut wie nie hört. Es kann nicht angehen, dass sich Banken, wie gehabt, an Kreditvergaben derart unverschämt gesundstoßen, ja, dass noch immer in Schulbüchern, selbst in jenen von Wirtschaftsschulen, drinsteht, dass die Bank diese und jene Sicherheit brauche, um jenes oder dieses Projekt finanziell zu unterstützen – dass sie Angst haben müsse, ‚ihr‘ Geld zu verlieren. Total hinrissig. Weil eben inzwischen jede popelige Bank Geld erzeugen kann, indem sie Kredite finanziert. Die Zentralbank erhält davon lediglich einen bescheidenen Anteil und der Rest geht in den Hals der jeweiligen Bank – und die haben dann immer noch nicht genug und machen die Leute kirre, wegen Geld, welches im Grunde sie und niemand anders in die Welt gebracht haben, also eigentlich auch wieder streichen könnten, ohne dass die Welt dabei untergeht. Die Betonung liegt auf „eigentlich!“ Weil letztlich wäre eine solche Streichung ökonomisch wahrscheinlich eher Quatsch – oder schrecklich komplizierend.
Viel besser wäre, wie bereits gesagt, dass die Kompetenz Geld in Umlauf zu bringen, lediglich den jeweiligen Zentralbanken gehörte. Alles andere ist offener Betrug und Bauernfängerei. Und so etwas lehrt man noch immer nicht in Wirtschaftsgymnasien, wie zu hören ist. Es ist das wahrhaft der größte Skandal, dass niemand weiß, wie unser Geld auf die Welt kommt!
Geld:
Genau! Frau von der Leyen, die BRD-Kriegsministerin war vor Kurzem im Irak. Was macht denn die ausgerechnet dort? Wie Sie wissen: Israel flog in letzter Zeit, also Anfang Februar, mal wieder ‚lustig‘ Flugattacken in die Tiefen Syriens. Netanjahu hat anscheinend Kriegslust gepackt, wahrscheinlich um sich von seinen Betrugsvorwürfen abzulenken. Einen Teil Palästinas konnte man sich ja gerade vor knapp 1 Monat einheimsen. Niemand da, der in den westlichen Medien dagegen hörbar Einspruch einlegte – oder dagegen, dass die USA nun ihre Botschaft wirklich nach Jerusalem verlegen. Im Gegenteil. Von steigendem Antisemitismus ist in Deutschland die Rede anstatt und der Frage nach den Gründen dafür. Überall, in womöglich jeder ‚deutschen‘ Seele, wird gekramt nach vermeintlicher oder wirklich vorhandener Rechtslastigkeit und somit auch Antisemitismus. Doch dass mal jemand in den scheinbar gelenkten Fernsehdiskussionsrunden aussprechen würde, es sei ja wohl wenig verwunderlich, dass solch antisemitisches Sentiment in Mitteleuropa zunimmt, und nicht nur in der BRD, da Israel solch abstoßende, ja unmenschlicher werdende Politiken gegen die Palästinenser auffährt, ja, sogar gegen Flüchtlinge aus Afrika, die kurioser Weise glaubten, ausgerechnet in Israel einen ‚Unterschlupf‘ finden zu können, ihr Menschenrecht, ist offensichtlich nicht zu erwarten.

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in scha Allah

Gott, zu was gibt man nicht alles seinen Senf. Jetzt, wo Sie sich schon so viel dazu angehört haben, kriegen Sie auch von dieser Seite kein Senfgas, aber eine Meinung zu dem, was unser Weltführer, der Herr Trump, vor kurzem in New York durchs Mikrofon polterte bei der UN.
Seine Eloquenz war auffällig. Er wird wohl keinen Prompter vor der Nase gehabt haben, ist anzunehmen. Also die Dinger, von denen als abgelesen wird; die Dinger, die neuerdings bei so vielen Ausgestrahlten ihre Pupillen so merkwürdig hin- und hergehen lassen auf unseren Fernsehscreen, dass man schon an ihre Besessenheit denkt.

Den Anfang der Trump-Rede fand ich persönlich überraschend gut. Muss allerdings gleich einschränken, dass ich über Fernost, und noch weniger über Nordkorea, eigentlich schlecht informiert bin. Weiß also nicht abschließend, ob diese nördlichen Koreaner wirklich die Bösen sind.
Ja, von Kopfwäsche, der auch wir irgendwie ausgesetzt sind, gehe ich nämlich durchaus aus, der wir meist erliegen. Lang ist es her, als mir Letzteres erstmals richtig bewusstwurde, irgendwann Ende der 80er Jahre, und zwar im Iran. Dazu später noch etwas mehr.
Folglich, unter Berücksichtigung all der Atombomben, die man schon gezündelt hat im Laufe der Zeit auf dieser Welt, kommt es wahrscheinlich auf 2 oder 3 mehr, sagt mir da etwas in mir, auch nicht mehr an. Jedenfalls besser, diese Dinger radieren etwas an der Existenz Nordkoreas als beispielsweise an der des Mittelmeers oder gar der Alpen.
„Rocketman“ in Nordkorea ist vom Setting in etwa so drauf, wie Erdogan – größenwahnsinnig. Ja, manche sind sich so sicher wie Trump mit dem Fall Iran, dass auch Ankara an einer Atombombe rumschraubt, und zwar mit Hilfe von Pakistan und natürlich derzeit Russland – womöglich gemeinsam mit Teheran? Was wohl eher unwahrscheinlich ist. Doch weiß man’s?
Alles wenig lustig.
Der eben genannte Stress steht somit noch an. Und ja, man kann sich vorstellen, dass die Mullahs in Iran halt doch still und heimlich an so einem Bömbchen atomarer Machart basteln – für den Notfall; und der könnte spätestens dann sich offenbaren, wenn der 12. Imam der iranischen Schiiten erscheint oder so, oder anders.

Nee mal ehrlich: Die Analyse Trumps in Sachen Iran ist geradezu fatal. Dazu passt wie die Faust aufs Auge, dass er den Schurkenstaat Nr. 2 auf der Welt mit nicht einem einzigen Wort erwähnt – S.A. Und dann lobt er auch noch die Türkei! Da wird einem geradezu Angst und Bang. Ja, man kann die Türkei loben, aber wahrscheinlich erst wieder, wenn Erdogan und Co Geschichte sind.

Nordkorea hat leider etwas zu hoch gereizt beim weltpolititschen Skat, letztens. Dass deren Raketen durchaus jeden Punkt in der Welt ansteuern können, hat man jedenfalls schon gelesen und wurde hier daher schon weitergereicht vor 2 oder 3 Wochen. Schon allein dieser Gedanke lässt einen kein Lotto mehr spielen. Geschweige denn sich darüber aufregen, dass irgendwelche Leute noch immer ihren Dreck in der Öffentlichkeit einfach so fallen lassen und dann weitergehen etc.

God bless alle Ameisen. Die sollen Atomkriege nämlich überleben. Die haben dann gewiss genügend lange Zeit und viel Material, um die Erde blitzeblank zu räumen – womöglich solange, bis wieder Menschenähnliche auftauchen, die Unordnung in der Ameisenwelt schaffen. Kann gut sein, dass Ameisen diesmal solch Entwicklung schon im Keim zu verhindern wissen.

Wie dem auch sei: Iran gehört eingebunden. Ja, denen muss noch mal so richtig feste auf die Fingerchen geklopft werden – eventuell. Doch als Schurken kann man eines der zivilisiertesten Völker der Welt nun wirklich nicht bezeichnen. Ja, trotz teils verkehrt gelebtem und interpretiertem Islam hat der Iran Kultur, sehr viel Kultur gibt es da unter den Leuten – Menschlichkeit sogar. Zumindest war das damals so in etwa der Eindruck, den ich mit rüber nahm in die sogenannt Freie Welt.

Hoffen wir also, dass die Taktik Trumps aufgeht und jemand in Nordkorea das Regime sozusagen von innen um die Ecke befördert.

Was allerdings – leider – verstanden werden muss:

Jetzt, wo der Dolch auf Nordkorea angesetzt ist durch Trump, gilt es auch zuzustechen, wenn der gnomenhafte Wüstling seine Rakete nicht ein für alle Male in die Hose zurücksteckt beziehungsweise wieder damit onaniert!
…. asch schaitan a radschim.

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CYP-November 2016

Erster richtiger Regen fällt gerade hier auf Zypern. Nicht all zu dauerhaft, aber früh morgens den 01. November 2016 ist das Geplätscher doch ziemlich präsent. Sogar blitzen tut’s, irgendwo da draußen über dem weiten dunklen Meer. Vom Mond keine Spur, zumindest nicht über dem Meer das von hier aus betrachtet vor Syrien liegt. Libanon?

Die Uhren wurden hier jedenfalls der Winterzeit angepasst. Und somit ist klar, der Verfasser dieses Artikels sitzt im griechischsprachigen Süden der Republik Zypern, denn im Norden wollen sie, wie in der Türkei, nie wieder Gottes Räder der Zeit vor- oder nachdrehen. Ob auf Grund der Verhaftungswelle in der Türkei sozusagen instinktiv der Norden der Insel eher gemieden wird von mir? Das frag ich mich jetzt gerade, wo der Regen und das Blitzen im Gegensatz zu den Verhaftungen, die Erdogan vornehmen lässt im Land, eine Pause einlegen.

Es ist ganz still hier am frühen Morgen. Zu weit vom Meer entfernt, um bei zu viel Flut, bei zu viel Zorn, der womöglich vom Himmel kommt (oder von Menschen, die was auf dem Kerbholz haben), in den Sog des Wassers gezogen zu werden. Das hoffen wir hier oben, oberhalb des Meeres jedenfalls, auf knapp 100m.

Ja, das Argument mit dem Kerbholz, sollten Sie die Klammer vorhin mit gelesen haben, hat mich kürzlich überzeugt, als eine Journalistin zur Lage in der Türkei so in etwa meinte: Das Regime von Ankara ist so grimmig und erbarmungslos, weil zu viele Politiker der Regierungspartei und andere, die das System Erdogan stützen, was ausgefressen haben. Die versuchen nun mit allen Mitteln, ihren begangenen Schmutz unterm Tisch zu halten. Und daher auch das Gerede, schlussfolgere ich, von „Reinigung!“, die durchgeführt gehörte – Erdogan zufolge. So ausgeprägt sollen diese Reinigungsmaßnahmen in der Türkei inzwischen sein, dass kürzlich der Weg zum Mausoleum Atatürks in der Hauptstadt Ankara von LKW’s in der Stadt versperrt gewesen sein soll. Straßen waren plötzlich umgeleitet oder gesperrt worden aus fadenscheinigem Grunde. So als ob jemand das Erinnern an den einstigen Supermann in der Türkei, Kemal Atatürk, verhindern wollte.

Zum großen Reinemachen kommt es nun endlich auch in der Zypernfrage. Endlich! Anscheinend treffen sie sich dazu am 07. November 2016 in der Schweiz, in einem Ort namens Mont Pelerin. Schön in den Alpen gelegen dürfte der sein. Dass der Griechischzyprer Anastasiadis, wie zuvor geplant, die Parteiführer der zyprischen Parteien nun doch nicht dorthin mit nimmt, lässt schon fast glauben, dass die Wiedervereinigung Verhandelten mit einer Lösung der Frage namens Zypern vom alpinen Berg steigen könnten.

Wahrscheinlich werden sie von Helikoptern dort hoch geflogen. Und sollten die Verhandlungen unfruchtbar sein und bleiben, wünschte man sich wohl, die Herren – und auch einige Damen? -, die da zu einer Einigung kommen sollen, wären dazu angehalten worden, den Weg nach dort oben mit einem Schweizer Führer hochzuklettern. Schön langsam und beschwerlich. Solche Touren oder Trips sind es ja doch meist, die die Teilnehmer daran etwas zusammenschweißen.

Vielleicht hätte man das plus gemeinsamem Abstieg organisieren sollen für Die, werden wir vielleicht im Nachhinein sagen, wenn NICHTS sich geändert haben wird an der Aufteilung der Insel. Und womöglich wäre so ein Aufstieg auch noch billiger gekommen, als mit Helikoptern dort hochgeflogen zu werden. Oder glauben Sie etwa, dass die erlesene Entourage von Herrn Anastasiadis und Herrn Akinci – in besten Hotel gastierende Verhandlungsführer einer Wiedervereinigung, an die so recht niemand wirklich glaubt, dass sie beim Verhandeln wirklich herauskommen wird am 11. oder 12. November 2016 – mit dem Bähnchen nach dort oben fahren? Anscheinend soll das Bähnle von Vevey aus diese gewiss schöne Reise auf den Mont Pelerin anbieten. Die zyprischen Politiker müssten gewiss auch keine einigermaßen erschwinglich teuren Tickets lösen fürs Bähnle, wie der Rest der Besucher dieser Gegend. Denn die Schweiz übernimmt ja netterweise die Organisation dieses Events.

Gehen wir mal davon aus, dass ‚das Gewerbe‘, wie man sagt, trotz der Höhe und trotz der relativen Distanz zu Genf seine Stellung gerade am Beziehen ist in Mont Pelerin, und das eventuell auf eigene Kosten. Letzteres dürfte gewiss so normal sein, wie eben der Umstand, dass wie beim letzten Mal, als in Bürgenstock die Wiedervereinigung Zyperns verhandelt wurde, die Herren und Damen aus Zypern, den Ort, wie auch jetzt wieder, mehr oder minder nicht verlassen konnten. Es soll halt eine Art Klausur-Stimmung herrschen, die so manchem an Genf gewöhnten Verhandler die Lust am Verhandeln genommen haben mag damals – siehe das Ergebnis von einst: OXI, also NEIN. Ja, es dürfte manch Teilnehmer an den Verhandlungen dort oben auf dem Berge recht dröge sein oder werden, so weggeschlossen wie ein Strafgefangener, ein einsamer Kuhhirte oder ein Mönch.

Wir dürfen also gespannt sein, welche Kuhhandel ausgehandelt werden bezüglich Zypern. Bekanntlich gibt es in den Schweizer Bergen Kühe, die allerdings zu dieser Jahreszeit schon längst ins Tal abgetrieben wurden.

Und ob die schönen Tierchen je so hoch ins Gebirge kommen?

Doch zu einem Kuhhandel unter Zyprern wird es dennoch kommen müssen in Mont Pelerin, egal, wie die Qualität des Grases draußen vor den Konferenzräumen dann auch sein mag. Man wird dort also den Boden einer zukünftigen zyprischen Realität vorerst endgültig und gemeinsam ausloten, ja sogar, wenn der Boden zwar grün wie Gras ist, aber künstlich wie manche grüne Fläche, auf die man neuerdings mal hie, mal da treten soll, wissend, es ist kein Gras, sondern plumpes Stück Plastik, auf welches man gerade tritt.

Hier genau darüber die üblichen Spekulationen aufzureißen, nämlich, ob man sich darauf einigen wird, dass die Stadt Güzelyurt (Morfou) auf Zypern wieder an die Griechischzyprer übergeben wird, ebenso wie Gazimagusa (Famagusta), damit werde ich Sie nicht langweilen. Ebenso die Frage nach dem Verbleib der sogenannten türkischen Siedler oder ob man sich nun doch noch einigen kann, die Präsidentschaft sozusagen jeweils im Turnus passieren zu lassen: einmal ein Türkischzyprer und einmal ein Griechischzyprer. Und was wird sein, wenn in vielleicht nicht all zu weiter Zukunft ein Türkischzyprer mit eindeutig festlandtürkischen Wurzeln unbedingt das Präsidentenamt anstreben soll? Was, wenn ein, sagen wir, auf Zypern lebender Schweizer oder Franzose sich zum Präsidenten machen lassen will, weil auch er (oder sie) wie der Türke inzwischen Zyprer ist? Schweigen wir doch vorerst bestens gleich zum Thema Schutzmächte und warten ab, was Die da oben in Mont Pelerin dazu auskaspern werden. Die Türken wollen die Schutzmacht jedenfalls, die anderen angeblich nicht.

Viel zu weit gedacht. Das haben Sie richtig erkannt, verehrte Leser. Viel zu kompliziert, die zuvor aufgeworfene Frage der Präsidentschaft eines Festlandtürken oder Schweizers in der zukünftigen Republik Zypern? Doch noch so viel zu diesem Thema, wozu uns Pambou Charalambous in der Alitheia-Tageszeitung vom 30. Oktober 2016 weiterhilft:

„… Von 1964 bis heute besitzt Zypern ein Wesen [Existenz] als Staat, es hat jedoch seine griechische Identität verloren.“

Und Letztere soll bereits in etwa dem 11. und/oder 12. Jahrhundert sich hier auf der Insel festgemacht haben. Vor den Griechen waren Ägypter, Perser, Römer usw. diejenigen, die sich womöglich „Zyprer“ nannten.

„Seit 1974 hat sich die demografische Situation Zyperns dramatisch geändert“, schreibt Charalambous des Weiteren.

„40% der Insel haben inzwischen keine griechischen Bürger, sondern Türken. Zu solch demografischem Phänomen kam es im Lauf der Zeit zum ersten Mal, und zwar innerhalb 33 Jahren. Und diese Entwicklung geschieht zum Zeitpunkt, wo die Griechsichzyprer ein Staatswesen haben.“

***

Die letzte Phase der Verhandlungen zur Wiedervereinigung Zyperns wird also demnächst in der Schweiz angebrochen. Wollen wir mal hoffen, dass es nicht zu einer Art wallonischen Lösung kommt – siehe CETA. Und genau das ist womöglich zu befürchten. Sollte das der Fall werden, wäre es vielleicht doch angebracht, denken nun gewiss einige, die sogenannten Schutzmächte verharrten noch ein Weilchen auf der Insel (England, Griechenland und die Türkei) – denn die allgemeine Stimmung unter Zyprioten ist nun nicht gerade so toll auf der Insel, dass man die beiden Bevölkerungsteile mit nicht ganz ausgehandelten, womöglich sonder-rechtlichen Abkommen aufeinander ‚loslassen‘ sollte. Die bewaffneten Auseinandersetzungen in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf Zypern sind doch hoffentlich jedem, der in Mont Pelerin verhandelt und zu gerne sich mit einer Wiedervereinigung in die Annalen der Historie eingehen sehen würde, noch bewusst?

Ja, manchmal ist dieser Gedanke schon präsent, dass beispielsweise der Generalsekretär der UN, Ban Ki Moon, das ‚Ding‘ einfach abgeschlossen haben will, um sich damit – und sei es auch nur für einen Tag – zu schmücken. Barak Obama würde gewiss auch nicht „Nein!“ Sagen zu solch Schmuckstückchen wie einer ‚gelungenen‘ Wiedervereinigung Zyperns.

Beide verlassen bekanntlich schon demnächst ihre Posten oder Ämter.

Ob es also ein Nehmen und Geben sein wird, welches das Treffen in Mont Pelerin auszeichnen wird oder aber, dass jede verhandelnde Partei doch eher versucht, ihre Interessen durchzuboxen, anstatt eine Art Konsens zu suchen, werden uns die Geschichtsbücher schon demnächst lehren.

Und da wäre, hier angekommen, ja auch noch Moskau zu erwähnen. Dorthin hat sich nämlich der zyprische Außenminister, Kasoulidis, auf den Weg gemacht, wahrscheinlich, um von Herrn Putin Inspiration zu erhalten für Mont Pelerin.

Ein gewisser Kostas Melakopidis soll gerade ein Buch herausgebracht haben, welches sich der russisch-zyprischen Beziehungen widmet. Es wird allerdings von einem Journalisten der Alitheia, Alekou Konstantinidis, völlig zerrissen. Das Buch heißt: „A pragmatic idealist perspective!“

Der Autor Melakopidis schreibt in seiner Analyse der angesprochenen Beziehung von einer Art fundamentalen Beziehungsgeschichte, die bestehe. Das Letztere soll etwas sein, wo nicht allein die Interessen eines Landes vertreten und durchgeboxt werden, sondern wo eher so etwas wie eine religiöse und noch anders geartete gleiche Gesinnung den Ton angeben. Wahrscheinlich nimmt der Autor auch Bezug darauf, dass der Hellenismus und somit die Hellenen den Russen eigentlich gar nicht so kulturell entfernt seien – und man in seinen politischen Beziehungen darauf Rücksicht nehme.

Alekou Konstantinidis, der Journalist der Alitheia, spricht sich gegen solche Auffassung aber klar aus und meint, dass Russland sich stets gemäß seiner Interessen verhalten habe gegenüber Zypern, siehe 1978:

„als Moskau den westlichen Rahmen ablehnte, um die Zypernfrage zu begleichen …“.

Konstantindis findet, dass der Wissenschaftler Melakopidis, der an der Universität Zypern forscht, mit seinen Positionen zum Verhältnis Zypern-Russland maßlos übertreibt – auch, was die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion angeht.

Dass Russland aber ein Wörtchen mit zureden hat auf Mont Pelerin, kann nicht von der Hand gewiesen werden, auch wenn man sich in die Schweizer Berge versteckt.

Putin ist überall!

Ungefähr so, wie Erdogan es gerne im Nahen und Mittleren Osten sein würde – und wenn es irgendwie geht, dann mindestens auch noch in Südosteuropa, zumal der Islam doch eh ein Teil beispielsweise deutscher Kultur inzwischen ist! Der deutsche Präsident hat es schon verordnet oder verkündet, die Kanzlerin zumindest nachgesprochen, also leben wir es besser schon gleich? Gern, aber nicht so, wie sich Herr Erdogan den Islam vorstellt, mögen Sie denken!?

Inzwischen scheint die Sonne. Alles klar, noch einmal Schwimmen gehen im Meer, muss schon sein, bevor der Flieger bei Basel heute Nacht aufsetzt und Regen wohl was ganz was Gewöhnliches für einige Zeit wieder sein wird.

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Grazovac und MEHR

Graz.

Nachts regnet es. Tagsüber scheint die Sonne. Der Sommer soll nochmal voll zurückkommen – morgen schon. Das, was Balkan ansonsten in vielen von uns in der Erinnerung hervorruft, sitzt in der Herrengasse und an anderen Orten der Stadt Graz in der Straße am Straßenrand gut vertraut in Bettelpose. Wer durch den Balkan fährt, sieht jedoch, dass dieses Bild Bettelnder für den Balkan eigentlich atypisch ist. Denn diese Region am östlichen Mittelmeer ist grün wie der Norden Europas. Nicht vorstellbar bei solch einem Anblick, dass da jemand darben könnte.

Die Preise in Geschäften und Cafes kommen einem aus Nordeuropa kommend dort meist realistisch hoch vor: eine Tasse Kaffee für umgerechnet einen Euro. Dieses wunderschöne, vorherrschende Preisniveau hat sich in Graz, an einem der Tore zum Balkan, allerdings verflüchtet. Hier schmeckt der Kaffee zwar noch immer gut wie in Zagreb, Budva oder Sarajevo, nur, die Melange, die Wiener Melange, die kriegen die Steirer einfach nicht so hin wie sie in Wien gemacht wird und preisgünstig wie im Balkan gibt es Kaffee hier leider auch nicht zu trinken.

Das Unterschiedliche in Graz an der Melange fängt eigentlich schon mit der Größe der Tasse an, in dem sie serviert wird. Die Tassen sind mir in der Steiermark zu klein für eine wienerische Wiener Melange. Kann gut sein, dass dieser optische Mangel mein Geschmacksempfinden türkt. Immerhin: Die Kaffeekultur aus dem Balkan ist auch hier in Graz ausgeprägt präsent. Die Grazer sitzen vielleicht nicht gar all zu lange im Kaffeehaus wie nebenan im Balkan. Vielleicht.

Dass ein Balkan oder Österreich ohne türkische Mitbürger denkbar ist, ist auch aufgrund der Geschichte nicht vorstellbar.

Und warum sich überhaupt die Mühe machen, so etwas als Satz zu formulieren?

Auf ORF2 habe ich mir gestern Abend nämlich eine ‘lustige’ Sendung angesehen. War zufällig auf diesem Kanal gelandet, gerade aus der Stadt zurückgekehrt. Zu hören, nicht zu sehen, war diese Journalistin, die in einem Arbeiterviertel, irgendwo in Österreich (vermutlich Wien) auf breitestem Österreichisch Fragen stellte. Gezeigt wurden in dem Beitrag ‘wahrhaft einfache’ Bürger und ihre Sicht der Dinge. Einer sagte, er freue sich eigentlich immer, wenn einer von den Schwarzen umkomme. Ein anderer, dass die vielen Ausländer so einen Lärm machten mit ihren Brettern an den Füßen.

Irgendwie konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Befragten in ihrer Welt, trotz gemeckere daran, recht gemütlich eingerichtet haben, wie auch “die Ausländer”, mit denen sie leben (dürfen). Einer Welt, wo man sich als abgehängt geradezu gern outed, wie es scheint, wo Knastaufenthalte halt Way-of-life sind und sein dürfen und man überhaupt Viere auch mal Fünfe sein lässt. Eine Welt, wo es noch andere Werte zu geben scheint, als gesellschaftlich an die sogenannte Spitze gelangen zu wollen. Und dementsprechend redeten die Befragten auch ins Mikrofon; und wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das Bekenntnis, so mag ich es nennen, welches von ihnen auf diese ungeschmückte Art abgelegt wurde, verdient in einer Welt, in der gewisse Dinge nicht mehr so ohne Weiteres gesagt werden dürfen zwecks politischer Korrektheit, die es offenbar nahezu überall einzuhalten gilt und die von den Medien insbesondere eingefordert wird, schon so ihren Respekt. Schließlich sind Gedanken schon längst nicht mehr so frei äußerbar wie das eine oder andere Liedchen aus der deutschen Schlagerwelt vermuten lässt. Und so ähnlich Geartetes hat auch auf dem Balkan seine Auswüchse, wie folgt:

Kroatiens Mitte-rechts-Regierung hat nicht einmal ein halbes Jahr überlebt, aber trotzdem viel Schaden angerichtet. Insbesondere das Verhältnis zu Serbien hat sich in diesem Jahr noch um einiges verschlechtert, obwohl es ohnehin schon belastet war. Der Hauptgrund: Das EU-Mitglied Kroatien blockierte die Eröffnung neuer Beitrittskapitel für Serbien. … [Die] Art und Weise, wie das kroatische Außenministerium vorging, war kontraproduktiv. Insbesondere Deutschland und Österreich – sowie EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn – setzten sich erfolgreich dafür ein, dass der jüngste EU-Staat dann doch einlenkte [Kroatien]. … [Es ist] Wahlkampf und in jedem Wahlkampf spielt das Verhältnis zu Serbien eine Rolle. Oft wird es auch missbraucht, etwa als kürzlich Serbien nach monatelangen Verzögerungen doch noch das EU-Verhandlungskapitel 23 “Justiz” eröffnen konnte. Da reagierte Kroatien sofort und verlangte einmal mehr, dass die universelle Zuständigkeit in Sachen Rechtsprechung in Serbien abgeschafft werden müsse, wenn es um Kriegsverbrechen gehe. … Kroatien besteht … darauf, dass das Kapitel 23 nicht geschlossen wird, bevor das Gesetz zur universellen Gerichtsbarkeit nicht geändert wird. [Serbien] will [daher] aber darüber nachdenken, der kroatischen Minderheit im eigenen Staat eine bessere Stellung zu verleihen. … Vieles könnte sich jedoch entspannen, wenn der Wahlkampf vorbei ist … .

… Der Zweite Weltkrieg ist ein sehr beliebtes Thema, um die Emotionen in Kroatien und Serbien hochzufahren. Diesen Sommer wird wieder einmal das Thema “Kardinal Stephanic” aufgekocht. So hat ein Zagreber Gericht [Kroatien] dessen Verurteilung wegen Nazi-Kollaboration aufgehoben. … Stephanic wurde 1946 im kommunistischen Jugoslawien zu 16 Jahren Haft verurteilt. Er hatte von 1941 bis 1945 das höchste Amt der katholischen Kirche in Kroatien inne. Das Zagreber Gericht argumentiert, Stephanic habe nie eine Chance auf ein faires Verfahren gehabt. Kroatische Katholiken bemühen sich seit langem um Stephanics Heiligsprechung.

[Kroatien] im Konflikt mit dem Nachbarland Bosnien-Herzogwina[, hier] geht es hingegen um etwas Aktuelles, nämlich um Handelsbeziehungen und Landwirtschaft: Die Republik Srpska [RS] verweigerte kürzlich ihre Unterschrift zur aktualisierten Version des EU-Abkommens, weil sie massive Einbußen für die bosnischen Landwirte befürchtete. Der Hintergrund: Als das alte EU-Abkommen zwischen Bosnien-Herzogwina und der EU abgeschlossen wurde, war Kroatien noch kein EU-Mitglied und exportierte viel zu besonders guten Bedingungen ins Nachbarland.

In Bosnien-Herzogwina hat man nun Sorge, dass zollfreie Produkte aus der gesamten EU den Markt überschwemmen könnten. Dabei geht es gerade um Produkte, die für Bosnien-Herzogwina mit seinem Agrarsektor lebenswichtig sind. Nun hat sich Deutschland in den Agrar-Handelsstreit eingemischt und seine Hilfe angeboten, wenn es um drohende Ausfälle in der bosnischen Landwirtschaft geht.” [Das obige Zitat wurde dem österreichischen Standard entnommen, August 20/21, Jahr 2016, die Autorin: Adelheid Wölfi, die aus Sarajevo berichtet.].

Dass sich die Deutschen einmischen, wie Wölfli schreibt, hat gewiss etwas Zweischneidiges – und daher wohl auch die Bedenken in Sarajewo.

Auf gleicher Seite des Standards aus Österreich, Sonntagsausgabe, wird davon berichtet, dass die Türkei anstrebe, 2023 Vollmitglied der EU zu sein. Ganz nach dem Motto, könnten Sie nun denken, verehrte Leser: Wie hält man eine Legende am Leben?

Dass Herr Biden aus den USA, Stellvertretender Präsident, heute nach Ankara geflogen kommt und angeblich dort nicht übernachten wird, soll ein Zeichen dafür sein, dass die Beziehungen Washingtons mit Ankara gerade nicht blendend sind. In Griechenland wie auch auf Zypern und in der Schweiz werden bereits mehr Flüchtlinge registriert, die ankommen, wohl auch, um noch immer dem Fernziel Deutschland, wenn so gesagt werden darf, zu erliegen. Und wenn so nicht gesagt werden darf, dann halt: ihren Besuch abzustatten.

Bidens Anwesenheit in Ankara wird indes wohl eher mit dem Vermeiden eines offenen Konflikts der USA mit den Russen in Syrien, dem Irak und womöglich gar der Türkei zu tun haben.

Die Flüchtlinge scheinen eher eine Art Bauernfunktion in einem Schachspiel geworden zu sein. Ihre Leben zählen zwar, doch eben entsprechend wenig. Eine Führung durch das Landeszeughaus von Graz lässt zu dieser Beurteilung durchaus gelangen, wo davon berichtet wurde, wie die einfachen Lanzer einst in forderster Front die hohen, besser gerüsteten Herren und das Land verteidigten. Von 5en kam im Schnitt einer lebend zurück aus dem Kampffeld. Und das Interessante daran: der Job an der Front als menschliches Schutzschild war gefragt, denn es gab doppelten Sold, aber wohl keinen doppelten Tod.

Letzteres gibt uns durchaus anschaulich ein Geschmäckle davon, wie die Welt anscheinend seit länger gestrickt ist. In der Wochenzeitung Profil Österreichs widmet man sich diese Woche dem Phänomen Flüchtlinge – rückblickend sozusagen. Denn ein Jahr ist vorüber, als dieser Andrang für Österreich begann. Wo denn wohl der Herr Biden sei, fragt einer der Autoren der Profil in diesem Kontext. Weil beim Konflikt auf dem Balkan in den 90er Jahren hätten die USA ohne große Umstände zu machen, über 10.000 Flüchtlinge aufgenommen. Und jetzt, wo es sich um Syrer handelt, scheint Washington, schlussfolgere ich, anscheinend seine humanistische Ader abhanden gekommen zu sein. Vielleicht ist Herr Biden also nach Wien unterwegs, um dem neuen politischen Superstar Österreichs, dem Herrn Kurz, seine Aufwartungen zu machen, wenn er schon nicht in Ankara oder sonstwo in der Türkei übernachtet. Gewiss hat er Biden wahrscheinlich in Ankara auch von kommenden Generationen, die es zu beschützen gilt, erzählt und Kindern, denen eine Zukunft gegeben werden müsse.

Auch wenn von den armen Kindern, die in dem Konflikt in Syrien und andernorts leiden, heuchlerisch in politischen Reden gesprochen wird, die Masse zählt offensichtlich dennoch wenig.

Wie der Anschlag in Gaziantep/Türkei zeigt, ist das Bild der zu beschützenden Kinder und Frauen drauf und dran sich zu drehen. Also da die zu Beschützenden als emotionales Erpressungsmaterial einigen eventuell nicht mehr genügen (Frauen, Kinder, Alte), werden sie nun anderweitig instrumentalisiert. Denn wieder einmal haben ideologische Eiferer sich eines Kindes bedient, um Terror zu sähen, diesmal in Gaziantep.

Insofern dürfte sich die Diskussion darüber, ob Burka oder dergleichen verboten gehört oder nicht, schon demnächst ad acta gelegt sehen. Denn sollten Kinder, Frauen oder Alte vermehrt zukünftig in Terrorakte verwickelt werden, wollen WIR wahrscheinlich nicht nur erkennen können, welches Gesicht DU hast, sondern auch, wie DU DICH bewegst und was DU an DEINEM Körper trägst.

Kann gut sein, dass Überleben im brasilianischen oder kongolesischen Dschungel unter Pflanzen, Tieren und Indigenen vielen schon bald möglicher erscheint als in unseren als zivilisiert geltenden Metropolen und/oder ihren Trabanten.

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Blutrote Oliven

Hätte dieser Berater Erdogans zum österreichischen Bundeskanler, vielleicht war es auch an den österreichischen Bundespräsidenten gerichtet, lediglich “verpiss Dich” in seiner Twitter-Message geschrieben, Gott, damit hätte doch eigentlich gelebt werden können. Wenn so eine Person, die so nahe zu Erdogan steht, allerdings nach dem verpiss Dich “Ungläubiger” anhängt, gilt es doch wohl eindeutiger der Meinung zu sein, dass damit ein weiteres Signal dafür gesetzt wurde, welcher Geist in Ankara offenbar herrscht: ein islamistischer. Zwar wird das Wort Kafir (Ungläubiger) in der Türkei häufiger benutzt in diesen Tagen der Herrschaft des Receb Tayyip Erdogan, doch einem Berater des Präsidenten darf so eine Stilblüte doch wohl nur ‘gelingen’, wenn die damit ausgedrückte Sicht auf Zuspruch von OBEN stößt. Bislang ist jedenfalls noch keine Nachricht darüber eingetroffen, dass dieser Mensch aus dem Beraterstab Erdogans entfernt worden ist.

Dass der deutsche Außenminister Steinmeier sich bequemt, möglichst auf Wegducken zu machen bei derartigen Vorkommnissen und von “Kooperation” anstatt spricht, die gegenüber der Türkei zur Anwendung kommen müsse, lässt nicht wenige konstatieren, dass diese Politiken des Herrn Außenministers inzwischen verfehlt sind. Sie sind verfehlt, da Erdogan und seine Crew mehr als eindeutige Zeichen weiterhin und sogar vermehrt ausgeben, das bisschen Demokratie, welches in der Türkei herrschte, endgültig für vorerst ad acta gelegt ist. Die Positionen der österreichischen Administration, im Gegensatz zur deutschen, im Umgang mit der Türkei sollten Herrn Steinmeier in deren Richtung schnellst einlenken lassen: denn Ankara pokert viel zu hoch.

Gewiss sind die Türken nicht die einzigen, die dieser Mode verfallen sind, hoch zu pokern. Solidarität ist dabei ein Wort aus der Vergangenheit geworden. Es herrscht untrügerisch Sultansein vor. Zu viele wollen der/die Größte in ihrem Resort sein und genau das der Welt zeigen. Damit hat man sich vorerst abzufinden?

Nein!

Die EU muss nach dem, was bislang in der Türkei-EU-Beziehung gelaufen ist, nun damit auch konsequent weiter machen. Man hätte die Türkei besser schon längst integriert. OK, das hat nicht geklappt, das sollte wohl nicht sein, also jetzt so erst mal weiter machen. Warum mit solch einer Blockadepolitik der EU weitermachen? Weil inzwischen sind türkische (kurdische/armenische/lazische/etc.) Mitbürger innerhalb der EU – nicht alle, aber eventuell bereits zu viele – dabei, ihren Erdogan Pro oder Contra-Konflikt mit Gewalt und Ausgrenzung der einen oder anderen Fraktion – plus sogenannten Einheimischen – auf die Spitze zu treiben. Wer hier weiter zusieht – a la Steinmeier – verkennt diese Lage. Und Herr de Maiziere, der deutsche Innenminister, hat den Braten zwar erkannt, doch leider fängt er bei den Asylantragstellern an. Doch es sind halt leider auch die türkischen/arabischen etc. Mitbürger an die Kandare zu nehmen, und zwar diejenigen, die nachweislich von ihren wenig bis gar nicht demokratischen Vorstellungen des Miteinanders sich nicht verabschiedet haben, verabschieden wollen oder glauben, es nicht zu können oder gar zu müssen. Dass manch Mitbürger mit sogenannt deutschen Wurzeln durchaus auch eine Problemfall ist, ist uns allen längst mehr als nur ersichtlich. Doch da es hier gerade ums Zusammenleben in Europa und somit auch in Deutschland geht, würde ein Anfang gesetzt beim verständlicher und nachvollziehbarer Politikbetreiben, wenn doch endlich mal mit den Dazugezogenen, sozusagen vor allem, begonnen würde, also jenen, die noch gar keinen europäischen Pass haben. Das würde gewiss so manchen Nazi zähmen, auf den Boden des Grundgesetzes (siehe BRD) bzw. Verfassung zurückzukehren.

Es geht jedenfalls nicht an, dass die zueben angeführte Reihenfolge umgekehrt gedacht wird: also zuerst die zu politisch rechten Europäer und dann die zu islamistischen, zu kriminellen etc. Zugezogenen ‘austrocknen’. Diesen Versuch hat man die letzten 20 oder 30 Jahre durchaus gewagt und auch teils durchgeführt, mit dem Ergebnis, welches wir heutzutage in ganz Europa haben: keine für die meisten betroffenen Bürger der EU klaren Positionen und Richtlinien von Seiten der Regierenden, die die Mehrheitsbevölkerung von ihrer, sagen wir, effektiven Existenz überzeugen könnten . Aber diese Überzeugung braucht es.

Die Lage ist unter anderen, dass zu viele türkische Mitbürger sich für einen eher extremen Kurs entschieden haben. Und auch daher ist die leidige Diskussion um Doppelstaatsbürgerschaft in Deutschland von großer Bedeutung und sehr wohl ein Zeichen, das gesetzt gehört. Diese doppelte Staatsbürgerschaft sollte fürs Erste ausgesetzt werden, und zwar für Nicht-EU-Bürger. Das heißt, wer sie hat, ok, der oder die hat Glück gehabt und hat sie, aber keine weiteren Bewilligungen! Diese Maßnahme erscheint angebracht, damit wirklich jeder merkt, dass er oder sie sich zu entscheiden haben. Keine Rosinenpickerei auf den Schultern der Gemeinschaft mehr in dieser Hinsicht! Ein klares Bekenntnis zu den jeweiligen Verfassungen und dass man mit Andersgläubigen und Anderslebenden, als man es selbst für richtig hält, sehr wohl zusammen leben will, kann und mag. Offensichtlich hat die doppelte Staatsbürgerschaft bei vielen diese Rosinenpickerei-Mentalität verstärkt. Man denke – nur so zum Beispiel – an den Vorfall, wo Erdogananhänger und andere türkischen etc. Nationalisten oder Faschisten mitten in Wien gleich nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei ein Lokal von Kurden niedermachen. Wo sind wir eigentlich?

Und dann die leidige Diskussion um das Burkaverbot. Ja, was denn sonst? Wir leben nicht in Afghanistan, sondern in Europa. In der BRD gibt es ein Vermummungsverbot. Reicht das nicht zur Erklärung? Wir dürfen gespannt sein, wie die Schweizer, die dieser Frage derzeit gerade etwas intensiver nachgehen als die BRD, sich entscheiden werden. Schließlich geht es um Petrol-Dollars, wird geschrieben, die arabische Touristen im Alpenland anscheinend zuhauf zurücklassen. Wegen diesen Touristen und ihrem Geld soll ja auch im Kempinski zu Berlin auf dem internationalen Telefon-Vorwahlregister des Hotels die Vorwahl für Israel nicht aufgeführt gewesen sein. Man habe Angst gehabt, die betuchte arabische Kundschaft zu vergraulen, soll ein Angestellter des Hotels gesagt haben. Hallo! So leben wir?

Die Bundesregierung und mit ihr im Verbund die EU lässt Erdogan nicht nur die Wiedervereinigungs-Verhandlungen in Zypern gegen die Wand fahren, wo doch jeder weiß, wie nützlich für die EU ein wiedervereinigtes Zypern zukünftig sein wird – die griechischzyprische Regierung hilft leider kräftig beim Verhindern mit -, nein, des kurzsichtigen Profits wegen werden auch sogenannte Minderheiten anscheinend europaweit immer wieder benachteiligt innerhalb Europas und der Wahnsinn nimmt anscheinend kein Ende, wie die zyprische Außenpolitk beispielsweise ein Mal mehr belegt. In Ägypten will man Präsident Sisi nun dabei helfen, seinen Traum zu verwirklichen: Olivenhaine im Sinai. Bekanntlich lässt Sisi unter dem Vorwand IS-Kämpfer zu jagen, die es dort durchaus auch gibt und die man vielleicht auch mit großgezogen hat durch schlechte Politiken, die Anbauflächen für sein geliebtes Projekt – Olivenhaine – freiräumen. Man weiß in Nikosia, man weiß es in Berlin und in Brüssel, dass Sisi so ungefähr etwas wie einen Genozid im Sinai durchführt. Und die Leute in Europas Schaltstellen der Macht wundern sich (angeblich), wenn einige solch Entwurzelten dann um sich ballern. Amoklauf und Terrorismus gehen gern Hand in Hand! Leider! Man muss die Ursachen dafür mit Taten bekämpfen, und nicht damit, dass man deren Verursacher politisch etc. stärkt.

In Montenegro kann man Romas und Sintis noch immer an der Straße betteln sehen. Viele von ihnen leben dort noch immer am Rande von Städten und zwar in Bruchbuden, in Behausungen, wo manch Bauer im Norden Europas sein Vieh womöglich nicht unterstellen würde. Was tun denn all diese europäischen Hilfsorganisationen seit Jahren, die die Romas und Sintis auf dem Balkan unterstützen, wenn ihre Situation noch immer so erbärmlich ist wie hier in Montenegro? Wo geht das Geld dafür eigentlich wirklich hin und wessen Politiken und Interessen werden eigentlich wirklich vertreten bei den und durch die Hilfsorganisationen?

Montenegro ist ein recht schönes Land. Überall gibt es Wifi in den Cafes und wohl auch daher keine gedruckte Presse auf Deutsch, Englisch, Französisch, ja, noch nicht mal auf Griechisch zu lesen oder zu kaufen an Kiosken. Die Hafenstadt Budva ist laut, und die stets engen Straßen sind auch außerhalb dieser Stadt – oder einer anderen – mit aller Regelmäßigkeit verstopft. Es ist schon fast ein Albtraum, auch, wie die Menschen – Touristen inbegriffen – sich eng auf eng an dem Strand von Budva aneinanderlegen sollen/dürfen/müssen. Und weil das ‘traute Zusammensein’ anscheinend nicht genügt, kommt dann noch Beschallung von einem Strand-DJ dazu: montenegrinische Hits, vermute ich. Abends dann zurück in der Höhe über der Stadt mit schönem Ausblick auf die pulsierende Stadt und das weite Meer dahinter passierts stets so um 21 Uhr. Von rechts gehen Strahler an, die 5-6 Lichtkegel in die wunderschöne Nacht ver-strahlen lassen, versteht sich Musik ist zu hören. Das alleridings nicht all zu laut. Es ist zum Glück recht hoch gelegen, wo wir da untergebracht sind. Zur Antwort auf diesen Spektakel, vermute ich, kommt dann ‘endlich’ so um 21.30 Uhr die lang erwartete Antwort von genau gerade vor einem von unten aus der Altstadt: zwei Lichtkegel, die die anderen, welch Sensation, zuweilen kreuzen und den ansonsten schönen Nachthimmel wirklich in Gänze einnehmen.

Wenn man ja mindestens ein Navi in einem Geschäft kaufen könnte (unseres gab den Geist auf), würde ich den Drang zur Technik, oder wie das zuvor beschriebene Lichtspektakel genannt werden darf, vielleicht noch gustieren können, so, wie man halt einen viel zu großen Klumpen Fleisch, den man in den Rachen bekommt, gustiert. Eigentlich fing das Ding mit dem Klumpen im Hals schon mit der Grenzkontrolle bei der Ankunft an. Eine ewig lange Schlange von Autos, die sich bis zur Grenze im Schneckentempo dahinwälzt, weil … . Konnte sich mir wirklich auch nicht erschließen. Kaffeepause? Schichtwechsel?

Kann schon vorkommen so in der Schlange stehend, wie passiert, dass ein Auto einen links überholt, weil man es wohl eilig hat oder vielleicht ein Verwandter oder Freund an der Grenze Dienst schiebt oder weil man halt glaubt, es sich leisten zu können oder oder. Zum Glück hatte das Verhalten kein Nachmach-Effekt erzeugt. Glück gehabt.

Montenegro ist einfach nicht gerüstet für den Massentourismus, den es sich offensichtlich aussuchte oder aussuchen ließ. Die Straße durch den Nationalpark bei Cetinje nach Kotor beispielsweise wird in der Karte vom ADAC als gut befahrbar angegeben, doch es ist ein Schrecken mit Ende: viel zu enge Straßen an viel zu steilen, ungesicherten Hängen.

Morgen gehts ENDLICH weiter nach Sarajevo. 6 Tage Montenegro sollen genügen. Uns wurde von einem Bekannten, der dort lebt, in Aussicht gestellt, dass es in Sarajevo (Bosnien-Herzogowina) ja wieder so friedlich unter den verschiedenen Völkern der Stadt zugehen soll. Dass alle wieder miteinander gut können. Das mag angesehen werden, auch, weil die Stadt an sich anscheinend sehenswert sein soll.

Cetinje, eine Stadt in Montenegro, muss unbedingt noch erwähnt werden, hat ein Kunstmuseum, welches wirklich, ganz wirklich sehr sehenswert ist. Die montenegrinischen Künstler, deren Werke dort aushängen, haben die meisten uns bekannten Kunstepochen und -stile mit Brillianz mit-, nach- oder vielleicht auch vorgemacht. Wirklich sehenswert! Ein Schatz!

Ansonsten: Das Meereswasser bei Budva und andernorts im Land ist sauber.

Leider soll das Meereswasser in Zypern bei Zygi nun endgültig, vorerst, zappenduster sein. Das wurde hier auf Zypernundmehr-News ja nicht nur dieses Jahr bereits berichtet, und dass es demnächst so weit kommen könnte mit dem Wasser im Meer. Jetzt scheint es, nach Berichten aus der zyprischen Presse, so weit zu sein, dass ein Schaden im Tourismus etc. eventuell ansteht deswegen. Ein Skandal, wie all das, was eingangs geschrieben wurde.

Der Außenminister Österreichs hat Recht: die EU braucht dringend einheitliche Regelungen, und zwar, füge ich hinzu, nicht nur im Asylrecht, sondern vor allem auch in der Wirtschaft, der Umwelt und der Politik. Leider besteht wenig Aussicht, dass es dazu kommen wird, da solche Leute, wie beispielsweise Außenminister Steinmeier, oder noch schlimmer, der Stellvertretende Bundeskanzler Gabriel, so etwas gewiss zu erschweren wissen. Die Grünen und die Truppe von der CDU stehen da leider in NICHTS nach.

Erdogan hat leichtes Spiel, Putin auch, und demnächst womöglich jemand wie Trump dann sowieso.

God bless die Ungläubigen der EU!

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Zeichen der Zeit

oder:

Die da oben

Dass die Ereignisse in der Türkei spurlos an Zypern vorbeigingen, kann so nicht gesagt werden. Sie schreiben und reden auf Zypern von der sogenannten Praxikomita, der Besetzung des Nordens von Zypern durch die Türkei 1974. Der Putsch, der in der Türkei vor kurzem misslang, erinnert die Insulaner offenbar an jene Ereignisse von 1974 sehr stark in diesen Tagen.

Anscheinend hat es keiner der türkischen Putschisten im Jahr 2016 versucht, sich auf die zyprische Insel zu retten. Offensichtlich sind die – nicht gerade von der Anzahl her wenigen – türkischen Armeeeinheiten in Nordzypern nicht in den Putschversuch involviert gewesen. Daraus kann geschlossen werden, dass die türkische Armee im Norden Zyperns inzwischen bereits mit Erdogan-treuen Obristen und Generälen bestückt ist mehrheitlich. Folglich darf es bereits als gewagt gelten, wenn der jetzige Präsident im Norden, Mustafa Akinci, öffentlich davon spricht, wie letztens, es mögen in der Türkei anstatt einer Islamisierung der Gesellschaft, das Besinnen auf die Grundprinzipien Atatürks beim politischen Handeln und Entscheiden voranstehen.

Bekanntlich haben acht türkische Piloten mit Hubschraubern die Flucht ins griechische Alexandropoulos unternommen, als klar wurde, dass ihr Putsch scheitert. Versteht sich, dass die Türkei deren Auslieferung fordert und versteht sich, dass die Flüchtenden einen Asylantrag in Griechenland stellten. Mal sehen, welchen Strick Herr Erdogan daraus drehen wird, wenn Griechenland sich weigert, die Flüchtenden auszuliefern oder gar die Hubschrauber zurückzugeben. Die Geflüchteten können ihrerseits eventuell heikle Details aus dem türkischen Armee-Innenleben berichten, welche Herrn Erdogan womöglich doch noch das Genick politisch, versteht sich, brechen könnten. Wir werden also gespannt abwarten, ob die EU mit derartig heiklen Informationen ausgestattet, gleich an die Öffentlichkeit geht, oder aber dem türkischen Präsidenten solche Details auf die Brust setzt, damit der endlich einlenkt, um an der Macht zu bleiben.

Vielen ist ja so ein Alfatierchen, wie es Herr Erdogan versucht darzustellen, eigentlich auch in Teilen Europas oder den USA gerade recht. Vor allen Dingen ist dem so, wenn dieses Tierchen so in etwa tut, was den Interessen dienlich ist. Es fällt einem dann auch leichter, das eine oder andere Auge mal zuzudrücken. Doch so?

Ob, also, die Türkei in der Folge dieser Ereignisse um den missglückten Putsch eher geneigt sein wird, die Forderungen der EU umzusetzen, zum Beispiel bezüglich der effektiven Anerkennung der Republik Zypern, ist zwar weiterhin fraglich, doch nicht ganz ausgeschlossen ist, dass Ankara sich etwas bewegen könnte. Wie sich nämlich zeigt, braucht die türkische Regierung offenbar einen gehörigen Druck zum Sich-Bewegen auf politischem Terrain – und schon scheinen sich sogenannt Rote Linien Ankaras sogar in Luft auflösen zu können. Die verwunderliche Annäherung der Türkei mit Israel vor kurzem, soll ja aufgrund des us-amerikanischen Drucks geschehen sein und ist durchaus ein Beispiel für eben Gesagtes. Und der Druck, der sich innerhalb des Landes aufgebaut hat/te, weil die russischen Touristen fernblieben – und noch immer mehrheitlich bleiben, ließ den türkischen Präsidenten sich mit Herrn Putin wieder annähern. Das ist ein weiteres Beispiel für Druck, der etwas bewegt in der Türkei. Plötzlich kann man wieder miteinander. Putin und Erdogan, wird ja gesagt, seien Seelenverwandte.

Seltsam eigentlich, dass Brüssel sich eines effektiven Druckmittels nicht endlich ersichtlich bedient. Schließlich ist die türkische Industrie nicht unwesentlich von den Kontakten zur EU abhängig. Ähnliches kann am 20. Juli 2016 sogar in der konservativen Badischen Zeitung gelesen weden.

Reiseverbote in die Türkei gehörten vor dem Hintergrund der derzeitigen Gefahrenlage und wegen dem verstörenden Verhalten Erdogans ausgesprochen, finden viele. Das Geschrei wird nämlich groß sein, wenn zig Nordeuropäer irgendwo an einem türkischen Strand oder in einer türksichen Stadt ihre Leben lassen wegen eines Terroranschlags. Vor allem das Geschrei nach den Verantwortlichen wird erneut ertönen. Und dass die sogenannte Parlamentsarmee der Deutschen in Incirlik nicht von Mitgliedern des deutschen Parlaments besucht werden darf, weil Erdogan dagegen ist, ist nicht zuletzt ein weiterer Indiz dafür, dass die Zeit des Herumkasperns nach Erdogans Maßgaben vorüber sein sollte in Brüssel. Und ist Notstandsgesetze zu erlassen, nicht das Machtmittel gewesen, welches Adolf an die Macht brachte. Erdogan greift gerade darauf zurück. Die Verantwortung für verunfallte Terroropfer und zu langes Zusehen beim eindeutigen Formen einer Diktatur, die man sogar noch protegiert durch zögerliches Verhalten etc., dürfen sich, was Deutschland angeht, die Koalitionsregierung im Bundestag jetzt schon ans Revier heften. Ohne Wenn und Aber!

Reicht doch wohl, dass die Briten ausgeschert sind und allen vormachen, und weiterhin vormachen werden, wie man Brüssel am Gängelband hält? Das zu befürchtende Szenarium ist nämlich das Folgende: Das britische Parlament könnte, zu einer Abstimmung – angeblich oder wirklich – getrieben, plötzlich befinden, dass Großbritannien doch nicht aus der EU austritt.

Was dann?

Schätzungsweise wird das gesteigerte Chaos, welches danach entstehen wird, von einigen, die britische Regierung inbegriffen, genutzt, nach Manier des Teile und Herrsche-Systems, welches die Briten bekanntlich seit Jahrhunderten verfeinern, erst Mal die Positionen auf Gewinn, was auch sonst, für die Briten zu stellen – und für all jene gleich mit, denen das britische Establishment wirklich am Herzen liegt.

Jedenfalls hat die Türkei bislang wenig Engagement gezeigt, ihre Verpflichtungen gegenüber der EU und somit auch Zyperns einzugehen. Manche sprechen ja von folgendem Kalkül, welches vorliege: Erdogan und seine Leute treiben es jetzt, nachdem verunglückten Putschversuch, auf die Spitze mit ihren undemokratischen Politiken, so lange das halt noch geht. Es geht ihnen ja schließlich darum, die türkische Verfassung zu ändern – komme, was wolle -, und zwar im Sinne Erdogans. Dafür könnte Zypern eine Teilvereinigung erhalten, also eine zyprische Lösung der über 40 Jahre bestehenden Teilung der Insel stünde demnach bevor, bei der ein Abzug der türkischen Soldaten auf Zypern in Gänze zwar nicht zu erwarten ist, doch dass Ankara Nikosia anerkennt und man zukünftig versucht, sich irgendwie kooperativer zu begegnen, könnte drin liegen. Wie ja auch in der Republik Zypern seit Jahren beteuert wird, dürfte eine Wiedervereinigung – auch unter den eben aufgezeichneten Bedingungen – sehr wohl noch mehr Reichtum und Wachstum generieren; und vor allem mehr Sicherheit in einer geostrategisch schwierigen Lage.

Wohl auch daher besteht die Türkei neuerdings bei der Uno seit 2014 (Turkuno DT/4513427) ausdrücklich darauf, dass doch mal bitte sehr klar gestellt gehört, dass die Republik Zypern sich in der See vor Zypern ein Gebiet anzueignen sucht, welches sie “AOZ” nennt, das zu einem großen Teil in den See-Bereich der Türkei und somit auch und vor allem den Bereich Nordzyperns fällt. Das Gebiet, welches der Republik Zypern zustehe als AOZ, liege aber eher irgendwo zwischen Griechenland und der Insel und nicht so nahe an dem der Bereich der Ägypter, die zufällig auf richtig große Mengen Erdöl/Erdgas vor noch nicht all zu langer Zeit gestoßen sind.

Als Laie in diesen Dingen kann beim Betracht der Karten nicht gesagt werden, diese Feststellungen der Türken sind völlig aus der Luft gegriffen. Letzteres trifft insbesondere auch dann zu, wenn eine Art Wiedervereinigung Zyperns kommt, die von einem Staat bestehend aus zwei föderativen Teilgebieten ausgeht; wo jeder Teil seinen Bereich verwaltet und man versucht, in einer gemeinsamen Regierung die politischen, ökonomischen und anderen Geschäfte zu koordinieren – gerecht und gleich.

Doch dass es in absehbarer Zeit zu so etwas kommt, kann bei dem herrschenden Nationalismus unter den Griechischzyprern wirklich nicht erwartet werden. Die Türkischzyprer dürfte noch immer das Wahlverhalten der Griechischzyprer beim Annanplan 2004 daran hindern, und auch daran, an einen mentalen Umschwung der griechischzyprischen Brüder und Schwester wirklich und ganz fest zu glauben, sodass man entsprechend wiedervereinigungsfreundlich sich geben würde oder gar abstimmte. Eine Blamage in 30 Jahren, oder so, genügt, dürften nicht wenige unter den Nordzyprern denken. Denn ihr Abstimmungsverhalten beim Annanplan wird von vielen als schämenswert erachtet. Als wolle man sich wie eine Klette an die Griechischzyprer hängen. Diesen Eindruck möchten viele nicht ein weiteres Mal von sich in die Welt gestreut sehen. Dann lieber mit den Türken weiterhin im Boot bleiben. Es kann unter Griechischzyprern ja noch nicht mal laut ausgesprochen werden, dass in diesem neuen Staatsgebilde ein Türkischzyprer für eine vereinbarte Zeit als Präsident vorstehen könnte. Griechischzyprische Nachrichtensender schreiben und sprechen noch immer vom “Attila”, wenn sie die Türken meinen. Nordzypern wird als Pseudostaat bezeichnet und seine politischen Vertreter, beispielsweise der Präsident, als Führer der Türkischzyprer: “Sogenannte …”.

Des Weitern gibt es noch ein Abkommen zwischen Nordzypern und der Türkei, seit 2011, welches Erdogan mit dem damaligen Präsidenten Nordzyperns, Eroglu, festsurrte. Es besagt, dass die Türkei im Falle der Fälle des Erdgas- oder Erdölreichtums, um es mal so zu bezeichnen, mehrheitlich an der türkischzyprischen AOZ beteiligt sein wird.

Vor dem Hintergrund, dass Eroglu eh türkeifreundlich ist und war, und aufgrund der Tatsache, dass die Türkei seit Jahrzehnten Milliarden Dollar zum Überleben der türkischen Zyprer aufwendet, ist diese Handlungsweise Eroglus durchaus nachvollziehbar. Sisi in Ägypten hat Saudi Arabien vor kurzem schließlich auch ein-zwei Inselchen im Roten Meer aus ähnlichen Beweggründen hinterlassen. Und amerikanische Militärbasen sind auch noch immer irgendwo in der BRD anzutreffen. Aus Dankbarkeit. Dankbarkeit kann nicht selten auch mit Geld oder/und politischem Einfluss beziffert werden.

Am 15. Juli vor einigen hundert Jahren soll das erste Papiergeld in Umlauf gekommen sein. Und am selben Datum im Jahr 2016 hatten die Türken eben ihren misslungenen Putsch, der ihnen allerdings 42 Jahre davor in Zypern zu ungefähr dem selben Tag gelungen ist.

Am 16. Juli 2016 dachte ich mir, ach gehst mal schwimmen, und zwar dort, wo es erlaubt ist und das Wasser ersichtlich rein: zwischen Sasbach und Wyhl. In Zienken, kann ja jetzt anscheinend niemand mehr schwimmen gehen, weil es keine Parkplätze mehr gibt, die wurden kurzerhand entfernt. Diese Gemeinde ist offensichtlich nicht in der Lage, sich mit dem Kiesgrubenbesitzer so zu einigen, dass man auch dort, wie zwischen Sasbach und Wyhl, einen Teil des Sees als Badesee ausrichtet. Andernorts nennt man das Bürgernähe.

Kalt war das Wasser, aber dennoch gut. War letzten Sonntag früh morgens um 08 Uhr bereits dort, so auch heute wieder. Im Wasser schön gemächlich schwimmend kam mir in den Sinn, einen alten Schulfreund nach dem Schwimmen mit meinem Besuch zu überraschen. Den habe ich seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen. Er wohnt dort in der Gegend, wie ich von seiner Mutter schon vor Monaten erfahren habe. Kaum an seinem Haus vorüber gefahren, stand er wie bestellt am Tor seines Vorhofes zum Angesprochen-werden bereit. Er spielte gerade mit seinem kleinen Hund. Zwei Kaffee getrunken, gute alte Zeiten aufleben lassen im Gespräch, kurz die Etappen seines und meines Wertegangs uns vorgetragen – und wir vermieden mit Bravur, dass er mir bei unserem letzten Treffen meine Framus-halbelektrische Guitarre, die ich ihm zum Aufbewahren gelassen hatte, nicht mehr zurückgeben wollte, und auch nicht zurück gegeben hat. Bis zum heutigen Tag.

Zur Strafe, sozusagen, habe ich mir danach am Auto die rechte Seite aufgerissen, nur, weil ich möglichst korrekt im Parkbereich einer Straße in Freiburg einparken wollte. Da war nämlich noch dieser Pfosten und obwohl ich gehörig aufpasste, ging das Einparken schief – schief wie der Putsch in der Türkei.

Vor knapp zwei Wochen dachte ich noch so bei mir: Ist doch eigentlich mal wieder Zeit zu einem kleinen Putsch am Bosporus. Dass man diesen dann gleich so diletantisch umsetzt, erinnert schon stark an meine Vorgehensweise, die Guitarre wieder zurückzuerhalten. Zugegeben, die waren bei ihrem Putschversuch nicht ganz so zurückhaltend wie ich, doch wahrscheinlich mindestens genau so doof?

Kann gut sein.

Kann aber auch sein, und irgend etwas will mich das einfach glauben lassen, mehr, als all die anderen Begründungen, dass der Putschversuch sehr wohl von Erdogan und seinen Gesellen ferngesteuert passiert ist. Schließlich bin ich ja auch, trotz besseren Wissens und nur wegen der Aussicht, einen Strafzettel zu erhalten, weil der hintere Reifen 10 cm über den auf dem Boden gezogenen weißen Strich ragte, sozusagen ferngesteuert in die Falle gefahren, also, mit der rechten Seite des Autos schön am Pfosten entlang geschrammt.

Obristen der türksichen Armee sollen den Putsch verschrammt haben, vielleicht auch einige Generälchen, ja, und natürlich der Herr Gülen im fernen US-Amerika, der sich gleich verdächtig laut von einer Mittäterschaft distanzierte. An seiner Stelle hätte ich gar keine Stellung bezogen. ‘Auf so etwas antworte ich nicht mehr’, hätte ich gesagt und gelangweilt weg vom Objektiv der Kamera geschaut. Bekanntlich wohnt der Gute in den USA.

Nun, unser guter Herr Receb Tayyip Erdogan hat nicht versäumt, dennoch gleich volle Kanne auszuholen nach dem angeblichen oder wirklichen Putschversuch: Die USA stecken hinter dem Putschversuch, sagt er. In dem man mit der großen Keule auf diese Weise verbal ausholt, kann man die kleineren Übel zwischenzeitig real wegräumen: unliebsame Richter, Staatsanwälte, natürlich Anwälte und, wie immer, noch schnell ein Paar Journalisten plus Notverordnung.

Bravo!

Doch Herr Obama wird sich mit Herrn Erdogan treffen, morgen oder übermorgen soll es so weit sein. Dass die beiden sich nicht grün sind, dürfte allen Beteiligten schon längst aufgefallen sein. Versteckt, wie alle seine Vorgänger, wird auch Erdogan unterm Tisch mit einem Abrücken der Türkei in Richtung Russland drohen. Insofern ist seine Annäherung mit Putin schon fast verdächtig gut in der Zeit gelegen. Es lässt vermuten, dass der Putsch, der so diletantisch ablief, die Annäherung an Russland und Israel davor bedingte und daher das Werk gewisser Thinktanks der besonderen Art ist.

Erdogan wird wohl Federn lassen müssen, um sein Ziel, Alleinherrscher, zu erreichen. Die Frage ist, wird er sie beim Kurden-, Israel-, Armenien-, Irak-, Iran- oder aber beim Zypernproblem lassen?

Was bleibt da noch zu hoffen, folglich? Dass Griechenland – nicht schon wieder – als ein weiteres Problem der Türkei in den Vordergrund gerät. Dass das Pro und Contra Erdogan zu sein, den Frieden in nordeuropäischen Ländern, in denen viele türkischstämmige Menschen leben, durch kluge Politiken im europäischen Inneren abgefedert werden kann. Und da habe ich so meine Zweifel, wenn zum Beispiel das sogenannte Weißpapier der deutschen Verteidigungsministerin inhaltlich angesehen wird. Es liest sich eher wie ein recht plumper Aufruf zur endgültigen Militarisierung – in letzter Konsequenz – des zivilen Lebens und/oder Bereichs. Nach dem Motto: Kontrolle ist gut, mehr Konrolle ist noch besser! Wer sich und anderen vertraut, scheint wohl selbst schuld zu sein. Das scheint die Denke dahinter zu sein.

Ja, die Schuldfrage ist wahrhaft kein Grund, die Schuldigen an der Misere auf die leyensche Weise noch mehr abzudecken. Die Regierungen Europas sind gut beraten, den Obersuperreichen Europas für den Zeitraum von 5 Jahren, beispielsweise, einen Schnitt von 50% der Einnahmen zuzumuten. Damit die Löcher in den Straßen endlich gestopft werden europaweit. Damit den Frauen ein gleichwertiges Gehalt für gleiche Arbeit bezahlt wird europaweit. Damit vor allem jungen Flüchtlingen eine ganz intensive Betreuung zugute kommt europaweit, gern mit der Perspektive, danach in der einstigen Heimat als Spezialisten und dergleichen zurückkehren zu können.

Ohne diese Kohle der Superoberreichen Europas darf man sich nicht groß wundern, wenn einige am anderen Ende der sozialen Hühnerleiter sich ähnlich radikalisieren Wie Die Da Oben!

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