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SyrienEndeNovember18

Jetzt, wo andere Themen in den Medien die mediale Agenda dominieren, soll Syrien nicht ganz in Vergessenheit geraten.

 

Sie wundern sich vielleicht, warum hier der Jemen so gut wie nie Erwähnung findet.

Nun: Was im Jemen passiert, ist einfach zu ungeheuerlich, zu verletzend, sollte im Grunde tagtäglich angeprangert werden! Syriens Zustand ist letztlich auch sehr beklagenswert, doch es hat den Anschein, dass die Menschen dort mehr Optionen haben als die Jemeniten, sich aus, wie man sagt, „der Scheiße“, Verzeihung, zu ziehen.

Jemeniten könnten zwar nach Ostafrika ausweichen und dann eventuell hoch bis nach Ägypten sich durchschlagen oder in Richtung Südafrika, womöglich noch nach Libyen, Tunesien, Oman?, doch dann wären sie noch immer nicht einigermaßen verlässlich versorgt – sollten sie mittellos unterwegs sein. Vielleicht ist es ja eine Option für sie, sich in den Iran zu begeben!?

Vom Ende des Monats bis etwa zum 19. November 2018 soll hier dargestellt werden, was in Syrien ungefähr passierte. Wir werden uns also in der Zeit rückwärts bis eben zum 19. November bewegen.

Do 29.11.2018

Die russische Luftverteidigung in Hmeymim soll am Mittwoch eine Drohne nahe Gableh in der Provinz Lathakia abgeschossen haben. Herr Putin lässt bekanntlich auch in der ehemaligen Ukraine um sich schießen. Russland ist ja flächenmäßig bekanntlich das größte Land der Welt. Dennoch! Wir finden, es ist ein recht weiter Spagat, den Russland da wagt: von er Ukraine bis nach Syrien, versteht sich, dass da Länder wie Tschetschenien und die neu entstandenen Staaten am Schwarzen Meer, unweit Georgiens etc., irgendwo dazwischen liegend ebenfalls zu Russlands kriegerischen Einflusssphäre (Spagat) gezählt werden ‚dürfen‘.

Der ehemalige NK-Präsident „Hadi Albahra“, Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition, twitterte, dass es den Häftlingen im Zentralgefängnis von Hama gesundheitlich nicht gut gehe. Diese befinden sich seit 19 Tagen im Hungerstreik. Er fordert für das Rote Kreuz einen Zugang zu den Inhaftierten. Indes werden aber anscheinend wichtigere Dinge angegangen.

Das Transportministerium des Regimes erklärte, es sei geplant, den Eisenbahnsektor in Syrien mit Geldern in Höhe von 1.9 Milliarden $ auszubauen. Laut der staatlichen Zeitung Al Thawra sollen mittel- und langfristig 2.550 km lange Schienenwege angelegt und wiederhergestellt werden. Zudem sollen Lokomotiven, Wagen und Ersatzteile mit Geldern in Höhe von 800 Millionen $ erworben werden. Leider bleibt bislang geheim, oder nicht erfahrbar, wer das Regime letztlich beliefern wird mit Loks etc.

Der Medienaktivist „Durgham Hamadi“ wird Oppositionsaktivisten zufolge seit Dienstag im Westen Aleppos vermisst. Hamadi wollte Flüchtlingslager im Norden Idlibs besuchen. Mal sehen, ob er noch mal auftauchen wird – und dann wie? 

Immerhin: Ein Hilfskonvoi bestehend aus 52 Lastwagen des syrisch-arabischen Halbmonds (SARC) soll den Bewohnern von Deir Ezzor Hilfsgüter geliefert haben: 50.000 Decken, 5.000 Pakete mit Winterkleidung für die Kinder. Glauben Sie nun nicht, der Spuk nehme sein Ende in Syrien. Denn: Sicherheitskräfte sollen eine Bombe im Busbahnhof am anderen Ende Syriens, in der Stadt Idlib, entschärft haben. Und wenn wir schon dabei sind: Der Programmdirektor von SynapsNetwork, „Alex Simon“, twitterte einige Realitäten, die bei Syrien-Diskussionen in Betracht gezogen werden sollten:

•             Die Führung in Damaskus wird keine Reformen durchführen.

•             Russland kann keine Reformen aufzwingen.

•             China wird sich nicht am Wiederaufbau beteiligen.

•             Iran wird Syrien nicht verlassen.

•             Es werden in absehbarer Zeit nicht viele Flüchtlinge zurückkehren.

•             Genf ist nicht mehr wichtig.

•             Garantien existieren nicht.

•             In Syrien ist man nicht zur Normalität zurückgekehrt. (Alex Simon @AlexGSimon)

 

Der regimenahe US- Professor und Syrien-Experte „Joshua Landis“ meinte, dass Alex Simon eine gute, aber unvollständige Liste erstellt habe, die es zu ergänzen gilt:

•             Sanktionen werden Syrien weiter destabilisieren.

•             Keiner unterstützt die Souveränität Syriens.

•             Die Türkei und USA werden nicht kooperieren, um eine politische Lösung zu finden.

•             Europa wird weiterhin ihre Politik den USA unterordnen.

•             Interessen Saudi-Arabiens/Israels für USA wichtiger als Syrien. 

 

Unter anderem dürfte sich eben Gesagtes damit bewahrheiten, dass das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und Direktor der Medienabteilung „Ahmed Ramadan“ twitterte, die libanesische Armee habe gemeinsam mit Sicherheitskräften bei Razzien in zehn Flüchtlingslagern 300 syrische Flüchtlinge festgenommen, darunter 20 Frauen. Die Hisbollah-Miliz stecke dahinter. Und man staune:

Der russische Sondergesandte für Syrien Russlands „Alexander Lawrentjew“ sagte kürzlich in Astana, er sehe eine allmähliche Stabilisierung der Lage in Syrien. Seiner Einschätzung nach seien die Regimetruppen in der Lage, letzte Stützpunkte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Euphrat zu überwältigen. Russland will sich offenbar allmählich aus Syrien herausziehen. Doch die geplante Bildung einer Verfassungskommission für Syrien gestalte sich weiterhin schwierig.

Apropos Verfassung für Syrien, von der schon in Artikeln davor hier länger die Rede war: Der Außenminister der Republik Kasachstan Khairat „Abdul Rahmanov“ unterstrich in Astana die Bedeutung einer UN-Verfassungskommission für Syrien. Er ist allerdings der Meinung, dass die Führung in Damaskus den Prozess durchführen sollte. Des Weiteren: Der Wiederaufbau Syriens dürfe nicht in Zusammenhang mit westlichen Forderungen gebracht werden. Denn der sogenannte Westen will ja zuvor Verfassungsreformen sehen.

Währenddessen hat sich die Hisbollah-Miliz schon mal eine neue Militärbasis nahe der Ortschaft Khodr, nördlich von Quneitra, errichtet. Nun, wie dem auch sei: Es ist stark davon auszugehen, dass die Vereinigten Staaten und die Türkei großen Einfluss auf das politische Endspiel in Syrien haben. Angeblich wollen diese beiden im Rahmen der Vereinten Nationen einen Übergang ohne Assad in die Wege leiten. Blöd nur, dass es da gewisse Differenzen zu überbrücken gilt zwischen den beiden. Leute, wie der bereits erwähnte Landis, träumen von den USA, die helfen könnten oder sollten, einen kurdischen Staat im Norden Syriens zu errichten. Und damit nicht genug: Die Türkei könnte Teile Nordsyriens in den Provinzen Aleppo und Idlib annektieren. Landis glaubt nicht, dass einer von beiden (Türkei, USA) einen Regimewechsel in Damaskus in die Wege leiten kann.

Letzteres muss man schon fast glauben, denn laut der syrischen Oppositionellen „Asaad Hanna“ sei nun bestätigt, dass die syrische Atomwissenschaftlerin „Dr. Faten Rajab Fawaz“, die im November 2011 vom Assad-Regime verhaftet wurde, während ihrer Haftzeit zu Tode gefoltert wurde.

Ja, sogar Frauen werden gefoltert in Damaskus. Wie andernorts bereits gesagt wurde vor Kurzem: Dass Leute wie der saudi-arabische MBS, der kürzlich Tunesien mit seiner Anwesenheit beschämte, und Assad (demnächst) wieder hofiert werden dürften, auch im Westen, ist als Gedanke äußerst unerträglich. Jetzt gerade zeigt MBS seine versteiften Gesichtszüge und steife Körperhaltung bei den G-20 in Argentinien. Mancher dürfte da wohl denken – unter seinesgleichen? Jedenfalls war MBS pünktlich vor Ort, Frau Merkel kommt wohl zum Essen dort an. Immerhin.

Mi 28.11.2018

Laut Eurasia-Analyst „Ali Özkök“ sollen die USA damit begonnen haben, Beobachtungsposten nahe Tal Abyad aufzustellen, um die kurdische YPG/SDF vor einer möglichen türkischen Offensive im Norden Syriens zu schützen. Weitere Beobachtungsposten sollen in Kobane (syr. Kurdengebiet) errichtet worden sein. Und: Der US-Kongressabgeordnete „Thomas Garret“, Republikaner aus Virginia, soll den YPG-Kräften im Norden Syriens einen fünftägigen Besuch abgestattet haben (Ali Özkök @Ozkok). 

Der libanesische Flüchtlingsminister „Mouin El Merheby“ erklärte am Dienstag, dass einige syrische Flüchtlinge, die vom Libanon nach Syrien zurückgekehrt waren, getötet, verhaftet oder zwangsrekrutiert worden sind. Seit Juni sollen rund 12.000 syrische – lebensmüde – Flüchtlinge zurückgekehrt sein. Der Zusatz „lebensmüde“, da: Die amerikanisch-syrische Doppelstaatsbürgerin „Layla Shweikani“, in Chicago geboren und dort aufgewachsen, ist im September 2015 nach Damaskus gereist, um in einer humanitären NGO Unterstützung Hilfe zu leisten, wird gesagt. Im Februar 2016 wurde sie verhaftet und gefoltert. Acht Monate nach ihrer Verhaftung soll der tschechische Botschafter in Damaskus im Namen des US-State Departments den Geheimdienstchef des Regimes „Ali Mamlouk“ über das Wohlbefinden von Shweikani gefragt haben. Shweikani sei daraufhin nach Adra verlegt worden und soll am 18. Dezember mit dem tschechischen Botschafter zusammengetroffen sein, der ihr Unterstützung zugesichert hatte. Eine Woche später sei Shweikani jedoch von einem Militärrichter zu Tode verurteilt und laut Todesurkunde dann zwei Tage später hingerichtet worden.

Inzwischen gehen anscheinend wichtigere Dinge, verzeihen Sie den geäußerten Sarkasmus, verloren. Denn: Der US-Kongressabgeordnete „Adam Kinzinger“ (Illinois) twitterte, der russische Präsident „Vladimir Putin“ habe in Syrien ein Radarflugzeug verloren. Anscheinend hat dieses Flugzeug „Assad“ abschießen lassen. Wie viel Leute dabei drauf gingen, scheint nicht erwähnenswert zu sein – eventuell nirgends. Putin habe zudem noch ein Kampfflugzeug verloren, welches von der Türkei runtergeholt wurde – sowie hunderte Söldner, die innerhalb weniger Minuten von US-Kräften getötet worden sein sollen. Putin stehle nun ukrainische Schiffe, laut Kinzinger, um die russische Bevölkerung von seiner gescheiterten Führung und der schlechten Wirtschaft abzulenken.

Die elfte Runde der bereits erwähnten Friedensgespräche für Syrien begannen also in der kasachischen Hauptstadt Astana am Mittwoch, dem 28ten. Die Al-Jazeera Journalistin „Zeina Khodr“ twitterte, dass die Türkei durch den stellvertretenden Außenminister „Sedat Önal“ vertreten wird. Iran wurde durch den stellvertretenden Außenminister für arabische und afrikanische Angelegenheiten „Hussein Gabri Ansari“ vertreten, Russland durch den Syrien-Sondergesandten „Alexander Lavrentiev“, das Assad-Regime durch UN-Botschafter „Bashar Jaafari“ und die syrische Opposition durch „Ahmed Tomeh“. Auch der UN-Sondergesandte für Syrien „Staffan de Mistura“ nahm daran teil (Yeni Şafak). Vergleichsweise düster, wird hier angenommen, könnte es lokalen Quellen zufolge auch nahe der Stadt Raqqa im Osten Syriens zugegangen sein, wo aus einem Massengrab 516 Leichen exhumiert worden sind. Schätzungen zufolge liegen dort insgesamt 1.500 Menschen begraben. Einsatzkräfte suchen in der dortigen Umgebung nach weiteren Massengräbern.

Raqqa war einst die Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat und wurde vor mehr als einem Jahr von der US-geführten Militärkoalition zurückerobert. Und an eine Zurückeroberung grenzt im Grunde auch das, was nun geschrieben werden wird: Das Assad-Regime begann die Zerstörung von Wohngebieten im Qaboun-Viertel von Damaskus. Häuser werden und wurden von der Armee gesprengt. Der Vorwurf dagegen lautet seitens Oppositioneller: Das Regime verkaufe das Land und den Besitz von Vertriebenen an iranische Investoren. Bild-Journalist „Julian Röpcke“ twitterte so in etwa: Syrien wird eventuell eine neue Bevölkerungsstruktur erhalten.

Da trifft es sich wahrscheinlich trefflichst, dass das Assad-Regime einen Satellitenanalysten und eine Hubschrauberlandebahn östlich der Ortschaft Jib al-Ramla/ Musayaf in der Provinz Hama errichtet hat.  Die Bahnlänge beträgt rund 9 km und ist für mindestens 8 Hubschrauber gedacht.

 

Di 27.11.2018

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat am 26.11.2018 sein Kabinett auf mehreren Posten umgebildet. 9 Ministerposten wurden neu besetzt. Neuer Bewässerungsminister ist „Hussein Arnous“, Minister für Innenhandel und Verbraucherschutz wurde „Dr. Aref Nadaf“, Tourismusminister „Mohammed Rami Radwan Martini“, Erziehungsminister „Imad Muwaffaq al-Azab“, Hochschulminister „Bassam Bashir Ibrahim“, Wohnungsbauminister „Suhail Mohammad Abdullatif“, Minister für Kommunikation und Technik „Iyad Mohammed al-Khatib“, Industrieminister „Mohammad Maen Zein-al-Abidin Jazba“ und neuer Innenminister wurde „Generalmajor Mohammed Khaled al-Rahmoun“. Außenminister „Walid al-Mou’allem“ bleibt auf seinem Posten ebenso wie der Verteidigungsminister (SANA).

Klar doch, dass diese Neubesetzungen Menschenrechtler interessieren. Der Gründer des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte „Fadel Abdul Ghany“ twitterte, dass der neue Innenminister Mohammed Khaled al-Rahmoun ein Kriegsverbrecher ist und auf der Sanktionsliste der USA wegen Einsatz von Chemiewaffen steht. Rahmoun war zuvor ein hochrangiger Geheimdienstoffizier der syrischen Luftwaffe und später war er für das Direktorat für politische Sicherheit verantwortlich.   

Syriens Machthaber Baschar al-Assad soll auch den Gouverneur von Damaskus „Bescher Sabban“ ausgetauscht haben. Der war 7 Jahre im Amt. Nun macht „Adel Anwar Al-Olabi“ diesen Job. Er wird auch das Bauprojekt „Marota City“ in Damaskus beaufsichtigen und managen.

Hört sich alles schon fast so an, als sei der IS von der syrischen Bildfläche geräumt?

Nun: Der türkische Staatspräsident „Erdogan“ sagte in einer vom Fernsehen übertragenen Rede vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP: „IS gibt es nicht mehr in Syrien!“ Es gebe nur noch kleinere Banden, die auch getarnt als IS-Kämpfer Chaos in der Türkei und der Region schaffen. Vollständig eliminieren, war zu hören, will Erdogan seine alten islamistischen ‚Freunde‘. Jedenfalls ist es bei solch Vorhaben ganz angebracht, dass auch die Türkei in Manbij etwas zu sagen hat.

Der US-Schriftsteller „David Mizner“ schrieb auf Twitter, die Vereinigten Staaten richteten dutzende Stützpunkte von Manbij bis nach Hassake in Syrien ein, darunter 4 Militärflugplätze. US-Streitkräfte würden den Osten des Euphrats vollständig kontrollieren. Ein Gebiet in etwa so groß wie Kroatien. Anscheinend sollen mehr als 4.000 US-Militärangehörige in Syrien sein.

Stichwort Manbij:

Sicherheitsanalyst „Ömer Özkızılçık“ twitterte, die arabischen Stämme in Manbij hätten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Haltung gegenüber der kurdischen YPG und der Türkei zum Ausdruck gebracht. Angeblich fordern sie eine türkische Intervention, um Manbij von der YPG zu befreien. Sie lehnen, verständlicher Weise, die durchgeführten Zwangsrekrutierungen der YPG-Kämpfer ab.

Die Erklärung unterzeichneten folgende Stämme: Galaz, Bakarah al Hashimiyah, Bakarah und Budays. Auch die turkmenischen Stämme, darunter Bani Jamil, Mujamadah und Bajaliyah sowie die Stämme Naim, Jahishah, Hanafirah und Boslah haben in einer Erklärung eine Militäroffensive und die Befreiung der Stadt Manbij von der YPG gefordert.

Der Manbij Fahrplan zwischen der Türkei und den USA wird von den zuvor Genannten aber abgelehnt (Ömer Özkizilcik @OmerOzkizilcik).

Gar nicht allzu weit weg von Manbij, plant das Bewässerungsministerium des Regimes in Kooperation mit Russland die Errichtung eines künstlichen Sees, nämlich in der Provinz Lathakia. Das Projekt soll noch von Ende 2020 umgesetzt werden, um die Bewohner mit Trinkwasser zu versorgen sowie Wasser für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen – und was gern unerwähnt bleibt: um den russischen Stützpunkten vor Ort ebenfalls Frischwasser zur Verfügung zu stellen, wahrscheinlich bevorzugt. 

Und nun kurz eine Formalie:

Das Ministerium des Regimes für nationale Versöhnung soll aufgelöst worden sein. Stattdessen ist die „Staatliche Behörde für Nationale Versöhnung“ errichtet worden. Der ehemalige Versöhnungsminister „Ali Haidar“ wird die neugegründete Behörde leiten. Haidar soll während seiner Amtszeit als Versöhnungsminister regimenahen Quellen zufolge vier Attentatsversuche überlebt haben.  Sein Sohn ist allerdings durch einen Mordanschlag ums Leben gekommen. Wie noch anklingen wird: Versöhnung sieht andernorts anders aus, nicht so wie bislang in Syrien!

Ja, und nun etwas ziemlich Kurioses. Weil, man denkt gar nicht, dass Syrer sich ausgerechnet dorthin begeben könnten: Der syrische Oppositionelle „Bassam Jaara“ schrieb auf Twitter, dass 43 syrische Oppositionelle, darunter auch Offiziere, die aus Algerien nach Syrien abgeschoben wurden und zum „Mezza“ Militärflughafen nach Damaskus geflogen werden sollten, sind offenbar nicht in den Fängen des Assad-Regimes gelandet, sondern dürften stattdessen in Khartum (Sudan) sein. Keine Ahnung, wer solche Entscheide trifft. Doch Sudan, trotz allem, dürfte sich schmerzfreier anfühlen, eventuell, als einer der Knäste bei Assad, sozusagen ‚Zuhause‘!

 

Mo 26.11.2018

Kampfflugzeuge des Assad-Regimes und der russischen Luftwaffe haben als Reaktion auf den mutmaßlichen Chlorgasangriff Rebellenstellungen zwischen Aleppo und Idlib attackiert. Das Übliche also. Ein Sprecher des russischen Außenministeriums sagte, dass Stellungen der „Terroristen“ bombardiert wurden, von wo aus Aleppo unter Beschuss geriet. Wir sprechen somit von ersten Angriffen nach 75 Tagen ‚Ruhe‘. Russland und die Türkei hatten eine entmilitarisierte Pufferzone rund um die Provinz Idlib ausgehandelt. Röpcke von der Bild kommt es seltsam vor, dass „Terroristen“ angeblich von diesem Gebiet aus Aleppo mit Chlorgas beschossen haben sollen.

Zwei prominente syrische Aktivisten „Raed Fares“ und „Hanoud Juneid“ sind in Kafr Nabel von Unbekannten aus einem Kleintransporter heraus erschossen worden. Fares war der Begründer und Leiter des oppositionsnahen Radiosenders „Fresh FM“ in Kafr Nabel.  Der Sender hat eine klar säkulare Ausrichtung, sendet konsequent gegen das Regime. Fares organisierte zuweilen gewaltfreie Proteste und unterstützte Frauenprojekte, einer der wichtigsten Repräsentanten der syrischen Zivilgesellschaft.

Währenddessen begann der Wiederaufbau einer Raketeneinrichtung im Nordwesten der Provinz Hama, wie Satellitenaufnahmen zeigen. Diese iranischen und syrischen Einrichtungen waren im September von Israel zerstört worden nahe der Ortschaft Sheikh Ghadban nördlich von Masyaf. Die Hisbollah-Miliz und Iran nutzen sie. Eine weitere iranische Einrichtung, die im vergangenen Mai in der Nähe des internationalen Flughafens von Damaskus bei israelischen Luftangriffen zerstört wurde, ist inzwischen auch wiederaufgebaut worden (Zaman al-Wasl). 

Laut BBC Syrien-Produzent „Riam Dalati“ soll die US-geführte Anti-IS-Koalition vor ein paar Wochen ein Treffen mit hochrangigen politischen und militärischen  Entscheidungsträgern der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) in Kobane abgehalten habe. Die Koalition habe deren Rat gebeten, dass die YPG alle Beziehungen mit der PKK abbricht und den Geldzufluss nach Kandil stoppt. Wenn wir von SDF reden, gilt es im Gedächtnis zu haben, dass die USA mit der PYD verbündet ist. Erstere drängte darauf, die „Demokratischen Kräfte Syriens“ als Art „Cover“ zu bilden. Stimmt das, dann hätten die USA gewusst, dass die PYD lediglich ein Ableger der verbotenen PKK ist. Dank US-Unterstützung ist die PYD in der Lage, ihre Struktur in Syrien beizubehalten, Steuergelder einzunehmen, um und diese sodann an das Zentralkommando der PKK teils zu schicken.

 

Fr 23.11.2018, 11:25

Der US-Verteidigungsminister „James Mattis“ sagte, dass die amerikanische Armee an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei Beobachtungsposten einrichten und klar kennzeichnen wird – zur Sicherung sicherheitspolitischer Interessen der Türkei. Dergestalt wird die USA ihre verbündete kurdische YPG-Miliz vor türkischen Angriffen besser schützen können. Der türkische Außenminister Mevlut Çavuşoğlu glaubt dem Vernehmen nach daran, dass die USA und die Türkei den vereinbarten Manbij-Fahrplan noch vor Jahresende umsetzen werden, um die YPG-Milizen aus Gebieten östlich des Euphrat-Flusses zu entfernen (Reuters). 

Eurasia-Analyst Ali Özkök twitterte, die Türkei stärke die syrisch-turkmenische Minderheit, was allen Beteiligten wohl bekannt sein dürfte. Der syrisch-turkmenische Parlamentssprecher „Muhammed Vecih Cuma“ äußerte in türkischen Medien, die neue Flagge der Turkmenen in Syrien stärke und vereine sie. Die Turkmenen Syriens hatten sich in Al-Rai/Çobanbey, Provinz Aleppo, auf die Farben blau und weiß geeinigt plus Mondsichel mit einem Stern auf rotem Grund.  

Und wie sieht es zuweilen in den Lagern aus?

Schwere Regenfälle haben mehrere Flüchtlingslager im Umkreis von Al-Bab in der Provinz Aleppo überschwemmt. In den Flüchtlingslagern sind überwiegend Flüchtlinge aus Damaskus Land untergebracht. Es dürfte manch Geflüchtetem schwerfallen, sich dem Unwetter zu entziehen.

Der libanesische Ministerpräsident „Saad al-Hariri“ zog sich am 22. November beim Empfang anlässlich des libanesischen Unabhängigkeitstages für einige Minuten zurück, um dem Botschafter des Assad-Regimes „Ali Abdulkarim Ali“ nicht die Hand reichen zu müssen. Und: Der bisher unbekannte syrische Geschäftsmann „Samer Foz“ soll während des Syrienkonflikts ein Vermögen angehäuft haben. Mit guten Beziehungen zum Assad-Regime, Russland, der Türkei und den Golfstaaten wird er möglicherweise auch noch politisch eine Zukunft in Syrien haben. Die Politikwissenschaftlerin und Büroleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut, Bente Scheller, stellt sich auf Twitter die Frage, warum Samer Foz eigentlich noch nicht auf der EU-Sanktionsliste steht (aljumhuriya.net, Bente Scheller @BenteScheller)? Und weil wir schon beim Geld sind: Die Syrer sollen zwischen 2011 und 2018 mehr als 800 Millionen Dollar in Industrie,- Handels,- und Dienstleistungsprojekte in Ägypten investiert und tausende Arbeitsplätze geschaffen haben. Und wussten Sie: Laut „Mohammad Habo“ vom Landwirtschaftsministerium des Regimes gibt es in Syrien rund 102 Millionen Olivenbäume auf einer Gesamtfläche von zirka 692,4417 Hektar, davon 82 Millionen Bäume mit 75 verschiedenen Olivensorten (SANA). 

 

Do 22.11.2018

Geheimdienstkräfte des Assad-Regimes sollen mehr als zehn ehemalige Mitglieder der Freien Syrischen Armee verhaftet haben, die zuvor das Versöhnungsabkommen mit dem Regime unterzeichnet hatten. Diese Art Nachricht werden wir hier noch öfters zu wiederholen haben. Es zeigt einfach, dass auf Assad und seine Versprechen kein Verlass ist. Auch deswegen wurde heute/gestern (30. November) verkündet in den deutschen Medien, dass Flüchtlinge aus Syrien in dieses Land, Syrien, keinesfalls zurück abgeschoben werden können – mindestens bis Juni 2019 nicht. Verlängert wurde auch der folgende Zeitraum:

Die SDF-Kräfte haben sich mit der US-geführten Anti-IS-Koalition vertraglich darauf geeinigt, ihre Zusammenarbeit um zwei weitere Jahre zu verlängern. Die Anti-IS-Koalition wird die SDF-Kräfte weiterhin militärisch unterstützen und bis 2020 in SDF-Gebieten bleiben.

Ach ja, apropos Oliven: Der regimenahe US-Professor und Syrien-Experte Joshua Landis twitterte, die Türkei plündere systematisch die Olivenernte in der von Kurden besiedelten Region Afrin im Norden Syriens. Der türkische Landwirtschaftsminister Bekir Pakdemirli rechtfertigte sich und meinte, dass die Gewinne sonst an die PKK gehen. Außerdem: Vor ein paar Wochen ist bei Jindaris ein neuer Grenzübergang in die Türkei eröffnet worden, über den nach Angaben türkischer Oppositionsparteien bereits 50.000 Tonnen Olivenöl in die Türkei gebracht worden sein sollen. Es ist also unsicher, wer da von den syrischen Oliven profitiert: die PKK oder die Republik Türkei oder beide. Oliven gebären offenbar gewisse Gelüste. Apropos gebären.

Libanesische Sicherheitskräfte nahmen den Zaman al-Wasl Reporter „Abdul Hafiz al-Houlani“ fest. Dieser hatte berichtet, 20 syrische Flüchtlingsfrauen in Arsal erlitten wegen verseuchtem Wasser Fehlgeburten. Laut des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte seien seit Beginn des Syrienkonflikts in 2011 mehr als 28.000 Kinder in Syrien getötet worden, die meisten von Ihnen vom Regime und Russland. 196 Kinder seien bei Chemiewaffenangriffen getötet worden (SNHR). Und: Der Direktor des Ernährungsprogramms der Hilfsorganisation “Violett” „Abdul Razak Awad“ soll von Hayat Tahrir al-Sham-Kämpfern in der Provinz Idlib festgenommen worden sein (Syria Call News).

 

Mi 21.11.2018

Die Verteidigungsminister der Türkei und Russlands trafen im russischen Sotschi am Schwarzen Meer zusammen. Dort besprachen sie weitere Schritte, um laut Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums die Vereinbarung in Idlib zum Abschluss zu bringen. Russland hatte Anfang des Monats Oppositionsgruppen vorgeworfen, die von Russland und der Türkei vereinbarte entmilitarisierte Zone in der Provinz Idlib zum Scheitern bringen zu wollen. Russlands Verteidigungsminister „Shoigu“ sagte, dass es für beide Länder wichtig sei, Maßnahmen zu ergreifen, um die gemeinsame Initiative in Idlib umzusetzen (Hürriyet).

Die Oppositionswebseite Zaman al-Wasl meldete, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien Truppen nach Nordost-Syrien entsandt haben sollen, und zwar in YPG-Gebiete zwecks Unterstützung der US-geführten Militärkoalition. Truppenstärke unbekannt. Damaskus guckt diesem Treiben nicht total passiv zu in von der Stadt Damaskus entlegenen Regionen. So hat das Regime laut seiner staatlichen Nachrichtenagentur SANA verlautbart, dass das Außenministerium ein Konsulat in Hassake eröffnete, um den Bewohnern in den östlichen Provinzen Syriens den Weg für die Beschaffung von offiziellen Dokumenten nach Damaskus zu ersparen. Die Bearbeitung der konsularischen Angelegenheiten erfolgt in Hassake nun auch für Bewohner von Raqqa und Deir Ezzor.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass Tel Aviv weiterhin in Syrien eingreifen wird, weil Russland allein nicht in der Lage sein soll, iranische und vom Iran unterstütze Kräfte zu vertreiben. Seit Abschuss des russischen Militärflugzeuges in Syrien soll laut Informationen des israelischen Geheimdienstes der Schmuggel iranischer Waffen an die Hisbollah im Libanon erheblich abgenommen haben. Netanjahu bezeichnete die Beziehungen Israels mit Russland als „gut“ (Haaretz).

Und sollten Sie sich fragen, woher denn all der Speed kommt. Nun. Der kommt nicht nur aus der Tschechei, Israel oder Bulgarien, sondern laut des Syrian Portal produziert, konsumiert und exportiert Syrien mittlerweile die Droge Amphetamin, die auch bekannt ist als Captagon. Der Drogenhandel bringe Millionen Dollar ein. Außer dass damit die Finanzierung von Waffen etwas erleichtert wird, hat offenbar auch die Drogensucht in Syrien zugenommen. Die syrische Regimekritikerin und Schriftstellerin Rana Kabbani twitterte, dass die Hisbollah für die Produktion und den Verkauf von Captagon im Libanon und in Syrien verantwortlich ist. Mit den lukrativen Einnahmen werden anscheinend Hisbollah-Kämpfer bezahlt. Captagon wird angeblich auch in die MENA-Region und nach Afrika geschmuggelt, wo Hisbollah-Generalsekretär Nasrallah als Rauschgift-Godfather bekannt sein soll. Kuwaitische Behörden hatten vor Kurzem ein Drogen-Netzwerk aufgedeckt und verhinderten den Schmuggel von 1.345.000 Captagon-Tabletten aus Syrien. Captagon soll heutzutage in Syrien fast so verbreitet sein wie Zigaretten.

Na dann, guten Nacht. Wir reden von einem Aufputschmittel, und das heißt im syrischen Kontext gewiss: man stirbt eventuell schneller als man geboren wurde in solch einem Umfeld – oder so! Außerdem soll sich in Mayadin im Osten Syriens die Infektionskrankheit Leishmaniose, bekannt auch als Aleppobeule, verbreitet haben. 70 Fälle wurden bereits gemeldet, davon sind 50 Kinder. Die Krankheit wird durch Sandmücken übertragen. Solange es noch nicht Ebola ist … .

Nein, die Beule soll hier jetzt nicht verharmlost werden. Aber, wenn sich in Kriegsregionen nahe der EU wie der in Syrien irgendwann auch Ebola dazu gesellt, und im Kongo weisen die Indikatoren schon länger in diese Richtung, dann wird es, wie man sagt, unlustig. Bei all den verschiedenen Kriegsparteien in Syrien ist auch Ebola denkbar, und zwar als weitere Waffe oder aber der Zufall lässt es geschehen.

Die EU ist gut beraten, sich schon mal verstärkt, besser jetzt als übermorgen, um ein Präparat zu bemühen, welches, egal, was es kostet, dann, wenn es so weit ist, dass Ebola unmittelbarer vor den Toren Europas steht, auch spätestens dann verabreicht werden kann. Beispielsweise mit Studenten, Flüchtlingen, Politikern oder Geschäftsleute kann Ebola überallhin kommen.  

Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition „Ahmed Ramadan“ schrieb auf Twitter, dass der Hochschulrat in Jordanien beschlossen hat, für die Registrierung syrischer Studenten in jordanischen Universitäten ID-Karten auszustellen. Syrische Staatsbürger mussten davor zur Anmeldung in Schulen und Universitäten ihre Reisepässe vorlegen. Laut Ramadan verhindere dieser Schritt die finanzielle Ausbeutung syrischer Staatbürger in den Konsulaten oder Botschaften des Regimes (Ahmed Ramadan @RamadanSyria).

 

Di 20.11.2018

Der scheidende UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura sagte vor dem UN-Sicherheitsrat in New York, er wolle vor Jahresende noch einmal versuchen, ein Verfassungskomitee für Syrien auf den Weg zu bringen. Sein Nachfolger ist der norwegische Diplomat „Geir Pedersen“. Letzterer wird sein Amt Anfang Januar 2019 antreten.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad empfing in Damaskus eine jordanische Parlamentsdelegation unter Leitung von „Abdul Karim Al Doghmi“. Es sei eine Aktivierung der bilateralen Beziehungen in allen Bereichen besprochen worden. Die Mitglieder der jordanischen Delegation bestätigten, dass sie das syrische Volk im Kampf gegen den Terrorismus unterstützten. Syrien sei die Abwehrlinie im Kampf gegen den Terrorismus. Der Sieg in Syrien bedeute zugleich, dass die arabischen Staaten von Israel gesteuerte westliche Destabilisierungskampagnen besiegen werden. Das Letztere hört sich nach unserem Empfinden so rein gar nicht nach jordanischer Diplomatie an.

Der Russische Rat für Internationale Angelegenheiten (RIAC) meinte, die syrischen Streitkräfte könnten nicht wirklich als Armee bezeichnet werden. Hauptaufgabe Moskaus sei es daher, eine neue syrische Armee von Null aufzubauen.

Erstmals bewerben sich vier Frauen in Anjarah, Provinz Aleppo, mit Unterstützung der syrischen feministischen Gesellschaft (SFS) um einen Sitz im Lokalen Rat. Die Kandidatinnen sollen Werbeplakate verbreitet haben, was sehr außergewöhnlich sei. Die Region gilt als äußerst konservativ.

Lokalen Quellen zufolge haben Kräfte, die der iranischen Revolutionsgarde in der Provinz Deir Ezzor nahestehen, mehrere sunnitische Gebetsrufer verhaftet. Angeblich sei das ein Zeichen des Beginns der Umwandlung sunnitischer Moscheen in schiitische, wobei der Gebetsruf durchaus eine Rolle spielt. Denn die Formel „Ḥayya ʿalā ḫayri l-ʿamal“ wird ausschließlich von Schiiten verwendet und dient ihnen als Erkennungszeichen. Wenn sie vom Minarett einer Moschee ertönt, wissen die Zuhörer, dass hier die Schia maßgeblich ist (RFS Media News). Zu dieser Nachricht passt auch, dass das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition „Ahmed Ramadan“ twitterte, der Iran eröffnete in Syrien fünf Universitäten sowie dutzende sektiererische, kulturelle und religiöse Zentren.

Mo 19.11.2018

Türkische Truppen sollen gemeinsam mit Kämpfern der Freien Syrischen Armee und der Hamzat Militärpolizei in Afrin, Provinz Aleppo, eine Kampagne zur Bekämpfung der Korruption gestartet haben.  Bei den Gefechten wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 25 Kämpfer getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt. Die türkische Armee verhängte eine Ausgangssperre, wie sie es ja in den letzten 30 oder 40 Jahren in den türkischen Ostprovinzen gelernt hat, und patrouilliert wohl auch daher mit Panzern in der Stadt.

Angeblich bekämpft die Mehrheit der Rebellengruppen die rund 200 Kämpfer starke Gruppierung Schuheda al Scharqiyyah. Letztere wird für Plünderungen verantwortlich gemacht sowie dafür, „Entscheidungen“ der türkischen Armee nicht zu respektieren und Übergriffe zu begehen. Die Schuheda al Scharqiyyah-Kämpfer stammen überwiegend aus Deir Ezzor. Sie sind bereits mit ihren Familien aus dem Kampfgebiet abgezogen worden. Man hatte ihnen ein Ultimatum gestellt: Übergabe aller Stellungen oder Frontalangriff! Es scheint der Türkei gelungen zu sein, die offenbar brutale Schuheda al Scharqiyyah-Gruppierung aufzulösen. Es gab Festnahmen (Al Arabiya).

Die türkische Armee soll eine Rakete auf ein Militärfahrzeug der kurdischen YPG-Miliz in der Nähe von Tal Abyad an der Grenze zur Türkei abgefeuert haben. Das Fahrzeug wurde zerstört und alle Insassen getötet. Es sieht also nicht sehr vielversprechend aus für eine kurdische Autonomie.

Vom Töten zum Staatshaushalt: 

Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und ehemaliger NK-Präsident „Hadi Albahra“ twitterte, dass das Assad-Regime den Staatshaushalt für 2019 beschlossen habe. 119 Milliarden Syrische Pfund (ca. 238 Millionen Dollar) sollen für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt werden. Tatsächliche Kosten des Wiederaufbau Syriens betragen jedoch schätzungsweise 400 Milliarden Dollar, wird andernorts kalkuliert. Da dürfte sich der Wiederaufbau dann wohl noch etwas in die Länge ziehen oder aber Assad richtet sich in einem Broken State ein – aus Sicherheitsgründen und weil auch andere Player an solch einer Lösung interessiert sein könnten. Als erstes fällt einem da der Nachbar Israel ein, dann die Türkei und vielleicht träumt ja Jordanien davon, noch etwas wachsen zu wollen – gen Osten. 

Regimekräfte sollen nach einer wochenlangen Offensive den Ort Tulul as-Safa eingenommen und den Islamischen Staat aus seinem letzten Stützpunkt im Süden Syriens vertrieben haben. Die IS-Extremisten zogen sich in Richtung der Badia-Wüste zurück. Tulul as-Safa liegt zwischen den Provinzen Damaskus und Sweida. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, man erziele einen „bedeutenden Fortschritt“ in Tulul as-Safa. Das Gebiet werde nach Terroristen durchkämmt. Während das hier so geschrieben wird, stellen sich mir die Haare auf am Körper bei der Vorstellung, wie „durchkämmt“ vor Ort wohl durchlebt wird oder im Realen auftritt.

Informationen zufolge dürfen iranische und syrische Passagierflugzeuge am Internationalen Rafik Hariri Flughafen Beiruts wegen der US-Sanktionen keinen Kraftstoff mehr tanken. Betroffen sind unter anderen die „Syrian Arab Airlines“,  „Cham Wings“ und „Mahan Air“. 

 

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Ja!

Es geht weiter.

Auch wenn der Stoff unbequem ist.

Heute am 27. 09. ist auf einem libanesischen Fernsehkanal alle halbe Stunde zu erfahren gewesen, dass ausgerechnet die Saudi Arabier Helfer in der Not der Jemeniten werden. Geld wird in sogenannte Hilfsprojekte fließen.

Warum dazu auch noch auf der jemenitischen Insel Sokotra Stellung bezogen werden muss, wie in den Nachrichten aus dem Libanon zu sehen ist, können uns gewiss vor allem US-Militärstrategen erklären.

.

Militärquellen zufolge soll das Assad-Regime den Kommandeur der 5. Division, den Generalmajor Wasil al-Samir, zum stellvertretenden Generalstabschef ernannt haben. Diesen Posten wird er schon bald ganz innehaben. Dieser Arbeitsplatz ist bereits seit Januar 2018 vakant.

Da Generalstabschef Brigadegeneral Ali Abdullah Ayoub im Januar 2018 zum Verteidigungsminister des syrischen Regimes ernannt wurde, weil der syrische Verteidigungsminister Fahad Jassim al-Freij aus nicht bekannten Gründen den Hut nehmen durfte, wird nun also Wasil al-Samir dem Job machen. Er wurde 1958 geboren. Stammt aus einem Dorf in der Provinz Hama.

Gewiss haben Sie auch vom Geschrei um die demilitarisierte Zone zwischen Syrien und der Türkei gehört. Nun, rund 7.000 aus Idlib vertriebene Bewohner sollen in ihre Städte und Dörfer heimgekehrt sein deswegen. Man stelle sich vor, dass zeitlich kurz davor mehr als 30.000 Menschen vor einem drohenden Angriff des Assad-Regimes in Richtung der türkischen Grenze im Norden geflohen waren. Anadolu News schreibt, es befänden sich 22 vom Iran unterstützte Milizen mit rund 120.000 Kämpfern im Umkreis von Idlib, darunter 12 Milizen im Westen der Provinz Aleppo, 7 im Norden der Provinz Hama und 3 in der Provinz Latakia

Und:

Das von der Türkei unterstützte Rebellenbündnis „Nationale Befreiungsfront“ erklärte, man werde mit der Türkei uneingeschränkt zusammenarbeiten, um eine Großoffensive des Assad-Regimes auf Idlib mit katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung zu verhindern. Ihre Waffen wollen die Rebellen aber nicht abgeben. Sie zweifeln an Assads Aufrichtigkeit und die seiner Verbündeten. Alarmbereitschaft bleibt also weiterhin bestehen, meinen die Rebellen.

Die in Sotschi getroffene Vereinbarung von der oben also die Rede ist unter anderem, sieht indes vor, dass alle Konfliktparteien in der militärfreien Zone bis zum 10. Oktober ihre schweren Waffen abgeben.

Auch die Huras al-Din Rebellen halten nichts von den russisch – türkischen Plänen einer entmilitarisierten Zone. Die rufen dazu auf anstatt, „gegen die Feinde der Religion“ verstärkt zu kämpfen.

Zur Huras al-Din zählen viele ausländische Dschihadisten. Letztere Truppe oder Gruppe wurde von Kämpfern gegründet, die Hayat Tahrir al-Sham verlassen haben, weil diese offiziell ihre Verbindung zur Al-Kaida gekappt hatte. Huras al-Din besteht angeblich nicht aus mehr als etwa 1.200 Kämpfern.

Die syrischen Muslimbrüder drückten schon mal ihre Unterstützung für die Bemühungen der Türkei aus. Die Muslimbrüder wollen anscheinend überleben. Sie warnten aber vor einer möglichen Täuschung seitens Russlands.

Nichtsdestotrotz behauptet der Generalsekretär der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, dass die Hisbollah auch nach dem Idlib-Abkommen in Syrien bleiben werde. Das sei so mit der syrischen Führung abgesprochen, meint er. Nasrallah forderte seinerseits erneut die YPG-Kurden auf, Verhandlungen mit der Führung in Damaskus aufzunehmen, denn die USA seien kein verlässlicher Partner für die Kurden.

Letzteres trifft zwischen Putin und Assad noch nicht zu. Soll heißen: Ersterer kann sich auf den Alewiten (Assad) verlassen. Zweiterer hat keine andere Wahl, als sich auf Putin zu verlassen. Und so schrieb Bashar al-Assad nach dem versehentlichen Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges in einem Kondolenzbrief, dass dieser Vorfall ein unglückliches Ergebnis der „üblichen israelischen Arroganz“ zu verdanken ist. Assad liegt wohl richtig in der Annahme, dass Putin ihn wegen so etwas nicht gleich fallen lässt – noch nicht.

Man glaubt es kaum, weil im neugewonnen syrischen Fernsehen, welches neuerdings in die neu, temporär bezogene Wohnstube kommt, ist nichts zu hören oder zu sehen von Demonstrierenden gegen das Regime. Aktivisten haben nämlich um dem 20. September herum zu Großdemonstrationen in den von der Opposition kontrollierten syrischen Gebieten unter dem Motto „Keine Verfassung und kein Wiederaufbau vor dem Sturz von Bashar al-Assad“ aufgerufen. Vergebene Mühe, konstatieren wir zu den Demonstrationen, leider etwas ermüdet. SORRY. Auch wenn Asaad Hanna mit Hunderttausenden Teilnehmern an den Demonstrationen rechnet. Immerhin: Zehntausende sollen es geworden sein, die daran teilnahmen. Es sei, schreibt eben erwähnter Berichterstatter, „nichts anderes als die Umsetzung von UN-Resolution 2254!”

Es geschah allerdings nicht wegen den Demonstrationen, dass der Kommandeur der regimetreuen Tiger-Kräfte (Quwwat an-Nimr), Sohail al-Hassan, plötzlich und unerwartet 6.500 Mitglieder der genannten Spezialeinheit entlassen haben soll.

Grund noch unbekannt!

Vielleicht haben es die Russen so gewollt, sagen einige. Denn vor dem Hintergrund des in Sotschi vereinbarten Memorandums zwischen Russland und der Türkei, wo ein Zehn-Punkte-Plan festgelegt worden ist, welcher die sogenannten Garantiestaaten Türkei, Russland und Iran verpflichtet, einen „nachhaltigen Waffenstillstand in der Idlib-Deeskalationszone“ zu erreichen, wäre der erwähnte Schritt also plausibel. Das gemeinsame iranisch-russisch-türkische Koordinationszentrum wird aufgrund dessen verstärkt. Die Türkei wird immens in die Pflicht genommen. Ihre Aufgabe ist, die extremistischen Gruppen zu entwaffnen sowie dafür zu sorgen, dass die wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Autobahnen M4 (Aleppo-Latakia) und M5 (Aleppo-Hama) ab Ende 2018 wieder offen und gefahrlos befahrbar sind. Viel Spaß bei diesem Job, Herr Erdogan!

Glücklicherweise, kann Erdogan sagen, brauche ICH nicht da in Uniform meinen Mann/Soldaten stehen.

Ganz offensichtlich soll der während des Kriegs unterbrochene Handel zwischen Ankara und Damaskus wieder pulsieren. Dieser Teil des Deals ist uns nun also auch bekannt.

Die zuvor erwähnte Vereinbarung von Sotschi soll gemäß des syrischen Analysten von der britischen Denkfabrik Chatham House, Herrn Haid Haid, keinesfalls garantieren können, “dass eine Offensive in der Zukunft nicht mehr möglich sei”. Denn, so die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA: der Krieg gegen den Terrorismus wird bis zur „Befreiung des gesamten syrischen Territoriums“ fortgesetzt.

Russland hatte wegen eines Marinemanövers die Sperrung des östlichen Mittelmeers bis zum 26.09. veranlasst. Auch Zivilflugzeuge mussten zwischen den Küsten Syriens, des Libanons und Zyperns Ausweichrouten fliegen. Zu dieser Anordnungen kam es eben wegen des „unglücklichen“ Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs über dem Mittelmeer seitens Syriens. Fluggäste aus der Schweiz kommend danach gefragt am 26.09., sagten, Sie hätten nichts mitgeteilt bekommen auf ihrem Flug von Zürich nach Larnaka mit der Edelweiß.

Des Weiteren meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA , dass das Qara 4 Gasfeld in Damaskus Land mit einer täglichen Kapazität von 120,000 Kubikmeter Gas und zusätzlich 100 Barrel Kondensat in Betrieb genommen worden sei. Das Geld ist wahrscheinlich auch dringend nötig, welches das Gas einbringen dürfte, zumal laut der britischen Times Zeitung Moskau der Krieg in Syrien bisher rund 2.7 Milliarden Pounds Sterling gekostet haben soll. Und auch, damit ES womöglich nicht noch teurer wird, hat der israelische Verteidigungsminister Avigor Liebermann netterweise verkündet, Israel werde seine Luftangriffe auf Syrien nicht einstellen, aber sich bemühen, direkte Zusammenstöße mit russischen Truppen zu vermeiden.

Ist das nicht ritterlich!?

Nun ja, das israelische Nachrichtenportal „Ynet News“ berichtet, die israelische Luftwaffe habe ihren russischen Kollegen in Moskau einen 40-Seiten Bericht vorgelegt, der dokumentiert, wie es zum Absturz des russisches Aufklärungsflugzeug Il-20 gekommen ist. Totales Chaos auf Seiten Assads muss geherrscht haben. Die syrische Luftabwehr feuerte über 30 Minuten „dutzende“ Raketen von allen möglichen Luftverteidigungs-Basen im Land aus ab. Assads Luftabwehr-Boys sind offensichtlich durchgeknallt, meinten israelische Militärs ihren russischen Kollegen gegenüber mit Stolz gefüllter Brust, wird erzählt.

Was liegt nach solch Vorfällen näher, wie auch der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu offensichtlich findet, als dass Moskau in ein paar Wochen das Raketenabwehrsystem S-300 an die Führung in Damaskus liefern wird. Das sei nun entschieden zwecks Sicherheit der russischen Truppen in Syrien.

Und man staune:

Der syrische Medienaktivist Hadi Alabdallah twitterte, dass nach einer Unterbrechung von mehreren Jahren wieder Schiffe von Mersin in der Türkei nach Latakia/Syrien fahren.

Und:

Der türkische Staatspräsident Erdogan sagte am Montag, dass die Türkei weitere Sicherheitszonen in Syrien schaffen werde, auch östlich des Euphrats, wo die von den USA unterstützten PYD/YPG-geführten „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) präsent sind.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu findet es wenig lustig, dass die Syrer die erwähnten russischen Waffensystemen erhalten werden. Tel Aviv und Moskau einigten sich daraufhin, die Koordination der israelischen und russischen Armeen weiter über die militärischen Kanäle erfolgen zu lassen.

Liebe Leser, die Betonung liegt auf „weiter!“

Der russische Verteidigungsminister Schoigu kündigte ein Feind/Freund-Erkennungssystem des Weiteren für die Syrer an sowie Elektronik zur Störung der Systeme von in den syrischen Luftraum eindringenden fremden Flugzeugen. In Regionen nahe Syrien über dem Mittelmeer werde es eine „Unterdrückung der Satellitennavigation, von Radarsystemen an Bord und der Kommunikationssysteme von Militärmaschinen geben.

Endlich, werden gewiss oder vielleicht auch Sie gerade gedacht haben.

Der stellvertretende Außenminister des Assad-Regimes Faisal Mekdad meint seinerseits: Syrien hat in allen Teilen Syriens gesiegt und wird auch in Idlib siegen! „Wir werden nach Idlib kommen und Idlib entweder militärisch oder friedlich zurückerlangen!“

Und siehe da:

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete am Montag, dass Syriens Machthaber Bashar al-Assad per Erlass Nr. 299 Dr. Hazem Younes Qarfoul zum neuen Gouverneur der syrischen Zentralbank ernannt hat.

Und da wir schon beim Geld sind:

Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura soll Medienquellen zufolge für seine Vermittlungsmission 92 Mitarbeiter eingestellt haben. Die Kosten dafür würden monatlich 1.4 Millionen Dollar betragen. Der Nahostexperte Emile Hokayem sprach von einer Verschwendung von Flugbenzin und diplomatischer Glaubwürdigkeit.

Bislang sieht es derart aus um den Streitapfel Idlib, genauer seit dem 26. September 2018:

Das Assad-Regime soll im Rahmen des zwischen Russland und der Türkei vereinbarten Abkommens zur Schaffung einer entmilitarisierten Zone in Idlib damit begonnen haben, Panzer, BMPs und Artillerie von den Frontlinien abzuziehen

Der libanesische Drusenführer und Vorsitzende der Sozialistischen Fortschrittspartei Walid Dschumblatt‏ twitterte, dass hunderte IS-Kämpfer vom Assad-Regime von Abu Kamal nach Idlib evakuiert worden sind, um die russisch-türkische Vereinbarung zu sabotieren. Das Regime soll zuvor auch IS-Kämpfer aus Damaskus Land in die Provinz Sweida gebracht haben, damit diese das Drusengebiet attackieren.

Lokalen Quellen zufolge würden das Assad-Regime und verbündete iranische Milizen trotz der Deeskalationsvereinbarung ihre Angriffeauf Ortschaften in der Provinz Idlib (Temania und Tal Marak), der Provinz Aleppo (Al-Rashideen und Kafr Hamra), der Provinz Hama (Lataminah und Abu Ubeid) und auf Jabal al-Kurdi in Latakia fort.

Dabei kommen auch Zivilisten um.

In Deutschland ist ein Mitglied der bewaffneten syrischen Opposition wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dem Anführer der Jabhat Ghuraba al-Sham Milz wird vorgeworfen, unter dem Dach der Freien Syrischen Armee, Kriegsverbrechen in Form von Folter und Mord sowie Entführungen verübt zu haben. Der Haken daran: die Rebellengruppe Jabhat Ghuraba al-Sham existierte nur bis Anfang 2014 und soll auch keine westliche Unterstützung erhalten haben.

Der US-Sonderbeauftragte für Syrien, James Jeffrey, sagte in einem Gespräch mit Asharq Al-Awsat, dass die Vereinigten Staaten mit Moskau zusammenarbeiten würden, um den Iran aus Syrien zu vertreiben. Keine militärische Gewalt soll eingesetzt werden dabei. Bashar al-Assad werde man durch eine neue Verfassung aus dem Weg räumen.

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Angekommen 2

Sie geht gerade wieder auf – die inszenierte Falle!

Fängt ja recht vielversprechend an.

Obgleich … .

Wirklich schlecht geschlafen.

Doch dann auch wieder nicht so richtig schlecht.

Soll heißen:

Ich ging früh ins Bett Sonntagabend und wundere mich nun offensichtlich noch immer, dass ich sehr früh aufgewacht bin – so auch diese Nacht.

Sogar der Kater hat gestaunt.

Der spinnt eh derzeit.

Hat wahrscheinlich zu viel Kontakt mit den anderen Katzen draußen im Garten – lässt sich zurück auf Zypern plötzlich nicht mehr länger auf den Schoß nehmen, streicheln. Das Auge hätte er mir ums Haar heraus gekratzt. War wahrscheinlich keine böse Absicht.

Glück gehabt!

Dann, wenn das Auge flöten gegangen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht mehr so nachsichtig behandelt für eine Zeitlang, vielleicht auch für immer, wer weiß. Was kann ich dafür, dass er blind ist!

Es lässt sich recht träge an das Leben auf Zypern. Es ist eben heiß, angenehm heiß. Wunderbare Nächte mit leichter Brise, vielleicht die beste Jahreszeit.

Gerade mal ein paar Tage hier.

Konnte in Lahr und Umgebung leider keinen Zahnarzt auftreiben, der mir in den Kram passt. In Berlin hatte ich einen, und jetzt auch hier auf Zypern. Bei dem war ich heute. Er macht mir Hoffnungen, dass der eine Backenzahn vielleicht doch noch stabilisiert und so weiter werden kann. In Lahr der Arzt, der hatte noch nicht mal recht in den Mund geguckt und dann redete er schon von „herausreißen“. War wohl genervt, dass ich mit X-Rays des Zahnes ankam und kein weiteres X-Ray zulassen wollte.

Ich muss doch die Strahlung schlucken, nicht er!

Er verkriecht sich hinter einer Tür und wartet, bis das Strahlen-Prozedere vorüber ist.

Nein, ich habe wieder Hoffnung, dass das Ding mit den Zähnen im letzten Moment doch noch zurecht gebogen werden kann im Gegensatz zu der traurigen Tatsache, dass sich Assad wohl halten wird. Bloß kein Implantat, von dem immer sofort gleich die Rede ist. Assad ist mir eigentlich auch ein Implantat, der anderen Art. Und wenn die Krankenkasse zyprisch-zahnärztliche Kosten nicht begleicht, muss man sich da dann nicht schon fragen, für was wir eigentlich noch eine EU führen?

OK, Zypern ist nicht im Schengenraum, aber … .

Wie?

Den Wiederaufbau Syriens soll die EU hauptsächlich bezahlen?

Vor dem Flug hier her habe ich noch schnell zwei Rechnungen an die Krankenkasse geschickt, weil Monate davor leider zum Orthopäden gegangen werden musste, auch auf Zypern. Eigentlich könnte ich da gleich wieder hinrennen, weil eines der beiden Knie komischerweise plötzlich etwas schmerzt.

Die Kasse kann sich aber beruhigen, weil Selbsttherapie hab ich mir verschrieben. Darüber, wie diese Art von Therapie sich gestaltet, keine Sorge, das wird nun nicht in Details vor ihrem staunenden Auge hier flachgelegt. Bleibt mein Geheimnis, so auch, warum ich einen mehr als halbfertigen, 4-seitigen Bericht zu Syrien jetzt doch nicht veröffentlichen mag. Sie müssen wissen, ja, ich weiß, Sie müssen gar nichts, aber dennoch: Was da in Syrien abgeht, das find ich nur noch unerträglich. Ganz schlimm, dass Assad überlebt, politisch.

Nein, ich sitze nicht in oder auf „Santa“!

Sie werden es nicht für möglich halten, doch das Schicksal, oder wer immer es ist, hat beschlossen, dass für eine geraume Zeit ausgewichen werden muss, Santa der Rücken zu kehren ist. Besuch steht nämlich an und dann geht es bekanntlich laut und so weiter zu. Die Leute wollen eben auch unterhalten sein. Und da der Besuch nicht meiner ist, … .

Nicht etwa, dass ich fremdeln würde, aber ehrlich, ich mag jetzt nicht! Punkt. Mag MEIN Ding hier auf Zypern ENDLICH mal machen und sonst möglich nichts. Übermorgen kommt allerdings noch ein Abend mit Botschaftsleuten dazwischen, doch dann werde ich vollends abtauchen, und zwar in Limassol. Vorgenommen habe ich mir, die syrisch-ägyptisch-libanesich-kurdische-etc.-Szene zu sichten. Mal sehen, was DIE so zu erzählen habe über ihre vermeintliche Freiheit in Limassol und die zurückgelassene Heimat, und wie die sich in Zypern einbringen.

Irgendwie kenne ich diese Stadt, Limassol, und dann auch wieder überhaupt nicht. Ja, ich bin eigentlich oft in Limassol, aber … .

Wissen Sie, ich bin nun über 10 Jahre immer wieder auf der Insel und hatte es bislang nicht eilig, möglichst alles zu sehen oder gesehen zu haben. „Reinwachsenlassen“, sag ich da gern. Und nun ergibt sich offenbar eben, dass für eine Weile in Limassol gewohnt wird. Kann gut sein, dass der Limassol-Aufenthalt dann doch noch zeitlich erweitert wird. Jetzt sind erst mal 3 Wochen angesetzt, auch, da die Besitzerin meiner neuen Unterkunft offensichtlich schon jemand anders in dem recht bescheiden eingerichteten Wohnraum gebucht hat.

Die Absteige klingt und sieht auf „AirnB“ ganz anders aus, vielversprechender.

Mir ist das gerade egal, auch, ob dort ein Fenster drin ist oder nicht. Ja, da ist eins, doch keine 2 Meter vor demselben ist eine ziemlich unschöne Wand jenes Wohnhauses, neben dem meine Hütte von Uncle Tom steht und die Vermieterin dieses ‚Luxus‘ womöglich auf unsere Kosten lebt.

Alles OK!

Nichts mit meckern hier!

Noch nicht.

Jetzt weiß ich, hier in Onkel Tom’s Hütte sitzend und gerade schreibend, was in Santa vergessen wurde: die Kamera und das Teleobjektiv. Liegen hinter’m Fernseher und werden mir Mittwoch Abend überreicht, wenn es zum Treffen mit den Botschaftsleuten geht – Abschied eines Diplomaten vom Dienst und so stehen auf dem Programm. Leute treffen. Sehen und gesehen werden.

Dafür, dass das Zweitwichtigste (Kamera) vergessen wurde, habe ich wahrscheinlich viel zu viele Hosen mit langem Hosenbein dabei. So auch kurz-ärmliche Hemden. Alles gebügelt und sauber.

Wird sich noch herausstellen, wie das Viertel hier in Limassol heißt, in das kurzfristig eingezogen wurde. Wollte jedenfalls nicht unten am Strand sein. Nein, möglichst ein mir total unbekannter Fleck in der Stadt ist angesagt.

Letzteres bewahrheitete sich schon heute Nacht. Bekanntlich sind alle Katzen im Dunkeln schwarz, sehen plötzlich anders aus, so auch Limassol. Ausfahrt Nummer 28 gilt es nämlich zu nehmen auf der Autobahn, die durch die obere Stadt verläuft, wenn ins temporäre Zuhause gelangt werden will. Dann gilt es in Richtung Zentrum zu fahren und bei der 3. Ampel rechts abzubiegen, dann die erste Straße links einzubiegen und dann ist man schon dort, nämlich nahezu am Ende einer vergleichsweise kurzen Straße.

Doch auf dem Weg zurück aus der Stadt nahm ich den Weg kreuz und quer durch dieselbe. Weil sie soll jetzt endlich besser gekannt werden – zu Fuß, wie auch per Auto. Irgendwie war’s als würd ich durch Beirut oder durch Damaskus fahren – vor dem Krieg.

Wohne gar nicht so weit von dem Ort entfernt, wo schon mal eine Zeitlang Tischtennis gespielt wurde. Sie werden es nicht glauben, als ich nach Monaten zurückkam an diesen Ort und dort wieder Pingpong spielen gehen wollte, konnte ich den Weg zur Halle einfach nicht finden, obgleich an jenem Ort ein großes halbrundes Stadium in den Himmel ragt, unter und in dem eben auch Tischtennis gespielt wird – und nicht zu billig. 50 Euro Beitrag im Monat wollten die damals haben plus 50 Euro Aufnahmegebühr.

Und damit gab ich mich dann auch zufrieden damals, also, dass ich diesen Ort auf die Schnelle nicht finden konnte und nicht wieder zum teuren Training dort antrat. Was so speziell an diesem einen Monat Training dort war: ich trainierte mit Jugendlichen. Für die Erwachsenen war ich denen offenbar zu schlecht. Und das Training war wirklich Training. Es wurden verschiedenste Techniken und Schläge eingeübt. Wunderbar. Das ist in Lahr leider nicht gegeben. Da stellen sich die Herren hinter die Platte, spielen sich etwas ein, meist immer dieselben, die danach gegeneinander spielen, und das war dann Training!

Spielte damals in einem anderen Verein Deutschlands, wo, wie soll es bestens gesagt sein, nicht gerade hochklassiges Tischtennis gespielt wird.

Das ist auch in Lahr längst nicht der Fall, allerdings gibt es dann doch 3-4 Männer, es spielen auch in Lahr nur Männer Tischtennis im Verein, die ich ganz gewiss auch nicht zu meiner BESTEN Zeit von der Platte so ohne Weiteres gefegt hätte – genauer den einen. Und daraufhin mag ich trainieren und keine zyprischen Trainingspausen daher mehr zulassen, die sonst als dazu führten, dass wochenlang die Rückhand wieder eingeübt werden musste nach der Rückkehr an die Platte und in die so genannte „Runde“ – mit der Konsequenz, dass einige Spiele verloren gingen etc.

Nein, diesmal will ich es vor allem mir selbst zeigen, auch wenn das Knie droht, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Man wird sehen, was passiert – und ob die arabischsprachige Szene in Limassol mir einen Zutritt gewährt. Es ist nämlich noch nicht entschieden, ob als Privatperson oder als Journalist dort sich eingebracht wird. Womöglich bin ich da schon so hartnäckig wie der Baschar al Assad? Von dem kann man wahrhaft noch lernen, sich zu behaupten. Das Problem ist halt nur: bis zu welchem Preis?

Normalerweise halte ich mich am anderen Ende von Limassol auf, also dort ungefähr, wo man von Larnaka nach Limassol auf der Straße am Meer kommend in diese Stadt einfällt. Die Zyprer nennen die Gegend inoffiziell „Tourist-Area“. Schrecklicher Name, aber zwei-drei gute Cafés, die gibt es dort. Und ich sitze nun mal oft und gern in Cafés, um zu lesen, zu gucken und natürlich auch um Leute kennenzulernen oder zu treffen.

Mein heiß geliebtes Café „Costa Coffee“ soll ja nun ein Teil des Coca-Cola Imperiums geworden sein. Wird offensichtlich Zeit, sich neue Orte zu erschließen. Da wäre was in der Makarius-Straße namens „Paradosiaka“ (Traditionell). Unweit davon waren wir letztens. Ganz chic ist das Zweitgenannte gewesen. Das Paradosiaka scheint ein typisch zyprisches Kafeneion darstellen zu wollen.

Auf den zuvor erwähnten Umstand – chic – sollte man sich in Zypern ansonsten einlassen. Weil dort, wo die älteren zyprischen Herren hingehen, herrscht nicht gerade der Esprit von Internationalität, meistens. Also werde ich genau deswegen dort heute früh mal hingehen.

Wie gesagt, ich bin mal wieder früh schlafen gegangen und früh aufgestanden. Jetzt ist 03 Uhr 30 morgens. Wenn ich den Text hier durchhabe, wird das Ding ins Netz gestellt. Weg damit! Und dann werde ich mir die Frühschwimmer-Szene geben. Wahrscheinlich am Dassoudi-Beach, auch der ist größtenteils schön sandig und weitläufig – auch wenn davor immer mehr Öltanker und andere Schiffe vor Anker liegen. Sogar ein kleines Wäldchen trennt diesen Beach von der 4-spurigen Straße, der Corniche.

Hatte den Toshiba-Computer, der gewiss schon so alt ist wie der Krieg in Syrien, und älter, vor meiner letzten Abreise nach Deutschland doch noch zur Reparatur gebracht. War positiv erstaunt, dass mir damals nicht empfohlen wurde, das alte Ding wegzuhauen, was wahrscheinlich so in Germany der Fall gewesen wäre.

Nein, der junge Herr im Geschäft in der Ortschaft Kitti sagte, er werde mir ein neues abgespecktes Betriebssystem draufhauen – ich werde meine „Freude“ haben, meinte er. Und tatsächlich, es schreibt sich wieder fantastisch easy damit. Weil der andere Laptop in meinem Besitz, der zwar „Word“ drauf hat, aber dessen Keyboard halt so eng ist, ist zum (längeren) Schreiben nicht sehr geeignet, wie ich jetzt erst wieder bemerke. Finde auch, dass durch’s flüssigere und problemlosere Schreiben, das Schreiben an sich leichter fällt, da der Gedankenfluss offenbar nicht derart unterbrochen wird. Verspüre irgendwie gar keine Lust, nach irgendwelchen Notizen über Syrien und dem Desaster dort zu greifen, um das sodann hier einzuarbeiten.

Habe überhaupt ein Problem damit, diese Info noch als Info zu betrachten, stell ich zunehmend fest. Irgendwie kommt der Gedanke auf, man begibt sich darüber berichtend in ein Paar Schuhe, welches einem nie gehören wird – und schon gar nicht gehören sollte.

Ein Spielball des Bösen mag niemand sein.

Auch nicht dessen Propagandist.

Ja, ein wahrhaft schwieriger Spagat, aus dem nun, wie zu sehen ist, auf diese Weise sich gewunden werden soll. Und:

Musste vor dem Gebrauch des oben erwähnten, reparierten Computers allerdings ein Schreib-Programm herunterladen. Entschied mich für „OpenOffice“, und nicht, wie angeboten wird, weil auf dem Desktop Art vorinstalliert, noch schnell ein weiteres Word-Programm down zu loaden, welches allerdings nach Money schreit.

Es ist wahrscheinlich immer eine gute Wahl das OpenOffice. Und es kostet nichts.

‚Lustig‘ ist an der neu-bezogenen Wohnung unter anderem, dass ein uralter Fernseher darin steht, klobig und riesengroß, wie die Apparate es einst waren. Das Bild ist schwarz-weiß. Der Ton gut. Habe noch gar nicht umgeschaltet, weil wie es der Zufall will, läuft dort das syrische Fernsehen. Und das verfolge ich recht gespannt, wenn nicht geschrieben wird etc. Komischerweise guck ich mir das über den Computer nicht gern an. Ich scheine noch zu differenzieren. Über den Fernseher ist es mir, als hätte ich ja eh keine andere Wahl. Selbstbetrug, wahrscheinlich der Art und Weise wie wir uns betrügen, wenn Assad schöngeredet wird – schon demnächst. Sie werden es sehen.

Offensichtlich gibt es keine Sorgen mehr, dass Assad den Krieg nicht gewinnen könnte. Das Leben scheint sich wieder normalisiert zu haben, berichten die Fernsehbilder. Das syrische Parlament, welches ‚demokratisch‘ abstimmt und diskutiert wird sogar gezeigt. Verbrecher in Handschellen. Soldaten, die sich im Sand wälzen mit Gewehr in der Hand und schwarzen Strichen in den Gesichtern. Heroisch springen diese durch Feuerringe und kriechen unter eisernen, ebenfalls anfänglich unter Feuer gesetzten Hindernissen hindurch – strahlen danach in die Kamera.

Es ist ganz offensichtlich eine Freude, wird vermittelt, und das sagt auch jeder der Interviewten im syrischen Staatsfernsehen auf seine Weise in die Kamera, für das Land sich zu opfern. Die Häuser im Diplomatenviertel von Damaskus scheinen noch zu stehen, oder aber es wird altes Filmmaterial benutzt.

Siegreiche Basketballspieler werden in ihren Trikots gezeigt, und dann plötzlich taucht ein Pokal im Bild auf. Die Kamera zoomt aus und eine Gestalt im Anzug kommt in den Fokus und diese Person grinst wie ein Lausbub zwischen den Sportlern sitzend mit Pokal in der Hand in die Kamera – ein ziemlich kurzer Schwenk derselben, was dem Anlass eigentlich nicht gerecht sein kann, wo doch er, genau, Baschar der Fallensteller, nun im Mittelpunkt steht!

Assad hat sich also behauptet.

Das ist die traurige Nachricht!

Die gute Nachricht ist die Vermutung, dass der/die Kameramann/frau, die den Baschar nicht zeitlich lang genug in Szene setzten dafür nicht auf einem Rost gebraten werden zur Strafe – denn, davon darf getrost ausgegangen werden, die Szene ist EISKALT, so, inszeniert!

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Syrien Aug-Sept 3

Vor dem Hintergrund, dass die sogenannte Großoffensive in Syrien, die noch bevorstehen soll, im Grund schon losgetreten worden ist – und zwar vorrangig von Seiten Moskaus, wie sich offenbar zeigt -, wird hier am 08. 09. 2018, wie geplant, dennoch von zeitlich etwas zurückliegenden Ereignissen berichtet, um die angefangene Serie oder Reihe zu Syrien zu komplementieren – versteht sich, äußerst selektiv, wie ja alle es tun (müssen), die aus/von/über dieses/m Land berichten.
Sagen wir also, wir sind so in etwa am 17. August 2018 angelangt im Stoff.

Im Al-Eis Gebiet existiert eine türkische Militärbasis. Dieses Gebiet liegt genauer in der Provinz Aleppo. Die Türken rieten den Bewohnern dort, nämlich in Gazrala, Zamma, Gadidah, Talafeh, Hawair al-Issa, al Othmania, Bager, Banes und Berna doch ihre Häuser nicht zu evakuieren. Solch ein Schritt böte dem Assad-Regime die Ausrede, anzugreifen.
Vielleicht ist es noch nicht ganz durchgedrungen, doch das Regime hat den Posten eines „Versöhnungsminister“ aus der Taufe gehoben vor nicht allzu langer Zeit. Der ‚gute‘ Mann, der diesen Posten ausfüllen ‚darf‘, heißt derzeit Ali Haydar.
Sollte die folgende Meldung zutreffen, was hier doch stark bezweifelt wird, könnte dem so sein, dass Trump und Putin sich inzwischen anscheinend darüber einig geworden sind, dass der Iran in Syrien besser schon bald seine Koffer packt. So ganz daran glauben können wir hier deswegen nicht, da das iranische Regime dann einerseits in Erklärungsnöte gegenüber der iranischen Bevölkerung kommt, zumal viel Geld in Syrien gesteckt wurde – wie auch viele iranische Menschenleben. Und jetzt einfach sich zurückziehen, nur weil der „große Satan“ in Washington und Putin (der kleine Satan) sich einigten, erscheint äußerst widersprüchlich.
Andererseits ist nicht zu übersehen, dass es im Iran brummt. Soll heißen: Vorrangig die jungen Menschen haben von der betriebenen Politik des Landes im Nahen Osten gehörig die Schnauze voll – und lassen das auch vernehmlicher hören. Es rumort nicht schlecht. Und um des inneren Zusammenhalts wegen könnte durchaus passieren, dass Teheran den eben erwähnten Grund/Vorwand nutzt, irgendeine Rechtfertigung gegenüber den Hardlinern im Lande und anderen Unzufriedenen zu konstruieren, um sich tatsächlich aus der Affaire zu ziehen.
Teheran hätte nun wirklich eh Besseres zu tun. Zum Beispiel stünde eine Art Aussöhnung mit Pakistan, Indien und vielleicht sogar noch der Türkei und dem Irak anstatt dem Regime gut zu Gesicht. Es könnte gar lebenswichtig werden.
Noch kurz dies: Der ehemalige Bürgermeister Teherans Herr Gholam Hossein Karbaschi (1990 – 1998) wurde verknackt, da er in einer Rede die iranische Intervention in Syrien kritisiert haben soll (Times of Israel).
Was den Irak und Syrien angeht: Washington hat den ehemaligen Botschafter für den Irak, Herrn James Jeffrey, der dort von 2010 bis 2012 tätig war, als US-Sondergesandten für Syrien benannt. Der Herr war auch bereits in der Türkei auf diesem Posten. Interessant ist zu lesen, dass zwischenzeitlich die Saudis damit begonnen haben sollen, einen Teil ihrer Petro-Dollars für ihre Interessen in Syrien arbeiten zu lassen, indem den Vereinigten Staaten Geld in die Taschen gesteckt wird, um bloß nicht aus Syrien abzuziehen. 100 Millionen seien auf Forderung Trumps zugesichert worden – nicht gerade viel Zaster, wenn in trumpschen Dimensionen gedacht wird, finden wir. Das US Department of State quasselte jedenfalls von Geld für „Stabilisierungsbemühungen“.
Für jemand Außenstehendes ist nicht ganz ersichtlich, warum die so genannten Weißhelme ausgerechnet jetzt, wo die Großoffensive bevorsteht, beziehungsweise begonnen zu haben scheint, zur Mitte des Monats August also, dennoch damit begonnen haben sollen, angeblich Trümmer und Schutt und dergleichen wegzuräumen in Idlib.

Eigentlich sollen die Weißhelme ja Rettungsabreiten leisten, und noch eigentlicher steht von Seiten Assads & Co. der Vorwurf im Raum, die Weißhelme seien unter anderem jene Kraft im Krieg/Konflikt, die chemische Waffen einschleuse und/oder hochgehen ließe etc.

Andernorts in Syrien sind andere Positionen auch nicht ganz klar. So soll die 4. Division des Assad-Regimes, die immer wieder Reden von sich macht, mal wieder mit den Russen etwas und lediglich verbal zusammengeklatscht sein, und zwar diesmal in Qalat al-Masdieq. Die Russen verlangten, dass die Vierte dort die Fliege macht, doch die Vierte hat sich geweigert, diesem Verlangen nachzukommen. Zeitlich wenig später, also Ende August, fordert der nationale Sicherheitsberater Trumps, John Bolton, den Iran auf, Syrien zu verlassen. Die Iraner entgegneten: es gibt derzeit keine Pläne, die Ähnliches besagten oder vorsehen würden. Bolton an Iran und das Assad-Regime gerichtet, scheinheilig, so werten es zumindest einige Beobachter: Der Einsatz von Chemiewaffen wird „starke“ Reaktionen folgen lassen!

Unstimmigkeiten bestehen allerdings auch über den Beginn der ganzen Sache, also des Syrienkonflikts selbst. Jemand namens Joshua Landis behauptet, die Facebookseite der Syrian Revolution habe bereits am 18. Januar 2011 im Netz gestanden. Das wären also 2 Monate vor dem Ausbruch des Aufstandes in Daraa gewesen. Der Administrator der genannten Seite ist ebenfalls Leiter des Büros der Muslimbrüder in Schweden. Landis findet dies dann allerdings doch nicht sonderlich überraschend, weil die ersten Proteste eigentlich bereits am 04. Februar 2011 angefangen haben sollen in Syrien. Und das ist auch das Datum, an dem zum „Tag des Zorns“ in Daraa erstmals aufgerufen worden sein soll, und nicht, wie sonst behauptet wird, dass es erst im März 2011 der Fall gewesen sein soll. Nur: Beim ersten Aufruf seien keine Proteste der Bevölkerung gefolgt. Als dann allerdings am 06. März 2011 Kinder in der Stadt Daraa verhaftet wurden, die aufrührerisch gewesen sein sollen, erhob sich der Zorn des Volkes erstmals – und seither ist, mehr oder minder, Krieg in Syrien.

Und in Zeiten des Krieges geschehen viele eigenartige Dinge, so auch im von Kurden mehrheitlich bewohnten Teil Syriens – in Derik (Malikiyah). Dort wurden Armenier und Assyrer, die dort ebenfalls recht zahlreich leben – noch -, von Seiten der kurdischen Behörden dazu angehalten, ihre Schulen zu schließen. Der Grund: Sie hatten es abgelehnt, den von den Kurden herausgegebenen Lehrplan umzusetzen. Die Quelle ist allerdings eine, der durchaus nicht immer, finden wir, abgenommen werden kann, dass sie neutral berichtet.
Nun, inzwischen sind am anderen Ende des Landes, nämlich an der jordanischen Grenze, doch wirklich die Grenztore aufgegangen. Busse verkehren wieder, sodass beispielsweise direkt von Dschidda/Saudi Arabien über Jordanien nach Damaskus gefahren werden kann. Solch Busfahrt kostet Einheimische, also Syrer, rund 85 Dollars. Noch ist der syrisch-irakische Grenzübergang bei al-Bukamal geschlossen.
Und weil wir schon dabei sind: Die private syrische Fluglinie namens Cham Wings hat Flüge von und nach Amman/Jordanien wieder aufgenommen. Gehören tut die Linie einem Mann namens Rami Machluf. Er ist der Cousin des Baschar al-Assads. Sie sehen, Jordanien baut auf Normalisierung mit dem blutbefleckten Assad, und ernährt sich währenddessen ‚lustig‘ weiterhin von Geldern, die gewiss auch ihre Steuerbeiträge mittragen.

Allerdings – man mag es gar nicht glauben und vielleicht ist es auch schon wieder im Erdboden verschwunden, so ganz still und heimlich, wie ja so manches manchmal wieder aus dem Rampenlicht gerät, wo es vielleicht fälschlich hineingeriet – ist Rifaat al-Assad ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder und natürlich Geldwäsche angehängt worden. Der Rifaat ist der Onkel des Baschar al-Assads. Der ‚gute‘ Rifaat lebt/e seines Zeichens im Exil und NGO’s haben sich auch daher sogleich an ihn drangehängt. Und so kam es nun zu einer Anzeige. Es geht also darum herauszufinden, woher dieser Assad den wohl all die Kohle hat, die er hat. Dass in Hama seinerzeit 40.000 Menschen bei einem Aufstand abgeschlachtet wurden, soll ihm, dem Rifaat, aber nicht angehängt werden, meint einer der NGO’s. Sagen wir mal, es soll ihm noch nicht angehängt werden.

Am 27. August 2018 wird von sogenannten Aktivisten berichtet, die US-geführte Koalition habe eine Militärbasis in al-Hagien errichtet. Und das liegt in der Provinz Deir az-Zor. Dort im Osten soll der IS noch recht stark sein. Zu jenem Zeitpunkt unterhielt er dort jedenfalls noch 5 Militärbasen, wird berichtet. Bekanntlich liegt Hagien jetzt nicht gerade weit entfernt von der türkischen Grenze, wie auch der irakischen.

Warum die USA dort in der Region Deir az-Zor sind? Klar doch, dort fließt Erdöl. 40.000 Barrel täglich. Wahrscheinlich spottbillig. Ja, und die so genannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben der IS das Ölfeld bei Tanak ja vor einiger Zeit abgenommen, wie hier bereits in einem vorhergehenden Bericht erwähnt wurde. Der Kreis des – nennen wir es – Unverständlichen schließt sich, vor dem Hintergrund, dass die USA dort in der Region ihren Fuß drin haben und mit den Kurden im Boot sitzen, und zwar dann, wenn zutrifft, dass die SDF Teile des erworbenen Öls wiederum an das Assad-Regime verkaufen soll.
Überhaupt gibt es in der Region Deir ez-Zor noch weitere Ölfelder, und zwar das Ölfeld: Omar, Ward, Afra, Kewari, Gafra, Garnuf, Azrak, Kahar, Sueytat und Ghalban.
‚Erfreulich‘ also zu erfahren, dass die USA unweit der Region Deir az-Zor, nämlich in Kobane, genauer bei Hassake und Ayn al-Arab, nach Berichten seitens der Iraner Radarsysteme aufgestellt hat. Ebenso soll Washington noch mehr Waffen an die kurdischen PYD/YPG-Kämpfer verteilt haben – oder verkauft?
Am 26ten oder 27ten August 2018 sollen YPG-Kämpfer den FSA-Kommandanten Abu Muhammad al Schamali in Afrin hingerichtet haben.

Zwischenzeitlich wurde ermittelt, dass mehr als 1,75 Millionen Kinder, die in Syrien leben, die Schulen nicht besuchen können (@hadialbahara vom ICRC). Jetzt, im September 2018, berichtet Hadi Albahara, wird es ein Geschäftstreffen geben, an dem dutzende russische Investoren teilnehmen werden. Des Weiteren: Einer Firma ist kürzlich die Lizenz zum Betreiben einer Shopping Mall entzogen worden. Dieselbe erhielt sodann ein Mitglied des Regimes, berichtet Bahara. Kann man sich gar nicht vorstellen, dass es eine Shopping Mall geben soll. Überhaupt scheint das Leben in Damaskus wieder relativ normal seinen Lauf zu nehmen. Was auch immer „relativ normal“ in Wirklichkeit bedeuten mag.

Der oben genannte Cousin Baschars, Herr Machluf, soll jedenfalls zwei ägyptische Investoren ‚erfolgreich‘ von syrischen Markt verdrängt haben, nämlich vorerst Herrn Nagib Sawiris und Herrn Mansur Amer.
Anfang des Monats September 2018 wird gemeldet, dass die Hayat Tahrir asch-Schams-Kämpfer sich nun doch der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront angeschlossen haben.

Gestern, am 07. September 2018, war Präsident Erdoğan zusammen mit Putin und dem iranischen Führer im Fernsehen zu sehen. Es ging um Idlib. Erdoğan als einziger sprach sich öffentlich dafür aus, keine Großoffensive zu starten, sondern zu verhandeln. Klar, er hat Angst, dass viele Flüchtlinge die eh schon überforderte Grenze/Ökonomie der Türkei überrennen oder -fordern werden, sollte der Großangriff und in seiner Folge eine Fluchtbewegung demnächst stattfinden beziehungsweise einsetzen. Doch wahrscheinlich sitzen Erdoğan vor allem auch alte, heimliche Verbündete im Nacken, diejenigen, die wie er von islamischem Staat und Kalifat et cetera mit ihm zusammen – heimlich – träumten. Und in der weiter oben genannten Nationalen Befreiungsfront der Türkei in Syrien dürfte sich so manch uns Westlern suspektes Element befinden, welches wir wohl als extremistisch oder extrem islamistisch einstuften, dabei keine Mühe hätten.
Schon bald, ist zu befürchten oder zu hoffen – ganz, wie es Ihnen beliebt -, beißt sich der Erdoğan in Ankara mit seiner – geheim geführten – islamistischen Agenda in den eigenen Schwanz!?

Derweil verstärkten die USA ihre Präsenz im südöstlichen Mittelmeer. Der amerikanische Lenkwaffenzerstörer „Ross“ ist am 25. August dort aufgelaufen. Liegt wahrscheinlich in Limassol zuweilen vor Anker und wenn nicht, dann gewiss vor Zypern irgendwo im Meer.
Wer spielt welches ‚Spiel‘, ist die Frage. Und in diesem Kontext macht sich der Außenminister Syriens gewisse ‚Sorgen‘, und zwar um die Provinz Hatay, die nach dem Ersten Weltkrieg der Türkei zugesprochen wurde. In anderen Worten: Assad und Russland würden bei einer weiteren Schwächung der Erdoğan-Regierung, die aufgrund einer übertrieben exponierten und überrissenen Politik im Entstehen ist, dann wohl nicht davor zurückschrecken wollen, die derzeit noch so genannte Provinz Hatay ins Reich der Assads (und Putins) zurückzuholen. Iskenderun, die Hauptstadt Hatays gehörte bis 1938 zu Syrien, welches damals französisches Mandatsgebiet war. Und die Russen haben sich ja vorsorglich schon – mehr oder minder – die daran angrenzende Provinz namens Latakiya im heutigen Syrien unter den Nagel gerissen. Es könnte also gut reinpassen, Hatay.

Kommen wir nun noch schnell zu gewissen Begriffen, die man sich wohl aneignen ‚muss‘ – ob man es will oder nicht. Sie, verehrte Leser/innen könnten nämlich schon demnächst vermehrt von sogenannten „Assadisten“ hören. Das sind keine Sadisten, die nach Art der Assads foltern, sondern unter dem Begriff werden – noch – vorrangig jene geführt, die im Westen Assad ganz besonders treu zur Seite stehen (sollen). Eine DER Multiplikatoren des Assadismus, so nennen wir das hier nun schnell und kurz, soll eine gewisse Vanessa Beeley sein. Sie soll sich vor allem damit hervortun, die Einsätze der Weißhelme in den Dreck zu ziehen.

Um die Sache zu den Assadisten hier möglichst kurz zu halten (Sie können das im Internet googeln, oder Seite 34 des „Killing the truth reports“ etc.), könnte für Sie als Deutschsprecher vielleicht noch interessant sein, wer angeblich alles aus dem deutschsprachigen Raum als Assadist genannt wird im Netz:

Christian Blex, Michael Lüders, Sahra Wagenknecht, von Storch, Jürgen Todenhöfer, Hans-Thomas Tillschneider, Jürgen Pohl, Harald Kujat, Marco Glowatzki, Günter Meyer etc.

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Syrien Aug – Sept 2

Noch Anfang des Monats August 2018 hat der Präsident der Nationalen Syrischen Koalition, Herr Abdulrahman Mustafa, die EU-Vertreterin Laura Scarpetta aufgefordert, den Plan Russlands bezüglich der Rückkehr der Flüchtlinge nach Syrien abzulehnen. Das Terrain sei längst noch nicht sicher genug dafür.
Anfang August gilt – ebenfalls festzuhalten, da gerade von Sicherheit die Rede war -, dass an die 10 hochrangige Offiziere des Assad-Regimes verhaftet worden sein sollen vonseiten des Regimes. Sogar 4 aus der Präsidentengarde sollen darunter sein. Niemand weiß genau, warum, weshalb und wieso. Vielleicht war ja ein Attentat auf den syrischen Präsidenten geplant? Vielleicht hat der Zuletztgenannte und sein Sicherheitsapparat sich ein Attentat nur eingeredet oder einreden lassen? Vielleicht ist da jemand inzwischen hypernervös auf dem Präsidentensessel oder jemand dahinterstehend, der oder die als Erbe/in dieses präsidialen Sitzes sich in Stellung bringt?

Kann gut sein, dass wir nie erfahren werden, was genau los war, weil vermutlich keine Akten dazu angelegt werden.
Vermutlich wird aber folgendes in irgendwelchen Akten vermerkt worden sein: Israel beginnt, die kurdische PYD als einen verlängerten Arm Teherans zu betrachten, wird vermeldet. Und wir erinnern: Auch die Kurden der PYD dienten sich vor Kurzem Assad an, um für ihn im Süden Syriens auf ‚Säuberungsaktion‘ zu gehen.
Und dann dies noch kurz eingestreut: Die PYD, berichtet die Hawar News Agency, soll die Lizenz beantragt haben, um weitere Abteilungen im Land eröffnen zu dürfen.
Die kurdische YPG soll indes in und um Manbitsch verhaften, aber so auch in der Stadt Raqqa. Die Gefangengenommenen werden, wie es üblich geworden zu sein scheint, zwangsrekrutiert, und wer von den Gefangenen nicht mitmachen will, wird … .
Dem nicht genug, sagte der Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), sein Name ist Nuri Mahmud, er und seine Leute werden Anschläge auf jene demnächst verüben, die sich aus Ost-Ghouta nach Afrin flüchteten. Es handelt sich hier vorwiegend um Zivilisten. Damit sollen von der Türkei und anderen Interessierten begonnene demografische Veränderungen der Zusammensetzung der dortigen Bevölkerung unterbunden werden. Bild-Reporter Röpcke dazu: „Zeit, die Organisation in Deutschland der PKK gleichzustellen!“
Nun, Herr Röpcke, gern wollen wir mal sehen, wie Sie reagieren, wenn beispielsweise Französischsprecher von irgendwoher in Kehl und dessen unmittelbarer Umgebung in sehr großer Zahl angesiedelt würden und das Gerücht umginge, dass dieser Teil Deutschlands wahrscheinlich schon bald Frankreich anheimfallen könnte oder dürfte. Dieser Vergleich hinkt zugegebenermaßen, aber es ist nun mal so, dass Afrin eigentlich mehrheitlich von Menschen, die sich als Kurden outen bewohnt wurde – und noch bewohnt wird.

 

All die Operationen der Türkei im Nachbarland, in Syrien also, werden auch von vielen Türken äußerst kritisch betrachtet und beurteilt, so zum Beispiel von Emin Çölaşan in der Sözcü-Tageszeitung der Türkei. Und so dürfen diese Kritiker auch noch vernehmen, dass Ende des Monats August 2018 die Türkei nun definitiv begonnen hat, vorgefertigte Kabinen nach Idlib für Beobachtungsposten zu bringen. Ankara ließ des Weiteren wissen, es sei dort ebenfalls das Anbringen von Luftabwehrsystemen geplant, damit die Deeskalationslinie verstärkt werde.
Wie auch immer dem sei:
Russland konnte damit offenbar nicht abgeschreckt werden, siehe russischen Angriff auf Idlib am 04. 09. 2018, also knapp 3 Wochen später, der erfolgt sein soll. Çölaşan findet in einem Artikel Anfang September 2018, dass viel zu viel Geld, welches in der Türkei dringender benötigt werde, in den sogenannten „Wiederaufbau“ in Syrien fließe. Faisal Kasim von al-Jazeera pflichtet dem gewissermaßen bei, indem er behauptet, beziehungsweise fragt, ob dies der Preis ist, den die Türkei zahlt, weil sie den von den USA und den Israelis unterstützten Plan verhinderte, einen kurdischen Staat im Norden Syriens entstehen zu lassen?
Man höre. Die kurdische YPG hat währenddessen offenbar weitere Gespräche mit Vertretern des Assad-Regimes Mitte des Monats August geführt. SDF-Kommandeure, von den USA unterstützte Rebellen, sollen an diesen Gesprächen teilgenommen haben. Der Sprecher der kurdischen PYD/YPG, Herr Kino Gabriel, verlautbart, wahrscheinlich ohne rot zu werden, dass es in Zusammenhang mit einer vom Assad-Regime geplanten Offensive auf Idlib keine Koordination mit dem Regime geben werde. Heute, am 04. 09. 2018, wie bereits erwähnt, war in der türkischen Presse (Anadolu) zu lesen, die Russen hätten damit begonnen, Idlib zu bombardieren. Die Frage lautet nun selbstverständlich: Ist das etwa der Beginn der Großoffensive, von der alle Welt redet? Hier wird Ihnen schon bald dazu eine Antwort geliefert. Es ist nun Stunden später, die News wurden nochmals gecheckt und es hat den Anschein, als liefe alles noch seinen ‚normalen‘ Weg. So darf vernommen werden, ebenfalls von der türkischen Anadolu Newsagency von heute, dem 05. 09. 2018, dass ungefähr 15% der Syrer, die in die Türkei geflüchtet waren und wegen dem islamischen Opferfest 2017 zurück nach Syrien fuhren, nicht mehr zurückgekehrt sein in die Türkei. Im Jahr 2018 sieht die ‚Ausbeute‘ aus türkischer Sicht noch positiver aus: Es sollen über 50% dieser Leute in Syrien zurückgeblieben sein. Die Türkei wertet diesen Befund als Beweis dessen, dass sie in Teilen Syriens akzeptable Rückkehrmöglichkeiten geschaffen habe – manche fragen sich aber auch, ob die Lage der Geflüchteten etwa so desperat ist in der Türkei, dass sie das wirklich existente Risiko an den ‚Galgen‘ zu kommen eingehen. Siehe dazu mehr, weiter unten im Text.
                                                                                           (Gemälde: Frau d’Hart)

Zwischenzeitlich liefen Gespräche über eine Wiedereröffnung des Grenzübergangs Nasieb nach Jordanien. Handel und dergleichen sollen intensiviert werden. Somit hätte Assad & Co. schon eine der wichtigsten Hürden genommen, wenn die angesprochene Wiedereröffnung der Grenze zu Jordanien umgesetzt wird/worden ist, um demnach frech und scheinbar selbstbewusst wieder Gesicht zeigen zu können – auf internationalem Terrain. Zwar eine blutige Fratze, die Baschar da vermutlich nur aufweisen kann, zugegeben mit verschmitztem Lächeln zuweilen, doch was soll’s. Man hat sich in der angeblich zivilisierten Welt an solch Aussehen scheinbar eh adaptiert – vielleicht es sogar zur Mode bestellt?
Hingegen findet der Ministerpräsident des Libanon, Hariri, dass, sollte jemand den Libanon dazu zwingen wollen, mit Assad zu kooperieren, werde er, Hariri, kein Kabinett bilden. Sie erinnern gewiss, dass es im Libanon ganz besonders israelfeindliche Gruppierungen geben soll, nämlich vorrangig die „Hisbollah“. Nun ist zu lesen, dass jemand namens Omar Madaniah schreibt, ein sogenannter Medienaktivist, dass diese Feststellung oder Zuschreibung erstunken und erlogen sei – inzwischen. Soll bedeuten: Madaniah behauptet, dass der Widerstand gegen Israel, von dem der Führer der Hisbollah andauern quatsche, nur noch gespielt sei, eine Maske hinter der er und seine Organisation sich verstecke sei und nichts Weiteres. Als Art Beweis führt dieser Autor den Umstand an, wenn es denn stimmt, was er sagt, dass das Assad-Regime angeblich dem regimenahen Nachrichtensender „al-Jadeed“ gesteckt habe, dass mit einer hochrangigen Militärdelegation die Eröffnung eines Übergangs nach Israel besprochen worden sein soll. Und das Letztere wäre ja dann wohl schon so in etwa das Gegenteil von dem, was Herr Nasrallah, Kopf der Hisbollah, meist als Worte oder Strategie aus seinem Munde entlässt.

Wie? Ja, genau!

Alles schreit neuerdings „Versöhnung“ in und um Syrien, anscheinend. So auch die Hayat Tahrir asch-Scham-Kämpfer, die nun inzwischen ebenfalls wieder Händchen halten mit Assad. Sie sind nicht die Einzigen. Auch das Rebellenbündnis „Nationale Befreiungsfront“ scheint ganz angetan zu sein von dieser Vision. In diesem Zusammenhang mag noch kurz etwas zu den Totenscheinen gesagt werden, die das Regime neuerdings ‚netterweise‘ ausstellt (siehe auch den Artikel davor).
Ja, unglücklicherweise sind auch die Namen von Kindern auf den Todesscheinen zu finden, die wahrscheinlich auch teils zu Tode gefoltert wurden etc. So zum Beispiel jemand namens Wael, der 2013 verhaftet worden ist und gerademal 12 Jahre alt gewesen sein soll. Weitere Folteropfer sind der Sohn und Vater aus der französischen Schule, die Dabbagh’s. Beide waren anscheinend sehr beliebt, und so geschah auch etwas wie ein kleiner Aufschrei, als nun bekannt wurde, dass die vor etwa 2 Jahren Verschwundenen die ganze Zeit über in den Kerkern Assads gefoltert wurden, und letztlich zu Tode kamen. Ihr Todesschein wurde ebenfalls ausgestellt. Sie hatten an friedlichen Demonstrationen im Jahr 2013 teilgenommen.
Und wen beeindruckt all dies temporäre Demonstrieren der in Syrien Lebenden noch, Assad etwa, die EU?
Massenverhaftungen in Ost-Ghouta wurden anstatt vorgenommen vor Kurzem. An die 100 Männer, die das „Versöhnungsabkommen“ mit dem Regime unterzeichnet hatten, wurden in Arbien verhaftet und anscheinend danach zwangsrekrutiert. Gleiches geschah in der Ortschaft Dael, südwestlich von Daraa. Es ist also die Rede von Massenverhaftungen.
Eigentlich geht es ja NUR um das Beseitigen der IS-Kämpfer, wird immer wieder gern behauptet. Dieses Argument scheint zu DER Rechtfertigung für Alles und für jeden zu verkommen – auch für jene, die sich 1.000 km und weiter weg von diesen Geschehen in Syrien wähnen. Nach CIA-Info soll es derzeit noch so an die 15.000 IS-Kämpfer auf syrischem Territorium geben.
Zur Mitte des Monats August 18 wurde gemeldet, dass Artillerie und Raketen von Seiten des Regimes südlich von Idlib abgefeuert wurden. Bekanntlich steht dort ja vielleicht noch immer die so genannte Großoffensive aus – wir werden es bereits in ein paar Tagen wissen, ob sie schon begonnen hat. Das zuvor Gesagte, also die paar abgefeuerten Raketen etc., darf dann wohl als Art psychologisch erster Schlag gewertet werden, als Vorgeplänkel, den/welches das Regime vorsorglich schon mal ‚inszenieren‘ lässt. Fassbomben sollen Tage danach in einer Ortschaft namens at-Timani’a ‚runtergepurzelt‘ sein (Idlib). Der Bild-Journalist Röpcke berichtet, es gebe in Idlib ungefähr eine Million Kinder. Die ersten hätten Assad und die Russen bereits begonnen zu killen. Kinder machten 30% der Bevölkerung vor Ort aus.
Ob sich die Türkei gegen die sich aufbauende Großoffensive in Idlib stellen wird, ist eher nicht zu erwarten, weil Russland dabei ja dicke im ‚Spiel‘ ist/sein dürfte. Wenn die Leute aus Idlib flüchten, dann wird es wohl in Richtung Türkei sein – auch wenn die ihre Grenzen eventuell geschlossen hält.
Letztere ist derzeit sehr angeschlagen, finanziell und überhaupt! Die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, Sergej Lawrow, der russische Außenminister, habe bei einer Pressekonferenz wissen lassen, dass die Deeskalationsvereinbarung für Idlib „Terroristen“ nicht einschließe. Assad könne daher Terroristen in ganz Syrien jagen, so Lawrow.
Aber: Wer ist alles ein Terrorist in einem Land wie Syrien und wann und wie sowie für wie lange?

Geht es noch zynischer?

Um es nochmals vor Augen zu führen, über wen hier vor allem geschrieben wird – und wie mies und verlogen der Westen vor diesem Hintergrund dasteht, der voraussichtlich auch noch das böse Spiel mitzuspielen gedenkt, nämlich, die Normalisierung der Beziehungen zu einem Regime namens Assad in Syrien.
Also: 2017 endeten um die 100.000 Menschen, das wurde vom Regime höchstpersönlich bekanntgegeben kürzlich, in den Kerkern der Assads – wir alle ahnen bei den meisten wie sie ihr Leben ließen. Eine spezifische Todesursache wurde meist nicht angegeben, obgleich woanders (wie auch hier) vermeldet wurde, dass „Herzversagen“ usw. meistens angegeben worden sein soll.
Eigentlich auch egal, ob Herzversagen oder Lungenembolie, wenn die Haftumstände vorrangig die Todesursache sind/sein dürften (Folter).

Andernorts auf ‚syrischem‘ Terrain passiert ungefähr so ein ähnlicher Wahnsinn wie der eben geschilderte. Diesmal muss der Blick dazu nur in den Norden des Landes etwas genauer gerichtet werden, denn dort wurde in der Stadt Afrin begonnen, wie hier bereits berichtet wurde, weitere Plätze in dieser mehrheitlich kurdisch besiedelten Stadt umzubenennen. Jetzt gibt es in Afrin ENDLICH einen „Recep Tayyip Erdoğan-Platz“. Früher hieß dieser Ort „Narus“. Drei weitere Straßen wurden des Weiteren umbenannt, und weil es nicht reicht offenbar, heißt eine dieser Straßen nun „Erdoğan-Straße“, eine weitere soll den Namen „Olivenzweig“ erhalten haben. Wie Sie erinnern, verehrte Leser, heißt eine der Offensiven der Türkei in Syrien so, „Zeytun Dalı“. Die andere heißt martialisch „Euphrat Abschirmung“ (fırat kalkanı).

Erdogan am 12. August 2018:
„Die Türkische Republik wird neue Gebiete in Syrien befreien. Unsere Erneuerungsarbeiten in Manbitsch und die Wiederansiedlung seiner ursprünglichen Bewohner wird weiterverfolgt! Militärische, wie auch diplomatische Unterfangen in Idlib werden beschleunigt, damit eine Katastrophe verhindert wird.“

Und noch erfreulicher:

Der syrische Außenminister, Herr Walid al- Mou’allem, hatte etwa Mitte August 2018 den tschechischen Außenminister Jan Hamacek zu Besuch – bilaterale Gespräche und so. Nebenbei hat Letzterer offenbar erwirkt, dass 2 Menschen, darunter ein Deutscher, freigelassen wurden. Sie waren nahe der Grenze (Irak-Syrien) wegen unerlaubtem Grenzübertritt vor Monaten bereits in syrische Haft gelangt. Leider konnte der Name des Deutschen unsererseits noch nicht ermittelt werden – oder was ihn in jene Region führte.
Dank dieser Freilassung, wer weiß, darf das Regime vielleicht weiterhin und insgeheim via der Spezialeinheit „Tiger-Kräfte“, die bekannt ist für Enthauptungen und Massaker etc., Handel mit dem IS treiben – und alle tun brav so, als würde es niemand mitkriegen. Dieser Handel umfasst unter anderem auch den mit Frauen, mit Rauschgift und Gütern, die geplündert wurden etc.

 

Doch ganz rund scheint es für das Assad-Regime im ‚eigenen‘ Land dann dennoch nicht zu laufen. So musste es die Kontrolle am Übergang bei Morek, Provinz Hama, räumen, da die Russen offensichtlich dafür mehr Verwendung haben – oder so. Ein Militärexperte namens Navvar Saban soll geschrieben haben, die Iraner seien über den eben genannten Vorfall äußerst verärgert worden. Ein weiterer Übergang in der Region Hama sei indes geschlossen worden, nämlich jener bei Qalaat al-Madiq.
Ungefähr genau so forsch wie die Russen vorgehen, scheint auch der stellvertretende Außenminister des Assad-Regimes, Herr Faisal Mekdad, so in etwa unterwegs zu sein. Der stellt sich hin und sagt, die Sanktionen der Europäer gegen sein Land sind auf der Stelle aufzugeben! Schließlich bemühe sich Damaskus, Geflüchtete zurück ins Land zu holen (in die Mausefalle, wie gesagt). Hilfe sei willkommen aus dem Ausland, allerdings ohne Bedingungen. Angeblich hätte man 250 Krankenhäuser wiederaufgebaut und 5.000 Schulen wiedereröffnet. 3,5 Millionen Syrer seien bereits in ihre Häuser zurückgekehrt. Ein Ende des Embargos von Seiten der Europäer würde die Wirtschaft ankurbeln; und dann wäre eigentlich alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen – oder so ähnlich, ließ auch Hussein Machluf, der Minister für Öffentliche Verwaltung Syriens wissen.
Wir befürchten gemeinsam mit Charles Lister, der als Nahostexperte firmiert, dass die Aufhebung der Sanktionen lediglich die Massenmordstrategie des Regimes anzukurbeln hilft. Die „Vernichtungspolitik gegen die syrische Bevölkerung“ würde eine intensivierte Fortsetzung erfahren.

 

Hurra, freuen Sie sich auch einmal all dies hier lesend, denn die Ahrar Hayan Brigade wurde im Norden Syriens gegründet, genauer in Aleppo. Das ist ein Zusammenschluss vieler böser Jungs, wie der „Gaisch al-Ahrar“ mit „Suqor asch-Scham“ mit „Tadschamu Dimaschq“ mit „Ahrar asch-Scham“ und mit „Nur Eldin Zenki“. Falls jemand vergessen wurde, bitten wir, deshalb nicht gleich Feuer auf uns zu richten.
„Die Türkei versucht schon seit Monaten, die Rebellen in Idlib, Hama und im Süden und Westen von Aleppo zu vereinen“, meinte Elizabeth Tsurkov, eine israelische Syrienkennerin in der Qassioun News.

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Noch zwei-drei Vorbemerkungen. Wie auch zum Norden von Zypern gibt es zu Syrien nichts und dann aber auch wieder sehr viel zu sagen.

Sie sehen: man muss sich entscheiden im Leben.

Anstatt andauernd über den Süden Zyperns zu berichten, was zuweilen recht strapaziös werden kann, da sich offensichtlich nichts tut in Sachen Wiedervereinigung der Insel, und da andere Themen hinter diesem Thema irgendwie verblassen in der südzyprischen Politik, wird es als erforderlich erachtet, sich eben anstatt mal mit Nordzypern, Syrien, der Türkei und wahrscheinlich auch schon bald mal etwas eingehender mit den Dingen zu beschäftigen, die sich im Libanon zusammenbrauen.
Letztlich geht es selbstverständlich darum, wie könnte es bei einer Webseite mit diesem Namen anders sein, Zypern als Ganzes in den Vordergrund auf diese Art und Weise zu rücken, indem – längst nicht alle – wichtigsten Akteure oder ‚Spielwiesen‘ gewisser Akteure mal eingehender als sonst beleuchtet werden.

Nun, auf-auf zur scheinbar unendlichen Geschichte mit von uns ganz spezifisch ausgesuchten Details, die nur einen Bruchteil dessen abdecken können, was von statten geht, aber dies wiederum bemüht darum, auf unsere Weise Syrien zu beleuchten und verständlicher zu machen.
Ganz auf der Höhe der Zeit ist dieser Artikel hier (noch) nicht. Er hinkt ungefähr 3 Wochen hinter her. In der Folge werden weitere Artikel folgen den Monat September hindurch, um Ihnen sodann und vorerst das oben Angesagte zu Syrien für den Zeitraum August-September 2018 zu liefern; sodass Sie also bis Ende Monat auf den aktuellsten Stand gebracht sein werden:
Syrien!
Auf unserer Webseite (bei Facebook) kann ein hochinteressantes Interview gefunden werden von Herrn Heintz zum Thema. Es wird allerdings auf Englisch geführt, und hier scheint niemand in Stimmung, sorry, Ihnen das wirklich sehr informative, ja wichtige Interview, übersetzen zu wollen – sollten Sie einer solchen sprachlichen Transferleistung überhaupt bedürfen.

Nach 11 Tagen Kampf hat das Assad-Regime anscheinend das im Südwesten Syriens gelegene Yarmouk-Tal der IS abgekämpft. Interessant ist in letzter Zeit das folgende Detail, welches vermehrt bei solch gearteten Aktionen des Regimes zu vernehmen ist, nämlich, dass zur Wiederinanspruchnahme eines Gebietes oder einer Stadt seitens des Regimes ehemalige Rebellen sozusagen als Kanonenfutter und/oder Frontschweine eingesetzt wurden und werden.
Anscheinend wurde in der Stadt Sweida freies Geleit gewährt, sodass 400 IS-Kämpfer plus Familien das Weite suchen konnten. Auch entließen die Schergen Assads angeblich an die 100 Gefangene Krieger Allahs (IS), damit verschleppte Drusen im Gegenzug freikamen. Es soll sich bei Letzteren um Zivilisten handeln. Das angesprochene Unternehmen über die Bühne zu bringen, erwies sich jedoch als schwer durchführbar, da die IS neue Bedingungen gestellt haben soll – die wohl auch sehr gut weiß, dass sich das Assad-Regime eh nur sehr dürftig an Abmachungen hält. Dazu etwas später mehr.
Inzwischen warten wir geradezu auf die sogenannte Großoffensive seitens des Regimes auf die Stadt Idlib unweit der türkischen Grenze. Und Gerüchte, dass Assads Regime schon seit Längerem mit der IS bestens kooperiert, bewahrheiten sich nach Angaben gewisser Quellen mehr und mehr – verquerer Weise könnte man sagen oder: mit allen Wassern gewaschen.
Der russische Sondergesandte für Syrien sagte vor nicht allzu langer Zeit, so etwas würde es in Idlib nicht geben, nämlich eine Großoffensive. Keine Ahnung, wessen Sondergesandter er ist, wenn er das Offensichtlichste, sozusagen, noch nicht mal mitbekommt.
Die Russen quatschen des Weiteren recht verlogen davon, die moderate syrische Opposition müsse ausgerechnet mit der Türkei zusammenarbeiten. Den Russen geht es angeblich vorrangig darum, Angriffe der sogenannten HTS-Milizen (Hayat Tahrir asch-Scham) auf ihre Luftwaffenbasis in Hmeimin nahe der Hafenstadt Latakia derart abzumurksen. Derjenige, den die Russen unterstützen, nämlich Baschar al-Assad selbst, sagte bei seinem Aufenthalt in Sotchi vor nicht allzu langer Zeit, um es nochmals in Erinnerung zu bringen, es werde sehr wohl zu einer Großoffensive auf Idlib kommen.
Baschar al-Assad will ja bekanntlich die Kontrolle über Gesamtsyrien zurück.
Nun, das ist Ansichtssache. Also genauer: Ansichtssache ist, was denn wohl „die Kontrolle über Gesamtsyrien“ nach einer etwaigen Beendung des Konflikts konkret bedeuten wird. Nicht wenige Beobachter gehen davon aus, dass Syrien einfach zu verlockend ist von der Lage her für Russland, wie auch für China, um die sich anbietende Chance wegen europäischer Bedenken oder Versprechen zu verpassen, die Chance, also, hier ein Standbein für längere Zeit zu errichten. Auch die USA werden das nicht mehr verhindern können, wird angenommen.
Und zwar auch deswegen:
Bekanntlich wird Ostafrika immer wichtiger in allen erdenklichen Bereichen – eigentlich Afrika als Ganzes. Und allein aus dieser Sicht macht ein Bein auf oder in Syrien zu haben für die beiden Genannten Großmächte Sinn, auch, um den besten Verbündeten der USA noch besser zukünftig checken zu können: Israel.
Insofern, und wenn alles gut läuft, müssten Syrer zukünftig halt mit russisch-chinesischer Dominanz leben, die aber sehr wohl zu neuer Prosperität und Sicherheit führen könnte. Auch würden auf mittlere Frist gewisse Ambitionen der türkischen und iranischen Nachbarn besser geortet und gemanaged werden können, wäre zu hoffen. Die EU plus die USA haben ihre Chance vor Ort jedenfalls unübersehbar vergeigt. Und viele, wenn sie an Putins Stelle wären, plädieren dafür, die beiden Letzteren, zwar zum Aufbau des Landes heranzuziehen, wie es die Russen ja ganz öffentlich und laut neuerdings vorschlagen, ja fordern, doch sollte die Wiederaufbauhilfe des Westens dann so geschehen, dass dieser für nicht-absehbare Zeit nicht wieder etwas und wirklich zu sagen hat in Syrien. Dass dem Westen keine Möglichkeit gegeben oder eröffnet wird, dort nochmals Unglück, Leid, Hass und Arroganz (mit kolonialem Flair) walten und auch anpflanzen zu lassen.
Russen und Chinesen kann durchaus (noch) zugetraut werden, die Bedürfnisse der Leute und vordringlich der Region besser im Auge zu behalten, finden nicht wenige, zumal sie aus den Fehlern ihrer westlichen Vorgänger gelernt und verstanden haben könnten, dass Schutzherrschaft und Dominanz über oder in einer Region sehr wohl auch Rückwirkungen hat auf das, was – verkürzt gesagt – in Moskau und Peking zukünftig abgehen wird, wie man sagt. Und all dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Russen und Chinesen selbstverständlich ihren Schnitt dennoch machen werden und wollen.
Ergänzend dazu, was der UN-Botschafter Syriens, Herr Jafaari sagte:
„Eine Präsenz türkischer Truppen wird auch zukünftig nicht akzeptiert!“

In den Medien des deutschsprachigen Raums scheint die folgende Nachricht etwas untergegangen zu sein. Sie ist auch vorrangig deswegen nennenswert, da die First Lady Syriens, die Asma al-Assad („Lady Macbeth“), sich einen Brustkrebs ‚eingefangen‘ hat. Bilder von ihr im Krankenhaus mit allem Drum-und-Dran (Schläuche, Kanülen etc.) sind im Netz zu sehen. Viele Kommentatoren sind zwar nicht unbedingt erfreut über ihr Schicksal, doch scheinen sie es durchaus gerecht zu finden, dass auch endlich mal eine von dort OBEN das Schicksal vieler im Dreck, mit Krankheit und in Armut lebenden Syrer hautnah miterleben ‚darf‘.
Die Krankheit seiner Frau hält Baschar selbstverständlich nicht davon ab, auf demokratisch zu machen. Angeblich hätten sich bereits 35.000 Kandidaten für das, was im heutigen Syrien Kommunalwahlen genannt wird, eingeschrieben. Zuletzt kam so etwas im Jahr 2011 vor, und wenn alles einigermaßen glatt verläuft, dann kann der vermeintliche Alleinherrscher in Syrien, Assad, im September die Kandidaten wählen lassen, die er wahrscheinlich eh von seinen Leuten zur Genüge vorher aussieben ließ. 18.478 Sitze in Gemeinderäten müssen angeblich besetzt werden.
Diese Zahl erscheint recht hoch vor dem Hintergrund, dass viele Syrer geflüchtet sind, in Gefängnissen im wahrsten Sinne des Wortes schmoren oder aber zu Tode gefoltert wurden – elend verrecken (mussten), weil eine medizinische Versorgung außerhalb der Folterkammern und/oder Knäste meistens nur gewissen Apparat-Schicks zukommt, und zwar vermutlich rechtzeitig.
Wie dem auch sei: Vorsitzender der Hohen Wahlkommission wird Herr Suleiman al-Kaed sein. Fehlt eigentlich nur noch, was uns hier wenig verwundern würde, würde Herr al-Kaed auch die Todesurkunden ausgestellt haben, im Nebenjob sozusagen, die die Angehörigen von einigen Tausend Häftlingen ereilten oder erreichten. Komischerweise hatten viele auf den Totenscheinen als Todesursache zu lesen: „Herzversagen“ und dergleichen. Sarkastischer geht es kaum noch. Perfide! An die 50.000 derartiger Scheine wurden allein 2017 ausgestellt.
Es würde wohl manch einen wenig wundern, wenn aus den Assad-Kerkern heraus ein Organhandel betrieben wird. Wer Gefangene in derart großer Anzahl abmurkst, der hat gewiss auch Verwendung für Teile ihres Körpers? Wir werden sehen, was da noch alles an die Oberfläche geschwemmt wird in Sachen Wahrheiten eines bizarren, industriell getätigten Geschäfts – oder ähnlich.


Ja, manch einer hat wohl insgeheim Sympathien für jene Menschen, die sich Kurden nennen. Die ewig Unterdrückten, die ewigen Verlierer usw. Und es ist wahr, dass diese Volksgruppe in ihren Kämpfen oder Kriegen unter sich und mit ihren Besatzern schon viele Schulterschlüsse durchlebt hat. Wahrscheinlich war man inzwischen und im Laufe der Zeit schon mit allen am dortigen Konflikt – der Kurdenfrage – Beteiligten irgendwann mal polit-strategisch ‚im Bett‘.
Und so verwundert uns wenig, dass an der zuvor bezeichneten Südfront nahe Israels als Helfer des Regimes plötzlich kurdische YPG-Kräfte im Einsatz sind, und zwar mit dem assadschen Auftrag: „säubern!“
Angeblich verhandelt diese kurdische Miliz seit dem 27. Juli 2018 mit dem vermeintlichen Alleinherrscher von Damaskus. Offiziell verhandle man Versorgungsquellen, was auch immer damit genau gemeint ist. Hier kann man sich darunter durchaus vorstellen, dass nicht nur Nahrung, sondern auch das Aufteilen gemachter Kriegsbeute, von Geraubtem und Geplündertem etc. darunterfällt. Und NATÜRLICH versuchen die Kurden, ihre künftige Rolle im neu entstehenden Syrien möglichst positiv für sich zu justieren; und daher auch ihr strategisches Umschwenken hin zu ihrem eigentlich größten Feind: Baschar, der Unverzeihliche.
Wer dort unten, also in Syrien und Umgebung, nicht lebt oder sich länger aufhielt, kann dieses Verhalten der Kurden wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen. Wir bleiben aber dennoch dabei zu behaupten, dass diese strategischen Anpassungen der Kurden im Lauf der Zeit ihnen zwar das Überleben – mal besser, mal schlechter – sichern konnte, aber zu einem eigenen Staat, den sie ja angeblich unbedingt haben wollen, reicht/e diese Strategie offensichtlich nicht – ja, nie – aus.
Nun ungefähr da, wo die Kurden beim ‚Saubermachen‘ aushalfen, wie oben berichtet, dort so in etwa verläuft ja nun neuerdings wieder so etwas wie eine „Waffenstillstandslinie“, die sich die Russen und die Israelis dort ausgedacht haben. Weil dort sind die Golanhöhen u.a. Und wenn es um dieses von Seiten Israels geraubtes Gebiet geht, dann versteht jeder, dass nun jedweder ‚Spaß‘ aber endgültig vorbei sein muss!
Wahrscheinlich gibt es nicht wenige unter uns, die einsehen, dass dieses Gebiet für Syrer als Heimat vorerst verloren ist. Verwunderlich wäre allerdings nicht, wenn Russland im Verbund mit China, oder aber alleine, sich zu Israel auf diese Höhen gesellt. Erste Schritte Moskaus in diese Richtung können von einigen Beobachtern durchaus bereits abgelesen werden aus dem Bewegungsprofil Moskaus vor Ort.
Das wäre dann so etwas wie Rache Assads und vieler Syrer durch die russische Hintertür!
Noch spricht Moskau allerdings davon, es verspreche Israel, dass syrische Regimegruppen die Waffenstillstandslinie von 1974 nicht überschreiten werden. Bekanntlich sorgt sich Tel Aviv, dass iranische Truppen und andere muslimische Nicht-Syrer, die für Assad den Kopf hinhalten gehen oder hinhalten müssen, zu nahe an das besetzte Gebiet, überhaupt, zu nah an Israel herankommen – dauerhaft.
Um zuletzt Gesagtes etwas biblisch klingend zu umschreiben oder zu verbildlichen:
Wer lange Finger macht, darf mittelfristig noch K/kraftvollere/s erwarten!

Weiter oben war der Verweis darauf, dass wir zu einem Thema nochmals zurückkommen werden bezüglich Assad und den Verlass auf ihn. Kann gut sein, dass Sie in den hiesigen Medien nichts darüber vernehmen konnten, nämlich, dass das syrische Regime inzwischen so etwas wie eine „Versöhnung“ lanciert/e. Nach dem Motto: Du hast zwar etwas (nicht allzu) Böses getan, doch ich, dein Herrscher und Halbgott Assad, ich kann dir armen Sünder meiner Großmut wegen verzeihen, wenn du dich zukünftig brav einreihst – also in etwa so einreihst, wie man sich bei Adolf oder in Nordkorea einzuordnen hat/te.
Viele Syrer lassen sich auf das Ding ein. Auch wenn sogar von sogenannten Fachleuten davon abgeraten wird. Einer dieser Gutgläubigen ist ein Herzchirurg gewesen. Ein recht guter soll er gewesen sein, der sogar mal für Assad unterwegs war, wie man sagt, dann aber die Fronten wechselte – aus welchem Grunde auch immer. Nun, da er in Ost-Ghouta praktiziert haben soll, ist eigentlich der Grund schon benannt: Wahrscheinlich hat er zu viel Unmenschliches gesehen vonseiten des Regimes verursacht, welches nahezu unendlich an seinem Arbeitsplatz ‚Zwischenstation‘ machte. Ja, dieser Chirurg hatte auch Verletzte versorgt.
Aufgrund des sogenannten „Versöhnungsabkommen“ stellte sich der genannte Arzt den Assad-Behörden freiwillig zusammen mit weiteren ungefähr 100.000 Menschen. Russland hat den Korridor, der ihnen dafür geschaffen worden war, entsprechend als „sicher“ deklariert. Herr Dr. Moataz Hittani lebte danach monatelang in einem Auffanglager des Roten Halbmondes. Und dann scheint der Luftwaffengeheimdienst des Regimes ihm einen Besuch gemacht zu haben. Man hat den Doktor wohl verschleppt. Er ward nie wiedergesehen, lebendig. Wahrscheinlich wurde auch er – nachträglich, und das bedeutet wohl aus Rache Assads und/oder seiner Schergen – hingerichtet.
Kurz: Die vermeintliche Versöhnung, die Baschar al-Assad Heimkehrern anbietet, ist eine tödliche Mausefalle. Frau Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung meinte in diesem Zusammenhang: Daher war es wichtig, die Weißhelme dort rauszuholen, sonst hätten sie dasselbe Schicksal erlitten.

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Hisuf

Syrien als Thema hin und wieder aufzugreifen, kann bei einem Nachrichtenportal, welches das südöstliche Mittelmeer nach News vorrangig abklopft, beziehungsweise von dort vorwiegend verbreitet, wohl noch erwartet werden.

Es ist dies allerdings eine sehr komplexe Thematik, die Syrienfrage. Und in etwa so, wie es in der ersten Ausgabe dieser Reihe zu Syrien geschehen ist hier auf Zypernundmehr-News, wird nun auch wieder vorgegangen – nicht stringent nach Datum der Geschehnisse. Es wird in Form einer Übersicht berichtet. Lesern, die Syrien-Themen bei ihrer täglichen Zeitungslektüre ansonsten überblättern, eine Gelegenheit geben, sich mal wieder auf diese Angelegenheit lesend einzulassen – sich nicht mit Verdautem dazu aus Tagesschau und Co. zufriedengeben. Somit wird einem Stratoskop gleich thematisch ausgesucht und Einblick gewährt. Zufall, das Kismet, und wie sie alle noch heißen, spielen also mit!
Wie zu erfahren war, ist das Kismet vielen im Syrien Kämpfenden auch 2018 eine wirklich reale Größe.

Juli 2018

Einen Tag nach seinem Wahlsieg kündigte Erdogan an, wie hier erwartet worden war, noch entschiedener in Syrien Terrorismus bekämpfen zu wollen – was und wer auch immer genauer mit “Terrorismus” gemeint ist. Wir wüssten gern auch genauer, wie entschieden “entschiedener” aussieht. Diese Art Gesamtpaket wird sich wohl noch entpacken.
Jedenfalls marschierten türkische Truppen eben genau nach Teilen von Nordsyrien und verstärkt aus eben genanntem Grund. Eine möglichst breite Zone soll dort in der Gegend ‚endlich‘ erschaffen werden, sodass viele, vielleicht sogar die meisten der rund 4 Millionen Syrer und Syrerinnen, die in der Türkei temporär untergekommen sind, wieder zurück nach Syrien können – auch wenn jener Teil Syriens dann längst noch nicht die angestammte Heimat vieler unter ihnen ist. Denn auf jenem, letzteren heimatlichen Boden hat sich eventuell die syrische Regierung selbst bereits breit gemacht, und die verfolgt wahrscheinlich andere Bebauungs- und/oder Nutzungspläne als die vorherigen Besitzer.

Wie in dieser Syrien-Reihe hier auf Zypernundmehr-News bereits berichtet wurde, kontrolliert die Türkei – eher recht als schlecht – inzwischen so in etwa das gesamte Gebiet zwischen dem Euphrat und der so genannten Westgrenze in Nordsyrien.
Im Süden Syriens bei der Stadt Daraa sind andere Kräfte als die türkischen am Werk – da reden wir besser von einer gewissen, kritischen Nähe zur Grenze nach Israel. Dieselbe vermittelt sich manch Nicht-Juden in etwa, wird hier angenommen, wie wahrscheinlich das Annähern einer solchen Person an die Klagemauer in Jerusalem, was jenem Personenkreis verboten sein dürfte, genauer: zu nah sich dorthin zu begeben, auf Tuchfühlung zu gehen. Ein Ort ist jene Grenznähe also, von dem man seiner besonderen Befindlichkeit wegen besser Abstand nimmt, wenn man nicht in Schwierigkeiten geraten will.
Nun, dort in Daraa wurden Flugblätter abgeworfen, die von einem Einmarsch in diese Region kündeten – wohl gemerkt, gemeint war ein Einmarsch von Teilen der Assadtruppen. Ihr Auftrag: ”Terroristen wegräumen!”
Hisuf (hebräisch)!
Rauswerfen zu sagen oder zu schreiben, dürfte als Übersetzung dieses Hisuf-Terminus Technicus durchaus etwas zu harmlos daherkommen. Abknallen trifft es zwar schon, doch es fehlt irgendwie die Versachlichung des Gegenstands beim Abknallen.

Mal sehen, was sein wird, wenn jene Gegend im Süden Syriens etwas befriedeter ist und friedlichere Zeiten eingebrochen sind – nein, nicht angebrochen, sondern eingebrochen -: wie viele Massengräber DANN in oder bei Daraa freigelegt werden; ausgehoben, nur weil die Erdoberfläche dort mit der Zeit so komisch einbrach usw.

Ja, und in diesem Kontext kommt man thematisch relativ leicht in einer Ortschaft namens Raqqa an, wo Massengräber recht oft freigelegt werden, wahrscheinlich auch, um der Sonne ihren Glanz streitig zu machen: Kinder, Frauen, Männer liegen da wie in einer Marionettenkiste drin. Es sind meistens Kurden, viele von ihnen sehen verwunderlicher Weise gar nicht wie Söldner aus. Sie sind wohl so etwas wie (zivile) Weggeräumt/e.

Warum dieses Detail hier überhaupt angefügt ist? Weil – jetzt kommt es – nicht wenige Analysten und Kriegsbeobachter am Horizont schon gewisse Umrisse eines kriegerischen – darunter geht es leider nicht – kurdisch-arabischen Showdowns aufflammen sehen.

Bekanntlich hatte das Assadregime schon immer gewisse Probleme, seine Macht in den etwas abgelegeneren Provinzen des einstigen Syriens zu behaupten. Rund 6,5 Millionen Syrer leben derzeit allein in den Nachbarländern Syriens, versteht sich, Israel ausgenommen. Letzteres soll nicht mal einen Einzigen aus humanitären Gründen aufgenommen haben. Noch Anfang Juli 2018 ließ der jordanische Ministerpräsident Omar Razzak wissen, dass nun auch Jordanien die Grenze für Syrer nicht mehr öffnen werde – komme, was wolle! Freie Kapazitäten seien längst nicht mehr gegeben im Königreich. Punkt!
Doof auch, dass syrischen Flüchtlingen zu jenem Zeitpunkt noch kein OK gegeben werden konnte, um aus dem Libanon in Richtung Syrien sich (zurück) zu bewegen. Das Assadregime lehnte das nämlich ab!

Wie bereits gesagt: Dieses eben genannte Regime hat meist andere Pläne mit dem verlassenen Besitz Flüchtiger Syrer außerhalb Syriens. Und auch wenn die syrische Regierung inzwischen in den Medien verkünden lässt, jeder könne zurückkommen, das Land sei befreit, ist Vorsicht geboten. All jenen, die sich einst für die syrische Opposition und andere Assadgegner verwendeten, diese Warnung: Aber ihr seid mit diesem Heimkehraufruf natürlich nicht gemeint!
Omar Madaniah twitterte: Über die Rückkehr von Syrern aus dem Libanon reden, ist schön und gut, aber zuvor müssen die libanesischen Hizbollah-Krieger in Syrien mal das Feld räumen!
Diametral zu eben Gesagtem gibt vielleicht auch folgendes mehr Aufschluss darüber, wie diese ‘syrische Akzeptanz-Sache von Menschen‘ so in etwa geht, also: Der ehemalige Chefunterhändler der syrischen Opposition, Muhammad Sabra, schrieb auf seinem Twitter-Account, es gebe eine Liste mit den Namen von Mitgliedern des Verhandlungskomitees für eine syrische Verfassung. Sie erinnern, dass eine Verfassung ausgearbeitet werden soll? Herr Sabra des Weiteren: Sein Name stünde da komischerweise auch auf der Liste. Doch er sehe eine Beteiligung an diesen Verhandlungen als „Verrat an der Revolution” an. Das Verfassungskomitee würde nämlich verräterische Zugeständnisse ans Regime machen, meint Sabra. Unser Fazit: Einmal werden Flüchtlinge zurückgerufen, doch nur jene, die regimetreu sind und waren; und diametral dazu versucht das Regime unliebsame Geister auf gerissene Art und Weise einzufangen, siehe Sabra. Und in beiden Fällen wird ausgefiltert, eben eine typisch Assad-syrische Akzeptanz-Sache.

Apropos Zugeständnisse:

An der syrischen Mittelmeerküste, genauer in Chmeimim auf der russischen Militärbasis, wurde exakt am 07. 07. 2018 die De-Eskalationsvereinbarung Südsyriens zu Grabe getragen. Der türkische Außenminister Çavuşoğlu appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Russen und der US-Amis. Sie waren ja die beiden Mächte, die diese de-eskalierende Vereinbarung eingegangen waren. Zwischenzeitlich dies: Vor dem Hintergrund der Offensive im Süden Syriens, die vonseiten der Assadleute durchgeführt wird, macht sich unter Türken hörbar die Meinung breit: das Assadregime gehört gestoppt. Es handle sich um “unmenschliche Angriffe!”

Eine Waffenruhe ist ja bekanntlich in Hamburg vereinbart worden – Trump war sogar persönlich anwesend. Und das hört man nun darüber: Nicht wenigen Betroffenen kam die verordnete Waffenruhe eher als Täuschungsmanöver vor. Denn Assad habe in jenem Zeitraum Artillerie und schwere Luftangriffe vorbereiten lassen. An der Bodenoffensive, die sich daraus im Lauf der Zeit entwickelte, hat sich auch der Iran beteiligt. Ergebnis: Massenflucht. Fassbomben. Boden-Boden-Raketen. Tote. Drei Krankenhäuser wurden im Süden des Landes zu Ruinen geschossen, jenes in Saida, al Mseifra und al Dschisa.

Smart News berichtet, während Assad im Süden zuschlagen lässt, sollen Assadtruppen 4 ausländische Ärzte der internationalen humanitären Organisation “Ärzte ohne Grenzen” nahe der Stadt Qamischli im Nordosten des Landes verhaftet haben.
Anscheinend greifen die USA dagegen nicht ein. Sie wollen sich ihren Draht zu Russland halten, wird in der libanesischen an Nahar Zeitung vermutet. Der US-amerikanische Sicherheitsberater John Bolton vermeldete, anstatt sich darüber zu beschweren, was Assads Truppen alles treiben, in Moskau mit russischen Entscheidungsträgern die Sicherheitslage im Süden Syriens besprechen zu wollen, so auch ein Ende der Gewalt.

Liest sich doch gut. Immer ‘schön’ reden vom “Ende”, während andernorts die Fetzen fliegen – und mehr.

Ein weiteres, sagen wir sonderbares, gewiss nicht allein in Syrien so oder ähnlich aufkommendes Ende, sollen nach Angaben der SANA, dem offiziellen Presse-Sprachrohr Assads, Medikamente israelischer Herkunft zur Behandlung von Bluthochdruck genommen haben. Weil die Empfänger sollten, offiziell, Syrer sein, die in Quneitra leben, welches eigentlich schon fast in Israel gelegen ist?
Diese lieben Leute aus Quneitra haben – gewollt oder ungewollt, man weiß es in kriegerischen Zeiten wahrscheinlich nie so genau – ihre Medikamente anscheinend nach Ost-Daraa verkauft. Hier ist gut zu wissen, dass Leute, die aus Daraa stammen, keine Art direkte Unterstützungen aus Israel zu erwarten haben in der Regel.

Ziemlich sicher ist jedoch, dass einige Dutzend Häftlinge, die im Roumieh-Gefängnis irgendwo im Libanon einsitzen, an dem Verkauf von diesen Medikamenten nicht beteiligt waren. Die müssen noch Schlimmeres getan haben als Medikamente auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Das libanesische Militärgericht verhängte nämlich Todesstrafen und lebenslange Haft für diesen Personenkreis. Auch an einige Jugendlichen erging solch hartes Urteil, die noch unter 15 Jahren sein sollen: Mashour al Waer, Abdul Rahman al Waer, Abdullah Zakaria und Sultan Harbasch.
Die meisten der Verurteilten seien zwar Regimegegner, aber keine Terroristen, wird beteuert. Sie wurden im Arsal-Flüchtlingslager bereits 2013/14 verhaftet.
Ganz gewiss haben diese Gefangenen ebenfalls nicht ein 53m hohes Abbild des PKK-Führers Öcalan in der Stadt Afrin abgemacht. Sultan Murad Rebellen waren es nämlich, die das große Poster unmittelbar nach dem Wahlsieg Erdogans dort abgenommen haben.

Wundert Sie jetzt etwa zu erfahren, verehrte Leser, dass ausgerechnet eine spanische Firma – trotz der EU-Sanktionen, die gegen Assad & Co verhängt wurden – geneigt sein soll, eine Photovoltaikanlage in Syrien aufzubauen – womöglich, damit ENDLICH wieder rund um die Uhr mit Elektro-’Toys’ gefoltert werden kann?

Das Foltern ist vielleicht die finsterste Seite Syriens, und war schon allein daher vielen Syrern den leider inzwischen recht versauten „Syrischen Frühling“ wert. Folter scheint in Syrien und anderenorts als legales Mittel ‚demokratischer’ Machtausübung verstanden zu werden – seit Jahrzehnten bereits.

Und so haben wir eigentlich nur noch an solch Message, wie die in der Etilaf.org zu glauben, wo in etwa geschrieben steht: Ministerpräsident der syrischen Interimsregierung, Herr Jawad Abu Hatab, sagte in Istanbul beim Treffen mit Vertretern der “Freunde Syriens”, dass die Interimsregierung schon seit zwei Jahren in befreiten Gebieten arbeite. Top-Priorität habe Stabilität zu erlangen sowie einen politischen Prozess innerhalb der Bevölkerung loszutreten, auch Dienstleistungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Lokalräte anzubieten. Konzentriert wird auf 7 wichtige Bereiche dabei, nämlich: Polizei, Justiz, Gesetzgebung, Freie Syrische Armee, zivile Gefängnisse, Behörde für Statistik, Ausweitung von Berufs- und Hochschulausbildung sowie Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen (Wiederaufbau, Sanierung, Verkehrsnetze).
Und: Erstmals wurde eine Frau, Imam Haschem, zur Vorsitzenden des Lokalrats von Aleppo gewählt.
Alles gut und schön, mögen auch Sie hier angekommen im Text denken, nur: Es gehen noch recht viele Sprengsätze in die Luft – landauf, landab. Auch Teile der türkischen Truppen scheinen ein beliebtes Ziel geworden zu sein. Auch wenn die türkische Propaganda von befreiten Syrern berichtet, von denen einige auch willfährig in die Kameras sagen, dass sie sehr dankbar seien, dass die Türkei aushilft. Es ist dennoch gewiss keine Freude, als junger türkischer Soldat an einem der inzwischen installierten Militärposten im Norden Syriens seinen Dienst abzureißen. Es soll genau 12 davon geben. Denn, wie schreibt Julian Röpcke von der Bild-Journal: „Nachdem die USA die moderaten syrischen Rebellen, die sich auf die Garantie ihrer Sicherheit (durch Trump persönlich) verließen, verraten haben, dringen Assad-Truppen, unterstützt von iranischen Milizen & russischer Luftwaffe, schnell vor.”

Außerdem sei mal all jenen gesagt, die glauben oder verbreiten, die USA wollten das Assad-Regime stürzen, dass das wohl ein Märchen des Westens bleibt. Denn die Rebellengruppen erhalten seit Jahren Munition und Waffen plus finanzielle Unterstützung aus Washington, wie uns allen ja bekannt ist. Aber vielleicht ist schon in Vergessenheit geraten, dass all das Geld und Waffen von Uncle Sam unter der Voraussetzung gewährt werden, damit nur Islamisten zu bekämpfen, aber nicht Assad oder seine Verbündeten.

Und auch wenn die Syrer teils gedeckt durch Israel im Süden und andernorts in Syrien Erfolge verbuchen beim Zurückgewinn von einst durch die Freie Armee eroberten Gebiete, so sollte das – ganz dringender Appell an Damaskus – nach Einschätzung der einen oder des anderen Experten/in nicht so verstanden werden, dass Israel nun gleich so eine Art Schutzmacht Syriens ist.
Interessenlagen sind eben veränderlich. Und der gewährte Schutz von gestern, kann schon der heutige Grund für Streitigkeiten sein usw. Soll heißen: Israel hat andere Prioritäten und eigene Interessen. Wem es noch nicht aufgefallen ist, der besehe sich beispielsweise, wie Israel einst Verbündete im Libanon oder in den autonomen Gebieten der Kurden im Irak zur Unzeit, sozusagen, hängen ließ.
Es ist also absehbar, dass auch im Süden, an der syrischen Grenze zu Israel, demnächst ein gehörig anderer Wind zu blasen beginnt – nämlich dem die Einverleibung des Golans voraus- sowie auch nachgeht, und eventuell darüber hinaus noch irgendwo anders in der Region hin weht; oder halt doch lediglich dort vor Angst starr nach oben gestelltes Nackenhaar einer weiteren armen Seele trocknend bläst. Man weiß es eben nie.

Doch gewisse Pläne scheinen geschmiedet. Daran gibt es wenig Zweifel. In diesem Zusammenhang trifft es sich offensichtlich gut, den US-Präsidenten so weit instruiert zu wissen, dass sogar dessen Umfeld ausgerechnet den Iran als größte Gefahr für einen Frieden in Nah-Mittelost ausgemacht haben will. Am 01. August 2018 wird davon berichtet, Trump habe die Absicht, auch Herrn Rohani, den iranischen Ministerpräsidenten, treffen zu wollen, und zwar unter 4 Augen. Bei diesen recht schrägen 4-Augen-Treffen des Herrn Trump mag man doch wirklich mal Mäuschen spielen. Wenn Trump sich unbeobachtet wähnt, was der wohl alles von sich gibt und wie? Bitte, bitte, lasst uns eure Aufzeichnungen schon bald sehen. Bekanntlich hatte er ja solch abgeschirmte Gespräche mit dem “Raketenmann” und dem KGBler schon gehabt, die doch gewiss, so dumm kann sonst niemand mehr sein, das 4-Augen-Treffen mit Trump aufzeichneten!?

Doch was bedeutet es heutzutage noch, wenn Trump jemanden als Dies oder Das bezeichnet? Assad wurde von den US-Amerikanern schon als “Reformer”, “lebender Toter” erkannt – so auch als “sehr erfolgreich” (Mike Pompeo). Immerhin, es könnte durchaus sein, dass die Franzosen es noch draufhaben, einiges auf die Reihe zu kriegen in Syrien, wenn die Vereinigten Staaten mal wieder patzen. Die Berufung des ehemaligen französischen Botschafters von Teheran nach Damaskus ist ja kein schlechter Griff. François Sénémaud, den hat Emmanuel Macron wohl auch zu diesem Zwecke extra zum “Syrien-Vertreter” benannt. Wir reden hier, aber wirklich nur wir hier auf Zypernundmehr-News, von einer Art Eröffnung der französischen Botschaft in Damaskus durch die Hintertür. Sie können das allerdings auch anders bewerten.
Jedenfalls nimmt sich Papa Frankreich den Sohnemann Syrien nochmals näher an die Brust heran. Und dies wird vermeldet, obgleich nicht davon ausgegangen wird, dass Papa Emmanuel etwas gegen die in Idlib kursierende Unzucht machen wird können. Ja, Gesetzlosigkeit, Sittenverfall und dergleichen mehr schrecken die Bewohner dieser Stadt recht häufig auf. Die senden hoch sittlich Hilfezeichen aus. Ob diese Angaben allerdings zutreffen, steht, wie man sagt, auf einem anderen Stück Papier geschrieben.
Und dann an wen, werden solch Hilferufe wohl gesendet in einem Land wie Syrien, an Assad? Der soll doch eh so in etwa zur gleichen Zeit damit beschäftigt gewesen sein, eine Kirche in Sama/Provinz Daraa bombardieren zu lassen. Der christlichen Gemeinde in Kharaba ging es ähnlich, denn an die 10 Bomben fielen denen dort auf den Kopf. Und letzteres Bombardement veranlasste jenes Regime, welches in seiner Propaganda nicht müde wird, sich als Freund von Minderheiten (im Land) zu zelebrieren. “Was immer ihr es auch bezeichnen wollt, Evakuierung, Versöhnung, Verhandlung, es macht sowieso keinen Unterschied. Das Regime und Russland wollen nicht verhandeln, denn sobald es zu einem Abkommen kommt, werden gleich am darauffolgenden Tag Menschen verhaftet. Wir haben das bereits in Homs, Aleppo und Damaskus gesehen und Daraa wird es nicht anders gehen (@ruslantrad).”

Wenn man es sich so richtig überlegt, sind derartige Darstellungen des Regimes eh für Ahmet, Petros, Aischa oder Eva schlecht nachvollziehbar, zumal jedem Syrer bekannt sein dürfte, dass Kurden in Syrien noch nicht mal einen Pass ausgestellt bekamen – die existierten auf Papier nahezu nicht. Und das heißt also auch: dass die Christen Syriens sich offenbar vor der verfehlten Revolution genug in Sicherheit wähnten, und ihr Ding abzogen, also ihr angepasstes Leben lebten, sich aber wenig bis eventuell überhaupt nicht für solche Belange, wie die der Kurden, einsetzten – für ihre Mitbürger. Sie haben wahrscheinlich auch im Vertrauen auf Europa, die USA und wo noch überall Christen leben, gedacht oder angenommen, ihre gesellschaftliche Stellung in Syrien sei auf Grund ihres Christseins mindestens so unangreifbar wie die Stellung Israels im Nahen Osten. Ein etwas fataler Gleichschluss!?

Wahrscheinlich schon, wenn zudem bedacht wird, dass Assad irgendwelche gestrandeten Islamisten ausgerechnet nach Sweida entkommen ließ. Und dort leben bekanntlich viele Drusen. Und Drusen sind irgendwo Muslime und irgendwo gewiss auch Christen, Zoroaster oder Juden, doch vor allem haben sie sich offen und hörbar gegen verordnete Politiken aus dem Haus Assad gestellt. Und tausende sunnitische Flüchtlinge, die wegen der verfehlten Revolution auf Flucht sind, haben die Drusen von Sweida aufgenommen, um deren Not zu lindern. Auch das wurde mit dem Einschleusen von Islamisten in die drusische Gesellschaft bestraft seitens Assad. Die islamistische Saat ging schon fast wie versprochen auf und verursachte den Schaden, den sie wohl verursachen sollte. Dennoch scheinen sich die Drusen von Sweida dieser Gefahr erfolgreich gestellt zu haben. Eine Zeitlang bammelten leblos Menschenkörper an Stricken vor dem dortigen Nationalkrankenhaus. IS-Kämpfer hatte offenbar nachweislich einen Anschlag auf ausgerechnet jenes Krankenhaus geplant, und bammelten dafür geraume Zeit in der Luft am Hals unangenehm beengend fixiert.
Unter anderem hat Walid Dschumblat sowie andere drusische religiöse Anführer dazu aufgerufen, keine geplünderte Waren von den Märkten der Stadt zu kaufen. Denn das Signal ausgeschickt aus Damaskus an die Drusen von Sweida war klar: Wir schicken euch Islamisten, und wenn es sein muss auch geklaute oder geplünderte Ware, nur damit wir zum Zeitpunkt X darauf zurückkommen können, um als Retter, Befreier oder Schützer von Eigentum euch eure Lektion zu erteilen.

Eine Art Strafaktion entließ dann auch Jan Egeland von der UN-Hilfsorganisation für Syrien in die Welt. Er meinte, die Vereinten Nationen könnten der Kämpfe in Süd-Syrien wegen keine Hilfslieferungen aus dem benachbarten Jordanien mehr bringen. Etwas später im Kalender konnte dieses Kunststück aber doch noch umgesetzt werden, also das Bringen von Hilfsgütern aus Jordanien nach Syrien. Hauptsächlich Lebensmittel und Getränke wurden geliefert, und zwar von jemand anderem als der Hilfsorganisation der UN. Vorher war aber in reichlichen Mengen Tränengas versprüht worden seitens jordanischer Grenzer, um die Hungrigen und Durstigen DRÜBEN halten zu können.
Man habe nicht die nötigen Zusicherungen erhalten, dass Konvois unbehelligt durchfahren können, meinte die UN lapidar!
Nun: es gibt da eben Gleichere unter Gleichen – oder so. Weil so ganz zu oder geschlossen ist der jordanische Grenzposten dann anscheinend doch nicht. Zumindest ist er das nicht für die Fernseh-Crew von Al-Jazeera. Denn noch bevor Assad im Süden Syriens zuschlug, konnten die die Grenze noch passieren. Andere Journalisten, die nicht so gut verknüpft sind, stecken womöglich immer noch fest vor Ort.

Sie, verehrte Leser, erinnern gewiss noch den weiter oben genannten Herrn Razzak, den jordanischen Ministerpräsidenten. Nun, er will die jordanische Grenze für Syrer nun einfach nicht mehr öffnen, erzählt er in den Medien. Sein Problem, welches offenbar kein Problem ist: Er selbst ist syrischer Abstammung. Genauer: Er ist der Sohn von Ahmad Mounif ar Razzak, einem ehemaligen Führungsmitglied der syrischen Baath Partei.
“Man kann von diesen faschistischen Baathisten auch nichts anderes erwarten,” twittert Wut entbrannt die syrische Schriftstellerin Rana Kabbani. Omar Muschaweh von der Muslimbrüderschaft twitterte: “Diejenigen, die dem Verbrecher Assad grünes Licht gegeben haben, glauben doch nicht etwa ernsthaft, dass nun Sicherheit in Syrien herrscht. Im Gegenteil. Das Chaos und Instabilität der gesamten Region werden noch prägender werden.” Muschaweh sagte in einem Interview mit Fox News auch, die Muslimbrüder seien keine terroristische Bewegung. Sie seien lediglich fundamentalistisch. Die islamistischen Terroristen hätten seiner Organisation sowie dem Islam keinen Dienst erwiesen.

Apropos Dienst: Georgien hat beiden syrischen Fluggesellschaften “Syria Arab Airlines(staatlich)” und der “Cham Wings (Rami Mahlouf)” den Überflug georgischen Luftraumes verboten. Wir berichteten, dass Damaskus vor Kurzem Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten anerkannt hat. Ob das Willkür ist? Und wenn nicht, ob das Folgende schon eher darunter einzustufen wäre?

Augenzeugen zufolge sollen Truppen des Assadregimes sowie iranische Milizionäre nach einem Versöhnungsabkommen in der Ortschaft Ibtaa/ Provinz Daraa sozusagen zum freudigen Anlass, Massenhinrichtungen vorgenommen haben, und zwar überwiegend von Dissidenten und Militärverweigerern. Insbesondere die Hariri-Familie soll es getroffen haben. Kann gut sein, dass das ferne Verwandte der Hariris sind, von denen einer im Libanon zeitweise regierend an der Macht war (installiert von Saudi Arabien). Gar manch verzweifeltem Libanesen war dieser Mensch, von dem gerade die Rede ist, ausgerechnet ein Lichtblick im libanesischen Dunkel, welches zuweilen tagsüber in gewissen Bezirken Beiruts umgibt – und auch andernorts im Land.

Eine Art Lichtblick steht jedenfalls aber trotzdem am Himmel. Man muss es nur sehen wollen: Eine weitere Konferenz soll im russischen Sotchi abgehalten werden, und dies geschah am 31. Juli. Die Konferenz geschieht somit vor der geplanten in Istanbul, und auch zu dieser wird die USA nicht geladen. Erdogan berief diese Konferenz recht selbstbewusst auftretend ein. Er setzt offenbar zum großen Wurf an: Sieg oder Absturz auf internationalem Terrain! Erdogan glaubt ziemlich sicher noch an sein Gewinnen. Die Chancen stehen gerade wieder gut für ihn und seine Anhänger. In Anbetracht der Tatsache, dass Berlin aus dem Staunen über Betrachtungen des eigenen, selbstangefressenen dicken Bauches nicht hinwegkommt und derzeit gerad noch so einen Blick nach Westen zu werfen im Stande ist, genauer bis nach Frankreich oder auf die britischen Inseln, Spanien ist schon nicht mehr so richtig in Sicht, hat der Sultan namens Erdogan im westlichen Anzug gekleidet mit östlichen Freunden und Träumen umgeben, seine historische Chance.
OK, lassen wir das und kehren wir zu sogenannten Fakten zurück, ja?

BBC Auslandskorrespondent Charlers Lister twittert: Jordanien verhandle derzeit mit Russland darüber, wie eine Friedenslösung im Süden von Syrien aussehen könnte. Es seien sehr schlechte politische Entscheidungen gefällt worden in letzter Zeit. Es werde immer noch an dem Traum festgehalten, dass Russland in der Lage sein wird, den Iran zum Abzug aus Syrien zu bewegen. Lister bezeichnet das als Illusion und spricht davon, dass Instabilität der Region so vorprogrammiert bleibt. Die in Israel herausgegebene Haaretz schreibt unter dessen ganz offen: Assad ist ein Partner Israels. Er war es schon immer.
Anscheinend gehen noch einige mehr Menschen von dieser Partnerschaft aus, zu meiner Verwunderung, dass Assad überhaupt Israels bester Verbündeter je gewesen ist. Und auch daher: Die Rebellen oder/und jene von der Freien Syrischen Armee, sie haben den Kampf verloren!
Siehe zum Beispiel dies: “Der oppositionelle Nachrichtensender Orient News hatte immer eine pro-israelische Haltung eingenommen. Nach der Militäroffensive des Regimes im Süden Syriens hat sich die Einstellung gegenüber Israel geändert. Der Sender berichtet nun sehr kritisch über Israel. Nachdem Israel seine Zustimmung für die Offensive des Regimes erteilt hat, fühlen sich die Unterstützer der syrischen Opposition von Israel hintergangen (@elizrael).”

Was bleibt, unter anderem: Das Assadregime schreckt nicht davor zurück, Flüchtlinge als Waffe zu benutzen, um die Nachbarstaaten und Europa unter Druck zu setzen. Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung: “Erfolgreich [tut dies das Regime], wenn man sich anschaut, wie viele mittlerweile bereit sind, sich mit dem Diktator abzufinden” in Europa. Derweil brüstet sich die Türkei, die Offensive des Assadregimes im Süden jedoch in der Region Idlib, also in Nordsyrien, keinesfalls zuzulassen.

Betrachtet man sich all das mal etwas, befindet sich Assad eigentlich in einer doofen Lage. Falls er den iranischen Einfluss zu sehr einzuschränken gedenkt, wird er zu viel von Russland abhängig. Dann könnte Moskau seinen Rücktritt eventuell leichter fordern. Falls er den Iranern erlaubt, sich in Syrien festzusetzen, dann steuert er direkt auf eine Konfrontation mit Israel zu. Das würde seine Macht voraussichtlich zu sehr destabilisieren. Die Nachkriegszeit zu gestalten, braucht also diplomatisches Spitzen-Gefühl!

International geächtete Phosphorbomben werden noch immer hie und da auf die Zivilbevölkerung abgeworfen, kein großer diplomatischer Wurf – so auch in Bdama, Provinz Idlib wieder geschehen.
Überhaupt: Ein Angriff auf Idlib ist für September geplant. Das schreibt ein syrischer Oppositioneller namens Bassam Jaara. Er berufe sich auf russische Quellen, und beginnen wird all das dann genauer in Gisr asch Schoghour. Diesen Angriff gelte es zu verhindern, weil sonst, so Jaara, könne man die ganze Provinz Idlib vergessen.

Wer auch immer Phosphorbomben auf Menschen abwirft in Syrien. Das hinderte Assad jedenfalls nicht daran, ein weiteres Abkommen mit der YPG, den Kurden, zu treffen. Es geht drin wieder einmal um das Verteilen von Erdöl, dieses Mal jenes vom Omar Ölfeld.

Ob das wirklich interessiert?
Jedenfalls traf dennoch, oder gerade auch deswegen, eine Delegation der so genannten „Syrischen Interimsregierung“ in Berlin mit Entscheidungsträgern des Außenministeriums ein. Unter den Herren und Damen befanden sich beispielsweise Krisenpräventionsbotschafter Ekkehard Brose. Der Herr scheint nicht wirklich Nennenswertes zu erzielen, weil, es geschieht ja seit Jahren letztlich nur, was schrittweise zu einem Großisrael führen dürfte – oder soll etwa angenommen werden, dass die Deutschen genau dieses Projekt aus alter Schuld (NS und so) decken sowie aus gutem Instinkt für neu entstehende Märkte?
Der Herr Hilfskoordinator für den Nahen Osten war auch anwesend bei oben genanntem Treffen in Berlin. Auch er scheint einem besagte Agenda mit zu decken, weil nicht allein ich habe von solchen Leuten in seiner Position noch nie einen Aufschrei beispielsweise dazu vernommen, dass Israel in den letzten 10 Jahren den Palästinensern nahezu ALLE Wasserquellen abgeschöpft hat – zuweilen mit ungeheuerlichen Methoden (juristischen Winkelzügen u.a.), die an Südafrika oder ‘unser’ III. Reich von einst durchaus erinnern.
Und nicht vergessen wird hier, dass die Syrien-Koordinatorin Isabel Mancuso auch noch anwesend war in Berlin. Besprochen wurden anscheinend die Lage in den befreiten Gebieten Syriens sowie die Umsetzung und Finanzierung von Dienstleistungsprojekten.
Womit wir beim Punkt Reparationszahlungen angekommen wären. Denn genau um ein so gestricktes Werkzeug handelt es sich auch hier. Russland und seine Verbündeten bestehen nämlich darauf, dass die Europäer die Kosten für Wiederaufbau Syriens – und dergleichen mehr – stemmen. Wir dürfen also gespannt sein, ob auch nur einer von unseren politischen und wie auch immer gearteten Vertretern in gewissen Gremien, das Maul dahingehend aufmacht, zu fordern, dass dann aber auch Israel sich an den Kosten beteiligen müsse. Dies Letztere eh, zumal es doch wohl israelische und keine EU-Bomber sind, die mit aller Regelmäßigkeit auch zivile Ziele in Syrien (Libanon oder Sinai) beschießen. Auch! (Kann schon sein, dass so eine Bombe oder Bomber irgendwo in der Bundesrepublik gebaut wurden. Doch wenn ihn die Israelis von israelischem Boden auf Menschen und Dinge tödlich loslassen, haben wir wohl immer noch eine Art Schuld, aber halt nicht mehr die Hauptlast dieser Schuld zu tragen!?)

Welch Glück, müsste da eigentlich gleich geschrieben stehen, dass Südzypern diesen schusswütigen Nachbarn zum strategischen Freund auserkoren hat, oder es geschafft hat, ein solcher Nachbar Israel zu sein, sein zu dürfen. Noch werden gemeinsame Manöver durchgeführt – und je verharmlosender berichtet wird von diesen Manövern irgendwo draußen vor Limassol über/unter und auf dem Meer, desto gespitzter stellen sich, geradezu automatisch, Ohren jener, die sich fragen: Und wann wendet sich das Blatt, wann wird die große israelische Gemeinde auf Zypern, die mal Jahrhunderte lang Bestand gehabt haben soll, erinnert und entsprechende Schritte eingelegt?! Noch ist die Unterstützung Israels in und für Zypern kein Thema. Man geht in Nikosia offensichtlich davon aus, dass das eine ausgemachte Sache für den Rest unserer Tage ist. Sehen wir uns in solch Zusammenhang an, was das große Vorbild Netanjahus in den Vereinigten Staaten auf die Bretter, die die Welt bedeuten, bringt.

US-Präsident Trump, der fror nicht nur Mittel für die Unterstützung der bewaffneten Opposition Syriens letztens ein, sondern auch für die zivile Opposition. Es geht bei Letzterem vor allem um Herrn Raed Fares. Er ist der Gründer und Leiter des Radiosenders „Fresh FM“, den sich gewiss Herr Assad täglich anhört, eben weil dort Dinge berichtet werden, die Herrn Assad nicht gefallen. Er scheint ja ein Kluger zu sein, von daher liegt diese Annahme durchaus nahe, dass Assad brav zuhört.
Das Geld, welches die USA vorerst nicht mehr nach Syrien hineinstecken, darf in einer Größe von bis zu 300 Millionen US-Dollars veranschlagt werden. Das Kinderhilfswerk beeilt sich gerade in etwa in die gleiche Presche zu schlagen. Die Zahlungen der Vereinten Nationen UNICEF für syrische Lehrer und Lehrerinnen im Zaatari Flüchtlingslager werden voraussichtlich eingestellt.
Die Einstellung der Zahlungen soll gewisse Gruppierungen nun dazu nötigen, mit terroristischen in ein Bett steigen zu müssen. Na, wenn dem so ist, dann hat man offenbar eh die ganze Zeit über die Falschen mit Dollars hi-gemacht.

So ähnlich sieht das mancher auch, wenn an die Türkei gedacht wird. Weil die wird dabei beobachtet, trotz trumpschem Verbot, wie iranische Ölfrachter mir nichts, dir nichts den Bosporus hochtuckern, bis ins Schwarze Meer, wo ja Herr Erdogan herkommt, um dort ihr schwarzes Gold einzuspeisen – zu, versteht sich, Sonderkonditionen, nehmen wir hier an, weil man halt doch, trotz allem, Muslim ist, weil Krieg in der Nachbarschaft herrscht, und weil die Gemeinschaft der Muslime dann halt doch bestehen soll; weil Trump nicht gemocht wird, der Westen, das Messen mit 2 verschiedenen Längen im Westen einem bis über den Rand steht etc.

Und wenn alles seinen Weg nimmt, wie Allah es bestimmt hat, dann wird Aleppo schon bald unter der Führung der Türkei stehen, so auch Idlib. Dafür kriegen die Kurden dann Hassake und Raqqa? Und letzteres unter US-amerikanischer Protektion? Unwahrscheinlich, was die Yeni Şafak aus der Türkei im Nachrichten-Jungle gehört haben will. Was Aleppo und Idlib angeht, sieht es aus hiesiger Sicht ähnlich aus. Die Russen werden solche Entwicklungen nicht greifen lassen, wenn sie dafür NUR Latakia und Umgebung erhalten.
Und wo soll dann der ‚gute‘ Assad hin? Wenn Sie mich fragen, würde ich spontan sagen: an die israelische Grenze nach Daraa bestens. Nahe zu seinen Waffenfreunden, den Israelis. Die können ihn von dort aus auch besser beschützen – und er sie, zum Beispiel im annektierten Golan. Mit etwas Glück könnte aus der Stadt Damaskus und seiner Umgebung dann so etwas wie eine freie Zone werden, eine des Handels und Tourismus plus Landwirtschaft. Könnte!
Wird aber wohl nichts werden, vielleicht aber für kurze Zeit ein bisschen.

Noch sieht es allerdings so aus, dass Frankreich und Russland erst erste Versorgungsflüge nach Syrien flogen. Nach der russischen Militärbasis wurden 50 Tonnen Medikamente usw. geschickt. Nach Ghouta hatte Frankreich vor ein paar Monaten abgelehnt, Hilfe zu verschicken. Warum tun es das nun, fragt man sich? Könnte etwa sein, dass Paris die Seiten gewechselt hat und von jetzt ab mit Russland gemeinsam in den Ring steigt, um das ‘Böse’ zu besiegen? Man wird sehen, ob die französische Kooperation mit dem syrischen Roten Halbmond klappen wird. Der ehemalige französische Botschafter in Syrien, Michel Duclos, hat da so seine Zweifel!

Und wussten Sie, wer die Stimme von Assad im deutschen Bundestag ist? Natürlich, wie könnte es auch anders sein, haben wir es nicht immer gewusst, dass es eine Frau nur sein kann, eine eingewanderte Deutsche? Stellen Sie sich das nur vor, die soll sogar, ja wirklich, die hat kurdisch-alawitische Wurzeln. Na, dass die uns nicht voll und ganz zum Assadclan zu rechnen ist, diese Sevim Dagdelen. Schlecht übersetzt, bedeutet ihr Name eh in etwa: “Ich liebe es, Berge zu durchlöchern!” Der Vorwurf, Assads Stimme im Bundestag zu sein, stammt von Mitgliedern der SPD und der Linksfraktion.

Die sollen sich mal wieder einkriegen, stimmt’s? Der Großmufti Syriens Ahmad Badr Eldin al Hassoun, dem ist Gleiches zu wünschen. Er fordert nämlich eine strafrechtliche Verfolgung der Weißhelme, von denen eigentlich zu viele ihr Leben lassen. Einige von ihnen konnten den Süden Syriens nicht rechtzeitig verlassen und saßen dort fest. Inzwischen scheinen alle Weißhelme nach Jordanien evakuiert worden zu sein. Al Hassoun bezeichnet die Weißhelme indes als Terroristen, macht sie für den Einsatz chemischer Waffen verantwortlich. Fakt ist aber, mal abgesehen von dem einen oder anderen dunklen Seelchen innerhalb der Weißhelme, dass sie es letztlich sind, die durch und mit ihrem Einsatz für das Leben in Krisengebieten wie dem Syriens gewissermaßen aus erster Hand berichten können, über das, was abläuft – und diese Zeugenberichte gefallen einfach nicht allen Beteiligten.

Zuletzt: Die EU-Kommission will, dass weiterhin Syrer in der Türkei eine Ausbildung machen. Dazu gibt es weitere 400 Millionen Euro. 6 Milliarden Euro können allerdings noch investiert oder abgerufen werden.
Da fragt man sich schon, was diese 400 Millionen sollen?
Bekanntlich wird in der Türkei vor allem auf Türkisch unterrichtet. Arabisch und Türkisch sind zwei komplett verschiedene Sprachen. Sie teilen sich nur einen gewissen Wortschatz, der vordringlich noch aus der osmanischen Zeit stammt. Soll bedeuten: Mit 400 Millionen Euro können eigentlich nur allererste Schritte eingeleitet werden.
Spannend wäre zu erfahren, was die Türkei genau zu tun gedenkt nach dem Erhalt des Geldes, um junge Syrer einigermaßen adäquat ausbilden zu können? Von Unterschlagung spricht hier niemand. Doch ob das Geld dem genannten Zweck gemäß Verwendung finden wird, das werden wir vielleicht nie erfahren. Mit den jetzigen Leuten in Brüssel sowieso nicht. Die wollen einfach nur, dass der Laden läuft. Doch das reicht schon seit Längerem nicht mehr.

Hisuf!

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