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Archive for the ‘Syrien’ Category

Ja!

Es geht weiter.

Auch wenn der Stoff unbequem ist.

Heute am 27. 09. ist auf einem libanesischen Fernsehkanal alle halbe Stunde zu erfahren gewesen, dass ausgerechnet die Saudi Arabier Helfer in der Not der Jemeniten werden. Geld wird in sogenannte Hilfsprojekte fließen.

Warum dazu auch noch auf der jemenitischen Insel Sokotra Stellung bezogen werden muss, wie in den Nachrichten aus dem Libanon zu sehen ist, können uns gewiss vor allem US-Militärstrategen erklären.

.

Militärquellen zufolge soll das Assad-Regime den Kommandeur der 5. Division, den Generalmajor Wasil al-Samir, zum stellvertretenden Generalstabschef ernannt haben. Diesen Posten wird er schon bald ganz innehaben. Dieser Arbeitsplatz ist bereits seit Januar 2018 vakant.

Da Generalstabschef Brigadegeneral Ali Abdullah Ayoub im Januar 2018 zum Verteidigungsminister des syrischen Regimes ernannt wurde, weil der syrische Verteidigungsminister Fahad Jassim al-Freij aus nicht bekannten Gründen den Hut nehmen durfte, wird nun also Wasil al-Samir dem Job machen. Er wurde 1958 geboren. Stammt aus einem Dorf in der Provinz Hama.

Gewiss haben Sie auch vom Geschrei um die demilitarisierte Zone zwischen Syrien und der Türkei gehört. Nun, rund 7.000 aus Idlib vertriebene Bewohner sollen in ihre Städte und Dörfer heimgekehrt sein deswegen. Man stelle sich vor, dass zeitlich kurz davor mehr als 30.000 Menschen vor einem drohenden Angriff des Assad-Regimes in Richtung der türkischen Grenze im Norden geflohen waren. Anadolu News schreibt, es befänden sich 22 vom Iran unterstützte Milizen mit rund 120.000 Kämpfern im Umkreis von Idlib, darunter 12 Milizen im Westen der Provinz Aleppo, 7 im Norden der Provinz Hama und 3 in der Provinz Latakia

Und:

Das von der Türkei unterstützte Rebellenbündnis „Nationale Befreiungsfront“ erklärte, man werde mit der Türkei uneingeschränkt zusammenarbeiten, um eine Großoffensive des Assad-Regimes auf Idlib mit katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung zu verhindern. Ihre Waffen wollen die Rebellen aber nicht abgeben. Sie zweifeln an Assads Aufrichtigkeit und die seiner Verbündeten. Alarmbereitschaft bleibt also weiterhin bestehen, meinen die Rebellen.

Die in Sotschi getroffene Vereinbarung von der oben also die Rede ist unter anderem, sieht indes vor, dass alle Konfliktparteien in der militärfreien Zone bis zum 10. Oktober ihre schweren Waffen abgeben.

Auch die Huras al-Din Rebellen halten nichts von den russisch – türkischen Plänen einer entmilitarisierten Zone. Die rufen dazu auf anstatt, „gegen die Feinde der Religion“ verstärkt zu kämpfen.

Zur Huras al-Din zählen viele ausländische Dschihadisten. Letztere Truppe oder Gruppe wurde von Kämpfern gegründet, die Hayat Tahrir al-Sham verlassen haben, weil diese offiziell ihre Verbindung zur Al-Kaida gekappt hatte. Huras al-Din besteht angeblich nicht aus mehr als etwa 1.200 Kämpfern.

Die syrischen Muslimbrüder drückten schon mal ihre Unterstützung für die Bemühungen der Türkei aus. Die Muslimbrüder wollen anscheinend überleben. Sie warnten aber vor einer möglichen Täuschung seitens Russlands.

Nichtsdestotrotz behauptet der Generalsekretär der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, dass die Hisbollah auch nach dem Idlib-Abkommen in Syrien bleiben werde. Das sei so mit der syrischen Führung abgesprochen, meint er. Nasrallah forderte seinerseits erneut die YPG-Kurden auf, Verhandlungen mit der Führung in Damaskus aufzunehmen, denn die USA seien kein verlässlicher Partner für die Kurden.

Letzteres trifft zwischen Putin und Assad noch nicht zu. Soll heißen: Ersterer kann sich auf den Alewiten (Assad) verlassen. Zweiterer hat keine andere Wahl, als sich auf Putin zu verlassen. Und so schrieb Bashar al-Assad nach dem versehentlichen Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges in einem Kondolenzbrief, dass dieser Vorfall ein unglückliches Ergebnis der „üblichen israelischen Arroganz“ zu verdanken ist. Assad liegt wohl richtig in der Annahme, dass Putin ihn wegen so etwas nicht gleich fallen lässt – noch nicht.

Man glaubt es kaum, weil im neugewonnen syrischen Fernsehen, welches neuerdings in die neu, temporär bezogene Wohnstube kommt, ist nichts zu hören oder zu sehen von Demonstrierenden gegen das Regime. Aktivisten haben nämlich um dem 20. September herum zu Großdemonstrationen in den von der Opposition kontrollierten syrischen Gebieten unter dem Motto „Keine Verfassung und kein Wiederaufbau vor dem Sturz von Bashar al-Assad“ aufgerufen. Vergebene Mühe, konstatieren wir zu den Demonstrationen, leider etwas ermüdet. SORRY. Auch wenn Asaad Hanna mit Hunderttausenden Teilnehmern an den Demonstrationen rechnet. Immerhin: Zehntausende sollen es geworden sein, die daran teilnahmen. Es sei, schreibt eben erwähnter Berichterstatter, „nichts anderes als die Umsetzung von UN-Resolution 2254!”

Es geschah allerdings nicht wegen den Demonstrationen, dass der Kommandeur der regimetreuen Tiger-Kräfte (Quwwat an-Nimr), Sohail al-Hassan, plötzlich und unerwartet 6.500 Mitglieder der genannten Spezialeinheit entlassen haben soll.

Grund noch unbekannt!

Vielleicht haben es die Russen so gewollt, sagen einige. Denn vor dem Hintergrund des in Sotschi vereinbarten Memorandums zwischen Russland und der Türkei, wo ein Zehn-Punkte-Plan festgelegt worden ist, welcher die sogenannten Garantiestaaten Türkei, Russland und Iran verpflichtet, einen „nachhaltigen Waffenstillstand in der Idlib-Deeskalationszone“ zu erreichen, wäre der erwähnte Schritt also plausibel. Das gemeinsame iranisch-russisch-türkische Koordinationszentrum wird aufgrund dessen verstärkt. Die Türkei wird immens in die Pflicht genommen. Ihre Aufgabe ist, die extremistischen Gruppen zu entwaffnen sowie dafür zu sorgen, dass die wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Autobahnen M4 (Aleppo-Latakia) und M5 (Aleppo-Hama) ab Ende 2018 wieder offen und gefahrlos befahrbar sind. Viel Spaß bei diesem Job, Herr Erdogan!

Glücklicherweise, kann Erdogan sagen, brauche ICH nicht da in Uniform meinen Mann/Soldaten stehen.

Ganz offensichtlich soll der während des Kriegs unterbrochene Handel zwischen Ankara und Damaskus wieder pulsieren. Dieser Teil des Deals ist uns nun also auch bekannt.

Die zuvor erwähnte Vereinbarung von Sotschi soll gemäß des syrischen Analysten von der britischen Denkfabrik Chatham House, Herrn Haid Haid, keinesfalls garantieren können, “dass eine Offensive in der Zukunft nicht mehr möglich sei”. Denn, so die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA: der Krieg gegen den Terrorismus wird bis zur „Befreiung des gesamten syrischen Territoriums“ fortgesetzt.

Russland hatte wegen eines Marinemanövers die Sperrung des östlichen Mittelmeers bis zum 26.09. veranlasst. Auch Zivilflugzeuge mussten zwischen den Küsten Syriens, des Libanons und Zyperns Ausweichrouten fliegen. Zu dieser Anordnungen kam es eben wegen des „unglücklichen“ Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs über dem Mittelmeer seitens Syriens. Fluggäste aus der Schweiz kommend danach gefragt am 26.09., sagten, Sie hätten nichts mitgeteilt bekommen auf ihrem Flug von Zürich nach Larnaka mit der Edelweiß.

Des Weiteren meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA , dass das Qara 4 Gasfeld in Damaskus Land mit einer täglichen Kapazität von 120,000 Kubikmeter Gas und zusätzlich 100 Barrel Kondensat in Betrieb genommen worden sei. Das Geld ist wahrscheinlich auch dringend nötig, welches das Gas einbringen dürfte, zumal laut der britischen Times Zeitung Moskau der Krieg in Syrien bisher rund 2.7 Milliarden Pounds Sterling gekostet haben soll. Und auch, damit ES womöglich nicht noch teurer wird, hat der israelische Verteidigungsminister Avigor Liebermann netterweise verkündet, Israel werde seine Luftangriffe auf Syrien nicht einstellen, aber sich bemühen, direkte Zusammenstöße mit russischen Truppen zu vermeiden.

Ist das nicht ritterlich!?

Nun ja, das israelische Nachrichtenportal „Ynet News“ berichtet, die israelische Luftwaffe habe ihren russischen Kollegen in Moskau einen 40-Seiten Bericht vorgelegt, der dokumentiert, wie es zum Absturz des russisches Aufklärungsflugzeug Il-20 gekommen ist. Totales Chaos auf Seiten Assads muss geherrscht haben. Die syrische Luftabwehr feuerte über 30 Minuten „dutzende“ Raketen von allen möglichen Luftverteidigungs-Basen im Land aus ab. Assads Luftabwehr-Boys sind offensichtlich durchgeknallt, meinten israelische Militärs ihren russischen Kollegen gegenüber mit Stolz gefüllter Brust, wird erzählt.

Was liegt nach solch Vorfällen näher, wie auch der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu offensichtlich findet, als dass Moskau in ein paar Wochen das Raketenabwehrsystem S-300 an die Führung in Damaskus liefern wird. Das sei nun entschieden zwecks Sicherheit der russischen Truppen in Syrien.

Und man staune:

Der syrische Medienaktivist Hadi Alabdallah twitterte, dass nach einer Unterbrechung von mehreren Jahren wieder Schiffe von Mersin in der Türkei nach Latakia/Syrien fahren.

Und:

Der türkische Staatspräsident Erdogan sagte am Montag, dass die Türkei weitere Sicherheitszonen in Syrien schaffen werde, auch östlich des Euphrats, wo die von den USA unterstützten PYD/YPG-geführten „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) präsent sind.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu findet es wenig lustig, dass die Syrer die erwähnten russischen Waffensystemen erhalten werden. Tel Aviv und Moskau einigten sich daraufhin, die Koordination der israelischen und russischen Armeen weiter über die militärischen Kanäle erfolgen zu lassen.

Liebe Leser, die Betonung liegt auf „weiter!“

Der russische Verteidigungsminister Schoigu kündigte ein Feind/Freund-Erkennungssystem des Weiteren für die Syrer an sowie Elektronik zur Störung der Systeme von in den syrischen Luftraum eindringenden fremden Flugzeugen. In Regionen nahe Syrien über dem Mittelmeer werde es eine „Unterdrückung der Satellitennavigation, von Radarsystemen an Bord und der Kommunikationssysteme von Militärmaschinen geben.

Endlich, werden gewiss oder vielleicht auch Sie gerade gedacht haben.

Der stellvertretende Außenminister des Assad-Regimes Faisal Mekdad meint seinerseits: Syrien hat in allen Teilen Syriens gesiegt und wird auch in Idlib siegen! „Wir werden nach Idlib kommen und Idlib entweder militärisch oder friedlich zurückerlangen!“

Und siehe da:

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete am Montag, dass Syriens Machthaber Bashar al-Assad per Erlass Nr. 299 Dr. Hazem Younes Qarfoul zum neuen Gouverneur der syrischen Zentralbank ernannt hat.

Und da wir schon beim Geld sind:

Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura soll Medienquellen zufolge für seine Vermittlungsmission 92 Mitarbeiter eingestellt haben. Die Kosten dafür würden monatlich 1.4 Millionen Dollar betragen. Der Nahostexperte Emile Hokayem sprach von einer Verschwendung von Flugbenzin und diplomatischer Glaubwürdigkeit.

Bislang sieht es derart aus um den Streitapfel Idlib, genauer seit dem 26. September 2018:

Das Assad-Regime soll im Rahmen des zwischen Russland und der Türkei vereinbarten Abkommens zur Schaffung einer entmilitarisierten Zone in Idlib damit begonnen haben, Panzer, BMPs und Artillerie von den Frontlinien abzuziehen

Der libanesische Drusenführer und Vorsitzende der Sozialistischen Fortschrittspartei Walid Dschumblatt‏ twitterte, dass hunderte IS-Kämpfer vom Assad-Regime von Abu Kamal nach Idlib evakuiert worden sind, um die russisch-türkische Vereinbarung zu sabotieren. Das Regime soll zuvor auch IS-Kämpfer aus Damaskus Land in die Provinz Sweida gebracht haben, damit diese das Drusengebiet attackieren.

Lokalen Quellen zufolge würden das Assad-Regime und verbündete iranische Milizen trotz der Deeskalationsvereinbarung ihre Angriffeauf Ortschaften in der Provinz Idlib (Temania und Tal Marak), der Provinz Aleppo (Al-Rashideen und Kafr Hamra), der Provinz Hama (Lataminah und Abu Ubeid) und auf Jabal al-Kurdi in Latakia fort.

Dabei kommen auch Zivilisten um.

In Deutschland ist ein Mitglied der bewaffneten syrischen Opposition wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dem Anführer der Jabhat Ghuraba al-Sham Milz wird vorgeworfen, unter dem Dach der Freien Syrischen Armee, Kriegsverbrechen in Form von Folter und Mord sowie Entführungen verübt zu haben. Der Haken daran: die Rebellengruppe Jabhat Ghuraba al-Sham existierte nur bis Anfang 2014 und soll auch keine westliche Unterstützung erhalten haben.

Der US-Sonderbeauftragte für Syrien, James Jeffrey, sagte in einem Gespräch mit Asharq Al-Awsat, dass die Vereinigten Staaten mit Moskau zusammenarbeiten würden, um den Iran aus Syrien zu vertreiben. Keine militärische Gewalt soll eingesetzt werden dabei. Bashar al-Assad werde man durch eine neue Verfassung aus dem Weg räumen.

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Angekommen 2

Sie geht gerade wieder auf – die inszenierte Falle!

Fängt ja recht vielversprechend an.

Obgleich … .

Wirklich schlecht geschlafen.

Doch dann auch wieder nicht so richtig schlecht.

Soll heißen:

Ich ging früh ins Bett Sonntagabend und wundere mich nun offensichtlich noch immer, dass ich sehr früh aufgewacht bin – so auch diese Nacht.

Sogar der Kater hat gestaunt.

Der spinnt eh derzeit.

Hat wahrscheinlich zu viel Kontakt mit den anderen Katzen draußen im Garten – lässt sich zurück auf Zypern plötzlich nicht mehr länger auf den Schoß nehmen, streicheln. Das Auge hätte er mir ums Haar heraus gekratzt. War wahrscheinlich keine böse Absicht.

Glück gehabt!

Dann, wenn das Auge flöten gegangen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht mehr so nachsichtig behandelt für eine Zeitlang, vielleicht auch für immer, wer weiß. Was kann ich dafür, dass er blind ist!

Es lässt sich recht träge an das Leben auf Zypern. Es ist eben heiß, angenehm heiß. Wunderbare Nächte mit leichter Brise, vielleicht die beste Jahreszeit.

Gerade mal ein paar Tage hier.

Konnte in Lahr und Umgebung leider keinen Zahnarzt auftreiben, der mir in den Kram passt. In Berlin hatte ich einen, und jetzt auch hier auf Zypern. Bei dem war ich heute. Er macht mir Hoffnungen, dass der eine Backenzahn vielleicht doch noch stabilisiert und so weiter werden kann. In Lahr der Arzt, der hatte noch nicht mal recht in den Mund geguckt und dann redete er schon von „herausreißen“. War wohl genervt, dass ich mit X-Rays des Zahnes ankam und kein weiteres X-Ray zulassen wollte.

Ich muss doch die Strahlung schlucken, nicht er!

Er verkriecht sich hinter einer Tür und wartet, bis das Strahlen-Prozedere vorüber ist.

Nein, ich habe wieder Hoffnung, dass das Ding mit den Zähnen im letzten Moment doch noch zurecht gebogen werden kann im Gegensatz zu der traurigen Tatsache, dass sich Assad wohl halten wird. Bloß kein Implantat, von dem immer sofort gleich die Rede ist. Assad ist mir eigentlich auch ein Implantat, der anderen Art. Und wenn die Krankenkasse zyprisch-zahnärztliche Kosten nicht begleicht, muss man sich da dann nicht schon fragen, für was wir eigentlich noch eine EU führen?

OK, Zypern ist nicht im Schengenraum, aber … .

Wie?

Den Wiederaufbau Syriens soll die EU hauptsächlich bezahlen?

Vor dem Flug hier her habe ich noch schnell zwei Rechnungen an die Krankenkasse geschickt, weil Monate davor leider zum Orthopäden gegangen werden musste, auch auf Zypern. Eigentlich könnte ich da gleich wieder hinrennen, weil eines der beiden Knie komischerweise plötzlich etwas schmerzt.

Die Kasse kann sich aber beruhigen, weil Selbsttherapie hab ich mir verschrieben. Darüber, wie diese Art von Therapie sich gestaltet, keine Sorge, das wird nun nicht in Details vor ihrem staunenden Auge hier flachgelegt. Bleibt mein Geheimnis, so auch, warum ich einen mehr als halbfertigen, 4-seitigen Bericht zu Syrien jetzt doch nicht veröffentlichen mag. Sie müssen wissen, ja, ich weiß, Sie müssen gar nichts, aber dennoch: Was da in Syrien abgeht, das find ich nur noch unerträglich. Ganz schlimm, dass Assad überlebt, politisch.

Nein, ich sitze nicht in oder auf „Santa“!

Sie werden es nicht für möglich halten, doch das Schicksal, oder wer immer es ist, hat beschlossen, dass für eine geraume Zeit ausgewichen werden muss, Santa der Rücken zu kehren ist. Besuch steht nämlich an und dann geht es bekanntlich laut und so weiter zu. Die Leute wollen eben auch unterhalten sein. Und da der Besuch nicht meiner ist, … .

Nicht etwa, dass ich fremdeln würde, aber ehrlich, ich mag jetzt nicht! Punkt. Mag MEIN Ding hier auf Zypern ENDLICH mal machen und sonst möglich nichts. Übermorgen kommt allerdings noch ein Abend mit Botschaftsleuten dazwischen, doch dann werde ich vollends abtauchen, und zwar in Limassol. Vorgenommen habe ich mir, die syrisch-ägyptisch-libanesich-kurdische-etc.-Szene zu sichten. Mal sehen, was DIE so zu erzählen habe über ihre vermeintliche Freiheit in Limassol und die zurückgelassene Heimat, und wie die sich in Zypern einbringen.

Irgendwie kenne ich diese Stadt, Limassol, und dann auch wieder überhaupt nicht. Ja, ich bin eigentlich oft in Limassol, aber … .

Wissen Sie, ich bin nun über 10 Jahre immer wieder auf der Insel und hatte es bislang nicht eilig, möglichst alles zu sehen oder gesehen zu haben. „Reinwachsenlassen“, sag ich da gern. Und nun ergibt sich offenbar eben, dass für eine Weile in Limassol gewohnt wird. Kann gut sein, dass der Limassol-Aufenthalt dann doch noch zeitlich erweitert wird. Jetzt sind erst mal 3 Wochen angesetzt, auch, da die Besitzerin meiner neuen Unterkunft offensichtlich schon jemand anders in dem recht bescheiden eingerichteten Wohnraum gebucht hat.

Die Absteige klingt und sieht auf „AirnB“ ganz anders aus, vielversprechender.

Mir ist das gerade egal, auch, ob dort ein Fenster drin ist oder nicht. Ja, da ist eins, doch keine 2 Meter vor demselben ist eine ziemlich unschöne Wand jenes Wohnhauses, neben dem meine Hütte von Uncle Tom steht und die Vermieterin dieses ‚Luxus‘ womöglich auf unsere Kosten lebt.

Alles OK!

Nichts mit meckern hier!

Noch nicht.

Jetzt weiß ich, hier in Onkel Tom’s Hütte sitzend und gerade schreibend, was in Santa vergessen wurde: die Kamera und das Teleobjektiv. Liegen hinter’m Fernseher und werden mir Mittwoch Abend überreicht, wenn es zum Treffen mit den Botschaftsleuten geht – Abschied eines Diplomaten vom Dienst und so stehen auf dem Programm. Leute treffen. Sehen und gesehen werden.

Dafür, dass das Zweitwichtigste (Kamera) vergessen wurde, habe ich wahrscheinlich viel zu viele Hosen mit langem Hosenbein dabei. So auch kurz-ärmliche Hemden. Alles gebügelt und sauber.

Wird sich noch herausstellen, wie das Viertel hier in Limassol heißt, in das kurzfristig eingezogen wurde. Wollte jedenfalls nicht unten am Strand sein. Nein, möglichst ein mir total unbekannter Fleck in der Stadt ist angesagt.

Letzteres bewahrheitete sich schon heute Nacht. Bekanntlich sind alle Katzen im Dunkeln schwarz, sehen plötzlich anders aus, so auch Limassol. Ausfahrt Nummer 28 gilt es nämlich zu nehmen auf der Autobahn, die durch die obere Stadt verläuft, wenn ins temporäre Zuhause gelangt werden will. Dann gilt es in Richtung Zentrum zu fahren und bei der 3. Ampel rechts abzubiegen, dann die erste Straße links einzubiegen und dann ist man schon dort, nämlich nahezu am Ende einer vergleichsweise kurzen Straße.

Doch auf dem Weg zurück aus der Stadt nahm ich den Weg kreuz und quer durch dieselbe. Weil sie soll jetzt endlich besser gekannt werden – zu Fuß, wie auch per Auto. Irgendwie war’s als würd ich durch Beirut oder durch Damaskus fahren – vor dem Krieg.

Wohne gar nicht so weit von dem Ort entfernt, wo schon mal eine Zeitlang Tischtennis gespielt wurde. Sie werden es nicht glauben, als ich nach Monaten zurückkam an diesen Ort und dort wieder Pingpong spielen gehen wollte, konnte ich den Weg zur Halle einfach nicht finden, obgleich an jenem Ort ein großes halbrundes Stadium in den Himmel ragt, unter und in dem eben auch Tischtennis gespielt wird – und nicht zu billig. 50 Euro Beitrag im Monat wollten die damals haben plus 50 Euro Aufnahmegebühr.

Und damit gab ich mich dann auch zufrieden damals, also, dass ich diesen Ort auf die Schnelle nicht finden konnte und nicht wieder zum teuren Training dort antrat. Was so speziell an diesem einen Monat Training dort war: ich trainierte mit Jugendlichen. Für die Erwachsenen war ich denen offenbar zu schlecht. Und das Training war wirklich Training. Es wurden verschiedenste Techniken und Schläge eingeübt. Wunderbar. Das ist in Lahr leider nicht gegeben. Da stellen sich die Herren hinter die Platte, spielen sich etwas ein, meist immer dieselben, die danach gegeneinander spielen, und das war dann Training!

Spielte damals in einem anderen Verein Deutschlands, wo, wie soll es bestens gesagt sein, nicht gerade hochklassiges Tischtennis gespielt wird.

Das ist auch in Lahr längst nicht der Fall, allerdings gibt es dann doch 3-4 Männer, es spielen auch in Lahr nur Männer Tischtennis im Verein, die ich ganz gewiss auch nicht zu meiner BESTEN Zeit von der Platte so ohne Weiteres gefegt hätte – genauer den einen. Und daraufhin mag ich trainieren und keine zyprischen Trainingspausen daher mehr zulassen, die sonst als dazu führten, dass wochenlang die Rückhand wieder eingeübt werden musste nach der Rückkehr an die Platte und in die so genannte „Runde“ – mit der Konsequenz, dass einige Spiele verloren gingen etc.

Nein, diesmal will ich es vor allem mir selbst zeigen, auch wenn das Knie droht, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Man wird sehen, was passiert – und ob die arabischsprachige Szene in Limassol mir einen Zutritt gewährt. Es ist nämlich noch nicht entschieden, ob als Privatperson oder als Journalist dort sich eingebracht wird. Womöglich bin ich da schon so hartnäckig wie der Baschar al Assad? Von dem kann man wahrhaft noch lernen, sich zu behaupten. Das Problem ist halt nur: bis zu welchem Preis?

Normalerweise halte ich mich am anderen Ende von Limassol auf, also dort ungefähr, wo man von Larnaka nach Limassol auf der Straße am Meer kommend in diese Stadt einfällt. Die Zyprer nennen die Gegend inoffiziell „Tourist-Area“. Schrecklicher Name, aber zwei-drei gute Cafés, die gibt es dort. Und ich sitze nun mal oft und gern in Cafés, um zu lesen, zu gucken und natürlich auch um Leute kennenzulernen oder zu treffen.

Mein heiß geliebtes Café „Costa Coffee“ soll ja nun ein Teil des Coca-Cola Imperiums geworden sein. Wird offensichtlich Zeit, sich neue Orte zu erschließen. Da wäre was in der Makarius-Straße namens „Paradosiaka“ (Traditionell). Unweit davon waren wir letztens. Ganz chic ist das Zweitgenannte gewesen. Das Paradosiaka scheint ein typisch zyprisches Kafeneion darstellen zu wollen.

Auf den zuvor erwähnten Umstand – chic – sollte man sich in Zypern ansonsten einlassen. Weil dort, wo die älteren zyprischen Herren hingehen, herrscht nicht gerade der Esprit von Internationalität, meistens. Also werde ich genau deswegen dort heute früh mal hingehen.

Wie gesagt, ich bin mal wieder früh schlafen gegangen und früh aufgestanden. Jetzt ist 03 Uhr 30 morgens. Wenn ich den Text hier durchhabe, wird das Ding ins Netz gestellt. Weg damit! Und dann werde ich mir die Frühschwimmer-Szene geben. Wahrscheinlich am Dassoudi-Beach, auch der ist größtenteils schön sandig und weitläufig – auch wenn davor immer mehr Öltanker und andere Schiffe vor Anker liegen. Sogar ein kleines Wäldchen trennt diesen Beach von der 4-spurigen Straße, der Corniche.

Hatte den Toshiba-Computer, der gewiss schon so alt ist wie der Krieg in Syrien, und älter, vor meiner letzten Abreise nach Deutschland doch noch zur Reparatur gebracht. War positiv erstaunt, dass mir damals nicht empfohlen wurde, das alte Ding wegzuhauen, was wahrscheinlich so in Germany der Fall gewesen wäre.

Nein, der junge Herr im Geschäft in der Ortschaft Kitti sagte, er werde mir ein neues abgespecktes Betriebssystem draufhauen – ich werde meine „Freude“ haben, meinte er. Und tatsächlich, es schreibt sich wieder fantastisch easy damit. Weil der andere Laptop in meinem Besitz, der zwar „Word“ drauf hat, aber dessen Keyboard halt so eng ist, ist zum (längeren) Schreiben nicht sehr geeignet, wie ich jetzt erst wieder bemerke. Finde auch, dass durch’s flüssigere und problemlosere Schreiben, das Schreiben an sich leichter fällt, da der Gedankenfluss offenbar nicht derart unterbrochen wird. Verspüre irgendwie gar keine Lust, nach irgendwelchen Notizen über Syrien und dem Desaster dort zu greifen, um das sodann hier einzuarbeiten.

Habe überhaupt ein Problem damit, diese Info noch als Info zu betrachten, stell ich zunehmend fest. Irgendwie kommt der Gedanke auf, man begibt sich darüber berichtend in ein Paar Schuhe, welches einem nie gehören wird – und schon gar nicht gehören sollte.

Ein Spielball des Bösen mag niemand sein.

Auch nicht dessen Propagandist.

Ja, ein wahrhaft schwieriger Spagat, aus dem nun, wie zu sehen ist, auf diese Weise sich gewunden werden soll. Und:

Musste vor dem Gebrauch des oben erwähnten, reparierten Computers allerdings ein Schreib-Programm herunterladen. Entschied mich für „OpenOffice“, und nicht, wie angeboten wird, weil auf dem Desktop Art vorinstalliert, noch schnell ein weiteres Word-Programm down zu loaden, welches allerdings nach Money schreit.

Es ist wahrscheinlich immer eine gute Wahl das OpenOffice. Und es kostet nichts.

‚Lustig‘ ist an der neu-bezogenen Wohnung unter anderem, dass ein uralter Fernseher darin steht, klobig und riesengroß, wie die Apparate es einst waren. Das Bild ist schwarz-weiß. Der Ton gut. Habe noch gar nicht umgeschaltet, weil wie es der Zufall will, läuft dort das syrische Fernsehen. Und das verfolge ich recht gespannt, wenn nicht geschrieben wird etc. Komischerweise guck ich mir das über den Computer nicht gern an. Ich scheine noch zu differenzieren. Über den Fernseher ist es mir, als hätte ich ja eh keine andere Wahl. Selbstbetrug, wahrscheinlich der Art und Weise wie wir uns betrügen, wenn Assad schöngeredet wird – schon demnächst. Sie werden es sehen.

Offensichtlich gibt es keine Sorgen mehr, dass Assad den Krieg nicht gewinnen könnte. Das Leben scheint sich wieder normalisiert zu haben, berichten die Fernsehbilder. Das syrische Parlament, welches ‚demokratisch‘ abstimmt und diskutiert wird sogar gezeigt. Verbrecher in Handschellen. Soldaten, die sich im Sand wälzen mit Gewehr in der Hand und schwarzen Strichen in den Gesichtern. Heroisch springen diese durch Feuerringe und kriechen unter eisernen, ebenfalls anfänglich unter Feuer gesetzten Hindernissen hindurch – strahlen danach in die Kamera.

Es ist ganz offensichtlich eine Freude, wird vermittelt, und das sagt auch jeder der Interviewten im syrischen Staatsfernsehen auf seine Weise in die Kamera, für das Land sich zu opfern. Die Häuser im Diplomatenviertel von Damaskus scheinen noch zu stehen, oder aber es wird altes Filmmaterial benutzt.

Siegreiche Basketballspieler werden in ihren Trikots gezeigt, und dann plötzlich taucht ein Pokal im Bild auf. Die Kamera zoomt aus und eine Gestalt im Anzug kommt in den Fokus und diese Person grinst wie ein Lausbub zwischen den Sportlern sitzend mit Pokal in der Hand in die Kamera – ein ziemlich kurzer Schwenk derselben, was dem Anlass eigentlich nicht gerecht sein kann, wo doch er, genau, Baschar der Fallensteller, nun im Mittelpunkt steht!

Assad hat sich also behauptet.

Das ist die traurige Nachricht!

Die gute Nachricht ist die Vermutung, dass der/die Kameramann/frau, die den Baschar nicht zeitlich lang genug in Szene setzten dafür nicht auf einem Rost gebraten werden zur Strafe – denn, davon darf getrost ausgegangen werden, die Szene ist EISKALT, so, inszeniert!

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Syrien Aug-Sept 3

Vor dem Hintergrund, dass die sogenannte Großoffensive in Syrien, die noch bevorstehen soll, im Grund schon losgetreten worden ist – und zwar vorrangig von Seiten Moskaus, wie sich offenbar zeigt -, wird hier am 08. 09. 2018, wie geplant, dennoch von zeitlich etwas zurückliegenden Ereignissen berichtet, um die angefangene Serie oder Reihe zu Syrien zu komplementieren – versteht sich, äußerst selektiv, wie ja alle es tun (müssen), die aus/von/über dieses/m Land berichten.
Sagen wir also, wir sind so in etwa am 17. August 2018 angelangt im Stoff.

Im Al-Eis Gebiet existiert eine türkische Militärbasis. Dieses Gebiet liegt genauer in der Provinz Aleppo. Die Türken rieten den Bewohnern dort, nämlich in Gazrala, Zamma, Gadidah, Talafeh, Hawair al-Issa, al Othmania, Bager, Banes und Berna doch ihre Häuser nicht zu evakuieren. Solch ein Schritt böte dem Assad-Regime die Ausrede, anzugreifen.
Vielleicht ist es noch nicht ganz durchgedrungen, doch das Regime hat den Posten eines „Versöhnungsminister“ aus der Taufe gehoben vor nicht allzu langer Zeit. Der ‚gute‘ Mann, der diesen Posten ausfüllen ‚darf‘, heißt derzeit Ali Haydar.
Sollte die folgende Meldung zutreffen, was hier doch stark bezweifelt wird, könnte dem so sein, dass Trump und Putin sich inzwischen anscheinend darüber einig geworden sind, dass der Iran in Syrien besser schon bald seine Koffer packt. So ganz daran glauben können wir hier deswegen nicht, da das iranische Regime dann einerseits in Erklärungsnöte gegenüber der iranischen Bevölkerung kommt, zumal viel Geld in Syrien gesteckt wurde – wie auch viele iranische Menschenleben. Und jetzt einfach sich zurückziehen, nur weil der „große Satan“ in Washington und Putin (der kleine Satan) sich einigten, erscheint äußerst widersprüchlich.
Andererseits ist nicht zu übersehen, dass es im Iran brummt. Soll heißen: Vorrangig die jungen Menschen haben von der betriebenen Politik des Landes im Nahen Osten gehörig die Schnauze voll – und lassen das auch vernehmlicher hören. Es rumort nicht schlecht. Und um des inneren Zusammenhalts wegen könnte durchaus passieren, dass Teheran den eben erwähnten Grund/Vorwand nutzt, irgendeine Rechtfertigung gegenüber den Hardlinern im Lande und anderen Unzufriedenen zu konstruieren, um sich tatsächlich aus der Affaire zu ziehen.
Teheran hätte nun wirklich eh Besseres zu tun. Zum Beispiel stünde eine Art Aussöhnung mit Pakistan, Indien und vielleicht sogar noch der Türkei und dem Irak anstatt dem Regime gut zu Gesicht. Es könnte gar lebenswichtig werden.
Noch kurz dies: Der ehemalige Bürgermeister Teherans Herr Gholam Hossein Karbaschi (1990 – 1998) wurde verknackt, da er in einer Rede die iranische Intervention in Syrien kritisiert haben soll (Times of Israel).
Was den Irak und Syrien angeht: Washington hat den ehemaligen Botschafter für den Irak, Herrn James Jeffrey, der dort von 2010 bis 2012 tätig war, als US-Sondergesandten für Syrien benannt. Der Herr war auch bereits in der Türkei auf diesem Posten. Interessant ist zu lesen, dass zwischenzeitlich die Saudis damit begonnen haben sollen, einen Teil ihrer Petro-Dollars für ihre Interessen in Syrien arbeiten zu lassen, indem den Vereinigten Staaten Geld in die Taschen gesteckt wird, um bloß nicht aus Syrien abzuziehen. 100 Millionen seien auf Forderung Trumps zugesichert worden – nicht gerade viel Zaster, wenn in trumpschen Dimensionen gedacht wird, finden wir. Das US Department of State quasselte jedenfalls von Geld für „Stabilisierungsbemühungen“.
Für jemand Außenstehendes ist nicht ganz ersichtlich, warum die so genannten Weißhelme ausgerechnet jetzt, wo die Großoffensive bevorsteht, beziehungsweise begonnen zu haben scheint, zur Mitte des Monats August also, dennoch damit begonnen haben sollen, angeblich Trümmer und Schutt und dergleichen wegzuräumen in Idlib.

Eigentlich sollen die Weißhelme ja Rettungsabreiten leisten, und noch eigentlicher steht von Seiten Assads & Co. der Vorwurf im Raum, die Weißhelme seien unter anderem jene Kraft im Krieg/Konflikt, die chemische Waffen einschleuse und/oder hochgehen ließe etc.

Andernorts in Syrien sind andere Positionen auch nicht ganz klar. So soll die 4. Division des Assad-Regimes, die immer wieder Reden von sich macht, mal wieder mit den Russen etwas und lediglich verbal zusammengeklatscht sein, und zwar diesmal in Qalat al-Masdieq. Die Russen verlangten, dass die Vierte dort die Fliege macht, doch die Vierte hat sich geweigert, diesem Verlangen nachzukommen. Zeitlich wenig später, also Ende August, fordert der nationale Sicherheitsberater Trumps, John Bolton, den Iran auf, Syrien zu verlassen. Die Iraner entgegneten: es gibt derzeit keine Pläne, die Ähnliches besagten oder vorsehen würden. Bolton an Iran und das Assad-Regime gerichtet, scheinheilig, so werten es zumindest einige Beobachter: Der Einsatz von Chemiewaffen wird „starke“ Reaktionen folgen lassen!

Unstimmigkeiten bestehen allerdings auch über den Beginn der ganzen Sache, also des Syrienkonflikts selbst. Jemand namens Joshua Landis behauptet, die Facebookseite der Syrian Revolution habe bereits am 18. Januar 2011 im Netz gestanden. Das wären also 2 Monate vor dem Ausbruch des Aufstandes in Daraa gewesen. Der Administrator der genannten Seite ist ebenfalls Leiter des Büros der Muslimbrüder in Schweden. Landis findet dies dann allerdings doch nicht sonderlich überraschend, weil die ersten Proteste eigentlich bereits am 04. Februar 2011 angefangen haben sollen in Syrien. Und das ist auch das Datum, an dem zum „Tag des Zorns“ in Daraa erstmals aufgerufen worden sein soll, und nicht, wie sonst behauptet wird, dass es erst im März 2011 der Fall gewesen sein soll. Nur: Beim ersten Aufruf seien keine Proteste der Bevölkerung gefolgt. Als dann allerdings am 06. März 2011 Kinder in der Stadt Daraa verhaftet wurden, die aufrührerisch gewesen sein sollen, erhob sich der Zorn des Volkes erstmals – und seither ist, mehr oder minder, Krieg in Syrien.

Und in Zeiten des Krieges geschehen viele eigenartige Dinge, so auch im von Kurden mehrheitlich bewohnten Teil Syriens – in Derik (Malikiyah). Dort wurden Armenier und Assyrer, die dort ebenfalls recht zahlreich leben – noch -, von Seiten der kurdischen Behörden dazu angehalten, ihre Schulen zu schließen. Der Grund: Sie hatten es abgelehnt, den von den Kurden herausgegebenen Lehrplan umzusetzen. Die Quelle ist allerdings eine, der durchaus nicht immer, finden wir, abgenommen werden kann, dass sie neutral berichtet.
Nun, inzwischen sind am anderen Ende des Landes, nämlich an der jordanischen Grenze, doch wirklich die Grenztore aufgegangen. Busse verkehren wieder, sodass beispielsweise direkt von Dschidda/Saudi Arabien über Jordanien nach Damaskus gefahren werden kann. Solch Busfahrt kostet Einheimische, also Syrer, rund 85 Dollars. Noch ist der syrisch-irakische Grenzübergang bei al-Bukamal geschlossen.
Und weil wir schon dabei sind: Die private syrische Fluglinie namens Cham Wings hat Flüge von und nach Amman/Jordanien wieder aufgenommen. Gehören tut die Linie einem Mann namens Rami Machluf. Er ist der Cousin des Baschar al-Assads. Sie sehen, Jordanien baut auf Normalisierung mit dem blutbefleckten Assad, und ernährt sich währenddessen ‚lustig‘ weiterhin von Geldern, die gewiss auch ihre Steuerbeiträge mittragen.

Allerdings – man mag es gar nicht glauben und vielleicht ist es auch schon wieder im Erdboden verschwunden, so ganz still und heimlich, wie ja so manches manchmal wieder aus dem Rampenlicht gerät, wo es vielleicht fälschlich hineingeriet – ist Rifaat al-Assad ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder und natürlich Geldwäsche angehängt worden. Der Rifaat ist der Onkel des Baschar al-Assads. Der ‚gute‘ Rifaat lebt/e seines Zeichens im Exil und NGO’s haben sich auch daher sogleich an ihn drangehängt. Und so kam es nun zu einer Anzeige. Es geht also darum herauszufinden, woher dieser Assad den wohl all die Kohle hat, die er hat. Dass in Hama seinerzeit 40.000 Menschen bei einem Aufstand abgeschlachtet wurden, soll ihm, dem Rifaat, aber nicht angehängt werden, meint einer der NGO’s. Sagen wir mal, es soll ihm noch nicht angehängt werden.

Am 27. August 2018 wird von sogenannten Aktivisten berichtet, die US-geführte Koalition habe eine Militärbasis in al-Hagien errichtet. Und das liegt in der Provinz Deir az-Zor. Dort im Osten soll der IS noch recht stark sein. Zu jenem Zeitpunkt unterhielt er dort jedenfalls noch 5 Militärbasen, wird berichtet. Bekanntlich liegt Hagien jetzt nicht gerade weit entfernt von der türkischen Grenze, wie auch der irakischen.

Warum die USA dort in der Region Deir az-Zor sind? Klar doch, dort fließt Erdöl. 40.000 Barrel täglich. Wahrscheinlich spottbillig. Ja, und die so genannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben der IS das Ölfeld bei Tanak ja vor einiger Zeit abgenommen, wie hier bereits in einem vorhergehenden Bericht erwähnt wurde. Der Kreis des – nennen wir es – Unverständlichen schließt sich, vor dem Hintergrund, dass die USA dort in der Region ihren Fuß drin haben und mit den Kurden im Boot sitzen, und zwar dann, wenn zutrifft, dass die SDF Teile des erworbenen Öls wiederum an das Assad-Regime verkaufen soll.
Überhaupt gibt es in der Region Deir ez-Zor noch weitere Ölfelder, und zwar das Ölfeld: Omar, Ward, Afra, Kewari, Gafra, Garnuf, Azrak, Kahar, Sueytat und Ghalban.
‚Erfreulich‘ also zu erfahren, dass die USA unweit der Region Deir az-Zor, nämlich in Kobane, genauer bei Hassake und Ayn al-Arab, nach Berichten seitens der Iraner Radarsysteme aufgestellt hat. Ebenso soll Washington noch mehr Waffen an die kurdischen PYD/YPG-Kämpfer verteilt haben – oder verkauft?
Am 26ten oder 27ten August 2018 sollen YPG-Kämpfer den FSA-Kommandanten Abu Muhammad al Schamali in Afrin hingerichtet haben.

Zwischenzeitlich wurde ermittelt, dass mehr als 1,75 Millionen Kinder, die in Syrien leben, die Schulen nicht besuchen können (@hadialbahara vom ICRC). Jetzt, im September 2018, berichtet Hadi Albahara, wird es ein Geschäftstreffen geben, an dem dutzende russische Investoren teilnehmen werden. Des Weiteren: Einer Firma ist kürzlich die Lizenz zum Betreiben einer Shopping Mall entzogen worden. Dieselbe erhielt sodann ein Mitglied des Regimes, berichtet Bahara. Kann man sich gar nicht vorstellen, dass es eine Shopping Mall geben soll. Überhaupt scheint das Leben in Damaskus wieder relativ normal seinen Lauf zu nehmen. Was auch immer „relativ normal“ in Wirklichkeit bedeuten mag.

Der oben genannte Cousin Baschars, Herr Machluf, soll jedenfalls zwei ägyptische Investoren ‚erfolgreich‘ von syrischen Markt verdrängt haben, nämlich vorerst Herrn Nagib Sawiris und Herrn Mansur Amer.
Anfang des Monats September 2018 wird gemeldet, dass die Hayat Tahrir asch-Schams-Kämpfer sich nun doch der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront angeschlossen haben.

Gestern, am 07. September 2018, war Präsident Erdoğan zusammen mit Putin und dem iranischen Führer im Fernsehen zu sehen. Es ging um Idlib. Erdoğan als einziger sprach sich öffentlich dafür aus, keine Großoffensive zu starten, sondern zu verhandeln. Klar, er hat Angst, dass viele Flüchtlinge die eh schon überforderte Grenze/Ökonomie der Türkei überrennen oder -fordern werden, sollte der Großangriff und in seiner Folge eine Fluchtbewegung demnächst stattfinden beziehungsweise einsetzen. Doch wahrscheinlich sitzen Erdoğan vor allem auch alte, heimliche Verbündete im Nacken, diejenigen, die wie er von islamischem Staat und Kalifat et cetera mit ihm zusammen – heimlich – träumten. Und in der weiter oben genannten Nationalen Befreiungsfront der Türkei in Syrien dürfte sich so manch uns Westlern suspektes Element befinden, welches wir wohl als extremistisch oder extrem islamistisch einstuften, dabei keine Mühe hätten.
Schon bald, ist zu befürchten oder zu hoffen – ganz, wie es Ihnen beliebt -, beißt sich der Erdoğan in Ankara mit seiner – geheim geführten – islamistischen Agenda in den eigenen Schwanz!?

Derweil verstärkten die USA ihre Präsenz im südöstlichen Mittelmeer. Der amerikanische Lenkwaffenzerstörer „Ross“ ist am 25. August dort aufgelaufen. Liegt wahrscheinlich in Limassol zuweilen vor Anker und wenn nicht, dann gewiss vor Zypern irgendwo im Meer.
Wer spielt welches ‚Spiel‘, ist die Frage. Und in diesem Kontext macht sich der Außenminister Syriens gewisse ‚Sorgen‘, und zwar um die Provinz Hatay, die nach dem Ersten Weltkrieg der Türkei zugesprochen wurde. In anderen Worten: Assad und Russland würden bei einer weiteren Schwächung der Erdoğan-Regierung, die aufgrund einer übertrieben exponierten und überrissenen Politik im Entstehen ist, dann wohl nicht davor zurückschrecken wollen, die derzeit noch so genannte Provinz Hatay ins Reich der Assads (und Putins) zurückzuholen. Iskenderun, die Hauptstadt Hatays gehörte bis 1938 zu Syrien, welches damals französisches Mandatsgebiet war. Und die Russen haben sich ja vorsorglich schon – mehr oder minder – die daran angrenzende Provinz namens Latakiya im heutigen Syrien unter den Nagel gerissen. Es könnte also gut reinpassen, Hatay.

Kommen wir nun noch schnell zu gewissen Begriffen, die man sich wohl aneignen ‚muss‘ – ob man es will oder nicht. Sie, verehrte Leser/innen könnten nämlich schon demnächst vermehrt von sogenannten „Assadisten“ hören. Das sind keine Sadisten, die nach Art der Assads foltern, sondern unter dem Begriff werden – noch – vorrangig jene geführt, die im Westen Assad ganz besonders treu zur Seite stehen (sollen). Eine DER Multiplikatoren des Assadismus, so nennen wir das hier nun schnell und kurz, soll eine gewisse Vanessa Beeley sein. Sie soll sich vor allem damit hervortun, die Einsätze der Weißhelme in den Dreck zu ziehen.

Um die Sache zu den Assadisten hier möglichst kurz zu halten (Sie können das im Internet googeln, oder Seite 34 des „Killing the truth reports“ etc.), könnte für Sie als Deutschsprecher vielleicht noch interessant sein, wer angeblich alles aus dem deutschsprachigen Raum als Assadist genannt wird im Netz:

Christian Blex, Michael Lüders, Sahra Wagenknecht, von Storch, Jürgen Todenhöfer, Hans-Thomas Tillschneider, Jürgen Pohl, Harald Kujat, Marco Glowatzki, Günter Meyer etc.

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Syrien Aug – Sept 2

Noch Anfang des Monats August 2018 hat der Präsident der Nationalen Syrischen Koalition, Herr Abdulrahman Mustafa, die EU-Vertreterin Laura Scarpetta aufgefordert, den Plan Russlands bezüglich der Rückkehr der Flüchtlinge nach Syrien abzulehnen. Das Terrain sei längst noch nicht sicher genug dafür.
Anfang August gilt – ebenfalls festzuhalten, da gerade von Sicherheit die Rede war -, dass an die 10 hochrangige Offiziere des Assad-Regimes verhaftet worden sein sollen vonseiten des Regimes. Sogar 4 aus der Präsidentengarde sollen darunter sein. Niemand weiß genau, warum, weshalb und wieso. Vielleicht war ja ein Attentat auf den syrischen Präsidenten geplant? Vielleicht hat der Zuletztgenannte und sein Sicherheitsapparat sich ein Attentat nur eingeredet oder einreden lassen? Vielleicht ist da jemand inzwischen hypernervös auf dem Präsidentensessel oder jemand dahinterstehend, der oder die als Erbe/in dieses präsidialen Sitzes sich in Stellung bringt?

Kann gut sein, dass wir nie erfahren werden, was genau los war, weil vermutlich keine Akten dazu angelegt werden.
Vermutlich wird aber folgendes in irgendwelchen Akten vermerkt worden sein: Israel beginnt, die kurdische PYD als einen verlängerten Arm Teherans zu betrachten, wird vermeldet. Und wir erinnern: Auch die Kurden der PYD dienten sich vor Kurzem Assad an, um für ihn im Süden Syriens auf ‚Säuberungsaktion‘ zu gehen.
Und dann dies noch kurz eingestreut: Die PYD, berichtet die Hawar News Agency, soll die Lizenz beantragt haben, um weitere Abteilungen im Land eröffnen zu dürfen.
Die kurdische YPG soll indes in und um Manbitsch verhaften, aber so auch in der Stadt Raqqa. Die Gefangengenommenen werden, wie es üblich geworden zu sein scheint, zwangsrekrutiert, und wer von den Gefangenen nicht mitmachen will, wird … .
Dem nicht genug, sagte der Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), sein Name ist Nuri Mahmud, er und seine Leute werden Anschläge auf jene demnächst verüben, die sich aus Ost-Ghouta nach Afrin flüchteten. Es handelt sich hier vorwiegend um Zivilisten. Damit sollen von der Türkei und anderen Interessierten begonnene demografische Veränderungen der Zusammensetzung der dortigen Bevölkerung unterbunden werden. Bild-Reporter Röpcke dazu: „Zeit, die Organisation in Deutschland der PKK gleichzustellen!“
Nun, Herr Röpcke, gern wollen wir mal sehen, wie Sie reagieren, wenn beispielsweise Französischsprecher von irgendwoher in Kehl und dessen unmittelbarer Umgebung in sehr großer Zahl angesiedelt würden und das Gerücht umginge, dass dieser Teil Deutschlands wahrscheinlich schon bald Frankreich anheimfallen könnte oder dürfte. Dieser Vergleich hinkt zugegebenermaßen, aber es ist nun mal so, dass Afrin eigentlich mehrheitlich von Menschen, die sich als Kurden outen bewohnt wurde – und noch bewohnt wird.

 

All die Operationen der Türkei im Nachbarland, in Syrien also, werden auch von vielen Türken äußerst kritisch betrachtet und beurteilt, so zum Beispiel von Emin Çölaşan in der Sözcü-Tageszeitung der Türkei. Und so dürfen diese Kritiker auch noch vernehmen, dass Ende des Monats August 2018 die Türkei nun definitiv begonnen hat, vorgefertigte Kabinen nach Idlib für Beobachtungsposten zu bringen. Ankara ließ des Weiteren wissen, es sei dort ebenfalls das Anbringen von Luftabwehrsystemen geplant, damit die Deeskalationslinie verstärkt werde.
Wie auch immer dem sei:
Russland konnte damit offenbar nicht abgeschreckt werden, siehe russischen Angriff auf Idlib am 04. 09. 2018, also knapp 3 Wochen später, der erfolgt sein soll. Çölaşan findet in einem Artikel Anfang September 2018, dass viel zu viel Geld, welches in der Türkei dringender benötigt werde, in den sogenannten „Wiederaufbau“ in Syrien fließe. Faisal Kasim von al-Jazeera pflichtet dem gewissermaßen bei, indem er behauptet, beziehungsweise fragt, ob dies der Preis ist, den die Türkei zahlt, weil sie den von den USA und den Israelis unterstützten Plan verhinderte, einen kurdischen Staat im Norden Syriens entstehen zu lassen?
Man höre. Die kurdische YPG hat währenddessen offenbar weitere Gespräche mit Vertretern des Assad-Regimes Mitte des Monats August geführt. SDF-Kommandeure, von den USA unterstützte Rebellen, sollen an diesen Gesprächen teilgenommen haben. Der Sprecher der kurdischen PYD/YPG, Herr Kino Gabriel, verlautbart, wahrscheinlich ohne rot zu werden, dass es in Zusammenhang mit einer vom Assad-Regime geplanten Offensive auf Idlib keine Koordination mit dem Regime geben werde. Heute, am 04. 09. 2018, wie bereits erwähnt, war in der türkischen Presse (Anadolu) zu lesen, die Russen hätten damit begonnen, Idlib zu bombardieren. Die Frage lautet nun selbstverständlich: Ist das etwa der Beginn der Großoffensive, von der alle Welt redet? Hier wird Ihnen schon bald dazu eine Antwort geliefert. Es ist nun Stunden später, die News wurden nochmals gecheckt und es hat den Anschein, als liefe alles noch seinen ‚normalen‘ Weg. So darf vernommen werden, ebenfalls von der türkischen Anadolu Newsagency von heute, dem 05. 09. 2018, dass ungefähr 15% der Syrer, die in die Türkei geflüchtet waren und wegen dem islamischen Opferfest 2017 zurück nach Syrien fuhren, nicht mehr zurückgekehrt sein in die Türkei. Im Jahr 2018 sieht die ‚Ausbeute‘ aus türkischer Sicht noch positiver aus: Es sollen über 50% dieser Leute in Syrien zurückgeblieben sein. Die Türkei wertet diesen Befund als Beweis dessen, dass sie in Teilen Syriens akzeptable Rückkehrmöglichkeiten geschaffen habe – manche fragen sich aber auch, ob die Lage der Geflüchteten etwa so desperat ist in der Türkei, dass sie das wirklich existente Risiko an den ‚Galgen‘ zu kommen eingehen. Siehe dazu mehr, weiter unten im Text.
                                                                                           (Gemälde: Frau d’Hart)

Zwischenzeitlich liefen Gespräche über eine Wiedereröffnung des Grenzübergangs Nasieb nach Jordanien. Handel und dergleichen sollen intensiviert werden. Somit hätte Assad & Co. schon eine der wichtigsten Hürden genommen, wenn die angesprochene Wiedereröffnung der Grenze zu Jordanien umgesetzt wird/worden ist, um demnach frech und scheinbar selbstbewusst wieder Gesicht zeigen zu können – auf internationalem Terrain. Zwar eine blutige Fratze, die Baschar da vermutlich nur aufweisen kann, zugegeben mit verschmitztem Lächeln zuweilen, doch was soll’s. Man hat sich in der angeblich zivilisierten Welt an solch Aussehen scheinbar eh adaptiert – vielleicht es sogar zur Mode bestellt?
Hingegen findet der Ministerpräsident des Libanon, Hariri, dass, sollte jemand den Libanon dazu zwingen wollen, mit Assad zu kooperieren, werde er, Hariri, kein Kabinett bilden. Sie erinnern gewiss, dass es im Libanon ganz besonders israelfeindliche Gruppierungen geben soll, nämlich vorrangig die „Hisbollah“. Nun ist zu lesen, dass jemand namens Omar Madaniah schreibt, ein sogenannter Medienaktivist, dass diese Feststellung oder Zuschreibung erstunken und erlogen sei – inzwischen. Soll bedeuten: Madaniah behauptet, dass der Widerstand gegen Israel, von dem der Führer der Hisbollah andauern quatsche, nur noch gespielt sei, eine Maske hinter der er und seine Organisation sich verstecke sei und nichts Weiteres. Als Art Beweis führt dieser Autor den Umstand an, wenn es denn stimmt, was er sagt, dass das Assad-Regime angeblich dem regimenahen Nachrichtensender „al-Jadeed“ gesteckt habe, dass mit einer hochrangigen Militärdelegation die Eröffnung eines Übergangs nach Israel besprochen worden sein soll. Und das Letztere wäre ja dann wohl schon so in etwa das Gegenteil von dem, was Herr Nasrallah, Kopf der Hisbollah, meist als Worte oder Strategie aus seinem Munde entlässt.

Wie? Ja, genau!

Alles schreit neuerdings „Versöhnung“ in und um Syrien, anscheinend. So auch die Hayat Tahrir asch-Scham-Kämpfer, die nun inzwischen ebenfalls wieder Händchen halten mit Assad. Sie sind nicht die Einzigen. Auch das Rebellenbündnis „Nationale Befreiungsfront“ scheint ganz angetan zu sein von dieser Vision. In diesem Zusammenhang mag noch kurz etwas zu den Totenscheinen gesagt werden, die das Regime neuerdings ‚netterweise‘ ausstellt (siehe auch den Artikel davor).
Ja, unglücklicherweise sind auch die Namen von Kindern auf den Todesscheinen zu finden, die wahrscheinlich auch teils zu Tode gefoltert wurden etc. So zum Beispiel jemand namens Wael, der 2013 verhaftet worden ist und gerademal 12 Jahre alt gewesen sein soll. Weitere Folteropfer sind der Sohn und Vater aus der französischen Schule, die Dabbagh’s. Beide waren anscheinend sehr beliebt, und so geschah auch etwas wie ein kleiner Aufschrei, als nun bekannt wurde, dass die vor etwa 2 Jahren Verschwundenen die ganze Zeit über in den Kerkern Assads gefoltert wurden, und letztlich zu Tode kamen. Ihr Todesschein wurde ebenfalls ausgestellt. Sie hatten an friedlichen Demonstrationen im Jahr 2013 teilgenommen.
Und wen beeindruckt all dies temporäre Demonstrieren der in Syrien Lebenden noch, Assad etwa, die EU?
Massenverhaftungen in Ost-Ghouta wurden anstatt vorgenommen vor Kurzem. An die 100 Männer, die das „Versöhnungsabkommen“ mit dem Regime unterzeichnet hatten, wurden in Arbien verhaftet und anscheinend danach zwangsrekrutiert. Gleiches geschah in der Ortschaft Dael, südwestlich von Daraa. Es ist also die Rede von Massenverhaftungen.
Eigentlich geht es ja NUR um das Beseitigen der IS-Kämpfer, wird immer wieder gern behauptet. Dieses Argument scheint zu DER Rechtfertigung für Alles und für jeden zu verkommen – auch für jene, die sich 1.000 km und weiter weg von diesen Geschehen in Syrien wähnen. Nach CIA-Info soll es derzeit noch so an die 15.000 IS-Kämpfer auf syrischem Territorium geben.
Zur Mitte des Monats August 18 wurde gemeldet, dass Artillerie und Raketen von Seiten des Regimes südlich von Idlib abgefeuert wurden. Bekanntlich steht dort ja vielleicht noch immer die so genannte Großoffensive aus – wir werden es bereits in ein paar Tagen wissen, ob sie schon begonnen hat. Das zuvor Gesagte, also die paar abgefeuerten Raketen etc., darf dann wohl als Art psychologisch erster Schlag gewertet werden, als Vorgeplänkel, den/welches das Regime vorsorglich schon mal ‚inszenieren‘ lässt. Fassbomben sollen Tage danach in einer Ortschaft namens at-Timani’a ‚runtergepurzelt‘ sein (Idlib). Der Bild-Journalist Röpcke berichtet, es gebe in Idlib ungefähr eine Million Kinder. Die ersten hätten Assad und die Russen bereits begonnen zu killen. Kinder machten 30% der Bevölkerung vor Ort aus.
Ob sich die Türkei gegen die sich aufbauende Großoffensive in Idlib stellen wird, ist eher nicht zu erwarten, weil Russland dabei ja dicke im ‚Spiel‘ ist/sein dürfte. Wenn die Leute aus Idlib flüchten, dann wird es wohl in Richtung Türkei sein – auch wenn die ihre Grenzen eventuell geschlossen hält.
Letztere ist derzeit sehr angeschlagen, finanziell und überhaupt! Die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, Sergej Lawrow, der russische Außenminister, habe bei einer Pressekonferenz wissen lassen, dass die Deeskalationsvereinbarung für Idlib „Terroristen“ nicht einschließe. Assad könne daher Terroristen in ganz Syrien jagen, so Lawrow.
Aber: Wer ist alles ein Terrorist in einem Land wie Syrien und wann und wie sowie für wie lange?

Geht es noch zynischer?

Um es nochmals vor Augen zu führen, über wen hier vor allem geschrieben wird – und wie mies und verlogen der Westen vor diesem Hintergrund dasteht, der voraussichtlich auch noch das böse Spiel mitzuspielen gedenkt, nämlich, die Normalisierung der Beziehungen zu einem Regime namens Assad in Syrien.
Also: 2017 endeten um die 100.000 Menschen, das wurde vom Regime höchstpersönlich bekanntgegeben kürzlich, in den Kerkern der Assads – wir alle ahnen bei den meisten wie sie ihr Leben ließen. Eine spezifische Todesursache wurde meist nicht angegeben, obgleich woanders (wie auch hier) vermeldet wurde, dass „Herzversagen“ usw. meistens angegeben worden sein soll.
Eigentlich auch egal, ob Herzversagen oder Lungenembolie, wenn die Haftumstände vorrangig die Todesursache sind/sein dürften (Folter).

Andernorts auf ‚syrischem‘ Terrain passiert ungefähr so ein ähnlicher Wahnsinn wie der eben geschilderte. Diesmal muss der Blick dazu nur in den Norden des Landes etwas genauer gerichtet werden, denn dort wurde in der Stadt Afrin begonnen, wie hier bereits berichtet wurde, weitere Plätze in dieser mehrheitlich kurdisch besiedelten Stadt umzubenennen. Jetzt gibt es in Afrin ENDLICH einen „Recep Tayyip Erdoğan-Platz“. Früher hieß dieser Ort „Narus“. Drei weitere Straßen wurden des Weiteren umbenannt, und weil es nicht reicht offenbar, heißt eine dieser Straßen nun „Erdoğan-Straße“, eine weitere soll den Namen „Olivenzweig“ erhalten haben. Wie Sie erinnern, verehrte Leser, heißt eine der Offensiven der Türkei in Syrien so, „Zeytun Dalı“. Die andere heißt martialisch „Euphrat Abschirmung“ (fırat kalkanı).

Erdogan am 12. August 2018:
„Die Türkische Republik wird neue Gebiete in Syrien befreien. Unsere Erneuerungsarbeiten in Manbitsch und die Wiederansiedlung seiner ursprünglichen Bewohner wird weiterverfolgt! Militärische, wie auch diplomatische Unterfangen in Idlib werden beschleunigt, damit eine Katastrophe verhindert wird.“

Und noch erfreulicher:

Der syrische Außenminister, Herr Walid al- Mou’allem, hatte etwa Mitte August 2018 den tschechischen Außenminister Jan Hamacek zu Besuch – bilaterale Gespräche und so. Nebenbei hat Letzterer offenbar erwirkt, dass 2 Menschen, darunter ein Deutscher, freigelassen wurden. Sie waren nahe der Grenze (Irak-Syrien) wegen unerlaubtem Grenzübertritt vor Monaten bereits in syrische Haft gelangt. Leider konnte der Name des Deutschen unsererseits noch nicht ermittelt werden – oder was ihn in jene Region führte.
Dank dieser Freilassung, wer weiß, darf das Regime vielleicht weiterhin und insgeheim via der Spezialeinheit „Tiger-Kräfte“, die bekannt ist für Enthauptungen und Massaker etc., Handel mit dem IS treiben – und alle tun brav so, als würde es niemand mitkriegen. Dieser Handel umfasst unter anderem auch den mit Frauen, mit Rauschgift und Gütern, die geplündert wurden etc.

 

Doch ganz rund scheint es für das Assad-Regime im ‚eigenen‘ Land dann dennoch nicht zu laufen. So musste es die Kontrolle am Übergang bei Morek, Provinz Hama, räumen, da die Russen offensichtlich dafür mehr Verwendung haben – oder so. Ein Militärexperte namens Navvar Saban soll geschrieben haben, die Iraner seien über den eben genannten Vorfall äußerst verärgert worden. Ein weiterer Übergang in der Region Hama sei indes geschlossen worden, nämlich jener bei Qalaat al-Madiq.
Ungefähr genau so forsch wie die Russen vorgehen, scheint auch der stellvertretende Außenminister des Assad-Regimes, Herr Faisal Mekdad, so in etwa unterwegs zu sein. Der stellt sich hin und sagt, die Sanktionen der Europäer gegen sein Land sind auf der Stelle aufzugeben! Schließlich bemühe sich Damaskus, Geflüchtete zurück ins Land zu holen (in die Mausefalle, wie gesagt). Hilfe sei willkommen aus dem Ausland, allerdings ohne Bedingungen. Angeblich hätte man 250 Krankenhäuser wiederaufgebaut und 5.000 Schulen wiedereröffnet. 3,5 Millionen Syrer seien bereits in ihre Häuser zurückgekehrt. Ein Ende des Embargos von Seiten der Europäer würde die Wirtschaft ankurbeln; und dann wäre eigentlich alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen – oder so ähnlich, ließ auch Hussein Machluf, der Minister für Öffentliche Verwaltung Syriens wissen.
Wir befürchten gemeinsam mit Charles Lister, der als Nahostexperte firmiert, dass die Aufhebung der Sanktionen lediglich die Massenmordstrategie des Regimes anzukurbeln hilft. Die „Vernichtungspolitik gegen die syrische Bevölkerung“ würde eine intensivierte Fortsetzung erfahren.

 

Hurra, freuen Sie sich auch einmal all dies hier lesend, denn die Ahrar Hayan Brigade wurde im Norden Syriens gegründet, genauer in Aleppo. Das ist ein Zusammenschluss vieler böser Jungs, wie der „Gaisch al-Ahrar“ mit „Suqor asch-Scham“ mit „Tadschamu Dimaschq“ mit „Ahrar asch-Scham“ und mit „Nur Eldin Zenki“. Falls jemand vergessen wurde, bitten wir, deshalb nicht gleich Feuer auf uns zu richten.
„Die Türkei versucht schon seit Monaten, die Rebellen in Idlib, Hama und im Süden und Westen von Aleppo zu vereinen“, meinte Elizabeth Tsurkov, eine israelische Syrienkennerin in der Qassioun News.

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Noch zwei-drei Vorbemerkungen. Wie auch zum Norden von Zypern gibt es zu Syrien nichts und dann aber auch wieder sehr viel zu sagen.

Sie sehen: man muss sich entscheiden im Leben.

Anstatt andauernd über den Süden Zyperns zu berichten, was zuweilen recht strapaziös werden kann, da sich offensichtlich nichts tut in Sachen Wiedervereinigung der Insel, und da andere Themen hinter diesem Thema irgendwie verblassen in der südzyprischen Politik, wird es als erforderlich erachtet, sich eben anstatt mal mit Nordzypern, Syrien, der Türkei und wahrscheinlich auch schon bald mal etwas eingehender mit den Dingen zu beschäftigen, die sich im Libanon zusammenbrauen.
Letztlich geht es selbstverständlich darum, wie könnte es bei einer Webseite mit diesem Namen anders sein, Zypern als Ganzes in den Vordergrund auf diese Art und Weise zu rücken, indem – längst nicht alle – wichtigsten Akteure oder ‚Spielwiesen‘ gewisser Akteure mal eingehender als sonst beleuchtet werden.

Nun, auf-auf zur scheinbar unendlichen Geschichte mit von uns ganz spezifisch ausgesuchten Details, die nur einen Bruchteil dessen abdecken können, was von statten geht, aber dies wiederum bemüht darum, auf unsere Weise Syrien zu beleuchten und verständlicher zu machen.
Ganz auf der Höhe der Zeit ist dieser Artikel hier (noch) nicht. Er hinkt ungefähr 3 Wochen hinter her. In der Folge werden weitere Artikel folgen den Monat September hindurch, um Ihnen sodann und vorerst das oben Angesagte zu Syrien für den Zeitraum August-September 2018 zu liefern; sodass Sie also bis Ende Monat auf den aktuellsten Stand gebracht sein werden:
Syrien!
Auf unserer Webseite (bei Facebook) kann ein hochinteressantes Interview gefunden werden von Herrn Heintz zum Thema. Es wird allerdings auf Englisch geführt, und hier scheint niemand in Stimmung, sorry, Ihnen das wirklich sehr informative, ja wichtige Interview, übersetzen zu wollen – sollten Sie einer solchen sprachlichen Transferleistung überhaupt bedürfen.

Nach 11 Tagen Kampf hat das Assad-Regime anscheinend das im Südwesten Syriens gelegene Yarmouk-Tal der IS abgekämpft. Interessant ist in letzter Zeit das folgende Detail, welches vermehrt bei solch gearteten Aktionen des Regimes zu vernehmen ist, nämlich, dass zur Wiederinanspruchnahme eines Gebietes oder einer Stadt seitens des Regimes ehemalige Rebellen sozusagen als Kanonenfutter und/oder Frontschweine eingesetzt wurden und werden.
Anscheinend wurde in der Stadt Sweida freies Geleit gewährt, sodass 400 IS-Kämpfer plus Familien das Weite suchen konnten. Auch entließen die Schergen Assads angeblich an die 100 Gefangene Krieger Allahs (IS), damit verschleppte Drusen im Gegenzug freikamen. Es soll sich bei Letzteren um Zivilisten handeln. Das angesprochene Unternehmen über die Bühne zu bringen, erwies sich jedoch als schwer durchführbar, da die IS neue Bedingungen gestellt haben soll – die wohl auch sehr gut weiß, dass sich das Assad-Regime eh nur sehr dürftig an Abmachungen hält. Dazu etwas später mehr.
Inzwischen warten wir geradezu auf die sogenannte Großoffensive seitens des Regimes auf die Stadt Idlib unweit der türkischen Grenze. Und Gerüchte, dass Assads Regime schon seit Längerem mit der IS bestens kooperiert, bewahrheiten sich nach Angaben gewisser Quellen mehr und mehr – verquerer Weise könnte man sagen oder: mit allen Wassern gewaschen.
Der russische Sondergesandte für Syrien sagte vor nicht allzu langer Zeit, so etwas würde es in Idlib nicht geben, nämlich eine Großoffensive. Keine Ahnung, wessen Sondergesandter er ist, wenn er das Offensichtlichste, sozusagen, noch nicht mal mitbekommt.
Die Russen quatschen des Weiteren recht verlogen davon, die moderate syrische Opposition müsse ausgerechnet mit der Türkei zusammenarbeiten. Den Russen geht es angeblich vorrangig darum, Angriffe der sogenannten HTS-Milizen (Hayat Tahrir asch-Scham) auf ihre Luftwaffenbasis in Hmeimin nahe der Hafenstadt Latakia derart abzumurksen. Derjenige, den die Russen unterstützen, nämlich Baschar al-Assad selbst, sagte bei seinem Aufenthalt in Sotchi vor nicht allzu langer Zeit, um es nochmals in Erinnerung zu bringen, es werde sehr wohl zu einer Großoffensive auf Idlib kommen.
Baschar al-Assad will ja bekanntlich die Kontrolle über Gesamtsyrien zurück.
Nun, das ist Ansichtssache. Also genauer: Ansichtssache ist, was denn wohl „die Kontrolle über Gesamtsyrien“ nach einer etwaigen Beendung des Konflikts konkret bedeuten wird. Nicht wenige Beobachter gehen davon aus, dass Syrien einfach zu verlockend ist von der Lage her für Russland, wie auch für China, um die sich anbietende Chance wegen europäischer Bedenken oder Versprechen zu verpassen, die Chance, also, hier ein Standbein für längere Zeit zu errichten. Auch die USA werden das nicht mehr verhindern können, wird angenommen.
Und zwar auch deswegen:
Bekanntlich wird Ostafrika immer wichtiger in allen erdenklichen Bereichen – eigentlich Afrika als Ganzes. Und allein aus dieser Sicht macht ein Bein auf oder in Syrien zu haben für die beiden Genannten Großmächte Sinn, auch, um den besten Verbündeten der USA noch besser zukünftig checken zu können: Israel.
Insofern, und wenn alles gut läuft, müssten Syrer zukünftig halt mit russisch-chinesischer Dominanz leben, die aber sehr wohl zu neuer Prosperität und Sicherheit führen könnte. Auch würden auf mittlere Frist gewisse Ambitionen der türkischen und iranischen Nachbarn besser geortet und gemanaged werden können, wäre zu hoffen. Die EU plus die USA haben ihre Chance vor Ort jedenfalls unübersehbar vergeigt. Und viele, wenn sie an Putins Stelle wären, plädieren dafür, die beiden Letzteren, zwar zum Aufbau des Landes heranzuziehen, wie es die Russen ja ganz öffentlich und laut neuerdings vorschlagen, ja fordern, doch sollte die Wiederaufbauhilfe des Westens dann so geschehen, dass dieser für nicht-absehbare Zeit nicht wieder etwas und wirklich zu sagen hat in Syrien. Dass dem Westen keine Möglichkeit gegeben oder eröffnet wird, dort nochmals Unglück, Leid, Hass und Arroganz (mit kolonialem Flair) walten und auch anpflanzen zu lassen.
Russen und Chinesen kann durchaus (noch) zugetraut werden, die Bedürfnisse der Leute und vordringlich der Region besser im Auge zu behalten, finden nicht wenige, zumal sie aus den Fehlern ihrer westlichen Vorgänger gelernt und verstanden haben könnten, dass Schutzherrschaft und Dominanz über oder in einer Region sehr wohl auch Rückwirkungen hat auf das, was – verkürzt gesagt – in Moskau und Peking zukünftig abgehen wird, wie man sagt. Und all dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Russen und Chinesen selbstverständlich ihren Schnitt dennoch machen werden und wollen.
Ergänzend dazu, was der UN-Botschafter Syriens, Herr Jafaari sagte:
„Eine Präsenz türkischer Truppen wird auch zukünftig nicht akzeptiert!“

In den Medien des deutschsprachigen Raums scheint die folgende Nachricht etwas untergegangen zu sein. Sie ist auch vorrangig deswegen nennenswert, da die First Lady Syriens, die Asma al-Assad („Lady Macbeth“), sich einen Brustkrebs ‚eingefangen‘ hat. Bilder von ihr im Krankenhaus mit allem Drum-und-Dran (Schläuche, Kanülen etc.) sind im Netz zu sehen. Viele Kommentatoren sind zwar nicht unbedingt erfreut über ihr Schicksal, doch scheinen sie es durchaus gerecht zu finden, dass auch endlich mal eine von dort OBEN das Schicksal vieler im Dreck, mit Krankheit und in Armut lebenden Syrer hautnah miterleben ‚darf‘.
Die Krankheit seiner Frau hält Baschar selbstverständlich nicht davon ab, auf demokratisch zu machen. Angeblich hätten sich bereits 35.000 Kandidaten für das, was im heutigen Syrien Kommunalwahlen genannt wird, eingeschrieben. Zuletzt kam so etwas im Jahr 2011 vor, und wenn alles einigermaßen glatt verläuft, dann kann der vermeintliche Alleinherrscher in Syrien, Assad, im September die Kandidaten wählen lassen, die er wahrscheinlich eh von seinen Leuten zur Genüge vorher aussieben ließ. 18.478 Sitze in Gemeinderäten müssen angeblich besetzt werden.
Diese Zahl erscheint recht hoch vor dem Hintergrund, dass viele Syrer geflüchtet sind, in Gefängnissen im wahrsten Sinne des Wortes schmoren oder aber zu Tode gefoltert wurden – elend verrecken (mussten), weil eine medizinische Versorgung außerhalb der Folterkammern und/oder Knäste meistens nur gewissen Apparat-Schicks zukommt, und zwar vermutlich rechtzeitig.
Wie dem auch sei: Vorsitzender der Hohen Wahlkommission wird Herr Suleiman al-Kaed sein. Fehlt eigentlich nur noch, was uns hier wenig verwundern würde, würde Herr al-Kaed auch die Todesurkunden ausgestellt haben, im Nebenjob sozusagen, die die Angehörigen von einigen Tausend Häftlingen ereilten oder erreichten. Komischerweise hatten viele auf den Totenscheinen als Todesursache zu lesen: „Herzversagen“ und dergleichen. Sarkastischer geht es kaum noch. Perfide! An die 50.000 derartiger Scheine wurden allein 2017 ausgestellt.
Es würde wohl manch einen wenig wundern, wenn aus den Assad-Kerkern heraus ein Organhandel betrieben wird. Wer Gefangene in derart großer Anzahl abmurkst, der hat gewiss auch Verwendung für Teile ihres Körpers? Wir werden sehen, was da noch alles an die Oberfläche geschwemmt wird in Sachen Wahrheiten eines bizarren, industriell getätigten Geschäfts – oder ähnlich.


Ja, manch einer hat wohl insgeheim Sympathien für jene Menschen, die sich Kurden nennen. Die ewig Unterdrückten, die ewigen Verlierer usw. Und es ist wahr, dass diese Volksgruppe in ihren Kämpfen oder Kriegen unter sich und mit ihren Besatzern schon viele Schulterschlüsse durchlebt hat. Wahrscheinlich war man inzwischen und im Laufe der Zeit schon mit allen am dortigen Konflikt – der Kurdenfrage – Beteiligten irgendwann mal polit-strategisch ‚im Bett‘.
Und so verwundert uns wenig, dass an der zuvor bezeichneten Südfront nahe Israels als Helfer des Regimes plötzlich kurdische YPG-Kräfte im Einsatz sind, und zwar mit dem assadschen Auftrag: „säubern!“
Angeblich verhandelt diese kurdische Miliz seit dem 27. Juli 2018 mit dem vermeintlichen Alleinherrscher von Damaskus. Offiziell verhandle man Versorgungsquellen, was auch immer damit genau gemeint ist. Hier kann man sich darunter durchaus vorstellen, dass nicht nur Nahrung, sondern auch das Aufteilen gemachter Kriegsbeute, von Geraubtem und Geplündertem etc. darunterfällt. Und NATÜRLICH versuchen die Kurden, ihre künftige Rolle im neu entstehenden Syrien möglichst positiv für sich zu justieren; und daher auch ihr strategisches Umschwenken hin zu ihrem eigentlich größten Feind: Baschar, der Unverzeihliche.
Wer dort unten, also in Syrien und Umgebung, nicht lebt oder sich länger aufhielt, kann dieses Verhalten der Kurden wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen. Wir bleiben aber dennoch dabei zu behaupten, dass diese strategischen Anpassungen der Kurden im Lauf der Zeit ihnen zwar das Überleben – mal besser, mal schlechter – sichern konnte, aber zu einem eigenen Staat, den sie ja angeblich unbedingt haben wollen, reicht/e diese Strategie offensichtlich nicht – ja, nie – aus.
Nun ungefähr da, wo die Kurden beim ‚Saubermachen‘ aushalfen, wie oben berichtet, dort so in etwa verläuft ja nun neuerdings wieder so etwas wie eine „Waffenstillstandslinie“, die sich die Russen und die Israelis dort ausgedacht haben. Weil dort sind die Golanhöhen u.a. Und wenn es um dieses von Seiten Israels geraubtes Gebiet geht, dann versteht jeder, dass nun jedweder ‚Spaß‘ aber endgültig vorbei sein muss!
Wahrscheinlich gibt es nicht wenige unter uns, die einsehen, dass dieses Gebiet für Syrer als Heimat vorerst verloren ist. Verwunderlich wäre allerdings nicht, wenn Russland im Verbund mit China, oder aber alleine, sich zu Israel auf diese Höhen gesellt. Erste Schritte Moskaus in diese Richtung können von einigen Beobachtern durchaus bereits abgelesen werden aus dem Bewegungsprofil Moskaus vor Ort.
Das wäre dann so etwas wie Rache Assads und vieler Syrer durch die russische Hintertür!
Noch spricht Moskau allerdings davon, es verspreche Israel, dass syrische Regimegruppen die Waffenstillstandslinie von 1974 nicht überschreiten werden. Bekanntlich sorgt sich Tel Aviv, dass iranische Truppen und andere muslimische Nicht-Syrer, die für Assad den Kopf hinhalten gehen oder hinhalten müssen, zu nahe an das besetzte Gebiet, überhaupt, zu nah an Israel herankommen – dauerhaft.
Um zuletzt Gesagtes etwas biblisch klingend zu umschreiben oder zu verbildlichen:
Wer lange Finger macht, darf mittelfristig noch K/kraftvollere/s erwarten!

Weiter oben war der Verweis darauf, dass wir zu einem Thema nochmals zurückkommen werden bezüglich Assad und den Verlass auf ihn. Kann gut sein, dass Sie in den hiesigen Medien nichts darüber vernehmen konnten, nämlich, dass das syrische Regime inzwischen so etwas wie eine „Versöhnung“ lanciert/e. Nach dem Motto: Du hast zwar etwas (nicht allzu) Böses getan, doch ich, dein Herrscher und Halbgott Assad, ich kann dir armen Sünder meiner Großmut wegen verzeihen, wenn du dich zukünftig brav einreihst – also in etwa so einreihst, wie man sich bei Adolf oder in Nordkorea einzuordnen hat/te.
Viele Syrer lassen sich auf das Ding ein. Auch wenn sogar von sogenannten Fachleuten davon abgeraten wird. Einer dieser Gutgläubigen ist ein Herzchirurg gewesen. Ein recht guter soll er gewesen sein, der sogar mal für Assad unterwegs war, wie man sagt, dann aber die Fronten wechselte – aus welchem Grunde auch immer. Nun, da er in Ost-Ghouta praktiziert haben soll, ist eigentlich der Grund schon benannt: Wahrscheinlich hat er zu viel Unmenschliches gesehen vonseiten des Regimes verursacht, welches nahezu unendlich an seinem Arbeitsplatz ‚Zwischenstation‘ machte. Ja, dieser Chirurg hatte auch Verletzte versorgt.
Aufgrund des sogenannten „Versöhnungsabkommen“ stellte sich der genannte Arzt den Assad-Behörden freiwillig zusammen mit weiteren ungefähr 100.000 Menschen. Russland hat den Korridor, der ihnen dafür geschaffen worden war, entsprechend als „sicher“ deklariert. Herr Dr. Moataz Hittani lebte danach monatelang in einem Auffanglager des Roten Halbmondes. Und dann scheint der Luftwaffengeheimdienst des Regimes ihm einen Besuch gemacht zu haben. Man hat den Doktor wohl verschleppt. Er ward nie wiedergesehen, lebendig. Wahrscheinlich wurde auch er – nachträglich, und das bedeutet wohl aus Rache Assads und/oder seiner Schergen – hingerichtet.
Kurz: Die vermeintliche Versöhnung, die Baschar al-Assad Heimkehrern anbietet, ist eine tödliche Mausefalle. Frau Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung meinte in diesem Zusammenhang: Daher war es wichtig, die Weißhelme dort rauszuholen, sonst hätten sie dasselbe Schicksal erlitten.

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Hisuf

Syrien als Thema hin und wieder aufzugreifen, kann bei einem Nachrichtenportal, welches das südöstliche Mittelmeer nach News vorrangig abklopft, beziehungsweise von dort vorwiegend verbreitet, wohl noch erwartet werden.

Es ist dies allerdings eine sehr komplexe Thematik, die Syrienfrage. Und in etwa so, wie es in der ersten Ausgabe dieser Reihe zu Syrien geschehen ist hier auf Zypernundmehr-News, wird nun auch wieder vorgegangen – nicht stringent nach Datum der Geschehnisse. Es wird in Form einer Übersicht berichtet. Lesern, die Syrien-Themen bei ihrer täglichen Zeitungslektüre ansonsten überblättern, eine Gelegenheit geben, sich mal wieder auf diese Angelegenheit lesend einzulassen – sich nicht mit Verdautem dazu aus Tagesschau und Co. zufriedengeben. Somit wird einem Stratoskop gleich thematisch ausgesucht und Einblick gewährt. Zufall, das Kismet, und wie sie alle noch heißen, spielen also mit!
Wie zu erfahren war, ist das Kismet vielen im Syrien Kämpfenden auch 2018 eine wirklich reale Größe.

Juli 2018

Einen Tag nach seinem Wahlsieg kündigte Erdogan an, wie hier erwartet worden war, noch entschiedener in Syrien Terrorismus bekämpfen zu wollen – was und wer auch immer genauer mit “Terrorismus” gemeint ist. Wir wüssten gern auch genauer, wie entschieden “entschiedener” aussieht. Diese Art Gesamtpaket wird sich wohl noch entpacken.
Jedenfalls marschierten türkische Truppen eben genau nach Teilen von Nordsyrien und verstärkt aus eben genanntem Grund. Eine möglichst breite Zone soll dort in der Gegend ‚endlich‘ erschaffen werden, sodass viele, vielleicht sogar die meisten der rund 4 Millionen Syrer und Syrerinnen, die in der Türkei temporär untergekommen sind, wieder zurück nach Syrien können – auch wenn jener Teil Syriens dann längst noch nicht die angestammte Heimat vieler unter ihnen ist. Denn auf jenem, letzteren heimatlichen Boden hat sich eventuell die syrische Regierung selbst bereits breit gemacht, und die verfolgt wahrscheinlich andere Bebauungs- und/oder Nutzungspläne als die vorherigen Besitzer.

Wie in dieser Syrien-Reihe hier auf Zypernundmehr-News bereits berichtet wurde, kontrolliert die Türkei – eher recht als schlecht – inzwischen so in etwa das gesamte Gebiet zwischen dem Euphrat und der so genannten Westgrenze in Nordsyrien.
Im Süden Syriens bei der Stadt Daraa sind andere Kräfte als die türkischen am Werk – da reden wir besser von einer gewissen, kritischen Nähe zur Grenze nach Israel. Dieselbe vermittelt sich manch Nicht-Juden in etwa, wird hier angenommen, wie wahrscheinlich das Annähern einer solchen Person an die Klagemauer in Jerusalem, was jenem Personenkreis verboten sein dürfte, genauer: zu nah sich dorthin zu begeben, auf Tuchfühlung zu gehen. Ein Ort ist jene Grenznähe also, von dem man seiner besonderen Befindlichkeit wegen besser Abstand nimmt, wenn man nicht in Schwierigkeiten geraten will.
Nun, dort in Daraa wurden Flugblätter abgeworfen, die von einem Einmarsch in diese Region kündeten – wohl gemerkt, gemeint war ein Einmarsch von Teilen der Assadtruppen. Ihr Auftrag: ”Terroristen wegräumen!”
Hisuf (hebräisch)!
Rauswerfen zu sagen oder zu schreiben, dürfte als Übersetzung dieses Hisuf-Terminus Technicus durchaus etwas zu harmlos daherkommen. Abknallen trifft es zwar schon, doch es fehlt irgendwie die Versachlichung des Gegenstands beim Abknallen.

Mal sehen, was sein wird, wenn jene Gegend im Süden Syriens etwas befriedeter ist und friedlichere Zeiten eingebrochen sind – nein, nicht angebrochen, sondern eingebrochen -: wie viele Massengräber DANN in oder bei Daraa freigelegt werden; ausgehoben, nur weil die Erdoberfläche dort mit der Zeit so komisch einbrach usw.

Ja, und in diesem Kontext kommt man thematisch relativ leicht in einer Ortschaft namens Raqqa an, wo Massengräber recht oft freigelegt werden, wahrscheinlich auch, um der Sonne ihren Glanz streitig zu machen: Kinder, Frauen, Männer liegen da wie in einer Marionettenkiste drin. Es sind meistens Kurden, viele von ihnen sehen verwunderlicher Weise gar nicht wie Söldner aus. Sie sind wohl so etwas wie (zivile) Weggeräumt/e.

Warum dieses Detail hier überhaupt angefügt ist? Weil – jetzt kommt es – nicht wenige Analysten und Kriegsbeobachter am Horizont schon gewisse Umrisse eines kriegerischen – darunter geht es leider nicht – kurdisch-arabischen Showdowns aufflammen sehen.

Bekanntlich hatte das Assadregime schon immer gewisse Probleme, seine Macht in den etwas abgelegeneren Provinzen des einstigen Syriens zu behaupten. Rund 6,5 Millionen Syrer leben derzeit allein in den Nachbarländern Syriens, versteht sich, Israel ausgenommen. Letzteres soll nicht mal einen Einzigen aus humanitären Gründen aufgenommen haben. Noch Anfang Juli 2018 ließ der jordanische Ministerpräsident Omar Razzak wissen, dass nun auch Jordanien die Grenze für Syrer nicht mehr öffnen werde – komme, was wolle! Freie Kapazitäten seien längst nicht mehr gegeben im Königreich. Punkt!
Doof auch, dass syrischen Flüchtlingen zu jenem Zeitpunkt noch kein OK gegeben werden konnte, um aus dem Libanon in Richtung Syrien sich (zurück) zu bewegen. Das Assadregime lehnte das nämlich ab!

Wie bereits gesagt: Dieses eben genannte Regime hat meist andere Pläne mit dem verlassenen Besitz Flüchtiger Syrer außerhalb Syriens. Und auch wenn die syrische Regierung inzwischen in den Medien verkünden lässt, jeder könne zurückkommen, das Land sei befreit, ist Vorsicht geboten. All jenen, die sich einst für die syrische Opposition und andere Assadgegner verwendeten, diese Warnung: Aber ihr seid mit diesem Heimkehraufruf natürlich nicht gemeint!
Omar Madaniah twitterte: Über die Rückkehr von Syrern aus dem Libanon reden, ist schön und gut, aber zuvor müssen die libanesischen Hizbollah-Krieger in Syrien mal das Feld räumen!
Diametral zu eben Gesagtem gibt vielleicht auch folgendes mehr Aufschluss darüber, wie diese ‘syrische Akzeptanz-Sache von Menschen‘ so in etwa geht, also: Der ehemalige Chefunterhändler der syrischen Opposition, Muhammad Sabra, schrieb auf seinem Twitter-Account, es gebe eine Liste mit den Namen von Mitgliedern des Verhandlungskomitees für eine syrische Verfassung. Sie erinnern, dass eine Verfassung ausgearbeitet werden soll? Herr Sabra des Weiteren: Sein Name stünde da komischerweise auch auf der Liste. Doch er sehe eine Beteiligung an diesen Verhandlungen als „Verrat an der Revolution” an. Das Verfassungskomitee würde nämlich verräterische Zugeständnisse ans Regime machen, meint Sabra. Unser Fazit: Einmal werden Flüchtlinge zurückgerufen, doch nur jene, die regimetreu sind und waren; und diametral dazu versucht das Regime unliebsame Geister auf gerissene Art und Weise einzufangen, siehe Sabra. Und in beiden Fällen wird ausgefiltert, eben eine typisch Assad-syrische Akzeptanz-Sache.

Apropos Zugeständnisse:

An der syrischen Mittelmeerküste, genauer in Chmeimim auf der russischen Militärbasis, wurde exakt am 07. 07. 2018 die De-Eskalationsvereinbarung Südsyriens zu Grabe getragen. Der türkische Außenminister Çavuşoğlu appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Russen und der US-Amis. Sie waren ja die beiden Mächte, die diese de-eskalierende Vereinbarung eingegangen waren. Zwischenzeitlich dies: Vor dem Hintergrund der Offensive im Süden Syriens, die vonseiten der Assadleute durchgeführt wird, macht sich unter Türken hörbar die Meinung breit: das Assadregime gehört gestoppt. Es handle sich um “unmenschliche Angriffe!”

Eine Waffenruhe ist ja bekanntlich in Hamburg vereinbart worden – Trump war sogar persönlich anwesend. Und das hört man nun darüber: Nicht wenigen Betroffenen kam die verordnete Waffenruhe eher als Täuschungsmanöver vor. Denn Assad habe in jenem Zeitraum Artillerie und schwere Luftangriffe vorbereiten lassen. An der Bodenoffensive, die sich daraus im Lauf der Zeit entwickelte, hat sich auch der Iran beteiligt. Ergebnis: Massenflucht. Fassbomben. Boden-Boden-Raketen. Tote. Drei Krankenhäuser wurden im Süden des Landes zu Ruinen geschossen, jenes in Saida, al Mseifra und al Dschisa.

Smart News berichtet, während Assad im Süden zuschlagen lässt, sollen Assadtruppen 4 ausländische Ärzte der internationalen humanitären Organisation “Ärzte ohne Grenzen” nahe der Stadt Qamischli im Nordosten des Landes verhaftet haben.
Anscheinend greifen die USA dagegen nicht ein. Sie wollen sich ihren Draht zu Russland halten, wird in der libanesischen an Nahar Zeitung vermutet. Der US-amerikanische Sicherheitsberater John Bolton vermeldete, anstatt sich darüber zu beschweren, was Assads Truppen alles treiben, in Moskau mit russischen Entscheidungsträgern die Sicherheitslage im Süden Syriens besprechen zu wollen, so auch ein Ende der Gewalt.

Liest sich doch gut. Immer ‘schön’ reden vom “Ende”, während andernorts die Fetzen fliegen – und mehr.

Ein weiteres, sagen wir sonderbares, gewiss nicht allein in Syrien so oder ähnlich aufkommendes Ende, sollen nach Angaben der SANA, dem offiziellen Presse-Sprachrohr Assads, Medikamente israelischer Herkunft zur Behandlung von Bluthochdruck genommen haben. Weil die Empfänger sollten, offiziell, Syrer sein, die in Quneitra leben, welches eigentlich schon fast in Israel gelegen ist?
Diese lieben Leute aus Quneitra haben – gewollt oder ungewollt, man weiß es in kriegerischen Zeiten wahrscheinlich nie so genau – ihre Medikamente anscheinend nach Ost-Daraa verkauft. Hier ist gut zu wissen, dass Leute, die aus Daraa stammen, keine Art direkte Unterstützungen aus Israel zu erwarten haben in der Regel.

Ziemlich sicher ist jedoch, dass einige Dutzend Häftlinge, die im Roumieh-Gefängnis irgendwo im Libanon einsitzen, an dem Verkauf von diesen Medikamenten nicht beteiligt waren. Die müssen noch Schlimmeres getan haben als Medikamente auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Das libanesische Militärgericht verhängte nämlich Todesstrafen und lebenslange Haft für diesen Personenkreis. Auch an einige Jugendlichen erging solch hartes Urteil, die noch unter 15 Jahren sein sollen: Mashour al Waer, Abdul Rahman al Waer, Abdullah Zakaria und Sultan Harbasch.
Die meisten der Verurteilten seien zwar Regimegegner, aber keine Terroristen, wird beteuert. Sie wurden im Arsal-Flüchtlingslager bereits 2013/14 verhaftet.
Ganz gewiss haben diese Gefangenen ebenfalls nicht ein 53m hohes Abbild des PKK-Führers Öcalan in der Stadt Afrin abgemacht. Sultan Murad Rebellen waren es nämlich, die das große Poster unmittelbar nach dem Wahlsieg Erdogans dort abgenommen haben.

Wundert Sie jetzt etwa zu erfahren, verehrte Leser, dass ausgerechnet eine spanische Firma – trotz der EU-Sanktionen, die gegen Assad & Co verhängt wurden – geneigt sein soll, eine Photovoltaikanlage in Syrien aufzubauen – womöglich, damit ENDLICH wieder rund um die Uhr mit Elektro-’Toys’ gefoltert werden kann?

Das Foltern ist vielleicht die finsterste Seite Syriens, und war schon allein daher vielen Syrern den leider inzwischen recht versauten „Syrischen Frühling“ wert. Folter scheint in Syrien und anderenorts als legales Mittel ‚demokratischer’ Machtausübung verstanden zu werden – seit Jahrzehnten bereits.

Und so haben wir eigentlich nur noch an solch Message, wie die in der Etilaf.org zu glauben, wo in etwa geschrieben steht: Ministerpräsident der syrischen Interimsregierung, Herr Jawad Abu Hatab, sagte in Istanbul beim Treffen mit Vertretern der “Freunde Syriens”, dass die Interimsregierung schon seit zwei Jahren in befreiten Gebieten arbeite. Top-Priorität habe Stabilität zu erlangen sowie einen politischen Prozess innerhalb der Bevölkerung loszutreten, auch Dienstleistungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Lokalräte anzubieten. Konzentriert wird auf 7 wichtige Bereiche dabei, nämlich: Polizei, Justiz, Gesetzgebung, Freie Syrische Armee, zivile Gefängnisse, Behörde für Statistik, Ausweitung von Berufs- und Hochschulausbildung sowie Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen (Wiederaufbau, Sanierung, Verkehrsnetze).
Und: Erstmals wurde eine Frau, Imam Haschem, zur Vorsitzenden des Lokalrats von Aleppo gewählt.
Alles gut und schön, mögen auch Sie hier angekommen im Text denken, nur: Es gehen noch recht viele Sprengsätze in die Luft – landauf, landab. Auch Teile der türkischen Truppen scheinen ein beliebtes Ziel geworden zu sein. Auch wenn die türkische Propaganda von befreiten Syrern berichtet, von denen einige auch willfährig in die Kameras sagen, dass sie sehr dankbar seien, dass die Türkei aushilft. Es ist dennoch gewiss keine Freude, als junger türkischer Soldat an einem der inzwischen installierten Militärposten im Norden Syriens seinen Dienst abzureißen. Es soll genau 12 davon geben. Denn, wie schreibt Julian Röpcke von der Bild-Journal: „Nachdem die USA die moderaten syrischen Rebellen, die sich auf die Garantie ihrer Sicherheit (durch Trump persönlich) verließen, verraten haben, dringen Assad-Truppen, unterstützt von iranischen Milizen & russischer Luftwaffe, schnell vor.”

Außerdem sei mal all jenen gesagt, die glauben oder verbreiten, die USA wollten das Assad-Regime stürzen, dass das wohl ein Märchen des Westens bleibt. Denn die Rebellengruppen erhalten seit Jahren Munition und Waffen plus finanzielle Unterstützung aus Washington, wie uns allen ja bekannt ist. Aber vielleicht ist schon in Vergessenheit geraten, dass all das Geld und Waffen von Uncle Sam unter der Voraussetzung gewährt werden, damit nur Islamisten zu bekämpfen, aber nicht Assad oder seine Verbündeten.

Und auch wenn die Syrer teils gedeckt durch Israel im Süden und andernorts in Syrien Erfolge verbuchen beim Zurückgewinn von einst durch die Freie Armee eroberten Gebiete, so sollte das – ganz dringender Appell an Damaskus – nach Einschätzung der einen oder des anderen Experten/in nicht so verstanden werden, dass Israel nun gleich so eine Art Schutzmacht Syriens ist.
Interessenlagen sind eben veränderlich. Und der gewährte Schutz von gestern, kann schon der heutige Grund für Streitigkeiten sein usw. Soll heißen: Israel hat andere Prioritäten und eigene Interessen. Wem es noch nicht aufgefallen ist, der besehe sich beispielsweise, wie Israel einst Verbündete im Libanon oder in den autonomen Gebieten der Kurden im Irak zur Unzeit, sozusagen, hängen ließ.
Es ist also absehbar, dass auch im Süden, an der syrischen Grenze zu Israel, demnächst ein gehörig anderer Wind zu blasen beginnt – nämlich dem die Einverleibung des Golans voraus- sowie auch nachgeht, und eventuell darüber hinaus noch irgendwo anders in der Region hin weht; oder halt doch lediglich dort vor Angst starr nach oben gestelltes Nackenhaar einer weiteren armen Seele trocknend bläst. Man weiß es eben nie.

Doch gewisse Pläne scheinen geschmiedet. Daran gibt es wenig Zweifel. In diesem Zusammenhang trifft es sich offensichtlich gut, den US-Präsidenten so weit instruiert zu wissen, dass sogar dessen Umfeld ausgerechnet den Iran als größte Gefahr für einen Frieden in Nah-Mittelost ausgemacht haben will. Am 01. August 2018 wird davon berichtet, Trump habe die Absicht, auch Herrn Rohani, den iranischen Ministerpräsidenten, treffen zu wollen, und zwar unter 4 Augen. Bei diesen recht schrägen 4-Augen-Treffen des Herrn Trump mag man doch wirklich mal Mäuschen spielen. Wenn Trump sich unbeobachtet wähnt, was der wohl alles von sich gibt und wie? Bitte, bitte, lasst uns eure Aufzeichnungen schon bald sehen. Bekanntlich hatte er ja solch abgeschirmte Gespräche mit dem “Raketenmann” und dem KGBler schon gehabt, die doch gewiss, so dumm kann sonst niemand mehr sein, das 4-Augen-Treffen mit Trump aufzeichneten!?

Doch was bedeutet es heutzutage noch, wenn Trump jemanden als Dies oder Das bezeichnet? Assad wurde von den US-Amerikanern schon als “Reformer”, “lebender Toter” erkannt – so auch als “sehr erfolgreich” (Mike Pompeo). Immerhin, es könnte durchaus sein, dass die Franzosen es noch draufhaben, einiges auf die Reihe zu kriegen in Syrien, wenn die Vereinigten Staaten mal wieder patzen. Die Berufung des ehemaligen französischen Botschafters von Teheran nach Damaskus ist ja kein schlechter Griff. François Sénémaud, den hat Emmanuel Macron wohl auch zu diesem Zwecke extra zum “Syrien-Vertreter” benannt. Wir reden hier, aber wirklich nur wir hier auf Zypernundmehr-News, von einer Art Eröffnung der französischen Botschaft in Damaskus durch die Hintertür. Sie können das allerdings auch anders bewerten.
Jedenfalls nimmt sich Papa Frankreich den Sohnemann Syrien nochmals näher an die Brust heran. Und dies wird vermeldet, obgleich nicht davon ausgegangen wird, dass Papa Emmanuel etwas gegen die in Idlib kursierende Unzucht machen wird können. Ja, Gesetzlosigkeit, Sittenverfall und dergleichen mehr schrecken die Bewohner dieser Stadt recht häufig auf. Die senden hoch sittlich Hilfezeichen aus. Ob diese Angaben allerdings zutreffen, steht, wie man sagt, auf einem anderen Stück Papier geschrieben.
Und dann an wen, werden solch Hilferufe wohl gesendet in einem Land wie Syrien, an Assad? Der soll doch eh so in etwa zur gleichen Zeit damit beschäftigt gewesen sein, eine Kirche in Sama/Provinz Daraa bombardieren zu lassen. Der christlichen Gemeinde in Kharaba ging es ähnlich, denn an die 10 Bomben fielen denen dort auf den Kopf. Und letzteres Bombardement veranlasste jenes Regime, welches in seiner Propaganda nicht müde wird, sich als Freund von Minderheiten (im Land) zu zelebrieren. “Was immer ihr es auch bezeichnen wollt, Evakuierung, Versöhnung, Verhandlung, es macht sowieso keinen Unterschied. Das Regime und Russland wollen nicht verhandeln, denn sobald es zu einem Abkommen kommt, werden gleich am darauffolgenden Tag Menschen verhaftet. Wir haben das bereits in Homs, Aleppo und Damaskus gesehen und Daraa wird es nicht anders gehen (@ruslantrad).”

Wenn man es sich so richtig überlegt, sind derartige Darstellungen des Regimes eh für Ahmet, Petros, Aischa oder Eva schlecht nachvollziehbar, zumal jedem Syrer bekannt sein dürfte, dass Kurden in Syrien noch nicht mal einen Pass ausgestellt bekamen – die existierten auf Papier nahezu nicht. Und das heißt also auch: dass die Christen Syriens sich offenbar vor der verfehlten Revolution genug in Sicherheit wähnten, und ihr Ding abzogen, also ihr angepasstes Leben lebten, sich aber wenig bis eventuell überhaupt nicht für solche Belange, wie die der Kurden, einsetzten – für ihre Mitbürger. Sie haben wahrscheinlich auch im Vertrauen auf Europa, die USA und wo noch überall Christen leben, gedacht oder angenommen, ihre gesellschaftliche Stellung in Syrien sei auf Grund ihres Christseins mindestens so unangreifbar wie die Stellung Israels im Nahen Osten. Ein etwas fataler Gleichschluss!?

Wahrscheinlich schon, wenn zudem bedacht wird, dass Assad irgendwelche gestrandeten Islamisten ausgerechnet nach Sweida entkommen ließ. Und dort leben bekanntlich viele Drusen. Und Drusen sind irgendwo Muslime und irgendwo gewiss auch Christen, Zoroaster oder Juden, doch vor allem haben sie sich offen und hörbar gegen verordnete Politiken aus dem Haus Assad gestellt. Und tausende sunnitische Flüchtlinge, die wegen der verfehlten Revolution auf Flucht sind, haben die Drusen von Sweida aufgenommen, um deren Not zu lindern. Auch das wurde mit dem Einschleusen von Islamisten in die drusische Gesellschaft bestraft seitens Assad. Die islamistische Saat ging schon fast wie versprochen auf und verursachte den Schaden, den sie wohl verursachen sollte. Dennoch scheinen sich die Drusen von Sweida dieser Gefahr erfolgreich gestellt zu haben. Eine Zeitlang bammelten leblos Menschenkörper an Stricken vor dem dortigen Nationalkrankenhaus. IS-Kämpfer hatte offenbar nachweislich einen Anschlag auf ausgerechnet jenes Krankenhaus geplant, und bammelten dafür geraume Zeit in der Luft am Hals unangenehm beengend fixiert.
Unter anderem hat Walid Dschumblat sowie andere drusische religiöse Anführer dazu aufgerufen, keine geplünderte Waren von den Märkten der Stadt zu kaufen. Denn das Signal ausgeschickt aus Damaskus an die Drusen von Sweida war klar: Wir schicken euch Islamisten, und wenn es sein muss auch geklaute oder geplünderte Ware, nur damit wir zum Zeitpunkt X darauf zurückkommen können, um als Retter, Befreier oder Schützer von Eigentum euch eure Lektion zu erteilen.

Eine Art Strafaktion entließ dann auch Jan Egeland von der UN-Hilfsorganisation für Syrien in die Welt. Er meinte, die Vereinten Nationen könnten der Kämpfe in Süd-Syrien wegen keine Hilfslieferungen aus dem benachbarten Jordanien mehr bringen. Etwas später im Kalender konnte dieses Kunststück aber doch noch umgesetzt werden, also das Bringen von Hilfsgütern aus Jordanien nach Syrien. Hauptsächlich Lebensmittel und Getränke wurden geliefert, und zwar von jemand anderem als der Hilfsorganisation der UN. Vorher war aber in reichlichen Mengen Tränengas versprüht worden seitens jordanischer Grenzer, um die Hungrigen und Durstigen DRÜBEN halten zu können.
Man habe nicht die nötigen Zusicherungen erhalten, dass Konvois unbehelligt durchfahren können, meinte die UN lapidar!
Nun: es gibt da eben Gleichere unter Gleichen – oder so. Weil so ganz zu oder geschlossen ist der jordanische Grenzposten dann anscheinend doch nicht. Zumindest ist er das nicht für die Fernseh-Crew von Al-Jazeera. Denn noch bevor Assad im Süden Syriens zuschlug, konnten die die Grenze noch passieren. Andere Journalisten, die nicht so gut verknüpft sind, stecken womöglich immer noch fest vor Ort.

Sie, verehrte Leser, erinnern gewiss noch den weiter oben genannten Herrn Razzak, den jordanischen Ministerpräsidenten. Nun, er will die jordanische Grenze für Syrer nun einfach nicht mehr öffnen, erzählt er in den Medien. Sein Problem, welches offenbar kein Problem ist: Er selbst ist syrischer Abstammung. Genauer: Er ist der Sohn von Ahmad Mounif ar Razzak, einem ehemaligen Führungsmitglied der syrischen Baath Partei.
“Man kann von diesen faschistischen Baathisten auch nichts anderes erwarten,” twittert Wut entbrannt die syrische Schriftstellerin Rana Kabbani. Omar Muschaweh von der Muslimbrüderschaft twitterte: “Diejenigen, die dem Verbrecher Assad grünes Licht gegeben haben, glauben doch nicht etwa ernsthaft, dass nun Sicherheit in Syrien herrscht. Im Gegenteil. Das Chaos und Instabilität der gesamten Region werden noch prägender werden.” Muschaweh sagte in einem Interview mit Fox News auch, die Muslimbrüder seien keine terroristische Bewegung. Sie seien lediglich fundamentalistisch. Die islamistischen Terroristen hätten seiner Organisation sowie dem Islam keinen Dienst erwiesen.

Apropos Dienst: Georgien hat beiden syrischen Fluggesellschaften “Syria Arab Airlines(staatlich)” und der “Cham Wings (Rami Mahlouf)” den Überflug georgischen Luftraumes verboten. Wir berichteten, dass Damaskus vor Kurzem Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten anerkannt hat. Ob das Willkür ist? Und wenn nicht, ob das Folgende schon eher darunter einzustufen wäre?

Augenzeugen zufolge sollen Truppen des Assadregimes sowie iranische Milizionäre nach einem Versöhnungsabkommen in der Ortschaft Ibtaa/ Provinz Daraa sozusagen zum freudigen Anlass, Massenhinrichtungen vorgenommen haben, und zwar überwiegend von Dissidenten und Militärverweigerern. Insbesondere die Hariri-Familie soll es getroffen haben. Kann gut sein, dass das ferne Verwandte der Hariris sind, von denen einer im Libanon zeitweise regierend an der Macht war (installiert von Saudi Arabien). Gar manch verzweifeltem Libanesen war dieser Mensch, von dem gerade die Rede ist, ausgerechnet ein Lichtblick im libanesischen Dunkel, welches zuweilen tagsüber in gewissen Bezirken Beiruts umgibt – und auch andernorts im Land.

Eine Art Lichtblick steht jedenfalls aber trotzdem am Himmel. Man muss es nur sehen wollen: Eine weitere Konferenz soll im russischen Sotchi abgehalten werden, und dies geschah am 31. Juli. Die Konferenz geschieht somit vor der geplanten in Istanbul, und auch zu dieser wird die USA nicht geladen. Erdogan berief diese Konferenz recht selbstbewusst auftretend ein. Er setzt offenbar zum großen Wurf an: Sieg oder Absturz auf internationalem Terrain! Erdogan glaubt ziemlich sicher noch an sein Gewinnen. Die Chancen stehen gerade wieder gut für ihn und seine Anhänger. In Anbetracht der Tatsache, dass Berlin aus dem Staunen über Betrachtungen des eigenen, selbstangefressenen dicken Bauches nicht hinwegkommt und derzeit gerad noch so einen Blick nach Westen zu werfen im Stande ist, genauer bis nach Frankreich oder auf die britischen Inseln, Spanien ist schon nicht mehr so richtig in Sicht, hat der Sultan namens Erdogan im westlichen Anzug gekleidet mit östlichen Freunden und Träumen umgeben, seine historische Chance.
OK, lassen wir das und kehren wir zu sogenannten Fakten zurück, ja?

BBC Auslandskorrespondent Charlers Lister twittert: Jordanien verhandle derzeit mit Russland darüber, wie eine Friedenslösung im Süden von Syrien aussehen könnte. Es seien sehr schlechte politische Entscheidungen gefällt worden in letzter Zeit. Es werde immer noch an dem Traum festgehalten, dass Russland in der Lage sein wird, den Iran zum Abzug aus Syrien zu bewegen. Lister bezeichnet das als Illusion und spricht davon, dass Instabilität der Region so vorprogrammiert bleibt. Die in Israel herausgegebene Haaretz schreibt unter dessen ganz offen: Assad ist ein Partner Israels. Er war es schon immer.
Anscheinend gehen noch einige mehr Menschen von dieser Partnerschaft aus, zu meiner Verwunderung, dass Assad überhaupt Israels bester Verbündeter je gewesen ist. Und auch daher: Die Rebellen oder/und jene von der Freien Syrischen Armee, sie haben den Kampf verloren!
Siehe zum Beispiel dies: “Der oppositionelle Nachrichtensender Orient News hatte immer eine pro-israelische Haltung eingenommen. Nach der Militäroffensive des Regimes im Süden Syriens hat sich die Einstellung gegenüber Israel geändert. Der Sender berichtet nun sehr kritisch über Israel. Nachdem Israel seine Zustimmung für die Offensive des Regimes erteilt hat, fühlen sich die Unterstützer der syrischen Opposition von Israel hintergangen (@elizrael).”

Was bleibt, unter anderem: Das Assadregime schreckt nicht davor zurück, Flüchtlinge als Waffe zu benutzen, um die Nachbarstaaten und Europa unter Druck zu setzen. Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung: “Erfolgreich [tut dies das Regime], wenn man sich anschaut, wie viele mittlerweile bereit sind, sich mit dem Diktator abzufinden” in Europa. Derweil brüstet sich die Türkei, die Offensive des Assadregimes im Süden jedoch in der Region Idlib, also in Nordsyrien, keinesfalls zuzulassen.

Betrachtet man sich all das mal etwas, befindet sich Assad eigentlich in einer doofen Lage. Falls er den iranischen Einfluss zu sehr einzuschränken gedenkt, wird er zu viel von Russland abhängig. Dann könnte Moskau seinen Rücktritt eventuell leichter fordern. Falls er den Iranern erlaubt, sich in Syrien festzusetzen, dann steuert er direkt auf eine Konfrontation mit Israel zu. Das würde seine Macht voraussichtlich zu sehr destabilisieren. Die Nachkriegszeit zu gestalten, braucht also diplomatisches Spitzen-Gefühl!

International geächtete Phosphorbomben werden noch immer hie und da auf die Zivilbevölkerung abgeworfen, kein großer diplomatischer Wurf – so auch in Bdama, Provinz Idlib wieder geschehen.
Überhaupt: Ein Angriff auf Idlib ist für September geplant. Das schreibt ein syrischer Oppositioneller namens Bassam Jaara. Er berufe sich auf russische Quellen, und beginnen wird all das dann genauer in Gisr asch Schoghour. Diesen Angriff gelte es zu verhindern, weil sonst, so Jaara, könne man die ganze Provinz Idlib vergessen.

Wer auch immer Phosphorbomben auf Menschen abwirft in Syrien. Das hinderte Assad jedenfalls nicht daran, ein weiteres Abkommen mit der YPG, den Kurden, zu treffen. Es geht drin wieder einmal um das Verteilen von Erdöl, dieses Mal jenes vom Omar Ölfeld.

Ob das wirklich interessiert?
Jedenfalls traf dennoch, oder gerade auch deswegen, eine Delegation der so genannten „Syrischen Interimsregierung“ in Berlin mit Entscheidungsträgern des Außenministeriums ein. Unter den Herren und Damen befanden sich beispielsweise Krisenpräventionsbotschafter Ekkehard Brose. Der Herr scheint nicht wirklich Nennenswertes zu erzielen, weil, es geschieht ja seit Jahren letztlich nur, was schrittweise zu einem Großisrael führen dürfte – oder soll etwa angenommen werden, dass die Deutschen genau dieses Projekt aus alter Schuld (NS und so) decken sowie aus gutem Instinkt für neu entstehende Märkte?
Der Herr Hilfskoordinator für den Nahen Osten war auch anwesend bei oben genanntem Treffen in Berlin. Auch er scheint einem besagte Agenda mit zu decken, weil nicht allein ich habe von solchen Leuten in seiner Position noch nie einen Aufschrei beispielsweise dazu vernommen, dass Israel in den letzten 10 Jahren den Palästinensern nahezu ALLE Wasserquellen abgeschöpft hat – zuweilen mit ungeheuerlichen Methoden (juristischen Winkelzügen u.a.), die an Südafrika oder ‘unser’ III. Reich von einst durchaus erinnern.
Und nicht vergessen wird hier, dass die Syrien-Koordinatorin Isabel Mancuso auch noch anwesend war in Berlin. Besprochen wurden anscheinend die Lage in den befreiten Gebieten Syriens sowie die Umsetzung und Finanzierung von Dienstleistungsprojekten.
Womit wir beim Punkt Reparationszahlungen angekommen wären. Denn genau um ein so gestricktes Werkzeug handelt es sich auch hier. Russland und seine Verbündeten bestehen nämlich darauf, dass die Europäer die Kosten für Wiederaufbau Syriens – und dergleichen mehr – stemmen. Wir dürfen also gespannt sein, ob auch nur einer von unseren politischen und wie auch immer gearteten Vertretern in gewissen Gremien, das Maul dahingehend aufmacht, zu fordern, dass dann aber auch Israel sich an den Kosten beteiligen müsse. Dies Letztere eh, zumal es doch wohl israelische und keine EU-Bomber sind, die mit aller Regelmäßigkeit auch zivile Ziele in Syrien (Libanon oder Sinai) beschießen. Auch! (Kann schon sein, dass so eine Bombe oder Bomber irgendwo in der Bundesrepublik gebaut wurden. Doch wenn ihn die Israelis von israelischem Boden auf Menschen und Dinge tödlich loslassen, haben wir wohl immer noch eine Art Schuld, aber halt nicht mehr die Hauptlast dieser Schuld zu tragen!?)

Welch Glück, müsste da eigentlich gleich geschrieben stehen, dass Südzypern diesen schusswütigen Nachbarn zum strategischen Freund auserkoren hat, oder es geschafft hat, ein solcher Nachbar Israel zu sein, sein zu dürfen. Noch werden gemeinsame Manöver durchgeführt – und je verharmlosender berichtet wird von diesen Manövern irgendwo draußen vor Limassol über/unter und auf dem Meer, desto gespitzter stellen sich, geradezu automatisch, Ohren jener, die sich fragen: Und wann wendet sich das Blatt, wann wird die große israelische Gemeinde auf Zypern, die mal Jahrhunderte lang Bestand gehabt haben soll, erinnert und entsprechende Schritte eingelegt?! Noch ist die Unterstützung Israels in und für Zypern kein Thema. Man geht in Nikosia offensichtlich davon aus, dass das eine ausgemachte Sache für den Rest unserer Tage ist. Sehen wir uns in solch Zusammenhang an, was das große Vorbild Netanjahus in den Vereinigten Staaten auf die Bretter, die die Welt bedeuten, bringt.

US-Präsident Trump, der fror nicht nur Mittel für die Unterstützung der bewaffneten Opposition Syriens letztens ein, sondern auch für die zivile Opposition. Es geht bei Letzterem vor allem um Herrn Raed Fares. Er ist der Gründer und Leiter des Radiosenders „Fresh FM“, den sich gewiss Herr Assad täglich anhört, eben weil dort Dinge berichtet werden, die Herrn Assad nicht gefallen. Er scheint ja ein Kluger zu sein, von daher liegt diese Annahme durchaus nahe, dass Assad brav zuhört.
Das Geld, welches die USA vorerst nicht mehr nach Syrien hineinstecken, darf in einer Größe von bis zu 300 Millionen US-Dollars veranschlagt werden. Das Kinderhilfswerk beeilt sich gerade in etwa in die gleiche Presche zu schlagen. Die Zahlungen der Vereinten Nationen UNICEF für syrische Lehrer und Lehrerinnen im Zaatari Flüchtlingslager werden voraussichtlich eingestellt.
Die Einstellung der Zahlungen soll gewisse Gruppierungen nun dazu nötigen, mit terroristischen in ein Bett steigen zu müssen. Na, wenn dem so ist, dann hat man offenbar eh die ganze Zeit über die Falschen mit Dollars hi-gemacht.

So ähnlich sieht das mancher auch, wenn an die Türkei gedacht wird. Weil die wird dabei beobachtet, trotz trumpschem Verbot, wie iranische Ölfrachter mir nichts, dir nichts den Bosporus hochtuckern, bis ins Schwarze Meer, wo ja Herr Erdogan herkommt, um dort ihr schwarzes Gold einzuspeisen – zu, versteht sich, Sonderkonditionen, nehmen wir hier an, weil man halt doch, trotz allem, Muslim ist, weil Krieg in der Nachbarschaft herrscht, und weil die Gemeinschaft der Muslime dann halt doch bestehen soll; weil Trump nicht gemocht wird, der Westen, das Messen mit 2 verschiedenen Längen im Westen einem bis über den Rand steht etc.

Und wenn alles seinen Weg nimmt, wie Allah es bestimmt hat, dann wird Aleppo schon bald unter der Führung der Türkei stehen, so auch Idlib. Dafür kriegen die Kurden dann Hassake und Raqqa? Und letzteres unter US-amerikanischer Protektion? Unwahrscheinlich, was die Yeni Şafak aus der Türkei im Nachrichten-Jungle gehört haben will. Was Aleppo und Idlib angeht, sieht es aus hiesiger Sicht ähnlich aus. Die Russen werden solche Entwicklungen nicht greifen lassen, wenn sie dafür NUR Latakia und Umgebung erhalten.
Und wo soll dann der ‚gute‘ Assad hin? Wenn Sie mich fragen, würde ich spontan sagen: an die israelische Grenze nach Daraa bestens. Nahe zu seinen Waffenfreunden, den Israelis. Die können ihn von dort aus auch besser beschützen – und er sie, zum Beispiel im annektierten Golan. Mit etwas Glück könnte aus der Stadt Damaskus und seiner Umgebung dann so etwas wie eine freie Zone werden, eine des Handels und Tourismus plus Landwirtschaft. Könnte!
Wird aber wohl nichts werden, vielleicht aber für kurze Zeit ein bisschen.

Noch sieht es allerdings so aus, dass Frankreich und Russland erst erste Versorgungsflüge nach Syrien flogen. Nach der russischen Militärbasis wurden 50 Tonnen Medikamente usw. geschickt. Nach Ghouta hatte Frankreich vor ein paar Monaten abgelehnt, Hilfe zu verschicken. Warum tun es das nun, fragt man sich? Könnte etwa sein, dass Paris die Seiten gewechselt hat und von jetzt ab mit Russland gemeinsam in den Ring steigt, um das ‘Böse’ zu besiegen? Man wird sehen, ob die französische Kooperation mit dem syrischen Roten Halbmond klappen wird. Der ehemalige französische Botschafter in Syrien, Michel Duclos, hat da so seine Zweifel!

Und wussten Sie, wer die Stimme von Assad im deutschen Bundestag ist? Natürlich, wie könnte es auch anders sein, haben wir es nicht immer gewusst, dass es eine Frau nur sein kann, eine eingewanderte Deutsche? Stellen Sie sich das nur vor, die soll sogar, ja wirklich, die hat kurdisch-alawitische Wurzeln. Na, dass die uns nicht voll und ganz zum Assadclan zu rechnen ist, diese Sevim Dagdelen. Schlecht übersetzt, bedeutet ihr Name eh in etwa: “Ich liebe es, Berge zu durchlöchern!” Der Vorwurf, Assads Stimme im Bundestag zu sein, stammt von Mitgliedern der SPD und der Linksfraktion.

Die sollen sich mal wieder einkriegen, stimmt’s? Der Großmufti Syriens Ahmad Badr Eldin al Hassoun, dem ist Gleiches zu wünschen. Er fordert nämlich eine strafrechtliche Verfolgung der Weißhelme, von denen eigentlich zu viele ihr Leben lassen. Einige von ihnen konnten den Süden Syriens nicht rechtzeitig verlassen und saßen dort fest. Inzwischen scheinen alle Weißhelme nach Jordanien evakuiert worden zu sein. Al Hassoun bezeichnet die Weißhelme indes als Terroristen, macht sie für den Einsatz chemischer Waffen verantwortlich. Fakt ist aber, mal abgesehen von dem einen oder anderen dunklen Seelchen innerhalb der Weißhelme, dass sie es letztlich sind, die durch und mit ihrem Einsatz für das Leben in Krisengebieten wie dem Syriens gewissermaßen aus erster Hand berichten können, über das, was abläuft – und diese Zeugenberichte gefallen einfach nicht allen Beteiligten.

Zuletzt: Die EU-Kommission will, dass weiterhin Syrer in der Türkei eine Ausbildung machen. Dazu gibt es weitere 400 Millionen Euro. 6 Milliarden Euro können allerdings noch investiert oder abgerufen werden.
Da fragt man sich schon, was diese 400 Millionen sollen?
Bekanntlich wird in der Türkei vor allem auf Türkisch unterrichtet. Arabisch und Türkisch sind zwei komplett verschiedene Sprachen. Sie teilen sich nur einen gewissen Wortschatz, der vordringlich noch aus der osmanischen Zeit stammt. Soll bedeuten: Mit 400 Millionen Euro können eigentlich nur allererste Schritte eingeleitet werden.
Spannend wäre zu erfahren, was die Türkei genau zu tun gedenkt nach dem Erhalt des Geldes, um junge Syrer einigermaßen adäquat ausbilden zu können? Von Unterschlagung spricht hier niemand. Doch ob das Geld dem genannten Zweck gemäß Verwendung finden wird, das werden wir vielleicht nie erfahren. Mit den jetzigen Leuten in Brüssel sowieso nicht. Die wollen einfach nur, dass der Laden läuft. Doch das reicht schon seit Längerem nicht mehr.

Hisuf!

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Flötengehen in Syrien

Syrien Mitte Mai/Juni 2018

Fangen wir doch mit einem Interview an, welches die Mail on Sunday am 10. Juni 2018 mit Baschar al Assad führte – in Auszügen:

„… Herr Präsident, was den 31. März 2018 angeht, betrug die Gesamtsumme für Fundings, welche Großbritannien an die White Helmets (Weißhelme) auszahlte, die ebenfalls bekannt sind als die „Zivile Syrische Verteidigung“, 38.4 Millionen Britische Pfund. Gleichzeitig beschuldigt Russland das Königreich, mit Hilfe dieser Organisation an einer Attacke in Duma teilgenommen zu haben … . Sie als Präsident Syriens, glauben Sie, dass das wahr ist?
Definitiv, ohne Zweifel. Großbritannien, Frankreich und die USA folgen und haben die selbe Politik. Das gesagt, und um komplett offen zu sein: die Briten und die Franzosen sind politische Satelliten der USA. Öffentlich unterstützen erstere die Weißhelme, die eine Handvoll al Qaida und al Nusra in unterschiedlichen Teilen Syriens sind. Die Briten gaben viel Geld aus; und wir betrachten die Weißhelme als ihr PR-Glanzstück. Ja, definitiv, die Sache wurde von diesen 3 Ländern auf die Bühne gebracht, und die Briten sind involviert.
[Die USA haben inzwischen (Stand 20. Juni 18) wieder Hilfsgelder für die Weißhelme und für eine Kriegsverbrecherermittlungsbehörde freigegeben – 6.6 Millionen Dollar. US-Außenamtssprecherin Heather Nauert: Nun können wichtige lebensrettende Einsätze der Weißhelme weitergehen. Einige Weißhelme, muss noch kurz angefügt werden, lassen hie und da ihr Leben in Syrien zurück, werden ermordet. Der Chef der Weißhelme, Raed al Saleh, bedankte sich für die angesprochene US-Unterstützung. Und als sei das nicht genug: Die USA ziehen sich voraussichtlich aus dem UN-Menschrechtsrat zurück mit der Begründung, im Gremium säßen zu viele Despoten, wie beispielsweise der Iran. Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA, spricht von chronischer Parteilichkeit, die im Gremium herrsche. Gegen Israel seien mehr Resolutionen rausgegeben worden als gegen Syrien, Iran und Nordkorea zusammen. Zurück zum Interview:].

Frau Theresa May sagte, sie hat keinen Zweifel, dass das syrische Regime hinter den chemischen Attacken vom 07. April steckt, und erzählte ihren Kritikern, dass die Teilnahme Englands rechtens und legal war und zulässig nach internationalem Recht, um die menschlichen Leiden zu mildern. Haben Staaten keine Verantwortung gegen Kriegsverbrechen zu schützen? Wie soll die Teilnahme Englands bei Vergeltungsschlägen gegen Syrien nicht in Einklang stehen mit dem internationalen Recht?
Nun, gemäß ihrer Aussagen – als England und die USA den Irak im Jahr 2003 illegal bombardierten, massenhaft Vernichtung verursachten, ganz zu schweigen von der hohen Anzahl an Witwen und Amputierten – und gemäß mayscher Logik, hat jede Regierung das Recht, Großbritannien oder die USA zu attackieren, wenn sie denkt, diese Tat ist gerechtfertigt. Das ist legal und unter internationalem Recht erlaubt, um menschliches Leid abzumildern – dies als Erstes.
Zweitens: Sie haben gelogen. Sie haben ihre eigene öffentliche Meinung keinen Beweis geliefert, also der britischen Öffentlichkeit. Nachdem wir al Ghouta befreit hatten, wo die angebliche Attacke passiert ist, fragten viele ausländische Journalisten – einige unter ihnen gegen die syrische Regierung eingestellt – Leute vor Ort bezüglich des chemischen Angriffs und die antworteten: Wir haben davon nichts gesehen, hat nicht stattgefunden.
Es war eine Lüge, vor allem nachdem wir die Gegend befreit hatten. Unsere Quellen bestätigen, dass ein Angriff nicht stattgefunden hat. Großbritannien sollte zuerst mit Beweisen anrücken und dann beweisen, wer die Verantwortung trägt. Natürlich ist so etwas nicht passiert. Es gab keinen Angriff. Und das ist, wo die Lüge beginnt. Noch einmal: Es ging nicht um den Angriff. Das Ding an dieser Angelegenheit ist: Die Briten und andere haben Bedarf, die syrische Regierung zu unterminieren. Überhaupt sind sie von Anfang an daran interessiert, die syrische Regierung zu stürzen – schon seit den Anfängen der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien. Sie vertun sich, sie erzählen Lügen und setzen ihren Abnutzungskrieg gegen uns fort.

Gab es irgendwelche Versuche, womöglich gar durch Vermittler oder Dritte, der britischen Regierung oder deren Geheimdienstnetzes, mit Syrien eine Kommunikation aufzubauen zwecks geheimdienstlichen Informationen – welcher Art auch immer?
Nein. Solche Kontakte hatten wir mit verschiedenen Diensten Europas. Die wurden vor kurzem aber eingestellt, weil die nicht seriös sind. Die wollen Informationen austauschen, wo doch deren Regierungen im Politischen gegen die unsere sind. Daher sagten wir: Sobald ihr einen politischen Schirm für derartige Kooperation habt, sind wir bereit. Derzeit gibt es keine Kooperation mit irgendeinem europäischen Geheimdienst – inklusive Großbritannien.

Was sind ihre Ansichten über den Umgang Mays und Trumps mit der Nahost-Frage, speziell aber Syrien. Und wie unterscheiden sich die beiden bei ihrer Intervention in der Region, und von der Putins?
Großer Unterschied. Die Russen wurden gebeten zu kommen. Sie sind also legitimiert hier. Das Gleiche gilt für den Iran. Doch die USA und die Briten, die sind illegal hier. Es ist eine Invasion. Sie verletzten die Souveränität Syriens – eines souveränen Landes. Die sind ganz und gar nicht legal hier. Die existieren hier illegal.

Aber, ihrer Meinung nach, wie haben beide, May und Trump, Syrien behandelt?
Es geht nicht um May und Trump. Es geht allgemein um Politiker aus dem Westen, um die westlichen Regime. Sie akzeptieren niemanden, der anderer Meinung ist: keinen Staat, keine Regierung, keine Persönlichkeit. Und das trifft auf Syrien zu. Syrien ist sehr unabhängig bei seiner politischen Positionierung. Wir arbeiten für unser nationales Interesse. Wir sind keine Bananenrepublik. Und diese Realität akzeptieren Die nicht. Dergestalt ist Deren komplette Sicht über uns, wie folgt: „Diese Regierung muss ausgewechselt werden. Der Präsident gehört dämonisiert. Weil die Syrer unseren Politiken nicht mehr entsprechen.“ So sieht es aus. Alles andere ist wie Beiwerk: Sie lügen, reden von chemischen Waffen, vom bösen Präsidenten, der seine Bevölkerung killt, die guten Leute, von Freiheit, friedlichen Demonstrationen. All diese Lügen sind Beiwerk des einzigen Ziels, das Regime zu stürzen.
Daher ist meine Antwort auf Ihre Frage: Das ist Kolonialpolitik. So sehen wir das. Und das ist nicht neu. Diese Art Politik haben Die niemals ausgetauscht, und zwar betreiben sie diesen alten Kolonialismus schon seit Anfang des 20ten und 19ten Jahrhundert und davor. Heute, lassen Sie es uns so sagen, hat dieser Kolonialismus eine neue Maske auf, eine andere. [In einem Interview Assads mit einer russischen Journalistin Ende Juni 2018 hat er seine oben geäußerten Ansichten dahingehend erweitert, indem er wiederholt in etwa sagte: die Europäer, der Westen, die haben keine Moral, keine Ethik!
Zuweilen kommt man nicht umhin, wenn man der Argumentation Assads, wie auch Putins und der des Irans folgt, sich zu fragen als Beobachter: Und was, wenn diese Leute mit ihren Darstellungen der Zusammenhänge in und um Syrien größtenteils Recht haben?].

Vor 5 Jahren, als der IS geboren wurden, sagten Sie mir … [dass Syrien geostrategisch in einer Spannungszone liegt], und seither scheinen Sie sich als Bollwerk gegen die IS zu sehen?
Wir sind diejenigen in den letzten Jahren, die die IS vor allem bekämpft haben, und zwar mit der Unterstützung Russlands und Irans. Niemand sonst macht dasselbe, noch nicht mal teilweise. Wenn Sie über den Westen und die Militärallianz des Westens reden wollen, die von den US-Amerikanern angeführt wird, nun, die haben die IS tatsächlich unterstützt, weil die attackierten die syrische Armee, und zwar immer dann, wenn wir angriffen; oder wir wurden angegriffen vom IS. Zuletzt so geschehen ein paar Tage, vor dem 15. Juni, als die IS die syrische Armee angriff. Natürlich haben wir sie geschlagen – und als Antwort haben die Amerikaner unsere Truppen im Osten Syriens attackiert.

War es falsch vom Rest der Welt, dass er Sie die letzten 7 Jahre isolierte?
Das Konzept Isolation eines Landes ist allgemein falsch. In der Welt, in moderner Politik, sogar in den alten politischen Tagen, brauchst du Kommunikation. Wenn du ein Land isolierst, isolierst du dich von der Realität in diesem Land. Und so wirst du politisch blind. Daher: das Konzept ist falsch!

Herr Präsident. Einige sehen Sie als einen internationalen Geächteten, als Diktator mit Blut an seinen Händen. Geben Sie mir ein Argument, warum Sie das nicht sind, zumal in den letzten 7 Jahren 100-Tausende Syrer ermordet, inhaftiert und sogar gefoltert wurden?
So! Die Geschichte, von der Sie reden, oder sagen wir, das westliche Narrativ lautet, dass dies ein schlechter Präsident ist, der seine eigene Bevölkerung killt, und die ganze Welt ist gegen ihn, weil er international geächtet ist. Und dieser Mann war 7 Jahre auf seinem Posten und kämpft gegen jedermann in der Welt. Können Sie ihre Leser davon wirklich überzeugen?
Es macht noch nicht einmal Sinn. Gemeint sind die unterschiedlichen Faktoren des Narratives. Es ist nicht logisch, nicht realistisch. Nun! Dieser Präsident ist auf seinem Posten, weil er die Unterstützung seiner eigenen Leute hat. Wie könnte er diese Unterstützung erhalten, wenn er gleichzeitig seine Bevölkerung mordet? Die Geschichte ist also nicht korrekt. Wir bekämpfen Terroristen. Und die werden von Großbritannien unterstützt, den Franzosen, den Amerikanern und ihren Handlangern, die meinetwegen in Europa oder sonst wo sind. Gegen die kämpfen wir an, und zwar mit der Unterstützung der Bevölkerung. Daher kommen wir voran. Wir könnten sonst nicht vorankommen. Nur weil wir die Russen oder die Iraner an unsere Seite haben? Die können die Unterstützung des Volks nicht ersetzen. Und zum Beweis: Der Schah von Iran, der Hampelmann des Westens, er konnte die Reaktion auf seine Politiken durch das persische Volk nicht überstehen. Er fiel [1979]. Das ganze System ging entzwei in ein Paar Wochen, und er musste aus dem Land fliehen.

Doch trotz der Unterstützung vieler Syrer bleibt die Tatsache, dass es tausende, zehntausende Menschen gibt, die ermordet wurden und inhaftiert worden sind.
Selbstverständlich. Sie reden von Krieg. Es gibt keinen guten Krieg. Auch keinen friedlichen. Darum ist Krieg schlecht. Also, wenn Sie von Krieg reden, ist das natürliche und selbst sich erschließende Resultat desselben: Tot und Blut überall!
Doch ist die Frage, wer fing den Krieg an? Wer unterstütze ihn? Der Westen! Der Westen unterstützte ihn von Anfang an und so auch die Terroristen, die überall Bomben legten, überall und jedermann mordeten – Köpfe abschlagen. Der Westen unterstützte al Qaida. Daher reicht es nicht aus zu sagen: Es gibt Ermordungen. Natürlich ist dort Killen. Es erschließt sich von selbst. Doch wer fing es an? Der Westen ist für all Das verantwortlich!

Der Westen ist verantwortlich, aber einige sagen, dass Herr Assad oder Präsident Assad auch verantwortlich zeichnen sollte.
Jeder Syrer könnte verantwortlich sein, für Was in Syrien passiert. Das ist eine andere Sache. Es ist eine syrische Sache. Das diskutieren wir nicht mit der Welt. Es ist nicht die Rolle des Westens, uns zu sagen, wer in Syrien verantwortlich ist: der Präsident oder die Regierung oder die Armee oder die Terroristen. Das ist eine Angelegenheit Syriens. Der Westen ist nicht in der Position, uns etwas zu sagen. Das ist nicht seine Rolle. Doch er mischte sich in die Souveränität eines Landes ein und ist verantwortlich für das Morden in unserem Land – egal wie der Narrativ des Westens lautet und seine Lügen.

Russland scheint viele Entscheide bezüglich Syrien zu treffen, ob es um fremde Truppen geht, die abziehen sollen oder um Deals, die mit Israel gemacht werden sollen in Süd-Syrien, auch, welche Art Waffen Sie haben sollten oder eben nicht. Trifft Russland inzwischen Ihre Entscheide?
Russland kämpft für das Internationale Recht. Und ein Teil desselben ist die Souveränität verschiedenster Länder, souveräner Länder – und Syrien ist eines dieser. Russlands Politik, sein Verhalten, seine Werte haben nichts mit Einmischung oder Diktat zu tun – überhaupt nicht. Wir haben gute Beziehungen mit Russland für länger als 6 Dekaden gehabt, beinahe 7. Währenddessen hat Russland nie versucht, uns zu etwas zu zwingen, sogar auch dann, wenn es unterschiedliche Ansichten gab.
Weil es derzeit einen Krieg gibt sowie eine hohe Dynamik in der Region, ist es ohnehin natürlich, dass unterschiedliche Ansichten verschiedenster Akteure existieren: sei es in unserer Regierung oder in anderen: in der russisch-syrischen Beziehung, syrisch-iranischen, iranisch-russischen, und eben in den jeweiligen Regierungen. Das ist normal. Letztendlich ist es aber Syrien, welches die Entscheide trifft und sagt, was zu passieren hat in Syrien. Darüber sollte sich niemand einen Kopf machen, unabhängig von dem, was Sie sonst so hören.
Ich weiß, auf welcher Grundlage Sie die Frage stellen.

Basierend auf verschiedenen Aussagen.
Genau!

Nun dann. Warum hat Ihnen Russland dann nicht die S-300, wie vor Jahren versprochen, gegeben – und zu einer Zeit, wo Israel praktisch jede Woche syrischen Boden bombardiert? Und warum koordiniert Russland diese Bombardements mit Ihren Feinden hinter Ihrem Rücken, Herr Assad?
Russland hat nie mit irgendjemand gegen Syrien etwas koordiniert: weder politisch noch militärisch. Und das ist der Widerspruch: Wie könnten die Russen helfen, die syrische Armee voranzubringen und gleichzeitig mit unseren Feinden zusammenarbeiten, um unsere Armee zu vernichten?

Aber die Russen wissen doch gewöhnlich, wo die Angriffe platziert werden …
Nein, nein! Das stimmt nicht, ist nicht wahr, definitiv! Wir kennen die Details.
Was die S-300 angeht, warum sie die erwähnt haben und dann aufhörten, darüber zu reden, dazu fragen sie besser russische Offizielle. Es ist eine politische Aussage. Die haben ihre eigene Agenda. Doch ob sie die S-300 an uns übersenden oder nicht, das ist ein politisches Ding – wir reden nicht darüber.

Maßgebliche Pentagon-Offizielle warnten, sie würden militärisch eingreifen, sollten Sie mit den Alliierten der USA abrechnen wollen. Werden Sie das US-Militär jemals wieder los werden in Syrien? Sind Sie bereit, diese direkt zu bekämpfen?
Seit dem Beginn des Krieges, haben die USA und ihr Alliierten nicht aufgehört, Syrien zu bedrohen. Haben nicht aufgehört, die Terroristen zu unterstützen. Und sie gaben nicht auf, uns direkt unter Beschuss zu nehmen – bei vielen Gelegenheiten. Doch trotzdem sind wir gegen die Terroristen vorangekommen. Und wir sagten, dass wir jeden Zentimeter syrischen Bodens befreien werden, egal wer Was sagt oder uns wo attackiert. Das hier ist unser Land. Und das ist unsere Pflicht. Das ist hier keine politische Meinung. Es ist eine nationale Pflicht! In dieser Richtung werden wir uns bewegen, egal, welche militärische oder politische Positionierung unsere Gegner einnehmen.

Wie denken Sie, wird die Geschichte Sie erinnern?
Kommt drauf an, welche Geschichte. Die des Westens? Die wird verdreht sein. Wird Lügen erzählen, Lüge über Lüge. Die selben Lügen, die wir nicht allein über unsere Gegenwart, sondern auch unsere Vergangenheit hörten.
Unsere Geschichte andererseits, die mir am Herzen liegt, ich hoffe, sie wird mich als jemand erinnern, der die Terroristen bekämpfte, um sein Land zu retten – und das war meine Pflicht als Präsident.

Es waren nun bereits 7 Jahre Krieg. Was tun Sie, um Dampf abzulassen, irgendwelche Hobbies?
Sport ist kein Hobby. Es wird ein Teil deines Lebens. Ein Teil deiner täglichen Routine. Weil, eine gute Gesundheit ist von Wichtigkeit, um aktiv zu bleiben. Daher kann Sport nicht als zur Unterhaltung angesehen werden. Keine Zeit und Lust auf Unterhaltung. Du lebst im Krieg mit Ermordungen und Terroristen. So! Das ist das einzige Hobby, welches eine Angewohnheit wurde, eine Angewohnheit, die von der verbleibenden Zeit und den Umständen abhängt.

Ihre Frau ist Engländerin. Sie lebten in London viele Jahre. Gibt es irgendwas, was Sie ganz besonders vermissen?
Ich hielt mich in London auf. Ich studierte Medizin. Es ist unmöglich für dich, in einer solchen Stadt zu leben, wo du fühlst, es gibt dort keinen speziellen Link mit ihr oder zu den Leuten, mit denen du täglich arbeitest.
Nun! Vielleicht vermisst du diese Beziehung. Doch du lebst manchmal in Widersprüchen, nämlich, dass dieselbe Stadt, die du magst, dasselbe Land ist, welches dein Land angegriffen hat – was nicht gut ist.“
Ende des Interviews!

Gehen wir zum Eingemachten über, verehrte Leser:

Zwischen dem 24. April und dem 01. Juni 2018 sollen insgesamt 93 Attentate und Attentatsversuche in Nordwesten Syriens allein durchgeführt worden sein.

Doch vorerst sei noch kurz dies angemerkt:

Erwarten Sie bitte auch hier nicht, dass Ihnen mit Bestimmtheit und aller Klarheit aufgezeigt wird, was in Syrien derzeit passiert. Schon allein all die Akteure ins Bild zu setzen, die in den fortdauernden Konflikt involviert sind, oder sein sollen, ist so etwas Ähnliches wie eine Sisyphos-artige Fleißarbeit. Und diese Letztere wäre indes so manchem gewiss eine ziemlich realistische Strafarbeit, nämlich jenen, die diesen kriegerischen Wirrwarr in Syrien angezettelt haben und, noch ‚gemeiner‘, davon profitieren oder profitieren wollen und dieses Kriegsgeschäft betreiben.

 

Syrien ist schlichtweg das lebende Beispiel dessen, was man als „bösartig“ bezeichnen kann; also nicht Syrien selbst, sondern das, was dort von nicht gerade wenigen Menschen mit Maschinen und anderen kriegstauglichen Dingen ‚veranstaltet‘ wird derzeit: eine Spezialausgabe der Horror-Picture-Show!

Wir haben uns ja an vieles gewöhnt. Beispielsweise daran, dass Präsident Putin immer mehr zum politisch-ökonomischen Match-Maker weltweit heranreift. Die Fußball-WM hält er bereits ab. Trifft sich unter anderen auch mit dem syrischen Machthaber Baschar al Assad, wie letztens in der russischen Stadt Sotchi.
Na ja: „russische Stadt Sotchi“, da soll es bereits einige Menschen geben, die diese Formulierung die Barrikaden hochgehen lässt. Die Georgier sind derzeit auch nicht amüsiert darüber, dass die WM-Mannschaft der Ägypter in Grosny/Tschetschenien untergebracht und vom dortigen Diktator in aller Öffentlichkeit geehrt wird – und nicht nur die Georgier. Denn so etwas, argumentieren nicht wenige, stabilisiere und legalisiere die russische Okkupation gewisser Gebiete in der Peripherie des russischen Riesenreiches. Und, bei dieser Gelegenheit sei sogleich daran erinnert: Das Assad-Regime hat unter russischer Vermittlung die von Georgien abgespaltenen Regionen Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten vor Kurzem anerkannt. Die Georgier brachen daraufhin diplomatische Beziehungen mit Damaskus – vorerst – ab. Reaktionen in den Netzwerken gingen soweit zu fordern, Georgien solle nun doch dazu übergehen, Gebiete östlich des Euphrat sowie Afrin, Idlib, kurz Nordsyrien, als unabhängig von Syrien anzuerkennen. Der georgische Präsident Giorgi Margvelashvili äußerte dazu auf Twitter so in etwa: Das zeigt, wer Assad wirklich ist, einer der Kinder mit chemischen Waffen tötet.
Apropos: in Georgien tobte der Mob kürzlich auf den Straßen. Soll heißen: es herrscht/e Antiregierungsstimmung. Und die Regierung ist ja auch bekanntlich am 15. Juni 2018 vorerst zurückgetreten – oder wurde zurückgetreten, wie man eventuell auch noch sagen könnte.

Nein wirklich!

Putin kann sogar Assad bei sich ankriechen lassen. So geschehen in Sotchi zum Ende des Monats Mai 2018: ohne großen Staat oder Leibwächter, die den damaszenen Killer eigener Bevölkerung umgeben hätten – oder anders gesagt: den syrischen Patrioten, wie man Herrn Assad halt auch noch sehen soll können.
Und ja! Bitte sehr sofort galt es, für Herrn Assad aus Damaskus beim Russland regierenden Ex-KGB-Offizier anzurücken, dem Herren über Energiequellen, die größtenteils den Energiebedarf der Bundesrepublik – noch immer – ‚speisen‘ sollen.
Für die angesprochene Visite bei Putin begab sich das syrische Präsidentensöhnchen jenes Assads, dessen Grausamkeiten noch immer vielen Zeitgenossen finster in Erinnerung haften und ihren Herzschlag am liebsten verstummen lassen, sogar in ein für seine Verhältnisse schäbiges Flugzeug. Putin ließ Assad-Junior also ankriechen, auch, um dem Donald in Washington dergestalt zu sagen, eventuell: Den lass ich fallen, wenn Du mich endlich richtig kapierst!
Am Rande bemerkt: Herz aller liebst waren die Bilder mit Donald und Kim im TV ja irgendwie schon diesen Monat: Die Atombombe lass ich fallen, wenn Du mich nicht endlich richtig kapierst, sagten die Bilder mit den beiden Polit-Showleuten wohl so manchem/r.
Von der Leyen, die Verteidigungsministerin der BRD, glaubt angeblich nicht, dass Putin den Assad noch wesentlich länger in Schutz nehmen wird. Die Verwaltungsstruktur gehöre gestärkt in Syrien und Moskau sei eher daran interessiert, ein Bein in Syrien zu behalten als den Baschar weiterhin auszuhalten, soll sie so in etwa gemeint haben.
Apropos: Frau Merkel war auch in Sotchi. Nicht ganz so angekrochen kam sie dort an wie Assad. Sie bat den Putin, das Wohneigentum der Geflüchteten Syrer nicht enteignen zu lassen.
Kann uns mal jemand erklären, was das Eigentum an Land in Syrien geflohener Syrer Frau Merkel angeht?
Und außerdem: Putin heißt Putin und nicht Assad! Soll heißen: Letzterem hätte die Bundeskanzlerin diesen Wunsch verbraten müssen. Offensichtlich macht sich Frau Merkel Sorgen, dass der Großteil der geflüchteten Syrer nach einer kalten Enteignung in Form einer Verfassungsänderung – siehe weiter unten – dann in Mitteleuropa sich fest ansiedeln könnte.
Das Schönste aber, und wirklich geradezu brillant, ist, was Putin so in etwa dazu sagte bei diesem Treffen mit Frau Bundeskanzlerin und in Richtung Reichstag zu Berlin: Hey ihr da in Brüssel und/oder Berlin, baut mal gefälligst aus eigenen Mitteln das kaputt-gebombte Syrien wieder auf – und dann reden wir weiter über das Eigentum dieser Leute aus Syrien!

Und auch daher dies: Das Gerücht geht um, dass die Türkei, sowie Russland und die US-Amerikaner/Israel Syrien unter sich aufteilen wollen. Insofern wird spätestens nun vielen Beobachtern das übersteigerte Engagement der Türken vor Ort etwas plausibler, aber auch dasselbe der Israelis, die zusätzlich vermehrt darauf drängen, dass an der syrischen Grenze zu Israel keine iranischen Söldner mehr in Stellung liegen. Der russische Außenminister Sergey Lawrow dazu: „Natürlich muss der Abzug aller nicht-syrischen Streitkräfte auf Gegenseitigkeit erfolgen, dies sollte keine Einbahnstraße sein!“ Die Jerusalem Post sprach in diesem Zusammenhang von einem bereits bestehenden Abkommen zwischen Russland und Israel, indem Assad die Kontrolle über den Süden Syriens behalten dürfe, wenn die libanesische Hisbollah bei Quneitra und Daraa ihre Stellungen aufgibt, im Süd-Westen Syriens an der umstrittenen Grenze also. Zum Ende des Monats Juni 2018 dann diese Meldung: Die russische Luftwaffe hat erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor knapp einem Jahr, Gebiete im Süden Syriens bombardiert. Dutzende Fassbomben und Elefantenraketen kamen zum Einsatz. Letztere sind ungenaue, improvisierte Geschosse aus Gaskanistern. Vom Militärflughafen Hmeimim, nahe der Hafenstadt Latakia, ging die Aktion aus. Das al Herak-Feldkrankenhaus wurde bei diesen Bombardements ebenfalls von Geschossen getroffen – auch Gebäude errichtet zum Schutz für Zivilisten. Das wird hier berichtet, – was wohl einigen bereits nicht mehr erwähnenswert erscheint -, weil Putin noch am 07. Juli 2017 persönlich und in Hamburg diese Gegend als Teil einer Deeskalationszone mitdeklarierte.

Und Sie wissen, verehrte Leser: Die Weltmeisterschaft im Fußball wird auch ohne die Deutschen, die früh herausgeflogen sind, in Russland trotzdem weitergeführt. Irgendwo wird gejubelt auf der Welt und anderswo, verzeihen Sie, verrecken die Leute, woran längst nicht Russland allein die Schuld oder Verantwortung trägt. Wir sitzen da ‚brav‘ mit im Boot – auch ohne WM-Titel!
Anfang Juni sprach sich der Berater des iranischen Generalstabchefs, der Brigadegeneral Massoud Gazajeri, noch gegen einen Abzug der Iraner aus Syrien aus. Sie seien schließlich auf Wunsch der Regierung in Damaskus da. Lustig oder makaber daran ist, dass wenig vorher Baschar al Assad selbst die Behauptung äußerte, es gäbe gar keine iranischen Kampfeinheiten auf syrischem Boden.
Währenddessen, so in etwa, machte sich der syrische Außenminister Walid al Mou‘allem über die Müllkrise im Libanon lustig. Er scheint wohl vergessen zu haben, dass Syrer, die dorthin in recht großer Zahl geflüchtet sind, eventuell die Hauptverursacher dieser Krise sind.
1,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland hat der Libanon in etwa aufgenommen.

Wie auch immer dem sei: Zwar habe der Iran mehrere schiitische Milizen von der Grenze nach Israel abgezogen, doch die seien mehr oder minder postwendend in Einheiten der syrischen Armee dorthin zurückgekehrt. Vom Iran unterstützte Milizionäre unter Aufsicht des Kommandeurs der al Quds-Einheiten, Qasem Suleimani, sind nämlich in Militärlager des Assad-Regimes in Damaskus und Umkreis gebracht worden, und erhielten dort Uniformen des Regimes sowie syrische Ausweise (die Abu Fadl al Abbas-Brigade).
Die Russen sollen Mitte Juni die Kontrolle der Zufahrtswege zum Flughafen in Damaskus von den Iranern übernommen haben.

Auch hier in diesem Artikel, wie Sie leicht erkennen können, wird oder wurde von Dingen geschrieben, die längst noch nicht von allen Beteiligten so als Kröte geschluckt wurden, oder geschluckt werden wollen – „syrische Grenze zu Israel!“ Denn ja, es gibt offensichtlich vermehrt Leute, die Israel seine Existenzberechtigung im Nahen Osten aberkennen wollen, eben weil die betriebenen Politiken der letzten 10 Jahre der Israelis inzwischen alarmierend zeigten, dass dieses Staatsgebilde in der Region nur eines verursacht: Chaos, Leid, Tod und permanentes Sich-Bedrohen und Killen.
Apropos: Die ehemals syrischen Golanhöhen (1.200 qm), die Israel seit Jahrzehnten beschlagnahmt hat (seit 1967), könnten von Präsident Trump schon demnächst als rechtmäßige Gebiete Israels anerkannt werden – warten Sie es ab.
Ist doch wohl genug Zeit vergangen, um endlich mal einen weiteren Gang hochzuschalten in solchen besetzungspolitischen Angelegenheiten?
Diese Frage scheinen sich Menschen wie Netanjahu und Trump nicht nur zu stellen, sondern deren Realisierung aktiv anzugehen, wie nicht von wenigen behauptet wird.
In gewisser Weise ist das Alles auch nachvollziehbar – vor allem aus darwinistischer Sichtweise: dem Wetteifern um das Best-angepasst-Sein.
Liebe Palästinenser und ‘Ägypter’ vom Sinai seid also gewappnet! Time seems to be on their side! Werdet bestens schnell Christen und kommt dann mit vielen Kindern nach Mittel-Europa, wo sie wahrscheinlich auch dann noch vergeblich versuchen werden, ihre Art Ordnung in das Normalste der Welt zu bringen. Und Letzteres, wie aus Geschichtsbüchern weltweit geschlossen werden kann, ist die Migration! Und die mühen sie sich gesamteuropäisch, zunehmend miteinander verstritten zu verwalten.

Kommen wir zurück nach Sotchi und zu Putin: Ja, man staune, der Herr vom Kreml lobte den angekrochenen Alewiten aus Qardaha/Syrien namens Baschar. Die syrische Armee habe sehr erfolgreich gegen die islamistischen Terroristen gefochten, meinte der Kremlchef. Nebenbei wurde von Putin bei diesem Treffen in Sotchi noch schnell ein Abzug der ausländischen Truppen gefordert (was auch sein Sonderbeauftragte für Syrien Alexander Laventiev gern zwitschert): vordinglich sind mit jenen, die die Biege machen sollen in Syrien, natürlich die USA gemeint; und dass Israel seine Racheflüge, oder wie man diese besser nennt, einstellt.
Vielleicht sind die erwähnten Flüge ja doch eher bereits schon als Marker des entstehenden Gebiets „Großisrael“ von uns zur Kenntnis zu nehmen, dessen Aufbau ja in Angriff genommen sein soll. Das neue Reich König Davids wird derart womöglich schon mal ersichtlicher und für alle existenter abgesteckt und dies – wenn auch recht explosiv mit entsprechenden Kollateralschäden – wird uns eventuell so vorgeführt noch weiterhin beschäftigen. Auf Grund der israelischen Flugangriffe soll Assad den iranischen Kräften letztens in ‚seinem‘ Land verboten haben, Einrichtungen und Flugzeughallen in syrischen Militärflughäfen zu nutzen. Weil sonst wieder die Israelis dort ihre Bomben hinlenken.
Am 20. Juni 2018 bombardierte die US-geführte Anti-IS-Koalition erneut Stellungen des Assad-Regimes und iranischer Milizen südöstlich von Abu Kamal nahe der irakischen Grenze. Armeestellungen wurden dabei getroffen. Es gab mehrere Tote und Verletzte. Die USA dementieren den Luftangriff jedoch.

Doch bleiben wir doch noch etwas beim Sotchi-Treffen. Die Lage im Land namens Syrien habe sich verbessert, meinte Assad dienstbeflissen gegenüber Putin bei jenem Treffen und wahrscheinlich war er in jenem Moment im Geiste praktisch schon auf Knien. Ein Verfassungskonvent müsse aber her, meinte der syrische Alewite dann auch noch.
Genauer: Assad & Co. wollen die syrische Verfassung umschreiben. Der Besitz an Boden soll neu verteilt werden.
Nein. So kann das nicht stehen gelassen werden, verehrte Leserschaft.
Also: Jene Syrer, die interessiert daran sind, ihr Land weiterhin als Besitzer zu führen, müssen sich noch vor Ablauf dieses Sommers 2018 auf den zuständigen Behörden in Syrien einfinden, und entsprechend belegen, dass sie es sind, die die Besitzer jenes Bodens in XY-irgendwo in Syrien sind.
Zeck! Diese Klatsche hat gesessen. Wird sitzen. Wird all jenen Syrern ein Dorn im Auge sein, die sich ins Ausland retteten und sich nicht zurücktrauen – vor allem aber Landbesitzer sind.

Letztere müssen sich allerdings nicht allzu viele Sorgen machen, dass ihr Land dahinrotten wird. Es wird gewiss wieder erblühen, und zwar vielleicht unter afghanischen oder iranischen Händen – ja, in Syrien. Staffan de Mistura, der UN-Sondergesandte für Syrien, dem soll bei seinem letzten Treffen in Teheran Mitte Juni ebenfalls ein Vorschlag für die zukünftige syrische Verfassung unterbreitet worden sein. Mistura war am 18ten und 19ten Juni 2018 in Genf, um mit hochrangigen Entscheidungsträgern aus der Türkei und Russland die syrische Verfassung ebenfalls zu besprechen. Es ist, als wolle man den Astana-Prozess neubeleben – diesmal ohne Araber und US-Amerikaner plus vollem Segen der Vereinten Nationen. Etwas mehr zu dem, wie das Ding mit der neuen syrischen Verfassung in der Praxis aussieht, folgt unten, ganz am Ende dieses Artikels.
Viele Afghanen, so an die 54 000, die als Kämpfer der Fatimyoun Brigade, an der Seite des Assad-Regimes ihre Leben riskieren, haben mit der Neubesetzung des Eigentums der geflüchteten Syrer nämlich eine nicht allzu schlechte Perspektive erhalten für ihren freiwilligen, oft auch unfreiwilligen Dienst an der Waffe fürs Vater- oder Mutterland in spe, Syrien, um den Faden wieder aufzugreifen. Mal sehen, ob sich die Regierenden in Damaskus dann auch ans Versprechen halten werden, wenn es ums Ein- und Verteilen des recht begehrten Gutes „Land“ gehen wird. Leute braucht das Land, wo Euphrat und Tigris fließen auf alle Fälle.
Es könnte also in der zukünftigen syrischen Gesellschaft, wenn der Staat dann noch so heißen wird, an genügend Frauen fehlen – zumal die auswärtigen Krieger ziemlich sicher männlichen Geschlechts größtenteils sind. Wir dürfen daher gespannt sein, wie dieser ‚Bedarf‘ gedeckt werden wird.
Mit Russinnen?
Dass wir nicht gleich darauf gekommen sind.
Iranerinnen? Wohl eher nicht.
Türkinnen?
Dass etwa Homosex und/oder -liebe legalisiert wird?
Nun: Verwundert drein schauen gilt ab jetzt nicht mehr, weil hier steht es gleich geschrieben, und zwar: Es könnte womöglich herauskommen, dass Gentechnik plus Brut-Institute, oder wie solch Orte zukünftig im Arabischen genannt werden könnten, die Folgen des Frauen-Mangels vor Ort beheben werden. Und jene, die ohne Frau als Afghanen und Iraner in Syrien leben müssten oder werden, schließt man vielleicht zukünftig zeitweise an eine Testreihe mit Liebes-Robotern/innen japanischer und/oder chinesischer Machart zwecks Beweis technischen Fortschritts und natürlich des Friedens wegen an; oder aber „für die nächste Generation“, wie ja oft auch andernorts in der Welt in den unterschiedlichsten Zusammenhängen betont wird.
Wäre das ‚Problem‘ FRAU derart nicht erfolgreich delegiert?

Wie dem auch sein wird im zukünftigen Zweistromland: Wahrscheinlich ist jene Delegation, von der Assad zu Putin auch noch sprach Ende Mai 2018, schon längst zu den Vereinten Nationen unterwegs, dort gewiss schon angekommen, womöglich schon wieder abgereist, um zuvor erwähnte Verfassungsänderung dort ‚absegnen‘ zu lassen. Auch bei diesem Punkt dürfen wir gespannt sein, ob das Unterfangen gelingt.
Denn, vergessen wir es besser nicht – und auch zum Abgleich: Wenn Trump, letztens, im Vorfeld des G7-Treffen in Kanada kalt kalkulierend ein Verlassen des Treffens einplant, wie geschehen, nur weil der kanadische Premier angeblich Dinge sagte, die Trump nicht gefielen – von denen er sich denken konnte, dass sie gesagt werden, so oder ähnlich von irgendjemand -, dann dürfte angesprochenes Begehren Assads vor dem Hohen Hause der UN womöglich durchgewunken werden – die Verfassung?
Ja! Dem könnte so sein. Denn: Wir leben schließlich in wirren Zeiten, wo, wie sagt man neuerdings, Quantenlogik vermehrt in Betrieb genommen wird, als Maßstab vieler, wenn nicht gar aller Dinge anzulegen ist zukünftig – bis sich auch dieser Hype gelegt haben wird und der nächste Weltenformer wie „Demokratie“ oder eben „Quantenlogik“ ansteht.
Was dieser nächste Umformer der Humaniden sein könnte?
Klar doch, Liebe!
Entschuldigen Sie, Scherzchen müssen doch auch mal sein, Und vor allem dann, Sie werden es vielleicht noch erleben, wenn man genau dort hinkommen mag, eben zur Liebe als Weltenformel. Bloß was ist das noch mal genau, Liebe? Eine Bewegung im Stillstand oder Stillstand mit Bewegung?

Und ja: Es tut sich was in Syrien. Auch wenn diese Bewegung vielen Betrachtern der Lage vor Ort von außen so vorkommt, als sei es die einer Angelegenheit, die im Kreis verläuft und äußerst lieblos: Anfang = Ende; Ende = Anfang; also eine Bewegung ohne Ende ist, die scheinbar sinnlos sinnig sinniert.
Zum Beispiel hatte ein Konvoi iranischer Milizen, sowie Milizionäre der libanesischen Hisbollah, sich ungefähr Mitte Mai 2018 fortbewegt, und zwar gerade, als in Astana/Kasachstan die Gespräche zu Syrien einem Ende zugeführt wurden. Im Rahmen der dort verfassten Deeskalationsvereinbarung sollen auf lediglich nordsyrischem Boden insgesamt 29 gemeinsame Beobachtungsposten eingerichtet werden: 12 türkische, 10 russische und 7 iranische. Das zuvor erwähnte Fortbewegen der genannten Milizionäre fand also unweit der kurz-und-klein-gebombten Stadt Aleppo statt – in Richtung Berge namens Ezzan. Soweit hier bekannt ist, werden den von den erwähnten Milizen aufgegebenen Platz an jenem Ort türkische und russische Truppen, vorerst, einnehmen. Von einem türkischen Protektorat im Norden Syriens ist gelegentlich die Rede, welches dort errichtet worden sei – werden soll. Inzwischen sind schon längst wieder Gespräche am Laufen, die zum Ziel haben, Gerichtshöfe sowie Dienstleistungen in den Bereichen Transport, Kommunikation sowie die Stromversorgung wieder herzustellen vor Ort.
Mitte Juni 2018 trafen sich Stammesführer aus Aleppo, Raqqa und Hassake. Die Volksverteidigungseinheit wurde aus der Taufe gehoben. Gemeinsam mit der syrischen Armee soll nun energischer gegen ausländische Verbände (USA/SDF etc.) vorgegangen werden, wurde beschlossen. Die Universität Harran in Şanlı Urfa/Türkei wird unterdessen eine Filiale in der Stadt al Bab/Provinz Aleppo eröffnen. Lehrsprachen sollen Arabisch, Englisch und Türkisch sein. Wie wir uns schon dachten, wird die lokale Sprache der Leute, Kurdisch, dort nicht aufgenommen als Unterrichtssprache – zumindest vorerst, und Ankara scheint sich ganz offensichtlich längerfristig in Syrien einrichten zu wollen. Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Gaziantep in der Türkei hatte zum Abschluss des diesjährigen Ramadans al Bab besucht. Seine Unterstützung für die syrische Polizei sollte dergestalt zum Ausdruck gebracht werden.
Beobachtungsposten werden im Syrien dieser Tage gewiss eh noch weitere eingerichtet. So auch in der Stadt Raqqa. Dort gab es im März 2018 lediglich eine einzige medizinische Einrichtung. Ungefähr 150 000 Menschen leben aber in jener Stadt, und zwar unter harschen Bedingungen. Für die letzteren Bedingungen sorgt/e nicht die Türkei allein.
Apropos harsche Bedingungen: „Assayesch“, das sagt Ihnen nichts? Ja, so nennt sich der Geheimdienst der kurdischen YPG-Miliz, der auch nicht allzu zimperlich sein soll – der syrische Medienaktivist Mohammad Khalouf al Mahdi wurde in einem PYD/YPG-Miliz-Gefängnis in Hassake/Nordost Syrien umgebracht. Er hatte gegen Zwangsrekrutierungen der YPG von Zivilisten demonstriert. Genannte Miliz hat des Weiteren auch gefangengenommene Europäer, die für den IS kämpften, im Zuge eines Gefangenenaustausches freigelassen Mitte Juni 18. Darunter befanden sich ebenfalls deutsche Staatsbürger. Der IS hat im Gegenzug ebenso viel kurdische Gefangene freigelassen. Noch andere Player erschweren der Zivilbevölkerung in Raqqa das Über/Leben – und nicht nur dort. Sie können sich vorstellen, was in dieser Stadt so in etwa los ist in Sachen Krankheiten: Durchfall, Hepatitis, Infektionskrankheiten jedweder Art und gelegentlich wohl auch Cholera. Letztere wütet gerade in einer weiteren Stadt Syriens, die, welch ‚Zufall‘, ebenfalls im Siedlungsgebiet der Kurden liegt: in Deir ez Zor.

Nochmals kurz zurück nach Hassake: Türkische Medien berichteten, saudiarabische Militärberater hätten zuweilen Treffen mit YPG/SDF-Kämpfern in der Region. Es gehe dabei um eine bereits gebildete arabische Truppe. Und zwar geht es um die Qauwat as Sanadid, um genauer zu werden. Sie ist eine Miliz eines in der Region ansässigen Scheichs namens al Hadi, und dieser gehört dem vor Ort bekannten Schammar-Stamm an. Die Miliz ist 2013 gegründet worden. Sie gibt vor, vordringlich gegen den IS zu kämpfen.
Die davor kurz miterwähnten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) schreckten kürzlich nicht davor zurück, wird berichtet, auch auf Zivilisten das Feuer zu eröffnen – so geschehen bei Deir ez Zor in der Nähe von einem Ölfeld. Die Zivilisten sollen versucht haben, eines der Ölfelder in Brand zu setzen, da einer ihrer Leute von SDF-Kämpfern misshandelt worden sei.
Die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) führten in Deir ez Zor just so ungefähr in jenem Zeitraum mal wieder Razzien durch, wobei eine IS-Schläferzelle ausgehoben werden konnte, wird behauptet und vermeldet. Und, man staune: Rund 50 italienische Soldaten sollen in der Nähe des al Tanak-Ölfelds, ebenfalls Provinz Deir ez Zor, stationiert worden sein. Sie haben sich französischen Truppen angeschlossen, wird berichtet. Assad und seine Alliierten sollen mit dieser Maßnahme von dort ferngehalten werden.
Und dann auch noch dies: Mehrere Rebellengruppen haben sich in der Provinz Aleppo zu einem neuen Bündnis – vorerst – zusammengeschlossen, welches sich „Sultan Abdul Hamid II Brigade“ nennt. Sie werden in der Provinz Aleppo, Ras al Ayn und Jabal Turkman in der Provinz Latakia Stellung beziehen.

Weil wir schon beim Nennen von Namen gewisser Ortschaften und Kampfverbände sind: Manbitsch ist einer jener Orte in Syrien, wo unter anderen die Türkei vor haben soll, diesen Juni, eher kommenden Juli, so etwas wie eine weitere „große Schlacht“ zu schlagen – versteht sich, gegen die Kurden der YPG, die ja beschuldigt werden, nichts weiteres zu sein als der verlängerte Arm der verbotenen PKK in der Türkei. Mit dem Wahlsieg Erdogans werden wohl schon demnächst Fakten geschafft werden diesbezüglich.
Die Türkei und die USA haben den Fall Manbitsch offenbar untereinander ausgewürfelt vor kurzem – oder ähnlich, genauer: die Hauptlinien für eine künftige Kooperation wurden skizziert, um „Sicherheit und Frieden“ in Manbitsch einkehren lassen zu können. Man sagt, das sei eine politische Strategie, die eventuell mit hohem Einsatz und mangelndem Vertrauen seitens der türkischen Streitkräfte sowie der USSOCOM durchgezogen wird. Manbitsch liegt in der Provinz Aleppo. Anadolu News spricht von einem 3-Phasen Plan, den die Türken mit den USA ausgehandelt haben sollen. Demnach habe die YPG Manbitsch innerhalb von 30 Tagen zu verlassen. Jetzt sind die USA und die Türken dabei, einen Rat innerhalb von 60 Tagen zu bilden. Das heißt, kurz nach der Veröffentlichung dieses Artikels wird wohl verlautbart werden, ob das zuletzt genannte Ziel erreicht werden konnte innerhalb der gesetzten Frist oder nicht – nämlich spätestens am 04. Juli. Es soll Angaben zufolge danach aussehen.
Ob die USA ihre Ankündigung gegenüber Ankara wahrmachen, dass die YPG ihren Kontakt zur PKK demnächst abbrechen wird, wird hier zwar nicht bezweifelt, allerdings, dass es in Wirklichkeit geschehen wird dann schon, irgendwie. Es wird behauptet, die USA unterhielten an die 20 Militärbasen in den nördlichen Gebieten Syriens, die von den Demokratischen Kräften Syriens kontrolliert würden. Die Rede ist von 5 000 Soldaten.
Der türkische Außenminister Çavuşoğlu träumt derweil bereits davon, das 3-Phasen-Modell dann auch in Raqqa und an anderen Orten in Syrien einzusetzen, sollte es von Erfolg gekrönt werden. Der Lokalrat in Mare, ein Nest unweit von Aleppo, soll die Bevölkerung zum Dank für die Unterstützung der türkischen Truppen dazu aufgefordert haben, die türkische Lira einzuführen, sodass deren Absturz an der Börse vielleicht verhindert werden könne.
Bereits am 18. Juni 2018 wird gemeldet, dass US-amerikanische und türkische Truppen an der Grenzlinie (Sajur-Linie) zwischen Manbitsch und der Türkei patrouillieren. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurde die Aufputschdroge Captagon im Wert von über 1.5 Millionen Dollars in dieser Gegend von Milizionären, die den USA nahestehen, sichergestellt. Bekanntlich haben bereits die Nazis unter Adolf auf diesen Stoff gesetzt: er macht mutig und raubt den Schlaf – hat allerdings auch zuweilen ungewünschte Nebenwirkungen: Depressionen, Horrortrips etc.
Raqqa ist noch immer ein Ort in Trümmer, Schutt und Asche. Viel Frust kursiert und wenig Lust, wird gesagt, die Stadt wiederaufzubauen. Die PYD/YPG kontrolliert diesen Ort – noch. Leichen sollen noch immer unter Trümmern verrotten etc. Anstatt, dass mal jemand ernsthaft aufräumte, sollen lediglich Bilder des in der Türkei inhaftierten kurdischen Führers Öcalan überall in der Stadt aufgehängt werden. Das sind bestimmt Übertreibungen, aber gewiss mit einem Funken Wahrheit. Inzwischen, Ende Juni, ist zu hören, dass die Öcalan-Poster wieder abgenommen worden sind – und andere Fetische.
Wie dem auch sei: Mitte Juni ließ jemand von Seiten der russischen Militärbasis in Hmeimin/Syrien wissen, dass Moskau die Manbitsch-Vereinbarungen zwischen der USA und der Türkei als „unwirksam“ erachte. Zum Ramadan 2018 geschah dort jedoch, dass dutzende Menschen festgenommen wurden, die aus der Türkei gekommen waren, um die Feiertage in Syrien zu verbringen.
Der Pressesprecher der YPG sagte im kurdischen Fernsehsender MediaHaber in einem Interview am 17. Juni 2018 in stark vom Kurdischen und Arabischen gefärbten Türkisch in etwa: Wir von der YPG, wir Kurden, wir wollen offene Grenzen und gute Beziehungen zur Bevölkerung drüben in der Türkei. Wir haben kein Problem mit den Leuten dort!
Und dann noch dies: Viele sind sich folgender Tatsache bewusst: Die Amerikaner, wird immer wieder geschrieben in den Netzwerken der Kurden, benutzen die PYD-Einheiten als Söldner. Und wenn sie diese nicht mehr brauchen werden, würden sie diese – wie schon einige Male davor andernorts geschehen –, erneut kalt abservieren.

Apropos „kalt abservieren“:

Die Palästinenser, die seit Jahrzehnten in Syrien, vor allem in Teilen von Damaskus, einen Unterschlupf gefunden haben vor den Übergriffen der Israelis, kriegen derzeit auch oder wieder einmal ihr Fett ab, wie man sagt. Eines der für sie am Rande von Damaskus vor Jahrzehnten angelegten sogenannten Flüchtlingscamps, „Yarmouk“, hat das Assad-Regime ziemlich komplett, wird berichtet, in Schutt und Asche bomben lassen – mit Hilfe Moskaus.
Es stimmt: Die Palästinenser waren (und sind) nicht unbedingt immer die angenehmsten Mitbewohner oder Gäste in Syrien. Wie dem auch sei: In diese eben thematisch aufgeworfenen innerarabischen Zusammenhänge tiefer zu blicken, brächte uns in düstere Gefilde nahöstlicher Politik der letzten 60 oder mehr Jahre – und der Platz dazu soll hier nicht sein. So viel noch: Die Rolle Syriens bei der Vertreibung vieler Palästinenser aus Palästina im letzten Jahrhundert ist noch längst nicht aufgearbeitet; oder so veröffentlicht, dass die Wahrheit wirklich klarer zutage getreten wäre. Da war und ist noch was, das vor allem unter dem fliegenden Teppich aus 1000 und einer Nacht geheftet verharrt. Soll heißen: Dass der Assad Clan in Syrien noch immer im Sattel sitzt, ist auch der helfenden Hand des angeblichen Erzfeindes Israel, den USA und einigen Staaten Europas geschuldet – vorweg der BRD.

Sie sehen, verehrte Leser, kaum dass man damit angefangen hat, ist man schon mitten drin, sich im syrischen Wirrwarr so richtig einzunisten und den schwindenden Überblick als Gott gegeben zu akzeptieren. Ja, eine gehörige Portion Fatalismus wird zuweilen geraten, sei angebracht, um in dieser Materie nicht vollends einzusickern.
Jedenfalls haben einige Palästinenser in ihren Lagern wie Yarmouk IS-Kämpfer, wie soll man sagen, beherbergt, wenn nicht gar ermutigt, sich dort einzunisten. Die sind dort jetzt angeblich abgezogen, genau so wie auch in Tadamon oder in Hajar al Aswad. Und somit hat Assad nach ungefähr 6 Jahren die volle Kontrolle über alle Vororte der Hauptstadt Damaskus zurückerhalten. „volle“ in diesem Zusammenhang ist selbstverständlich mit Fragezeichen zu versehen, gibt aber so in etwa das an, was Baschar al Assad über seine Medien in der Welt und in Syrien als Nachricht verbreiten lässt.
Jetzt kommt es aber, was viele von Ihnen wahrscheinlich nicht ganz kapieren dürften. Und das ist: Jene IS-Kämpfer, die nach längeren Schießereien in den zuvor genannten Gebieten in und um Damaskus noch irgendwie am Leben geblieben waren, bekamen 32 Busse hingestellt, um nach Badiya asch-Scham verfrachtet zu werden – also so eine Art freies Geleit. 1.600 Kämpfer des IS sind daher noch immer da draußen irgendwo unterwegs, um Baschar al Assad das Leben schwer zu machen, um die Scharia einzuführen, um den Ausländern die Umma entgegenzustellen – die Gemeinschaft der Muslime ist die Umma, welche ja bekanntlich schon vom Propheten Muhammad anvisiert und in einem wesentlich kleineren territorialen Rahmen auch etabliert gewesen war, und zwar im heutigen Saudi Arabien.
Der ausgebombte Stadtteil Yarmouk im Süden von Damaskus, wo ja einst mehrheitlich Palästinenser lebten, wurde sodann von den ausgehungerten und aufgehetzten Soldaten des Assad-Regimes sowie nicht-palästinensischen Anwohnern Damaskus‘ geplündert. In LKWs soll das Diebesgut hurtig zum nächsten Markt gefahren worden sein und wurde dort verhökert. Es wird berichtet, die geplünderte Schore sei mit UNICEF-Planen auf den LKWs zugedeckt gewesen, sodass sich, wird hier interpretiert, ein jeder seinen Reim aus dieser Art Camouflage machen kann, wer da im Grunde wen … und so.

Kann schon sein, dass das eben Gesagte nicht gerade die gelungenste Metapher war. Aber: Bekanntlich hat die arabische Literatur ebenfalls eine sehr reiche Metaphorik, vor allem die guten, alten Dichter von vor der Besetzung Arabiens durch Osmanen, Engländer oder Franzosen. Die Schriftstellerin Rana Kabbani zur erwähnten Plünderung von vorhin: „So unterstützt Assad also die Palästinenser. Wäre Yarmouk von den Israelis zerstört worden, dann hätte dies eine große Protestwelle ausgelöst!“ Iraner, oder die von ihnen in Syrien Eingesetzten, haben sich ebenfalls an den Palästinensern und ihrem ‚Eigentum‘ in Yarmouk vergangen, wird berichtet. Kann gut sein, dass das nächste Ziel dieser wild gewordenen Horden das Städtchen Daraa – wieder – sein wird, inzwischen schon ist.
Ein kleines Kontingent der ägyptischen Armee ist dort in der Gegend eingetroffen, um gemeinsam mit russischen Streitkräften das Assad-Regime bei einer geplanten Offensive in Daraa zu unterstützen. Al Masdar News berichtete, eine Friedensdelegation des Assad Regimes und der Russen sei in der Provinz Daraa unterwegs, um mit FSA-Kämpfern über eine ‚Versöhnung‘ zu verhandeln. Türkische Truppen und verbündete FSA-Kräfte wollen im Rahmen ihrer Operation „Olivenzweig“ Gebiete in Afrin nach Brauchbarem abgesucht haben. Ein größeres Waffen- und Munitionslager, vermutlich der YPG, sei dabei entdeckt worden. Auch schon davor, im März 2018, konnte ein solch gearteter Teilerfolg erzielt werden.
Das Wort Versöhnung wurde hier zuvor in Anführungszeichen gesetzt, da die Russen und das Assad-Regime klarmachten, dass ansonsten die Hölle über den Kämpfern einbrechen wird, wenn sie sich nicht auf Versöhnung trimmen lassen.
Und als wollte man uns Es leicht machen, den Überblick zu behalten, schlossen sich gleich 11 bewaffnete syrische Oppositionsgruppen in und um Idlib und der Stadt Hama zur „Nationalen Front für Befreiung“ zusammen Anfang Juni 2018. Türkische Truppen gaben, zeitgleich ungefähr, ID-Karten an Bewohner in Afrin und dem nahegelegenen Ort al Bab aus. Die Aktion brachte den Türken den Vorwurf ein, einen demografischen Wandel vor Ort vorantreiben zu wollen. Und wie wir alle wissen (sollten), haben die Türken nicht erst seit der Mitte des letzten Jahrhunderts in diesen assimilierenden Dingen einen ausgeprägten Erfahrungsschatz. Die Türken behaupten jedoch als Gegenargument, terroristische Schläfer sollen leichter enttarnt werden können etc., wenn ID-Karten besessen werden.

Al Bab ist für die Türken auch aus historischen Gründen ein wichtiger Ort (Osmanen). Insofern verwundert nicht, dass vermeldet wird, man habe mit der Restaurierung von Moscheen (derzeit 40 von insgesamt 60) und Bazaars begonnen. Die älteste Moschee in al Bab wurde im Jahr 717 errichtet. Eine religiöse Stiftung aus der Türkei soll die Gelder für die Erneuerungsarbeiten bereitstellen.
Währenddessen verlängerte die EU ihre Sanktionen gegen Assad um ein weiteres Jahr. Zum Ende des Junis 2018 hat die Verwaltung des al Hikmet Krankenhauses in al Bab den Betrieb eingestellt. Es würden nur noch Notfälle behandelt, wird vermeldet. Der Gesundheitsminister der syrischen Interimsregierung Muhammad Feras Jundi macht das Assad-Regime dafür verantwortlich sowie für Verschleppungen und Lösegeldforderungen von/für medizinisches/m Personal.
Und: Das Krankenhaus in Dana/Provinz Idlib wurde angegriffen. Der Versuch scheiterte, Ärzte zu entführen. Noch Anfang Juni 2018, also ungefähr 10 Tage davor, wurde Dr. Mahmud Mutlaq verschleppt, schwer gefoltert und gegen ein Lösegeld von 120 000 Dollar wieder freigelassen. Er soll einer der so genannten Wohltätigen Ärzte sein. Das berühmte Forqan Krankenhaus in Manbitsch, ein privates, musste Mitte des Monats Juni geschlossen werden. Der von der SDF kontrollierte Lokalrat forderte nämlich eine Betreibungsgebühr von – in solch leidgeplagten Zeiten – umgerechnet etwa 223 000 Dollar. Es gehörte zu den besten Häusern in der Region Nah- Mittelost, und war bekannt für seine moderaten Preise.
In Manbitsch versuchte es die Bevölkerung mit Streik aufzubegehren, doch dort sind ja bekanntlich noch die anderen, die US-Amerikaner und ihre Verbündeten von der kurdischen YPG sowie verbündete Stämme, die dort das Sagen haben. Die streikenden Händler von Manbitsch wurden schon nach recht kurzer Zeit vom Streiken ‚erlöst‘ und zur Arbeit gezwungen. Gefängnisstrafen wurden angedroht. Und Knast bedeutet in Syrien leicht und meist: ‚ein bisschen oder mehr‘ Folter.
Dass es also etwas oder mehr rau zugeht in Syrien, mag Ihnen noch durch Folgendes verdeutlich werden, verehrte Leser: Zwar leben wir im Jahr 2018 nach Christus, doch unweit von Manbitsch, genauer in Idlib, leben halt auch Menschen islamistischer Gesinnung. Und einige von denen, wurden von der al Qaida nahen Hayat Tahrir asch Scham (HTS) auf einem öffentlichen Platz hingerichtet – 4 Mitglieder der IS nämlich. Anführer der HTS ist derzeit Dr. Yusuf al Hagar. Er lehnt noch immer die Auflösung dieser Organisation ab. Kann sein, dass er inzwischen schon nicht mehr lebt. Da war dieser Bericht im syrischen TV, dem nicht ganz aufmerksam gefolgt wurde, der diese Nachricht eventuell verbreitete.
Hier gehört noch schnell angemerkt, dass dieses erwähnte Bündnis eines ist, welches 2013 aus dem Zusammenschluss der al Nusra Front und anderen, kleineren Kampftrupps hervorging. Die UN haben Hayat Tahrir asch Scham als Terror Organisation gelistet. Die USA bezeichnet die Organisation als militaristischen Ableger der al Qaida.
Im Internet wurde unter anderem gewitzelt, dass die Namensänderung in Hayat Tahrir asch Scham doch wohl eher unglücklich gewesen sei. Weil hätten diese Kämpfer oder Terroristen das Wort „Demokratisch“ in ihren Namen aufgenommen, wären die USA gewiss bereit gewesen, sie anzuerkennen – siehe beispielsweise die PYD/YGP (Partei der Demokratischen Union) der Kurden.
Al Hagar, der eventuell noch lebendige Führer der Terroristen der HTS: Die Beziehungen zur Türkei seien aber dennoch als ausgewogen zu bezeichnen. Man halte weiterhin an den Zielen der syrischen Revolution fest.
Zu hören ist: Viele Beobachter finden vermehrt, die syrische Revolution wurde wohl eventuell doch eher von sogenannten Agent-Provokateur angestoßen, die wiederum von internationalen Kooperationen sowie der US-Regierung und anderen Interessierten den Auftrag dazu ereilt bekommen haben könnten. Der sogenannte Arabische Frühling soll daher von recht langer Hand vorbereitet worden sein – angeblich schon seit Anfang der 2000er Jahre, eben von den zuvor bezeichneten Akteuren aus dem Westen vordringlich.

Zurück nach Idlib, wo der so genannte Arabische Frühling einst ganz heftig tobte: Knapp 2 Millionen Menschen bräuchten in Idlib Hilfe, also 67% der gesamten Bevölkerung in dieser Region des Landes. Allerdings sind um die 10 000 Menschen vor Ort offenbar militante Dschihadisten, Kämpfer, die vorgeben, vorrangig im Dienst des Islam kriegerisch unterwegs sein zu wollen. Und auch daher geschehe, dass die Trump-Regierung derzeit Hilfen für Syrien komplett eingestellt hat (Stand 15.06.2018).
Und dem nicht genug: Die Türkei und Russland haben sich offenbar darauf geeinigt, Mitte Juni einen „humanitären Korridor“ in Tal al Sultan/Provinz Idlib zu eröffnen. Vertriebenen soll dergestalt die Rückkehr in das vom Regime kontrollierten Gebiet ermöglicht und erleichtert werden.
Währenddessen all dieses und jenes geschieht und geschah, wenig später oder früher, griffen israelische Panzer Stellungen der Hisbollah in der syrischen Ortschaft Tulul al Humur südlich von Quneitra an. Südwestlich von Homs bombardierten die Israelis Ende Mai bereits den Militärflughafen al Dabaa. Kampfhubschrauber des Assad-Regimes warfen andernorts Flugblätter über Homs ab: Ergebt Euch oder ihr werdet getötet, soll die Nachricht darauf in etwa gelautet haben – „wie die Leute von Ghouta“, wird es euch ansonsten ergehen, stand noch drauf.
Dass solche Drohungen nicht leer sind, zeigte sich erneut in Latamnah, wo vermutlich das Assad-Regime Phosphorbomben abwerfen ließ. Und Sie werden es nicht glauben: Der Ministerpräsident Syriens, Jawad Abu Hatab, unterzeichnete ausgerechnet in dieser wirren Gesamtlage ein Gesetz, das bewirken soll, dass der Anteil der Frauen in politischen Ämtern steigt. Ja, und es geht weiter mit solch Ungereimtem, weil: Das Assad-Regime übernahm den Vorsitz der UNO-Abrüstungskonferenz für einen Monat – in Genf. Und wissen Sie was? Der UN-Bevölkerungsfond arbeitet offenbar mit der staatlichen „Syrian Computer Society“ zusammen. Und diese Society wurde vom Bruder Baschar al Assads, dem Basel, gegründet. Des Weiteren gibt es seit 2011, seit der Konflikt in Syrien begann, eine regime-treue Hackergruppe namens „Syrische Elektronische Armee“. Und wir wollen hier gar nicht ausmalen, mit wem die sich im Darknet und andernorts im Netz anfreunden.

Ein ‚lustiger‘ Ort, Syrien – und/oder das Internet. Und dennoch scheinen einige Universitäten in Syrien geöffnet zu sein. Schulen und Gymnasien ebenso, wenn immer es sich arrangieren lässt. Ein komplexer Ort ist Syrien also, wo territorial stets begrenzt Krieg, Mord und Folter etc. Alltag geworden sind – und stückweis ‚NORMALHEIT‘ herrscht.
Und nun noch dies zur Beschreibung der Lage in Syrien, wo die sogenannte kurdische Solidarität, die zuweilen auch auf deutschen Straßen von kurdischen Protagonisten hochgehalten wird, gar existent sein soll.
Es verlautbarte nämlich ein Anführer der kurdisch-syrischen PYD, dass kurdische YPG-Milizen nach ihrem Abzug aus Afrin mehr als 90 kurdische Häftlinge dem Militärgeheimdienst des Assad-Regimes ausgeliefert haben. Ihr Abzug erfolgte nach Kobane, und zwar an der Seite von französischen Kräften. Und an das Regime von Assad ausgeliefert zu werden, bedeutet geradezu an Sicherheit grenzend Folter und wahrscheinlich auch schrecklichen Hunger, der ausgehalten werden muss etc. Sozusagen im Gegenzug griffen sich die Türkei und FSA-Kräfte tausende Kurden, die sogar in Privatflugzeugen nach Afrin zurück- oder eingeflogen wurden, um diese ‚Glücklichen‘ dort anzusiedeln, wo die 90 Häftlinge, die oben erwähnt wurden, an die Häscher der Assads ausgeliefert worden waren.
Immerhin: Um den 20. Juni herum wurde das Tragen von Waffen in Afrin von einer ausgebildeten Militärpolizei des FSA verboten. Eine Kurdin mit hohem Rang in der YPG, Ilham Ahmet, soll sie heißen, warnte eben diese oben erwähnten Kurden, die bereitgestellten Flugzeuge besser nicht zu besteigen, weil ihre YPG das Gebiet in und um Afrin zuerst zurückerobern müsste, bevor solch eine Umsiedlung Sinn machte. Sie drohte den wahrscheinlich mehrheitlich unfreiwillig Hin-und-Her-Gerissenen kurdischen ‚Blutsbrüdern und -schwestern‘ mit dem Tod.

Nun, die Co-Vorsitzende der PYD, eben Ilham Ahmet, scheint darüber hinaus auch mal wieder zu Gesprächen mit Vertretern des Assad-Regimes in Damaskus gewesen zu sein. Sie besucht anscheinend auch regelmäßig Washington DC, wird dort als enge Partnerin der US-geführten Internationalen Koalition (CJTFOIR) im dortigen Außenministerium geführt. Ahmet dürfte bei ihrer Visite in Damaskus erneut abgeklappert haben, ob und unter welchen Bedingungen das Assad-Regime zukünftig bereit sein könnte, ein autonomes kurdisches Gebiet im Nordosten Syriens zuzulassen.
Des Weiteren: Ein hochrangiges Mitglied der kurdischen Zukunftspartei, Abdulhamid Tammo, ist in der Provinz Hassake (vermutlich am 03.06.18) verschleppt worden. Er befand sich auf dem Weg nach al Jennazya. Der Freie Rechtsanwälteverbund Syriens in Gaziantep/Türkei machte Kräfte der PYD/SDF dafür verantwortlich. Anwalt Tammo ist ebenfalls Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition. Tammo ist inzwischen wieder auf freiem Fuß und befindet sich in einem Dorf nahe Qamischli.
Tammo ist also vorerst wieder in ‚Sicherheit‘. Doch zehntausende ehemalige Bewohner Afrins befinden sich weiterhin auf der Flucht. Vor allem sind junge Mädchen auf der Flucht mit ihren Eltern, alleine oder mit Verwandten, gefährdet. Die Puffs in der Türkei, dem Libanon etc., auch sogar in Nordzypern, sollen mit kurdischem ‚Frischfleisch‘ zur allgemeinen ‚Zufriedenheit‘ der Kundschaft gut gefüllt sein. „Daha düşmadı!“, hört man Freier hie und da zuweilen gewiss wieder zueinander sagen. Und das Gesagte soll bedeuten: Noch ist die Ware frisch! Noch ist sie nicht in der Gosse gelandet – oder billig und für jedermann zu haben!
Jungs werden oft zwangsrekrutiert oder an Geheimdienste und andere Interessierte weitergegeben bei Bedarf.
In diesem Zusammenhang kommt man vielleicht nicht umhin, thematisch etwas einen Schwenk zu machen – Susanne. Die Rede ist von der 14-jährigen Deutschen, die von einem Iraker, wahrscheinlich Kurde, aus Irbil umgebracht worden ist. Er war Flüchtling in Deutschland und sitzt jetzt in Deutschland in Haft wegen des Mordes.

Wenn aber bedacht wird, in welchem Umfeld er aufgewachsen sein mag, nämlich an Orten, wo Folter, Mord und Krieg way of life geworden zu sein scheinen, kann man eventuell ahnen, wie schwer es vielen geflüchteten, relativ jungen Menschen fallen muss, die kaum eine andere Realität bislang kennenlernten, wirklich zu kapieren, dass Mitteleuropa anders tickt. Dass man nicht einfach eine Frau killt, die nicht so will wie man es gerne hätte – oder wegen der sogenannten Ehre etc. Dass die von Zuhause und der Religion gesetzten und erlernten Schranken mehr als Worte sind.
Das Letztere zu begreifen, dürfte vielen dieser jungen geflüchteten Menschen wirklich schwerfallen. Insofern hat Wagenknecht von der Linken durchaus Recht: Man kann die Grenzen nach Europa nicht einfach aufhalten, wie viele ihrer Parteifreunde meinen, und sagen: „Kommt!“ Das funktioniert nicht und ist realitätsfern.
Europäer sind inzwischen mehr denn je aufgrund der Gegebenheiten weltweit aufgefordert, ihren Lebensstil gründlich zu überdenken und entsprechend zu justieren, bestenfalls schnell, andernfalls wiederholt sich Geschichte, vielleicht die der iranischen Hochkulturen vor Zarathustra usw.

Ja, ja, die Iraner in Syrien. 60 und mehr Firmen sollen die dort bereits gegründet haben. Und diese Firmengründungen werden den iranischen Revolutionsgarden zugeordnet. Internationale Sanktionen des Westens, die den Iran im Griff hatten und demnächst wohl wiederhaben dürften, sollen mit derartigen Firmengründungen umgangen werden, werden so umgangen: Geldwäsche, Waffengeschäfte etc. dürften wohl auch ein Thema sein, gelegentlich.
Apropos: Syrer sollen neuerdings ein Visum zur Einreise in den Iran sich ausstellen lassen müssen. Interessant ist, zu erfahren, dass der Libanon aber die Visumspflicht für Iraner aufhob. Das heißt, dass iranische Reisepässe nun nicht mehr abgestempelt werden an der Grenze. So soll offenbar gewährleistet werden, dass dieser Personenkreis weiterhin nach der EU einreisen kann, denn die EU lässt Iraner, die im Pass einen libanesischen Stempel haben, neuerdings nicht mehr in die Gemeinschaft einreisen. Apropos: Der Flughafen in Beirut soll derzeit mehr oder minder in iranischen Händen sein – so auch eine Militärbasis. Geld und Waffen würden ohne Kontrollen aus dem Iran eingeführt.
Versteht sich, dass einige der zuvor erwähnten Firmen längst auch im Libanon ein Beinchen (in etwa 200 Unternehmen insgesamt) aufgesetzt haben – und andernorts in der Welt. Namen? Hier, bitte sehr: Samer Foz, Moufid Karami, Sayyid Zaynab, Hafni Mortada, Farouk Joud, Abdel Qader Sabras, Samer Yousef, die Töchter von Nizar as Asaad usw.
Überhaupt: Gemunkelt wird, dass Baschar al Assad derzeit mehr Einfluss im Libanon habe als in Syrien. Die Unternehmer der transferierten Unternehmen sollen jeweils 1 Million Dollar bezahlt haben, um im Libanon sich ansiedeln zu können.
Diese Praxis erinnert uns sehr stark an Zypern oder Malta, wo genau das Gleiche getan wird, und schon fast als eine Art Industriezweig betrachtet werden darf. Gewiss gibt es auch daher einige iranisch-stämmige Unternehmensableger auf Zypern – was dort eventuell keiner wirklich so genau wissen will, ist zu vermuten.
Meldungen zufolge sollen über 2 Millionen Iraner die syrische Staatsbürgerschaft erhalten haben, was von Gegnern Assads ebenfalls als Strategie gewertet wird, den in alle Winde geflüchteten Syrern eine Rückkehr zu erschweren.
Inzwischen (Ende Juni) sollen an der Grenze zu Israel keine Iraner und/oder ihre afghanischen, pakistanischen, libanesischen oder gar algerischen Kämpfer in Stellung liegen. Was hier noch eingefügt gehört: Russland einigte sich bereits zur Mitte des Monats Juni darauf, Standorte der Hisbollah/IRGC in Syrien bekanntzugeben, falls diese sich nicht dem zuvor erwähnten Abzug anschließen sollten. Israel war vor geraumer Zeit nämlich bereits auf diese Weise in Aktion getreten gegen iranisch unterstützte Milizen, nachdem diese die Befehle Russlands verweigert hatten, Stellungen aufzugeben (so geschehen im Umkreis von Damaskus und Daraa).
Apropos: Gemäß Herrn Hadi al Abdallha, ein unabhängiger Reporter vor Ort, sei die Spezialeinheit des Assad-Regimes die Quwat al Nimr, die für ihre Kampfstärke und Brutalität gefürchtet ist, in Daraa eingetroffen. Neben ihnen sollen noch weitere Akteure die Interessen des Regimes – dort – auskämpfen: die Republikanische Garde, die NDF, Gaisch al Tahrir al Falastini, Liwa al Quds, die 4te, 7te, 9te, 14te und 15te Division der syrischen Armee. Die USA sagen dazu warnend: „Die Feuerpause muss weiter umgesetzt und respektiert werden (Stand 19. 06. 18).
Oder um das Phänomen Syrien auch mal von dieser Seite etwas näher beleuchtet zu haben: US-Kampflugzeuge töten südlich von Hassake den IS-Anführer Omar Ali, ein Ägypter, der für die Medienarbeit der Terrormiliz verantwortlich zeichnete. Oder: 150 Ziegen wurden Dorfbewohnern nahe der Stadt Deir ez Zor von Truppen des Assad-Regimes geklaut sowie 10 Kühe. Daraufhin verschleppten die Bewohner 5 Soldaten des Regimes, die dann gegen das gestohlene Vieh zurückgetauscht werden konnten. In dieser Provinz befanden sich Anfang Juni 2018 ungefähr 65 hochrangige IS-Anführer, also östlich des Euphrat. Die Mehrzahl dieser Anführer soll aus dem Irak stammen. Putin soll geäußert haben, dieses Gebiet könne dem Iran überlassen bleiben.
Und um das Bild eines zukünftig eventuell geteilten Syriens zu vervollständigen, welches weiter oben schon angerissen worden war: Assad und sein Clan sollen dann lediglich in und um Damaskus einen Teil des Landes erhalten. Versteht sich, dass die hier eben gegebenen Informationen – noch – unbestätigte sind.

Und weil wir schon bei Damaskus sind: sie scheint die untergrabene Stadt per se zu sein. Soll heißen: Die Assad-Gegner haben im Laufe des Konflikts seit 2011 hunderte Tunnel gegraben, die diese Stadt durchziehen sollen. Es dürfte daher nicht unbedingt leicht sein, die volle Macht in dieser Stadt zu übernehmen, wenn Assad Damaskus als Teil eines aufgeteilten Syriens erhalten würde.
Obgleich: Bei den unmenschlichen Methoden seines Regimes ist damit zu rechnen, dass es wahrscheinlich genug Denunzianten geben wird, sich ‚produzieren‘ lassen, die Assads Folterern stecken, wo einer oder mehrere dieser Tunnel verläuft/-laufen.
Im Interview mit Al Jazeera am 14. 06. 2018 angesprochen auf seinen Ruf als Folterer und Tyrann, wickelte Baschar al Assad den Vorwurf damit ab, unter anderem, dass das alles lediglich unbegründete Propaganda des Westens sei. „Fake News.“ Auffallend war, dass er im Interview die USA, Großbritannien und Israel nannte, aber nicht mit seinen schmutzigen, blutigen Fingerchen in Richtung EU zeigte, die für sein Dilemma verantwortlich seien und für Falschmeldungen etc. Das lässt eventuell tief blicken, wie man sagt.
Zeitlich 2-3 Wochen später räumt der israelische Prämier Netanjahu mal wieder ein, Bombardements auf Stellungen von Verbündeten des Iran in Syriens durchgeführt zu haben. Der Iran würde ansonsten Syrien „kolonialisieren“, um Israel anzugreifen. Netanjahu: 80 000 Milizkämpfer aus Pakistan und/oder Afghanistan seien zu diesem Zweck eingeschleust worden.
Und so verwundert uns wenig, dass der russische Außenminister Pläne für eine Sondersitzung der Mitglieder des Chemiewaffenübereinkommens im Juni 2018 ablehnte. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies geradezu energisch zurück, dass Russland „angebliche“ Chemiewaffeneinsätze Baschar al Assads decken würde.
Jordanien hat in diesen Tagen, wie man sagt, die Fronten gewechselt. Offenbar hat dort jemand eingesehen, dass mit Assad besser zu sterben ist also ohne. Soll heißen: Amman will, dass der Nasseb-Grenzübergang endlich wieder geöffnet wird, damit Handel getrieben werden kann. Die Sorge, dass iranische Kampfverbände sich so leichter ins Land einschleusen können, wird gesagt, nehme man in Kauf. Ein-zwei Wochen später sendet das Land einen großen Militärkonvoi mit Panzern an die Grenze zu Syrien. Die Grenze wurde seit 2014 für Flüchtlinge geschlossen seitens Jordanien. All das trägt dazu bei, syrische Flüchtlinge im eigenen Land zu Getriebenen zu machen – eigentlich ist für sie kein Schlupfloch in die Freiheit mehr da.
So um die 33 000 iranische Kämpfer sollen sich also in Syrien befinden. 7806 seien getötet worden bislang, wovon wiederum 1649 Mitglieder der libanesischen Hisbollah gewesen sein sollen. Einer der zahlreichen Deals scheint unterdessen zu sein nach Verlautbarungen, dass Syrien im Süden an der israelischen Grenze des Landes ‚saubermachen‘ darf, unter der Bedingung, dass die Iraner von dort verschwinden. Und jetzt kommt es: Anscheinend werden die Israelis dem Assad-Regime dabei unter die Arme greifen und den Einsatz ‚netterweise‘ koordinieren (Quelle: die Jüdin Eizabeth Tsurkov – Forum for Regional Thinking).
Die Russen ihrerseits bitten die Israelis um Nachsicht, sollten im Zuge der zuvor erwähnten geplanten Säuberungs-Operationen des Assad-Regimes an der israelischen Grenze das eine oder andere Bömbchen oder Raketchen versehentlich auf dem von Israel eingenommenen Terrain landen. Netanjahu hingegen findet, die Iraner müssten aus Gesamtsyrien sich zurückziehen. Die Maximalforderung strebt er somit an.

Immerhin: Beim Internationalen Wirtschaftsforum letztens in St. Petersburg konnte der syrische Wirtschaftsminister Samir al Khalil stolz verkünden, dass russische Firmen bereits mit dem Wiederaufbau der syrischen Erdöl- und Erdgasindustrie begonnen hätten. Zwischenzeitlich hat sich das syrische Regime über die Aufteilung der Öl-Einnahmen in Deir ez Zor geeinigt, und zwar, wo die YPG-Miliz das al Omar Ölfeld kontrolliert. Das Regime erhält nun täglich 100 Barrel Öl, die YPG 75. Das al Omar Ölfeld zählt derzeit zu den größten seiner Art in Syrien und fördert täglich anscheinend um die 15 000 Barrel Öl.
Na, wo dieser große Rest des Öls wohl verschwindet – Sie haben doch hoffentlich schnell mal mitgerechnet? In den USA? Russland? Oder gar in China?
Jedenfalls: Zukünftig würden noch mehr Verträge mit Russland geschlossen vonseiten Syriens. Und wäre in der Türkei widererwarten Muharrem Ince am 24. 06. 2018 als Präsident der Türkei gewählt worden, hätte es angeblich zu einer Annäherung zu Assad kommen können. Ob es klug gewesen ist, solch Aussicht vor einer Präsidentenwahl in der Türkei in Aussicht zu stellen, zeigt das Wahlergebnis. Ince stand mit seiner Positionierung im Lager der Erdogan-Gegner alleine auf weiter Flur. Da Erdogan indes als Sieger hervorgegangen ist bei den Wahlen, wird mit Sicherheit eine noch härtere Gangart Ankaras in Nordsyrien – und eventuell darüber hinaus gehend sogar in Damaskus, in Deir ez Zor etc. zu erwarten sein.

Anscheinend haben die Russen die Zeichen der Zeit verstanden. Sie haben damit begonnen, eigene Militärpolizisten in allen Übergängen zwischen Hermel und Quseir zu stationieren. Das Gleiche gilt nahe der libanesisch-syrischen Grenze (Bekaa Ebene und Qalamoun). Ganz offensichtlich werden so die von Erdogan schon seit Anfang des Syrienkonflikts geforderten „Roten Linien“ gezogen. Bewegungen der libanesischen Hisbollah und anderen Organisationen sollen so eingeschränkt werden. Wo keine russischen Militärpolizisten zum Zuge kommen, wie beispielsweise in und um Damaskus, werden die sogenannten Schabiha-Milzen des syrischen Regimes herangezogen, um an Kontrollpunkten zu wirken. Dass es daher allmählich zu mehr Anschlägen auf russische Soldaten gekommen ist, kann nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Es wird zwar spekuliert, dass iranische Kräfte Baschar al Assad ins Jenseits befördern könnten, da dieser dieselben auf Betreiben Israels etc. abzuziehen gedenke. Wir gehen hier allerdings nicht von einer solchen Tat durch iranische Milizen aus. Denn solch ein Mord wäre konterproduktiv für den Iran. Solch ein Entscheid wäre zu kurz gegriffen. Und die Iraner sind nicht dafür bekannt, in kurzen Zeitabständen zu planen. Darin gleichen sie in etwa Moskau oder China. Der Vorwurf, dass Trump, und allgemein der Westen, Politik des kurzzeitigen Maßes machen, trifft jedenfalls nicht immer zu – und, wie zu sehen ist, offensichtlich nicht im Syrienkonflikt, den, wie bereits oben gesagt wurde, gewisse Kreise in Washington angeblich mit Bedacht schon Anfang der 2000er Jahre angedacht hatten – aus verschiedensten Gründen. Sehen Sie hierzu das vor einiger Zeit hochgeladene Video auf der Webseite Zypernsundmehr-News (auf Englisch).
Da die Verlegung russischer Militärpolizisten an die libanesische Grenze jedoch zu großen Spannungen führte, wurden dieselben anstatt nach Quseir in Homs verlegt und durch Soldaten des Assad-Regimes ersetzt. Den Russen wird voraussichtlich nicht passieren, was Ayman Jaber mit dem Regime in Damaskus vor Kurzem passierte. Bekanntlich ist Jaber ein Ölmagnat, und regimetreu war er zudem. Dennoch hat Damaskus nun sein Vermögen einfrieren lassen, obwohl er an die 7000 Kämpfer des Regimes, die sogenannten „Wüstenfalken“ und „Seekommados“, aus ‚eigenen‘ Mitteln jahrelang finanzierte. Beispielsweise verhalf sein Geld dem Regime, die Antike Stadt Palmyra zurückzuerobern, wird behauptet. Was zusätzlich aufhören lässt, ist, dass Jaber mit Assad um ein paar Ecken verwandt ist.

Dass die Iran-Strategie der Trump-Administration bereits von Erfolg gekrönt ist im Nahen Osten, kann hier nicht bestätigt werden. Noch sieht es so aus, als könne Iran seinen Einfluss in der Region halten. Sicher ist aber, Putin zufolge, dass Moskau keinen Abzug aus Syrien plane. In diesem Zusammenhang stehend darf gesehen werden, dass die Autobahn Homs-Hama (M-5) nach sieben Jahren erstmals wieder für die gesamte Öffentlichkeit geöffnet wurde. Davor diente sie eine Zeitlang nur der sogenannten Humanitären Hilfe. Interessant ist des Weiteren, dass ein internationaler Haftbefehl für den Luftwaffengeheimdienstchef Jami Hassan ausgestellt wurde. Der 64-Jährige wird beschuldigt, systematische Folter und willkürliche Exekutionen von politischen Gefangenen und anderen Unliebsamen beauftragt zu haben. Diese Maßnahme wird als erster wichtiger Schritt erachtet, um Individuen strafrechtlich verfolgen zu können zukünftig – so auch die Assads. Währenddessen wird bekannt, dass der Libanon die Aufenthaltsgenehmigung für Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen nicht verlängert. Der UNHCR ermutige Flüchtlinge, nicht zurückzukehren, lautet der Vorwurf und/oder die Begründung.
Apropos Flüchtlinge: Die Türkei hat zwischenzeitlich den Bau einer 764 km langen Mauer an ihrer Grenze zu Syrien abgeschlossen.
Der Präsident des Libanon, Michel Aoun spricht von Verlusten, die sein Land der syrischen Flüchtlinge wegen erleide – 10 Milliarden Dollars soll dieser Verlust hoch sein. Im Netz findet jemand: Sogar, wenn die syrischen Flüchtlinge im Sheraton wohnten, käme diese Summe im Leben nicht zustande.

Zuletzt: Warten wir mal ab, wo um Europa herum, so genannte Aufnahmelager für Flüchtlinge entstehen werden, welche der österreichische Vorsitz in der EU bei seinem Amtsantritt am 01. Juli 2018 als primäres Ziel seines Ratsvorsitzes anzuvisieren vorgibt in den bevorstehenden 06 Monaten.
Wurde Syrien etwa auch daher plattgemacht und von langer Hand geplant, damit Menschen aus allen Herrenländern dort, vor den Toren Europas, ‚geparkt‘ werden könnten?
Am 12. Juni 2018 berichtet die Cyprus Mail: „Friedensprotester marschieren zum Akrotiri-Luftwaffenstützpunkt der Briten.“ Sie sorgen sich zurecht, dass die Republik Zypern noch tiefer in den Krieg in Syrien hineingezogen wird. Sie fordern, dass Anastasiadis die Flüge der Briten nach Syrien unterbindet etc.
19. Juni 2018 steht in der Cyprus Mail:
„Hussam Idris träumt davon, in seine Bäckerei in Aleppo zurückzukehren. Doch 3 Jahre nach der Flucht vor dem Krieg, macht er sich Sorgen, das neue Gesetz, welches der syrischen Regierung erlaubt, Hausbesitz zu konfiszieren, um einen Wiederaufbau durchzuziehen, seine Pläne zunichtemachen könnte. … Obgleich das Gesetz Nummer 10 oder das Dekret 10 noch angewendet werden müssen, sagen Menschenrechtsgruppen und Regierungen, die syrische Flüchtlinge aufgenommen haben, letztere würden Gefahr laufen, permanent im Exil leben zu müssen, wenn sie ihr Eigentum verlören. Ein hauptsächlicher Grund zurückzukehren, wäre so genommen.
Idris sitzt in der syrischen Botschaft von Berlin und versucht, die Besitzverhältnisse zu Hause zu klären, in dem er seine Mutter installiert. Sie könnte dann Anspruch für die Bäckerei und das Appartement im Kallaseh-Bezirk von Aleppo erheben, welcher vor 2 Jahren zurückerobert worden war. Damit ist er nicht alleine. Das neue Gesetz löste einen Run auf syrische Botschaften aus. Ein Beamter dort, der seinen Namen nicht angeben mag, sagte, dass seit das Gesetz im April in Kraft ist, kämen täglich 10 bis 15 Syrer an, die versuchten, den Besitzstatus auf Verwandte zu übertragen. … .
Deutschland hat um die 650 000 Syrer aufgenommen. Das sind die meisten in westlichen Ländern. Und Deutschland ist ganz besonders besorgt des Gesetzes wegen. Die Sorge ist, dass Baschar al Assad das Gesetz benutzen könnte, um vormalige Oppositionszentren plattzumachen, die von der Regierung zurückerobert wurden, und nun mit Unterstützern der Regierung angefüllt werden sollen. … . Syrien spricht in diesem Zusammenhang von einer Desinformationskampagne, die gegen es laufe. Damaskus sagt, dass ein Wiederaufbau unablässig sei und der Platz dafür nun mal gebraucht würde. Außerdem müssten illegale Besitze eh korrigiert werden. …
Die Tatsache, dass der UN Sicherheitsrat Kenntnis von dem Dekret 10 genommen hat, ist gute Nachricht, sagte ein weiterer deutscher Beamter. „Doch der Druck, das Dekret nicht anzuwenden seitens der syrischen Regierung, hat von Russland zu kommen:“
Obgleich das Gesetz Nummer 10 besagt, Verwandte könnten Besitzansprüche anmelden, sagen syrische Anwälte, dass der Besitz in Realität eben einer Person übertragen werden muss, damit die Behörden wüssten, welcher Verwandte der gewünschte gesetzliche ‚Agent‘ ist. Außerdem bräuchten all jene, die solch einen Besitzanspruch stellten, sagen Anwälte und Menschenrechtsgruppen, auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. … .
Das Regime hat eine lange Geschichte in willkürlicher Enteignung, um seinen ökonomischen und sicherheitstechnischen Interessen zu dienen. Diese Praxis war in der Tat einer der Hebel, welche die Rebellion verursachten. … Lokale Behörden benutzen Land, welches unter dem Gesetz 66 konfisziert worden war, um eine Luxus-Wohnanlage mit 12 000 Wohnungseinheiten zu erbauen. Assad hat die Anlage 2016 eingeweiht. Jetzt wird von einigen Flüchtlingen aus Syrien befürchtet, dass das Selbe mit Gesetzt Nummer 10 der Fall sein wird. …

[Jemand:] „Wenn Sie in einer ausgebombten Gegend lebten, wo die Oppositionellen des Regimes aktiv waren, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten – und so geht auch Ihr Recht auf Ihren Besitz flöten!“

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