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Archive for the ‘Türkei’ Category

Finanzen Türkei

Dass die Türkei sich noch weiter von der EU entfernt, scheint der unten dargebotene Artikel – einmal mehr – zu bekräftigen.

Ach ja, und was macht man, wenn sehr früh aufgewacht wird? Genau! Man übersetzt aus dem Türkischen einen möglichst schwierigen Artikel ins Deutsche!

 

Die türkische „TRT Haber“ versendet heute folgende Nachricht:

 

„Das digitale Geld der Zentralbank kommt!

Eingeführt wird die auf der Blockchain basierende digitale Zentralbank. Testreihen werden beginnen, um die Programmierung und diese Technologie weiter zu entwickeln.
Im Jahr 2020 wird seitens der jährlichen Einschätzungen des Büros des Präsidenten das internationale Handelssystem mit dem Ziel angenommen, die alternative Zahlweise und das alternative Geld zu entwickeln. Dazu werden Arbeitsgemeinschaften erstellt und die Arbeiten dazu fortgeführt werden.
Mittels Verträgen, die unter 2 Partnern abgeschlossen werden, können der Wert der einheimischen Währung sowie die Optionen Handel zu treiben erhöht werden. In diesem Zusammenhang haben die Türkische Zentralbank und die Zentralbank Chinas eine Vereinbarung getroffen, und zwar bezüglich der Erneuerung der Geld-Priorität, das heißt: dies sind Maßnahmen, die Firmen bereitstehen, um den chinesischen Yuan bei der Kreditvergabe („reeskont“) zu gebrauchen. Diese Maßnahme wird wiederum auf Länder ausgeweitet, mit denen Handel im großen Stil geführt wird. Entwickelt und ebenfalls eingeführt wird werden, dass lokale Kreditkarten akzeptiert werden international und Geschäfte mit lokalen Währungen unter Banken auch international getätigt werden können, was die Zusammenarbeit stärkt, sowie auch den Verkehr untereinander. Diese eben erwähnte Maßnahme wird bereits von einigen Ländern in die Realität umgesetzt.

Russlands alternatives Nachrichtensystem wird gebraucht

Das Ziel ist, dass die Zahlsysteme der Länder einwandfrei funktionieren. Diese Option wird untersucht, ebenso, dass Handel sicherer und gefestigter sowie schneller erfolgt. Entsprechende Vorkehrungen werden eingerichtet. Deswegen werden entsprechende Untersuchungen vorangetrieben, um das SWIFT-Verfahren mit dem russischen SPFS-Verfahren gegebenenfalls zu ersetzen in der Türkei.
Das auf Blockchain basierte digitale Geld der Zentralbank wird also eingeführt. Noch laufen Tests diesbezüglich. Und in diesem Zusammenhang steht eben auch das Vorhaben, des Sofortigen-Bezahl-Systems.

Bezahldienste und eine elektronische Vereinigung der Geld-Organisationen wird gegründet

Unterstützt werden wird im Jahr 2020 nach Ansicht des Jahresprogramms, welches vom Büro des Präsidenten herausgegeben wird, dass aus internationalen Anwendungen nutzen ziehend, Firmen Chancengleichheit geboten wird, und zwar mittels einer sicheren Finanztechnologie („fintek“), mittels einer Ökosystem-Institution.
Entworfen wird daher ein Fahrplan, das Fintek-Ökosystem in der Türkei anzusiedeln, und was dessen Umsetzung angeht, wird ein öffentlicher Ansprechpartner installiert. Das seitens des präsidialen Finanzbüros entwickelte Fintek-Ökosystem wird also im Land entwickelt und ein Fahrplan wird entworfen werden, darum geht’s. Zwecks Harmonisierungs- (Sandbox) sowie Industrie-Feldversuch werden gemeinsam mit dem Fintek-Ökosystem entsprechende Unterschiedlichkeiten der Vorschriften bearbeitet werden.
Bezahldienste und eine elektronische Vereinigung der Geld-Organisationen werden also gegründet. Ebenso werden in diesem Zusammenhang das Transfersystem 6493, Zahlungsdienste und elektronische Geld-Überweisungsverfahren entsprechend – und gesetzlicher Unterschiedlichkeiten wegen – angepasst werden.

IWF-Technopark wird gegründet

Seitens des Finanzoffices des Präsidentenbüros wird das Istanbul Finanz-Zentrum einen Finanz Technopark gründen. Um das Fundament des offenen Bänker-Gesetzes zu stärken, wird der EU-Zahlungsdienst – siehe Direktive 2 – juristisch abgestimmt aufeinander. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass Kontrolle und Beobachtung des Zahlungssystems der Türkischen Zentralbank unterstellt sein wird – und entsprechende Schritte werden eingeleitet werden, um eben dieses System zu stärken. Die Informationssysteme der Ministerien und die elektronischen Zahlungsdienste der Banken werden mit entsprechenden Statuten ausgestattet. Weiterhin von Wichtigkeit diese Direktive betreffend ist, dass jene Organisationen, die involviert sind, gemeinsam die für die Türkei erforderlichen gesetzlichen Änderungen ausarbeiten.

Türkei im Pool der Rückversicherer

Das verschmelzen der Finanzdienste erleichternd gilt es, das Wissen in finanziellen Dingen sowie den Boden für Investitionen zu entwickeln. Die nötigen Schritte dazu werden unternommen. Dann soll vor allem die Fähigkeit, finanzielle Abläufe verstehen zu können, gefördert werden, sodass Experten in ausreichendem Maße verfügbar sein werden. Das Bildungsministerium wird Entsprechendes in den Lehrplan aufnehmen. Das Finanzministerium wird der Rückversicherungs-Pool der Türkei schlechthin sein.
Sollten Exporteure ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, wird zur Verfügung gestellt werden, dass nachdem ein Dokument bei der Zentralen Registrierungsstelle entgegengenommen wurde, welches den angegebenen Zustand bestätigt sowie dass Export-Geschäfte getätigt wurden, bei denen eine Verschuldung sich ergab, dann wird diesem Personenkreis zukünftig ein genereller Ansprechpartner zur Seite gestellt. Die Betroffenen können sodann, um ihren gesetzlichen Rahmen zu richten, nötige Änderungen mithilfe des Kapital-Markt-Gesetzes veranlassen, indem sie Nachweis über Arbeitsweise und Grundsätzliches führen. Eine zweite Harmonisierung ist also geplant.

Preis/Kommission Anzeigeformat wird errichtet

Auf den Kapitalmärkten soll ein Vertrauen gebendes Ökosystem eingerichtet werden. Dazu muss das bestehende Schiedsverfahren funktionsfähiger gemacht werden. Das Istanbul-Schiedsverfahren-Zentrum (ISTAC) wird ein Schieds-Panell, -Konferenz, -Kurse und Ausbildungen; Schieds-Gesellschafts und Organisationsbesucher, Schieds-Vermittlerprojekte sowie das Istanbul-International-Med-Arb-Vertrags-Projekt fertigstellen. Jene, die sich an ein Schiedsverfahren wenden und dort eine Zulassung und Lösung ihrer Unpässlichkeiten anstreben, werden ihre Angelegenheiten anhand solcher Schiedsverfahren harmonisiert sehen.
Kunden der Finanzbranche soll zukünftig die Preisgestaltung leichter verständlich dargeboten werden, so auch vergleichbarer. Ein entsprechendes Format wird erarbeitet werden. … Auf der Internetseite des Bänker Harmonisierungs und Kontroll Organs (BDDK) wird eben angesprochenes Format reingestellt werden.“

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Bekanntlich ist Erdogan auch zur Imam Hatip Schule gegangen, als er noch ein Junge war.

In der staatlichen „Anadolu Acentası“ vom 09. Januar 2019 schreibt „Adem Demir“ das Folgende zur Rede des derzeitigen Parlamentspräsidenten Yıldırım, die er uns in Auszügen wiedergibt:

 

Istanbul

Der Parlamentspräsident und Kandidat der AK Partei für das Amt des Bürgermeisters von Istanbul Binali Yıldırım: Früher wurde der Juwel in unseren Kindern nicht erkannt, in Roben gekleidet und mit entsprechender Mentalität.

„Die Führung der AK Partei hat die Fesseln, welche die Imam Hatıp Schulen fesselte, entfernt. Am 28. Februar haben wir dieses dunkle Erbe, diese Ausgrenzung, über den Haufen geworfen. Zusammen mit unserer Bevölkerung haben wir die Einstellung vernichtet, dass in diesen Schulen lediglich Imame hervorgebracht werden sollen und nichts Anderes.“

Stattgefunden hat in Harbiye/Istanbul im Reşit Cemal Rey Konferenz-Saal zum dritten Mal seitens des ÖNDER[FÜHRER]-Imam-Hatıp-Vereins die Kultur-Kunst-Preisvergabe. Die Feierlichkeit fing mit koranischen Gesängen[tilavet] an. Gefeiert wurde der 60te Gründungstag der ÖNDER, wozu ein kurzer, informativer Film gezeigt wurde.

Der Parlamentspräsident Yıldırım wurde zu dieser speziellen Veranstaltung zwar als Parlamentspräsident geladen, doch sagte dieser, dass er heute sehr wohl auch als der Kandidat für den Posten des Oberbürgermeisters von Istanbul teilnimmt.

Die am 31sten März stattfindenden Kommunalwahlen im Auge, ließ Yıldırım die jungen Menschen wissen: „Dem Volk dienen, ist dem Recht dienen!“

Yıldırım sagte, dass die Imam Hatıp in der Zukunft der Türkei eine noch größere Aufgabe zugeteilt bekommen wird: „Wie Ihr wisst, hat es [in der Vergangenheit] einige Störfälle gegeben wegen den Imam Hatıp Schulen, bis hin zur Führung der AK Partei ging das. Die ihnen zustehende Behandlung haben sie leider nicht erfahren. In der Bevölkerung wurden die Schulen als ein Teil dargestellt, vor dem man Angst zu haben habe, sich schämen müsse. Jedoch Herr Staatspräsident hat mit seiner Führerschaft diese falschen Wahrnehmungen zum einen auf juristischer Ebene, zum anderen in den Köpfen ausgelöscht. Gott sei gelobt, heutzutage ist das Ansehen der Imam Hatıp in der Bevölkerung wesentlich positiver am verlaufen,“ sagte er.

 

Wir zerschlugen die Kette des Moduls

Heute stattete ich in Çengelköy’s Imam Hatıp Gymnasium, namens Tenzile Erdoğan, einen Besuch ab. Es hat mich wirklich sehr beeindruckt. Zum einen, wie die Schule gebaut ist, auch die Schüler und die Lehrer beeindruckten – eine hervorragende Schule.

Hören die Leute Imam Hatıp, kommt ihnen gleich in den Kopf: der Ort, an dem Imame herangezogen werden. Absolut verwundert war ich über das, was den Schülern beigebracht wird, mit was für Themen sie sich beschäftigen. Die lernen Programmieren. Die schreiben Programme und setzen die in elektronische Geräte ein. Die stellen Teile von Robotern her. Im kommenden Monat nehmen sie in Amerika an einem Wettbewerb teil.

Muss sagen, früher in den Roben gekleidet wurde der Juwel in den Kindern übersehen. … Mit Hilfe der entschlossenen Stellung des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, und wenn er nicht so zielstrebig gewesen wäre, wäre so etwas niemals zustande gekommen.“

 

Kinder, es liegt nun in euren Händen!

„Wir, auf gewisse Weise haben uns getroffen wie der Samen den Boden. Jetzt liegt es an euch. Nun, wie ihr das machen werdet? Das wissen wir alle. Der erste Befehl unseres Gottes ist: lies! Wir werden lesen. Noch mehr lesen. Der Welt noch bekannter werden. Noch mehr Menschen kennenlernen. Geschichte werdet ihr studieren: in der Medizin, der Technologie, im Ingenieurwesen, Ökonomie, Kultur, Kunst und so weiter. Wie ein wirklicher Muslim zu sein hat, werdet ihr jedermann zeigen. Doch zuvörderst werdet ihr gute Menschen sein. Vergesst nie: Der wahre Ort zum Beten für einen Muslim ist die Erdoberfläche. Lasst nie davon ab, egal, welchen Schritt ihr setzt, welches Lebewesen ihr auch berührt, in welcher Gesellschaft ihr euch auch immer gerade bewegt, als Muslim vorbildlich zu sein. Nicht nur in unserem schönen Land. In der ganzen Welt zeigt ihr diese Sensibilität. Kurz: Wie ein treffliches Flugzeug mit 2 Flügeln werdet ihr sein. Ein Flügel in der Welt, der andere im Jenseits.“

„Der Helfer[Allah]: Völker, die ihr Hirn nicht gebrauchen, über sie werden wir Unheil bringen. Nun, wir haben dieses Unheil noch vor Kurzem gelebt. War uns eine schwere Prüfung. Doch, gedankt sei Gott. Mit Hilfe unseres Herren und mit Unterstützung des Volkes haben wir es überwunden. Vergesst nicht und glaubt mir: des Menschen größte Freiheit ist, vor einem Wesen sich zu verbeugen. Wir verbeugen uns lediglich vor Allah. Unsere Freiheit geben wir an niemanden ab. Das Unheil des FETÖ zeigte uns, dass im Jahrhundert des Teufels die Taktik geändert wurde. Im Namen Gottes sprechen, sich vor sich selbst verbeugend, ist ihr Geschäft. An Stelle FETÖ’s kam mancherorts der IS, al Qaida, Esch Schebab. Wir dachten in unserer Zeit gibt es so etwas nicht mehr. Leider ist dem nicht so. Wie ich zuvor sagte: Ein Flugzeug, dessen beide Flügel nicht aufeinander abgestimmt sind, wird abstürzen. Es kann nicht sein: Entweder die irdische Welt oder das Jenseits. Beide müssen miteinander harmonieren. Allah hat das universale Gleichgewicht derart eingerichtet.

Ein Teil der Menschheit hat in unserer Zeit aufgehört zu glauben. In ihren Seelen ist eine große Leere. Auf diese Weise haben sie sich Ersatzglauben errichtet, teuflische Szenarien. Jetzt ist die Zeit gekommen, diese fürchterlichen Szenarien zu zerstören. Liebe Kinder! Das werdet ihr vollbringen! Ihr werdet das gemäß des Namens eures Vereins, „Führer“, im Lichte des Islam in Wissenschaft, Kultur und Kunst vollbringen. Auf eurem Weg ist es nicht von Nöten, irgendjemanden umzulegen, um weiter zu kommen. Nicht von Nöten ist, dass sie euch ihren Schoß öffnen. Erlaubt mir: Zuerst zuhören, dann werdet ihr verstehen!“

 

Von anderen werden wir uns ganz gewiss nichts auferlegen

„82 Tage lang werdet ihr mit Menschen aus Istanbul zusammenkommen. Wir haben Projekte und Vorschläge. Wir hören uns Probleme an.  2 Mal hinhören, 1 Mal sprechen.

Warum?

Wenn sprechen doch eine gute Sache ist, hätte der Herr uns zwei Münder und ein Ohr gegeben. Da er jedoch zwei Ohren und einen Mund vergab, heißt das, dass etwas mehr zugehört werden sollte. Man muss weniger reden. Wir lassen uns von anderen nichts auferlegen. Was uns früher angetan wurde, nun anderen anzutun, das ist nicht unsere Sache.

Ihr jungen Leute: Ein Versprechen mag ich von euch haben. Um Architekten der Zukunft zu sein, bedarf es, dass ihr in eurem Land wie auch im Ausland euch einbringt, dazu braucht es ein Ding: Interesse. Vom Forschen, Lernen und Teilen lasst bis zum Ende eurer Tage nicht ab. Wir werden euch dabei mit Stolz beobachten. Heute in diesem Salon mag ich, dass aus eurer Mitte erneut ein Sinan, ein Itri, ein Cemil Meriç, ein Necip Fazıl hervorkommt.“

Yıldırım übergab Kenan Şurkoviç den Speziellen ÖNDER Preis, den er sich verdient hat.

Der Vorsitzende der ÖNDER, Herr Halit Bekiroğlu, übergab Binali Yıldırım ein Bild.“

 

 

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Erdogan: Ziel erreicht?

Einmal mehr ein Bericht zum Demokratie-Abbau in der Türkei, aber auch zu unterschwelligem Zorn, ja Aufmüpfigkeit.
Von zumindest Ersterem weiß man in Brüssel und in all den Hauptstädten der EU sehr wohl. Dennoch hat offensichtlich niemand den Mut, Erdogan und seinen Gesandten öffentlich ins Gesicht zu sagen: „Diktator!“, „Diktatur!“ „Folterstaat!“

Apropos: Herr Erdogan wollte kürzlich, dass man sein so fortschrittlich geführtes Land als Entwicklungsland einstufe, damit auch er/es Geld kriegt wie ein Entwicklungsland. Man hatte sich ja gerade getroffen, um die Welt zu einem saubereren Ort zu machen, angeblich. Keine Ahnung, ob Sie dieses ‚Gipfeltreffen‘ vor lauter Gipfeln, die sich treffen, noch erinnern können. Alle haben sie dort jedenfalls wieder gute Hoffnung verstrahlt.

Nun!

Herr Necmettin Çalışkan schreibt am 14. Dezember 2018 auf Seite 12 in der erbakanischen, oder zeitgemäßer sprechen wir ab jetzt besser, wenn überhaupt, von karamollaoğluschen Tageszeitung „MillȋGazete“:

 

Sollten Koalitionen nicht der Ruin der Republik Türkei sein?

Wir bewegen uns in der Neuzeit, das heißt, nach dem Beginn des neuen Präsidentschaftssystems [in der Türkei], seither geschwind auf die ersten Bürgermeisterwahlen zu.
Nach dem 24. Juni 2018, als der Präsident und die Parlamentarier gewählt waren, sollte in der Türkei ja eine neue Ära beginnen. Gesagt wurde, dass zwei Männer an der Spitze, genauer ein Präsident und ein Ministerpräsident, dem Lande nichts nutzten. Letzteres würde das Land dazu verdammen, durch Koalitionen regiert werden zu müssen. Danach werde solch Regieren nicht mehr von Nöten sein. Einer wird dann die Entscheidungen treffen, und in der Staatsführung wird Stabilität daraufhin einsetzen. Entscheide würden gefällt, die von Bestand seien etc.

Welch große Träume haben DIE [für uns derart] errichtet.

Komm, und seh dir an, was beim neuen System über das zu Erwartende hinausgehend, wenn so gesagt werden kann, die Politik versperrt – es hat nämlich jeden von jedem abhängig gemacht. Alle [Nichtregierungs-]Parteien bewegen sich [neuerdings] zusammen, stimmen sich ab, bilden Koalitionen, weil sie das so tun müssen. Unter einem Dach sind sie [derart] unfreiwillig vereint, schon bald werden sie sogar nicht mehr bereit sein, gegensätzliche Positionen voneinander sich anzuhören, belegen sich bereits mit Worten, die sogar ihre Feinde rot anlaufen lassen: „abnormal“, „Pest infiziert“, „Vaterlandsverräter“, „Separatist!“ Das sind mit die härtesten [rhetorischen] Ausfälle.

Mit der neuen Verfassung hat sich der Name ‚Koalition‘ geändert, so auch deren Timing, die Berichterstattung [darüber], ihr Inneres. Aber [, man gucke und staune], zu koalieren ist verbindlich und dauerhaft geworden, geschweige denn zu Ende.

Ist es nicht so:
Zu koalieren wie die Regierung ist in den Rathäusern [anstatt] als etwas Notwendiges auf den Plan gekommen. Sogar, wenn du 49,9% Stimmen hast, sagt dieses Ergebnis nichts. Denn wenn du 50 + 1% nicht erreichst, bist du gezwungen, dich mit jedem zu verbünden, als [Art] Minderheiten-Bund.
Zeitlich vor [diesem eben dargestellten Zustand] wurden Koalitionen nach den Resultaten der Auszählungen [nach den Wahlen] geschlossen. Jetzt wurde geboren, dass Koalitionen bereits schon vor den Wahlen geschlossen werden müssen. Früher wurden Koalitionen nur zum Zweck, ein Regierungsprogramm zu erstellen geschmiedet. Jetzt werden sie über Parteien und Parteimitglieder gemacht. Früher schlossen Koalitionen nur jene, die eine Regierung bildeten. Heute ist die Opposition dazu gezwungen. Früher einigten sich die Koalitionäre auf einen Mittleren Weg [durch Koalitionsverhandlungen]. Heute bedrohen sie sich schon fast beim Schließen einer [solchen] Vereinbarung. Früher war das Zustandekommen einer Koalition eine Frage der Geneigtheit oder Bevorzugung – wurde eingegangen, um einen Zweck zu verfolgen. Heute müssen die politischen Parteien eine eingehen, um am Leben bleiben zu können.
Ein Ergebnis all dessen ist [eben] die Notwendigkeit, Bündnisse oder Koalitionen eingehen zu müssen. Heute ist jener, der eine Koalition eingeht, ein Vaterlandsliebhaber. Der das anders sieht oder macht, ein Landesverräter.
Sich selbst gönnen sie[, die Herren und Damen von der AKP sind gemeint,] kein „Schlamm-Bündnis“, aber anderen [gern] ein „Demütigungsbündnis“. Was sie tun ist heilbringend, was andere tun eine Sünde.

Inzwischen ist es in unserem Land wie in den USA, wo die Republikaner versus Demokraten und die Rechten versus Linke sind – also eine duale Struktur herrscht. Hoffen wir, dass der Fehler an diesem System schon bald erkannt wird und ohne es bereuen zu müssen zu einem angemessenen System übergegangen wird.

Bis hierhin kommt jemandem das Alles vielleicht angemessen vor. Doch das grundlegend größere Problem von hier ausgehend, ist dieses:

Wie wir kapiert haben, haben die AKP und die MHP sich bei den Wahlen [vor ein paar Monaten] angegangen, dann kam es zum Stillstand ihrer Regierungskoalition, dann riegelten sich voneinander ab und noch während dessen gewann ihr Zusammenkommen wieder an Geschwindigkeit. Wie hier verstanden wurde, wurden [ dabei gleichzeitig] neue Schritte gesetzt, indem Provinzen aufgeteilt wurden, als man sich im SARAY-Komplex traf[Letzteres ist der riesen Präsidentenpalast, welchen Erdogan in Ankara in einer ‚Umweltzone‘ widerrechtlich erbauen ließ].

Unser Land ist nun [also] in eine neue Phase eingetreten und am 31. März 2019 wird mittels der Bürgermeisterwahlen das neue Präsidialsystem integriert und derart [wird dieser Integrationsprozess sodann] vollends vollzogen sein. Von Freunden aus der AKP ist in letzter Zeit zu hören: „Allen Kadros werden Einheiten einverleibt.“ Danach ist diese Phase vollendet. Unterschiedliche Institutionen, Gewerkschaften, Ämter und so weiter werden [also] übernommen.
Ihr kümmert euch dann besser ums weinerliche Klagen[, wird uns gesagt]. Gemeint ist: Die anstehende Wahl wird die Änderungen der Verfassung nach dem 15. Juli 2019 mit sich bringen. Das letzte Glied des Präsidentschaftssystems wird dann vollendet worden sein. Danach werden alle Kadro kampflos der MHP unterliegen – und diese Phase, die wird dann beginnen.

Mit Bedauern werden wir[, gemeint sind vor allem diejenigen von der Saadet Partisi,] dann unsere alten Freunde sehen, jene, die der Zugkraft der AKP gefolgt sind, und deren allerletzte Liquidation.
Wir hoffen, [diese Erfahrung] wird ihnen ein Instrument, um [endlich] aufzuwachen.

Wie weit auch immer die Türkei in die Ein-Mann-Phase [der Regierung] sich begeben wird, wird sie nun [gewiss] ihre ewigen Werte verlassen, sich verschließen, nationalistische Reden aufhören zu äußern.
Ihr fahrt [daher besser ruhig] fort, Nationaler Wille, Demokratie, Widerstand zu schreien. Doch jener, der das Pferd gestohlen hat, ist schon [drüben] in Üsküdar!
Wie auch immer:
Wir, nachdem das Gemeinwesen [jahrelang] geschützt wurde, können [auch] alles verschwenden.

Der Logik [etwa] ein Opfer bringen, da es keinen Souverän gibt?“

 

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Der Parlamentarier der türkischen CHP, Herr Aytuğ Atıcı, hat sich was ganz besonders ‚Perfides‘ einfallen lassen. Er hat es offensichtlich geschafft, dass sich ein Teil der Erdoğan-Katze in den eigenen Schwanz beißt: miäauuu!

Bekanntlich hat der turkische Minister für Energie und natürliche Ressourcen so seine ‚eigenen‘ Vorstellungen, und zwar darüber, wie und dass die Türkei ein Atomkraftwerk braucht. Hurra! Schrien da vorrangig die Griechischzyprer laut und vor wachsender Begeisterung gen Brüssel und natürlich New York.

Noch froher, Scherz bei Seite, machte sie, als vor kurzem die Russen aufhörten, an dem Atommonster unweit von Zypern auf türkischem Festland zu bauen.

So ganz nebenbei sei bemerkt, dass der Minister für Energie und natürliche Ressourcen Berat Albayrak heißt. Er hat sich sogar einen Doktortitel erworben davor. Seine Doktorarbeit hatte Atomkraftwerke und das Für und Wider für die Türkei, will ich es mal grob benennen, zum Thema. Herr Albayrak ist ein Teil des Erdoğan-Clans, sollten Sie noch erfahren, denn er ist zufällig der Schwiegersohn von Präsident Erdoğan selbst.

Als der vorherige Ministerpräsident der Türkei Ahmet Davutoğlu von seinem Amt zurücktrat, oder zurückgetreten wurde, waren nicht wenige besorgt, dass Herr Albayrak diesen Posten ausfüllen könnte. Wahrscheinlich war es dem Schwiegervater Herrn Albayraks doch zu heiß, den Schwiegersohn auf so hohen Posten jetzt schon zu setzen. Wer die Doktorarbeit des Letzteren liest, die in Auszügen im Parlament in Ankara verlesen wurde von dem bereits erwähnten CHP-Abgeordneten Atıcı, versteht, dass sich der ‚Junge‘ wohl noch etwas bewähren muss. Er ist noch nicht ganz ‚oben‘ angekommen. Wie sollte er auch, so lange der Alte, also Erdoğan selbst, noch auf dem Thron thront.

Immer langsam!

Dass der jetzige türkische Präsident ein Hang zur Größe und Superlativen zu haben scheint, wird wohl bereits aufgefallen sein. Und da gehört selbstverständlich ein Atomkraftwerk in die Landschaft der Türkei gesetzt, genau so wie in Naturschutzgebiete ein Regierungschloss (Saray) oder in der Provinz Artvin auf Teufel komm raus ins schönste, fruchtbare Grün Goldgräber anscheinend entlassen gehören.

Money, money, PARA!

Gott ja, Ramadan 2016. Kein Hinderungsgrund in Sachen Gelderwerb zwecks eingebildeter oder tatsächlicher Macht. Nur, was in der Doktorarbeit des Herrn Schwiegersohns steht … .

OK, es ist und war eine Jungendsünde?

Der arme Herr Schwiegersohn.

Wie konnte er auch nur solch unpassende Positionen beim Doktorwerden vertreten. In der türkischen Cumhurriyet-Tageszeitung vom 06. Juni 2016 schreibt jemand http://www.cumhuriyet.com.tr/haber/siyaset/546629/_Damat_in_Meclis_teki_zor_anlari…__Sikintiya_girdi__cevap_veremedi_.html , was der CHP-Abgeornete Atıcı so alles in der Doktorarbeit beispielsweise auf S. 19 zum Thema Atomkraftwerke gefunden hat.

Herr Albayrak ist ja scharf darauf, seinem Auftraggeber, also dem Schwiegervater, es Recht zu tun. Und da steht in seiner Arbeit geschrieben:

„Der wichtigste Nachteil der nuklearen Energie ist, dass die Überreste des Spaltprozess‘ für viele Jahre irgendwo auf sichere Art und Weise eingelagert werden müssen. Was dem Reaktor als Brennmaterial gegeben wird, wird lediglich zu einem Prozent verwertet, der Rest wird zu Asche und in dieser Phase muss sein hoch-radioaktives Überbleibsel auf sichere Art und Weise gelagert werden.“

Albayrak wirft im Parlament zu Ankara daraufhin ein, dass er in seiner Doktorarbeit ja von einem Reaktor ausgegangen sei, der dem Metsamor-Reaktor in Armenien gleicht und der wirklich bedenklich sei. Außerdem habe er doch gar nichts gegen die Verwendung von Nuklearenergie. Man werde aber in Akku (ein Ort unweit Zyperns also) die neueste und beste Technologie in Anwendung bringen anstatt.

Doch Herr Atıcı von der oppositionellen CHP ließ sich offenbar nicht aus der Spur bringen und schlug in der Doktorarbeit einfach die Seite 20 auf und darin steht unter anderem:

„Was an dieser Technologie das Furchterregendste ist, ist, dass im Falle eines Unfalls die Umwelt ziemlich wahrscheinlich keinesfalls mehr gesäubert werden kann. … . Die [türkische] Gesellschaft ist gegen diese Technologie, weil sie zum einen die [landwirtschaftliche] Produktion tangiert und zum anderen wahrscheinlich nicht dazu verwendet werden wird, damit friedlich umzugehen.“

Gong! Knock Out-Analyse!

Jedenfalls hat Herr Schwiegersohn daraufhin nichts mehr einzuwenden gehabt im Parlament. Schwiegerpapa wird begeistert sein von solch heiklen Details und Denke.

Der ist derzeit ja eh damit beschäftigt unter anderem, Ende dieses Monats seine Drohungen wahr zu machen? Wir werden es also schon bald sehen, ob er den Flüchtlingsstrom wieder gen Norden ziehen lässt. Deutsche Politiker und andere signalisierten bereits, dass sie diesmal nicht kleinbeigeben werden.

In gewisser Weise passt zu eben Geschildertem ganz gut das, was Şener Levent am 06.06.2016 in der griechischzyprischen Politis-Tageszeitung schreibt und auch, was hier auf Zypernundmehr-News im Artikel vor diesem geschrieben steht.

Levent beschwert sich seit einigen Tagen in der Politis, dass bitte sehr mit wem in Sachen Wiedervereinigung von Seiten der Griechischzyprer verhandelt wird? Er findet nämlich, die Türkei habe in letzter Zeit alle wichtigen Firmen, Posten etc. besetzen lassen von Festlandtürken ın Nordzypern. Sogar im nationalen Fernsehsender BAYRAK sei nun ein Türke der Chef.

Die kaufen allen Grund und Boden auf, der einigermaßen gut gelegen ist, meint Levent. Könnt ihr denn nicht sehen, dass wir bereits zu einem Teil der Türkei geworden sind? Diese Frage seinerseits ist gewiss etwas überspitzt, doch ganz unangebracht scheint sie denn auch wieder nicht zu sein. Im letzten Jahr hätten sich die Türken auf Zypern breiter gemacht, denn jemals zuvor, findet Levent. Einerseits wird verhandelt und andererseits wird abgeräumt.

Mit wem glaubt ihr eigentlich zu verhandeln, fragt Levent. Alle Hügel mit Aussicht haben sich türkische Hotels gekrallt. In Morfou, also der Stadt Güzelyurt, hat sich eine neue Uni eingerichtet, die aus der Türkei kommt. Jetzt nehmen sie sich den Hafen. 15 Unis gibt’s bereits ım Land. Die schreiben, sagt Levent, wir hätten hier 85.000 Studenten. Doch 55.000 davon sind taktische Studenten, meint Levent. Die anderen, die sich einschreiben, beschäftigen sich mit anderen Dingen. Man produziert eine Art Schwarzmarkt-Dynamik dergestalt, findet Levent und beschwert sich darüber.

„Bei uns herrscht eine türkische Identität und keine zyprische!“

Die Europäer sehen nicht, wie heutzutage die Kurden in der Türkei abgeschlachtet werden. Die gucken anstatt 100 Jahre zurück – zu den Armeniern. Das interessiert. Total blind für das, was gerade abgeht. So ungefähr mag Levent vielleicht ausgedrückt werden – frei übersetzt.

Die Türken werden im Norden nie zu einer Einigung kommen, schreibt er. Die haben sich da eingerichtet. Nichts drin mit Wiedervereinigung. Vergesst es!

Şener Levent scheint sich über Letzteres inzwischen im Klaren zu sein.

Und Präsident Anastasiadis?

Herr Akinci?

Was soll das Spiel, das außerdem genau so seit mehreren Jahrzehnten abgezogen wird. Jedes Jahr und mit jeder Regierungsübernahme werden Wiedervereinigungs-Hoffnungen in die Welt gesetzt, an deren Realisation gar niemand wirklich interessiert ist. Hoffnungen bleiben hier auf Zypern bezüglich Wiedervereinigung Hoffnungen. Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass in türkischen Volksliedern wie auch griechischzyprischen sogenannte Vergebliche-Liebe das Thema Nummer 1 ist: „ … ich schließ Dir Deinen Mund mit tausenden Küssen …“, dieser Refrain eines populären Liedes wird auf Griechisch beispielsweise gern und oft gesungen. Ich weiß nicht so recht, ob das auch noch zur Wiedervereinigungsproblematik passt?

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Türkei und das Erdgas

OK, dass Zypern davon träumt, auf dem Energiesektor eine Art Global Player zu werden wegen seiner Lage zwischen Europa und dem Nahen Osten, ist ja hinlänglich bekannt – vor allem jetzt gerade, wo vor Ägypten anscheinend wirklich eine große Menge Erdgas ausgemacht wurde. Doch wie sieht es damit eigentlich in der Region aus? Dass in Libyen Erdöl gefördert wird, das weiß man, doch weniger bekannt und durchsichtig scheint zu sein, welche Rolle die Türkei spielt. Und das was folgt, wird einigen verständlicher machen, warum der Präsident Erdogan so selbstherrlich auftritt. Die zyprische Alitheia-Tageszeitung hatte am 02. August 2015 eine interessante Beilage zum Thema. Hier also eine weitere Übersetzung aus einer griechischsprachigen Zeitung Zyperns, wie meistens in Auszügen:

„Ökonomische und politische Entwicklungen in den Staaten, die dem Kaukasus nahe sind!

Diplomatie der Pipelines

Beim Treffen der Schwergewichte in Sachen Energie, ist eine häufige Frage gewesen: Wer ist eigentlich der Außenminister Russlands? Die Antwort darauf ist: Gazprom. Das Unternehmen mit dem meisten Kapital in der Welt. Es gilt hinzuzufügen, der ehemalige Bundeskanzler Deutschlands, G. Schröder, ist leitender Berater dieses russischen Unternehmens für Erdgas und Petrol. Daran können wir seine politische und ökonomische Größe ermessen. Parallel kämpfen Länder wie Aserbaidschan, Kazakistan, die Türkei, die USA, Deutschland, andere Förderländer, und nicht nur die von Erdgas und Erdöl, mit Russland um die Hauptrolle, während überstaatliche Organisationen wie die EU versuchen, mit allen Mitteln zu nutznießen. Jedenfalls ist sicher, dass die Energie als Mittel funktioniert, seine Pläne positiv zu realisieren, die zu anderen Zeiten entweder einer vertraglich festgelegte Außenpolitik bedurft hätten oder aber des Einsatzes von Waffen … .

Russland

Der Entscheid Russlands, die Erneuerung des Verlaufs der Pipeline namens South Stream zu planen – über die Türkei -, tut vielen europäischen Staaten weh. Jenen, die ihre Hoffnung auf die South Stream zwecks Stabilität in der EU in Sachen Energie gelegt hatten, wurden enttäuscht. Obgleich dieser Schritt Moskaus aus vielen Perspektiven betrachtet werden kann, erzeugt er in Wirklichkeit viel Spannung in der russischen Strategie im weiteren Sinne.
Die Idee, andere Mächte in der Region zu stärken – überlebenswichtig -, um eine multipolare Lage zu kreieren, gibt der russischen Agenda jetzt Zeit. Das ergibt sich aus den Kontakten und den Vereinbarungen, die Russland einging mit China, Indien und der Türkei. Um mit den starken Mächten zu verhandeln, braucht Russland eine Art Ergänzungsmannschaft. Russland ist eine Energie Supermacht. Und die Förderung von diesen Rohstoffen hat Auswirkungen auf die Außenpolitik auch angesichts des Preisverfalls vor kurzem von Petrol und Erdgas.
Die Richtungsänderung der South Stream gibt der Türkei strategische Wirkkraft auf dem Balkan, im Kaukasus und gegenüber der EU. Durch den Vertrag [mit der Türkei] gewann Russland einen großen Markt mit all dem, was es für seine Wirtschaft mit sich bringt, wobei die Türkei das Erforderliche dazu sicherstellt. Sie erhält Erdgas und gewinnt Einfluss im Gegenzug. Der [zuvor bezeichnete] Schritt Russlands wird erregt und negativ diskutiert im Ausland. Die Kritik konzentriert sich auf die Tatsache, dass es Putin nicht nützen wird, den traditionellen Feind, die Türkei, zu stärken, den geostrategischen Antagonisten. Darüber hinaus gibt es noch Syrien, die Krim, die konfliktreiche Armenien – Aserbaidschan Angelegenheit, wo Russland und die Türkei sich gegenüberstehen, wo alles offen ist [so auch, was Zypern angeht, wo zur Regierungszeit von Xristofias die Republik Zypern durchaus einige Schritte auf Russland zugegangen war, wovon gewiss der eine oder andere noch aktiv wirkt – politisch und/oder in der Diplomatie].

Die Türkei

Erdogan, der bei der Einweihung der Pipeline TANAP eine Rede hielt, die nur eine der Energie führenden Wege ist und dienlich dazu, die Türkei zu einem Energie-Hub zu machen, sagte unter anderem das Folgende: „Die Türkei hat in der letzten Dekade eine vorsichtige Vertiefung ihrer Politiken bezüglich der Pipelines verfolgt … .“ Und wir fügen hinzu: mit vielfachen Auswirkungen in der türkischen Wirtschaft. Es wurde errechnet, dass allein für die Erforderlichkeiten der TANAP in den kommenden Jahren 1,1 Millionen Tonnen Stahl in Rechnung stehen, die gebraucht werden. Die türkische Presse betont unter anderem das Folgende: „Die Annullierung des South Stream Plans durch Russland und die Hinwendung zum geplanten Turkish Stream, hat die strategische Zusammenarbeit auf dem Energiesektor der Türkei mit Aserbaidschan, mit Russland und nahe gelegenen Gouverneuren im Irak (Irakisch Kurdistan) ziemlich autonom Fahrt aufnehmen lassen. … . TANAP vertritt einen wahren, internationalen Plan mit wichtigen Abzweigungen für den weltweiten Energiezweig; er ist eben auch eine hervorragende Chance für den Reifeprozess der BOTAS ( das ist die staatliche Unternehmung der Türkei, die hauptsächlich im Bereich Beförderung von Erdgas und Petrol tätig ist) zu einem internationalen Player im Energiesektor aufzusteigen (Sabah-Tageszeitung 20/03/2015).
Der Plan der Beförderung der Türkei zu einem wichtigen Player in Sachen Energie in der Region bringt neue Tatsachen zur Welt. Das schon charakteristisch zu bezeichnende Beispiel ist der Turkish Stream, der vielleicht die Notwendigkeit der russisch-türkischen Zusammenarbeit signalisiert. Und das in der Region, wo der Bruch der Beziehungen Russlands mit dem Westen weitreichende Folgen hat. Auch wird untersucht, ob eine Unterwasserleitung, israelisches Erdgas über die Türkei nach Europa bringen kann, wo bereits die Rede von einer Vereinbarung auf 25 Jahre ist, das Erdgas-Abkommen, welches die Beziehungen der beiden Länder miteinander verbessern wird.
Auf der 14. Internationalen Türkischen Konferenz für Petrol und Erdgas, die letzten März in Ankara stattfand, wurde sichtbar, dass ¾ der weltweiten Vorkommen von Petrol und Erdgas in Gebieten liegen, die in der Nachbarschaft der Türkei sich befinden, also in Ländern Zentralasiens, dem Kaukasus und im Mittleren Osten.
Abgesehen von der Turkish Stream und der Pipeline TANAP (die Erdgas von Aserbaidschan au der Bohrstelle Schah Deniz nach Europa via der Türkei und Georgien als Abzweiger des South Stream Corridor bringen soll, das unter anderem auch den Pipeline-Verlauf bekannt als TAP beinhaltet) durchziehen die Türkei noch weitere Pipelines, die entweder bereits arbeiten oder in Planung sind. Es gibt zum Beispiel die Blue Stream, die das Kaspische Meer durchzieht und seit Jahren Erdgas in die Türkei bringt. In der Türkei endet auch die Süd-Kaukasus-Pipeline, welche aserbaidschanisches Erdgas vom Schah Deniz anbringt (die Türkei deckt 26% ihres Energiebedarfs aus eigenen Quellen). Gleichzeitig laufen Verträge mit dem irakischen Kurdistan, um dem autonomen kurdischen Gebiet zu ermöglichen, 20 – 30 Millionen Kubikmeter Erdgas über die Türkei abzuleiten. Im Dezember 2014, als die auf 50 Jahre festgesetzte Zusammenarbeit mit der Türkei bekanntgegeben wurde, sagte der Minister für Entwicklung des Irakischen Kurdistans, dass „das Ziel ist, das Erdgas bis 2017 anfängt zu fließen. Nun, viele schätzten, dass das dynamische Erscheinen des irakischen Erdgas auf dem Markt einige Kettenreaktionen verursachen wird. Die Erklärung dessen ist: Das irakische Erdgas ist billiger als das iranische (um 50%). Im gleichen Monat schreibt die arabische Internetzeitung Al Monitor, dass der Iran und Türkmenistan Interesse bekundet haben, sich an die TANAP-Pipeline anzuschließen – auf der Suche nach Netzen zum Vertrieb ihres Erdgases auf die Märkte angesichts der neuen Tatsache, nämlich, einer möglichen Wiederannäherung des Irans mit dem Westen.

Pipelines und Griechenland

Inmitten des großen Durcheinanders bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen internationalen Gläubigern begab sich der [ehemalige] griechische Ministerpräsident nach Moskau zu einem offiziellen Treffen mit Wladimir Putin. Im Verlauf des Treffens mit der Presse, welches folgte, kam heraus, dass Russland Griechenland eine engere Zusammenarbeit angeboten hat in Sachen Erdgas. Dieser Vorschlag wurde von Putin als großer Player gemacht, der die Situation der griechischen Ökonomie [aufs Mal] änderte. Putin sagt, Griechenland könne hunderte von Millionen Euro verdienen durch das Weiterleiten von Erdgas, jährlich. Er fügte hinzu, dass Griechenland dieses Einkommen benutzen könnte, seine Kredite an die Gläubiger zurück zu zahlen. Putin sagte auch, dass Russland die Möglichkeit untersuche, Griechenland Geld zu leihen, um die Arbeit im großen Maßstab in Sachen Erdgas zu schultern – durch die Allgemeinheit. Das war eine Anspielung auf die Turkish Stream, die Pipeline, die im Dezember 2014 der Präsident Russlands verkündet hatte, die eine Pipeline ist, von der erwartet wird, dass sie einen wichtigen Anteil russischen Erdgases nach der Türkei und Europa bringt – die Ukraine ab dem Jahr 2019 umgehend.
Der russische Präsident hatte verkündet, die türkisch-griechische Grenze solle derart Ende 2016 erreicht werden (es wird mit 40 Mill. $ veranschlagt). Ziel ist 2019 russisches Erdgas zu liefern, welches heutzutage über die Ukraine fließt (40% insgesamt der 140 Kubikmeter, die nach Europa exportiert werden) wird entsprechend anstatt an der türkisch-griechischen Grenze sich einstellen. Ein Plan, der nicht nur Bedeutung im Energiebereich besitzt, sondern auch diplomatisch, da derart die Fördermengen der Gazprom nicht mehr abhängen von der feindlichen Ukraine und gleichzeitig der Fluss hunderte Millionen Dollars nicht mehr wie heute von der Regierung in Kiew verschlungen werden. Russland versucht ebenso den europäischen Markt von den amerikanischen LNG – Produkten zu lösen, von denen erwartet wird, dass sie 2016 dort aufkommen, sowie von der Entwicklung neuer Netze, die die Lieferung von Erdgas nach Europa aus Aserbaidschan, Türkmenistan und wenn es die politischen Umstände erlauben, aus dem Iran fördern.
Nach Aussagen des [ehemaligen] griechischen Ministerpräsidenten kann der Bau einer Pipeline, die die Pipeline an die türkisch-griechische Grenze mit der nach Skopje anbindet (von wo das Erdgas nach Österreich durch Mazedonien und Serbien sowie Ungarn fließen könnte), wird großen Einfluss nehmen, bezüglich der Kreation von Arbeitsplätzen in Griechenland.
Darüber hinaus hofft Griechenland, dass eine Vertiefung der Zusammenarbeit des Erdgassektors mit Russland zu einem gehörigen Fluss von russischem Erdgas führen dürfte – auf einem Niveau von 10%. … .Vergleichen wir das russische Paket mit dem der Kreditgeber Griechenlands ist das Ergebnis“ … , dass das Angebot der Russen eigentlich wesentlich günstiger ist, was das Geld angeht.
„Zuletzt. Es gilt darauf zu verweisen, dass Putin ein weiteres Mal nach den 15 Jahren Abenteuer mit der Pipeline von dem bulgarischen Bourgas nach dem griechischen Alexandropoulos in den Wunsch Griechenlands investiert, eine wichtigere Rolle als Knotenpunkt beim Weiterleiten von Energie nach Europa zu spielen, was ja sein Vorschlag an Herrn Tsipras war. … .“

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Die Hitze der letzten Tage ist gerade etwas gedämpft. Mag sein, dass das auch im Politischen zutrifft. Was die Türkei indes angeht, scheint die Politik der AKP unter Erdogan gerade an die Wand gefahren – das Vehikel brennt lichterloh.
Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, was so in etwa gerade abgeht in der Türkei, wurde ein Artikel vom 24.07.2015 in der Sözcü von dem ‚guten‘ alten Herrn Cölasan für Sie herausgefischt – weil der konnte schon damals, als er noch für die Hürriyet schrieb, die Regierenden unmissverständlich bekritteln.

„Liebe Leser! In der Türkei ist nirgendwo Sicherheit übriggeblieben. Den Platz des Staates haben Terrororganisationen eingenommen. Die sind jetzt für Sicherheit zuständig. Jede dieser Organisationen hat ihre eigene Sicherheit. Ein Abgeordneter der AKP hat vor ein paar Tagen die Lage in seiner Region beschrieben: „Wir werden hier von der PKK regiert. Es gibt hier Gerichte der PKK. Zum Beispiel ist deren normales Gericht in Van und das der Ebene darüber in Diyarbakir. Die Urteile, die die fällen sind zulässig. Berufung gibt es nicht … . Nur weil die Urteile schnell gefällt werden, ist die Bevölkerung zufrieden!“

In der Region nimmt der Terror zu und die Polizei kreuzt lediglich auf, wenn etwas passiert ist. Die Soldaten sind in den Kasernen. An der Grenze nach Syrien laufen die lediglich auf. An der Grenze hören Sie, [verehrte Leser], täglich von schwerem Kriegsgerät, Konvois, Rotmützen, Schützengräben, die ausgehoben werden. Dass etwas getan wird, doch was, das weiß niemand.

Nicht nur im Osten und dem Südosten der Türkei herrscht Unsicherheit. Das ist auch der Fall in Istanbul. Null-Sicherheit! Die Grenzen gleichen einem Sieb.

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Nun werde ich die Darstellungen eines Kollegen von gestern wiedergeben. Er berichtet von der Lage im Land. Die Sabah-Tageszeitung berichtet also folgendermaßen: „ … Seltsame Gestalten sind den Mord in Suruc ausnutzend wieder aufs Trapez gekommen. Von Istanbul nach Mersin, von Diyarbakir nach Van haben dunkle Mächte die Straßen in ein Schlachtfeld verwandelt. Vermummte haben bis in den Morgen um sich geschossen, Bomben platzen lassen, Parteibüros und -häuser in Brand gesteckt. Provokative Kräfte haben sich mit der Polizei ein Shoot-Out geliefert. Molotof-Cocktails, Feuerwerkskörper und Steine flogen. Genau so sieht Vandalismus aus, den sie darstellten.“

Die geschilderte Sachlage der Kollegen der anderen Zeitung ist zwar unvollständig, aber sie stimmt. Was halt stimmt, das stimmt! Und wer verantwortet das?
Wo ist der Staat, wo die Regierung?

Gewiss haben Sie diejenigen im TV gesehen, die wegen der Angelegenheit in Suruc auf die Straßen in Istanbul gingen, um zu protestieren: im Parka, vermummt… . Und in ihren Händen halten sie automatische Schusswaffen. Die marschierten so durch Stadtmitte.

Nun, wo war die Polizei?
Die war nirgends!

Offensichtlich wurde ihnen angeordnet, sich dort nicht blicken zu lassen, damit nicht noch Schlimmeres passiert.

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Wegen dem Vorfall in Suruc wurden in Ceylanpinar, Provinz Urfa, aus Rache 2 Polizisten zu Märthyrern. Im Osten, Südosten und verschiedenen anderen Regionen gibt es einen großen Tumult. Ein Terroranschlag nach dem anderen. Nun gerade noch einen Beitrag eines Kollegen von gestern, aus der Yeni Safak der Titelseite entnommen, wo auch ein Foto zu sehen ist: „Der Bandit wurde rasend. 13 Vehikel setzten sie in Brand. In Kagizman, Provinz Kars, haben so um die 30 bewaffnete Terroristen 8 LKW, einen LPG-Tanker, 2 Pick-Up und 2 PKW angesteckt. Die Busse, die gerade vorbeikamen, wurden angehalten und den Insassen die Handys abgenommen … .“

Fahrzeuge wurden also angezündet. Bis ins kleinste Detail gibt es Fotos davon.

Nun, wo ist die Polizei, wo der Staat?
Gibt’s nirgends!

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass das lediglich von Kollegen Berichtetes ist [, was er wohl besser dazu sagt, wo die Erdogan Administration immer rigoroser Journalisten und andere missliebige ‚Nörgler‘ wegstecken lässt. Die zitierten Kollegen sind eigentlich als AKP-nah verschrien].

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Überall Terror in der Türkei. Was in der Presse darüber erscheint, macht vielleicht 1% aus – solange es nicht um Verbrechen geht. Die IS-Islamisten arbeiten verdeckt und geräuschlos. Erst wenn eine Bombe hochgeht, machen sie ein Geräusch. Die PKK hingegen operiert hörbar. Die haben sogar noch nicht mal mehr ein Problem damit zuzugeben, dass sie das Verbrechen in Ceylanpinar begangen haben. Die IS-Milizen sind bislang noch nicht auf den Straßen [offen] anzutreffen. Die PKK aber überall. Zusammen mit den beiden Terrororganisationen sind wir Nachbarn an der syrischen Grenze und begnügen uns damit, deren Künste zu begucken. Was anderes fällt [niemand offensichtlich] ein. Unsere großen Herren haben scheinbar einen leichteren Weg gefunden. Sie halten Reden gegen den Terror. Wir werden die Rechnung verlangen! Unser Land ist sehr stark usw.

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Die PKK hat in Istanbul einen von der IS umgebracht. Hat niemanden interessiert. Die PKK ist mit langläufigen Waffen auf den Straßen … . Die Polizei in Istanbul ist abgetaucht [wahrscheinlich dorthin, wo sie aus den Huren, Zuhältern und anderen noch ein paar Lira rausschlagen kann, sagen wir, als Trostpflaster]. Wenn die nicht angegriffen werden, sind sie nirgends zu sehen.

Als ein Teil derjenigen, die in Suruc starben, in Istanbul beerdigt wurden, hat der Gouverneur von Istanbul eine Rede gehalten, die wahrhaft gehört werden muss:
„Die Bewegung, die dem Gesetz nach ungesetzlich ist, gegen die wird im Rahmen der geltenden Gesetze entsprechende Maßnahmen unternommen sowie Bestrafungen. Daran soll niemand zweifeln.“

Bravo! Solche Verlautbarungen werden wahrhaft prächtig werden… . Der Terrorist, der davon erfährt, wird auch sofort seine Waffe fallen lassen und sich verstecken, sich danach ergeben. Also, das bedeutet: Nirgends herrscht so was wie Sicherheit in der Türkei.

Die Aussichten sind düster, und der Staat und die Regierung, die gerade dran sind, haben nichts Wichtigeres zu tun, als sich um das Aufkommen von Neuwahlen zu kümmern.

Allah gebe uns Ruhe. Amen!“

K. Gürsel von der Milliyet wurde entlassen. Er hatte Erdogan kritisiert. Auf Twitter meinte er: „Das Erdogan-Davutoglu-Gespann hat die Sicherheit der Türkei durch ihre Syrienpolitik gefährdet. Und das habe ich schon immer gesagt. In Suruc wurde diese Bedrohung nun zur Tat. Der Verantwortliche für die Toten in Suruc ist die Syrienpolitik der AKP … Die ausländischen Führer, die aufgrund der Angelegenheit in Suruc mit der IS anrufen, um ihr Beileid bei dem auszudrücken, der dafür verantwortlich ist, ist eine Schande.“

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Auf den Dörfern in Deutschland scheinen sogenannte Beach Party’s der Renner zu werden.

Von Party-Machen der anderen Art haben viele Türken aber die Nase gestrichen voll. Sie finden, dass die Party der Geldraffer, wie Erdogan & Co es sind im Lande, jetzt auch mal zu ihrem Ende kommen müsste. Ein wesentlicher Teil dieser Dauerparty wurde nun sogar offiziell als rechtswidrig erklärt – der Bau des Präsidentenpalastes mitten im ehemaligen Naturschutzgebiet zum Beispiel.

Dass diese Raubbau-Party noch weiter gehen soll dürfen, bezeugt, dass in der im Palast installierten Moschee Volk nun auch beten gehen darf. War ursprünglich wohl nicht vorgesehen, dass das Volk da auch hinkommen kann, denn es gibt längst nicht genügend Parkplätze, geschweige denn Waschgelegenheiten, um sich vor dem Gebet zu reinigen, wie es im Glauben vorgeschrieben ist. Immerhin, die bessere Gesellschaft, also die mit viel Geld und Macht, hat extra Räume zugewiesen bekommen in der Moschee, wo seidene Teppiche ausliegen, die aufgrund des Andrangs auch nicht verunreinigt werden, wie die anderen, die anscheinend auch nicht gerade billig gewesen sein dürften.
Und so wurde kurzerhand der Frauentrakt einfach etwas verkleinert – sollen die doch anstehen. Sind ja ’nur‘ Frauen.
So jedenfalls klingt diese Maßnahme im Palast Erdogans, äh des türkischen Volkes, bei wohl manchem im Ohr und erinnert womöglich noch an die Tradition des Brautraubs. Jedenfalls lässt es sich die Sözcü nicht nehmen, sogleich solch Nachricht zu verbreiten. Die Sözcü ist eine türkisch-sprachige Zeitung, die auch in Deutschland vertrieben wird, und in der sich alle ex und immer noch kemalistisch angehauchten Akteure, die schreiben in der Türkei, vereint haben: Ugur Dündar, Bekir Coskun, Yilmaz Özdil und natürlich Emin Cölasan.
Bekir Coskun hat ja nun schon seit Längerem ein grünes Mäntelchen über seinen Kemalismus gestreift und so ist wenig verwunderlich, dass er den Raubbau an der geliebten Heimat, der von Nesseln in der Gesellschaft und Verantwortlichen der Regierung betrieben wird, sofort aufs Korn nimmt in seinem Artikel. In der Provinz Artvin, wo wahrscheinlich noch die meisten Bäume als Wald zusammen stehen in der Türkei, will Erdogan mal wieder nach Gold baggern lassen unter der Zuhilfenahme von Zyanit. Die Bewilligung dazu wurde von den Behörden bereits gegeben. Dagegen wird nun anscheinend massiv vorgegangen von Aktivisten und der dortigen Bevölkerung: gegen die Gier, wie Coskun meint. Mehr dazu unter dem Twitterkonto: #ArtvindeMadeneDurDe.

Die zuvor genannten Journalisten schreiben auch davon, dass Davutoglu diese Woche durch die Lande ziehen wird, um nun endlich eine Koalitionsregierung angeblich bilden zu wollen mit einer der Oppositionsparteien. Niemand glaubt wohl so richtig an den Ernst dieser Absicht. Wahrscheinlich ist der Regierungspartei AKP eine Neuwahl lieber. Jedenfalls beklagen die zuvor genannten Journalisten der Sözcü, dass der mit den Sondierungsgesprächen beauftragte Ministerpräsident der Türkei Davutoglu schon im Vorfeld meint: Ja, wir sind für alle offen. Aber die in der Vergangenheit begangenen Verbrechen von Erdogan dürfen kein Thema sein! Und in Erdogans Umfeld greifen inzwischen viele sehr tief in die Taschen des Staates und ihre Machtbefugnis.

In diesem Zusammenhang mag noch kurz erwähnt werden: Der Oppositionspolitiker Kilicdaroglu von der CHP kann sich streng genommen mit Davutoglu von der Regierungspartei AKP gar nicht mehr treffen nach dem, was sich beide Seiten die letzten 6 Monate an den Kopf geworfen haben, finde ich. Und dass sie sich anscheinend dennoch treffen, zeigt, dass Kilicdaroglu auch nur eines insbesondere ist – machtbesessen.

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Es sieht nicht gut aus in der Türkei, und daher auch im Hinblick auf Zypern ebenfalls eher weniger gut. Dass es aber nun so weit käme, dass Ankara dazu ansetzte, Archipele oder gleich Inseln im Mittelmeer zu verschachern, so weit ist es mit der Türkei offenbar noch nicht. Die Sözcü schreibt nämlich, dass der griechische Nachbar vor dem Hintergrund der Sorgen mit Brüssel in Erwägung gezogen habe, die bulgarische und die türkische Währung zu übernehmen, genauer, mit zuverwenden anstatt dem Euro, aus dessen Verbund man sich eventuell schon demnächst verabschiedet. Des Weiteren wird berichtet in der Söscü vom 11. Juli 2015, dass folgende Inseln und/oder Archipele der Griechen bereits zu diesem Preis zum Kauf stehen: Patroklos 45 Millionen Euro, Nafsika 6.9, Kardioztissa 6.5, Nissos Sofia 5.5, Kythnos 5, Stroggili 4.5, Lihnari 3, St. John 2.8, Tragonisi 2.6, Vouvalos 2.5, Kato Antikeri 2.2. Mir erschienen die Preisangaben viel zu gering. Vielleicht sind ja Milliarden von Euros gemeint gewesen und jemand hat irrtümlich Millionen geschrieben?

Im Gegensatz dazu spricht ein Griechischzypriote in einem Kommentar in der Fileleftheros Tageszeitung von insgesamt 80 Milliarden Euro, die Nordzypern zurückzuzahlen hätte im Falle einer Wiedervereinigung. Davon gut die Hälfte – wenn es denn langt – an die Türkei. Bekanntlich hält Ankara die Türkische Republik Nordzypern seit ihrem Bestehen aus: finanziell, administrativ, militärisch etc. Dennoch lassen sich die Nordzyprer von so etwas offensichtlich nicht all zu sehr aus der Ruhe bringen. Man ist dort noch immer nicht so weit, eine Regierung seit den Wahlen vor ein Paar Wochen zu bilden. Immerhin, es drang nun durch, dass die CTP (Republikanische Türkische Partei) und die UBP (Nationale Einheitspartei) vereinbart haben, eine Koalitionsregierung zu formen. Die CTP ließ über den ehemaligen Präsidenten Nordzyperns, Ali Talat, schon mal verkünden, dass die ins Auge gefassten Privatisierungen bei ihnen kein Thema sind. Auch ist noch immer nicht ausgewürfelt, wenn so gesagt werden darf, welche Partei welches Ministerium einnehmen wird.

Anastasiadis, Präsident der Republik Zypern, antwortete auf Nachfrage, dass die Arbeitslosenzahlen inzwischen stagnieren auf seiner Seite der Insel, der griechisch-sprachigen. Soll heißen: seit den letzten 6 Monaten ist ein Trend in die gewünschte Richtung zu verzeichnen. Auf die Frage, ob man sich rächen werde an den Griechen, die Zypern mit in die Krise zogen, antwortet der Präsident, dass diese Frage völkisch sei. Das Land entwickle sich gut und der Rahmen für mehr Investitionen sei mehr oder minder inzwischen gesetzt. Die betriebene Spar- und Stabilitätspolitik der letzten Zeit trage erste Früchte.

Letzte Meldung: Dass griechische Banken, die auf Zypern operieren sich demnächst dazu entschließen könnten zyprisch zu werden, scheint nicht ausgeschlossen – auch dass diese 4 Banken sich in der Summe auf 2 reduzieren: Die Eurobank, die Piräos, die Alfa und die Ethniki. Sie haben 58 Zweigstellen auf Zypern und 1520 Angestellte.
Und zum koalieren noch so viel: Tsipras scheint vermehrt Schwierigkeiten mit dem Koalitionspartner, den extremen Rechten, zu haben – Neuwahlen scheinen nicht mehr ausgeschlossen, demnächst!

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