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Archive for the ‘Zypern’ Category

Ja, gewiss!
Auch der Herr Professor hat seine Mängel und politischen et cetera Interessen.
Doch den Herren Ata Atun vorerst noch etwas anzuführen und daher zu übersetzen, macht durchaus Sinn, weil er immer interessanter wird in der MillȋGazete schreibend.
In die türkisch-zyprischen Blätter könnte sehr wohl auch mal wieder ein Blick geworfen werden, um das, was Herr Professor von sich gibt, zu überprüfen. Da haben Sie recht, sollten Sie so etwas Ähnliches gerade gedacht haben.
Was in den südzyprischen Blättern zu den Entwicklungen in Sachen Wiedervereinigung steht, dazu ist zu sagen: Viele haben bereits den Glauben an ALLES verloren, dass sich Wille zur Vereinigung mit dem anderen Inselteil nennen könnte.
Doch nun, man höre, lese und staune:

‚Schlimmste‘ Befürchtungen, die hier vor Monaten bereits geäußert wurden, könnten gar wahr werden!?
Prof. Dr. Ata Atun schreibt dazu:

„Seitens der USA neue Initiativen

Bezüglich der Lösung des Zypernproblems, richtiger: wegen der Gier der Griechen finden die Extratouren der EU und der USA auf Zypern kein Ende, es kommt und geht [, gemeint ist], „die Herrschaft des Westens erneut zu gründen.
Was geht gerade ab?
Die vorübergehende Sonderbeauftragte der UN für Zypern, Jane Holl Lute, hat, um die Wiedervereinigungsverhandlung erneut beginnen zu können, Schritte unternommen, [die da sind,] dass die USA im Süden Zyperns einen neuen Militärstützpunkt errichten – so viel zu den Treffen [Lute‘s] mit der Regierung aus dem zyprischen Süden. Die USA beabsichtigt einerseits Boden-, Luft- und Marinekräfte vertraglich gestützt zu stationieren auf südzyprischer Seite, andererseits einen unitären griechisch-zyprischen Staat zu gründen [ – hat irgendwie Parallelen mit den Dingen, die zwischen Israel und den Palästinensern anzustehen scheinen]. Den Südzyprern wird [sodann] die Vollmacht erteilt und sich selbst bestellt die USA zum unsichtbaren Teil, der die Insel [aber] führt [, führen wird].
Wirklich sehr klug und genial.
Frau Lute wird vor [der zyprischen] Weihnacht, am 24ten oder 25ten Dezember höchstwahrscheinlich in Zypern eintreffen. Sicher ist, dass die Dame es eilig hat, für Zypern eine Lösung nach dem Gusto der US-Amerikaner zu finden. Wenn sie die Insel betreten wird haben, fehlen noch 15 Monate, bis die Präsidentschaftswahlen im Norden Zyperns sein werden. Es wird wenigsten 3 Monate vor den Wahlen geworben werden. Das heißt, es bleiben ihr noch 12 Monate. In diesen [eben genannten] 3 Monaten können noch heftige Vorfälle passieren oder wichtige Themen aufgeworfen werden, sodass Wiedervereinigungsverhandlungen zu führen, als nutzlos betrachtet werden könnte. Und damit Lute die Hände nicht gebunden sein werden, wird sie aus ihrem Portefeuille Dinge aufziehen, die die Verhandlungen fruchtbar nutzen lassen [werden].
Sie hat 2 wichtige Themen vor sich, die Frau Lute. Eines hat quasi nichts mit ihr zu tun. Sie ist [dennoch] sehr interessiert. Auf ihrer Agenda ist zuvorderst die Errichtung erwähnter Militärbasis und die US-Soldaten juristisch einwandfrei zu stationieren. Das Andere ist, sich Extratouren und Verschleierungstaktiken zu bedienen, bei Bedarf zu drohen und zu erpressen, um die 1960 vereinbarte Garantiemachtstellung der Türkei für Zypern aufzuheben, die in der Verfassung [damals] stand – siehe Vertragsvereinbarung. Das Garantie-Abkommen EKI, Paragraph 4, in dem steht, dass die Türkische Befreiungsarmee legal sich auf Zypern befindet, soll aufgehoben werden und die Armee soll sich zurück in die Türkei ziehen. Dem Letzteren zuzustimmen, dazu sollen die beiden zyprischen Verhandlungspartner geneigt gemacht werden. Sodann werden Verhandlungen erneut ausgemacht, und zwar ohne ein vorgesehenes Ende, ohne kalendarischen Ablauf. Wer auch immer die Wahlen gewinnt [im Norden], wird sie gewinnen – doch wird er/sie gezwungen sein, weiterzumachen, wie es erwartet wird.
Und genau so definiert Frau Lute auch ihren Job hier auf der Insel. Das ist Teil ihrer Mission und Ziele. Sie hat alles bereits Millimeter genau austariert.
Andererseits:
Es widerspricht der Verfassung aus dem Jahr 1960, dass zum Einen neben den Briten nun eine weitere Macht sich eine Basis schafft auf Zypern; und zum Anderen, dass die türkische Freiheitsarmee die Insel zu verlassen haben soll, die hier legal sich aufhält. Bekanntlich sind die Britin in Akrotiri und Dikelya.
Es ist folgendes klar:
Die Südzyprer nutzen ihren Vorteil, in der EU zu sein. Und bevor sie der Türkei einen diplomatischen, dann einen offen Krieg erklären, lehnen sie sich an die USA an [- und schon seit Längerem für alle gut sichtbar an Israel]. Sie beabsichtigen, unter den Fittichen der USA und der EU die Türkei zu attackieren.

Anastasiadis [Präsident Südzyperns] vergaß, richtiger: Seine Stoßgebete wegen der Reaktion Russlands wird er nicht vergessen haben. Dass Moskau diesen militärischen Plänen etwas entgegensetzen wird, ist offensichtlich. Russland wird Zypern destabilisieren, wenn so etwas[, wie das oben Dargelegte,] aufgezogen wird. Es wird sich negativ auswirken, dass die Insel noch mehr Soldaten beheimaten wird. Urheber solcher Pläne sind die USA, wie auch die Nato [Israel dürfte da genauso wie Tsipras in Athen ebenfalls die Hände im Spiel haben]. Unsichere Zeiten stehen an.

Wir erinnern:
Das letzte Wort hatte 1974 nicht etwa Washington, sondern die Sowjetunion – was der Türkei zugutekam. Vor dem Hintergrund, dass sich Geschichte wiederholt, sollte dieser Spruch noch gelten, dann werden die Türkei und Russland am Ende wieder das letzte Wort haben … .“
Hurra, die Amis kommen!
Oder:
Hilfe, die Amis kommen!
Die Russen sind jedenfalls bereits in großer Anzahl auf Zypern: als Geschäftsleute, Reisende etc. Die Israelis auch, nicht nur die Briten. Wenn von Zypern davor die Rede ist, dann sei gesagt, das bezieht sich im gegebenen Kontext auf beide Teile der Insel – Norden, Süden.

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Erfreulicher Weise bringt die ‚erbakanistische‘ oder ‚milligörüşistische‘ türkischsprachige MillȋGazete öfters Mal einen Beitrag zu Zypern.
Heute wollen wir gleich 2e übersetzt unterbreiten. Der erste Beitrag stammt von Prof. Ata Atun. Der zweite von Herrn Adnan Öksüz.

 

 

„In der Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) [herrscht] große Gefahr [durch eine] Offensive der Maroniten!

 

Seitens des Sitzes des Präsidenten Nordzyperns ist eine Aufforderung an einige Ämter [des Landes] ergangen, das Nötigste zwecks Rückkehr der Maroniten zu veranlassen. Die Beraterin [der Regierung] Gürdal Hüdaoğlu stellte klar, dass an das Bau- und Verkehrs, Landwirtschafts-, Umwelt- sowie an das Wirtschafts- und Energieministerium ihr Schreiben einzeln erging, worin für die Instanthaltungsarbeiten in den Dörfern Gürpinar, Karpaşa und Özhan ein Betrag von 9 Millionen 820.891 TL und 7 Kurus veranschlagt wird; also, dass [erwähnte] Instanthaltungsarbeiten im Vorkostenanschlag wie auch Karten, die entworfen wurden, enthalten sind – das Geld dafür zur Verfügung steht.

Kurzgefasst:

„Es wird als erforderlich erachtet, dass jene Beschlüsse seitens einer hochkarätig besetzten Sitzung – im Regierungssitz vom 26. Juli 2017 gefällt – verpflichtend sind, und der Öffentlichkeit zu erläutern ist, dass im Rahmen der oben genannten Offensive die Dörfer Karpaşa, Gürpinar und Özhan zwecks Ansiedlung vorbereitet zu werden haben, entsprechende Arbeiten [daher] zu Ende zu bringen sind. Um die Gelder dafür zu haben, ist erkannt worden, dass andere Projekte mit Hochdruck fertigzustellen sind. Letzteres hat große Wichtigkeit“, sagt Hüdaoğlu.
„Sollen die doch kommen, was kann schon passieren“, mit solchen Kommentaren [oder Haltung] kann diese maronitische Offensive nicht ausgesessen werden.
Bei den Südzyprern, die nicht ein einziges Mal gute Absichten mit einem kleinsten Entgegenkommen aufzeigen, ist solch ein Verhalten etwas mehr als nur eine Geste. Es ist gleichzeitig eine Verführung zu [ihren] Einheit[sbestrebungen] der Insel.

Bevor sich der Größe der Gefahr, die hier im Raum steht, gewidmet wird, gilt es zu erinnern, dass 2012 zur Regierungszeit Präsident Dervis Eroğlu’s gemeinsam mit dem Muchtar (Bürgermeister) von Gürpinar, Herrn Hacifesas, Eroğlu ein Besuch abgestattet wurde, bei dem der Wunsch der Maroniten zur Rückkehr in ihre Dörfer zum Ausdruck gebracht wurde. Eroğlu: „Ich bin nicht in der Lage zu sagen, kommt sofort. Das gilt es abzuwägen.“
Danach wurde dieses Thema nicht wieder hervorgebracht. Als Eroğlu weg war, wurde in eine Phase getreten, in welcher Forderungen der Südzyprer als heilig verstanden wurden.
Kommen wir zum Punkt:

Vor ungefähr 20 Tagen kam es drüben im Süden zu einem Treffen von Maroniten, Griechisch- und Türkischzyprern. Behauptet wird, Partelli Hacifesa soll in seiner Rede an jenem Tag gesagt haben: „Der Staatsanwalt der Türkischzyprer hat gesagt, der gesamte Besitz der Maroniten im Norden kann zurückgegeben werden“.
An diesem Treffen wurde darüber hinaus auch noch gesagt und festgestellt, dass 20% der maronitischen Gebäude in Gürpinar einen Eigentumstitel erhalten hätten (tapu), diese Gebäude an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben würden, den heutigen Nutzern eine Entschädigung oder anderer Besitz gegeben werde. Dazu kommt, dass die Renovierung und Instanthaltungsarbeiten an den genannten Gebäuden zu Lasten der Türken ergehen werden.

Sagen wir [es doch mal]: Bei den [Wiedervereinigungs-]Verhandlungen [zwischen Griechisch- und Türkischzyprern] ist seitens der Griechischzyprer bereits ein OK bei dem komplexen Thema Besitz eingegangen; [dies auch], zumal der Präsident Nordzyperns, Mustafa Akıncı, die Übergriffe der Griechischzyprer bezüglich dieses Themas im Laufe seiner Amtszeit fortwährend zurückzuweisen hat, ein Thema [also], welches die Südzyprer ausbremsen und mit Wiedergutmachgungszahlungen formen – wie auch [mit dem Versuch], Türkischzyprer auszusiedeln oder gewaltsam in die Ferne zu schicken und Weiteres.

Jene, die heute sagen, „von 3 oder 5 Maroniten wird schon nichts passieren“, die werden in die Falle der Wiedergutmachungszahlungen und des Blockierens treten, in jene Falle der Rückgabe – und solch Vorgehen wird sodann als Vorbild genommen und die Bewegungsfreiheit der Türkischzyprer eingeschränkt werden – derart wird dem Moment, in dem Türkischzyprer aus ihren Häusern geworfen werden, Tür und Tor geöffnet.

Und dann wäre da noch diese andere wichtige Angelegenheit. Die Maroniten behaupten schließlich, auf der griechisch-zyprischen Seite zufrieden zu leben. Nun dann, wie kommt’s, dass sie jetzt [plötzlich] ihre Liebe entdecken, auf unserer Seite leben zu wollen? Im südzyprischen Parlament sitzender Maronite Giannakis Musas meinte vor ein paar Jahren, die Maroniten hätten eine ganz bestimmte Strategie, und dass in die Dörfer zurückzukehren der einzige Weg sei, aber auch, dass die maronitische Gesellschaft bereits 1960 akzeptiert habe, ein Teil der der Griechischzyprer zu sein. Und diesem Wunsch gegenüber müsse Respekt bezeugt werden!“

Der Typ sagt ganz offen: Wir wollen auf der türkischen Seite wohnen, aber unter griechisch-zyprischer Führung!

Der heutige Vertreter der Maroniten im südzyprischen Parlament Andonis Hacirusos sagte zum Präsidenten der Republik Zypern Anastasiadis:
„Das Ziel der maronitischen Gemeinschaft ist, ihre Dörfer, Kirchen und Geld zurückzuholen. Wir sind uns dessen bewusst sowie der Wichtigkeit, dass eine schwierige Zeit durchgangen wird, in der es das Land erneut zu vereinen gilt. In diesem schwierigen Unterfangen sind wir Maroniten auf eurer Seite. Wir müssen daher Özhan und Gürpinar umgehend besiedeln und bei einer etwaigen Vereinigung Zyperns werden wir zum Aufbau des [wiedervereinten] Staates einen Beitrag leisten.“
Das Letztere sagte er [damals] noch im Nachsatz.

Wie zu sehen ist, ist die maronitische Offensive, die türkische Basis entzweizuhauen, das bedeutet, die Forderungen der Griechischzyprer zu verwirklichen. Es gibt daher folgende Behauptungen zu erwarten, nachdem sich die Maroniten im Norden Zyperns niedergelassen haben, die darauf hinauslaufen werden, dass das Land Schritt auf Schritt zurückzugeben wäre.
Doch keiner fragt, was eigentlich mit den gemäß dem Ortega Report zur Zeit der englischen Besatzung von den Türken bewohnten Gebieten, die an die Griechischzyprer gegeben wurden 1950 – 1974, los ist – die zerstört und ausgeraubt wurden. Was ist mit deren Wiedergutmachung? Das fragt niemand.

Normal ist, dass die Feinde der Türken diesen Umstand übergehen. Doch werden jene nicht still bleiben können, die von den Türken als die Niederträchtigen ausgingen, zumal die Türkischzyprer auf dieser Insel ihren Existenzkampf führten, und zwar dann werden sie nicht stillbleiben können, wenn den Türkischzyprioten die Möglichkeit gegeben würde, erlittene Not und Unterdrückung zwischen 1950 und 1974 vor den Kadi zu bringen.

Während Griechischzyprer die Zypernfrage romantisieren, ist unsere vom Westen verteufelte Seite nicht in der Position, Gerechtigkeit und ein uns entgegenkommendes Verhalten zu erwarten. Daher ist es dringend geboten, unsere Rechte selbst zu verteidigen, dass wir unser sterbendes Land retten, Gericht halten und eine Gewinn- Verlustrechnung machen, anstatt uns von südzyprischen Anwälten berauben zu lassen… .

Zuletzt: Den maronitischen Brüdern (kardeşler), die vom Süden in den Norden auszuwandern gedenken, dies zur Erinnerung:
OK, unter südzyrischer Führung wollt ihr leben, doch hier ist türkisch[zyprische] Führung. Der verstorbene Rauf Denktaş sagte in seinen letzten Tagen, eine unabhängige Republik steht über allem!
Keine Ahnung, was euch versprochen wurde, aber so rum, wie auch anders herum wird daraus nichts. Keine Ahnung, ob ich mich verständlich machen konnte?“

Fortsetzung, sozusagen, des Themas Nordzypern, welches auch am 05. Dezember 2018 in der MillȋGazete aufgegriffen wird, dieses Mal von Herrn Adnan Öksüz, wie angekündigt.
Interessant ist, zu lesen, wie islamisch-traditionalistische Kreise der Türkei das genannte Thema in den von ihnen dominierten Tageszeitungen in die Öffentlichkeit entlassen.

 

„Wer sind diese Maroniten?

 

… Viele Jahre hat Prof. Dr. Ata Atun die Funktion eines Regierungsberaters der Türkischen Republik Nordzypern [KKTC] innegehabt. Das ist ein Mann, der von Nahem weiß und beurteilen kann, was dort im „Inneren“ geschieht. Sein letzter Artikel hat Unglaubliches beinhaltet.

Herr [bey] Ata: Von einigen Regierungsämtern ist eine Warnung ausgegangen bezüglich der Rückkehr der Maroniten nach KKTC und der Dinge wegen, die zwecks dieser Rückkehr veranlasst zu werden haben. Dieser Entscheid wird die demografische, harmonische Verfasstheit von KKTC durcheinanderwirbeln. Ata verwies darauf, dass die Standpunkte der Südzyprer [rumlar] dergestalt umgesetzt würden, der getroffene Entscheid diese [fälschliche] Nachricht weitergibt. Die Millȋ Gazete hat diese erschütternde Entwicklung [gestern] … auf die erste Seite der Zeitung gesetzt. … .

In den Kopf gerät einem da unmittelbar diese Frage: „Wer sind diese Maroniten?“

Ein paar Details dazu mag ich nun geben. Die Maroniten sind Mitglieder der katholischen Ostkirche und deren westsyrische Ausgestaltung. Sie unterliegen der römisch-katholischen Kirche. Maroniten sprechen als Hauptsprachen Arabisch, Türkisch und Griechisch. Ihre Gebete und Predigten werden auf Arabisch gehalten. Die zyprischen Maruniten oder Maroniten sind im Mittelalter wegen religiösen und politischen Auseinandersetzungen nach Zypern umgesiedelt – und bis zum heutigen Tag haben wir sie dort als maronitische Kirche und Gesellschaft. Nach Angaben der Vereinten Nationen – Flüchtlingshochkommissariat – leben in Südzypern an die 5.000 Maroniten. In Koruçam lebten vor der [Befreiungs-]Bewegung der Bewaffneten Kräfte der Türkei an die 2.000 Maroniten. Nach 1974 siedelten sie sich drüben im Süden an, im Teil der Rum [Südzyprer]. Den maronitischen Quellen zufolge, sollen sie zur Zeit der Kreuzritter als Gefangene aus der Levente [Libanon, Syrien] nach Zypern gebracht worden sein und ihre Anzahl soll 60.000 betragen haben. Sie hatten im Norden der Insel 60 Dörfer. In letzter Zeit hat ihre Rückkehr in die maronitischen Dörfer thematisch stark zugenommen. Jene Maroniten, die aus dem Libanon stammen behaupten, seit dem 9ten Jahrhundert auf Zypern zu leben. Doch ist bekannt, dass die meisten von ihnen im 12. Jahrhundert übersiedelten. Ihre Dörfer [auf Zypern] sind vor allem nahe dem Fünffingergebirge [Başparmak dağları], wo die meisten von ihnen lebten. Die meisten dieser Dörfer waren orthodox [griechisch-katholisch] geworden.

Wie Ata Atun bezüglich dieses Themas sagt: „Sollen sie doch kommen, was wird schon sein“, mit solch Einstellung kann diese maronitische Offensive nicht durchgewunken werden.“ Er schreibt: „Den Südzyprern, die nicht einen einzigen kleinen Schritt [den Vorstellungen der Türkischzyprer] entgegenkommend sind, ist es nicht nur eine Geste, sondern gleichzeitig eine Verführung zur Vereinheitlichung [der Insel unter griechisch-zyprischer Führung]:“

Wir werden sehen, was in dieser Angelegenheit in KKTC noch durchlebt werden wird.“

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Zu NOrdzypern

Es ist bereits etwas her, als dieser Artikel erschien in einer türkischen Tageszeitung.
Auf den Artikel bin ich zufällig gestoßen, wie auch auf den Ort, an dem ich ihn auffand.

Eigentlich gehe ich ansonsten immer ins gleiche türkische Restaurant-Café in Lahr Mitte, welches schon etwas preislich gehoben genannt werden darf. Die “Gözleme” schmecken dort auch wirklich gut.

Von Offenburg zurück nach Lahr kommend, entschied ich mich vor einigen Tagen spontan an jenem türkischen Restaurant mal anzuhalten zur Abwechslung, welches ich auf dem Weg nach Offenburg links von mir an der B3 liegend überraschender Weise ausmachte, gucken, wie dort die Linsensuppe schmeckt.
Prächtig war die Suppe, kann ich nur sagen. Bin seither schon 3 Mal wieder dort gewesen. Sogar einen vegetarischen Teller gibt es zu unschlagbaren 5 Euro, der richtig gut gefüllt ist mit richtig viel Salat – und man kann sogar wählen zwischen Reis und Bulgur. Sogar 2 weiße Käsestückchen liegen auf dem Teller, eventuell vom Schaf.
Der türkische Tee schmeckt einfach fantastisch. Und kostet hier, im Gegensatz zu dem Türken in Stadtmitte, knapp 1/3 weniger.
Der etwa 40-jährige Mann, der dort arbeitet mit seinem Sohn und das Restaurant füht, ist äußerst kommunikativ. Spricht recht gut Deutsch, scheint schon länger in Lahr oder Deutschland zu leben.
Eine Entdeckung der angenehmen Art hier in Lahr, das ISTANBUL.
So heißt dieser Ort.
Wunderschön sauber ist der Geschäftsraum und herrlich geräumig, so richtig geräumig und keinesfalls vollgestellt mit Tischen und Stühlen, wie es so oft der Fall ist.
Leute kommen und gehen ins/aus dem Istanbul. Abends scheint auch die Frau des Restaurantbetreibers anwesend zu sein. Sie ist gekleidet wie eine Frau, die schiitischen Glaubens sein könnte. Kann ich mir aber nicht vorstellen, dass diese Familie schiitischen Glaubens ist, weil mir gesagt wurde, man käme ursprünglich vom Schwarzen Meer, lebte aber in Istanbul.
Ist ja auch egal.
Bislang habe ich das Restaurant noch nicht sehr gut besucht gesehen, wie man sagt. Ein Kleinod also, wo trotz B3 vor dem Haus komischer Weise Ruhe herrscht. Man kann sogar seinen Laptop aufbauen und dann in seiner Arbeit, beispielsweise, versinken. Ob es Internet gibt, wurde noch nicht abgecheckt. Es muss nicht sein, dachte ich, auch noch hier im Netz zu sein. Meine Einschätzung: Es gibt kein WLAN. Kann aber durchaus sein, dass man sich da täuscht.
Allzu verwundert sollte man allerdings nicht sein, wenn der Wirt plötzlich vor einem steht oder von Weitem sich an einen wendet und das Gespräch sucht. Keine Sorge, er hält sich kurz, wenn man ihn nicht mit den ‘richtigen’ Themen füttert oder merken lässt, dass man JETZT gerade keine Zeit zum Reden zu haben glaubt.
Anscheinend rechnet sich das Alles dennoch. Das Restaurant wird ja schließlich betrieben. Die Preise sind dort äußerst erträglich und das Essen schmeckt wunderbar. Fast glaubt man, zurück irgendwo in einem Berliner Bezirk zu sein, ja, in Istanbul selbst.

Nun:
Der Artikel, der in der Folge übersetzt wird, wurde von Prof. Dr. Ata Atun verfasst und erschien in der türkischsprachigen, islam-national angehauchten Millî Gazete vom 13. November 2018.

“Dem Mutterland sind wir unsere Republik schuldig!

Die Gründung der nordzyprischen Republik war nicht leicht, die sich heute zum 35ten Mal jährt. Diese Republik kam zustande durch Massaker, die an den Türkischzyprern (TZ) verübt wurden, durch Tränen, Flucht, Verlust einer Zukunftsperspektive, Verlassen des großväterlichen Bodens, jedwede Angriffe abwehrend und mit Märtyrern.

Die Gründungsangelegenheit begann in den 1950er Jahren und nicht, wie die Griechischzyprer (GZ) sagen, 1974 oder 1963. Beschlossene Sache wurde Letzteres am 15. Januar 1950, als die GZ plebiszitär ihren Wunsch nach einem Anschluss mit Griechenland (Enosis) kundtaten.

Makarios, der die ganze Welt bereiste, vor allem Hauptstädte im Westen, Rom, Paris, Frankfurt, Berlin, London, New York, sagte und bemühte sich, dass Zypern eine griechisch-zyprische Insel ist, Enosis stattzufinden habe, von den Engländern zurückgenommen und Giechenland übergeben werden müsse.

Der Wahrheit entspricht, dass das Zypernproblem nicht in der Nacht vom 21. Dezember 1963 mit den begangenen Massakern seinen Anfang nahm und, wie die GZ behaupten, [auch nicht] mit der Befreiungsbewegung 1974. Genauer: Die ersten Schritte der TZ in Richtung Verstaatlichung begannen im November 1957 mit der “Türkische Bewegung Organisation” (TMT). Was die TZ im Gepäck hatten, waren engagierte, auserlesene und vertrauenswürdige Leute, die die TMT gründeten, welche im Zentrum das ‘Bayraktarlik’-Prinzip hatte und das in den [vormals osmanischen] Provinzen angewandte ‘Sancak’-Prinzip; also Anwendungen, die die ersten Kettenglieder des [entstehenden Nordzyperns] darstellten.

Indem Erzbischof Makarios die Schlagkraft der Türkei unterschätzte, die Türkei die Verfassungsänderung ablehnte, glaubte Makarios in einer organisierten Art und Weise mit Waffengewalt den Paragraphen 13 der Verfassung morgens am 21. Dezember 1963 ändern zu können – Türken wurden angegriffen, ein Blutbad angerichtet.

Wenn wir nun die Staatswerdung der zyprischen Türken seit 1963 betrachten, [sehen wir], Fazıl Küçük und Rauf Denktaş errichteten am 23. Dezember nach dem Angriff der GZ vom 21. Dezember ein Komitee.
Dieses Haptkomitee war die Miniaturausgabe der Staatswerdung. In jenem Hauptkomitee waren die Mitglieder im Rang eines Ministers, nannten sich aber “Mitglied”. … An der Spitze des Hauptkomitees stand Dr. Fazıl Küçük. Seine rechte Hand war Herr (bey) Rauf Denktaş. Gleichzeitig war Rauf Bey der Vorsitzende der “Vereinigung der Türken”. Dergestalt entstand das Skelett der ersten Staatswerdung am 23. Dezember.

Nachdem die GZ 4 Jahre später, 1967, Dörfer wie Geçitköy oder Boğazıçı angegriffen hatten, gab die Türkei ein hartes Statement ab, was dazu führte, dass das Hauptkomitee sich in eine “Vorübergehende Türkische Führung” wandelte. Am 27. Dezember 1967 wurde die Vorübergehende Türkische Führung offiziell bekanntgemacht. Ab 1968 begannen Treffen [der beiden Volksgruppen]. Als 1970 diese Treffen sich einstellten, wurde das Wort “Vorübergehend” gestrichen und übrig blieb “Zyprische Türkische Führung”. Bis zur Befreiungsbewegung [1974] lief die türkisch-zyprische Regierung unter diesem Namen.

Am 20. Juli begann diese Bewegung und endete am 16. August 1974. Gleich danach wurde Mitte September die “Autonome Zyprische Türkische Führung” ausgerufen. Diesmal hatte das Gebilde ein bisschen mehr Profil, und das auch politisch. Danach begann man, die Verfassung aufzusetzen und am 13. Februar 1975 wurde die “Türkische Zyprische Föderation” ausgerufen. Das heißt: die am 23. Dezember 1963 gesetzten Schritte hatten sich am 13. Februar 1975 in eine Türkische Zyprische Föderation gewandelt. Bis 1983 wurde das Föderale beibehalten, und nachdem im Mai jenes Jahres sich Rauf Denktaş mit dem griechisch-zyprischen Führer Spiros Kiprianu getroffen hatte, wurde dieses Treffen seitens Spiros überhaupt nicht ernst genommen.

Die Treffen wurden erstmals zu Gipfeltreffen 1970, als sich Makarios und Denktaş trafen und die heutige Föderationthese wurde damals erstmals in den Ring der Verhandelnden geworfen.
1983, nachdem Makarios gestorben war, wurde Kiprianu zum Präsidenten gewählt; und just, als die Verhandlungen fortgesetzt wurden – man über föderale Strukturen sprach -, wendete sich Spiros plötzlich an die Vereinten Nationen:

“Die türkische Armee hat von der Insel zu verschwinden, die Besatzung hat aufzuhören und die einzige Regierung der Insel ist die der GZ. Das ist so zu akzeptieren!”

Und dergestalt sah dann die Entscheidung der Vereinten Nationen aus. Doch: Dass die TZ ihre föderale Struktur selbst verwalten können, war auch gesagt worden [seitens der Vereinten Nationen]. Wie Sie wissen, das wird “Self-Determination” genannt.

Von den GZ wartete man auf eine Reaktion, wie:

OK, wenn ihr ein Selbstbestimmungsrecht habt, dann setzen wir uns halt mal zusammen.

Allerdings nichts dergleichen kam von den GZ rüber. Im Gegenteil. Sie seien die Besitzer der Insel, meinten sie.

Zu jenem Zeitpunkt versammelte sich das nordzyprische Parlament der Türkischen Republik, und heute vor 35 Jahren wurde die Entscheidung getroffen, unabhängig zu sein.

Heute leben die TZ auf ihrem Boden frei, in Ruhe und Wohlstand, vermittels [der Hilfe] des Mutterlands, der Türkei.

Letzteren Wert, den gilt es, nie zu vergessen!

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Heute mal etwas aus der Welt der Museen und der Kunst.

Wir freuen uns, Ihnen den Künstler Herrn Dimitris Alitheinos in einem Interview mit Marina S’chizo in der Politis vom 28. Oktober auf diese Weise vorstellen zu können.

Es geht in dem Interview um eine Ausstellung von Alitheinos im Archäologischen Museum Limassol (AML).

Übersetzung aus dem Griechischen stammt von ADH.

 

 

“…

Das Vergangene, das Kommende, Wir”.

Das ist der Titel der Ausstellung, die was genau darstellt?

Die Beziehung zu gestern, heute und morgen. Ich glaube, Zeit gibt es nicht, sondern alles ist in einer hypothetischen Beziehung [zueinander].

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Welchen Unterschied macht der Ort, wo du deinen derzeitigen Beitrag hin verfrachtest?

Ja! Sicher kommt [auch] dieses Mal Freude auf, die Freude, im AML zu sein. Gewöhnlich, wenn du eine Ausstellung machst, ist der Ort weiß. Es gibt da übrigens nichts an solch einem Ort, was dich festlegt. Gehst rein und bist dich, das Werk und das Umfeld.

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Und beginnst vom Nullpunkt.

Genau!

Die Werke werden ja gewöhnlich in Ateliers hergestellt; sprechen oder sprechen eben nicht.

Letzteres ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls ist es etwas, was außerhalb des Ausstellungsortes entstand. Der einzige Dialog, der so erschaffen wurde, ist der zwischen den Werken und den Betrachtern – oder unter den Werken selbst.

Es ist eine Beziehung, die sich auf‘s Heute richtet.

Doch: In einem archäologischen Museum gibt es Mythen und Objekte von vor dieser Zeit.

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Wie entwickelt sich dieser Dialog des Alten mit dem Heutigen, um uns dann hier im AML landen zu lassen?

Mich interessiert immer der Dialog mit dem Alten auf Grund der Physis meiner Arbeit sowie meiner Gedanken. Bereits seit Anfang der 70er Jahre mache ich Performances, wie im Tempel des Ifästos, in der archäologischen Stätte der Agora, im alten Olympia usw. Obwohl ich zu jener Zeit den Umsturz [dessen, was sich dort an Altertümlichem befand] inszinierte, die Wurzel [letztlich], die „Klassik“ mit der Sprache der Kunst, wusste ich jedoch, dass das nicht vollends sein kann, ohne seine Verbindung mit der Geschicht und dem historischen Fortgang.

Das heißt, was ich wiederhole, nämlich, dass „Neues alt sein muss, um zu sein“!

Letzteres ist, an was ich glaube, sagen wir, schon immer.

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Das Alte im Sinne von Erinnern?

Im Sinne von Erfahrung, der Geschichte, der Entdeckung. Mit allem, was wir sahen, alles war wir erreichten, nicht nur als Volk, sondern im Allgemeinen als die Art namens Mensch. Mit dieser Einstellung und derart ein archäologisches Museum betretend, betrittst du einen energetischen Ort gefüllt mit Anstrenungen und Schweiß des Menschen – im Gegensatz zu modernen Museen.

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Voll Erinnerung, Geschichte, Energie …

Und darüber hinaus alles mit Zeit und Mythos.

Was ich ins AML bringe, um das AML in ein Kunstwerk zu verwandeln, muss mit Mythos geschehen.

Kann sein, dass das klappt oder eben nicht.

Aber:

Im Museum selbst sind die Objekte ja bereits mit einem Mythos behaftet. Das einfachste Objekt hat dort sein Geheimnis.

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Aus welchem Grund hast du das AML gewählt?

Das ist nicht von Belang, weil ich glaube, dass alle archäologischen Museen ein Teil eines größteren Museums sind. Es ist Letzteres wie ein riesiges Gebäude mit vielen Räumen. [Das trifft auch zu, w]enn ich vom Archäologischen Museum in Nikosia ins AML gehe, auch, wenn die Gebäude tausende Kilometer und Stunden Fahrt auseinanderlägen.

Wenn ich also ein Museum betrete, ist es als besuchte ich irgendein Haus, in das ich wieder hineingehe. Ich beginne einfach einen neuen Dialog in einem weiteren Raum.

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Du kreierst jedes Mal eine neue Beziehung?

Die Beziehung ist endlos, weil sie fließt. Von einen gewissen Punkt aus änderst du dich als Persönlichkeit und siehst ES unterschiedlich; und andererseits, falls du dich änderst, ändern auch DIE sich.

Das Wissen kommt langsam, ganz langsam.

Diese Objekte [in Museen] sind voller Geheimnisse. Es ist irgendwie falsch zu sagen, du denkst, sie zu kennen. Sie haben einen Mythos. Es braucht Zeit. Wissen verlangt Zeit.

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Dinge, die langsam entdeckt werden, analog zu dem bestimmten Moment …

Hauptsächlich durch Wiederholung, die Erfahrung, meine Interessen.

Der Moment spielt die Hauptrolle.

Als ich Student war in der S‘choli Kalou in Athen gingen wir mittags ans Archäologische Museum und zeichneten. Oft ging ich ins obere Stockwerk, wo die Werke aus Santorini zu finden sind und stand Stunden vor den Wandgrafiken des Raumes der Anixi [Göttin]. Sah die Grafiken und fühlte, dass dort inmitten derselben es etwas gibt, was ich nicht sehen kann. Ging jedes Mal dorthin ins Museum und jedes Mal verließ ich es mit derselben Frage. Ich stand vor einer geschlossenen Kiste, die nicht geöffnet werden konnte.

10 Jahre vergingen, ich war noch in Paris, als ich zurück an diesen Ort kam. Als ich die Grafik sah, öffnete sich die Kiste und das Geheimnis in ihr war zu sehen.

Alle altertümlichen Objekte tragen ein Geheimnis mit oder in sich – vor allem die archaischen. Es reicht, dass du ungezwungen vor ihnen stehst und sicherlich wird sich dir etwas erschließen.

Mich in ein Museum begebend, weiß ich, dasss ‚jemand‘ auf mich wartet. Worum ich mich [daher] zuerst kümmere, ist Freund zu sein [mit den ausgestellten Objekten im Museum].

Und weil das Museum voll mit Zeit ist, und weil ich mit der Zeit befreundet bin, ist es logisch, vermittels meiner Ausstellung [auch] meinen Freund zu erwähnen.

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Und was geschieht?

Es passiert die Vergangenheit, das Kommende, Wir.

Wir, die wir der Moment sind.

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Wie wird dieser Moment bestimmt?

Die Frage ist:

Wie legt sich die Quintessenz des Augenblicks fest.

Warum, wenn der Moment das Jetzt ist, gibt es in ihm nicht-erfahrene Augenblicke?

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Der passende Moment wird wie bestimmt?

Darin liegt das große Spiel des Menschen mit seinem Leben, mit seiner Zeit, mit seinen Fähigkeiten. Ich denke, was man zu erlernen hat von kleinauf, ist den passenden Moment erfassen zu können.

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Ich nehme an, dass dieser passende Moment aus Erfahrung anderer Momente sich feststellen lässt.

Sicher.

Und bevor jemand denkt, dass alles seien lediglich Theorien, tut er gut daran, den passenden Augenblick herauszustechen: um zu suchen, Liebe zu machen, zu essen, zu lieben, zu hassen.

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Hast du die Antwort darauf gefunden, was Zeit ist?

Zu etwas, was es nicht gibt, wie kannst du dazu eine Antwort geben?

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Zeit gibt es nicht. Sie ist eine menschliche Erfindung und bedient menschliche Bedürfnisse. Was ist jenes, welches wir als ‚Zeit‘ definieren?

Es sind die begrenzten Grenzen unseres Lebens.

Von A bis Z.

Links, vor dem A gibt es das Unerfahrene; recht, nach dem Z herrscht Chaos.

Um tiefere Begrenzungen besser zu kapieren: entweder begannen sie vom Tag, an dem die Menschengeschichte losging, oder du legst sie anhand deines persönlichen Lebens fest.

Ich kann das nicht festlegen, auch nicht das Raum-Zeit-Ding anders denken.

Stell dir vor, eine Antwort zu suchen auf die Grenzen des Weltalls. Diese Antwort kann dir niemand liefern. Und so kannst du auch nicht sehen, wo das All aufhört – kannst daher auch nicht die Zeit festlegen.

Zeit und Raum können nur bestimmt werden, wenn da Bewegung ist.

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Wie bestimmt sich Zeit in deinem Werk?

Aus der Bewegung und dem Ticken der Uhren.

Uhren, viele Uhren, manchmal mit Dreck bedeckt, manches Mal gebunden in Bündeln, einem Flüchtling gleich, das bezieht sich auf den Mensch [was ich da eben sagte], also, den der Zeit Flüchtige.

Ihren Tick-Tack hörend, fühlst du den Fluss, den Moment, der vergeht.

In einem der Werke der Ausstellung gibt es eine menschliche Statue, auf deren erhobenen Hand eine Taube sitzt, die sein Ohr im Herzen berührt, als ob versucht würde, das Herz zu hören. Letzteres ist unsere wirkliche, unsere einzige Uhr. Von der Geburt an stellt diese Uhr fest. Sie ist der Messer unserer Zeit. Wenn wir ihr Tick-Tack jeden Morgen aufmerksam hörten, wenn wir daran denken würden, wie sehr wir ES wertschätzen, dann würden wir weiser sein.

Indes das Tick-Tack, welches wir in unseren Händen fürchten, läuft selten mit unseren Herzen synchron.

Die Taube im Werk beugt sich, um dem Betrachter zu zeigen, dass er zuzuhören hat, und zwar seinem einzigen Zeitmesser, dem Tick-Tack seines Herzens.

Ich vermute, wenn das Ende erreicht ist und du fühlst, deine Uhr bleibt stehen, dann wird dir bewusst, dass du ein anderes Tick-Tack hörtest als jenes, dessen es bedurft hätte.

Es ist irrig anzunehmen, dass der Tod nie kommen wird, wo er doch das einfachste Etwas ist, dem du begegnen kannst.

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Und darauf haben sich alle Theorien aufgebaut in Pholosophie und Religion, nämlich darauf, dem Menschen zu zeigen, dass er sterblich ist – weniger schmerzlich.

Das Schlechte ist, dass die meisten Religionen, speziell die monotheistischen, anstatt den Gläubigen zu sagen, „du bist sterblich, freu dich deines Lebens!“, sagen, „lach nicht, freu dich nicht, lieb nicht, pass auf und warte dein Ende ab – noch bevor du geboren wurdest“.

Im Altertum verstanden sie das Leben anders.

In den Garten des Museums tretend, gibt es rechts ein Mosaik, welches in der Mitte die Göttin Afrodite hat, die ihr Haar öffnet. Und Eros hält ihr den Spiegel.

Da war auch irgendwann mal auf dem Boden eines Hauses ein nackter Eros, der keine Schande fühlt.

So etwas gibt es in den monotheistischen Religionen nicht. Dort herrscht Unterdrückung!

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Warum denken wir stets, die Vergangenheit sei besser als die Gegenwart?

Wir beziehen uns nicht mit irgendeiner Vergangenheitsgeilheit auf jenes, was zuvor war.

Die Kultur produziert Kunstwerke, die wir sehen und bestaunen, ohne dass das bedeutete, viele der heutigen Werke seien nicht bewundernswert – oder dass es kein Morgen gäbe.

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Deine Herangehensweise hat mit dem Gedanken zu tun. Wessen ist dieses Denken, wo sind wir abgewichen?

Wir produzieren keine Kultur, die die Fortsetzung dessen ist, was wir erhielten. Ohne die Vergangenheit zu idealisieren, fahren wir die Gegenwart beurteilend in Richtung gewisser Schlussfolgerungen.

Den Marmor betrachte ich nicht nostalgisch, aber was wir heutzutage als Griechen oder als Bürger dieser Welt tun, sehe ich als Stroh an.

Ich sehe nicht, dass sich etwas kuturell ergibt: in der Kunst, ökonomisch, philosophisch, egal auf welchem Gebiet.

Ich seh da keinen Vorschlag.

Was ich lediglich ausmachen kann sind persönliche oder kunsttechnische Machenschaften – im weitesten Sinne.

Eitelkeit ohne Grenze!

Es herrscht Gleichschaltung!

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Welches ist das erste Werk, dass der Betrachter zu sehen bekommt, wenn die Ausstellung betreten wird?

Im Garten des Museums sind 3 Werke: „der Charme des Stürtzens“, „die Sarkophagen“ und „Mosaike“.

Ersteres ist eine Anspielung auf die einzigartigen umgefallenen Säulen des Säulengangs des Olymp. Dieses Werk besteht aus 11 Ballen Stroh, die gewaltsam auf den Boden fielen. Es besagt, dass jenes, welches wir überreicht bekamen, eine Kultur aus weißem Marmor war und diese Kultur haben wir zu Stroh gemacht.

Die Sarkophagen sind zwei Reihen aus Felsen wie Sarkophagen und dazwischen gibt es 4 zusammengepresste Autos – neuartige Sarkophagen. Sie beinhalten zusammengepresst alles, was ihre Besitzer lebten.

Auf der anderen Seite des Gartens bilden Mosaike ein römisches Mosaik und 2 bunte Würfel [sind auch dort].

Aber was ist wohl im Museum [dahinter]?

Besser ihr kommt mal nachsehen?“

Der Link unten führt virtuell zum Werk des Künstlers!

https://www.youtube.com/watch?v=rgTyBUsfb1c

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Mari

Eine Übersetzung von ADH eines Artikels der Nasa Pataniou, 28 Oktober 2018, Politis

 

 

 

“Das Dorf Mari oder Marin (Marini)

Ein Dokument aus dem Jahr 1487 bringt neue Erkenntnisse über das Dorf „Mari“ zutage sowie einen seiner Feudarchen, der aus der Familie der „Kornaros“ stammt.

Wie wir in der Folge untersuchen werden, erwies König Peter I. Lusignan dieser Familie im 14. Jahrhundert die Gunst, und trat das Bistum Limassol an sie ab sowie die nähere Umgebung. Dieser Strang der Kornaros nahm später den Namen „Bischof von Kornaro“ an; genauer: sie beherrschten als Feudalherren das „Bistum Limassol“ sowie die nähere Umgebung.

Es ist stark davon auszugehen, dass zu jenem Zeitpunkt auch Mari an diese Familie überging. Wir haben dazu allerdings keinen Nachweis.

In den Tagen des letzten frankophonen Königs Zyperns, „Jakobus II. Lusignan“, wurde das Dorf Mari von ihm persönlich an einen Florentiner übertragen, der als Konsul seiner Stadt auf der Großen Insel [Zypern] tätig war.

Letzteres schloss allerdings nicht aus, dass das Dorf erneut an die zuvor genannte Familie zurückfiel, und zwar unter der Regentschaft der „Königin Äkatherina Kornaro“ – zumal ein Dokument aus dem Jahr 1487 als Feudarchen des Dorfes ein Mitglied des Bistums der Kornaro angibt.

Das Dorf Marini oder Marin, welches Mari wurde

Das Dokument aus dem Jahr 1487 ist bislang das älteste, indem das heutige Dorf Mari als „Marini“ auftaucht. Das Dorf grenzt an den Vasila-Fluss, dessen Name im Altertum „Tetios“ war. Und hier hat die „Heilige Eleni“ Anker geworfen der Legende zufolge, die uns „Leontios Machäras“ überlieferte. Bezüglich der Ankunft der Heiligen Eleni wird in unserer Zeit geschrieben, dass Mari an dem Fluss Vasila unmittelbar lag. Zu der Zeit der Latiner wird diese Gegend auch als Ankerplatz bezeichnet, wo Schiffe anlegten, um sich mit Wasser oder Nahrung zu versorgen – und oftmals fielen diese Dieben oder Piraten zum Opfer. Und genau daher betrieb man in dieser Gegend unter den Venezianern eine leicht-ausgestattete Reiter-Kompanie, die die Seefront schützte. Von ihnen nehmen wir im Jahr 1564 ganz spezifisch Notiz … . Türkische Piraten gingen in der Gegend ebenfalls vor Anker und stohlen große Mengen „Charoup“ Die Einwohner hatten diese gesammelt und in Säcken verstaut. Es gab dafür keinen Lagerplatz

[Charoup sind wahre Vitamin D-Bomben, die aussehen wie plattgedrückte, raben-schwarze Bananen und hängen meist dicht und in großer Zahl am Baum. Diese Bäume gibt es noch heute sehr oft zu sehen in Zypern. Charoub werden des hohen Vitamin-D-Gehalts von der Wissenschaft und der Nahrungsindustrie gerade wieder entdeckt als ergänzendes Nahrungsmittel und als Medikament].

Mari könnte der ‚Siedlungs-Nachfolger‘ des altertümlichen Mari sein, wenn diese Angelegenheit und jene mit dem Diodoros, dem Sizilianer, geklärt ist. …

„Das Meerreich Kitti sowie Mari sind zu kaufen … .“

Dieses Zitat gibt einen Umstand wider, der uns sagt, dass beide Städte an der Küste lagen. Indes ist das wissenschaftlich noch nicht bewiesen durch Ausgrabungen.

Zuletzt: Das altertümliche Mari lag in der Polis von Chrisochous und nahe Arsino‘i.

In der Geschichtsschreibung des Florios Voustronios, welche Mitte des 16. Jahrhundert zusammengestellt wurde, wird das Dorf „Marin“ genannt. Und als Marin wird es auch auf der Karte des Leonidas Attar aus dem Jahr 1542 aufgeführt. Dieses Dorf wird auch in 4 venezianischen Katalogen erwähnt – sowie auch andere zyprische Dörfer. Unter den Venezianern gehörte Mari zur Provinz Mazotos. Den Venezianern unterstand der größte Teil der Siedlungen in der genannten Provinz. Sie umfasste an die 48 Siedlungen, von denen an die 20 im Lauf der Zeit verschwunden sind.

In 3 von den 4 venezianischen Katalogen wird Mari als Marin aufgeführt – und in einem der drei als Mari. Im 4. Katalog aus dem Jahr 1565, indem auch eine Registrierung aller zyprischen freien Landwirte sich befindet, sowie Franken [Franzosen] von Bedeutung und das Dorf. Wie zuvor bereits gesagt: Sie alle waren als zu Marin gehörig bezeichnet worden.

Zu jener Zeit gab es 36 Franken gemäß der Registrierung, doch ihre Anzahl dürfte vermutlich größer gewesen sein. Nicht registriert waren weibliche Kinder, wie auch die Kolonisierten [Zyprer]. In jeder Ortschaft gab es jedoch gewöhnlich eine größere Anzahl Kolonialisierter als freie Landwirte.

Das oben Gesagte in Betracht genommen, könnten wir sagen, dass Mari unter den Venezianern insgesamt ungefähr an die 100 Einwohner gehabt haben dürfte.

Die Familie des Feudalherren Loukas Karnaros

Der Feudarch Loukas Karnaros, der Mari im Jahr 1487 erhielt, hatte den Frederiko Kornaros der Familie des Bischofstums Kornaros adoptiert, der gleichzeitig der frankophone König Peter I. Lusignan von Zypern war.

Petros I., als er Europa umfuhr im Jahr 1365 mit dem Versuch ausgestattet, seine Herrschaftsbereiche zu vereinigen, um einen erneuten Kreuzzug zu organisieren und um gegen die Ungläubigen vorzugehen zur Befreiung des Heiligen Landes, kam [dergestalt] auch in Venedig an.

Frederikos Kornaros ließ dem König von Zpyern damals eine große Gastfreundschaft zuteil werden und lieh ihm für die Ausgaben des anstehenden neuen Krieges einen großen Geldbetrag. Das Wichtigste aber ist, dass Petros I. In Folge dieses Kredits ihm das Bistum Limassol überreichte zusammen mit Bereichen, die über Limassol hinausreichten, sowie das teure Wasser, welches hauptsächlich der Fluss Kourri bereitstellte.

Frederikos Kornaros – seine Brüder und die Kinder, sowie auch Loukas, wurden dergestalt sehr nahe mit Zypern verbunden – vor allem mit dem Anwesen in Episkopi, dessen Name sie als Titel vor jenem der Bezeichnung Kornaros setzten.

Die Bischöfe namens Kornaros hinterließen in Zypern ihre Spuren, und zwar [vor allem] mit dem Anbau von Zucker im Bistum Limassol.

Untersuchungen, die dieser vorangehen, wie auch archäologische Ausgrabungen, geben uns wertvolle Hinweise auf Zuckerraffinerien, welche die Familie „Cornaro Piscopia“ von Episkopi im 14ten und 16ten Jahrhundert betrieb.

Die Kornaros von Episkopi, wie sich aus dem Material aus dem Altertum erschließen lässt, welches uns zur Verfügung steht, beherrschten als Feudalherren nicht nur Episkopi und Alyki bei Limassol, sondern auch das Dorf Morfu.

Der Staat Venedig interessierte sich mittels Konsulen und mittels Abgesandten, welche ihn vertraten auf Zypern, für seine Untertanen. Diese lebten auf Zypern. Doch vor allem interessierte dieser Staat sich für die Belange der Familie Kornaros … .

Die Kornaros hatten oftmals Auseinandersetzungen und Streit mit den Johannitern [Orden], welche Kolossi beherrschten, und zwar wegen des Wassers, welches sie zweifelsohne beanspruchten.

Marios und das Dorf Mari oder Marini

Ausgeschlossen kann nicht werden, dass der Name des Dorfes irgendeinem Feudalherren einst gehörte, oder eine Siedlung den Namens „Marino“ trug, wie oben bereits erwähnt wurde – „Marini“. Das Dokument aus 1487 zur Regentschaft der Königin Äkatherina, gerade 2 Jahre bevor sie den Thron verließ, diesen Zeitpunkt betreffend erreichten uns Neuigkeiten und unbekannte Hinweise über ein weiteres Besitztum der Kornaros, und zwar in der Gegend Limassol. Jenes Mari, welches wir weiter oben in einer Quelle als Marini bezeichneten, gehörte als Besitz dem Loukas Kornaros, demjenigen Loukas der Familie Kornaros (Piscopia). Am 18. September 1487 beziehen sich der Rat und die Vorsitzenden Zyperns auf dieses angesprochene Dokument, und zwar, dass Lukas Kornaros 220 Dukaten Steuer den Venezianern zu bezahlen habe für das Einkommen, welches er aus seinem Besitz zog – im Dorf Mari(ni). … .“

Mari ist eigentlich ein sonderbarer Ort für mich.

Weil im Dorf drin war ich meines Wissen noch nie.

Eigentlich ein Unding, wenn man bedenkt, wie lange schon auf der Insel verkehrt wird, und dies keine 10 km entfernt von Mari. Fahre nahezu täglich daran vorbei, sei es auf der Landstraße, die auch nach Limassol führt, oder auf der Küstenstraße, die von der Ortschaft Zygi nach Mari führt an einem Zementwerk vorbei – oder weiter oben nach dem Akti Kivernikou führt beispielsweise.

Vor Mari gelegen hat sich schon seit Längerem etwas Industrie angesiedelt. Überhaupt redet die Regierung davon, nein, sie lässt es bereits umsetzen, ausgerechnet dort in der Gegend so eine Art industrielles Zentrum entstehen lassen zu wollen.

Inzwischen dient dieser Ort und sein Hafen als Umschlagplatz für Gas. Das soll sich angeblich lohnen, diesen Rohstoff dort zwischenzulagern, um ihn dann nicht etwa Richtung Europa, sondern Richtung Asien zu transportieren. Stammen tut das teuere Gut aus Russland.

Mari ist auch der Ort, als vor ein paar Jahren Zypern unter Xristofias kommunistisch regiert wurde, ein verheerendes Unglück geschah mit mehreren Toten. Es hatte sich eine Explosion ereignet, die sogar in Psematismenos, wo unser Hauptbüro ist, bei einigen Häusern die Scheiben in den Fenstern in Brüche gehen ließ.

Da fahre ich jetzt mal hin.

Es ist gerade 14 Uhr.

Würde mich nicht wundern, wenn es dort sogar ein Cafe gibt, welches es angeblich nicht geben soll.

Überhaupt wird über Mari gern so berichtet, hat es den Anschein, als sei es der langweiligste und abgelegenste Ort auf Zypern.

Das wird mir erst jetzt bewusst, wo darüber geschrieben wird.

Gespräche auf der sogenannten „Zygi-Crossing“ und im dortigen Cafe mit Spieler, Bauern und Geschäftsleute verstärken diesen Eindruck wohl – und nicht wenige von ihnen stammen aus dem nahe gelegenen Mari.

Dieser indirekte Eindruck vom Hören-Sagen über Mari mag nun ENDLICH etwas direkter eingeholtt werden!!!!!

Es gibt kein Cafe! Jedenfalls konnte ich keines ausmachen! Fremdarbeiter scheinen dort vermehrt zu leben, wahrscheinlich, weil in Mari die Mieten günstiger sind als in Zygi – noch!

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Auf Seite 19 der “Politis”-Tageszeitung Südzyperns vom Wochenende (28.10.) steht unter der Überschrift “Analyse” ein Beitrag des Niyazi Kizilyürek, der Nordzyprer ist.

Es kann durchaus sein, dass Kizilyürek im Süden lebt und als Südzyprer angesehen sein will – oder dass er wie viele hin und her pendelt mit beiden Pässen im Sack und mit Wohnsitz hüben, wie auch drüben etc. Ein Grenzgänger wahrscheinlich in noch ganz anderen Bereichen, oder wie man ihn, oder das, was er sonst noch so tut und denkt, nennen soll.

Schon mal vorweg:

Man muss nicht unbedingt einer Meinung sein mit dem, was der Autor Kizilyürek von sich gibt. Doch, finden wir hier, ist es durchaus interessant auch vermittels dieser Übersetzung in ein weiteres Hirn eines Nordzyprers, wenn das so gesagt werden darf, hier Einblick zu gewähren. Kizilyürek ist einer jener, denen es gelingt, im Süden in vielleicht der angesagtesten Tageszeitung des Landes zu publizieren, eben der Politis.

Auch an den Universitäten des Südens sind einige dieser ‘Grenzgänger’ beschäftigt, nur mal so am Rande bemerkt.

Der andere Nordzyprer, der hier zuweilen auch übersetzt wird, der schreibt ja bekanntlich auch in der Politis: Sener Levent.

Übersetzt hat den Beitrag ADH, wie so oft auch diesmal aus dem Griechischen.

Dieser Artikel Kizilyüreks lautet:

Na, wo sollen wir denn suchen?

In der Machbarkeit!

In letzter Zeit wird eine aufgeregte Diskussion über folgendes geführt: Welcher Betrag ist erforderlich, um ein Zypern der Bundesstaaten von Erfolg gekrönt zu machen – das heißt machbar zu haben.

Die griechisch-zyprische Seite bringt ihr Unwohlsein dazu ganz offen zu Wort. Sie behauptet, dass ein Staat bestehend aus Bundesstaaten – in der Staatsform, die derzeit diskutiert wird -, nicht machbar sein kann.

Ein Ausweg wird gesucht.

Obgleich, gleich anfänglich müssen wir akzeptieren, dass dieses Unwohlsein nicht unbegründet ist. Wir beobachten, dass die Basis dieser Diskussion nämlich falsch ist. Zum Beispiel wird der wirkungsvollen Teilnahme der Türkischzyprioten als „Problem“ begegnet. Und die griechisch-zyprische Seite löst sich [währenddessen] in einer [geradezu] befreiten Art und Weise auf.

Jedoch Glück oder Glücklosigkeit des Zyprischen oder irgendeines anderen Bundesstaates wird nicht am wirksamen Teilnehmen irgendwelcher Gesellschaftsteile ermessen in staatlichen Gefügen.

Im Gegenteil.

Sondern: Ohne eine wirksame Teilnahme der Gesellschaftsteile kann nicht von einer bundesstaatlichen Verfasstheit gesprochen werden. Der Erfolg [Glück] und die Durchführbarkeit [Machbarkeit] eines bundesstaatlich organisierten Staates beruhen auf der Anwesenheit von erforderlichen Politiken und ideologischen Bündnissen in günstigen kulturellen und gesellschaftsökonomischen Bedingungen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die Parameter werfen, die die Lebensfähigkeit eines bundesstaatlich organisierten Staates ausmachen.

Zu allererst haben wir folgendes Wichtiges zu unterstreichen: Im zyprischen Fall liegt der größte Misserfolg darin, dass noch immer nicht das Zustandekommen einer Bundesrepublik [zur Genüge] angegangen wurde, obgleich so etwas bereits seit 1977 diskutiert wird. Aus diesem Blickwinkel – entgegen der bestehenden Bedenken für die Zukunft – gilt es, vorrangig die Gründe zu untersuchen, deretwegen genau diese Bundesrepublik Zypern bis heute nicht der Fall geworden ist.

In Wirklichkeit handelt es sich unmittelbar um zwei verdeckte Diskussionen. Bis heutzutage sind die Gründe für den Misserfolg der Gründung einer Bundesrepublik Zypern sowie die Schwierigkeiten, die sich erheben werden, wenn diese letztendlich gegründet wurde, als ähnlich gelegen anzusehen.

Die internationale Definition des Föderalismus gibt uns zwei Dinge, die zum Misserfolg einer Bundesrepublik führen: die wirklichen Absichten hinter der Gründung einer Bundesrepublik; sowie das Gründungsziel. Diese beiden Parameter sind sehr bedeutend für die Frage, in wiefern eine Bundesrepublik auf lange Sicht lebensfähig ist oder eben nicht. Nachforschungen ergaben, dass bundesstaalich organisierte Staaten, die nicht auf einem echten Verständnis der gebotenen Gegenseitigkeit beruhen, sondern lediglich darauf abzielen, zu einer Versöhnung zu gelangen, von konjunkturellem Verhalten getrieben und kurzfristige Zielsetzungen bedienend, äußerst schwer einen Erfolg erzielen.

Im Gegensatz dazu hat eine Bundesrepublik größere Überlebenschancen auf Basis eines ehrlichen und maßgebenden Zusammenschluss‘. Sicherlich hat ein gemeinsames Interesse einen katalytischen Effekt, zumal das Ziel ist, dass Zusammenschluss und katalytischer Effekt in einer Art Rahmen befriedet werden, nämlich: demselben gemacht aus Zusammenarbeit und Einheit.

Falls es nützliche Parameter sind – also notwendige -, reicht das [gemeinsame] Interesse nicht aus für den Erfolg einer Bundesrepublik. Es ist gut bekannt, dass Bundesrepubliken, welche unmittelbar auf Anordnung durch äußere Mächte geschaffen worden sind, auf lange Sicht nicht bestehen.

Es gibt da noch einen anderen wichtigen Parameter beim Bau einer Bundesrepublik, der den Erfolg derselben garantiert: Die Setzung des Bundesstaatlichen als höchstes Prinzip im Staat gegenüber anderen Werten – sowie die Installation desselben ins Zentrum des politischen Lebens. Bundesrepubliken, welche in solch Rahmen gebildet sind, in ihnen besteht das Bundesstaatliche als das höchste Politische und als das höchste Ideal für alle – oder zumindest für die große Mehrheit der politischen Elite und der Gemeinschaften. In diesem Fall läuft die Bundesrepublik in eigener Zielrichtung, und nicht für das ‚glückliche‘ Gelingen ganz anderer Ziele.

Und zweifelsohne ist das machbarste und widerstandsfähigste Modell einer Bundesrepublik dieses Erstere. Es gibt keine unüberwindlichen Hindernisse in einer Bundesrepublik, in welcher die Gemeinschaften mittels ehrlichen Dialoges gegenseitigen Respekt fühlen, ein Klima des Vertrauens sich aufbaut, wo man offen für‘s Gespräch ist – und eine spezifische Identität bewahrt werden kann; diese [derart respektierten und ‚geführten‘] Gemeinschaften sind es dann auch, die ihrem Land sich widmen.

Zur Unterscheidung: Eine Bundesrepublik als Mittel zu begreifen, kurzfristige Interessen zu befrieden, ist das Eine. Ihr gegenüber hat jene, die gebaut wurde, in eigener Zielrichtung zu laufen, als erforderliche Voraussetzung die Ideologie und eine politische Verpflichtung. Deswegen ist die Existenz von charismatischen Führern wichtig, die den Föderalismus ins Werk setzen, und zwar als in-eigener-Zielrichtung-laufend. Das haben sie als Wert in die Köpfe der Leute zu installieren. [Letztere sind auch nach Ansicht des Autors auf Zyperns nirgends in Sicht].

Man kann allerdings auch das Gegenteil behaupten, nämlich: Das Kultivieren der Gesellschaften vermittels bundesstaatlicher Werte [etablieren], und zwar so, damit diese sodann das politische Leben säubern; und zuletzt: dass derart Führer aufkommen, die Föderalisten sind. [Auch diese Spezie existiert nach Ansicht des Autors nirgendwo im jetzigen Zypern].

Ein anderer wichtiger Punkt ist die allgemeine Wahrnehmung des Landes. In einer Bundesrepublik – über den Punkt Machbarkeit hinausreichend – hat auch die Kultivierung der [angebrachten] Wahrnehmung eines Landes seitens seiner Bevölkerung vordringliche Wichtigkeit.

Mal abgesehen von der Sicherheit und Wirksamkeit, welche eine Zusammenarbeit mit den Türkischzyprern bringt, ist die Vorbereitung des Landes auf eine Lösung der Zypernfrage mit Hilfe der Kultivierung einer bundesstaatlichen Kultur dringend erforderlich. Präsident Anastasiadis tut gut daran, möglichst bald DAS dem Volk zu sagen und zu erklären, dass die Türkischzyprer nicht alleine ein gleiches Mitwirkrecht in einem bundesstaatlichen Gefüge nach einer Vereinigung brauchen, sondern auch, dass die Verfassung von 1960 eben genau solch ein Recht in der Zyprischen Demokratie festlegt/e.

Es muss [endlich] verstanden werden, dass eine Wiedervereinigung Zyperns mit den Türkischzyprern beginnt. Jene, die nicht wünschen, die Regierungsgewalt mit den Türkischzyprern gemeinschaftlich zu teilen, hätten dann auch die schwere historische Konsequenz zu tragen – bewusst oder unbewusst –[, nämlich die da ist], dass die Hälfte der Insel an die Türkei verschenkt wird!

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Es menschelt (CYP)

Also,

was uns zu oft vorgegaukelt wird von Politikern und anderen, nämlich, dass sie sich in unserem Interesse ins Zeug legen, ist offenbar im Süden Zyperns offenbar auch nicht immer so ohne Weiteres feststellbar.

Doch es scheint sich an dieser ‘Front’ etwas zu regen. Übersetzung von ADH.

 

Theanos B. Kalawana heißt die Autorin, die in der Politis vom letzten Sonntag dazu etwas schreibt:

 

“Der Mensch im Mittelpunkt!

 

Ich kann nicht einen Moment in den vergangenen Jahren erinnern, an dem der Mensch in diesem Staat [Republik Zypern] im Zentrum stand, außer bei einigen Strategien vor Wahlen – und die waren voll mit “es wird sein” und “leeren Versprechen”.

Gesy [,das ist der abgekürzte Name für den zyprischen Gesundheitsbereich und seine Reform] ist das einzige System in unserem Staat, welches den Bürger, den Menschen sowie die Bedürfnisse in Sachen Gesundheit ins Zentrum setzt.

Jedes Mal, wenn ich einen Politiker das Gesy runtermachen höre, ist es als würde jeder von uns runtergemacht – so auch das, was wir als Bürger dieses Landes wertschätzen und anstatt verdienen. Es ist, als misbilligten sie das Volk selbst sowie dessen Rechte einen gleichberechtigten Zugang zu vollständiger ärztlicher Versorgung zu erhalten.

Warum stört das Sizopoulos [ein südzyprischer Politiker] … ?

Was genau ist daran so störend?

Ich denke, viele Politiker stört es, weil es ihnen nicht gelingt, ihre Interessen abzutrennen, da die Letzteren nicht mehr so eingebracht werden können, wie sonst bei vielen halbstaatlichen Gremien – oder bei Nicht-Organisierten.

 

 

Es ist überhaupt nicht zufällig, dass wir [damals] die Troika brauchten, um unsere Wirtschaft in Form zu bringen. Wie viel Male traten wir schon an. Meist machten wir Glotzaugen, und zwar aus einfachstem Grund, denn wir lernten nicht zu teilen, was wirklich zu teilen möglich ist, sondern machen es jenen recht, die die Fallen auslegten. Wir lernten, unseren Bauchinhalt ins Zentrum zu stellen, aber nicht den Menschen als solchen.

 

 

Nun, was bedeutet der Mensch im Zentrum bei der Gesy?

Es bedeutet umfassende ärztliche Versorgung.

Es bedeutet, dass du ein Recht hast, umgehend deinen persönlichen Arzt zu konsultieren, aber auch zu Fachärzten zu gehen, und zwar, wenn es eine Überweisung vom persönlichen Arzt gibt (wenn als notwenidg angesehen).

Der Bürger hat das Recht auf alle regelmäßig anfallenden Untersuchungen (z.B. Röntgen, Blutanalysen usw.), das Recht auf ärztliche Behandlung, wenn es als notwenidg erachtet wird vom Arzt, das Recht auf Behandlung zu klagen, das Recht Ärzte zu wechseln, so auch Zahnärzte, wie auch Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt, und zwar bis zum Alter von 15 Jahren (Gesetz, Paragr. 28 u. 33).

Bei den psychisch Kranken werden jahrelange chronische Fälle instututioneller Pflege nicht abgedeckt, aber ich denke, dass in diesen Fällen andere Teile des Staates ins Spiel kommen, um diese Kosten zu decken, wie es bereits schon heute passiert. Das Gleiche gilt auch für Bürger, die zwecks ärztlicher Versorgung klagen.

Mit Gesy hat das Warten in Schlange für den Bürger in Krankenhäusern und Gesundheitszentren aufgehört, um Medikamente zu erhalten. Mit Gesy kann der Bürger seine Medikamente in jeder Apotheke sich besorgen … . Im Falle, dass ein Arzt nicht das preisgünstigste Medikament verschreibt (welches in einer Liste der Organisation als das passendste aufgezeigt wird für den jeweiligen Fall), braucht der Patient lediglich die Differenz zu jenem Präparat bezahlen, welches gelistet ist. Falls der Patient jedoch das billigere Produkt bevorzugt, dann zahlt er lediglich 1 Euro (Gesetz, Paragr. 28 (y).

Jahrelang geben wir tausend Euros im Jahr für die Versicherung aus, die einiges des oben Genannten abdeckt – und vieles davon teilweise. Mit der Gesy wird mit wesentlich geringerem Beitrag Arztbesuche abgedeckt, alle unsere Ausgaben dafür, wie auch für uns selbst [als Kranke/r].

 

Mal ehrlich:

Für ein Gesundheitssystem, welches seit Jahren organisiert wird, weshalb erfährt es eigentlich so viel Ablehnung?

Warum kämpft man im heutigen Zypern gegen das Menschenrecht?

Warum wollen wir den Menschen nicht im Zentrum?

Warum?

Einfach, weil mit dem Mensch im Fokus stoppt die Umgleichheit; und wenn die Ungleichheit aufhört, herrscht Transparenz und der Betrug wird offengelegt!”

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