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Syrien Mitte Oktober 2018

Oder:

Syrien, die unendliche Leidensgeschichte!?

 

Fangen wir an, mit dem Zeitraum kurz vor dem 19.10. 2018.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in Sotschi:

Die Türkei hat die Idlib-Vereinbarung zur Schaffung einer entmilitarisierten Pufferzone nicht vollständig umgesetzt! Das Land scheue aber keine Mühen, die Vereinbarung umzusetzen. Russland bedankt sich dafür sowie für die ernsten Absichten Ankaras! Die Situation in Idlib ist nicht einfach, dennoch hat Russland die wichtigsten Ziele in Syrien umsetzen können. Russland hat in den vergangenen drei Jahren Terroristen bekämpft, den Zusammenbruch Syriens verhindert und staatliche Institutionen gerettet. Jetzt gilt, sich auf den politischen Prozess zu konzentrieren und die Genfer-Gespräche wiederaufzunehmen (Orient News)
.

Russischen Quellen zufolge hat Bashar al-Assad das Gesetz Nr. 10 aufgehoben. Es war im April 2018 in Kraft getreten und erlaubt es, Stadtentwicklungsgebiete auszuschreiben, in denen die Besitzer enteignet werden (können). In diesem Zusammenhang steht auch:
Der Westen fordert im Rahmen der Gespräche um die Verfassung ein Rückkehrrecht für syrische Flüchtlinge. Der UN-Hilfskoordinator für Syrien, Jan Egeland, bestätigte, dass Bashar al-Assad von Moskau unter Druck gesetzt wurde wegen dem Gesetz Nr. 10 – und er es daher außer Kraft setzte.

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte des Weiteren:
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) halte ungefähr 700 Geiseln in Syrien gefangen – so auch mehrere US-Amerikaner und Europäer (anscheinend Zivilisten). Der IS hat ein Ultimatum gestellt und angedroht, jeden Tag zehn dieser Menschen zu töten. Keine Details über weitere Forderungen der IS-Extremisten werden nach außen weitergegeben (Putin). Die Geiseln befinden sich in Gebieten, die von USA unterstützten SDF-Kräften kontrolliert werden.

Und nun zu einem Neben- oder Hauptschauplatz. Sie entscheiden bitte, ob die Bezeichnung Haupt- oder Nebenschauplatz für das Folgende zutreffend ist:

Der russische Politiker Vladimir Jabbarov betont, dass Moskau Maßnahmen ergreifen wird, falls die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen russische Firmen verhängen, die sich an einem Wiederbau Syriens beteiligen werden. US-Sanktionen werden russische Firmen nicht davon abbringen, sich am Wiederaufbau Syriens zu beteiligen, so Jabbarov.

Und dann dieser Neben- oder Hauptschauplatz:

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärt:
Es ist nicht die Aufgabe Russlands, den Iran zum Abzug aus Syrien aufzufordern. Dies ist eine Angelegenheit zwischen Teheran und Damaskus. Ich fordere Sicherheitsgarantien für den Iran und dass die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden sowie die Wiederherstellung der Infrastruktur und Institutionen plus der Armee anläuft! Die Stärkung des iranischen Staates wird zum Abzug aus Syrien führen, weil dann die Präsenz des Irans in Syrien nicht mehr erforderlich ist!

(Ein putinscher Schachzug, der so in etwa inhaltlich die Politiken des Westens spiegelt).

Währenddessen:
Russland und Jordanien arbeiten daran, eine neue bewaffnete Gruppe im Süden Syriens zu bilden. Diese Gruppe soll aus ehemaligen FSA-Kommandeuren bestehen, die sich mit dem Regime versöhnt haben, unter anderen auch aus den Gruppen Jaish al-Yarmouk und Fallujah Houran Division. Moskau beabsichtigt so, die iranischen Kapazitäten einzuschränken. Russland hat in den vergangenen Wochen ebenfalls politischen Druck auf mehrere syrische Ministerien ausgeübt, dieses Mal, um im Regime Iran-nahe Persönlichkeiten zu ersetzen. Personen sind nun daher gefragt, die gewillt sind, Ausschreibungen des Iran in den Bereichen Industrie, Energie, Telekommunikation und Konstruktion zu verhindern.
Kein Abbruch der Beziehungen Russlands mit dem Iran ist etwa zu erwarten, sondern es geht lediglich um Meinungsverschiedenheiten.

Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, sagte, dass der Vierergipfel zu Syrien mit Teilnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Russlands Staatschef Wladimir Putin am 27. Oktober auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul stattfinden werde. Bei dem Gipfel soll es um die Lage in der Provinz Idlib und den Friedensprozess für Syrien gehen. (Anadolu News)

Kurz vor dem 18.10.

UN-Interna:

UN-Sondergesandten Staffan de Mistura zufolge hat Jan Egeland seinen Rücktritt angekündigt – und zwar für Ende November. Angeblich würde Egeland zufällig dann seinen Rücktritt machen, wenn auch de Mistura seinen Posten verlässt.

Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura sagte, dass er sich nach mehr als vier Jahren im Amt aus persönlichen Gründen zurückziehen wolle. Guterres ist bereits auf der Suche nach Nachfolgern.
Der ehemalige algerische Außenminister Ramtane Lamamra ist bereits im Gespräch, den Posten zu besetzen. Der Algerer soll jedoch ein Freund und Unterstützer des Assad-Regimes sein. Als mögliche Nachfolger gelten auch der UN-Sonderbeauftragte für den Nahost-Friedensprozess, Nickolay Mladenov, und der UN-Gesandte für den Irak, Jan Kubis. De Mistura hofft unterdessen, die Einberufung eines Verfassungskonvents für Syrien hinzukriegen bis November.

Der syrische Aktivist Shakeeb Al-Jabri meint, die Zahl der Todesfälle in Syrien sei seitdem de Mistura im Amt ist, doppelt so hoch. Assad ist trotz Verbrechen gegen die Menschheit ungestraft davongekommen, beispielsweise. Die Situation in Syrien hat sich zudem für Gegner des Assad-Regimes verschlechtert (Shakeeb Al-Jabri‏ @LeShaque).

Der ehemalige Präsident der Nationalen Syrischen Koalition Khaled Khoja twittert, die Vorgänger von de Mistura haben von Anfang an erkannt, dass die internationale Gemeinschaft nicht ernsthaft daran interessiert war und ist, eine Lösung für den Syrienkonflikt zu finden. De Mistura habe aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern, das falsche Spiel einfach weitergespielt, nicht etwa um eine Lösung für den Konflikt zu finden, sondern nur um sich auf Kosten von hunderttausenden unschuldigen Opfern eine dicke Rente zu sichern.

Andere twittern, de Mistura sei noch nie ein Freund des syrischen Volkes gewesen. Einige stellen sich gar sarkastisch die Frage, ob de Mistura tatsächlich Gesandter der Vereinten Nationen war oder eher jener des Assad-Regimes (Hadi @HadiAlabdallah)?
Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition Ahmad Ramadan schreibt auf Twitter: De Mistura hat während seiner vierjährigen Amtszeit bei den Genf-Verhandlungen nichts erreicht. Er hat zu den Verbrechen des Assad-Regimes, Irans und Russlands, darunter den Einsatz von Chemiewaffen gegen das syrische Volk, geschwiegen und in einigen Fällen auch die Vertreibungspolitik des Regimes gedeckt. De Mistura hat eine Verurteilung des Regimes abgelehnt und auch die Verhandlungen dazu behindert.

Informationen zufolge plant das Assad-Regime die Sperrung des Kurznachrichtendienstes Whatsapp. Das Regime hofft, mit diesem Schritt die Kommunikationseinnahmen erheblich zu steigern. Der syrische Geschäftsmann Rami Makhlouf und Cousin ersten Grades des syrischen Machthabers Bashar al-Assad kontrolliert mit der „Syriatel“ den größten Teil des Kommunikationsmarkts in Syrien. Er gilt manchem geradezu als Symbol der Korruption des Assad-Regimes.

Der Experte für Lokalräte der Denkfabrik Omran, Ayman Al-Das:
In Syrien hat sich nach 7 Jahren nichts geändert. Alle neuen Leiter der lokalen Räte in der Provinz Damaskus sind von der regierenden Baath-Partei ohne Einbindung anderer Parteien ernannt worden. Dies bedeute, dass lokale Entscheidungen weiterhin von der Baath-Partei getroffen werden. (Ayman Al-Das @AymanDas1)
.

Der UN-Botschafter des Assad-Regimes, Bashar Jaafari, forderte die Weltgemeinschaft dazu auf, Druck auf Israel auszuüben, weil Israel der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA weiterhin Informationen zu seinem Nuklearprogramm verweigert und immer noch nicht den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Und da gibt es demnächst womöglich noch einen weiteren Player in der Region, der glaubt, ebenfalls schalten und walten zu können, wie es gerade in den Kram passt:

Saudi Arabien soll inmitten der Khashoggi-Krise laut des regimenahen US-Professors und Syrien-Experten Joshua Landis den Vereinigten Staaten während des jüngsten Zusammentreffens von US-Außenminister Pompeo und dem saudischen Kronprinzen (MbS) 100 Millionen Dollar für die Stabilisierung von Gebieten im Norden Syriens überwiesen haben. Das Geld soll angeblich für die Stabilisierung der syrischen Stadt Raqqa eingesetzt werden und nicht etwa für Militäroperationen der Anti-IS-Koalition.  (Joshua landis @joshua_landis)

17.10

Der stellvertretende Leiter des Hohen Verhandlungskomitees (HNC), Khaled Mahamid, soll nur einen Tag nach Beginn des HNC-Treffens in der saudischen Hauptstadt Riad seinen Rücktritt eingereicht haben. HNC-Sprecher Dr. Yahya Aride bestätigte, dass der Rücktritt Mahamids angenommen wurde. Mahamid wird vorgeworfen, die syrische Provinz Daraa dem Assad-Regime und Russland auf einem „goldenen Teller serviert“ zu haben. Ihm wird außerdem Nähe zu Russland vorgeworfen sowie zu Rebellengruppen, darunter der Ahmad al-Oudeh Gruppe, die sich mit dem Regime versöhnt haben.
Aufhören lässt das Folgende durchaus auch:
Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, Bashar al-Assad besucht im April 2019 Russland und die Krim-Regierung. Der Regierungschef der Krim Sergej Aksenov ist derzeit auf Einladung Assads zu Gesprächen nach Damaskus gereist. Assad plant außerdem die Aufnahme von Flugverbindungen zwischen Syrien auf die Halbinsel Krim am Schwarzen Meer.

Kreml-Sprecher Dimitri Peskow währenddessen:
Russland ist trotz des nicht erfolgten Abzugs der HTS-Rebellen aus Idlib überzeugt, die Vereinbarung mit der Türkei zur Schaffung einer entmilitarisierten Pufferzone werden umgesetzt. Die russischen Armeeangehörigen sind angeblich „zufrieden“ über die Arbeit der türkischen Seite. (Ali Özkök ‏ @Ozkok).

Dennoch:
Die Al-Kaida nahen HTS-Rebellen haben die Frist für einen Abzug aus der geplanten Pufferzone verstreichen lassen, weil das Gebiet eine gute Einnahmequelle für sie ist und weil es für diese Gruppierung kein anderes Rückzugsgebiet gibt. Wer die Grenze zwischen Rebellen- und Regimegebiet kontrolliert, kontrolliert auch die Warenströme. Die HTS-Führung benötigt das Geld für Waffen, Munition, Proviant oder den Sold für ihre Kämpfer. Zugleich bekräftigte der Außenminister des Assad Regimes Walid al-Mou‘allem das Ziel, Idlib wieder unter Kontrolle des Regimes zu bringen.

Iranische Revolutionsgarden sollen eigenen Angaben zufolge im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ 700 Drohnenangriffe in Syrien geflogen haben. Brigadegeneral Amirali Hajizadeh, Kommandant der Luftwaffe der Revolutionsgarden, sagte, die Drohnen hätten Panzer, Truppentransporter, Fahrzeuge für Selbstmordanschläge und 23-Millimeter-Kanonen ausgeschaltet (Fars News)
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Des Weiteren:

Die Führung der Nationalen Syrischen Koalition besprach in Istanbul mit dem US-Sondergesandten für Syrien, James Jeffrey, eine Aktivierung des politischen Prozesses unter der Aufsicht der Vereinten Nationen. Israelische Quellen behaupten, der Iran und Russland haben eine Vereinbarung getroffen, um die US-Sanktionen gegen Iran zu umgehen. Der Iran werde Russland über das Kaspische Meer mit Rohöl versorgen. Über Russland soll das Rohöl dann weltweit exportiert werden.

Die deutsche Nichtregierungsorganisation „Rebuild Syria Reconstruction Program“ (RSRP) wird Informationen zufolge in der Provinz Deir Ezzor humanitäre Hilfe leisten und Projekte durchführen. Die NGO werde sich vor allem auf den Wiederaufbau und die Restaurierung von Schulen in allen Teilen der Provinz Deir Ezzor konzentrieren, die vom Regime kontrolliert werden. Geschäftsleiter der RSRP ist Arndt Fritsche. Entrüstung in den sozialen Netzwerken kam auf, weil diese Organisation mit einem Logo Deutschlands und des Regimes wirbt.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad empfing in Damaskus eine irakische Delegation unter Leitung des irakischen Außenministers Ibrahim Dschaafari und besprach eine Ausweitung der bilateralen Beziehungen beider Länder sowie die Wiedereröffnung der syrisch-irakischen Grenzübergänge. Der Außenminister des Assad-Regimes, Walid al-Mou‘allem, und sein Amtskollege Kollege Dschaafari kündigten in Damaskus an, der Grenzübergang Bukamal in der ostsyrischen Provinz Deir Essor werde „so schnell wie möglich“ geöffnet werden. Der Grenzübergang Bukamal war vor Beginn des Syrienkonflikts 2011 ein wichtiger Übergang für Waren, Touristen und Arbeiter.
Syrien und der Irak haben zwei weitere gemeinsame Grenzübergänge: Al-Jaarubije in der Provinz Hassake, der von kurdischen Kämpfern kontrolliert wird; sowie Al-Tanaf im Süden von Deir Ezzor. Dieser Übergang wird von der US-geführten Anti-IS-Koalition und mit ihr verbündeten Rebellen kontrolliert.

11.10.

Der türkische Staatspräsident Recep Erdogan sagte, dass das Manbij-Abkommen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten nur aufgeschoben und nicht aufgelöst worden sei (Hürriyet).
Türkischen Medienquellen zufolge soll Washington der kurdischen YPG-Miliz Bohrmaschinen geliefert haben, um Graben auszuheben und Tunnel zu graben und die Stadt Manbij zu umzingeln.  Die USA sollen zudem über Nordirak mehrere Lastwagen beladen mit Waffen und Munition nach Nordsyrien geschickt haben etc. (Anadolu News).

Laut der staatlichen syrischen Zeitung Al-Thawra ist der religiöse Tourismus in vom Regime kontrollierten syrischen Gebieten seit dem vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen. Schiitische Pilger  aus dem Iran, Libanon, aus Pakistan und Afghanistan würden insbesondere das Mausoleum Sayeda Zeinab südlich von Damaskus besuchen.

10.10.

Der Nahostexperte Charles Lister twittert, die Bewohner von ehemaligen Rebellengebieten, die sich mit dem Assad-Regime versöhnt haben, erhalten nun keine Unterstützung mehr. Damaskus würde die Lieferung von Hilfsmitteln blockieren.

Der ehemalige Anführer von Ahrar al-Scham, Hassan Sofan, erklärt folgendes:
Dank Unterstützung der Türkei und der „Geschlossenheit“ der Nationalen Befreiungsfront (NLF) ist ein Massaker in Idlib verhindert worden.

Mit dieser Aussage will Sofan der Hayat Tahrir al-Sham offenbar zu verstehen geben, dass der Schutz von Zivilisten und der Revolution wichtig für das Zukünftige ist.

Und Letzteres auch vor dem folgenden Hintergrund:

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben der Krieg und eine Dürreperiode Syriens Weizenproduktion auf das niedrigste Niveau seit 1989 einbrechen lassen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) teilt mit, dass 2018 nur 1,2 Millionen Tonnen zusammengekommen seien. Vor der Krise sollen es durchschnittlich 4,1 Millionen Tonnen gewesen sein. Vor Ausbruch des Syrienkonflikts konnte Syrien in guten Jahren 1,5 Millionen Tonnen Weizen exportieren. Inzwischen ist das Land auf Importe angewiesen und plant dieses Jahr den Import von 1,5 Millionen Tonnen Weizen, überwiegend aus Russland (Zaman al-Wasl)
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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu soll dem stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten, Maxim Akimov, gesagt haben, dass Israel seine Angriffe auf Syrien trotz der Lieferung des modernen russischen Flugabwehrsystem vom Typ S300 fortsetzen werde. Netanjahu betonte erneut das Recht Israels auf Souveränität und Selbstverteidigung.

09.10.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat eine Generalamnestie für alle Armee-Deserteure in Syrien erlassen, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA. Die Generalamnestie gilt aber nicht für „Kriminelle“ und jene, die auf der Flucht sind, außer diese Letzteren meldeten sich bei den Behörden. Die Amnestie gilt für Deserteure der Armee innerhalb und außerhalb des Landes. Deserteure in Syrien hätten vier Monate Zeit für eine Benachrichtigung der Behörden, diejenigen im Ausland sechs Monate. Das Regime hofft, mit diesem Schritt die Zahl der rückkehrenden Flüchtlinge zu vergrößern (SANA).

Syrische Oppositionelle melden unterdessen, dass das Assad-Regime mit der Festnahme von Tausenden Männern begonnen hat, die zwangsrekrutiert werden. Es handelt sich um Männer aus Gebieten, die zuvor ein Versöhnungsabkommen mit dem Regime getroffen hatten.

Der stellvertretende russische Außenminister, Sergey Vershinin, sagte kürzlich in einem Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur Sputnik, dass Idlib wieder unter Kontrolle des syrischen Staates (Regimes) fallen werde. Denn die in Sotschi getroffene Idlib-Vereinbarung werde gegenwärtig umgesetzt. Das Trennen von „Terroristen“ und „Oppositionellen“ sei kompliziert.

Der iranische Parlamentssprecher Ali Larijani begrüßt währenddessen die Entscheidung Russlands zur Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Syrien. Larijani sagte, dass die Israelis nun nicht mehr in der Lage sein werden, umfangreich ernsthafte Schritte in Syrien einzuleiten. Russland hat ein Recht auf die Stationierung der S-300 Flugabwehrraketen-Systeme, um insbesondere nach dem jüngsten Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs eigene Interessen in Syrien zu wahren. Russland soll drei S-300-Flugabwehrraketen an iranische Experten in Syrien geliefert haben.

Der Kommandeur des Zentralkommandos der US-Streitkräfte im Nahen Osten, Joseph Futil, hat Russland kürzlich vorgeworfen, iranische Aktivitäten in Syrien zu verheimlichen.
08.10.

Das von der Türkei unterstützte Oppositionsbündnis “Nationale Befreiungsfront“ (NLF) soll mit dem Abzug schwerer Waffen aus der geplanten entmilitarisierten Zone in der Provinz Idlib begonnen haben. NLF werde jedoch leichte und mittelschwere Waffen behalten und in den Stellungen und Hauptquartieren in der Zone verbleiben. Raketenwerfer und Artilleriefahrzeuge sollen unterdessen innerhalb der kommenden Tage abgezogen werden. HTS und NLF hatten am Samstag eine Vereinbarung getroffen, um die Kämpfe zu beenden und alle Häftlinge freizulassen (Al Arabiya, Al Jazeera).
Bashar al-Assad sagte während eines Treffens des Zentralkomitees der arabisch-sozialistischen Baath-Partei, dass die Provinz Idlib und auch andere von Rebellen besetzte Gebiete in Syrien vollständig unter Kontrolle von Damaskus fallen werden. Das Idlib-Abkommen zwischen Russland und der Türkei kann daher nur als eine provisorische Maßnahme betrachtet werden.

Militärquellen zufolge soll Russland S-300-Flugabwehrsysteme in der Provinz Tartous aufgestellt haben. Diese dürfen den Informationen zufolge jedoch nicht von syrischen Soldaten, sondern nur von russischen Militärs in Betrieb genommen werden.
Laut des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte soll das Assad-Regime seit Beginn der russischen Militärintervention in Syrien (30. Sept 2015) 26,577 Fassbomben eingesetzt haben. Im September 2018 seien 98 Fassbomben eingesetzt worden. Die meisten davon seien im September auf die Ortschaft al-Habeit im Süden der Provinz Idlib eingesetzt worden.

Der Ministerpräsident des Assad-Regimes Imad Khamis hat auf Anordnung von Bashar al-Assad der Provinz Latakia einen Besuch abgestattet und mehrere Straßenprojekte in al-Haffa und Jableh eingeweiht. Auch die neue Fakultät für Zahnmedizin in der Universität Teshreen ist anscheinend eröffnet worden. Gesamtkosten den staatlichen syrischen Medien zufolge betragen mehr als 11 Milliarden Syrische Pfund, davon 2 Milliarden für die Universität.  Das Assad-Regime hat Dekret Nr.10, welches  der Führung in Damaskus das Recht gibt, Bebauungspläne für zerstörte Gebiete zu erstellen und zudem die Enteignung von Menschen erlaubt, die im Zuge des Krieges aus ihrer Heimat geflüchtet sind, im Tadamon-Viertel der Hauptstadt Damaskus umgesetzt (siehe oben). 25.000 Familien des Tadamon-Viertels ist anscheinend nicht genehmigt worden, in ihre Häuser zurückzukehren. Das Enteignungsgesetz wurde am 2. April 2018 erlassen.

Das Assad-Regime hat offenbar Internet-Türme und/oder Empfangsstationen in der Provinz Homs entfernt sowie eine Verhaftungswelle gegen junge Männer dort gestartet.

05.10.

Laut des Mitglieds des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und ehemaligen NK-Präsidenten Hadi Albahra soll der Lokalrat in Al-Bab in der Provinz Aleppo eine Gasanlage in Betrieb genommen haben, welche das gesamte Schutzschild Euphrat-Gebiet versorgen soll. Zudem sei ein neuer Justizpalast mit finanzieller Unterstützung der Türkei im Norden Aleppos eröffnet worden.
Die USA und die Türkei haben mit der Ausbildung von Truppen für gemeinsame Patrouillen rund um das nordsyrische Manbij begonnen. Die gemeinsamen Militäreinsätze in Manbij waren im Juni vereinbart worden, um Spannungen zwischen der Türkei und den USA zu reduzieren sowie interne Kämpfe zwischen Rebellengruppen zu verhindern. (Hürriyet).

Der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärte, dass die Lieferung des modernen Luftabwehrsystems S-300 an das Assad-Regime abgeschlossen ist. Das syrische Militär soll binnen drei Monaten im Umgang mit dem modernen System geschult werden.

Der russische Präsident Vladimir Putin hat einen völligen Abzug aller ausländischen Militärs aus Syrien in Aussicht gestellt. Dies sei aber erst nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) möglich. Putin sagte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz in St. Petersburg, dass er Entspannung in Idlib erwarte. Allerdings bereiteten ihm Angriffe aus Idlib Sorgen. Russland müsse auf Angriffe auf russische Militäreinrichtungen reagieren.
Putin sagte zudem:
Russland, die Türkei und der Iran werden sich „natürlich“ mit der Führung in Damaskus abstimmen.

Die türkischen Streitkräfte sollen mindestens 40 Lastwagen, gepanzerte Personentransporter und andere Fahrzeuge nach Syrien geschickt haben. Die von der Türkei am Rande von Idlib eingerichteten Beobachtungsposten werden derart verstärkt. Das Gerücht geht um, die Türken planten die Einrichtung einer permanenten Basis im Tal Karkor Gebiet in der Al-Ghab Ebene in Hama.

Der Außenminister des Assad-Regimes Walid al-Mou’allem sagte in einem Interview mit dem Hisbollah-nahen libanesischen Sender Al-Mayadin, dass das russisch-türkische Abkommen zur Schaffung einer „entmilitarisierten Zone ein Schritt zur Befreiung von Idlib“ ist. Al-Mou’allem ist zuversichtlich, dass die Türkei ihren Teil der Abmachung erfüllen wird – dank ihrer Kenntnis der verschiedenen Gruppierungen vor Ort.
Syrische Kämpfer werden bleiben, Ausländer werden über die Türkei abziehen.

02.10.

Der Iran hat in der Nacht zum Montag im Rahmen eines Vergeltungsschlags Mittelstreckenraketen auf Ziele in Syrien abgefeuert. Der Angriff galt Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat bei Albu Kamal im Südosten Syriens. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde erklärte, dass die sechs ballistischen Raketen rund 570 Kilometer weit geflogen sind, und zwar von der Region Kermanschah im Westen des Irans nach dem Südosten Syriens. Auf den Raketen stand angeblich geschrieben: „Tod der Familie Saud“, „Tod Amerika“ und „Tod Israel“.

Die iranische Kulturreferentin in Syrien eröffnete währenddessen in der Ortschaft al-Tabani in der Provinz Deir Ezzor  und in Ma’daan in der Provinz Raqqa ein iranisches Sprachinstitut. Zuvor sind bereits drei iranische Schulen in Albu Kamal am Euphrat im Osten Syriens vor der Grenze zum Irak eröffnet worden.

Der neue Syrien-Sonderbeauftragte der Vereinigten Staaten, James Jeffrey, sagte, dass die Vereinigten Staaten mit wirklich harten internationalen Sanktionen reagieren werden, sollte das Assad-Regime beim Ausarbeiten einer neuen Verfassung nicht kooperieren. „Selbst wenn der UN-Sicherheitsrat den Sanktionen nicht zustimmen sollte, dann werden wir sie über die EU umsetzen oder über Verbündete in Asien. Und dann werden wir es zu unserer Aufgabe machen, das Leben für diesen aus dem letzten Loch pfeifenden Kadaver eines Regimes so miserabel wie möglich zu machen und die Russen und die Iraner, die dieses Chaos angerichtet haben, daraus zu entlassen.

Die Antiquitätenbehörde in Daraa soll in Zusammenarbeit mit der Provinzpolizei den Schmuggel von 14 römischen Antiquitäten-Teilen von Syrien nach Jordanien verhindert haben.

01.10.

Der Außenminister des Assad-Regimes,  Walid al-Mou’allem, hat am Samstag vor der UN-Generalversammlung in New York den sofortigen Abzug von Soldaten aus den USA, Frankreich und der Türkei aus Syrien verlangt. Es handele sich um „Besatzungstruppen“. Die drei Länder müssten ihre militärischen Einheiten „sofort und ohne jegliche Bedingungen“ aus Syrien zurückziehen. Da sie Besatzer seien, werde mit ihnen „entsprechend umgegangen“.

Der Außenminister:
Der Krieg gegen den Terrorismus in Syrien ist fast zu Ende. Die Kämpfe in Syrien werden eingestellt, wenn das Land von den Terroristen und illegaler ausländischer Präsenz befreit ist. Schon heute ist die Lage im Land stabiler und sicherer, so dass die Voraussetzungen für eine Rückkehr der zahlreichen syrischen Flüchtlinge erfüllt ist.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den USA vorgeworfen, sich nicht an eine Vereinbarung zum Rückzug syrisch-kurdischer Rebellen aus der Stadt Manbij im Norden Syriens zu halten. Die US-Regierung habe es versäumt, den vereinbarten Plan zu befolgen, die YPG-Miliz habe die Region nicht verlassen, erklärte Erdogan.

Bundeskanzlerin Merkel hat sich am Freitag bei ihrem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan für ein Spitzentreffen zum Thema Syrien noch im Oktober ausgesprochen. „Wir sind dafür, dass es ein Vierertreffen geben wird, des türkischen Präsidenten, des russischen Präsidenten, des französischen Präsidenten und mir“.

Der Außenminister des Assad-Regimes Walid al-Mou’allem sagte des Weiteren:
Die Führung in Damaskus wird zu militärischen Mitteln greifen, falls die kurdischen Einheiten ihre separatistische Bewegung in Syrien nicht aufgeben.

Das Assad-Regime soll am südlichen Eingang der Stadt Deir Ezzor ein neues Denkmal für den verstorbenen ehemaligen Präsidenten Hafez al-Assad gebaut haben. Die Kosten dafür sollen Aktivisten zufolge $200.000 betragen haben (C4H10FO2P‏ @markito0171).
Regimenahe Milizen sollen in der Hafenstadt Tartous das „Deir al-Mars Elias al-Rih“ Kloster in der Ortschaft Safsafa gestürmt und die Mönche angegriffen und aus dem Kloster vertrieben haben.

Die Stadtverwaltung in Damaskus plant die Umwandlung der Qaboun-Industriezone in Wohngebiete. Diese argumentiert, dass wegen des Krieges 80% bis 90% der Infrastruktur in Qaboun zerstört wurde. Industriellen zufolge sei jedoch höchstens 20% der Infrastruktur in Qaboun zerstört. Qaboun wurde im Jahre 1947 zur Industriezone erklärt – viele Fabriken usw.  Die Stadtverwaltung kooperiere nun mit der Industriekammer in Damaskus, um diese Unternehmen/Fabriken in das Industriegebiet Adra umzusiedeln.

Nach der vollständigen Eroberung von Rebellengebieten im Süden Syriens durch Regimetruppen hat Israel die Bereitschaft zu einer Grenzöffnung signalisiert. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagt, Israel ist bereit, den Grenzübergang zu öffnen, so wie es vorher war. Der Quneitra-Übergang war allerdings bereits seit 2014 geschlossen. Seit August 2018 patrouillieren jedoch wieder UN-Friedenstruppen auf der syrischen Seite der Golanhöhen. Zur Sicherheit werden diese von russischen Soldaten begleitet.

Der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA zufolge sollen dutzende von „Terroristen“ vertriebene Familien über den Abu al-Dohour Korridor  in ihre Dörfer nach Idlib, Aleppo und Hama zurückgekehrt sein. Diese seien dort von Regimetruppen in Empfang genommen worden, welche ihre Gebiete von den „Terroristen“ befreit hätten.

Gut informierten Quellen zufolge soll die Luftwaffe des Assad-Regimes auf Anordnung Russlands ein Komitee gebildet haben, um  den Abschuss des russischen Il-20-Flugzeugs vom 17. September zu klären. Dabei waren 15 Russen getötet worden. Die Absturzstelle lag im Meer rund 27 Kilometer westlich des syrischen Küstenortes Banias. Der Luftwaffenchef Generalmajor, Ahmed Balloul, soll das Komitee eingerichtet haben. Mitglieder des Komitees sind der Direktor für Flugoperationen Generalmajor Riyad Al-Yousef, der stellvertretende Direktor für Flugoperationen und Verbindungsmann zwischen der russischen Hmeimim Basis und der Luftwaffenkommandozentrale des Regimes Generalmajor Fuad Merhej und der stellvertretende Direktor der Luftwaffengeheimdienstbehörde Generalmajor Ghassan Ismail.
Russischen Medienquellen zufolge soll die Universität Damaskus ein neues Sprachenzentrum für Russisch eröffnet haben. Die Dozenten wurden anscheinend aus Russland eingeflogen.  Ende September wurde anscheinend die erste russische Schule in Damaskus eröffnet.

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Die Rathaus-Schwemme

Ein Beitrag von Jorgos Koumoulli vom 06. 10. 2018 in der Tageszeitung Politis, Zypern!

Übersetzung: adh

„Die Anzahl der Rathäuser ist bei 39 angekommen [zypernweit]. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl muss das die höchste Anzahl von Rathäusern in der Welt sein.

Zur Zeit als die Briten regierten auf Zypern, gab es lediglich 12 Rathäuser: 6 in den Städten und 6 in sogenannten Hauptortschaften.

Nach der Unabhängigkeit, hauptsächlich nach 1980, ergab sich geradezu eine „Rathäuser-Explosion“. Die Stadtteile des unteren Nikosias, genauer Angladscha, Strowolo, Engomi, Aghios Dometio, die zu jener Zeit kleine Dörfchen waren, dann Vorstädte der Hauptstadt wurden, erhielten jeweils ihr eigenes Rathaus. Ähnliches vollzog sich auch in anderen Städten.

Mit ökonomischen Kriterien betrachtet, erwies sich solch Entwicklung als äußerst unglücklich, weil es führte zur Vernichtung der Rechenschaftspflicht und damit einhergehend zu einer Steigerung der Kosten auf den Schultern der Steuerzahler – natürlich. Es ist auch deswegen, dass die Troika 2013 eine Zusammenlegung der Rathäuser auf insgesamt 10 anführte – und zwar aus rein rechnerischen, und nicht aus seltsamen Beweggründen.

Zum Beispiel:

Nikosia, eine verhältnismäßig kleine Stadt der EU braucht keine 5 Rathäuser, und daher 5-fache Ausgaben für die Gehälter der … [Beschäftigten] darin. Die Umsetzung der Anweisungen der Troika versteht sich selbst in keiner Weise als eine Art Beteiligung an der Wertminderung des Sozialstaates. Die Infrastruktur, die Wohlfahrtsprogramme im Sozialen, welche die Rathäuser managen, siehe die Posten für Gesundheit, Umwelt und Sport, könnten bestenfalls nicht nur intakt funktionieren bei einem Zusammenschluss der Rathäuser, sie könnten sich auch allseits verbessern. Dasselbe gilt im Grunde auch in Sachen Bürgernähe sowie der Rechtmäßigkeit von Beschlüssen nach demokratischen Kriterien.

Kurz:

Die Kosten würden sich zum Nutzen für alle dramatisch verringern.

Betont werden muss, dass die geradezu inflationäre Anzahl von Rathäusern unvergleichlich mehr zutage tritt, wenn wir von jenen (Art virtuellen) Rathäusern reden, die Gemeinden im Norden vertreten, zumal ihre Hauptbeschäftigung Briefe zu versenden ist, Ankündigungen zu machen, und zwar an internationale Organisationen zwecks Aufklärung, und um hin und wieder Reden, Demonstrationen oder Anti-Besatzungs-Kampagnen zu organisieren.

Ausnahme ist die Gemeinde Ammochostos (Famagusta), die restlichen könnten eigentlich auch durch eine Art Führung oder Organisation vertreten werden.

Was die übermäßige Anstellung von Personal angeht, welche Unterbeschäftigung produziert, ist die Lage komisch-tragisch – zumindest in einigen Gemeinden.

Nehmen wir zum Beispiel mal die Ortschaft Lefkara, ein Dorf mit 800 Bewohnern. Dieses kleine Dorf hat nicht nur ein Rathaus, sondern sogar ein Gegenrathaus [nämlich eine Art virtuelles Rathaus, welches eine Stadt gleichen, ehemalig griechischen Namens im türkisch-zyprischen Norden der Insel vertritt], sowie auch 8 Direktoren im Rathaus.

Letztere trinken nahezu jeden Monat zusammen ihren Kaffee (halten ein Treffen ab) und bereden, was in ihrem Dorf los ist – und für diese dankbare berufliche Veranstaltung erhalten sie insgesamt 33.000 Euro jährlich.

Hier gilt es zudem zu erwähnen, dass die Gemeinderäte von Karawa, von Lapithou und anderen Rathäusern für drüben im besetzten Norden um nichts neidisch zu sein brauchen, bezüglich ihrer Kollegen in Lefkara im Süden, zumal deren Veranstaltungen übers Jahr verteilt noch spärlicher ausfallen; und viele Gemeinderäte für den zyprischen Norden fühlen, dass ihre Anwesenheit eigentlich unnötig ist – und so gehen sie erst gar nicht zu Gemeinderatsversammlungen.

Die Gemeinde in Vertretung, sozusagen, die das Lorbeerblatt in Sachen Überbeschäftigung von Angestellten erhalten sollte, ist eben jene von Ammoxostos, wo es 26 Gemeinderäte gibt – der mit Gemeindräten am vollgestopfteste Gemeinderat Zyperns.

Auf meine Frage hin, ob es denn all der 26 Leute bedürfe, antwortete ein Gemeinderat:

26 too many!“

Und für soeben Angeführtes ist es nun, dass Steuerzahler jedem der genannten Volksvertreter für den Norden Zyperns im Monat 530 Euro bezahlen.

Für ein Land, welches eine Verschuldung der Gemeinden von über 100% des Bruttoinlandsproduktes hat, glaube ich, ist so etwas nicht akzeptabel.

Eine weitere Empfehlung der Troika um Ressourcen zu sparen, ist, Dienstleistungen der Gemeinden von Privaten zu kaufen, vorrangig die der Müllabfuhr.

Solch eine Handlung ist jedoch vielen bereits eine Art Privatisierung und trifft offenbar auf dogmatische Einstellungen, und zwar vonseiten der Parteien und gewissen Interessengruppen.

Anhand der aktuellen Daten wird es schwierig sein in Zypern, so etwas [wie die oben erwähnte Art Privatisierung] anzuwenden, obgleich es die Betriebskosten der Gemeinden deutlich reduzieren würde.

Von dem, was ich weiß, ist Lefkara der Empfehlung der Troika in Sachen Müllbeseitigung seit 2018 gefolgt – und eine Senkung der Kosten von ungefähr 60.000 auf 30.000 Euro fand statt, also um 50%.

Nun, lasst uns entscheiden, was wir wollen.

Wollen wir für die Qualität der Dienste Sorge tragen und dies mit geringeren Kosten; oder wollen wir die Interessen gewisser Parteien bedienen und uns Steuern aufbrummen lassen, gnadenlos nachbesteuert sein, überbesteuert leben? … .“

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Limassol

oder

Stulle plus Idioten und eine Tastatur

Nee,

runter in die Stadt, um nach den Arabern usw. zu sehen, bin ich nun doch noch nicht gewesen.

Das heißt, eigentlich fahre ich unweit davon nahezu jeden Morgen vorbei, versteht sich, um Schwimmen zu gehen – und anschließend ins Starbucks.

Das alles passiert neuerdings gar nicht mehr so weit vom Gewinn abwerfenden Hafen von Limassol entfernt, wie die Zeitungen heute mal wieder aufreißerisch berichten. Recht nahe beim Debenham schwimme ich, seit ich dem Dassoudi-Beach etwas untreu geworden bin. Ungefähr dort ist, wo außer Starbucks auch DIE Croissanterie und noch ein lokales Cafe nebeneinander liegend den Beginn der Straße auf der rechten Seite mitformen, wenn von der Uferstraße in Richtung Pafos fahrend abgebogen wird, und zwar so, dass zum Kreisel vor der Makarios Straße gefahren wird. Wie ich heute in einem Kommentar schrieb, wird dort nun doch nicht mehr Schwimmen gegangen, weil das Wasser riecht zu verdächtig. Ich darf nicht warten, bis mich – wieder – IRGENDWAS einholt und mein Konzept wieder schlanker, kräftiger und so weiter zu sein aus den Angeln hebt.

Unweit von wo ich schwimme, führt eine Art Steg recht hoch übers Meer, der vielleicht so an die 30 Meter lang ist. Da stehen all morgendlich Fischer drauf. Und manchmal verirrt sich auch ein Jogger dorthin, um an dem Holzgeländer Verrenkungen zu machen, sich zu dehnen oder daran stützend in die Hocke zu gehen etc. Es kann ja so viel bewegt werden auf einem Steg wie diesem.

Links davon, wo es steinig und felsig ist und lediglich ein Meter vor dem Wasser des Meers auf wunderschön feinsandigem Boden gestanden werden kann, dort bin ich als – heute morgen allerdings, als zum ersten Mal das Auto auf dem großen Parkgelände gegenüber den Cafes geparkt wurde, weil es mir an einem gewöhnlichen Wochentag zu gefährlich schien, an der Straße vor einem der Cafes ohne zu bezahlen zu parken, bot es sich an, mal rechts vom erwähnten Steg in die Nässe zu springen. Dort sind wesentlich mehr Menschen. Offensichtlich alle Russen und der Sandstrand ist wesentlich breiter. Ein junger Mann machte die älteren Damen gerade als ich dort ankam darauf aufmerksam, sie müssten ihre Tücher von seinen Liegestühlen nehmen. Ein Kotzbrocken also. Denn um diese frühe Zeit will keiner seine Liegen mieten.

Das Feinsandige, von dem zuvor die Rede war, setzt sich ins Meer fort, kommt ziemlich sicher von dort aus demselben an den Strand. Es kann raus bis an den Wellenbrecher darauf gegangen werden im leicht tiefer werdenden Gewässer. Es bedarf allerdings einer Körpergröße von 1Meter80, um noch in ungefähr 75 Meter vom Strand und vor dem Wellenbrecher stehend, mit den Füßen auf dem sandigen Boden Kontakt zu halten – all die, die kleiner sind, müssen eben weiter vorne am Ufer bleiben, schwimmen, hopsen oder sonst was tun, um kein Wasser zu schlucken. Letzteres ist nicht empfehlenswert, auch wenn das Wasser trügerisch klar aussieht, denn es riecht so verdächtig nach abgestandenem Wasser komischerweise.

Aber auch sonst: Salzwasser trinkt man nun mal möglichst nicht.

Recht menschenleer ist der Ort links vom Steg. Nicht zu vergleichen mit dem schon früh morgens gut besuchten Dassoudi-Beach, wo sich allmorgendlich viele Leute zum Verrenken, Stehen und Plaudern treffen. Man kennt sich offensichtlich. Auch ich werde recht häufig gegrüßt: „kali mera!“ Dahin werde ich also zurückkehren, obgleich auch dort zuweilen von den Auswirkungen des Hafens und der Geldmacherei etwas über dem Wasser stehend gerochen werden kann, wie gesagt, nicht immer, eher seltener – noch. Dassoudi-Beach ist schon recht weit von der Wohnung weg gelegen. Limassol erstreckt sich über Kilometer entlang der Küste wie ein langgezogener Pfannkuchen.

Vielleicht mit das Schönste an der neuen Behausung ist der kleine, weißliche Pudel, der im Hof an einer nicht allzu langen Leine den lieben langen Tag fristen muss. Die traurigsten Augen, die ich wahrscheinlich jemals gesehen habe. Bellen tut er schon längst nicht mehr, wenn ich komme – noch nicht mal mehr spät nachts. „Snowbell“ muss er sich rufen lassen. Er ist ein aufmerksamer Zuhörer, aber von der Kette nehme ich ihn nicht. Bloß kein Trouble produzieren!

Gerade vorhin wurde Bohnen weggekippt. Hatte die gestern zubereitet. Total misslungen, obgleich ich bei der ersten Speisung den Teller leergegessen hatte und mir einbildete, es sei mal wieder gelungen. Doch jetzt … .

Im Kühlschrank steht noch eine Dosis davon. Mir dreht es bei dem Gedanken, die noch essen zu dürfen, jetzt schon fast den Magen um. Allerdings haben die im Kühlschrank noch keine Gewürzladung abbekommen. Und es ist Letzteres, was die Bohnen wohl so unerträglich schmecken lässt.

Vermurxt.

Ein Gutes hat der unverhoffte Murx: Den ganzen Tag über wurde nichts mehr gegessen. Hunger habe ich seither keinen. Das Zeug stinkt nach viel zu viel Kardamon. Ist inzwischen weggeworfen. Draußen im Mülleimer gelandet. Die erste Kakerlake ist mir vorhin begegnet, ganz klassisch, und zwar in der Küche. Vor Schreck hätte ich fast laut geschrien, und das nachts um 22Uhr35. Totgetreten den dicken Brummer in den Ausmaßen seiner ägyptischen Verwandtschaft. Schon länger nicht mehr so eine große, gut genährte Kakerlake gesehen.

Ih gitt!

Noch 10 Tage darf ich hier wohnen. Eine Bratpfanne gibt es keine. Mag gar nicht danach fragen. Dann koch ich halt einfach alles ab. Fertig. Nur, Bohnen, die in größerer Anzahl gekauft wurden, machen plötzlich überhaupt nicht mehr an. Also essen im Restaurant die nächsten 10 Tage – ein Mix aus gekochtem Halloumi Zuhause und Restaurant wird es wohl werden.

Die neuen Vermieter stellten sich als Araber heraus, und zwar mit teils US-amerikanischen Wurzeln und zyprischen Pass. Denen gehört die Hütte, in der ich hausen darf. Es könnte darin noch kritisch werden, und zwar zum Ende des Aufenthalts – wegen der Handtücher, Bettbezug etc. Nur gut, dass es aus irgendwelchen Gründen nicht klappte, die Behausung für einen Monat im Netz zu buchen, wie es eigentlich vorgesehen war.

Limassol gefällt mir gut, ja, sogar diese Wohnung ist irgendwie putzig, weil so sonderbar oriental. Dachte schon am 2. Tag meines Aufenthalts hier, dass da draußen, im Haus nebenan, irgendjemand Arabisch spricht – meine Vermieter.

Einen Putzlumpen gibt es auch nicht, um den Boden mal aufzuwischen. Eine Vorlage bei der Dusche ebenfalls nicht. Vielleicht frage ich danach und habe Glück.

Gekauft, wird ein Putzlumpen jedenfalls nicht!

So viel Zeug zum Kochen gekauft und jetzt hat die Lust dazu verlassen.

Dabei wird gar nichts groß den lieben langen Tag getan.

Konsumiere viel TV aus Syrien und dem Libanon.

Bin echt dankbar, weil schon seit Längerem ein gesteigertes Bedürfnis wuchert, Arabisch wiederzubeleben. Das 3. Buch mit einer Seite Arabisch und der anderen Englisch oder auf Deutsch wurde dieses Jahr bereits verschlungen. Ein Buch dieser Art wird meist 2 oder 3 Mal gründlich gelesen, bis ich genug davon habe. Doch weggeworfen werden die Dinger danach nicht. Es könnte ja nach Monaten vielleicht nochmals danach ein Bedarf bestehen.

Ja, eine Art Bedürfnis nach dem Sprechen von Arabisch ist da. Ein Phänomen, welches allerdings bestens bekannt ist, und zwar aus der Zeit, als ich zwischen Arabisch und Türkisch pendelnd lebte – statt Griechisch hatte ich damals Englisch in der Mangel, als in Athen gelebt wurde.

Interessant zu beobachten, dass älter geworden weniger Wert aufs Kommunizieren gelegt wird. Es wird gelesen. Stundenlang kann in der einen oder anderen Sprache gelesen und notfalls noch das Handy nach der einen oder anderen Vokabel befragt werden. Das Ziel ist klar, und wahrscheinlich daher so anziehend: Gelesenes muss verstanden werden. Punkt. Die Rede ist von Zeitungen, weniger von Büchern. Aufs literarische Level wird zwar geschielt, aber … . Langweilig wird einem dabei nicht.

Habe im Internet eine Plattform gefunden, wo mit Arabischsprechern kommuniziert werden kann, und zwar im Austausch mit Deutsch. Viere haben angebissen: eine Frau und drei Männer. Schrieben mir alle auf Deutsch, obgleich gleich anfänglich darum gebeten wurde, doch auf Arabisch zu schreiben, sodass dann auf Deutsch geantwortet werden kann.

Bin gespannt, ob ich durchdringen kann.

Weil in Jordanien hatte ich mal Bekanntschaft mit einem Künstler gemacht. Bei dem hat das nicht geklappt. Der schreibt immer wieder, ja nur, auf Englisch. Das nervt, aber ich lass es mir möglichst nicht anmerken. OK, Arabisch ist nun nicht gerade meine Stärke, aber ausbaubar.

Keine Ahnung, wo in Limassol Bücher verkauft werden – zweisprachige. Wahrscheinlich in der Nähe der Uni. Gestern war 01. Oktober. So viel komischer Patriotismus. Wie kann man ein anderes Volk so wenig wertschätzen. Nur weil sie Türken sind? Idioten gibt es überall und türkische Idioten sind halt anders idiotisch, wie alle Idioten überall. Dem einen gefällt’s so, der anderen ist es ein Graus.

Limassol braucht viel Zeit. Fühle mich hier richtig wohl. Die Stadt hat wahrscheinlich die richtigen Ausmaße, das Meer und hoch interessante Bewohner. Frauen spazieren vereinzelt nachts um 23Uhr am Meeresrand. Zeugnis einer gewissen Sicherheit und der Eigenständigkeit vieler Frauen auf Zypern.

Schön sieht aber anders aus. Gewiss wird Limassol schöner, je länger in ihren Straßen gegangen, gelebt und getanzt wird. Ja, die tanzen hier gelegentlich. Einfach so.

Einen Namen dem halbkreisrunden Gebäude gefunden, welches von dort, wo neuerdings Schwimmen gegangen wurde, ganz gut und nah zu sehen ist. Darauf kam das Köpflein schwimmend. Sie glauben ja gar nicht, was Mensch schwimmend und in Sekunden alles durch den Kopf laufen kann, bis er endlich leer ist und man verwundert in der Schwimmbewegung verharrt, kurz, weil er sich leider schon wieder eingeschalten hat. Nun, im Angesicht dieses Halbkreises kam „Stulle“ heraus.

Die Stulle ist in real wahrscheinlich nur ein Bürohaus.

Mission completed, könnte man sagen, was aber nicht zutrifft, weil jetzt fängt die Mission wahrscheinlich erst an.

Einen urwüchsigen Limassoler kennengelernt. Er lädt mich ein, (in) seine Welt abzutauchen.

Warten wir es ab, was da noch alles zum Vorschein kommt. Die Eiernudeln ohne Fleisch zubereitet, die er heute offerierte, wurden bereits verpasst.

Es kann also nicht viel mehr schiefgehen.

Hatte keine Lust, gerade angekommen Zuhause, schon wieder den ganzen Weg durch den Mittags-Verkehr dieser Stadt zurückzufahren!

Und: Wenn der Laptop aufgeklappt ist, gehört UNS die Tastatur, dann zählt fast nichts Weiteres!

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So,

da sind die Herren und Damen also noch immer in New York.

Auch einige aus dem Norden Zyperns sind dort.

Akinci hat dort,

immerhin,

den holländischen und den deutschen Außenminister getroffen.

Man stelle sich vor, für die schrecklich lange Dauer von jeweils einer halben Stunde trafen die sich. Diese Zeitangabe gibt die Press and Information Cyprus aus dem S[den der Insel durch.

Haben Die in dieser kurzen Zeit außer Händeschütteln und sich zu begrüßen und zu verabschieden noch zu anderen ‚Themen‘ Zeit gehabt?

Gehen wir mal davon aus, dass ihr jeweiliger Mitarbeiter-Stab die Arbeit erledigte, und die erwähnten Herren eben lediglich repräsentieren gingen – und unterzeichnen etc.

Doch muss man dazu ausgerechnet nach New York fliegen?

Für was gibt es denn nun das Internet und die tollsten Technologien zum direkten Chat und Unterzeichnen – damit man trotzdem noch in der Welt herumsegelt und Steuergelder durchknallt? Wenn das Unterfangen ja einen erkennbaren Durchbruch oder zumindest eine in Richtung Wiedervereinigung gehende wirkliche Entwicklung hätte, würde ja so mancher sofort seine Klappe halten – doch so?

Unverschämt, was DIE sich leisten – und das nicht nur im zyprischen Kontext, sondern anscheinend überall.

Klar, dass da von Sparen zu sprechen, welches Herr und Frau Bürger durchziehen sollen, dann den Herren und Damen gerade nochmal so viel ‚Spaß‘ macht – könnte so manche/r vermuten.

Immer schön von oben herab, also, damit bloß niemand die Wichtigkeit der Volksvertreter übersieht!?

Und außerdem nehmen das Wort „Volksvertreter“ zu viele unter denselben zu krass in Anspruch – als müssten die uns vorführen, wie schön und luxeriös das Leben doch sein kann, von dem die meisten in der Bürgerschaft inzwischen nur noch träumen können: vor dem Fernseher, im Netz und gelegentlich auch noch im Cinema.

Stellen Sie sich das mal vor:

Diese Leute reden schon über Jahrzehnte miteinander bezüglich der Lösung der sogenannten Zypernfrage, und was sagt der türkische Außenminister, so, als hätten die Verhandlungen eben erst begonnen:

Unglücklicherweise haben unsere vorangehenden Bemühungen keine Resultate hervorgebracht. Das letzte war jenes in Crans Montana/Schweiz. Um einen neuen Verhandlungsprozess zu beginnen, sollten wir nun unter uns reden und entscheiden, über was wir verhandeln wollen. Niemand kann ein weiteres Misslingen verdauen!“

Und wer soll solch hohles Geschwätz und Handeln verdauen?

Die griechische Seite klingt allerdings nicht wesentlich besser. Athen ist mindestens ebenso unbestimmt, auch wenn alle immer wieder betonen, dass die Zypernfrage gelöst gehört, aber … . Kotzias, der griechisch Außenminister hat mit dem türkischen Außenminister in Izmir, wie gesagt nach Jahren von Verhandlungen, kürzlich immerhin herausgefunden, so Cavusoglu:

Jeder sah, dass es sinnlos ist, Verhandlungen wieder zu beginnen, nur um dieselben [überhaupt] zu führen, und ohne zu beschließen, was verhandelt wird – ohne auf das Ergebnis fixiert!“

Das eben spricht doch wohl Bände.

Das heißt, die haben Quasselbude gemacht all die Zeit über und jetzt, wo etwas mehr Druck aufkommt aus verschiedensten Ecken der Welt etc., wollen die Herrschaften plötzlich zielgerichteter zu Werke gehen. Ist das nicht so etwas wie der Gipfel der Unverfrorenheit?

Vor kurzem in einer Überschrift im Vorbeigehen gelesen, dass es wahrscheinlich nur noch Trump richten kann, diese zyprische Dauerfrage aus der Welt zu beantworten.

Offensichtlich ist auch die Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in New York beheimatet. Schön, zu hören und zu lesen, dass Nordzypern bei deren Zusammenkunft auch wieder Reden schwingen wird. Herr Kudret Özersay, der Außenminister Nordzyperns, wird das Letztere besorgen:

Wir werden weitermachen damit, unsere Sicht der Dinge sowie die Erwartungen der Türkischzyprioten auf jeder erdenklichen Plattform [weltweit] vorzubringen, wo wir dazu eine Gelegenheit offeriert bekommen!“

Özersay gibt an, in New York festgestellt zu haben im Rahmen der UN-Mitgliedervollversammlung, dass dort niemand darauf scharf ist, die Zypernfrage (schon wieder) in den Vordergrund zu rücken.

Eine gute und kluge Beobachtung.

Weil:

Bevor sich die Haltung Südzyperns in dieser Frage nicht ändert, ist jede Bemühung eh schon fast verschwendete Zeit, Energie und Geld. Wahrscheinlich braucht es da wirklich so etwas wie eine Führer-Typen, also Trump, der beiden Seiten zum Beispiel folgendes klar macht:

Sollte ich bei den Midterms nicht durchkommen, demnächst, und meinen Job verlieren, dann Gnade euch Gott! Denn wenn die Clinton oder ähnliche Kriegstreiber in Washington den Präsidentenstuhl in Beschlag nehmen, ist aus mit lustig für euch.

Und daher – ihr seht ja wohl, was in Syrien, dem Libanon und Palästina geschieht – werdet ihr Zyprer, sollte ich die Midterms überstehen, gefälligst und schleunigst die Zypernfrage aus dem Weg räumen!

Alles klar?

Oder glaubt ihr, wir ziehen euch noch länger durch?

Würde Trump so oder ähnlich mit den Zyprern sprechen, könnte eine Wiedervereinigung eventuell klappen – zumindest vonseiten der Zyprer. Doch ein bisschen viel mehr Drohkulisse brauchen die zuletzt Erwähnten und erst recht die anderen Involvierten, die sogenannten Garantiemächte, bestimmt!!!

Immerhin: Die Zyprioten graben ihre Toten des Konflikts von 1974 noch immer aus der zyprischen Erde aus, die sie nun begraben wollen, „wie es sich gehört“.

Wie allerdings in einem Clip im Internet zu hören ist, Herr Wimmer von der CDU sprach in Bautzen zu den Bautzenern, soll Frau Merkel sich weigern, ganz strikt, Leichname deutscher Soldaten, die im II.Weltkrieg im Osten gefallen sind, beerdigen zu lassen – da irgendwo in der Ukraine. Und so werden die menschlichen Überreste, die man gefunden hat und noch immer findet, irgendwo in Tücher gehüllt aufbewahrt, so Wimmer.

Das, wenn die Nachricht der Wahrheit entspricht, ist wahrhaft noch verlogener und düsterer als die zyprische Politik und der Eiertanz um die zyprische Wiedervereinigung. Das Nicht-Beerdigen menschlicher Überreste ehemaliger, gewiss auch verhungerter Wehrmachtssoldaten, finden nicht wenige, grenzt an Verrat und wird, wie zu verstehen ist, mit dem Verhalten der Kanzlerin beim unabgesprochenen Öffnen der Grenzen 2015 zunehmend in einen Topf geworfen – wo sie auch ALLEINE die Order aus gab, und so etwas Ähnliches sagte, wie:

Das wird so gemacht und nicht anders!

Wenn der erwähnte Clip hier richtig erinnert wird, hat es nämlich innerhalb der CDU eine Abstimmung zu dem Thema menschliche-Überreste-aus-der-Ukraine-holen-lassen-und-manierlich-bestatten gegeben, die Merkel im Nachhinein vom Tisch gewischt haben soll mit „NEIN!“

Andernorts in den Medien wird über den Norden Zyperns dieser Tage berichtet, dass die Grenze, um von Hunger oder Armut der Leute sprechen zu können, bei 2.625 Türkischen Lira (TL) derzeit liegen soll; wohingegen diese Grenze in der Türkei bereits bei 1.893 TL liegt. Diese Zahlen soll die Türkisch Zyprische Handels-Gewerkschaft der Staatsangestellten ermittelt haben (KTAMS).

Die Gewerkschaft beschuldigt die Regierung im Norden Zyperns, viel zu wenig gegen die andauernde Krise zu unternehmen.

Wir warteten alle schon drauf!?

Jetzt kommt die freudige Nachricht:

Eine digitale Universität wurde im Norden Zyperns eröffnet.

Endlich.

Am 15. Oktober soll es losgehen.

Rektor ist Herr Prof. Dr Hasan Bülent Kahraman.

Bildung ja, Prüfungen nein, scheint das Konzept zu sein und sich eventuell NUR an Studenten richten.

Die Uni nennt sich „Netkent University“.

Weitere Herren haben beim Entstehen der Uni ihre Hände im Spiel, so zum Beispiel auch Vedat und Ali Eskinat: www.netkent.edu.tr.

Gerade mal nachgesehen im Netz, was auf der Webseite geschrieben steht.

Anscheinend wird alles, was da angeboten wird, ohne Türkisch zu können, nicht zu bewältigen sein – noch nicht. Überhaupt sieht der Lehrplan recht unausgereift aus (Wirtschaft, Juristik, Informatik. Die Letztere gibt es aber in äußerst abgespeckter Form. Auf dem Stundenplan steht sogar auch in diesem Fach, wie auch in den anderen Fachbereichen, dass Wissen über Atatürk sich angeeignet werden müsse etc. – „Atatürcülük“).

Zuletzt:

Das „Blau-Wal-2018-Manöver“ wird demnächst und bis zum 07. Oktober im südöstlichen Mittelmeer abgehalten werden. Federführend wird die türkische Marine dabei sein und mit von der Party, man staune, sind auch die USA.

Alle möglichen Waffengattungen werden mal wieder getestet, so zum Beispiel U-Boote, die wer weiß, welch wunderlichen Dinge tun können.

Den Tod bringen.

Dem nicht genug, wird auch noch Kanonenfutter, erlauben Sie bitte den bösen Zungenschlag zum vermeintlich ‚guten‘ Ereignis, an Bord hie und da sein, nämlich Soldaten aus den USA, Aserbaidschan, Algerien, Katar, Kuwait, Pakistan, Rumänien und Saudi Arabien.

Die türkische Luftwaffe wird gewiss wieder Pirouetten fliegen, die hoffentlich nicht – wieder – darin enden, dass das eine oder andere Gefährt, Menschenleben oder die Umwelt tödlich gefährdet werden.

Diese doofen Manöver gehören verboten, hier im südöstlichen Mittelmeer auf jedenfall von ihrer Anzahl her eingeschränkt.

Ohne groß nachzusehen, wird nun behauptet, dass inzwischen so gut wie jeden Monat von irgendjemand vor Ort ein Manöver durchgeführt werden ‚MUSS‘.

Es ist zum Aus-der-Haut-fahren, was sich die schweigende Öffentlichkeit inzwischen alles gefallen lässt.

Auf in den Pazifik also?

Dort soll alles schön ruhig und atomar stillgelegt verlaufen!

Wo bloß ist unsere gute alte Inselromantik für einen gelungen Rückzug geblieben?

Zypern ist diese Rückzugsmöglichkeit nahezu an den meisten Stellen nahe des Meeres ganz gewiss nicht mehr, auch wenn die Zyprer auf Tourismus bauen und bauen und noch mehr bauen, so viel in letzter Zeit bauen, dass all jene, die sich hier auch noch eine Wohnung kaufen, gewiss nicht mehr jene sein können, die nach Ruhe und Frieden im Alltag suchen.

Zypern ist leider auf dem besten Weg, entlang der Küste seinen Charme zu verlieren, verloren zu wissen! Und Sie wissen ja: Das Gebirge oder der Berg auf Zypern namens Troodos, der soll nun endlich auch noch mehr bewirtschaftet werden. Andauernd liest man davon – und manch eine/r mag das ganz besonders verlockend finden, andere eben nicht!

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Angekommen 2

Sie geht gerade wieder auf – die inszenierte Falle!

Fängt ja recht vielversprechend an.

Obgleich … .

Wirklich schlecht geschlafen.

Doch dann auch wieder nicht so richtig schlecht.

Soll heißen:

Ich ging früh ins Bett Sonntagabend und wundere mich nun offensichtlich noch immer, dass ich sehr früh aufgewacht bin – so auch diese Nacht.

Sogar der Kater hat gestaunt.

Der spinnt eh derzeit.

Hat wahrscheinlich zu viel Kontakt mit den anderen Katzen draußen im Garten – lässt sich zurück auf Zypern plötzlich nicht mehr länger auf den Schoß nehmen, streicheln. Das Auge hätte er mir ums Haar heraus gekratzt. War wahrscheinlich keine böse Absicht.

Glück gehabt!

Dann, wenn das Auge flöten gegangen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht mehr so nachsichtig behandelt für eine Zeitlang, vielleicht auch für immer, wer weiß. Was kann ich dafür, dass er blind ist!

Es lässt sich recht träge an das Leben auf Zypern. Es ist eben heiß, angenehm heiß. Wunderbare Nächte mit leichter Brise, vielleicht die beste Jahreszeit.

Gerade mal ein paar Tage hier.

Konnte in Lahr und Umgebung leider keinen Zahnarzt auftreiben, der mir in den Kram passt. In Berlin hatte ich einen, und jetzt auch hier auf Zypern. Bei dem war ich heute. Er macht mir Hoffnungen, dass der eine Backenzahn vielleicht doch noch stabilisiert und so weiter werden kann. In Lahr der Arzt, der hatte noch nicht mal recht in den Mund geguckt und dann redete er schon von „herausreißen“. War wohl genervt, dass ich mit X-Rays des Zahnes ankam und kein weiteres X-Ray zulassen wollte.

Ich muss doch die Strahlung schlucken, nicht er!

Er verkriecht sich hinter einer Tür und wartet, bis das Strahlen-Prozedere vorüber ist.

Nein, ich habe wieder Hoffnung, dass das Ding mit den Zähnen im letzten Moment doch noch zurecht gebogen werden kann im Gegensatz zu der traurigen Tatsache, dass sich Assad wohl halten wird. Bloß kein Implantat, von dem immer sofort gleich die Rede ist. Assad ist mir eigentlich auch ein Implantat, der anderen Art. Und wenn die Krankenkasse zyprisch-zahnärztliche Kosten nicht begleicht, muss man sich da dann nicht schon fragen, für was wir eigentlich noch eine EU führen?

OK, Zypern ist nicht im Schengenraum, aber … .

Wie?

Den Wiederaufbau Syriens soll die EU hauptsächlich bezahlen?

Vor dem Flug hier her habe ich noch schnell zwei Rechnungen an die Krankenkasse geschickt, weil Monate davor leider zum Orthopäden gegangen werden musste, auch auf Zypern. Eigentlich könnte ich da gleich wieder hinrennen, weil eines der beiden Knie komischerweise plötzlich etwas schmerzt.

Die Kasse kann sich aber beruhigen, weil Selbsttherapie hab ich mir verschrieben. Darüber, wie diese Art von Therapie sich gestaltet, keine Sorge, das wird nun nicht in Details vor ihrem staunenden Auge hier flachgelegt. Bleibt mein Geheimnis, so auch, warum ich einen mehr als halbfertigen, 4-seitigen Bericht zu Syrien jetzt doch nicht veröffentlichen mag. Sie müssen wissen, ja, ich weiß, Sie müssen gar nichts, aber dennoch: Was da in Syrien abgeht, das find ich nur noch unerträglich. Ganz schlimm, dass Assad überlebt, politisch.

Nein, ich sitze nicht in oder auf „Santa“!

Sie werden es nicht für möglich halten, doch das Schicksal, oder wer immer es ist, hat beschlossen, dass für eine geraume Zeit ausgewichen werden muss, Santa der Rücken zu kehren ist. Besuch steht nämlich an und dann geht es bekanntlich laut und so weiter zu. Die Leute wollen eben auch unterhalten sein. Und da der Besuch nicht meiner ist, … .

Nicht etwa, dass ich fremdeln würde, aber ehrlich, ich mag jetzt nicht! Punkt. Mag MEIN Ding hier auf Zypern ENDLICH mal machen und sonst möglich nichts. Übermorgen kommt allerdings noch ein Abend mit Botschaftsleuten dazwischen, doch dann werde ich vollends abtauchen, und zwar in Limassol. Vorgenommen habe ich mir, die syrisch-ägyptisch-libanesich-kurdische-etc.-Szene zu sichten. Mal sehen, was DIE so zu erzählen habe über ihre vermeintliche Freiheit in Limassol und die zurückgelassene Heimat, und wie die sich in Zypern einbringen.

Irgendwie kenne ich diese Stadt, Limassol, und dann auch wieder überhaupt nicht. Ja, ich bin eigentlich oft in Limassol, aber … .

Wissen Sie, ich bin nun über 10 Jahre immer wieder auf der Insel und hatte es bislang nicht eilig, möglichst alles zu sehen oder gesehen zu haben. „Reinwachsenlassen“, sag ich da gern. Und nun ergibt sich offenbar eben, dass für eine Weile in Limassol gewohnt wird. Kann gut sein, dass der Limassol-Aufenthalt dann doch noch zeitlich erweitert wird. Jetzt sind erst mal 3 Wochen angesetzt, auch, da die Besitzerin meiner neuen Unterkunft offensichtlich schon jemand anders in dem recht bescheiden eingerichteten Wohnraum gebucht hat.

Die Absteige klingt und sieht auf „AirnB“ ganz anders aus, vielversprechender.

Mir ist das gerade egal, auch, ob dort ein Fenster drin ist oder nicht. Ja, da ist eins, doch keine 2 Meter vor demselben ist eine ziemlich unschöne Wand jenes Wohnhauses, neben dem meine Hütte von Uncle Tom steht und die Vermieterin dieses ‚Luxus‘ womöglich auf unsere Kosten lebt.

Alles OK!

Nichts mit meckern hier!

Noch nicht.

Jetzt weiß ich, hier in Onkel Tom’s Hütte sitzend und gerade schreibend, was in Santa vergessen wurde: die Kamera und das Teleobjektiv. Liegen hinter’m Fernseher und werden mir Mittwoch Abend überreicht, wenn es zum Treffen mit den Botschaftsleuten geht – Abschied eines Diplomaten vom Dienst und so stehen auf dem Programm. Leute treffen. Sehen und gesehen werden.

Dafür, dass das Zweitwichtigste (Kamera) vergessen wurde, habe ich wahrscheinlich viel zu viele Hosen mit langem Hosenbein dabei. So auch kurz-ärmliche Hemden. Alles gebügelt und sauber.

Wird sich noch herausstellen, wie das Viertel hier in Limassol heißt, in das kurzfristig eingezogen wurde. Wollte jedenfalls nicht unten am Strand sein. Nein, möglichst ein mir total unbekannter Fleck in der Stadt ist angesagt.

Letzteres bewahrheitete sich schon heute Nacht. Bekanntlich sind alle Katzen im Dunkeln schwarz, sehen plötzlich anders aus, so auch Limassol. Ausfahrt Nummer 28 gilt es nämlich zu nehmen auf der Autobahn, die durch die obere Stadt verläuft, wenn ins temporäre Zuhause gelangt werden will. Dann gilt es in Richtung Zentrum zu fahren und bei der 3. Ampel rechts abzubiegen, dann die erste Straße links einzubiegen und dann ist man schon dort, nämlich nahezu am Ende einer vergleichsweise kurzen Straße.

Doch auf dem Weg zurück aus der Stadt nahm ich den Weg kreuz und quer durch dieselbe. Weil sie soll jetzt endlich besser gekannt werden – zu Fuß, wie auch per Auto. Irgendwie war’s als würd ich durch Beirut oder durch Damaskus fahren – vor dem Krieg.

Wohne gar nicht so weit von dem Ort entfernt, wo schon mal eine Zeitlang Tischtennis gespielt wurde. Sie werden es nicht glauben, als ich nach Monaten zurückkam an diesen Ort und dort wieder Pingpong spielen gehen wollte, konnte ich den Weg zur Halle einfach nicht finden, obgleich an jenem Ort ein großes halbrundes Stadium in den Himmel ragt, unter und in dem eben auch Tischtennis gespielt wird – und nicht zu billig. 50 Euro Beitrag im Monat wollten die damals haben plus 50 Euro Aufnahmegebühr.

Und damit gab ich mich dann auch zufrieden damals, also, dass ich diesen Ort auf die Schnelle nicht finden konnte und nicht wieder zum teuren Training dort antrat. Was so speziell an diesem einen Monat Training dort war: ich trainierte mit Jugendlichen. Für die Erwachsenen war ich denen offenbar zu schlecht. Und das Training war wirklich Training. Es wurden verschiedenste Techniken und Schläge eingeübt. Wunderbar. Das ist in Lahr leider nicht gegeben. Da stellen sich die Herren hinter die Platte, spielen sich etwas ein, meist immer dieselben, die danach gegeneinander spielen, und das war dann Training!

Spielte damals in einem anderen Verein Deutschlands, wo, wie soll es bestens gesagt sein, nicht gerade hochklassiges Tischtennis gespielt wird.

Das ist auch in Lahr längst nicht der Fall, allerdings gibt es dann doch 3-4 Männer, es spielen auch in Lahr nur Männer Tischtennis im Verein, die ich ganz gewiss auch nicht zu meiner BESTEN Zeit von der Platte so ohne Weiteres gefegt hätte – genauer den einen. Und daraufhin mag ich trainieren und keine zyprischen Trainingspausen daher mehr zulassen, die sonst als dazu führten, dass wochenlang die Rückhand wieder eingeübt werden musste nach der Rückkehr an die Platte und in die so genannte „Runde“ – mit der Konsequenz, dass einige Spiele verloren gingen etc.

Nein, diesmal will ich es vor allem mir selbst zeigen, auch wenn das Knie droht, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Man wird sehen, was passiert – und ob die arabischsprachige Szene in Limassol mir einen Zutritt gewährt. Es ist nämlich noch nicht entschieden, ob als Privatperson oder als Journalist dort sich eingebracht wird. Womöglich bin ich da schon so hartnäckig wie der Baschar al Assad? Von dem kann man wahrhaft noch lernen, sich zu behaupten. Das Problem ist halt nur: bis zu welchem Preis?

Normalerweise halte ich mich am anderen Ende von Limassol auf, also dort ungefähr, wo man von Larnaka nach Limassol auf der Straße am Meer kommend in diese Stadt einfällt. Die Zyprer nennen die Gegend inoffiziell „Tourist-Area“. Schrecklicher Name, aber zwei-drei gute Cafés, die gibt es dort. Und ich sitze nun mal oft und gern in Cafés, um zu lesen, zu gucken und natürlich auch um Leute kennenzulernen oder zu treffen.

Mein heiß geliebtes Café „Costa Coffee“ soll ja nun ein Teil des Coca-Cola Imperiums geworden sein. Wird offensichtlich Zeit, sich neue Orte zu erschließen. Da wäre was in der Makarius-Straße namens „Paradosiaka“ (Traditionell). Unweit davon waren wir letztens. Ganz chic ist das Zweitgenannte gewesen. Das Paradosiaka scheint ein typisch zyprisches Kafeneion darstellen zu wollen.

Auf den zuvor erwähnten Umstand – chic – sollte man sich in Zypern ansonsten einlassen. Weil dort, wo die älteren zyprischen Herren hingehen, herrscht nicht gerade der Esprit von Internationalität, meistens. Also werde ich genau deswegen dort heute früh mal hingehen.

Wie gesagt, ich bin mal wieder früh schlafen gegangen und früh aufgestanden. Jetzt ist 03 Uhr 30 morgens. Wenn ich den Text hier durchhabe, wird das Ding ins Netz gestellt. Weg damit! Und dann werde ich mir die Frühschwimmer-Szene geben. Wahrscheinlich am Dassoudi-Beach, auch der ist größtenteils schön sandig und weitläufig – auch wenn davor immer mehr Öltanker und andere Schiffe vor Anker liegen. Sogar ein kleines Wäldchen trennt diesen Beach von der 4-spurigen Straße, der Corniche.

Hatte den Toshiba-Computer, der gewiss schon so alt ist wie der Krieg in Syrien, und älter, vor meiner letzten Abreise nach Deutschland doch noch zur Reparatur gebracht. War positiv erstaunt, dass mir damals nicht empfohlen wurde, das alte Ding wegzuhauen, was wahrscheinlich so in Germany der Fall gewesen wäre.

Nein, der junge Herr im Geschäft in der Ortschaft Kitti sagte, er werde mir ein neues abgespecktes Betriebssystem draufhauen – ich werde meine „Freude“ haben, meinte er. Und tatsächlich, es schreibt sich wieder fantastisch easy damit. Weil der andere Laptop in meinem Besitz, der zwar „Word“ drauf hat, aber dessen Keyboard halt so eng ist, ist zum (längeren) Schreiben nicht sehr geeignet, wie ich jetzt erst wieder bemerke. Finde auch, dass durch’s flüssigere und problemlosere Schreiben, das Schreiben an sich leichter fällt, da der Gedankenfluss offenbar nicht derart unterbrochen wird. Verspüre irgendwie gar keine Lust, nach irgendwelchen Notizen über Syrien und dem Desaster dort zu greifen, um das sodann hier einzuarbeiten.

Habe überhaupt ein Problem damit, diese Info noch als Info zu betrachten, stell ich zunehmend fest. Irgendwie kommt der Gedanke auf, man begibt sich darüber berichtend in ein Paar Schuhe, welches einem nie gehören wird – und schon gar nicht gehören sollte.

Ein Spielball des Bösen mag niemand sein.

Auch nicht dessen Propagandist.

Ja, ein wahrhaft schwieriger Spagat, aus dem nun, wie zu sehen ist, auf diese Weise sich gewunden werden soll. Und:

Musste vor dem Gebrauch des oben erwähnten, reparierten Computers allerdings ein Schreib-Programm herunterladen. Entschied mich für „OpenOffice“, und nicht, wie angeboten wird, weil auf dem Desktop Art vorinstalliert, noch schnell ein weiteres Word-Programm down zu loaden, welches allerdings nach Money schreit.

Es ist wahrscheinlich immer eine gute Wahl das OpenOffice. Und es kostet nichts.

‚Lustig‘ ist an der neu-bezogenen Wohnung unter anderem, dass ein uralter Fernseher darin steht, klobig und riesengroß, wie die Apparate es einst waren. Das Bild ist schwarz-weiß. Der Ton gut. Habe noch gar nicht umgeschaltet, weil wie es der Zufall will, läuft dort das syrische Fernsehen. Und das verfolge ich recht gespannt, wenn nicht geschrieben wird etc. Komischerweise guck ich mir das über den Computer nicht gern an. Ich scheine noch zu differenzieren. Über den Fernseher ist es mir, als hätte ich ja eh keine andere Wahl. Selbstbetrug, wahrscheinlich der Art und Weise wie wir uns betrügen, wenn Assad schöngeredet wird – schon demnächst. Sie werden es sehen.

Offensichtlich gibt es keine Sorgen mehr, dass Assad den Krieg nicht gewinnen könnte. Das Leben scheint sich wieder normalisiert zu haben, berichten die Fernsehbilder. Das syrische Parlament, welches ‚demokratisch‘ abstimmt und diskutiert wird sogar gezeigt. Verbrecher in Handschellen. Soldaten, die sich im Sand wälzen mit Gewehr in der Hand und schwarzen Strichen in den Gesichtern. Heroisch springen diese durch Feuerringe und kriechen unter eisernen, ebenfalls anfänglich unter Feuer gesetzten Hindernissen hindurch – strahlen danach in die Kamera.

Es ist ganz offensichtlich eine Freude, wird vermittelt, und das sagt auch jeder der Interviewten im syrischen Staatsfernsehen auf seine Weise in die Kamera, für das Land sich zu opfern. Die Häuser im Diplomatenviertel von Damaskus scheinen noch zu stehen, oder aber es wird altes Filmmaterial benutzt.

Siegreiche Basketballspieler werden in ihren Trikots gezeigt, und dann plötzlich taucht ein Pokal im Bild auf. Die Kamera zoomt aus und eine Gestalt im Anzug kommt in den Fokus und diese Person grinst wie ein Lausbub zwischen den Sportlern sitzend mit Pokal in der Hand in die Kamera – ein ziemlich kurzer Schwenk derselben, was dem Anlass eigentlich nicht gerecht sein kann, wo doch er, genau, Baschar der Fallensteller, nun im Mittelpunkt steht!

Assad hat sich also behauptet.

Das ist die traurige Nachricht!

Die gute Nachricht ist die Vermutung, dass der/die Kameramann/frau, die den Baschar nicht zeitlich lang genug in Szene setzten dafür nicht auf einem Rost gebraten werden zur Strafe – denn, davon darf getrost ausgegangen werden, die Szene ist EISKALT, so, inszeniert!

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Die Tuerkische Republik Nordzypern 6

Es wäre eine Überraschung, würde ein Teil oder Körper der UN namens „UNFICYP“ seinen Aufenthalt auf Zypern nicht wieder verlängert bekommen.
Dass eine Verlängerung ansteht, gefällt vielen Türkischzyprern nicht – vielleicht ist sie sogar schon durch. Denn diese Verlängerungen passieren bekanntlich seit Jahren und dies irgendwie automatisch. Diesen Eindruck hat so mancher Beobachter dieser Angelegenheit über die Jahre gewonnen. Als markierte die UNFICYP geradezu den herrschenden Status einer „Nicht-Lösung“ des Zypernproblems – absichtlich.
Der Republik Zypern verleiht der Aufenthalt der UNFICYP auch so etwas wie eine Ausrede, als sei eine Art Friedenstruppe noch von Nöten, als sorgte ausgerechnet diese Einheit der UN für Stabilität auf Zypern, wie auch in der Region. Südzyprer nutzen den Verbleib der UNFICYP auch, um künstlich Agenda‘s zu kreieren – also um sich hin und wieder mit einem vermeintlichen ‚Thema‘ von Belang ins Licht des internationalen Interesses, genauer, der Internationalen Gemeinschaft zu spielen.
Ganz von der Hand zu weisen, sind all diese Beobachtungen nun wirklich nicht, wenn man sich die letzten 10 oder 20 Jahre süd-zyprischer Politik ansieht. Ja, es fällt nicht leicht, in diesem speziellen Fall von Außen- beziehungsweise Innenpolitik zu sprechen, daher wird weiter oben einfach von „süd-zyprischer Politik“ geschrieben.
Zwar hat die EU Gesamtzypern sich als Vollmitglied auf den Plan gesetzt, doch wird vonseiten Brüssels viel zu wenig getan, um die Südzyprer zur Vernunft zu bringen. Offenbar ist Letzteres so auch nicht gewünscht – noch nicht. Andererseits sind die Nordzyprer zwar in der EU, irgendwie und wie geschildert, nämlich, eher von oben herab und auserkorenermaßen; doch vorrangig und vor allem ist Nord-Nikosia an die Türkei gebunden, was vielen Nord- und Südzyprern gar nicht so ungelegen kommt. Kann man so doch von beiden Seiten sowie dem undefinierten, diplomatischen LOCH, was sich auf Grund der verzwickten politischen Situation daraus ergibt, profitieren – und wahrscheinlich auch noch von weiteren interessierten Staaten oder Organisationen kann Gewinn eingefahren werden, die sich diese (durchlöcherte) geo-politische Insellage auch gern zu Nutzen machen. Ja, es wären da auch Verluste. Das stimmt. Doch dann wäre da auch noch so etwas wie die Ehre, die Ehre ein Türke oder aber eben Grieche zu sein – jeweils in der zyprischen Ausgabe, versteht sich.
Um nochmals kurz auf die UNFICYP zurückzukommen: Der Regierungssprecher des Südens meinte vor Kurzem, womit er dort damit ganz gewiss nicht alleine ist: „So lange türkische Truppen sich auf der Insel befinden, muss die UNFICYP anwesend sein!“
Im Norden erinnert Vize-Premierminister Kudret Özersay in diesem Kontext daran, dass die UN-Friedenstruppen bereits seit 1964 ihren Dienst auf der Insel versehen. Das ist nun wahrlich eine lange Anwesenheit und hat schon ein bisschen das Beigeschmäckle von einer weiteren, nunmehr international verordneten Besatzung Zyperns, finden nicht wenige.
Wird der Süden überhaupt von Zyprern regiert?
Gute Frage, was?
Angeblich ja!
Sagen wir besser: ja, dem ist so, aber gewiss mit Absprachen in Brüssel, Washington, Moskau und demnächst wohl auch in Peking, wird im Süden der Insel regiert. Eine wunderbar einfache Welt, in der wir leben, stimmt’s? Warum ES einfach gestalten, wenn die Dinge auch kompliziert werden können, sodass jeder, der genügend Macht und Einfluss hat, dann auch besser sein Süppchen vor Ort kochen kann, nach Belieben möglichst.
Für Herrn Özersay ist jedenfalls klar, dass gewisse Zirkel innerhalb der Internationalen Gemeinschaft ganz gehörig daran interessiert sind, den so genannten „Status Quo“ auf Zypern zu halten. Vielleicht wissen einige Staaten einfach seit Jahrzehnten, wird vermutet, dass da irgendwo vor Zypern noch einiges Geld in Form von Erdöl oder Erdgas gemacht werden kann. Vielleicht haben auch Sie bereits darüber gelesen, verehrte Leser, dass Pläne bestehen, den Nahen und Mittleren Osten zukünftig neu zu vermessen, also einzuteilen usw.
Sollte es demnächst im Iran rundgehen, wie man sagt, scheint sich zuvor Gesagtes eventuell zu bewahrheiten. Noch ist es nicht so weit. Noch könnte eine Lösung nicht nur in Sachen Iran gefunden werden. Noch ist Trump bei den Wahlen zur mittleren Amtszeit nicht vom Eis wie die besagte Kuh. Die Rede ist aber bereits von Disziplinarverfahren, die ihm angehängt würden, wenn er sein präsidiales Amt verlieren sollte – um im Bild zu bleiben, die juristische Schlachtbank.
Letzteres könnte teuer werden, vielleicht genau so in etwa, wie der Aufenthalt der UNFICYP seit Jahren auf Zypern. Dieser Aufenthalt ist richtig teuer, zumindest aus hiesiger Perspektive, wahrscheinlich nicht aus jener einer Großbank oder eines multinationalen Konzerns.
Özersay: Diese Organisation, die UNFICYP, ist inzwischen nicht mehr und nicht weniger als ein Briefträger zwischen Nord- und Südzypern. Und Özersay weiter: Was im Lauf der Zeit die Südzyprer dazu anstachelt, sich noch mehr von den Positionen der Nordzyprer zu entfernen, waren und sind deren unrechtmäßiger EU-Beitritt, die Erdgas-Funde sowie der neuerdings sich vollziehende Schulterschluss mit Israel.
Vor diesem Hintergrund wird gemunkelt, dass die THY, die Türkish Airlines, schon demnächst sich darauf einlassen könnte, wieder eine Art staatliche Airline für Nordzypern aus der Taufe zu heben. Auffallend ist in diesem Zusammenhang jedenfalls, dass im Juli 2018 die Rate der Flüge aus der Türkei nach Nordzypern nochmals erhöht wurde, werden musste. Es scheint also ein wirklicher Bedarf zu bestehen.
Die Pegasus Airlines mag ihre Passagiere von Ercan nach London und umgekehrt nicht mehr unnötiger Weise auf einem Flughafen in der Türkei umsteigen lassen, um dann in den Norden oder eben nach London weiter zu fliegen. Vielmehr werden die Fluggäste zukünftig in ihren Sitzen verbleiben, verwundert dreinschauen, dass die Maschine kurz landete, um dann weiter zu fliegen. Wir sind gespannt, ob die Pegasus damit durchkommen wird! Es wird vonseiten der Pegasus argumentiert, dass das Direkt-Anflugsverbot Nordzyperns so zur Genüge beachtet werde.
Aus unserer Sicht wird erwartet, dass das Verbot, den Flughafen von Ercan in Norden Zypern direkt aus Europa oder von sonst wo in der Welt anzufliegen, ebenfalls demnächst von irgendjemand gebrochen werden dürfte. Womöglich passiert das nach oder kurz vor den sogenannten „mid-term-elections in den USA, deren Resultat ja mit Spannung erwartet wird – vor allem in China.
Wir berichteten bereits, dass China sich in Syrien langsam und ganz leise einrichtet. Es gibt vor, aufständische, genauer, terroristische Chinesen aus den chinesischen West-Provinzen, die in Syrien als islamistische Kämpfer unterwegs sind, davon abzuhalten, zurück nach China zu kehren etc.

Nun, einen ‚Vorteil‘ könnte es eventuell haben, wenn Ercan von überallher angeflogen werden kann. Die über 4.000 gezählten Bau-Ruinen, die es im Norden zu ‚besichtigen‘ gibt, könnten dann endlich ein Bau-Ende erfahren, weil, was sonst, dann ja mehr GELD zu verdienen anstünde. In den letzten 5 Jahren sollen im Norden 11.301 Gebäude erbaut worden sein, inklusive Fabrikgebäuden. 2017 war für die Baubranche ein gutes Jahr, wird berichtet. 2779 Gebäude wurden errichtet.
Im Norden wird zwar der Türkischen Lira-Krise wegen geklagt und gejammert, doch gibt es auch dort einige Personen, die keine Geldschwierigkeiten haben deswegen – im Gegenteil. Die Bau-Ruinen finden gewiss zur ‚richtigen‘ Zeit ihren ‚richtigen‘ Bauherrn – oder frau.
Bis dahin wird die erweiterte Stromversorgung aus der Türkei stehen. Davon darf ausgegangen werden, wenn in der Türkei nicht eine Anti-AKP_Erdogan-Revolte oder dergleichen ausbricht. Premierminister Erhürman aus dem Norden Mitte Juli 2018 dazu: „Wir sind nicht gegen Strom aus der Türkei!“ Versteht sich, dass Herr Erhürman Selbiges dienstbeflissenermaßen auch seinem Beschützer seit 1974 sagte, also dem Herrn Erdogan, respektive der Türkei, als dieser zu der kürzesten Visite, die ein türkischer Staatsmann im Norden Zyperns jemals vollführt hat, angetreten war.
Allerdings ist offenbar noch immer nicht klar, was solch Stromversorgung aus der Türkei denn nun effektiv kosten wird. Die damit beauftragte Firma aus der Türkei hat anscheinend zu vage Auskünfte erteilt und dies ausgerechnet bei dieser Frage. So musste also nachgehakt werden vonseiten Nordzyperns Regierenden. Es war noch nicht einmal angegeben worden, ob das zu verlegende Kabel 400 oder 800 MW transportieren wird. Versprochen wurde, bezüglich gewisser fehlender Punkte nachzubessern. Özdil Nami, der Wirtschafts- und Energieminister des Nordens, spricht von angeblich 500 Millionen US-$, die das Kabel und seine Verlegung kosten dürften; doch auch er kann keine Angaben darüber machen, ob das Kabel nun AC (alternative energy) oder DC (direct current) sein wird. „Die Elektrizitätsbehörde, KIB-TEK, erlitt eh einen recht schädlichen Verlust von 66 Millionen Türkischen Lira bislang – und das wird sich auf den Stromrechnungen der Leute bemerkbar machen“, so Nami.
Gemäß Premierminister Erhürman rangiert Nordzypern in der Welt auf Platz 41 von 167 Staaten, die am billigsten Treibstoff anbieten. Außerdem sei die türkische Währung derzeit die größte Herausforderung, die Nordzypern zu bewältigen habe. Die Lebensunterhaltskosten seien auf um die 5,2% seit Anfang des Jahres gestiegen.
Wahrscheinlich wüsste es die türkische Botschafterin im Norden, Frau Derya Kanbaş, wie und wie hoch nun wohl und letztendlich der Strompreis sowie die Kabelverlegung den Leuten im Norden Zyperns zu Buche schlagen werden. Sie ist es auch, die des Weiteren von „rechtlichen Anpassungen spricht, die vorgenommen werden müssten. Damit meint sie, die Polizeibehörden Nordzyperns gehörten in die Lage versetzt, Telefongespräche abzuhören, besser noch, mitzuschneiden.
Wir denken nicht, dass sie sich da allzu große Sorgen machen muss, denn der türkische Geheimdienst MIT erledigt das Abhören und Mitschneiden von Gesprächen gewiss meisterhaft.
Apropos Nachbessern oder Anpassungen: Frau Meryem Özkurt war die erste Frau, die in der Position einer Direktorin für den nord-zyprischen „Bayrak“-Fernseh-/Radiosender arbeitete.
Wenn in diesem Zusammenhang von nachgebessert die Rede ist, so ist das so zu verstehen, dass im Norden – nicht wie sonst meist, auch andernorts – etwa ein Mann diesen begehrenswerten Posten nach einer Frau erobert, so als ob Frau lediglich ein Versuchsballon auf derart exponierter Position war – oder eine, wie auch immer geartete und intendierte sozio-politische Geste nach außen verkörpern durfte temporär -, sondern nein, eine weitere Frau, nämlich Frau Aysu Basri Akter folgt der Zuerstgenannten.
Frau Akter arbeitete unter anderem beim Jugend TV, dem Kanal Sim, bei Kıbrıs FM und TV sowie bei der Kıbrıs Gazetesi. Studiert hat sie an der Doğu Akdeniz Uni des Nordens. Und spannend wäre zu erfahren, was sie denn zu dem angeblichen Mangel an Imamen sagt, der im Norden neuerdings herrsche.
Suleyman Çaker ist der Vorsitzende der Angestellten in religiösen Berufen im Norden Zyperns und er sagt, es habe zuvor 220 Imame gegeben. Davon seien nun aber 19 in Rente gegangen und 40 weitere hätten sich zurück in die Türkei abgemeldet. Lediglich 10 neue Imame konnten bislang eingestellt werden. Und die seien eben kein Ersatz für den erlittenen Verlust. Zur Info: Alle Imame im Norden kommen aus der Türkei. Diesbezüglich besteht ein Abkommen zwischen den beiden türkischen Bruderstaaten.
In gewisser Weise trifft Letzteres auch auf die recht vielen Casinos zu, die im Norden Zyperns meist südzyprische Spieler und andere Zocker aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu Zypern anlocken.
‚Gott sei Dank‘ haben nun auch die Südzyprer ihr Casino, ‚endlich‘! Es läuft angeblich noch provisorisch. Das heißt dann wohl, man kann sein Geld dort provisorisch verlieren, wahrscheinlich aber auch gewinnen. Wie das genau geht, provisorisch zu gewinnen oder zu verlieren? Fragen Sie die orthodoxe Kirche, die solch Zocker-Projekt ja jahrelang verhinderte aus ethischen Gründen oder aber den Präsidenten der Republik, Anastasiadis. Letzterer ist ausgebildeter Anwalt und hat gewiss auch auf diese Frage eine Antwort parat.
Da im Norden jedoch NUR Ausländer spielen oder zocken dürfen, wird von Nordzyprern mit oder aufgrund der Eröffnung eines Casinos im Süden gefordert, das Gesetz, welches ihnen das Spielen in Casinos des Nordens untersagt, zu ändern, weil sonst womöglich Nordzyprer, die ja angeblich wenig Geld haben und daniederliegen finanziell, in den Süden gehen könnten, um ihre hartverdienten Türkischen Lira, Verzeihung, Britischen Pfund, Euro oder US-Dollars etc. im Süden zu verzocken.
Wir gehen hier davon aus, dass die geforderte Gesetzesänderung durchgeht, vor allem, da ja nun offensichtlich auch die zyprische Orthodoxie sich mit solch ‚Sumpf‘ auf der Insel, wo Saulus zu Paulus wurde, ‚anfreunden‘ konnte – hoffentlich nicht selbst daraus finanziell Profit ziehend.

Dann noch dies, und nur, damit Sie mal so ungefähr eine Vorstellung von gewissen Dimensionen erhalten:
Nord-Nikosia hat eine Bevölkerungszahl von ungefähr 61.378. Unsere Schätzungen gehen so weit zu veranschlagen, dass zumindest weitere 20 bis 30.000 nicht-registrierte Menschen diese Stadt mit ausfüllen dürften. Wie dem auch sei: Offiziell wird angegeben, dass es 9.000 Arbeitsplätze gibt, die registriert existieren. Insgesamt sollen im Norden Zyperns 300.000 Menschen leben, und insgesamt 18.000 Arbeitsplätze wurden bei der Behörde angemeldet.
Das vorliegende Zahlenmaterial ist also sehr löchrig. Es dürfte auch wirklich schwer sein, verlässliche Statistiken zu erstellen: im Norden Zyperns mehr als im Süden. Beiden Seiten wird oft unterstellt, dass keine der beiden Administrationen wirklich an exakten Daten interessiert ist, aus den verschiedensten Gründen.
Allerdings stimmt die folgende Nachricht noch, nämlich, dass Frau Gizem Alpman neuerdings den Norden Zyperns in Genf/Schweiz repräsentiert, und zwar bei der UNO.
In dem Beitrag über Nordzypern, der diesem vorausgeht, wurde von Levent Şener berichtet, der als zyprischer Journalist Probleme mit dem Regime in Ankara hat, und zwar wegen dem, was er so schreibt und sagt. Frau Nerin Feri Şefik ist ihres Zeichens Hauptrichterin des höchsten Gerichts im Norden und findet, dass die eröffnete Klage der Republik Türkei gegen den nord-zyprischen Journalisten Şener nicht zur Folge haben könne, dass es zu einer Auslieferung des Journalisten kommt. Eine Übergabe von Bürgern der KKTC, also Nordzyperns, an andere Staaten gebe es nicht! Derviş Akter, ein pensionierter Staatsanwalt aus dem Norden meint dazu, der Journalist Şener könne gar nicht belangt werden, zumal die Afrika-Tageszeitung, für die er schreibt im Norden, in der Türkei gar nicht zirkuliert. Da hat der Herr Akter offensichtlich vergessen oder übersehen, dass wir inzwischen überall Internet haben. Mutlu Yakalı, ein Kolumnist der Yeni Düzen meint hingegen, es gebe ein Protokoll zu sogenannt „juristischer Unterstützung“ zwischen der Türkei und Nordzypern. Und damit könnten Vollstreckungen eines Gerichtsurteils der Türkei durchaus im Norden der Insel erfolgen. Das genannte Protokoll besteht seit dem 01. 11. 1988.

Nicht zu leugnen ist, dass Ankara auch an anderer Stelle einen gewissen Druck ausübt, und zwar beim Erstellen der Lehrpläne in Schulen und an Unis ın Nordzypern – und das, wie zu vernehmen ist, angeblich vermehrt, und zwar in folgende Richtung: weg-von-säkularem-Gedankengut.

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Die Türkische Republik Nordzypern 5

Kürzlich schrieb mir ein Kollege, ob wir am Wochenende nicht „zocken“ gehen wollen?
Stellte sich dann heraus, dass er „Tennisspielen“ meinte. Bislang war für mich ein Zocker jemand, der an Automaten hängt oder sich hinter Spielkarten in der Hand versteckt etc.

Der Tourismusminister im Norden Zyperns, Herr Mehmet Ersoy, ist, schau an – schau an, zufällig auch der Besitzer eines Zockerladens, genauer eines Casinos, und zwar im Norden. Waren Sie etwa auch schon dort, im „Voyage Hotel“?
Es handelt sich um 2 Brüder bei den Ersoys, die von der Türkei aus ansonsten ihre Geschäftchen machten und noch immer machen. Mehmet ist auch derjenige der beiden, der seinerzeit 51% der Anteile für die „Turkish Cypriot Airlines“ (KTHY) kaufte (gekauft haben soll).

Wie es auch in der Türkei noch üblich ist, haben die Ersoys weitere Geschwister, Verwandte oder Ehepartner. In diesem Zusammenhang wäre beispielsweise die Nisa Ersoy nennenswert. Diese geschäftstüchtige Dame betreibt nämlich seit 2015 das „Elexus Hotel“ in Nordzypern. Nisa ist die Ehefrau des Bruders von Mehmet, des Murat Ersoys also.
Nisa Ersoy indes ist nicht irgendein Mädchen vom Lande aus unbekannter Familie, sondern sie ist die Tochter des Mahmut Bozkurt. Von dem haben Sie eventuell schon gehört oder gelesen, zumal er einst Abgeordneter der Mutterlandspartei (ANAP) war, die sogar einen Kurden an ihrer Spitze hatte, der aber – das ist seit Jahren – auf eher mysteriöse Weise verstarb, und zwar im Range eines Präsidenten der Republik Türkei. Die Rede ist von Herrn Turgut Özal.
Der Herr Papa der Frau Ersoy ist seines Zeichens auch einer der Gründer der „Iyi Partei“, die bei den Wahlen zum Präsidenten 2018 etwas von sich Reden machte, da diese Partei – entgegen der ANAP-Tradition – auf dem rechten politischen Auge der türkischen Nation auffallend laut auf völkisch macht und machte; und an der Spitze der Iyi ist eine Frau derzeit, die Meral Akşener.

Wie es das Schicksal will, ging die Firma des zuerst genannten Ersoys damals im Juni 2010 (angeblich) Pleite. Man hatte mit der oben genannten nord-zyprischen Airline, der KTHY, anscheinend zu viele Schulden angehäuft, sodass jemand wie die noch immer recht erfolgreich operierende „Atlasjet“ unterstützend einspringen musste – wie edel von ihr.
Wie auch immer die eben genannte Chose gelaufen sein mag, Transparenz sieht transparenter aus. Man weiß also nicht, soll das zuletzt Geäußerte besagen, wie genau die nord-zyprische quasi Staatsairline KTHY zu Atlasjet mutieren konnte und wer da alles seine Händchen mit im Spiel hat.
Letzteres ist ja kein unbekanntes Muster. Solche undurchsichtigen Geschäftchen sind heutzutage ja Gang und Gebe – leider.
So viel weiß man dann aber doch: Tayyıp Erdoğan und Herr Cemil Çiçek (Justizminister, Regierungssprecher, Vize-Ministerpräsident) sollen dafür gesorgt haben, dass der Airline-Deal so wie beschrieben und nicht anders über die Bühne ging.
Herr Çiçek ist jemand aus der APK-Truppe, der als einer der Gründer der derzeitigen Regierungspartei, AKP, der Türkei genannt werden kann.
Wenn die vorliegenden Informationen nicht völlig daneben liegen, ist der Herr Çiçek inzwischen etwas – oder gar total –in Ungnade gefallen bei dem Sultan vom Bosporus/Istanbul und Çankaya/Ankara.
Ja, auch hier warten alle ganz gespannt darauf, am Rande bemerkt, wann der zukünftge Sultan sich offiziell zu ‚Sultan Erdoğan‘ küren lässt. Müsste schon bald sein oder passieren, denn der Jüngste ist der Herr Erdoğan ja nicht mehr.
Und auch Sultane müssen irgendwann abtreten und bei Petrus an die Tür klopfen, und dort um Eintritt bitten. Kann aber sein, dass die Himmelspforten wie von alleine aufgehen bei solch hochrangigen und unbescholtenen Herren und ihren Damen. Wir werden es sehen, hoffentlich nicht schon demnächst!?
Auf Letzteres komme ich, weil das, was auf Erden läuft oder passiert, soll ja im Himmel seine Fortsetzung oder Konsequenzen haben. Und so ist dann auch verständlicher, wird angenommen, dass Gleiche mit Gleichen, wie man sagt, möglichst verkehren. Und daher liegt nahe, dass der Herr Ersoy, wie auch sein Bruder, beste Beziehungen in Regierungskreisen der Türkei unterhielten und unterhalten. Man spricht davon, dass der Kontakt zum jetzigen Parlamentspräsidenten der Türkei, Binali Yıldrım, vorzüglich sein soll. Und letzterer ist ja seit den frühen Anfängen der AKP ein wackerer Mitstreiter des zukünftigen Sultans, wenn es denn je zu solch einem Amt in der (einstigen) säkularen Republik Türkei (wieder) kommen sollte. Es gilt, zugegebenermaßen, noch einige Hürden zu nehmen, um solch einen irdisch-unirdischen Posten einzurichten.

Eine dieser Hürden hat Herr Erdoğan und sein im Entstehen befindliches re-osmanisiertes Regime jedenfalls schon Mal genommen: die Presse/freiheit.
Nicht zu leugnen ist, dass diese genommene Hürde des Regimes in Ankara auch Auswirkungen im Norden Zyperns hat. So hat eine Zeitung namens „Afrika“ dort gerade recht viel Stress mit einigen aufgebrachten Bürgern/türkischen Siedlern zu laufen, die finden, es werde anti-türkisch berichtet und daher müsse diese Zeitung „weg“. Auch anti-islamisch werde berichtet, was verwerflich sei. Schwere Vorwürfe also.
Immerhin: Im Norden soll es noch 20 Tageszeitungen geben, 23 Radiostationen, 12 TV-Stationen, 4 Web-TV’s und über 50 Internet-Zeitungen, zu denen wir uns hier von Zypernundmehr-News selbstverständlich nur indirekt zählen. Dies, weil für uns ist Zypern NATÜRLICH ein gesamtes Etwas. 1 Insel mit einer Trennlinie, die im Grunde keine Trennlinie sein sollte, es vielleicht auch nicht mehr wirklich trennend ist. Die Grenze, die den Norden vom Süden teilt oder zu teilen vorgibt, wird von manchen biologistisch denkenden Zeitgenossen zuweilen in Vergleich gesetzt mit den beiden Herzkammern, die in unseren Brustkästen schlagen.
Wir überlassen es Ihnen, hier angekommen, zu orten, wo denn wohl das venöse oder arterielle Blut in diesem Vergleich und auf der Insel strömt. Jedenfalls scheint das eine Zypern das andere Zypern zu brauchen, um zu existieren. Das ist wohl die Message, die solch Vergleich uns geben soll. Und wahrhaft: Die Trennung nährt und nährte gewisse Kreise recht gut bislang.

Sollten Sie es noch nicht wissen: Die erste türkisch-zyprische Zeitung kam bereits vor 129 Jahren heraus und hieß „Saadet“ (Glück). In der Türkei gibt es derzeit eine Partei mit diesem Namen. Die Mitglieder der Saadet sind etwas oder mehr islamisch angehaucht – der im Jahr 2011 am 30. Juni verstorbene türkische Politiker Necmettin Erbakan lässt dergestalt also noch immer grüßen, und so weiter.
Stets am 11. Juli wird im Norden indes der sogenannte Pressetag gefeiert – jedes Jahr aufs Neue. Und diese Feiern haben nichts mit dem Todestag Erbakans zu tun – jedenfalls noch nicht.
Überhaupt:
Es gibt im Grunde noch so viel aus dem Norden zu berichten, sodass nun, wenn schon die Rede von der Presse ist, wir doch einfach mal bei diesem Thema recht spezifisch verweilen.
Von der „Afrika“-Tageszeitung des Nordens war zuvor bereits die Rede. Da gilt es nun auch noch die „Politis“ aus dem Süden kurz anzuführen. Denn in beiden Blättern schreibt Şener Levent, und zwar auf Griechisch und auf Türkisch, je nach dem – und jedes Mal so, dass es dem Regime in der Türkei wenig gefallen dürfte, was es da zu lesen gibt, aber den Südzyprern, die sich mit dem Gedanken, dass die Türkei DRÜBEN noch immer den Ton angibt, schon.
Herr Şener wurde vor Kurzem ‚eingeladen‘ nach Ankara zu kommen, um eine Aussage vor Gericht zu machen. Er sagte dazu:
„Ich denke gar nicht daran, in dieser Angelegenheit schuldig zu sein. Weil ich unschuldig bin. Ich halte es nicht für erforderlich, dort hinzufliegen. Den Tatvorwurf lehne ich ab!“
Dem nicht genug schrieb Şener in einer seiner Kolumnen, dass der Richter Tacan Reynar, der diejenigen verknackte, die vor nicht allzu langer Zeit die Afrika-Tageszeitung im Norden attackierten, schon seit geraumer Zeit seine Koffer gepackt habe, um fortan in Kanada zu leben. Tacan wird wohl wissen, warum er ausgewandert ist, vermuten wir hier.
Dann darf noch berichtet werden, dass Şener eventuell als unabhängiger Kandidat bei den Europawahlen ins Rennen gehen könnte. Einer Partei mag er sich nicht anschließen, meint er. Wenn er gewählt würde, und das rechtzeitig, wer weiß, vielleicht werden ihn dann die langen „Schwarzen Arme“ (karakol) der türkischen Justiz nicht zu fassen bekommen. Genügend Wirbel dürfte er dann im Europa Parlament aufwirbeln, spekulieren einige, und zwar so lange werden sie das dann wohl tun, wie sich das Gegenteil davon nicht bestätigt hat.

Nun! Sie, verehrte Leser, werden sich gewiss schon gefragt haben: Was hat der Herr Şener denn getan, dass Ankara so sauer auf ihn ist oder sein soll; und gibt etwa keine Kostprobe davon?

„Aus welcher Hölle bist Du in mein Land gekommen, welches nach Zitronen und Jasmin duftet?
Wie?
Hau ab!
Du wirst gehen!
Diese kleine Insel hat viele Könige gesehen und Sultane.
Du wirst gehen!
So wie Du gekommen bist!
Wirst Deine Sprüche, dass Allah der größte ist, sowie Dein Fluchen nehmen und abhauen! …
Wenn Du türkisch bist, ich bin es nicht.
Wenn Du Patriot bist, dann bin ich ein Verräter.
Ich unterhalte eine illegale Organisation, jene mit Jasmin, Zitronen, Nelkenrosen und Eukalyptus. Bin weder EOKA, noch TMT [sind 2 ehemalige süd- und nordzyprische Geheimbünde, die vor 1974 politische Gegner Killen gingen].
Wir sind von oben bis unten bewaffnet. Unsere Waffen sind Blumen. Und mein Füllfederhalter versteht keine Worte. Sogar ich kann ihm nicht eingeben, was er schreiben soll. Und Du denkst, Deine Steine, Dein Geschrei können ihm sagen, was es zu schreiben gilt?
Ihr seid die Feinde!
Ihr seid allem feind, was schön, bezaubernd und richtig ist. Feind der Griechen, weil er Grieche ist. Den Kurden ein Feind, weil er Kurde ist. Feind der Armenier, weil er Armenier ist und Feind der Alewiten, weil er Alewi ist. So seid ihr auch Feind jedes einzelnen Christen, weil er nicht Muslim ist.
Ihr seid unsere Feinde! …
Feind jener, die sagen, sie sind Türkischzyprer und nicht Türken!
Du sagst zu mir: Wenn es Dir nicht passt, geh und leb drüben im Süden!
Du bist damit noch nicht mal komisch. Bringst mich aber doch zum Lachen … Blödmann … .
Hat mein Land etwa einen Norden oder Süden? Das ganze Land ist meines, Norden und Süden gleichermaßen. So auch der Westen und der Osten. Ich kann leben, wo ich mag … .
Was auch immer Du tun wirst, Du wirst nicht im Stande sein, schneller als eine Taube zu fliegen.
Ich wünschte, ich könnte Dich lieben. Doch Du bist nicht liebenswert.
Aus welcher Hölle bist Du in mein Land gekommen, welches nach Limonen und Jasmin duftet?
Hau ab, geh!
Du wirst gehen!
So wie Du gekommen bist!“

Vielleicht haben Sie ja dasselbe Problem wie ich, wenn Sie den Namen des Präsidenten der Türkei schreiben wollen oder sollen, sich aber irgendwie nicht merken können, wie die beiden Vornamen geschrieben werden, nämlich mit „b“ oder mit „p“?
Hier ihre Gedächtnisstütze, die Eselsbrücke, wie man sagt, also:
Weil über dem „g“ des Familiennamens „Erdoğan“ ein Zeichen steht, das aussieht wie ein Falke, der über etwas fliegt, können die beiden Vornamen nur ein nach unten weisendes „p“ haben und kein „b“, weil sonst hätte der Falke – Erdoğan bedeutet übersetzt Falke – kein gutes Jagdgebiet.
Oder aber Sie merken es sich so:
Wir erinnern, dass „Recep Tayyip“ wie die beiden p’s nach unten geht oder führt oder so geschrieben wird; weil der Erdoğan im Gegensatz dazu wie ein Falke über dem Unteren fliegt, das ist über den p’s, und sie derart in Schach hält oder aber bejagt.

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