Feeds:
Beiträge
Kommentare

2019 ? !

2019,
das kommende Jahr also,
da werden die meisten Zyprer, die unbedingt in Spielcasinos spielen gehen wollen, mit Hilfe eines Artikels aus der Cyprus Mail (George Koumoullis) von heute die Möglichkeit haben,
zu wissen,
dass in diesen neueröffneten Orten hier auf Zypern internationale Standards in Sachen Auszahlung von ‚Gewinnen‘ an Maschinen nicht eingehalten werden,
vorerst.

Dass Spieler dieser Hinweis erreichen könnte,
für manche eventuell bereits etwas spät,
wer weiß,
ist lobenswert. Bleibt zu hoffen, dass sich die News,
dass Gewinnchancen in Casinos im Süden der Insel so in etwa 3 Mal geringer sind oder sein können,
dafür umso schneller herumspricht. Viel spricht dafür, dass Letzteres der Fall sein wird. Die Insel ist relativ klein. Sie kennen sich auf der einen oder der anderen Seite jeweils.

Man spricht im Allgemeinen miteinander.

Ob aus dem Ausland kommende Spieler von dem genannten Umstand erfahren werden, ist ebenfalls zu erwarten, wenn sie sich die Mühe machen, Informationen einzuholen oder aber mit Einheimischen sprechen.
Anscheinend stehen in den Casinos allen Spielern gängige Spiele zur Verfügung, die beispielsweise auch in bekannten Spielcasinos irgendwo in Mitteleuropa oder andernorts aufgefunden werden können.

Englisch ist Umgangssprache an oder in den Automaten, die bedient werden.

Ansonsten?

Wird schon gutgehen, 2019.

Guten Übergang!

 

Tourismus – Zypern

Ihnen gefällt Zypern

 

95% der Touristen reisen mit positivem Eindruck ab!

Eine Umfrage bei Abreisenden der zyprischen Organisation für Tourismus [KOT] bringt Gewissheit über die Dynamik des zyprischen Tourismus‘.

Von: Giannis Seitanidis

 

 

Die Antworten der Reisenden bei der Umfrage, die am Flughafen von Larnaka und Pafos im Zeitraum von Juni bis September 2018 bei Abreisenden getätigt wurde für die Zyprische Tourismus Organisation, belegt die Dynamik des zyprischen Tourismus‘.

Eine überwältigende Mehrheit der Befragten drücken eine sehr hohe Zufriedenheit aus, beinahe alle geben an, eventuell zurückkehren zu wollen, und für 3 von 4 Befragten war Zypern Erste Wahl bezüglich der Frage: wo verbringen wir unseren Urlaub?

Und ja, Einer von Dreien hatte die Insel bereits davor schon mal besucht gehabt.

 

Es ist angebracht darauf zu verweisen, dass die Untersuchung folgendes zeigt: Es gibt eine begrenzte Anzahl von Touristen, die Flughäfen Südzyperns [της Δημοκρατίας] benutzen, um letztendlich in den Norden [die Besetzten (Gebiete): τα κατεχόμενα] zu gelangen – kostengünstiger Verbleib und Eindringen von Airbnb.

 

Die Ergebnisse

 

Insbesondere 2% der Reisenden sprechen bezüglich des gesamten Reiseaufenthalts von völliger Zufriedenheit (Bewertungsgrad: 5 von 5); und 35% sind zufrieden, das heißt 4 von 5.

Der Bereich, wo die gesamte Reise mit dem Grad 1 oder 2 von 5 bewertet wird, lag gerade so bei -0,2. Die Ergebnisse sind im Großen und Ganzen Vergleiche mit den entsprechend durchgeführten Untersuchungsergebnissen aus 2017.

Weitaus besser war die Bewertung der Gastfreundlichkeit, die den Reisenden zuteilwurde, wohingegen am schlechtesten die Bewertung der baulichen Struktur sowie der Unterhaltungsmöglichkeiten ausfiel.

Als Grund, Zypern als Reiseziel für die Sommerferien gewählt zu haben, gaben die Reisenden die Sonne, das Meer, die Ruhe und die attraktive Umwelt, die Gastfreundlichkeit der Zyprer, die Gastronomie und die Kultur als Grund an.

Auch interessant ist der Bereich, wo gesagt wird, man hat Zypern gewählt, weil man es bereits besucht hat (28%) oder weil Freunde es einem vorgeschlagen haben, Verwandte (24%).

 

85% der Befragten gaben an, Zypern sei Erste Wahl gewesen für die Ferien (im Vergleich zu 84% im Jahr 2017).

Die restlichen 15% äußerten, ein anderes Land sei Erste Wahl, besonders Griechenland (28%), Spanien (14%), die Türkei (10%) und Italien (9%).

Ein hoher Anteil sagte, er würde Zypern als Reiseziel anderen vorschlagen: 89% bewerteten mit 8 Punkten, 9 oder 10 auf einer Skala von 1 bis 10, dass sie solch Vorschlag machten. Größere Unterschiede bezüglich dessen, woher die Touristen stammen, fallen hier nicht ins Gewicht – allerdings mit der Ausnahme der Briten, wo dieser Wert gar auf 94% anstieg.

 

Zuletzt zur Wahrscheinlichkeit, dass zurückgekehrt wird, um auf Zypern Ferien zu machen in den folgenden 3 oder 4 Jahren. Hier antworteten 92% mit „wahrscheinlich/sicherlich Ja“. In diesem Bereich erbrachten Reisende aus Russland den höchsten Wert (96%). Der niedrigste kommt von Skandinaviern (83%).

 

Der Aufenthalt

 

95,8% der Reisenden blieben ausschließlich im Süden [befreiten Bereichen: ελεύθερες περιοχές]. 2,2% verbrachten ihre Zeit ausschließlich im Norden, wobei 2% sowohl Hüben, wie auch Drüben ihren Urlaub verbrachten. Setzt man diese Werte in Zahlen um, so sind 46.321 Reisende in den Norden rüber und 42.113 besuchten beide Inselteile. Die Zahlen sind wichtig. Sie geben Auskunft über die wirtschaftliche Aktivität im Norden.

Gemäß der Analyse der Organisation für Tourismus haben diese Werte sich nicht dramatisch geändert zu denen, die 2017 erhoben wurden. Im diesjährigen Sommer blieben 94,5% der Touristen ausschließlich im Süden, 3,5% im Norden und 1,9% in beiden Teilen.

Doch einen fühlbaren Unterschied gibt es bei dem Punkt Herkunft der Reisenden. Jene von ihnen, die ausschließlich im Norden sich aufhielten, stammten meist aus Deutschland (6,7% = 4.941). 2017 stellten die Israelis die meisten, die den Norden besuchten, nämlich 10%. Jedoch lediglich 5,8% der Briten hatten den Norden ausschließlich als Ziel.

 

 

Die Unterkunft

 

Was die Art der Unterkunft angeht, so wohnten 3 von 4 Besuchern in Ferienhotels und in organisierten Wohnungen (im Vergleich zu 7 von 10 im Jahr 2017). Der Teil der Reisenden, die in gemieteten Wohnungen oder Landhäusern waren, stieg um 9,9% an (14,6% in 2017). Und wie im Jahr 2017 gab es einen Teil Reisender, die mit Airbnb unterkamen (3,7% = 77.910).

Jene, die in Hotels wohnten sowie anderen organisierten Unterkünften, von ihnen wählten 25% das Angebot „All inclusive“ – so auch im Jahr 2017. Hier führten die Skandinavier die Liste an, und zwar mit 41%; die Griechen waren in den Hotels am wenigsten vertreten (2%).

 

Nach Angaben der Tourismus Organisation Zyperns wurden die ermittelten Werte passend geschichtet, auch stellvertretend zu genügen, um daraus wertvolle Schlüsse ziehen zu können seitens der touristischen Hauptorte und -quellen Zyperns. Die zentralen Ergebnisse der Studie stimmen überein mit den Orten, wo Touristen eben am häufigsten sich aufhalten und sind.“

Der Artikel erschien in der Politis vom 19. Dezember 2018.

Inzwischen scheint die Sonne wieder prächtig, auch an der Küste zwischen Larnaka und Limassol. Das war gestern und vorgestern nicht der Fall – in Nikosia allerdings schon. In Nikosia scheint der zentrale Platz namens Elefteria womöglich noch vor Weihnachten 2019 erkennbare Formen als Hauptplatz der Stadt annehmen zu wollen. Dieses Jahr ist er – im Gegensatz zu den Versprechen, die gegeben wurden seitens des Bürgermeisters etc. – mal wieder zu nichts Weiterem zu gebrauchen als dort seine Kracher und anderes Zeug reinzuhauen an Silvester.

Gewiss, gewiss!

Sie haben gewiss Besseres mit ihrem Geld vor, als es in der Luft krachen oder zischen zu hören und farbig funkelnd davon fliegen zu sehen?

Erdogan: Ziel erreicht?

Einmal mehr ein Bericht zum Demokratie-Abbau in der Türkei, aber auch zu unterschwelligem Zorn, ja Aufmüpfigkeit.
Von zumindest Ersterem weiß man in Brüssel und in all den Hauptstädten der EU sehr wohl. Dennoch hat offensichtlich niemand den Mut, Erdogan und seinen Gesandten öffentlich ins Gesicht zu sagen: „Diktator!“, „Diktatur!“ „Folterstaat!“

Apropos: Herr Erdogan wollte kürzlich, dass man sein so fortschrittlich geführtes Land als Entwicklungsland einstufe, damit auch er/es Geld kriegt wie ein Entwicklungsland. Man hatte sich ja gerade getroffen, um die Welt zu einem saubereren Ort zu machen, angeblich. Keine Ahnung, ob Sie dieses ‚Gipfeltreffen‘ vor lauter Gipfeln, die sich treffen, noch erinnern können. Alle haben sie dort jedenfalls wieder gute Hoffnung verstrahlt.

Nun!

Herr Necmettin Çalışkan schreibt am 14. Dezember 2018 auf Seite 12 in der erbakanischen, oder zeitgemäßer sprechen wir ab jetzt besser, wenn überhaupt, von karamollaoğluschen Tageszeitung „MillȋGazete“:

 

Sollten Koalitionen nicht der Ruin der Republik Türkei sein?

Wir bewegen uns in der Neuzeit, das heißt, nach dem Beginn des neuen Präsidentschaftssystems [in der Türkei], seither geschwind auf die ersten Bürgermeisterwahlen zu.
Nach dem 24. Juni 2018, als der Präsident und die Parlamentarier gewählt waren, sollte in der Türkei ja eine neue Ära beginnen. Gesagt wurde, dass zwei Männer an der Spitze, genauer ein Präsident und ein Ministerpräsident, dem Lande nichts nutzten. Letzteres würde das Land dazu verdammen, durch Koalitionen regiert werden zu müssen. Danach werde solch Regieren nicht mehr von Nöten sein. Einer wird dann die Entscheidungen treffen, und in der Staatsführung wird Stabilität daraufhin einsetzen. Entscheide würden gefällt, die von Bestand seien etc.

Welch große Träume haben DIE [für uns derart] errichtet.

Komm, und seh dir an, was beim neuen System über das zu Erwartende hinausgehend, wenn so gesagt werden kann, die Politik versperrt – es hat nämlich jeden von jedem abhängig gemacht. Alle [Nichtregierungs-]Parteien bewegen sich [neuerdings] zusammen, stimmen sich ab, bilden Koalitionen, weil sie das so tun müssen. Unter einem Dach sind sie [derart] unfreiwillig vereint, schon bald werden sie sogar nicht mehr bereit sein, gegensätzliche Positionen voneinander sich anzuhören, belegen sich bereits mit Worten, die sogar ihre Feinde rot anlaufen lassen: „abnormal“, „Pest infiziert“, „Vaterlandsverräter“, „Separatist!“ Das sind mit die härtesten [rhetorischen] Ausfälle.

Mit der neuen Verfassung hat sich der Name ‚Koalition‘ geändert, so auch deren Timing, die Berichterstattung [darüber], ihr Inneres. Aber [, man gucke und staune], zu koalieren ist verbindlich und dauerhaft geworden, geschweige denn zu Ende.

Ist es nicht so:
Zu koalieren wie die Regierung ist in den Rathäusern [anstatt] als etwas Notwendiges auf den Plan gekommen. Sogar, wenn du 49,9% Stimmen hast, sagt dieses Ergebnis nichts. Denn wenn du 50 + 1% nicht erreichst, bist du gezwungen, dich mit jedem zu verbünden, als [Art] Minderheiten-Bund.
Zeitlich vor [diesem eben dargestellten Zustand] wurden Koalitionen nach den Resultaten der Auszählungen [nach den Wahlen] geschlossen. Jetzt wurde geboren, dass Koalitionen bereits schon vor den Wahlen geschlossen werden müssen. Früher wurden Koalitionen nur zum Zweck, ein Regierungsprogramm zu erstellen geschmiedet. Jetzt werden sie über Parteien und Parteimitglieder gemacht. Früher schlossen Koalitionen nur jene, die eine Regierung bildeten. Heute ist die Opposition dazu gezwungen. Früher einigten sich die Koalitionäre auf einen Mittleren Weg [durch Koalitionsverhandlungen]. Heute bedrohen sie sich schon fast beim Schließen einer [solchen] Vereinbarung. Früher war das Zustandekommen einer Koalition eine Frage der Geneigtheit oder Bevorzugung – wurde eingegangen, um einen Zweck zu verfolgen. Heute müssen die politischen Parteien eine eingehen, um am Leben bleiben zu können.
Ein Ergebnis all dessen ist [eben] die Notwendigkeit, Bündnisse oder Koalitionen eingehen zu müssen. Heute ist jener, der eine Koalition eingeht, ein Vaterlandsliebhaber. Der das anders sieht oder macht, ein Landesverräter.
Sich selbst gönnen sie[, die Herren und Damen von der AKP sind gemeint,] kein „Schlamm-Bündnis“, aber anderen [gern] ein „Demütigungsbündnis“. Was sie tun ist heilbringend, was andere tun eine Sünde.

Inzwischen ist es in unserem Land wie in den USA, wo die Republikaner versus Demokraten und die Rechten versus Linke sind – also eine duale Struktur herrscht. Hoffen wir, dass der Fehler an diesem System schon bald erkannt wird und ohne es bereuen zu müssen zu einem angemessenen System übergegangen wird.

Bis hierhin kommt jemandem das Alles vielleicht angemessen vor. Doch das grundlegend größere Problem von hier ausgehend, ist dieses:

Wie wir kapiert haben, haben die AKP und die MHP sich bei den Wahlen [vor ein paar Monaten] angegangen, dann kam es zum Stillstand ihrer Regierungskoalition, dann riegelten sich voneinander ab und noch während dessen gewann ihr Zusammenkommen wieder an Geschwindigkeit. Wie hier verstanden wurde, wurden [ dabei gleichzeitig] neue Schritte gesetzt, indem Provinzen aufgeteilt wurden, als man sich im SARAY-Komplex traf[Letzteres ist der riesen Präsidentenpalast, welchen Erdogan in Ankara in einer ‚Umweltzone‘ widerrechtlich erbauen ließ].

Unser Land ist nun [also] in eine neue Phase eingetreten und am 31. März 2019 wird mittels der Bürgermeisterwahlen das neue Präsidialsystem integriert und derart [wird dieser Integrationsprozess sodann] vollends vollzogen sein. Von Freunden aus der AKP ist in letzter Zeit zu hören: „Allen Kadros werden Einheiten einverleibt.“ Danach ist diese Phase vollendet. Unterschiedliche Institutionen, Gewerkschaften, Ämter und so weiter werden [also] übernommen.
Ihr kümmert euch dann besser ums weinerliche Klagen[, wird uns gesagt]. Gemeint ist: Die anstehende Wahl wird die Änderungen der Verfassung nach dem 15. Juli 2019 mit sich bringen. Das letzte Glied des Präsidentschaftssystems wird dann vollendet worden sein. Danach werden alle Kadro kampflos der MHP unterliegen – und diese Phase, die wird dann beginnen.

Mit Bedauern werden wir[, gemeint sind vor allem diejenigen von der Saadet Partisi,] dann unsere alten Freunde sehen, jene, die der Zugkraft der AKP gefolgt sind, und deren allerletzte Liquidation.
Wir hoffen, [diese Erfahrung] wird ihnen ein Instrument, um [endlich] aufzuwachen.

Wie weit auch immer die Türkei in die Ein-Mann-Phase [der Regierung] sich begeben wird, wird sie nun [gewiss] ihre ewigen Werte verlassen, sich verschließen, nationalistische Reden aufhören zu äußern.
Ihr fahrt [daher besser ruhig] fort, Nationaler Wille, Demokratie, Widerstand zu schreien. Doch jener, der das Pferd gestohlen hat, ist schon [drüben] in Üsküdar!
Wie auch immer:
Wir, nachdem das Gemeinwesen [jahrelang] geschützt wurde, können [auch] alles verschwenden.

Der Logik [etwa] ein Opfer bringen, da es keinen Souverän gibt?“

 

Ja, gewiss!
Auch der Herr Professor hat seine Mängel und politischen et cetera Interessen.
Doch den Herren Ata Atun vorerst noch etwas anzuführen und daher zu übersetzen, macht durchaus Sinn, weil er immer interessanter wird in der MillȋGazete schreibend.
In die türkisch-zyprischen Blätter könnte sehr wohl auch mal wieder ein Blick geworfen werden, um das, was Herr Professor von sich gibt, zu überprüfen. Da haben Sie recht, sollten Sie so etwas Ähnliches gerade gedacht haben.
Was in den südzyprischen Blättern zu den Entwicklungen in Sachen Wiedervereinigung steht, dazu ist zu sagen: Viele haben bereits den Glauben an ALLES verloren, dass sich Wille zur Vereinigung mit dem anderen Inselteil nennen könnte.
Doch nun, man höre, lese und staune:

‚Schlimmste‘ Befürchtungen, die hier vor Monaten bereits geäußert wurden, könnten gar wahr werden!?
Prof. Dr. Ata Atun schreibt dazu:

„Seitens der USA neue Initiativen

Bezüglich der Lösung des Zypernproblems, richtiger: wegen der Gier der Griechen finden die Extratouren der EU und der USA auf Zypern kein Ende, es kommt und geht [, gemeint ist], „die Herrschaft des Westens erneut zu gründen.
Was geht gerade ab?
Die vorübergehende Sonderbeauftragte der UN für Zypern, Jane Holl Lute, hat, um die Wiedervereinigungsverhandlung erneut beginnen zu können, Schritte unternommen, [die da sind,] dass die USA im Süden Zyperns einen neuen Militärstützpunkt errichten – so viel zu den Treffen [Lute‘s] mit der Regierung aus dem zyprischen Süden. Die USA beabsichtigt einerseits Boden-, Luft- und Marinekräfte vertraglich gestützt zu stationieren auf südzyprischer Seite, andererseits einen unitären griechisch-zyprischen Staat zu gründen [ – hat irgendwie Parallelen mit den Dingen, die zwischen Israel und den Palästinensern anzustehen scheinen]. Den Südzyprern wird [sodann] die Vollmacht erteilt und sich selbst bestellt die USA zum unsichtbaren Teil, der die Insel [aber] führt [, führen wird].
Wirklich sehr klug und genial.
Frau Lute wird vor [der zyprischen] Weihnacht, am 24ten oder 25ten Dezember höchstwahrscheinlich in Zypern eintreffen. Sicher ist, dass die Dame es eilig hat, für Zypern eine Lösung nach dem Gusto der US-Amerikaner zu finden. Wenn sie die Insel betreten wird haben, fehlen noch 15 Monate, bis die Präsidentschaftswahlen im Norden Zyperns sein werden. Es wird wenigsten 3 Monate vor den Wahlen geworben werden. Das heißt, es bleiben ihr noch 12 Monate. In diesen [eben genannten] 3 Monaten können noch heftige Vorfälle passieren oder wichtige Themen aufgeworfen werden, sodass Wiedervereinigungsverhandlungen zu führen, als nutzlos betrachtet werden könnte. Und damit Lute die Hände nicht gebunden sein werden, wird sie aus ihrem Portefeuille Dinge aufziehen, die die Verhandlungen fruchtbar nutzen lassen [werden].
Sie hat 2 wichtige Themen vor sich, die Frau Lute. Eines hat quasi nichts mit ihr zu tun. Sie ist [dennoch] sehr interessiert. Auf ihrer Agenda ist zuvorderst die Errichtung erwähnter Militärbasis und die US-Soldaten juristisch einwandfrei zu stationieren. Das Andere ist, sich Extratouren und Verschleierungstaktiken zu bedienen, bei Bedarf zu drohen und zu erpressen, um die 1960 vereinbarte Garantiemachtstellung der Türkei für Zypern aufzuheben, die in der Verfassung [damals] stand – siehe Vertragsvereinbarung. Das Garantie-Abkommen EKI, Paragraph 4, in dem steht, dass die Türkische Befreiungsarmee legal sich auf Zypern befindet, soll aufgehoben werden und die Armee soll sich zurück in die Türkei ziehen. Dem Letzteren zuzustimmen, dazu sollen die beiden zyprischen Verhandlungspartner geneigt gemacht werden. Sodann werden Verhandlungen erneut ausgemacht, und zwar ohne ein vorgesehenes Ende, ohne kalendarischen Ablauf. Wer auch immer die Wahlen gewinnt [im Norden], wird sie gewinnen – doch wird er/sie gezwungen sein, weiterzumachen, wie es erwartet wird.
Und genau so definiert Frau Lute auch ihren Job hier auf der Insel. Das ist Teil ihrer Mission und Ziele. Sie hat alles bereits Millimeter genau austariert.
Andererseits:
Es widerspricht der Verfassung aus dem Jahr 1960, dass zum Einen neben den Briten nun eine weitere Macht sich eine Basis schafft auf Zypern; und zum Anderen, dass die türkische Freiheitsarmee die Insel zu verlassen haben soll, die hier legal sich aufhält. Bekanntlich sind die Britin in Akrotiri und Dikelya.
Es ist folgendes klar:
Die Südzyprer nutzen ihren Vorteil, in der EU zu sein. Und bevor sie der Türkei einen diplomatischen, dann einen offen Krieg erklären, lehnen sie sich an die USA an [- und schon seit Längerem für alle gut sichtbar an Israel]. Sie beabsichtigen, unter den Fittichen der USA und der EU die Türkei zu attackieren.

Anastasiadis [Präsident Südzyperns] vergaß, richtiger: Seine Stoßgebete wegen der Reaktion Russlands wird er nicht vergessen haben. Dass Moskau diesen militärischen Plänen etwas entgegensetzen wird, ist offensichtlich. Russland wird Zypern destabilisieren, wenn so etwas[, wie das oben Dargelegte,] aufgezogen wird. Es wird sich negativ auswirken, dass die Insel noch mehr Soldaten beheimaten wird. Urheber solcher Pläne sind die USA, wie auch die Nato [Israel dürfte da genauso wie Tsipras in Athen ebenfalls die Hände im Spiel haben]. Unsichere Zeiten stehen an.

Wir erinnern:
Das letzte Wort hatte 1974 nicht etwa Washington, sondern die Sowjetunion – was der Türkei zugutekam. Vor dem Hintergrund, dass sich Geschichte wiederholt, sollte dieser Spruch noch gelten, dann werden die Türkei und Russland am Ende wieder das letzte Wort haben … .“
Hurra, die Amis kommen!
Oder:
Hilfe, die Amis kommen!
Die Russen sind jedenfalls bereits in großer Anzahl auf Zypern: als Geschäftsleute, Reisende etc. Die Israelis auch, nicht nur die Briten. Wenn von Zypern davor die Rede ist, dann sei gesagt, das bezieht sich im gegebenen Kontext auf beide Teile der Insel – Norden, Süden.

Erfreulicher Weise bringt die ‚erbakanistische‘ oder ‚milligörüşistische‘ türkischsprachige MillȋGazete öfters Mal einen Beitrag zu Zypern.
Heute wollen wir gleich 2e übersetzt unterbreiten. Der erste Beitrag stammt von Prof. Ata Atun. Der zweite von Herrn Adnan Öksüz.

 

 

„In der Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) [herrscht] große Gefahr [durch eine] Offensive der Maroniten!

 

Seitens des Sitzes des Präsidenten Nordzyperns ist eine Aufforderung an einige Ämter [des Landes] ergangen, das Nötigste zwecks Rückkehr der Maroniten zu veranlassen. Die Beraterin [der Regierung] Gürdal Hüdaoğlu stellte klar, dass an das Bau- und Verkehrs, Landwirtschafts-, Umwelt- sowie an das Wirtschafts- und Energieministerium ihr Schreiben einzeln erging, worin für die Instanthaltungsarbeiten in den Dörfern Gürpinar, Karpaşa und Özhan ein Betrag von 9 Millionen 820.891 TL und 7 Kurus veranschlagt wird; also, dass [erwähnte] Instanthaltungsarbeiten im Vorkostenanschlag wie auch Karten, die entworfen wurden, enthalten sind – das Geld dafür zur Verfügung steht.

Kurzgefasst:

„Es wird als erforderlich erachtet, dass jene Beschlüsse seitens einer hochkarätig besetzten Sitzung – im Regierungssitz vom 26. Juli 2017 gefällt – verpflichtend sind, und der Öffentlichkeit zu erläutern ist, dass im Rahmen der oben genannten Offensive die Dörfer Karpaşa, Gürpinar und Özhan zwecks Ansiedlung vorbereitet zu werden haben, entsprechende Arbeiten [daher] zu Ende zu bringen sind. Um die Gelder dafür zu haben, ist erkannt worden, dass andere Projekte mit Hochdruck fertigzustellen sind. Letzteres hat große Wichtigkeit“, sagt Hüdaoğlu.
„Sollen die doch kommen, was kann schon passieren“, mit solchen Kommentaren [oder Haltung] kann diese maronitische Offensive nicht ausgesessen werden.
Bei den Südzyprern, die nicht ein einziges Mal gute Absichten mit einem kleinsten Entgegenkommen aufzeigen, ist solch ein Verhalten etwas mehr als nur eine Geste. Es ist gleichzeitig eine Verführung zu [ihren] Einheit[sbestrebungen] der Insel.

Bevor sich der Größe der Gefahr, die hier im Raum steht, gewidmet wird, gilt es zu erinnern, dass 2012 zur Regierungszeit Präsident Dervis Eroğlu’s gemeinsam mit dem Muchtar (Bürgermeister) von Gürpinar, Herrn Hacifesas, Eroğlu ein Besuch abgestattet wurde, bei dem der Wunsch der Maroniten zur Rückkehr in ihre Dörfer zum Ausdruck gebracht wurde. Eroğlu: „Ich bin nicht in der Lage zu sagen, kommt sofort. Das gilt es abzuwägen.“
Danach wurde dieses Thema nicht wieder hervorgebracht. Als Eroğlu weg war, wurde in eine Phase getreten, in welcher Forderungen der Südzyprer als heilig verstanden wurden.
Kommen wir zum Punkt:

Vor ungefähr 20 Tagen kam es drüben im Süden zu einem Treffen von Maroniten, Griechisch- und Türkischzyprern. Behauptet wird, Partelli Hacifesa soll in seiner Rede an jenem Tag gesagt haben: „Der Staatsanwalt der Türkischzyprer hat gesagt, der gesamte Besitz der Maroniten im Norden kann zurückgegeben werden“.
An diesem Treffen wurde darüber hinaus auch noch gesagt und festgestellt, dass 20% der maronitischen Gebäude in Gürpinar einen Eigentumstitel erhalten hätten (tapu), diese Gebäude an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben würden, den heutigen Nutzern eine Entschädigung oder anderer Besitz gegeben werde. Dazu kommt, dass die Renovierung und Instanthaltungsarbeiten an den genannten Gebäuden zu Lasten der Türken ergehen werden.

Sagen wir [es doch mal]: Bei den [Wiedervereinigungs-]Verhandlungen [zwischen Griechisch- und Türkischzyprern] ist seitens der Griechischzyprer bereits ein OK bei dem komplexen Thema Besitz eingegangen; [dies auch], zumal der Präsident Nordzyperns, Mustafa Akıncı, die Übergriffe der Griechischzyprer bezüglich dieses Themas im Laufe seiner Amtszeit fortwährend zurückzuweisen hat, ein Thema [also], welches die Südzyprer ausbremsen und mit Wiedergutmachgungszahlungen formen – wie auch [mit dem Versuch], Türkischzyprer auszusiedeln oder gewaltsam in die Ferne zu schicken und Weiteres.

Jene, die heute sagen, „von 3 oder 5 Maroniten wird schon nichts passieren“, die werden in die Falle der Wiedergutmachungszahlungen und des Blockierens treten, in jene Falle der Rückgabe – und solch Vorgehen wird sodann als Vorbild genommen und die Bewegungsfreiheit der Türkischzyprer eingeschränkt werden – derart wird dem Moment, in dem Türkischzyprer aus ihren Häusern geworfen werden, Tür und Tor geöffnet.

Und dann wäre da noch diese andere wichtige Angelegenheit. Die Maroniten behaupten schließlich, auf der griechisch-zyprischen Seite zufrieden zu leben. Nun dann, wie kommt’s, dass sie jetzt [plötzlich] ihre Liebe entdecken, auf unserer Seite leben zu wollen? Im südzyprischen Parlament sitzender Maronite Giannakis Musas meinte vor ein paar Jahren, die Maroniten hätten eine ganz bestimmte Strategie, und dass in die Dörfer zurückzukehren der einzige Weg sei, aber auch, dass die maronitische Gesellschaft bereits 1960 akzeptiert habe, ein Teil der der Griechischzyprer zu sein. Und diesem Wunsch gegenüber müsse Respekt bezeugt werden!“

Der Typ sagt ganz offen: Wir wollen auf der türkischen Seite wohnen, aber unter griechisch-zyprischer Führung!

Der heutige Vertreter der Maroniten im südzyprischen Parlament Andonis Hacirusos sagte zum Präsidenten der Republik Zypern Anastasiadis:
„Das Ziel der maronitischen Gemeinschaft ist, ihre Dörfer, Kirchen und Geld zurückzuholen. Wir sind uns dessen bewusst sowie der Wichtigkeit, dass eine schwierige Zeit durchgangen wird, in der es das Land erneut zu vereinen gilt. In diesem schwierigen Unterfangen sind wir Maroniten auf eurer Seite. Wir müssen daher Özhan und Gürpinar umgehend besiedeln und bei einer etwaigen Vereinigung Zyperns werden wir zum Aufbau des [wiedervereinten] Staates einen Beitrag leisten.“
Das Letztere sagte er [damals] noch im Nachsatz.

Wie zu sehen ist, ist die maronitische Offensive, die türkische Basis entzweizuhauen, das bedeutet, die Forderungen der Griechischzyprer zu verwirklichen. Es gibt daher folgende Behauptungen zu erwarten, nachdem sich die Maroniten im Norden Zyperns niedergelassen haben, die darauf hinauslaufen werden, dass das Land Schritt auf Schritt zurückzugeben wäre.
Doch keiner fragt, was eigentlich mit den gemäß dem Ortega Report zur Zeit der englischen Besatzung von den Türken bewohnten Gebieten, die an die Griechischzyprer gegeben wurden 1950 – 1974, los ist – die zerstört und ausgeraubt wurden. Was ist mit deren Wiedergutmachung? Das fragt niemand.

Normal ist, dass die Feinde der Türken diesen Umstand übergehen. Doch werden jene nicht still bleiben können, die von den Türken als die Niederträchtigen ausgingen, zumal die Türkischzyprer auf dieser Insel ihren Existenzkampf führten, und zwar dann werden sie nicht stillbleiben können, wenn den Türkischzyprioten die Möglichkeit gegeben würde, erlittene Not und Unterdrückung zwischen 1950 und 1974 vor den Kadi zu bringen.

Während Griechischzyprer die Zypernfrage romantisieren, ist unsere vom Westen verteufelte Seite nicht in der Position, Gerechtigkeit und ein uns entgegenkommendes Verhalten zu erwarten. Daher ist es dringend geboten, unsere Rechte selbst zu verteidigen, dass wir unser sterbendes Land retten, Gericht halten und eine Gewinn- Verlustrechnung machen, anstatt uns von südzyprischen Anwälten berauben zu lassen… .

Zuletzt: Den maronitischen Brüdern (kardeşler), die vom Süden in den Norden auszuwandern gedenken, dies zur Erinnerung:
OK, unter südzyrischer Führung wollt ihr leben, doch hier ist türkisch[zyprische] Führung. Der verstorbene Rauf Denktaş sagte in seinen letzten Tagen, eine unabhängige Republik steht über allem!
Keine Ahnung, was euch versprochen wurde, aber so rum, wie auch anders herum wird daraus nichts. Keine Ahnung, ob ich mich verständlich machen konnte?“

Fortsetzung, sozusagen, des Themas Nordzypern, welches auch am 05. Dezember 2018 in der MillȋGazete aufgegriffen wird, dieses Mal von Herrn Adnan Öksüz, wie angekündigt.
Interessant ist, zu lesen, wie islamisch-traditionalistische Kreise der Türkei das genannte Thema in den von ihnen dominierten Tageszeitungen in die Öffentlichkeit entlassen.

 

„Wer sind diese Maroniten?

 

… Viele Jahre hat Prof. Dr. Ata Atun die Funktion eines Regierungsberaters der Türkischen Republik Nordzypern [KKTC] innegehabt. Das ist ein Mann, der von Nahem weiß und beurteilen kann, was dort im „Inneren“ geschieht. Sein letzter Artikel hat Unglaubliches beinhaltet.

Herr [bey] Ata: Von einigen Regierungsämtern ist eine Warnung ausgegangen bezüglich der Rückkehr der Maroniten nach KKTC und der Dinge wegen, die zwecks dieser Rückkehr veranlasst zu werden haben. Dieser Entscheid wird die demografische, harmonische Verfasstheit von KKTC durcheinanderwirbeln. Ata verwies darauf, dass die Standpunkte der Südzyprer [rumlar] dergestalt umgesetzt würden, der getroffene Entscheid diese [fälschliche] Nachricht weitergibt. Die Millȋ Gazete hat diese erschütternde Entwicklung [gestern] … auf die erste Seite der Zeitung gesetzt. … .

In den Kopf gerät einem da unmittelbar diese Frage: „Wer sind diese Maroniten?“

Ein paar Details dazu mag ich nun geben. Die Maroniten sind Mitglieder der katholischen Ostkirche und deren westsyrische Ausgestaltung. Sie unterliegen der römisch-katholischen Kirche. Maroniten sprechen als Hauptsprachen Arabisch, Türkisch und Griechisch. Ihre Gebete und Predigten werden auf Arabisch gehalten. Die zyprischen Maruniten oder Maroniten sind im Mittelalter wegen religiösen und politischen Auseinandersetzungen nach Zypern umgesiedelt – und bis zum heutigen Tag haben wir sie dort als maronitische Kirche und Gesellschaft. Nach Angaben der Vereinten Nationen – Flüchtlingshochkommissariat – leben in Südzypern an die 5.000 Maroniten. In Koruçam lebten vor der [Befreiungs-]Bewegung der Bewaffneten Kräfte der Türkei an die 2.000 Maroniten. Nach 1974 siedelten sie sich drüben im Süden an, im Teil der Rum [Südzyprer]. Den maronitischen Quellen zufolge, sollen sie zur Zeit der Kreuzritter als Gefangene aus der Levente [Libanon, Syrien] nach Zypern gebracht worden sein und ihre Anzahl soll 60.000 betragen haben. Sie hatten im Norden der Insel 60 Dörfer. In letzter Zeit hat ihre Rückkehr in die maronitischen Dörfer thematisch stark zugenommen. Jene Maroniten, die aus dem Libanon stammen behaupten, seit dem 9ten Jahrhundert auf Zypern zu leben. Doch ist bekannt, dass die meisten von ihnen im 12. Jahrhundert übersiedelten. Ihre Dörfer [auf Zypern] sind vor allem nahe dem Fünffingergebirge [Başparmak dağları], wo die meisten von ihnen lebten. Die meisten dieser Dörfer waren orthodox [griechisch-katholisch] geworden.

Wie Ata Atun bezüglich dieses Themas sagt: „Sollen sie doch kommen, was wird schon sein“, mit solch Einstellung kann diese maronitische Offensive nicht durchgewunken werden.“ Er schreibt: „Den Südzyprern, die nicht einen einzigen kleinen Schritt [den Vorstellungen der Türkischzyprer] entgegenkommend sind, ist es nicht nur eine Geste, sondern gleichzeitig eine Verführung zur Vereinheitlichung [der Insel unter griechisch-zyprischer Führung]:“

Wir werden sehen, was in dieser Angelegenheit in KKTC noch durchlebt werden wird.“

SyrienEndeNovember18

Jetzt, wo andere Themen in den Medien die mediale Agenda dominieren, soll Syrien nicht ganz in Vergessenheit geraten.

 

Sie wundern sich vielleicht, warum hier der Jemen so gut wie nie Erwähnung findet.

Nun: Was im Jemen passiert, ist einfach zu ungeheuerlich, zu verletzend, sollte im Grunde tagtäglich angeprangert werden! Syriens Zustand ist letztlich auch sehr beklagenswert, doch es hat den Anschein, dass die Menschen dort mehr Optionen haben als die Jemeniten, sich aus, wie man sagt, „der Scheiße“, Verzeihung, zu ziehen.

Jemeniten könnten zwar nach Ostafrika ausweichen und dann eventuell hoch bis nach Ägypten sich durchschlagen oder in Richtung Südafrika, womöglich noch nach Libyen, Tunesien, Oman?, doch dann wären sie noch immer nicht einigermaßen verlässlich versorgt – sollten sie mittellos unterwegs sein. Vielleicht ist es ja eine Option für sie, sich in den Iran zu begeben!?

Vom Ende des Monats bis etwa zum 19. November 2018 soll hier dargestellt werden, was in Syrien ungefähr passierte. Wir werden uns also in der Zeit rückwärts bis eben zum 19. November bewegen.

Do 29.11.2018

Die russische Luftverteidigung in Hmeymim soll am Mittwoch eine Drohne nahe Gableh in der Provinz Lathakia abgeschossen haben. Herr Putin lässt bekanntlich auch in der ehemaligen Ukraine um sich schießen. Russland ist ja flächenmäßig bekanntlich das größte Land der Welt. Dennoch! Wir finden, es ist ein recht weiter Spagat, den Russland da wagt: von er Ukraine bis nach Syrien, versteht sich, dass da Länder wie Tschetschenien und die neu entstandenen Staaten am Schwarzen Meer, unweit Georgiens etc., irgendwo dazwischen liegend ebenfalls zu Russlands kriegerischen Einflusssphäre (Spagat) gezählt werden ‚dürfen‘.

Der ehemalige NK-Präsident „Hadi Albahra“, Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition, twitterte, dass es den Häftlingen im Zentralgefängnis von Hama gesundheitlich nicht gut gehe. Diese befinden sich seit 19 Tagen im Hungerstreik. Er fordert für das Rote Kreuz einen Zugang zu den Inhaftierten. Indes werden aber anscheinend wichtigere Dinge angegangen.

Das Transportministerium des Regimes erklärte, es sei geplant, den Eisenbahnsektor in Syrien mit Geldern in Höhe von 1.9 Milliarden $ auszubauen. Laut der staatlichen Zeitung Al Thawra sollen mittel- und langfristig 2.550 km lange Schienenwege angelegt und wiederhergestellt werden. Zudem sollen Lokomotiven, Wagen und Ersatzteile mit Geldern in Höhe von 800 Millionen $ erworben werden. Leider bleibt bislang geheim, oder nicht erfahrbar, wer das Regime letztlich beliefern wird mit Loks etc.

Der Medienaktivist „Durgham Hamadi“ wird Oppositionsaktivisten zufolge seit Dienstag im Westen Aleppos vermisst. Hamadi wollte Flüchtlingslager im Norden Idlibs besuchen. Mal sehen, ob er noch mal auftauchen wird – und dann wie? 

Immerhin: Ein Hilfskonvoi bestehend aus 52 Lastwagen des syrisch-arabischen Halbmonds (SARC) soll den Bewohnern von Deir Ezzor Hilfsgüter geliefert haben: 50.000 Decken, 5.000 Pakete mit Winterkleidung für die Kinder. Glauben Sie nun nicht, der Spuk nehme sein Ende in Syrien. Denn: Sicherheitskräfte sollen eine Bombe im Busbahnhof am anderen Ende Syriens, in der Stadt Idlib, entschärft haben. Und wenn wir schon dabei sind: Der Programmdirektor von SynapsNetwork, „Alex Simon“, twitterte einige Realitäten, die bei Syrien-Diskussionen in Betracht gezogen werden sollten:

•             Die Führung in Damaskus wird keine Reformen durchführen.

•             Russland kann keine Reformen aufzwingen.

•             China wird sich nicht am Wiederaufbau beteiligen.

•             Iran wird Syrien nicht verlassen.

•             Es werden in absehbarer Zeit nicht viele Flüchtlinge zurückkehren.

•             Genf ist nicht mehr wichtig.

•             Garantien existieren nicht.

•             In Syrien ist man nicht zur Normalität zurückgekehrt. (Alex Simon @AlexGSimon)

 

Der regimenahe US- Professor und Syrien-Experte „Joshua Landis“ meinte, dass Alex Simon eine gute, aber unvollständige Liste erstellt habe, die es zu ergänzen gilt:

•             Sanktionen werden Syrien weiter destabilisieren.

•             Keiner unterstützt die Souveränität Syriens.

•             Die Türkei und USA werden nicht kooperieren, um eine politische Lösung zu finden.

•             Europa wird weiterhin ihre Politik den USA unterordnen.

•             Interessen Saudi-Arabiens/Israels für USA wichtiger als Syrien. 

 

Unter anderem dürfte sich eben Gesagtes damit bewahrheiten, dass das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und Direktor der Medienabteilung „Ahmed Ramadan“ twitterte, die libanesische Armee habe gemeinsam mit Sicherheitskräften bei Razzien in zehn Flüchtlingslagern 300 syrische Flüchtlinge festgenommen, darunter 20 Frauen. Die Hisbollah-Miliz stecke dahinter. Und man staune:

Der russische Sondergesandte für Syrien Russlands „Alexander Lawrentjew“ sagte kürzlich in Astana, er sehe eine allmähliche Stabilisierung der Lage in Syrien. Seiner Einschätzung nach seien die Regimetruppen in der Lage, letzte Stützpunkte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Euphrat zu überwältigen. Russland will sich offenbar allmählich aus Syrien herausziehen. Doch die geplante Bildung einer Verfassungskommission für Syrien gestalte sich weiterhin schwierig.

Apropos Verfassung für Syrien, von der schon in Artikeln davor hier länger die Rede war: Der Außenminister der Republik Kasachstan Khairat „Abdul Rahmanov“ unterstrich in Astana die Bedeutung einer UN-Verfassungskommission für Syrien. Er ist allerdings der Meinung, dass die Führung in Damaskus den Prozess durchführen sollte. Des Weiteren: Der Wiederaufbau Syriens dürfe nicht in Zusammenhang mit westlichen Forderungen gebracht werden. Denn der sogenannte Westen will ja zuvor Verfassungsreformen sehen.

Währenddessen hat sich die Hisbollah-Miliz schon mal eine neue Militärbasis nahe der Ortschaft Khodr, nördlich von Quneitra, errichtet. Nun, wie dem auch sei: Es ist stark davon auszugehen, dass die Vereinigten Staaten und die Türkei großen Einfluss auf das politische Endspiel in Syrien haben. Angeblich wollen diese beiden im Rahmen der Vereinten Nationen einen Übergang ohne Assad in die Wege leiten. Blöd nur, dass es da gewisse Differenzen zu überbrücken gilt zwischen den beiden. Leute, wie der bereits erwähnte Landis, träumen von den USA, die helfen könnten oder sollten, einen kurdischen Staat im Norden Syriens zu errichten. Und damit nicht genug: Die Türkei könnte Teile Nordsyriens in den Provinzen Aleppo und Idlib annektieren. Landis glaubt nicht, dass einer von beiden (Türkei, USA) einen Regimewechsel in Damaskus in die Wege leiten kann.

Letzteres muss man schon fast glauben, denn laut der syrischen Oppositionellen „Asaad Hanna“ sei nun bestätigt, dass die syrische Atomwissenschaftlerin „Dr. Faten Rajab Fawaz“, die im November 2011 vom Assad-Regime verhaftet wurde, während ihrer Haftzeit zu Tode gefoltert wurde.

Ja, sogar Frauen werden gefoltert in Damaskus. Wie andernorts bereits gesagt wurde vor Kurzem: Dass Leute wie der saudi-arabische MBS, der kürzlich Tunesien mit seiner Anwesenheit beschämte, und Assad (demnächst) wieder hofiert werden dürften, auch im Westen, ist als Gedanke äußerst unerträglich. Jetzt gerade zeigt MBS seine versteiften Gesichtszüge und steife Körperhaltung bei den G-20 in Argentinien. Mancher dürfte da wohl denken – unter seinesgleichen? Jedenfalls war MBS pünktlich vor Ort, Frau Merkel kommt wohl zum Essen dort an. Immerhin.

Mi 28.11.2018

Laut Eurasia-Analyst „Ali Özkök“ sollen die USA damit begonnen haben, Beobachtungsposten nahe Tal Abyad aufzustellen, um die kurdische YPG/SDF vor einer möglichen türkischen Offensive im Norden Syriens zu schützen. Weitere Beobachtungsposten sollen in Kobane (syr. Kurdengebiet) errichtet worden sein. Und: Der US-Kongressabgeordnete „Thomas Garret“, Republikaner aus Virginia, soll den YPG-Kräften im Norden Syriens einen fünftägigen Besuch abgestattet haben (Ali Özkök @Ozkok). 

Der libanesische Flüchtlingsminister „Mouin El Merheby“ erklärte am Dienstag, dass einige syrische Flüchtlinge, die vom Libanon nach Syrien zurückgekehrt waren, getötet, verhaftet oder zwangsrekrutiert worden sind. Seit Juni sollen rund 12.000 syrische – lebensmüde – Flüchtlinge zurückgekehrt sein. Der Zusatz „lebensmüde“, da: Die amerikanisch-syrische Doppelstaatsbürgerin „Layla Shweikani“, in Chicago geboren und dort aufgewachsen, ist im September 2015 nach Damaskus gereist, um in einer humanitären NGO Unterstützung Hilfe zu leisten, wird gesagt. Im Februar 2016 wurde sie verhaftet und gefoltert. Acht Monate nach ihrer Verhaftung soll der tschechische Botschafter in Damaskus im Namen des US-State Departments den Geheimdienstchef des Regimes „Ali Mamlouk“ über das Wohlbefinden von Shweikani gefragt haben. Shweikani sei daraufhin nach Adra verlegt worden und soll am 18. Dezember mit dem tschechischen Botschafter zusammengetroffen sein, der ihr Unterstützung zugesichert hatte. Eine Woche später sei Shweikani jedoch von einem Militärrichter zu Tode verurteilt und laut Todesurkunde dann zwei Tage später hingerichtet worden.

Inzwischen gehen anscheinend wichtigere Dinge, verzeihen Sie den geäußerten Sarkasmus, verloren. Denn: Der US-Kongressabgeordnete „Adam Kinzinger“ (Illinois) twitterte, der russische Präsident „Vladimir Putin“ habe in Syrien ein Radarflugzeug verloren. Anscheinend hat dieses Flugzeug „Assad“ abschießen lassen. Wie viel Leute dabei drauf gingen, scheint nicht erwähnenswert zu sein – eventuell nirgends. Putin habe zudem noch ein Kampfflugzeug verloren, welches von der Türkei runtergeholt wurde – sowie hunderte Söldner, die innerhalb weniger Minuten von US-Kräften getötet worden sein sollen. Putin stehle nun ukrainische Schiffe, laut Kinzinger, um die russische Bevölkerung von seiner gescheiterten Führung und der schlechten Wirtschaft abzulenken.

Die elfte Runde der bereits erwähnten Friedensgespräche für Syrien begannen also in der kasachischen Hauptstadt Astana am Mittwoch, dem 28ten. Die Al-Jazeera Journalistin „Zeina Khodr“ twitterte, dass die Türkei durch den stellvertretenden Außenminister „Sedat Önal“ vertreten wird. Iran wurde durch den stellvertretenden Außenminister für arabische und afrikanische Angelegenheiten „Hussein Gabri Ansari“ vertreten, Russland durch den Syrien-Sondergesandten „Alexander Lavrentiev“, das Assad-Regime durch UN-Botschafter „Bashar Jaafari“ und die syrische Opposition durch „Ahmed Tomeh“. Auch der UN-Sondergesandte für Syrien „Staffan de Mistura“ nahm daran teil (Yeni Şafak). Vergleichsweise düster, wird hier angenommen, könnte es lokalen Quellen zufolge auch nahe der Stadt Raqqa im Osten Syriens zugegangen sein, wo aus einem Massengrab 516 Leichen exhumiert worden sind. Schätzungen zufolge liegen dort insgesamt 1.500 Menschen begraben. Einsatzkräfte suchen in der dortigen Umgebung nach weiteren Massengräbern.

Raqqa war einst die Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat und wurde vor mehr als einem Jahr von der US-geführten Militärkoalition zurückerobert. Und an eine Zurückeroberung grenzt im Grunde auch das, was nun geschrieben werden wird: Das Assad-Regime begann die Zerstörung von Wohngebieten im Qaboun-Viertel von Damaskus. Häuser werden und wurden von der Armee gesprengt. Der Vorwurf dagegen lautet seitens Oppositioneller: Das Regime verkaufe das Land und den Besitz von Vertriebenen an iranische Investoren. Bild-Journalist „Julian Röpcke“ twitterte so in etwa: Syrien wird eventuell eine neue Bevölkerungsstruktur erhalten.

Da trifft es sich wahrscheinlich trefflichst, dass das Assad-Regime einen Satellitenanalysten und eine Hubschrauberlandebahn östlich der Ortschaft Jib al-Ramla/ Musayaf in der Provinz Hama errichtet hat.  Die Bahnlänge beträgt rund 9 km und ist für mindestens 8 Hubschrauber gedacht.

 

Di 27.11.2018

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat am 26.11.2018 sein Kabinett auf mehreren Posten umgebildet. 9 Ministerposten wurden neu besetzt. Neuer Bewässerungsminister ist „Hussein Arnous“, Minister für Innenhandel und Verbraucherschutz wurde „Dr. Aref Nadaf“, Tourismusminister „Mohammed Rami Radwan Martini“, Erziehungsminister „Imad Muwaffaq al-Azab“, Hochschulminister „Bassam Bashir Ibrahim“, Wohnungsbauminister „Suhail Mohammad Abdullatif“, Minister für Kommunikation und Technik „Iyad Mohammed al-Khatib“, Industrieminister „Mohammad Maen Zein-al-Abidin Jazba“ und neuer Innenminister wurde „Generalmajor Mohammed Khaled al-Rahmoun“. Außenminister „Walid al-Mou’allem“ bleibt auf seinem Posten ebenso wie der Verteidigungsminister (SANA).

Klar doch, dass diese Neubesetzungen Menschenrechtler interessieren. Der Gründer des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte „Fadel Abdul Ghany“ twitterte, dass der neue Innenminister Mohammed Khaled al-Rahmoun ein Kriegsverbrecher ist und auf der Sanktionsliste der USA wegen Einsatz von Chemiewaffen steht. Rahmoun war zuvor ein hochrangiger Geheimdienstoffizier der syrischen Luftwaffe und später war er für das Direktorat für politische Sicherheit verantwortlich.   

Syriens Machthaber Baschar al-Assad soll auch den Gouverneur von Damaskus „Bescher Sabban“ ausgetauscht haben. Der war 7 Jahre im Amt. Nun macht „Adel Anwar Al-Olabi“ diesen Job. Er wird auch das Bauprojekt „Marota City“ in Damaskus beaufsichtigen und managen.

Hört sich alles schon fast so an, als sei der IS von der syrischen Bildfläche geräumt?

Nun: Der türkische Staatspräsident „Erdogan“ sagte in einer vom Fernsehen übertragenen Rede vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP: „IS gibt es nicht mehr in Syrien!“ Es gebe nur noch kleinere Banden, die auch getarnt als IS-Kämpfer Chaos in der Türkei und der Region schaffen. Vollständig eliminieren, war zu hören, will Erdogan seine alten islamistischen ‚Freunde‘. Jedenfalls ist es bei solch Vorhaben ganz angebracht, dass auch die Türkei in Manbij etwas zu sagen hat.

Der US-Schriftsteller „David Mizner“ schrieb auf Twitter, die Vereinigten Staaten richteten dutzende Stützpunkte von Manbij bis nach Hassake in Syrien ein, darunter 4 Militärflugplätze. US-Streitkräfte würden den Osten des Euphrats vollständig kontrollieren. Ein Gebiet in etwa so groß wie Kroatien. Anscheinend sollen mehr als 4.000 US-Militärangehörige in Syrien sein.

Stichwort Manbij:

Sicherheitsanalyst „Ömer Özkızılçık“ twitterte, die arabischen Stämme in Manbij hätten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Haltung gegenüber der kurdischen YPG und der Türkei zum Ausdruck gebracht. Angeblich fordern sie eine türkische Intervention, um Manbij von der YPG zu befreien. Sie lehnen, verständlicher Weise, die durchgeführten Zwangsrekrutierungen der YPG-Kämpfer ab.

Die Erklärung unterzeichneten folgende Stämme: Galaz, Bakarah al Hashimiyah, Bakarah und Budays. Auch die turkmenischen Stämme, darunter Bani Jamil, Mujamadah und Bajaliyah sowie die Stämme Naim, Jahishah, Hanafirah und Boslah haben in einer Erklärung eine Militäroffensive und die Befreiung der Stadt Manbij von der YPG gefordert.

Der Manbij Fahrplan zwischen der Türkei und den USA wird von den zuvor Genannten aber abgelehnt (Ömer Özkizilcik @OmerOzkizilcik).

Gar nicht allzu weit weg von Manbij, plant das Bewässerungsministerium des Regimes in Kooperation mit Russland die Errichtung eines künstlichen Sees, nämlich in der Provinz Lathakia. Das Projekt soll noch von Ende 2020 umgesetzt werden, um die Bewohner mit Trinkwasser zu versorgen sowie Wasser für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen – und was gern unerwähnt bleibt: um den russischen Stützpunkten vor Ort ebenfalls Frischwasser zur Verfügung zu stellen, wahrscheinlich bevorzugt. 

Und nun kurz eine Formalie:

Das Ministerium des Regimes für nationale Versöhnung soll aufgelöst worden sein. Stattdessen ist die „Staatliche Behörde für Nationale Versöhnung“ errichtet worden. Der ehemalige Versöhnungsminister „Ali Haidar“ wird die neugegründete Behörde leiten. Haidar soll während seiner Amtszeit als Versöhnungsminister regimenahen Quellen zufolge vier Attentatsversuche überlebt haben.  Sein Sohn ist allerdings durch einen Mordanschlag ums Leben gekommen. Wie noch anklingen wird: Versöhnung sieht andernorts anders aus, nicht so wie bislang in Syrien!

Ja, und nun etwas ziemlich Kurioses. Weil, man denkt gar nicht, dass Syrer sich ausgerechnet dorthin begeben könnten: Der syrische Oppositionelle „Bassam Jaara“ schrieb auf Twitter, dass 43 syrische Oppositionelle, darunter auch Offiziere, die aus Algerien nach Syrien abgeschoben wurden und zum „Mezza“ Militärflughafen nach Damaskus geflogen werden sollten, sind offenbar nicht in den Fängen des Assad-Regimes gelandet, sondern dürften stattdessen in Khartum (Sudan) sein. Keine Ahnung, wer solche Entscheide trifft. Doch Sudan, trotz allem, dürfte sich schmerzfreier anfühlen, eventuell, als einer der Knäste bei Assad, sozusagen ‚Zuhause‘!

 

Mo 26.11.2018

Kampfflugzeuge des Assad-Regimes und der russischen Luftwaffe haben als Reaktion auf den mutmaßlichen Chlorgasangriff Rebellenstellungen zwischen Aleppo und Idlib attackiert. Das Übliche also. Ein Sprecher des russischen Außenministeriums sagte, dass Stellungen der „Terroristen“ bombardiert wurden, von wo aus Aleppo unter Beschuss geriet. Wir sprechen somit von ersten Angriffen nach 75 Tagen ‚Ruhe‘. Russland und die Türkei hatten eine entmilitarisierte Pufferzone rund um die Provinz Idlib ausgehandelt. Röpcke von der Bild kommt es seltsam vor, dass „Terroristen“ angeblich von diesem Gebiet aus Aleppo mit Chlorgas beschossen haben sollen.

Zwei prominente syrische Aktivisten „Raed Fares“ und „Hanoud Juneid“ sind in Kafr Nabel von Unbekannten aus einem Kleintransporter heraus erschossen worden. Fares war der Begründer und Leiter des oppositionsnahen Radiosenders „Fresh FM“ in Kafr Nabel.  Der Sender hat eine klar säkulare Ausrichtung, sendet konsequent gegen das Regime. Fares organisierte zuweilen gewaltfreie Proteste und unterstützte Frauenprojekte, einer der wichtigsten Repräsentanten der syrischen Zivilgesellschaft.

Währenddessen begann der Wiederaufbau einer Raketeneinrichtung im Nordwesten der Provinz Hama, wie Satellitenaufnahmen zeigen. Diese iranischen und syrischen Einrichtungen waren im September von Israel zerstört worden nahe der Ortschaft Sheikh Ghadban nördlich von Masyaf. Die Hisbollah-Miliz und Iran nutzen sie. Eine weitere iranische Einrichtung, die im vergangenen Mai in der Nähe des internationalen Flughafens von Damaskus bei israelischen Luftangriffen zerstört wurde, ist inzwischen auch wiederaufgebaut worden (Zaman al-Wasl). 

Laut BBC Syrien-Produzent „Riam Dalati“ soll die US-geführte Anti-IS-Koalition vor ein paar Wochen ein Treffen mit hochrangigen politischen und militärischen  Entscheidungsträgern der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) in Kobane abgehalten habe. Die Koalition habe deren Rat gebeten, dass die YPG alle Beziehungen mit der PKK abbricht und den Geldzufluss nach Kandil stoppt. Wenn wir von SDF reden, gilt es im Gedächtnis zu haben, dass die USA mit der PYD verbündet ist. Erstere drängte darauf, die „Demokratischen Kräfte Syriens“ als Art „Cover“ zu bilden. Stimmt das, dann hätten die USA gewusst, dass die PYD lediglich ein Ableger der verbotenen PKK ist. Dank US-Unterstützung ist die PYD in der Lage, ihre Struktur in Syrien beizubehalten, Steuergelder einzunehmen, um und diese sodann an das Zentralkommando der PKK teils zu schicken.

 

Fr 23.11.2018, 11:25

Der US-Verteidigungsminister „James Mattis“ sagte, dass die amerikanische Armee an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei Beobachtungsposten einrichten und klar kennzeichnen wird – zur Sicherung sicherheitspolitischer Interessen der Türkei. Dergestalt wird die USA ihre verbündete kurdische YPG-Miliz vor türkischen Angriffen besser schützen können. Der türkische Außenminister Mevlut Çavuşoğlu glaubt dem Vernehmen nach daran, dass die USA und die Türkei den vereinbarten Manbij-Fahrplan noch vor Jahresende umsetzen werden, um die YPG-Milizen aus Gebieten östlich des Euphrat-Flusses zu entfernen (Reuters). 

Eurasia-Analyst Ali Özkök twitterte, die Türkei stärke die syrisch-turkmenische Minderheit, was allen Beteiligten wohl bekannt sein dürfte. Der syrisch-turkmenische Parlamentssprecher „Muhammed Vecih Cuma“ äußerte in türkischen Medien, die neue Flagge der Turkmenen in Syrien stärke und vereine sie. Die Turkmenen Syriens hatten sich in Al-Rai/Çobanbey, Provinz Aleppo, auf die Farben blau und weiß geeinigt plus Mondsichel mit einem Stern auf rotem Grund.  

Und wie sieht es zuweilen in den Lagern aus?

Schwere Regenfälle haben mehrere Flüchtlingslager im Umkreis von Al-Bab in der Provinz Aleppo überschwemmt. In den Flüchtlingslagern sind überwiegend Flüchtlinge aus Damaskus Land untergebracht. Es dürfte manch Geflüchtetem schwerfallen, sich dem Unwetter zu entziehen.

Der libanesische Ministerpräsident „Saad al-Hariri“ zog sich am 22. November beim Empfang anlässlich des libanesischen Unabhängigkeitstages für einige Minuten zurück, um dem Botschafter des Assad-Regimes „Ali Abdulkarim Ali“ nicht die Hand reichen zu müssen. Und: Der bisher unbekannte syrische Geschäftsmann „Samer Foz“ soll während des Syrienkonflikts ein Vermögen angehäuft haben. Mit guten Beziehungen zum Assad-Regime, Russland, der Türkei und den Golfstaaten wird er möglicherweise auch noch politisch eine Zukunft in Syrien haben. Die Politikwissenschaftlerin und Büroleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut, Bente Scheller, stellt sich auf Twitter die Frage, warum Samer Foz eigentlich noch nicht auf der EU-Sanktionsliste steht (aljumhuriya.net, Bente Scheller @BenteScheller)? Und weil wir schon beim Geld sind: Die Syrer sollen zwischen 2011 und 2018 mehr als 800 Millionen Dollar in Industrie,- Handels,- und Dienstleistungsprojekte in Ägypten investiert und tausende Arbeitsplätze geschaffen haben. Und wussten Sie: Laut „Mohammad Habo“ vom Landwirtschaftsministerium des Regimes gibt es in Syrien rund 102 Millionen Olivenbäume auf einer Gesamtfläche von zirka 692,4417 Hektar, davon 82 Millionen Bäume mit 75 verschiedenen Olivensorten (SANA). 

 

Do 22.11.2018

Geheimdienstkräfte des Assad-Regimes sollen mehr als zehn ehemalige Mitglieder der Freien Syrischen Armee verhaftet haben, die zuvor das Versöhnungsabkommen mit dem Regime unterzeichnet hatten. Diese Art Nachricht werden wir hier noch öfters zu wiederholen haben. Es zeigt einfach, dass auf Assad und seine Versprechen kein Verlass ist. Auch deswegen wurde heute/gestern (30. November) verkündet in den deutschen Medien, dass Flüchtlinge aus Syrien in dieses Land, Syrien, keinesfalls zurück abgeschoben werden können – mindestens bis Juni 2019 nicht. Verlängert wurde auch der folgende Zeitraum:

Die SDF-Kräfte haben sich mit der US-geführten Anti-IS-Koalition vertraglich darauf geeinigt, ihre Zusammenarbeit um zwei weitere Jahre zu verlängern. Die Anti-IS-Koalition wird die SDF-Kräfte weiterhin militärisch unterstützen und bis 2020 in SDF-Gebieten bleiben.

Ach ja, apropos Oliven: Der regimenahe US-Professor und Syrien-Experte Joshua Landis twitterte, die Türkei plündere systematisch die Olivenernte in der von Kurden besiedelten Region Afrin im Norden Syriens. Der türkische Landwirtschaftsminister Bekir Pakdemirli rechtfertigte sich und meinte, dass die Gewinne sonst an die PKK gehen. Außerdem: Vor ein paar Wochen ist bei Jindaris ein neuer Grenzübergang in die Türkei eröffnet worden, über den nach Angaben türkischer Oppositionsparteien bereits 50.000 Tonnen Olivenöl in die Türkei gebracht worden sein sollen. Es ist also unsicher, wer da von den syrischen Oliven profitiert: die PKK oder die Republik Türkei oder beide. Oliven gebären offenbar gewisse Gelüste. Apropos gebären.

Libanesische Sicherheitskräfte nahmen den Zaman al-Wasl Reporter „Abdul Hafiz al-Houlani“ fest. Dieser hatte berichtet, 20 syrische Flüchtlingsfrauen in Arsal erlitten wegen verseuchtem Wasser Fehlgeburten. Laut des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte seien seit Beginn des Syrienkonflikts in 2011 mehr als 28.000 Kinder in Syrien getötet worden, die meisten von Ihnen vom Regime und Russland. 196 Kinder seien bei Chemiewaffenangriffen getötet worden (SNHR). Und: Der Direktor des Ernährungsprogramms der Hilfsorganisation “Violett” „Abdul Razak Awad“ soll von Hayat Tahrir al-Sham-Kämpfern in der Provinz Idlib festgenommen worden sein (Syria Call News).

 

Mi 21.11.2018

Die Verteidigungsminister der Türkei und Russlands trafen im russischen Sotschi am Schwarzen Meer zusammen. Dort besprachen sie weitere Schritte, um laut Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums die Vereinbarung in Idlib zum Abschluss zu bringen. Russland hatte Anfang des Monats Oppositionsgruppen vorgeworfen, die von Russland und der Türkei vereinbarte entmilitarisierte Zone in der Provinz Idlib zum Scheitern bringen zu wollen. Russlands Verteidigungsminister „Shoigu“ sagte, dass es für beide Länder wichtig sei, Maßnahmen zu ergreifen, um die gemeinsame Initiative in Idlib umzusetzen (Hürriyet).

Die Oppositionswebseite Zaman al-Wasl meldete, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien Truppen nach Nordost-Syrien entsandt haben sollen, und zwar in YPG-Gebiete zwecks Unterstützung der US-geführten Militärkoalition. Truppenstärke unbekannt. Damaskus guckt diesem Treiben nicht total passiv zu in von der Stadt Damaskus entlegenen Regionen. So hat das Regime laut seiner staatlichen Nachrichtenagentur SANA verlautbart, dass das Außenministerium ein Konsulat in Hassake eröffnete, um den Bewohnern in den östlichen Provinzen Syriens den Weg für die Beschaffung von offiziellen Dokumenten nach Damaskus zu ersparen. Die Bearbeitung der konsularischen Angelegenheiten erfolgt in Hassake nun auch für Bewohner von Raqqa und Deir Ezzor.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass Tel Aviv weiterhin in Syrien eingreifen wird, weil Russland allein nicht in der Lage sein soll, iranische und vom Iran unterstütze Kräfte zu vertreiben. Seit Abschuss des russischen Militärflugzeuges in Syrien soll laut Informationen des israelischen Geheimdienstes der Schmuggel iranischer Waffen an die Hisbollah im Libanon erheblich abgenommen haben. Netanjahu bezeichnete die Beziehungen Israels mit Russland als „gut“ (Haaretz).

Und sollten Sie sich fragen, woher denn all der Speed kommt. Nun. Der kommt nicht nur aus der Tschechei, Israel oder Bulgarien, sondern laut des Syrian Portal produziert, konsumiert und exportiert Syrien mittlerweile die Droge Amphetamin, die auch bekannt ist als Captagon. Der Drogenhandel bringe Millionen Dollar ein. Außer dass damit die Finanzierung von Waffen etwas erleichtert wird, hat offenbar auch die Drogensucht in Syrien zugenommen. Die syrische Regimekritikerin und Schriftstellerin Rana Kabbani twitterte, dass die Hisbollah für die Produktion und den Verkauf von Captagon im Libanon und in Syrien verantwortlich ist. Mit den lukrativen Einnahmen werden anscheinend Hisbollah-Kämpfer bezahlt. Captagon wird angeblich auch in die MENA-Region und nach Afrika geschmuggelt, wo Hisbollah-Generalsekretär Nasrallah als Rauschgift-Godfather bekannt sein soll. Kuwaitische Behörden hatten vor Kurzem ein Drogen-Netzwerk aufgedeckt und verhinderten den Schmuggel von 1.345.000 Captagon-Tabletten aus Syrien. Captagon soll heutzutage in Syrien fast so verbreitet sein wie Zigaretten.

Na dann, guten Nacht. Wir reden von einem Aufputschmittel, und das heißt im syrischen Kontext gewiss: man stirbt eventuell schneller als man geboren wurde in solch einem Umfeld – oder so! Außerdem soll sich in Mayadin im Osten Syriens die Infektionskrankheit Leishmaniose, bekannt auch als Aleppobeule, verbreitet haben. 70 Fälle wurden bereits gemeldet, davon sind 50 Kinder. Die Krankheit wird durch Sandmücken übertragen. Solange es noch nicht Ebola ist … .

Nein, die Beule soll hier jetzt nicht verharmlost werden. Aber, wenn sich in Kriegsregionen nahe der EU wie der in Syrien irgendwann auch Ebola dazu gesellt, und im Kongo weisen die Indikatoren schon länger in diese Richtung, dann wird es, wie man sagt, unlustig. Bei all den verschiedenen Kriegsparteien in Syrien ist auch Ebola denkbar, und zwar als weitere Waffe oder aber der Zufall lässt es geschehen.

Die EU ist gut beraten, sich schon mal verstärkt, besser jetzt als übermorgen, um ein Präparat zu bemühen, welches, egal, was es kostet, dann, wenn es so weit ist, dass Ebola unmittelbarer vor den Toren Europas steht, auch spätestens dann verabreicht werden kann. Beispielsweise mit Studenten, Flüchtlingen, Politikern oder Geschäftsleute kann Ebola überallhin kommen.  

Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition „Ahmed Ramadan“ schrieb auf Twitter, dass der Hochschulrat in Jordanien beschlossen hat, für die Registrierung syrischer Studenten in jordanischen Universitäten ID-Karten auszustellen. Syrische Staatsbürger mussten davor zur Anmeldung in Schulen und Universitäten ihre Reisepässe vorlegen. Laut Ramadan verhindere dieser Schritt die finanzielle Ausbeutung syrischer Staatbürger in den Konsulaten oder Botschaften des Regimes (Ahmed Ramadan @RamadanSyria).

 

Di 20.11.2018

Der scheidende UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura sagte vor dem UN-Sicherheitsrat in New York, er wolle vor Jahresende noch einmal versuchen, ein Verfassungskomitee für Syrien auf den Weg zu bringen. Sein Nachfolger ist der norwegische Diplomat „Geir Pedersen“. Letzterer wird sein Amt Anfang Januar 2019 antreten.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad empfing in Damaskus eine jordanische Parlamentsdelegation unter Leitung von „Abdul Karim Al Doghmi“. Es sei eine Aktivierung der bilateralen Beziehungen in allen Bereichen besprochen worden. Die Mitglieder der jordanischen Delegation bestätigten, dass sie das syrische Volk im Kampf gegen den Terrorismus unterstützten. Syrien sei die Abwehrlinie im Kampf gegen den Terrorismus. Der Sieg in Syrien bedeute zugleich, dass die arabischen Staaten von Israel gesteuerte westliche Destabilisierungskampagnen besiegen werden. Das Letztere hört sich nach unserem Empfinden so rein gar nicht nach jordanischer Diplomatie an.

Der Russische Rat für Internationale Angelegenheiten (RIAC) meinte, die syrischen Streitkräfte könnten nicht wirklich als Armee bezeichnet werden. Hauptaufgabe Moskaus sei es daher, eine neue syrische Armee von Null aufzubauen.

Erstmals bewerben sich vier Frauen in Anjarah, Provinz Aleppo, mit Unterstützung der syrischen feministischen Gesellschaft (SFS) um einen Sitz im Lokalen Rat. Die Kandidatinnen sollen Werbeplakate verbreitet haben, was sehr außergewöhnlich sei. Die Region gilt als äußerst konservativ.

Lokalen Quellen zufolge haben Kräfte, die der iranischen Revolutionsgarde in der Provinz Deir Ezzor nahestehen, mehrere sunnitische Gebetsrufer verhaftet. Angeblich sei das ein Zeichen des Beginns der Umwandlung sunnitischer Moscheen in schiitische, wobei der Gebetsruf durchaus eine Rolle spielt. Denn die Formel „Ḥayya ʿalā ḫayri l-ʿamal“ wird ausschließlich von Schiiten verwendet und dient ihnen als Erkennungszeichen. Wenn sie vom Minarett einer Moschee ertönt, wissen die Zuhörer, dass hier die Schia maßgeblich ist (RFS Media News). Zu dieser Nachricht passt auch, dass das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition „Ahmed Ramadan“ twitterte, der Iran eröffnete in Syrien fünf Universitäten sowie dutzende sektiererische, kulturelle und religiöse Zentren.

Mo 19.11.2018

Türkische Truppen sollen gemeinsam mit Kämpfern der Freien Syrischen Armee und der Hamzat Militärpolizei in Afrin, Provinz Aleppo, eine Kampagne zur Bekämpfung der Korruption gestartet haben.  Bei den Gefechten wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 25 Kämpfer getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt. Die türkische Armee verhängte eine Ausgangssperre, wie sie es ja in den letzten 30 oder 40 Jahren in den türkischen Ostprovinzen gelernt hat, und patrouilliert wohl auch daher mit Panzern in der Stadt.

Angeblich bekämpft die Mehrheit der Rebellengruppen die rund 200 Kämpfer starke Gruppierung Schuheda al Scharqiyyah. Letztere wird für Plünderungen verantwortlich gemacht sowie dafür, „Entscheidungen“ der türkischen Armee nicht zu respektieren und Übergriffe zu begehen. Die Schuheda al Scharqiyyah-Kämpfer stammen überwiegend aus Deir Ezzor. Sie sind bereits mit ihren Familien aus dem Kampfgebiet abgezogen worden. Man hatte ihnen ein Ultimatum gestellt: Übergabe aller Stellungen oder Frontalangriff! Es scheint der Türkei gelungen zu sein, die offenbar brutale Schuheda al Scharqiyyah-Gruppierung aufzulösen. Es gab Festnahmen (Al Arabiya).

Die türkische Armee soll eine Rakete auf ein Militärfahrzeug der kurdischen YPG-Miliz in der Nähe von Tal Abyad an der Grenze zur Türkei abgefeuert haben. Das Fahrzeug wurde zerstört und alle Insassen getötet. Es sieht also nicht sehr vielversprechend aus für eine kurdische Autonomie.

Vom Töten zum Staatshaushalt: 

Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und ehemaliger NK-Präsident „Hadi Albahra“ twitterte, dass das Assad-Regime den Staatshaushalt für 2019 beschlossen habe. 119 Milliarden Syrische Pfund (ca. 238 Millionen Dollar) sollen für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt werden. Tatsächliche Kosten des Wiederaufbau Syriens betragen jedoch schätzungsweise 400 Milliarden Dollar, wird andernorts kalkuliert. Da dürfte sich der Wiederaufbau dann wohl noch etwas in die Länge ziehen oder aber Assad richtet sich in einem Broken State ein – aus Sicherheitsgründen und weil auch andere Player an solch einer Lösung interessiert sein könnten. Als erstes fällt einem da der Nachbar Israel ein, dann die Türkei und vielleicht träumt ja Jordanien davon, noch etwas wachsen zu wollen – gen Osten. 

Regimekräfte sollen nach einer wochenlangen Offensive den Ort Tulul as-Safa eingenommen und den Islamischen Staat aus seinem letzten Stützpunkt im Süden Syriens vertrieben haben. Die IS-Extremisten zogen sich in Richtung der Badia-Wüste zurück. Tulul as-Safa liegt zwischen den Provinzen Damaskus und Sweida. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, man erziele einen „bedeutenden Fortschritt“ in Tulul as-Safa. Das Gebiet werde nach Terroristen durchkämmt. Während das hier so geschrieben wird, stellen sich mir die Haare auf am Körper bei der Vorstellung, wie „durchkämmt“ vor Ort wohl durchlebt wird oder im Realen auftritt.

Informationen zufolge dürfen iranische und syrische Passagierflugzeuge am Internationalen Rafik Hariri Flughafen Beiruts wegen der US-Sanktionen keinen Kraftstoff mehr tanken. Betroffen sind unter anderen die „Syrian Arab Airlines“,  „Cham Wings“ und „Mahan Air“. 

 

Zu NOrdzypern

Es ist bereits etwas her, als dieser Artikel erschien in einer türkischen Tageszeitung.
Auf den Artikel bin ich zufällig gestoßen, wie auch auf den Ort, an dem ich ihn auffand.

Eigentlich gehe ich ansonsten immer ins gleiche türkische Restaurant-Café in Lahr Mitte, welches schon etwas preislich gehoben genannt werden darf. Die “Gözleme” schmecken dort auch wirklich gut.

Von Offenburg zurück nach Lahr kommend, entschied ich mich vor einigen Tagen spontan an jenem türkischen Restaurant mal anzuhalten zur Abwechslung, welches ich auf dem Weg nach Offenburg links von mir an der B3 liegend überraschender Weise ausmachte, gucken, wie dort die Linsensuppe schmeckt.
Prächtig war die Suppe, kann ich nur sagen. Bin seither schon 3 Mal wieder dort gewesen. Sogar einen vegetarischen Teller gibt es zu unschlagbaren 5 Euro, der richtig gut gefüllt ist mit richtig viel Salat – und man kann sogar wählen zwischen Reis und Bulgur. Sogar 2 weiße Käsestückchen liegen auf dem Teller, eventuell vom Schaf.
Der türkische Tee schmeckt einfach fantastisch. Und kostet hier, im Gegensatz zu dem Türken in Stadtmitte, knapp 1/3 weniger.
Der etwa 40-jährige Mann, der dort arbeitet mit seinem Sohn und das Restaurant füht, ist äußerst kommunikativ. Spricht recht gut Deutsch, scheint schon länger in Lahr oder Deutschland zu leben.
Eine Entdeckung der angenehmen Art hier in Lahr, das ISTANBUL.
So heißt dieser Ort.
Wunderschön sauber ist der Geschäftsraum und herrlich geräumig, so richtig geräumig und keinesfalls vollgestellt mit Tischen und Stühlen, wie es so oft der Fall ist.
Leute kommen und gehen ins/aus dem Istanbul. Abends scheint auch die Frau des Restaurantbetreibers anwesend zu sein. Sie ist gekleidet wie eine Frau, die schiitischen Glaubens sein könnte. Kann ich mir aber nicht vorstellen, dass diese Familie schiitischen Glaubens ist, weil mir gesagt wurde, man käme ursprünglich vom Schwarzen Meer, lebte aber in Istanbul.
Ist ja auch egal.
Bislang habe ich das Restaurant noch nicht sehr gut besucht gesehen, wie man sagt. Ein Kleinod also, wo trotz B3 vor dem Haus komischer Weise Ruhe herrscht. Man kann sogar seinen Laptop aufbauen und dann in seiner Arbeit, beispielsweise, versinken. Ob es Internet gibt, wurde noch nicht abgecheckt. Es muss nicht sein, dachte ich, auch noch hier im Netz zu sein. Meine Einschätzung: Es gibt kein WLAN. Kann aber durchaus sein, dass man sich da täuscht.
Allzu verwundert sollte man allerdings nicht sein, wenn der Wirt plötzlich vor einem steht oder von Weitem sich an einen wendet und das Gespräch sucht. Keine Sorge, er hält sich kurz, wenn man ihn nicht mit den ‘richtigen’ Themen füttert oder merken lässt, dass man JETZT gerade keine Zeit zum Reden zu haben glaubt.
Anscheinend rechnet sich das Alles dennoch. Das Restaurant wird ja schließlich betrieben. Die Preise sind dort äußerst erträglich und das Essen schmeckt wunderbar. Fast glaubt man, zurück irgendwo in einem Berliner Bezirk zu sein, ja, in Istanbul selbst.

Nun:
Der Artikel, der in der Folge übersetzt wird, wurde von Prof. Dr. Ata Atun verfasst und erschien in der türkischsprachigen, islam-national angehauchten Millî Gazete vom 13. November 2018.

“Dem Mutterland sind wir unsere Republik schuldig!

Die Gründung der nordzyprischen Republik war nicht leicht, die sich heute zum 35ten Mal jährt. Diese Republik kam zustande durch Massaker, die an den Türkischzyprern (TZ) verübt wurden, durch Tränen, Flucht, Verlust einer Zukunftsperspektive, Verlassen des großväterlichen Bodens, jedwede Angriffe abwehrend und mit Märtyrern.

Die Gründungsangelegenheit begann in den 1950er Jahren und nicht, wie die Griechischzyprer (GZ) sagen, 1974 oder 1963. Beschlossene Sache wurde Letzteres am 15. Januar 1950, als die GZ plebiszitär ihren Wunsch nach einem Anschluss mit Griechenland (Enosis) kundtaten.

Makarios, der die ganze Welt bereiste, vor allem Hauptstädte im Westen, Rom, Paris, Frankfurt, Berlin, London, New York, sagte und bemühte sich, dass Zypern eine griechisch-zyprische Insel ist, Enosis stattzufinden habe, von den Engländern zurückgenommen und Giechenland übergeben werden müsse.

Der Wahrheit entspricht, dass das Zypernproblem nicht in der Nacht vom 21. Dezember 1963 mit den begangenen Massakern seinen Anfang nahm und, wie die GZ behaupten, [auch nicht] mit der Befreiungsbewegung 1974. Genauer: Die ersten Schritte der TZ in Richtung Verstaatlichung begannen im November 1957 mit der “Türkische Bewegung Organisation” (TMT). Was die TZ im Gepäck hatten, waren engagierte, auserlesene und vertrauenswürdige Leute, die die TMT gründeten, welche im Zentrum das ‘Bayraktarlik’-Prinzip hatte und das in den [vormals osmanischen] Provinzen angewandte ‘Sancak’-Prinzip; also Anwendungen, die die ersten Kettenglieder des [entstehenden Nordzyperns] darstellten.

Indem Erzbischof Makarios die Schlagkraft der Türkei unterschätzte, die Türkei die Verfassungsänderung ablehnte, glaubte Makarios in einer organisierten Art und Weise mit Waffengewalt den Paragraphen 13 der Verfassung morgens am 21. Dezember 1963 ändern zu können – Türken wurden angegriffen, ein Blutbad angerichtet.

Wenn wir nun die Staatswerdung der zyprischen Türken seit 1963 betrachten, [sehen wir], Fazıl Küçük und Rauf Denktaş errichteten am 23. Dezember nach dem Angriff der GZ vom 21. Dezember ein Komitee.
Dieses Haptkomitee war die Miniaturausgabe der Staatswerdung. In jenem Hauptkomitee waren die Mitglieder im Rang eines Ministers, nannten sich aber “Mitglied”. … An der Spitze des Hauptkomitees stand Dr. Fazıl Küçük. Seine rechte Hand war Herr (bey) Rauf Denktaş. Gleichzeitig war Rauf Bey der Vorsitzende der “Vereinigung der Türken”. Dergestalt entstand das Skelett der ersten Staatswerdung am 23. Dezember.

Nachdem die GZ 4 Jahre später, 1967, Dörfer wie Geçitköy oder Boğazıçı angegriffen hatten, gab die Türkei ein hartes Statement ab, was dazu führte, dass das Hauptkomitee sich in eine “Vorübergehende Türkische Führung” wandelte. Am 27. Dezember 1967 wurde die Vorübergehende Türkische Führung offiziell bekanntgemacht. Ab 1968 begannen Treffen [der beiden Volksgruppen]. Als 1970 diese Treffen sich einstellten, wurde das Wort “Vorübergehend” gestrichen und übrig blieb “Zyprische Türkische Führung”. Bis zur Befreiungsbewegung [1974] lief die türkisch-zyprische Regierung unter diesem Namen.

Am 20. Juli begann diese Bewegung und endete am 16. August 1974. Gleich danach wurde Mitte September die “Autonome Zyprische Türkische Führung” ausgerufen. Diesmal hatte das Gebilde ein bisschen mehr Profil, und das auch politisch. Danach begann man, die Verfassung aufzusetzen und am 13. Februar 1975 wurde die “Türkische Zyprische Föderation” ausgerufen. Das heißt: die am 23. Dezember 1963 gesetzten Schritte hatten sich am 13. Februar 1975 in eine Türkische Zyprische Föderation gewandelt. Bis 1983 wurde das Föderale beibehalten, und nachdem im Mai jenes Jahres sich Rauf Denktaş mit dem griechisch-zyprischen Führer Spiros Kiprianu getroffen hatte, wurde dieses Treffen seitens Spiros überhaupt nicht ernst genommen.

Die Treffen wurden erstmals zu Gipfeltreffen 1970, als sich Makarios und Denktaş trafen und die heutige Föderationthese wurde damals erstmals in den Ring der Verhandelnden geworfen.
1983, nachdem Makarios gestorben war, wurde Kiprianu zum Präsidenten gewählt; und just, als die Verhandlungen fortgesetzt wurden – man über föderale Strukturen sprach -, wendete sich Spiros plötzlich an die Vereinten Nationen:

“Die türkische Armee hat von der Insel zu verschwinden, die Besatzung hat aufzuhören und die einzige Regierung der Insel ist die der GZ. Das ist so zu akzeptieren!”

Und dergestalt sah dann die Entscheidung der Vereinten Nationen aus. Doch: Dass die TZ ihre föderale Struktur selbst verwalten können, war auch gesagt worden [seitens der Vereinten Nationen]. Wie Sie wissen, das wird “Self-Determination” genannt.

Von den GZ wartete man auf eine Reaktion, wie:

OK, wenn ihr ein Selbstbestimmungsrecht habt, dann setzen wir uns halt mal zusammen.

Allerdings nichts dergleichen kam von den GZ rüber. Im Gegenteil. Sie seien die Besitzer der Insel, meinten sie.

Zu jenem Zeitpunkt versammelte sich das nordzyprische Parlament der Türkischen Republik, und heute vor 35 Jahren wurde die Entscheidung getroffen, unabhängig zu sein.

Heute leben die TZ auf ihrem Boden frei, in Ruhe und Wohlstand, vermittels [der Hilfe] des Mutterlands, der Türkei.

Letzteren Wert, den gilt es, nie zu vergessen!

%d Bloggern gefällt das: