Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Baschar’

Flötengehen in Syrien

Syrien Mitte Mai/Juni 2018

Fangen wir doch mit einem Interview an, welches die Mail on Sunday am 10. Juni 2018 mit Baschar al Assad führte – in Auszügen:

„… Herr Präsident, was den 31. März 2018 angeht, betrug die Gesamtsumme für Fundings, welche Großbritannien an die White Helmets (Weißhelme) auszahlte, die ebenfalls bekannt sind als die „Zivile Syrische Verteidigung“, 38.4 Millionen Britische Pfund. Gleichzeitig beschuldigt Russland das Königreich, mit Hilfe dieser Organisation an einer Attacke in Duma teilgenommen zu haben … . Sie als Präsident Syriens, glauben Sie, dass das wahr ist?
Definitiv, ohne Zweifel. Großbritannien, Frankreich und die USA folgen und haben die selbe Politik. Das gesagt, und um komplett offen zu sein: die Briten und die Franzosen sind politische Satelliten der USA. Öffentlich unterstützen erstere die Weißhelme, die eine Handvoll al Qaida und al Nusra in unterschiedlichen Teilen Syriens sind. Die Briten gaben viel Geld aus; und wir betrachten die Weißhelme als ihr PR-Glanzstück. Ja, definitiv, die Sache wurde von diesen 3 Ländern auf die Bühne gebracht, und die Briten sind involviert.
[Die USA haben inzwischen (Stand 20. Juni 18) wieder Hilfsgelder für die Weißhelme und für eine Kriegsverbrecherermittlungsbehörde freigegeben – 6.6 Millionen Dollar. US-Außenamtssprecherin Heather Nauert: Nun können wichtige lebensrettende Einsätze der Weißhelme weitergehen. Einige Weißhelme, muss noch kurz angefügt werden, lassen hie und da ihr Leben in Syrien zurück, werden ermordet. Der Chef der Weißhelme, Raed al Saleh, bedankte sich für die angesprochene US-Unterstützung. Und als sei das nicht genug: Die USA ziehen sich voraussichtlich aus dem UN-Menschrechtsrat zurück mit der Begründung, im Gremium säßen zu viele Despoten, wie beispielsweise der Iran. Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA, spricht von chronischer Parteilichkeit, die im Gremium herrsche. Gegen Israel seien mehr Resolutionen rausgegeben worden als gegen Syrien, Iran und Nordkorea zusammen. Zurück zum Interview:].

Frau Theresa May sagte, sie hat keinen Zweifel, dass das syrische Regime hinter den chemischen Attacken vom 07. April steckt, und erzählte ihren Kritikern, dass die Teilnahme Englands rechtens und legal war und zulässig nach internationalem Recht, um die menschlichen Leiden zu mildern. Haben Staaten keine Verantwortung gegen Kriegsverbrechen zu schützen? Wie soll die Teilnahme Englands bei Vergeltungsschlägen gegen Syrien nicht in Einklang stehen mit dem internationalen Recht?
Nun, gemäß ihrer Aussagen – als England und die USA den Irak im Jahr 2003 illegal bombardierten, massenhaft Vernichtung verursachten, ganz zu schweigen von der hohen Anzahl an Witwen und Amputierten – und gemäß mayscher Logik, hat jede Regierung das Recht, Großbritannien oder die USA zu attackieren, wenn sie denkt, diese Tat ist gerechtfertigt. Das ist legal und unter internationalem Recht erlaubt, um menschliches Leid abzumildern – dies als Erstes.
Zweitens: Sie haben gelogen. Sie haben ihre eigene öffentliche Meinung keinen Beweis geliefert, also der britischen Öffentlichkeit. Nachdem wir al Ghouta befreit hatten, wo die angebliche Attacke passiert ist, fragten viele ausländische Journalisten – einige unter ihnen gegen die syrische Regierung eingestellt – Leute vor Ort bezüglich des chemischen Angriffs und die antworteten: Wir haben davon nichts gesehen, hat nicht stattgefunden.
Es war eine Lüge, vor allem nachdem wir die Gegend befreit hatten. Unsere Quellen bestätigen, dass ein Angriff nicht stattgefunden hat. Großbritannien sollte zuerst mit Beweisen anrücken und dann beweisen, wer die Verantwortung trägt. Natürlich ist so etwas nicht passiert. Es gab keinen Angriff. Und das ist, wo die Lüge beginnt. Noch einmal: Es ging nicht um den Angriff. Das Ding an dieser Angelegenheit ist: Die Briten und andere haben Bedarf, die syrische Regierung zu unterminieren. Überhaupt sind sie von Anfang an daran interessiert, die syrische Regierung zu stürzen – schon seit den Anfängen der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien. Sie vertun sich, sie erzählen Lügen und setzen ihren Abnutzungskrieg gegen uns fort.

Gab es irgendwelche Versuche, womöglich gar durch Vermittler oder Dritte, der britischen Regierung oder deren Geheimdienstnetzes, mit Syrien eine Kommunikation aufzubauen zwecks geheimdienstlichen Informationen – welcher Art auch immer?
Nein. Solche Kontakte hatten wir mit verschiedenen Diensten Europas. Die wurden vor kurzem aber eingestellt, weil die nicht seriös sind. Die wollen Informationen austauschen, wo doch deren Regierungen im Politischen gegen die unsere sind. Daher sagten wir: Sobald ihr einen politischen Schirm für derartige Kooperation habt, sind wir bereit. Derzeit gibt es keine Kooperation mit irgendeinem europäischen Geheimdienst – inklusive Großbritannien.

Was sind ihre Ansichten über den Umgang Mays und Trumps mit der Nahost-Frage, speziell aber Syrien. Und wie unterscheiden sich die beiden bei ihrer Intervention in der Region, und von der Putins?
Großer Unterschied. Die Russen wurden gebeten zu kommen. Sie sind also legitimiert hier. Das Gleiche gilt für den Iran. Doch die USA und die Briten, die sind illegal hier. Es ist eine Invasion. Sie verletzten die Souveränität Syriens – eines souveränen Landes. Die sind ganz und gar nicht legal hier. Die existieren hier illegal.

Aber, ihrer Meinung nach, wie haben beide, May und Trump, Syrien behandelt?
Es geht nicht um May und Trump. Es geht allgemein um Politiker aus dem Westen, um die westlichen Regime. Sie akzeptieren niemanden, der anderer Meinung ist: keinen Staat, keine Regierung, keine Persönlichkeit. Und das trifft auf Syrien zu. Syrien ist sehr unabhängig bei seiner politischen Positionierung. Wir arbeiten für unser nationales Interesse. Wir sind keine Bananenrepublik. Und diese Realität akzeptieren Die nicht. Dergestalt ist Deren komplette Sicht über uns, wie folgt: „Diese Regierung muss ausgewechselt werden. Der Präsident gehört dämonisiert. Weil die Syrer unseren Politiken nicht mehr entsprechen.“ So sieht es aus. Alles andere ist wie Beiwerk: Sie lügen, reden von chemischen Waffen, vom bösen Präsidenten, der seine Bevölkerung killt, die guten Leute, von Freiheit, friedlichen Demonstrationen. All diese Lügen sind Beiwerk des einzigen Ziels, das Regime zu stürzen.
Daher ist meine Antwort auf Ihre Frage: Das ist Kolonialpolitik. So sehen wir das. Und das ist nicht neu. Diese Art Politik haben Die niemals ausgetauscht, und zwar betreiben sie diesen alten Kolonialismus schon seit Anfang des 20ten und 19ten Jahrhundert und davor. Heute, lassen Sie es uns so sagen, hat dieser Kolonialismus eine neue Maske auf, eine andere. [In einem Interview Assads mit einer russischen Journalistin Ende Juni 2018 hat er seine oben geäußerten Ansichten dahingehend erweitert, indem er wiederholt in etwa sagte: die Europäer, der Westen, die haben keine Moral, keine Ethik!
Zuweilen kommt man nicht umhin, wenn man der Argumentation Assads, wie auch Putins und der des Irans folgt, sich zu fragen als Beobachter: Und was, wenn diese Leute mit ihren Darstellungen der Zusammenhänge in und um Syrien größtenteils Recht haben?].

Vor 5 Jahren, als der IS geboren wurden, sagten Sie mir … [dass Syrien geostrategisch in einer Spannungszone liegt], und seither scheinen Sie sich als Bollwerk gegen die IS zu sehen?
Wir sind diejenigen in den letzten Jahren, die die IS vor allem bekämpft haben, und zwar mit der Unterstützung Russlands und Irans. Niemand sonst macht dasselbe, noch nicht mal teilweise. Wenn Sie über den Westen und die Militärallianz des Westens reden wollen, die von den US-Amerikanern angeführt wird, nun, die haben die IS tatsächlich unterstützt, weil die attackierten die syrische Armee, und zwar immer dann, wenn wir angriffen; oder wir wurden angegriffen vom IS. Zuletzt so geschehen ein paar Tage, vor dem 15. Juni, als die IS die syrische Armee angriff. Natürlich haben wir sie geschlagen – und als Antwort haben die Amerikaner unsere Truppen im Osten Syriens attackiert.

War es falsch vom Rest der Welt, dass er Sie die letzten 7 Jahre isolierte?
Das Konzept Isolation eines Landes ist allgemein falsch. In der Welt, in moderner Politik, sogar in den alten politischen Tagen, brauchst du Kommunikation. Wenn du ein Land isolierst, isolierst du dich von der Realität in diesem Land. Und so wirst du politisch blind. Daher: das Konzept ist falsch!

Herr Präsident. Einige sehen Sie als einen internationalen Geächteten, als Diktator mit Blut an seinen Händen. Geben Sie mir ein Argument, warum Sie das nicht sind, zumal in den letzten 7 Jahren 100-Tausende Syrer ermordet, inhaftiert und sogar gefoltert wurden?
So! Die Geschichte, von der Sie reden, oder sagen wir, das westliche Narrativ lautet, dass dies ein schlechter Präsident ist, der seine eigene Bevölkerung killt, und die ganze Welt ist gegen ihn, weil er international geächtet ist. Und dieser Mann war 7 Jahre auf seinem Posten und kämpft gegen jedermann in der Welt. Können Sie ihre Leser davon wirklich überzeugen?
Es macht noch nicht einmal Sinn. Gemeint sind die unterschiedlichen Faktoren des Narratives. Es ist nicht logisch, nicht realistisch. Nun! Dieser Präsident ist auf seinem Posten, weil er die Unterstützung seiner eigenen Leute hat. Wie könnte er diese Unterstützung erhalten, wenn er gleichzeitig seine Bevölkerung mordet? Die Geschichte ist also nicht korrekt. Wir bekämpfen Terroristen. Und die werden von Großbritannien unterstützt, den Franzosen, den Amerikanern und ihren Handlangern, die meinetwegen in Europa oder sonst wo sind. Gegen die kämpfen wir an, und zwar mit der Unterstützung der Bevölkerung. Daher kommen wir voran. Wir könnten sonst nicht vorankommen. Nur weil wir die Russen oder die Iraner an unsere Seite haben? Die können die Unterstützung des Volks nicht ersetzen. Und zum Beweis: Der Schah von Iran, der Hampelmann des Westens, er konnte die Reaktion auf seine Politiken durch das persische Volk nicht überstehen. Er fiel [1979]. Das ganze System ging entzwei in ein Paar Wochen, und er musste aus dem Land fliehen.

Doch trotz der Unterstützung vieler Syrer bleibt die Tatsache, dass es tausende, zehntausende Menschen gibt, die ermordet wurden und inhaftiert worden sind.
Selbstverständlich. Sie reden von Krieg. Es gibt keinen guten Krieg. Auch keinen friedlichen. Darum ist Krieg schlecht. Also, wenn Sie von Krieg reden, ist das natürliche und selbst sich erschließende Resultat desselben: Tot und Blut überall!
Doch ist die Frage, wer fing den Krieg an? Wer unterstütze ihn? Der Westen! Der Westen unterstützte ihn von Anfang an und so auch die Terroristen, die überall Bomben legten, überall und jedermann mordeten – Köpfe abschlagen. Der Westen unterstützte al Qaida. Daher reicht es nicht aus zu sagen: Es gibt Ermordungen. Natürlich ist dort Killen. Es erschließt sich von selbst. Doch wer fing es an? Der Westen ist für all Das verantwortlich!

Der Westen ist verantwortlich, aber einige sagen, dass Herr Assad oder Präsident Assad auch verantwortlich zeichnen sollte.
Jeder Syrer könnte verantwortlich sein, für Was in Syrien passiert. Das ist eine andere Sache. Es ist eine syrische Sache. Das diskutieren wir nicht mit der Welt. Es ist nicht die Rolle des Westens, uns zu sagen, wer in Syrien verantwortlich ist: der Präsident oder die Regierung oder die Armee oder die Terroristen. Das ist eine Angelegenheit Syriens. Der Westen ist nicht in der Position, uns etwas zu sagen. Das ist nicht seine Rolle. Doch er mischte sich in die Souveränität eines Landes ein und ist verantwortlich für das Morden in unserem Land – egal wie der Narrativ des Westens lautet und seine Lügen.

Russland scheint viele Entscheide bezüglich Syrien zu treffen, ob es um fremde Truppen geht, die abziehen sollen oder um Deals, die mit Israel gemacht werden sollen in Süd-Syrien, auch, welche Art Waffen Sie haben sollten oder eben nicht. Trifft Russland inzwischen Ihre Entscheide?
Russland kämpft für das Internationale Recht. Und ein Teil desselben ist die Souveränität verschiedenster Länder, souveräner Länder – und Syrien ist eines dieser. Russlands Politik, sein Verhalten, seine Werte haben nichts mit Einmischung oder Diktat zu tun – überhaupt nicht. Wir haben gute Beziehungen mit Russland für länger als 6 Dekaden gehabt, beinahe 7. Währenddessen hat Russland nie versucht, uns zu etwas zu zwingen, sogar auch dann, wenn es unterschiedliche Ansichten gab.
Weil es derzeit einen Krieg gibt sowie eine hohe Dynamik in der Region, ist es ohnehin natürlich, dass unterschiedliche Ansichten verschiedenster Akteure existieren: sei es in unserer Regierung oder in anderen: in der russisch-syrischen Beziehung, syrisch-iranischen, iranisch-russischen, und eben in den jeweiligen Regierungen. Das ist normal. Letztendlich ist es aber Syrien, welches die Entscheide trifft und sagt, was zu passieren hat in Syrien. Darüber sollte sich niemand einen Kopf machen, unabhängig von dem, was Sie sonst so hören.
Ich weiß, auf welcher Grundlage Sie die Frage stellen.

Basierend auf verschiedenen Aussagen.
Genau!

Nun dann. Warum hat Ihnen Russland dann nicht die S-300, wie vor Jahren versprochen, gegeben – und zu einer Zeit, wo Israel praktisch jede Woche syrischen Boden bombardiert? Und warum koordiniert Russland diese Bombardements mit Ihren Feinden hinter Ihrem Rücken, Herr Assad?
Russland hat nie mit irgendjemand gegen Syrien etwas koordiniert: weder politisch noch militärisch. Und das ist der Widerspruch: Wie könnten die Russen helfen, die syrische Armee voranzubringen und gleichzeitig mit unseren Feinden zusammenarbeiten, um unsere Armee zu vernichten?

Aber die Russen wissen doch gewöhnlich, wo die Angriffe platziert werden …
Nein, nein! Das stimmt nicht, ist nicht wahr, definitiv! Wir kennen die Details.
Was die S-300 angeht, warum sie die erwähnt haben und dann aufhörten, darüber zu reden, dazu fragen sie besser russische Offizielle. Es ist eine politische Aussage. Die haben ihre eigene Agenda. Doch ob sie die S-300 an uns übersenden oder nicht, das ist ein politisches Ding – wir reden nicht darüber.

Maßgebliche Pentagon-Offizielle warnten, sie würden militärisch eingreifen, sollten Sie mit den Alliierten der USA abrechnen wollen. Werden Sie das US-Militär jemals wieder los werden in Syrien? Sind Sie bereit, diese direkt zu bekämpfen?
Seit dem Beginn des Krieges, haben die USA und ihr Alliierten nicht aufgehört, Syrien zu bedrohen. Haben nicht aufgehört, die Terroristen zu unterstützen. Und sie gaben nicht auf, uns direkt unter Beschuss zu nehmen – bei vielen Gelegenheiten. Doch trotzdem sind wir gegen die Terroristen vorangekommen. Und wir sagten, dass wir jeden Zentimeter syrischen Bodens befreien werden, egal wer Was sagt oder uns wo attackiert. Das hier ist unser Land. Und das ist unsere Pflicht. Das ist hier keine politische Meinung. Es ist eine nationale Pflicht! In dieser Richtung werden wir uns bewegen, egal, welche militärische oder politische Positionierung unsere Gegner einnehmen.

Wie denken Sie, wird die Geschichte Sie erinnern?
Kommt drauf an, welche Geschichte. Die des Westens? Die wird verdreht sein. Wird Lügen erzählen, Lüge über Lüge. Die selben Lügen, die wir nicht allein über unsere Gegenwart, sondern auch unsere Vergangenheit hörten.
Unsere Geschichte andererseits, die mir am Herzen liegt, ich hoffe, sie wird mich als jemand erinnern, der die Terroristen bekämpfte, um sein Land zu retten – und das war meine Pflicht als Präsident.

Es waren nun bereits 7 Jahre Krieg. Was tun Sie, um Dampf abzulassen, irgendwelche Hobbies?
Sport ist kein Hobby. Es wird ein Teil deines Lebens. Ein Teil deiner täglichen Routine. Weil, eine gute Gesundheit ist von Wichtigkeit, um aktiv zu bleiben. Daher kann Sport nicht als zur Unterhaltung angesehen werden. Keine Zeit und Lust auf Unterhaltung. Du lebst im Krieg mit Ermordungen und Terroristen. So! Das ist das einzige Hobby, welches eine Angewohnheit wurde, eine Angewohnheit, die von der verbleibenden Zeit und den Umständen abhängt.

Ihre Frau ist Engländerin. Sie lebten in London viele Jahre. Gibt es irgendwas, was Sie ganz besonders vermissen?
Ich hielt mich in London auf. Ich studierte Medizin. Es ist unmöglich für dich, in einer solchen Stadt zu leben, wo du fühlst, es gibt dort keinen speziellen Link mit ihr oder zu den Leuten, mit denen du täglich arbeitest.
Nun! Vielleicht vermisst du diese Beziehung. Doch du lebst manchmal in Widersprüchen, nämlich, dass dieselbe Stadt, die du magst, dasselbe Land ist, welches dein Land angegriffen hat – was nicht gut ist.“
Ende des Interviews!

Gehen wir zum Eingemachten über, verehrte Leser:

Zwischen dem 24. April und dem 01. Juni 2018 sollen insgesamt 93 Attentate und Attentatsversuche in Nordwesten Syriens allein durchgeführt worden sein.

Doch vorerst sei noch kurz dies angemerkt:

Erwarten Sie bitte auch hier nicht, dass Ihnen mit Bestimmtheit und aller Klarheit aufgezeigt wird, was in Syrien derzeit passiert. Schon allein all die Akteure ins Bild zu setzen, die in den fortdauernden Konflikt involviert sind, oder sein sollen, ist so etwas Ähnliches wie eine Sisyphos-artige Fleißarbeit. Und diese Letztere wäre indes so manchem gewiss eine ziemlich realistische Strafarbeit, nämlich jenen, die diesen kriegerischen Wirrwarr in Syrien angezettelt haben und, noch ‚gemeiner‘, davon profitieren oder profitieren wollen und dieses Kriegsgeschäft betreiben.

 

Syrien ist schlichtweg das lebende Beispiel dessen, was man als „bösartig“ bezeichnen kann; also nicht Syrien selbst, sondern das, was dort von nicht gerade wenigen Menschen mit Maschinen und anderen kriegstauglichen Dingen ‚veranstaltet‘ wird derzeit: eine Spezialausgabe der Horror-Picture-Show!

Wir haben uns ja an vieles gewöhnt. Beispielsweise daran, dass Präsident Putin immer mehr zum politisch-ökonomischen Match-Maker weltweit heranreift. Die Fußball-WM hält er bereits ab. Trifft sich unter anderen auch mit dem syrischen Machthaber Baschar al Assad, wie letztens in der russischen Stadt Sotchi.
Na ja: „russische Stadt Sotchi“, da soll es bereits einige Menschen geben, die diese Formulierung die Barrikaden hochgehen lässt. Die Georgier sind derzeit auch nicht amüsiert darüber, dass die WM-Mannschaft der Ägypter in Grosny/Tschetschenien untergebracht und vom dortigen Diktator in aller Öffentlichkeit geehrt wird – und nicht nur die Georgier. Denn so etwas, argumentieren nicht wenige, stabilisiere und legalisiere die russische Okkupation gewisser Gebiete in der Peripherie des russischen Riesenreiches. Und, bei dieser Gelegenheit sei sogleich daran erinnert: Das Assad-Regime hat unter russischer Vermittlung die von Georgien abgespaltenen Regionen Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten vor Kurzem anerkannt. Die Georgier brachen daraufhin diplomatische Beziehungen mit Damaskus – vorerst – ab. Reaktionen in den Netzwerken gingen soweit zu fordern, Georgien solle nun doch dazu übergehen, Gebiete östlich des Euphrat sowie Afrin, Idlib, kurz Nordsyrien, als unabhängig von Syrien anzuerkennen. Der georgische Präsident Giorgi Margvelashvili äußerte dazu auf Twitter so in etwa: Das zeigt, wer Assad wirklich ist, einer der Kinder mit chemischen Waffen tötet.
Apropos: in Georgien tobte der Mob kürzlich auf den Straßen. Soll heißen: es herrscht/e Antiregierungsstimmung. Und die Regierung ist ja auch bekanntlich am 15. Juni 2018 vorerst zurückgetreten – oder wurde zurückgetreten, wie man eventuell auch noch sagen könnte.

Nein wirklich!

Putin kann sogar Assad bei sich ankriechen lassen. So geschehen in Sotchi zum Ende des Monats Mai 2018: ohne großen Staat oder Leibwächter, die den damaszenen Killer eigener Bevölkerung umgeben hätten – oder anders gesagt: den syrischen Patrioten, wie man Herrn Assad halt auch noch sehen soll können.
Und ja! Bitte sehr sofort galt es, für Herrn Assad aus Damaskus beim Russland regierenden Ex-KGB-Offizier anzurücken, dem Herren über Energiequellen, die größtenteils den Energiebedarf der Bundesrepublik – noch immer – ‚speisen‘ sollen.
Für die angesprochene Visite bei Putin begab sich das syrische Präsidentensöhnchen jenes Assads, dessen Grausamkeiten noch immer vielen Zeitgenossen finster in Erinnerung haften und ihren Herzschlag am liebsten verstummen lassen, sogar in ein für seine Verhältnisse schäbiges Flugzeug. Putin ließ Assad-Junior also ankriechen, auch, um dem Donald in Washington dergestalt zu sagen, eventuell: Den lass ich fallen, wenn Du mich endlich richtig kapierst!
Am Rande bemerkt: Herz aller liebst waren die Bilder mit Donald und Kim im TV ja irgendwie schon diesen Monat: Die Atombombe lass ich fallen, wenn Du mich nicht endlich richtig kapierst, sagten die Bilder mit den beiden Polit-Showleuten wohl so manchem/r.
Von der Leyen, die Verteidigungsministerin der BRD, glaubt angeblich nicht, dass Putin den Assad noch wesentlich länger in Schutz nehmen wird. Die Verwaltungsstruktur gehöre gestärkt in Syrien und Moskau sei eher daran interessiert, ein Bein in Syrien zu behalten als den Baschar weiterhin auszuhalten, soll sie so in etwa gemeint haben.
Apropos: Frau Merkel war auch in Sotchi. Nicht ganz so angekrochen kam sie dort an wie Assad. Sie bat den Putin, das Wohneigentum der Geflüchteten Syrer nicht enteignen zu lassen.
Kann uns mal jemand erklären, was das Eigentum an Land in Syrien geflohener Syrer Frau Merkel angeht?
Und außerdem: Putin heißt Putin und nicht Assad! Soll heißen: Letzterem hätte die Bundeskanzlerin diesen Wunsch verbraten müssen. Offensichtlich macht sich Frau Merkel Sorgen, dass der Großteil der geflüchteten Syrer nach einer kalten Enteignung in Form einer Verfassungsänderung – siehe weiter unten – dann in Mitteleuropa sich fest ansiedeln könnte.
Das Schönste aber, und wirklich geradezu brillant, ist, was Putin so in etwa dazu sagte bei diesem Treffen mit Frau Bundeskanzlerin und in Richtung Reichstag zu Berlin: Hey ihr da in Brüssel und/oder Berlin, baut mal gefälligst aus eigenen Mitteln das kaputt-gebombte Syrien wieder auf – und dann reden wir weiter über das Eigentum dieser Leute aus Syrien!

Und auch daher dies: Das Gerücht geht um, dass die Türkei, sowie Russland und die US-Amerikaner/Israel Syrien unter sich aufteilen wollen. Insofern wird spätestens nun vielen Beobachtern das übersteigerte Engagement der Türken vor Ort etwas plausibler, aber auch dasselbe der Israelis, die zusätzlich vermehrt darauf drängen, dass an der syrischen Grenze zu Israel keine iranischen Söldner mehr in Stellung liegen. Der russische Außenminister Sergey Lawrow dazu: „Natürlich muss der Abzug aller nicht-syrischen Streitkräfte auf Gegenseitigkeit erfolgen, dies sollte keine Einbahnstraße sein!“ Die Jerusalem Post sprach in diesem Zusammenhang von einem bereits bestehenden Abkommen zwischen Russland und Israel, indem Assad die Kontrolle über den Süden Syriens behalten dürfe, wenn die libanesische Hisbollah bei Quneitra und Daraa ihre Stellungen aufgibt, im Süd-Westen Syriens an der umstrittenen Grenze also. Zum Ende des Monats Juni 2018 dann diese Meldung: Die russische Luftwaffe hat erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor knapp einem Jahr, Gebiete im Süden Syriens bombardiert. Dutzende Fassbomben und Elefantenraketen kamen zum Einsatz. Letztere sind ungenaue, improvisierte Geschosse aus Gaskanistern. Vom Militärflughafen Hmeimim, nahe der Hafenstadt Latakia, ging die Aktion aus. Das al Herak-Feldkrankenhaus wurde bei diesen Bombardements ebenfalls von Geschossen getroffen – auch Gebäude errichtet zum Schutz für Zivilisten. Das wird hier berichtet, – was wohl einigen bereits nicht mehr erwähnenswert erscheint -, weil Putin noch am 07. Juli 2017 persönlich und in Hamburg diese Gegend als Teil einer Deeskalationszone mitdeklarierte.

Und Sie wissen, verehrte Leser: Die Weltmeisterschaft im Fußball wird auch ohne die Deutschen, die früh herausgeflogen sind, in Russland trotzdem weitergeführt. Irgendwo wird gejubelt auf der Welt und anderswo, verzeihen Sie, verrecken die Leute, woran längst nicht Russland allein die Schuld oder Verantwortung trägt. Wir sitzen da ‚brav‘ mit im Boot – auch ohne WM-Titel!
Anfang Juni sprach sich der Berater des iranischen Generalstabchefs, der Brigadegeneral Massoud Gazajeri, noch gegen einen Abzug der Iraner aus Syrien aus. Sie seien schließlich auf Wunsch der Regierung in Damaskus da. Lustig oder makaber daran ist, dass wenig vorher Baschar al Assad selbst die Behauptung äußerte, es gäbe gar keine iranischen Kampfeinheiten auf syrischem Boden.
Währenddessen, so in etwa, machte sich der syrische Außenminister Walid al Mou‘allem über die Müllkrise im Libanon lustig. Er scheint wohl vergessen zu haben, dass Syrer, die dorthin in recht großer Zahl geflüchtet sind, eventuell die Hauptverursacher dieser Krise sind.
1,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland hat der Libanon in etwa aufgenommen.

Wie auch immer dem sei: Zwar habe der Iran mehrere schiitische Milizen von der Grenze nach Israel abgezogen, doch die seien mehr oder minder postwendend in Einheiten der syrischen Armee dorthin zurückgekehrt. Vom Iran unterstützte Milizionäre unter Aufsicht des Kommandeurs der al Quds-Einheiten, Qasem Suleimani, sind nämlich in Militärlager des Assad-Regimes in Damaskus und Umkreis gebracht worden, und erhielten dort Uniformen des Regimes sowie syrische Ausweise (die Abu Fadl al Abbas-Brigade).
Die Russen sollen Mitte Juni die Kontrolle der Zufahrtswege zum Flughafen in Damaskus von den Iranern übernommen haben.

Auch hier in diesem Artikel, wie Sie leicht erkennen können, wird oder wurde von Dingen geschrieben, die längst noch nicht von allen Beteiligten so als Kröte geschluckt wurden, oder geschluckt werden wollen – „syrische Grenze zu Israel!“ Denn ja, es gibt offensichtlich vermehrt Leute, die Israel seine Existenzberechtigung im Nahen Osten aberkennen wollen, eben weil die betriebenen Politiken der letzten 10 Jahre der Israelis inzwischen alarmierend zeigten, dass dieses Staatsgebilde in der Region nur eines verursacht: Chaos, Leid, Tod und permanentes Sich-Bedrohen und Killen.
Apropos: Die ehemals syrischen Golanhöhen (1.200 qm), die Israel seit Jahrzehnten beschlagnahmt hat (seit 1967), könnten von Präsident Trump schon demnächst als rechtmäßige Gebiete Israels anerkannt werden – warten Sie es ab.
Ist doch wohl genug Zeit vergangen, um endlich mal einen weiteren Gang hochzuschalten in solchen besetzungspolitischen Angelegenheiten?
Diese Frage scheinen sich Menschen wie Netanjahu und Trump nicht nur zu stellen, sondern deren Realisierung aktiv anzugehen, wie nicht von wenigen behauptet wird.
In gewisser Weise ist das Alles auch nachvollziehbar – vor allem aus darwinistischer Sichtweise: dem Wetteifern um das Best-angepasst-Sein.
Liebe Palästinenser und ‘Ägypter’ vom Sinai seid also gewappnet! Time seems to be on their side! Werdet bestens schnell Christen und kommt dann mit vielen Kindern nach Mittel-Europa, wo sie wahrscheinlich auch dann noch vergeblich versuchen werden, ihre Art Ordnung in das Normalste der Welt zu bringen. Und Letzteres, wie aus Geschichtsbüchern weltweit geschlossen werden kann, ist die Migration! Und die mühen sie sich gesamteuropäisch, zunehmend miteinander verstritten zu verwalten.

Kommen wir zurück nach Sotchi und zu Putin: Ja, man staune, der Herr vom Kreml lobte den angekrochenen Alewiten aus Qardaha/Syrien namens Baschar. Die syrische Armee habe sehr erfolgreich gegen die islamistischen Terroristen gefochten, meinte der Kremlchef. Nebenbei wurde von Putin bei diesem Treffen in Sotchi noch schnell ein Abzug der ausländischen Truppen gefordert (was auch sein Sonderbeauftragte für Syrien Alexander Laventiev gern zwitschert): vordinglich sind mit jenen, die die Biege machen sollen in Syrien, natürlich die USA gemeint; und dass Israel seine Racheflüge, oder wie man diese besser nennt, einstellt.
Vielleicht sind die erwähnten Flüge ja doch eher bereits schon als Marker des entstehenden Gebiets „Großisrael“ von uns zur Kenntnis zu nehmen, dessen Aufbau ja in Angriff genommen sein soll. Das neue Reich König Davids wird derart womöglich schon mal ersichtlicher und für alle existenter abgesteckt und dies – wenn auch recht explosiv mit entsprechenden Kollateralschäden – wird uns eventuell so vorgeführt noch weiterhin beschäftigen. Auf Grund der israelischen Flugangriffe soll Assad den iranischen Kräften letztens in ‚seinem‘ Land verboten haben, Einrichtungen und Flugzeughallen in syrischen Militärflughäfen zu nutzen. Weil sonst wieder die Israelis dort ihre Bomben hinlenken.
Am 20. Juni 2018 bombardierte die US-geführte Anti-IS-Koalition erneut Stellungen des Assad-Regimes und iranischer Milizen südöstlich von Abu Kamal nahe der irakischen Grenze. Armeestellungen wurden dabei getroffen. Es gab mehrere Tote und Verletzte. Die USA dementieren den Luftangriff jedoch.

Doch bleiben wir doch noch etwas beim Sotchi-Treffen. Die Lage im Land namens Syrien habe sich verbessert, meinte Assad dienstbeflissen gegenüber Putin bei jenem Treffen und wahrscheinlich war er in jenem Moment im Geiste praktisch schon auf Knien. Ein Verfassungskonvent müsse aber her, meinte der syrische Alewite dann auch noch.
Genauer: Assad & Co. wollen die syrische Verfassung umschreiben. Der Besitz an Boden soll neu verteilt werden.
Nein. So kann das nicht stehen gelassen werden, verehrte Leserschaft.
Also: Jene Syrer, die interessiert daran sind, ihr Land weiterhin als Besitzer zu führen, müssen sich noch vor Ablauf dieses Sommers 2018 auf den zuständigen Behörden in Syrien einfinden, und entsprechend belegen, dass sie es sind, die die Besitzer jenes Bodens in XY-irgendwo in Syrien sind.
Zeck! Diese Klatsche hat gesessen. Wird sitzen. Wird all jenen Syrern ein Dorn im Auge sein, die sich ins Ausland retteten und sich nicht zurücktrauen – vor allem aber Landbesitzer sind.

Letztere müssen sich allerdings nicht allzu viele Sorgen machen, dass ihr Land dahinrotten wird. Es wird gewiss wieder erblühen, und zwar vielleicht unter afghanischen oder iranischen Händen – ja, in Syrien. Staffan de Mistura, der UN-Sondergesandte für Syrien, dem soll bei seinem letzten Treffen in Teheran Mitte Juni ebenfalls ein Vorschlag für die zukünftige syrische Verfassung unterbreitet worden sein. Mistura war am 18ten und 19ten Juni 2018 in Genf, um mit hochrangigen Entscheidungsträgern aus der Türkei und Russland die syrische Verfassung ebenfalls zu besprechen. Es ist, als wolle man den Astana-Prozess neubeleben – diesmal ohne Araber und US-Amerikaner plus vollem Segen der Vereinten Nationen. Etwas mehr zu dem, wie das Ding mit der neuen syrischen Verfassung in der Praxis aussieht, folgt unten, ganz am Ende dieses Artikels.
Viele Afghanen, so an die 54 000, die als Kämpfer der Fatimyoun Brigade, an der Seite des Assad-Regimes ihre Leben riskieren, haben mit der Neubesetzung des Eigentums der geflüchteten Syrer nämlich eine nicht allzu schlechte Perspektive erhalten für ihren freiwilligen, oft auch unfreiwilligen Dienst an der Waffe fürs Vater- oder Mutterland in spe, Syrien, um den Faden wieder aufzugreifen. Mal sehen, ob sich die Regierenden in Damaskus dann auch ans Versprechen halten werden, wenn es ums Ein- und Verteilen des recht begehrten Gutes „Land“ gehen wird. Leute braucht das Land, wo Euphrat und Tigris fließen auf alle Fälle.
Es könnte also in der zukünftigen syrischen Gesellschaft, wenn der Staat dann noch so heißen wird, an genügend Frauen fehlen – zumal die auswärtigen Krieger ziemlich sicher männlichen Geschlechts größtenteils sind. Wir dürfen daher gespannt sein, wie dieser ‚Bedarf‘ gedeckt werden wird.
Mit Russinnen?
Dass wir nicht gleich darauf gekommen sind.
Iranerinnen? Wohl eher nicht.
Türkinnen?
Dass etwa Homosex und/oder -liebe legalisiert wird?
Nun: Verwundert drein schauen gilt ab jetzt nicht mehr, weil hier steht es gleich geschrieben, und zwar: Es könnte womöglich herauskommen, dass Gentechnik plus Brut-Institute, oder wie solch Orte zukünftig im Arabischen genannt werden könnten, die Folgen des Frauen-Mangels vor Ort beheben werden. Und jene, die ohne Frau als Afghanen und Iraner in Syrien leben müssten oder werden, schließt man vielleicht zukünftig zeitweise an eine Testreihe mit Liebes-Robotern/innen japanischer und/oder chinesischer Machart zwecks Beweis technischen Fortschritts und natürlich des Friedens wegen an; oder aber „für die nächste Generation“, wie ja oft auch andernorts in der Welt in den unterschiedlichsten Zusammenhängen betont wird.
Wäre das ‚Problem‘ FRAU derart nicht erfolgreich delegiert?

Wie dem auch sein wird im zukünftigen Zweistromland: Wahrscheinlich ist jene Delegation, von der Assad zu Putin auch noch sprach Ende Mai 2018, schon längst zu den Vereinten Nationen unterwegs, dort gewiss schon angekommen, womöglich schon wieder abgereist, um zuvor erwähnte Verfassungsänderung dort ‚absegnen‘ zu lassen. Auch bei diesem Punkt dürfen wir gespannt sein, ob das Unterfangen gelingt.
Denn, vergessen wir es besser nicht – und auch zum Abgleich: Wenn Trump, letztens, im Vorfeld des G7-Treffen in Kanada kalt kalkulierend ein Verlassen des Treffens einplant, wie geschehen, nur weil der kanadische Premier angeblich Dinge sagte, die Trump nicht gefielen – von denen er sich denken konnte, dass sie gesagt werden, so oder ähnlich von irgendjemand -, dann dürfte angesprochenes Begehren Assads vor dem Hohen Hause der UN womöglich durchgewunken werden – die Verfassung?
Ja! Dem könnte so sein. Denn: Wir leben schließlich in wirren Zeiten, wo, wie sagt man neuerdings, Quantenlogik vermehrt in Betrieb genommen wird, als Maßstab vieler, wenn nicht gar aller Dinge anzulegen ist zukünftig – bis sich auch dieser Hype gelegt haben wird und der nächste Weltenformer wie „Demokratie“ oder eben „Quantenlogik“ ansteht.
Was dieser nächste Umformer der Humaniden sein könnte?
Klar doch, Liebe!
Entschuldigen Sie, Scherzchen müssen doch auch mal sein, Und vor allem dann, Sie werden es vielleicht noch erleben, wenn man genau dort hinkommen mag, eben zur Liebe als Weltenformel. Bloß was ist das noch mal genau, Liebe? Eine Bewegung im Stillstand oder Stillstand mit Bewegung?

Und ja: Es tut sich was in Syrien. Auch wenn diese Bewegung vielen Betrachtern der Lage vor Ort von außen so vorkommt, als sei es die einer Angelegenheit, die im Kreis verläuft und äußerst lieblos: Anfang = Ende; Ende = Anfang; also eine Bewegung ohne Ende ist, die scheinbar sinnlos sinnig sinniert.
Zum Beispiel hatte ein Konvoi iranischer Milizen, sowie Milizionäre der libanesischen Hisbollah, sich ungefähr Mitte Mai 2018 fortbewegt, und zwar gerade, als in Astana/Kasachstan die Gespräche zu Syrien einem Ende zugeführt wurden. Im Rahmen der dort verfassten Deeskalationsvereinbarung sollen auf lediglich nordsyrischem Boden insgesamt 29 gemeinsame Beobachtungsposten eingerichtet werden: 12 türkische, 10 russische und 7 iranische. Das zuvor erwähnte Fortbewegen der genannten Milizionäre fand also unweit der kurz-und-klein-gebombten Stadt Aleppo statt – in Richtung Berge namens Ezzan. Soweit hier bekannt ist, werden den von den erwähnten Milizen aufgegebenen Platz an jenem Ort türkische und russische Truppen, vorerst, einnehmen. Von einem türkischen Protektorat im Norden Syriens ist gelegentlich die Rede, welches dort errichtet worden sei – werden soll. Inzwischen sind schon längst wieder Gespräche am Laufen, die zum Ziel haben, Gerichtshöfe sowie Dienstleistungen in den Bereichen Transport, Kommunikation sowie die Stromversorgung wieder herzustellen vor Ort.
Mitte Juni 2018 trafen sich Stammesführer aus Aleppo, Raqqa und Hassake. Die Volksverteidigungseinheit wurde aus der Taufe gehoben. Gemeinsam mit der syrischen Armee soll nun energischer gegen ausländische Verbände (USA/SDF etc.) vorgegangen werden, wurde beschlossen. Die Universität Harran in Şanlı Urfa/Türkei wird unterdessen eine Filiale in der Stadt al Bab/Provinz Aleppo eröffnen. Lehrsprachen sollen Arabisch, Englisch und Türkisch sein. Wie wir uns schon dachten, wird die lokale Sprache der Leute, Kurdisch, dort nicht aufgenommen als Unterrichtssprache – zumindest vorerst, und Ankara scheint sich ganz offensichtlich längerfristig in Syrien einrichten zu wollen. Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Gaziantep in der Türkei hatte zum Abschluss des diesjährigen Ramadans al Bab besucht. Seine Unterstützung für die syrische Polizei sollte dergestalt zum Ausdruck gebracht werden.
Beobachtungsposten werden im Syrien dieser Tage gewiss eh noch weitere eingerichtet. So auch in der Stadt Raqqa. Dort gab es im März 2018 lediglich eine einzige medizinische Einrichtung. Ungefähr 150 000 Menschen leben aber in jener Stadt, und zwar unter harschen Bedingungen. Für die letzteren Bedingungen sorgt/e nicht die Türkei allein.
Apropos harsche Bedingungen: „Assayesch“, das sagt Ihnen nichts? Ja, so nennt sich der Geheimdienst der kurdischen YPG-Miliz, der auch nicht allzu zimperlich sein soll – der syrische Medienaktivist Mohammad Khalouf al Mahdi wurde in einem PYD/YPG-Miliz-Gefängnis in Hassake/Nordost Syrien umgebracht. Er hatte gegen Zwangsrekrutierungen der YPG von Zivilisten demonstriert. Genannte Miliz hat des Weiteren auch gefangengenommene Europäer, die für den IS kämpften, im Zuge eines Gefangenenaustausches freigelassen Mitte Juni 18. Darunter befanden sich ebenfalls deutsche Staatsbürger. Der IS hat im Gegenzug ebenso viel kurdische Gefangene freigelassen. Noch andere Player erschweren der Zivilbevölkerung in Raqqa das Über/Leben – und nicht nur dort. Sie können sich vorstellen, was in dieser Stadt so in etwa los ist in Sachen Krankheiten: Durchfall, Hepatitis, Infektionskrankheiten jedweder Art und gelegentlich wohl auch Cholera. Letztere wütet gerade in einer weiteren Stadt Syriens, die, welch ‚Zufall‘, ebenfalls im Siedlungsgebiet der Kurden liegt: in Deir ez Zor.

Nochmals kurz zurück nach Hassake: Türkische Medien berichteten, saudiarabische Militärberater hätten zuweilen Treffen mit YPG/SDF-Kämpfern in der Region. Es gehe dabei um eine bereits gebildete arabische Truppe. Und zwar geht es um die Qauwat as Sanadid, um genauer zu werden. Sie ist eine Miliz eines in der Region ansässigen Scheichs namens al Hadi, und dieser gehört dem vor Ort bekannten Schammar-Stamm an. Die Miliz ist 2013 gegründet worden. Sie gibt vor, vordringlich gegen den IS zu kämpfen.
Die davor kurz miterwähnten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) schreckten kürzlich nicht davor zurück, wird berichtet, auch auf Zivilisten das Feuer zu eröffnen – so geschehen bei Deir ez Zor in der Nähe von einem Ölfeld. Die Zivilisten sollen versucht haben, eines der Ölfelder in Brand zu setzen, da einer ihrer Leute von SDF-Kämpfern misshandelt worden sei.
Die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) führten in Deir ez Zor just so ungefähr in jenem Zeitraum mal wieder Razzien durch, wobei eine IS-Schläferzelle ausgehoben werden konnte, wird behauptet und vermeldet. Und, man staune: Rund 50 italienische Soldaten sollen in der Nähe des al Tanak-Ölfelds, ebenfalls Provinz Deir ez Zor, stationiert worden sein. Sie haben sich französischen Truppen angeschlossen, wird berichtet. Assad und seine Alliierten sollen mit dieser Maßnahme von dort ferngehalten werden.
Und dann auch noch dies: Mehrere Rebellengruppen haben sich in der Provinz Aleppo zu einem neuen Bündnis – vorerst – zusammengeschlossen, welches sich „Sultan Abdul Hamid II Brigade“ nennt. Sie werden in der Provinz Aleppo, Ras al Ayn und Jabal Turkman in der Provinz Latakia Stellung beziehen.

Weil wir schon beim Nennen von Namen gewisser Ortschaften und Kampfverbände sind: Manbitsch ist einer jener Orte in Syrien, wo unter anderen die Türkei vor haben soll, diesen Juni, eher kommenden Juli, so etwas wie eine weitere „große Schlacht“ zu schlagen – versteht sich, gegen die Kurden der YPG, die ja beschuldigt werden, nichts weiteres zu sein als der verlängerte Arm der verbotenen PKK in der Türkei. Mit dem Wahlsieg Erdogans werden wohl schon demnächst Fakten geschafft werden diesbezüglich.
Die Türkei und die USA haben den Fall Manbitsch offenbar untereinander ausgewürfelt vor kurzem – oder ähnlich, genauer: die Hauptlinien für eine künftige Kooperation wurden skizziert, um „Sicherheit und Frieden“ in Manbitsch einkehren lassen zu können. Man sagt, das sei eine politische Strategie, die eventuell mit hohem Einsatz und mangelndem Vertrauen seitens der türkischen Streitkräfte sowie der USSOCOM durchgezogen wird. Manbitsch liegt in der Provinz Aleppo. Anadolu News spricht von einem 3-Phasen Plan, den die Türken mit den USA ausgehandelt haben sollen. Demnach habe die YPG Manbitsch innerhalb von 30 Tagen zu verlassen. Jetzt sind die USA und die Türken dabei, einen Rat innerhalb von 60 Tagen zu bilden. Das heißt, kurz nach der Veröffentlichung dieses Artikels wird wohl verlautbart werden, ob das zuletzt genannte Ziel erreicht werden konnte innerhalb der gesetzten Frist oder nicht – nämlich spätestens am 04. Juli. Es soll Angaben zufolge danach aussehen.
Ob die USA ihre Ankündigung gegenüber Ankara wahrmachen, dass die YPG ihren Kontakt zur PKK demnächst abbrechen wird, wird hier zwar nicht bezweifelt, allerdings, dass es in Wirklichkeit geschehen wird dann schon, irgendwie. Es wird behauptet, die USA unterhielten an die 20 Militärbasen in den nördlichen Gebieten Syriens, die von den Demokratischen Kräften Syriens kontrolliert würden. Die Rede ist von 5 000 Soldaten.
Der türkische Außenminister Çavuşoğlu träumt derweil bereits davon, das 3-Phasen-Modell dann auch in Raqqa und an anderen Orten in Syrien einzusetzen, sollte es von Erfolg gekrönt werden. Der Lokalrat in Mare, ein Nest unweit von Aleppo, soll die Bevölkerung zum Dank für die Unterstützung der türkischen Truppen dazu aufgefordert haben, die türkische Lira einzuführen, sodass deren Absturz an der Börse vielleicht verhindert werden könne.
Bereits am 18. Juni 2018 wird gemeldet, dass US-amerikanische und türkische Truppen an der Grenzlinie (Sajur-Linie) zwischen Manbitsch und der Türkei patrouillieren. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurde die Aufputschdroge Captagon im Wert von über 1.5 Millionen Dollars in dieser Gegend von Milizionären, die den USA nahestehen, sichergestellt. Bekanntlich haben bereits die Nazis unter Adolf auf diesen Stoff gesetzt: er macht mutig und raubt den Schlaf – hat allerdings auch zuweilen ungewünschte Nebenwirkungen: Depressionen, Horrortrips etc.
Raqqa ist noch immer ein Ort in Trümmer, Schutt und Asche. Viel Frust kursiert und wenig Lust, wird gesagt, die Stadt wiederaufzubauen. Die PYD/YPG kontrolliert diesen Ort – noch. Leichen sollen noch immer unter Trümmern verrotten etc. Anstatt, dass mal jemand ernsthaft aufräumte, sollen lediglich Bilder des in der Türkei inhaftierten kurdischen Führers Öcalan überall in der Stadt aufgehängt werden. Das sind bestimmt Übertreibungen, aber gewiss mit einem Funken Wahrheit. Inzwischen, Ende Juni, ist zu hören, dass die Öcalan-Poster wieder abgenommen worden sind – und andere Fetische.
Wie dem auch sei: Mitte Juni ließ jemand von Seiten der russischen Militärbasis in Hmeimin/Syrien wissen, dass Moskau die Manbitsch-Vereinbarungen zwischen der USA und der Türkei als „unwirksam“ erachte. Zum Ramadan 2018 geschah dort jedoch, dass dutzende Menschen festgenommen wurden, die aus der Türkei gekommen waren, um die Feiertage in Syrien zu verbringen.
Der Pressesprecher der YPG sagte im kurdischen Fernsehsender MediaHaber in einem Interview am 17. Juni 2018 in stark vom Kurdischen und Arabischen gefärbten Türkisch in etwa: Wir von der YPG, wir Kurden, wir wollen offene Grenzen und gute Beziehungen zur Bevölkerung drüben in der Türkei. Wir haben kein Problem mit den Leuten dort!
Und dann noch dies: Viele sind sich folgender Tatsache bewusst: Die Amerikaner, wird immer wieder geschrieben in den Netzwerken der Kurden, benutzen die PYD-Einheiten als Söldner. Und wenn sie diese nicht mehr brauchen werden, würden sie diese – wie schon einige Male davor andernorts geschehen –, erneut kalt abservieren.

Apropos „kalt abservieren“:

Die Palästinenser, die seit Jahrzehnten in Syrien, vor allem in Teilen von Damaskus, einen Unterschlupf gefunden haben vor den Übergriffen der Israelis, kriegen derzeit auch oder wieder einmal ihr Fett ab, wie man sagt. Eines der für sie am Rande von Damaskus vor Jahrzehnten angelegten sogenannten Flüchtlingscamps, „Yarmouk“, hat das Assad-Regime ziemlich komplett, wird berichtet, in Schutt und Asche bomben lassen – mit Hilfe Moskaus.
Es stimmt: Die Palästinenser waren (und sind) nicht unbedingt immer die angenehmsten Mitbewohner oder Gäste in Syrien. Wie dem auch sei: In diese eben thematisch aufgeworfenen innerarabischen Zusammenhänge tiefer zu blicken, brächte uns in düstere Gefilde nahöstlicher Politik der letzten 60 oder mehr Jahre – und der Platz dazu soll hier nicht sein. So viel noch: Die Rolle Syriens bei der Vertreibung vieler Palästinenser aus Palästina im letzten Jahrhundert ist noch längst nicht aufgearbeitet; oder so veröffentlicht, dass die Wahrheit wirklich klarer zutage getreten wäre. Da war und ist noch was, das vor allem unter dem fliegenden Teppich aus 1000 und einer Nacht geheftet verharrt. Soll heißen: Dass der Assad Clan in Syrien noch immer im Sattel sitzt, ist auch der helfenden Hand des angeblichen Erzfeindes Israel, den USA und einigen Staaten Europas geschuldet – vorweg der BRD.

Sie sehen, verehrte Leser, kaum dass man damit angefangen hat, ist man schon mitten drin, sich im syrischen Wirrwarr so richtig einzunisten und den schwindenden Überblick als Gott gegeben zu akzeptieren. Ja, eine gehörige Portion Fatalismus wird zuweilen geraten, sei angebracht, um in dieser Materie nicht vollends einzusickern.
Jedenfalls haben einige Palästinenser in ihren Lagern wie Yarmouk IS-Kämpfer, wie soll man sagen, beherbergt, wenn nicht gar ermutigt, sich dort einzunisten. Die sind dort jetzt angeblich abgezogen, genau so wie auch in Tadamon oder in Hajar al Aswad. Und somit hat Assad nach ungefähr 6 Jahren die volle Kontrolle über alle Vororte der Hauptstadt Damaskus zurückerhalten. „volle“ in diesem Zusammenhang ist selbstverständlich mit Fragezeichen zu versehen, gibt aber so in etwa das an, was Baschar al Assad über seine Medien in der Welt und in Syrien als Nachricht verbreiten lässt.
Jetzt kommt es aber, was viele von Ihnen wahrscheinlich nicht ganz kapieren dürften. Und das ist: Jene IS-Kämpfer, die nach längeren Schießereien in den zuvor genannten Gebieten in und um Damaskus noch irgendwie am Leben geblieben waren, bekamen 32 Busse hingestellt, um nach Badiya asch-Scham verfrachtet zu werden – also so eine Art freies Geleit. 1.600 Kämpfer des IS sind daher noch immer da draußen irgendwo unterwegs, um Baschar al Assad das Leben schwer zu machen, um die Scharia einzuführen, um den Ausländern die Umma entgegenzustellen – die Gemeinschaft der Muslime ist die Umma, welche ja bekanntlich schon vom Propheten Muhammad anvisiert und in einem wesentlich kleineren territorialen Rahmen auch etabliert gewesen war, und zwar im heutigen Saudi Arabien.
Der ausgebombte Stadtteil Yarmouk im Süden von Damaskus, wo ja einst mehrheitlich Palästinenser lebten, wurde sodann von den ausgehungerten und aufgehetzten Soldaten des Assad-Regimes sowie nicht-palästinensischen Anwohnern Damaskus‘ geplündert. In LKWs soll das Diebesgut hurtig zum nächsten Markt gefahren worden sein und wurde dort verhökert. Es wird berichtet, die geplünderte Schore sei mit UNICEF-Planen auf den LKWs zugedeckt gewesen, sodass sich, wird hier interpretiert, ein jeder seinen Reim aus dieser Art Camouflage machen kann, wer da im Grunde wen … und so.

Kann schon sein, dass das eben Gesagte nicht gerade die gelungenste Metapher war. Aber: Bekanntlich hat die arabische Literatur ebenfalls eine sehr reiche Metaphorik, vor allem die guten, alten Dichter von vor der Besetzung Arabiens durch Osmanen, Engländer oder Franzosen. Die Schriftstellerin Rana Kabbani zur erwähnten Plünderung von vorhin: „So unterstützt Assad also die Palästinenser. Wäre Yarmouk von den Israelis zerstört worden, dann hätte dies eine große Protestwelle ausgelöst!“ Iraner, oder die von ihnen in Syrien Eingesetzten, haben sich ebenfalls an den Palästinensern und ihrem ‚Eigentum‘ in Yarmouk vergangen, wird berichtet. Kann gut sein, dass das nächste Ziel dieser wild gewordenen Horden das Städtchen Daraa – wieder – sein wird, inzwischen schon ist.
Ein kleines Kontingent der ägyptischen Armee ist dort in der Gegend eingetroffen, um gemeinsam mit russischen Streitkräften das Assad-Regime bei einer geplanten Offensive in Daraa zu unterstützen. Al Masdar News berichtete, eine Friedensdelegation des Assad Regimes und der Russen sei in der Provinz Daraa unterwegs, um mit FSA-Kämpfern über eine ‚Versöhnung‘ zu verhandeln. Türkische Truppen und verbündete FSA-Kräfte wollen im Rahmen ihrer Operation „Olivenzweig“ Gebiete in Afrin nach Brauchbarem abgesucht haben. Ein größeres Waffen- und Munitionslager, vermutlich der YPG, sei dabei entdeckt worden. Auch schon davor, im März 2018, konnte ein solch gearteter Teilerfolg erzielt werden.
Das Wort Versöhnung wurde hier zuvor in Anführungszeichen gesetzt, da die Russen und das Assad-Regime klarmachten, dass ansonsten die Hölle über den Kämpfern einbrechen wird, wenn sie sich nicht auf Versöhnung trimmen lassen.
Und als wollte man uns Es leicht machen, den Überblick zu behalten, schlossen sich gleich 11 bewaffnete syrische Oppositionsgruppen in und um Idlib und der Stadt Hama zur „Nationalen Front für Befreiung“ zusammen Anfang Juni 2018. Türkische Truppen gaben, zeitgleich ungefähr, ID-Karten an Bewohner in Afrin und dem nahegelegenen Ort al Bab aus. Die Aktion brachte den Türken den Vorwurf ein, einen demografischen Wandel vor Ort vorantreiben zu wollen. Und wie wir alle wissen (sollten), haben die Türken nicht erst seit der Mitte des letzten Jahrhunderts in diesen assimilierenden Dingen einen ausgeprägten Erfahrungsschatz. Die Türken behaupten jedoch als Gegenargument, terroristische Schläfer sollen leichter enttarnt werden können etc., wenn ID-Karten besessen werden.

Al Bab ist für die Türken auch aus historischen Gründen ein wichtiger Ort (Osmanen). Insofern verwundert nicht, dass vermeldet wird, man habe mit der Restaurierung von Moscheen (derzeit 40 von insgesamt 60) und Bazaars begonnen. Die älteste Moschee in al Bab wurde im Jahr 717 errichtet. Eine religiöse Stiftung aus der Türkei soll die Gelder für die Erneuerungsarbeiten bereitstellen.
Währenddessen verlängerte die EU ihre Sanktionen gegen Assad um ein weiteres Jahr. Zum Ende des Junis 2018 hat die Verwaltung des al Hikmet Krankenhauses in al Bab den Betrieb eingestellt. Es würden nur noch Notfälle behandelt, wird vermeldet. Der Gesundheitsminister der syrischen Interimsregierung Muhammad Feras Jundi macht das Assad-Regime dafür verantwortlich sowie für Verschleppungen und Lösegeldforderungen von/für medizinisches/m Personal.
Und: Das Krankenhaus in Dana/Provinz Idlib wurde angegriffen. Der Versuch scheiterte, Ärzte zu entführen. Noch Anfang Juni 2018, also ungefähr 10 Tage davor, wurde Dr. Mahmud Mutlaq verschleppt, schwer gefoltert und gegen ein Lösegeld von 120 000 Dollar wieder freigelassen. Er soll einer der so genannten Wohltätigen Ärzte sein. Das berühmte Forqan Krankenhaus in Manbitsch, ein privates, musste Mitte des Monats Juni geschlossen werden. Der von der SDF kontrollierte Lokalrat forderte nämlich eine Betreibungsgebühr von – in solch leidgeplagten Zeiten – umgerechnet etwa 223 000 Dollar. Es gehörte zu den besten Häusern in der Region Nah- Mittelost, und war bekannt für seine moderaten Preise.
In Manbitsch versuchte es die Bevölkerung mit Streik aufzubegehren, doch dort sind ja bekanntlich noch die anderen, die US-Amerikaner und ihre Verbündeten von der kurdischen YPG sowie verbündete Stämme, die dort das Sagen haben. Die streikenden Händler von Manbitsch wurden schon nach recht kurzer Zeit vom Streiken ‚erlöst‘ und zur Arbeit gezwungen. Gefängnisstrafen wurden angedroht. Und Knast bedeutet in Syrien leicht und meist: ‚ein bisschen oder mehr‘ Folter.
Dass es also etwas oder mehr rau zugeht in Syrien, mag Ihnen noch durch Folgendes verdeutlich werden, verehrte Leser: Zwar leben wir im Jahr 2018 nach Christus, doch unweit von Manbitsch, genauer in Idlib, leben halt auch Menschen islamistischer Gesinnung. Und einige von denen, wurden von der al Qaida nahen Hayat Tahrir asch Scham (HTS) auf einem öffentlichen Platz hingerichtet – 4 Mitglieder der IS nämlich. Anführer der HTS ist derzeit Dr. Yusuf al Hagar. Er lehnt noch immer die Auflösung dieser Organisation ab. Kann sein, dass er inzwischen schon nicht mehr lebt. Da war dieser Bericht im syrischen TV, dem nicht ganz aufmerksam gefolgt wurde, der diese Nachricht eventuell verbreitete.
Hier gehört noch schnell angemerkt, dass dieses erwähnte Bündnis eines ist, welches 2013 aus dem Zusammenschluss der al Nusra Front und anderen, kleineren Kampftrupps hervorging. Die UN haben Hayat Tahrir asch Scham als Terror Organisation gelistet. Die USA bezeichnet die Organisation als militaristischen Ableger der al Qaida.
Im Internet wurde unter anderem gewitzelt, dass die Namensänderung in Hayat Tahrir asch Scham doch wohl eher unglücklich gewesen sei. Weil hätten diese Kämpfer oder Terroristen das Wort „Demokratisch“ in ihren Namen aufgenommen, wären die USA gewiss bereit gewesen, sie anzuerkennen – siehe beispielsweise die PYD/YGP (Partei der Demokratischen Union) der Kurden.
Al Hagar, der eventuell noch lebendige Führer der Terroristen der HTS: Die Beziehungen zur Türkei seien aber dennoch als ausgewogen zu bezeichnen. Man halte weiterhin an den Zielen der syrischen Revolution fest.
Zu hören ist: Viele Beobachter finden vermehrt, die syrische Revolution wurde wohl eventuell doch eher von sogenannten Agent-Provokateur angestoßen, die wiederum von internationalen Kooperationen sowie der US-Regierung und anderen Interessierten den Auftrag dazu ereilt bekommen haben könnten. Der sogenannte Arabische Frühling soll daher von recht langer Hand vorbereitet worden sein – angeblich schon seit Anfang der 2000er Jahre, eben von den zuvor bezeichneten Akteuren aus dem Westen vordringlich.

Zurück nach Idlib, wo der so genannte Arabische Frühling einst ganz heftig tobte: Knapp 2 Millionen Menschen bräuchten in Idlib Hilfe, also 67% der gesamten Bevölkerung in dieser Region des Landes. Allerdings sind um die 10 000 Menschen vor Ort offenbar militante Dschihadisten, Kämpfer, die vorgeben, vorrangig im Dienst des Islam kriegerisch unterwegs sein zu wollen. Und auch daher geschehe, dass die Trump-Regierung derzeit Hilfen für Syrien komplett eingestellt hat (Stand 15.06.2018).
Und dem nicht genug: Die Türkei und Russland haben sich offenbar darauf geeinigt, Mitte Juni einen „humanitären Korridor“ in Tal al Sultan/Provinz Idlib zu eröffnen. Vertriebenen soll dergestalt die Rückkehr in das vom Regime kontrollierten Gebiet ermöglicht und erleichtert werden.
Währenddessen all dieses und jenes geschieht und geschah, wenig später oder früher, griffen israelische Panzer Stellungen der Hisbollah in der syrischen Ortschaft Tulul al Humur südlich von Quneitra an. Südwestlich von Homs bombardierten die Israelis Ende Mai bereits den Militärflughafen al Dabaa. Kampfhubschrauber des Assad-Regimes warfen andernorts Flugblätter über Homs ab: Ergebt Euch oder ihr werdet getötet, soll die Nachricht darauf in etwa gelautet haben – „wie die Leute von Ghouta“, wird es euch ansonsten ergehen, stand noch drauf.
Dass solche Drohungen nicht leer sind, zeigte sich erneut in Latamnah, wo vermutlich das Assad-Regime Phosphorbomben abwerfen ließ. Und Sie werden es nicht glauben: Der Ministerpräsident Syriens, Jawad Abu Hatab, unterzeichnete ausgerechnet in dieser wirren Gesamtlage ein Gesetz, das bewirken soll, dass der Anteil der Frauen in politischen Ämtern steigt. Ja, und es geht weiter mit solch Ungereimtem, weil: Das Assad-Regime übernahm den Vorsitz der UNO-Abrüstungskonferenz für einen Monat – in Genf. Und wissen Sie was? Der UN-Bevölkerungsfond arbeitet offenbar mit der staatlichen „Syrian Computer Society“ zusammen. Und diese Society wurde vom Bruder Baschar al Assads, dem Basel, gegründet. Des Weiteren gibt es seit 2011, seit der Konflikt in Syrien begann, eine regime-treue Hackergruppe namens „Syrische Elektronische Armee“. Und wir wollen hier gar nicht ausmalen, mit wem die sich im Darknet und andernorts im Netz anfreunden.

Ein ‚lustiger‘ Ort, Syrien – und/oder das Internet. Und dennoch scheinen einige Universitäten in Syrien geöffnet zu sein. Schulen und Gymnasien ebenso, wenn immer es sich arrangieren lässt. Ein komplexer Ort ist Syrien also, wo territorial stets begrenzt Krieg, Mord und Folter etc. Alltag geworden sind – und stückweis ‚NORMALHEIT‘ herrscht.
Und nun noch dies zur Beschreibung der Lage in Syrien, wo die sogenannte kurdische Solidarität, die zuweilen auch auf deutschen Straßen von kurdischen Protagonisten hochgehalten wird, gar existent sein soll.
Es verlautbarte nämlich ein Anführer der kurdisch-syrischen PYD, dass kurdische YPG-Milizen nach ihrem Abzug aus Afrin mehr als 90 kurdische Häftlinge dem Militärgeheimdienst des Assad-Regimes ausgeliefert haben. Ihr Abzug erfolgte nach Kobane, und zwar an der Seite von französischen Kräften. Und an das Regime von Assad ausgeliefert zu werden, bedeutet geradezu an Sicherheit grenzend Folter und wahrscheinlich auch schrecklichen Hunger, der ausgehalten werden muss etc. Sozusagen im Gegenzug griffen sich die Türkei und FSA-Kräfte tausende Kurden, die sogar in Privatflugzeugen nach Afrin zurück- oder eingeflogen wurden, um diese ‚Glücklichen‘ dort anzusiedeln, wo die 90 Häftlinge, die oben erwähnt wurden, an die Häscher der Assads ausgeliefert worden waren.
Immerhin: Um den 20. Juni herum wurde das Tragen von Waffen in Afrin von einer ausgebildeten Militärpolizei des FSA verboten. Eine Kurdin mit hohem Rang in der YPG, Ilham Ahmet, soll sie heißen, warnte eben diese oben erwähnten Kurden, die bereitgestellten Flugzeuge besser nicht zu besteigen, weil ihre YPG das Gebiet in und um Afrin zuerst zurückerobern müsste, bevor solch eine Umsiedlung Sinn machte. Sie drohte den wahrscheinlich mehrheitlich unfreiwillig Hin-und-Her-Gerissenen kurdischen ‚Blutsbrüdern und -schwestern‘ mit dem Tod.

Nun, die Co-Vorsitzende der PYD, eben Ilham Ahmet, scheint darüber hinaus auch mal wieder zu Gesprächen mit Vertretern des Assad-Regimes in Damaskus gewesen zu sein. Sie besucht anscheinend auch regelmäßig Washington DC, wird dort als enge Partnerin der US-geführten Internationalen Koalition (CJTFOIR) im dortigen Außenministerium geführt. Ahmet dürfte bei ihrer Visite in Damaskus erneut abgeklappert haben, ob und unter welchen Bedingungen das Assad-Regime zukünftig bereit sein könnte, ein autonomes kurdisches Gebiet im Nordosten Syriens zuzulassen.
Des Weiteren: Ein hochrangiges Mitglied der kurdischen Zukunftspartei, Abdulhamid Tammo, ist in der Provinz Hassake (vermutlich am 03.06.18) verschleppt worden. Er befand sich auf dem Weg nach al Jennazya. Der Freie Rechtsanwälteverbund Syriens in Gaziantep/Türkei machte Kräfte der PYD/SDF dafür verantwortlich. Anwalt Tammo ist ebenfalls Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition. Tammo ist inzwischen wieder auf freiem Fuß und befindet sich in einem Dorf nahe Qamischli.
Tammo ist also vorerst wieder in ‚Sicherheit‘. Doch zehntausende ehemalige Bewohner Afrins befinden sich weiterhin auf der Flucht. Vor allem sind junge Mädchen auf der Flucht mit ihren Eltern, alleine oder mit Verwandten, gefährdet. Die Puffs in der Türkei, dem Libanon etc., auch sogar in Nordzypern, sollen mit kurdischem ‚Frischfleisch‘ zur allgemeinen ‚Zufriedenheit‘ der Kundschaft gut gefüllt sein. „Daha düşmadı!“, hört man Freier hie und da zuweilen gewiss wieder zueinander sagen. Und das Gesagte soll bedeuten: Noch ist die Ware frisch! Noch ist sie nicht in der Gosse gelandet – oder billig und für jedermann zu haben!
Jungs werden oft zwangsrekrutiert oder an Geheimdienste und andere Interessierte weitergegeben bei Bedarf.
In diesem Zusammenhang kommt man vielleicht nicht umhin, thematisch etwas einen Schwenk zu machen – Susanne. Die Rede ist von der 14-jährigen Deutschen, die von einem Iraker, wahrscheinlich Kurde, aus Irbil umgebracht worden ist. Er war Flüchtling in Deutschland und sitzt jetzt in Deutschland in Haft wegen des Mordes.

Wenn aber bedacht wird, in welchem Umfeld er aufgewachsen sein mag, nämlich an Orten, wo Folter, Mord und Krieg way of life geworden zu sein scheinen, kann man eventuell ahnen, wie schwer es vielen geflüchteten, relativ jungen Menschen fallen muss, die kaum eine andere Realität bislang kennenlernten, wirklich zu kapieren, dass Mitteleuropa anders tickt. Dass man nicht einfach eine Frau killt, die nicht so will wie man es gerne hätte – oder wegen der sogenannten Ehre etc. Dass die von Zuhause und der Religion gesetzten und erlernten Schranken mehr als Worte sind.
Das Letztere zu begreifen, dürfte vielen dieser jungen geflüchteten Menschen wirklich schwerfallen. Insofern hat Wagenknecht von der Linken durchaus Recht: Man kann die Grenzen nach Europa nicht einfach aufhalten, wie viele ihrer Parteifreunde meinen, und sagen: „Kommt!“ Das funktioniert nicht und ist realitätsfern.
Europäer sind inzwischen mehr denn je aufgrund der Gegebenheiten weltweit aufgefordert, ihren Lebensstil gründlich zu überdenken und entsprechend zu justieren, bestenfalls schnell, andernfalls wiederholt sich Geschichte, vielleicht die der iranischen Hochkulturen vor Zarathustra usw.

Ja, ja, die Iraner in Syrien. 60 und mehr Firmen sollen die dort bereits gegründet haben. Und diese Firmengründungen werden den iranischen Revolutionsgarden zugeordnet. Internationale Sanktionen des Westens, die den Iran im Griff hatten und demnächst wohl wiederhaben dürften, sollen mit derartigen Firmengründungen umgangen werden, werden so umgangen: Geldwäsche, Waffengeschäfte etc. dürften wohl auch ein Thema sein, gelegentlich.
Apropos: Syrer sollen neuerdings ein Visum zur Einreise in den Iran sich ausstellen lassen müssen. Interessant ist, zu erfahren, dass der Libanon aber die Visumspflicht für Iraner aufhob. Das heißt, dass iranische Reisepässe nun nicht mehr abgestempelt werden an der Grenze. So soll offenbar gewährleistet werden, dass dieser Personenkreis weiterhin nach der EU einreisen kann, denn die EU lässt Iraner, die im Pass einen libanesischen Stempel haben, neuerdings nicht mehr in die Gemeinschaft einreisen. Apropos: Der Flughafen in Beirut soll derzeit mehr oder minder in iranischen Händen sein – so auch eine Militärbasis. Geld und Waffen würden ohne Kontrollen aus dem Iran eingeführt.
Versteht sich, dass einige der zuvor erwähnten Firmen längst auch im Libanon ein Beinchen (in etwa 200 Unternehmen insgesamt) aufgesetzt haben – und andernorts in der Welt. Namen? Hier, bitte sehr: Samer Foz, Moufid Karami, Sayyid Zaynab, Hafni Mortada, Farouk Joud, Abdel Qader Sabras, Samer Yousef, die Töchter von Nizar as Asaad usw.
Überhaupt: Gemunkelt wird, dass Baschar al Assad derzeit mehr Einfluss im Libanon habe als in Syrien. Die Unternehmer der transferierten Unternehmen sollen jeweils 1 Million Dollar bezahlt haben, um im Libanon sich ansiedeln zu können.
Diese Praxis erinnert uns sehr stark an Zypern oder Malta, wo genau das Gleiche getan wird, und schon fast als eine Art Industriezweig betrachtet werden darf. Gewiss gibt es auch daher einige iranisch-stämmige Unternehmensableger auf Zypern – was dort eventuell keiner wirklich so genau wissen will, ist zu vermuten.
Meldungen zufolge sollen über 2 Millionen Iraner die syrische Staatsbürgerschaft erhalten haben, was von Gegnern Assads ebenfalls als Strategie gewertet wird, den in alle Winde geflüchteten Syrern eine Rückkehr zu erschweren.
Inzwischen (Ende Juni) sollen an der Grenze zu Israel keine Iraner und/oder ihre afghanischen, pakistanischen, libanesischen oder gar algerischen Kämpfer in Stellung liegen. Was hier noch eingefügt gehört: Russland einigte sich bereits zur Mitte des Monats Juni darauf, Standorte der Hisbollah/IRGC in Syrien bekanntzugeben, falls diese sich nicht dem zuvor erwähnten Abzug anschließen sollten. Israel war vor geraumer Zeit nämlich bereits auf diese Weise in Aktion getreten gegen iranisch unterstützte Milizen, nachdem diese die Befehle Russlands verweigert hatten, Stellungen aufzugeben (so geschehen im Umkreis von Damaskus und Daraa).
Apropos: Gemäß Herrn Hadi al Abdallha, ein unabhängiger Reporter vor Ort, sei die Spezialeinheit des Assad-Regimes die Quwat al Nimr, die für ihre Kampfstärke und Brutalität gefürchtet ist, in Daraa eingetroffen. Neben ihnen sollen noch weitere Akteure die Interessen des Regimes – dort – auskämpfen: die Republikanische Garde, die NDF, Gaisch al Tahrir al Falastini, Liwa al Quds, die 4te, 7te, 9te, 14te und 15te Division der syrischen Armee. Die USA sagen dazu warnend: „Die Feuerpause muss weiter umgesetzt und respektiert werden (Stand 19. 06. 18).
Oder um das Phänomen Syrien auch mal von dieser Seite etwas näher beleuchtet zu haben: US-Kampflugzeuge töten südlich von Hassake den IS-Anführer Omar Ali, ein Ägypter, der für die Medienarbeit der Terrormiliz verantwortlich zeichnete. Oder: 150 Ziegen wurden Dorfbewohnern nahe der Stadt Deir ez Zor von Truppen des Assad-Regimes geklaut sowie 10 Kühe. Daraufhin verschleppten die Bewohner 5 Soldaten des Regimes, die dann gegen das gestohlene Vieh zurückgetauscht werden konnten. In dieser Provinz befanden sich Anfang Juni 2018 ungefähr 65 hochrangige IS-Anführer, also östlich des Euphrat. Die Mehrzahl dieser Anführer soll aus dem Irak stammen. Putin soll geäußert haben, dieses Gebiet könne dem Iran überlassen bleiben.
Und um das Bild eines zukünftig eventuell geteilten Syriens zu vervollständigen, welches weiter oben schon angerissen worden war: Assad und sein Clan sollen dann lediglich in und um Damaskus einen Teil des Landes erhalten. Versteht sich, dass die hier eben gegebenen Informationen – noch – unbestätigte sind.

Und weil wir schon bei Damaskus sind: sie scheint die untergrabene Stadt per se zu sein. Soll heißen: Die Assad-Gegner haben im Laufe des Konflikts seit 2011 hunderte Tunnel gegraben, die diese Stadt durchziehen sollen. Es dürfte daher nicht unbedingt leicht sein, die volle Macht in dieser Stadt zu übernehmen, wenn Assad Damaskus als Teil eines aufgeteilten Syriens erhalten würde.
Obgleich: Bei den unmenschlichen Methoden seines Regimes ist damit zu rechnen, dass es wahrscheinlich genug Denunzianten geben wird, sich ‚produzieren‘ lassen, die Assads Folterern stecken, wo einer oder mehrere dieser Tunnel verläuft/-laufen.
Im Interview mit Al Jazeera am 14. 06. 2018 angesprochen auf seinen Ruf als Folterer und Tyrann, wickelte Baschar al Assad den Vorwurf damit ab, unter anderem, dass das alles lediglich unbegründete Propaganda des Westens sei. „Fake News.“ Auffallend war, dass er im Interview die USA, Großbritannien und Israel nannte, aber nicht mit seinen schmutzigen, blutigen Fingerchen in Richtung EU zeigte, die für sein Dilemma verantwortlich seien und für Falschmeldungen etc. Das lässt eventuell tief blicken, wie man sagt.
Zeitlich 2-3 Wochen später räumt der israelische Prämier Netanjahu mal wieder ein, Bombardements auf Stellungen von Verbündeten des Iran in Syriens durchgeführt zu haben. Der Iran würde ansonsten Syrien „kolonialisieren“, um Israel anzugreifen. Netanjahu: 80 000 Milizkämpfer aus Pakistan und/oder Afghanistan seien zu diesem Zweck eingeschleust worden.
Und so verwundert uns wenig, dass der russische Außenminister Pläne für eine Sondersitzung der Mitglieder des Chemiewaffenübereinkommens im Juni 2018 ablehnte. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies geradezu energisch zurück, dass Russland „angebliche“ Chemiewaffeneinsätze Baschar al Assads decken würde.
Jordanien hat in diesen Tagen, wie man sagt, die Fronten gewechselt. Offenbar hat dort jemand eingesehen, dass mit Assad besser zu sterben ist also ohne. Soll heißen: Amman will, dass der Nasseb-Grenzübergang endlich wieder geöffnet wird, damit Handel getrieben werden kann. Die Sorge, dass iranische Kampfverbände sich so leichter ins Land einschleusen können, wird gesagt, nehme man in Kauf. Ein-zwei Wochen später sendet das Land einen großen Militärkonvoi mit Panzern an die Grenze zu Syrien. Die Grenze wurde seit 2014 für Flüchtlinge geschlossen seitens Jordanien. All das trägt dazu bei, syrische Flüchtlinge im eigenen Land zu Getriebenen zu machen – eigentlich ist für sie kein Schlupfloch in die Freiheit mehr da.
So um die 33 000 iranische Kämpfer sollen sich also in Syrien befinden. 7806 seien getötet worden bislang, wovon wiederum 1649 Mitglieder der libanesischen Hisbollah gewesen sein sollen. Einer der zahlreichen Deals scheint unterdessen zu sein nach Verlautbarungen, dass Syrien im Süden an der israelischen Grenze des Landes ‚saubermachen‘ darf, unter der Bedingung, dass die Iraner von dort verschwinden. Und jetzt kommt es: Anscheinend werden die Israelis dem Assad-Regime dabei unter die Arme greifen und den Einsatz ‚netterweise‘ koordinieren (Quelle: die Jüdin Eizabeth Tsurkov – Forum for Regional Thinking).
Die Russen ihrerseits bitten die Israelis um Nachsicht, sollten im Zuge der zuvor erwähnten geplanten Säuberungs-Operationen des Assad-Regimes an der israelischen Grenze das eine oder andere Bömbchen oder Raketchen versehentlich auf dem von Israel eingenommenen Terrain landen. Netanjahu hingegen findet, die Iraner müssten aus Gesamtsyrien sich zurückziehen. Die Maximalforderung strebt er somit an.

Immerhin: Beim Internationalen Wirtschaftsforum letztens in St. Petersburg konnte der syrische Wirtschaftsminister Samir al Khalil stolz verkünden, dass russische Firmen bereits mit dem Wiederaufbau der syrischen Erdöl- und Erdgasindustrie begonnen hätten. Zwischenzeitlich hat sich das syrische Regime über die Aufteilung der Öl-Einnahmen in Deir ez Zor geeinigt, und zwar, wo die YPG-Miliz das al Omar Ölfeld kontrolliert. Das Regime erhält nun täglich 100 Barrel Öl, die YPG 75. Das al Omar Ölfeld zählt derzeit zu den größten seiner Art in Syrien und fördert täglich anscheinend um die 15 000 Barrel Öl.
Na, wo dieser große Rest des Öls wohl verschwindet – Sie haben doch hoffentlich schnell mal mitgerechnet? In den USA? Russland? Oder gar in China?
Jedenfalls: Zukünftig würden noch mehr Verträge mit Russland geschlossen vonseiten Syriens. Und wäre in der Türkei widererwarten Muharrem Ince am 24. 06. 2018 als Präsident der Türkei gewählt worden, hätte es angeblich zu einer Annäherung zu Assad kommen können. Ob es klug gewesen ist, solch Aussicht vor einer Präsidentenwahl in der Türkei in Aussicht zu stellen, zeigt das Wahlergebnis. Ince stand mit seiner Positionierung im Lager der Erdogan-Gegner alleine auf weiter Flur. Da Erdogan indes als Sieger hervorgegangen ist bei den Wahlen, wird mit Sicherheit eine noch härtere Gangart Ankaras in Nordsyrien – und eventuell darüber hinaus gehend sogar in Damaskus, in Deir ez Zor etc. zu erwarten sein.

Anscheinend haben die Russen die Zeichen der Zeit verstanden. Sie haben damit begonnen, eigene Militärpolizisten in allen Übergängen zwischen Hermel und Quseir zu stationieren. Das Gleiche gilt nahe der libanesisch-syrischen Grenze (Bekaa Ebene und Qalamoun). Ganz offensichtlich werden so die von Erdogan schon seit Anfang des Syrienkonflikts geforderten „Roten Linien“ gezogen. Bewegungen der libanesischen Hisbollah und anderen Organisationen sollen so eingeschränkt werden. Wo keine russischen Militärpolizisten zum Zuge kommen, wie beispielsweise in und um Damaskus, werden die sogenannten Schabiha-Milzen des syrischen Regimes herangezogen, um an Kontrollpunkten zu wirken. Dass es daher allmählich zu mehr Anschlägen auf russische Soldaten gekommen ist, kann nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Es wird zwar spekuliert, dass iranische Kräfte Baschar al Assad ins Jenseits befördern könnten, da dieser dieselben auf Betreiben Israels etc. abzuziehen gedenke. Wir gehen hier allerdings nicht von einer solchen Tat durch iranische Milizen aus. Denn solch ein Mord wäre konterproduktiv für den Iran. Solch ein Entscheid wäre zu kurz gegriffen. Und die Iraner sind nicht dafür bekannt, in kurzen Zeitabständen zu planen. Darin gleichen sie in etwa Moskau oder China. Der Vorwurf, dass Trump, und allgemein der Westen, Politik des kurzzeitigen Maßes machen, trifft jedenfalls nicht immer zu – und, wie zu sehen ist, offensichtlich nicht im Syrienkonflikt, den, wie bereits oben gesagt wurde, gewisse Kreise in Washington angeblich mit Bedacht schon Anfang der 2000er Jahre angedacht hatten – aus verschiedensten Gründen. Sehen Sie hierzu das vor einiger Zeit hochgeladene Video auf der Webseite Zypernsundmehr-News (auf Englisch).
Da die Verlegung russischer Militärpolizisten an die libanesische Grenze jedoch zu großen Spannungen führte, wurden dieselben anstatt nach Quseir in Homs verlegt und durch Soldaten des Assad-Regimes ersetzt. Den Russen wird voraussichtlich nicht passieren, was Ayman Jaber mit dem Regime in Damaskus vor Kurzem passierte. Bekanntlich ist Jaber ein Ölmagnat, und regimetreu war er zudem. Dennoch hat Damaskus nun sein Vermögen einfrieren lassen, obwohl er an die 7000 Kämpfer des Regimes, die sogenannten „Wüstenfalken“ und „Seekommados“, aus ‚eigenen‘ Mitteln jahrelang finanzierte. Beispielsweise verhalf sein Geld dem Regime, die Antike Stadt Palmyra zurückzuerobern, wird behauptet. Was zusätzlich aufhören lässt, ist, dass Jaber mit Assad um ein paar Ecken verwandt ist.

Dass die Iran-Strategie der Trump-Administration bereits von Erfolg gekrönt ist im Nahen Osten, kann hier nicht bestätigt werden. Noch sieht es so aus, als könne Iran seinen Einfluss in der Region halten. Sicher ist aber, Putin zufolge, dass Moskau keinen Abzug aus Syrien plane. In diesem Zusammenhang stehend darf gesehen werden, dass die Autobahn Homs-Hama (M-5) nach sieben Jahren erstmals wieder für die gesamte Öffentlichkeit geöffnet wurde. Davor diente sie eine Zeitlang nur der sogenannten Humanitären Hilfe. Interessant ist des Weiteren, dass ein internationaler Haftbefehl für den Luftwaffengeheimdienstchef Jami Hassan ausgestellt wurde. Der 64-Jährige wird beschuldigt, systematische Folter und willkürliche Exekutionen von politischen Gefangenen und anderen Unliebsamen beauftragt zu haben. Diese Maßnahme wird als erster wichtiger Schritt erachtet, um Individuen strafrechtlich verfolgen zu können zukünftig – so auch die Assads. Währenddessen wird bekannt, dass der Libanon die Aufenthaltsgenehmigung für Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen nicht verlängert. Der UNHCR ermutige Flüchtlinge, nicht zurückzukehren, lautet der Vorwurf und/oder die Begründung.
Apropos Flüchtlinge: Die Türkei hat zwischenzeitlich den Bau einer 764 km langen Mauer an ihrer Grenze zu Syrien abgeschlossen.
Der Präsident des Libanon, Michel Aoun spricht von Verlusten, die sein Land der syrischen Flüchtlinge wegen erleide – 10 Milliarden Dollars soll dieser Verlust hoch sein. Im Netz findet jemand: Sogar, wenn die syrischen Flüchtlinge im Sheraton wohnten, käme diese Summe im Leben nicht zustande.

Zuletzt: Warten wir mal ab, wo um Europa herum, so genannte Aufnahmelager für Flüchtlinge entstehen werden, welche der österreichische Vorsitz in der EU bei seinem Amtsantritt am 01. Juli 2018 als primäres Ziel seines Ratsvorsitzes anzuvisieren vorgibt in den bevorstehenden 06 Monaten.
Wurde Syrien etwa auch daher plattgemacht und von langer Hand geplant, damit Menschen aus allen Herrenländern dort, vor den Toren Europas, ‚geparkt‘ werden könnten?
Am 12. Juni 2018 berichtet die Cyprus Mail: „Friedensprotester marschieren zum Akrotiri-Luftwaffenstützpunkt der Briten.“ Sie sorgen sich zurecht, dass die Republik Zypern noch tiefer in den Krieg in Syrien hineingezogen wird. Sie fordern, dass Anastasiadis die Flüge der Briten nach Syrien unterbindet etc.
19. Juni 2018 steht in der Cyprus Mail:
„Hussam Idris träumt davon, in seine Bäckerei in Aleppo zurückzukehren. Doch 3 Jahre nach der Flucht vor dem Krieg, macht er sich Sorgen, das neue Gesetz, welches der syrischen Regierung erlaubt, Hausbesitz zu konfiszieren, um einen Wiederaufbau durchzuziehen, seine Pläne zunichtemachen könnte. … Obgleich das Gesetz Nummer 10 oder das Dekret 10 noch angewendet werden müssen, sagen Menschenrechtsgruppen und Regierungen, die syrische Flüchtlinge aufgenommen haben, letztere würden Gefahr laufen, permanent im Exil leben zu müssen, wenn sie ihr Eigentum verlören. Ein hauptsächlicher Grund zurückzukehren, wäre so genommen.
Idris sitzt in der syrischen Botschaft von Berlin und versucht, die Besitzverhältnisse zu Hause zu klären, in dem er seine Mutter installiert. Sie könnte dann Anspruch für die Bäckerei und das Appartement im Kallaseh-Bezirk von Aleppo erheben, welcher vor 2 Jahren zurückerobert worden war. Damit ist er nicht alleine. Das neue Gesetz löste einen Run auf syrische Botschaften aus. Ein Beamter dort, der seinen Namen nicht angeben mag, sagte, dass seit das Gesetz im April in Kraft ist, kämen täglich 10 bis 15 Syrer an, die versuchten, den Besitzstatus auf Verwandte zu übertragen. … .
Deutschland hat um die 650 000 Syrer aufgenommen. Das sind die meisten in westlichen Ländern. Und Deutschland ist ganz besonders besorgt des Gesetzes wegen. Die Sorge ist, dass Baschar al Assad das Gesetz benutzen könnte, um vormalige Oppositionszentren plattzumachen, die von der Regierung zurückerobert wurden, und nun mit Unterstützern der Regierung angefüllt werden sollen. … . Syrien spricht in diesem Zusammenhang von einer Desinformationskampagne, die gegen es laufe. Damaskus sagt, dass ein Wiederaufbau unablässig sei und der Platz dafür nun mal gebraucht würde. Außerdem müssten illegale Besitze eh korrigiert werden. …
Die Tatsache, dass der UN Sicherheitsrat Kenntnis von dem Dekret 10 genommen hat, ist gute Nachricht, sagte ein weiterer deutscher Beamter. „Doch der Druck, das Dekret nicht anzuwenden seitens der syrischen Regierung, hat von Russland zu kommen:“
Obgleich das Gesetz Nummer 10 besagt, Verwandte könnten Besitzansprüche anmelden, sagen syrische Anwälte, dass der Besitz in Realität eben einer Person übertragen werden muss, damit die Behörden wüssten, welcher Verwandte der gewünschte gesetzliche ‚Agent‘ ist. Außerdem bräuchten all jene, die solch einen Besitzanspruch stellten, sagen Anwälte und Menschenrechtsgruppen, auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. … .
Das Regime hat eine lange Geschichte in willkürlicher Enteignung, um seinen ökonomischen und sicherheitstechnischen Interessen zu dienen. Diese Praxis war in der Tat einer der Hebel, welche die Rebellion verursachten. … Lokale Behörden benutzen Land, welches unter dem Gesetz 66 konfisziert worden war, um eine Luxus-Wohnanlage mit 12 000 Wohnungseinheiten zu erbauen. Assad hat die Anlage 2016 eingeweiht. Jetzt wird von einigen Flüchtlingen aus Syrien befürchtet, dass das Selbe mit Gesetzt Nummer 10 der Fall sein wird. …

[Jemand:] „Wenn Sie in einer ausgebombten Gegend lebten, wo die Oppositionellen des Regimes aktiv waren, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten – und so geht auch Ihr Recht auf Ihren Besitz flöten!“

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: