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Hoechstes-Amt-Polemik

Also über das Jahr 2011 kann man ja sagen, was man will, aber nicht, dass es ein langweiliges Jahr gewesen wäre.

Havel ist darin gestorben. So auch der große Führer, der sich Schweizer Zahnärzte ins entfernte Nordkorea einfliegen ließ, um seine Lücken – wahrscheinlich in jeder Hinsicht – kaschieren zu lassen. Noch andere ‚Größen‘ sind gestrauchelt: Gaddafi, Ben Ali, Mubarak, Saleh etc.

Wulff, der deutsche Leader der Nation, gezerrt ins derzeitige a-politische Rampenlicht, strauchelt. Erdogan in der Türkei strauchelt, doch eher aus gesundheitlichen Gründen. Versteht sich, Assad in Syrien, der darf leider noch weiter dahinstraucheln, weil seinen arabischen Brüdern von der Arabischen Liga der Erhalt dieses Machtmenschen noch immer mehr an Wert darzustellen scheint als hunderte Tote, die allein im Monat Dezember 2011 in Syrien zu beklagen sind, wegen der Unzufriedenheit der Leute dort mit dem eher unmenschlichen Assad-Regime.

Nach all den Namen, die hier nun bereits genannt wurden, ist also nicht zu erwarten, könnte der Eine oder die Andere unter Ihnen denken, dass Wulff das Handtuch wirft. Wenn der Herr Bundespräsident Wulff kein Machtmensch ist, dann wahrscheinlich eher einer, der den Dunstkreis von Macht und Prestige ziemlich sexy finden dürfte oder könnte? Macht gewiss Spaß, so durch die Welt kutschiert zu werden und von Allen strahlend als Bote deutscher Anständigkeit, deutschen Fortschritts und Arbeitstugend, die wahrscheinlich noch immer irgendwo besteht in der BRD und als Wert in der Welt sozusagen back home punktet, angehimmelt zu werden – Bundespräsidenten, nämlich, dürfen sich im Raum bevorzugter Behandlung an vorderster Stelle stehend vermuten. Bei derartig ausgezeichnetem Stand ist es gewiss schwer, sich für den Abgang vom Art Oberhäuptling der Nation zu entscheiden. Und wenn dem nicht so sein sollte, dann vielleicht doch, weil der Bundespräsident vor ihm ja einfach so gegangen ist – angeblich freiwillig.

Xristofias in Zypern hat den Absprung vom präsidialen Orte auch noch nicht geschafft. Von dem könnte sich Wulff zur Not beraten lassen, nach dem Motto: Wie sitzt man eine prekäre Situation als Präsident eines Landes aus? Zugegeben, Xristofias hat mehr Befugnisse im Amt als Wulff, doch Präsident, also Art Oberhäuptling, sind beide.

Was wäre eigentlich, wenn der vermeintlich einflussreichste Mann der Schweiz, der Herr Blocher von der SVP, nun auch noch hinter der Angelegenheit mit der SPV stünde? Ja, also von der Credite Suisse ist die Rede. Diese ehrenwerte Bank der Schweiz hat ziemlich emsig in Hedgfonds und seltsame Geldfonds investiert. Sie mauserte sich derart zu einer der größten Schattenbanken (SPV). Und die haben es mit der Transparenz nicht so. Dividenden institutioneller Investoren nach den Cayman-Inseln oder in andere Steuerparadiese finden gewisse Finanzregulatoren rein gar nicht lustig. Da gehen jährlich nämlich knapp 200 Millionen Euro verlustig, die sehr wohl die eine oder andere Steuerbehörde zu gerne eingezogen hätte. Dass Herr Blocher seine Finger nach der Basler Zeitung ausstreckt, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Nun, mögen Sie denken, so lange der Blocher nicht im FSB sitzt, sollte man den Guten gefälligst in Ruhe lassen. Das Financial Stability Board (FSB) mit Sitz in Basel, dem 24 Mitgliedsstaaten angehören, ist die Instanz, die im nächsten Jahr sich ernsthafter darum bemühen wird, dass darin auch Schweizer Banken eingebunden werden, sollten Sie nämlich noch wissen. Die Schweiz ist noch nicht einmal Partner einer Arbeitsgruppe der FSB, so dass undurchsichtige und zuweilen hoch-riskante Geldströme, die die Schweiz durchziehen – und sei es nur auf Bildschirmen – noch nicht wirklich transparenter gemacht werden können.

Doch, Sie haben es richtig erkannt, verehrte Leser, auch in der Schweiz, dem ruhigen Hafen im Herzen des Krisen gerüttelten Europas, rumort es. Stellen Sie sich Mal vor, es sind Wahlen und keiner geht hin? So ungefähr, vermuten wir, findet die SV Partei (SVP) der Schweiz ist der Vorstoß des schweizerischen Bundesrates zu bewerten, der heikle Initiativen für einen Volksentscheid neuerdings auf den Prüfstand stellen will. Also Volksentscheide wie derjenige: ist es z.B. gerechtfertigt beziehungsweise heikel, das Volk über den Bau einer Minarettes für eine Moschee im Ort des schweizerischen Kantons XY (ja oder nein) abstimmen zu lassen oder nicht etc.? Apropos: Straßburg, der Menschengerichtshof, hat sich diesbezüglich endgültig entschieden, und zwar für Folgendes der Basler Zeitung vom 20.12.11 zufolge: „… die Beschwerdeführer [haben] in ihren Klagen gegen die Schweiz nicht behauptet, dass der Verfassungszusatz mit dem Minarett-Bauverbot irgendeine konkrete Auswirkung auf sie haben könnte. Sie hätten lediglich gerügt, sie würden in ihren religiösen Überzeugungen verletzt. … sie [können] damit aber nicht als unmittelbare Opfer einer Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention betrachtet werden. Auch eine indirekte oder potentielle Opferstellung sei zu verneinen. …“

Klingt manchem gewiss abgehoben, das Urteil aus Straßburg. Ähnlich abgehoben erscheint anderen vielleicht, dass demnächst die Elite in der Welt über den Atlantik und wahrscheinlich noch in andere Destinationen unter sich zu reisen gedenkt möglichst, und zwar in der C-Series-Jets der demnächst auf dem Markt erscheinenden Odyssee Airlines – Gerüchten zufolge. Da wird es einen Sitzplatz nur in der Business-Class und höher zu ergattern geben. Bombardier-Jets werden diese Flüge gewiss bombensicher in und zur Elite ermöglichen, wird jetzt bereits versprochen.

Bombensicher schien Herrn Wulff seinerzeit gewesen zu sein, den guten Herrn Maschmeyer mal schnell mit 42 Tausend und ein paar kleinen Zerquetschten Euro beim Vertreiben seines wahrheitsgemäßen Buches zu stützen. Der gute Maschmeyer steht zudem in Verbindung mit der so genannten Swiss-Life. Nun, „Besser die Wahrheit“, so heißt das Buch also, welches der edle Gönner, Spender oder Finanzier mit Wulff und Co auf den Markt für das Lesevolk gebracht haben. Die Leute werden das Ding wahrscheinlich wie die Doofen kaufen, wie man sagt. Ich glaube, Sarrazin und zu Guttenberg stehen mit ihren Literatur-Klöppern bestehend aus 2 Deckeln mit Papier dazwischen auf der Verkaufsliste ganz oben und demnächst dann Bekenntnisse eines Halbwahrheiten von sich gebenden Bundespräsidenten – im Vorfeld geschrieben (hoffentlich von ihm ), oder so, für die anstehende literarischen Karriere, die womöglich klug lanciert wurde mit Skandal im Amt und allem, was einen guten Roman eben auch noch ausmacht heutzutage.

Ja, nun stelle man sich mal vor, wer alles in deutschen Knästen sitzt, wegen Schwarzfahren, Urkundenfälschung, Diebstahl und anderen Delikten. Diese Vergehen können bekanntlich auch bereits bei wenig Aufsehen erregendem Wertgegenstand den Delinquenten gen Knast führen. Doch da der Herr zu Guttenberg in der EU-Kommission sein angekratztes Image anstatt aufpolieren darf, schlagen wir schon mal vor, den ehrenwerten Herrn Wulff vielleicht doch besser zu den United Nations oder, was gewiss auch recht gut passt, zum Roten Kreuz zu entlassen, wenn er denn entlassen wird, bzw. abzudanken geruht, wo er gewiss gute Figur als Geldeintreiber, was auch sonst, machen dürfte.

Als kommenden Bundespräsidentin wünschen wir uns endlich eine Frau, eine, die bestens keine scheinbar so genannt reinen deutschen Wurzeln hat, sondern eine mit Migrationshintergrund bestens ist. Jetzt, wo das Amt des Bundespräsidenten sozusagen beschädigt, besudelt, ja, aus dem Himmel geholt ist, kann doch wohl auch mal an so jemanden im höchsten Amt der Deutschen gedacht werden dürfen?

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