Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘brd’

Völkermord

So, so! Da haben sich die Deutschen also „hinter“ den Verbrechen der Türken, genauer, des Osmanischen Reiches, an den Armeniern versteckt. So in etwa klingt der Sprecher des Präsidenten, Herr Ibrahim Kalın, der auch Botschafter zu sein scheint. Soll bedeuten, Herr Kalın findet, dieser Entscheid im Bundestag beruhe unter anderem darauf, dass die Deutschen in der Welt damit klar stellen wollen und wollten, dass sie nicht die einzigen Massenmörder seien, sondern da gäbe es ja auch noch solche Übeltäter wie die Osmanen, sprich: die Türken.

Bei all den Massenmördern, die es inzwischen leider zu verzeichnen gilt global, denke ich persönlich nicht, dass man Herrn Kalın in seiner Art Analyse zustimmen sollte. Immerhin hat er es darin geschafft, zu bemerken, dass „die Deutschen“, Nachfolger des NS-Regimes, es schaffen, die Schuld derer auf sich zu beziehen, die in ziemlich klarer Weise ihre Vorläufer waren. Und auch, dass man am Völkermord an den Armeniern beteiligt war.

Nun, die Türken könnten – obgleich sie offiziell mit ihrer Republik Türkei der Nachfolger des Osmanischen Reiches sind – dennoch daran erinnern, dass beim Morden und Vertreiben der Armenier aus den meisten ihrer ursprünglichen Siedlungsgebiete Kurden und Araber durchaus mitgeholfen haben (Teile derselben alle Male). So auch Perser.

In wie weit kurdische Verbände diese Mitschuld eingestehen, ist hier nicht bekannt. Es wäre also durchaus interessant, Herrn Demirtaş diese Frage mal zu stellen.

Was die Mitschuld der Araber am Völkermord der Armenier in Anatolien angeht, ist es schon schwieriger, hier einen Ansprechpartner wie beispielweise Herrn Demirtaş ausfindig zu machen.

Im Gegenteil zu den Kurden verhalten sich die Arabischsprecher in der Türkei ziemlich ruhig und einigermaßen angepasst. Bekanntlich leben diese an den Grenzen der Türkei zum Iran, dem Irak und natürlich Syriens. Zypern war vielen Armeniern Zufluchtsort. Im griechischen Teil Zyperns leben viele Armenier. Sie scheinen gut integriert zu sein, und sollte es eine Diskriminierung ihnen gegenüber geben, so kann diese wohl eher als sogenannter Einzelfall bezeichnet werden. Die Integration der Maroniten und Armenier in die südzyprische Gesellschaft darf also durchaus als gelungen bezeichnet werden. Die der sogenannten Pontis, den Griechen, die nach dem ersten Weltkrieg aus dem Schwarzmeerraum in Zypern wie auch in Griechenland sich ansiedelten und noch immer untereinander Türkisch wie auch Russisch sprechen, ist vielleicht nicht ganz so gelungen, doch eigentlich schon – irgendwie.

Dumm nur, dass Herr Kalın, und mit ihm auch andere türkische Politiker, im Zusammenhang mit dem Entscheid im Bundestag zu den Armeniern und ihrer Ermordung in Anatolien 1915 offensichtlich nicht davon ablassen können, versteckt zu drohen. „Unser Präsident“, meint Kalın, sei doch in den letzten Jahren auf die Armenier im Lande zugegangen. Das ist „Völkermordspropaganda“.

Schon allein die Ausdrucksweise Herrn Kalıns klingt in unseren deutschsprachigen Ohren merkwürdig: Völkermordpropaganda.

Mit diesem Entscheid, sagt Kalın des Weiteren, wollen sie die Türkei unter Druck setzen. „Doch wird die Türkei gegenüber derartigen Anschuldigungen und Verleumdungen nicht ohne Reaktion verharren. Das kann so nicht gedacht werden. Was dabei herauskommen wird, darüber müssen sich nicht die Türken, sondern jene, die diese unverantwortlichen, unverständlichen und beziehungslosen Dinge auf den Plan bringen einen Kopf machen. Es kann nicht erwartet werden, dass die über 3 Millionen Türken, die in Deutschland leben, gegenüber diesem Entscheid sich passiv verhalten werden. Dieser Entscheid wird die Integration der Türken in die Bundesrepublik, aber auch die Beziehungen der Türkei mit Armenien nicht positiv beeinflussen.“

Der Entscheid im Bundestag war so, wie er gefällt wurde, überfällig! Der Zeitpunkt ist allerdings etwas seltsam gewählt.

Was genau steckt dahinter?

Man darf wohl so weit gehen, zu behaupten, dass sich Präsident Erdogan dieses Ei, also den Entscheid im Bundestag, auch wenn Merkel und andere auf abwesend machten, selbst ins Nest gelegt hat.

Nordeuropäer sind eventuell langsam, ja zuweilen behäbig, und man könnte manches Mal fast glauben, sie sind schwächlich, degeneriert und womöglich nur noch käuflich, doch dann überraschen sie – glücklicherweise noch – zum anscheinend richtigen Moment.

Die Türkei ist es doch eigentlich, und das scheint man unter Staatsobhäuptern mehrheitlich wieder erkannt zu haben, und sich darüber offensichtlich untereinander abgestimmt zu haben, die die EU braucht. Wenn letztere die Tore hochzieht, ist Erdogan nämlich schneller weg vom Fenster wie ihm lieb wäre. Ihm diese ‚lustige‘ Realität mal kurz vor Augen geführt zu haben, war also wichtig. Noch wichtiger wäre indes, dass die Türken sich von diesem Mann verabschiedeten.

Er hat ausgedient!

Es ist Zeit, ihm seine Verfehlungen im Inneren wie auch im Äußeren endlich vor zu halten – vor allem die seiner Familie und engsten Vertrauten. Die Zeit der Abrechnung hat begonnen.

Was Zypern angeht, ist Erdogan auch inzwischen eher ein Störfaktor geworden. Insgeheime Hoffnungen, dass er Nordzypern entlässt, um dafür so etwas wie Regionalmacht spielen zu können, womöglich im Verbund mit Israel, haben sich schon seit Längerem erledigt.

Der ehemalige Ministerpräsident Davutoglu hat diese Erledigung sozusagen mit seinem Abtritt aus dem Amt als Ministerpräsident klar angezeigt.

Ich wünschte mir Herrn Davutoglu auf einem Posten an einer namhaften Universität, zum Beispiel an der Universität von Basel.

Beim Votum im Bundestag zur Armenienfrage musste ich unweigerlich an all die türkischstämmigen Bekannten von einst denken, die ich in Berlin Neukölln, dem Wedding, Charlottenburg und Kreuzberg etc. kenne und kannte. Zu meiner Verwunderung waren eigentlich nahezu alle der Meinung, dass es die Armenier waren, die die Türken angegriffen hätten damals. Und die Türkei habe sich „nur verteidigt“. Und zu Misshandlungen sei es schon mal gar nicht gekommen: „Propaganda“.

Ja, und überhaupt, was ich denn frage. „Glaubst du vielleicht auch an diese Lügen?“ Und ob ich … .

Ja, viele dieser Leute kürzen derartige Diskurse ab, und zwar indem sie sich in Drohgebärden ergingen, in Beschimpfungen etc.

Es ist gut, dass all diese teils gewaltbereiten Leutchen, die glauben, die Osmanen seien Engel gewesen und der Rest Barbaren, nun unverblümt auch von deutscher Seite ins Gesicht gesagt bekommen haben: Armenier sind auch Menschen, denen man nicht einfach mal schnell so das Land unterm Arsch (Verzeihung) wegziehen kann und dann noch nicht mal dazu steht – und wenn dazu gestanden wird, das habe ich in Berlin durchaus auch hin und wieder mit anhören dürfen, war man stolz darauf, meinetwegen in Kahrman Maraş oder andernorts auf armenischem Besitz sich seine WELT erbaut zu haben. Es ist und war zuweilen unerträglich, was ich mir anhören durfte.

All DAS ist jetzt zumindest etwas, wie soll ich sagen, mit einer Art Salbe zur gelindert worden, auf deren Packung steht: „Völkermord!“

Read Full Post »

Wasser für Zypern?

Den deutsch-türkischen Literaten Perinçi kenne ich noch nicht. Dass er nun belangt werden soll, für das, was er bei der Demonstration oder Veranstaltung der Pegida in Dresden gequasselt hat, verwundert etwas – wenn man sieht und hört, welche Witzchen in den Fernsehkanälen nahezu allabendlich abgelassen werden, die zuweilen auch recht krass sind. Die sind die nächsten Kandidaten in Sachen „Volksverhetzung?“

Dieses Wort – Volksverhetzung (Inquisition?) – führt mich unweigerlich in den Schulunterricht, 6. Klasse oder so, wo ich über diesen Begriff nicht zum ersten, sondern zum zweiten Mal gestolpert bin im Leben. Beim ersten Mal war zuhause, meine Eltern im Gespräch mit Gästen über Erlebnisse in der „Hitlerzeit“ und die sogenannte Säuberung in den Anfängen der neu entstehenden BRD.
Damals kapierte ich die Dimension, die sich hinter diesem Wort aufmachen kann, eigentlich so wenig wie in der 6. Klasse, als der Lehrer davon sprach und versuchte zu erklären, was ich eigentlich bis heute zwar verstehe, aber mir nicht vorstellen kann so recht, nämlich, wie das bloß funktionieren kann: Jemand sagt oder tut etwas, dass ein ganzes Volk dazu aufhetzen soll, also anstachelt das Hirn auszuschalten, um etwas zu tun, was als unschicklich, gefährlich usw. eingestuft wird – ‚oben‘.
Dass so etwas wirklich funktioniert, ist mir wirklich schleierhaft, doch im Hinblick auf die NS-Vergangenheit im Lande namens Deutschland, sowie die sich merklich verengende Meinungsfreiheit in diesen Tagen (Vorratsspeicherung u.a.), die einstigen Idole aus der Jugend, deren Sprüche einem heutzutage etwas hohl und seltsam vorkommen etc., damals jedoch schon fast Leitlinien im Leben wurden, sollte es weniger verwundern, dass es solch ‚Verblendungen‘ wirklich gibt.

Die da ‚oben‘ indes verhökern, wie zu lesen ist, noch immer Kriegsmaterial nach Syrien (Badische Zeitung 21.10.2015). Nach Israel wird das Zeug sowieso verkauft, anscheinend egal, was dort abläuft, wie man sagt. Daran sollen wir uns ja bereits gewöhnt haben – Saudi Arabien, Kuwait, Katar in den Irak etc. Das kurbelt die Wirtschaft im Land der Saubermänner und Sauberfrauen á la VW, DFB, Siemens … wirklich sauber an – im Land der Deutschen Bank. Die Exportweltmeisterschaft geht also weiter, ungefähr so wie der gut erkennbare Drang seit Anfang der Industrialisierung, noch immer möglichst Weltmeister überall sein zu wollen: im Sport, in der Wirtschaft, Wissenschaft usw.

Hurra!

Ist das Waffenverkaufen in Kriegsgebiete, an Despoten, nun auch endlich mal Volksverhetzung, was es doch eigentlich auf seine Weise ist, oder ist es gar volksverhetzend, solche Dinge wie gerade geschehen in den Raum als Frage zu stellen?
Man weiß ja nie. Die Gesetze ändern sich neuerdings so schnell – schon fast unmerklich. Irgendwie ist das Muster aber bekannt – komischerweise hat schon manch unliebsamer Fragesteller plötzlich den Löffel abgegeben – „Unfall!“

Gerade besetzen Flüchtlinge eine der britischen Militärbasen auf Zypern. Man darf gespannt sein, wie viele der Besetzer von Großbritannien als Flüchtlinge aufgenommen werden – wer sich letzlich zuständig fühlt. Dass da niemand vorher draufgekommen ist! Heikel an der Angelegenheit ist, dass Kampfjets von einem oder beiden Militärbasen der Briten auf Zypern gen Irak und Syrien unterwegs sind, um die IS zu bombardieren.

Wie dem auch sei: Zypern ist nun wohl so manchem der Fels in der Brandung neuerdings. Es verweigert sich wahrscheinlich noch immer dem Druck, den Merkel in der Türkei mit einem weiteren, zukünftigen Despoten ausgehandelt und aufgebracht hat. Nikosia ist nämlich dagegen, gewisse Kapitel bei den Verhandlungen zur Aufnahme der Türkei in die EU zu opfern, zu öffnen, nur weil die BRD etwas spät erkannt hat, dass gewisse Politiken gewisse ‚Früchte‘ tragen – in diesem Fall Flüchtende nach Deutschland bevorzugt.

Ein bisschen übersetzen, hilft gewiss, in diese zuletzt genannte Angelegenheit noch etwas mehr Einblick zu gewähren. Heute wird Ihnen dazu etwas aus der zyprischen Fileleftheros-Tageszeitung vom 21. 10. 2015 ins Netz gestellt. Diese Zeitung ist etwas politisch rechts wird gesagt, durchaus vergleichbar mit der Badischen Zeitung.

Herr Michaelidis schreibt in seiner Kolumne:

„Quasselköpfe sind wir!

Es gibt aber Zyprer, die schreiben, dass das Wasser aus der Türke eine Wohltat für die Insel ist, und dass die, die sich dem entgegenstellen, das tun, weil sie die Türkischzyprer in den Sack ohne Wasser und Strom stecken wollen, wie es 1964 getan worden ist. Ich denke, wir stehen davor, ein weiteres Niveau in Sachen Wirrwarr zu erreichen und vielleicht gibt es keine Therapie mehr dafür. Denn, so etwas [gemeint ist die Wohltat, welche das Wasser aus der Türkei sein soll] wird von Menschen geschrieben, die eine Position in der Gesellschaft inne haben, die gebildet sind, in der Erziehung sich umtun wie auch in der Politik; also Menschen, von denen du erwartest, dass sie ihr Hirn einsetzen, um dem Land zu helfen aus dem großen Schlamassel zu kommen, dem aller größten: den mit der Türkei.
Wenn die also schon so blind sind und nicht unterscheiden können, wohin die Schritte der Türkei führen und glauben, dass wir diesen Anforderungen mit Leichtigkeit und Täuschungen begegnen werden können, wie diejenige des Wassers aus der Türkei, werden wir für eine bessere Zukunft keine Forderungen [mehr] haben. Das [Letztere] wird der Fall für uns, wie auch für die internationale Gemeinschaft sein. Sogar von politischen Führungskräften ist [das] zu hören, die mit Ernst sagen, dass wenn die Zypernfrage gelöst sei, man vom Wasser aus der Türkei profitieren könnte, dem Wasser des Friedens, wie die Türken in ihrer betörenden Propaganda behaupten.

Von der Bühne verschwanden [zwischenzeitlich bereits] die wirklichen Bestrebungen der Türkei, die gewiss die Einnahme Zyperns sind: verschwunden [aus der Erinnerung] die Auswirkungen, die die Ergebnisse der [Wiedervereinigungs-]Verhandlungen für Grund und Boden und den Besitz haben werden, verschwunden die Tatsache, dass es sich erneut um einen weiteren illegalen Einschnitt des Hoheitsanspruches der Republik Zypern handelt, um diesen in etwas Beendetes zu verwandeln. Sie sagen, dass das Wasser [aus der Türkei etwas] Positives ist, da es uns wie ein großer Glücksfall gesendet wird, um unsere ausgetrocknete Erde zu gießen.

Natürlich ist unser Problem nicht, was irgendjemand sagt, wie auch Ansichten, die keine Logik haben – sie sind in unserer modernen Welt [indes] erlaubt. Das Problem ist, dass solche Ansichten von Leuten kommen, die die Entwicklungen mitbestimmen und eine Rolle bei[m Sichern] unseres Überlebens inne haben. Das Management entspricht [also eher] dem, was das Hirn jedes einzelnen begreifen kann. Als im Jahr 2011 die Türken forschten, auf welche Art und Weise das Wasser aus der Türkei die Zypernfrage beeinflussen dürfte, und wie ein Vorteil aus der illegalen Annexion des griechischzyprischen Besitzes gezogen werden könnte (die unsere Abwesenheit [im Norden] als Zustimmung des legalen Besitzers sieht), brauchen wir keine 5 Weisen, um herauszufinden und uns zu sagen, inwiefern diese neue Entwicklung sich erweitert [hat oder erweitern wird].
Das wissen alle.
Es bedarf keiner Studien und Ratschläge. Deshalb, sagt ein jeder das, was ihm [gerade so] in den Kopf kommt: Das Wasser ist von Nutzen, [wird gesagt,] als ob es gelte, eine Dissertation bei den Politologen anzufertigen. Im gleichen Atemzug mit jenen [sagen sie das], die davon träumen, das Zypernproblem zu lösen, um mit dem großen Markt der Türkei Geschäfte zu machen, um Orangen zu exportieren (wo wir die herhaben, weiß niemand), [so auch] Tomaten und industriell hergestellte Produkte – auch wenn wir gar keine Industrie haben. [Gemeint ist also der Verkauf türkisch-zyprischer Produkte nach der Republik Zypern und von dort auf den europäischen Markt, mit Hilfe der Republik; das heißt nach griechischzyprischer Auslegung illegale Produkte aus dem türkischsprachigen Norden der Insel einzukaufen und zu verkaufen, was bereits hie und da ans Licht der Öffentlichkeit kam].

Ein Leben nach dem Zufallsprinzip: ohne Untersuchung, ohne Einschätzung der Tatsachen und Entwicklungen, ohne Verstand und Durchblick.
Um schriftlich Gequassel von uns zu geben, wir denken eine eine Meinung zu haben, führen Gespräche in Chat-Rooms – ganz toll sind wir.“

Gequassel hin oder her, hier einfach noch ein weiterer Artikel aus der Fileleftheros vom 21.10.2015, den Kostas Wenizelos geschrieben hat:

„Die einzige Art, die Wirklichkeit zu ändern, ist, sie zu sehen. Leider herrscht in der Zypernfrage eine Ausrichtung, die offiziell [und] politisch in einer Halluzination stecken geblieben ist – so auch die nationale Strategie. [Es ist] eine unendliche [, von langer Dauer anmutende,] Herangehensweise einer Politik, die nie dazu führen wird, die Zypernfrage zu lösen. Im Gegenteil. Diese Taktik erlaubt der türkischen Seite, die Besetzung auf Äonen von Jahren fortzusetzen und neue Fakten zu kreieren. Die Einweihung der Anlage zum Transport von Wasser aus der Türkei in das besetze Gebiet [Zyperns], was [hier] als eingliedernder Schritt erachtet wird, wurde zum Spielball im Verlauf der Wiedervereinigungsverhandlungen. Und so was darf nicht übersehen werden. Es ist eine Bewegung, die nicht unter den Teppich gefegt gehört. Denn es zeigt, dass die Türkei nicht eine Lösung anstrebt, sondern die vollständige Kontrolle über Zypern – [und zwar] via dem besetzten Gebiet [, Nordzypern]. Kann solch ein Vorgehen ablaufen und wir fahren unsere Gespräche fort, ohne letztendlich den Versuch der Übernahme [durch die Türkei thematisch] vorangestellt zu haben?

Das ‚gute‘ Klima, welches lediglich in den Cafés aufkommt, den Theatern und im Lachen, welche eingespannt sind in ein kommunikatives Spiel, das dem Ziel, welches die Lösung der Zypernfrage ist, nicht dienen. Es ist ein Spiel, dass insbesondere von der türkischen Seite wertgeschätzt wird, welche die öffentlichen Bilder des Traumes [einer eventuellen Wiedervereinigung] vollends kennt, um [währenddessen] das besetzte Gebiet einzunehmen.

Das ‚gute‘ Klima … wird, falls es keine Lösung gibt, das illegale Wesen [,Nordzypern,] auf verwunderliche Weise vertiefen. Es ist unnütz und gefährlich, wenn [das herrschende, angeblich gute Klima] einseitig herrscht. Wenn es keinen Fortschritt gibt in Richtung Lösung des Problems bleibt der Eindruck der [erwähnten] Bilder [als eine Art] Gratifikation der Vertiefung [der Nicht-Lösung].

In der Zypernfrage sind die Ratschläge [für eine Lösung] veraltet und verbraucht. Es bedarf sofort eines Schocks, um auf den Pfad der Wiedervereinigung zurück zu gelangen. Auch Akinci [der türkisch zypriotische Präsident] hat die Chance verpasst, die in der Geschichte verbucht werden wird, als das Wenige, dessen es bedarf, den Trampelpfad [bei Verhandlungen] aufzugeben.
Es macht indes keinen Sinn, Herrn Mustafa Akinci runterzumachen. Das macht er von selbst. Genauer: Er zerstört das Bild, welches einige Griechischzyprer ihm anheften wollten. Sogar er selbst wollte so, wie ihn einige in den freien Gebieten [Zyperns] haben wollten, nie wahrgenommen sein.

In der Zypernfrage bedarf es einer Bewegung und eines Manövers sowie zuerst einer Änderung der Taktik, die wesentlich effektiver zu sein hat. Der Schritt der Einnahme des besetzten Gebietes wurde gesetzt von der Türkei, nun bedarf es einer Bewegung Nikosias, die letztendlich von der Wirkung her gleich ist. Zum Beispiel eine Bewegung auf dem Gebiet der Energie, welches demnächst Ergebnisse zeitigen wird [ – gemeint ist gewiss die Feststellung, ob nun genügend Erdgas vor Zypern liegt und ob Ägypten, Israel und eventuell auch Zypern einen Teil ihrer geförderten Menge über die Türkei nach Europa führen werden oder nicht]. Nur dann wird die türkische Seite verstehen, dass in Sachen Zypernproblem ernsthaft verhandelt werden muss. Parallel zu diesem Versuch, müssen die Türkischzyprer wissen lassen, ob sie eine Lösung des Problems wollen oder eher mehr Türkei (wieviel Türkei jedoch?). Die Lösung verläuft [sozusagen] mitten durch die Unabhängigkeit Zyperns von der Türkei. Ein Vertrag, der von Bestand ist, muss die Bürgerschaft respektieren, ihre Rechte, muss demokratisch sein und nicht [vom Wesen her] spalten. Wem ist die Lösung von Vorteil? Sie ist den griechischen und türkischen Zyprern, jedoch nicht der Türkei, von Vorteil.“

Read Full Post »

entartende Bildnisse

Herr Fokaides, Verteidigungsminister der Republik Zypern, betont – anstatt mal dem neuen Verbündeten der Republik, nämlich Israel, gehörig ins Gewissen zu reden -, dass Bedarf bestünde, die ersichtliche Bedrohung, die sich gegen Europa und die gesamte Welt erhoben habe, anzugehen, welche die gewalttätige und niederträchtige ISIS darstelle. Aktionen müssten besser koordiniert werden gegen die Bedrohung, um zu verhindern, dass diese Krise nach der EU überspringt.
Fokaides erklärt seltsamer Weise des Weiteren, dass ausgerechnet der Libanon dazu aufgerufen werde, diese Bedrohung der Sicherheit zu unterbinden – und dass Zypern diesem Land dabei helfen werde. Das ist dann wohl wirklich das Pferdchen am einfachsten Ende aufgesäumt. Und das weiß Herr Fokaides auch. Dass es ihm hier in erster Linie nicht um die Begrenzung der Aktivtäten der ISIS geht, darf daher durchaus gemutmaßt werden.
Nikosia reitet sich mit seiner unkritischen Haltung gegenüber Tel Aviv geradezu sehenden Auges in den Konfliktherd namens Naher Osten hinein – und dessen Hauptproblem ist nun mal die ungelöste Palästinafrage, die immer wieder aufkommt und sich immer wieder aufs Neue stellt in verschiedensten ‚Farben‘, wie zum Beispiel der der ISIS.
Mit Netanjahu als Regierungschef ist allerdings nicht damit zu rechnen, wird auch in Nachrichten des deutschen SWR1 vermutet, dass die harte Linie Israels gegen die Palästinenser sich ändern wird. Hier darf leider hinzugesetzt werden: Und die vor einiger Zeit ausgerufene, geradezu dogmatische Haltung der Bundeskanzlerin und somit Deutschlands, zu Israel zu stehen, egal was da komme (oder wie genau der Wortlaut war) auch nicht.
Insofern ist das Rätselraten darüber, warum sich Menschen in Deutschland radikalisieren und vorerst mal für die ISIS kämpfen gehen (wollen), auch teilweise erklärt. Bei solch radikalen Positionen der deutschen Regierung ist mit wenig Anderem zu rechnen bei vielen, als eben dem. Schließlich hat man trotz Hartz IV und sinkenden Gehältern etc. das freiheitliche Denken, das angeblich in der BRD herrschen soll und gelehrt wird, sich irgendwie angeeignet – auch wenn man es vielleicht nicht wollte. Und so entscheiden sich offensichtlich gewisse Menschen dafür, freiheitlich, sich dem medialen und/oder instutitionalisierten Druck der aufgebaut wurde und wird, auf ihre Weise zu entziehen. Und dieser dahin wabernde Druck, den die Bundesrepublik durch ihre Institutionen und Politiken etc. seit Jahrzehnten mitgestaltet, hat u.a. folgende Erscheinungsformen: der Palästinakonflikt, der zu unkritisch unter den Teppich des Vergessens gekehrt wird, auch indem eine Seite stets zu eindeutig schwarzgewaschen (also weißgewaschen) wird, die Asylpolitik und ihre Drittstaatenregelung etc. (im Mitelmeer sterben mehr Menschen auf der Flucht als an der deutsch-deutschen Grenze einst) oder sei es demnächst in Form von TTIP, wo ein weiterer Schlag der Regierungen Europas gegen die eigenen Bevölkerungen organisiert wird – zum Wohle einiger Weniger (Konzerne, oligarche Strukturen etc.).
In Müllheim (Baden) mutet man zum Beispiel Asylanten zu, in einer Turnhalle einer Gewerbeschule zu leben. Die Bevölkerung wird ermuntert, zu helfen. Da erhebt sich halt schon die Frage bei einigen: ‚Hey, ihr da! Klar wollen wir Menschen in Not helfen. Doch für was bezahlen wir eigentlich Steuern? Damit Herr Bundespräsident von Berlin nach Prag fliegt, wo er durchaus auch mit dem Zug fahren könnte, wo er doch angeblich so volksnah ist? Damit in Behörden Milliardenbeträge, wie zu lesen war, sprichwörtlich an die Wand gefahren werden – und keiner verlautbaren lässt oder ernsthaft untersucht, ob das nicht vielleicht sogar System hat? Und dann die tollen Waffenverkäufe an Regime, bei denen angeblich nicht die gleichen Werte herrschen wie bei uns, und dennoch will die Verteidigungsministerin mehr Kohle für ihr miserabel organisiertes Ministerium, wo alles andere als Transparenz und Wirtschaftlichkeit regieren‘.
Ja, da fragt sich dann der eine oder die andere ganz einfach: ‚Sag mal, bin ich inzwischen wirklich so doof, jetzt auch noch hinzustehen und die Arbeit der Behörden zu machen, die vielleicht mal besser mehr Leute einstellten, um Asylanten einigermaßen gut unterzubringen – ganz zu schweigen von der Pleite, die im Pflegedienst landauf-landab herrscht, wo in Berlin in Saus und Braus auf der Überholspur gelebt wird‘.
Diese Leute da in Berlin im Parlament und an der Regierung sind anscheinend so abgehoben inzwischen, dass man nichts besseres zu tun zu haben scheint, als sich mit Russland in eine Art Kalten Krieg zu begeben. Es scheint wirklich Ignoranz und pures Dumpfbackentum zu herrschen!
Eigentlich erinnert der Zustand, in dem wir leben (dürfen) an den Niedergang des Römischen Reiches. Und genau so lesen sich auch die Verlautbarungen, die herausgegeben werden – der Tanz auf dem Vulkan. Noch einmal abgrabschen und dann bye-bye! Jungs, aber wir haben gelebt! Nach uns kommt gewiss wieder eine Zeit vor der Sintflut!
nov12 008
Jedenfalls ist ja beruhigend zu erfahren, dass Herr Fokaides auf dem Rat der Außenminister (Foreign Affairs Council) den französischen Verteidigungsminister getroffen hat. Und die Ankündigungen, die der Generalsekretär der NATO, Jens Stoltenberg, von sich gibt derzeit, lassen ebenfalls nicht hoffen, dass das Beziehungen-an-die-Wand-fahren-mit-Russland demnächst aufhören wird. Es scheint wieder vermehrt – entgegen der öffentlichen Bekundungen, versteht sich – irgendwie die Denke in Umlauf geraten zu sein, dass wer frech und einigermaßen rücksichtslos in die Welt schreitet, letztlich auch zu seinem ‚Recht‘ kommt – jedenfalls zu einem größeren Teil davon, als wenn ‚auf versöhnlich gemacht‘ würde.
Letzteres jedoch beschreibt die Haltung trefflich, die Merkel & Co als ihre Vorgehensweise ihren Schäfchen, die sie wiederwählen sollen, anbieten – doch immer mehr wird allmählich sogar dem politisch Blindesten aus der Bevölkerung bewusst, dass diese Haltung wirklich nur eine weitere Art strategische Anwendung ist, die nebenbei auch noch den günstigen Effekt hat oder haben soll, das Andere (wer auch immer dazu gerade ‚auserkoren‘ wurde) ins ‚weißeste‘ Licht zu setzen.

Und vor solch Hintergrund, um nun wieder den Dreh zurück nach Zypern zu konstruieren, wo die derzeitige Regierung durchaus der Christdemokratie Deutschlands nahestehend genannt werden kann, verkündet der Regierungssprecher der Anastasiadis-Regierung der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, das Folgende, welches nachdem, was Nikosia-Süd bislang sich geleistet hat bei den Verhandlungen mit dem türkischen Nikosia-Nord, eher wie eine Einladung zur – entschuldigen Sie die schlechte Ausdrucksweise – Selbstverarschung der Türkischzyprer erscheint. Christodoulides verkündete:

Erstens: „Der naturgegebene Reichtum der Republik Zypern gehört dem Staat. Es ist selbstredend, dass nach der Lösung des Zypernproblems, wie mehrmals verkündet wurde, die Türkischzyprer ebenfalls die Früchte aus der besten Nutzung und Förderung des naturgegebenen Reichtums erhalten werden“ [Blöd nur, dass niemand weiß, was sich hinter der Formulierung „beste Nutzung“ von Christodoulides verbirgt. Es muss dazu nicht unbedingt in die Türkei geguckt werden, wo die Regierung seit Jahren versäumt, im Süd-Osten des Landes sich ausreichend zu engagieren, um uns zu fragen, ob bei dieser Formulierung zum Beispiel vorwiegend Investitionen im griechisch-zyprischen Teil der Insel auch gemeint sein könnten, die dann gewiss auch, über zwei-drei Ecken, dem türkisch-zyprischen Teil zugute kämen].

Zweitens: „Die Interessen der Türkischzyprer sind in Völle geschützt durch die Republik Zypern. Es ist sehr eindeutig, dass die illegalen Aktionen der Türkei innerhalb der Exklusiven Ökonomischen Zone der Republik Zypern [EEZ] nicht dazu dienen, die Interessen der Türkischzyprer in irgendeiner Weise zu schützen“. [Und eben das Verlassen des Verhandlungstisches der Griechischzyprer vor kurzem muss den Türkischzyprern wieder einmal gezeigt haben, dass die Griechischzyprer offenbar noch eine ganz andere Agenda verfolgen als die, von der sie reden].

Drittens: „Es ist nicht akzeptabel, jedwede Anstrengung zu akzeptieren, die zum Ziel hat, die Angelegenheit des Erdgases zu diskutieren, weder im Rahmen der Verhandlungsgespräche zur Lösung des Zypernproblems, noch in irgendeinem anderen parallel dazu verlaufenden Prozess“. [Und genau dieser Punkt bestätigt den zuvor geäußerten Verdacht, nämlich, dass Nikosia-Süd ziemlich offensichtlich mit gezinkten Karten zu spielen gedenkt bzw. spielt].

Viertens: „Die griechisch-zyprische Seite kann, trotz ihres verkündeten politischen Willen das Zypernproblem zu lösen, nicht an den Verhandlungsgesprächen teilnehmen, während die illegalen türkischen Provokationen in der EEZ der Republik Zypern weitergehen. Daraus ist zu folgern, dass um dies zu ermöglichen, ein wirklicher Respekt Ankaras der souveränen Rechte der Republik Zypern zu erfolgen hat. Der Rat der Führer der politischen Parteien im Parlament wird sich am Dienstag, dem 25. November, wieder treffen“. [Indem die Republik Zypern sich so stark an Israel vor kurzem gebunden hat, wie leider auch schon seit Längerem die BRD, sind beide letztendlich als Broker für einen Frieden im Nahen Osten nicht mehr zu gebrauchen – auch wenn Steinmeier & Co das der deutschen Öffentlichkeit seit Jahren versuchen einzureden im letzteren Fall. Deutsche Waffen und Technologie, ja sogar eine gewisse, noch immer vorhandene Wertschätzung für den deutschen Weg, bedeutet noch lange, oder schon längst nicht mehr, dass die BRD eine Rolle, wie sie zum Beispiel die Schweiz bei Friedensverhandlungen (z.B. Israel/Palästina) einnehmen kann und sollte. Letzteres sind Hirngespinste, die an der real betriebenen Politik der BRD vorbeigehen – die die Bevölkerung beruhigen sollen etc.].

Auch wenn Spanien wie Schweden jetzt anscheinend die Entstehung eines palästinensischen Staates sich vorstellen kann, ist es unerträglichst zu hören, wenn Netanjahu davon spricht, dass die palästinensichen Täter agiert hätten wie Tiere. Nichts gegen Tiere. Im Gegenteil. Doch wenn jemand wie Netanjahu jemand oder etwas in Zusammenhang mit Palästinensern entmenschlicht, kann man sich denken, wie er diese sprachlichen Entartungen wohl verstanden haben will, was seine (plus Liebermann etc.) betriebene Politik zur Genüge beweisen dürfte gegenüber den Palästinensern – Dorian Grey von Oscar Wild lässt grüßen!

Read Full Post »

Öffentlicher Raum?!

Gut und schön, den gibts.
In Rust, wo der Europapark ist, hat sich das Projekt Wasserwelten (http://www.wasserpark-rust.de/), oder wie genau es dann heißen wird, angekündigt. Der Schwerpunkt wird auf Gaudi liegen, nicht auf Heilung und Therapie.

Manche finden das jetzt schon schade. Überhaupt verwundert, dass niemand Sturm läuft gegen diese
megalomanen Pläne. Immerhin wird zur Verwirklichung und Instandhaltung des Projekts einiges, so richtig viel Grund-Wasser verbraucht werden. Zu befürchten bleibt, dass die nahegelegenen Wälder (Ringsheimer- und Herbolzheimerwald) auf mittelfristige Sicht, zu wenig Wasser erhalten, wenn sie denn überhaupt als existenter Wald ins zukünftige Konzept der Ruster Gemeinde und des Europaparks passen – ganz zu schweigen von der gefährdeten Flora und Fauna und der Zersiedelung, die sich daraus zwangsläufig ergibt – noch mehr Beton etc.
Es soll durchaus vermehrt Stimmen geben, die wie Herr Gauck kürzlich in der Spionageaffäre mit den USA denken: „Jetzt reichts aber mal!“

Die Frage also, ob mit dem zugegebenermaßen begrenzt zur Verfügung stehenden Raum weiterhin so umgegangen werden kann und sollte wie gehabt, finden manche, gehört hier nun endlich exemplarisch zur Disposition/Diskussion gestellt – auch wenn es sich in Rust streng genommen um Grundstücke handelt, die nicht, wie das Tempelhoferfeld in Berlin (http://www.thf100.de/start.html), öffentlicher Raum im eigentlichen Sinne sind – doch dennoch werden Interessen der Öffentlichkeit in erheblichem Maße berührt, die zumindest indirekt sehr wohl den Öffentlichen Raum angehen. Kurz: Wie wäre es mit einem Volksentscheid darüber, ob die Wasserwelten in Rust so, wie geplant, verwirklicht werden oder ob das alles nicht doch noch mal ganz überdacht oder aber zwei Nummern kleiner aufs Trapez gehörte?

Hier nun als Exkurs ein uns zugeschickter Beitrag eines Autoren, der wenig Wert darauf legt, in diesem Zusammenhang seinen Namen irgendwo stehen zu sehen:

100_5572

„Volksentscheid? Die armen, getretenen Baulöwen müssen wohl abziehen. Nein, wie furchtbar! Und dann noch die vielen Verträge, die schon abgeschlossen waren. Ja, der gute Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Herr Müller, kann da nur noch sagen: Es ist jetzt ein Gesetz!
Zu Ihrer Information, verehrte LeserInnen: Das Volk hat entschieden. Es hat mit seiner Stimme den Gesetzentwurf, der von Bürgerinnen und Bürgern gefasst worden ist, bestätigt. Und das hat zur Folge, dass dieser Gesetzentwurf nun ein richtiges Gesetz ist, an das sich ALLE halten müssen.

Während am 25. 05. 2014 die Bürgerinnen und Bürger der EU zur Wahlurne gegangen sind, um die sogenannten Volksvertreter zu wählen, die dann u. a. auch Gesetze oder EU-Richtlinien verabschieden werden, die ihrerseits Geltung in den einzelnen EU-Staaten haben, handelte es sich bei der Wahl der Berlinerinnen und Berliner am 25.05. 2014 um etwas ganz Besonderes: Es fand ein Volksentscheid (https://www.wahlen-berlin.de/abstimmungen/VE2014_TFeld/allgeminfo.asp?sel1=6053&sel2=1000) statt. Das Volk selbst kreierte das Gesetz und nicht seine Vertreter!
Es handelt sich hier um einen der wenigen Fälle „Direkter Demokratie“ im wahrsten Sinne des Wortes in der BRD. So etwas hatte es in Berlin jedenfalls zuvor noch nicht gegeben. Die Berliner Verfassung eröffnet dem Volke nämlich die Möglichkeit eines Volksentscheides.
Wir bewegen uns – wie die Formulierung „Berliner Verfassung“ vermuten lässt – im Landesrecht, das heißt, der Berliner Landesverfassung.

Auf Bundesebene gibt es den Volksentscheid nicht, was ja Herr Gabriel (angeblich) bedauert. Wer`s glaubt, wird selig. Er gehört wie der Herr Senator Müller der SPD an. Herr Müller, der nachweislich gegen das Gesetz der Bürgerinitiative gewettert hatte, hätte doch dem Gabriel mal erklären sollen, wie schön so ein Volksentscheid ist, wie schön „direkte Demokratie“ (http://www.zeit.de/schlagworte/themen/direkte-demokratie/index). Das muss er
vergessen haben.
Nein, der Herr Senator Müller (http://www.spd-berlin.de/landesverband/personen-a-z/personen-m-z/mueller-michael/) fand den Volksentscheid gar nicht lustig.

Es gilt aber, das Augenmerk auf eine weitere Komponente zu legen. Weil, es ist ja für die gewählten Vertreter und Vertreterinnen des Volkes oft eine unproblematische Sache, einfach `mal einen öffentlich zugänglichen Raum zu vereinnahmen, ihn der Allgemeinheit zu entziehen. Das ist vorliegend aber nicht gelungen. Der der Allgemeinheit zugängliche Raum – das Tempelhofer Feld – bleibt ihr nach wie vor unentgeltlich zugänglich.

Dieses Problem, allgemein zugänglichen Raum zu verplanen, und ihn der Allgemeinheit zu entziehen, beschränkt sich nicht auf Berlin allein. Das ist ein weltweites Problem. Anders als in vielen anderen Ländern auf diesem Globus, ist es in der BRD mehr oder weniger risikofrei, für seine Rechte einzutreten als Bürger, zum Beispiel. Anders ist es da in der Türkei, wie die Auseinandersetzungen um den Gezi – Park in Istanbul zeigten. Die Rechtslage dort ist mir nicht
bekannt. Aber es ist mir soviel bekannt, dass das Risiko, eine massive Einschränkung in den persönlichen Rechten zu erfahren, dort doch um ein Vielfaches höher ist als in Berlin – noch scheint dem so zu sein.

Vielleicht, zu wünschen wär’s, macht Berlin als Beispiel für direkte Demokratie von sich reden. Und vielleicht wird auch andernorts erkannt, ES IST MÖGLICH, der Allgemeinheit zur Verfügung stehenden Raum als solchen zu erhalten und zu schützen.“

Einen Volksentscheid bzw. ein Bürgerbegehren zum Wasserwelten-Projekt anzustreben, vielleicht sogar über Rust hinweg, also im Ortenaukreis, ist wahrscheinlich Utopie. Doch wenn nicht zum verwirklichen, sei es ganz oder halb oder etwas abgeändert, zu was sind oder werden Utopien dann in Umlauf gebracht?

Read Full Post »

Wei EU Yi

krumm, gerade oder grau?

Der sogenannte Knackpunkt könnte für viele Mitbürger demnächst ungefähr diese Frage werden: krumm oder gerade? Also, sind die Bananen, die in der EU verkauft werden, und teilweise wohl auch angebaut sind, weiterhin krumm oder sind sie besser gerade? Abhängig könnten die Leute das vom politisch-ökonomischen Hinter-den-Kulissen-Streit zwischen Top-Vertretern der EU-Organe und einzelnen Regierungsvertretern der EU-Mitgliedsstaaten machen.

Auf andere Ebene verlegt, soll das eben Gesagte bedeuten: Sind wir Europäer nun dabei, anfänglich nahezu unmerklich, doch vielleicht bereits merklicher, in eine Banenrepublik abzurutschen – oder kriegt man die so hoch gehaltene demokratische Kurve noch einigermaßen un-verbeult hin?

Ausgerechnet die Deutschen scheinen bei der Frage eher „gerade“ als „krumm“ (mal wieder) mit Eifer voranschreiten zu wollen – denn die wunderlichen Dinge, welche die NSA sich erlaubte und erlaubt, sollen noch nicht mal juristisch aufgearbeitet, geschweige denn belangt werden. Wenn diese Nachricht der Wahrheit entspricht und somit dann wohl auch das ganze westliche Welt-Ding sich als eher „gerade“ herausstellt, dann sind wir hier offenbar bereits auf dem geraden Weg in eine Bananenrepublik, die mal besser schnellsten aufhörte, Ländern wie China, der Türkei oder anderen Spezialisten in Sachen Begradigung der Denke seiner demokratisch sich gerierenden ‚Untertanen‘, irgendwelche Vorhaltungen zu machen – von Russland ganz zu schweigen.

Wei Ling Yi ist in der Region, heute in Basel. Morgen, wenn die Information stimmt, weilt er im elsässischen Mulhouse, danach in Badenweiler und zum Abschluss wird der Meister, der Qi Qong, den Lotusstil, als eine Art Tool verwendet, seine begeisterten Anhänger/innen in Freiburg besuchen und Gesundheit, Gleichmut und wahrscheinlich auch Liebe und natürlich Freude versprühen.

Manche Leute denken gewiss, beim Grad der Denk-Begradigungen, von ‚oben‘ verordnet, die inzwischen kursieren und wohl noch vermehrter bevorstehen, die Koffer zu packen – bestens geradewegs in irgendeine Bananenrepublik, um dort dann weiterhin, zumindest, krumme Bananen verzehren zu können, auch auf die Gefahr hin, dass eventuell bereits ein Qi-Mangel im Yang vorliegt. Sie wissen doch: Yin und Yang, die beiden energetischen Komponenten in uns und überhaupt überall, die daherkommen wie Gut und Böse, „krumm“ oder „gerade“, schwarz oder weiß, Junker oder Merkel, Freiheitsstatue oder Guantanamo, Putin oder Ukraine, Kerl oder Weib etc. Liegt nämlich ein solcher energetischer Mangel vor (Yang-Mangel) im Körper eines Menschen, dann sollten Speisen wie Bananen, die kühlen, gemäß der chinesischen Medizin, gemieden werden.

Sie empört, was hier in Europa abgeht? Dann überlegen Sie es sich gut, ob Sie nun noch weiterlesen. Denn Big Brother liest mit und vergisst, wie wir nun wissen, leider nichts – wir müssen ja inzwischen schon ums Vergessen-Dürfen gerichtlich streiten, siehe Google.
Sie könnten, verehrte Leser, das ist jetzt nur eine, wie soll man es nennen, Art Überlegung, sich ja doch jemand wie Wei Ling Yi anschließen zur Endlösung der Bananenfrage – zumindest mental. Obgleich, es wäre vielleicht doch besser, im Vorfeld zu eruieren, wie denn die Aussichten stehen für die Art Wei Ling Yi, der sie sich anzuschließen beabsichtigten. Also, ob dieser Meister oder Meisterin Ihrer Wahl auch in Zukunft geduldet sein wird von den noch Mächtigeren wie er in der sogenannt materialistischen, ganz plump, politisch-ökonomischen Welt? Und Herr Yi scheint auch in diese materialistisch, politisch-ökonomische Welt eine Art Draht zu haben.
Jedenfalls: Bekanntlich haben einige Qi Qong Stile bereits zu Zeiten Mao’s – und eventuell auch davor, doch gewiss noch heute – ein Verbot zu Praktizieren ausgesprochen gekriegt. Weil sie seien gefährlich und nicht begradigbar, zu krumm.

Denn wenn so etwas wie die Bananengemeinschaft EU demnächst ihr Haupt erhebt, zusammen mit dem großen, durchsichtsfreudigen Verbündeten überm Jordan, eh (auch) überm Atlantik, dann wäre es wahrscheinlich doch besser gewesen, sie hätten sich im Vorfeld gemäß deren Begradigungrichtlinien, die sie mit einigermaßen Intelligenz erahnen oder im Geist ableiten hätten können müssen aufgrund der Gegebenheiten in EU und USA, informiert bzw. eingerichtet. Vielleicht wandern Sie ja doch besser noch rechtzeitig in die Kap Verden aus, nach Ghana oder in einen dieser karibischen Inselstaaten, die ja immerhin den Vorteil haben, wenn es dann demächst noch ein Vorteil sein wird, zu Europa irgendwie zu gehören.
Verflixt und zugenäht, und das am Vatertag, der heute sein soll, drei Mal hoch in den Himmel und hinieden sei’s verflucht?
Was tun?

100_6952

Genau, im Vorfeld nach begradigten Bananen schreien, bestens in erster Reihe. Auf Facebook all Ihre kleinen Schweinereien, und die Geheimnisse anderer, von denen Sie wissen, verbreiten. Jeden Sans Papier (diejenigen, die ohne Aufenthaltsrecht hier leben) bei den Behörden melden; und gleichzeitig vielleicht doch noch intensiver, besser und weiterhin, vom demokratischen Wunderwerk des Westens und der EU schwadronieren. Sie sehen, noch gibt es den guten alten Lösungsweg – gleichschalten.

Vergessen wurde: Am Sonntag, dem 01. 06, geht Wei Ling Yi, kann aber sein, dass er höchstpersönlich doch nicht mitgeht, mit seiner Gemeinschaft auf den Belchen bei Freiburg. Mantras werden gesungen auf dem Weg dorthin – Prozession oder so. Es wird wohl eine neue Zeit anbrechen, ganz gewiss. Sie müssten nur daran glauben. Der Segen des Meisters, aber ich denke, Segen wird er das nicht nennen, was er versprüht, sondern wohl eher so in etwa etwas wie Lebensenergie, also „Qi“, wird dann gewiss einigen Fluchtort und/oder Entscheid darüber sein oder werden, ob die EU und ihre politische Gesinnung als eher „krumm“ oder „gerade“ angesehen wird, ob die Leute in der EU sich vermehrt Sekten zuwenden oder ungeliebte krumme Elemente in der Gesellschaft (wieder) klein schlagen gehen, und ob ‚krumme‘ Dinger zukünftig gedreht werden müssen, um als Mensch aufrecht durch’s Leben schreiten zu können oder eben ‚gerade‘ Dinger?

Doof, dass immer alle von Grautönen sprechen, so als hätten sie das Prinzip von Yin und Yang verstanden. Gut, dass Vatertag ist und Muttertag war. Doof nur, dass Kindertag kein Feiertag ist, der 01. Juni ist dieser Tag. Gut oder schlecht, krumm oder gerade, dass zumindest an diesem Tag Wei Ling Yi auf dem Belchen Mantras singen geht oder singen lässt?

Und wenn der Himmel grau ist am Sonntag, ist das dann ein gutes oder schlechtes Zeichen für die ‚Kinder‘ Wei Ling Yi’s am Kindertag und für Europa?

Read Full Post »

Spindoktors

Seit gestern hat die Troika, wir meinten selbstverständlich Griechenland und die Troika, jedenfalls Griechenland mit Mazedonien, der Verwaltungsbezirk Mazedonien innerhalb Griechenlands und nicht etwa das Land mit selbem Namen ist gemeint, den Vorsitz in der EU für den Zeitraum von 6 Monaten übernommen. Danach kommt der Nachbar Italien dran, dieses Amt auszuführen. Aus dieser Perspektive (Griechenland, Italien am Ruder) wird 2014 wohl eher ein Jahr, welches alles andere als Stabilität verheißt, oder so etwas wie Politiken, die ohne Spindoktors (Mächte, die insgeheim Einfluss ausüben) auf den Weg geraten?

„Um den vermeintlich bedrohlichen kommunistischen Entwicklungen aktiv entgegenzutreten, sollten nach Maßgabe des Auswärtigen Amtes zunächst publizistische Maßnahmen getroffen werden: Der Einfluss der BRD auf die Medienlandschaft Zyperns sollte erhöht werden. Hierzu lud das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung im Oktober 1960 zunächst vier zypriotische Journalisten der bedeutendsten Printmedien aber auch der staatlichen Rundfunkanstalten Zyperns zu einer 10-tägigen Informationsreise durch die Bundesrepublik ein… . Auf der türkisch-zypriotischen Seite bemühte man sich um einen Redakteur der Zeitung ‚Halkin Sesi‘ (Volksstimme), die laut deutscher Botschaft eine ausgesprochene pro-westliche Ausrichtung hatte und deren Eigentümer der zypriotische Vizepräsident Küçük war.
Die Auswahl der Journalisten zeigt deutlich, dass man seitens der BRD bemüht war, die konservativen und einflussreichen Kräfte im Land, die schon einen pro-westlichen Kurs steuerten, weiter in ihren Ansichten zu bekräftigen. Versuche, Mitarbeiter der linksgerichteten Press zu beeinflussen, wurden erst gar nicht unternommen; ein eindeutiges Zeichen, dass auf der Insel bereits einstark ausgeprägte Lagerbildung vorhanden war.“ 1961 wurden dann weitere Personen nach Deutschland eingeladen: Andreas Yiangou (Vorsitzender der Bauernvereinigung PEK, Antonios P. Anastasiadis (Abgeordneter) und Glafkos Kliridis (damals: Präsident des Abgeordneten Hauses) und 3 weitere Personen.
„Aufseiten der türkischen Zyprioten wurden mit Ümit Suleiman und Necdet Ünel zwei wichtige Vertreter der türkisch-zyrpiotischen Volksgruppe eingeladen; allerdings geht aus den Berichten hervor, dass die deutsche Botschaft zu den politisch einflussreichen türkischen Zyprioten bis zu diesem Zeitpunkt weit weniger intensive Kontakte pflegte als zu den griechischen. Dies lag sicherlich an der Tatsache, dass die zuständigen Stellen in Bonn die türkische Seite nicht verdächtigte, für kommunistische Propaganda anfällig zu sein.“ Denn ganz konkret sah es 1961 u.a. bereits so aus auf der Insel, nach Thorsten Kruse:
„Gerade für den Bereich des Tourismus lässt sich belegen, dass die Sowjetunion gewillt war, möglichst schnell engere Beziehungen aufzubauen: So wurde Zypern schon im März des Jahres in das Reiseprogramm der Touristengruppen der Sowjetunion aufgenommen; Polen folgte dem Beispiel der UdSSR und wurde ebenfalls in diesem Sektor aktiv. [Der deutsche] Botschafter Koenig [in Zypern] hielt hierzu in seiner Berichterstattung fest, dass beide Länder jeweils 300 Personen im Rahmen einer Rundreise durch das östliche Mittelmeer nach Famagusta gebracht hatten, zudem habe es dort eine intensive Betreuung der Gäste durch die kommunistische Stadtverwaltung gegeben.“
Koenig malte also den Teufel an die Wand sozusagen. Die Kommunisten würden das Land womöglich demnächst übernehmen, schrieb er in etwa.
„Vor diesem Hintergrund schien jedenfalls die Entscheidung der zypriotischen Regierung, auch in Moskau eine Vertretung zu eröffnen, ein eindeutiger Hinweis dafür zu sein… . Für die Deutschen war dieser Schritt natürlich ein erster Affront, da Botschafter Koenig wenige Monate zuvor in einem offiziellen Gespräch mit Außenminister Kyprianou noch nachdrücklich mitgeteilt worden war, dass die Regierung Makarios nicht beabsichtigte, eine Botschaft in der UdSSR zu eröffnen…, dass ihr daran liege, die Beziehungen zu den Ostblockländern lediglich in einer diplomatisch notwendigen Weise zu führen….
Die hinter dieser Politik Makarios‘ stehende Intention war durchsichtig: Durch seine angespannte wirtschaftliche und finanzielle Lage war Zypern auf Hilfsleistungen und Kapital aus dem Ausland angewiesen. Durch die flexible Gestaltung der Außenpolitik bestand die Möglichkeit, die konkurrierenden Interessen der Blöcke zum eigenen Vorteil zu nutzen.“
Als damals eine Dürre herrschte, kamen die Sowjets mit einer Schiffsladung Getreide an für die Notleidenden in Zypern. Das hatte zur Folge, dass die USA kurz darauf ebenfalls Getreide tonnenweise nach Zypern verschickten, versteht sich, die Lieferungen waren jedes Mal kostenlos zu empfangen. Die Türkisch-Zyprioten ihrerseits waren damals keinesfalls untätig. Sie fanden sich in Bonn oder Washington ein, und schürten die dort herrschenden Befürchtungen wegen der kommunistischen Gefahr, die auf Zypern gegeben sei. All zu viel Vorteile konnten sie daraus offensichtlich nicht schlagen. Denn Bonn ließ sich Zeit. Das ermunterte die DDR im Mai 1961 wiederum in die sich ergebene Presche zu springen.
„Im Frühjahr 1961 wurde Zypern als Tagesziel (vorerst) in [die Mittelmeerrundfahrten der DDR-Kader und Bürger] aufgenommen. 1961 kamen Mitte Mai die ersten, knapp 400 Touristen aus der DDR in Famagusta an… . Die Tourismuspolitk der DDR sowie anderer Ostblockstaaten kam der zypriotischen Regierung nicht ungelegen, da der Entwicklung des Tourismus auf der Insel eine hohe Priorität beigemessen wurde und dieser verstärkt ausgebaut werden sollte. Die 1961 nach Zypern angereisten DDR-Touristen stellten mit knapp 8% einen nicht unbedeutenden Anteil in diesem Sektor dar… .
In der Bundesrepublik musste man sich nun nicht nur mit der Entwicklung der kommunistischen Bewegung Zyperns und dem Werben der UdSSR um die zypriotische Regierung und die Bevölkerung auseinandersetzen, sondern auch mit der Präsenz der DDR. Die zwischen den beiden deutschen Staaten ausgetragenen Kämpfe hatten nun auch Zypern erreicht.“
Wie Kruse in seiner Dissertation des Weiteren schreibt, war es nicht allein der Wille, den Tourismus auf der Insel auszubauen, sondern schlicht finanzielle Not, die Makarios angetrieben hatte, die DDR ins Rennen um die Gunst der Insulaner mit aufzunehmen. Zumal Bonn erneut und immer noch auf die Anfrage nach technischer Hilfe nicht reagierte. Kliridis, der ja zu jenem Zeitpunkt in der BRD war (siehe oben) und diesen Punkt ansprach, konnte in den Ministerien in Bonn nicht durchdringen. Erst als die Aktivitäten der DDR auf Zypern bekannt geworden waren, bewegte sich was in Bonn (zitiert wurde aus der Dissertation von Thorsten Kruse, „Bonn-Nikosia-Ostberlin“, „PELEUS“, Verlag: Franz Philipp Rutzen“ 2013).“

Es ist halt so eine Sache mit dem Informieren und dem politischen Willen.
In der türkischen Presse dieser Tage, also 2014, regt man sich inzwischen ziemlich darüber auf, dass in der Tagesschau vom ARD nichts zu den Krawallen und Demonstrationen in Hamburg gesendet wird. Seltsam ist es schon, zumal sogar die Berliner Zeitung darüber schreibt. In Ankara spricht man vom Messen mit zwei Maßen. Die Deutschen belegten gerade, dass sie genau das tun und der Rest der EU ebenso. Denn als in der Türkei die Gezi-Park-Demonstrationen waren, wurde in Deutschland stundenlang berichtet. Und jetzt, wo die Hamburger Polizei einen Teil der Stadt als Gefahrenzone deklarierte, wo sich Bürger gefallen lassen dürfen, wird gesagt, sich ohne ersichtlichen Grund von der Polizei kontrollieren lassen zu müssen, werde geschwiegen. Außerdem mögen die Gerüchte einfach nicht verstummen, die besagen, dass die Polizei den vermeintlichen Anschlag auf ein Polizeirevier in Hamburg maßlos übertrieben hätte, dass dieser gar nicht vorgefallen sei, dass dieser 200m davon weg gelegen erfolgt sei, dass gar nicht sicher gestellt sei, dass Linke oder Leute aus dem Ortsteil, der nun zur Gefahrenzone erklärt wurde, daran beteiligt gewesen seien; letztlich, dass die Polizei derart nur einen Vorwand gesucht und kreiert habe, um genau dort, wo unter anderem auch aus Lampedusa geflohene Afrikaner leben sollen, mal einreiten kann, wie man sagt, um Staatsmacht zu demonstrieren. Einige Beobachter der Lage finden, die deutschen Polizei würde derart unspezifisch und rigoros in von rechtsradikalen dominierten Bezirken, ja Städten, nicht agieren.

Die Große Koalition, wie uns scheint, ist dringlichst gefragt, sich vielleicht mal an diesem Thema zu profilieren, wenn die Herrschaften nicht riskieren wollen, dass der Laden auseinander fällt, wo doch die Wirtschaft brummen soll und alle demnächst, glauben wir verstanden zu haben, als ihre Spindoktors mal hier, mal dort Auskunft gaben, noch glücklicher sein werden auf Grund der ergriffenen Maßnahmen und Politiken.    

Read Full Post »

Gelenkte Presse?

EOKA

EOKA (Photo credit: Wikipedia)

„Im April 1955 begann der Unabhängigkeitskampf der griechisch-zypriotischen Untergrundorganisation EOKA. Allerdings unterschied sich der bewaffnete Kampf in Zypern von den Vorgängern in anderen Kolonien: Der Untergrundkampf gegen die Briten wurde nur von rechten, nationalistischen Kreisen getragen und dies nicht mit dem Ziel einer staatlichen Unabhängigkeit, sondern mit der Absicht, die gesamte Insel an Griechenland anzuschließen [zum einen spiegelt dieser Wille ein mangelndes Bewusstsein dafür, eine eigene Nation zu sein; zum anderen, dass aufgrund der wechselhaften Geschichte Zyperns, wo immer wieder andere das Sagen hatten, die Zyprer offensichtlich gelernt haben, sich in einer Art Beherrschtheit durch andere – gut – einzurichten]. Die kommunistischen Kräfte in Zypern nahmen unter anderem deshalb nicht an den Kämpfen teil, weil ihnen im Falle eines Anschlusses der Insel an das sogenannte Mutterland ein Verbot der Partei drohte [was zuvor Gesagtes durchaus untermauert, und des Weiteren eine ziemlich ausgeprägte Besonderheit im Charakter der Zyprioten eventuell offenlegt: Selbstbezogenheit und Dogmatismus] – in Griechenland war die dortige kommunistische Partei 1947 verboten worden.

Obwohl sich der Zypernkonflikt .. von einem lokalen zu einem regionalen Konflikt entwickelt hatte [siehe dieser Tage Zentralafrika], in den mit Großbritannien, Griechenland und der Türkei drei NATO-Bündnispartner direkt verwickelt waren, versuchte die BRD sich offiziell aus dieser Kontroverse herauszuhalten [versteht sich, immer so lange es opportun erscheint, passiert das. Wobei noch zu klären wäre, was vorheriges direkt (indirekt) verwickelt im Detail meint, beziehungsweise ein- oder ausschließt. So viel sei bereits angemerkt: Einigermaßen klare Parameter sind dazu zwar gegeben, doch sind diese je nach allgemeiner Lage dann halt doch wieder sehr dehnbar anwendbar. Eigentlich entspricht das in gewisser Weise dem Bild darüber, wie sogenannte Bananen-Republiken verfahren sollen, nämlich eher willkürlich; was dann meistens komischerweise dort zum tragen kommt, wo die Reichen und die Mächtigen nicht unmittelbar auszumachen sind].

Eine solche neutrale Haltung bei vermeintlich ‚regionalen‘ Konflikten wurde in dieser Zeit regelmäßig angewendet – insbesondere, wenn bei Parteinahme für einen der beteiligten Akteure Spannungen im politischen oder wirschaftlichen Bereich sich für die BRD abzeichneten. {So kam man bei der deutschen Botschaftskonferenz in Istanbul (3. – 7- April 1956) zu dem Entschluss, dass sich die deutsche Seite im israelisch-arabischen Konflikt – einem regionalen Konflikt – neutral verhalten solle, gemäß der schon im Zypernkonflikt angewandten Praxis}.“ Das heißt, wenn das Verhalten der BRD in palästinisch-israelischen Konflikt schon auf ein „neutral“ gebogen werden kann/konnte (siehe Waffenlieferungen, finanzielle Unterstützung der BRD an Israel etc.) dann darf man durchaus verwundert fragen, zumal diese Neutralität Deutschlands der von der BRD vollzogenen im Zypernkonflikt als Vorbild gilt, was die BRD denn bitte sehr alles, ganz neutral, im Zypernkonflikt geleistet, beziehungsweise unterlassen, hat?

„Wie prekär die politische Situation in diesem Zusammenhang für die BRD war, zeigen die diplomatischen Aktivitäten, die sich nach einem Interview des damaligen Bundesverteidigungsministers Franz-Josef-Strauß [dieser Tage ist in diesem Amt die erste Frau: Leyen] entwickelten: Strauß hatte im Juni 1958 – im Anschluss an eine Bundespressekonferenz – in kleinem Rahmen einem griechischen Korrespondenten einige Fragen beantwortet, die sich auf die Unruhen zwischen den beiden Volksgruppen auf Zypern Anfang Juni 1958 bezogen. In der griechischen Tageszeitung Eleftheria erschien daraufhin ein Artikel, in dem Strauß mit dem nicht korrekten Zitat: <<Ich empfinde Abscheu über die türkischen Methoden zulasten der Cypern-Griechen>>, wiedergegeben wird.
Von türkischer Seite wurde über die Botschaft in Bonn umgehend ein öffentliches Dementi der BRD gefordert, welches die Bundesregierung jedoch ablehnte; in der Begründung wurde darauf hingewiesen, dass man wegen der neutralen Haltung der Bundesrepublik dem Thema in der Öffentlichkeit nicht mehr Raum zugestehen wolle. Um weiteren in diese Richtung zielenden Forderungen der Türkei Einhalt zu gebieten und zugleich selbst Druck auszuüben, wurde auf die Kenntnis der nicht unwesentlichen Einflussmöglichkeiten der türkischen Regierung auf die  in Zypern agierende türkisch-zypriotische Untergrundbewegung <<Volkan>> hingewiesen. Man forderte deshalb von Ankara, es solle seine vorhandenen Möglichkeiten nutzen, um vonseiten dieser Organisation erhobene Drohungen gegen deutsche Staatsbürger in Zypern zu unterbinden….

So wurde auch eine weitere Pressemeldung der griechischen Tageszeitung Eleftheria vom November 1958, wonach ein ranghoher deutscher Politiker nach Ankara gereist sei, um Sondierungsgespräche in der Zypernfrage zu führen und eine deutsche Vermittlungsaktion vorzubereiten, umgehend dementiert und es wurde nachdrücklich klargestellt, dass von bundesdeutscher Seite nicht mit einer besonderen Vermittlungsaktion zu rechnen sei.

Ein Blick auf die deutsche Presselandschaft dieser Zeit macht diese Taktik der Nichteinmischung, aber auch die erfolgreichen Bemühungen, das Zypernthema aus der deutschen Öffentlichkeit herauszuhalten, … deutlich [wie auch das Gelenkt-Sein der Pressemitteilungen durch Regierende und deren Helfer]. Es wurde zwar über die Unruhen und die Eskalation des Konfliktes in Zypern berichtet, Hintergrundberichte über die politischen Aktivitäten der beteiligten Regierungen und Institutionen sowie eine kritsche Auseinandersetzung mit der bundesdeutschen Politik zu dieser Problematik sind in der Presse allerdings kaum zu finden.“

Mal abgesehen vom Aspekt Sicherheit hatte man durch „den Beitritt zum westlichen Verteidigungspakt, einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Da allerdings mit Großbritannien, Giechenland und der Türkei gleich drei Bündnispartner in den Konflikt um Zypern involviert waren, wollte man eine Schwächung der NATO auf jeden Fall verhindern.“ Nach dem, was Kruse in seiner Dissertation herausarbeitet, kann gesagt werden, dass die BRD für das Ziel, die NATO einsatzbereit zu halten, beziehungsweise gestärkt zu sehen, Zypern, zumindest bis Anfang der 70er Jahre, nach Kruse, notfalls hätte hopss-gehen lassen.

„Ein weiterer wichtiger Grund (für die BRD) war sicherlich die Notwendigkeit guter Beziehungen zu Großbritannien, da den Briten bei den deutschen Bestrebungen einer Wiedervereinigung mit der sowjetischen Besatzungszone eine wichtige Rolle zukam. Die deutsch-britischen Beziehungen zu dieser Zeit waren zwar gut, aber nicht freundschaftlicher Natur. Wie aus den Aufzeichungen Adenauers hervorgeht, missfiel der deutschen Seite die britische Politik in Zypern. (Zitat stammt aus der Dissertation von Thorsten Kruse: „Bonn – Nikosia – Ostberlin“, „PELEUS“, Verlag: Franz Philipp Rutzen 2013).“

The first declaration made by EOKA, distribute...

The first declaration made by EOKA, distributed in April 1955 outlining their raison d’être. See below for English translation. (Photo credit: Wikipedia)

Uns missfällt dieser Tage, dass die BRD im Jahr 2013, kurz vor Weihnachten und endlich zur großen Koalition geeint, noch immer keine Stellungsnahme abgibt zu den kriegerischen Vorgängen in Zentralafrika, wo die engen Verbündeten der Deutschen, die Franzosen, schlechtestenfalls wiederholen könnten, was sie in Ruanda schon getan haben – einem Genozid zuzusehen, ja, diesen gar teilweise zu stützen.
Es wird der deutschen Presse und der deutschen Regierung aber nicht mehr sehr lange gelingen, dieses Thema unerwähnt zu lassen in der Öffentlichkeit. Der Schweizer Tagesanzeiger hat das Thema heute nämlich auf Seite Nummer 1.

Dass keine Kommentare zum Betrugsfall in der Türkei gemacht werden, welcher die griechisch-zyprische Presse schon seit Tagen beschäftigt, zeigt einmal mehr, dass sogenannte Nicht-Einmischung nicht immer angebracht ist, vor allem nicht dann, wenn der Bürger in Deutschland erwartet, dass seine Regierung – wenn schon nicht die von ihr scheinbar gelenkte Presse – dazu Stellung bezieht, und zwar on time!

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: