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Posts Tagged ‘britisch base’

Es wird noch lustig werden, vermuten bereits einige hier auf der Insel und in Bezug auf die anstehende EU-Präsidentschaft der Republik Zypern. Die Spekulationen sind bereits so weit vorangeschritten, dass einige gar ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt von Herrn Xristofias, dem derzeitigen Präsidenten der Republik, sehen, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen.

Es laufen nämlich Diskussionen darüber, ob man ihm seine Immunität nicht teilweise oder gar ganz nehmen sollte, weil er müsste sich noch zu den Explosionen letzten Jahres in Mari äußern, wo einige Menschleben drauf gingen. Beharrlich hält sich zudem das Gerücht, dass er der Hauptverantwortliche für jenes Desaster ist und war, er, der Freund Moskaus und seltsamer Weise auch von Herrn Sarkozy aus Frankreich.

Zur Erinnerung in Sachen Mari: Munition, die auf dem Seeweg nach Syrien von der zyprischen Regierung, und zwar auf Betreiben der USA, aufgebracht wurde auf See, um sodann schlecht gelagert einige Zeit danach aus noch nicht genügend zufriedenstellenden Gründen hochgegangen ist.

Ja, und dann war da noch, ebenfalls letztes Jahr, jenes russische Schiff, welches auch Munition und dergleichen für Syrien an Bord hatte. Dieses Schiff ließ Nikosia auf Versprechen seines russischen Kapitäns, keinesfalls in Syrien, sondern in der Türkei mit der Fracht sich einzufinden, wieder weiterfahren, und zwar ohne diesen Entschluss mit Behörden in Brüssel kurzgeschlossen zu haben. Die Menschen, die derzeit in Syrien tagtäglich vom syrischen Militär abgeknallt werden, dürfen sich dafür u.a. in Nikosia bedanken. Inzwischen ist man immerhin in Brüssel so weit, wie vor kurzem zu lesen war, die Frage zu stellen, wie das eigentlich damals passieren konnte und wer dafür verantwortlich ist? Rauskommen wird vorerst sicher wenig, da die Republik Zypern ja am 01.07.12 die EU-Präsidentschaft erstmals antreten wird. Und wie es sich zu so einem Anlass standesgemäß gehört, wird ein Fest oder so etwas veranstaltet werden. Bloß wo?

Wie der Alitheia-Tageszeitung vom 22.04.12 zu entnehmen war, hat man sich ausgerechnet für eine Ortschaft namens Kourion entschieden. In Kourion gibt es bekanntlich ein altes Theater aus alten griechisch-römischen Zeiten. Der Ort dahinter ist nicht nennenswert groß, ein Dorf. Das Amphitheater von Kourion ist nicht ganz so groß wie jenes in Efesus oder Athen, aber immerhin. Gewöhnlich werden dort Konzerte gegeben, meistens klassische. Ich habe bereits das eine oder andere besucht, kenne die Örtlichkeit einigermaßen gut. Was mir dort sogleich auffiel, war, dass es doch recht wenig Möglichkeit gibt, mal schnell sein Geschäftchen zu erledigen. Es bedarf nur ein zwei Personen vor einem und schon steht man in einer Schlange, bis man dran kommt. Und dann stelle man sich die Damen in ihrer Abendgarderobe vor, die zum geplanten Fest wahrscheinlich hochhackig anstolziert kommen. Na die werden durch die Gegend wanken wahrscheinlich wie Pinguine. Denn der Boden von der Straße bis an den Ort selbst, ist nicht gerade der bestgeflasterte oder beleuchtete. Ich für meine Begriffe stehe auf solch ziemlich naturbelassenen Boden. Ob der Ort große Begeisterung allerseits ausbrechen lassen wird, ist zu bezweifeln, angesichts der Toiletten und der Frage nach, wie und wo man das Catering-Problem zu lösen gedenkt, ganz zu schweigen von der guten alten Sicherheit der geladenen Gäste.

Gewiss, gewiss. Sie mögen hier einwerfen wollen, dass das eben zyprische Gegebenheiten sind und ich solle mich nicht so haben. Da gebe ich Ihnen nun einfach mal recht. Hoffe aber, dass die Bilder im Fernsehen meine Erwartungen dann zumindest genügend sichtbar ausleuchten dürfen oder werden, um mich danach nicht eventuell zu dramatisch verfassten Szenarien bezichtigen zu können.

Das Allerlustigste habe ich aber noch gar nicht erzählt in diesem Zusammenhang. Das Gelände namens Kourion gehört nämlich den Briten, einer der so genannten 3 Garantiemächte der Insel also. Die Briten sind ja bekanntlich schon seit langer Zeit auf Zypern. Die haben hier noch immer 2 Basen. Es ist eine Art Hass-Liebe, die die Zyprer und die Engländer verbindet. Zum einen bringen und brachten die Briten Kultur, Geld und Moderne auf die Insel. Zum anderen befeuerten sie – und befeuern noch immer – ein Gefühl der Inferiosität der Insulaner mit ihrer Präsenz und diesem Anderssein.

Was ich sagen wollte: Da muss sich in Nikosia jemand entweder überhaupt nichts gedacht haben, was ziemlich wahrscheinlich ist, oder aber, dass die Präsidentschaft dazu genutzt werden soll, wenn man denn schon mal am Ruder ist in der EU, den Briten zu zeigen, wer der Herr im Hause Zypern ist – und deswegen die Wahl auf Kourion als gloreichen Beginn dieser Initiative oder dergleichen. Zu lesen ist in der Presse, dass selbstverständlich die große, mächtige Republik Zypern die polizeilichen Angelegenheiten bei dem anvisierten Fest, welches auf britischem Boden in Zypern vorgesehen ist, auszuführen gedenkt. Wenn es richtig verstanden wurde, hat noch niemand die Briten gefragt, ob sie zu so einem Anlass überhaupt ihre Zustimmung geben wollen, dass Kourion derart in Beschlag genommen wird. Geschrieben steht lediglich in der Alitheia, London habe bereits wissen lassen, dass das Polizeiliche selbstverständlich von England übernommen werde.

Ein wunderbares Gerangel und Geplänkel steht also zum Sommer ziemlich sicher bevor. Wir dürfen nun gespannt zusehen und warten, welchen weiteren Wahnsinn dieser Wahnsinn gebären wird.

Ich wäre dafür, dass Briten und Zyprer einfach mal gemeinsam mehr Toiletten in Kourion anbringen und Papierkörbe, doch bitte bloß keine griechischen Fahnen. Die nehmen nämlich in letzter Zeit auf der Insel sichtbar zu. Im Dorf namens Klaudia zum Beispiel hängt praktisch an jeder Ecke eine solche Fahne neuerdings. Am Eingang des neu gebauten kleinen Hafens im Dorf Ziggy ebenfalls. Ja, und dann sind dort in der Gegend von Ziggy dieser Tage mal wieder griechische Armeeeinheiten am Ballern, so dass einem das Schwimmen im kalten Wasser nicht zu langweilig wird: Mörsergeschieße. So hört sich das jedenfalls an, glaube ich. Es gibt in Griechenland zwar angeblich kein Geld, doch anscheinend für die Armee schon, die offenbar all monatlich im vermeintlichen Ausland ’sinnvoll‘ Geld verballert und die bis auf die Knochen gelangweilten Rekruten scheinbar derart am Leben hält und bei Laune.

Vielleicht üben die den Notfall gegen die Briten? Weil es gibt ja demnächst eine “Axe” Israel, Zypern, Bulgarien, Rumänien und Griechenland, wie zu lesen ist. Diese Axe, ich nenn sie nicht des Guten, sondern der christlich-jüdischen Gesinnung, soll die muslimische Türkei wohl in Schach halten, ja, und vielleicht auch die bösen Briten, die ja, obgleich auch sie mehrheitlich Christen sind und waren, seinerzeit und anscheinend immer noch eher die Position Ankaras vertreten oder unterstützten.

Wahlen sind in Zypern erst nächstes Jahr. Kann gut sein, dass die vorgezogen werden, weil Xristofias doch noch vorzeitig die Koffer packt. Wie zu lesen ist, soll er müde sein vom Amt und das sieht man ihm auch an. Sollte Sarkozy die Präsidentschaftswahlen in Frankreich an seinen Rivalen Holland verlieren in knapp 11 Tagen, so wird, wie bereits beklagt wird, der größte Freund der Republik Zypern in der EU in die Vergangenheit verschwinden – wie auch – unabhängig davon – die Lösung der Zypernfrage, die, hat es den Anschein, eh niemand an der Macht auf Zypern je wirklich zu diesem Zeitpunkt oder danach will oder wollte. Dennoch gibt es vermehrt Leute in der Republik Zypern, die den Vorstellungen und Inhalten des einstigen Ananplans von 2004 im Stillen nachweinen, den man seinerzeit aber ablehnte im griechischen Teil der Insel, weil Xristofias und Papadopolous genau dazu geraten hatten.

Auch daran waren bestimmt “die Engländer” oder eben Andere schuld!

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