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Lahr

Oder: Insider schaut von draußen kommend rein!

 

Lahr im Schwarzwald

Eigentlich spricht jetzt gerade ein Ur-Lahrer zu Ihnen, auch, weil Lahr-Dinglingen eigentlich erste richtige Heimat wurde und nicht etwa der Ort, an dem ich geboren wurde; und wegen des vorigen „Ur“ scheint hier gewiss so manchem Leser der historische Dinglinger-„vicus“ der Römer erwähnenswert. Der ist nun in neuem Gewand auf der Landesgartenschau zu sehen: „sprechende Türen!“

Ja! Rein zufällig wurde ich weiter nördlich von Lahr geboren Ende der 50er Jahre. In etwa ab dem 12ten Lebensmonat lebte es sich in Dinglingen für ungefähr 2,5 Jahre recht angenehm, vermute ich. Wollen wir hier angekommen, nicht weiter alte Kammellen aus der Erinnerung aufscheuchen, hätte man so in etwa bei uns zu Hause kurz angebunden gesagt, weil thematisch im Stoff in 7-Meilen-Stiefeln fortgeschritten werden muss – bloß keine Nabelschau, stimmt’s?

Dann ging es ins Umland von Lahr, rüber an den Rhein. Dort wurde für ein Jahrzehnt und etwas länger gelebt sowie die Grund- und Hauptschule besucht. Überhaupt wurde dort so in etwa getan, was sonst noch so zu tun ist als junger Mensch, der auch noch farblich etwas heraussticht. Das Letztere ist ja inzwischen ein Detail, welches im Deutschland des Jahres 2018 eigentlich keine Erwähnung mehr wert ist, denn es gibt nun viele von ‚uns‘ hier – in den tollsten herkommenstechnischen Konstellationen.

Schwimmen in den Baggerseen, Streifzüge durch Taubergießen, einfach durch den Rheinwald, wie auch durch den Ober- und Ringsheimer-Wald gehen, gelegentlich mit der Fähre bei Kappel ins Elsass fahren oder mit dem Fahrrad nach Ettenheim, Herbolzheim gern auch an den Kaiserstuhl, tanzen in der Cleopatra-Diskothek, Abenteuerbücher lesen und natürlich Fußball sowie Tischtennis spielen, erste 68er-Nachwehen plus Gesamtpaket, waren so in etwa das, von dem oben gesagt wurde, was es sonst noch zu tun galt, damals.

Mit 15 Jahren ging es eher aus sekundärem Grund, nämlich dem der Bildung, zurück nach Lahr, und zwar an die Handelslehranstalten. Nun, Planen von Bildungs- oder Berufswegen, war nicht sehr angesagt unter meinen Bekannten und Freunden Anfang der 70er Jahr. Die erwähnten Bildungs-Anstalten in Lahr sind noch immer oben auf einem der vielen Hügel der Stadt gelegen. Überhaupt: Die Optik aus Lahr in die Umgebung ist hügelig.

Mitschüler der höheren gymnasialen Stufen nannten wir „Wirtschaftshengste“ und „Technikfreaks“ – und hatten die Begabung, uns selbst in ganz anderem Licht zu baden. Lahr verhalf solch Landeiern, wie ich eines bin oder (geworden) war, in die Welt hinaus zu eiern, selbständiger auf eigenen Füßen zu schaukeln, letztlich ‚mein‘ Leben elliptisch sich bewegend auszuloten, wie es der vorherrschende Zeitgeist, glaube ich, auch heute noch als Art Selbstverwirklichungsmodul usw. eingibt.

Die ansässigen Kanadier, Canadian Forces Network, waren bei der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Selbstfindungs-Thema ganz hilfreich, boten ein recht brauchbaren Anschauungspunkt, um dem so empfundenen soziokulturellen Ballast aus der ‚Provinz‘ etwas ganz individualisiertes Neues zu-über-eiern. Das geschah noch, bevor die nächsten Schritte einem beinah willkürlich geworfenen Rugby-Ball gleich ins leicht dahin plätschernde Leben voraus- oder aber nachgesetzt werden wollten oder sollten.

Und ja, es mag einfach noch fallen, DAS Stichwort im Zusammenhang mit Handelslehranstalten, dem Integrierten Beruflichen Gymnasiums (IBG): „Dr. Uhrig“. Dieser Herr und Rektor war zu jener Zeit Die lehrende Persönlichkeit am IBG, von der gewiss noch viele Wirtschafts-Zöglinge des IBG bleibende Erinnerungen haben (Buchhaltung, Rechnungswesen etc.). Und bei der CDU war er auch. Uns jungen 68er-Nachwehlern auch daher suspekt.

Heute im Jahr 2018 als Alt-neu-hinzugezogener-Lahrer verbinde ich mit dem Hügel, auf dem das IBG steht, dass Kater Vassili vor ein paar Monaten seine Hoden von Frau Veterinärin entleert bekam. Der Eingriff verlief problemlos und wunderbar professionell. Kater ist putz-munter! Vielleicht isst Vassili daher nur noch das Gelbe vom Ei so gerne? Eine empfehlenswerte Tierpraxis mit angenehm weiblichem Touch, wenn so etwas in Zeiten von „MeToo“ noch hinzugefügt sein darf.

Im Jahr 1976 ging es des Wehrdienstes wegen ab nach Berlin. Der Witz an Berlin ist im Rückblick, dass eigentlich erst dort eine vorliegende Schweizophilität, oder so etwas Ähnliches, mir bewusstwurde. Auf diese Art Leidenschaft komm ich seither immer mal wieder und gern zurück, wie eigentlich auch nach Lahr, kurz: an den Oberrhein. Ein Charme, dem man erliegt oder entflieht!

Nach vielen Jahren der Abstinenz also wieder zurück im Städtle am Fuße des Schwarzwaldes – doch es ist ein total anderes geworden seither. Die Bevölkerung erscheint einem auf den ersten und sogar zweiten Blick wie ausgetauscht. Das hat vielleicht damit zu tun, dass man älter geworden den Blick auf andere Dinge lenkt. Wie dem auch sei: Lahrer sind noch immer kommunikativ und ansprechbar, sogar sehr oft freundlich. Es ist schon schön!

Lahr ist allerdings nicht erste Wahl gewesen. Eigentlich war Weil am Rhein angesagt, wohnte davor in Kandern. Doch letzteres war auf Dauer zu abgelegen von der Eisenbahn, der Autobahn und der B3 – eigentlich in jeder Hinsicht off track. Als dann das Wohnungsangebot in Lahr reinkam, der Vermieter plus Frau von Anbeginn und bis zum heutigen Tag einfach passten und passen, war klar, und bei solch Wohnraum plus -lage: Es soll offenbar Lahr werden: Amen!

Stellte indes schnell fest, dass der Kenntnisstand über diese Stadt eigentlich auf Null steht – und dann doch auch wieder nicht. Die Histore der Ortenau ist eher noch unbekannt, wer beispielsweise ist heutzutage Wer und wieso? Zum Markgräflerland weiß ich inzwischen einiges. Weil Kandern war ja einige Jahre Anlaufpunkt, nach Jahrzehnten zurück aus Berlin und gewissen Teilen der Welt im Südwesten. Gute Voraussetzungen zur Re-Integration in Lahr, am Oberrhein!? Was es so zu hören gibt in der Ortenau und dem sehr gesprächigen Elsass – I love Sélestat – ist wahrhaft eine Menge. Dieser Stoff will verdaut und wieder hervorgebracht sein!

Bin bekanntlich oft auf Zypern. Griechisch hört man aber so gut wie nie in den Straßen von Lahr. Gestern erstmals ein griechisches Restaurant in dieser Stadt gesehen, in der Geroldsecker Vorstadt, das „Thalassa“ (Meer). Mal sehen, ob ich da reingehen werde. Es zieht mich nicht sonderlich dorthin. Verzichte nämlich außerhalb Griechenlands oder Zyperns meist auf griechisch/zyprische Küche.

Eigentlich ist das auch so mit der türkischen Küche. Könnte sich aber bereits geändert haben, weil vorerst nicht in die Türkei oder nach Nordzypern gereist wird. Im fortgeschrittenen Alter sich der Gefahr eines an den Haaren herbeigezogenen Haftgrundes auszusetzen, erscheint wenig lustig (siehe Yücel & Co.). Zum Glück gibt es in der Innenstadt von Lahr neu eröffnet das „Elti“. Das türkische Besitzerehepaar bedient unvergleichlich charmante. Die neu bezogenen Räume des Elti sind recht nett gestaltet, im Vergleich zu dem Standort davor ein Erfolg zu nennen.

Auf den Straßen Lahrs hört man auch oft Kurdisch, Arabisch und (natürlich) Türkisch. Viel Russisch wird hier wohl auch gesprochen. Der immigrierte Teil der Lahrer Bevölkerung läuft noch wie Schatten durch meine Wahrnehmung von dieser Stadt. Das wird sich gewiss schon bald ändern. Kontakte zu machen, fällt auch hier recht leicht. Mit offenen Armen und Gesten gilt es sich zu begegnen. Manchmal ist Sich-Begegnen aber gar nicht so einfach. Viele Zugewanderte denken offenbar oft, wenn ihre Sprache etwas mehr beherrscht wird, man sei eine Art Abgesandter des Regimes, vor dem sie flüchteten – oder ähnlich, wie ich beispielsweise aus Berlin weiß. Und derlei Verdächtigungen (in Witze gepackt, Anspielungen) gehen Gutmensch, der doch menschenfreundlich in Aktion treten mag, zuweilen schon an die Substanz.

Eine nicht selten durchlebtes Geschehen ist beispielsweise auch dieses:

Gestern setzten sich 2 junge Irakerinnen mit einem Kind im „Mr. Baker“ am Schlossplatz von Lahr an den Tisch, ohne zu grüßen oder zu fragen, ob der Platz für sie überhaupt frei ist. Ungefähr gleich nach jenem Moment beschloss ES, dass die Phase passiven Beobachtens nun endgültig vorbei ist für mich hier in Lahr. Die beiden mit Kind ließ ich nochmal unangesprochen ziehen.

Gleich heute Morgen war es dann so weit. Auf der kreisrunden Sitzgelegenheit vor dem ehemaligen Kaufhaus Kraus, nun C&A, saß ein älterer Mann, der sogleich nach der Uhrzeit gefragt wurde. Er verstand wohl nur meine Geste und streckte seine auffällig große, silber-metallene Armbanduhr hin. Das riesige Ziffernblatt zeigte von ungefähr einem Meter Abstand gut sichtbar 10 vor 12 Uhr. Ob er denn kein Deutsch könne, fragte ich. Er meinte lediglich: „Kurde“. Kam nicht dazu, ihn mit kurdischen Sätzen zu durchlöchern, die in den Kopf strömten. Seine Frau war zwischenzeitlich von hinter mir mit voller Einkaufstasche just zu diesem Moment in Erscheinung getreten. Sie hatte die Szene von Weitem mitbekommen und fragte eventuell misstrauisch, jedenfalls ohne einen Blick in meine Richtung zu werfen und den Rücken demonstrativ mir zeigend, nachdem sie sich zwischen uns gesetzt hatte, was denn der „Fremde“ wolle. Keine Ahnung, was er ihr antwortete, so weit geht meine Kenntnis dieser Sprache nicht mehr.

Sie gingen dann bald, ohne zu grüßen, ohne dass er nochmals zumindest Blickkontakt erneut und sich so verabschiedend aufgenommen hätte. In dem Kurdistan, welches ich in den letzten 45 Jahren kennen und schätzen lernte, wäre so ein Verhalten unvorstellbar, auch gegenüber einem Ausländer, und auch, wenn die Frau dazwischen ‚funkt‘!

Der „TV-Lahr“, die Abteilung Tischtennis des Vereins, hatte am 06.07.18 zum Grillen geladen. Das Max-Planck-Gymnasium, in dessen Sporthalle auch trainiert wird, hatte seinen Grillplatz hinter dem Gebäude zur Verfügung gestellt. Brasilien flog gegen Belgien während wir grillten aus der WM-Runde, und zuweilen regnete es über unseren Köpfen recht heftig. Das schweißte wohl den einen oder den anderen zusammen. Das Grillen war auf 19.30 Uhr für uns Erwachsene angesagt worden. Davor hatten die Jugendlichen des Vereins gegrillt, und teils waren ihre Eltern auch dabei. Zu einer Pokalübergabe soll es auch gekommen sein für die beste Jugend-Mannschaft der abgeschlossenen Spielsaison – und das ist die Jungendmannschaft des TV-Lahrs.

Und plötzlich waren nach 19.30 Uhr keine Frauen mehr da, die davor noch als Mütter vor dem Grill saßen. Ein irakisches Mädchen allerdings, vielleicht 12 Jahre alt, saß lediglich noch unter uns. Der Vater spielt in einer der Mannschaften. Mit klugen Wesen stach die Kleine angenehm unprätentiös Gespräche über ehemalige Erfolge hier und dort und Schlägerbelag X oder Y aus – mit wunderschönen, wahrscheinlich selbstentworfenen Sprachbildern, die sie spontan und aus dem Arabisch ins Deutsche übersetzend in unsere Ohren transferierte. Solch Talent unter den Neuankömmlingen gehörte gesondert gefördert!

Weil wir gerade vom Fördern reden:

Es ist eine recht ehrenwerte Tugend, das Fördern von Talent – hinter dem, sagen wir es doch offen, auch der Wunsch zuweilen steht, dass sich das irgendwann, irgendwie und -wo auszahlen wird. So betrachtet ist diese Art Tausch eine faire Angelegenheit. Wir sind also thematisch beim Fördern! Nun: Das erwähnte Max-Planck-Gymnasium in Lahr hat auch einen Förderer, nämlich den anscheinend nicht in Lahr 1942 in bescheidenen Verhältnissen geborenen Martin Herrenknecht. Manchmal ist auch zu lesen, er sei in Stuttgart zur Welt gekommen. Es spielt nicht wirklich eine Rolle, denke ich, hier dazu Klarheit zu gewinnen. Jedenfalls ist er einst Designer von Maschinen in der Schweiz geworden (Ingenieur am Seelisburg Tunnel-Projekt, bediente „Big John“, die damals größte Bohrmaschine des einst längsten doppelröhrigen Straßentunnels der Welt). Herr Herrenknecht arbeitete unter anderem auch in Kanada. Erhielt gar eine Ehrendoktorwürde, und zwar nicht irgendwo, sondern an der Carolo-Wilhelmina Technical University in Braunschweig, so auch irgendwann davor oder danach einen Eintrag in die deutsche Hall of Fame für Unternehmertum etc. Der so genannte technisch-naturwissenschaftliche Ansatz scheint ihm eine Herzenssache zu sein. Ja, und die Gewinne seiner Unternehmung bewegen sich voraussichtlich auch dieses Jahr wieder auf dem Weg nach oben. Bedenkt man nach dem bislang Gesagten, dass Herrenknecht zusammen mit der Stadt Lahr und dem IGZ-Unternehmen den Flughafen draußen in Langenwinkel betreibt, werden finanzielle Gaben oder Fördergelder seinerseits dem Betrachter durchaus nachvollziehbarer, und erscheinen demselben dann eventuell auch etwas eigennützig.

Na und?!

Bleiben wir an diesem Punkt bloß nicht hängen, verehrte Leser, dem des Spendens plus Eigennutz. Und darum, man höre: Abhängen, wie auf Neudeutsch eine Weile gern gesagt wurde, ist deswegen gerade nicht angesagt! Denn wussten Sie: Was den meisten als Hängebrücke bekannt sein dürfte, die als Brücke an der B3 in Lahr-Dinglingen Fußgänger im Bereich der Landesgartenschau von A nach B kommen lässt, ohne unter ein Auto zu geraten, hat einen Namen: die „Ortenaubrücke“. Der erwähnte Herr Herrenknecht hat auch dafür Fördergelder fließen lassen. Und nun wurde er also Anfang Juli 2018 für seine Verdienste geehrt, der „Schwanauer“, der auch „Allmansweirer“ zuweilen genannt wird. Die Röhre, die den Bosporus/Istanbul unterläuft und diese 15-Millionenstadt so elegant mit ihrer asiatischen Seite verbindet, ist eines der vielen Projekte, die dem Herrn Herrenknecht eben zu so viel Ruhm und Ehr in der Welt verhelfen.

Mit 25. 000 D-Mark, geliehen von der Mutter, machte Herrenknecht im Metier Bohrmaschinen seinen Weg an die Weltspitze, wird geschrieben. Sein erster Bohrer hatte einen Durchmesser von 1,20 Meter. Heute reden wir von 400 Meter langen Bohrgiganten. Als allerdings die Ortschaft Schwanau ein Bauprojekt an jemand anderes vergab als an ihn – es ging um die Kanalisierung im Dorf -, ließ Herrenknecht an der Fassade seines Betriebes kurzerhand folgende Änderung der Aufschrift vornehmen: „Tunnelvortriebsmaschinen aus Schwanau – außer in Schwanau“.

Nun, sein Ärger darüber dürfte schon längst in alle Winde verweht sein. Man hat sich wohl wieder zusammengerauft. Die Schwanauer sind doch gesellig. Gemeinsam geht man einfach besser voran! Apropos gesellig:

Der gute Herr Schröder, ehemaliger Bundeskanzler der BRD, ist bekanntlich in verschiedensten Missionen unterwegs, so auch kürzlich, um Herrn Erdogan zu seinem tollen Sieg als Alleinherrscher über die Türkei zu gratulieren. Der Altbundeskanzler ließ es sich auch nicht nehmen, gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Lahr, Herrn Müller, der den selben Familiennamen trägt wie der Oberbürgermeister Berlins, bei der Ehrung Herrenknechts noch ein paar nette Worte zu verlieren. Interessant war, zu erfahren, dass DIE Müllers in der Stadt Lahr schon vor ein paar Generationen die reichsten Bewohner der Stadt stellten. Doch die Dame, die den Tag davor durch das Stadtmuseum in der ehemaligen Tonofenfabrik zu Lahr führte zum Anlass des Ehrentages von Julius Euting, der u.a. Orientforscher und kaiserlicher Universitätsbibliothekar 1839 bis 1913 war, erklärte geschwind, dass Oberbürgermeister Müller mit jenen reichen Müllers keine verwandtschaftlichen Beziehungen habe.

Ja, und diese Info sei hier gleich eingestreut: Oberbürgermeister Müller/Lahr soll bei den nächsten Wahlen angeblich nicht mehr antreten können oder wollen, hörte ich Tischnachbarn in der Bäckerei Heitzmann sich mit Argumenten und Verweisen auf ihre Quellen zum Thema ausstechend.

Zurück zum Schwanauer: Sichtbarster Ausdruck der Ehrung Herrn Herrenknechts an jenem weiter oben erwähnten Tag, und vielleicht auch der Ausdruck, der am längsten bleiben wird, ist eine Sitzbank, die in einem Hain am sogenannten „Seepark“ innerhalb des Landesgartenschaugeländes neuerdings zu seinen Ehren steht, von wo aus der Blick – noch nicht – von Windrädern, die sich irgendwo in der Ferne auf zuvor erwähnten Hügeln Lahrs drehen, verdreht wird. Bei solch technisch begeistertem Mensch, der Herrenknecht offensichtlich ist, fehlt solch technische, einst innovative Aussicht gerade noch?

Und so darf und sollte uns nicht verwundern, dass Herrenknecht auch die „Chrysanthema“ fördert, die schon demnächst neben dem Großereignis Landesgartenschau um die Aufmerksamkeit vieler Besucher mit vielen kunstfertig gebundenen Chrysanthemen buhlen wird in Lahr – und das passiert alles vor den Toren des Europa Parks in Rust! Wie sagt man: Konkurrenz belebt das Geschäft, und anscheinend nicht umgekehrt.

Noch kurz dies zu den Herren Herrenknecht und Schröder, deren Wege sich wohl schon längere Zeit hin und wieder kreuzen, wie beispielsweise im Jahr 2010, als geschrieben wurde:

„ … 2010 war der Genosse [Schröder ist gemeint] der Bosse wieder einmal zu Gast auf dem Werkhof in Schwanau. Valentina Ivanova Matvienko, damalige Gouverneurin aus dem russischen St. Petersburg, besichtigte eine Bohrmaschine, die als größte der Welt gilt. In Begleitung der Russin kam Altbundeskanzler Gerhard Schröder, mittlerweile für Gazprom tätig. Das sei der Beweis, dass es sich um eine gute Sache handle, übersetzte die Mitarbeiterin eines russischen Fernsehsenders die Aussagen der Gouverneurin. Schröder selbst ließ die Presse wissen, was der tiefere Grund seiner Visite sei: „Dass ich hier bin, hat nicht mehr und nicht weniger damit zu tun, dass Martin Herrenknecht ein alter, guter Freund ist. (Quelle: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm e.V. Kommunikationsbüro, Dezember 2012)“.

War dieser im Zitat erwähnte Grund nun erneut gegeben im Jahr 2018, und ließ Herr Schröder seinen weltmännischen Glanz in der Landesgartenschau [LGS] deshalb vorrangig verbreiten? Und ist es nicht auch so, um es mal klar zu benennen, dass Schröder geschickt von seinem Status als Alt-Kanzler in Wirtschaft, Politik und der Welt der Kunst und Technik für eigene Interessen und sein Image recht gut Nutzen zu ziehen versteht?

Ja, und warum auch nicht!

Wir haben uns an Einiges gewöhnt inzwischen, warum nicht auch an so etwas. Und nichts Verwerfliches erscheint uns daher an schröderschem, altbundeskanzlerischem Tun gegeben!? Ja, Herr Schröder zieht an wie in etwa die am 12. April 2018 eröffnete Landegartenschau in Lahr. Kulturbotschafter der zuletzt Erwähnten ist nicht nur der Altbundeskanzler, sondern auch jemand wie die Städtische Musikschule, „einer der Hauptakteure“, schreibt das Magazin der Städtischen Musikschule Lahr, Ausgabe 2018. Ein Zitat aus dem Magazin dieser Schule:

„Bereits bei der [inzwischen erfolgten] Eröffnungsfeier [der LGS] wird [die Musikschule] mit von der Partie sein und einen musikalischen Höhepunkt wird es am 23. September 2018 geben. Dann wird die Sinfonietta [siehe dazu mehr weiter unten erklärend] der Musikschule die Feuerwerksmusik von Händel spielen, und dieses fantastische Werk wird vor der Kulisse des neuen Sees von einem Feuerwerk umrahmt.“

Bemerkenswert ist auch, was auf Seite 25 steht:

„Alle Schülerinnen der Städtischen Musikschule haben die Möglichkeit, sich neben ihrem Instrumentalunterricht kostenlos den verschiedenen Ensembles und Orchestern anzuschließen. Hierbei lernen sie nicht nur den Umgang mit dem Instrument, sondern stärken auch ihre soziale Kompetenz. Die verschiedenen Orchesterstufen, das Barockorchester, Spielkreise und Kammermusikensembles laden zum Mitmachen ein. Das erste Zusammenspiel findet im Liederorchester auf spielerische Art statt. Hier werden gemeinsam Kinder- und Volkslieder gespielt und auch gesungen. Der Übergang zur nächsten Stufe, dem Vororchester, wird durch das Spielen von Kanons und leichten mehrstimmigen Stücken vorbereitet. In den wöchentlich sattfindenden Proben des Vororchesters der Streicher werden Stücke verschiedener Epochen und Stilrichtungen einstudiert. In der nächsten Stufe, dem Streicherensemble wird erste Literatur mit kleiner Bläserbesetzung gemeinsam musiziert. In der obersten Stufe der Orchesterausbildung steht die [zuvor bereits erwähnte] Sinfonietta. Hier wird den jungen Instrumentalisten der Musikschule die Literatur für Sinfonieorchester bekannt gemacht und die Praxis des Orchesterspiels vermittelt. Ziel der Orchesterarbeit ist es, die Freude am gemeinsamen Musizieren zu fördern und sich bei Konzerten zu präsentieren. … .“

Und was Sie gewiss schon wissen, und es steht auf Seite 24, ist:

„Die Violine wird oft als die „Königin der Instrumente“ bezeichnet. Ihre Rolle in den verschiedenen Besetzungen, von kleinen Kammermusikgruppen bis zum großen Sinfonieorchester, ist tatsächlich zentral. Das Repertoire der Geige ist schön, vielseitig und reichhaltig, denn alle großen Komponisten haben Werke für die Geige komponiert.“

Im September gibt die Musikschule wieder Kurse zur musikalischen Früherziehung: „Musik entdecken!“, lautet das Motto (Tel.: 07821 910 0430; musikschule@lahr.de).

Bekanntlich ist der Europa Park in der Ortenau ja DER sozusagen ultra-actionreich-komponierte Anziehungsmagnet vieler Vergnügungsurlauber oder Erlebnishungriger etc. Wie sagte schon meine Mutter: Wo viel geklappert wird, dort gehen die Leute hin – oder ähnlich.

Altkanzler Gerhard Schröder fällt einem beim Klappern, sozusagen, unweigerlich gleich wieder ein. Er ist auch einer derjenigen gewesen, die sich zum gegebenen Anlass der Ehrung Herrn Herrenknechts ins Goldene Buch der Stadt Lahr eintrugen; so auch Jörg Vetter an jenem Tag, der Aufsichtsratsvorsitzende der Herrenknecht AG. Letzterer ist, wie soll man es sagen, etwas scheu, wird behauptet. Sein Bild, beispielsweise, ist auf der Webseite der Herrenknecht AG jedenfalls nirgends auf Anhieb – oder auch nach längerem Scrollen – zu finden, dort, wo die Manager posieren und anderenorts auf der Webseite. Hängt mit seiner LBBW-Chef-Vergangenheit zusammen? Die Stuttgarter Zeitung schrieb vor 2-3 Jahren:

„… Praktisch nur bei Pflichtterminen ergriff Vetter in den vergangenen sieben Jahren das Wort, verschwand dann aber stets unmittelbar nach dem letzten offiziellen Statement und vor der Eröffnung von Maultaschen- oder Sektbüfett … .“

Dennoch: die hiesige Landesbank soll er nach der Finanzkrise erfolgreich saniert haben. In Berlin war er ein paar Jahre davor bei der Sanierung jener Landesbank anscheinend ähnlich erfolgreich. Vetter stammt ursprünglich aus Göttingen.

Apropos: Der Oberbürgermeister von Lahr, eben besagter Herr Müller, ist längst nicht so kamerascheu wie eben erwähnter Banker. Der erstere kann nahezu täglich bei irgendeiner Aktion im Rahmen seines Amtes in/bei den Lahr-spezifischen Medien und Themen gesehen werden.

Bleiben wir doch noch etwas bei der Musikschule, die am 12. Juli 2018 von mir zum Anlass der Übergabe einer Spende von 20 000€ besucht wurde. Zwei Konzertflügel wurden nämlich angeschafft. Zum Übergabetermin des Schecks mussten daher die heiligen Hallen des Scheffel-Gymnasiums aufgesucht werden, wo einst Freundinnen Schülerinnen waren, alle aus Kippenheim stammend. Wie in der Kirche mutet der für solche Anlässe vorgesehene Raum, links am Gebäude, an des Scheffels.

Eingetreten, war sodann eine wie von schwarzem Samt überzogene Bühne, auf der ein schwarzes Klavier mit goldenen Rändern stand, zu sehen – und 4-5 Personen unterhielten sich darauf. Ich grüßte hörbar und kurz lächelnd, setzte mich in die aus losen Stühlen zusammengestellte 6te oder 7te Sitzreihe und wunderte mich, dass noch keine Besucher außer mir da waren.

Und dann kam schon bald ein etwas korpulenter Herr mit schütterem hellen Haar, auf den man offenbar gewartet hatte, Herr Bürgermeister Nr. 1, Guido Schöneboom, wie herauszuhören war. Die anderen Anwesenden waren Tobias Meinen von der Musikschule, Jürgen Riexinger (Sparkasse) und Klaus Bühler, Bereichsdirektor Markt von Lahr. Die Herren wurden von einem weiteren Vertreter der Presse mit großem Objektiv umschwirrt. Und plötzlich war unverhofft klar geworden, es ist vergebene Müh, darauf zu warten, dass lärmend Schüler hereingestürmt kommen, um dann jene Instrumente, die im Raum verteilt herumstanden oder -lagen zu packen, und auf der Bühne vor ‚Publikum‘ klassisch oder anders rocken.

Anstatt wurde ganz trocken Fototermin gemacht. Ob ich von der „Bildzeitung“ sei, kam von der einzigen weiblichen Person im Raum die Frage. „Nein“, sagte ich, „von Lahrundmehr, einer Webzeitung, die gerade heute Morgen ganz in der Früh ins Leben gerufen wurde.“ Na, die haben nicht schlecht gestaunt. Die Frau im besten Alter, wie man sagt, fand daraufhin, dass sie da mal reinschauen wird.

Danach schoss auch ich zwei-drei Bilder, zumal die Herren sich auf der Bühne mit nicht-an-den-Stromkreis-angeschlossener-E-Gitarre und aufgeklappter Klaviertastatur wie Musiker einer Band momentan in Pose stellten.

Im Anschluss daran erhielt ich recht unverhofft die rechte Hand von Herrn Schönboom zum Abschied, der herangetreten war. Eine nette Geste. Und dann war ich auch schon wieder auf der Straße.

Gewiss ließ das leicht unbefriedigende Ereignis, weil ja kein Konzert gehört werden konnte, den Salat zu Hause jetzt erst recht nicht zubereiten, sondern unvernünftiger Weise endlich mal ins „1a“ gehen, wo sogar irgendwas wie „Vegan“ auf der Tafel steht, die draußen auf der Straße Kundschaft darüber in Kenntnis setzt, was im „gemütlichen Innenhof“ genossen werden kann. Beides war dann durchaus verwunderlich: dass die beiden Männer, die dort arbeiteten aussahen wie Türken, aber nicht Türkisch sprachen; und dass der verführerisch angepriesene Innenhof seiner kahlen hohen Wände wegen, die ihn formen, vielleicht auch ‚kleines Verlies‘ genannt werden könnte.

Es war dann aber dennoch recht nett dort. Eine Frau mittleren Alters saß da nämlich mit großer Sonnenbrille auf der Nase, mit der gleich wunderbar ins Gespräch gefunden wurde. Ihr Lebensgefährte halte genau 12 Kühe, und anscheinend ist ihr das auf die Dauer zu viel. Sie kam vom Augenarzt und hatte irgendein Zeug „reingetröpfelt gekriegt“, damit die hinteren Bereiche des Auges transparenter werden für Onkel Doktor und seine Maschinerie. Dass sie die Strapazen der Landwirtschaft plus 12 lieben Kühen, die alle einen Namen haben, seit über einem Jahr aus Liebe zu ihrem neuen Lebensgefährten auf sich nimmt, blieb von diesem Gespräch als Quintessenz hängen.

Das Essen, Reis mit Gemüse, war überraschend gut und recht preiswert in 1a – unter 8 Euro. Die beiden Herren, die das kleine Restaurant eventuell führen, kommen aus Peru, „Lima!“ Es ist inzwischen eine willkommene Abwechslung von „gözleme“ im Elti. Wahrscheinlich ist es der türkische Schwarztee im Elti, der mich wieder am Bändel hat wie andere Leute das Nikotin, und dort recht häufig gözleme Essen gehen lässt. Tee aus einem Samowar ist nun mal einfach anders aufgegossen und ‚trifft‘ dich daher anders. Man könnte hierzu noch sagen: mit ausdrücklicher Betonung auf „einfach!“

Noch sind die Marktstraße plus Marktplatz und die Altstadt von Lahr so in etwa die Hauptorte meines Interesses. Konnte aber in Gesprächen an Nachbartischen schon überhören, dass der wahre Lahrer bei dieser Hitze in den Stadtpark täglich ausweichen soll, wenn er oder sie nicht an den Baggersee geht, zur Landesgartenschau oder zur Arbeit. Der Stadtpark soll sehr schattig sein, sogar Führungen werden dort vonseiten der Stadt durchgeführt.

Vor ein paar Tagen nahm ich dann endlich einen Anlauf, morgens um 08 Uhr 30, den Stadtpark zu ergründen. Zu Fuß ging es dorthin, und so am eingesperrten Park vorbeigehend, der so sehr adrett zurechtgeschnitten wirkt hinter den Eisenstangen, eigentlich klinisch von allem Unerwünschten ‚befreit‘, änderte ich meine Meinung. Vielleicht haben diesen Umschwung auch die beiden Seiteneingänge verursacht, die von Besuchern des Parks als Einlass nicht benutzt werden können. An einem von beiden war ein Hinweis, dass Eintritt bezahlt werden muss. Da fragte es wie von selbst: Und für was bezahlen die Leute Einkommens- oder Lohnsteuer?

Mir war es dann einfach irgendwie verleitet, auch wenn mit Presseausweis wahrscheinlich ohne zu bezahlen in den Stadtpark hineingelangt werden kann. Leute waren um 09 Uhr morgens eh noch keine im Stadtpark zu sehen. Etwas weiter vorne, bog ich daher in Richtung Dinglingen bewegend ab, den Hügel etwas herunter, dann irgendwann links auf einem kleinen mir total unbekannt gewesenen Fußgängerweg und steckte derart zufriedengestellter eine weitere Gegend in/von Lahr ab.

Reingehen wollte ich nicht, und ‚natürlich‘ landete ich dann doch wieder mal im „Arena“, Lahrs Einkaufsmeile. Bis nach Mietersheim in das „Fachgeschäftezentrum“ zu gehen, für lediglich einen Tee und vielleicht noch ein Brötchen mit Käse war dann doch nicht angesagt. Die Cafeteria, wie auch das Restaurant-Café im Arena sind und bleiben Geschmackssache. Wahrscheinlich ist es mit der Arena wie mit dem Lahrer Stadtpark: das nächste Mal gehst du hin und findest es plötzlich super oder einfach gut!

Anfänglich, also neu zurück in Lahr, fand ich den Vergleich der Arena mit einer der vielen Passagen in Berlin, wo Menschen sitzen und Kaffee trinken etc., noch ganz belustigend irgendwie. Doch Lahr hat, mit Verlaub, nun wirklich schönere und attraktivere Ecken zu bieten als das Arena, um sich darin zu verweilen, ein Buch zu lesen oder den Leuten zuzusehen – einzukaufen, gar mit jemand ins Gespräch zu kommen.

So richtig im Grünen sitzt man in Lahr meines jetzigen Wissens darüber vielleicht nur im Altersheim, welches irgendwo hinter dem Max-Planck-Gymnasium sich befindet. Durchaus noch eine Art Geheimtipp. Sprechen doch eh alle von Inklusion. Dort kann man seinen Beitrag erledigen – im Grünen. Es bedarf eventuell einer gewissen Motivierung, um den Schritt genau dorthin und sonst nirgendwo andershin zu lenken. Doch einmal Platz genommen, wird es gleich sehr erträglich. Bedient wird äußerst aufmerksam und vielleicht sind dort auch die Preise nicht ganz so hoch als andernorts in der Stadt für Kuchen. Kann aber sein, dass ich mich da täusche. Der Kaffee ohne Koffein ist bislang der unbezwungen beste in der Stadt, finde nicht nur ich.

Das Altersheim liegt schon etwas abgelegen, da so hinter der Kirche, dem Max-Planck und wie eine Trotzburg am Eingang ins Schuttertal nahe gleichnamigen Bächles. Die Post wird in jenem Areal wohl wenig Schwierigkeiten haben, Pakete zuzustellen. Paketzustellungen, die sind allerdings für die Innenstadt von Lahr als Problem erkannt worden. Lieferanten stellen offenbar mit aller Regelmäßigkeit die engen Straßen der Altstadt zu.

Studenten der Hochschule Offenburg haben sich genau dieser Frage angenommen: Wie kann es angestellt werden, die Lieferanten sowie das Stadtzentrum vom Verkehr zu entlasten? Genauer: 17 Gengenbacher Betriebswirtschaftslehre (BWL) Studierende begaben sich in die Marktstraße von Lahr, versteht sich mit Professor im Schlepptau, dem Herrn Ingo Dittrich. Von Zalando war auch noch jemand dabei, also keine Angst: nicht von Amazon. Die Lebensqualität innerhalb der Stadt müsse erhalten oder gar gesteigert werden, so in etwa lautete der Auftrag dieser Unternehmung. Den öffentlichen Verlautbarungen zufolge war der Auftrag allerdings nicht, was eventuell ehrlicher wäre: Zeit ist Geld; und Zalando muss noch billiger und schneller über die Runde beim Verteilen von Paketen und anderem kommen, wie stellen wir das an? So lautete das offizielle Motto nicht oder ähnlich, sondern: „Pakete zustellen, nicht Straßen!“

Eine Semesterarbeit ‚durfte‘ zu diesem Thema verfasst werden. Ja, denn die Lieferservice-Industrie wächst. Das bestätigte auch Herr Professor. Und um die Angelegenheit entsprechend anzugehen, ist da nicht nur BWL gefragt, sondern gewiss auch das Fach Logistik und irgendwo dazwischen, vielleicht, firmiert noch jemand wie die Umwelttechnik beziehungsweise der Umweltschutz etc. Herr Prof. Dittrich sagte: 3,1 Milliarden Sendungen wurden im Jahr 2016 ausgeliefert. Diese Ziffer, so viel zum Erkenntnisstand, ist also erheblich in die Höhe geschnellt inzwischen, und bezieht sich wohl auf Gesamtdeutschland, wird hier vermutet, weil 3,1 Milliarden Sendungen allein für Lahr … ?

Dass Lahr irgendwie halt doch auf der Höhe der Zeit ist, oder dieser sich ziemlich bemerkenswert annähert, beweist vielleicht auch, dass es eine „Stabsstelle Umwelt“ der Stadt gibt. Und diese Einrichtung hat eben zusammen mit erwähnten Studenten kreative Lösungen gesucht und auch erarbeitet in Sachen Lieferverkehrsproblematik, die so genannte „grüne letzte Meile!“ nämlich.

Was das genau bedeuten soll?

Es wurde von den zuvor Erwähnten erkannt, dass Paketauslieferung mit Lastenrädern doch keine schlechte Sache ist, die es ja schon seit Längerem gibt in der Republik. Doch keiner wusste bislang, wie sich dieses Konzept für eine Stadt wie Lahr letztlich auswirken wird: positiv oder negativ? Um das herauszufinden, waren die Firmen DHL und UPS so nett, die forschenden Studenten in einige ihrer Unterlagen blicken zu lassen. Ersichtlich wurde, an einem Tag werden ungefähr an die 3 000 Pakete in Lahr von beiden Unternehmen jeweils verteilt.

Und was glauben Sie, welch Schluss gezogen wurde?

Genau, die Eichhörnchen-Methode: nämlich Mikro-Depots anlegen! Umladestationen errichten! Elektro-Kleintransporter einsetzen usw.! Angeblich würden derart 75% weniger Treibhausgas ausgestoßen werden, was hier leider bezweifelt wird. Die ermittelte Prozentzahl erscheint einfach zu optimistisch nach oben geschätzt oder gerechnet etc. Mehr Personal müsste nämlich beschäftigt werden, wenn dieses Konzept umgesetzt würde – und die fahren bestenfalls mit den Öffentlichen zur Arbeit und wohnen in Lahr. „Jetzt haben wir sowohl die Partner, als auch belastbare Planungsdaten für ein mögliches Pilotprojekt“, bemerkte in diesem Kontext Michael Dutschke, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Lahr.

Überhaupt: In diesem Zusammenhang schreibend, kommt mir im Moment schnurstrax in den Sinn: Es müsste vielleicht doch schon bald in den Stadtpark gegangen werden, egal, wie zurechtgeschnitten die Bäume, das Gras und einfach ALLES dastehen dürfen, um einfach nachzusehen, ob denn an solch Ort überhaupt noch jemand von Familie Eichhörnchen zu Hause ist, oder ob die ihre Depots schon woandershin ausgelagert hat, sagen wir, zwecks noch mehr Effizienz und Zeitersparnis? Der Punkt Effizienz beinhaltet auch den der Umwelt sowie der Lebensqualität – auch für jemand, der oder die sogar noch im Sommer Fell trägt wie eben Familie Eichhörnchen.

Stutzen? Scheren?

Statt stutzen oder scheren vielleicht doch lieber kommunizieren? Warum nicht, zumal im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ die Kinder im Lahrer Vorort Kippenheimweiler eine anscheinend besondere Erfahrung machen können – und zwar im Sophie Scholl-Kindergarten. Das Sprachprogramm läuft noch, obgleich es schon 2016 angeschmissen wurde. Zwecks Terminen macht es gewiss Sinn, einfach mal in der Kita anzurufen, auch um zu erfahren, wo gerade gastiert wird! Weil: „Großmutters kurioser Besen“ nennt sich das Puppenspiel, welches im Sophie Scholl-Kindergarten aufgeführt wird. Leider durfte ich solch Puppentheater-Erfahrung im zarten Alter von 4 oder 5 nur ein Mal machen, und zwar im Adler von Rust. Ich sage ihnen, was ich ums Kasperle gelitten habe, damals. Dieses Erlebnis brannte sich jedenfalls sehr tief ein. OK, das war auch noch vor TV-Zeiten, Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Inzwischen sieht es unter anderem so aus, um zur Sprach-Kita zurückzugelangen: Als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache hat man ‚natürlich‘ mitgeteilt bekommen, und das überzeugend, dass Sprache DER Schlüssel zur Welt sei. Das stimmt auch. Dennoch mag hier für ein EIN Schlüssel zur Welt eingetreten werden, anstatt DER Schlüssel. So viel Anerkennung oder Respekt sollte all jenen, die gesprochene Sprache nicht hervorbringen können aus verschiedensten Gründen, im Jahr 2018 schon entgegengebracht werden. Von daher ist es etwas schade, dass dieses positive Programm, Sprach-Kitas, ausgerechnet so beworben wird und von DER Schlüssel darin die Rede ist. Gehen wir zu Inhalten der Sprach-Kita über:

André Eick ist der Puppenspieler des „Eidoki!“ Und wie auch immer unter seiner Regie die Geschichte mit dem Besen und der Großmutter ausgestaltet ist, wird hoffentlich auch seine Version des Kasperle Kinder begeistern – und vielleicht manches sprachgehemmtes Kind anstoßen, auf sprachlich ‚besser funktionieren‘ zu schalten. Wie sagte man einst gern: „In der Einfachheit liegt die Würze!“

Und genau auch darum, der vermeintlichen Einfachheit wegen, sind Volksfeste oder Volksfestchen noch en vogue.  Am 28. Juli 2018 steigt der so genannte „Lahr-Tag“. Natürlich wird der auf dem Gelände der LGS abgehalten. Die Schutterstadt, wie Lahr auch gelegentlich noch genannt wird, präsentiert sich, als würde sie das nicht bereits das ganz Jahr 2018 über schon tun. Also es wird noch mal Eins draufgesetzt! Lassen Sie sich überraschen. Ich persönlich werde an jenem Wochenende ‚leider‘ in Berlin verweilen: Biennale Berlin usw. Das Motto des Lahr-Tags, ja, Sie haben es erraten: „Lahr ist bunt, Lahr ist vielfältig!“

Zum Glück ist das Städtle nicht einfältig, gell? Überhaupt: Hier widerzugeben, was auf dem Fest alles auf Sie warten wird, erspar ich uns. Einiges klingt durchaus interessant: E-Werk-Bühne im Seepark 41, zum Beispiel. Streichquartett oder Trashband mit präparierten Mülltonnen usw. Ach ja, und überhaupt vielleicht das High-Light könnte sein: Am Lahr-Pavillon wartet die Chryanthemenkönigin auf die Gäste der LGS. Na, ist das nicht 1000 und eine Lahrer Nacht genug?

Hier noch ein Link auf die Schnelle, der inhaltlich jene unter Ihnen interessieren könnte, der eine Leseratte oder einen Lesemuffel – oder etwas dazwischen sich befindend – daheim hat über die Ferienzeit und mindestens die 05. Klasse vollendet hat (oder anfängt?). Jedenfalls können sich Schüler an anhand des Links zu gleichaltrigen Leseratten/-muffeln durchklicken und sodann womöglich erkennen: „die vielen neuen Kinderbücher, die die dort extra gekauft haben, sind echt cool (www.lahr.de/mediathek/aktuelles)!“

Sonntag, den 29. Juli 2018 sollten sich all jene als wichtiges Datum ins Büchle schreiben, die ihren Altbau daheim gern verschönern würden. Das „Sanierung(s)Mobil“ ist nämlich unterwegs. Und dort gibt es allerhand Info aus erster Hand von wirklichen Fachleuten (zur energetischen Gebäudesanierung etc.).

Also, nicht vergessen: zur „Zukunft Altbau“ gehen, versteht sich, in der LGS, wo auch sonst!

In diesem Zusammenhang stand gewissermaßen auch das Arbeitstreffen der AG Klimawandel in Lahr vom 19. Juli. Der Städtetag des Ländles hatte nämlich den viel besagten Klimawandel zum Thema. Also traf man sich. Sprach über die Tigermücke, die einst aus Asien ankommend, inzwischen vermehrt hier Ängste schürt, nämlich dergestalt, dass bislang marginal aufgetretene Tropenkrankheiten zunehmen könnten im Südwesten. Dass es immer öfters stärkere Regenfälle gibt, war auch Thema – und vielleicht auch erhöhte Brandgefahr (siehe beispielsweise die Ortschaft Mati in Griechenland in diesen Tagen)?

Betroffen sind wir alle vom Klimawandel, zumal die Durchschnittstemperatur um etwas mehr als 1 Grad gestiegen sein soll. Die Niederschläge nehmen zu, die mit Schnee oder gar Eis bedeckten Tage im Jahr nehmen dahingegen drastisch ab. Dieses Phänomen kann inzwischen JEDER registrieren, und sich fragen: Und was habe ich damit zu tun?  Oder was haben Sie mit Folgendem zu tun:

Sollten Sie nämlich etwa noch immer nicht die mandäische Tasse begutachtet haben? Wir berichteten bereits von ihr, hier. Zur Info: Am ersten und zweiten August, Punkt 12 Uhr und 10 Minuten mag Herr Dr. Niklot Krohn Sie mit der „Lahrer Tasse“ bekannt machen – Stichwort: „Euting“ (siehe oben). Im Stadtmuseum Lahr, der ehemaligen Tonfabrik, klären sich spätestens bei Ihrer Teilnahme an einer Führung gewiss Fragezeichen, wie jene bezüglich Euting und erwähnter Tasse.

Zu vorletzt: Die Stadt Lahr wurde doch wirklich zur recyclingpapierfreundlichen Kommune ausgezeichnet. Herr Dr. Caroli hat – mal wieder- als Vertreter der Stadt Lahr gewirkt, der die Schutterstadt eloquent in Szene setzte bei diesem Anlass, und also eine Rede hielt. Vom Umweltministerium war auch jemand vor Ort, Dr. Baumann. Eine Urkunde wurde für vorbildhaftes Umsetzen und/oder Einsatz von recyceltem Papier übergeben, und das vonseiten des Umweltministeriums Baden-Württembergs. Und das passierte wiederum zum 5ten Mal an der Jahrestagung der „Kommunalen Initiative Nachhaltigkeit“, und zwar gleich im Umweltministerium selbst. Noch andere Städte Baden-Württembergs wurden ausgezeichnet.

Versteht sich schon fast von selbst für jene, die sich in der Branche im Südwesten Deutschlands etwas besser auskennen, dass hinter dem Recycling vor allem die „Initiative Pro Recyclingpapier“ (IPR) steht. Und letztere sagt unter anderem: Die Verwaltungen im Ländle haben inzwischen ungefähr 95% ihres Papiers, welches dem so genannten „Blauen Engel“-Label entstammt, im Gebrauch. Als Vorläufer dieser Erfolgsstory wirkte auch Lahr beim Projekt „Grüner beschaffen“ mit. Beim Blauen Engel-Papier handelt es sich durchaus um Qualitätspapier. Da gibt es nichts zu meckern. Die Kommunen Baden-Württembergs beteiligten sich bitte sehr FREIWILLIG an diesem Fortschritt in Sachen Nachhaltigkeit in unseren Büros. „Die Herstellung spart im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 60% Energie und 70% Wasser“, sagt Lea Eggers, Projektmanagerin der IPR.

Zum Abschluss mag noch jedweder Verdächtigung vorweggegriffen werden, dass hier ein Antichrist oder dergleichen zu Werke ist oder war, da das Thema Religion bislang außenvor bleiben musste, beziehungsweise blieb.

Wahrscheinlich hat mich der Spirit der frühen Täufer von Lahr insgeheim ge- oder ergriffen. Was gemeint ist? Hierzu erklärend einige Auszüge aus dem Buch „Geschichte der Stadt Lahr“ herausgegeben vom Ernst Kaufmann Verlag 1989, S. 177/9:

„… In Lahr war die Bevölkerung nicht immer mit dem Vorgehen der Herrschaft bzw. ihrer Amtsleute gegen die Täufer einverstanden. Vielleicht hatte sich vom Bauernkrieg her noch Unzufriedenheit im Volk gehalten, möglicherweise waren die Lahrer auch verärgert über das Hin und Her bezüglich der offiziellen Einführung der Reformation. 1531 hatte Baden den Vorschlag Nassaus, das Augsburgische Bekenntnis in Lahr-Mahlberg einzuführen, abgelehnt. Jedenfalls fürchteten die Herren Lahrs Mitte der 1530er Jahre einen Aufruhr … [einen] buntschuch, eine Verschwörung der Lahrer. Inwiefern die Täufergemeinde in Lahr (mit)verantwortlich war für diese aufrührerische Atmosphäre lässt sich schwer beurteilen. Immerhin errichteten gerade zu der Zeit, 1534/1535, revolutionäre Täufer im westfälischen Münster ihre Schreckensherrschaft. Wir müssen jedoch daran erinnern, dass die Lahrer Täufergemeinde von den pazifistischen Täufern Groß und Stattler gegründet worden war, die Aufruhr und Gewaltanwendung strikt ablehnten. … .

Neben der illegalen Täufermission gab es in Lahr schon seit dem Bauernkrieg immer wieder Diskussionen um die Einführung der lutherischen Reformation. Es muss dies eine unruhige Zeit für die Lahrer gewesen sein … !“

Und dann noch dieses Zitat aus selbigem Buch: „Die Nöte der Herren mit der Lahrer Täufergemeinde wurden schon geschildert, nachzutragen wäre noch, dass 1536 sogar ein Pfarrer in dem secten verdacht war. Das in Württemberg gewonnene Ergebnis der Täuferforschung …, dass das Täufertum besonders in den Gebieten gedieh, wo der Konfessionsstand unklar und damit die Heilungsgewissheit groß war, bestätigt sich auch in Lahr-Mahlberg. Die Kritik an der alltäglichen Geistlichkeit war in der Bevölkerung nicht verstummt. 1539 beschweren sich Bürger über das Verhalten der Priester Mägde des Lahrer Stifts [auch wegen dem Verfall der Sitten usw.] … .“

 

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oder

Fußball, Frieden, Dortmund!

Die Stadt Kandern im Landkreis Lörrach bei Basel in der Schweiz hat sich eine Informationsbroschüre geleistet. Das Geld scheint locker zu sitzen im Gemeindesäckel. Hochglanz plus eigenwilliges Format.

Zum Erstaunen wohl manch Kandernerin und Kanderners wurde als Cover-Bild der Broschüre eine Ansicht der Stadt von oben gewählt, genauer: die Perspektive, die man einnimmt, wenn am Waldrand oberhalb der August-Macke Schule gestanden wird. Die Paar gewellten Holzliegen an jenem Ort, wohl um die Aussicht zu genießen, zieren die rechte Bildseite des Covers; und das eine Ende der Stadt mit Tradition in der Keramik in Richtung Maulburg ziert die linke Seite des Umschlags der Broschüre. Über der beschriebenen Szene mit den roten Dächern einiger Häuser der Stadt in ungefährer Mitte des Bildes thront in der Ferne der Berg Blauen mit seinem Türmchen oben drauf – viel Grün, in Form von Bäumen, Wiesen und saftigem Gras, ist vor, wie auch hinter den abgebildeten Häuserdächern Kanderns zu sehen. Der Mensch, der den Raum dort ansonsten beherrscht, ist nirgends abgebildet auszumachen. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck, dass es in und um Kandern friedlich und beschaulich sein dürfte. Dem ist eigentlich so allgemein. Doch ein Schwank nach links oder rechts mit dem Objektiv der Kamera geradewegs in den Wald von dort, wo die Aufnahme gemacht wurde, in den nächst gelegenen Waldweg, den Eichenweg, würde wahrscheinlich eine wahrhaftere Stimmung und Sachlage einfangen, wenn lediglich noch etwa 300 oder 400m zurückgelegt würden in Richtung Hammerstein. Dort wird nämlich abgeholzt – teils recht stark.

Im Kanderner Wald, besser Forst, wird hör- und unübersehbar abgeholzt und nicht wenige finden, das werde übermäßig betrieben. Wirklich sehr auffällig, diese ‚Lust‘ daran. Überall, mag man schon fast übertreiben, stapelt sich abgeschlagenes Holz: an den Seiten einiger Wanderwege oder einfach entlang der einen oder anderen kleinen Straße, die zu Dörfern wie beispielsweise Eglisholz etc. führen. Und nicht immer ist ersichtlich, dass das Holz neu geschlagen ist. Es gibt durchaus auch Holzhaufen anzutreffen, die scheinbar schon seit Jahren in Reih und Glied gestapelt herumliegen am Wegesrand.

Apropos: Die Waldbesitzer trafen sich neulich in Rottenburg. Ihre, von ihnen und anderen so genannte „Forstkammer“ ist zur Mitgliederversammlung angetreten. Thema: „Neustrukturierung der Forstverwaltung“. Wir erinnern: „Der gebündelte Rundholzverkauf durch ein Einheitsformat ist mit Marktgesetzen nicht zu vereinbaren,“ erging ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf, welches den Baden-Württembergern überhaupt nicht passt (Oberbadische 1. April 17). „Jetzt muss nicht nur der Verkauf, sondern auch die Struktur der Forstverwaltung umgebaut werden“, ist des Weiteren zu lesen. Und: „Bisher wurden Privatwaldbesitzer vom staatlichen Revierförster mitbetreut, das soll es künftig nicht mehr geben dürfen. [Sie] müssen sich ihre Ansprechpartner künftig selber suchen.“

Da für Waldbesitzer anscheinend „alles“ teurer werden soll, verlangen die nun ihrerseits zukünftig Geld dafür, dass sie Wege etc. freihalten – einen „Gemeinwohlausgleich“. Das „Einheitsforstamt“ ist nun also passé. Klaus Langer aus Lahr im Schwarzwald, wo einst die Kanadier ihr Hauptcamp in Deutschland aufgeschlagen hatten, ist einer der Privatwaldbesitzer und sagt nach Aussagen der Oberbadischen: „Das war einfach nur billig, der Privatwaldbesitzer bekam bisher einen Revierförster vor die Nase gesetzt und hatte keine Alternative ( 1. April 17).“ Präsident des Bundesverbands der Waldbesitzer ist Philipp Freiherr zu Guttenberg. Das ist – ja – der Bruder des Karl Theodor, der einstige Verteidigungsminister, der, so ist zu vernehmen, gerade wieder sein Comeback in die Politik gestartet haben soll in Bayern. Und der ‚Gute‘ (Philipp) meinte noch, und die Oberbadische zitiert den Herrn: „Den Wald auf die Ökologie reduzieren zu wollen, hätte desaströse Folgen.“

Die Waldkönigin, es gibt hierzulande auch Weinköniginnen, ist offenbar der Ansicht, dass das Image der Waldbesitzer und der Forstwirtschaft aufpoliert gehörte. „Der Forstarbeiter werde als Störenfried im Erholungsraum Wald wahrgenommen, dabei sei das wirtschaftliche Arbeiten im Wald notwendig (siehe Oberbadische vom 1. April 17).“ Gut nur, dass bislang noch keine Waldkönigin ob ihrer ‚waldfreundlichen‘ Äußerungen entthront werden musste. Die Oberbadische lässt den Leser in diesem Beitrag auch wissen, dass die evangelische Kirche Stuttgart im Ländle immerhin über 2700 Hektar Wald verfügt. Und der Vertreter der evangelischen Kirche zur genannten Veranstaltung in Rottenburg war der Herr Zink. Diesen Herrn Zink hat die Rede des Freiherrn zu Guttenberg anscheinend total begeistert – armer Wald, hallo Forst! Dass die Waldbesitzer sehr wohl vertrauensvoll mit ‚Wald‘ umgehen, das meinte der Herr Zink offenbar auch noch. Und jetzt anschnallen, denn er sagte: „Wir wünschen uns einen Vertrauensvorschuss statt Misstrauen von der Politik! (Oberbadische 1.4.17).“

Als jemand, der regelmäßig in einem bestimmten Teilabschnitt des Waldes, besser Forstes, um Kandern spaziert oder joggt im Vertrauen darauf, dass noch genügend Bäume stehen und nicht schon wieder irgendwelche Absperrungen wegen „Holzschlag“ fordern, dass man vertraute Wege im Forst umgeht und kein Zeugnis davon nimmt, was da gerade mit den Bäumen geschieht, las neulich die Nachricht in den Medien, dass nun ausgerechnet der „Rote Rain Weg“ unter anderen zum „Nackt-Wanderweg“ umgestaltet worden sein soll. Da kam sogleich etwas wie ein Aha-Erlebnis der besonderen Art auf. Wenn man die Natur schon nicht ausreichend und gemäß ihren Bedürfnissen schützt, ging es da unweigerlich durch den Kopf, dann muss man sich wohl auf vermeintlich natürlicher stellen als Mensch, indem der Forst sozusagen bis zu seinem letzten Quäntchen, und modemäßig nackt, aus-genutzt wird, wahrscheinlich auch zwecks innerem Ausgleich und des guten alten Egos der Menschen und dergleichen mehr. BRAVO. Das nennt sich dann wohl Effizienz. Oder läuft da etwa schon so etwas wie Euthanasie am Wald ab? Pfui, welch unpassendes Wort!?

Nicht nur in jener Gegend des Eichweges lassen derzeit nicht gerade wenige Bäume ihr Leben, um dann aufgestapelt herumzuliegen. Es ließe sich wohl auch bedarfsorientierter abholzen, denkt da so mancher. Die Gegenden, in denen sich die dröhnenden Motorsägen derzeit nahezu täglich lautstark austoben im Forst, sehen aus wie gerupfte Hühner – seither. Kann gut sein, dass dieser Vergleich etwas hinkt.

Hinken tut jedenfalls auch die wahrscheinlich vorerst einmalige Existenz dieser zuvor erwähnten Informationsbroschüre, die ungefragt, so wie alljährlich das Örtliche Telefonbuch, den Haushalten in ihre Briefkästen gesteckt worden ist – so wie die Sonntagszeitung zuweilen, trotz Hinweis, dass es nicht erlaubt ist, den Briefkasten mit ehemaligem Holz etc. unnötig zu verrammeln. Mal abgesehen von den Bergen von gelben Telefonbüchern, die, so kommt es einem vor, andauernd in Postfilialen meist auf dem Boden liegend herumlungern und das bevorzugt nahe an den Eingängen, sodass der interessierte Bürger sich was greifen kann davon, ist all das vielen schon länger too much, so auch der zuvor beschriebene Aufwand (Informationsbroschüre, das Örtliche etc.). Es stinkt förmlich nach Verschwendungssucht, für die vorwiegend das Holz aus den Forsten geradesteht als zu Papier verarbeitetes Produkt – nach Auftragsbeschaffungsmaßnahmen für gewisse Unternehmen zu Lasten des Steuerzahlers und des Forstes stinkt es auch etwas.

Wieso gibt man eigentlich vor, einerseits die Natur schützen zu wollen und andererseits wird mit ihren Ressourcen immer noch zu oft herumgesaut – und das im Jahr 2017, wo der Umweltgedanke schon längst in den Lehrplänen und Schulbüchern der untersten Schulklassen Eingang gefunden hat? Offenbar ist es zu viel verlangt, im Gemeindeblatt beispielsweise anzukündigen, dass es so etwas wie eine Informationsbroschüre demnächst gibt, die sich Bürger und Bürgerin bei Interesse bestellen können. Des Weiteren reichte im Gemeindeblatt oder/und auf einem Aushang in der Post etc. ein Vermerk, dass eine Liste zum Sich-Eintragen hier oder dort oder sonst wo ausliegt im Städtle – oder dass per Email-Adresse oder auf einer interaktiven Webseite sich eingetragen werden kann.

Nein!

Da muss – mal wieder? – die Druckerei Winter in Heitersheim den Auftrag zugeteilt bekommen, und zum Hohn, anders kann man es nicht nennen, steht auf der Rückseite der Broschüre unter dem Punkt „Druck“: „auf umweltschonendem, zertifiziertem Papier!“

Wir dürfen also hoffen, dass solche Jobs fair vergeben werden und nicht immer dieselben profitieren und endlich wirklich umweltschonender verfahren wird?!

Markus Grabitz berichtet in der Oberbadischen vom 01. April 17, und der passt hier gut rein, dass sich NGOs finanziell abhängig machten von staatlichen Fördergeldern, die sie oft Jahr auf Jahr erhalten. „Doch einige dieser geförderten Organisationen haben sich inzwischen zu hoch effektiven Marketingmaschinen [gemausert]. Sie haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Gesetzgebung und öffentliche Meinung. Da ist es sinnvoll, dass auch dieser Bereich künftig besser ausgeleuchtet wird. Transparenz tut immer gut [, vor allem bei der Vergabe von Aufträgen].“

Wahrscheinlich liegt die Informationsbroschüre der Stadt und des Kreises Kandern auch im Tourist-Informationsbüro aus. Dort gehört sie ehrlich gesagt auch hin. Ansonsten ist das Ding inhaltlich ziemlich OK. Schön farbig mit vielen Bildern und den wahrscheinlich wichtigsten Informationen zu Kandern. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass viele ortsansässige Unternehmen, wie selbstverständlich anscheinend, ihre Werbung darin untergebracht haben. Ob sie das Geld gekostet hat, sie sich finanziell am Entstehen der Broschüre beteiligten? Hoffen wir’s! Schließlich sind wir ja nicht in Wildwest – auch wenn Kandern in der glücklichen Lage ist, mit der Schwarzwald-Akademie recht viele Nachkommen von vermeintlichen oder wirklichen Wildwesthelden aus US-Amerika zu beheimaten. Soweit hier bekannt, sind die US-Bürger Kanderns mehrheitlich missionarisch unterwegs. Statt des Colts tragen die eventuell eine Bibel mit sich, und wenn nicht, dann ganz gewiss aber im Herzen.

Im Herzen von Basel sollen demnächst sogenannte Gratis-WCs das sogenannte Wildpinkeln bekämpfen. Man hat offenbar eingesehen, dass menschlichste Bedürfnisse behördlich verordnet abzuzocken, zuweilen recht widerspenstige Reaktionen hervorrufen kann bei Bürgern und Besuchern einer Stadt. Sollte in Kandern noch immer kein freizugängliches WLAN-Netz auf dem Blumenplatz, am Bahnhof und/oder vorm Rathaus etc. installiert sein, ist wohl nicht davon auszugehen, dass touristische Surfer im Internet wegen des zuvor angezeigten Mangels in der Stadt in die vorhandenen Netzzugänge der Bewohner oder gar der Behörden wie wild geworden und unerlaubt einbrechen werden. Auszuschließen ist auch nicht, dass so mancher Besucher Kanderns den Kandertälern einmal mehr ihre vermeintliche Rückständigkeit attestiert – und diese Beobachtung entsprechend nach außen kommuniziert.

Dass es kein freizugängliches Netz gibt, wenn es nicht schon besteht irgendwo in der Stadt, hat vielleicht auch ganz greifbare Gründe. In etwa so ist das nämlich zu verstehen, wie der Ausbau der Bahntrassen bundesweit. Es sollen immer weniger Kilometer Trasse jährlich vorhanden sein, anstatt mehr – auch wenn in Berlin von Umwelt und Verkehrseffizienz schwadroniert wird. In Deutschland muss man allerdings nicht lange suchen, um den Verursacher dieses Missstandes treffsicher auszumachen – die Autolobby.

Nun bekanntlich gibt es auch in Sachen Internet Unternehmen, die mit Haken und Ösen ihre Interessen verteidigen. Beispielsweise geht das so weit, dass in (wahrscheinlich ganz) Kandern noch immer ein sogenannter Regionalzuschlag von knapp 5 Euro monatlich bezahlt werden muss, wenn man beispielsweise bei 1und1 Kunde ist. War da nicht vor kurzem ein längeres Buddeln in den Straßen der Stadt? Hat man bei der Gelegenheit etwa keine Glasfaserkabel verlegt? Warum nicht mal mit Pepcom als Netzbetreiber zusammensitzen und dann arbeiten, wenn man es nicht schon längst tut? Und das scheint jetzt getan worden zu sein durch den „Zweckverband Breitbandversorgung Lörrach“. Alle 35 Städte des Landkreises sollen profitieren. Bis spätestens Ende 2018 sollen alle versorgt sein mit dem sogenannten „Backbone-Netz“. Spätestens dann werden der Einwohnerschaft und den Besuchern der Stadt Kandern hoffentlich endlich freie WLAN-Anschlüsse zur Verfügung gestellt. Die bereits bestehende lokale Lösung, die auf der Webseite der Stadt Kandern angegeben wird, ist die eines Betreibers, der einmalige Anschlusskosten fürs Internet zu Hause von über 160 Euro hat, wie auf Kandernundmehr-News im vorhergehenden Beitrag bereits beklagt worden ist. Diese Anschlusskosten sind alles andere als akzeptabel für viele Bewohner. Pepcom bietet seinen Dienst bereits in Rheinfelden an, anscheinend zufriedenstellend. Fördertöpfe sollen problemlos angezapft werden können, um das Projekt über Pepcom zu realisieren, siehe hierzu beispielsweise auch die Einholung der erforderlichen „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ durch Pepcom bei der Behörde. Denn jetzt sei das Innenministerium Ansprechpartner, nicht mehr das Landwirtschaftsministerium. Allerdings sollen pro Monat um die 40 Euro bezahlt werden vom privaten Endabnehmer für 50 Megabit pro Sekunde– keine sonderlich guten Aussichten kostenmäßig. Und wer im Netz schneller sein will, zahlt natürlich mehr.

Pfeifen wir drauf? Blasen wir’s weg! Die Oberbadische am 13. April. 17 meint: „Mindestens 200 Jahre alt, wahrscheinlich noch etwas älter sind die beiden Bassethörner, die 2008 in einem Konvolut von Instrumentteilen auf dem Speicher des Heimat- und Keramikmuseums in Kandern entdeckt wurden. Ihre Restaurierung für etliche zigtausend Euro im Jahr gab den Anstoß zum ersten internationalen Bassetthorn-Festival … . Selbstverständlich sind in allen Konzerten (26-28. Mai 2017 in Kandern) auch Werke aus der Entstehungszeit der Kanderner Speicherfunde zu hören. Vor allem Mozart, dem fast das komplette Matineeprogramm … gewidmet ist. … . Zudem gibt es etliche Workshops. Außerdem zeigt das Heimat – und Keramikmuseum teils schon sanierte, teils noch zu restaurierende historische Instrumente aus dem Speicherfund von 2008.“

Parallel dazu ist im nahegelegenen Basel demnächst das Klybeckplus am Entstehen. Riesen groß wird der Komplex und modern, wo solche inzwischen als irrelevant zu erachtenden Fragen wie freier Internetzugang auf öffentlichen Plätzen gewiss kein Diskussionsthema mehr sein dürften. „40 Fußballfelder umfasst das neue Quartier, das aus dem ehemaligen Industrieareal der BASF und Novartis entsteht. Die Bevölkerung darf mitreden.“ Von „Entwicklungsschub“ reden die Macher, von der „Zukunft von Basel“ (20MinutenCH, 31.März17).

Apropos Novartis: „Der griechische Justizminister Stavros Kononis hat sich … zum Untersuchungsverfahren gegen Novartis geäussert. Nach den vorliegenden Berichten habe er den Eindruck, dass der Pharmakonzern von der Schweiz aus <Tausende> von Ärzten und Beamten in Griechenland bestochen habe. … [Die] Schmiergelder seien gezahlt worden, um den Verkauf von Medikamenten auf der Basis widerrechtlicher und unwissenschaftlicher Kriterien anzukurbeln. … Im März demissionierte die mit dem Fall betraute [griechische] Staatsanwältin unter Verweis auf Drohungen aus dem Gesundheitssektor sowie <inoffiziellen Machtzentren>.“

Zwecks Entwicklungsschub wahrscheinlich, oder wie es genannt werden darf, hat die in Basel ansässige Novartis allerdings bereits 2016 wegen ihren Machenschaften in Südkorea eingeräumt, dortigen Ärzten Reisen an Kongresse und dergleichen mehr finanziert zu haben. Warum also, sollte sie dies nicht auch in Griechenland getan haben? Die Bosse der Novartis am Rheinknie lassen bislang lediglich hören, sie hätten noch keine Anklage oder Vorladung erhalten zum zuletzt erwähnten Fall.

Entwicklungsschub? Soll noch mal einer sagen, die haben Bad Bellingen, Schliengen und Kandern nicht. Stichwort: „Interkommunale Kooperation“ oder „ILEK-Konzept“. Alles klar? Also das Integrierte Ländliche Entwicklungsprojekt, und das beinhaltet genauer gesagt: Biotope der angesprochenen Gemeinden zu vernetzen, Böden erneuern, Infrastrukturen konservieren und zu pflegen, Ortskerne ausbauen usw. Das Konzept in Rede ist offenbar auch eine Art Money-Ausspuck-Maschine des Bundes. ELR = Entwicklung ländlicher Raum ist eine weitere solche Maschine, die Bürgermeistern zur Finanzierung gewisser Projekte zur Verfügung steht. Und an diese Töpfe tanzen sich die koordinierten Gemeinden Schliengen, Bad Bellingen und Kandern nun also gemeinsam ran. Nennen wir die 3e der Einfachheit halber Kabaschlie. Nein, das Herantanzen geschieht nicht, wie es als ansonsten über Nordafrikaner geschildert wird, die so ankommen sollen zuweilen, bevor sie mit spitzen Fingern in fremden Taschen zulangen. OK, Letztere kommen auch aus dem Süden, aber sie deklarieren sich halt nicht explizit und implizit als ‚der Süden‘. Ein kleiner, aber feiner Unterschied! Und das tut Kandern aber auf seiner oben erwähnten Broschüre, wo es unübersehbar geschrieben steht und durchaus, versteht sich, tut die Stadt das gerechtfertigt. Ist halt eine Frage der Perspektive. Nun, wie dem auch sei: Differenzierte Wegenetze von einer der genannten Ortschaften der Kabaschlie zur nächsten usw. sollen also „ertüchtigt“ werden. Schönes Wort: ertüchtigt. Steht tüchtig nicht im Gegensatz zu faul? Etwas veraltet kommt es einem schon vor, so, wie soll ich sagen, als sei es sprachlich angefault?

Die beabsichtigte Kooperation der Kabaschlie, genauer gesagt der 3 Bürgermeister in Vertretung ‚ihrer‘ Gemeinden und Einwohnerschaft – also Herr Bundschuh, Hoffmann und Renkert (Kandern) -, wird dann wohl projektierten Effizienzschub mit sich bringen und nicht faul dahinsiechen. Eine Kooperation, in der die Abläufe einfach etwas schneller funktionieren und nicht etwa dahingammeln. Wo ES halt funktioniert „wie aus dem FF!“ Kartierungen sind dann noch einfacher zu machen usw. Auch hier soll die Meinung der Öffentlichkeit Gewicht haben, sagen die Herren, so auch beim Flächennutzungsplan. Die Gesamtfläche des ILEK beträgt ungefähr 12 Tausend Hektar. Etwas mehr als 6 Tausend Hektar wird Kandern einbringen.

Was Weil am Rhein angeht, welches auf lange Perspektive damit rechnen darf, an das eben genannte Projekt auf die eine oder andere Weise sich angeschlossen zu sehen, wird vermeldet, dass das „Kompetenzzentrum“ in der Hegenheimer Straße Weils nun doch noch nicht gebaut werden kann. Das Gelände muss noch mal untersucht werden: Granatengefahr – II. Weltkrieg und so. Anscheinend soll ins neu entstehende Zentrum Mercedes Benz rein. Ähnlich sieht es in dieser Stadt auch mit dem überraschenden Beschluss des Gemeinderates aus, sich erstmal gegen die Fortsetzung der Planung zu einem „Einkaufscenter Dreiländereck“ zu stellen. Immerhin einen Hoffnungsschimmer gibt es in Weil am Rhein für all jene, die ebenfalls gerne in Cafés sich aufhalten. Im Läublinpark sind nämlich neue Pächter am Schaffen, und die wollen das unter Denkmalschutz stehende Häuschen im Park mit neuem Konzept für ihr geplantes Café beglücken. Das Grundstück gehört nun wieder der Gemeinde.

Und wenn das stimmt mit Mercedes Benz in Weil am Rhein in der Hegenheimer Straße, dann stimmt wohl auch die Aussage von Marco Fraune in der Badischen Zeitung vom 30. März 17, der schreibt, dass „die Autohausgruppe [… die in das Kompetenzzentrum rein soll] glücklicherweise nicht auf einen bestimmten Eröffnungstermin angewiesen“ ist. Man hört‘s doch immer wieder: „DIE haben Schotter bis zum Abwinken.“ Was sich zeigt, weil jene Autohausgruppe es nicht eilig zu haben scheinen.

Dafür, dass sich in Weil alles so zu verzögern scheint, ist aber die A16, die verläuft nicht allzu weit entfernt in der Schweiz, endlich fertiggestellt. Manch Schweizer wird wohl stöhnen: Da rücken uns die Franzosen noch näher auf den Pelz! Die meisten werden sich aber gewiss darüber freuen, dass im Berner Jura das letzte Teilstück bei Court und Loveresse nun endlich befahren werden kann. Die komplette Strecke wird „Transjura“ genannt, und die ist so um die 85 km lang. Vor 30 Jahren wurde bereits der erste Spatenstich in Saint Ursanne gemacht, um die Transjura ins Leben zu rufen. Jetzt lebt sie. Solch zeitlich verzögerte Fertigstellung eines Projektes ist eher unschweizerisch. Die erledigen ihre Dinge ansonsten zügig.

Die Transjura verläuft halt im französischsprachigen Teil der Schweiz, daher? Gemunkelt wird ja schon länger, dass die Deutschsprecher die Französischsprecher in der Schweiz etwas ‚hernehmen‘. Wie dem auch sei. Jedenfalls haben die Schweizer ein ausgezeichnetes Bahnverkehrsnetz. Und das scheint damit zusammenzuhängen, anders ist es manchem nicht zu erklären, dass es eben keine vermeintlich übermächtige Autolobby im Alpenland gibt wie in Germany, die zwecks eigener Interessen so manche nützliche Invention auslaufen gelassen haben soll – und so manchen mit ihrer Betriebsstrategie, auch gesundheitlich, ‚hernimmt‘.

Dass bei Nestlé an der Mauerstrasse in Basel Salpetersäure ausgelaufen ist, kann vorkommen. Kann leider gesundheitsgefährdend werden. Soll niemand wirklich beunruhigen. Ein Gabelstaplerfahrer scheint unaufmerksam gearbeitet zu haben. Aufgemerkt hat man, als die Besucherzahlen bei der BASELWORLD dieses Jahr recht rückläufig gewesen sind. Für das Jahr 2018 wird geplant, den Event (Uhren und Schmuck) auf 6 Tage herunterzufahren. Überhaupt klagen die Uhrenmacher der Schweiz recht laut neuerdings. Die Automation der Produktion von Uhren, auch offenbar der wertvollsten, hat viele handwerkliche Uhrmacher-Genies ins Hintertreffen geraten lassen. Besonders betroffen ist der französischsprachige Teil. Ihr Fachwissen ist ihnen in oder durch den Computer abgewandert worden, und so langsam dämmert genau dieser Umstand den meisten unter ihnen. Was dagegen tun?

Nun: Beiträge können Bürger beisteuern, die aktiv etwas tun oder beitragen wollen, und zwar zu einem Buchprojekt im deutschen Binzen, unweit von Basel, wenn von Bürgerbeteiligung schon die Rede war und die Frage aufgeworfen wurde, was getan werden kann. Ein Historiker namens Hubert Bernnat sucht Material zu 1250 Jahre Binzen. Hoffen wir mal, dass ihm das vorgesehene Projekt nicht noch in/durch die Binzen geht. Für Interessierte, die zur Dorfchronik von Binzen WAS beizusteuern wissen: 07621-660851.

Und, weil wir es zuvor von Wald und in gewisser Weise auch von der Gier der Menschen hatten: „Die Thonnerknaben – heute Symbol der Binzener Fasnacht – [galten] als die Robin Hoods des Kandertales (Badische Zeitung, 30. März 17).“ Die Badische berichtet auch, dass die Rümminger den Binzenern irgendwann im 18. Jahrhundert nahezu den ganzen Wald „abluchsten“. Und wir alle wissen, wofür das einst sogenannte „Holländerholz“ herhalten musste – um die Welt per Schiff vorerst zu erobern/zu erschließen/zu erkunden. Wählen Sie sich doch bitte das Verb, das Ihnen passender erscheint. Apropos: Ein Rümminger macht gerade gewiss wieder gut, was seine Vorfahren mal den Binzenern zumuteten. Das „Weingut Frick“ ist nämlich so frei, die 1250 Jahre Binzen-Feier zu unterstützen. Die Verkäufe des Weines werden das Jubiläumsfest mitfinanzieren. Und was gehört letztendlich noch zu einer guten Nachbarschaft zweier Gemeinden, die in der Geschichte mal etwas auf Abwege geraten waren? Genau, eine Frauengruppe, der „Frauenverein Binzen-Rümmingen“.

Hört sich an wie im Film die Abluchserei von Wald und Holz, dann der gute Wein dazu und der Frauenverein, in dem womöglich zusammen gehäkelt, gestrickt und Politik betrieben wird, stimmt’s? Und da wir nun schon beim Film angelangt sind thematisch: Herr Brenneisen Begründer der „Filmtage“ in Kandern zog mal wieder eine positive Bilanz, obwohl nur 4 Filme eingereicht worden seien dieses Jahr. Und was macht man, wenn man nicht – mehr – wie der Rattenfänger von Hameln durch die Gegend ziehen mag, um Leutchen zu begeistern, noch aktiver mitzumachen? Heutzutage heißt das Zauberwort auch im Kunstbereich „Workshops“. Die sollen den Besuchern beim nächsten Literaturtag 2018 in Kandern angeboten werden. Und somit ist, kalkuliert Brenneisen, der weitere Erfolg der Show in Kandern gesichert. Und hierzu noch ein Einfall aus eigener Produktion: Dass vielleicht jemand einen Film in den ‚Bauten‘, die vor der Stadt Kandern gelegen sind, dreht, in denen DIE Flüchtlinge untergebracht wurden. Wie, das ist als Sujet nicht mehr so originell, abgegriffen?

In Inzlingen soll es die Gemeinde jedenfalls vollbracht haben, die ihr zugewiesenen 36 Flüchtlinge privat unterzubringen. Nun, wenn auch nicht ausreichend Filmern Ehrennadeln angeheftet oder Preise überreicht werden, wer weiß, dann werden Flüchtlingshelfern jedenfalls noch immer welche angeheftet im Lande – oder aber ihr Engagement wird mit Reisen zum Bundespräsidenten nach Berlin ‚honoriert‘. Nein, Doping würde ich das Letztere nicht nennen. Reden wir doch von Streicheleinheiten für diejenigen, die es verdient haben mit ihrem bürgerlichen Engagement?!

Wer ansonsten noch was vom Dopen im Badischen versteht, oder verstanden hat, war ein Freiburger Sportmediziner. Nein, er ist nicht in der UdSSR ausgebildet worden, auch nicht in der DDR. Armin Klümper ist Papa-Dope für Spitzensportler der ehemaligen BRD gewesen. Klug oder umsichtig – genug – ist er offenbar auch, denn er setzte sich rechtzeitig nach Südafrika ab. Die badischen Behörden haben ‚netterweise‘ so lang gewartet, ist zu erfahren in einem Buch von Andreas Singler („Armin Klümper und das bundesdeutsche Dopingproblem“), bis Klümper die Koffer gen Afrika Süd gepackt gehabt hat – und dann erst wurde so etwas wie eine Untersuchungs-Sonstwas der Justiz inszeniert. Ja, ein bisschen Theater muss halt schon sein! Ach so, klar doch, Herr Klümper war nicht etwa ein Urwalddoktor vom Rande des Schwarzwaldes, nein, er wirkte an der Universität Freiburg, ja, der renommierten und, wie soll man sagen, der heideggerisch gezeichneten badensischen Spitzenuni – oder so in etwa. Wir wünschen dem 81-Jährigen Klümper in Südafrika alles – weiterhin? – richtig zu tun!

Irgendwie könnte Herr Klümper, wer weiß, schon als Prototyp oder Rollenmodell gewisser deutscher Verantwortlicher bei VW oder Daimler hergehalten haben. Versteht sich, wenn dem so war, dann wahrscheinlich ohne sein ‚unschuldiges‘ Wissen. Klümper soll nämlich auch gern und oft an sogenannten hohen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft usw. seine medizinischen Künste wirken gelassen haben – daher komm ich auf VW & Co. Wenn schon keine Vorbildfunktion Klümpers bei erwähntem Personenkreis besteht, dann vielleicht, dass er bei einigen seiner Patienten gewisse Abläufe in deren Leben – und auf anderen Ebenen und in anderen Bereichen – vorbildlich sozusagen bestätigt haben könnte mit seinen Anwendungen und Verhalten: gedopte Stickoxidmessungen, gedopte Motorentechnologie, gedopte Aufsichtsräte? Friedel Reinhold aus Freudenstadt schreibt folgenden Beitrag, der an dieser Stelle recht gut reinpasst:

Die Bundesregierung will das Elektro-Mobil forcieren. Vor Jahren hat der Inhaber der Raststätte Hegau … mit hohen Kosten eine Ladestation für Elektromobile eingerichtet. Als Hinweis hat er ein selbstgefertigtes Schild an der Einfahrt aufgestellt. Dies wurde ihm von Amts wegen untersagt, mit dem Hinweis, er habe keine amtliche Zulassung. Aber ein Schild mit amtlicher Zulassung gab es ja zu dieser Zeit noch gar nicht. Das Wiehern des Amtsschimmels habe ich heute noch in den Ohren“ und wir das der Autolobby & Co.

Doch, doch! Das Ding zuvor mit dem Heidegger trifft es irgendwie ganz gut. Der ‚gute‘ weise Mann als Philosoph von Freiburg hat in seinem Werk „Sein und Zeit“ schließlich auch zwischen den oder/und über die Beziehungen und Differenzen von Seiendem und dem Sein herumphilosophiert. Bekanntlich hat er dabei das, was eigentlich schon von jemand anders ausgebrütet worden ist, von Ernst Cassirer nämlich, so in etwa in der Aussage herumgedreht. Bei VW oder Daimler besitzt man ja auch seit Jahrzehnten das Wissen darüber, wie man einen Motor sauber, das heißt, wesentlich sauberer, unter die Menschen verschicken könnte. Doch man tut und tat es nicht in vielen Fällen, sondern entschied sich gewissermaßen fürs Gegenteil. Warum bloß? War’s nur Gier oder war es auch heideggersche Umkehrtaktik oder -philosophie gepaart mit Verachtung gegenüber dem – wie soll man ihn bloß nennen – einfachen Pöbel?

Ja, Cassirer war Jude und wurde von Heidegger wohl auch deswegen angegriffen. Der erstere emigrierte rechtzeitig in die USA Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts (Universität Hamburg). Empfehlenswert ist auch daher, sich unbedingt in den Großen Meyerhof in Freiburg zu begeben in diesen Tagen, um das Theaterstück „Picasso“ anzusehen.

Picasso: „Bin ich verhaftet?“

Fräulein Fischer, eine der Schreibtischtäterinnen der Nazis: „Wir sind alle schuldig, kommt nur darauf an das richtige Gesetz zu finden“ (Badische Zeitung 30. März 17).

Im Stück geht es um den jüdischen Kunsthändler von Picasso. Das Theaterstück kann noch einmal am 27. April 2017 gesehen werden (0761-3837397). Vielleicht sollten Sie doch noch so viel Energie aufbringen und es ansehen gehen!?

Zur Energie und deren Gebrauch noch schnell aus der 20MinutenCh vom 4. April 2017 dies: „Liestal. Die Mittel des Baselbieter Energiepakets, mit dem Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäudebereich gefördert werden, sind fast aufgebraucht. … Die Mittel reichen noch knapp bis ins Jahr 2018… . Die weitere Finanzierung des Energiepakets ist allerdings infrage gestellt, nachdem das Baselbieter Stimmvolk im November 2016 die Einführung der Energieabgabe mit rund 57 Prozent Nein-Stimmen verworfen hat. … Liestal hofft auf ein Ja bei der nationalen Abstimmung zur Energiestrategie 2050 im Mai.“

Fordern Sie nun bloß kein „Nachhaltigkeitsreporting“ bei der Energiestrategie der Liestäler. Das Wort sagt Ihnen nichts? Roche mit Standorten in Mannheim und Wyhlen an der Schweizer Grenze hat es vorgemacht, diese Art des Reportings. Zusammen mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut haben die ‚Guten‘ von Roche sich sozusagen selbst kontrolliert, das heißt, ihren Nachhaltigkeitswert oder dergleichen ermittelt beim Produzieren von Medikamenten etc. Und dies taten sie unter, beziehungsweise mit sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Nun, die Roche findet, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit in der Produktion sich nicht ausschließen (müssen). Die CO2-Emissionen sollen von den Jahren 2007 bis 2014 um knapp weniger als 15% zurückgegangen sein.

Wir werden hier auf Kandernundmehr-News im Zusammenhang mit Roche und anderen wie Roche aber vorerst dennoch, trotz wirtschaftlichem Erfolg und selbst angezeigten sozialen Verbesserungen für die Arbeiter im Werk etc., von Chemischer Industrie sprechen und keine verbalen Weichspüler wie „Gesundheitsindustrie“ oder dergleichen verwenden wie andernorts, um das Phänomen zu bezeichnen. Doch machen wir uns nicht allzu viel Sorgen. Wieso auch? „Die Industrieproduktion in der Schweiz läuft wie zu Boomzeiten. Und die Aussichten sind rosig. Es sind weitere Produktionssteigerungen zu erwarten. Im März stieg der Einkaufsmanagerindex (PMI) um 0,8 Punkte auf einen Stand von 58,6 Zählern. Das ist der höchste Stand seit Februar 2011 und deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, wie die Credit Suisse am Montag bekannt gab. (Nordwestschweiz, 4. April 17, BZ).“

Und, siehe da, der öffentliche Rundfunk der Schweiz schreibt nun auch Schwarze Zahlen im Betriebsjahr 2016 – auch wenn er seit April 2015 per gerichtlichem Dekret verpflichtet wird, Mehrwertsteuer auf den Empfangsgebühren fortan selbst zu berappen (35 Mill. Franken jährlich). Ja, die gute Credit Suisse. Sie „verfolgt gegenüber Steuerhinterziehung eine Nulltoleranzpolitik“. In der Financial Times oder dem Wall Street Journal wurde anscheinend eine so lautende Anzeige von ihr höchst persönlich gestartet. Die BZ vom 4. April 17 schreibt des Weiteren auf Seite 10: „Für viele Schweizer Banken war das Verwalten von unversteuerten Vermögen jahrzehntelang ein wichtiges Standbein. Nach der Finanzkrise begannen aber die ausländischen Behörden gegen die lukrative Praxis vorzugehen. Nur mit der Bezahlung von Milliardenbeträgen konnten sich die Institute freikaufen. Zumindest für Europa und die USA ging die Bank bisher davon aus, dass sie dieses Thema nun zu den Akten legen kann. Die Schweizer Behörden waren nicht informiert über die koordinierten Razzien. Die Bundesanwaltschaft reagierte „befremdet über die Art und Weise, wie diese Operation unter bewusstem Nichteinbezug der Schweiz“ organisiert worden sei. Die geltenden Gepflogenheiten und Regeln der internationalen Zusammenarbeit [auch Kungel-Mungel also] und des Rechtshilfeverkehrs [also auch Rechtsumgehung teils] seien „hier offensichtlich nicht eingehalten“ worden, hiess es in einer Mitteilung. Die Bundesanwaltschaft [der Schweiz] erwarte eine schriftliche Erklärung der zuständigen federführenden niederländischen Behörden und prüfe das weitere Vorgehen.“ „Nach dem US-Stimmrechtsberater Glass Lewis rät auch die Schweizer Stiftung Ethos den Aktionären der Credit Suisse, an der Generalversammlung vom 28. April, alle Traktanden zu den Vergütungen von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat abzulehnen. Aus ihrer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass die zwölf Konzernleitungsmitglieder für das vergangene Geschäftsjahr Boni von insgesamt 26 Mio. Fr. erhalten sollen, derweil die Bank einen Verlust von 2,7 Mrd. Fr. erlitten hat. Inakzeptabel ist für die Stiftung zudem, dass jeder der 939 von der Bank als Schlüsselperson (<Key Risk Taker>) eingestufte Mitarbeiter eine Vergütung von durchschnittlich 1,5 Mio. Fr. erhält (NZZ, 08.04.17).“

Zeck, die hat gesessen! Wieder mal eine Watschen eingefangen. Die Credit Suisse kommt so wenig wie die Deutsche Bank aus dem Dunst von Betrug, Willkür und übertrieben arrogantem Auftreten auf den Finanzmärkten sowie andernorts offensichtlich einfach nicht so leicht heraus. Auch fällt es der Credit Suisse schwer, sich auf ihr ursprüngliches Geschäftsmodell zurück zu dimensionieren, also auf das pure Bankengeschäft ohne Spekulieren an der Börse hier und dort und woanders halt auch noch etc. Die schweizerische UBS pflegt das gleiche Problem (die Deutsche Bank sowieso); und auch von daher ist auf mittlere Sicht der angehäufte Wohlstand, aber auch das Ansehen der Schweiz in der Welt, eigentlich ziemlich gefährdet. Credit Suisse intern ist währenddessen reger Wechsel an der Spitze des Immobilienfonds zu verzeichnen: „Ruth Schmeling übernimmt von Francisca Fischer das Management des 360 Mio.Fr schweren CS REF Global und zugleich die Leitung des Bereichs Real Estate International. Rainer Scherwey, der diesen Bereich bisher unter sich hatte, gibt sein Amt sowie das Fondsmanagement des CS REF International aus persönlichen Gründen ab. Dort folgt ihm Marc-Oliver Tschabold, der seit 2008 bei der CS tätig ist.“

In diesem Zusammenhang denkt man sodann auch gleich an Kritiker wie den Schweizer Jean Ziegler, der wiederholt auf die nicht nur aus seiner Sicht unethischen Geschäftspraktiken einiger – Schweizer – Multis hinweist, die beispielsweise die Finger vom Dealen an der Börse mit Nahrungsmitteln und dergleichen nicht lassen können. Sie sind es noch immer zu oft, die die erwähnten Geschäfte sogar antreiben; und eher tatenlos zusehen, wenn ganze Landstriche dabei den Bach irgendwo in der sogenannten Dritten Welt runtergehen. Unbarmherzig und eiskalt auf Profit gedrillt!

Insofern gibt der aufgestaute und sichtbare Reichtum, beispielsweise in der Schweiz oder in Deutschland, wahrscheinlich so manchem Flüchtling aus Afrika oder sonst wo aus der Welt dort angekommen gewisse Einblicke. So zum Beispiel den, dass er oder sie im Angesicht dieses Luxus glaubt, plötzlich begreifen zu können, was ihm und seinesgleichen in der Heimat an Leid, Armut, Krankheit und Krieg etc. zugemutet wird, entweder diametral oder direkt oder beides in Beziehung stehend mit der prunkvollen Ambiente, die sich ihm oder ihr unverhohlen im Herzen Europas bietet. Aus dieser Warte betrachtet, das Thema Integration von Asylsuchenden anzugehen, bedarf gewiss viel mehr Abklärung, die aber, so ist anzunehmen, tunlichst gemieden wird von uns Mittel- und Nordeuropäern im Allgemeinen. Noch ist dem so. Wer hier der Bittsteller ist, soll allen Beteiligten von Anbeginn eines Asylverfahrens klar sein oder werden. Doch das ist es offenbar genau nicht immer, wie an zig Beispielen gezeigt werden könnte, wo das Verhalten der Fremden – oder gar Terroristen -, welches man nicht versteht oder einordnen kann, mal schnell lediglich mit ihrer Religion und der anderen kulturellen Prägung erklärt wird – ohne sich mal richtig fest an die eigene Nase zu fassen, noch besser eventuell: in diesen Kolben im Gesicht zu zwicken.

Und Letzteres deswegen nicht, also dass manch Asylsuchende/r sich als Bittsteller/in bereit ist zu sehen, weil viele unter ihnen sehr wohl die Zusammenhänge so ähnlich zu sehen gelernt haben, wie sie beispielsweise Jean Ziegler sie in einigen seiner Bücher – so oder wenig anders – formuliert. „Dass Ursula von der Leyen zum Thema [Beteiligung der Bundeswehr, indirekt, an einer großen Tragödie im nordsyrischen Al-Mansura] bislang schweigt, [wie auch die Nachrichten auf ZDF oder ARD etc.] ist ärgerlich. Denn wenn die Bundeswehr schon die Planung von solchen Luftanschlägen unterstützt, sollte die Öffentlichkeit hinterher wenigstens erfahren dürfen, wer was warum entschieden hat“, schreibt die Oberbadische am 1. April 17. Ja, Ziegler und andere seines Schlages sind dem Mainstream umstrittene Personen, so umstritten wie die Politiken von der Leyen & Co es anderen sind. Aber …

Na ja, wollen wir nicht behaupten, da kämen einem gleich Erinnerungen an düstere Zeiten, wenn von Ziegler die Rede ist, oder wenn das Vermögensverteilungs-Thema so, wie von seinesgleichen angeschnitten wird. „In Basel soll eine Gedenktafel bei Käppeljoch [daran] erinnern. … [, dass Ziegler und seinesgleichen …] mit dem Teufel verkehrt haben. Das da eben ist ausgemachter Qautsch: Anstatt „Ziegler“ müsste da nämlich was von „Hexen“ und deren Verbrennung stehen. Für zumindest 29 Frauen, von denen man Kenntnis hat, dass sie an jenem Ort einst vor recht langer Zeit gefoltert und getötet wurden, weil die Mehrheitsgesellschaft keine Meinung neben der ihrigen dulden wollte – und aus anderen Gründen -, wird erwähntes Gedenken beim Käppeljoch in Basel errichtet.

Versprochen: Ich nehme mich von nun an besser an die Leine. Kann doch nicht sein, den Leser so in die Irre zu führen: Hexen – Jean Ziegler usw. Demnächst womöglich noch Hunde? Weil letztere sollen, wie es sich auch in Deutschland gehört, eigentlich an der Leine gehen. In der Schweiz ist der sogenannte Leinenzwang aber von Region zu Region verschieden geregelt. Eigentlich müssen im Wald lediglich die Baselbieter und Aargauer Hundele an die Leine. In der restlichen Schweiz können sie lustig herumstreifen die meiste Zeit im Jahr und beispielsweise Bodenbrütern den Gar ausmachen. Und so spricht man im Amtsdeutsch oder Amtsschweizerisch von „Hunderiss-Zahlen“. Im Baselbiet liegen die im Jahr so um die 30 Vorfälle. Allerdings müssen die lieben Hunde im Baselbiet im Winter nicht an die Leine. Schließlich müssen sie ja auch mal Auslauf in den Wäldern haben. Rehe sollen kopflos vor allem dann zu rennen beginnen, wenn sich ihnen Hunde nicht kläffend, sondern leise nähern. Ach so ja: In Basel-Stadt müssen Hunde überhaupt nicht an die Leine. Wahrscheinlich werden von Hunden angefallene Menschen nicht unter die Hunderiss-Zahl subsummiert von der Behörde. Versicherungen dürften in einem solchen Fall für die entstandenen Kosten auch dann einstehen, wenn der Halter eines Hundes nicht ermittelt werden konnte, ist zu hoffen. Eine Krankenkasse hat ein jeder Schweizer.

Henry Habegger schreibt in der BZ vom 4. April 17: „ … Aber die neue Krankenkassen-Initiative, die jetzt aus der Westschweiz lanciert wird, ist aus anderem Holz geschnitzt. Sie ist keine Radikalkur, sondern eine Therapie in quasi homöopathischer Dosierung. Sie gibt den Kantonen mehr Einfluss, aber auch mehr Verantwortung bei der Tarif- und Prämiengestaltung in der obligatorischen Krankenversicherung. Gleichzeitig wird aber kein Kanton gezwungen, das neue System zu übernehmen. Wer will, bleibt beim heutigen. Also insgesamt ein sehr föderalistischer, ein sehr schweizerischer Ansatz. Ein Ansatz, der zudem den Wettbewerb zwischen zwei Systemen und auch zwischen den Kantonen verspricht. … Es spricht also viel für diese Initiative. … Wenn Kantone mehr Macht erhalten und mehr mitreden können bei Tarifen, kann das nur von Vorteil sein. Denn sie haben im Unterschied zu den Krankenkassen und deren Alliierten wirklich ein Interesse an möglichst tiefen Gesundheitskosten und damit Prämien.“ Die Sympany Unfallversicherer knackten gerade die Milliardenmarke. Die scheinen groß rauszukommen. Medartis in Basel wächst ebenso rasant. Der Name sagt es schon, es ist ein medizin-technisches Unternehmen. Gelegen ist es am Stücki-Science-Park in Basel. Produziert wird NUR in der Schweiz, sonst nirgendwo auf der Welt. Implantate. Noch ist die Medartis nicht an der Börse notiert und keinesfalls will sie sich wie einst die Synthes an Johnson & Johnson oder andere große – amerikanische – Haifische in der Med-Branche verkaufen, siehe auch die schweizerische Symetis (Herzklappen) – noch ist es also nicht so weit oder vielleicht wirklich nie! Gerade erst erfolgreich an die Börse ging die Berner Galenica Santé. Sie ist diejenige Tochtergesellschaft der Galenica, die die meisten Apotheken der Schweiz beliefert. Kann gut sein, schreibt die NZZ am 08.04.17, dass „Galenica Santé per 12. Mai in Galenica umbenannt wird.“

Erfolgsgeschichten made in Switzerland also! Ein weiterer Erfolg zeichnet sich gerade dort ab, wo der Kaiser sogar allein hinzugehen gedenkt: aufs Dusch-WC. Wer schon mal in der Türkei war, weiß so in etwa, was gemeint ist. Ein WC, wo ein Wasserstrahl angedreht werden kann, noch auf dem Klo sitzend, mit dem dann ALLES saubergewaschen werden kann. Tolle Erfindung. Und diese Erfindung scheint auf dem Markt für solche Artikel mehr und mehr Zuspruch zu erhalten in Nord- und Mitteleuropa. Villeroy & Bosch sollen auch schon auf den neuen Badezimmer-Trend aufgesprungen sein. Und bekanntlich macht das sogenannte gemeine Volk gern und erst dann Trends nach, wenn sie die Oberen einmal als chic empfanden. Gewiss könnte man so einen Thron auch in Holz anfertigen, wie ihn die Türken eben schon in der einfachsten Wohnung seit Jahren haben bei sich in der Türkei. Schreinerei Berger und Formativ in der Rebackerstraße 2/1, 79400 Kandern- Holzen sollten sich diese Geschäftsidee wirklich mal durch den Kopf schießen lassen – „Türkenklos für Badens Popos aus Holz“. Klingt doch wie ein gelungener Werbeslogan. Der ist hiermit urheberrechtlich geschützt! Die beiden, Formativ und Berger, gelten jedenfalls als kreativ. Komplette Küchen und Bäder stellen die beiden unter anderem her. Sie fertigen offenbar gern sogenannte Unikate an – also jeder seinen ganz speziellen Balken, um darauf sitzend sein Geschäft zu erledigen? Nee jetzt mal ernster. Die beiden sollen wahrhaft und wirklich auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft eingehen, schreibt die Oberbadische am 1. April 2017 – und es scheint kein Aprilscherz zu sein. Anfragen können gewiss nichts schaden in puncto Türkenklo aus Holz, verehrte Leser (07626-8036). Bedenken Sie doch: Was raus muss, das muss halt raus! Wir sind doch alle nur Menschen, stimmt’s?

Und manche Leute geben sich nicht damit zufrieden, lediglich auf der Toilette ES täglich einmal raus zu lassen. Die wollen einfach weg. Und was läge da im Dreiländereck wohnend näher, als sich an den Euroairport zu begeben? Nun, der Euroairport und seine neuen Destinationen liegen manchem eventuell näher zwecks Wegkommen als in der Stammkneipe Biere wegzuhauen. Zumal es nun vom Flughafen Mulhouse-Basel auch nach Dubrownik, Sylt, Jersey, Osijek; und mit der Small Planet nach Zypern, wie ja auch seit Jahren mit der Easyjet bekanntlich. Klar, man könnte auch mit dem Auto auf den Balkan, nach England oder eben nach Sylt fahren. Um nach Zypern mit „des Deutschen Mannes besten Freund“ zu gelangen, müsste man das Gefährt entweder umnutzen oder aber auf ein Schiff verladen lassen, was wahrscheinlich schwierig und vor allem teuer sein dürfte – durch die Türkei brettern bis nach Mersin und dann mit der Fähre? Also umnutzen!

Mit Umnutzungen hat sich Frau Barbara Buser im Großraum Basel einen Namen gemacht. Klar doch: Dafür hat sie einen Naturschutzpreis erhalten. Es geht bei ihr darum, Dinge umzunutzen: siehe das Hanro-Areal im Liestal/Schweiz, das Walzwerk in Münchenstein/CH. Sie ist auch die Gründerin der „Bauteilbörse Basel“. Ihre Ideen finden Verbreitung in der Welt. Pro Natura Basel hat dann wohl für 2017 die RICHTIGE gewählt, um ihren Naturschutzpreis entgegen nehmen zu lassen.

Weniger gut gewählt, kommt vielen der Entschluss der „Basellandschaftlichen Kantonalbank“ vor, die aus Sicht manches Kunden zu viele ihrer Schalter schließen möchte. Sie mag verstärkt Online gehen anstatt. Diese Bank hat sogar eine Bank auf Rädern im Repertoire, welche 6 Gemeinden abklappert mit ihrem Dienst – grenzt doch schon an Romantik, oder? Nur noch 18 Schalter, wo menschliches Personal bedient, sollen im Baselbiet bestehen bleiben. Videoberatung gibt es ansonsten – eventuell – anstatt. Für manch Senioren lassen solche Entscheide einer Bank gewiss recht dunkle Wolken aufziehen.

Die Arbeitsgemeinschaft der „Senioren/AG 60 plus“ der SPD Lörrach kann sich nicht wirklich beklagen. Die sind recht aktiv. Trafen sich neulich zur Mitgliederversammlung im Gasthaus Sonne in Schopfheim. Das ist dort, wo man zum Mittagstisch nur schwer, bis gar keinen Platz erhält und andere Gäste, die zeitlich nach einem kommen, an einen Tisch gesetzt werden, vor allem, wenn man alleine kommt und neu ist. Nun, was soll’s. Beim Griechen um die Ecke sind sie sogar ausgesprochen freundlich, sogar, wenn der Laden mal wieder brummt – und schmecken tut es dort auch. Das ist hier somit so was, wie ein Rat. Bernd Sevecke (ehemaliger Leiter des Markus-Pflüger Heims in Schopfheim) wurde jedenfalls wieder zum Vorsitzenden des Kreisseniorenrates gewählt. Hartmut Brauer ist nun sein Stellvertreter. Herr Seveckes Frau, die Giesela, ist Schriftführerin. Die eben Genannten gemeinsam mit Herrn Asal werden am 29. Juli 2017 in Esslingen an der Landesdelegiertenkonferenz der AG 60 teilnehmen. Man darf gespannt sein, welche Nachrichten sie von dort mit sich bringen werden. Dass die genannten Delegierten der AG 60 als archäologische Sensation in Esslingen gehandelt werden, dürfte die Nachricht von dort wohl nicht werden. Eher nicht. Indes sind es dennoch Lörracher, die einen sensationellen Fund gemacht haben, und zwar in Stetten, welches vor den Toren Basels liegt. Das Tennisheim des TuS Lörrach-Stetten sollte nämlich erweitert werden. Und da geschah ihnen, was auch in Orten wie beispielsweise auf Zypern oft passiert, wo uraltes Zeug plötzlich zum Vorschein kommt beim Buddeln, dass sogar auf ein versteinertes Skelett eines Heterodontosaurus gestoßen wird. Erweiterung der TuS Tennisklause kann man somit vorerst wohl vergessen? Des Weiteren heißt der Fund für die oder den einen oder anderen im Verein ja vielleicht doch, besser gleich ins archäologische Fach hobbymäßig zu wechseln, bis wieder anständig Tennis gespielt werden kann!? Herr Wehner und Herr Wetzel haben das versteinerte Raubtier von Stetten gefunden und gemeldet – den „Wehn-Wetz-Saurus!“ Vielleicht wird schon bald eine Replik dieses Sauriers am Fundort in Stetten zu sehen sein und den eben ersonnen Namen erhalten?

Jedenfalls wird eine Replik vom sogenannten „Männle“ auf dem Sener Platz Lörrachs das Original demnächst vertreten. Doch Letzteres nur dann, wenn die Spendenfreudigkeit der Lörracher und anderer entsprechend groß ist. 40.000 Euro-Stutz kostet so etwas. Ist auch Ihnen das Männle oder öffentliche Kunst im Allgemeinen in Lörrach solch einen Betrag wert? Guido Neidinger schrieb darüber am 1. April 17 und irgendwie muss da was dran sein, trotz des Datums (Oberbadische). Sie haben also die Wahl, verehrte Leser: Geld für Kunstprojekte zu spenden oder abwarten. Sie haben die Wahl allerdings auch, wenn Sie zukünftig mit dem Rad unterwegs sein werden. Genauer: Es steht zur Wahl, ob sie mit ihrem Fahrrad lieber auf der Straße fahren oder eben doch dort, wo die Fahrradfahrspur ansonsten angezeigt ist im deutschen Teil des Dreiländerecks – am Straßenrand oder auf den Gehsteigen. Dass Sie nun die Wahl darüber haben sollen unterwegs auf zwei Rädern, basiert auf einem Gerichtsentscheid. Von daher nicht wundern, wenn demnächst still und leise die blauen Schilder verschwinden, die ansonsten als festlegen, dass Radfahrer hier und nirgends anders zu fahren hätten im öffentlichen Verkehr. Ein bisschen Geduld ist aber schon noch von Nöten, bis es so weit sein wird – schätzungsweise 2 Jahre; dieser anvisierte Zeitraum wird hierzulande wahrscheinlich nicht dem prolongierten Beispiel des Flughafens in Schönefeld/Berlin folgen, wo sich noch immer nichts tut; und wo im Gegenteil die Bevölkerung bereits ihren Unmut kundtut darüber und fordert, dass der gute alte Flughafen Tegel keinesfalls geschlossen wird!

Im Südwesten der Republik, genauer in Schopfheim, soll die Bevölkerung sich mehrheitlich für ein Krankenhaus im Ort aussprechen – ja, auch fordern. Bloß wo den Kasten in der Gemeinde neu hinbauen? Viele finden, dass das vorhandene Krankenhaus einfach nur aufgemöbelt gehört, also in irgendeine erkenntlichere Richtung zu spezialisieren sei, anstatt eines Neubaus, und den womöglich noch in nächster Nähe zur Bundesstraße – versteht sich, all das nach Abstimmung mit den Spezialisierungen anderer Häuser. In Schopfheim scheint, wie in Berlin, langes Warten und eine größere Portion Geduld gefragt, bis die Herren und Damen im Landratsamt Lörrach klarer sehen. Um die Ecke von Schopheim, im Kleinen Wiesental, wo die vielen Kräuter auf den Wiesen anzutreffen sind, kommt das ersehnte Fördergeld für die Wasserwirtschaft und für sogenannte Altlasten wahrscheinlich endlich mal an. Man wurde bei der Verteilung der Gelder aus dem Fördertopf berücksichtigt. Im Landkreis Lörrach erhalten die Wiestäler dieses Jahr sogar den höchsten Förderbetrag. Ganz durch ist das Ding allerdings noch nicht. Der Landtagsabgeordnete Rainer Stichelberger SPD geht nach einem Bericht der Oberbadischen vom 1. April jedoch davon aus, dass dem so sein wird.

Andernorts, nämlich in Zell im Wiesental, beschäftigt unter anderem „die Umsetzung der neuen Weide-Wald-Abgrenzungen. Wenn diese durch den Forst so umgesetzt werden soll, wie es 2016 geplant war, würden viele Weidegrenzen oder Gebüschgruppen, die als Unterstände für Weidetiere dienen, zum Wald zugeschlagen werden. Die [genannte Umsetzung] könnte nicht im Sinne der Stadtverwaltung sein, so die Meinung vieler Mitglieder [des Landschaftspflegevereins Zeller Bergland]. Man einigte sich darauf, in den nächsten Wochen eine Kooperation zwischen Stadtverwaltung, Landschaftspflegeverein und Forst zu forcieren, damit eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann. Auch Diethild Wanke von der Weideberatung des Landratsamts Lörrach will die Landwirte bei diesem Thema unterstützen. Sie freute sich, dass für den Mambacher Geißenberg ein neuer Bewirtschafter gefunden wurde (Oberbadische, 1. April).“

Bergig ist es in der Region gleichwohl. Nicht all zu hoch. Von Kandern kann über den einen Berg (südöstlich), vorbei am bereits erwähnten Anfang des Roten Rain Weges nach Schlächtenhaus und Steinen gelangt werden. Eine zauberhaft schöne Strecke wie in den Werbefilmen aus der Schweizer Alp, wo die Milch noch gut schmecken soll. Das „Scheideck“ im Wald lässt man auf der Fahrt von Kandern kommend Richtung Steinen rechts liegen, wie auch die Jugendherberge, in der vor noch nicht allzu langer Zeit Flüchtlinge untergebracht waren. Kann gut sein, dass einige von ihnen der abgelegenen Lage wegen nicht so glücklich darüber waren, dort behelfsmäßig untergebracht worden zu sein – damals. Kann aber auch sein, dass die dort einst wegen Platzmangel untergebrachten Flüchtlinge inzwischen die grüne Ruhe, den nahen Forst, Weiden und die Pferde auf der Koppel ums Haus vermissen und womöglich gar verklären in der Erinnerung. Wahrscheinlich ist es auch den eben genannten Neuzugezogenen zu danken, dass im schönen Steinen, welches direkt an der Bahntrasse nach Basel oder Zell im Wiesental liegt und für seine Schwarzwald-Wurstprodukte sogar in London bekannt ist, wo man eine Zweigstelle für die Produkte eines ortsansässigen Unternehmers bislang erfolgreich unterhält, die Zahl der Kinder, die einen Platz in einem Kindergarten brauchen, recht spürbar gestiegen ist. 2016 zogen 50 Kinder nach Steinen mit ihren Eltern, jetzt sind es bereits 70. Das Bürgermeisteramt Steinens mit seinem Stab scheint noch an einer Lösung dieser Herausforderung zu operieren. Da ist es durchaus vernünftig, werden einige nicht nur in Steinen schlussfolgern, nun endlich eine Überbrückung der B317 vor Steinen in Angriff zu nehmen, sei notwendig geworden. Spatenstich war am 01. April 17.

Und zuletzt noch dies aus Steinen: Der „Vogelpark Steinen“ ist wieder geöffnet. Zahlreiche Jungtiere sind zu sichten, so auch ein Baby-Känguru. Zu den Höhepunkten zählen anscheinend aber die Flugshows und die Berberaffen-Fütterung. Der Vogelpark ist also so eine Art Kleinzoo, auch mit Tieren hinter Gittern. In gewisser Weise haben die Tierchen im Vogelpark so und teils hinter Gittern ihren garantiert vertraulichen Raum, der sie schützt. Das ist gewollt, dass sie sich im Vertrauen darauf zurückziehen können. Im schweizerischen Olten gab es im Jahr 2013 eine sogenannte Babyklappe, wo Mütter in Not geraten, ihr Baby ablegen konnten im Vertrauen darauf, dass der/die kleine Erdenbewohner/in irgendwie überlebt. Jetzt sollen Schwangere eine vertrauliche Geburt in Solothurn, wie auch in Olten durchführen können. Was das bedeutet? Die Mütter brauchen vor, während und nach der Geburt ihre Identität nicht preiszugeben. Sind 6 Wochen verstrichen, kann so eine Frau das Neugeborene zur Adoption freigeben. Nur wie die Mutter die Zustimmung zur Adoption geben kann, ohne ihre Identität preiszugeben, dass bleibt vorerst weiterhin das Geheimnis von Isabel Hempen, die einen Artikel dazu in der Schweizer BZ vom 4. April 17 veröffentlichte. Die Betroffenen scheinen ein Pseudonym zu verwenden – und wirklich nicht mehr!? Irgendwie pseudo, oder?

Und manch Schweizer wohnt Art pseudomäßig in einer Stadt der Schweiz. Nach Schweizer Zivilrecht ist nämlich das Bürgerrecht in der Schweiz an den Heimatort gebunden. Es ist somit vor allem Gemeindebürgerrecht. Vielen Schweizern ist es eine kleine Stange Geld wert, sich an ihrem gegenwärtigen Wohnort einbürgern zu lassen. Sogar die Stadt Basel selbst wird da aktiv. Sie schreibt Leute an und bietet an, sich doch das Basler Bürgerrecht zu holen, beispielsweise als Züricher, der in Basel schon länger wohnt und arbeitet. Dass die Anzahl jener, die Basel wählen als Lebensmittelpunkt zunimmt, spricht vor allem auch dafür, dass es vielen inzwischen chic erscheint, als Basler zu firmieren – was vor Jahren für Züricher undenkbar war. Lokalpatriotismus adé!? Doch nicht jeder kann das zu durchlaufende Auswahlverfahren bestehen im Bürgerrechts-Erlang. Nur BRAVE Leute werden Basler, vor allem jene, die für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen, Arbeiten gehen und möglichst kein allzu langes Strafregister haben.

Ob Marhte Gosteli aufgrund ihrer politisch orientierten Aktivitäten auch ein Strafregister hat/te, ist hier nicht bekannt. Gewiss hat man sie in gewissen Schubladen und dergleichen gewisser Schweizer Behörden geführt und aufbewahrt – und vielleicht auch beobachten lassen? Nun, die große Frauenrechtlerin ist in ihrem 100sten Lebensjahr verstorben. Sie hatte in den 60ern des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich die Schweizer Frauenbewegung engagiert mitangeführt („Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung“ in Ittigen – Bern). Einen Ehrendoktor der Uni Bern erhielt sie 1995. 100 Jahre alt zu werden, hat schon was Majestätisches.

Die nationalrätliche Rechtskommission hat … mit 13 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung eine parlamentarische Initiative von Beat Flach … gutgeheissen. Flach verlangt die Streichung von Artikel 296 des Strafgesetzbuches [der Schweiz]. Dieser stellt die öffentliche Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts unter Strafe,“ besser bekannt unter der Majestätsbeleidigung. Wirklich immer wieder erfrischend fortschrittlich, diese Schweizer, und wie sie es schaffen, sich den Gegebenheiten rechtzeitiger als andere anzupassen – nicht immer, aber öfters. Und des Weiteren: „Die Rechtskommission ist der Ansicht, das Schweizer Strafrecht stelle auch ohne Artikel 296 genügend gesetzliche Grundlagen für eine Strafverfolgung zur Verfügung! (NZZ 08.04.17).“

In der oben bereits zitierten Ausgabe der NZZ und in Sachen Justierung erfahren wir beispielsweise, dass die Leitung der Basler „Kaserne“ von Sandro Lunin übernommen wird. Er verlässt das „Theaterspektakel“ Zürich. Der 1958 Geborene sei „die richtige Wahl für Basler Koproduktions-, Gastspiel- und Konzerthaus!“ Der Künstler und Basler Thomas Ritz erhält den Keller-Wedekind-Stiftungs-Preis. Er hinterfrage „unser Verhältnis zur Wahrnehmung und damit zur Wirklichkeit.“ Auch im französischen Elsass war Anpassen angesagt. Nun ist der Kraftakt wirklich vollendet. Peugeot hat im elsässischen Mulhouse seine Produktionsabläufe erneuert. Scheinbar können nun an einem Band verschiedene Autotypen hergestellt werden – „eine Revolution“ schreibt die L’Alsace begeistert. 56 Autos in 1 Stunde gehen vom Band. Der Peugeot 2008, 508, 508SW und der D57 Crossback werden so hergestellt. 18 Monate hat die Installation des neuen Produktionsverfahren bei Peugeot (PSA) in Mulhouse in Anspruch genommen.

Ein bisschen mehr Zeit als eventuell sonst sollte Ihr bevorstehender Besuch der 34.sten Buchmesse in Saint Louis/ Elsass schon in Anspruch nehmen, verehrte Leser. Die Buchmesse wird vom 12. bis zum 14. Mai ihre Pforten inmitten Saint Louis offenhalten für Sie. Das Motto der Buchmesse dieses Jahr lautet übersetzt: „Zusammenleben. Einer mit dem anderen!“ 200 Autoren, Denker, Romanciers sowie auch andere Künstler werden anwesend sein. Das alles geschieht unter der Leitung Herrn Jean-Claude Carrière, der als Ehrengäste Herrn Bernd Werber, Sylviane Jaoui, Franz-Olivier Giesbert und Tonino Benacquista haben und vorstellen wird. Gewiss wird die Buchmesse („édition du forum du livre“) unschlagbar, sozusagen, für das kulturelle Leben der Stadt und der Region einmal mehr ausstrahlen, gewiss auch viele Fragen aufwerfen, die beantwortet werden sollen – und teils wohl auch beantwortet werden.

Roger Federer ist DER Basler, der sie ALLE im Tennis derzeit schlägt, woran es wahrscheinlich wenig bis gar nichts zu hinterfragen gibt. Den FC Basel, der in der obersten Fußballliga der Schweiz spielt, wünscht man sich mal für eine volle Saison in der Bundesliga und/oder in der französischen Premier Division spielend, sowie den Freiburger FC in der Premier Division und/oder der Super League der Schweiz und den RC Straßburg – solange dieser nicht in der Premier Division Frankreichs untergekommen ist – in der 2. Bundesliga und/oder der 2. Liga der Schweiz. Deutschland eckt von seinen Dimensionen her inmitten Europas eh zumindest 4 Mal an Nachbarn an, die auch Fußball spielen können, sodass sich 4 Mal solch grenzübergreifender Austausch organisieren ließe. Wird nämlich höchste Zeit, dass Europa im Inneren endlich noch ersichtlicher und spürbarer zusammenwächst, warum nicht auch noch betonter über den Sport, den sich offenbar die meisten ansehen!?

Bayern München in der tschechischen und/oder österreichischen Liga – hurra, au ja toll! Das wollen wir sehen, allerdings dann mit der Auflage, sich keine neuen Spieler einkaufen zu dürfen. Doch wahrscheinlich reichen die, die sie haben, um dort noch weitere 5 Jahre lässig Erster werden zu können? Jedenfalls würde dann endlich mal jemand anders Meister in der Bundesliga werden; was so inzwischen auch auf den FC Basel zutrifft, der andauernd den Super League Meister der Schweiz stellt, ALLES GUTE DORTMUND – „… and give peace a chance … (Lennon, Ono)!“

 

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Kandern und das Mehr

03.12.12

Die Wahlbeteiligung lag bei 56,6 % bei den Wahlen zum Bürgermeister von Kandern. Im Kanderner Ortsteil Sitzenkirchen betrug die Wahlbeteiligung 74 % und war somit die höchste in den zu Kandern zählenden Ortschaften. Der von der CDU unterstützte Christian Renkert aus Schliengen entschied das Rennen für sich. Fast 2/3 der Wähler scheinen sich für ihn als zukünftigen Bürgermeister entschieden zu haben. Der angeschlagenen CDU wird das Wahlergebnis ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Für Kandern dürfte das Wahlergebnis schlechtestenfalls bedeuten, dass die Anbindung der Bahn an Lörrach und somit Basel in weite Ferne rückt, dass das Prestigeprojekt Stadthalle komme, was wolle durchgezogen wird und dass mehr oder minder alles beim Alten bleibt. Letzteres ist wahrscheinlich nicht mal das Schlechteste und vielleicht auch daher konnte Renkert gleich im ersten Durchgang die Wahl für sich entscheiden. Dass ein Nicht-Kanderner sich gegen 2 Kandidaten aus Kandern durchsetzen konnte, verwundert uns wenig. Denn Schliengen ist nun nicht gerade sonderlich weit gelegen von Kandern. Hinzukommt, dass das Profil Renkerts – Anwalt, CDU, Herr Doktor, etc. – die Wählerschaft in unsicheren Zeiten dazu verleitet haben dürfte, für so einen Kandidaten zu votieren – einer, der die Gesetze zumindest einigermaßen kennt. Seltsam allerdings war der Umstand, dass der Name des Kandidaten der Linken, Jukka Tolonen, noch auf den Stimmzetteln stand. Wie zu erfahren ist, war dessen vorzeitiger Rücktritt nicht allen Wählern bekannt. Inwieweit dieser Umstand die Wahl und ihr Ergebnis in Zweifel zieht, gilt es zu eruieren. Der alte Bürgermeister Winterhalter hatte das Amt 16 Jahre inne. Und auch hier gilt es zu eruieren, welche Hinterlassenschaften seine Amtszeit noch ans Tageslicht bringt. Wie zu hören ist, soll er „ausgebrannt“ sein. CDU-Kandidaten in der Region konnten das Bürgermeisteramt auch in den Ortschaften Schönau und Binzen besetzen. Verwunderlicherweise, trotz Frau Merkel, ist keine Frau unter den von der CDU gestellten Bürgermeistern in der Region zu sichten. Der Kandidat der FDP musste sich mit enttäuschend wenig Stimmen zufrieden geben (6,8%). Am 04.12.12 können die Gelben Säcke in der Kernstadt von Kandern – aber nicht etwa des schlechten Wahlergebniss‘ des FDP-Kandidaten wegen – rausgestellt werden! Soviel zum Wahlblues – vorerst.

nov12 076

Dass die Stilrichtung Blues im Badischen noch nicht ausgestorben zu sein scheint, demonstriert zum Beispiel alle-Mittwoch-Abend-wieder das Chah Bah in Kandern. Ein kleines kulturelles Highlight im Kandertal für, wie es scheint, die Generation Babyboom (also die in den 50ern und 60ern Geborenen). Doch auch andernorts in Baden ist immer wieder davon zu hören, dass längst Totgeglaubte plötzlich wieder auf der Bühne stehen und die guten alten Rhythmen des Blues anstimmen – wenn auch oft schwer unterscheidbar vom Rock.

Weihnachten ist inzwischen überall ausgebrochen. Die weihnachtliche Beleuchtung der Innenstadt von Mulhouse im Elsass hat uns besonders gut gefallen. Kandern scheint sich in Sachen Weihnachtsschmuck auf den Straßen und an den Häusern zurückzuhalten, was viele gewiss als etwas Positives verbuchen. Hängt wahrscheinlich mit dem Umstand zusammen, dass die Bevölkerung Kanderns mehrheitlich Evangelisch ist. 

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