Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘cembalo’


 

Cembalo at its best.

Die Pharos Arts Foundation hat sich in den letzten Wochen iranischem Kunstschaffen zugewendet. Wie am 12. April bereits hier berichtet wurde, fand in ihren Räumen die Aufführung eines iranischen Filmes statt. Am darauffolgenden 25. April nun gab es einen iranischen Cembalisten, der ein Konzert auf dem Cembalo des Veranstalters, Caro Kaeyehan, gab. Kaeyehan ließ die Hörerschaft vor dem Konzert wissen, dass er das Cembalo vor vielen Jahren in Bologna gekauft habe. Es handle sich um ein venezianisches Cembalo, von denen es, meinte er, seinerzeit viele in Zypern gegeben haben soll.

Mahan Esfahani, ein im Iran geborener und vor allem in England tätiger Musiker spielte auf diesem schön verzierten venezianischen Instrument aus alten Zeiten. Seine Virtuosität auf diesem wunderbaren Cembalo hat das Publikum hingerissen, welches leider mal wieder nicht zu solch einem perifären Leckerbissen in der Musikwelt sehr zahlreich erschienen war. Das Publikum verlangte Mahan Esfahani dennoch drei Beigaben ab zum Schluss. Esfahani, der „König der Tastatur“, wie er zweilen von Kritikern genannt wird, studierte mit namhaften Lehrern in England, den USA und in Italien. Seine Konzerte in England, wie auch im übrigen Europa, in den USA und im Fernen Osten, werden von den Kritikern im Allgemeinen hoch gepriesen.

 

Einen großen Erfolg verbuchte er auch an jenem Abend in Nikosia. Sein Programm umfasste Cembalowerke von William Byrd (1540-1623),Girolamo Frescobaldi (1583-1643), Johann Sebastian Bach (1685-1750), Dietrich Buxtehude (1653-1707) und Domenico Scarlatti (1685-1759).

Seine unglaubliche Beherrschung der Tastatur, die alle Facetten des wunderbaren Instrumentes zum Erklingen bringen konnte, zeigte auf, wie vielfältig er die verschiedenen Klangnuancen zu interpretieren weiß, obwohl sämtliche Stücke aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert datierten. Die Werke Bachs und Buxtehudes präsentierten den eher schwereren Stil, wie man ihn aus dem deutschen klassischen Barock zu kennen glaubt, sich an deren Orgelmusik anlehnend, wobei hingegen die Sonaten Scarlattis eine italienische Leichtigkeit und Lebensfreude verbreiteten.

 

Cembalo Rezitals in solcher Fülle kommen selten in die Konzertsäle – und noch seltener von einem gebürtigen Iraner dargeboten. Umso mehr gehört dieser Abend zu einem der seltenen Konzerte, die bleibenden Eindruck hinterlassen.

Read Full Post »