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Posts Tagged ‘deutschland frankreich achse’

Es sieht doch eigentlich gar nicht so schlecht aus.

Der heutige erste Tag im Jahr war vom Wetter her durchwachsen, also eher schön und angenehm als unerfreulich. Ins Wasser bei Maroni zu steigen, wäre heute längst nicht so angebracht gewesen wie gestern. Gestern war das Wasser des Meeres fantastisch, angenehm kühl, nicht zu kalt, windstill war es und die Sonne schien ohn‘ Unterlass.

Die Löhne sind in den USA seit über 3 Jahren nicht gestiegen, wird immer wieder gesagt, und dies vordringlich wegen der Konkurrenz aus China, angeblich. Dies und noch einige weitere Faktoren führten – inzwischen allgemein bekannt – aber auch zur Wahl Donald Trumps in den USA und zum Entscheid für einen Brexit der Briten. In Orten wie Griechenland oder Portugal kamen linke Regierung an die Macht. In Deutschland sind die Würfel diesbezüglich längst noch nicht gefallen.

Soll heißen:

Anstatt linksgeführt, scheint eine grün/schwarze Regierung in Berlin zukünftig durchaus wahrscheinlicher zu werden. Die Zeit für so etwas ist reifer geworden?

Trump und seine aggressiven Ankündigungen, siehe Handelsbarrieren gegenüber China oder gegenüber Europa, bringen hoffentlich keinen ausgereiften Handelskrieg auf den Plan. Hoffnung gibt, dass Trump über Mexiko und Kanada, und die mit diesen Ländern kürzlich getroffenen Vereinbarungen, den US-Druck auf Europa vorerst herausnehmen könnte. Weniger deutsche Autos müssten auf den US-Straßen von der Anzahl her fahren, meint Präsident Trump.

Wir sind geneigt, seine Ansicht positiv zu interpretieren. Das Potential, welches eine vermehrte Annäherung an die sogenannten neuen Autotypen in sich trägt, ist einfach zu ersichtlich, um von dunklen Wolken zu schreiben, die in den Abgrund ziehen könnten. Die sogenannte Umwelttechnik in den Karren, die wir fahren, ist gemeint.

Repatriierte Gewinn-Steuern wurden von Trump vor Kurzem gekappt, also genauer: er veranlasste eine Steuerreform, die die Körperschaftssteuer, Spitzensätze der persönlichen Einkommenssteuer et cetera kappte. Die eine Folge dessen ist beispielsweise, dass viel Geld zurück in die USA seither fließt.
Die angesprochenen Maßnahmen könnten allerdings auch zu einem Budget-Defizit führen. Letzteres könnte uns Europäer eventuell auch erschüttern. Weil durch solch Defizit die Zinsen hochgetrieben werden, siehe kurzfristige Staatspapiere, die im Wert inzwischen schon über den deutschen liegen sollen.

Die Nullzinspolitik beizubehalten, darüber hinaus, wird für Europa schwierig. Behält man diese Politik dennoch bei oder eben nicht, das ist die Frage, die schon demnächst beantwortet werden darf. Der Wert des Euros steht nämlich zuvorderst zur Frage in diesem Kontext – und somit ein gutes Stückweit auch unser Wohlstand!

Neue Bündnisse zu knüpfen, erscheint daher einleuchtend – sowie einen faireren Umgang mit den Afrikanern zu installieren. Diesem Letzteren wird sich in den nächsten Paar Dekaden zu widmen sein: je früher, intensiver und fairer, desto besser!

 

Trump und der Ex-US-Präsident Reagan liegen gar nicht so weit von einander entfernt, wenn Teile ihrer Wirtschaftspolitiken in Augenschein genommen werden. Beide veranlassten eine Steuerreform, die die Zinsen hochtreibt. Der Dollar steigt dabei im Wert an. Schwellenländer kamen und kommen in Schwierigkeiten dadurch. Finanzkrisen sind, waren und werden die Folge sein. Länder wie Mexiko oder die Türkei gingen damals in den Staatskonkurs. Und ein solches Ergebnis ist anhand der trumpschen Politik dort durchaus wieder zu erwarten.

Die Türkei ist also so ein Wackelkandidat, Indonesien und Argentinien auch. Kurz: Eine neue Schuldenkrise dürfte schon demnächst hie und da aufkommen, so auch in Großbritannien, die zu gewissen Verwerfungen führen dürfte.
Diese Krise kann allerdings auch als goldene Chance begriffen werden – zum Beispiel jener Chance, sich in etwas, nicht vollends, betont kritischere Distanz zu der US-amerikanischen Demokratieabbaumaschinerie zu begeben. Dessen sollten sich auch die Briten im Klaren sein, und keiner sollte glauben, dass ein Sich-Anbiedern an China einem die Fusselarbeiten abnehmen wird – so etwas wie die Lösung darstellt.

Zurück zu den Briten:

London lehnte den Vorschlag Brüssels ab, dergestalt aus der EU auszutreten, als wären sie gar nicht ausgetreten. Großbritannien scheint da lieber auf Freihandel machen zu wollen, speziell bei so genannten Gütern. Dies wäre aber Rosinenpicken, meint Brüssel dazu. Kann gut sein, dass Brüssel da etwas über-dogmatisch reagiert. Doch, wenn bei dieser Haltung geblieben wird seitens Brüssel, könnte es womöglich wirklich noch zu einem unkontrollierten Brexit kommen. Davon soll angeblich niemand profitieren.

Wir erinnern:
1963 stimmten vordringlich die Deutschen dafür, dass die Briten in die EWG kommen – unter Protest des Franzosen De Gaules.
Doch:
45 Jahre waren die Briten in der EU. Sie waren für die deutsche Wirtschaft insbesondere wegen ihrer offenen Handelspolitik ein Segen – und für viele Staaten der sogenannten Dritten Welt war dieser Segen eine zuweilen existentielle Bedrohung; hie und da ist er das noch immer. Und nicht nur das.

Die Briten erwiesen der EU einen gewissen Schutz vor Freibeutern der, sagen wir dazu mal, etwas höheren Kategorie; ein Schutz, der mit dem Brexit voraussichtlich ebenfalls wegfallen wird.

Und dann wäre da noch dieses Szenarium namens 35% = Sperrminorität.
Soll heißen:
Sollten die Briten aus der EU ausgetreten sein, werden die Länder im Süden mehr Gewicht zukünftig in der EU haben, wenn abgestimmt wird. Das dürfte auf längere Sicht eher zu einer allgemein gesunderen Durchmischung führen als die derzeit gegebene im EU-Parlament. Länder, die heutzutage nicht sonderlich wettbewerbsfähig sind, werden dann also das Sagen eher haben. Letzteres wird zwar dazu führen, dass sich die EU etwas einzukapseln beginnen könnte, was speziell für die deutsche Exportwirtschaft angeblich DER Graus sein soll. Indes sieht die Lage dann dennoch zunehmend vielversprechend aus, da die Länder aus dem Norden der EU die Bedürfnisse und Kapazitäten aus dem Süden besser in Entscheide mit eingebunden wiederfinden würden.

Insofern ist es schon verwunderlich, wie manche finden, man könne die Briten nicht so leichtfertig ziehen lassen. Nur weil Cameron (2016) eine Verzögerung der Maßnahmen, die eingeführt werden sollten in Großbritannien, um Sozialmigranten aus anderen Ländern in Großbritannien beschränken zu können, von Merkel und Co. seiner Zeit nicht gewährt wurde, haben sich die Briten in Richtung Brexit seinerzeit gewandt.

Vernunft sieht anders aus, zumal von gewissen Kreisen darauf spekuliert wird, dass bei erneuter Abstimmung der Briten über einen Verbleib in der EU – wenn es zu solch einer Abstimmung überhaupt kommt – ihnen diesmal gar die Cameron-Vorschläge seitens der EU angeboten werden sollten von Brüssel, um London in der EU zu halten. Das ist schon fast zynisch.

Sozialmigration sei „ineffizient“, wird immer wieder getönt.
Warum sollten Menschen nicht migrieren, um woanders sozial besser aufgestellt zu sein?
Das ist Abstimmung mit den Füßen. Ganz demokratisch.
Illegal?

Sozialleistungen müssten in einen ererbten und einen erarbeiteten Teil aufgeteilt werden, ist zu hören. Den erarbeiteten Teil könne man von den jeweiligen Gastländern (nur EU-Staaten sind gemeint) erledigen lassen, also: Arbeitslosengeld, Kranken- Rentenversicherung etc. Mit dieser Maßnahme wäre der Sozialmagnet abgestellt, wird kalkuliert, auch zu unserem eigenen, deutschen Vorteil.

Und dann, welch Schreck:
Plumps, hätten wir die Briten erneut oder immer noch in der EU mit ihren unersättlichen Sonderwünschen, das heißt, die würden dann nicht brexetieren. Den Briten darf man ruhig ein bisschen Freischwimmen zumuten in naher Zukunft, wie sie selbst es ja mal wollten mehrheitlich. Es ist an der Zeit, dass auch sie sich europäischen Herausforderungen europäisch zu stellen lernen. Schielen über den Atlantik oder über die Türkei nach China, bitte, das dürfen und können sie tun, doch nicht auf Kosten der europäischen Gemeinschaft, in der sie ein Mitglied sind oder wären. Das ist dann doch zu doppelt-gemoppelt!

Apropos doppelt:

So etwas wie Doppelkonjunktur haben wir nämlich derzeit in Germany, und die besteht aus Exporterlösen plus Binnenkonjunktur über die Baubranche. Die Leute wissen inzwischen nicht mehr wohin mit ihrem Geld – und die Republik wird auch daher etwas umgebaut. Den Deutschen geht es hörbar gut, den meisten wird behauptet.
Wie es Ländern so im Allgemeinen geht, liest man bestens an der Produktion im verarbeitenden Gewerbe und nicht am Sozialprodukt ab. In Frankreich ist die ausgewiesene Lohnstruktur allerdings eine eindeutig aufgemotzte. Sie entspricht derzeit nicht dem, was produziert und verarbeitet wird im Lande. Deutschland hat es zwar nach 10 Jahren Krise ‚geschafft‘, aus den finanziellen Schwierigkeiten zu kommen, allerdings mit Kollateralschäden: Mindestlöhne, Handelsbarrieren für arme Länder etc. Italien und Portugal sind noch schwerer in der Klemme als die Franzosen oder gar die Griechen im vorherigen Belang. Auch deswegen gibt es in diesen Ländern linke Regierungen.

Wir sind derzeit im Grunde in keiner Konjunkturkrise. Das Problem der Länder im Süden ist, dass sie in eine inflationäre Kreditblase durch den Beitritt zum Euro gerieten/dass man sie – eventuell geplant und ganz bewusst – dort hineingeraten ließ. Als der Euro in den 90er Jahren in der Diskussion war, zahlten die Länder im europäischen Süden noch hohe Zinsen, und deswegen wollten sie den Euro haben, auch, damit man ebenso niedrige Zinsen haben kann wie Deutschland.
Und ja, die Zinsen sanken sodann.
Doch ihre Schulden haben diese Länder ums Mittelmeer im Anschluss nicht angefangen, sagen wir, zielstrebig genug zu bezahlen.
Nein.
Man verschuldete sich erneut: Private, wie auch die jeweiligen Staaten. Es entstand ein kreditfinanzierter Lohnschub. Dieser hatte zur Folge, dass die Preise im Süden zu teuer wurden. Mit der Lehman-Pleite schwand das Vertrauen in diese Länder. Eine Massenarbeitslosigkeit brach sich ihren Weg unter anderem. Die politische Lösung war: Die EZB lässt Geld drucken. Wieso? Weil, die genannten Länder konnten sich ja auf dem Kapitalmarkt nichts mehr leihen. Ja, und recht praktisch war an dieser Maßnahme der EZB zusätzlich, dass mit dem im Süden gedruckten Geld Schulden der deutschen und französischen Banken im Norden beglichen werden konnten.

5 Ansätze, wie aus der Klemme gekommen werden kann:

Transferunion: Der Norden schickt eingenommene Steuergewinne in den Süden. Aber der Haken daran ist: 60% der EU-Bevölkerung wohnt im Norden, und die haben darauf wenig Bock. Der Herr Scholz, Finanzminister der BRD, schlägt auch daher eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung neuerdings vor. Letzteres wäre sogar eine Art Transfermechanismus durch die Hintertür, oder so. Doch die überhöhten Löhne im Süden würden auf diese Weise dennoch gestützt werden, wenn diese gemeinsame Arbeitslosenversicherung nicht noch flankierende Maßnahmen installiert bekommt.
Dass die weiter oben genannte Blase zu viel Siechtum in Italien im Lauf der Zeit führte, scheint erwiesen. Es gilt also wieder aktiver zu werden, auch in Italien.

Deflation: Die bedeutet Preissenkungen, die allerdings eine heikle Maßnahme sind als Weg aus dem Dilemma. Die Leute werden dann wahrscheinlich auf die Barrikaden gehen, wenn zu diesem Instrument gegriffen wird. Diese Art Chemotherapie ist höllisch – für größere Volkswirtschaften sowieso.

Den Norden inflationieren. Der Norden folgt dem Beispiel des Südens diametral, heißt das Inflationieren in etwa übersetzt. Die EZB versucht inzwischen, das allgemeine Inflationieren der finanzstarken Nordstaaten anzukurbeln. Doch das klappt nicht so recht. Italien ist um 38% bei seinen selbst erzeugten Gütern teurer geworden, anstatt, wie geplant, billiger. Man bräuchte schätzungsweise mindestens 16 Jahre, um das Inflationsdifferential durch solch inflationäre Maßnahmen wegzubringen. Daher wird so etwas wahrscheinlich eher nicht gehen. Die deutschen Sparer wären, davon abgesehen, keinesfalls amused.

Austritt und Abwertung. Durch Letzteres wird man schneller wieder exportfähig. Die Bevölkerung würde wieder eigene Produkte vermehrt kaufen. Die Produktivität könnte dergestalt angekurbelt werden. Doch Lohnerhöhungen dürfte es dann allerdings nicht geben. Und danach schreien die Leute gern zuerst.
Italien sagt zu all diesen Vorschlägen: entweder Transferunion oder wir treten aus! Minibonds werden ansonsten eingeführt, wird in Rom drohend angekündigt, die eine neue italienische Parallelwährung zur Folge haben könnten.

Schrumpfen: Es ist daher nicht auszuschließen, dass man die Italiener ziehen lassen wird müssen in der EU. Und wer weiß, wer noch alles die Koffer packen mag und/oder wird. Auch daher spricht unglaublich viel dafür, dass die Allianz zwischen Frankreich und Deutschland weiterhin der kleinste mögliche Nenner einer abgespeckten, zukünftigen EU sein wird/muss/sollte.

Dieser Ausblick macht durchaus Mut, schafft Zuversicht, zumal Frankreich auch Atomkraft ist – und das Schrumpfen in nahezu allen Bereichen der EU darf gern als Fastenkur (im Ökonomischen etc.) angesehen werden.

Heilfasten mit atomarem Rückenwind!

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