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Posts Tagged ‘Eröffnung’

Heute, verehrter Leser, erwartet Sie eine Übersetzung eines Artikels aus der griechisch-zyprischen Tageszeitung „Politis“ vom 21. Oktober 2018. Der Autor des Artikels ist Paulos Neofytos. Übersetzt von ADH.

Den kommenden Freitag, den 26. Oktober, wird die Eröffnung der Örtlichen (und Universitäts-) Bibliothek von Limassol stattfinden (https://in-cyprus.com/…/architecture/limassol-public-library). Es wird einer der seltenen Male, wo eine zyprische Bibliothek mit Leuten voll angefüllt sein dürfte. Nun, an solch inspirierendem Anlass kann nicht sein, dass die wahren „Meister“ und „Erbauer“ der Bibliothek fehlten, die ja nicht andere sind, als jene aufgeklärten Geister aus der lichten Vergangenheit unbekannt vielen heutzutage -, die in den 30er – Jahren gleich einer archaischen Idee dafür kämpften, auch „Blut“ vergossen haben:

Limassol eine Öffentliche Bibliothek!

So lautete ihre Forderung, und diese nahm anschließend Gestalt an, damit im Lauf der Zeit – in zeitlichen Abständen – ihr Gigantisches mittels „Kreuzrittern“ angesammelt wurde, Bücher [nämlich]. Tausende von Spendern trugen dazu bei.

Freitagabend wird jener Mann doppelt Grund haben, glücklich zu sein, der sich in unseren Tagen um die „Auferstehung“ der Bibliothek kümmert. Der Philologe, Historiker und Forscher Andreas Makridis wird nach Jahren harter Arbeit zum selben historischen Augenblick der Fertigstellung [des Gebäudes] sein zuletzt veröffentlichtes Buch mit dem Titel „Die Öffentliche Bibliothek Limassol – ihre Erbauung und ihr Fortschreiten in der Zeit“ (gedruckte Version) vorstellen.

Vermittels einer Anleitung „reisen“ wir in der Zeit ‚durch‘ den Autor, wie auch durch das Buch sowie an historische Stationen der Öffentlichen Bibliothek von Limassol, wobei erneut Bekanntes bestätigt wird, nämlich:

Gewissen aufklärerischen Geistern, die den Gegebenheiten trotzen und neue Wege erschlossen, soll immer eine Gesellschaft im Fortschreiten gehören!

Die Forderung

Das Buch des Herrn Makridis beginnt mit der ersten Phase des Entstehens erwähnter Bibliothek, welche Anfang der 30er Jahre die Forderung der Menschen von Limassol ist, auch eine Bibliothek zu erhalten.

Die Limassolianer, die sich als die intellektuelle Vorhut Zyperns ansehen, konnten den Umstand nicht ertragen, dass die Bibliothek „Faneromenis“ sowie die von „Seweris“ [in Nikosia] existierten, aber in Limassol es einen solchen Ort nicht gibt.“

Letzteres ist, was der Autor des Buches der Politis schildert, und:

Es begann als wahrhaft starke Forderung der Intellektuellen und Gelehrten, der Lehrer, Professoren und Journalisten. Damals waren die Zeitungen gefüllt mit Titeln zum Thema.

Warum?

Weil Limassol die führende kulturelle Stadt war. Früher nannte man diese Stadt „Klein-Paris“ und „Klein-Athen“. Und solch Stadt hat keine Bibliothek?

Und so schrieben sie in den Zeitungen:

Gebt Limassol seine Seele!“

Und das Letztere bedeutete, seine Bibliothek.

Recht heftig forderten die Limassolianer ihre Bibliothek, doch leider setzten der damalige Bürgermeister und der Stadtrat diese Angelegenheit bei den Dingen, deren die Stadt bedurfte, nicht als prioritär an.“

Nur Entschlusskraft

Der erste Stadtrat, der den Bau der Bibliothek beschloss, war jener unter dem Bürgermeister namens Christodoulou D. Chatsipavlou (2. Amtszeit 1930 – 1943). Jedoch – nachdem was Herr Makridis sagt -, obgleich ein solcher Entschluss gefasst worden war, um die Leute zu beruhigen, wurden nicht die notwendigen Gelder bereitgestellt, um mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Lediglich 25 Lira waren veranschlagt worden, ein lächerlicher Betrag, mit dem größtenteils einige Bücher gekauft wurden! Das Tragische daran: 1937 wurden, um die Krönung der Königin in Griechenland zu feiern, doch glatt 400 Lira vom Stadtrat genehmigt. Das ließ verbreitet Enttäuschung aufkommen. Auch im darauffolgenden Jahr wurde kein anständiger Betrag für die Aufnahme der Arbeiten festgesetzt seitens des Bürgermeisteramtes. Und so kam der Eindruck auf, das Projekt dürfte eine [ewige] Nullnummer bleiben.“

Goldene Zwillinge …

Die Dinge nahmen dann letztlich aber doch Gestalt an. Als Herr Plouti Serwa 43ster Bürgermeister wurde, wurde die Bibliothek im Großen Rathaus eingerichtet, wo sie bis 1972 angesiedelt blieb, als sie sodann nach Pylavaki umgesiedelt wurde – in einem 3-jährigen recht atypischen Umzug.

Gewiss, wie es so oft der Fall ist, versteckt sich hinter solch Beschlüssen ein aufgeklärter Stadtrat [wie auch in diesem Fall]. Dieser war gemäß Herrn Makridis die rechte Hand des Plouti Serwa, nämlich der Stadtrat und Gelehrte jener Epoche namens Nikolas Xioutas. Bekannt war er für seine feurigen Reden, die unweigerlich auch das Thema Bibliothek anfeuerten. Diesem Mann verdankt Limassol heute seine Bibliothek. Er war das Hirn hinter dem Projekt, nach Makridis. Derjenige, der es erbauen ließ und gestaltete. Und falsch ist, was allgemein als Auffassung unterstützt wird, dass die Bibliothek heute nicht seinen Namen trägt, nämlich: Öffentliche Bibliothek Nikolas Xioutas. Letzterer schrieb ihre Statuten und erschuf 1945 zur Eröffnung einen Grund, stolz zu sein. Die Bibliothek.

Außerdem: Als eine der hervorragendsten Bildungsträger der Epoche schrieb König Michailidis in der ersten Ausgabe des hauseigenen Verlages der Bibliothek ein Vorwort 1960.

Ein Hauch Sozialismus

Um diese Energien zu verstehen, müssen sie mit dem Aufstieg der Linken in der lokalen Politik verknüpft gedacht werden.

Damals war die Linke von Ideen des Aufstands geradezu aufgesogen, des Sozialismus, wie auch der Gerechtigkeit und Gleichheit, während kulturell visionär gedacht wurde.

Das ist der Rahmen, in den die Bibliothek gesetzt worden ist. Von Bürgermeister Plouti Serwa (1943 – 1949), über seinem Nachfolger Kostas Partasidi (1949 – 1962), der die Arbeiten Serwas fortführte, wuchs die Bibliothek weiter.

Bedeutende Arbeiten wurden dort verrichtet: Herausgaben von Büchern, Statuen … und noch viel mehr. In dieser Atmosphäre, die der Sozialismus mit aufbrachte, wuchs die Bibliothek auch zu einem Zentrum für engagierte Studenten und Arbeiter, wie auch Intellektuelle heran, die sich dort selbst bildeten.

Kreuzritter“-Bücher

Eine andere große historische Station der Bibliothek von Limassol stellte die Bildung des Ausschuss‘ der Bibliothek dar, betont Herr Makridis. Zuerst beginnt er einige der Persönlichkeiten, die diesem Ausschuss angehörten zu benennen: Nikolas Xioutas, Kostas Pilawakis und später Andreas Pastellas … . „Diese Männer gaben ihr Leben für die Bibliothek. … .“

Und eine hervorragende Frau

Zuletzt ist ein weiterer großer Halt der Geschichte der Bibliothek bei einer Frau zu machen, nach Andreas Makridis. Es handelt sich um die Bibliothekarin Lefki Kyriakidou, zu der ich zu sagen wage, dass nach Xiouta, sie jene andere Kraft darstellt, die die Bibliothek erbauen ließ.

Sieht so aus, als hätten die Kyriakidou heute viele vergessen. Im Buch werden ihr jedoch einige Seiten zu ihrem Leben und Werk gewidmet, um sie aus der Bedeutungslosigkeit zu holen, wohin sie wohl die Zeit brachte sowie die Unwissenheit der Leute“, erklärt Makridis.

Sie war nicht einfach eine Bibliothekarin“, fährt er fort, „sie gab ihr Leben für das Projekt. Zuerst veröffentlichte sie die Gedichte von Michaelidis, der diese in den 60ern dort veröffentlichen ließ. Sie war es auch, die die Zeitungen von vor zweieinhalb Jahren durchforstete, die die Einweihung durch den König Michaelidis abgedruckt hatten, um diese Zeitungen nun dazu zu bewegen, von der Veröffentlichung des Buches zu berichten.

Lefki Kyriakidou! …“

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