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Posts Tagged ‘Eroglu’

bidden Biden

Wer zuletzt beißt, beißt am bissigsten?!

Da biss mich doch der Storch, oder so. Eine Ex-Freundin trifft auf eine Ex-Freundin meinerseits in Berlin/Neukölln, und nach vielen Monaten des gemeinsamen Sitzens am Stammtisch im Sandmann, einer Szenenkneipe dort, wie ich jetzt weiß, beißt die beiden die Erkenntnis, dass ich es bin, mit dem sie mal einen kleinen Lebensabschnitt zusammen verbrachten, irgendwann vor langer, langer Zeit. Rein gar nicht verbissen schrieb mir die eine, der beiden von diesen ‚historischen Treffen‘.

“Frieden, muss das Erbe für deine Kinder sein”. Dieser Ausspruch am 22. Mai 2014 des Vizepräsidenten der USA auf Stipvisite in Zypern, finde ich, passt irgendwie zum vorigen Kontext – schließlich gehen sogenante Beziehungen selten wegen zu viel Frieden zwischen den Partnern auseinander. Leider ist oft das Gegenteil der Grund.

Doch Fortschritt ist möglich, meinte Joe Biden. Das Problem könne gelöst werden, das Zypernproblem. Es bräuchte lediglich Courage. Positive Hinweise wären im Vorfeld erfolgt, was ihn dazu bewegt habe, seine Stipvisite nach Zypern zu starten.

Davon abgesehen, dass ich nun nicht wirklich interessiert daran bin, alte Beziehungen aufzumöbeln, und gewiss nicht wie Biden mit einer Entourage von 400 Leuten, 2 identisch aussehenden Flugzeugen und, soweit aus den Fernsehbildern ersichtlich, einem Airforce-Transporter nach Berlin zu reisen gedächte.

OK. Vergessen wir das mal mit Berlin.

Biden hatte einen Sicherheitsapparat um oder bei sich, wie ihn wohl Kaiser hätten, würde es die noch in der westlichen Welt geben – und dabei saß Biden doch nur in der “Airforce 2” Maschine der USA, nicht in der ONE. Wie diese ach so wichtigen Leute die Kohle der Leute, die Steuern bezahlen, verballern, und dann im Parlament sitzen und noch Streichungen an der einen oder anderen Maßnahme treffen lassen wollen, die sie selbstverständlich nicht betrifft, ist sagenhaft. Es ist wie im Mittelalter. Nichts scheint sich geändert zu haben, außer das äußere Mäntelchen. In Berlin zum Beispiel wird gnädigerweise an der Rente herumoperiert von Frau Nales und anderen Langweilern dort, doch die Pensionen der Politiker im Bundestag und der Beamten im Lane sind kein Thema – wär ja noch schöner, gell?

Jedenfalls Biden glaubt, dass eine Lösung der Zypernfrage auch ökonomisch zum Durchbruch verhelfen würde auf Zypern und in der Region. Fragt sich nur für wen? Wer würde diese “Früchte” wohl vordringlich, wenn nicht gar ausschließlich ernten? Diejenigen, die gut genug verlinkt waren, sodass es ihnen kurz vorm Bankencrash 2013 gelang, ihre Konten auf Zypern zu räumen, die etwa? Oder etwa ’nur‘ Politker und ihr Anhang, oder wie man das Geklüngel um sie nennen darf.
Und ausgerechnet Biden spricht davon, er sei gekommen, nicht etwa, um eine Lösung jemand aufzuzwingen, sondern um bei einer Lösung zu helfen. Wenn er den zyprischen Außenminister, den US-Botschafter in Zypern und, versteht sich, das Mädchen mit dem Begrüßungsblumenstrauß, vor seinem gelandeten und mit zum Ausstieg angebrachten und bereiten Treppchen über eine Viertel Stunde warten lässt, bis er endlich mal die Tür des Flugzeugs aufmachen lässt, auf der er sich dann wie der Sonnenkönig zeigt, endlich und mit Ehefrau, signalisierte das wohl so manchem non-verbal: aha, der hohe Gast zeigt denen da unten schon mal, wo sie sich einzuordnen haben. Und tatsächlich, das geschah vor den Kameras im wahrsten Sinne, als nämlich einer von Bidens Sicherheitsmännern, der sich schon die ganze Zeit über gezeigt hatte, bevor der Sonnenkönig aufkreuzte, oben von der Treppe denen da unten mit Handbewegung zu verstehen gab, dass sie sich gefälligst rechts neben der Treppe aufzustellen hätten – vielleicht mussten sie ja ob dieser, ihrer Unbotmäßigkeit wegen über 15 Minuten warten auf den hohen Gast. Man weiß ja nie. Strafe muss schließlich sein!? Und was sagte daraufhin Präsident Anastasiadis beim Bankett zu Ehren des Gastes unter anderem: “… sichtlich ist die signifikante Verbesserung in der Partnerschaft zwischen Zypern und den USA demonstriert. Eine Partnerschaft, die wir nun strategisch nennen können!” Doch dem nicht genug, sagte er noch: “Es macht mich traurig, dass an diesem Tisch niemand aus dem türkischen Norden mit uns sitzt!”
Ja doch, wirklich traurig, heul Krokodilchen heul! Irgendwie hat die Trauer aber dennoch System.
Der Rotary Clup Zyperns (Süd und Nord) zum Beispiel trifft sich nämlich auch als getrennt voneinander, wenn hoher Besuch aus den Staaten ankommt. Die schaffen es anscheinend auch nicht, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, oder sich abzusprechen, und zwar so, dass die nordische Stimme auch vernehmlich Gehör fände.
Doch egal, was sagte Anastasiadis denn noch: “Was wir von einem strategischen Partner erwarten (er hatte zuvor vom Erdgasreichtum geträumt in seiner Rede) ist, unsere souveränen Rechte zu sichern, um die natürlichen Ressourcen zu fördern und verwerten zu können, die in unserer exklusiven ökonmischen Zone liegen. Keinen Zweifel habe ich, Herr Vizepräsident, dass wir hier die Unterstützung der USA erhalten werden.”

Insofern stimmt, was überall gesagt und geschrieben wird. Es war ein “historic visit!” Biden sagte, er verfolge die Zypernfrage seit 40 Jahren. Vor 52 Jahren (1962) war ein US-Amerikaner in so hoher Position der Administration Washingtons zuletzt in Zypern gewesen. Bleibt zu hoffen, dass dessen Visite nun nicht wie ein B-52 Bomber einschlägt. Obwohl, wenn hier nicht all zu falsch gelegen wird, waren die Einsätze dieser ‚tollen‘ Maschine ja eigentlich auch vordringlich auf Friedensmission basiert – oder so etwas. Wahrscheinlich so, wie die geplanten Einsätze der Missionare in Kandern/Südwestdeutschland, die mehrheitlich US-Bürger sein sollen, und in dieser Kleinstadt aus- und/oder weitergebildet werden.
Doch das ist eine ganz andere Agenda, in der man sich ein anderes Mal verbeißen sollte.

Der Außenminister Nordzyperns Özdil Nami sagte, schreibt das Press and Information Office Zyperns: “Nami behauptete, dass die griechisch-zyprische Seite auf die Agenda das Thema der okkupierten, eingezäumten Stadt Varosha bringe, und ähnliche Belange zur Biden-Visite, anstatt die umfassende Lösung des Zypernproblems zu beschleunigen. ‚Wir sehen das nicht als eine gesunde Herangehensweise, weil auf beiden Seiten der Insel … eine umfassende Lösung gewollt wird‘. Er argumentiert, dass vertrauensbildende Maßnahmen nicht Varosha bedeutet. ‚Ich bin einer der größten Unterstützer von vertrauensbildenden Maßnahmen‘, gab er an und fügte hinzu, dass er die Teilnahme der Gewerkschaften, Arbeitgeber und anderen Organisationen in solchen Aktivitäten unterstütze. ‚Doch ich verwahre mich davor, dass Varosha vertrauensbildenden Maßnahmen gleich kommt‘. Er meinte, solche Maßnahmen können von Wert sein, wenn sie in Projekten in verschiedensten Feldern des Lebens mündeten.

Scheinbar haben die USA einige Vorschläge unterbreitet, die von beiden Seiten angeblich positiv aufgenommen wurden. Der frühere Präsident des Nordens, Talat, sagte, dass die Stipvisite Bidens zumindest dazu gut sein wird, offen zu legen, wie ernst es die Vertreter der beiden zyprischen Seiten mit ihren Verkündigungen jeweils wirklich meinen in Richtung Wiedervereinigung tätig zu sein. Doch weder Anastasiadis würde Eroglu trauen, noch umgekehrt.

Talat habe ein “Kommunikations-Vertrag” vorgeschlagen, nicht etwa ein “Roaming-Vertrag”. Letzteres, damit keine Missverständnisse entstünden, und jeder wisse, dass es um mehr geht als um etwas Technisches. Es sollten also die beiden Telefonzentralen der Insel endlich miteinander verbunden werden, die seperiert voneinander existieren.

Biden hat sich auf seiner Visite bis zu Organisationen der Zivilgesellschaft Zyperns durchgebissen. Es wird selbstverständlich gehofft, zumindest offiziell, dass seine Stipvisite einen “katalytischen Effekt” auf die Wiedervereinigungsverhandlungen hat. Biden scheint Zusagen bezüglich zukünftiger Konsultationen zwischen Nordzypern und den USA gemacht zu haben – und der Türkei.
Ein weiterer Katalysator, das sei hier nicht vergessen, ist natürlich das gefundene Erdgas vor Zypern, welches nach Ansicht nordzyprischer Politiker besser via der Türkei nach Europa transportiert werden sollte.

Joe Biden hat bekanntlich auch die religösen Führer auf beiden Seiten der Insel getroffen. Atalay, der nordzyprische religiöse Führer, gibt an, Biden davon überzeugt zu haben, dass die Schwierigkeiten, die für ihn und andere bestehen, die Hala Sultan Moschee bei Larnaka besuchen zu können, behoben gehörten – ganz zu schweigen davon, dort einen ‚Gottesdienst‘ abzuhalten.

Indes scheint Teilen der Afrika-Belegschaft, einer Tageszeitung im Norden Zyperns, nicht zu gefallen, dass EU-Wahlen abgehalten werden. Genauer: dass sie so abgehalten werden, wie vorgesehen. Man ist der Meinung, die Wahlen gehörten annuliert, und dementsprechend wird dann wohl auch die Beschwerde, die man formuliert, in Brüssel eintreffen. Es läge nämlich eine Usurpation der Rechte der Nordzyprer vor, da jemand aus dem Süden behauptet habe, nur Nordzyprer, die einen südzyprischen Pass hätten, könnten auf der Liste der zu wählenden Kandidaten erscheinen – außerdem müssten dieselben in Nordzypern wohnhaft sein. Die Paar Türkischzyprioten, die auf der Liste erscheinen, findet Herr Erk von der türkischen Oppositonspartei CHP, würden eh nur aus Eigeninteresse handeln, aber nicht zum Besseren der nordzyprischen Gemeinschaft. Anscheinend sind lediglich 60.000 von 176.000 Wahlberechtigten im Norden sogenannte Türkischzyprer. “Sogenannte”, weil strittig ist, was nach 40 Jahren Trennung und Ansiedlung von Menschen vorwiegend aus der Türkei, Bulgarien und Syrien noch ein Türkischzypriote sein soll. Es solle endlich mal benannt werden, dass “die Türkischzyprer im Norden [sind] eine Minorität”, findet Erk.

Da saßen sie also zusammen im Chateau, welches im Niemandsland beim Goete Institut von Zypern liegt, und schlemmerten: Biden, Eroglu, Anastasiadis, der türkisch-zyprische Verhandlungsführende Özersay und der griechisch-zyprische Mavrogiannis – und natürlich Frau Lisa Buttenheim von der UNO, die diese umwerfend schönen bunten Dinger stets um den Hals, die Schultern gebunden hat und auf den Bildschirmen stets mit engelsgleichem Lächeln erscheint, welches ein Ausdruck von Geduldsstrapaze und Schläfrigkeit zu sein scheint – und diese Gemütszustände nicht zu verbergen trachtet. Ist sie so etwas wie das Verhandlungsmedium?
Jetzt könnte hier noch weiter ins Detail gegangen werden, dass sich Eroglu und Anastasiadis vor dem hohen Gast versprachen, 2 Mal monatlich sich zu treffen etc. Doch das alles ist uns schon zu sehr bekannt, von anderen Initiativen in Sachen Lösung der Zypernfrage. Das sich die Herren, und wohl auch ein Paar Damen, dennoch wie immer auf die eine oder andere Weise verbeißen werden, genauer: noch gar nicht aufgehört haben zu beißen, wird Biden gewiss wissen.

Sollten die USA keinen Druck, und zwar spürbar, ausüben, entgegen den Bekundungen Bidens also, bewegt sich auf Zypern sowieso nichts, sagen wir, abschließend. Man habe versprochen, die Insel als eine zweizonige Republik zweier Gesellschaften zu kreieren. Na, wenn sich da Herr Anastasiadis und Herr Eroglu nicht gegenseitig ins Bein gebissen haben – vor dem Hintergrund der jeweiligen Wiedervereinigungsgegner, die scheinbar die Mehrheit jeweils bilden, wird das gesagt.

Erdogan wird nach Köln kommen, auch wenn ein weiterer Jugendlicher bei Demonstrationen in Istanbul gestorben ist, auch wenn Navid Kermani die Rechtslage für Asylanten in Deutschland kritisiert. Kann sein, dass Erdogan verbissen jetzt schon nach einem Ort zur Flucht, für den Fall der Fälle, in Köln sich umschaut? Kann sein, dass Biden schlussendlich als bidden Biden in der Zypernfrage sich herausstellt. Er wäre nicht der erste, und wahrscheinlich auch nicht der letzte

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Vereinigungsbla-bla!

Schnee Snow

Schnee Snow (Photo credit: Heike Giesler (slow))

Mandela ist nun beerdigt. Mal sehen, welche unschönen Dinge nach seiner Beerdigung das Licht des Tages erreichen werden: sei es über “Madiba” selbst, wie ihn plötzlich alle auch noch nannten, sei es über seine ‚liebenswerte‘ Verwandten. Bekanntlich hatten letztere einen Streit über Dies und Das in Bezug auf den Freiheitskämpfer und seinen im/materiellen Besitz bereits vor Monaten vom Zaune gebrochen – in klassischer, also, unschönster Art.

Nach zwei Tagen Kälte, Wind, Schnee und Regen auf der Insel, die gewiss Poseidon vom Zaum brach, scheint heute am Sonntag die Welt wieder in Harmonie zu sein, so schön wie das Antlitz der Aphrodite. Die Sonne strahlt, die Spatzen pfeifen in den Bäumen und wahrscheinlich auch
vom Dach, sogar eine Wespe hat sich in unser trautes Heim gewagt und, wer weiß, das könnte es dann gewesen sein als Winter für oder in Zypern?

Das Frühstück war auch recht angenehm mit köstlicher Feigenmarmelade vom Bazar der Deutschen von der evangelischen Kirche in Limassol war sie erstanden. Sogar der Name der Produzentin dieses genüsslichen
Gaumenschmaus, “Marlise”, steht liebevoll noch mit drauf; die Katze erhielt ihren sonntäglichen Fleischbrocken ins rosane Fressnapf, weil sonst gibt es strikt Trockenfutter die Woche hindurch; ja, und das Christkind, das könnte eigentlich auch heute schon kommen, eben weil die Welt in Weihnachtsstimmung zu versinken scheint, zumal gegenüber von wo wir wohnen, wie jedes Jahr wieder, ein großer Weihnachtsmann steht, mit Leuchten in seinem Bauch, weißem Bart und Geschenksack auf dem Rücken – auch ohne Schnee.

Nun ja, die Welt, von der die Rede ist, die ist in diesem Fall die christliche Welt, die ja bekanntlich von Zypern aus in Richtung Norden noch einigermaßen in Ordnung ist, sprich: nicht wie in Syrien den vorweihnachtlichen Schnee mit bitteren Nöten am Existenziellsten sozusagen bezahlt. Genau, nicht weit von Zypern wird gefroren, gehungert, gemordet und gestorben. Und im zyprischen Bergdörfchen Lefkara, man glaubt es kaum, war für einige Stunden kein Strom bei dem ‚Unwetter‘ vorhanden. Da scheinen einige Bewohner Lefkara’s gleich gefordert zu haben, ein Helikopter gehöre in ihr Hilfsprogramm, damit, so mutmaßen wir, der Stromausfall das Backen von Kuchen und Braten von Souflakia etc. nicht weiterhin so drastisch unterbricht – koste es, was es wolle.

Wie ich gerade höre: die Katzen werden wohl doch schon brünstig, sie miauen so balzig und ausgiebig lang; und das heißt: die Tauben kommen dann gewiss aus selbigem Grund demnächst vermehrt wieder auf dem Dach zur Sache, was viel störendes Gurren beim Lesen bedeuten dürfte und Murren unsererseits. Das Gurren ist aber ziemlich sicher verträglicher als der Klang von Geschossen und Bomben wie dort drüben hinterm blauen, scheinbar friedlichen Meer irgendwo jenseits des Horizonts, gar nicht so weit von hier – zum Glück (noch) nicht hörbar.

Diese fliegenden Biester, also die Boten des Friedens, um nicht missverstanden zu werden, ließen sich nur ein Paar Monate von Plastikattrappen eines rabenschwarzen Raben, frisch eingeführt aus Deutschland und innen ganz hohl, verschaukeln zwecks Abschreckung auf dem Dach. Jetzt treiben sie es gewiss noch doller in dessen Angesicht und dem der Sonne – Verzeihung!

Ob verziehen wird, dass gestreikt wurde, gestern, wegen der neuen Verordnungen, die die Regierung erließ, wird sich zeigen. Diese Art vorweihnachtliche Botschaft in Form von Demonstrationen im Zentrum von Nikosia – und wahrscheinlich demnächst Streik – war mit der Verkündung dieser wirklich zeitlich ‚ausgezeichnet gut platzierten‘ Maßnahmen der Regierung zu erwarten.

Der Arbeitsmarkt wird anscheinend wirklich restrukturiert und so mancher Schüler, Arbeiter, Rentner oder Angestellte dürfte nach dem, was der Präsident der Republik wissen ließ in seiner Ansprache im
Fernsehen, die Augen daraufhin verdreht haben. Der zyprische Radiosender ASTRA, der der kommunistischen AKEL entweder gehört oder nahe steht, hat gestern jedenfalls alle 15 Minuten zur Demo aufgerufen – “alle sollen kommen!” Um 10 Uhr morgens ging es dann wohl los. Als so um 15Uhr der Rückweg an die Küste eingschlagen wurde von mir, wollte ich noch gegenüber der Shopping Mall von Nikosia von dem
guten Brot einkaufen gehen, welches es dort gibt. Doch knapp einen Kilometer davor, am Kreisel, hatte sich bereits eine Schlange gebildet, so dass eigentlich nur schnell ausgeschehrt werden konnte, um das Brot dann besser im Vienna zu kaufen – einer anderen Bäckerei. Ich muss sagen, eine gute Wahl. Dass die Menschen da zuvor in der Autoschlange vielleicht doch ein Großteil der Demonstrierenden von am Morgen gewesen sein könnten, die sich nun in die Mall geduldig voranbewegten in ihren Autos, weil Zyprer gehen bekanntlich nicht,
wird immer wieder behauptet, kam mir in den Sinn und wurde irgendwie wahrscheinlicher, weil der sich ansonsten so progressiv gebende ‚kommunistische‘ Radiosender, ASTRA, Weihnachtslieder aus England, die mal eine Art Hit waren abspielte, und zwar von den 50er Jahren aufwärts.

Die haben sich im Vienna jedenfalls eine neue Brotsorte zugelegt, etwas dunkel, schmeckt einfach hervorragend. Das Vienna ist nicht all zu weit gelegen von der Open University, wo man sich für knapp 1.300€
pro Semester einschreiben kann, um so interessante Dinge wie Griechische Geschichte zu studieren. Journalistik wäre da, glaube ich, auch noch zu haben. Ansonsten einfach mal bei www.ouc.ac.cy
nachsehen.

wasserstift

Ich hatte also vorgezogen – weil unterwegs im Auto nach Nikosia von der Küste erfuhr ich von der Demo – bei meiner Absicht zu bleiben, und dennoch in den Norden der Insel zu fahren, nach Nord-Nikosia lediglich, im türkischsprachigen Teil. Wie immer stellte ich das Auto unweit der Grenze in den “befreiten Gebieten” ab; und wie immer verlief der Check an der Grenze in den “okkupierten Gebieten” problemlos und zügig, da am Ledra-Palace Check-Point nicht mehr viel los ist, seit der Check-Point in der Ledrastraße geöffnet wurde – glücklicherweise. Hatte das bisschen türkische Geld, welches ich noch hatte, zuhause vergessen, sodass Geldwechseln angesagt war. Es war nach meiner Zeitrechnung kurz vor 10Uhr morgens, doch die Uhren – im Norden wie auch im Süden auf öffentlichen Plätzen – waren irgendwie darüber einig geworden, dass es noch
09Uhr ist. Und da – wie gewöhnlich nur an einem Sonntag – sehr viele junge Männer in Gruppen durch die Innenstadt des “okkupierten Stadtteils” streiften und an den Geldautomaten Schlange standen wie einst in der DDR die Menschen vor Lebensmittelläden, fragte ich die Dame im Wechselbüro, welchen Tag wir denn bitte sehr hätten. Es war Samstag. Das heißt, die Soldaten müssen ihre Routine gewechselt haben. Jetzt dürfen sie also auch an Samstagen offensichtlich auf zivil machen und in Schlangen stehend eine Art touristische
Attraktion abgeben.

Gut und schön.

Zwar war es gestern kälter als heute, doch die Sonne schien dennoch herzerwärmend, und das auch auf den freien Platz vor dem Saray-Hotel, welches nun wohl eher zu einer Art Spielcasino mit Hotel umgestaltet wurde. Eigentlich saßen die selben alten Männer auf dem Platz, der ziemlich sicher Atatürk Meydani heißen dürfte, miteinander schwatzend – wie immer. Sie haben ihren sommerlichen Stammplatz im Schatten und an der Mauer des angrenzenden Hauses zum Meydan verlassen, um nun ebenfalls in der Sonne zu sitzen – mitten auf dem Platz.

Ich hatte Glück, ein Tisch mit drei Stühlen war noch unbesetzt. Es verstrich nicht all zu viel Zeit und ich saß da, ohne einen weiteren Stuhl am Tisch. Was noch immer etwas kopfzerbrechen bereitet, um das Phänomen dann doch mal einordnen zu können, ist, dass immer wieder, wenn so etwas ist, der eine oder andere dieser Männer, der zu den anderen Männern hinzukommt, sich einfach einen Stuhl von ‚meinem‘ Tisch schnappt und ihn an den nächsten Tisch zu seinen Kollegen verbringt, ohne gefragt zu haben, ob er das denn tun könnte. Ein
Phänomen. Passiert im Norden (genauer Nikosia-Nord) irgendwie immer wieder. Komisch! Komisch, weil ansonsten sind die dort eigentlich relativ freundlich und zivilisiert. Relativ! 
Nein, nein. Das hat nichts mit der Krise zu tun. So kenne ich die, schon seit ich auf der Insel bin, also seit 2005. Interessant ist allerdings zu beobachten, dass bei Menschen, die womöglich wie Engländer, also nordisch aussehen, entweder erst gar nicht gewagt wird, einen Stuhl wegzuschnappen von ihnen; oder dann halt ‚freundlich‘ gefragt wird, ob man denn vielleicht mal das Ding wegnehmen dürfe: lächel, lächel und Entschuldigung sowie sogar noch Danke kann man da hören!

Heute werden wir wieder in den Norden fahren, diesmal nach Famagusta, die Stadt, die ich im Norden eigentlich am besten kenne – genauer: die sogenannte Altstadt kenne ich dort lediglich. Mal sehen, ob die
Atmosphäre auch so gedrückt erscheint wie in Nord-Nikosia. Nur gut, dass ich zu glauben weiß, dass dieser Eindruck nicht all zu ernst genommen werden darf. Schon um die nächste Ecke gegangen, kann eine
unverhofft spannende und/oder schöne Situation oder Begegnung sich auftun, die einen sagen lässt: die türkisch-sprachigen Zyprioten sind aber viel netter als die Griechisch-Zyprer, einfach besser drauf.

Es gilt also davon abzuraten, sich in solche Beurteilungen überhaupt abgleiten zu lassen. Immer schön Zweck und Ziel seiner Präsenz im Auge behalten – und seien diese, dass man vorhatte, eigentlich gar nichts zu tun, als sich lediglich treiben zu lassen.

Dass die Verhandlungen zwischen dem Norden und dem Süden Zyperns vor sich hintreiben, ist so wahrscheinlich gut bezeichnet. Wie zu lesen war, war der Zuständige bei der UN für Zypern, Alexander Downer, mit Verlaub, so beklopft, seinen Flug zum einen so zu legen, dass er am Beginn der Verhandlungen zwischen dem Norden und dem Süden nach Australien in den Weihnachtsurlaub fliegt. Ist das nicht allerliebst? Herr Diplomat hat/te wohl gesteigerte Sehnsucht nach Mammy und den Kinderlein und ließ sich dahingehend treiben. Vielleicht tat er das, um allen Beteiligten mit dieser Terminplanung zu zeigen: euer
Rumgemache nehm ich schon lang nicht mehr ernst!

Fanden wir wirklich klasse. Endlich mal einer der Beteiligten, dachten wir, der zu diesem kostspieligen Theater auf seine Weise Stellung bezieht.

Und was darf in der zyprischen Politis vom 15. Dezember 2013 gelesen werden. Downer, er tut so manchem nun noch mehr leid, hatte doch wirklich mehr oder minder am Flughafen angekommen um abzufliegen,
nichts weiter zu tun, als seinen teuren Flug sausen zu lassen, nur weil der türkische Außenminister Davutoglu und der nordzyprische Präsident, Eroglu, den Tag davor so seltsames Zeug – eigentlich wie immer – von sich gegeben haben sollen, was auf eine schnelle Lösung des Zypernproblems schließen gelassen habe. Echt, man glaubt es kaum! Es gibt offenbar keine Leute mehr mit Realitätssinn in der zyprischen Politik und mit wirklichem Rückgrat?

Insofern, verehrte Leser, haben Sie das Glück, bei uns all den Schwachsinn, entschuldigen Sie, bezüglich der – leider wieder begonnen – Verhandlungen zwischen Norden und Süden im Detail nicht über sich ergehen lassen zu müssen. Wir ersparen Ihnen das weiterhin, möglichst. Bei gesteigertem Interesse Ihrerseits raten wir, einfach die Verlautbarungen – bloß nicht alle, ein Paar reichen – aus dem einen oder anderen Jahr davor zu lesen. 

Vielmehr werden wir hier in Zypernundmehr-News versuchen in der Folge, Sie mit hoffentlich interessanteren Themen zu unterhalten – und zu informieren. Wir dachten uns zum Jahresende, und weil es dann auch
50-Jähriges sein wird, Sie etwas in jene Zeit – mehr oder minder – zu führen (1964) und etwas Info darüber zu geben, wie Zypern eigentlich anfing, sich seine Position als Extrawurst im südöstlichen Mittelmeer in den 60ern und Anfang der 70er zu erarbeiten.

So viel sei schon vorweggeschickt: die Deutschen spielten dabei eine zentrale Rolle, die hier dann auch im Vordergrund stehen wird.

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Map of Cyprus with EU flag

Map of Cyprus with EU flag (Photo credit: Wikipedia)

Sie werden mit ihren Traktoren die Grenze in Richtung Nordzypern einfahren, wird geschrieben. Dieses seltsame Versprechen machte der Vorsitzende der griechisch-zyprischen EKA-Gewerkschaft, Panikos Chambas. Die Aktion soll am 7. Dezember am Grenzübergang Astromeriti gestartet werden. Bis in die Stadt Morfu (türkisch Güzelyurt) wollen sie dann mit ihren Traktoren durchstarten. Die griechisch-zyprischen Bauern fordern, ihr Land wieder bearbeiten zu können, sagen sie. 

Etwas spät, finden wir, sind die Herren Bauern aus dem griechisch-sprachigen Teil der Insel schon irgendwie aufgewacht. Hätten damals bei der Abstimmung zum Annanplan vielleicht doch sollen für dessen Annahme stimmen, dann könnten sie bei Morfu bereits seit Monaten pflügen nach herzenslust.  „Ich ruf all euch Patrioten auf, dann dort zu sein!“, meint Chambas. Kann mal jemand diesen Blödsinn unterbinden?

Kann gut sein, dass die angekündigte Aktion mehr mit den wiederaufgenommenen Verhandlungen zwischen dem Süden und Norden Zyperns zu tun hat als es auf den ersten Blick zu sein scheint.  Der Präsident Zyperns tingelte umgehend nach seinem ersten Treffen mit dem Türkischzyprer Eroglu,  mit einer nicht unerheblich großen Entourage von Politikern (5), in Brüssel herum.

Was die da genau und wirklich taten, und warum ausgerechnet all diese Leute da unbedingt mit hin müssen, erscheint nicht wirklich schlüssig. Wahrscheinlich sitzt der Geldbeutel noch immer zu locker. Zypern schmeißt nämlich wieder – oder immer noch – mit der Kohle um sich. Wo die doch eigentlich sparen sollen oder gar müssten.

Keine Angst, Letzteres, also dass mit Geld recht freimütig verfahren wird, haben wir uns nicht aus lauter langer Weile ausgedacht.

Das nämlich steht genau so und nicht anders in der griechischsprachigen, zyprischen Presse. Weil Weihnachtsgelder werden wieder – oder immer noch – ausbezahlt. Wir glauben irgendwie schwach erinnern zu können, dass vor nicht all zu langer Zeit von der Troika eingefordert worden war, genau solche Zahlungen in Zukunft zu unterlassen. Nun ist zu lesen, dass in halbstaatlichen Unternehmungen, siehe Cyta etc., nicht nur schnödes Weihnachtsgeld, sondern darüber hinaus auch noch so etwas wie eine extra Prämie verabreicht wird, versteht sich, letzteres vorrangig für die Chefetage. Da kann dann schon mal ein Autochen unterm überdimensional großen Weihnachtsbaum stehen (im Wert von 51.000€ und etwas mehr).

OK, die Medikamente sollen in Zypern dafür auch 3 Mal so teuer sein wie in Griechenland. Sogar der Gesundheitsminister des Landes kann sich das nicht erklären, war am 26.11.13 in der Sendung apo mera se mera zu hören. In dieser Hinsicht sind die Zyprioten den Deutschen jedenfalls voraus. Nein, nicht in Sachen Weihnachtsgeld für immer die selben Verdächtigen, sondern, dass politische Diskussionen und überhaupt Politik nachmittags im Fernseh auf RIK1, eben in der Sendung apo mera se mera, gemacht wird. Für jemand, der zur zyprischen Befindlichkeit was schreiben oder in Erfahrung bringen will, ist das wahrscheinlich mit die aktuellste Quelle, die sogar via Video on demand angezapft werden kann – echt fortschrittlich. Bravo!

Es geht jedenfalls das Gerücht um, dass zypriotische Staatsdiener noch immer die am höchsten Bezahlten innerhalb Europas sind.

Solche Leute können selbstverständlich nicht auf ein 13tes Gehalt im Jahr verzichten – weil sonst führten sie die Liste innerhalb Europas ja nicht mehr an! Und weil man zu fein, zu verträumt oder halt einfach zu reich war und ist, hat man die Frist mal schnell versäumt als Mitgliedsstaat der EU, um gewisse Auflagen der EU zu erfüllen beim Thema „Erneuerbare Energien“. Seit 2009 wurde gewartet, dass auch Nikosia sich mal diesbezüglich bewegt. Und das ist nicht geschehen. Jetzt müssen 11.404.80€ Strafe berappt werden. Wir wissen, was Sie eventuell denken, verehrte Leser: Peanuts!

Und nun das Folgende aus dem Press Information Office von Zypern, welches Präsident Anastasiadis in Brüssel zitiert, der sich an seinen guten Freund Barroso wendet. Das Folgende deswegen, um Ihnen irgendwie erklärlicher zu machen, wie es kommt, dass man schon wieder – oder immer noch – Geld verschleudert. Anastasiadis sagte Barroso also:

„… The Government is committed to the full implementation of the programme, and we will take all necessary measures towards this direction. In order to succeed in this goal, though, we consider the enhancement of relations between the Cyprus Government and the Commission as an essential constituent element. Besides, this is why we are here today. And I have to say that our common understanding is that both the will as well as the ways for a closer and more substantive cooperation are in place.

At this point I would like to refer to what the Commission has already done for Cyprus. I wish to also publicly express my thanks for the additional allocation of €200 million for the years 2014 and 2015 from the EU Cohesion Fund as well as for the increase in the percentage of co-funding for projects in Cyprus from 60% to 95%. This development opens up prospects for accelerating the realization of development projects which will give the economy a boost through the creation of jobs, particularly for the youth. I should not fail to also acknowledge the significant contribution of the Support Group for Cyprus, set up at the initiative of President Barroso, whom we warmly thank.

Since last March and Eurogroup’s tough decision, much has been achieved, but still a long road lies ahead. We welcome the two positive evaluations of the Cyprus economy by the Troika so far. At the same time, we convey the determination, of both the Government and the Cyprus people in its entirety, to continue with this gigantic effort because, despite the present adverse economic conditions, the prospects for our country are positive, particularly in the light of the recent discovery of natural gas reserves in our EEZ.“   xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Immerhin, zusammen bolzen könnte demnächst drin sein auf der Insel. Ein vorläufiges Abkommen zur Zusammenlegung der beiden Fußball-Ligen der Insel wurde nämlich bereits unterzeichnet. Obgleich wir hier von Zypernundmehr-News meistens nicht der Meinung von Herrn Denktas sind, dem Vize-Premierminister Nordzyperns, sind wir, im Gegensatz zu ihm, aus rein sicherheitstechnischen Gründen sehr skeptisch, dass eine zusammengelegte Liga gut gehen wird. Denktas hat, wie man ihn kennt, auch und vor allem ideologische Gründe, die ihn gegen eine Zusammenlegung der Fußballspieler der beiden Inselteile argumentieren lassen. Unsere Bedenken stützt kontinuierlich schlechtes Benehmen gewisser Fangruppen auf der Insel. Wir gehen davon aus, dass Hooliganismus auch im Norden von Zypern kein unbekanntes Problem ist, jedoch im Süden der Insel ist es bereits ein sehr kostspieliges – und entnervendes dazu.

Eine weitere Paarung, von der wir schon des öfteren berichteten, war die der Republik Zypern mit Israel. Anscheinend hat Ankara eine Art gespaltenes Verhältnis zu den Regierenden in Kairo derzeit, und da Beirut und Damaskus mehr oder minder danieder liegen, scheint nun doch wieder Iran als Partner aufs Trapez gehievt worden zu sein. Der türkische Außenminister Davutoglu träumt jedenfalls schon öffentlich von einer Kooperation mit Teheran auf Visite dort. Das „Rückgrat“ der Region will man auf diese Weise werden oder bilden. Es soll allerdings Rückgrate geben, irgendwie gehäufter als zuvor, die Schmerzen noch und nöcher verursachen. Ein Zusammenschluss Ankaras mit dem Iran kann wahrscheinlich nur temporär bestehen. Sollte Erdogan Präsident der Republik Türkei nächstes Jahr werden, und sollte es ihm vor der Wahl (noch 9 Monate) ‚gelingen‘, die türkische Verfassung dahingehend zu ändern, dass einem Präsidenten mehr Macht zugeteilt wird, dann spätestens erscheint ein gut funktionierendes türkisch-iranisches Rückrat sehr unwahrscheinlich. Wenn hingegen der jetzige Präsident der Türkei, Gül, Ministerpräsident der Türkei wird – die Chancen stehen angeblich nicht mehr wirklich gut für ihn, da Erdogan dagegen intrigieren soll – und die Verfassung dem Ministerpräsidentenposten im Staat weiterhin eine zentrale Rolle beim Beschließen und Regieren belässt, könnte sehr wohl eine interessante Paarung Iran/Türkei (notgedrungen Irak und vielleicht dann sogar Syrien mit dabei etc.) erwachsen.  Dass die Staaten in der Region Naher und Mittlerer Osten endlich sich etwas zusammenraufen müssen in Form einer Union, und sei es vorerst nur bilateral jeweils, ist unbestritten – wenn sie ihren Bürgern ein lebenswertes Leben in ihren Grenzen sichern wollen zukünftig. Und so komisch es sich anhören mag: der Islam könnte da positiv, also gestalterisch wirken. Ein Wiederaufleben sufistischer Strömungen findet ja bereits seit Längerem statt, die geschickt und noch eher verdeckt operieren: weltweit! Da hilft es auch nicht, dass die angolanische Regierung ein Gesetz verabschiedete kürzlich, welches den Islam im Lande verbietet – dort sollen eh bereits über 100.000 Muslime leben. In Freiburg kann man auf Sufis treffen – und nicht nur dort -, die mit dem Islam an sich wenig zu tun haben, sich aber dennoch Sufis nennen und Sufis sind. Vor kurzem war ich bei einer Veranstaltung, wo ein jemand names Siddiq wunderschöne Sufigeschichten erzählte. Winfried Henkes ist dieser Siddig und „ist Repräsentant und Guide im Internationalen Sufi-Orden gegründet von Hazrath Imayat Khan. Siddiq wurde von Pir Vilayat Khan in den Sufi-Weg eingeweiht und ist langjähriger Schüler von Murshid Shalabuddin David Less. Siddiq ist Berufs-Astrologe, Meditationslehrer und Erzähler von Weisheitsgeschichten: www.spirituelleastrologie.com.“ Fethullah Gülen heißt derjenige Sufi, der in der Türkei von den USA aus dem Sufismus auf seine Weise auftrieb gibt und schon längst in der Politik, dem gesellschaftlichen Leben der Türkei und andernorts untergebracht ist. Dass eine weitere Spielart des Sufismus‘ auch in Zypern lebendiger wird, beweisen zusehends mehr Pilger zu einem Scheich im Norden Zyperns, die von überall her in der Welt dorthin kommen.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass der Sufismus noch so manche Wandlung durchgehen wird, insbesondere dann, wenn er hier oder dort in der Welt sichtbar an die Macht gekommen sein wird; sich dann wahrscheinlich so verformen wird, dass er wie manche Partei, die sich „christlich“ nennt – oder anders – von dem (christlichen) Ideal, weit weg entfernt erscheinen wird, ist anzunehmen.

Zu wünschen bleibt, dass die entstehenden Blöcke in der Region Mittlerer und Naher Osten kooperieren und nicht das Gegenteil davon betreiben. Bekanntlich sind die Ressourcen der Welt begrenzt. Konflikte werden immer unannehmbarer – bewaffnete alle Male, und das, je näher sie nach Europa, dem sogenannten Westen im Allgemeinen, vordringen, womöglich gar eindringen könnten. Und dass der SPD/CDU/CSU-Koalition, die ziemlich sicher ansteht, nichts besseres einfällt, als die Grenzen nach Europa für Flüchtlinge weiterhin zuzumachen, wird wahrscheinlich genau die Entwicklungen befördern, die man abzuwenden glaubt damit.

The "Green Line" in Ledra Street, Ni...

The „Green Line“ in Ledra Street, Nicosia, Cyprus, in the year 2006 (Photo credit: Wikipedia)

Nikolas Papadopolous hat es endlich geschafft. Er ist der neue Vorsitzende der DIKO-Partei auf Zypern, griechischsprachiger Teil. Sein Vater war ja bereits schon Präsident der Republik: weit Rechtsausleger, ehemaliger EOKA-Kämpfer. Die Busse werden gerade bestreikt. Der Streik soll jedoch nicht verunmöglichen, dass die Kinder nicht von oder zur Schule gelangen können. Ioannis Kasolidis, der Außenminister, beklagt, dass mit dem früheren Präsidenten Nordzyperns, Talat, bereits verabschiedet worden war, dass der zukünftige Staat Zypern ein Bundesstaat sein solle, was der jetzige Präsident im türkischsprachigen Norden, Eroglu, ablehne. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Treffen der Präsidenten, der beiden zyprischen Teile am 25. 11. 2013, wie sich einige bei der zyprischen Presse ausdrücken, ein „Schiffbruch“ gewesen.

Der türkische Verhandlungsführer in Sachen EU-Beitritt der Türkei in Brüssel, Bagis, spricht davon, dass wenn das ‚Paar‘ (also die beiden zyprischen Teile) nicht zusammen findet, müsse es eben geschieden werden. Die Republik Zypern wurde von Stanley & Poor-Rating etwas aufgewertet – ist nicht mehr totaler Schrott auf dem Finanzmarkt.

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Kooperation

Hört sich ganz danach an, als würden der neu gewählte Präsident der Republik Zypern, Anastasiadis, und sein zyprischer Gegenpart auf der türkischen Hälfte der Insel – trotz allem – die Verhandlungen zur Wiedervereinigung der beiden Inselhälften aufnehmen wollten – die ins Stocken geraten waren.

Der türkischzyprische Präsident Eroglu hat von Anastasiadis einen Brief erhalten, als er, welch Zufall, gerade mit Alexander Downer zusammensaß, dem Zuständigen für die Zypernfrage bei der UN. Selbstverständlich wurde der Inhalt dieses Briefes nicht veröffentlicht, wie immer. Es interessiert wahrscheinlich eh nur noch Historiker.

Die Rede ist davon, dass Anastasiadis die gegenwärtige ökonmische Krise als Anlass genommen haben soll, sich einen Anfang der Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden der Insel etwas später – als sonst – zu starten. Zuerst müsse das ökonomische Problem gelöst werden. Die türkischzyprische Administration hat dafür gewiss Verständnis, da sie so wenig wie die griechischzyprische Administration im Grunde an eine Weiterführung der Verhandlungen glaubt, und das Ergebnis bereits kennt – Nothing!

Es bleibt dennoch weiterhin zu hoffen, dass sich vielleicht doch diesmal das, was auch der Oppositionsführer in der Türkei, Kilicdaroglu, wiederholt fordert einstellt, nämlich, dass Nordzypern endlich den Status eines eigenständigen Landes erhält. Das hat doch schließlich auch schon bei den Deutsch-Deutschen-Verhandlungen auf lange Sicht geholfen damals. Dass die Anastasiadis-Administration die nötige Flexibilität politisch hat, ist nicht völlig auszuschließen. Die sogenannten Hardliner im Süden der Insel könnten vor dem Hintergrund der ökonomischen Probleme in diese Richtung einlenken, um ihre Pfründe und Positionen zu retten – in erster Linie.

Doch es könnte sein – Ironie des Schicksals -, dass die Hardliner im Norden der Insel sich inzwischen ein Zusammenwachsen mit den Zyprern vom Süden, wie noch vor ein paar Jahren lautstark gefordert wurde von denselben, aus erlittener Enttäuschung und einem Rest Ehrgefühl blocken. Viel konkretere, blühende Landschaften, die die Türkei verspricht zu erbauen und bereits baut, könnten auch den größeren Rest der nordzyprischen Bevölkerung inzwischen davon überzeugt haben, dass es gilt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um vorerst Wiedervereinigungsverhandlungen nur Auf-gleicher-Augenhöhe zu führen – sprich: als eigener, allseits anerkannter Staat.

Der Norden, musste in Verhandlungen mit dem letzten Präsidenten Xristofias des Südens, einem Kommunisten, die schmerzliche Erfahrung machen, dass egal, welche politische Farbe die Regierung im griechischsprachigen Süden annimmt, ein Verhandlungserfolg schlichtweg nicht möglich ist, weil Nikosia sich an Regeln nur ungenügend hält, da es glaubt, die EU als starken Verbündeten im Rücken zu haben – und überhaupt, viel Geld.

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Bekanntlich stehen in der Türkei gerade wieder die Feierlichkeiten zum alljährlich von den Kurden insbesondere abgehaltenen Newroz-Fest. Ein alter Brauch, der den Frühling unter anderem symbolisch einläutet, wo die Feiernden über entfachte Feuer beim Tanz springen und man sich schon etwas in die Zeit Zarathustra’s – mit einiger Phantasie – zurückdenken kann. Diese Kurden also haben sich für diesen Tag in diesem Jahr scheinbar ganz Besonderes vorgenommen. Abdullah Öcalan’s Haftentlassung ist vielleicht die brisanteste Forderung, die sie wieder erheben werden. Jeder, der die Kurdenfrage etwas verfolgt, wird indes einsehen, dass diese Forderung vor allem dem Trotz gegen die repressive Politk Ankara’s gutgeschrieben werden darf. Für die nahe Zukunft dürfte ein frei agierender Öcalan in der politischen Landschaft der Türkei von 2013 allerdings eher das Ende von Lustig bedeuten. Die türkische Regierung unter Erdogan und Gül ist gut beraten, lediglich seine Haftbedingungen vorerst zu lockern und anstatt das Thema mehr Autonomie in den mehrheitlich von Kurden bewohnten Regionen des Landes positiv anzugehen.

Dass die Regierungspartei AKP etwas islamisch rüberkommt, könnte sich in diesem Prozess durchaus noch als sehr hilfreich erweisen. Die islamische Schiene wird es vermutlich richten können, dass bei Vergabe von mehr Autonomie an diese Regionen der Türkei diese Autonmie nicht dazu genutzt wird, gleich eine Abspaltung von Ankara zu lancieren. Auch daher ist es – leider – wichtig, dass Öcalan weiterhin in Schach gehalten wird.

In diesem Prozess dürfte der Türkei um so mehr daran gelegen sein, die Zypernfrage endlich aus der Welt zu schaffen, wie auch Erdogan letztens wiederholt ins Mikrofon sprach. Im Hinblick auf den sich zuspitzenden Streit ums Erdgas und Erdöl, welches vor Zypern gelegen sein soll in großen Mengen, könnten dann auch klarere Vereinbarungen getroffen werden, in denen keiner der Beteiligten (Griechenland, Türkei, Syrien, Libanon, Palästina, Ägypten, 2xZypern) sich all zu sehr über den Tisch gezogen fühlt. Bei ungelöstem Status (Syrien, Palästina, Nordzypern) wird die Förderung „der Reichtümer“, wie Politiker in der Republik Zypern gern sagen und dieselben schon fest in ihr Budget eingeplant zu haben scheinen, nicht ohne Spannungen, Waffengang und schlechtestenfalls Terror zu bewerkstelligen sein.

 

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Jetzt wurde ja erstmal damit begonnen, aus unserer Sicht, wesentlich konkretere Reichtümer zu heben. Bekanntlich wurden alle südzyprischen Konten mit einer Zwangsabgabe belegt dieses Wochenende. Wurde so in Brüssel vom neuen Finanzminister, Sarris, mit den restlichen Finanzministern der EU ausgehandelt. Anstatt Sturm zu laufen, sollten die Zyprer sagen: ‚Noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen!‘ Denn die EU spendet dafür knapp 10 Milliarden Euro, die dem Land Helfen sollen. Interessant wird sein, wie und wo diese paar Milliarden absickern und vor allem wo und wohin? Desweiteren wird mit Spannung erwartet, dass Nikosia im Zuge seines finanziellen Missgeschicks und weil eine neue Administration angetreten ist, die halt auch Geld verdienen möchte und sich verdient machen will im konservativen Lager innerhalb der EU, insgeheim grünes Licht gegeben hat, damit die EU ihr Versprechen gegenüber den türkischen Zyprern endlich einhält, und direkten Handel mit den Nordzyprern ermöglichen wird – wie bei der Abstimmung zum Annan Plan 2004 bereits in Aussicht gestellt worden war von der EU, falls positiv entschieden würde von Seiten der Nordzyprer, was der Fall war. Diejenigen, die den Annan Plan durchplumpsen ließen bei der Wahl 2004, waren die Griechischzyprer, die seinerzeit sich von ihrem Präsidenten, Papadopoulos, in einer Art Blitzaktion umstimmen ließen und mit „Nein!“ stimmten – leider!

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Währenddessen gehen die Geschäftchen aber lustig weiter. Im Norden werden Zigaretten und Petrol im großen Stil geschmuggelt und umgesetzt, und im Süden seltsame Finanztransaktionen. In beiden Teilen der Insel geben die Behörden an, aufgrund unterschiedlicher bürokratischer Hürden dagegen nicht vorgehen zu können.

Dass immer mehr international operierende Firmen sich vom Verbot Filialen im Norden Zyperns nicht eröffnen zu dürfen, weil ein Embargo besteht, nicht länger abschrecken lassen, demonstriert bereits seit vielen Jahren Vordafone und Burger King, welche im Norden Zyperns einfach unter dem namen TelSim bzw. Burger City verkaufen. Bleibt abzuwarten, ob Mc Donalds demnächst eine ähnliche Strategie verfolgen wird, weil, die neuen Betreiber des Flughafens in Ercan offenbar zuversichtlich sind, dass diese Kette demnächst eine Filiale dort eröffnen wird – wie auch Gloria Jeans. Akmina Reise Club aus Dänemark wird dieses Jahr erstmals offiziell Touristen einfliegen im türkischzyprischen Norden der Insel.

 

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So weit hier bekannt ist, hat der Premierminister der Türkei, Erdogan, seine Behauptung, der Zionismus ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, nicht zurückgezogen, welche er vor knapp einem Monat in Wien hervorbrachte auf einer Konferenz. Im Gegensatz dazu ist er auf Einladung nach Dänemark und den Niederlanden gerade unterwegs gewesen. Dass er nicht in Backnang, Baden Württemberg, eingetroffen ist, wo eine türkische Mutter mit 7 oder 8 Kindern in einem Haus zu Tode kam, welches unzureichend gesichert war, wo angeblich kein Anschlag oder dergleichen vorgelegen haben soll, dürfte so manchen in Berlin befreiend und tief Luft holen gelassen haben.

Studien zeigen, dass zwischen 2007 und 2011 mehr als 193.000 türkische Mitbewohner der BRD den Rücken kehrten und zurück in die Türkei gingen. Abgesehen von schlechten Aussichten einen Job zu finden, sagt Professor Faruk Sen, würde als Grund vermehrt auch Diskriminierung durch die Mehrheitsbevölkerung der BRD angegeben. Desweiteren sagt Sen: Europa brauche sich daher keine Sorgen zu machen, dass bei einer Visaerleichterung eine Wanderwelle aus der Türkei in Richtung EU losbricht. 31% der Immigranten Deutschlands sollen türkischer Abstammung sein, einer Studie zufolge. Das sind knapp 9 Millionen Personen, von denen 230.000 in ihrem eigenen Haus leben. Durchschnittlich wohnen 3.9 Personen in einem türkischen Haushalt in der BRD und ein durchschnittliches Einkommen eines Türken in der BRD beläuft sich auf 2.020 Euro. Insgesamt erwirtschafteten Türken in der BRD ungefähr 16.5 Milliarden €. 44% der türkischen Immigranten lebten unter dem BRD-Armutsniveau – 320€ pro Monat- (schreibt die PIO-Zypern).

 

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Kurz: Mit einem Enlenken der neuen Administration in Nikosia unter Anastasiadis besteht weiterhin die Chance, Entwicklungen über Zypern hinaus im Mittleren und Nahen Osten positiv mitzugestalten. Was in Nikoisa schon seit Längerem dringend benötigt wird, ist die Einsicht, dass Nordzypern nicht mehr all zu lange hingehalten werden kann, und dass dessen ungeklärter Status langsam aber merklicher denn je beginnt wie ein Krebsgeschwür sich zu entwickeln, wenn nicht endlich die Gleise auf diplomatischem Terrain so gelegt werden, dass das verhindert wird. ‚Kooperation auf allen Ebenen‘ lautet der Ruf der Stunde!

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Über und um Grenzen hinweg

25.11.12

EuroparlTV des Europäischen Parlaments soll in Straßburg einen Kooperations-Vertrag mit dem nordzyprischen Sim-Fernsehkanal unterzeichnet haben. Demnach soll Sim jedwedes Material der EuroparlTV zukünftig nutzen dürfen. Trotz Streitigkeiten über den Grenzverkehr und Handel über die Grenze hinweg wurden nach Angaben des nordzyprischen Verkehrsministers 112 Tonnen Fisch an den Süden verkauft 2012, wofür – lediglich – 2,5 Millionen Euro eingenommen wurden. Der türkische Botschafter im Norden Zyperns wurde zur Weihnachtsfeier der UN im Süden der Insel nicht eingeladen. Der Präsident des Nordens, Eroglu, fand das sei etwas Unhaltbares. Sollte so etwas noch einmal passieren, würde das entsprechende Konsequenzen haben. 3,4 Millionen Sterling wurden einem Südzyprer bezahlt, der im Rahmen des Geld-gegen-Land-Verfahrens ein Grundstück in Kyreneia/Girne verkauft haben soll an einen türkisch-zyprischen Bieter (Acapulco Hotels). Schade, dass der Handel und Verkehr über die innerzyprische Grenze nicht mit mehr Offenheit und Bereitschaft zur Anerkennung dieser Tatsache erfolgt – der gegenseitigen Abhängigkeit.

 

Schade auch, dass Mursi den Erwartungen gewisser Kreise voll entspricht – und ganz klassisch, sozusagen zuschlägt innenpolitisch, und zwar dann, wenn er international gelobt wird für sein Verhandeln im Israel-Palästina-Konflikt. Es ist ein Jammerspiel sondergleichen, dass sich jemand, der vorgibt, demokratische Absichten zu haben, die Justiz glaubt ausschalten zu können im Lande mit entsprechenden Gesetzesänderungen. Vermutungen, eben jener gewissen Kreise, die schon immer davor warnten, dass die Islamisten zukünftig mit dem Militär gemeinsame Sache machen könnten (gegen die Interessen des Volkes), dürften sich bestätigt sehen. Da befreit sich jemand vom Tyrannen Mubarak, um eventuell selbst einer zu werden, womöglich eine Art Khomeini. Wie das römische Imperium zeigte, kann Alleinherrschaft durchaus fruchtbar sein. Doch die Art und Weise wie Mursi es anstellt, Alleinherrscher zu werden um unumschränkte Macht zu haben, ist mehr als Besorgnis erregend – es hat etwas Pathologisches.

 

Pathologisch auf andere Art und Weise mutet an, dass die EU sich für ihren Finanzplan nicht einigen konnte. In Zeiten wie diesen, wäre mehr Gemeinschaftssinn durchaus angebracht. Wenn die Weichen für den Plan 2014 – 2020 jetzt und auf Anhieb nicht gestellt werden können, wundert auch nicht, dass das Steuerabkommen mit der Schweiz den Bach herunter geht. Es ist zu hoffen, dass in der Schweiz so langsam die Alarmanlage anspringt und sie sich etwas Durchlässigeres zu diesem Thema einfallen lassen. Zur Freude aller hat Baden Württemberg, nach Aussagen Herrn Kretschmanns, zusätzlich Steuerprüfer und -fahnder in der entsprechenden Behörde eingestellt. Dass Finanzminister Schäuble die Schweizer Hoffnungen doch noch erfüllen kann, also dass das Steuerabkommen, so wie es ist doch noch durchgewunken wird, wird hier als illusorisch eingeschätzt. In diesem Zusammenhang sind wir dankbar für die uns doch wirklich noch nicht bekannte Vokabel, die in diesem Bezug neuerdings im Umlauf ist, die der „Abschleicher“. Das sind diejenigen, die – Abkommen hin oder her – schon längst die Koffer gepackt haben, um ihr Geld zum Beispiel auf einer britischen Insel, in Österreich oder besser gleich in Singapur zu parken – die also sind damit gemeint, die sich vorzeitig aus dem Staub machen, „sich schleichen“, wie man in Wien gern sagt. Das Bankgeheimnis der Schweiz ist nicht mehr zeitgemäß, so, wie es nach Ansicht der politischen Rechten der Schweiz zu bestehen habe. Was die Beziehungen zur Schweiz angeht, könnten die deutsche Punk-Formation, die Totenhosen, ihren Hit anstimmen, um die Situation zu versinnbildlichen: „an Tagen wie diesen…“! Dass sich die Unstimmigkeiten auf den grenzübergreifenden freien Arbeitsmarkt auswirken, ist nicht absehbar, solange die SVP nicht an die Regierung kommt in der Schweiz. Doch auch dann wahrscheinlich wird derselbe nicht wesentlich eingeschränkt werden – weil der ökonomische Erfolg, der damit einhergeht, gewiss ideologischen Ansichten der SVP schnell umstimmen wird, wenn dieser ausbleibt oder abnimmt. Außerdem: Wir bleiben dabei: Multinational operierende Konzerne oder Unternehmen werden auch weiterhin ihr Schlupfloch finden und wahrscheinlich schon längst ausgemacht haben in diesem umstrittenen Steuerabkommen. Das lässt durchaus vermuten, dass es eigentlich auch um ein anderes Thema geht, vielleicht dem der Eingliederung der Schweiz in die EU, vielleicht, einen Sündenbock nicht so leicht aus der Kür zu entlassen. Die Schweizer geben da eine wunderbare Projektionsfläche ab. Bern ist gut beraten, sich möglichst bald aus dem Schussfeld zu ziehen, denn noch sind die USA, die ebenfalls ein Problem haben mit der Geldbeschaffungsstrategie gewisser Schweizer Institutionen und andere, noch nicht in den Sack gesteckt, wenn so gesagt werden darf. Es gibt da gewiss noch das eine oder andere Schlupfloch für beide Seiten.

 

Ob die Elsässer ausgerechnet jetzt ein Schlupfloch suchen sollten, um aus der zuweilen so empfundenen Umklammerung von Paris herauszukommen, ist fraglich – ebenso wie im katalanischen Spanien. Dass in Straßburg seit Jahren verstärkt Alemannisch an der Universität im Angebot ist, welches auch, wie zu hören ist, gut besucht wird von der Studentenschaft, ist zwar erfreulich, doch viel weiter sollten die Abspaltungs-Visionen nicht gehen, warnen Kenner der Lage. Paris kann sich eine Abspaltung des Elsass schlicht nicht leisten, aus vielen Grünen. Einer der unwesentlichsten Gründe dürfte sein, dass schließlich ein Straßburger seiner Zeit die Marseilles, die Nationalhymne, mit geradezu göttlicher Eingebung in einer Nacht verfasst hat, eben, als es mal wieder gegen die Deutschen zu ziehen galt. Diese Angelegenheit ist ungefähr so unwiederruflich wie das Projekt Stuttgart 21, gegen das noch immer gestreikt wird, anscheinend stets montags. Die Bohrungen sind hier wie dort zu tief bereits vorangeschritten.

Dabei läuft der Austausch über den Rhein doch gar nicht so schlecht – wenn auch etwas einseitig. Hierbei denken wir vor allem an Rust, und den Europapark dort, der gerade seine 12. Wintersaison eröffnet. Die französische Filmbranche wird sich in Rust nun auch noch niederlassen. 2014 soll „Arthur und die Minimäuse“ ihren Start nehmen. Wen es interessiert: am 14. 12. gastiert dort der chinesische Nationalzirkus. Doch es gibt durchaus auch andernorts hundertfach Verflechtungen über den Rhein zu verzeichnen. So treffen sich, ist zu hören, in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen die Herren vom Tischtennisverein Müllhausen mit dem aus dem elsässischen Mullhouse zu Spiel und auch kleinerem Umtrunk etc. Der trinationale Atomschutzverband, Tras, in Eimeldingen traut den Versprechungen des französischen Präsidenten, das Atomkraftwerk in Fessenheim 2016 zu schließen, nicht – wir auch nicht. Tras rät daher, die Mitgliedschaft nicht aufzulösen – im Gegenteil. In wie weit Dienstag den 27.11.12 auf dem inzwischen als traditionellen Jahrmarkt bezeichneten Markt auch Anbieter aus dem Elsass vorstellig sein werden, um ihre Waren anzubieten, ist nicht bekannt. Es sollen indes bis an die 75 Anbieter ihre Waren feilbieten zwischen Blumenplatz und Marktplatz. Die St’art 2012, eine Kunstmesse, die heute ihre Forte öffnet, hat erstmals deutsche Aussteller auf dem Gelände, mit denen eine Joint Venture eingegangen worden ist. Die Messe kann auf dem Messegelände Wacken bis zum 26. 11. besucht werden, zwischen 11 und 21 Uhr. Das alles ist natürlich auch eine Frage der Finanzierung. Anscheinend wurde verstanden, dass anstatt in Konkurrenz zu stehen bei solchen Messen, es finanziell attraktiver werden könnte, wenn man kooperiert. Dass der FC Freiburg, der bekanntlich in der Bundesliga spielt, ein neues Stadion glaubt zu brauchen, ist noch nachvollziehbar. Immer mehr Freiburgern stößt indes der Gedanke auf, dass die Gemeinde einen Teil der horrenden Kosten übernehmen wird, da die Meinung vorherrschen zu scheint, dass ein Club, der hohe Gehälter an Fußballer zahlen kann, die gerade mal im unteren Bereich der Liga – und manchmal in der Mitte – herum krebsen, dann  auch gefälligst die Kosten fürs neue Stadion schultern solle. Bekanntlich war in Karlsruhe viel Geld in ein neues Stadion gesteckt worden, doch die Kicker des Vereins floppten und stiegen sogar ab – in Regionen, die von den Massenmedien TV und Radio nicht mehr entsprechend übermittelt und bezahlt werden. Die Stromkosten sollen wegen dem angeblichen Umstellen auf Strom aus der Energiewende ansteigen in der BRD zu Anfang Jahr. Von Experten wird geraten, bei einer Steigerung von über 8% Widerspruch einzulegen beim jeweiligen Stromanbieter – wenn nicht anders denselben zu wechseln. Vor dem Hintergrund, dass die Prognosen eines leichten Anstiegs der Gewinne deutscher Unternehmen für 2013 prognostiziert wird, sollte man sich diese Erhöhungen des Strompreises bei über 8% dann wahrscheinlich auch wirklich nicht gefallen lassen. Zu viel Geiz und Raffgier sind beide eher ungeil! Obwohl die Aufhebung der Jagdsteuer für die Jäger in Lörrach und Umgebung mit diesem Umstand wahrscheinlich nicht zusammenhängt, soll dennoch angefügt werden, dass das hier bedauert wird, weil diese sogenannte ehrenamtliche Tätigkeit durchaus und von vielen Mitbürgern anders gesehen werden dürfte – als zu besteuern, und zwar möglichst hoch.

 

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Mari & Co

Das Thema Mari zieht in der Republik Zypern noch immer seine Kreise – jetzt vor Gericht. Oberst Lambros Lambrou sagte aus, seine Einheit habe im August 2010 einen Brief erhalten, in dem steht, die beschlagnahmten Explosiva, die für Syrien bestimmt waren, gehörten dem Verteidigungsministerium Zyperns und würden nicht der National-Garde, der er zu Dienste steht, unterstehen. Von daher weigere er sich, für die 98 Munitions-Container, die in die Luft gingen, jedwede Verantwortung zu übernehmen. Auch sei es nicht in seinem Aufgabenbereich gelegen, die Container aus der brutzelnden Sommerhitze zu räumen, zumal die dafür Zuständigen die Sachlage sehr wohl auch kannten und nichts unternahmen. Ein derartiger Befehl sei bei ihm nie eingegangen.

Am Pranger wegen dieses Vorfalls stehen des Weiteren der frühere Außenminister Marcos Kyprianou, der frühere Verteidigungsminister Kostas Papakostas und der frühere Hauptbeauftragte Savvas Avgorou etc.

 

Ähnlich unklar, wie die Frage, wer hat die Verantwortung für den tödlichen Unfall in Mari, bleibt die Antwort auf die Frage, wer trägt die Verantwortung für das Zustandekommen der misslichen Lage der beiden größten Banken der Insel (Bank of Cyprus + Laiki), die Hilfe aus Brüssel beantragen mussten. Die Akten, die diese Frage klären sollten und von der Zentralbank Zyperns herausgegeben worden waren, werden als inhaltlich unzureichend von Experten gewertet.

So würde zum Beispiel das Anwaltsbüro Alvares & Marsal sich gerne die Prozedere ansehen, die die erweiterten Aktivitäten der Banken, sowie die von Zweigstellen oder subsidiären Gesellschaften, im Ausland aufzeigen, und da vor allem die Bedingungen einsehen, unter welchen griechische Regierungs-Anleihen angekauft wurden. Wie zu hören und zu lesen ist, erwartet niemand, dass neue Erkenntnisse herauskämen dabei, sondern lediglich das, was eh seit Wochen in den Medien und andernorts bekannt sei.

 

Ums liebe Geld, welches ungewohnt knapp wird in den Geldbeuteln des arbeitenden Griechisch-Zyprers, geht’s auch der Gewerkschaft der Busfahrer Zyperns. 10 Tage Zeit hat diese der Busgesellschaft OSEL (Nikosia) gegeben, um das Loch von rund 1 Mill. Euro zu stopfen – andernfalls droht Streik! Die öffentlichen Verkehrsunternehmen würden mit dieser Maßnahme vor allem die wirklich Armen und Bedürftigen im Lande abwatschen, finden wir, da, anders als in der BRD, praktisch jeder, der es sich irgendwie noch leisten kann, ein Auto unterhält. – auch weil der Ausbau des Busnetzes und –Busservicezeiten noch immer nicht ausreichend ist. Schuld an der Pleite scheint u.a. die mangelnde Zahlungsmoral des Staates an die OSEL zu sein. Iordanis Iordanou, der Chef der OSEL, spricht von 200.000 Euro, die vom Staat verspätet für den Monat September 2012 überwiesen wurden – fehlen noch, meint er, 550.000 €. Iordanou betonte, dass die Regierung das nötige Geld notfalls über die Troika reinholen müsse.

Die Herrn von der Gewerkschaft sind mit der Finanzspritze (200.00 0 €) aber nicht zufrieden, auch, sagt ihr Sprecher Avgoustis, weil die OSEL ohne Absprache mit der Gewerkschaft die Arbeitsstunden und den Einsatzplan der Fahrer abgeändert hat.

 

2012 hat die Regierung die Gelder für den öffentlichen Transport von 68 Mill. auf 45 Mill. gesenkt. Inzwischen konkurrieren 6 Gesellschaften im griechischen Teil der Insel um die Staatsknete. Jede Gesellschaft hat mit dem Staat einen 10 Jahresvertrag abgeschlossen. Bezahlt wird nach zurückgelegten Kilometern (ein Unding, finden wir).       

 

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Auf der anderen Seite der Grünen Linie tut sich bekanntlich auch stets Einiges auf Zypern.

 

So konnte die Türkei, trotz anfänglicher Einwände des Irans, durchdrücken auf einem Treffen der Organisation für Wirtschaftliche Kooperation (ECO) in Aserbaidschan, dass Nordzypern (KKTC), welches seit 1979 als Gast stets den Treffen der ECO beiwohnte, nun den Beobachter-Status erhielt. Irsen Küçük, Ministerpräsident der KKTC, verkündete stolz, seine Unterschrift unter das Papier dafür gesetzt zu haben. Er dankte der türkischen Diplomatie von Herzen, insbesondere den Bemühungen Herrn Ahmet Davutoğlu’s, dem Außenminister der Türkei. Gespräche mit Iran, Pakistan, Turkmenistan, Kasachstan und Aserbaidschan wurden nach der Unterzeichnung umgehend aufgenommen.

Wie hier auf Zypernundmehr-News bereits mehrfach erwähnt wurde, wird eine internationale Anerkennung der KKTC von der Türkei derzeit mit etwas Nachdruck betrieben – der Zeitpunkt ist anscheinend günstig.

Egemen Bagis, der die Belange der Türkei mit der EU regelt, sagte in Italien auf einer Konferenz zum Thema „die Türkei als aufkommende regionale Macht – Herausforderungen und Möglichkeiten“, dass die Beziehungen zur EU wegen der „griechisch-zyprischen Administration“ so miserabel sind. Er vermied, von der Republik Zypern zu sprechen. Der Krieg mit Worten in diesem Streit der Türkei mit der Republik Zypern ist ein Kapitel für sich. Die Griechisch-Zyprer reden stets von „so genannten“ Ministerpräsidenten oder „selbsternannten“ Präsidenten sowie vom „Scheinstaat“, der Nordzypern ist etc. Nun, E. Bagis kritisierte erneut, dass die EU zum Beitritt der Türkei zur Union eine Anerkennung der Republik Zypern fordere. Er erinnerte wiederholt daran, dass 2004 von den Türkisch-Zyprioten zum Annan Plan mit „Ja“ abgestimmt worden ist, und dass es die andere Seite auf der Insel war, die sich mit ihrer Wahl dagegen gesperrt habe. Damals habe die EU und ihr Europäischer Rat in Aussicht gestellt, dass bei einem positiven Wahlergebnis bzw. – verhalten der Nordzyprer, wie erfolgt, die ungerechte Isolation der KKTC aufgehoben werde. Bislang sei dieses in Aussicht Gestellte aber nicht implementiert worden von Seiten der EU. Bekanntlich sind die Dinge inzwischen sogar so weit gediehen, wie letzte Woche vernommen werden konnte, dass sogar ein Politiker der CSU (BRD) sich für den Beitritt der Türkei in die EU öffentlich aussprach.

Berichtet wird, Bagis habe des Weiteren gesagt in der Konferenz in Italien, dass der Beitritt der Türkei zur Union  für die EU eine strategische Entscheidung ist, und dass die Türkei längst nicht mehr so heiß darauf sei, der Union beizutreten. Dass der Erhalt eines Visums für die EU für türkische Staatsbürger noch immer sehr schwer ist, erwähnte Bagis als einen der Gründe dafür, weshalb das Vertrauen der Türken in die EU erheblich gesunken sei – sogar Brasilianer könnten in der EU frei reisen, die ja wohl keine Anwärter auf eine Mitgliedschaft seien, wie die Türkei.  17 der 33 Kapitel könnten wegen der Verstimmung der Türkei mit der Republik Zypern nicht geöffnet werden bei den Beitrittsverhandlungen der Türkei.

 

Irsen Kücük kündigte an, dass 2013 – 2015 ein „Ökonomisches Programm“ in Kraft trete, welches die KKTC unabhängig und konkurrenzfähig mache – ein positiveres Klima für Investoren schaffe. Jetzt sei die KKTC nicht mehr alleine. In seiner Ansprache an die Nation ermutigte er seine Bürger, an die Zukunft zu glauben und tatkräftig mitzuwirken. Er erinnerte daran, dass schon bald Wasser und Elektrizität via Türkei installiert sein werden und dass die Umgehungs-Autobahn (Nikosia) bis 2015 fertiggestellt sein wird. Ein Anstieg von 60%  im Tourismus sei dieses Jahr erzielt worden.

Dervis Eroglu, der Präsident der KKTC, hält nichts von dem Wirtschaftsprogramm, von dem Kücük spricht. Eroglu sagte, es müsse davon abgesehen mal nachgeforscht werden, woher denn die Gelder für die täglich abgehaltenen opulenten Essen der Mannschaft um Kücük stammten. Eroglu unterstützt Herrn Kasif bei der anstehenden Wahl zum Ministerpräsidenten. Kasif sagt über den amtierenden Ministerpräsidenten der KKTC Kücük: „Er ist der erfolgloseste Ministerpräsident in der Geschichte!“ Dass die Türkei bezichtigt wird, die Wahlen zum Kandidaten des Ministerpräsidenten innerhalb der UB-Partei der KKTC zu manipulieren, wurde hier auf Zypernundmehr bereits berichtet.

 

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Inzwischen steht fest, dass die Ausschreibung zum Betrieb des Ercan-Flughafens der KKTC für 25 Jahre vergeben wurde – an wen ist noch nicht zu erfahren gewesen.

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Der Außenminister der KKTC führt Beschwerde bei der UN, weil vermehrt Autofahrer aus dem Norden der Insel im Süden angegangen werden von den Behörden, also der Polizei. Das betrifft vor allem Taxi-Fahrer und Mietautos aus dem Norden.

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Die globale Taekwondo Föderation wird 2013 ihre Weltmeisterschaft in Nordzypern abhalten. Die Präsidentin der Föderation, Linda Park, habe „illegal“ die Insel betreten, schreibt die PIO-Südzyperns. Die BRD-Sportler werden daran teilnehmen, die der Türkei sowieso (die Türkei stellt den Weltmeister und ist im Taekwondo seit Jahren an der Weltspitze), so auch Russland, Iran etc. Linda Park garantiert, dass der Wettbewerb von Seiten der Föderation in der KKTC stattfinden wird und war kürzlich zu Besuch bei Ministerpräsident Kücük.

Dass mit der anstehenden Taekwondo-Weltmeisterschaft eine Anerkennung der KKTC durch einige Staaten mehr als lediglich durch die Türkei wahrscheinlicher geworden ist und zum Anlass genommen werden könnte, liegt auf der Hand.

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Russland hat aufgrund des Vorfalls mit dem syrischen Flugzeug, welches von Ankara zur Landung gezwungen wurde kommend aus Moskau letztens, gewisse Waffen auf seinem Territorium so justiert, dass diese nun auf die Türkei gerichtet sein sollen.

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Das Menschenrechtsgericht verurteilte die Türkei zu einer Strafe von 10.000 €, weil Eylem Bas in Haft körperlich und sexuell missbraucht worden ist. Sie ist angeklagt gewesen, einer in der Türkei illegalen Organisation anzugehören.

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Herbst

Dass der Herbst auch Zypern einholt, man glaubt es kaum bei so viel Sonnenschein und anhaltender Hitze über den Tag, kann an einigen Dingen festgemacht werden. Morgens recht früh und noch vor 06-Uhr kann das Schießen aus Gewehrläufen auf das wenige Wild, welches es noch irgendwo geben soll, vernommen werden, wie stets um diese Jahreszeit aufs Neue. Die wackeren Recken, die mit Flinten in wahrscheinlich rauhen Männerhänden zumeist auf ausgewilderte Tiere schießen, welche also Monate zuvor ausgesetzt wurden, scheinen sich ihre Tradition bewaffnet zu hüten. Es gibt wahrscheinlich das eine oder andere Tier, welches die vorhergegangene Jagdsaison überlebt hat. Das Überleben unter zyprischen Bedingungen als Tier, dessen Fleisch oder Fell gefragt ist, ist durchaus ein Kunststück, denn die Saison dauert lange und viele ‚Jäger‘ halten sich schlichtweg nicht daran, dass nur am Mittwoch und am Sonntag gejagt werden soll dürfen. Die Tiere werden gewiss mit neuester Technologie und dergleichem erlegt, auch wenn sie ob des strengen Sommers 2012 ausgemerkelt sind mehrheitlich. Das hindert die Recken nicht, zumeist in grüne Militärkleidung mit braunen Flecken gezwackt, den ungleichen ‚Wettkampf‘ aufzunehmen.

Viel Grün oder anderes Getier zum Fressen gibt es für das gejagte Getier wirklich nicht. In der Cyprus Mail von heute steht schon fast im Gegensatz dazu, dass irgendwelche Bösewichte die Schleusen einer Fischfarm im Meer vor der Ortschaft namens Zygi geöffnet haben sollen. 10 Tonnen Fisch und mehr sind ihrem Schicksal entkommen, von uns als frischen Fisch aus dem Meer gegessen zu werden. Noch sind die Restaurants auf Zypern im Allgemeinen nicht so weit, um zu kennzeichnen, woher ihr eingekaufter Fisch denn genau stammt – wer ihn ‚produzierte‘? Das zu wissen, machte durchaus Sinn. Denn bekanntlich erhalten die Fische gezogen in Gefangenschaft oft seltsame Nahrung wie zum Beispiel Hühnerfutter oder Teile von Hühnern etc.

Was den Herbst angeht, der gerade durch die Jahreszeiten-Türe schreitet: In Nikosia-Süd wird in einigen kleinen Cafes plötzlich wieder Milchreis serviert. Über den Sommer gab es den nämlich nicht. In der Türkei kriegt man im Sommer keine Yayla-Suppe, die es im Norden von Zypern indes das ganze Jahr hindurch am Girnetor in Nikosia-Nord gibt. Das ist eine heiße Reissuppe mit Yoghurt etc. Der Herbst ist also da und die Uni hat im Süden der Insel wieder begonnen. Junge Menschen sitzen im chicen Look in der Mensa der Uni ab, wie gehabt, und fahren zuweilen mit den dicksten Autos vor. Die Feigen sind jetzt langsam überall reif, die Granatäpfel werden es gerade und die Zitrusfrüchte bringen sich eindeutig in Stellung für kurz danach, für den zyprischen ‚Winter‘.

Im Norden der Insel, im Staat mit dem Namenskürzel KKTC, hört der Urlaub der Abgeordneten endlich auf. “Endlich” schreibe ich, weil Akay Cemal in der Kibris am 6. September bemerkt: “Das Parlament fängt am 24.09. an zu arbeiten. Der Urlaub ist vorbei. Werden die nun die Ärmel hochkrempeln? – oder? In der KKTC gibts eh viel Urlaub, was solls. Der Parlamentspräsident der Republik Hasan Bozer hat (neulich) eine geschichtswürdige Warnung von sich gegeben. Er ließ wissen, dass die Arbeitsgruppen (im Parlament) nicht in gewünschter Weise ihren Auftrag erfüllen. “Nichts Fruchtbares (tun)!”, sagte er. Gibt es noch eine klarere Message als diese? Was hätte Bozer auch sonst noch sagen können… . Auf die Arbeitsgruppen (des Parlaments) warten noch (immer) 85 Gesetzentwürfe (auch zur Verfassung), die bearbeitet gehören. Es wäre zwar angesagt, dass die Parlamentarier schnell arbeiteten und die Sache zur Abstimmung vorlegten…. .

Der Vorsitzende der türkisch-zyprischen Handwerkskammer Hürrem Tulga hat eine Studie in Auftrag gegeben. Die Studie lässt erkennen, dass das Land sich ökonomisch in äußerst schwieriger Lage befindet. Demnach sind 2012 genau 2.400 Betriebe eingegangen… . Schießereien, Brandstiftung, Messerstecherein, Kriminalität, Preistreiberei, Diebstahl, Raub, Selbstmord und die Zunahme von Krebs steigt beständig. An diesem Interessierte arbeiten (jedenfalls) Tag und Nacht – und gibt es daher etwa keine Wilderei? Die gibt es (hier) zuhauf. Ist wohl, weil es zu viele Jäger (im Lande) gibt. In (der Ortschaft) Kermiya wird der Müll nicht abgeholt. Ist es nicht so (liebe Leute), dass unsere Umweltverschmutzung (inzwischen) too much ist? Die Berge haben wir ausgehöhlt, die See vollgestopft, kleine Wälder wegrasiert… . Wir halten den Rekord beim Stehen-lassen von halbfertig gebauten Häusern, die vor 8 Jahren in einer Art Boom hochgezogen wurden… . Als positiv (an uns) gilt mal zu erwähnen, dass bei Dorffesten, Festivals und Festen wir voll bei der Sache sind.”

Serhat Incirli bringt zuvor Gesagtes auf einen Punkt und schreibt in dieser Ausgabe der Kibris bezüglich der 85 Gesetzentwürfe, die noch zu erledigen gewesen wären: “… das heißt, das, was sie hätten abgearbeitet haben, ließen sie liegen. Wenn wir nun sagten, sie haben ihren Lohn nicht verdient, ist das etwa falsch? Die werden jetzt alle sauer sein (mit mir). Wie können sie auch, wenn sie keinen Lohn erhalten, zu einer Hochzeit gehen und dort 10 TL der Braut und dem Bräutigam anheften? Es gehört sich zwar nicht. Doch nach dem, was die Gerüchteküche hergibt, sollen Parlamentarier und sogar die meisten Minister angeblich um ihr Budget ausgleichen zu können, lediglich 10 TL den Brautleuten anheften. Die müssen ja zu so viel Hochzeitsveranstaltungen, da haben die so besehen bestimmt recht (so wenig Geld zu geben). Jetzt (,wo ich das schreibe,) werden sie erneut auf mich sauer sein. Die werden jetzt vielleicht sagen: ‚Wir heften doch 50 TL an!‘ … . Ihr seid faul meine Herren und auch einige Damen. Jetzt werden die ganz bestimmt so richtig sauer auf mich sein… . Ihr geht einkaufen mit Freunden, die sehen sollen, was ihr auf der Tasche habt, und das, ohne eure Arbeit gemacht zu haben; ihr quatscht nur durch den lieben, langen Tag. Und die Leute warten auf ein Gesetz. Genau 85 davon… . Man sagt Abgeordneten nicht: “du bist faul!” Doch das habe ich (dennoch) gesagt. Ich bin der Übersetzer der Gefühle, die viel (zu viel) durchgehen lassen. Was? Jetzt sind die total verärgert? Das Meer hat sich abgekühlt. Die sollen dort (doch) mal reinspringen!”

Sollten die fleißigen Abgeordneten aus dem Norden das wirklich tun, empfehle ich, vielleicht die Region um Famagusta/Ammoxostos/Magusa auszulassen. Dort beschweren sich nämlich zunehmend die Einwohner über unerträglichen Schweine-Gestank. Anscheinend bläst der Wind eines Mastbetriebes im Süden dieser Tage genau dort hin im Norden. Es muss unerträglich sein.

Im Norden der Insel scheinen sich die Problemchen indes auch noch aus anderem Grunde zu häufen. Es zeichnet sich nämlich ab, wie bereits vor diesem Beitrag auf Zypernundmehr-News berichtet wurde, dass der Süden bestimmte Zahlungen an Türkischzyprer nicht mehr leisten will. Noch sind diese Dinge im Stadium der Diskussion. Wir schrieben hier davon, dass den türkischen Zyprern, die in der Stadt Pyla wohnen, demnächst eine Elektrizitätsrechnung ins Haus stehen könnte. Jetzt scheint sich abzuzeichnen, dass die geführten Diskussionen im Süden darüber hinaus gehen. So wird angedacht, die kostenlose medizinische Versorgung der Türkischzyprer, die im Norden wohnen und ihren Lebensmittelpunkt dort haben, zu kappen. Ebenso wird daran gedacht, die Führerscheine aus dem Norden nicht mehr anerkennen zu wollen (Haravgi 6.9.).

Das alles scheint den Präsidenten im Norden, Eroglu, erstmal nicht sonderlich zu jucken. Er ist anstatt gerade in der Türkei für drei Tage unterwegs mit Frau, um in der Kleinstadt Ardıçlı (Provinz Hatay) einen Park zu eröffnen, der seinen Namen tragen wird. Das ist auch wirklich wichtig. Eine kulturelle Angelegenheit von höchstem Wert. Und da Eroglu so viel für die Kultur im Lande übrig hat, hatte er einst am 15. April 2012 versprochen, schreibt Ahmet Tolga in derselben Kibris auf Seite 8, die ehemalige Polizeiwache in Nikosia – das alte Kolonialgebäude vor dem Saray Hotel, welches neben dem Justizgebäude auf der Ecke gegenüber dem Atatürk-Platz steht – den Künstlern zu übergeben. Wie sich jetzt allerdings herausstellt, könnte vielleicht doch eher die Staatsanwaltschaft oder ein Investor den Vorrang erhalten.

Vielleicht hatte sie zuvor etwas gewundert, dass in der Aufzählung all der Übel, die im Norden kursieren oder kursieren sollen, auch von Krebs die Rede war. Ja. Leider wurde nämlich belegt, was sich schon alle dachten und trotzdem weiteraßen, wenn im Norden unterwegs oder gar dort lebend, nämlich, dass die Werte zu hoch sind. Also es wurde auf Veranlassung der Südzyprer eine Untersuchung der Gemüse, die aus dem Norden auf den Markt im Süden gelangen, veranlasst. Festgestellt wurde, Salate und Tomaten und dergleichen sind zwischen 300 bis 600-fach über dem so genannten Normalwert liegend. Das Zeug ist also total belastet, kontaminiert. Doch im Norden hätten die Politiker weiterhin nichts Weiteres derzeit zu tun, als von Wahlen zu sprechen und ihren Sitz zu sichern, beschwert sich Resat Akar in der Kibris vom 06.09. Eigentlich, findet er, müsse Notstand ausgerufen werden und das Gesundheitsministerium, und die, die dieses Amt davor leiteten, ausgetauscht beziehungsweise dafür verantwortlich gemacht werden. Doch es wird wohl nicht viel passieren, resümiert er.

An anderer Front ist aber etwas passiert, es hat sich was bewegt. Man ist der so oft anvisierten Vereinigung nämlich, unter der Gürtellinie sozusagen, näher gekommen. Nein, dass Zuhälter und das sogenannte Rotlicht-Gewerbe zusammenarbeiten auf der geteilten Insel, über die Grenze hinweg, ist ja bereits ein alter Hut. Die Zusammenarbeit erstreckt sich nun neuerdings auch auf die Internetzockerei. Das soll vermehrt der Fall sein, seit im Süden vor nicht so langer Zeit die Gesetze bezüglich Glückspiel via Internet geändert wurden. 2 griechische Zyprer haben sich mit ihrem Gewerbe in den Norden verzogen, andere nach Pyla und auf das Gebiet der britischen Militärbasen. Angeblich sollen 60% der Onlinespielhöllen im Süden dem neu verabschiedeten Gesetz noch immer nicht zur Genüge Folge leisten, schreibt die Kibris in einem Artikel (“Kumarda Rum ortaklar”). Dass im Süden illegales Spielen jeden Tag woanders von den Behörden ausgehoben wird, ist schon fast keine Nachricht mehr. Das kann andauernd gelesen werden. Ähnlich ist es auch beim Menschenschmuggel im Norden. Derzeit stehen Syrer hoch im Kurs. Kürzlich gingen 6 Syrer bei einer solchen Aktion allerdings leider unter. Die Verantwortlichen dafür (Niyazi Korkmaz, Abdullah Temiz, Mustafa Korkamz und Yunus Gülduran) wurden vorerst in Untersuchungshaft gesteckt. Eine Kautionszahlung wurde vom Gericht im Norden abgelehnt. Die Fluchtgefahr sei zu hoch.

Geflüchtet ist der Präsident der Republik Zypern, Xristofias, keinesfalls. Er weilt wahrscheinlich gerade noch in Jordanien. Dürfte aber in Gedanken schon längst in New York sein, wo er eine Rede halten wird vor den Vereinten Nationen. Es ist zu befürchten, dass erneut die Verhandlungen mit dem Norden aufzunehmen verabredet wird, obwohl jeder weiß, dass Xristofias der Verhandlungsführende dann nicht mehr sein wird. Es sieht also eher nach einer netten Urlaubsreise aus mit unvermeidlichen Zwischenstopps, eben die Rede in der UN etc. In Jordanien wurde nichts weiter Aufregendes beschlossen oder unterzeichnet von Xristofias. Die Außenministerin Zyperns weilte zur gleichen Zeit in Kairo, wo sie einem Treffen der arabischen Staaten beiwohnte. Ihre Message dort, wird hier vermutet, dürfte so manchem Anwesenden wegen der Oberflächlichkeit und der Inhaltslosigkeit aufgestoßen sein. Kann gut sein, nachdem, was zu erfahren war, dass sie vergaß oder vermied, den Konflikt mit der Türkei zu erwähnen und dass die Republik Zypern mit Israel ernsthafte Absichten zu haben scheint, das Erdgas vor der Insel zu fördern. Dass Markoulli, die Außenministerin Zyperns, sich keinesfalls als Vermittlerin im Palästina-Israel-Konflikt eignet, hat sie klar durchblicken lassen. Eine Regierung auf Abruf ist eben keine mehr, mit der noch wirklich etwas ausgehandelt werden kann, was Hand und Fuß haben könnte. Obgleich, das stimmt so nicht ganz, weil Griechenland (Konstantinos Musurulis) und Zypern (Eftimos Flurenkos) haben beschlossen, zukünftig in Sachen Schifffahrt (Maritimes) zusammenzuarbeiten.

Die Diskussion darum, ob Xristofias doch noch vorzeitig zurücktritt von seinem Amt, ist in Zypern zwar entbrannt, doch liegt das Problem eigentlich woanders: die Realität in und um Zypern endlich zu erkennen und sich entsprechend einzurichten von Seiten der Regierung. Mit Anastasiadis als eventuell neuer Präsident der Republik darf ‚weiß‘ gesehen werden. Das ist ungefähr so ‚weiß‘ zu sehen, wie in den USA, wenn Mitt Romney ins Amt kommen sollte – dann wird wieder Alles möglich! Im Vergleich zu den USA indes, kann Xristofias kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. Es sieht, mit Verlaub, düster aus im Süden von Zypern bezüglich der Führungsriege.

Im Norden wird immerhin eine neue Partei um die Macht ringen, steht in der regierungsnahen griechischsprachigen Xaravgi vom 6.9. Demnach soll Kudret Ozersai und Mustafa Akinci die Partei Völkische Zusammenarbeit (HKP) gegründet haben. Diese Parteigründung wird als Affront empfunden von den sogenannten Sozialdemokraten im Norden (DTP). Akinci war dort vor kurzem noch Mitglied.

Als ein Affront wird im türkischsprachigen Norden auch empfunden, dass in Mari (Tatlisu), dem Dorf, wo vor über knapp einem Jahr eine Explosion von Waffen für Syrien stattfand im griechisprachigen Teil der Insel, eine Kirche auf einem Grundstück gebaut werden wird, welches einem Türkischzyprioten gehören soll, nach Angaben der Kibris vom 6.9. Das sei am 09.07. so von der zuständigen Behörde im Süden beschlossen worden.

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