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English: Sergey Lavrov (Russia) Português: O chancelere Sergei Lavrov (Rússia) (Photo credit: Wikipedia)

Am 19. Mai galt das allgemeine Andenken den Pontis, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts, vorwiegend, von gewissen Regionen der türkischen Schwarzmeerküste vertrieben worden waren, weil sie griechischen Ursprungs sind und waren. Viele davon leben seither auch in Zypern. Ponti’s sind u.a. daran zu erkennen, dass sie noch immer Türkisch untereinander sprechen (und auch Russisch). Die meisten konnten sich offenbar erfolgreich in die zyprische Gesellschaft integrieren über die Jahre. Viele scheinen jedoch dennoch in einer Art Grauzone stecken geblieben zu sein auf ihrem Weg. Die Gefängnisse sollen voll sein mit Pont’s, überspitzt ausgedrückt. Die Stadt Pafos scheint eine Hochburg zu sein, eine Stadt also, in der viele Ponti’s eine neue Heimat gefunden haben. Sie sind orthodoxe Christen zumeist. 

Am 21. Mai wird der Außenminister Ioannis Kasoulidis und der Präsident der Republik Anastasiadis in Brüssel auf Präsidenten des Europarats Hermann Van Rompuy, den Vorsitzender der Europäischen Vertretung Jose Manuel Barroso und und den Vorsitzenden der Europäischen Gemeinschaft K. Martin Schulz treffen. Anlass des Treffens ist u.a. der vieljährige Finanzrahmen, den es auszurichten gilt, und die Vorbereitungen für die Sitzung des Europäischen Rats Ende Mai.  

Der Verteidigungsminister Fotiou ist praktisch schon auf dem Weg nach Moskau. Unseres Wissens dürften die 3 russischen Kriegsschiffe vor Limassol noch vor Anker liegen. Er wird in Moskau an einer Konferenz teilnehmen mit dem Thema: Europäische Sicherheit – „ein militärischer und politischer Blick darauf“. Fotiou’s Rede wird folgendes Thema zum Inhalt haben: „Auf dem Weg zum Europäischen Rat (Dezember 2013) – Zyperns Perspektiven“. Voraussichtlich wird der Verteidigungsminister nicht nur seinen Counterpart in Moskau treffen, sondern auch den Außenminister, Sergey Lavrov. In der Duma wird Herr Fotiou ebenfalls vorstellig und dort mit Vladimir Komoedov, dem Vertreter der Staatssicherheit der Duma Gespräche führen.

Der zyprische Erziehungsminister geht ebenfalls auf Reisen, nach Spanien. Dort nimmt er an einer Konferenz zum Thema Jugend und Arbeit teil. Veranstalter ist die Universidad Europea von Madrid und ein Netzwerk namens International Universities. Herr Kenebvezos wird in Madrid wohl gewiss noch Zeit finden, ein paar Einkäufe zu tätigen?

Am Montagabend beehrte Herr Sarrazin von den Grünen  die Zyprer im Rahmen einer Veranstaltung bezüglich deutsch-zyprischer Beziehungen. Dieser Vorsatz war gut, die Räumlichkeiten in der Cyprus University auch. Die Veranstaltung fing sogar einigermaßen pünktlich an. Der Redner, Herr Sarrazin, wurde kurz vorgestellt; und dass ein weiterer Vortragender eventuell vorgesehen war, Axel Schäfer, ließ uns der Hand-Out, welcher auf Englisch und Griechisch auslag, vermuten. Die Hauptaussage dessen, was Manuel Sarrazin von sich gegeben hat in zuweilen sehr langatmiger Art und Weise und vor allem zumeist die an ihn gestellten Fragen nicht beantwortend, könnte gewesen sein, dass Zypern keineswegs allein sei, dass es etwas wie Solidarität innerhalb der EU gäbe und dass jedes EU-Mitglied seinen Weg selbst bestimmt, von anderen Mitgliedern in diesem Entscheid nicht bedrängt werden könne. Doch insbesondere die Presse und deren Berichterstattung, die sich scheinbar zu oft einer Quelle bedient bei ihren Recherchen und sich daran hochziehe etc., machte Sarrazin immer wieder, einer Tretmühle gleich, als die wahren Mitschuldigen aus. Herr Sarrazin war aber sichtlich bemüht, objektiv zu wirken und die anderen Parteien im deutschen Parlament im Ausland, wie er meinte, nicht zu sehr zu kritisieren bei seinen zu lang geratenen Ausführungen. Letzteres trug vermutlich dazu bei, dass viele Anwesende im Auditorium vorzeitig den Raum verließen. Es ist allerdings aufgefallen, dass Sarrazin durchaus über eine gewisse Kompetenz in Sachen Finanzpolitik verfügt. Obgleich,  als Präsident des Teils in Brüssel, der sich der Europapolitik widmet, wenn das richtig verstanden wurde, ließ er seine Kompetenz diesbezüglich mehr als unterbelichtet – konnte nicht annähernd zufriedenstellend die Frage beantworten, ob es Initiativen oder Kreise gäbe, die im Lichte der Krise, der Syrienfrage und vor dem Hintergrund der gesammelten Erfahrung bei der deutschen Einheit, gibt, die die Republik Zypern dazu bewegen könnten, die Gelegenheit des Neuanfangs wegen der Krise beim Schopfe zu ergreifen, um eine Vereinigung mit dem Norden der Insel durchzuziehen – siehe DDR/BRD. Konkret: dass ein Staat Nordzypern anerkannt wird, um dann endlich Nägel mit Köpfen machen zu können. Herr Sarrazin vermochte leider nicht, sich auf die Metaebene zu begeben beim Beantworten dieser Frage, glaubte, andauernd seine Ansicht und die seiner Partei von sich geben zu müssen.

Im Norden von Zypern (KKTC) stehen eventuell vorgezogene Parlamentswahlen im Raum. Sollte das so bestimmt werden in nächster Zeit und im Parlament, könnten im zyprischtürkischen Teil der Insel Wahlen bereits Ende September 2013 durchgeführt werden. Es ist zu erwarten, dass die Regierung unter Kücük, der derzeitige Premierminister, die Wahlen gewinnen wird – auch wenn in der türkischzyprischen Afrika-Tageszeitung der Eindruck geformt wird, es gäbe eine geeinte Front gegen seine Politiken, die der verlängerte Arm der AKP der Türkei unter Erdogan sein sollen auf der Insel. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kücük erfolgreich aus den kommenden Wahlen hervorgehen könnte sind groß, vor dem Hintergrund der noch ausstehenden Ereignisse in Syrien und des Erdgasförderstreits zwischen den Anrainern in der Region, welcher gewiss noch zunehmen wird.
Die Türkei hat keinen Grund, ihren Einfluss auf Zypern zu schmälern, jetzt, wo dieser ‚endlich‘ am Regieren ist, siehe Kücük. Auch daher wird der Außenminister der Türkei, Davutoglu, in den nächsten Tagen einen seiner inzwischen als regelmäßig stattfindenden zu bezeichnenden Besuche abhalten.

Inventary 337

Angeblich sollen aus dem Norden Zyperns nach Ägypten bis zu 200t Hühnerfleisch exortiert werden demnächst. Mal abgesehen davon, dass uns die Tiere jetzt schon leid tun der als ziemlich sicher katastrophal zu bezeichnenden Umstände wegen, in denen sie aufwachsen ‚dürfen‘, fällt es uns schwer, guten Appettit zu wünschen.

Von Rompuy darf vor der großen Nationalversammlung der Türkei keine Rede halten, berichtet die griechischzyprische PIO aus der türkischen Milliyet-Tageszeitung. Der Präsident des Europarates hat sich nämlich wiederhlot zum Beitritt der Türkei in die EU negativ geäußert in der Vergangenheit und wird derart offenbar abgestraft.

Kann gut sein, dass die Regierungspartei der Türkei, die AKP, auch die kommenden Wahlen klar gewinnt. Dies, da die CHP, die die stärkste Kraft in der Opposition bislang ist, schon bald eine Art Autoimmun-Schwäche haben dürfte. Die Neo-Nationalisten der CHP scheinen sich mit den Reformisten der Partei nicht mehr einigen zu können. Eine Parteigründung und somit Aufspaltung der CHP, der Partei Atatürks, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Hinzukommt, dass Kilicdaroglu, der Führer der CHP, sich nicht profilieren kann in der Öffentlichkeit gegenüber Ministerpräsident Erdogan. Seine persönlichen Attacken auf den Ministerpräsidenten der Türkei überschreiten zuweilen das Maß des Zumutbaren, was viele Türken abschreckt; und Kilicdaroglu auf internationaler Ebene, wie jemand von der AKP kürzlich sagte, wie ein Hampelmann aussehen lässt.

Die Sigmalive schreibt am 19. Mai: „John Kerry, ist die Schlüsselfigur, die Berichten zufolge durchsetzt, dass Nikosia und Ankara sich kontaktieren. Es geht also um einen Versuch, die Verhandlungen bezüglich Zypern anzustoßen. In der Zwischenzeit wird im Nationalrat Zyperns das „sensationelle“ Dokument Downers bezüglich Xristofias (vorheriger Präsident Zyperns) diskutiert, welches „implizit und explizit“ die geführten Verhandlungen mit dem Norden aufzeigt.“ Kerry habe veranlasst, dass sich die beiden Außenminister der Republik Türkei und Zypern direkt und umgehend treffen. Downer, schreibt die Sigmalive, habe dazu in Ankara und Nikosia die nötigen Vorgespräche geführt, um das Treffen einzuleiten.
Der Präsident des griechischzyprischen Parlaments, Omirou, spricht sich gegen das, was in diesem von Downer vorgelegten Dokument festgehalten wurde seinerzeit, als Xristofias mit dem Norden verhandelte, entschieden aus. Auch Präsident Anastasiadis lässt zu unserer Verwunderung vernehmen, dass er den Inhalt der getroffenen Abmachungen der Xristofias-Regierung mit dem Norden in Völle nicht anerkennen werde. Der Erziehungsminister des Südens, Kiriakos Kenebezos, bringt seine Einwände derart zum Ausdruck: „Heute, wo türkische Kooperationsbereitschaft ihren tiefsten Stand erreicht hat, stellen die Einheit und Zusammengehörigkeit erforderliche Voraussetzungen dar, um unseren Kampf fortzusetzen, um unser Recht und Gesetz zu verteidigen (gegenüber den Türkischzyprioten und der Türkei!“

Zwischenzeitlich, wie bereits im Artikel davor erwähnt auf Zypernundmehr-News, werden sich die beiden zyprischen Präsidenten treffen, um dann wahrscheinlich Anfang Oktober die Verhandlungen mit dem Ziel einer Wiedervereinigung aufzunehmen.
Wir sind der Meinung, dass sollte Brüssel diesmal wieder nicht genügend Druck aufbauen, dass dann die vorgesehenen Verhandlungen erneut ergebnislos verlaufen werden. Anastasiadis scheint nicht der Politiker zu sein, der über den griechzyprisch-nationalistischen Schatten zu springen bereit und in der Lage ist. Erste Anzeichen dafür sind bereits, dass er die mit der Vorgängerregierung ausgehandelten Abmachungen (Xristofias – Eroglu) nicht anerkennen will. Wir finden, das ist ein Unding und gehört sanktioniert. So kann kein Vertrauen aufgebaut werden – mit wahrscheinlich Niemand!

Dass über 70-Jährige zukünftig keine Kredite mehr aufnehmen können, wie die Zentralbank Zyperns neuerdings vorsieht, und die Laufzeiten ihrer Kredite nicht verlängert werden können, wird von der Politis-Tageszeitung stark kritisiert. Sie schreibt, dass ein Großteil der Kreditnehmer Menschen aus dieser Altersgurppe seien. Ein Herauskommen aus dem „faulen Zyklus der Restrukturierung“ der Banken und des Staatswesens, sei so nicht möglich – dass in diesem Rad sogar stecken geblieben werden könne schlechtestenfalls.

Neue Blockade bei der Cyprus Airways zu erwarten, schreibt die Sigmalive in etwa des Weiteren. „Zum einen nimmt die Regierung neue Verpflichtungen an für Abfindungen, nämlich für die Airlines selbst, zum anderen für die Staatskasse, die unfähig ist auf Minister-Ebene, die Airline am Leben zu halten.“ Das Direktorium des Flug-Unternehmens habe Anastasiadis versichert, dass trotz allem keine weiteren Kosten auf den Staat zukämen, wenn derselbe grünes Licht gäbe, um bezeichnete Abfindungsregelung umzusetzen. Gewiss liegt eben dort der Wahnsinn im Detail begraben. Denn schon seit geraumer Zeit sind die Details dieser Regelung in der Diskussion und werden als „zu hoch“, „zu unrealistisch“ angefeindet.
Beim Treffen der dafür zuständigen Regierungsbeamten und Fachleuten der Airline soll es zu neuen, gegenseitigen Versprechen gekommen sein, und zwar bezüglich der Abfindungshöhe wie auch bezüglich des weiteren Verbleibs der 470 Arbeiter, die zuviel beschäftigt worden waren bei der Airline über Jahre. Nach dem, was zu vernehmen ist, hat die Troika bereits ihr Veto eingelegt, was die Abfindungsregelung angeht, die bislang kursiert. Grund: es ginge hier schließlich um Staatshilfe und man sähe daher keinen Grund, für eine derartige Regelung Gelder (κονδυλίων) freizugeben!
Sollte also in kürzester Zeit keine Regelung gefünden werden in dieser Angelegenheiten, wird die Cyprus Airways dann wohl schon bald Geschichte sein – vorerst.

Für manche/n unserer Leserinnen und Leser mag der Kauf von Kampfflugzeugen für, zum Beispiel, das Schweizer Militär so unnötig erscheinen wie die Absicht der zyprischen Regierung, Kriegsschiffe zur Sicherung ihrer zukünftigen und noch nicht in vollem Umfang als lukratives Geschäft bestätigten Erdgas- und Erdölfelder. Was sagt uns dieses Vorhaben Kriegsschiffe gerade jetzt kaufen zu wollen? Etwa, diese Leute haben ihre Krise mehr als verdient?
Der Verteidigungsminister Zyperns geht sogar so weit, den Zyprern weiß machen zu wollen, dass um allein feststellen zu können, wieviel Erdgas denn nun da unten irgendwo im Meeresboden versteckt ist, es bereits der Kriegsschiffe bedarf. Da der Minister gerade aus Israel zurückgekommen ist, liegt die Vermutung eventuell nahe, dass er vielleicht von denen diese Geschichte ‚reingedrückt‘ bekommen hat, damit die endlich ihr veraltetes Material an machtbessesene politische Zwerge von nebenan verhökert bekommen?
Keine Sorge, verehrte Leser, Herr Fotiou, der Verteidigungsminister Zyperns, weiß durchaus, diesen Kauf auch mit der derzeitigen Lage im Nahenosten zu verbinden gegenüber dem Steuerzahler – von denen es neuerdings immer mehr geben soll, die ihre Beiträge in etwa entrichten. Herr Fotiou sagt, die Region müsse gemeinsam mit Griechenland abgesichert werden. In ein zwei Tagen wird er in Moskau einfliegen. Mal sehen, mit welchem ‚Spielzeug‘ im Gepäck er von dort zurückkehren wird.

Wir berichteteen hier auf Zypernundmehr-News Letztens darüber, dass der Präsident Zyperns, Anastasiadis, vorerst erfolglos versucht hat, sich den Vize der Zentralbank von Zypern, den die Vorgängerregierung in die Zentrale der Zentralbank plaziert hat, zu entlassen – per Gericht. Die Jagd auf Überbleibsel der vorherigen AKEL-Regierung im Staatsapparat geht aber lustig weiter, im folgend Fall sogar irgendwie berechtigt, finden einige.
Anastasiadis ist derzeit nämlich damit beschäftigt, die vielen halbstaatlichen Organisationen, die sich ebenfalls während der Xristofias-Regierung im Staatsapparat installieren durften wie Läuse in den Pelz eines achtlosen Wirts, abzuschaffen bzw. von der Ausgabenliste der Staatskasse zu streichen. Anastasiadis fordert den dafür zuständigen Minister seiner Administration daher auf, bis zum 31. Mai 2013 mit entsprechenden Vorschlägen aufzuwarten. Solche Maßnahmen müssten einfach getroffen werden, und zwar solange die Krise das Land im Griff hat.

Die deutsche Bild-Zeitung will herausgefunden haben, dass im Europarat ein Bericht kursiert, der darlegt, wie die Zyprioten versuchten, Brüssel zu betrügen. Die Art und Weise, wie das versucht worden sei, hätte Brüssel keine andere Wahl gelassen, als dem in Not befindlichen Zypern nicht all zu sehr entgegen zu kommen. So seien zum Beispiel von 14.000 zyprischen Unternehmen, die durchgecheckt wurden, 12.000 Briefkastenfirmen gewesen. Wie auf Zypernundmehr-News im letzten Beitrag bereits berichtet wurde, wussten zyprische Banken oft nicht, wer denn eigentlich der Kunde, den sie führen, ist. Außerdem habe die zyprische Regierung seinerzeit, als der Haircut in Griechenland angesetzt wurde, ihre 2 Milliarden-Hilfe an Griechenland nicht zurückgefordert. Das ließ der griechische Wirtschaftsminister Giannis Stournaras bei einem Interview mit der zyprischen Politis wissen.

Am 23. Mai 2013 wird Präsident Anastasiadis auf den Briten Cameron treffen in Brüssel. Er wird dann auch mit Herrn Rompuy und Herrn Schulz zu einer Unterredung Gelegenheit finden. Hier wird mit Spannung erwartet, ob Anastasiadis gegenüber Cameron das bislang nahezu totgeschwiegene Thema der britischen Basen, welche bekanntlich in Zypern existieren, aufgreifen wird. Dass es da gewissen Redebedarf gibt, steht außer Frage für viele in seiner Partei, der DISI. Dringend müsste mit den Briten zum Beispiel über arbeitsrechtliche Dinge, umweltrelevante Themen und die Rolle der Briten bezüglich der bevorstehenden Verhandlungen mit dem Norden geredet werden. Ganz so außen vor, wie London vorgibt, in dieser letzteren Angelegenheit positioniert zu sein, sind die Briten nicht. Und dann wären da noch die heiklen Themen Erdgas, Verteidigung… und Landrückgabe?

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English: Outside view of St. Lazarus Church in...

English: Outside view of St. Lazarus Church in Larnaka, Cyprus Deutsch: Außenansicht der Agios-Lazaros-Kirche in Larnaka (Zypern) im April 2010 (Photo credit: Wikipedia)

In Zypern werden zu Ostern auch Feuerwerkskörper entzündet. Ein 18-Jähriger wurde mit 50 Gramm Gewehrpulver erwischt. Montag war der letzte Ostertag.

Die Moschee in Denia/Südzypern soll nach langen Reperaturarbeiten endlich wiederhergestellt worden sein. Man erhofft sich einen Zuwachs an Touristen damit. Bei den Arbeiten waren dem Vernehmen nach auch Experten aus dem türkischzyprischen Teil der Insel beteiligt, und zwar via UN. Das Technische Kommittee für Kulturelles Erbe war am Werk.

In Larnaka wurden die Vorbereitungen zum Kataklysmos-Fest begonnen. Der Bürgermeister ließ bereits wissen, dass die Sicherheit der Bürger auf dem Fest verbessert werde, sodass im Notfall Rettungswagen – diesmal – sich Zutritt zum Gelände verschaffen könnten. Auch daher sollen einige Palmen umgepflanzt werden, die scheinbar ‚wild‘ wachsen und anstatt in Reih und Glied mit den anderen an der Seepromenade stehen sollen. Kataklysmos wird zu Ehren der Meeres-Flut, u.a., gefeiert in dieser Hafenstadt Zyperns.

Krankenhausaufenthalte werden teurer auf Zypern, und zwar demnächst. Die Troika soll das angefordert haben. Demnach ist nichts mehr drin für Unversicherte, also Menschen, die keine Sozialbeiträge bezahlt haben, weiterhin kostenlos behandelt zu werden. Es müssen mindestens 3 Jahre Einzahlen in die entsprechende Kasse nachgewiesen werden können. Diese Regelung ist schlechte Nachricht für die vielen Menschen aus dem Osten Europas, die hier illegal arbeiten und für zyprische Türken aus dem Norden, die bislang problemlos und kostenlos den Service der Krankenhäuser wahrnehmen konnten. Noch, allerdings, ist dieser Antrag noch nicht vollständig durchs Parlament geboxt. Die AKEL stellt sich dagegen auf.

Einigen scheint inzwischen das Nein-Sagen (oxi) der Zyprer zu Diesem und Jenem zu einer Art Mantra verkommen zu sein, steht in der Cyprus Mail vom 4. Mai. Das heißt, auch wenn die Beteiligten, die neinsagen einsehen und denken, es müsse „ja“ (nai) aus ihren Mündern kommen, sagen sie inzwischen geradezu reflexhaft erstmal „oxi“. Vielleicht hat das ja doch mit der Insellage zu tun, die eventuell bedingt, dass die Dinge, die im Zentrum, also woanders passieren und nicht an der Peripherie (auf der Insel) erstmal als abwegig eingestuft werden von den Insulanern. Vielleicht ist das in etwa so wie in Deutschland, wo oft zu hören ist: „ach, die da in Brüssel!“

Eine 10-Jährige Zyprerin wird zusammen mit ihrem kranken Opa und Oma ausgerechnet am Ostersonntag in der Kirche von dem Vermieter ihrer Wohnung aufgesucht und darauf hingewiesen, dass ihre Sachen auf die Straße gestellt wurden und dass die Wohnung, in der sie bislang gelebt hatten, für sie nicht mehr betretbar ist. Seither schlafen sie auf der Straße und ihr weiterer Verbleib scheint noch immer ungewiss. Ein Skandal, bedenkt man, dass Ostern war, der Vermieter die Fristlose in einer Kirche aussprach und ein 10-Jähriges Mädchen mit kranken, alten Großeltern involviert sind. Ein Skandal, weil trotz Krise noch immer genügend vermögende Menschen anzutreffen sind, wahrscheinlich auch dort in der Kirche, ja, die Kirche selbst ist vermögend, und es geht  dem Staat noch immer recht gut. Wie die EU befinden konnte vor ein-zwei Tagen, dass Zypern seine Pflichten erfüllt habe, um die 10 Milliarden Hilfe zu erhalten, erschließt sich uns eigentlich nicht. Im Gegenteil: Berichte über Staatsangestellte, die den Amtsschimmel noch lauter wiehern lassen als je zuvor, häufen sich.

Übers Wochenende wurde ein 5-Jähriger im Dorf namens Skarinu von einem Schlittenhund totgebissen. Ein tragischer Unfall. Er war mit seinen Eltern zu Besuch bei Freunden, kannte den Hund. Das tragische Geschehen geschah, obwohl die Kinder mit dem Hund bereits über Stunden gespielt hatten, als die große Halbschwester und der Junge mit dem Hund in einem Zimmer sich einfanden und die Tür schlossen biss das Tier aus nicht-geklärten Gründen zu. In den zyprischen TV-Nachrichten ist zu hören gewesen, dass diese Hunderasse in Großbritannien schon einige vergleichbare Vorfälle verursachte. Offenbar scheinen sie die relaltive Enge, in der sie sozusagen notgedrungen gehalten werden beim Leben mit Menschen in Städten, nicht zu vertragen. Ein Huskie braucht offenbar mehr Auslauf und Platz, und ist wohl auch kein Kuscheltierchen.

Der oberste Mann bei der Nato, Rasmussen, meinte gestern, die Republik Zypern könne erst dazu übergehen nach Erdgas und -öl zu drillen, wenn das Zypernproblem gelöst sei. Endlich mal jemand, der es ausspricht und den Lösungsweg aufzeigt. Versteht sich, dass die Zyprer, wahrscheinlich aller politischen Coleur, aus dem Häuschen über diese Aussage sind. Auch Cohn-Bendikt, der französische Grünenpolitiker, hat sich in dieser Angelegenheit genau so geäußert, schreibt die zyprische Haravgi vom 8.5.

Es läuft gerade eine Ausstellung im Leventis von Nikosia. Das ist ein Museum. Zu sehen gibt es ein großflächiges Bild ‚des‘ zyprischen Malers, Adamatiu Diamanti. Der Titel der Ausstellung ist: Welt Zyperns. Der Künstler hat seiner Zeit dieses monumentale Werk (17.5m x 1,75m)  von 1967 bis 1972 gemalt. Aufgrund der politisch unruhigen Zeit, und vielleicht auch, weil er Geld brauchte und sich einen Namen machen wollte und musste, verkaufte er sein Bild nach Thessaloniki. Dort ist es seither, wo es nun als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Was die Nofretete in Berlin für die Ägypter zu sein scheint, ist dieses Werk in etwa für die Zyprer, wird geschrieben. Die Journalie und einige Kunstschaffende und im Kunstgewerbe Tätige bemühen sich, dieses Werk möglichst hoch zu hängen, als ein Bildnis, welches die Nation geradezu repräsentiert, zusammenführt. Uns fiel auf, dass es wirklich recht nett anzusehen ist, sogar Türken waren darauf zu sehen, weil unter dem Bild entsprechend ausgewiesen. Indes war auffällig, dass praktisch keine Frauen zu sehen sind, außer 2-3. Ebenso auffällig ist, dass kein negroid aussehender Mensch abgebildet ist oder mit asiatischen Zügen. Bekanntlich ist Zypern ein Schmelztiegel und diese Letzteren gibt es hier seit gewiss ebenso lange anzutreffen, wie die vom Maler festgehaltenen. Insofern ist aus unserer Sicht das Bemühen, ausgerechnet dieses Bild so national auladen zu wollen, durchaus hinterfragbar. Die Leventis Foundation hat aber recht getan, dieses Werk sich auszuleihen, allerdings sollten die Diskussionen darüber das Werk wieder zurückzukaufen, eben um den aufkeimenden Nationalismus womöglich noch etwas zu befeuern, vorerst begraben werden, bestens so lange, bis die Zypernfrage gelöst ist.

Heute ist der Tag, an dem die kurdische PKK sich aus dem Süd-Osten der Türkei in den Norden des Iraks anfängt zurückzuziehen. Anastasiadis ist inzwischen wieder zurück aus Israel und spricht nun u.a. davon, dass die Depots, um das von Israel geförderte Erdgas in flüssiger Form zu lagern, auf Zypern gebaut würden in nächster Zukunft. Dass Anastasiadis mit der Art und Weise seines Besuches die letzten arabischen Freunde des Inselstaates vor den Kopf gestoßen habe und somit jahrelange Diplomatie Zyperns, die darauf zielte, Kontakte zu beiden Lagern zu pflegen, wird ihm in der Haravgi vom 8. Mai 13 zum Vorwurf gemacht. Er verfolge derart die Politik der USA zu einseitig und solle sich nicht wundern, wenn demnächst verlangt werde, Anakara gar noch zu zuspielen. Letzteres steht so, aus unserer Sicht, zwischen den Zeilen geschrieben.

Morgen, dem 09. Mai 13, wird eine Veranstaltung der zyprischen Volksvertreter bei der EU im Filoxenia stattfinden, welches ein Konferenzzentrum ist und sich in Nikosia befindet. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Zu erwarten sind Vorträge und Diskussionen der zyprischen Volksvertreter in der EU mit einigen Verbänden der hiesigen, zyprischen Jugend. Na dann bis morgen am Donnerstag.

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Im Artikel vor dem letzten, war bereits die Rede von Irsen Küçük. Bei der Wahl zum Vorsitz in der UBP Nordzyperns konnte er mit lediglich 14 Stimmen mehr als Ahmet Kaşif über den letzteren triumphieren. Küçük führt die UBP weiterhin an.

Der Wahlverlierer, Kaşif, behauptet, in den Statuten der Partei stehe geschrieben, dass mindestens 50% plus 1er Stimme erzielt werden müssen, was bei dem vorliegenden Wahlergebnis aber nicht der Fall sei: „die Demokratie ist geschlachtet worden“, meinte Kaşif im Anschluss an die Wahlen. Somit hat der von Ankara favorisierte Kandidat die Wahl gewonnen. Es sollen Abgesandte der Regierungspartei der Türkei (AKP) im Vorfeld dieser Wahl im Norden Zyperns gesichtet worden sein, die angeblich geheim, wie die PIO Südzyperns schreibt, sich mit Parteimitgliedern der UBP kurz vor der Wahl außerhalb von Nikosia getroffen hätten. Anwesend sollen gewesen sein von Seiten der AKP, der Stellvertretende Ministerpräsident der Türkei und Zuständige für Zypern, Beşir Atalay, sowie Süleyman Soylu der Stellvertrende Parteıvorsitzende der AKP, Sadullah Ergin und Salah Karpaz. Halil Ibrahim Akca, der türkische Botschafter in Nordzypern, soll auch teilgenommen haben an dem Treffen in dem u.a. Herr Kemal Durüst von der UBP beeinflusst worden sein sollö dessen Wahlverhalten, wird geschrieben, 87 weitere Mitglieder der UBP beeinflussen soll. Die Herren eingeflogen aus der Türkei, extra um diese Wahl nach ihrem Wunsch zu richten, sollen sogar den über die Grenzen der Insel bekannten Nakşebandi-Scheich in Lefka aufgesucht haben, um ihre Mission zu erledigen.

 

Die jährlichen Manöver der nordzyprischen und türkischen Armee fallen dieses Jahr aus. Es ist davon auszugehen, dass die Unruhen im Südosten der Türkei wie auch der Konflikt in Syrien der Grund dafür sind. Die Manöver sind auch schon in der Vergangenheit ausgefallen, was als Zeichen des guten Willens zu verstehen sei.

 

Der Hafen von Famagusta (Gazimagusa/Ammoxostos) in Nordzypern wurde erstmals von einem großen Criuse-Liner der amerikanischen New Fare Firm aufgesucht. Die Passagiere sollen für ein paar Stunden in der Stadt gewesen sein. Das nächste Ziel soll angeblich das nordzyprische Kyreneia (Girne) sein, eine weitere Hafenstadt.

Das kommende Jahr am 27.9.13 bis zum 30.9.13 soll am Golden Beach in Karpaz erstmals ein Musikfestival veranstaltet werden. 80.000 Besucher werden erwartet – die armen Schildkröten, die dort leben und angeblich geschützt werden. Es scheint sich um ein Rock-Pop-Festival zu ahndeln, da einer der Organisatoren Peter Jenner sein soll. Er ist derjenige, welche seinerzeit die Band Pink Floyd herausbrachte. Der Eintrittspreis soll sich ohne Hotel und Flugticket auf 220 britische Pfund belaufen, schreibt die PIO.

 

Leider scheinen Frankreich und die USA daran interessiert zu sein, das 3. Projektierte Atomkraftwerk für die Türkei in Angriff zu nehmen. Frankreich erhält 74% seiner Energie aus Atomreaktoren. Das Atomkraftwerk in Fessenheim an der Grenze zu Deutschland (Freiburg/Müllheim) soll 2016 abgestellt werden. Die Russen – Rostom – bauen bei Mersin in der Türkei  das erste Atomkraftwerk der Türkei, welches eventuell 2019 ans Netz geht. In der Stadt, aus der Diogenes stammt, Sinop am Schwarzen Meer, soll Korea, Kanada oder China den Zuschlag erhalten, um ein weiteres Atomkraftwerk zu bauen. Kann gut sein, dass in Thrakien, nahe der Grenze zu Bulgarien, noch ein Meiler erstellt wird. Angeblich verdoppelt sich der Energieverbrauch der Türkei alle 10 Jahre, wird geschrieben im PIO-Bericht vom 21.10.13

 

Es wird neuerdings vermehrt beklagt, dass zunehmend viele Festland-Türken die nordzyprische Staatsbürgerschaft erhielten. Es ist die Rede von “täglich fünf mehr”!

 

Krawalle beim Festtag zur Türkischen Republik. Auch der führende Oppositionspolitiker Kilicdaroglu soll auf den Straßen Ankaras mit Pfefferspray der Polizeikräfte  besprüht worden sein bei einer Demonstration der kemalistisch gesinnten alten Garde in der Türkei.

 

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Wenn es hier richtig verstanden wurde, ist das, was im letzten Beitrag auf Zypernundmehr-News prognostiziert wurde, nun wirklich daran Realität zu werden – Zypern geht unter den Hilfeschirm der EU. Im Radio laufen bereits die interessantesten Diskussionen darüber, ob man nicht auch, so wie Spanien, behandelt werden müsste unterm Schirm – zuvorkommend wollen wir es mal nennen. Nicht so jedenfalls, wie die Griechen: bevormundet. Schließlich ist Zypern ja nicht Griechenland oder die Türkei, wird gesagt. Die letztere ist bekanntlich nicht in der EU, aber musste vor einigen Jahren dennoch durch den IWF aus der finanziellen Klemme geholt werden. Was unsere Einschätzungen hier auf Zypernundmehr betrifft, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass spätestens nachdem auch Holland und/oder Italien sich unter dem Hilfsschirm eingerichtet haben werden, die angeblich blühenden Landschaften, um mit Helmut Kohl zu sprechen, der Türkei, sich eventuell gezwungen sehen, wenn nicht die IWF, so dann jemand anderes, zum Beispiel die Republik China, um Geld anzufragen für die darniedergewirtschaftete Nation. Denn die Türkei, wie eigentlich jeder sehen kann, der sich die Bilanzen etc. anschaut, blüht auf Pump und auf Gnaden gewisser Blöcke: Europa, Russland, USA.

Die Skandale von Parteimitgliedern der führenden AK-Partei der Türkei summieren sich zusehends. Im noch als einigermaßen weltoffen zu nennenden Izmir wurde ein soeben innerparteilich gewählter Vorsitzender gestürzt, weil der eine Akte hat. In der Akte steht, er sei vorbestraft wegen Zollvergehen (1994). Und Vorbestrafte, heißt es im Gesetz, könnten in einer Partei nicht aktiv sein. Herr Akay (Saubermond) habe Tayyip Erdogan hereingelegt, wird behauptet. Dem soll er erzählt haben, dass seine Vorstrafe gelöscht worden sei und er umgerechnet knapp 16 Millionen Euro Strafe seinerzeit bezahlt habe. Das lässt uns jedenfalls verstehen, dass der feine Herr Akay der AK-Partei wahrscheinlich nicht einen einzigen Tag im Knast verbringen durfte – bislang.


Auf Zypernundmehr-News und dem Vorgänger http://Kleinasien.blogg.de konnte zum Beispiel am 27.09.04 unter dem Titel „Türkei trifft EU“ gelesen werden (siehe Archiv), dass die Türkei dringlichst die Kurdenfrage besser löste, ungefähr so dringlich ist dies nämlich, wie die Lösung der Zypernfrage. Leider hat Ankara sich in dieser ersteren Frage, finden wir, verkalkuliert. Ankara glaubt wirklich, so wie die Südzyprer, diese Frage aussitzen zu können. Eine Lösung wurde jedenfalls bislang weder hier noch dort wirklich angestrebt – so wirklich wirklich. Das könnte sich, vor dem Hintergrund der derzeitigen Kriege und Aufstände in der Region naher und mittlerer Osten plus Teile Afrikas, nun in der Türkei noch rächen – schon demnächst. Es war ja absehbar, dass so etwas ansteht, wie hier auf Zypernundmehr und dem Vorgänger wiederholt geschrieben wurde. Absehbar war, dass sich der Zorn der Kurden, der nicht ganz unberechtigt ist, zukünftig nicht vorrangig über die PKK artikuliert, sondern dass Formen des Widerstandes sich entwickeln werden, die wesentlich volksnaher sind. Die PKK mit ihrem verbrämten Sozialismus-Ding war nicht unbedingt jedermanns Sache. Und was an diesem Sozialismus öcalanscher Prägung schon immer gestört hat, war die Absenz von Religion und Gläubigkeit – wurde dann allerdings nachgebessert. Wie gesagt, man versuchte nachzubessern, doch überzeugend genug scheint das nicht gemacht worden zu sein innhalb der PKK. Kann ja auch nicht gelingen, wenn man Abdullah Öcalan, finden wir, etwas zu entrückt hoch, mögen wir es mal nennen, hängt, Art engelgleich.

Nun ist es also soweit. Die Islamisten, nicht etwa solche, die wie die AKP verdeckt operieren und vor allem ihr Schäfchen ins trockene bringen und dafür gerne etwas Demokratie einüben, formieren sich. Ja, gar formatiern tun sie die Köpfe im Südosten des Landes, und dies unerfreulich effektiv. Was hätte all die Zeit, wo man sich bereicherte in Ankara und die Kurden im Südosten weiterhin benachteiligte und mit Kleingeistigkeit abspeiste, alles geleistet werden können: Schulen, Krankenhäuser und nochmals Schulen hätten errichtet werden können – mächtige Sportvereine sogar, Kultur noch und nöcher. Man hat die Chance aber scheinbar lieber verpasst, um eine einigermaßen gut ausgebildete Jugend im Südosten heranwachsen zu lassen. Wahrscheinlich geschah das aus Angst davor, dann wahrhaft und wirklich in der nächsten Generation profunde Kritik und Einflussnahmen sich herangezogen zu haben. Das wollten und wollen einige Kreise in Ankara nicht, die ihre Rechnung jedoch nicht bis zu Ende gemacht haben.

Die Geburtenrate unter Kurden ist bekanntlich hoch. Der Analphabetismus ist ebenfalls sehr hoch. Die Frustration darüber, dass die aus dem Westen des Landes, gut ausgebildet und mit Taschen voll Geld in den Südosten und Osten des Landes kommen und dort eine Art Oberschicht aufziehen und alles aufkaufen, was nicht Nied und Nagel fest ist, ist indes besonders hoch. Und das braucht ein Ventil. Die AK-Partei, hat sich herausgestellt, kann dieses Ventil nicht sein, weil die ist der Steigbügelhalter dieser Eliten. Sie ist aber auch, ob sie es will oder nicht, der Steigbügelhalter für eine Entwicklung, die sich leider auch andernorts abzeichnet, in Ägypten, Lybien, Jemen, Sudan sowieso etc.

Die Azadi-Partei wird nun von den verarmten Massen im Südosten ins Rennen geschickt. Die PKK hat ausgedient. Sie konnte die Massen nie wirklich erreichen. Zu befürchten ist nun aber, dass die Azadi und andere Parteien, die im gleichen islamistischen Fahrwasser unterwegs sind, das ausdrücken, was die einfachen Leute dort unten als anständig und von Gott gegeben ansehen werden oder könnten. Sie haben den Kampf ums Recht schließlich in die Wiege gelegt bekommen und verstehen nun, seit dem Arabischen Frühling spätestens, dass das Heil wohl eine göttliche Wendung braucht. Die Azadi stützt sich auf einen in der Türkei vor Jahrzehnten verbotenen Vorläufer, nämlich der Bewegung des Scheich Sait. Eine weitere Linie der islamistischen Kämpfer ist die der Mustazaflar.

Wahrscheinlich ist der Zug inzwischen schon längst abgefahren, um die Türkei aus anstehenden Schwierigkeiten a la Lybien, Ägypten etc. vor allem aber wie im Yemen herauszuhalten. Dumm nur, dass Griechenland darniederliegt und Zypern auch. Inwieweit der türkische Südosten Europas demnächst in Flammen stehen könnte, Syrien hätte allen schon längst ein Signal sein sollen – und dann erst was in Israel seit Jahren abgeht -, hängt von vielen Faktoren ab, doch insbesondere davon, dass es der EU gelingt, Russland endlich ins Boot zu holen. Egal wie hoch die Konditionen sind, die Russland stellt, die EU muss darauf eingehen, wenn sie nicht vorzeitig untergehen will. Die zunehmende Anzahl der Übergriffe auf Flüchtlinge in verschiedensten Ländern der EU sind ein guter Barometer dafür, dass Europa von den Vorkommnissen in Nahost und Afrika keinesfalls ausgenommen ist. Jetzt muss die EU zeigen, dass sie das Geschehen, zusammen mit anderen Akteuren, so lenken kann, dass nicht alles den Bach herunter geht. Ende der kleinstaatlichen Gier – jetzt! Anfang einer weltumfassenden Verfassung, Regierung, Verbindlichkeit – besser noch gestern.

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Ja, wo ist er denn, der Aliiskenderr2 werden Sie sich vielleicht schon gedacht haben (die 2 hinter Aliiskenderr bezieht sich auf den Vorgänger der Nachrichten über Zypern und die Region http://kleinasien.blogg.de). Und da wollen wir Sie doch gleich darüber aufklären, verehrte Leser, dass http://www.zypernundmehr.wordpress.com in der Republik umgezogen ist. Wir haben die Hauptstadt Berlin verlassen, und dies aus mehreren Gründen. Der Hauptgrund war und ist, dass Berlin letztlich doch zu abgelegen liegt nach unserem Dafürhalten. In Zukunft sollen vermehrt Themen zur Schweiz und Frankreich erscheinen und, versteht sich, vorrangig deren Beziehungen zu Zypern und der Nah- Mittelost Region.

Was Herrn Bob de Walt angeht: der ist derzeit nicht in der EU, aber bereist dennoch einen Teil Europas. Er wird demnächst zurück auf der Insel sein. Und das ist wiederum, wo ich mich gerade befinde. Kaum in den Südwesten der BRD umgezogen, wurden die Koffer auch schon wieder gepackt, um Zypern bei seinem Debut in Sachen Präsidentschaft Europas von Nahem zuzusehen – eventuell auch beizustehen. Wir erhoffen uns tiefe Einblicke – Veranstaltungen zum Thema finden jetzt erfreulicher Weise endlich vermehrt statt!

 

 

Mancher Nordzyprer mag dieser Tage denken, tief gesunken ist das von einigen durchaus hochgehaltene Andenken des Begründers der Nordzyprisch Türkischen Republik (KKTC), nämlich die selbige. Kaum dass Herr Denktas tot ist, sein Sohn konnte nicht in seine Fußstapfen treten bislang, wird an seinem Vermächtnis geschraubt, was eigentlich nicht anders zu erwarten war. Der „Psefdokratos“ (griechisch zyprische Bezeichnung für den Norden und bedeutet in etwa Scheinstaat) soll nämlich geschmeidiger werden, und zwar fürs internationale Parkett. Er soll globalen Gepflogenheiten angepasst werden, las ich in einer nordzyprischen Zeitung vor ein paar Tagen, und daher soll ein Buchstabe im Namen KKTC gekappt werden müssen. Dies, weil alle Staaten hätten lediglich maximal 3, aber nicht 4 Buchstaben in ihrer abgekürzten Variante. Eine neue ISO-Nummer, würde man in der Computerwelt sagen, also Erkennungscode, wird dann auch noch nebenbei eingeholt, war zu lesen. Die KTC-Staatsbürger, ging es weiter, müssten sich aber nicht sorgen, dass der Name KKTC ganz unterginge. Er stünde weiterhin im inneren des Passes für alle sichtbar. Bloß nach Außen eben müsste diese Anpassung vorgenommen werden.

 

Ein wirklich interessanter Schritt. Und das zu diesem Zeitpunkt, also vor der Übernahme der EU-Präsidentschaft des Südens der Insel. An anderer Stelle in der nordzyprischen Medienlandschaft ist zu lesen, dass diese Änderung ein erster formaljuristischer Schritt sei, um die eventuell anstehende Ausrufung des Staates KTC (erneut) vorzunehmen. Dieser formaljuristische Schritt könnte es Ländern, die bislang davon abgesehen haben, die KKTC zu akzeptieren, gewissermaßen erleichtern, diese Anerkennung nun zu tun. Es darf spekuliert werden, wer denn wohl den ersten Schritt in diese Richtung wagen wird. Indes, ein allzu großes Wagnis scheint das vielen längst nicht mehr zu sein. Zu viele sogenannte Rote Linien wurden in der Vergangenheit von den verschiedenartigsten Akteuren in der Region und andernorts überschritten oder untergraben, so dass nahezu alles dieser Tage möglich erscheint.

Eroglu, der Präsident des türkisch sprachigen Nordens der Insel, wird in der Kibris Gazetesi von heute berichtet, sagt, es gäbe keine Namensänderung. Er verweist darauf, dass aus seiner Warte es kein Thema gäbe in den Verhandlungen mit dem Süden, über welches mit den Griechischzyprern nicht gesprochen werden könne. Eigentlich, findet er, könne in den verbleibenden 30 Tagen bis zum Antritt der Präsidentschaft der EU durch die Republik Zypern noch alles geregelt werden. An ihm liege es nicht, wenn die ganze Sache doch noch den Bach runter ginge, sondern an den Griechischzyprern, die die ganze Insel unter ihre Vorherrschaft zu bringen beabsichtigten. Er konkretisiert dies folgendermaßen: „ Wenn wir in Zypern nebeneinander leben sollen, dann bedarf es eines Abkommens. Zur Diskussion steht: 2 Teile, 2 Gesellschaften, sich an 2 gleiche Garantie-Mächte anlehnen und eine föderale Republik. Wenn das sogar nicht geht, kann ein Abkommen darüber gemacht werden, über Nichts übereingekommen zu sein. Doch die Griechischzyprer sagen zu all dem Nein ( Kıbrıs’ta eğer yan yana yaşayacaksak, bir anlaşma olması gerekir. Anlaşma derken de gündemde, 2 bölgeli, 2 toplumlu, 2eşit kurucu devlete dayalı ve federal bir Cumhuriyet var. Eğer bu olmayacaksa bile, anlaşmama için de anlaşma olabilir. Ama Rumlar bunların hepsine hayır diyor).“

 

Etwas verstörend, wollen wir es mal nennen, sind derzeit noch die Nachrichten darüber, wie denn nun bitte nach dem 01. Juli 2012 mit der Türkei, die vorgibt, eine Präsidentschaft der Republik Zypern nicht anerkennen zu wollen, verfahren wird. Der oberste Europäer, van Rompuy, war kürzlich in Nikosia und ließ in seinen Verlautbarungen in der Gegenwart von Herrn Xristofias, dem zyprischen Präsidenten, hören, dass es nicht anginge, dass die Türkei bei ihrem Standpunkt bliebe. Es müsse das ganze EU-Gebilde von ihr akzeptiert werden. In der türkischen Presse ist indes bereits die Rede davon, dass in dem Zeitraum von 6 Monaten, in dem Zypern die Präsidentschaft innehat, Geschäftchen wie immer mit der EU gemacht werden, aber halt nicht, wie gehabt, mit Zypern.

Sollte letzteres der Fall sein, so ist das nicht nur eine Schwächung der südzyprischen Seite, sondern dann auch eine Frage des Selbstbildes der EU. Insofern könnte die Art und Weise, wie mit dieser heiklen Frage umgegangen wird von Seiten Brüssels, sich eine zukünftige Außenpolitik und innenpolitische Gratwanderung der EU ablesen lassen. Vor dem Hintergrund der Griechenlandkrise, der Spanienkrise, der Irlandkrise und der bevorstehenden Italien- und Frankreichkrise wäre das Verhalten der EU gegenüber der Türkei dann durchaus richtungsweisender als wenn es der EU gut ginge. Und dass Hollande, der neue Mann im Elysee von Paris in den Krieg ziehen will gegen Assad (& Co), ist gewiss auch richtungsweisend- Fragt sich nur, welche richtungsweisenden Auswüchse, Auswüchse können auch positiv besetzt gedacht werden, uns bei diesem letzteren Szenario dann noch bevorstehen, welche ziemlich sicher nicht isoliert von der anderen Chose gesehen und gedacht werden dürfen.

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