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Das Klassik-Duo

Raskin & Fleischmann
Unter diesem Namen firmieren die beiden oben Genannten weltweit, zwei junge Künstler. Johannes Fleischmann, ein österreichischer Violinist, und der belgische Pianist Philippe Raskin trafen aufeinander erstmals 2009 am Pablo Casals Festival. Beim ersten musikalischen Zusammenspielen war ihnen klar geworden, dass ein vorzügliches Verständnis füreinander bestand. Seither treten sie gemeinsam auf. Es ist nicht mehr als konsequent, dass daraus ein geradezu perfekt erfrischendes und harmonisches Klangbild erwuchs – ein nuancenreiches. Seither scheint jedes ihrer Konzerte einen erfolgreichen Musikabend zu versprechen.
Dank der Vermittlung der Österreichischen Botschaft in Zypern, die in letzter Zeit ihre Bemühungen verstärkt, sich auch in Zypern kulturell mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu setzen, sowie der Schirmherrschaft von Austrian Airlines und weiteren Sponsoren und Gönnern spielte das Duo Raskin-Fleischmann kürzlich in den Räumen der zyprischen Pharos Foundation auf. Letztere dürfte den Lesern Zypernundmehr-News inzwischen ein Begriff geworden sein für Veranstaltungen im klassischen Segment internationaler Musik.
Die beiden Musiker haben ihr Programm vortrefflich dem hiesigen Geschmack angepasst bei ihrer Auswahl. Das Konzert begann dann auch mit Mozarts „Sonate für Violine und Klavier in B-Dur (KV454), die er für die Geigen-Virtuosin Regina Strinasacchi geschrieben hatte, welche er an der Uraufführung gleich persönlich am Klavier begleitet hatte.
Diese Sonate Mozarts hat 3 Sätze, wobei im ersten „Largo-Allegro“ sich beide Instrumente sozusagen in selbständiger Wichtigkeit harmonisch ergänzten, wobei in der zweiten Hälfte beide ihres Vortrags Instrumente im Kontrast zu davor überschwänglich und üppig verausgabten. Das Andante wiederum spiegelt die Gefühlswelt der Musik Mozarts sehr typisch wider: mit einfühlsamer und melodischer Intensität. Das Allegretto, zuguterletzt, wurde im Rondo-Stil geschrieben, wobei beide Instrumente in fröhlich majestätischer und eleganter Form das Stück beschließen.
Fortgesetzt wurde das Konzert mit Johannes Brahms „Sonate für Klavier und Violine in D-Moll, Op. 108. Dieses Werk schrieb Brahms, als er die Sommer 1886-88 in der Schweiz verbrachte. Die alpine Szenerie jener Gegend in der Nähe von Interlaken muss besonders intensiv inspirierend gewesen sein, zumal das seinen internationalen Ruf mit einigen großen Werken und vier Symphonien belegt. An der Uraufführung am 22. Dezember 1888 in Budapest begleitete den Komponisten der ungarische Violinist Jeno Hubay am Klavier. Im Gegensatz zu den zwei vorangegangenen Sonaten komponierte Brahms diese mit vier Sätzen. Sie beginnt mit sehr lyrischen Tönen der Violine wobei das Klavier mit kurzen rhythmischen Handbewegungen begleitet. Die nächsten beiden Sätze werden kontrastreich, teilweise beinahe sentimental, ja, elegisch gezogen. Das Finale sprüht wie ein Feuerwerk und baut sich zu einem beinahe tragischen Crescendo auf. Ein eindrückliches Ende vor der Pause.
Der zweite Teil des Konzerts war Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) gewidmet. Gespielt wurde seine Sonate für Violine und Klavier in G-Dur, Op. 6, die er 1913 komponierte. Korngold heimste schon als Wunderkind Erfolge ein und wurde von Mahler und Schoenberg gefördert, wie auch von Camille Saint-Saens und anderen im Scheinwerferlicht der damaligen Zeit stehenden Komponisten und Musikern. Seine Werke wurden nicht nur in Wien gespielt, sondern das Leipziger Gewandhaus Orchester nahmen einige Werke ins Repertoire.
Im Jahr 1934 emigrierte er nach Hollywood, wo er für seine Filmmusik zweimal einen Oscar erhielt. Seinen Aufstieg und Erfolg in Hollywood erklärt, dass er nach dem Krieg seinen Ruf als klassischer Komponist nicht mehr festigen konnte und den Anschluss in Europa nicht mehr fand, wird gesagt.
Die uns vorgetragene Sonate komponierte Schoenberg mit 16 Jahren. Sie illuminiert seine Jugendlichkeit, sein Temperament. Der 1. Satz beginnt sehr lyrisch mit ungewohnten Taktschritten, der Romantik im Hauptthema jedoch zugeneigt. Die weiteren Sätze sind expressiv, bringen leise Anbiederungen, mag ich es nennen, an Jazzrhythmen, touchieren die Eigenartigkeiten einer Rhapsodie und enden in einem schäumenden Finale.
Der Konzertsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt und das dankbare Publikum applaudierte frenetisch, so dass das Duo eine Zulage spielte: eine Improvisation, die das, was davor gewesen war, wunderbar ergänzte und geradezu singend und tanzend zwischen Violine und Klavier den schönen Abend beendete.

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