Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘flüchtlinge’

Grazovac und MEHR

Graz.

Nachts regnet es. Tagsüber scheint die Sonne. Der Sommer soll nochmal voll zurückkommen – morgen schon. Das, was Balkan ansonsten in vielen von uns in der Erinnerung hervorruft, sitzt in der Herrengasse und an anderen Orten der Stadt Graz in der Straße am Straßenrand gut vertraut in Bettelpose. Wer durch den Balkan fährt, sieht jedoch, dass dieses Bild Bettelnder für den Balkan eigentlich atypisch ist. Denn diese Region am östlichen Mittelmeer ist grün wie der Norden Europas. Nicht vorstellbar bei solch einem Anblick, dass da jemand darben könnte.

Die Preise in Geschäften und Cafes kommen einem aus Nordeuropa kommend dort meist realistisch hoch vor: eine Tasse Kaffee für umgerechnet einen Euro. Dieses wunderschöne, vorherrschende Preisniveau hat sich in Graz, an einem der Tore zum Balkan, allerdings verflüchtet. Hier schmeckt der Kaffee zwar noch immer gut wie in Zagreb, Budva oder Sarajevo, nur, die Melange, die Wiener Melange, die kriegen die Steirer einfach nicht so hin wie sie in Wien gemacht wird und preisgünstig wie im Balkan gibt es Kaffee hier leider auch nicht zu trinken.

Das Unterschiedliche in Graz an der Melange fängt eigentlich schon mit der Größe der Tasse an, in dem sie serviert wird. Die Tassen sind mir in der Steiermark zu klein für eine wienerische Wiener Melange. Kann gut sein, dass dieser optische Mangel mein Geschmacksempfinden türkt. Immerhin: Die Kaffeekultur aus dem Balkan ist auch hier in Graz ausgeprägt präsent. Die Grazer sitzen vielleicht nicht gar all zu lange im Kaffeehaus wie nebenan im Balkan. Vielleicht.

Dass ein Balkan oder Österreich ohne türkische Mitbürger denkbar ist, ist auch aufgrund der Geschichte nicht vorstellbar.

Und warum sich überhaupt die Mühe machen, so etwas als Satz zu formulieren?

Auf ORF2 habe ich mir gestern Abend nämlich eine ‘lustige’ Sendung angesehen. War zufällig auf diesem Kanal gelandet, gerade aus der Stadt zurückgekehrt. Zu hören, nicht zu sehen, war diese Journalistin, die in einem Arbeiterviertel, irgendwo in Österreich (vermutlich Wien) auf breitestem Österreichisch Fragen stellte. Gezeigt wurden in dem Beitrag ‘wahrhaft einfache’ Bürger und ihre Sicht der Dinge. Einer sagte, er freue sich eigentlich immer, wenn einer von den Schwarzen umkomme. Ein anderer, dass die vielen Ausländer so einen Lärm machten mit ihren Brettern an den Füßen.

Irgendwie konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Befragten in ihrer Welt, trotz gemeckere daran, recht gemütlich eingerichtet haben, wie auch “die Ausländer”, mit denen sie leben (dürfen). Einer Welt, wo man sich als abgehängt geradezu gern outed, wie es scheint, wo Knastaufenthalte halt Way-of-life sind und sein dürfen und man überhaupt Viere auch mal Fünfe sein lässt. Eine Welt, wo es noch andere Werte zu geben scheint, als gesellschaftlich an die sogenannte Spitze gelangen zu wollen. Und dementsprechend redeten die Befragten auch ins Mikrofon; und wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das Bekenntnis, so mag ich es nennen, welches von ihnen auf diese ungeschmückte Art abgelegt wurde, verdient in einer Welt, in der gewisse Dinge nicht mehr so ohne Weiteres gesagt werden dürfen zwecks politischer Korrektheit, die es offenbar nahezu überall einzuhalten gilt und die von den Medien insbesondere eingefordert wird, schon so ihren Respekt. Schließlich sind Gedanken schon längst nicht mehr so frei äußerbar wie das eine oder andere Liedchen aus der deutschen Schlagerwelt vermuten lässt. Und so ähnlich Geartetes hat auch auf dem Balkan seine Auswüchse, wie folgt:

Kroatiens Mitte-rechts-Regierung hat nicht einmal ein halbes Jahr überlebt, aber trotzdem viel Schaden angerichtet. Insbesondere das Verhältnis zu Serbien hat sich in diesem Jahr noch um einiges verschlechtert, obwohl es ohnehin schon belastet war. Der Hauptgrund: Das EU-Mitglied Kroatien blockierte die Eröffnung neuer Beitrittskapitel für Serbien. … [Die] Art und Weise, wie das kroatische Außenministerium vorging, war kontraproduktiv. Insbesondere Deutschland und Österreich – sowie EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn – setzten sich erfolgreich dafür ein, dass der jüngste EU-Staat dann doch einlenkte [Kroatien]. … [Es ist] Wahlkampf und in jedem Wahlkampf spielt das Verhältnis zu Serbien eine Rolle. Oft wird es auch missbraucht, etwa als kürzlich Serbien nach monatelangen Verzögerungen doch noch das EU-Verhandlungskapitel 23 “Justiz” eröffnen konnte. Da reagierte Kroatien sofort und verlangte einmal mehr, dass die universelle Zuständigkeit in Sachen Rechtsprechung in Serbien abgeschafft werden müsse, wenn es um Kriegsverbrechen gehe. … Kroatien besteht … darauf, dass das Kapitel 23 nicht geschlossen wird, bevor das Gesetz zur universellen Gerichtsbarkeit nicht geändert wird. [Serbien] will [daher] aber darüber nachdenken, der kroatischen Minderheit im eigenen Staat eine bessere Stellung zu verleihen. … Vieles könnte sich jedoch entspannen, wenn der Wahlkampf vorbei ist … .

… Der Zweite Weltkrieg ist ein sehr beliebtes Thema, um die Emotionen in Kroatien und Serbien hochzufahren. Diesen Sommer wird wieder einmal das Thema “Kardinal Stephanic” aufgekocht. So hat ein Zagreber Gericht [Kroatien] dessen Verurteilung wegen Nazi-Kollaboration aufgehoben. … Stephanic wurde 1946 im kommunistischen Jugoslawien zu 16 Jahren Haft verurteilt. Er hatte von 1941 bis 1945 das höchste Amt der katholischen Kirche in Kroatien inne. Das Zagreber Gericht argumentiert, Stephanic habe nie eine Chance auf ein faires Verfahren gehabt. Kroatische Katholiken bemühen sich seit langem um Stephanics Heiligsprechung.

[Kroatien] im Konflikt mit dem Nachbarland Bosnien-Herzogwina[, hier] geht es hingegen um etwas Aktuelles, nämlich um Handelsbeziehungen und Landwirtschaft: Die Republik Srpska [RS] verweigerte kürzlich ihre Unterschrift zur aktualisierten Version des EU-Abkommens, weil sie massive Einbußen für die bosnischen Landwirte befürchtete. Der Hintergrund: Als das alte EU-Abkommen zwischen Bosnien-Herzogwina und der EU abgeschlossen wurde, war Kroatien noch kein EU-Mitglied und exportierte viel zu besonders guten Bedingungen ins Nachbarland.

In Bosnien-Herzogwina hat man nun Sorge, dass zollfreie Produkte aus der gesamten EU den Markt überschwemmen könnten. Dabei geht es gerade um Produkte, die für Bosnien-Herzogwina mit seinem Agrarsektor lebenswichtig sind. Nun hat sich Deutschland in den Agrar-Handelsstreit eingemischt und seine Hilfe angeboten, wenn es um drohende Ausfälle in der bosnischen Landwirtschaft geht.” [Das obige Zitat wurde dem österreichischen Standard entnommen, August 20/21, Jahr 2016, die Autorin: Adelheid Wölfi, die aus Sarajevo berichtet.].

Dass sich die Deutschen einmischen, wie Wölfli schreibt, hat gewiss etwas Zweischneidiges – und daher wohl auch die Bedenken in Sarajewo.

Auf gleicher Seite des Standards aus Österreich, Sonntagsausgabe, wird davon berichtet, dass die Türkei anstrebe, 2023 Vollmitglied der EU zu sein. Ganz nach dem Motto, könnten Sie nun denken, verehrte Leser: Wie hält man eine Legende am Leben?

Dass Herr Biden aus den USA, Stellvertretender Präsident, heute nach Ankara geflogen kommt und angeblich dort nicht übernachten wird, soll ein Zeichen dafür sein, dass die Beziehungen Washingtons mit Ankara gerade nicht blendend sind. In Griechenland wie auch auf Zypern und in der Schweiz werden bereits mehr Flüchtlinge registriert, die ankommen, wohl auch, um noch immer dem Fernziel Deutschland, wenn so gesagt werden darf, zu erliegen. Und wenn so nicht gesagt werden darf, dann halt: ihren Besuch abzustatten.

Bidens Anwesenheit in Ankara wird indes wohl eher mit dem Vermeiden eines offenen Konflikts der USA mit den Russen in Syrien, dem Irak und womöglich gar der Türkei zu tun haben.

Die Flüchtlinge scheinen eher eine Art Bauernfunktion in einem Schachspiel geworden zu sein. Ihre Leben zählen zwar, doch eben entsprechend wenig. Eine Führung durch das Landeszeughaus von Graz lässt zu dieser Beurteilung durchaus gelangen, wo davon berichtet wurde, wie die einfachen Lanzer einst in forderster Front die hohen, besser gerüsteten Herren und das Land verteidigten. Von 5en kam im Schnitt einer lebend zurück aus dem Kampffeld. Und das Interessante daran: der Job an der Front als menschliches Schutzschild war gefragt, denn es gab doppelten Sold, aber wohl keinen doppelten Tod.

Letzteres gibt uns durchaus anschaulich ein Geschmäckle davon, wie die Welt anscheinend seit länger gestrickt ist. In der Wochenzeitung Profil Österreichs widmet man sich diese Woche dem Phänomen Flüchtlinge – rückblickend sozusagen. Denn ein Jahr ist vorüber, als dieser Andrang für Österreich begann. Wo denn wohl der Herr Biden sei, fragt einer der Autoren der Profil in diesem Kontext. Weil beim Konflikt auf dem Balkan in den 90er Jahren hätten die USA ohne große Umstände zu machen, über 10.000 Flüchtlinge aufgenommen. Und jetzt, wo es sich um Syrer handelt, scheint Washington, schlussfolgere ich, anscheinend seine humanistische Ader abhanden gekommen zu sein. Vielleicht ist Herr Biden also nach Wien unterwegs, um dem neuen politischen Superstar Österreichs, dem Herrn Kurz, seine Aufwartungen zu machen, wenn er schon nicht in Ankara oder sonstwo in der Türkei übernachtet. Gewiss hat er Biden wahrscheinlich in Ankara auch von kommenden Generationen, die es zu beschützen gilt, erzählt und Kindern, denen eine Zukunft gegeben werden müsse.

Auch wenn von den armen Kindern, die in dem Konflikt in Syrien und andernorts leiden, heuchlerisch in politischen Reden gesprochen wird, die Masse zählt offensichtlich dennoch wenig.

Wie der Anschlag in Gaziantep/Türkei zeigt, ist das Bild der zu beschützenden Kinder und Frauen drauf und dran sich zu drehen. Also da die zu Beschützenden als emotionales Erpressungsmaterial einigen eventuell nicht mehr genügen (Frauen, Kinder, Alte), werden sie nun anderweitig instrumentalisiert. Denn wieder einmal haben ideologische Eiferer sich eines Kindes bedient, um Terror zu sähen, diesmal in Gaziantep.

Insofern dürfte sich die Diskussion darüber, ob Burka oder dergleichen verboten gehört oder nicht, schon demnächst ad acta gelegt sehen. Denn sollten Kinder, Frauen oder Alte vermehrt zukünftig in Terrorakte verwickelt werden, wollen WIR wahrscheinlich nicht nur erkennen können, welches Gesicht DU hast, sondern auch, wie DU DICH bewegst und was DU an DEINEM Körper trägst.

Kann gut sein, dass Überleben im brasilianischen oder kongolesischen Dschungel unter Pflanzen, Tieren und Indigenen vielen schon bald möglicher erscheint als in unseren als zivilisiert geltenden Metropolen und/oder ihren Trabanten.

Read Full Post »

Flucht-Ursache Nummer 1

Vor kurzem trafen sich die politischen Spitzen der Stadt Wien in den einst historischen Sophiensälen. Bekanntlich sind diese Säle vor ein paar Jahren abgebrannt. Solch einen Eindruck, abgebrannt, machten vor allem die Spitzenvertreter der Opposition in der Sendung zur Wahl am 11. Oktober 2015 – dem großen Schlagabtausch. Ihre Argumente gegen die SP geführte Regierung der Stadt waren ein merkwürdiges Gebelle: von politisch braun bis lila, oder so.

Ja, auch in Österreich ist das Thema Nummer eins „die Flüchtlinge“. Dass viele diesem Thema inzwischen überdrüssig sind, verwundert nicht. Die Medien schlagen es nämlich geradezu tot: Quatschen und quatschen und das immer mit den selben Argumenten. Auffällig ist, sei es in Deutschland oder in Wien, dass so gut wie nie das Mutterproblem des Nahen und Mittleren Ostens in diesem Zusammenhang genannt wird: Palästina – Israel.
Die sogenannte Freie Presse schreibt dazu wenig. So ungefähr sieht es auch bei ‚unseren‘ Vertretern ‚unserer‘ politischen Interessen aus. Sind das mehrheitlich überhaupt noch unsere Interessen, die da vertreten werden? Manchmal.
Die Politiker geben zusammen mit Kartellen und sogenannten wirtschaftlich großen Playern in der Welt in etwa vor, was beispielsweise Journalisten mehrheitlich niederschreiben. Im Zusammenhang mit den Flüchtlingen, die Europa derzeit mit meistens jungen, motivierten Menschen fluten, schreiben nur wenige davon, dass der Konflikt, den die Israelis mit ihrer Besatzungspolitik in Palästina betreiben, hauptsächlich für die Flüchtlingsströme letztlich verantwortlich ist. Man muss sich beispielsweise nur die Wasserverteilung in den sogenannten Besetzten Gebieten und dem West-Jordan-Land ansehen. Es geht nicht mehr verlogener als das, was sich Israel dort leistet. Das gute Wasser aus den palästinensischen Gebieten nach Israel und das mehrheitlich minderwertige Wasser limitiert den Palästinensern. Die Auseinandersetzungen am sogenannten Tempelberg in Ostjerusalem sind Ausfluss eben dieser diskriminierenden Politik, so auch neuerdings die palästinensischen Messerstecher, ganz zu schweigen von der frech und ganz offensichtlich betriebenen Ausbreitung von besetztem palästinensischen Land durch sogenannte israelische Siedler.
Die Europäer tragen an all dem eine Mitschuld, weil ihre Politiken gewisse unethische Politiken des Regimes in Tel Aviv stützen. Man ist sogar so dreist, eine (deutsche) Hilfsorganisation vor Ort „Hilfsorganisation“ zu nennen, die diese ungeheuerliche Politik der Israelis (in Sachen Wasserversorgung etc.) sogar stützt. Niemand da, der von Sanktionen gegen Israel auch deswegen spricht.

Die Saudis haben es beispielsweise vor kurzem geschafft, eine Untersuchung ihre eventuell begangenen Kriegsverbrechen im Jemen nicht von einer international besetzten Kommission untersucht zu sehen. Das ist ähnlich unverständlich wie das, was im besetzten Palästina abgeht. Die Außenpolitik der EU, so auch folglich Deutschlands, kann schlichtweg so charakterisiert werden: Sei immer mit dem vermeintlich Stärkeren!

Der BRD-Bevölkerung wird schon seit Längerem eingeredet: Politik kennt keine Freunde, sondern nur das Wahren von Interessen. Wenn dem so ist, darf dann davon ausgegangen werden, dass beispielsweise das Wüten Israels in Palästina ebenso gewünscht ist wie die Auswanderungswelle aus den Gebieten des Nahen und Mittleren Ostens plus der Türkei nach Europa zum Beispiel wegen der anstehenden Vergreisung der Gesellschaften Euopas? Letzteres würde die Aussagen Merkels, dass alle, die in Not sind, kommen können, irgendwie verständlicher machen.
Und jetzt soll es ausgerechnet die Türkei richten, weshalb Frau Merkel wohl dieses Wochenende dorthin fliegen wird. Ausgerechnet zu denjenigen macht sie sich auf den Weg, die einen Teil Zyperns besetzt halten, die einen zukünftigen Despoten auf dem Thron in seinem illegal erbauten Palast in Ankara haben werden, denn alle Zeichen weisen seit Langem darauf hin, dass Recep Tayyip Erdogan genau diese Zielrichtung hat. Mit ihm und seiner Regierungsclique wird bitte sehr was genau verhandelt an diesem Wochenende?
Die jetzige Regierung in Ankara ist eine Übergangsregierung. Nach den Wahlen am 01. November nach der Türkei zu fliegen, machte vielen Vertretern der kurdischen Minderheit in der Türkei mehr Sinn. So muss nämlich befürchtet werden, dass Frau Merkel in der Funktion einer Bundeskanzlerin auch dabei hilft, Erdogans AKP zum Wahlsieg zu verhelfen, die unbedingt alleine regieren soll, damit er endlich das Gesetz ändern kann, um dann als Autokrat seinem dafür gebauten Palast endlich den nötigen ‚Glanz‘ einzuverleiben.
Ankara signalisiert auch daher derzeit so etwas wie mehr Kooperationsbereitschaft, obgleich jeder weiß, dass sich das Blatt nach dem Erdogan als Autokrat inthronisiert wurde, in nahezu jede beliebige Richtung bewegen kann. Sogar in der Zypernfrage zeigt er sich neuerdings zugänglich. Er wird vor oder kurz nach dem Merkelbesuch mit seinem Ministerpräsidenten Davutoglu dort eintreffen. Wer daran glaubt, dass die Besetzung Zyperns demnächst ein Ende finden wird, sei daran erinnert, dass diese Schallplatte seit knapp 8 Jahren nahezu jedes Jahr aufgelegt wird.

Den Staat Israel, welchen die Bundesrepublik womöglich noch so bedingungslos unterstützen wird, wenn bereits der letzte Palästinenser aus Palästina und Israel in Serbien mit den dortigen Grenzern um Durchlass nach Deutschland kämpfen, um als Flüchtlinge hier zu leben, besetzen bekanntlich auch den Golan, der eigentlich zu Syrien gehört. Es wurde im sogenannten Westen fast schon schweigend in Kauf genommen all die Jahre, dass es unter anderem diese Besetzung ist, die das Assad-Regime über eine Generation an der Macht hält. Was Verbrechen an der Menschlichkeit angeht, können sich alle drei genannten Staaten (Türkei, Israel und Syrien) ‚rühmen‘, den Vogel seit den letzten 50 Jahren schon mehrmals abgeschossen zu haben. Der Abschuss erfolgt/e leider oft mit Unterstützung der USA, EU (Deutschland) und Russlands.

Im Verein mit einigen europäischen Staaten, vordringlich Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Russland, plus der transatlantischen USA selbstverständlich, wurde also die bereits zuvor erwähnte Mutter der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten geboren. Dass es zu dieser Geburt kam, hängt in erster Linie mit den Öl und Erdgasvorkommen in der Region zusammen.

Bekanntlich haben sich aus vielleicht so etwas wie Solidarität mit den Palästinensern, zuweilen auch als Art Ableitung dieser Problematik, im Nahen und dem Mittleren Osten und darüber hinaus viele seltsame Konflikte ergeben (Syrien, Irak, Iran und die Türkei gegen die Kurden, die wiederum teilweise mit Israel zusammenarbeiten. Krieg zwischen dem Irak und dem Iran, Destabilisierung des Libanon und Syriens, Unterdrückung demokratischer Bewegungen in Ägypten, Bürgerkrieg im Jemen, IS und die al Schabab in Somalia und andernorts in Afrika, Bokoharam etc.). Seltsam sind diese Konflikte aufgrund ihrer Natur: Europa, die USA, Russland und China, besonders die drei Ersteren, hinterlassen und hinterließen irgendwie oft ihren Fingerabdruck dabei.

Dass die Kurden und Palästinenser noch immer keine anerkannten Staaten haben (Kurdistan, Palästina), zeigt unter anderem: Die mittelbar und unmittelbar involvierten Staaten der erwähnten Region plus der Türkei, Pakistan, Sudan, Libyen, Katar und Iran etc. spielen leider auch mit gezinkten Karten. Genauer: Für viele steht ihr Interesse an erster Stelle und dann kommt erst mal gar nichts und danach eventuell die Solidarität für Kurden oder Palästinenser. Die beiden zuletzt Genannten haben es sich nicht nehmen lassen in der Vergangenheit, einige taktische Fehler außen- und innenpolitisch zu bauen. Man darf indes nicht vergessen: Es handelt sich um Fehler, die eher in einer Art Verteidigungshaltung begangen wurden und werden. Die Kurden kämpften beispielsweise bitter und hart darum, überhaupt als existierendes Volk anerkannt zu werden und dürfen ihre Sprache neuerdings auf der Straße sprechen, ohne Angst haben zu müssen, deswegen hinter Gitter zu kommen. All das ist noch gar nicht so lange her in der Türkei. In Syrien sind und waren Kurden so was wie Staatenlose, so was wie Palästinenser im eigenen Land, welches Israel besetzt.
Ja, es gibt Israel, aber eben auf ehemalig palästinensischem Land. Um so mehr Frust kam auf, nachdem die palästinensische Führung Israel als Staat anerkannte, als im Gegenzug von Israel noch heute kein Palästina denkbar ist, was mit Einsatz von Waffen und Denkverboten untermauert wird – durchaus über seine Grenzen hinweg Wirkung zeigt.

Es bleibt: Die Ursache der Flucht der Syrer und anderer liegt vorrangig im israelisch – palästinensischen Konflikt, an der Weigerung Israels, den Palästinensern keinen Staat zu erlauben. Und daran ist vordringlich die sogenannte internationale Gemeinschaft mit schuld – noch vordringlicher hat das die USA verschuldet! Zwar ist die Besiedlung Amerikas ‚erfolgreich‘ gelungen, als man die Ureinwohner im wahrsten Sinne des Wortes in ihre Schranken verwies. Doch das ähnlich angelegte Konzept namens Israel greift im Nahen Osten jedoch nicht so, wie es wohl von einigen mal angedacht war. Letzteres, weil es nicht so brutal betrieben werden kann. Es galt nämlich, auf einen gewachsenen Humanismus in der sogenannten westlichen Welt Rücksicht zu nehmen. In wie weit sich diese Rücksichtnahme überlebt hat und ob Wildwest gerade ein Comeback feiert, kann hier nicht eingeschätzt werden.

Der Exodus der syrischen, irakischen, kurdischen etc. Flüchtlinge sollte all jene, die davon schwadronieren, dass sie ausgerechnet alle nach Deutschland kommen wollen, weil Deutschland ein Ort ihrer „Sehnsüchte“ ist, wie zum Beispiel für vielleicht die meisten Deutschen Neuseeland, nicht verwundert durch die Wäsche gucken lassen, wenn diese Flüchtlinge ihre politischen Forderungen für ein freies Palästina, für ein Syrien ohne Assad, für ein Ende der Aufrüstung solch ‚demokratischer‘ Regime wie Saudi Arabien, die Türkei (mit Erdogan als Autokrat) und natürlich Israel auf die Straße gehen werden. Sie könnten uns dann eine Kostprobe dessen abgeben, was die Folgen unserer Demokratien Europas in ihren nah und mittelöstlichen Demokratien bewirken – das Gegenteil von Demokratie nämlich.

Apropos: Wie sie es machen werden, weiß ich noch nicht, doch vor dem Hintergrund der betriebenen Außenpolitik des sogenannten Westens, vordringlich der USA und der BRD, dürfte schon bald die nächste Welle Flüchtlinge sich auf den Weg nach Europa, bevorzugt Deutschland, begeben: aus dem Jemen und Mali. In Mali sollen neuerdings BRD-Soldaten offiziell mitkämpfen.

Die Rede von der Bekämpfung der Fluchtursachen der Flüchtlinge aus Syrien und von andernorts wird so gut wie nie vom Ursprung her benannt – der Konflikt der Israelis mit den Palästinensern.
Dass Palästinenser nun sogar noch mit gezogenen Messern auf Israelis einstechen, wohl wissend, dass sie danach ziemlich sicher ihr Leben verlieren werden und der ‚Besitz‘ ihrer Angehörigen zerstört wird nach der Tat durch israelische Soldaten, müsste uns wirklich zu bedenken geben. In der Regel zerstören sie die Häuser der Eltern des Täters. Das ist eine Art Sippenhaft. Eine Bestrafung ist das, die in Deutschland zu recht als unzulässig angesehen wird, die aber im geschilderten Fall mit neuen U-Booten, noch mehr Waffen und Geschäftchen von der deutschen Regierung sozusagen mitbelohnt wird!?

Was glauben diese Leute im Bundestag eigentlich, warum Deutschland den meisten Flüchtlingen gegenüber nicht in der Schuld stünde, warum die Asylsuchenden aus Syrien nicht nach Deutschland kommen sollten? Wir haben an sie inzwischen ebenso eine Schuld zu zahlen wie einst an Israel. Weil wir den II. Weltkrieg verloren haben und die Konzentrationslager in (ehemalig) Deutschland standen, hatte Israel einen Anspruch. OK. Und was ist mit dem Anspruch der Flüchtlinge, die unserer Waffenexporte und verfehlten Außenpolitiken wegen hier ankommen?

Das Leben der Palästinenser in ihren abgeriegelten Territorien kommt dem in Konzentrationslager der Nationalsozialisten zwar nicht gleich, doch dieses Muster ist irgendwie erkennbar. Es erscheint ganz seltsam zeitlich und räumlich gestreckt. Zwar lässt man gnädiger Weise die Möglichkeit offen, so weit hier bekannt ist, sich für ein Leben im Ausland außerhalb Israels und Palästinas zu entscheiden oder aber still und ‚brav‘ alles zu erdulden. Doch was ist das für ein Leben. In unseren Breitengraden dürfte dieses Leben, welches die Palästinenser in Palästina führen, nur von sehr Wenigen als frei und selbstbestimmt bezeichnet werden!?

Read Full Post »

Oder: Die ‚braune‘ Willkommens-Einheit!

Oder: Besser späte Einsicht, als nie!

Ja, es ist ein kulturelles Ereignis, der bevorstehende dritte Oktober. Die Deutschen eint dieser Tag. Die Deutschen sind vor allem diejenigen, die sich mit dem Land namens Deutschland identifizieren? Andere sagen, ein/e Deutsche/r ist eine/r, die oder der hier geboren wurde, egal welcher Herkunft! Am einfachsten ist vielleicht doch zu sagen: Jede/r, der oder die einen deutschen Pass hat, ist so ein/e Deutsche/r.

Im Osten von Deutschland soll es recht viele Gemeinden geben, in denen nahezu ganze Straßenzüge mit leerstehenden Häusern zu finden sind. Das hat mit der Überalterung und natürlich dem Wegzug gen Westen nach der sogenannten Wende zu tun. Nun, inwieweit sich was gewendet hat in der Republik seit der Wende, das ausgerechnet hier darzustellen erübrigt sich, da diese Frage eh all abendlich in diesen Tagen auf irgendeinem Fernsehkanal ausführlicher beantwortet wird – seit 24 Jahren. Letzteres zeigt uns, Antworten darauf scheinen sich nicht so leicht zu erschöpfen; und warum kann zum Ausgleich mal nicht davon gesprochen werden, dass all der freie Wohnraum im ehemaligen Osten mit Flüchtlingen gefüllt wird? Das könnte man doch wohl auch im Namen der Solidarität veranstalten, die wir aus dem Westen jahrelang per Solidaritätszuschlag in den Osten bezahlen. Außerdem hat der deutsche Innenminister, glaube ich war es, klugerweise erkannt, dass es nicht geschickt wäre, die langsam immer häufiger auf die Barrikaden gehenden Flüchtlinge nach Religion und Herkunft in ihren behelfsmäßigen Unterbringungen zu trennen. Warum kann daraus nicht geschlussfolgert werden, dass es daher sehr wohl ein angemessenes Mittel wäre, die Ostdeutschen und ihre Städte mit den vielen leerstehenden Häusern zu einer eher gut gemeinten und offensichtlich erforderlichen Kontaktaufnahme zu sogenannten Ausländern zu ermutigen, beziehungsweise sie mit einer so gearteten solidarischen Maßnahme zu konfrontieren, vor dem Hintergrund der oft vorkommenden rassistisch motivierten Übergriffe vor Ort? Besser sie lernen den Umgang mit den ‚Fremden‘ und Toleranz ihnen gegenüber etc. bald, als vielleicht nie, oder?
Auch im ehemaligen Westen kennt man das Problem der Intoleranz und des Rassismus. Die beiden Letzteren wurden leider nicht ganz oder vollständig in Ausstellungen oder Installationen zum Naziterror in Lörrach, Freiburg oder meinetwegen Lahr usw. für immer verbannt, die zuweilen besucht werden können – auch nicht in Museen, die manchmal wirklich gut bestückt sind zum Thema.

Von Beschlagnahme, vordringlich im ehemaligen Westen der Republik, war gestern Abend die Rede im TV, als es um Wohnraum für die durchaus vielen Flüchtlinge ging, wo doch, wie gesagt, in manchen Oststädten Straßenzüge leer stehen; und Ausländer gejagt werden, eventuell nur, weil viele der Ostdeutschen mit diesem Phänomen nicht ausreichend konfrontiert werden und wurden.

Sozialer Unfriede steht aber leider an in der Bundesrepublik. Wollen wir uns doch da bitte nichts vormachen, wenn die Dinge so weiter betrieben werden, wie sie betrieben werden. Warum sich dann eigentlich nicht den einfacher zu schlichtenden Unfrieden auswählen: den mit renitenten Bürgern aus dem Osten, anstatt den mit inzwischen mehrheitlich Kriegs- und aufstandserprobten Flüchtlingen, die eh nicht mehr viel weltlichen Besitz zu verlieren haben und deren Sprache hier nur wenige sprechen, geschweige denn ihren kulturellen Hintergrund verstehen oder einigermaßen zutreffend einschätzen können?

Nur wenige Deutsche mit sogenannten ausländischen Wurzeln ziehen in den Osten Deutschlands, und das aus ganz praktischem Grund: Man will seine Ruhe haben vor den Nazis dort, sich und seine Angehörigen keiner derartigen Gefahr ausgesetzt sehen, auch nicht, finde ich, die unerträgliche Situation der geringeren Bezahlung seiner Leistung im Osten miterleben. Dennoch leben inzwischen als Mutige zu bezeichnende Deutsche mit ausländischer Herkunft und andere Ausländer im Osten: (ehemalige) Türken, Araber, Vietnamesen etc.

Einen dieser Deutschen mit ausländischem Hintergrund habe ich vor kurzem interviewt. Deutsch-Amerikaner ist er. Er ist in Deutschland aufgewachsen – im ehemaligen Westdeutschland und dann später in Westberlin. Sein Vater, wie er sagt, ist 2/4 schwarz, ¼ weiß und ein weiteres Viertel rot, wie man sagt. Seine Mutter ist Deutsche mit ein bisschen polnischen, französischen und ‚natürlich‘ deutschen Vorfahren. So weit so gut, wenn da nicht seine braune Hautfarbe wäre, die in seinem Leben mal positiv, mal negativ, aber vor allem immer wieder eine Rolle spielt. Berlin verließ er, weil ihm die ständige Gefahr, seiner Hautfarbe wegen von den unterschiedlichsten Mitmenschen geschnitten, bedroht und schief angesehen zu werden, wenn er den Umkreis des ehemaligen Westberlins verließ, „langsam auf den Senkel“ ging. Jetzt wohnt er am anderen Ende der Republik, hier in der badischen Provinz in einem kleinen Dorf. Journalist ist er, Freelancer.

Er sagt: „Das Ding mit der Willkommenskultur ging ja schon immer ab. Soll heißen, als ich hier hoch kam, haben die mir gleich einen Platz angeboten im Sitzungssaal der Gemeinde, bei den anderen Journalisten. Hab ich dankend abgelehnt. Muss mich nicht so exponieren, mag das Klüngeln mit den Mächtigen nicht sonderlich. … Und eines Tages flattert ein Brieflein ins Haus, in dem steht, hey du da, du kriegst den vollen Inhalt der Einladungen zu den Gemeinderatssitzungen nicht mehr. Wat?, fragte ich mich da. Nur weil ich dort nicht absitze? Also schrieb ich denen eine Email. Wusste gar nicht, dass es eine Anwesenheitspflicht gibt, schrieb ich. Bin doch Journalist, dem das Zeug zusteht.
Jetzt muss man sich hier schon zensieren lassen?
Kann ich nicht nachvollziehen. Eine Antwort auf jene Email erhielt ich nie. Ließ das Ding dann etwas ruhen. Dann wurde es mir nach Monaten doch etwas sonderbar zumute. Musste jetzt einfach schon allein aus journalistischen und humanistischen etc. Gründen herausfinden, wer hier nicht richtig tickt: ich oder die? Bislang weiß ich das noch immer nicht so ganz wirklich, aber bald.

Als ich dann vor dem Menschen da im Rathaus stand, mit dem ich bislang der Angelegenheit wegen nur an der Strippe gesprochen hatte, der mich ja mal so nett willkommen geheißen hatte vor einer Gemeinderatssitzung, sagt der mir doch glatt in seinem Büro so etwas wie Folgendes ins Gesicht: Sie vermuten ja nur, berichten keine Ergebnisse der Sitzungen. Und zu denen kommen Sie auch nie. Nie, das stimmt nicht, sagte ich. Hallo!? Jetzt macht der hier schon meine Hausaufgaben, womöglich trete ich demnächst noch zum Diktat bei ihm an?
Kommen Sie, gehen wir von Büro zu Büro und fragen wir, ob sie jemand kennt hier im Rathaus, meinte er und wollte schon aufstehen. Ich kam mir vor wie in einem Tribunal, wie einer, den es galt, an den Pranger zu stellen, so in etwa wie ein entlaufener, geteerter und gefederter Neger in den ehemaligen Südstaaten der USA. Ich wartete nur noch darauf, dass er mich am Ärmel oder sonst wo packt und durch die Büroräume schleppt: Hier guckt ihn euch an. Ist der das? Ja!
Solche Bilder stecken nun mal in meiner persönlichen Vita und/oder Erinnerung – nicht Genetik. So ist das halt. Jedem sein Los!?

Dieser Zuständige da im Rathaus nimmt sich also heraus, mir zu erklären, wie ich meine Arbeit zu tun habe. Ob er das auch bei einem weißen Kollegen tun würde, das bezweifle ich sehr, vor allem, wenn der von einer der Tageszeitungen kommt. Der spricht von Geheimnissen, die in den Einladungen stünden – was totaler Quatsch nur sein kann. Spricht vom Verlag oder der Druckerei, der oder die diese Einladungen für die Gemeinde macht und droht mit einer urheberrechtlichen Klage. Das Ding versteh ich schon mal gar nicht, wo stets Ross und Reiter von mir benannt wurde.
Das heißt dann wohl, der Verlag oder die Druckerei schreibt der Gemeinde geheim zu haltende Einladungen, formuliert die gar etwa, ist womöglich inhaltlich der Urheber einer Materie, die von der Gemeinde für öffentliche Sitzungen den Journalisten und den Ratsmitgliedern Das ist schon fast Berufsverbot. Komm hier nie wieder her, hör ich da in mir jemand schreien.

Ey, da hab ich echt nicht schlecht gestaunt. Das war wie in den Filmen, die man als so sieht, wo ein Journalist im Netz einer wie auch immer gearteten Krake zappelt – am Abgrund turnt. Das hat Erinnerungen wach gerufen – bis in die Kindheit.

Das heißt, vom Bürgermeister und diesem Menschen, die ich eigentlich als OK in Erinnerung habe, werde ich neuerdings diskriminiert, hoffe, ich erhalte demnächst kein Dorf- oder Sitzungssaalzugangsverbot: entweder wegen dem, was ich da so schreibe und was scheinbar wenig gefällt, oder weil ich nicht zu den Gemeinderatssitzungen komme, oder weil ich angebliche Geheimnisse verrate, was auf den Unterlagen so nirgends vermerkt steht. Ich wurde nie darauf hingewiesen, dass es sich um Geheimzuhaltendes handelt. Oder es ist eben so, weil ich ein Dunkelhäutiger bin, der es auch noch wagt selbstbewusst aufzutreten. Selbstbewusst sein wird bei Menschen meiner Hautfarbe erfahrungsgemäß schnell als arrogant oder frech erkannt in Mitteleuropa, wahrscheinlich, weil solche wie ich zu oft den Bückling machen und machten vor Kameras und dann auch ganz real: Master bitte, bitte darf ich mal?
So ungefähr sehe ich derartige Angelegenheiten zuweilen sozusagen notgedrungen, wenn ich nicht erhalten soll, was andere im gleichen Job, in der gleichen Schule, Uni etc. erhalten. Dem ist so insbesondere dann, wenn anscheinend alle weiteren Kriterien ausgeschlossen werden können und eigentlich nur noch die Hautfarbe mal wieder als der Hauptantrieb übrigbleibt als Erklärung. Klar, dass das von denen selbstverständlich politisch korrekter Weise nicht eingestanden wird. Wären ja auch schön blöd, wenn er oder sie das täten? Manchmal denke ich, dass die Diskriminierung des Anderen einfach bei vielen so tief drin ist, dass sie sich dessen häufig gar nicht bewusst werden.
Damals, als ich noch klein war und irgendwo im Dorf irgendwas gestohlen, kaputt gemacht oder verschwunden war, kam aus der befreundeten Nachbarschaft hin und wieder an unser Ohr herangetragen: „Die sagen im Dorf: Das war bestimmt der Schwarze, der von den Zugezogenen.“

cyp3 093

So viel zu unserem deutsch-amerikanischen Informanten vorerst.
Sogar in der Lindenstraße ist dieses Phänomen schon thematisiert worden. Es gibt in dieser Fernsehreihe eine dunkelhäutige Ärztin. Als sie neu dazukam als Charaktere, wurde ihr Alltag unter anderem mit kleinen Hinweisen auf diesen versteckten Rassismus in unserer Bevölkerung vorgeführt: Oh! Hallo, Sie wohnen hier? Was, Sie, wie Sie sind Ärztin? Diese Szene wurde mit entsprechender Kameraführung unterlegt, mit Schwenk auf sie von oben, was vielen wahrscheinlich sofort bekannt vorkam und entsprechend verstanden wurde.
Was sagte Cem Dalaman vor ein paar Tagen in einem Radiosender aus Köln (wdr köln radiosu) so in etwa: Ich lebe in Deutschland. Bin hier geboren. Und ich kann einfach nicht verstehen, dass bei uns in den Redaktionen oder Fernsehanstalten noch immer nicht durchgedrungen ist bei den Kollegen nach über 30 Jahren türkischem Leben in Deutschland, wie unsere Namen richtig ausgesprochen werden – weil sie die Aussprache einiger weniger Buchstaben des türkischen Alphabetes einfach ignorieren. Ein anderer Türke, den ich neulich in einem Interview im Fernseher sah und dessen Namen nicht mehr erinnert werden kann, der im Alter von zwei Jahren nach Frankfurt kam mit seinen Eltern und sich offenbar als Schauspieler hier in Deutschland in die öffentliche Wahrnehmung spielte, Abitur hat, was er immer wieder betonte, sprach davon, dass er, der akzentfrei Deutsch spricht, noch immer nur Rollen erhält (sei es im Fernseher oder sogar beim Hörfunk), in denen ‚Ausländer‘ zu besetzen sind, wo, wie er meinte, sogar noch nicht mal mit ausländischem Akzent gesprochen werden soll.

Die Wiedervereinigung läuft so besehen wahrscheinlich, seit der Zweite Weltkrieg zu Ende ist. Die Vereinigung der Deutschen mit den Deutschen mit sogenannter ausländischer Herkunft hat, wie man hört, ihre eigenen Begrenzungen, die jeden Tag erweitert und aus der Welt geschafft werden (wollen und sollen). Es ist indes zu befürchten, dass aber die allgemeine Wiedervereinigung, die auch die Problematik von Ost und West umreißt, die eher darauf ausgerichtet zu sein scheint, über Generationen hinweg irgendwann mal zu funktionieren, meiner Meinung nach unter dieser verhältnismäßig langen Zeitspanne einer oder zweier Generation nicht betrieben werden sollte, da die Menschen, wenn innen- und außenpolitisch weiterhin alles einigermaßen gut geht, mehrheitlich 70 Jahre alt werden. Das heißt, der angestrebte Wandel will mehr Unterstützung und nicht vordringlich den Ablauf von Generationen aussitzend geschehen.
Arabisch, Mandinka, Chinesisch und Türkisch etc. in Hauptschulen als Hauptfach, so entsprechender Bedarf oder Interesse dafür ermittelt wird und die Lehrkräfte aufgetrieben werden können, Geschichte gemischt mit mehr Ethik, wie auch die Biologie, zum Beispiel ein obligatorisches Auslandsjahr irgendwo in Europa nach dem Abitur und ein weiteres Jahr im Anschluss oder davor als Berufsfindungsjahr ebenfalls in einem weiteren oder dem selben Staat im Ausland, das wäre wünschenswert. Diejenigen, die danach zum Militär wollen, können dann dorthin gehen und der Rest macht seinen Weg ins berufliche Leben oder an die Uni etc.
Weg mit den Gymnasien, in denen schon ab der zwölften Klasse das Abitur unbedingt gemacht werden kann, gemacht wird. Was soll diese Hetze, was die Eile?

Wohin übereiltes Handeln führt, zeigen uns das etwa bereits stetig aber sicher die Folgen der damaligen Wiedervereinigung Deutschlands?
Was diese negativen Folgen alles sind, verehrte Leser, hören und sehen Sie gewiss zur Genüge im Fernseher in diesen Tagen. Somit mag ich das von manchen bereits als das Unwort 2015 auserkorene „Willkommenskultur“ positiv wenden oder halten, es als mental positive Folge der Vereinigung sehen, trotz der einen oder anderen Darstellung, die hier wiedergegeben wurde – und den aufgezeigten Mängeln an sich. Diese Willkommenskultur, die im Prinzip gar nicht so neu ist in Deutschland, möge sich nicht zu schnell auflösen oder verflüchtigen, wie der oben zitierte Deutsch-Amerikaner auch noch meinte, er sagte:
„Anfänglich ist es irgendwie immer so, da sind die Leute freundlich. Schnuppern dich ab. Checken dich aus. Und dann kommt der Tag, an dem du Farbe bekennen darfst oder sollst zwecks Einstufung – vor allem, weil die anderen dir ihre Farbe zeigen: rot, gelb, grün oder, was glücklicher Weise – oder vielleicht auch unglücklicher Weise – noch nicht auf Verkehrsampeln und andernorts gezeigt wird: braun!

Braun, braun, braun blüht der Enzian … . Das sollen sie in Deutschland fortan singen – positiv diskriminierend! Ha-Ha-Ha-Ha!“ – sagte er noch zum Schluss. Für all diejenigen, die mit dem Enzian, der im Lied von Heino in der Farbe weiß blüht: Dieses Lied ist für gewisse Kreise eine Hymne auf die sogenannte weiße Rasse Mensch, so wie der Song „schwarz-braun ist die Haselnuss“, der auch gern gesungen ist, eine Anspielung auf die politische Gesinnung ist. Bekanntlich trugen Teile der Nazis eine braune Uniform, die sogenannten Braunhemden.

Apropos: Die ausgerufene Willkommenskultur ist wunderbar, scheint vor allem aber bei den sogenannten deutschen Deutschen anzukommen. Jedenfalls entsteht dieser Eindruck im Fernsehen, da dort als Helfer meistens dieser Typ Deutsche/r in diesem Zusammenhang zu sehen ist, der sich zu seinem Engagement mit den Flüchtlingen äußert.
Doch es gibt da eben einen gern und schon lange wenig beachteten potentiellen Art Gegenspieler, der sich seine Position in dieser Angelegenheit eher nicht ausgesucht hat. Die Rede ist von den hier om Deutschland seit Jahren lebenden sogenannten Ausländern und Asylsuchenden, die so ihre Erfahrungen gemacht haben und machen mit dem System und seinen Leuten: mit der direkten oder versteckten Ablehnung vieler Leute oder ab und an auf der einen oder anderen Behörde, die durchaus mitbekommen haben, wie die Milliarden für Banken und demnächst womöglich für VW verwendet werden, die also sehen, wie geprasst und gemacht wird und trotz Versprechen noch nicht einmal die in Aussicht gestellten Gelder in vollem Umfang für die UN gezahlt werden, um den Notleidenden zum Beispiel in Syrien besser helfen zu können, die die betriebenen Waffenhandel der BRD mitverfolgen und eins und eins zusammen zählen können, und die, längst nicht zuletzt, die Sprache des einen oder der anderen neu Angekommenen sprechen und wohl wenig Solidarität dahin gehend zeigen werden, nun vor allem die guten Seiten in Deutschland und der Deutschen hervorzuheben. Sie werden unter anderem berichten, dass indem man sich mächtig zu Wort meldet, sich verbündet, hier eher Gehör gefunden werden kann.
Und das, von dem die Rede gerade ist, ist ja wohl schließlich auch Demokratie, was bislang allerdings noch als Randale oder dergleichen betitelt wird.
Viele der hier angekommenen Flüchtlinge scheinen indes begriffen zu haben, dass man sie, so wie ihre Vorgänger, schon wieder, ja wohl, schon wieder, am hießigen Reichtum und Wohlstand eher mangelhaft teilhaben lassen will. Dass diese Ansicht verschroben und vielleicht auch eher falsch ist, wird die jetzige Welle von Einwanderern, die mehrheitlich wissen, wer ihnen die Suppe der Flucht, des Krieges zu Hause auch noch ein eingebrockt hat, nämlich die EU unter anderen, nicht so demutsvoll hinnehmen wie die einstigen Gastarbeiter. Das, was ihnen ‚großzügiger Weise‘ hingestellt wird, von dem wissen die meisten, dass es kläglich ist im Vergleich. Das sind Menschen größtenteils, die nicht wie größtenteils wir hier zu Sesselpupsern verkommen sind. Der Reichtum, in dem wir leben und der schon gar nicht mehr von vielen wertgeschätzt wird, hat diese Flüchtlinge im Allgemeinen noch nicht bequem und lahm gemacht. Diese Welle von Einwanderern ist a) besser informiert und ausgebildet in der Regel als die Einwanderer der Einwanderungswellen davor, und b) hat im Gegensatz zu den einstigen sogenannten Gastarbeitern noch weniger zu verlieren als jene. Viele treffen hier in Deutschland auf sogenannte Communities aus ihren jeweiligen Herkunftsländern, die hier bereits seit vielen Jahren leben, die das scheinbar freundliche Gesicht zuweilen konterkarieren, welches den Deutschen ’netterweise‘ dann einfiel, als die Hartherzigkeit ihrer politischen Führung im Verbund mit anderen Staaten die letzte Flucht erforderlich machte für viele Flüchtlinge, und zwar zunehmend auch ins ferne Europa. Und diese inzwischen über Jahre hier lebenden Ausländer und Asylanten, die womöglich immer noch arbeitslos sind und in muffigen Unterkünften etc. überwiegend leben dürfen, haben letztlich, wie mehrheitlich zu hören ist, wenig Lust, ihre neuen Konkurrenten in der geradezu euphorisch aufgestiegenen Willkommenswolke zu belassen – weil sie diese als ungerecht ihnen gegenüber empfinden und weil sie wissen, es ist besser, gleich aufzuwachen. DAs trifft auf viele, gewiss nicht alle zu, versteht sich.

Es gibt also Ausnahmen. Meine Analyse ist daher unter anderem: Die Neuankömmlinge vorrangig von gut bezahlten, wirklich gut bezahlten Deutschen, auch denen mit ausländischer Herkunft, oder mit sogenannten Ausländern und/oder Asylsuchenden betreuen zu lassen, anstatt Leute dort in die Unterkünfte der Flüchtlinge zu stellen, die a) nicht gut bezahlt werden oder b) wenig Erfahrung mit den jeweiligen Kulturkreisen haben. Wichtig ist aber: eine gute, wohl gemerkt gute Bezahlung und damit einhergeht dann gewissermaßen auch die längst fällige Anerkennung des einen oder der anderen, die da zum Einsatz kämen, sei es sozial oder gar den jeweiligen Aufenthaltsstatus betreffend. Ansonsten … . Guten und schönen Feiertag!

Read Full Post »

Taksim

Istanbul schlief noch. Zumindest im Bezirk Elmadag. Wir kamen recht spät in die Stadt, so um 22 Uhr 30. Im Internet waren wir davon in Kenntnis gesetzt worden, dass der Havas-Bus, der den Flughafen Atatürk mit dem Taksim und anderen Orten in der Stadt verbindet, nicht mehr verkehrt. Was tun, um einigermaßen preiswert von diesem entlegenen Ort in der Stadt nachts nach Taksim zu gelangen, sollte unser Flugzeug so viel Verspätung haben, dass diese Frage relevant wird? Denn das Internet hatte auch noch ausgespuckt, dass die letzte Metro um 0 Uhr 30 am Flughafen abfährt.

Der Atatürk-Flughafen ist eigentlich ganz gut mit der Stadtmitte, wo immer das genau Ihrer Meinung nach eigentlich ist, mit der Metro und eben dem Havas erreichbar ist. Information darüber zu finden, ob es eine Abzweigung gibt im Metronetz, die zum Taksim bringt, sodass nicht bis nach Aksaray gefahren werden muss, ist auch in türkischer Sprache nicht gerade leicht zu finden.
Man könnte natürlich auch ein Taxi bis nach Yesilköy fahren lassen, um mit der alten Stadtbahn bis nach Yenikapi zu gelangen. Die T1-Linie war uns gleich ins Auge gestochen auf dem einen Plan, den wir dann endlich fanden. Die T1 scheint mit dem Metronetz in Verbindung zu stehen. Es ist keine Metro und heißt wohl auch daher T1. Es gibt auch noch eine T2 und T3.
In der Metrostation Zeytinburnu muss zur T1 gewechselt werden, um dann schon fast bis nach Taksim zu gelangen. Die Straßenbahn von dort zum Taksim galt es wegen dem Feiertag zu vergessen, war in den Tageszeitungen zu lesen. Alles zugesperrt. Die Frage war: Wie weit ist der Weg in der Umsteigestation Zeytinburunu? Muss etwa so weit herumgehetzt werden darin, wie durch den Frankfurter Flughafen, wenn zu den Flügen der Lufthansa nach Zypern gelangt werden will? Und bis wieviel Uhr fährt das T1-Ding überhaupt?
Fragen, zu denen wir zu unserem Erstaunen ums Verrecken, wie man sagt, keine Antwort auf den Internetseiten des Betreibers von der Metro finden konnten.

Mit 10-minütiger Verspätung kamen wir dann nachts in Istanbul am 1. Mai an. In Ercan/Zypern hatte es nach allem anderen ausgesehen als danach, nach Plan anzukommen. Kurz vor dem Einstieg ins Flugzeug hatte es noch geheißen durch die Lautsprecher, es würde noch 45 Minuten dauern, bis das Flugzeug bestiegen werden könnte, als wir auch schon aufgefordert wurden, am Flugsteig 4 einzusteigen.
Die Menschenmenge vor den Passkontrollen in Atatürk-Airport/Istanbul ließ wie immer das Schlimmste erwarten. Viele Reisende aus arabischen Ländern, wahrscheinlich Iraker und Ägypter der Sprachfärbung nach, standen in der Schlange. Viele von ihnen schienen die wenig freundlichen Polizisten nach irgendwohin im Flughafengebäude zurückzuschicken. Wir hatten an jenem Abend dennoch einen guten Lauf. Schon nach ungefähr 20 Minuten waren wir durch die Passkontrolle und standen nach wenigen Minuten am Koffer-Band nur kurz an, um das eine Gepäckstück in Empfang zu nehmen, welches aufgegeben worden war.
Die Zuversicht wuchs, noch rechtzeitig auf einen Zug in die Stadt zu kommen, da es noch mindestens eine Metro nach Aksaray geben musste, wenn der Zoll das nicht verunmöglicht. Der blieb glücklicherweise auf passiv gestellt. Wir hatten dazu wie immer die Pässe nicht in unsere Taschen gesteckt, sondern hielten sie gut sichtbar in der Hand beim Durchgehen der Zollsperre. Das hat mal wieder gut geklappt.

Inzwischen war der Entschluss gefasst worden, den Trip an den Taksim doch nicht über Zeytinburunu bis nach Macka oder Karaköy zu wagen, sondern vorsichtshalber besser bis nach Aksaray zu fahren und dafür aber ohne Umsteigen einigermaßen nahe sich dem Taksim zu nähern. Notfalls wollten wir von dort dann mit einer Taxe möglichst weit vorstoßen. Wegen des ersten Mais war gewiss Rambazamba am Taksim angesagt, wie die Presse hinlänglich geschrieben hatte.
Zeitungen waren im Flug nach Istanbul selbstverständlich wie immer großzügig verteilt worden. Bei Turkish Airways kann man das als Fluggast durchaus erwarten, so auch ein Essen, welches sogar mit einigermaßen gutem Appetit gegessen werden kann. Auch die englischsprachige Daily News war zu haben, die alles andere als regierungstreu ist, wie neuerdings auch die Hürriyet. Die Cumhuriyet-Tageszeitung und andere, wahrscheinlich unliebsame Blätter, gab es aber nicht. Der mächtige Mann im Lande, der ja nur die Konstitution ändern will, um die Befugnisse eines türkischen Präsidenten in wenig zu verstärken, hat so etwas gewiss unterbinden lassen; und hatte lapidar davon gesprochen, war zu lesen, dass ein Präsident ja schließlich kein Sultan ist. Letzteres soll besagen: Sorgt euch nicht! Ich beabsichtige nicht, der kommende Pascha oder Sultan zu werden.

Dieser ‚gute‘ Mensch und die Crew um ihn herum, hatten nämlich ein totales Verbot der Mai-Feierlichkeiten am Taksim – mal wieder – angeordnet. Alle Zufahrtswege dorthin wurden mit tausenden von Polizisten versperrt und daher konnte die eine oder andere Bahn nicht genommen werden, ja, es bestand Aussicht, nicht an den Taksim gelangen zu können, weil der sogenannte Arbeitertag gewöhnlich nachts so richtig in ‚Schwung‘ kommt – und sogenannte Chaoten oder Schwarze Blöcke, die gibt es bekanntlich ja auch in Istanbul.
Klar doch, das sind „Kriminelle“. Diese Kriminellen, nach Lesart der türkischen Regierung, wurden also mit ganz ‚normalen‘ Bürgern, die sich dort zeigen wollten als der eigentliche Souverän, davon abgehalten: „Der Taksim ist ungeeignet für Demonstrationen. Das legt den ganzen Verkehr in der Stadt lahm!“ Und um dies zu unterstreichen, gab es wohl Polizeisperren, Wasserwerfer etc.
Nicht, dass hier die Position der Regierung unterstützt wird, doch wäre schon damit zu rechnen, dass ansonsten schnell nahezu jeden Tag eine andere Demo dort ablaufen würde. Das wäre nicht schön anzusehen, denken da einige eventuell. Dass die Stadt lahmgelegt würde, deren Verkehr, ist aber eher ein Witz. Istanbul ist sooo riesig, es wäre eben nur ein Teil der Stadt, und nicht unbedingt ein sehr, sehr wichtiger, der betroffen wäre.
Eine andere Art von Demonstration dort, fand ich viel berührender.

Und was sieht das Auge vor dem Entscheid, die Rolltreppe Richtung Metro nach unten zu nehmen noch in der Eingangshalle des Flughafens stehend? Es sah, dass da draußen Havas-Busse verkehrten, entgegen der Meldung im Internet! Also entschlossen wir uns geschwind, an der Ausgangstür einen Beamten zu fragen, ob die Busse etwa wirklich und noch immer nach Taksim fahren. Ja, sie fuhren genau dort hin und am Gesichtsausdruck des Gefragten konnte eventuell abgelesen werden, dass ihn die Frage langweilte.
Diese Variante nach Taksim zu gelangen, erschien uns als die Einfachere. Weil wenn jemand durch Polizeisperren kommt und von Demonstranten wahrscheinlich nicht angegriffen wird, dann musste dies der Bus der Havas sein. Schon saßen wir in ihm und die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Wir waren gewiss so schnell am Taksim wie als wenn der unsichere Umstieg auf die T1 in Zeytinburunu gewagt worden wäre oder die Variante über Aksaray – und dann eventuell mit dem Taxi weiter.

Nach dem sich kurz abgeduscht worden war im Hotelzimmer, warfen uns ins Nachtleben – unweit des Taksims. Der Brustkorb vibrierte, so laut war die Musik, sie war noch immer so fürchterlich wie vor vielen Jahren. Das Efes-Bier ist hingegen ganz ok, und wie zu sehen war, feuerte der seltsame Beat die jungen Menschen dennoch an. Viel Arabisch war zu hören, viele gut angezogene Leute unterwegs – und viele kleine, braune Händchen ohne Schuhe an den Füßen in den Straßen, die bettelnd sich uns entgegenreckten.
Lang blieben wir nicht, weil die Müdigkeit halt doch in die Knochen kroch, vor allem aber, weil die lausige Musik ihren Tribut an unseren Fluchtinstinkt einforderte – und die Händchen mit den großen, schönen dunklen Augen streckten sich noch immer unvermittelt hin zu uns zurpck auf der Straße.

Die Buchmesse wird ausgerechnet an einem Montag eröffnet. Des Weiteren steht auf dem Plan, noch einen alten Freund zu bessuchen. Vielleicht geht es sogar noch runter nach Antalya, zur Außenminister-Konferenz der NATO. „Phantom der Opera“ und Jazztage am Rande etc. waren auch noch dran.

Unser Hotel, das gibt es vom Namen her gleich 2 Mal. Leider habe ich diesmal aus Versehen das andere gebucht, das mit dem Zusatz „Prestige“. Unseren Wunsch bei der Reservierung via Internet, ganz oben ein Zimmer zu erhalten, wurde offensichtlich nicht ernst genommen. Im 3. Stock war die Lage, sagen wir mal, wenig amüsant. Vor uns die Fenster eines weiteren Hotels. Das Zimmer recht eng und einfach langweilig eingerichtet vom Geschmack her. Als ich das letzte Mal im anderen Hotel untergekommen war, erhielt ich ein Zimmer ganz oben und das war super originell geschnitten und ausgestattet. Tolle Aussicht über den Taksim und den Bosporus, geräumiges Zimmer, wofür der Preis ohne Frühstück gern bezahlt wurde. Aber dieses ‚Loch‘ hier…. .

Nachdem in der Stadt ein paar teure Schuhe ausnahmsweise gekauft wurden, das Ticket für das Phantom der Opera abgeholt, bei meinem jahrelangen Friseur noch schnell die Haare geschnitten worden waren, wie es inzwischen Tradition geworden ist, war der Rezeptionist im Hotel diesmal freundlicher als den Abend davor, dienstbeflissen gar und bereit, das Möglichste zu unternehmen, um uns im 10. Stock unterzubringen, obgleich der Lift nur bis in den 9. fährt. Es brauchte etwas Überredung, ihm klarzumachen, dass eine Treppe zufuß Gehen, wirklich kein Hindernis darstellt. Schöne Aussicht in Richtung Kasim Pasa gab es dann mit riesengroßer Terrasse vor dem Zimmer, was die unattraktive Einrichtung des Zimmers schon fast vergessen ließ. Unsere Hoffnung, den anderen Tag an der Rezeption noch was drehen zu können, wurde also nicht enttäuscht. Das Hotelzimmer war aber dennoch langweilig ausgestattet, der Strom fiel ein-zwei Mal aus und die Betten wurden nur gemacht, nachdem am Telefon Druck gemacht wurde. Das Frühstück war ok. Die Matratzen waren jedoch wirklich gut. Kein Aufwachen morgens mit dem inzwischen wohl bekannten hölzernen Gefühl im Rücken. Wer sich extra ein nicht gerade preiswertes Futon hat anfertigen lassen wie ich, kriegt da schon so seine Überraschungsmomente der besonders positiven Art geliefert. Doch all das ist ja wohl kein Thema, wenn man sich ansieht, wie manche Leute um die Ecke am Taksim unterkommen.

Bei den Derwischen unweit des Tunnels waren wir natürlich auch, um die Veranstaltung zu sehen. Die drehen sich nahezu 1 Stunde unweit des sogenannten Tunnels für inzwischen 50 Lira pro Person. Mir gefällt diese Vorstellung aber noch immer. Sie hat sich im Ablauf geändert. Der ist irgendwie meditativer geworden, soll heißen, es wurde weniger dreh-getanzt, was vielleicht den einen oder anderen Touristen überforderte oder langweilte.
Und obwohl nicht gefilmt werden durfte, waren einige da, die dieses wiederholt ausgegebene Verbot missachteten. Doch beim Gebrauch des Flashs eines Fotoapparates war die Geduld der einen Wachfrau dann doch an ihr Ende gelangt. Frau Aufseherin plärrte laut in die sich langsam und leise entfaltende Aufführung der Sufi-Mönche durch den schön dekorierten Saal: „NO FLASH!“
Unschön wars zwar, aber dann wohl doch nötig. Ja, sogar die Türkische Republik wurde gelobpreist in der Rede des Scheichs. Immerhin ersparte er uns in der Abfolge all der großen Sufinamen aus Konya und dem Iran, die er erwähnte, den Namen von Tayyip Erdogan. Ob das so bleiben wird oder kann?

Wenn ich es mir überlege, sind das eigentlich alles Geschehnisse am Rande. Inzwischen sind weitere 4 oder 5 Tage ins Land gezogen. Doch gestern habe ich gut ausgeschlafen unbedingt ein Billet nach Basel geradezu kaufen müssen – 125 Euro mit Pegasus. Was mir den Entscheid ‚erleichterte‘, waren die schlafenden, verwahrlosten Kinder mit den schönen, aber schmutzigen Gesichtern, der sonnengebräunten Haut und den Lumpen am Körper, wovon einige gleich neben dem Restaurant, in dem ich eigentlich gern essen gehe, auf noch schmutzigeren Decken in eine Ecke gefercht auf dem Trottoire schlafen.

Mein Reisebgleiter war schon ein paar Tage vorher weitergezogen, sodass das Phänomen zwar bereits dann wahrgenommen wurde, doch nicht wirklich in mich dringen konnte, dank seiner Anwesenheit.

Diese 6 Jungs, die dort tagtäglich morgens auf den Decken liegend zu sehen waren, und das von den Strapazen der Nacht sichtlich gezeichnet, so im Alter zwischen 6 und 14 vermute ich, die ohne Schuhe durch die Straßen Istanbuls gehen, ohne ersichtlichen Schutz, ums Überleben kämpfen und allem Möglichen und wahrscheinlich erst recht Unmöglichen ausgesetzt sind, gaben den Ausschlag zum Ticketkauf. Hinzu war gekommen, dass inzwischen schon die eine oder andere Geschichte gehört und überhört worden war in Cafes und Restaurants etc. sitzend: „Denen gibst du 5 Lira und die machen dir alles, der da zum Beispiel, den hat xy gehabt!“ Oder: „Schmutzig sind die auch im Wesen, die gehören dort hin, wo sie jetzt sind!“

Klar doch, da gibt es gewiss viele Menschen in Istanbul, die sich kümmern. Doch das, was in der Stadt diesbezüglich abläuft, ist einfach zu wenig – da bleibt einem der Bissen im Hals stecken. Da will man was tun. Zu wissen, dass man in einem Hotel wohnt, das über 70 Euro kostet, um sicher zu stellen, dass der Tresor im Zimmer nicht ausgeräumt wird von Hotelangestellten oder ihrem Anhang, dass die Kamera etc. einigermaßen abgesichert sind, bringt wirklich in einen scheinbar unlösbaren inneren Konflikt.
Auch übers Klauen kursieren viele Geschichten. Vielleicht kann der Araber ein Geschichtlein darüber erzählen, der gestern Abend an der Rezeption meines Hotels drohte auszurasten, als ich vorbei ging und er meinte, da wäre mehr Geld und Schmuck im „security“ gewesen. Aus Erfahrung weiß ich, es ist nicht leicht in solchen Fällen, zu seinem Recht zu kommen. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, und die Polizei scheint noch langsamer zu reagieren; doch im Vergleich mit den Kindern in den Straßen, dürfte es da wohl um herzlich wenig gehen.

Nee echt. Und so konnte und wollte ich auch nicht mehr zur Buchmesse oder zur Außenministerkonferenz. Dass mir in Istanbul passiert, die Stadt fluchtartig zu verlassen, hätte ich auch nie geträumt.

Im Hamam war es dies Mal auch nur komisch. Wir gehen immer in das, welches in Kasim Pasa an der Moschee liegt. Auffällig war in den Straßen dieses Bezirks, dass außer AKP-Fähnchen, die über die Straßen gespannt werden vor Wahlen, auch viel CHP, ja sogar HDP-Fähnchen hingen, wo ja der mächtige Mann im Lande, Tayyip Erdogan, hier aufgewachsen ist. Dass dem so ist, bezeugt unter anderem das Fußballstadion im Bezirk, wo früher nett Tee und Bier im Grünen getrunken werden konnte, sogar eine Art Rummelplatz gab es da mal. Alles vorbei, alles weg. Selbiges ist auch der Fall mit der Metro, die zwar wirklich gut ist und auch nötig, doch man hätte das Begrünen nicht vergessen dürfen. Weil Istanbul hat nun zwar die Metro, doch in ihrem Dunstkreis ging recht viel Grün drauf. Die Menschen im Bezirk Kücük Pazar, Haltestelle Halic und Vezneciler, zum Beispiel dürfen nun bis nach Unkapani gehen, um unweit einer Schnellstraße mindestens noch ein bisschen Grün am Halic, wo manchmal sogar Delfine gesichtet werden können, abzubekommen.
Vom Plattmachen der letzten Grünflächen von seiten des Rathauses ist jetzt gerade unter anderen der Bezirk Yenikapi betroffen.

Zurück zum Hamam. Vielleicht waren es 4 oder 5 Kunden im Hamam, die anwesend waren uns beide inbegriffen. Auf die kamen jedoch mindestens 9 Wäscher oder Masseure (keseci). Es herrschte eine sonderbare Stimmung. Wir blieben nicht lange und der Preis verriet, warum der Laden so leer ist – knapp 10 Euro pro Person. Für einen türkischen Arbeiter dürfte dieser Preis schon zu hoch sein – und wir hatten keine Anwendungen erhalten, lediglich einen Tee danach.

Das Viertel Karaköy scheint ebenfalls an der Reihe zu sein. Hier wird das bisschen Grün hoffentlich überleben, auch weil es ein touristischer Spot werden soll, beziehungsweise geworden ist. Alles, was offenbar Rang und Namen hat, verkehrt jetzt dort, war in der Hürriyet zu lesen. So viele Boutiquen und Geschäfte machen dort täglich auf, dass Frau gar nicht mehr weiß, wo noch einkaufen gegangen werden soll und kann – und dann erst die vielen, vielen neuen tollen Restaurants, so ungefähr las sich der Artikel.
Karaköy ist ein weiterer Bezirk unterhalb von Beyoglu in Richtung Eminönü gelegen. Einst war hier eine zeitlang das Bordell.
Über mich selbst verwundert wie einst, als ich 1980 das Bordell betrat, um diesen eigentümlichen Ort zu inspizieren, kaufte ich nun morgens kurz entschlossen zu meiner Verwunderung das Ticket nach Basel – und dann ging es mir wieder etwas besser.

Die Türkei tut bereits einiges für die syrischen Flüchtlinge oder die kurdische Minderheit im Lande. Doch sie muss noch mehr tun und zwar gezielter. Zum Beispiel darf nicht in Kauf genommen werden, dass Menschen unter 15 Jahren in einer solchen Notlage über den Weg laufen und leben. Das ist nicht hinnehmbar!!!
Es kann nicht genügen, als Präsident der Republik Reden über den Islam und Menschenrecht zu schwingen, während die Lage am Taksim – und andernorts in der Türkei – so unmenschlich ist.

Herr Erdogan! Bleiben Sie in der Türkei! Kommen Sie um Allahs Willen nicht bereits Morgen nach Karlsruhe, sondern kümmern Sie sich, meinetwegen erneut mit auf Kurdisch geschriebenem Koran in der Hand, um die Leute, die das Geld dringend brauchen, das Sie verplämpern für Auftritte, um Ihrer Partei bei den anstehenden Wahlen im Juni einen Vorteil zu verschaffen – wie Sie besser wissen, den Unparteilichkeits-Auftrag eines türkischen Präsidenten missachtend!!!

100_7404

Zypern

Zu Zypern noch so viel: Akinci ist jetzt also Präsident im Norden. Alle träumen von einer Vereinigung der Inselteile, die angeblich demnächst passieren soll. Anscheinend hat Akinci das Rennen gemacht, weil er Varosha im Programm hatte bei den Wahlen. Das ist die Stadt vor Famagusta gelegen, die nur von türkischen Soldaten und wahrscheinlich auch einem Ableger der UNO etc. betreten werden darf. Diese will Akinci öffnen. Das hätte natürlich unweigerlich zur Folge, dass der einst größte Hafen der Insel, Famagusta, dann wohl auch wieder zu mehr Leben erweckt würde.
In den Zeitungen steht, dass die Menschen das Zypernproblem über haben. Ja, sogar von Politikern kann solch Rede vernommen werden. Präsident Anastasiadis soll sogar zugesagt haben, endlich mit den Plänen herauszurücken, die die Minenfelder anzeigen, die noch vor dem Konflikt der beiden Volksgruppen 1974 im Fünffingergebirge gelegt worden sind von den Griechischzyprern – genauer, den EOKA-Faschisten.

Wir waren vor dem Flug nach Istanbul noch unterhalb des Hillarius-Schloss auf dem Fünffingergebirge eingeladen gewesen. Das Gebiet zählt zum türkischsprachigen Norden von Zypern. Tolle Ansicht auf das Schloss. Noch immer ist von dort aus, wo wir uns befanden, alles wundersam grün anzusehen. Die Ortschaft heißt Karaman, das frühere Karmi also. Vor 74 sollen hier Griechen und Engländer gewohnt haben. Jetzt wohnen in dem wirklich schönen Ort, der eine der wenig gut erhaltenen orthodoxen Kirchen beheimatet, eben Engländer und andere Europäer, anscheinend auch einige Deutsche und nur wenige Türkischszyprioten. Sie wohnen zumeist auf geleastem Land oder in geleasten Häusern. Ein Buch wurde uns gezeigt, welches den Ort nach den Kriegswirren 1974 in Bildern zeigt und wie die Häuser heutzutage aussehen.

Kurz: Hier glaubt auch niemand daran, dass der angebliche politische Aufwind, den die Wahl Akincis gebracht haben soll, etwas an dem herrschenden Status ändern wird, weil, wurde gesagt, die Türkischzyprer mit den griechischsprachigen Zyprern ja gar nicht zusammen wollten. Weil es sei ausgemachte Sache, dass die Griechischsprecher noch immer denken, die Creme der Menschheit zu sein, und hier – also im Norden – sehr gut ohne die hochtrabenden Griechen ein Leben geführt werden könne, das wenn überhaupt, dann nur schleichend von der Islamisierung etwas eingefärbt werde. Doch das sei verkraftbar. Schließlich habe Zypern schon früher mit so etwas zu tun gehabt, als unter den Osmanen gelebt wurde.

Ja, die Aussicht war wirklich schön, dort von diesem Haus in Karaman. Leute sind dort angesiedelt, die beruflich alle Höhen erklommen haben in ihrem Metier und nun den Ort scheinbar gefunden haben, indem sie die restlichen Jahre ihres Lebens in Frieden und zufrieden verbringen wollen. Dürfte ihnen dort oben gelingen.

Nur das schöne Grün vor dem prächtigen Haus, welches angeblich niemand betritt, weil Schlangen und andere wilden Tierchen drin leben sollen, wie erzählt wurde, das könnte vielleicht in der Karte, die der griechisch-zyprische Präsident Anastasiadis übergibt verzeichnet sein, um die im Boden vebliebenen Minen endlich räumen zu können?

Denn wenn man sich besieht, wie das schöne Land im Norden unweit der Küste zersiedelt wird durch die Gier nach Geld und Exklusivität – wie auch im Süden der Insel -, kommt man nicht umhin zu fragen, warum ausgerechnet dieses weite, schöne grüne Fleckchen Erde dort oben in Karaman in äußerst attracktiver Lage ausgespart wurde? Die Schlangen sind vielleicht nur eine Art Ammenmärchen.

Akinci war inzwischen in Istanbul. Sogar Erdogan spricht davon, dass das Zypernproblem unter gewissen Bedingungen noch dieses Jahr gelöst werden könnte – was tut man nicht alles, um eine Wahl zu gewinnen. Er spricht sogar vom Bruder, nicht mehr vom StaatsKind. Er gesteht Akinci insofern ein, dass Zypern aus den Kinderschuhen gewachsen ist und als etwas Gleichwertiges erachtet wird, wie von Akinci vor dem Treffen mit Erdogan angekündigt worden war. Insofern ist das, was in der Badischen Zeitung von heute steht, schlicht falsch – nämlich dass Erdogan noch immer auf der früheren Formulierung beharrte, der des Kindes.

Ein Tipp: Vermeiden Sie möglichst, Ihren Laptop in einem Hotel in der Türkei zu benutzen. Abgesehn von den lästigen Updates, die Microsoft bei Windows 7 ungefragt durchführt, darf gern davon ausgegangen werden – wahrscheinlich wie auch in Deutschland -, dass der türkische Geheimdienst (MIT) mitliest und seine Marker hinterlässt – vielleicht nicht immer, aber eventuell immer öfter.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: