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Posts Tagged ‘flugverbotszone’

Wie zu lesen ist, hat die Schweiz nicht nur fleißige Kopisten von Bankdaten, sondern auch noch Gripe. Nein, es handelt sich hier um keinen Schreib- oder Flüchtigkeitsfehler – beim Projekt Gripe des Schweizer Verteidigungsministeriums indes vielleicht schon. Anscheinend hat diese Art der vorbestimmten totbringenden Grippe, die von Menschenhand angefertigt ist und teuer verkauft wird, aber keine qualitativen Einschränkungen, sagt der Verteidigungsminister der Schweiz, Herr Maurer von der SVP. Das Geld des schweizerischen Steuerzahlers sei gut angelegt. Gripe ist also ein Militärflugbomber der aller modernsten Art anscheinend und ist made in Sweden. Dieses Fluggerät soll die Schweiz vor dem Ansturm feindlicher Truppen bewahren (können).

Glücklicherweise geht es der Schweizer Ökonomie derzeit angeblich gut, und das bemerkenswerter Weise in Κrisenzeiten, so dass Gripen sich geleistet werden kann und das schweizerische “Stimmvolk” wahrscheinlich nicht dagegen angehen wird. Den Deutschen und anderen geht es in diesen kritischen Zeiten auch finanziell gut – und die werden bekanntlich nicht als Rosinenpicker bezeichnet. Das sollte vielleicht global besehen abgeändert werden, könnten einige geneigt sein, hier zu denken. Nun, irgendwo muss sich das Leid woanders in der Welt schließlich wertvoll ausbezahlen, werden wiederum all diejenigen gewiss denken, die zu wissen glauben, dass in unserer Welt das Yin und Yang Prinzip aus der chinesischen Medizin regiert – und danach kommen dann erst die Staaten der Chinesen, Amis, Russen, Briten und der Deutschen etc. dran.

Technologie made in Switzerland, sei kurz noch bemerkt, geistert ’selbstverständlich‘ dennoch im Bürgerkrieg von Syrien und andernorts durch Wohnhauswände und Kinderstuben – trotz der zuvor aufgezählten Bürger und ihrer Staaten. Mit dieser zivilisatorischen Großtat sind die Schweizer aber noch nicht an der Spitze der ‚Kulturschaffenden‘ in dieser Sparte der Ökonomie angekommen. Der große Bruder im Norden ist da wesentlich präsenter.

Die Piratenpartei Deutschlands hatte jedenfalls schon mal so viel Präsenz auf gesellschaftlicher Ebene oder so vor kurzem eingebracht, um den Datenkauf schweizerischer Bankkunden aus Deutschland von Bundesländern Deutschlands zur Anzeige zu bringen. Dem hat sich nun ein Anwalt aus Genf in der Schweiz angeschlossen. Es stinkt jetzt scheinbar wirklich nach größeren Zerwürfnissen und viel Rechtsstreit zwischen der BRD und der Schweiz in dieser und wahrscheinlich noch ganz anderen Angelegenheiten, die sich da wohl noch so ganz nebenbei ergeben dürften.

Wie hier in Zypernundmehr-News bereits berichtet wurde im letzten Kommentar (“Übers anstehende zyprische Glück”) zur Lage im östlichen Mittelmeer, deuten viele Anzeichen darauf hin, wurde geschrieben, dass Syrien lediglich ein Zwischenschritt ist auf dem Weg, Iran und seine wirkliche oder angebliche Produktion der Atombombe zu stoppen von Seiten der westlichen Welt. Konsequenterweise, weil die Iraner ja nicht völlig auf den Kopf gefallen sind und halt auch eine Art Märtyrerkult geradezu pflegen und haben – das sollten die Herrn und Frauen Politberater ihren Auftraggebern mal vorgetragen haben –, verwundert der Bericht heute in der Basler Zeitung nicht, dass iranische Kämpfer ganz offiziell von Teheran in den Bürgerkrieg von Syrien versendet werden. Iran hat wenig zu verlieren vor dem Hintergrund, dass nach Syrien eben der Iran dran kommen dürfte. Diese Lage verkompliziert den Stellvertreterkrieg in Syrien lediglich aus humanitärer Sicht. Die Einkünfte im Waffenhandel und der Waffenproduktion andernorts wie im relativ sauberen, feinen Norden Europas dürften dahingegen nun endgültig für einige Zeit gesichert sein und die Konjunktur, nach der ja so gern geschielt wird, beleben – dem Krieg woanders auf der Welt sei dank. Wenn nun als eine der angeblichen Lösung des Problems mit der Flugverbotszone angekommen wird, dann grenzt das schon eher an Zynismus. Diese Zone hätte nämlich schon längst errichtet werden müssen. Wird sie jetzt errichtet, dürfte sie ziemlich sicher eher eine andere oder weitere Funktion erhalten, die einer solchen Zone eigentlich nicht zu Gesicht steht: die Frontmarkierung, der Ort der vorläufigen Haupt-Auseinandersetzung.

Da muss sich jeder, der auf Zypern lebt und mit ansieht, wie die so genannte “Greenline” immer mehr kommerzialisiert wird, nicht unbedingt drüber freuen. Denn das bedeutet auch, dass gewisse Interessengruppen sich dort breitmachen. Und bekanntlich ist die Greenline-Zone auf Zypern vom Platz her begrenzt. Das heißt, an einem ’schönen‘ Tag könnte es durchaus mal wieder passieren, dass gewisse Interessen aufeinanderrumpeln, wegen der Gier oder weil es ums Prinzip geht, zum Beispiel, dass nur Weiß und nicht Schwarz als Ideologie akzeptabel sein soll oder oder.

Nun, Schlaumeier gibt es bekanntlich immer mehr auf der Welt und Kritiker sowieso. Ellenis Theoxarus ist eine der letzteren und schreibt in der Politis vom 25. August, dass Xristofias und seine Regierungsmannschaft einen Scherbenhaufen hinterlassen werden. Sie seien es aber gewesen, die keine Maßnahmen gegen die aufkommende Krise ergriffen hätten. So hätten sie zwar die Troika um Hilfe angefragt, ohne vorher aber die Banken zu stärken. Denn schließlich seien die Fehlbeträge in den Banken aufgrund der betriebenen Politik entstanden. Doch das rechtzeitig zu ändern, sei die Regierung zu “feige” gewesen. Sie wollte die “politischen Kosten” dafür nicht tragen. Jetzt dürfte der “einfache Bürger tief in seine Tasche greifen” und die Regierung ziehe sich demnächst aus der Affäre und überließe all die Verantwortung dafür der Folgeregierung, die sie dann später in der Opposition sitzend angreifen würde, für das, was selbst nicht getan worden ist. Die AKEL-Regierungspartei der Republik Zypern wird dieses Gift so zu streuen wissen, schreibt Theoxarus, dass es wieder mal heißen wird: bist du für oder gegen die Auflagen der Troika?

Im Schwarz-Weiß-Malen seien die Zyprer Meister, schreibt in der gleichen Ausgabe der Politis Doinisi Dionisu mit dem Titel: “Der wirkliche Wert der Grautöne”. Dionisu beklagt in seinem Artikel recht anschaulich, dass die, die Politik in Zypern betreiben, vorrangig daran interessiert seien, ihre Position durchzubeißen, koste es, was es wolle. Nichts neben sich bestehen lassen, sei die Maxime. Das, was man als die Wahrheit verkaufe, verträgt nämlich keine Gegenwahrheit. Der Kompromiss zum Wohle Aller sei noch etwas Unbekanntes auf der Insel, und vor allem bei denen, die in Parteien organisiert Regierungen führen. Bei denen gälte, etwas ist entweder Schwarz oder Weiß, aber Grau möglichst niemals.

Das erinnert durchaus an die etwas lustige Aufforderung der Behörden im Südwesten Deutschlands neuerdings, dass abgelehnte Asylbewerber doch bitte sehr das Land verlassen sollen. Sie seien zwar weiterhin geduldet, aber halt doch: gehen Sie jetzt bitte, wir wollen hier klaren Tisch! Erinnert vielleicht auch etwas an Zimbabwe, wo Weiße, die über Generationen als Großgrundbesitzer sich breit gemacht haben und breit machen, also dort leben, aufgefordert werden zu gehen oder sogar ihren Besitz aufgeben müssen. Das ist eigentlich schon fast so, wie das angeblich vorhandene Recht auf Unversehrtheit, aber beschnitten werden Jungs aus religiösen Gründen nun halt doch weiterhin in Deutschland und der Schweiz – und sei es wie gehabt, ohne örtliche Betäubung. Es ist beinahe wie bei einer Inselrepublik namens Zypern, die einen Teil ihrer selbst nicht anerkennt, nämlich Nordzypern, und dann bei selbstverschuldeter Energieknappheit Energie aus der nichtanerkannten Inselhälfte bezieht und dafür bezahlt. Letztlich ist es ungefähr so, wie bei dem Rechtsstaat namens BRD, wo Teile davon (Nordrheinwestphalen) gestohlene Daten-CDs scheinbar rechtsmäßig erwerben, um dann Steuersünder dingbar zu machen.

Was bleibt? Demnächst und das ziemlich verlässlich, denn es gibt noch Wetterverlässlichkeit, ein klares Grau-in-Grau über unseren Köpfen, wahrscheinlich einen Winter lang und länger. Keine Ahnung, ob Weiß im Politischen oder so nicht doch besser für uns wäre oder Schwarz? Was aber immer mehr in den Vordergrund rückt, ist die Gewisssheit darüber, dass Mensch besser heute, anstatt morgen, seine kläglich funktionierende Denkmaschine dafür benutzt, dasjenige, in dem er lebt, so zu gestalten, dass es demselben gut zu gehen scheint – und sich dann darin entsprechend gebährt und organisiert über die so genannten Artgrenzen hinaus.

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