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Appell an Gauck

Heute trifft ein zukünftiger Sultan auf einen ehemaligen Pfarrer.

Die BRD hat bei Kahraman Maras, einer Stadt im Südosten der Türkei, um die 30 Soldaten stationiert, welche dort den Luftraum an der syrischen Grenze überwachen sollen.

Die Stimmen mehren sich innerhalb der EU neuerdings vernehmbarer, die den Assoziierungs-Prozess der Türkei an die EU pitsch- patsch aufgeben wollen. Fertig! Nach all der vielen Zeit, die verstrichen ist. Schließlich war und ist die Türkei eines der ersten Länder, welches sich der Union, aus der dann die EU wurde, anschließen wollte. Nun könnten vielleicht einige denken, dass die EU-Gemeinschaft eine Art Gnadenakt begehen sollte gegenüber diesem alten Beitrittskandidaten, vorweg Deutschland könnte an so etwas denken. Herr Gauck, der Bundespräsident der BRD, wird das Ding mit dem Gnadenakt aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit, Pfarrer, gewiss zur Genüge überdacht und den Leuten vorgebetet haben in seinem ehemaligen Beruf – oder so ähnlich.

Ja, wenn es sich bei den Türken nicht mehrheitlich um Musilmanen handelte, denken Sie da eventuell. Ein Musilmane, der auch noch ausgerechnet Anstalten macht, sich auf dem Gebiet des Glaubens in Stellung zu bringen – wo doch die christliche Kirche seit Jahrhunderten die Weltherrschaft innehat, glaubt, innehaben zu müssen. Hier fallen so manchem wahrscheinlich gleich Hinterhofmoscheen in Berlin-Neukölln ein, beschnittene Afrikanerinnen in London und womöglich noch Somalier, die um ihre Fischbestände zu retten, den Spieß umdrehten und lieber zu geächteten Piraten werden als hilflos den Fischfangflotten aus Ländern wie der BRD dabei zuzugucken, wie sie die Fischbestände vor ihrer Küste in einer Art humanem Werk der anderen Art sozusagen wegfischen.

Ok, Letzteres klingt unerträglich zynisch, zugegeben, auch wenn Jesus seine Jünger vorwiegend unter Fischern erwählt haben soll.

Doch so ist das mit Unerträglichkeiten, und dann gewiss mit jenen, die zu oft andere ausbaden lassen, was sie angestellt haben, zum Beispiel als Flüchtlinge oder Gastarbeiter, die neuerdings auch Fremdarbeiter genannt werden.

 

Dass das diplomatische Geschick Herrn Gaucks, das von Außenminister Walter Steinmeier übertrifft, dazu kann konkreter frühestens Morgen, wahrscheinlich, Stellung bezogen werden. Steinmeiers Bemühungen in Sachen Ukraine scheinen jedenfalls ihr Gegenteil zu bewirken.

Zur Erinnerung an all diese zuvor genannten Herren:

Tiefer fällt, wer zu hoch zu Rosse reitet!  

Eben Gesagtes sollte sich auch der Ministerpräsident der Türkei, Erdogan, hinter die Ohren schreiben. Es könnte ihm nämlich durchaus noch passieren, dass vor der Wahl zum türkischen Präsidenten sein hoher Ritt über die Verfassung der Türkei und die Nerven der Leute bereits der tiefe Fall in Form eines weiteren Skandals wartet, der aufgedeckt wird: irgendeine Sexgeschichte, noch mehr Gold und Geld in irgendwelchen Schubladen gebunkert, Versprechen gemacht gegenüber den USA und/oder Israel, die die Politik der Regierungspartei, AKP, total konterkarrieren.

Jedenfalls hat Erdogan offenbar schon seit Längerem dazu ausgeholt, die Verfassung des Landes auf seine Weise zu interpretieren, spätestens und in Völle offenbar dann, wenn er demnächst Präsident der Republik sein wird. Erdogan sagte vor kurzem, er werde alle Macht gebrauchen, welche ihm dieses Amt bereitstellen werde. „Das Problem kommt von der Verfassung selbst her. Die war unmittbar nach dem Militärputsch 1980 geschrieben worden, und sogar der Führer des Putsches, der spätere Präsident Kenan Evren, hat es nicht gewagt, alle Macht der Verfassung auszuschöpfen im Artikel 104 – Letzteres besagt: eine Kabinetsitzung einzuberufen, immer dann, wenn es als nötig empfunden wird. Das erniedrigt den Ministerpräsidenten zum Kabinetkoordinator – und sieht aus nach einem Rezept für politische Krisen (Daily News, Istanbul, 19. April).“

Der jetzige Präsident der Türkei, Abdullah Gül, den Gauck auf seiner heutigen Visite in der Türkei treffen wird, hat schon wissen lassen, dass er die zuvor erwähnte Position eines Kabinetkoordinators nicht gewillt ist, einzunehmen – und ein Wechsel der Ämter a la Putin und Medvedev wäre mit ihm auch nicht drin. Angeblich sind sich Erdogan und Gül nicht grün in diesen Tagen. Darauf sich zu verlassen, wäre allerdings wenig verlässlich. Präsident Gül hat zu oft demonstriert inzwischen, dass er sich letztendlich und stets auf die Seite Erdogans schlägt. Man könnte sagen, dass diese Verfahrensweise einer ihrer Politstyle ist. Gemeint ist also, die Öffentlichkeit mit einem offensichtlichen Bruch ihrer Freundschaft zu beschäftgen, während zwischenzeitlich die Tore, wie beim Fußball, geschossen werden: politisch, sozial und ökonomisch.  

Keine Ahnung, wie lange Gauck vor hat, in der Türkei zu verweilen, doch wenn er schon mal da ist kurz vor dem ersten Mai, könnte er ruhig bis zum 2.Mai bleiben. Seit Wochen ist der 1. Mai nämlich ein Thema in der Türkei. Der Streit geht darum, ob diese Feierlichkeiten auf dem Taksim abgehalten werden. Erdogan sagt „nein!“ Die Gewerkschaften sagen „doch!“

Einer der Plätze, die Erdogan statt Taksim vorschlägt, ein Gelände in Yenikapi-Istanbul, habe ich mir angesehen. Der Zufall will es so, dass ich diese Gegend gut kenne. Ich war ob der Veränderungen dort schon fast sprachlos. Was Mensch nicht alles bewerkstelligen kann – und das in relativ kurzer Zeit (3 Jahre vorher war ich zuletzt dort). Sogar Bäume, und nicht zu wenige, wurden zu hundertfach angebaut, ich glaube, es war immer die selbe Baumart, vielleicht Erle, wo ansonsten jeder Busch kleingeschert wird, damit darin oder dahinter bloss nichts anstössig ‚Unislamisches‘ geschehen kann. Aus dieser Warte, ist zu vermuten, haben die Bäumchen dort in Yenikapi am Meer unweit der neuerdings fertiggestellten Ferryboot-Station wahrscheinlich eine äusserst befristete Lebensspanne. Die ursprüngliche Fläche von vielleicht einem Fußballfeldfläche wurde auf gut 10 Fußballfelder ins Meer erweitert – unglaublich.

Jedenfalls ist es jetzt so dort, dass etwaige Demonstranten aus Übermut oder Unbotmäßigkeit eigentlich nur noch ins Meer hopsen oder stürzen können, was der Wasserqualität, die vor ein paar Jahren erfreulicherweise auch schon besser war, nicht zu empfehlen ist – oder wenn sie die Polizei jagt, um das 1. Mai-Flair bei den Demonstranten aufrechtzuerhalten, oder so. Kurz: Es ist ein Witz, den Demonstrierenden Yenikapi als Alternative zu offerieren, eine Art zoo-mäßige Alternative ist das, schön weggesperrt von der Öffentlichkeit, isoliert und bestens kontrollierbar. Bild   Aus der Isolation, die einer Starre schon fast gleicht, scheint sich die türkische Armee langsam wieder zu bewegen. Nicht, dass die Krieger nichts zu tun hätten in diesen Tagen. Die PKK, obwohl sie mit der türkischen Regierung seit Monaten in direkten Verhandlungen ist, obwohl doch mit Terroristen nicht verhandelt wird, wozu die AKP ja nun auch das Gesetz für den Geheimdienst geändert hat, dass bloß niemand wegen Kontakten zu Terroristen und so hinter Gitter kommt, liefert sich mal wieder Gefechte mit der türkischen Armee.

Die Kurden im Irak könnten sich durchaus vorstellen, war irgendwo zu lesen, die PKK-Kämpfer unter ihren Hut zu nehmen, versteht sich, mit einem Gegenpreis: Kurdistan.

Manche Leute trauen Erdogan zu, wenn er Präsident der Republik Türkei sein wird, eventuell diesen historischen Schritt zu wagen, Kurdistan. „Nach Monaten der Stille, hat das stille Powerhaus der Türkei allmählich Zeichen gezeigt, sich der Öffentlichkeit wieder zu öffnen. Letzte Woche (vorletzte) hatte das Türkische Luftwaffen College in Istanbul Akademiker und Luftwaffen Kommandanten aus mehr als 30 Ländern zum Ersten Internationalen Historischen Kriegssymposium eingeladen… . Das Militär der Türkei geht gerade durch wichtige internationale Rehabilitation und Restrukturierung. Die Wunden, welche Ergenekon und Balyoz-Gerichtsverfahren rissen, sind noch immer offen. Darüber hinaus, die sogenannten „Spionage Verfahren“ in Izmir und Istanbul, die haben die (türkische) Marine paralysiert. Die Verletzungen waren derart schwer, dass Neueingeschriebene und beförderte Offiziere sich schwer tun, die Positionen auszufüllen. Die Marinesoldaten, welche vor kurzem rausgeschmissen oder verhaftet wurden, sind noch immer bitter über die legalen Anwerfungen gegen den Türkischen Generalstab. „Niemand verteidigt uns“, sagen sie im Stillen… .

Und wirklich, türkische Sicherheitsexperten und Soldaten haben Grund, sich zu sorgen. Neuere Geheimdienstberichte zeigen ein Anwachsen der Anzahl der PKK-Kämpfer, die Nordirak verlassen und eventuell beabsichtigen, eine Attacke in der Türkei im Sommer zu lancieren. Die Verhandlungen des in Haft befindlichen PKK-Führers Abdullah Öcalan mit der MIT (türkischer Geheimdienst) finden weiterhin statt; doch Schusswechsel in (den Provinzen) Sirnak und Hakkari werden (zunehmend) berichtet… . Einberufene Soldaten in der Gegend haben sich darüber beschwert, dass „ihre Hände gebunden seien“ bei Routinepatrouillen, da es ihnen nicht erlaubt ist, einen einzigen Schuss abzugeben, auch nicht, wenn sie unter Beschuss von der PKK geraten.“

Der eben in Ausschnitten zitierte Artikel von Ahu Özyurt, ebenfalls entnommen aus der oben erwähnten Ausgabe der Daily News, spricht des Weiteren davon, dass die türkische Regierungspartei AKP gut beraten ist, sich um die Familien der Soldaten verstärkt zu kümmern, und dass mal endlich jemand in den Kasernen von ihnen vorbeischaut, um zu vermitteln, dass die Regierung hinter ihren Soldaten steht.

Die vor kurzem beschlossene Änderung des Forstgesetzes dürfte bezüglich der Abwesenheit von Top-Leuten der türkischen Regierung bei der türkischen Armee der falsche Ansatz sein, auch wenn durch das be- oder zersiedeln bestimmter Waldflächen eventuell ein Teil des zuweilen schwer zugänglichen Gebiets des Landes durch industrielle Projekte und dergleichen erschlossen würde.

Immerhin, Nach-Erdoganzeit-Szenarien wurden kürzlich im türkischen Parlament in aller Öffentlichkeit diskutiert. Was hier indes noch nicht erwähnt wurde: Präsident Gül könnte eigentlich eine zweite Amtszeit als Präsident der Republik Türkei unmittelbar an die jetzige anschließen. Diskutiert wurde im türkischen Parlament, ob nach Erdogan, sollte dieser demnächst Präsident werden, danach dann nicht doch noch eine Gül Amtszeit erfolgen könnte oder sollte?

Diese Frage ist durchaus interessant und scheint vielleicht die naheliegendste Lösung, bzw. Antwort zu sein – davon ausgehend, dass bis dorthin (in etwa 10 Jahren) die Türken die Nase nicht voll haben werden von der AKP. Und wenn Erdogan seinen autoritären Kurs fortfahren wird, wovon ausgegangen werden darf, und die EU weiterhin dumm genug ist, Ankara vor der Tür sitzen zu lassen, wovon hoffentlich nicht ausgegangen werden darf, könnte nach 2 oder 3 zukünftigen präsidialen Amtszeiten in der Türkei und vor allem der EU, allseits die Einsicht gereift haben, dass nun wirklich nicht mehr Zeit zu verlieren ist, um die Türkei ein Mitglied der EU werden zu lassen.

Für Zypern und die bereits (wieder) aufwendig geführten Wiedervereinigungsverhandlungen hieße das, dass eigentlich viel Geld und Zeit derzeit gespart werden könnten.

Davon abgesehen hat Erdogan bereits vor einiger Zeit gesagt, dass sollte er Präsident sein, dann die Zeit spätestens gekommen sei, sollte ihm Putin dabei helfen, sich der Shanghai Kooperation Organisation anzuschließen, der auch China unter anderen angehört.

Eine derartige Entwicklung auf der politischen Bühne erscheint vor dem Hintergrund der sogenannten Spannungen in der Ukraine um so wahrscheinlicher.

Gauck ist gut beraten, vom hohen Ross herunterzusteigen und Erdogan, Gül und Co. nicht zu Steigbügelhaltern machen zu wollen. Das geht auf lange Sicht ziemlich sicher (wieder) ins Auge, siehe Putin und sein nicht ganz ungerechtfertigter Anspruch, vor seiner Haustür keine Raketensysteme weiterhin dulden zu wollen, nur, weil einige Leute glauben, sie seien wie einst, als es noch keine Autos gab, so etwas Ähnliches wie die Reiterherren und -damen der Welt!

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Der Ostergruß

Fortsetzung: alles verlogen?

 

Im Allgemeinen sollten politische Entscheidungsträger gezwungen sein, regelmäßig Rechenschaft abzulegen, vor uns, dem Volk. Schließlich ist ja jedes Jahr auch Ostern.

Behauptet wird: Selbstbestimmung und Selbstentfaltung setzen ökonomische Sicherheit, Bildungschancen und die viel beschworenen Zukunftsperspektiven „unserer Kinder“ voraus. Dem scheint zumindest bislang so in Gesellschaften zu sein, die von sich behaupten, modern zu sein – sich als Initiatoren und Verursacher der Moderne schlechthin verstehen und installier-t-en.

Die Moderne und was das denn wohl ist, soll hier aber nicht das Thema zu Ostern werden.

Wie dem auch sei: Es stellt sich weltweit im Laufe der Zeit offenbar immer mehr die Erkenntnis heraus, dass öffentliche Ressourcen allen irgendwie gehören, daher allen möglichst zugänglich sein sollten. Inwiefern das Militär eines Landes als öffentliche Ressource zu verstehen ist oder nicht oder irgendwie, überlasse ich ganz Ihren Einschätzungen, werte Leser. Zumeist ist dem aber so, dass das Militär in der Welt und in den ihr von Menschen eigenhändig aufgestülpten Staaten eine entscheidende Rolle innehat, die, ob man es will oder nicht, durchaus die Frage nach den Ressourcen und so aufkommen lässt – egal ob dieselben öffentlich, privat oder welcher Natur auch immer sind. Und die Ressource Osterei hat vielleicht manchen daran bereits im Stillen denken lassen, in Tschechien zu Ostern einzumaschieren, weil eben Knappheit an Eiern herrscht in der Republik.

Das Militär ist also schon eher unser Thema heute.

Nun, der Wandel, der sich z.B. in Tunesien vollzog, konnte vordringlich deswegen sich so und nicht anders vollziehen, da führende Militärs seiner Zeit zur Jasmin-Revolution 2011 sich weigerten, das eigene Volk unter Beschuss zu nehmen. Sie wechselten daraufhin die Seiten und schlossen sich den Aufständischen an. Das wiederum war der Anfang vom Ende eines der besten Freunde des Westens aus der Region, das Ende von Zine el-Abdine Ben Ali. Der Hebel in den Köpfen der Tunesier konnte dergestalt umgelegt gehalten werden. Man rannte nun nicht mehr länger vor der Regimegewalt davon. Ausnahmen in der Region bezüglich dieses Wandels sind Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und das etwas weiter gelegene Komoren-Inselchen. Nachahmer des Trends oder der ‚revolutionären‘ Welle – nennen Sie es, wie es Ihnen gefällt -, gab es sogar in Israel oder in China.

Den Forderungskatalog der Aufsässigen Araber und Nordafrikaner mit den Gründen des Zypernproblems seinerzeit in Vergleich zu setzen, soll hier gewagt werden, auch wenn das orthodoxe Ostern dieses Jahr nicht zum gleichen Zeitpunkt wie das in der BRD stattfindet. Nun: Diese eben erwähnten Aufständischen forderten unter anderem die Abschaffung ethno-konfessioneller Diskriminierung und das Ermöglichen eines Lebens in Würde für alle. Was den Punkt Erweiterung des parlamentarischen Mitspracherechts angeht, das auch noch gefordert wurde, mag ein Blick auf die langwierigen Verhandlungen zwischen Nord- und Südzypern genügen, um zu verstehen, dass die Aufnahme dieses Punktes durchaus nicht irrelevant ist im hiesigen diametralen Vergleich. Diese Forderung des parlamentarischen Mitspracherechts, nämlich, wird in den Verhandlungen auf Zypern zwischen dem Norden und dem Süden der Insel schon seit Langem diskutiert ohne konkretes Ergebnis bzw. Kompromiss. Und dass der Zypernkonflikt sehr wohl auch ethno-konfessionelle Züge hatte und hat, wird wohl niemand mehr von der Hand weisen – außer wahrscheinlich die ewig hartgesottenen Nationalisten auf der griechischen Hälfte der Insel. Ich mag nicht abstreiten, dass es solche Spezies auch im Norden gibt. Doch die sind gewiss nicht so einfach anzutreffen, wie im Süden.

Es soll von Ihnen, verehrte Leser, nun aber nicht so verstanden werden, dass etwa als Grund für das Zypernproblem ein monarchisches System vorgelegen habe, wenn im Anschluss geschrieben wird, dass als weitere Forderung von den Aufständischen in Teilen der arabisch/nordafrikanischen Welt gefordert wurde: beschränken der konstitutionellen Monarchie – zumal es ja bekanntlich keine Monarchie auf Zypern gibt (wenn mal von den Engländern und ihrer sozio-politischen Involviertheit vor Ort abgesehen wird). Jedenfalls gibt’s in Marokko oder Saudi Arabien dieses monarchische Phänomen zu bewundern und in Syrien kann man durchaus sagen, herrscht eine Art Monarchie, Feudalsystem.

Daher: Im zyprischen Kontext darf von Ihnen ‚beschränken der Monarchie‘ bitte mit Beschränkung der monitären, ökonomischen und politischen Wirkkraft der so genannten „Off-Shore“ Gesellschaften in Zusammenhang gesetzt werden.

Ja! Versteht sich, dass die OFF-Shore Gesellschaften seinerzeit, als der Zypernkonflikt stattfand, ein anderes Äußeres hatten: die Kolonialmacht England, Großgrundbesitzer, die Kirche. Die letztere ist auch heute noch zu wirkmächtig im politischen Alltag der griechischen Zyprer.

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Es sollte also in gewissen Köpfen langsam die Einsicht reifen, dass der so genannte Wandel in Ägypten und anderswo in der Region durchaus klare und unvermeidlich verbindliche Signale ausgibt, nämlich: Herr und Frau 0815 haben dort verstanden, dass die Mächtigen nicht unantastbar sind. Dass dieselben international, wie auch national, sehr wohl zur Rechenschaft gezogen werden können. Daher dürfen sich Leute wie der regierende Xristofias nicht wundern, wenn sie womöglich nach ihrer Amtszeit doch noch für die eine oder andere krumme Sache geradestehen werden müssen.

Und Letzteres mögen sich nicht nur gewisse Kreise auf Zypern durch den Kopf gehen lassen, sondern auch in der BRD, dem drittgrößten Waffenhändler mit Anwärterschaft auf den ersten Platz beim Verkauf von Streuminen. Doch keine Panik: Noch schweben die Damen und Herren an der Macht auf irgendwelchen erfolgsbilanzierten Wolken. Die können sich sogar Vernunftsfeinde, wie die von der FDP oder CSU, leisten.

Dennoch: Der erneute Einzug der Piraten-Partei in ein Landesparlament, diesmal an der Saar, lässt erkennen, dass auch im Land mit den ‚tollen hohen‘ Löhnen, noch mächtig Zoff in naher Zukunft anstehen dürfte. Das Vorspiel sind wohl die Endlos-Debatten über den letzten Bundespräsidenten, der den Umbruch im südöstlichen Mittelmeer, versteht sich auf seine Weise und – diesmal – gesamtdeutsch, spiegelt,.

Der Friedenspräsident Gauck, der wahrscheinlich gerade aufgebaut werden soll, wird den Frieden derer, die Frieden wirklich wollen, noch auszustehen haben.

Bzirske von VERDI, oder wie man ihn schreibt, formulierte es bereits, und zwar ungefähr so: Ehrensold für die Leute von der Müllabfuhr! Und daher, nehmen wir an, streikt das Bodenpersonal an Flughäfen und im öffentlichen Dienst die unterschiedlichsten Leutchen.

Na dann dem Herrn Gauck & der Crew im Bundestag ein Friede, Freude, Eierkuchen und jedem noch ein Osterei – und ein einziges Ei den Piraten?

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Fallensteller

Wenn man etwas stellen kann, dann müsste man doch eigentlich ein Steller sein. So wie jemand, der fällt, kein Fäller, sondern ein Gefallener ist.

Nicht ganz klar?

Also, wenn ich in eine Falle trete, bin ich ein Gefangener, und zwar so lange ich mich nicht aus der Falle begebe. Sollte ich allerdings mit Absicht und Freude in Fallen treten, wäre ich wohl so etwas wie ein jenand, der oder die etwas oder jemandem Anheim-Gefallen ist?

Fallen kann nur, was irgendwie erhöht zu sein scheint. Ein Bundespräsident kann zum Beispiel eine Treppe herunterfallen. Dann wird diese Treppe einst wohl Bundesfallpräsidententreppe genannt werden. Dieser leicht nachvollziehbare Terminus würde in der Folge gewiss so manche Ausdeutung annehmen, wie ja das Wort Fallensteller selbst zeigt. Denn ein Fallensteller kann ja jemand sein, der Tieren mit Pelzen auflauert oder aber jemand, der zum Beispiel Leutchen dazu ermuntert, sagen wir, Verbrechen zu begehen – so gerade geschehen in den USA. Dort wurde ein Marokkaner durchaus dazu verleitet, sich in die Lage zu bringen, das Weiße Haus oder sonst noch wen mal kurz und endgültig – wahrscheinlich – in die Luft zu sprengen. Er wurde, könnte man sagen, bundesfallpräsidentengetreppelt.

Einen Bundespräsident, der abtritt, den hat es in Deutschland doch wirklich schon gegeben. Eine schönere Rente, wie sie so eine Persönlichkeit erhält, kann sich niemand vorstellen, denke ich. Goldene Zeiten stehen dem Ex-Bundesprä Wulff ins mit Liebe zusammen getragene Haus. Gauck heißt der Anwärter auf die nächste hohe Abfindung inzwischen. Ist nur die Frage, wer im gauckasischen Kreidekreis den Herrn Gauck kriegt: die Alte oder die Neue? Welch Falltiefe, man bedenke, würde die alte, noch Ehefrau heraufziehen lassen, würde sie in Bellevue einziehen wollen, darauf bestehen. Ein wunderbar lustiges Fallenstellen wäre das zu Berlin –  und dies wahrscheinlich dann als Strafe dafür, dass schon wieder keine Frau das Land repräsentieren darf als Präsidentin, kein jemand mit so genannt fremdländischen Hintergrund.

Bemerkt werden soll hier sogleich und dennoch, dass der Herr Wulff nicht bundespräsidentengetreppelt ist, sondern er wurde bundesprsäidentengetreppelt. Das ist ein Unterschied, weil wegen dem Ding der Aktion oder Reaktion. Wer verursacht was wirklich, ist hier doch die Frage. Der selbstverständlich noch immer ehrenwerte Herr Wulff hat, unseren Dafürhaltens, weder das eine aktive, noch passive Bundesfalltreppeln so wirklich gehabt. Der Arme!

Dann wollen wir uns daher doch mal Gedanken darüber machen, ob sein Abgang die Griechen ermuntern könnte, aus der EU, oder zumindest dem Euro-Raum, auszubundesfallpräsidententreppeln oder aber, ob es Brüssel dazu bringt, die Griechen etwa ausbundesfallpräsidentenzutreppeln? Und dann, muss gerade mal hinzugefügt werden, fragt sich so mancher unter uns gewiss schon länger, ob denn nun endlich all die, die noch über ein paar mehr Groschen in Griechenland verfügten, dieselben nun endlich doch noch woanders untergebracht haben rechtzeitig? Genügend Zeit hat man ihnen dafür schließlich gelassen. Die Letzten beißen bekanntlich die Hunde!

Ähnlich sieht es leider auch in Syrien aus. Die, die bis zuletzt den Kopf hinhalten, sind dann gewiss auch wieder die, die nicht Bundespräsidenten werden. In Ägypten ist dieses Schema jedenfalls klar erkennbar derweil. Im neu entstandenen Tunesien kennen wir uns zu diesem Thema auf Zypernundmehr nicht so aus – noch nicht.

Sie werden sich gewiss fragen: Und wie wird der Autor dieses Artikels nun die Biege thematisch nach Zypern & Co finden?

Ja, überhaupt nicht, kann ich darauf nur antworten. Weit ab vom östlichen Mittelmeer und am Rio de la Plata, kommt einem wahrscheinlich eher der Fall des Fußballgottes Diego Maradona ins Gehirn als anstatt hinfällige Dumpf-Streitereien der zyprischen Präsidialen über die so genannte Green-Line der Insel hinweg. Da sind hier, inzwischen in Rio de Janeiro angekommen, das tödliche Fieber namens Denge im Karneval ziemlich realere bundesfallpräsidententreppelnd als Gefahr ein Thema der Heimholung. Nach CNN wurde Whitney Houston ja heimgeholt, die ist nicht einfach gestorben oder gar in eine Falle getreten aus Drogensucht einer hochstylisierten Heldin, Leistungsdruck oder simpler Geldgier gewisser Kreise. Gestern Abend jedenfalls konnte an der Copacobana an keinem der Automaten auch nur ein Centavo herausgelassen werden – welch Falle für Leute, die mal vergnügt Geld ausgeben wollten beim Karneval!

Es lebt sich auf kurze Zeit Art bundespräsidial verabschiedet und auf See, weggeschlossen von der Masse in gediegenem Entouree wie wahrscheinlich auf Schloss Bellevue, pudel-wolfswohl. Wie Wölfe fielen wir über die Platten voller Essen tagtäglich her, die wohl auch so mancher unter den Schiffsgästen spendiert bekommen hat. Als einzige Falle in Sicht konnte ich lediglich die wulffsgleichplumpe eines Spielcasinos ausmachen, wo ich allerdings nicht hängen blieb.

Wollen wir nun hoffen, dass die Ära Wulff, Xristofias & Co ähnlichen Schaustellern weiteren Verstellern nicht zur Falle werden mit ihrem Vorbild, eines, welches schlussendlich wenig gefällt.

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