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Posts Tagged ‘griechenland’

Wer sich in Zypern etwas länger aufgehalten hat und womöglich noch Türkisch spricht, dem sind gewiss die vielen Türkischsprecher aufgefallen, die sich zum Beispiel gerne Zentral in der Stadt Nikosia – selbstverständlich auch andernorts – treffen: am Elefteria Square. Am Dialekt erkennt man, dass es sogenannte Pontis sein müssen, Siedler vom Schwarzen Meer. Anfänglich dachte ich, dass das Wort Ponti ein Schimpfname sei und die Leute aus der östlichen Gegend des Schwarzen Meers, die nach Zypern gelangt sind, als Mäuse verunglimpft werden. Die Brücke vom einstigen Gebiet namens Pontus auf Ponti zu schlagen, war mir lange verwehrt. Im Griechischen ist die Maus nämlich die „ponti“.
Einen guten Ruf haben sie dennoch nicht. Einbrüche, Raub und Mafiageschäfte werden ihnen nachgesagt. Das allgemeine Schicksal von Zugezogenen eben.

Heute Morgen gerade gelesen, dass es in Flüchtlingsheimen in Deutschland zunehmend zu Schlägereien kommt. Ein Informant ließ mich wissen, der in Freiburg als syrischer Flüchtling untergekommen ist, dass die Sprachmittler wahrscheinlich einen hohen Anteil an den Spannungen haben dürften. Sie würden nicht so unparteiisch handeln wie die Deutschen – bevorzugten also Leute aus ihrem Kulturkreis beziehungsweise Herkunftsland und gäben Kommentare von sich, die ihre Sympathie oder Antipathie mit den jeweilig vorhandenen politischen Systemen (Irak, Iran, Syrien etc.) durchaus spiegelten. Es seien sich eigentlich alle einig, dass es besser sei, wenn Deutsche dort ihren Dienst versehen würden anstatt diesen parteiischen Leuten. Doch nun zur Fortsetzung der teilweisen Übersetzung des Artikels aus der zyprischen Tageszeitung Alithea vom 02. August 2015 von Giorgie Pulakou:

Sicht auf die Geschichte der Griechen im Kaukasus

Der weitere Umkreis des Kaukasus ist den Griechen allseits bekannt gewesen, wie in der griechischen Geschichte zu lesen steht, wobei die Griechen vom Schwarzen Meer oft im Zentrum der Streitigkeiten standen, so auch die Spannungen zwischen Türken und Griechen und Letzteres bereits seit byzantinischer Zeit. Den Griechen ist die Gegend also seit dem Altertum bekannt.
In der griechischen Mythologie wird ein skythischer Hirte „Kaukasus“ genannt, nach Maßgabe der einen Darstellung tötete er [den Gott] Kronos, half diesen zu stürzen und Zeus zu retten. Um [den erwähnten] Kaukasus zu ehren, benannte Zeus das [ uns bekannte] Gebirge „Kaukasus“. Dieser Name gilt bis heute.
Bekannt sind auch die Geschichten des Iosona, der bis dorthin gelangte auf der Suche nach dem blonden Riesen, dem Heraklion, welcher mit dem Geschlecht der Amazonen um den Gürtel der Königin Ippolitis und die Königskrone der Athener kämpfte. … . Diese Überlieferungen verraten uns, dass bereits seit dem Altertum Beziehungen der Griechen dorthin bestanden. Die Ansiedlung der Griechen im Kaukasus ist ein Phänomen, welches im 10. Jahrhundert vor Christus seinen Lauf nimmt und gipfelte im 8. Jahrhundert vor Christus in der Kolonisation durch die Griechen … .
Das war zum Zeitpunkt, als Militos Herakleion aufbaute wie auch das heutige Sinop, von wo aus das heutige Trabzon gegründet wurde. Von da an formte sich stetig eine blühende griechische Bevölkerung im Kaukasus, die dort Jahrtausende überdauerte.
Danach wurde der Kaukasus ein Teil des römischen und danach des byzantinischen Reiches, wo er eine wichtige Rolle beim Erhalt des Hellenismus spielte. Nach der Eroberung der Stadt [Trabzon] 1204 seitens der Kreuzritter wurde von der Dynastie der Komninon im äußersten Norden von Kleinasien und des Kaukasus das Kaiserreich von Trapezunt errichtet, welches der letzte, unabhängige griechische Staat war, der von den Osmanen im Jahr 1461 eingenommen wurde.
Die osmanische Eroberung des Pontus (ein Teil der Schwarzmeerregion) fand in drei Phasen statt. Die erste begann mit der Einnahme 1461 von Trapezunt und entwickelte sich im 17. Jahrhundert dahin, dass die Osmanen gegenüber dem Hellenismus im Pontus eine ziemlich neutrale Stellung einnahmen. Die zweite Periode beginnt in der Mitte des 17. Jahrhundert und endet mit dem ersten türkisch-russischen Krieg und dem Vertrag von Küçük Kaymarcık 1774. Auch der Krieg mit der Orthodoxie Russlands charakterisiert diesen Zeitraum religiös motivierte Gewalt gegen die Griechen und deren Exislamisierung durch gewaltbereite Banden. Die dritte Periode beginnt nach dem Vertrag von Küçük Kaymarcık und auch etwas mit der Katastrophe in Kleinasien 1922 [als die Griechen aus jener Region und der um Izmir vertrieben wurden].
Charakteristisch ist der systematisch durchgeführte Versuch der dortigen Staatsmänner, die freiheitlichen Gesetze zu Gunsten der Christen nicht zu befolgen – sowie das Aufkommen des türkischen Nationalismus am Anfang des 20. Jahrhunderts.
Im Laufe der Jahrhunderte, und je weiter sich das zaristische Russland Richtung Süden ausbreitete, wurde die Region (Pontus) von der Türkei geplündert. Als die zwingende Notwendigkeit verstanden worden war, die verlassenen Gebiete am Schwarzen Meer wieder zu besiedeln vermittels eines neuen Volkes, kamen nur Griechen oder Armenier in Frage. Die Russen stellten den neuen Siedlern das Land und erteilten ihnen Vorrechte unter der Voraussetzung sich einer bestimmten Struktur zu fügen, so auch der Russifizierung ihrer Namen.
Zum Beispiel besteht Mariopolis, die seit 1810 bis ins Jahr 1873 mit den umliegenden Dörfern griechischer Verwaltung unterlag und griechisches Recht bis 1859 hatte, dem Erlass, dass es nicht erlaubt war, andere Ethnien dort ansiedeln zu lassen.

Die hauptsächliche Motivation für Griechen in den Kaukasus zu ziehen ab dem 18. Jahrhundert nach Christus, also ihres Wegganges aus der Stadt Andrianopoli nach Georgien vordringlich, war wegen der schwindenden abbaubaren Menge an Erz dort. Ein weiterer Zug von Griechen in Richtung der russischen Gebiete fand in der Zeit der Volkserhebungen statt, wie auch in den drei russisch-türkischen Kriegen, die folgten. 1880 wurde in der Region Schwarzes Meer – im heutigen Trabzon – ermittelt, dass mindestens 100.000 Griechen aus der Krim und dem Kaukasus dort angesiedelt hatten.
Ab 1880 begann also dieser Umzug der Griechen, so auch von der Küste der Pontus-Region. Es wird angenommen, dass zwischen 1775 und 1884 ungefähr 300 – 350.00 Griechen aus dem Osmanischen Reich ins russische Staatsgefüge umzogen. Die Volkszählung ergab allerdings, es sollen dort lediglich 207. 536 Griechen leben. Wahrscheinlicher ist, dass diese Zahl die Wirklichkeit nicht wiedergibt, zumal [bei jener Volkszählung eh] genug Nationalitäten unberücksichtigt blieben – entweder wegen Problemen mit der angewandten Methode [der Volkszählung] oder wegen politischen Zielen. Und das geschah wiederum abhängig von der slawischen Ideologie. Als Nachweis dessen dient [uns] die „Große Sowjetische Enzyklopädie“, die eine griechische Bevölkerungszahl 1897 von 462.000 Personen angibt. Der [Haupt-]Grund für den Zug der Griechen vom Pontus nach Russland war der karge Gebirgsboden in der Gegend, der sich zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung schlecht eignet, sowie der Beginn der Verfolgung durch die Türken, wobei die Ereignisse und die Lage in Russland auch nicht gerade ideal waren, wegen der kalten Schulter, die sie ihren Glaubensbrüdern, den Griechen, zeigten.

Die Griechen in Russland waren nicht untätig und suchten weiterhin einen idealen Platz, um sich nieder zu lassen im russischen Reich – neue Gemeinschaften galt es zu kreieren, auch in Sibirien, wo eine Gruppe von 1.500 Griechen sich niederließ, so auch in Taschkent (Uzbekistan) und in Aschsabant (Türkmenistan).
Die Griechen, die sich in Russland niederließen im 18. Jahrhundert hatten indes keine besonderen Schwierigkeiten. Die Probleme der griechischen Sache wegen fallen zusammen mit dem sogenannten „griechischen Plan“ von Katherina der Großen, um die russischen Kontrolle des Byzantinischen Reiches wieder zu erlangen. Dem Verlassen dieses Planes folgte die Umsetzung der pan-slawischen Ideologie durch Russland. Teil dieses Unternehmens der Slawisierung der Griechen durch den russischen Staat geschah mit der Auferlegung der russischen Sprache in den [griechischen] Schulen wie auch in ihren religiösen Riten, während systematisch verboten wurde, Griechisch zu unterrichten. Das starke nationale Bewusstsein der Griechen vom Pontus ist hauptsächlich der Grund dessen, dass die griechische Bevölkerung zusammen gehalten hat.

Griechen und ideologische Motive

Ein historisch interessanter Fall ist die Beziehung der Griechen vom Pontus zu den ideologischen Strömungen in der dortigen Region, wie auch die Ideen, die hauptsächlich aus Griechenland kamen. Die griechischen Intellektuellen der Region waren für zwei Strömungen empfänglich: aufständische Ansichten, die aus Russland kamen und die Ideen der Griechen Griechenlands. Darüber hinaus arbeiteten die Griechen vom Pontus bei der Volkserhebung 1821 mit den Revolutionären zusammen; in Anwendung war auch die Zusammenarbeit der Griechen im Putsch 1905 in Russland.
Die Beziehung der Griechen vom Pontus mit dem ethnisch orientierten Erwachen hatte bereits seit dem 18. Jahrhundert begonnen und ging so weiter nach der erfolgreichen Unabhängigkeit des größten Teils von Griechenland 1830, ebenso auch wie das Verhältnis Griechenlands zum Osmanischen Reich, welches wiederhergestellt wurde. [Vordringlich] durch die Versendung von Lehrkräften aus Athen gelang die Aufrechterhaltung des ethnischen Bewusstseins. Langsam brachte die Errichtung griechischer Schulen in den Regionen, wo es keine Verbindung zu Griechenland gab, den Griechen vom Pontus die Entwicklung eines unfreien Klimas – so abgehandelt in der griechischen Presse jener Zeit -, was auch die Griechen in Russland beeinflusste.
Letztere wurden tiefgehend beeinflusst durch den Putsch 1905, insbesondere, was die besonderen Forderungen ihrer griechischen Gemeinschaft angeht. Ausdruck dessen war die Gründung der „Griechischen Gesellschaft“ in Russland. Darüber hinaus brachten griechischsprachige Zeitungen, der „Kosmos“, als erste das Thema einer Organisation der Griechen in Umlauf, wie auch die Vereinigung der Griechen vom Kaukasus mit denen vom Pontus.
Der Ausbruch des I. Weltkrieges brachte gewisse Erwartungen bei den Griechen in der Region mit sich, im türkischen wie auch im russischen Staat. Im April 1916 führte der Ausgang der Streitigkeiten (russisch – türkisch) zum Ende der türkischen Oberhoheit im Osten des Pontus und zur Errichtung einer frühzeitigen griechischen Führung, die wärmstens von der griechischen Presse unterstützt wurde. Sie bleibt uns als „Demokratie Pontus“ bekannt mit der Hauptstadt [des heutigen] Trabzon. Von Seiten der türkischen Administration wurde die Staatsmacht an den Metropoliten, Chrisanthos Filippidis, übergeben sowie an eine drei-köpfige Kommission, die aus Griechen bestand. Beweis des guten Klimas, welches herrschte zwischen den einheimischen Griechen und den Türken ist, dass der Metropolite die türkischen Angehörigen der Region unter seinem Schutz behielt.
Die Vorherrschaft der Bewegung der Bolschewiken, der Rückzug der russischen Truppen aus dem Pontus und der darauffolgende Vormarsch der türkischen Armee um die Region zu unterwerfen, entwurzelte größtenteils geradeu den Hellenismus in der Region. Das Ziel der flüchtenden Griechen war zuerst, Zuflucht in Russland zu finden, um dann von dort in ihre Heimat von vor hunderten von Jahren zu gelangen. Doch der Schrecken der Bewohner vom Pontus hatte noch nicht geendet. … “

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Griechenland im Aufbruch

Na, dann schauen wir doch mal nach Griechenland rüber, wenn die Zyprer denen gegenüber schon so hörig sind, mögen Sie, verehrte Leser, gedacht haben beim Lesen des letzten Beitrages auf Zypernundmehr-News. Sie sollten aber wissen, dass die Sonne heute so schön scheint, kein Wind weht und der Winter, der vorgestern eingebrochen sein soll – was auch immer hier auf Zypern als Winter bezeichnet wird – heute am Samstagmorgen um 07:22 Uhr nun wirklich weit entfernt scheint. Wenn die Taube auf dem Dach endlich zu gurren aufhören könnte – man kommt nicht an sie ran und sie hat jeden Respekt vor dem schwarzen Plastikraben verloren – wäre alles so weit, dass mit SWR1 im Ohr bestens gleich an den Strand geflogen werden könnte, um wie die anderen Mutigen, die gestern in Limassol im Meer gesichtet werden konnten, auch mal wieder ein Zehchen oder gar mehr ins kühle Nass zu halten.

Hier wird empfohlen – Sie mögen es also aufgrund der widrigen Umstände verzeihen, dass jetzt wirklich Wichtigeres ansteht als Beiträge zu verfassen – den folgenden Links zu folgen und sie zu lesen, dies bestens der Reihenfolge nach, um das Wichtigste über – ja, wie soll man sagen – Griechenland und Sie zu erfahren.
Klar doch, es geht auch um Sie, sollten Sie in Europa leben und bestens ein legitimer Bewohner der EU sein.

Scherzchen bei Seite: Fangen Sie also mit diesem Link an, wenn Sie mögen: http://www.euractiv.de/sections/finanzen-und-wirtschaft/euro-gruppe-keine-einigung-im-schuldenstreit-mit-griechenland

SWR1 war und ist gerade die richtige Dosis früh morgens und zum Frühstück. Die alten Klöpfer wurden und werden gespielt, sogar CCR und andere, noch flottere Musik, die wirklich gut zum Sonnenschein da draußen passt, zum Tanzen wie einst anregt, und dem weiten blauen Etwas da vor mir, irgendwo unweit da unten gelegen, den Rest gibt im positiven Sinne – und das ist noch ohne weiße Schaumkrönchen drauf. Muss mich also sputen, bevor die aufkommen, damit mich nicht wieder die Wellen davon abhalten, genügend Mut aufzubringen, in die wahrscheinlich noch immer recht kühle Wassermenge zu gummben, wie die Schweizer sagen würden.

und hiermit zum nächst, wirklich sehr lesenwerten Link: http://www.euractiv.de/sections/finanzen-und-wirtschaft/griechenlands-neue-politik-muss-tsipras-scheitern-312486

Dieser letzte Link sagt eigentlich all das aus, was hier schon immer gesagt wurde, schön kompakt, doch gut verständlich und einfach gekonnt. Bravo!
Sollten Sie gerade schlechtes Wetter haben, oder doch noch was zu Zypern erfahren wollen und wie nahezu jedermann heutzutage genügend gut Englisch verstehen, dann wird Ihnen das, was nun folgt, da weiter helfen hoffentlich. Es wurde dem Rundbrief der PIO, des Press Information Office of Cyprus, entnommen.

2012-11-23 12-40-04.247

„No.2Wednesday, 22/4/2015   
Remarks by the Government Spokesman on the Cyprus problem   

It is at the negotiating table that we will determine if the public statements made by the Turkish side about a desire for a solution to the Cyprus problem the soonest possible correspond to reality, the Government Spokesman, Mr Nikos Christodoulides, said today.    In his remarks to reporters at the Presidential Palace, in response to a question as to how Nicosia reacts to the messages received with regard to the Cyprus problem in view also of the recent references by the American Secretary of State, Mr John Kerry, Mr Christodoulides said that “we hope for more from the American side, but also more from London and other countries, for 2015 to be the year of the Cyprus problem.    We are working in that direction. Everything will be decided at the negotiating table. We hope that a substantive and sincere dialogue will resume soon which, with Turkey’s contribution as well, will create those prospects so that 2015 will be the year of Cyprus.”    In response to a question whether he thinks that Turkey has given any proof that it will contribute in this direction, Mr Christodoulides said that “everything will be decided at the negotiating table. There, we will see the real intention. We will determine if the public statements correspond to reality, at the negotiating table. We hope that these public statements will be confirmed, but, I repeat, everything will be decided at the negotiating table. On our side, for which I can speak very clearly, our intention for a substantive and sincere dialogue is given and we expect to have a corresponding response”.    Replying to an observation by a reporter that the Minister of Foreign Affairs of Turkey asked an intervention by the United States on the Cyprus problem and Mr Kerry left open this possibility, and replying to a question as to what kind of intervention Nicosia expects from the USA, the Spokesman said that “all those that are really interested for the solution of the Cyprus problem are welcome to assist in this direction. Therefore, we expect, for example, what I have mentioned to you, namely to see the public statements made about a desire for the solution of the Cyprus problem also at the negotiating table through the proposals that are submitted”.    Asked whether Nicosia wants the contribution of Moscow as well, given that the Greek Cypriot interlocutor, Mr Andreas Mavroyiannis, is in Moscow for contacts, the Government Spokesman said that “I have mentioned that all those that can contribute in this direction, and in particular the Permanent Members of the UN Security Council, are welcome to help us to achieve our strategic objective, which is the reunification of our homeland and the termination of the occupation”.    Asked whether Mr Mavroyiannis’ contacts concern only the Cyprus problem or if they also include his candidacy for the Presidency of the UN General Assembly, the Mr Christodoulides said that “surely they concern the issue of his candidacy for the Presidency of the General Assembly.” 

Schönen 25. April noch.
OK, noch ein Wort zu dem 24. April, zumal ja auch gerade von Cat Stevens der „Peace Train“ auf SWR1 gespielt wurde:
Es wird Zeit, dass in solchen Fragen wie großem Unrecht an Menschen, welches begangen wurde und wird, Klarheit geschaffen wird, also wer hat das, warum getan und wie. Gut auch, dass Bundespräsident Gauck eingefallen ist zu bemerken bei seiner Ansprache gestern, dass das Deutsche Reich am Mord an den Armeniern eine Mittätterschaft inne hatte.
Schön, dass die Postbank von der Deutschen Bank abgestoßen wird oder wurde.
Schade, dass Erdogan und seine Truppe so boxbeinig auf Positionen bestehen, die ihre politischen Gegner jahrelang verteidigten. Letztere sind und waren die Kemalisten. Klar, nicht alle Kemalisten sind und waren kompromiss-unbereit bei gewissen Positionen wie zum Beispiel der bezüglich der Verbrechen an den Armeniern. Bleibt zu hoffen, dass die Riege um Erdogan nun nicht beginnt, die Schleusen aufzumachen, um Flüchtlinge ungehinderter nach Europa gelangen zu lassen. Das wäre konterproduktiv, dieses bekannte und schon fast ausgelutschte Druckmittel jetzt als Folterwerkzeug in Stellung zu bringen.

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Fragwürdig

oder:

Antwortwürdig?

Wieder zurück in Deutschland erscheint Griechenland, Zypern und wie sie noch alle heißen, doch recht weit entfernt gelegen – und doch so nah. Sogar die Sonne hatte gestern oder vorgestern geschienen im Badischen. Fast fühlte es sich an wie auf Zypern: genau so warm, genau so grün bewachsen, genau so friedvoll. Fehlte eigentlich nur noch das Meer, die zyprische Sprache und Leichtigkeit im Sein, Beton, der an den unglaublichsten Stellen hervorwachsen darf, Fisch, der immer mehr aus Fischfarmen stammt, die vor der Küste gelegen mit eventuell fragwürdigen Methoden geführt werden.

Mit fragwürdigen Methoden, behaupten nicht wenige, werden auch die Verhandlungen in Brüssel geführt, und zwar auch im Falle GRIECHENLAND. Auf Zypern kamen noch letzte Woche relativ viele Beiträge in Umlauf, die einforderten, dass Nikosia endlich aufhört, Liebkind in Berlin und Brüssel zu machen – und sich endlich seiner hellenistischen Stärke und Stolz erinnere anstatt. Letzteres ist allerdings recht fragwürdigen Bestands. Bekanntlich hat so manche historisch verbriefte Überlieferung dennoch ihre Märchenseite.

Nun, in Sachen Selbsterhöhung sind und waren nicht nur die Griechen oder Zyprer gut. Die Deutschen wissen und erinnern sogar noch, wo solche hohen Tiefen enden können. Insofern ist spannend, in der EU zu beobachten, wie diese unterschiedlichen Positionierungen in ihr aufeinander treffen. Ob diese Positions-Auseinandersetzung dem europäischen Projekt hilfreich ist, darf durchaus mit JA beantwortet werden. Es hat angeblich die Franzosen und Deutschen wieder zueinander getrieben und Angelikas Kopf an Francoise Schulter lehnen lassen. Ein Bild für polit-historische Ewigkeit – auch wegen der Ukraine, und natürlich wegen Griechenland, wegen dem Geld sowieso.
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Irgendwie fühlt es sich gut an zu wissen, dass Berlin und Paris wieder besser miteinander können – hier im Dreiländereck allemal. Es verleitet, trotz Terrorismus und eventuell unangenehmen Kontrollen, vielleicht doch mal wieder nach Mullhouse zu fahren, nach Colmar oder gar Straßburg. In Sachen erzeugter Unsicherheit, die durch die vielen Konflikte und Störfälle in der Welt schon fast unerträglich aufs Gemüt schlagen, birgt die zuvor erwähnte Versöhnung der Ehepartner Deutschland und Frankreich eine gewisse nervliche Entspannung, die der durch Nachrichten überfütterte Bürger dringend braucht. Insofern, ist zu vermuten, würde sich die von Konflikten gehetzte Psyche der Europäer wohl auch mit dem Geringsten abgeben bei den Verhandlungen mit den Griechen: der Gewissheit, letztendlich für Friede, Freude und Eierkuchen bezahlen zu dürfen.

Klar, die Frage, die wahrscheinlich meisten nicht gestellt wird im zuvor bezeichneten Fall, ist: wer bezahlt die Zeche auch noch? Unser Frieden in West-Europa, der kostet was? Man blicke nur Richtung Süden und neuerdings auch nach Osten: Ukraine, Syrien, Libyen, Mali, Libanon, Afghanistan etc. Dass das alles mit unserem Frieden zusammen hängen soll, erscheint vielen gewiss fragwürdig, weniger indes denjenigen, die sich mit der Materie wissenschaftlich auseinandersetzen.

Aus wissenschaftlichem Betracht wäre ein Grexit jedenfalls spannend. Gewiss liegen Studien auch den Regierenden dazu vor, in denen Vor- und Nachteile abgewogen werden. Dass Putin in Athen einreitet, die Türkei sich den griechischen Teil von Trakien nimmt, Kreta und Rhodos die Unabhängigkeit von Griechenland ausrufen, ebenso, dass Mazedonien, Albanien, Israel, Ägypten, Libanon, Zypern und Bulgarien vielleicht im nächsten Schritt nach dem Grexit eine Art Allianz schmieden könnten oder sollten. Vielleicht ist ja auch der Druck aus Fernost dann gleich so hoch auf diplomatischer Ebene nach dem Grexit, dass die in Brüssel, die die unabwendbare Zukunft eh vor Augen haben, nämlich, dass China, welches sich bereits im Hafen von Piräus und andernorts in Griechenland breit macht, halt als Standort Griechenland möglichst stillschweigend eingeräumt wird, sodass sich die EU gewissermaßen im Austausch dafür in Fernost weiterhin und verstärkt Märkte erschließen kann – und dergestalt auf weite Sicht und durch die Hintertür sozusagen der chinesische Drachen ‚öko-humanistisch‘ gezügelt wird.

Ein Grexit könnte also als Bauernopfer dienlich ALLEN sein, wobei der Bauer sich schließlich in gewisser Weise seine angebliche Opferrolle selbst ausgesucht hätte, nämlich Griechenland, als es wählte, wie es wählte. Dass zu diesem Opfer dann auch noch Zypern hinzuaddiert gedacht werden müsste, wäre vielleicht dann doch etwas zu viel des Guten, wie man sagt. Man stelle sich vor, es entstünde anstatt ein Ableger Moskaus im Süden der zyprischen Insel und einer Israels, der USA und der EU im Norden, wenn Zypern den Euro und womöglich noch die EU verließe.

Verkehrte Welt, äußerst fragwürdig?
Vielleicht, wer weiß, wird es so oder wenig anders deswegen in 10 Jahren oder so aussehen – in einer Welt voll von Fragwürdigkeiten, wie der, dass diese Entwicklung dann auch die Blockköpfe in Nikosia mit befördert haben würden. Und da die Zyprer schon ein-zwei Mal das Vorzeichen politischer Zugehörigkeit in der Geschichte wechselten (siehe Vorherrschaft der türkisch, dann griechischen Zyprer: Osmanen, Briten), könnte ihnen diese Richtungsänderung von allen Beteiligten vielleicht auch am leichtesten fallen.

Dann wäre mindestens endlich die starke ökonomische und politische Stellung der Orthodoxie in der Gesellschaft, Wirtschaft und der Politik im griechischen Teil Zyperns nachvollziehbarer. Letztere ist derzeit eher etwas sehr Fragwürdiges in Sachen Demokratie, Gerechtigkeit und dergleichen mehr!

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„Deutschland und Griechenland sind absolut politisch unreife Länder des europäischen Kontinents. Dies ist eine Folge ihrer Phantasien und Obsessionen. Die deutschen Fantasien münden in dem Satz: „Am Anfang war das Reich!“ Seit den Tagen des Heiligen Römischen Reiches, welches vom Haus Habsburg geführt wurde, das aus der deutschsprachigen Schweiz stammte, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, herrschten die Deutschen nur, als Otto von Bismarck die Wahrnehmung vom damals kleinen Deutschland beförderte.
Nach dem Krieg und unter dem Druck der Kriegsgewinner war Deutschland in einen europäischen Staat, der normal funktionierte umgewandelt worden. Mit der Einführung jedoch des Euro, kehrte das Syndrom der absoluten Kontrolle eines Kaiserreichs zurück. Deutschland hatte keine hegemoniale Rolle bis dato ergriffen. Wie versehentlich nahm es diese aber auf und kann sie nun nur schwer bewerkstelligen.
Die Phantasie unserer Griechen im Rahmen unseres Nationalstaates ist, dass alles in der Aussage mündet: „ziviler Ungehorsam“ gegenüber der aktuellen Elite. Die Herausforderung gegen die Heilige Allianz – welche nach dem Wirbel den Napoleon Bonapart aufbrachte – traf eine kleine Gruppe von Patrioten unvorbereitet; und elektrisiert manchmal bis in die Gegenwart unsere griechische Nation. Heroisch war der Kampf unserer Vorfahren, aber der unabhängige griechische Staat ist eine Kreation – vielleicht einzigartig – der europäischen Diplomatie. Basierend auf diesen beiden „Phantasien“ begannen also die kritischen Verhandlungen in Brüssel gestern.
Während des 20. Jahrhunderts übernahm Großbritannien zweimal die Verantwortung und Initiative, um die imperialen Phantasien Deutschlands zu zügeln. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt führt der US-Präsident Barack Obama die höchst ökonomisch ausgerichtete Sichtweise Berlins einer geopolitischen Dimension zu zwecks Richtigstellung. Das ist nichts anderes, als die Möglichkeit einer Annäherung von Griechenland mit Russlands Wladimir Putin zu demontieren. Darüber hinaus macht das Abrutschen der Türkei in Richtung Islam unser Land und Zypern zu letzten Bastionen des Westens im Nahen Osten.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Improvisationen der SYRIZA ihre Wirkung nicht verfehlten. Es beendete die Praxis von Berlin, auf bilateraler Ebene mit jedem der angeschlagenen südlichen Ländern umzugehen in der europäischen Krise. Dieses Problem wird nun seither in verschiedensten Sitzungen diskutiert. Es ist eine Weiterentwicklung, die unangenehm ist für Kanzlerin Merkel und vor allem für Herrn Wolfgang Schäuble. Aber es ist vorstellbar gefährlich, dass die SYRIZA Feuer an der Walhalla des europäischen Besitzstands legen kann…. .“
Dieser eben zitierte Leser-Beitrag von Kostas Giordanidis in der Kathimerini vom 12. Februar soll zeigen, wie Volk eventuell denkt in Griechenland. Dem sogenannten Volk – Teilen davon – ist jedenfalls aufgestoßen u.a., dass Tsipras gleich bei Amtsantritt auch in Zypern sich bei der Kirche vorstellte als neuer Ministerpräsident Griechenlands. Eigentlich hatten viele hier in Zypern gehofft, dass er sich an das angeblich unumgehbare Protokoll nicht hält, wonach jeder Ministerpräsident Griechenlands oder -frau auch bei dem höchsten Kirchenmann, derzeit Chrisostomos, der Zyprer vorstellig werden ‚darf‘, wenn dort der Antrittsbesuch abgehalten wird. Viele finden, es ist längst überreif, dass die Kirche endlich zur Kasse gebeten wird, und dass es unerträglich ist, dass ausgerechnet Tsipras diese „seltsame Tradition“ nicht gebrochen hat. Desweiteren finden viele, dass die Kirche endlich und sichtbar aus der Politik gedrängt gehört – und zwar dem politischen Leben im Allgemeinen und Besonderen. Die Kirche sitze auf Milliarden Euro und halte noch immer die Hand auf, wo der Staat aufdem Zahnfleisch geht. Sie würde viel zu wenig tun, um das Leiden der Krisengebeutelten auf der „Großen Insel“ zu lindern – wie auch andernorts etc.
Zuletzt: Mit der angeblichen Einigung in der Ukraine steigen die Chancen Athens, am 16. Februar eventuell doch mehr Zusagen ausgehandelt zu sehen am Verhandlungstisch in Brüssel, als die Medien in Deutschland derzeit suggerieren.

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Östliches Mittelmeer

Die Russen sind durchaus präsent im östlichen Mittelmeer. In den türkischen Medien konnte vernommen werden, dass die Russen mehrere Abkommen mit der Republik Zypern abgeschlossen haben, was Ankara offenbar dazu bewegt, sich eventuell den USA doch wieder erkennbarer anzuschließen. Ja, es geht unter anderem auch um das Erdgas etc., welches in der Region gefunden und gefördert wird.

Wie meistens hat die Türkei von mehreren Seiten Druck – größtenteils auch selbstverschuldet. Doch sieht man die Politiken der Israelis, muss man sich schon fragen, weshalb diese nicht ebenso in selbstverschuldete Engpässe münden. Nun, die Antwort darauf ist leicht: Sie werden von der BRD und den USA vorrangig in ihrer aggressiven Politik gegenüber den Palästinensern gedeckt – keiner da, der auch nur das Wort Sanktionen in den Mund nehmen würde.

Ja, und da darf man sich schon fragen, was denn nun die Rolle der Israelis im Folgenden eigentlich ist? Die Vermutung liegt nahe, dass Tel Aviv so eine Art Spin-Doktor abgibt, und die Zyprer, Griechen und Ägypter das Feld vorbereiten lässt – denn alle dreie hängen ebenfalls an der Schürze der USA und der EU, aber eben anders als die Israelis. Letztere können sich Dinge herausnehmen, die andernorts hart, sehr hart sanktioniert würden.

Doch nun zu den Bauerneinsätzen, würde man im Schach wohl sagen. Erlauben Sie, dass dazu der Einfachheit halber einfach ein Posting des Press and Information Büros Zypern auf Englisch angeführt wird, wo die neuesten Entwicklungen im östlichen Mittelmeer – nicht alle, aber die im Bezug auf Zypern relevantesten – Erwähnung finden.

„Wednesday, 29/10/2014

Joint Communiqué after the trilateral meeting of the Foreign Ministers of Cyprus-Greece-Egypt

1.The Deputy Prime Minister and Minister of Foreign Affairs of Greece, H.E. Mr. Evangelos Venizelos, the Minister of Foreign Affairs of the Arab Republic of Egypt, H.E. Mr. Sameh Hassan Shoukry and the Minister of Foreign Affairs of the Republic of Cyprus H.E. Mr. Ioannis Kasoulides, held a trilateral meeting today, 29 October 2014, in Nicosia. This is the third such meeting between Ministers of Foreign Affairs of the three countries.

2.One of the main purposes of the meeting was to prepare a Cyprus, Egypt and Greece trilateral meeting to take place at Heads of State/Government level on 8 November 2014 in Cairo.

3.Issues of mutual interest, including recent developments on the Cyprus issue, the political transition in Egypt, and the regional impact of the developments in the Middle East (Syria, Iraq, ISIL/extremism threat, Libya, Gaza, MEPP) were also discussed.

4.In expressing their deep concern at the proliferation of terrorism across the region, and in particular at ISIL`s advance, threatening even our immediate neighborhood, the three Ministers reiterated their commitment to cooperate on efforts by the international community to impede the flow of foreign fighters, control ISIL financing and expose ISIL’s true ideology.

5.The Ministers were particularly dismayed by the recent terrorist attack against a military checkpoint in the Sinai, which caused significant human loss. The serious incident highlights that terrorism is clearly a threat that transcends national boundaries.

6.The three sides reiterated their support to the Egyptian people’s quest for democracy and prosperity and the implementation of the road map, including its last phase, the holding of the upcoming parliamentary elections. They also highlighted the importance, in this process, of the fight against terrorism in Egypt.

7.They considered the progress of the current mechanism of trilateral political consultations and expressed the view that it could serve as a model for regional dialogue and cooperation, contributing to the consolidation of peace, stability and prosperity in the Eastern Mediterranean; this trilateral mechanism, as a positive factor in the overall framework of the broader region, evidently is not to function opposite to any other country of the area.

8.They also agreed to expand the dialogue to other levels, including through close coordination and cooperation in the framework of multilateral fora, as well as on efforts to further promote relations between the EU and the Arab world.

9.The Ministers deplored the recent illegal actions perpetrated within Cyprus’s EEZ, as well as the unauthorized seismic operations being conducted therein. They underlined that any unilateral actions further undermine the stability and security of the Eastern Mediterranean and the Middle East area.

10. They stressed the importance of the respect for the sovereign rights and jurisdiction of the Republic of Cyprus over its EEZ and called on Turkey to cease all seismic survey operations underway within the maritime zones of Cyprus and refrain from similar activity in the future.

11. They also underlined their Governments’ commitment and respect to international law, including the UN Convention of the Law of the Sea, to which all three countries are State-Parties. In this regard, they expressed the position that regional security, stability and prosperity for the benefit of the peoples of the region, is better served through the adherence of by all countries concerned to well established principles of international law.

12. The three Ministers reiterated their shared conviction that the discovery of important hydrocarbons reserves in the Eastern Mediterranean could and must serve as a catalyst for a broader cooperation on a regional level, contributing thus to the peace and stability in the region.

13. Finally, in highlighting the regional importance of cooperation on energy and the intensification of exploration activities in the eastern Mediterranean, they expressed their eagerness to jointly work on the protection of the marine environment of the Mediterranean Sea against pollution resulting from hydrocarbon operations.

14. Recognizing that tourism is a vital component of the economies of all three countries, they agreed to work closely together with a view to enhancing tourism cooperation including developing joint tourism packages and enhancing the maritime connection between the three countries. Joint tourism promotion, with the involvement of both state and private actors, could facilitate travel and tourism visits between and among their respective destinations as well as from foreign markets.“

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Ta Lefta

Geld

Griechenland hat eine neue Regierung. Die Regierungssprecherin Sofias Woultepsi verkündete die Namen der 18 neuen Minister. „Die Zügel des Wirtschaftsministeriums, nimmt anstatt Giannis Stournara nun Gikas Chadouwelis in die Hand“, schreibt die griechischsprachige Zougla am 10. Juni 14. Interessant zu wissen dürfte sein, dass Argiris Dinopoulos neuer Innenminister wird. Versteht sich schon fast von selbst bei dem Wahlergebnis, dass der Premierminister Antonis Samaras heißt und sein Stellvertreter wird Evangelos Weniselos sein. Außenminister ist Dimitris Kourkoulas.

Vor kurzem das Buch von Wassilis Awestopoulos gelesen, „Griechenland, Eine europäische Tragödie“. Das Buch kam 2014 heraus und erhebt den Anspruch, bis ins Jahr 2014
thematisch zu reichen.Das stimmt bei Weitem nicht. Sehr gut abgedeckt wird dafür aber das Jahr 2012 – und das äußerst detaillreich. Wer allerdings etwas in Bezug auf Zypern in diesem Buch zu finden hofft, wird enttäuscht werden. Die Zusammenhänge der griechischen und zyprischen Bankenkrise, zum Beispiel, sind für Awestopoulos nahezu kein Thema.

Jedenfalls ist seit heute, dem 11.06. 2014, die ehemalige Laiki Bank Zyperns endgültig Vergangenheit. Die letzte Phase der Vereinigung der Laiki Bank mit der Cyprus Bank ist
abgeschlossen worden, schreibt die griechischsprachige Sigmalive. Die Vereinbarungen der Laiki Bank mit Filialen der Cyprus Bank gelten ab heute für abgeschafft.
Bekanntlich hat Zypern von Standard & Poor eine weitere Aufbesserung am Kapitalmarkt letztens erhalten, auf Caa3 (positiv) zu B- (stabil) bei Fitch. Die Deutsche Bank wurde beauftragt, zusammen mit Goldman Sachs International, der HSBC, UBS Investment Bank und VTB Capital, eine Serie von Fixed Income Investoren Treffen innerhalb Europas umgehend zu organisieren. Es geht, wie Präsident Anastasiadis versprach, anscheinend wirklich voran im Land?!

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Ganz so rosig scheint es dann aber im Detail offenbar doch nicht zu laufen auf Zypern. Es gibt Ärger, wie ja auch in Deutschland, in Bezug auf die Erneuerbaren Energien, die im Griechischen und hier mit APE abgekürzt werden (ανανεώσιμες πηγές ενέργειας). Denn dem Energieminister ist, ebenfalls ähnlich wie in Deutschland, nichts Besseres eingefallen, als den Haushaltsfond der APE für das Jahr 2014 erheblich zu reduzieren, berichtet die griechischsprachige newzup. „Die Behörde hat Studien in Auftrag gegeben, die die Nachhaltigkeit überprüften, welche auf den schlechtesten Szenarien für die APE basieren, das heißt, die Kostenvermeidung, welche die Energiebehörde (AHK) für Kraftstoff hat liegt demnach bei 10,5 Cent“. Desweiteren wurde ermittelt in dieser Studie, dass ein Nachhaltigkeitsproblem der Energiebehörde eh nicht vor 2017 zu erwarten sei. Und daher läge die Kostenvermeidung real bei 11,8 Cent.

Nun liegt die Studie also im Parlament und will besprochen und beurteilt sein. Die Abgeordneten, schreibt die newzup, scheinen wenig gewillt, die Nachhaltigkeitsergebnisse der Studie „überzeugend“ zu finden. Nikolas Papadopolous, Vorsitzender des Ministerrats, befürchtet indes, dass in 2 Jahren die Kasse eventuell keine Reserven für so etwas haben könnte. Die Befürchtungen scheinen berechtigt, findet die newzup, beim Blick in die Vergangenheit, wo Gelder für ähnliche Projekte verschleudert wurden. Andrea Riri von der newzup endet den Artikel sinngemäß mit: traurig, aber wahr.

Die philnews schreibt Folgendes am 10.06.14: „In den kommenden Tagen wird erwartet, dass vom Wirtschaftsministerium beschlossen wird, letztendlich, bezüglich der Anleihen auf
dem internationalen Markt, die inländischen Schulden grundlegend zu decken, deren Zeitraum demnächst endet, und von den neuen Anleihen ersetzt werden können. 2014 endet die Laufzeit inländischer Wertpapiere in Höhe von 2,3 Milliarden Euro und ausländischer Wertpapiere von 585 Millionen. Einer der Kopfschmerzen des Ministeriums ist die Anleihe in Höhe von 1,9 Milliarden Euro für die Rekapitalisierung der Laiki Bank, ein Betrag, welcher in den Rechnungen der Troika gar nicht vorkommt…. . Dieser Betrag verursacht hohe Kosten, 5, 15%, und hat eine kurze Laufzeit von 1 Jahr.“

Endlich ist es so weit: Weltmeisterschaft beim Fußball in Brasilien. Die FIFA hat nun auch für die griechische Mannschaft den ungefähr 12 minütigen Video herausgegeben, der die Mannschaft und alles, ist anzunehmen, was man wissen muss zum griechischen Fußball, in Szene setzt. Drei Tage also noch, dann geht der Spektakel los in Brasilien. Die Schweizer und Franzosen haben sich auch qualifiziert. Ach ja, ich vergaß, dem Video zum griechischen Fußball geht bezeichnender Weise eine Allianzwerbung voraus, auf der ausgerechnet der deutsche Torwart, Neuner, der deutschen Fußball-Nationalelf zu sehen und zu hören ist auf Deutsch. Ob diese Einlage den griechischen Fans gefallen wird http://www.cytoday.eu/index.php?id=357&nid=2827406 ?

Das, und ähnliche Sonderbarkeiten, ist gewiss ein weiterer Punkt, den die mit Geld gut ausgestatteten FIFA-Bosse überarbeiten sollten zukünftig – also diejenigen, die Abermillionen für Spieler ausgeben, nicht auch noch überall und immer herumwuchern zu lassen nur weil sie viel Geld haben!

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Denk ich an Zypern, dann überkommt mich nicht Heine, nein, mich ergreift Freud im Sein.

Denk ich an die Ökonomie der Xristofias Regierung, empfinde ich leider bereits tiefstes Mitleid.

Wo bloß sind die Helden, die Türken wie Steinmetze zurechtschlagen?

Wo die Frauen, die Männern das Leben als Rudelführer vorsagen?

Ach Afrodite! Hast Du etwa Dein Inselchen, Dein zierlich Gürtelchen verlassen?

Nur weil so mancher Dein Erdgas plant mit anderen außer Dir zu verprassen?

Hört, da kommt jemand, die Troika schon und dies aus fernem Lande.

Die wird nun richten der Banken schlampig gehaltene Konten-Gerlanden.

Endlich ist Zypern auf richtigem Pfade, wird vereint sein und glücklich, weil die Präsidentschaft es vorsieht.

Und dann, seht doch nur, welch Gnade. Eroglu und Ankara sie sprechen also doch nach dem ersten Juli mit der EU, welch ein Deal.

Was schert uns da, dass Zypern angeblich darniederliegt, auf seine Weise Rückrat zeigt.

Hauptsache der Laden läuft, hauptsache Alles wird nicht total vergeigt!

Nun, auf ihr Leute seid wohl gemuts, denn Schulden machen, das tut auch gut.

Seht nach Hellas, wo die alten Garden Wahlen wieder überlebten.

Hinweggefegt kommunistisch gefärbter Neuaufbruch, hinein ins alte neoliberale Leben.

Denk ich an Zypern, denk ich an die Griechen.

Denk ich an die Griechen, denk ich an Besiegen.

Wer da wen besiegt im Südosten Europas, ist doch wohl klar.

Die Türken sinds mal wieder, die göttliche Himmelschar.

Diese Löser aller Konflikte von Deutschland bis nach Zypern.

Was wäre ein politischer Frühling Europas ohne diese Türken?

Ich bin der Meinung, Tsipras wär recht dumm, Regierungsverantwortung mit der Nea Dimokratia und dann auch noch der PASOK zu übernehmen.

Ja, kennt ihr denn keinen anderen Doofen in Konstantinopel, den ihr vor die Tür stellen könnt in den all zu dichten Nebel?

Doch was red ich da, wen interessiert das alles denn?

Die Hotels auf Zypern sind doch voll, wird vermeldet, das Hilton und das andere Hilton die kommenden 6 Monate allemal.

Welch Freud, gut Führung zu haben auf einer Insel die im Gelde schwimmt.

Wo Russen sich einkaufen und Kredite verleihen, dass einem der Hals recht dick anschwillt.

Ach quatsch, Rettungsschirm und so ein Zeug, nicht hier auf Zypern.

So spricht unser Xristofias, der weiß, was er sagt, denn der ist immer nüchtern.

Kommunismus a la Tsipras, den brauchen wir hier nicht.

Ist die AKEL nicht roter als rot wie das türkische Flagenrot im Morgenlicht?

Merkel? Kernel?

Nein, Merkel! Nicht Ferkel.

Nicht eure Enkel, die auch noch was abhaben wollen vom Kuchen.

Nein!

Dann schon eher ATA.

Was das bedeuten soll? Na, CoLA.

Nicht die zum trinken für die Enkel aus den Reden der Politiker.

Das sind die zu schützenden Arbeiter, meint Xristofias, in seinen Amtsstuben, seine größten Kritiker.

Die gilt es zufriedenzustellen, weiterhin und daher CoLA oder ATA.

Kurz: stetig steigende Gehälter der Verbeamteten, die nun auch in der vermeintlichen Krise bloß niemand anrühren soll.

Ist doch egal, wenn Brüssel wettert.

Ein Insulaner rückt von seiner Sache nicht ab, keinen Zoll.

Gut gemacht Xristofias, dich würd ich wählen, dürfte ich.

Und nun sind wir noch alle gespannt, welch Zugeständnisse und Pfründe, die in Athen, die eh schon die Taschen voll haben müssten, sich in nächster Zeit, sagen wir, einver-EU-lichen.

Wir freuen uns auf die Präsidentschaft derer, die wie Präsidenten eben, geführt werden auf allen Ebenen.

Und dass diese EU-Präsidentschaft Zyperns ein Erfolg auf ganzer Linie wird, das zeigen ja bereits die griechischen Wahlergebnisse.

Gut zu wissen, in einer Weltordnung zu leben, wo alles bereits wegen dem kleinsten Sonstwas aus den Fugen geraten kann.

Ihr schaut Europapokal und grillt die Steaks?

Die Chinesen haben Euch und der EU, überhaupt der Welt einen guten alten Rat:

Reißt Euer Haus zum Grillen der Steaks ab!

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