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Posts Tagged ‘großbritannien’

Es sieht doch eigentlich gar nicht so schlecht aus.

Der heutige erste Tag im Jahr war vom Wetter her durchwachsen, also eher schön und angenehm als unerfreulich. Ins Wasser bei Maroni zu steigen, wäre heute längst nicht so angebracht gewesen wie gestern. Gestern war das Wasser des Meeres fantastisch, angenehm kühl, nicht zu kalt, windstill war es und die Sonne schien ohn‘ Unterlass.

Die Löhne sind in den USA seit über 3 Jahren nicht gestiegen, wird immer wieder gesagt, und dies vordringlich wegen der Konkurrenz aus China, angeblich. Dies und noch einige weitere Faktoren führten – inzwischen allgemein bekannt – aber auch zur Wahl Donald Trumps in den USA und zum Entscheid für einen Brexit der Briten. In Orten wie Griechenland oder Portugal kamen linke Regierung an die Macht. In Deutschland sind die Würfel diesbezüglich längst noch nicht gefallen.

Soll heißen:

Anstatt linksgeführt, scheint eine grün/schwarze Regierung in Berlin zukünftig durchaus wahrscheinlicher zu werden. Die Zeit für so etwas ist reifer geworden?

Trump und seine aggressiven Ankündigungen, siehe Handelsbarrieren gegenüber China oder gegenüber Europa, bringen hoffentlich keinen ausgereiften Handelskrieg auf den Plan. Hoffnung gibt, dass Trump über Mexiko und Kanada, und die mit diesen Ländern kürzlich getroffenen Vereinbarungen, den US-Druck auf Europa vorerst herausnehmen könnte. Weniger deutsche Autos müssten auf den US-Straßen von der Anzahl her fahren, meint Präsident Trump.

Wir sind geneigt, seine Ansicht positiv zu interpretieren. Das Potential, welches eine vermehrte Annäherung an die sogenannten neuen Autotypen in sich trägt, ist einfach zu ersichtlich, um von dunklen Wolken zu schreiben, die in den Abgrund ziehen könnten. Die sogenannte Umwelttechnik in den Karren, die wir fahren, ist gemeint.

Repatriierte Gewinn-Steuern wurden von Trump vor Kurzem gekappt, also genauer: er veranlasste eine Steuerreform, die die Körperschaftssteuer, Spitzensätze der persönlichen Einkommenssteuer et cetera kappte. Die eine Folge dessen ist beispielsweise, dass viel Geld zurück in die USA seither fließt.
Die angesprochenen Maßnahmen könnten allerdings auch zu einem Budget-Defizit führen. Letzteres könnte uns Europäer eventuell auch erschüttern. Weil durch solch Defizit die Zinsen hochgetrieben werden, siehe kurzfristige Staatspapiere, die im Wert inzwischen schon über den deutschen liegen sollen.

Die Nullzinspolitik beizubehalten, darüber hinaus, wird für Europa schwierig. Behält man diese Politik dennoch bei oder eben nicht, das ist die Frage, die schon demnächst beantwortet werden darf. Der Wert des Euros steht nämlich zuvorderst zur Frage in diesem Kontext – und somit ein gutes Stückweit auch unser Wohlstand!

Neue Bündnisse zu knüpfen, erscheint daher einleuchtend – sowie einen faireren Umgang mit den Afrikanern zu installieren. Diesem Letzteren wird sich in den nächsten Paar Dekaden zu widmen sein: je früher, intensiver und fairer, desto besser!

 

Trump und der Ex-US-Präsident Reagan liegen gar nicht so weit von einander entfernt, wenn Teile ihrer Wirtschaftspolitiken in Augenschein genommen werden. Beide veranlassten eine Steuerreform, die die Zinsen hochtreibt. Der Dollar steigt dabei im Wert an. Schwellenländer kamen und kommen in Schwierigkeiten dadurch. Finanzkrisen sind, waren und werden die Folge sein. Länder wie Mexiko oder die Türkei gingen damals in den Staatskonkurs. Und ein solches Ergebnis ist anhand der trumpschen Politik dort durchaus wieder zu erwarten.

Die Türkei ist also so ein Wackelkandidat, Indonesien und Argentinien auch. Kurz: Eine neue Schuldenkrise dürfte schon demnächst hie und da aufkommen, so auch in Großbritannien, die zu gewissen Verwerfungen führen dürfte.
Diese Krise kann allerdings auch als goldene Chance begriffen werden – zum Beispiel jener Chance, sich in etwas, nicht vollends, betont kritischere Distanz zu der US-amerikanischen Demokratieabbaumaschinerie zu begeben. Dessen sollten sich auch die Briten im Klaren sein, und keiner sollte glauben, dass ein Sich-Anbiedern an China einem die Fusselarbeiten abnehmen wird – so etwas wie die Lösung darstellt.

Zurück zu den Briten:

London lehnte den Vorschlag Brüssels ab, dergestalt aus der EU auszutreten, als wären sie gar nicht ausgetreten. Großbritannien scheint da lieber auf Freihandel machen zu wollen, speziell bei so genannten Gütern. Dies wäre aber Rosinenpicken, meint Brüssel dazu. Kann gut sein, dass Brüssel da etwas über-dogmatisch reagiert. Doch, wenn bei dieser Haltung geblieben wird seitens Brüssel, könnte es womöglich wirklich noch zu einem unkontrollierten Brexit kommen. Davon soll angeblich niemand profitieren.

Wir erinnern:
1963 stimmten vordringlich die Deutschen dafür, dass die Briten in die EWG kommen – unter Protest des Franzosen De Gaules.
Doch:
45 Jahre waren die Briten in der EU. Sie waren für die deutsche Wirtschaft insbesondere wegen ihrer offenen Handelspolitik ein Segen – und für viele Staaten der sogenannten Dritten Welt war dieser Segen eine zuweilen existentielle Bedrohung; hie und da ist er das noch immer. Und nicht nur das.

Die Briten erwiesen der EU einen gewissen Schutz vor Freibeutern der, sagen wir dazu mal, etwas höheren Kategorie; ein Schutz, der mit dem Brexit voraussichtlich ebenfalls wegfallen wird.

Und dann wäre da noch dieses Szenarium namens 35% = Sperrminorität.
Soll heißen:
Sollten die Briten aus der EU ausgetreten sein, werden die Länder im Süden mehr Gewicht zukünftig in der EU haben, wenn abgestimmt wird. Das dürfte auf längere Sicht eher zu einer allgemein gesunderen Durchmischung führen als die derzeit gegebene im EU-Parlament. Länder, die heutzutage nicht sonderlich wettbewerbsfähig sind, werden dann also das Sagen eher haben. Letzteres wird zwar dazu führen, dass sich die EU etwas einzukapseln beginnen könnte, was speziell für die deutsche Exportwirtschaft angeblich DER Graus sein soll. Indes sieht die Lage dann dennoch zunehmend vielversprechend aus, da die Länder aus dem Norden der EU die Bedürfnisse und Kapazitäten aus dem Süden besser in Entscheide mit eingebunden wiederfinden würden.

Insofern ist es schon verwunderlich, wie manche finden, man könne die Briten nicht so leichtfertig ziehen lassen. Nur weil Cameron (2016) eine Verzögerung der Maßnahmen, die eingeführt werden sollten in Großbritannien, um Sozialmigranten aus anderen Ländern in Großbritannien beschränken zu können, von Merkel und Co. seiner Zeit nicht gewährt wurde, haben sich die Briten in Richtung Brexit seinerzeit gewandt.

Vernunft sieht anders aus, zumal von gewissen Kreisen darauf spekuliert wird, dass bei erneuter Abstimmung der Briten über einen Verbleib in der EU – wenn es zu solch einer Abstimmung überhaupt kommt – ihnen diesmal gar die Cameron-Vorschläge seitens der EU angeboten werden sollten von Brüssel, um London in der EU zu halten. Das ist schon fast zynisch.

Sozialmigration sei „ineffizient“, wird immer wieder getönt.
Warum sollten Menschen nicht migrieren, um woanders sozial besser aufgestellt zu sein?
Das ist Abstimmung mit den Füßen. Ganz demokratisch.
Illegal?

Sozialleistungen müssten in einen ererbten und einen erarbeiteten Teil aufgeteilt werden, ist zu hören. Den erarbeiteten Teil könne man von den jeweiligen Gastländern (nur EU-Staaten sind gemeint) erledigen lassen, also: Arbeitslosengeld, Kranken- Rentenversicherung etc. Mit dieser Maßnahme wäre der Sozialmagnet abgestellt, wird kalkuliert, auch zu unserem eigenen, deutschen Vorteil.

Und dann, welch Schreck:
Plumps, hätten wir die Briten erneut oder immer noch in der EU mit ihren unersättlichen Sonderwünschen, das heißt, die würden dann nicht brexetieren. Den Briten darf man ruhig ein bisschen Freischwimmen zumuten in naher Zukunft, wie sie selbst es ja mal wollten mehrheitlich. Es ist an der Zeit, dass auch sie sich europäischen Herausforderungen europäisch zu stellen lernen. Schielen über den Atlantik oder über die Türkei nach China, bitte, das dürfen und können sie tun, doch nicht auf Kosten der europäischen Gemeinschaft, in der sie ein Mitglied sind oder wären. Das ist dann doch zu doppelt-gemoppelt!

Apropos doppelt:

So etwas wie Doppelkonjunktur haben wir nämlich derzeit in Germany, und die besteht aus Exporterlösen plus Binnenkonjunktur über die Baubranche. Die Leute wissen inzwischen nicht mehr wohin mit ihrem Geld – und die Republik wird auch daher etwas umgebaut. Den Deutschen geht es hörbar gut, den meisten wird behauptet.
Wie es Ländern so im Allgemeinen geht, liest man bestens an der Produktion im verarbeitenden Gewerbe und nicht am Sozialprodukt ab. In Frankreich ist die ausgewiesene Lohnstruktur allerdings eine eindeutig aufgemotzte. Sie entspricht derzeit nicht dem, was produziert und verarbeitet wird im Lande. Deutschland hat es zwar nach 10 Jahren Krise ‚geschafft‘, aus den finanziellen Schwierigkeiten zu kommen, allerdings mit Kollateralschäden: Mindestlöhne, Handelsbarrieren für arme Länder etc. Italien und Portugal sind noch schwerer in der Klemme als die Franzosen oder gar die Griechen im vorherigen Belang. Auch deswegen gibt es in diesen Ländern linke Regierungen.

Wir sind derzeit im Grunde in keiner Konjunkturkrise. Das Problem der Länder im Süden ist, dass sie in eine inflationäre Kreditblase durch den Beitritt zum Euro gerieten/dass man sie – eventuell geplant und ganz bewusst – dort hineingeraten ließ. Als der Euro in den 90er Jahren in der Diskussion war, zahlten die Länder im europäischen Süden noch hohe Zinsen, und deswegen wollten sie den Euro haben, auch, damit man ebenso niedrige Zinsen haben kann wie Deutschland.
Und ja, die Zinsen sanken sodann.
Doch ihre Schulden haben diese Länder ums Mittelmeer im Anschluss nicht angefangen, sagen wir, zielstrebig genug zu bezahlen.
Nein.
Man verschuldete sich erneut: Private, wie auch die jeweiligen Staaten. Es entstand ein kreditfinanzierter Lohnschub. Dieser hatte zur Folge, dass die Preise im Süden zu teuer wurden. Mit der Lehman-Pleite schwand das Vertrauen in diese Länder. Eine Massenarbeitslosigkeit brach sich ihren Weg unter anderem. Die politische Lösung war: Die EZB lässt Geld drucken. Wieso? Weil, die genannten Länder konnten sich ja auf dem Kapitalmarkt nichts mehr leihen. Ja, und recht praktisch war an dieser Maßnahme der EZB zusätzlich, dass mit dem im Süden gedruckten Geld Schulden der deutschen und französischen Banken im Norden beglichen werden konnten.

5 Ansätze, wie aus der Klemme gekommen werden kann:

Transferunion: Der Norden schickt eingenommene Steuergewinne in den Süden. Aber der Haken daran ist: 60% der EU-Bevölkerung wohnt im Norden, und die haben darauf wenig Bock. Der Herr Scholz, Finanzminister der BRD, schlägt auch daher eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung neuerdings vor. Letzteres wäre sogar eine Art Transfermechanismus durch die Hintertür, oder so. Doch die überhöhten Löhne im Süden würden auf diese Weise dennoch gestützt werden, wenn diese gemeinsame Arbeitslosenversicherung nicht noch flankierende Maßnahmen installiert bekommt.
Dass die weiter oben genannte Blase zu viel Siechtum in Italien im Lauf der Zeit führte, scheint erwiesen. Es gilt also wieder aktiver zu werden, auch in Italien.

Deflation: Die bedeutet Preissenkungen, die allerdings eine heikle Maßnahme sind als Weg aus dem Dilemma. Die Leute werden dann wahrscheinlich auf die Barrikaden gehen, wenn zu diesem Instrument gegriffen wird. Diese Art Chemotherapie ist höllisch – für größere Volkswirtschaften sowieso.

Den Norden inflationieren. Der Norden folgt dem Beispiel des Südens diametral, heißt das Inflationieren in etwa übersetzt. Die EZB versucht inzwischen, das allgemeine Inflationieren der finanzstarken Nordstaaten anzukurbeln. Doch das klappt nicht so recht. Italien ist um 38% bei seinen selbst erzeugten Gütern teurer geworden, anstatt, wie geplant, billiger. Man bräuchte schätzungsweise mindestens 16 Jahre, um das Inflationsdifferential durch solch inflationäre Maßnahmen wegzubringen. Daher wird so etwas wahrscheinlich eher nicht gehen. Die deutschen Sparer wären, davon abgesehen, keinesfalls amused.

Austritt und Abwertung. Durch Letzteres wird man schneller wieder exportfähig. Die Bevölkerung würde wieder eigene Produkte vermehrt kaufen. Die Produktivität könnte dergestalt angekurbelt werden. Doch Lohnerhöhungen dürfte es dann allerdings nicht geben. Und danach schreien die Leute gern zuerst.
Italien sagt zu all diesen Vorschlägen: entweder Transferunion oder wir treten aus! Minibonds werden ansonsten eingeführt, wird in Rom drohend angekündigt, die eine neue italienische Parallelwährung zur Folge haben könnten.

Schrumpfen: Es ist daher nicht auszuschließen, dass man die Italiener ziehen lassen wird müssen in der EU. Und wer weiß, wer noch alles die Koffer packen mag und/oder wird. Auch daher spricht unglaublich viel dafür, dass die Allianz zwischen Frankreich und Deutschland weiterhin der kleinste mögliche Nenner einer abgespeckten, zukünftigen EU sein wird/muss/sollte.

Dieser Ausblick macht durchaus Mut, schafft Zuversicht, zumal Frankreich auch Atomkraft ist – und das Schrumpfen in nahezu allen Bereichen der EU darf gern als Fastenkur (im Ökonomischen etc.) angesehen werden.

Heilfasten mit atomarem Rückenwind!

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Oder: Weg vom Klein-klein!

 

Diesen Aufruf bezüglich der Krise, den die Überschrift darstellt, kann der Besucher Südzyperns dieser Tage auf schönem Blau in weißen Lettern auf großflächigen Plakaten oft sehen – gern auch entlang der Autobahn. Dahinter steckt Nikos Anastasiadis, der aussichtsreichste Kandidat, den Präsidentensessel am 17.02.2013 einzunehmen – was aber noch längst nicht ausgemachte Sache zu sein scheint.

 

Überhaupt sind die anstehenden Wahlen auf allen Kanälen, den lieben langen Tag, das Thema: wer hat wem welchen Vorwurf gemacht, wer zieht wen mit was in den politischen Dreck etc.

Während die allgemeine Aufmerksamkeit der Insulaner auf die anstehenden Wahlen gerichtet ist, werden vermehrt Bäume illegal geschlagen überall, auch, weil es kalt sein soll – leider gibt es davon nicht gerade viele.

Vor kurzem lag mal knapp 1 oder 2 Zentimeter Schnee irgendwo im Troodos-Gebirge von Zypern, woraufhin umgehend 2-3 Tage Schulferien ausgerufen wurden – der Kälte und eben des Schnees wegen. Wirklich putzig! Was die Bäume angeht, die illegal gefällt werden: wer dabei erwischt wird, muss mit einer Strafe rechnen, die leider nur 400€ hoch sein soll maximal.

Inzwischen ist der Frühling aber in voller Blüte hier auf Zypern, und nicht nur russische Touristen oder russiche Neuzugezogene wagen, ins kalte Nass zu springen. Das Wasser des Meeres scheint erträglich kalt zu sein, denn erstaunlich viele Leute wagen den Schritt hinein und bleiben relativ lang im blauen kalten Nass – brrrrr.

 

Für diejenigen, die sich gegen die Kälte nicht mehr so richtig zur Wehr setzen können in der zyprischen Gesellschaft, hat das Future World Centre im ersten Stock Prometheus Strasse 5 in Nikosia (Tel.:22873820) Altkleider zu vergeben. Ja, auch im reichen Zypern greift die neue Armut um sich, von der europaweit die Rede ist. Die Berichte über zunehmende Aggression und übel gelaunte Mitmenschen, die ihrem Frust Luft machen, mehren sich alarmierend. Vielleicht sollte der Eine oder die Andere von denen anstatt nach Altertümer graben gehen, um das Überleben zu sichern oder Frust abzulassen. Es wird immer lauter beklagt, dass es nicht genügend Jobs gibt. In Paphos zum Beispiel wurde Alt-Paphos (Paleopaphos) nun endlich ausgegraben, genauer: das Königreich von Paphos. Es ist auf das 2. Jahrhundert vor Christus zu datieren, wird gesagt. Einige recht interessante Bronzestatuen kamen ans Tageslicht.

In Zypern, so viel vorerst zur neuen Armut, ist das Brottosozialeinkommen um anscheinend 7% geschrumpft. Diese Zahlen dürften sich noch nach oben korrigieren, da Lohnkürzungen und Stilllegungen von Arbeitsplätzen (weil zumeist zuviel Angestellte eingestellt sind vom Staat) ansteht. Und weil wir schon dabei sind: Frauen verdienen in der Regel um 16.4% weniger als Männer in der Republik Zypern (siehe 2010 durchschnittlich ermittelter Wert europaweit).

 

Wie dem auch sei, dass Zypern ein Platz in Europa ist, auf dem schmutzige Gelder rein gewaschen werden, wird noch von allen maßgeblichen Parteien des Südens der Insel als Schmähung, ja, Beleidigung angesehen und abgetan. Das würde unter anderem deshalb von Politikern, wie einigen aus der BRD, hervorgebracht, da derart beabsichtigt werde, auf die zukünftig geförderten Erdgasvorräte, die bekanntlich vor Zypern zuhauf liegen sollen, sich einen überproportionalen Anteil zu sichern. Die Big Players, schreibt die nationalistische Ponti, würden noch darum ringen, wer das kleine Zypern letztlich in seinen Einflussbereich ziehen könne auf lange Sicht. Zum einen gäbe es den Block um Frankreich, dem Israel und Russland angehören sollen, zum anderen eben den um Deutschland, dem Holland, Dänemark, Luxemburg etc. zugehören.

 

Wie also zu lesen ist, kreisen die wildesten Theorien und Verschwörungsvermutungen, bei denen schwerlich gesagt werden kann inzwischen, welche von ihnen der Wahrheit am Nächsten kommt – von jeder trifft wahrscheinlich ein bisschen zu. Ja, es soll sogar im Umlauf sein, dass die Türkei angeboten habe, für Südzypern ’sein‘ Erdgas zu fördern, da noch immer nicht – und auch nicht in absehbar naher Zukunft („2019“?) – klar gesagt werden kann, wann überhaupt mit der Förderung begonnen wird, geschweige denn wieviel Erdgas und -Erdöl überhaupt zu fördern vorhanden sein soll.

Die Karte Erdgasreichtum wird jedenfalls dennoch im Wahlkampf auf Zypern bereits kräftig ausgespielt, so vehement, dass einem der Verdacht kommt, der nicht ganz unbegründet sein soll, dass was auch immer irgendwann gefördert wird, schon längst verhökert worden ist von der Regierung und anderen.

Doch noch das eventuell Wichtigste in diesem Zusammenhang: ein ökonomischer oder finanzieller Haircut wird ausgeschlossen für Zypern, sagt u.a. auch der Chef der Zyprischen Zentralbank, Panikos Demetriades. Derzeit hat Zypern bei Moodys eine Caa2-Bewertung, was eine zu erwartende Schuldenlast gegenüber dem Bruttosozialprodukt von 140% dann wohl verständlicher erscheinen lässt – und das soll noch nicht das Ende der Negativ-Bewertung durch Moody sein für Zypern höchstwahrscheinlich, wird vermutet.

 

Blöde, dass Frankreich nun in Mali Truppen offiziell in den Krieg ziehen lässt. Lenkt gewiss einigermaßen erfolgreich von den finanziellen Problemen im Lande ab, der Misswirtschaft.

Bekanntlich hat Paris sich mit Investitionen in Griechenland seinerzeit gehörig verspekuliert, was wiederum auch Auswüchse auf Zypern zeitigt. Die französische Supermarktkette Carrefour in Zypern ist am Wanken. Doch nicht nur auf Zypern wankt Carrefour. Renault will auch nicht so recht. ‚Glücklicherweise‘ ist Renault nicht gerade die Automarke, die die Zyprer bevorzugten. Doch die Beteiligung von Total, dem Ölkonzern aus Frankreich, wäre da neuerdings noch in die Waagschale zu legen. Schließlich wollte Frankreich mit seinem Ölkonzern, und anderen Mitteln, den Einfluss Deutschlands in Europas Südosten etwas schmälern. Doch wenn die Grand Nation über dem Rhein im Herzen Afrikas und seinen Außenbezirken der französischen Großstädte immer ersichtlicher ums eigene Überleben strampeln muss, wird wenig Zeit bleiben, die – siehe Ponti-Tagezeitung – Verbündeten Russland und Israel zu flankieren im östlichen Mittelmeer gegen Deutschland und seine Verbündeten, auch, um die Türkei in ihre Schranken zu weisen.

 

Es sieht also nicht sonderlich gut aus für Zypern und sein neu zu wählendes Parlament. Anotnis Loizou schrieb in der Cyprus Weekly neulich von „Little Hitlers“, die im Öffentlichen Bereich arbeiteten. Bekanntlich ist es nicht unbedingt leicht, dem Amtsschimmel der zyprischen Variante die Sporen geben zu können. Viel eher muss andauernd aufgepasst werden, dass das Biest einem keinen Tritt ins Hinterteil gibt – nur viel Stroh und gutes Futter besänftigen dieses Beamten-Vieh scheinbar.

 

Wie ein Tritt in die Optik kommt einem mehr und mehr Larnaka vor. Die Stadt nimmt immer mehr nahöstliches Format an. Das muss nicht unbedingt schlecht sein oder negativ verstanden werden. Viele Touristen reisten ja Jahrzehnte nach Beirut, Kairo, Damaskus oder eben der Türkei, um diesen gewissen Beton-Chic zu genießen. Häuser, die ganz offensichtlich in bester Absicht und größtem Elan gebaut wurden und dann von der Zeit so wunderschön morbid angefressen werden. Anscheinend scheint LTB, ein mächtiger Tour-Operator, sich genau diese Region und Stadt als neue touristische Attraktion Zyperns ausgesucht zu haben. Vor dem Hintergrund des zuvor Gesagten scheint der Entschluss dieser Firma gewagt, auch wenn Larnaka durchaus noch mehr zu bieten hat.

Am Flughafen von Larnaka wird demnächst nämlich, ziemlich sicher nach den Wahlen, Gambling a la Las Vegas erlaubt. Lange war die Kirche dagegen, wie es sich geziemt. Inwieweit dieselbe nun mit profitieren wird am Spiel um Geld, wird sich noch zeigen. Doch Goldgräberstimmung ist in Larnaka am Flughafen schon länger ausgebrochen. Dazu muss nur an den am Flughafen gelegenen Beach namens MacKennsey gegangen werden, wo sich das Nachtleben schon seit einem Jahr und länger abspielt größtenteils. Das Areal hat wirklich Potential. Die Straßen dorthin werden bereits repariert und erweitert. Der Parkplatz dort ist groß und wird noch größer. Ob diese Entwicklung einer nahe gelegenen weiteren Attraktion der Stadt gefallen wird, den Flamingos, die zuhauf jeden Winter aufs Neue stolz im kniehohen Wasser vor der Moschee der Tante des Propheten Muhammad stehen und ein einzigartiges Bild abgeben, bleibt ebenfalls noch im Ungewissen.

 

Ungefähr ebenso ungewiss scheint der Verbleib der Briten in der EU. Cameron schießt derzeit um sich, hoffentlich endlich mal scharf. Ein Austritt der Briten aus der EU wird von Vielen schon lange nicht mehr wirklich bejammert. Die Extrawürste, die den Briten andauernd verabreicht werden und wurden, sind inzwischen zu kostspielig – sie bringen die Solidarität in der EU ziemlich offensichtlich durcheinander und haben indirekt–direkt einen erstrangigen psychologischen Beitrag geleistet, dafür, dass Solidarität in der EU mit das Blödeste geworden zu sein scheint, was ein Staat tun kann. Wenn die Briten gehen wollen, dann sollen sie doch gehen – bye-bye!

Es dürfte aber leider anders kommen, nämlich, dass die sich abzeichnenden Konflikte in Afrika und andernorts eine sogenannte konzertierte Aktion der 3 Bigplayers in Europa (Frankreich. Großbritannien und BRD) zwingend notwendig machen dürfte – dass daher die Sonderrchte der Briten noch eine lange Laufzeit haben werden und wahrscheinlich dazu führen, eine Art zweigleisige EU zu begründen. Eine derartige Entwicklung wird nicht ausbleiben können, denn die Politiken in Griechenland, Italien und Spanien (eigentlich auch Frankreich) zeigen, dass ein Retten aus dem (in zweifacher Hinsicht) verschuldeten Schlammassel eben dieser 3 europäischen Kern-Staaten Priorität haben wird – und sei es mit dem Umweg über Afrika!

 

Ebenso ist absehbar, dass die Russlandkarte nochmals neu zu spielen sein ist, nachdem sich vorheriges Szenario installiert haben wird. Warum in den Süden Europas vergebens zu viel Energie stecken, die nur mangelhaft an ein Fortkommen in der Zukunft und global glauben lässt, wo das mächtige Russland wiederholt anbietet, einen Korridor vom Pazifik bis zum Atlantik mit Europa (noch nicht mit den USA) zu errichten?

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