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Putin, König ohne Sonne

Einigkeit,

dazu fällt uns doch gewiss gleich das Ströphlein ein: „Eingkeit, Recht und Freiheit“!

Einigkeit bezüglich der Eurobonds, die Merkel zufolge wirklich nicht kommen sollen und nun Stabilitäts-Sonstwas genannt werden? Das Recht auf Wut, auch die des gutsituierten Bürgers, aufs System und dergleichen eventuell; und dann die Freiheit, dorthin in Deutschland als jemand mit so genanntem Migrationshintergrund in Urlaub zu fahren, wo Teile des Bundeslandes, der Stadt, „befreit“ sind.

Ja, wir haben es vernommen. Frau Bundeskanzlerin hat den Schand-Bann ausgesprochen, hat wahrscheinlich so angewidert „puuh“! damit gesagt wie Besucher eines Boxkampfes neulich, wo ein Politzombie seine Wiedergeburt erneut in Erinnerung rufen wollte. Putin, von dem ist die Rede, und seiner „Geeinigten Russland Partei“. Dem steht offenbar kein zaghafter Widerspruch der Straße  ins Haus ausgeführt von ein Paar Hanffrötzi, wie in Nikosia, wo die hin und wieder zusammenkommen, um Protest vielleicht auch mit so etwas wie Karneval zu verwechseln – zuweilen. Es dürften also viel eher „befreite“ Dimensionen a la Kairo ins Haus Putin stehen. Und Tahrir heißt ja so was wie „Befreiung“!

Schon blöd, wenn ein Sonnenkönig merkt, dass die Toiletten eingebaut werden. Damals in Versaille bei Ludwig dem XIV. war so ein alltäglicher Ort im Bauplan nicht vorgesehen. Sowas wurde mal an deutschen Schulen beigebracht, ist zu hören.

Putin wird die erlittene Schmach nicht so einfach überpudern (können), die er erlitt, als ihn die Massen ausbuhten als er geruhte nach einem Boxkampf irgendwo in einer Arena Russlands den Boxring von sich eingenommen einzunehmen.

In der Türkei gibt es eine scheinbar von sich eingenommene Opposition, die CHP. Die behauptet, Erodgan habe gedroht, die Details über Tunceli/Dersim preiszugeben. Doch widererwarten antwortete Kilicdaroglu, der Führer der Opposition: „Tus doch! Wir wollen eh, dass die Archive geöffnet werden“! Nun zeigt sich, dass Erdogan irgendwie ein Problem zu haben scheint. Es darf mit Spannung gewartet werden, was dahinter steckt.

Die CHP, unter der Führung Atatürks hatte einst unter anderem mit Mustafa Kemals (Raschid) Ziehtochter, der ersten Pilotin der Türkei, nach der auch ein Flughafen Istanbuls benannt ist, Bomben auf Dersim abgeworfen. Sabiha Gökcen hieß die Dame. Und dann war dort noch so ein anderer Teil des  Massakers in Tunceli/Dersim, worüber die verschiedensten gruseligen Details kursieren.
Nein, nicht das Massaker an den Armeniern zur Zeit des Ersten Weltkriegs ist gemeint. Das an den Kurden/Aleviten aus Tunceli, die halt auch einen eigenen Kopf haben.

Und so, wie Mustafa Kemal, der den Namen Kemal dann in Raschid umgewandelt hat, als ein Weitere Sonnekönig, wenn man es so sehen will, unter vielen Türken gehandelt wurde und immer noch gehandelt wird, so und mehr möchte nun auch Tayyip Erdogan erstrahlen. Und weil zuvor bereits von Russland die Rede war und weiterhin sein soll, sei daran erinnert, dass ja seiner Zeit die Russen für das Entstehen der Republik Türkei eine gewichtige, ja, entscheidende Rolle einnahmen. Sie hielten den Nacken der Befreiungskrieger frei. Atatürk vertrieb derweil Franzosen, Italiener, Griechen und andere.

Dass diese Dinge erwähnenswert für die anstehende Zukunft sein dürften, liegt durchaus auf der Hand. Sonnenkönig Putin tritt nämlich im Vorfeld mit gedimmtem Strahlenkranz auf. Da braucht er bestimmt noch ein paar Glanztupfer zukünftig. Ankara dürfte bis dahin genügend Material, will ich es mal nennen, angesammelt haben, welches allemal die Russlandkarte betonter spielen lässt – vielleicht sogar zwingend, irgendwie.
Konkret manifestieren sich solche Dinge im Allgemeinen in Form von Militärbasen, Technolgietransfers, und letztere gern im Hinblick auf Atomkraft, was wiederum ein Thema in Ankara ist, darauf kann gewettet werden, welches als Art Prestigefrage mehr und mehr gilt. Schließlich wollen Sonnenkönige im Lichte von Etwas leuchten, ja, wie Es selbst leuchten. Man hat ja nicht „von Ungefähr“ die Lampe/Glühbirne im Partei-Emblem der türkischen Regierungspartei namens AKP.

In der Regierungszeit Xristofias, im Süden Zyperns, dürfte eventuell die Lunte zu so einem Entscheid bezüglich Russland und der Türkei in Zukunft gelegt worden sein.

Nordzypern! Was eigentlich eignete sich daher mehr, als russische Militärbasen oder dergleichen in Karpaz/Nordzypern zum Freundesbeweis zukünftig zu installieren? Die Engländer werden die Russen im Norden schon gewähren lassen? Ich tippe mal, ja!

Man bedenke, Syrien ist um die Ecke, wo Russland eh drin ist und gerne aus regionalstrategischen Erwägungen und überhaupt das Sich-dort-in-der-Region-breit-machen weiter betreiben mag.

Wie die vielen Touristen und Geschäftsleute aus Russland in der Gegend mehr als nur verdeutlichen, eventuell.

Es ist in gewisser Weise wie mit den Chinesen. Auch sie werden präsenter und sie füllen die Orte, die die Amerikaner, Engländer und vielleicht noch Franzosen in unseren Köpfen und Herzen füllten – nicht mehr ganz so langsam geht dieser Wandel voran, aber unüberseh- und fühlbar.

Es gilt wohl nicht nur für Europa, dem ausge“puuh“tinten Russen Putin zukünftig Zugeständnisse machen zu dürfen, damit er nicht auf Abwege gerät (Kaukasus, Ukraine, Balkan oder Finnland, Litauen, Serbien, Syrien z.-B).

Was nicht alles getan werden muss für ein freies Europa! Gorbatschow, gerade in Berlin, beklagt, dass der Sonnenkönig in Moskau nicht begreift, dass nochmal von Vorne angefangen werden muss – ohne den Glanz eines Königs! Uneines Putinland steht wohl an! Und dann?

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Das Jahr ist noch nicht um. Doch jetzt kann schon gesagt werden, 2011 ist das Jahr des Nahen und Mittleren Ostens plus Nordafrika. Versteht sich, aus europäischer Sicht vor allem wird es möglich sein, ein derartiges Statement abzugeben. Jemand im südlichen Afrika lebend würde wahrscheinlich auf den Südsudan, Kongo oder aber die Ivory Cost verweisen.

Verwunderlich ist, finde ich, dass Tunesien in den meisten deutschsprachigen Medien nicht erwähnt wird und der Anfang des so genannten Arabischen Frühlings sogar von inzwischen im Westen gehätschelten Persönlichkeiten der arabischen Welt, die Rede ist vom Schriftsteller Elias Khoury,  mit den Ereignissen in Ägypten im Februar 2011 beginnt. Dass in Marokko mindestens genau so herum geschachert wird, wie in Syrien – angebliche Reformen fürs Volk betreffend – , scheint auch nicht so richtig durchzudringen. Anscheinend müssen erst viele, viele Menschen sterben, bevor wir wirklich so etwas wie Betroffenheit an den Tag legen.

Wenn man bedenkt, wie viele Kurden im Kampf um Autonomie in der Türkei bereits ihr Leben ließen, ohne, dass die Türkei dafür jemals wirklich ernsthaft gerügt worden wäre, ist Velen ein weiterer Hinweis auf das Messen mit unterschiedlichen Maßen in der Welt.

Nun haben die ‚befreiten‘ Ägypter also die israelische Botschaft in Kairo lahmgelegt, besetzt, gestürmt. Wir dürften uns da einhellig klar sein, dass nichts Dümmeres hätte geschehen können. Dieser Akt, vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Maße von Wichtigkeit und Aufmerksamkeit, die angelegt werden durch die Medien und Andere, wird gewiss den Tod von 5 ägyptischen Grenzsoldaten überstrahlen, wenn ich mal so schreiben darf. Dass in Israel seit Jahrzehnten nahezu täglich Palästinenser getötet werden von israelischen Einheiten oder gar Zivilisten, daran hat man sich – leider – gewöhnt. Ja, das wird eigentlich bereits billigend in Kauf genommen, entsteht hie und da der Eindruck, zumal die Big-Players deswegen noch nie einen wirklichen Sturm der Entrüstung vom Stapel ließen. Das tun sie jetzt demnächst, denke ich, weil Assad um sich haut und ausgedient haben dürfte. Gewiss wird der Eine oder die Andere nun sagen: „was schreibt der, das alles ist doch gar nicht miteinander vergleichbar!“ Diesem Standpunkt mag ich hiermit aber prononciert widersprechen. Weil das alles hängt eben zusammen; und es ist das kollektive Gedächtnis, welches eine Art Mitschuld trägt an der Erstürmung der Botschaft in Kairo. Ganz besonders dürften in diesem Gedächtnis zwei Grund-Ungerechtigkeiten hängen geblieben sein: zum einen, dass Palästina noch immer nicht anerkannt wird als Staat und das Volk dazu wie Staatenlose ihr Recht so wirklich nirgends einklagen kann, weil entsprechende Mechanismen und Organe ausgebildet wurden auf politischer und sozialer Ebene, die derartiges zu verhindern wissen. Und zweitens, dass die, die den Palästinensern einen Teil ihre Heimat nahmen und dazu hauptsächlich beitragen, dass kein solcher Staat sein soll dürfen, und die sich Wehrenden nicht nur, wie es scheinbar beliebt mit Waffengewalt  zuweilen richtig tödlich in die Schranken weisen, sondern auch noch die Frechheit besitzen, dass wenig Land, welches man den sich wehrenden arabischen Einwohnern beließ, langsam aber sicher abgegraben wird: hier ein Stückchen, dort ein Stückchen. Die so genannte internationale Gemeinschaft schaut zu. Nein, sie unterstützt eher, etwa wie Deutschland und die USA, diese Politik. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass in Ägypten eine Revolution am ablaufen ist, wo man noch immer dran arbeitet, das alte Regime wegzuputzen. Und dieses alte Regime ist seinerzeit von der Mehrheit der Ägypter ungeliebte Allianzen eingegangen – und zwar mit eben denjenigen, die die zuvor bezeichneten Grund-Ungerechtigkeiten inszenieren und sich nachweislich daran sogar noch gesundstoßen und – stießen.

Was Zypern angeht, mag ich hoffen, dass es gelingt, sich aus diesen Spannungen einigermaßen herauszuhalten. Es sieht allerdings nicht danach aus. Die Gasförderungsabsicht unter der Zuhilfenahme Israels und einer amerikanischen Firma im Mittelmeer, wogegen vorerst nur die Türkei protestiert und Russland verhalten, signalisiert bereits harte Zeiten, die anstehen deswegen. Die EU hat, davon abgesehen, eigentlich andere Problemchen zu lösen, als einen Energiekrieg oder –streit im östlichen Mittelmeer.  Denen ist gerade der Chef in der Europäischen Zentralbank (EZB) aus angeblich persönlichen Gründen weggerannt. Ein Herr Asmussen soll ihn beerben. Der Letztere ist Deutscher. Einige finden, eine Art Führungsdynastie der Deutschen in der EZB-Spitze führt auf lange Sicht zum Fall der Glaubwürdigkeit dieses Betriebs. Auch den Griechen kann das sowie die Angelegenheit von davor nicht gelegen kommen. Assad könnte letztlich davon noch profitieren, je nach dem wie sich Russland und wahrscheinlich auch Peking positionieren werden. Was die so genannten Wiedervereinigungsverhandlungen Nord- und Südzyperns angeht, dieses Sich-gegenseitige-Belügen, was finanziell nicht ganz so billig ist, wird dann wohl demnächst im Zuge dieser eventuell totbringenden, noch an die Oberfläche zu fördernden Gaswolke im südöstlichen Mittelmeer aufgegeben. Somit wäre zumindest ein Übel aus der Welt geschafft???

Erdogan tourt derweil die arabischen Staaten, der sogenannten Arabischen Frühlingsrevolution: Ägypten, Tunesien, Libyen. Vom Volk ist er dort gern gesehen, nicht so von denen, die noch an der Macht sind. Sich gegenüber der Türkei international favorabel zu positionieren, wird für Nikosia-Süd u.a. auch daher schwer. Die Türkei rollt ihren historischen Draht zu der Region Mittlerer und Naher Osten plus Nordafrika von Neuem aus. Das hat nach so viel Zeit, die vergangen ist, für die vom Westen gedemütigten, beschissenen und als gering geschätzten Menschen in dieser Region, derzeit zumindest, mehr Anziehungskraft und Glaubwürdigkeit, was Erdogan zu bieten hat, als das, was die NATO bietet. Bei Letzterer sind sich gewiss die Meisten in der Region einig darüber, dass ihr Handeln vorort keinesfalls selbstlos ist, sondern Hilfe zur Selbsthilfe ist. Und dass der Euro, die USA und die EU straucheln und das zusehends immer mehr, lässt ein sich Umorientieren und Vorsichtigsein gegenüber dem Westen sogar plausibler denn je erscheinen. Dass Italien und Griechenland Albanien derzeit wiederholt anbieten, zu kooperieren beim Fördern von Erdgas oder Öl in der Region und Tirana versprechen, sich für einen Beitritt in die EU zu verwenden, zeigt manchem geradezu exemplarisch, dass die Herren und Damen in der EU den Zeitenwechsel noch immer nicht mitbekommen haben.

Interview zur Türkei

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