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Posts Tagged ‘kaukasus’

Wer sich in Zypern etwas länger aufgehalten hat und womöglich noch Türkisch spricht, dem sind gewiss die vielen Türkischsprecher aufgefallen, die sich zum Beispiel gerne Zentral in der Stadt Nikosia – selbstverständlich auch andernorts – treffen: am Elefteria Square. Am Dialekt erkennt man, dass es sogenannte Pontis sein müssen, Siedler vom Schwarzen Meer. Anfänglich dachte ich, dass das Wort Ponti ein Schimpfname sei und die Leute aus der östlichen Gegend des Schwarzen Meers, die nach Zypern gelangt sind, als Mäuse verunglimpft werden. Die Brücke vom einstigen Gebiet namens Pontus auf Ponti zu schlagen, war mir lange verwehrt. Im Griechischen ist die Maus nämlich die „ponti“.
Einen guten Ruf haben sie dennoch nicht. Einbrüche, Raub und Mafiageschäfte werden ihnen nachgesagt. Das allgemeine Schicksal von Zugezogenen eben.

Heute Morgen gerade gelesen, dass es in Flüchtlingsheimen in Deutschland zunehmend zu Schlägereien kommt. Ein Informant ließ mich wissen, der in Freiburg als syrischer Flüchtling untergekommen ist, dass die Sprachmittler wahrscheinlich einen hohen Anteil an den Spannungen haben dürften. Sie würden nicht so unparteiisch handeln wie die Deutschen – bevorzugten also Leute aus ihrem Kulturkreis beziehungsweise Herkunftsland und gäben Kommentare von sich, die ihre Sympathie oder Antipathie mit den jeweilig vorhandenen politischen Systemen (Irak, Iran, Syrien etc.) durchaus spiegelten. Es seien sich eigentlich alle einig, dass es besser sei, wenn Deutsche dort ihren Dienst versehen würden anstatt diesen parteiischen Leuten. Doch nun zur Fortsetzung der teilweisen Übersetzung des Artikels aus der zyprischen Tageszeitung Alithea vom 02. August 2015 von Giorgie Pulakou:

Sicht auf die Geschichte der Griechen im Kaukasus

Der weitere Umkreis des Kaukasus ist den Griechen allseits bekannt gewesen, wie in der griechischen Geschichte zu lesen steht, wobei die Griechen vom Schwarzen Meer oft im Zentrum der Streitigkeiten standen, so auch die Spannungen zwischen Türken und Griechen und Letzteres bereits seit byzantinischer Zeit. Den Griechen ist die Gegend also seit dem Altertum bekannt.
In der griechischen Mythologie wird ein skythischer Hirte „Kaukasus“ genannt, nach Maßgabe der einen Darstellung tötete er [den Gott] Kronos, half diesen zu stürzen und Zeus zu retten. Um [den erwähnten] Kaukasus zu ehren, benannte Zeus das [ uns bekannte] Gebirge „Kaukasus“. Dieser Name gilt bis heute.
Bekannt sind auch die Geschichten des Iosona, der bis dorthin gelangte auf der Suche nach dem blonden Riesen, dem Heraklion, welcher mit dem Geschlecht der Amazonen um den Gürtel der Königin Ippolitis und die Königskrone der Athener kämpfte. … . Diese Überlieferungen verraten uns, dass bereits seit dem Altertum Beziehungen der Griechen dorthin bestanden. Die Ansiedlung der Griechen im Kaukasus ist ein Phänomen, welches im 10. Jahrhundert vor Christus seinen Lauf nimmt und gipfelte im 8. Jahrhundert vor Christus in der Kolonisation durch die Griechen … .
Das war zum Zeitpunkt, als Militos Herakleion aufbaute wie auch das heutige Sinop, von wo aus das heutige Trabzon gegründet wurde. Von da an formte sich stetig eine blühende griechische Bevölkerung im Kaukasus, die dort Jahrtausende überdauerte.
Danach wurde der Kaukasus ein Teil des römischen und danach des byzantinischen Reiches, wo er eine wichtige Rolle beim Erhalt des Hellenismus spielte. Nach der Eroberung der Stadt [Trabzon] 1204 seitens der Kreuzritter wurde von der Dynastie der Komninon im äußersten Norden von Kleinasien und des Kaukasus das Kaiserreich von Trapezunt errichtet, welches der letzte, unabhängige griechische Staat war, der von den Osmanen im Jahr 1461 eingenommen wurde.
Die osmanische Eroberung des Pontus (ein Teil der Schwarzmeerregion) fand in drei Phasen statt. Die erste begann mit der Einnahme 1461 von Trapezunt und entwickelte sich im 17. Jahrhundert dahin, dass die Osmanen gegenüber dem Hellenismus im Pontus eine ziemlich neutrale Stellung einnahmen. Die zweite Periode beginnt in der Mitte des 17. Jahrhundert und endet mit dem ersten türkisch-russischen Krieg und dem Vertrag von Küçük Kaymarcık 1774. Auch der Krieg mit der Orthodoxie Russlands charakterisiert diesen Zeitraum religiös motivierte Gewalt gegen die Griechen und deren Exislamisierung durch gewaltbereite Banden. Die dritte Periode beginnt nach dem Vertrag von Küçük Kaymarcık und auch etwas mit der Katastrophe in Kleinasien 1922 [als die Griechen aus jener Region und der um Izmir vertrieben wurden].
Charakteristisch ist der systematisch durchgeführte Versuch der dortigen Staatsmänner, die freiheitlichen Gesetze zu Gunsten der Christen nicht zu befolgen – sowie das Aufkommen des türkischen Nationalismus am Anfang des 20. Jahrhunderts.
Im Laufe der Jahrhunderte, und je weiter sich das zaristische Russland Richtung Süden ausbreitete, wurde die Region (Pontus) von der Türkei geplündert. Als die zwingende Notwendigkeit verstanden worden war, die verlassenen Gebiete am Schwarzen Meer wieder zu besiedeln vermittels eines neuen Volkes, kamen nur Griechen oder Armenier in Frage. Die Russen stellten den neuen Siedlern das Land und erteilten ihnen Vorrechte unter der Voraussetzung sich einer bestimmten Struktur zu fügen, so auch der Russifizierung ihrer Namen.
Zum Beispiel besteht Mariopolis, die seit 1810 bis ins Jahr 1873 mit den umliegenden Dörfern griechischer Verwaltung unterlag und griechisches Recht bis 1859 hatte, dem Erlass, dass es nicht erlaubt war, andere Ethnien dort ansiedeln zu lassen.

Die hauptsächliche Motivation für Griechen in den Kaukasus zu ziehen ab dem 18. Jahrhundert nach Christus, also ihres Wegganges aus der Stadt Andrianopoli nach Georgien vordringlich, war wegen der schwindenden abbaubaren Menge an Erz dort. Ein weiterer Zug von Griechen in Richtung der russischen Gebiete fand in der Zeit der Volkserhebungen statt, wie auch in den drei russisch-türkischen Kriegen, die folgten. 1880 wurde in der Region Schwarzes Meer – im heutigen Trabzon – ermittelt, dass mindestens 100.000 Griechen aus der Krim und dem Kaukasus dort angesiedelt hatten.
Ab 1880 begann also dieser Umzug der Griechen, so auch von der Küste der Pontus-Region. Es wird angenommen, dass zwischen 1775 und 1884 ungefähr 300 – 350.00 Griechen aus dem Osmanischen Reich ins russische Staatsgefüge umzogen. Die Volkszählung ergab allerdings, es sollen dort lediglich 207. 536 Griechen leben. Wahrscheinlicher ist, dass diese Zahl die Wirklichkeit nicht wiedergibt, zumal [bei jener Volkszählung eh] genug Nationalitäten unberücksichtigt blieben – entweder wegen Problemen mit der angewandten Methode [der Volkszählung] oder wegen politischen Zielen. Und das geschah wiederum abhängig von der slawischen Ideologie. Als Nachweis dessen dient [uns] die „Große Sowjetische Enzyklopädie“, die eine griechische Bevölkerungszahl 1897 von 462.000 Personen angibt. Der [Haupt-]Grund für den Zug der Griechen vom Pontus nach Russland war der karge Gebirgsboden in der Gegend, der sich zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung schlecht eignet, sowie der Beginn der Verfolgung durch die Türken, wobei die Ereignisse und die Lage in Russland auch nicht gerade ideal waren, wegen der kalten Schulter, die sie ihren Glaubensbrüdern, den Griechen, zeigten.

Die Griechen in Russland waren nicht untätig und suchten weiterhin einen idealen Platz, um sich nieder zu lassen im russischen Reich – neue Gemeinschaften galt es zu kreieren, auch in Sibirien, wo eine Gruppe von 1.500 Griechen sich niederließ, so auch in Taschkent (Uzbekistan) und in Aschsabant (Türkmenistan).
Die Griechen, die sich in Russland niederließen im 18. Jahrhundert hatten indes keine besonderen Schwierigkeiten. Die Probleme der griechischen Sache wegen fallen zusammen mit dem sogenannten „griechischen Plan“ von Katherina der Großen, um die russischen Kontrolle des Byzantinischen Reiches wieder zu erlangen. Dem Verlassen dieses Planes folgte die Umsetzung der pan-slawischen Ideologie durch Russland. Teil dieses Unternehmens der Slawisierung der Griechen durch den russischen Staat geschah mit der Auferlegung der russischen Sprache in den [griechischen] Schulen wie auch in ihren religiösen Riten, während systematisch verboten wurde, Griechisch zu unterrichten. Das starke nationale Bewusstsein der Griechen vom Pontus ist hauptsächlich der Grund dessen, dass die griechische Bevölkerung zusammen gehalten hat.

Griechen und ideologische Motive

Ein historisch interessanter Fall ist die Beziehung der Griechen vom Pontus zu den ideologischen Strömungen in der dortigen Region, wie auch die Ideen, die hauptsächlich aus Griechenland kamen. Die griechischen Intellektuellen der Region waren für zwei Strömungen empfänglich: aufständische Ansichten, die aus Russland kamen und die Ideen der Griechen Griechenlands. Darüber hinaus arbeiteten die Griechen vom Pontus bei der Volkserhebung 1821 mit den Revolutionären zusammen; in Anwendung war auch die Zusammenarbeit der Griechen im Putsch 1905 in Russland.
Die Beziehung der Griechen vom Pontus mit dem ethnisch orientierten Erwachen hatte bereits seit dem 18. Jahrhundert begonnen und ging so weiter nach der erfolgreichen Unabhängigkeit des größten Teils von Griechenland 1830, ebenso auch wie das Verhältnis Griechenlands zum Osmanischen Reich, welches wiederhergestellt wurde. [Vordringlich] durch die Versendung von Lehrkräften aus Athen gelang die Aufrechterhaltung des ethnischen Bewusstseins. Langsam brachte die Errichtung griechischer Schulen in den Regionen, wo es keine Verbindung zu Griechenland gab, den Griechen vom Pontus die Entwicklung eines unfreien Klimas – so abgehandelt in der griechischen Presse jener Zeit -, was auch die Griechen in Russland beeinflusste.
Letztere wurden tiefgehend beeinflusst durch den Putsch 1905, insbesondere, was die besonderen Forderungen ihrer griechischen Gemeinschaft angeht. Ausdruck dessen war die Gründung der „Griechischen Gesellschaft“ in Russland. Darüber hinaus brachten griechischsprachige Zeitungen, der „Kosmos“, als erste das Thema einer Organisation der Griechen in Umlauf, wie auch die Vereinigung der Griechen vom Kaukasus mit denen vom Pontus.
Der Ausbruch des I. Weltkrieges brachte gewisse Erwartungen bei den Griechen in der Region mit sich, im türkischen wie auch im russischen Staat. Im April 1916 führte der Ausgang der Streitigkeiten (russisch – türkisch) zum Ende der türkischen Oberhoheit im Osten des Pontus und zur Errichtung einer frühzeitigen griechischen Führung, die wärmstens von der griechischen Presse unterstützt wurde. Sie bleibt uns als „Demokratie Pontus“ bekannt mit der Hauptstadt [des heutigen] Trabzon. Von Seiten der türkischen Administration wurde die Staatsmacht an den Metropoliten, Chrisanthos Filippidis, übergeben sowie an eine drei-köpfige Kommission, die aus Griechen bestand. Beweis des guten Klimas, welches herrschte zwischen den einheimischen Griechen und den Türken ist, dass der Metropolite die türkischen Angehörigen der Region unter seinem Schutz behielt.
Die Vorherrschaft der Bewegung der Bolschewiken, der Rückzug der russischen Truppen aus dem Pontus und der darauffolgende Vormarsch der türkischen Armee um die Region zu unterwerfen, entwurzelte größtenteils geradeu den Hellenismus in der Region. Das Ziel der flüchtenden Griechen war zuerst, Zuflucht in Russland zu finden, um dann von dort in ihre Heimat von vor hunderten von Jahren zu gelangen. Doch der Schrecken der Bewohner vom Pontus hatte noch nicht geendet. … “

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Türkei und das Erdgas

OK, dass Zypern davon träumt, auf dem Energiesektor eine Art Global Player zu werden wegen seiner Lage zwischen Europa und dem Nahen Osten, ist ja hinlänglich bekannt – vor allem jetzt gerade, wo vor Ägypten anscheinend wirklich eine große Menge Erdgas ausgemacht wurde. Doch wie sieht es damit eigentlich in der Region aus? Dass in Libyen Erdöl gefördert wird, das weiß man, doch weniger bekannt und durchsichtig scheint zu sein, welche Rolle die Türkei spielt. Und das was folgt, wird einigen verständlicher machen, warum der Präsident Erdogan so selbstherrlich auftritt. Die zyprische Alitheia-Tageszeitung hatte am 02. August 2015 eine interessante Beilage zum Thema. Hier also eine weitere Übersetzung aus einer griechischsprachigen Zeitung Zyperns, wie meistens in Auszügen:

„Ökonomische und politische Entwicklungen in den Staaten, die dem Kaukasus nahe sind!

Diplomatie der Pipelines

Beim Treffen der Schwergewichte in Sachen Energie, ist eine häufige Frage gewesen: Wer ist eigentlich der Außenminister Russlands? Die Antwort darauf ist: Gazprom. Das Unternehmen mit dem meisten Kapital in der Welt. Es gilt hinzuzufügen, der ehemalige Bundeskanzler Deutschlands, G. Schröder, ist leitender Berater dieses russischen Unternehmens für Erdgas und Petrol. Daran können wir seine politische und ökonomische Größe ermessen. Parallel kämpfen Länder wie Aserbaidschan, Kazakistan, die Türkei, die USA, Deutschland, andere Förderländer, und nicht nur die von Erdgas und Erdöl, mit Russland um die Hauptrolle, während überstaatliche Organisationen wie die EU versuchen, mit allen Mitteln zu nutznießen. Jedenfalls ist sicher, dass die Energie als Mittel funktioniert, seine Pläne positiv zu realisieren, die zu anderen Zeiten entweder einer vertraglich festgelegte Außenpolitik bedurft hätten oder aber des Einsatzes von Waffen … .

Russland

Der Entscheid Russlands, die Erneuerung des Verlaufs der Pipeline namens South Stream zu planen – über die Türkei -, tut vielen europäischen Staaten weh. Jenen, die ihre Hoffnung auf die South Stream zwecks Stabilität in der EU in Sachen Energie gelegt hatten, wurden enttäuscht. Obgleich dieser Schritt Moskaus aus vielen Perspektiven betrachtet werden kann, erzeugt er in Wirklichkeit viel Spannung in der russischen Strategie im weiteren Sinne.
Die Idee, andere Mächte in der Region zu stärken – überlebenswichtig -, um eine multipolare Lage zu kreieren, gibt der russischen Agenda jetzt Zeit. Das ergibt sich aus den Kontakten und den Vereinbarungen, die Russland einging mit China, Indien und der Türkei. Um mit den starken Mächten zu verhandeln, braucht Russland eine Art Ergänzungsmannschaft. Russland ist eine Energie Supermacht. Und die Förderung von diesen Rohstoffen hat Auswirkungen auf die Außenpolitik auch angesichts des Preisverfalls vor kurzem von Petrol und Erdgas.
Die Richtungsänderung der South Stream gibt der Türkei strategische Wirkkraft auf dem Balkan, im Kaukasus und gegenüber der EU. Durch den Vertrag [mit der Türkei] gewann Russland einen großen Markt mit all dem, was es für seine Wirtschaft mit sich bringt, wobei die Türkei das Erforderliche dazu sicherstellt. Sie erhält Erdgas und gewinnt Einfluss im Gegenzug. Der [zuvor bezeichnete] Schritt Russlands wird erregt und negativ diskutiert im Ausland. Die Kritik konzentriert sich auf die Tatsache, dass es Putin nicht nützen wird, den traditionellen Feind, die Türkei, zu stärken, den geostrategischen Antagonisten. Darüber hinaus gibt es noch Syrien, die Krim, die konfliktreiche Armenien – Aserbaidschan Angelegenheit, wo Russland und die Türkei sich gegenüberstehen, wo alles offen ist [so auch, was Zypern angeht, wo zur Regierungszeit von Xristofias die Republik Zypern durchaus einige Schritte auf Russland zugegangen war, wovon gewiss der eine oder andere noch aktiv wirkt – politisch und/oder in der Diplomatie].

Die Türkei

Erdogan, der bei der Einweihung der Pipeline TANAP eine Rede hielt, die nur eine der Energie führenden Wege ist und dienlich dazu, die Türkei zu einem Energie-Hub zu machen, sagte unter anderem das Folgende: „Die Türkei hat in der letzten Dekade eine vorsichtige Vertiefung ihrer Politiken bezüglich der Pipelines verfolgt … .“ Und wir fügen hinzu: mit vielfachen Auswirkungen in der türkischen Wirtschaft. Es wurde errechnet, dass allein für die Erforderlichkeiten der TANAP in den kommenden Jahren 1,1 Millionen Tonnen Stahl in Rechnung stehen, die gebraucht werden. Die türkische Presse betont unter anderem das Folgende: „Die Annullierung des South Stream Plans durch Russland und die Hinwendung zum geplanten Turkish Stream, hat die strategische Zusammenarbeit auf dem Energiesektor der Türkei mit Aserbaidschan, mit Russland und nahe gelegenen Gouverneuren im Irak (Irakisch Kurdistan) ziemlich autonom Fahrt aufnehmen lassen. … . TANAP vertritt einen wahren, internationalen Plan mit wichtigen Abzweigungen für den weltweiten Energiezweig; er ist eben auch eine hervorragende Chance für den Reifeprozess der BOTAS ( das ist die staatliche Unternehmung der Türkei, die hauptsächlich im Bereich Beförderung von Erdgas und Petrol tätig ist) zu einem internationalen Player im Energiesektor aufzusteigen (Sabah-Tageszeitung 20/03/2015).
Der Plan der Beförderung der Türkei zu einem wichtigen Player in Sachen Energie in der Region bringt neue Tatsachen zur Welt. Das schon charakteristisch zu bezeichnende Beispiel ist der Turkish Stream, der vielleicht die Notwendigkeit der russisch-türkischen Zusammenarbeit signalisiert. Und das in der Region, wo der Bruch der Beziehungen Russlands mit dem Westen weitreichende Folgen hat. Auch wird untersucht, ob eine Unterwasserleitung, israelisches Erdgas über die Türkei nach Europa bringen kann, wo bereits die Rede von einer Vereinbarung auf 25 Jahre ist, das Erdgas-Abkommen, welches die Beziehungen der beiden Länder miteinander verbessern wird.
Auf der 14. Internationalen Türkischen Konferenz für Petrol und Erdgas, die letzten März in Ankara stattfand, wurde sichtbar, dass ¾ der weltweiten Vorkommen von Petrol und Erdgas in Gebieten liegen, die in der Nachbarschaft der Türkei sich befinden, also in Ländern Zentralasiens, dem Kaukasus und im Mittleren Osten.
Abgesehen von der Turkish Stream und der Pipeline TANAP (die Erdgas von Aserbaidschan au der Bohrstelle Schah Deniz nach Europa via der Türkei und Georgien als Abzweiger des South Stream Corridor bringen soll, das unter anderem auch den Pipeline-Verlauf bekannt als TAP beinhaltet) durchziehen die Türkei noch weitere Pipelines, die entweder bereits arbeiten oder in Planung sind. Es gibt zum Beispiel die Blue Stream, die das Kaspische Meer durchzieht und seit Jahren Erdgas in die Türkei bringt. In der Türkei endet auch die Süd-Kaukasus-Pipeline, welche aserbaidschanisches Erdgas vom Schah Deniz anbringt (die Türkei deckt 26% ihres Energiebedarfs aus eigenen Quellen). Gleichzeitig laufen Verträge mit dem irakischen Kurdistan, um dem autonomen kurdischen Gebiet zu ermöglichen, 20 – 30 Millionen Kubikmeter Erdgas über die Türkei abzuleiten. Im Dezember 2014, als die auf 50 Jahre festgesetzte Zusammenarbeit mit der Türkei bekanntgegeben wurde, sagte der Minister für Entwicklung des Irakischen Kurdistans, dass „das Ziel ist, das Erdgas bis 2017 anfängt zu fließen. Nun, viele schätzten, dass das dynamische Erscheinen des irakischen Erdgas auf dem Markt einige Kettenreaktionen verursachen wird. Die Erklärung dessen ist: Das irakische Erdgas ist billiger als das iranische (um 50%). Im gleichen Monat schreibt die arabische Internetzeitung Al Monitor, dass der Iran und Türkmenistan Interesse bekundet haben, sich an die TANAP-Pipeline anzuschließen – auf der Suche nach Netzen zum Vertrieb ihres Erdgases auf die Märkte angesichts der neuen Tatsache, nämlich, einer möglichen Wiederannäherung des Irans mit dem Westen.

Pipelines und Griechenland

Inmitten des großen Durcheinanders bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen internationalen Gläubigern begab sich der [ehemalige] griechische Ministerpräsident nach Moskau zu einem offiziellen Treffen mit Wladimir Putin. Im Verlauf des Treffens mit der Presse, welches folgte, kam heraus, dass Russland Griechenland eine engere Zusammenarbeit angeboten hat in Sachen Erdgas. Dieser Vorschlag wurde von Putin als großer Player gemacht, der die Situation der griechischen Ökonomie [aufs Mal] änderte. Putin sagt, Griechenland könne hunderte von Millionen Euro verdienen durch das Weiterleiten von Erdgas, jährlich. Er fügte hinzu, dass Griechenland dieses Einkommen benutzen könnte, seine Kredite an die Gläubiger zurück zu zahlen. Putin sagte auch, dass Russland die Möglichkeit untersuche, Griechenland Geld zu leihen, um die Arbeit im großen Maßstab in Sachen Erdgas zu schultern – durch die Allgemeinheit. Das war eine Anspielung auf die Turkish Stream, die Pipeline, die im Dezember 2014 der Präsident Russlands verkündet hatte, die eine Pipeline ist, von der erwartet wird, dass sie einen wichtigen Anteil russischen Erdgases nach der Türkei und Europa bringt – die Ukraine ab dem Jahr 2019 umgehend.
Der russische Präsident hatte verkündet, die türkisch-griechische Grenze solle derart Ende 2016 erreicht werden (es wird mit 40 Mill. $ veranschlagt). Ziel ist 2019 russisches Erdgas zu liefern, welches heutzutage über die Ukraine fließt (40% insgesamt der 140 Kubikmeter, die nach Europa exportiert werden) wird entsprechend anstatt an der türkisch-griechischen Grenze sich einstellen. Ein Plan, der nicht nur Bedeutung im Energiebereich besitzt, sondern auch diplomatisch, da derart die Fördermengen der Gazprom nicht mehr abhängen von der feindlichen Ukraine und gleichzeitig der Fluss hunderte Millionen Dollars nicht mehr wie heute von der Regierung in Kiew verschlungen werden. Russland versucht ebenso den europäischen Markt von den amerikanischen LNG – Produkten zu lösen, von denen erwartet wird, dass sie 2016 dort aufkommen, sowie von der Entwicklung neuer Netze, die die Lieferung von Erdgas nach Europa aus Aserbaidschan, Türkmenistan und wenn es die politischen Umstände erlauben, aus dem Iran fördern.
Nach Aussagen des [ehemaligen] griechischen Ministerpräsidenten kann der Bau einer Pipeline, die die Pipeline an die türkisch-griechische Grenze mit der nach Skopje anbindet (von wo das Erdgas nach Österreich durch Mazedonien und Serbien sowie Ungarn fließen könnte), wird großen Einfluss nehmen, bezüglich der Kreation von Arbeitsplätzen in Griechenland.
Darüber hinaus hofft Griechenland, dass eine Vertiefung der Zusammenarbeit des Erdgassektors mit Russland zu einem gehörigen Fluss von russischem Erdgas führen dürfte – auf einem Niveau von 10%. … .Vergleichen wir das russische Paket mit dem der Kreditgeber Griechenlands ist das Ergebnis“ … , dass das Angebot der Russen eigentlich wesentlich günstiger ist, was das Geld angeht.
„Zuletzt. Es gilt darauf zu verweisen, dass Putin ein weiteres Mal nach den 15 Jahren Abenteuer mit der Pipeline von dem bulgarischen Bourgas nach dem griechischen Alexandropoulos in den Wunsch Griechenlands investiert, eine wichtigere Rolle als Knotenpunkt beim Weiterleiten von Energie nach Europa zu spielen, was ja sein Vorschlag an Herrn Tsipras war. … .“

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