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Später zum Neubeginn

Spät, doch scheinbar nicht zu spät, hat sich das Stauproblem in den größeren Städten Zypern wie von selbst verabschiedet – bravo?!
Es macht inzwischen wieder richtig Spaß, sich auf den Weg zu begeben, und das an Tageszeiten, wo Auto-hinter-Auto-stehen-in-Schlange garantiert war als sozusagen beiläufiger Zeitvertreib.
Die Straßen sind abends richtig leergefegt und ‚die‘ Promenade im Lande, die Makarios-Avenue, hat nur noch vor sehr wenigen Cafes Stühle draußen auf dem Gehsteig zu stehen – am einstigen Ort des Sehens und gesehen Werdens. Der Grund: “Unentschlossenheit und Verzögerungen führten zu einer Verschlechterung der Situation”, titelt die Cyprus Mail bereits am 09. Mai 13. Gemeint ist, selbstverständlich, die vorherige Xristofias-Regierung beim Umgang mit der hereinbrechenden Krise seinerzeit 2012.
Das Untätigkeit-trifft-auf-Krisenaktionismus kommt dann wohl bei so etwas heraus, könnten Sie schlussfolgern, genauer eventuell, wenn Orient auf Abendland stößt.

Im Goethe Insitut war kürzlich eine kleine, aber feine Ausstellung. Ein ungarischer Maler, Laslo Kova, mit seiner Frau, einer Polin, stellten aus – wohnen tun die beiden weitgereisten Künstler in Hamburg. Viele Schiffchen waren daher zu sehen, der Hamburger Hafen und sogar Bilder, die Venedig festhielten – Teile dieser Stadt, Impressionen. Wie der ungarische Botschafter in seiner einführenden Rede wissen ließ, sei nichts Revolutionäres festgehalten auf den ausgestelten Bildern. Und, wenn diese Einschätzung denn wirklich zutrifft, entsprechend unprädenziös kam die Ausstellung rüber; und die Preise der Bilder schienen meist nicht überdimensioniert zu sein.

Im Gensatz dazu, liegt es einem geradezu auf der Zunge, scheinen die Erwartungen und Ziele der SCORE dann vielleicht doch schon eher sich eine derartige Beurteilung gefallen lassen zu müssen, schwant uns – überdimensioniert in der Aufgabenstellung. SCORE ist eine Kreation made in Zypern und – wie könnte es anders sein – wird von der UNDP-ACT unterstützt. Doch SCORE wäre nicht SCORE, wenn hier nicht noch gesagt würde, dass es sich um einen Index handelt. Dieser SCORE-Index soll messen und festhalten, inwieweit und inwiefern Frieden in der Welt gestiftet und/oder gebaut werden konnte.
Wir haben unsere Zweifel nicht etwa, weil SCORE aus Zypern stammt, viel Gutes kommt schließlich von dieser Insel, welches hier entworfen und erstmals das Licht der Welt erblickte, sondern, dass das Messen von Frieden eine schwierige Angelegenheit sein dürfte, da die Parameter alles andere als klar abgrenzbar sein dürften – viele derselben, ist anzunehmen. Bislang wird SCORE, wenn es richtig verstanden wird, lediglich auf Zypern angewendet. Eine sogenannte Internationalisierung der Messdaten steht offenbar noch aus. Die Arabische Welt soll wohl der nächste Schritt werden.
Wir werden uns da mal reinhängen und schauen, was denn zum Frieden in Zypern bislang von SCORE gemessen wurde – herrscht dieser und wenn ja, dann relativ zu was oder etwa doch nicht?

Diese Art Fragestellung kann praktisch ohne weitere Übergangsschwierigkeiten fortgesetzt werden: wird bis Mitte Juni das Potential des Erdgas‘ – gelegen vor Zypern – nun endlich ermittelt oder wird sich dieser Termin erneut herauszögern? Wird Israel nun schon bald eine Aussage darüber verlautbaren, ob und wie es mit Zypern eine “Energie-Cooperation” einzugehen gedenkt oder lässt es die Insulaner – und das seit Anastasiadis das Thema auf Besuch in Isreal vor kurzem hoffnungsvoll angesprochen hat und leider keine entsprechende Antwort bilsang erhielt – wissen, nein, wir wählen doch lieber die teurere Variante über die Türkei? Letzteres würde gewiss aus politischen Gründen geschehen, und nicht etwa aus Niederträchtigkeit.

Dass Anastasiadis unter diesen unsicheren Voraussetzungen dennoch angeordnet zu haben scheint, die Gasverflüssigungsanlagen (LNG) auf Zypern zu bauen, ist auch daher äußerst riskant, weil gewisse Fachleute bereits darauf hinweisen, dass das Transportieren von Gas viel billiger käme, ohne es noch groß zu verflüssigen. Kann also gut sein, dass die Anastasiadis-Administration vorauseilend sozusagen zu spät sein könnte zukünftig bezüglich dieses Themas, welches bekanntlich sehr hoch gehängt wird in der politischen Agenda, weil es eine Art Befreiungsschlag aus den Klauen der Troika verheißungsvoll vorspiegelt – noch.

Inventary 017

Kann gut sein, Statistik dazu liegen uns leider nicht vor, dass viele Kunden der Laiki, doch vor allem der Cyprus Bank ihrer Bank zukünftig nicht treu bleiben oder sein wollen und auf ihre Weise zu ihrem Befreiungsschlag ausholen. Und das tun sie, indem sie ihr Kapital möglichst schnell abziehen, woanders hin. Nicht Wenige von ihnen haben schließlich Auf-die-Schnelle von ihrem Deposit in der Cyprus Bank, welches womöglich über 100.000€ gebunkert hatte, recht hohe Verluste einstecken dürfen.
Befürchtet wird also, dass sollte die Abwanderung von Bankkunden trotz allen scheinbar positiven Indikatoren anhalten, die Neueröffnung der Cyprus Bank, die die Laiki Bank schlucken durfte, dann auf wenig festem Grunde stehen wird. Die Alitheia-Zeitung malte vor einigen Tagen bereits das Bild eines Landes in unsere Gedächtnisse, welches wie Birma, glaube ich wurde geschrieben, ohne einen Bankensektor demnächst dahin dämmern könnte.
Um so mehr ärgert nicht nur die neue Regierung, dass die Banker die geforderte Restruktion der Bank nicht vornehmen, viel zu langsam vorangehen. Uns wundert schon länger, dass trotz Bankrott, oder wie es zu bezeichnen wäre, einige Laiki-Filialen auf sind und die Schilder über den Eingängen nicht mit Cyprus Bank ersichtlich ausgetauscht wurden. Ist das etwa eine gewollte Verspätung?

Doch nicht überall wird geschlafen, äh, sich verspätet. Nein! Die Bauwitschaft ist aufgewacht. Sogenannte Constructor wie T&A Cyview, Savva Home, Frangopoulos und Domopoli etc. sind erfreulicherweise zu der Überzeugung gekommen, dass ihre saftigen Haus- und Wohnungspreise gesenkt gehörten. Wenn hier nicht getäuscht wird, gehen die Damen und Herren davon aus, ihre Preise drastisch gesenkt zu haben. Ein Objekt zu 150.000€ kann nun eventuell zu 100.000€ gekauft werden. In diese Preisklasse fallen vorzugsweise Wohnungen, die 2 Schlafzimmer, eine Wohnzimmer, Küche, Bad, Balkon etc. aufweisen können. Es wird damit gerechnet, dass sich dieser Initiative der Baubranche noch andere Constructor in diesem Gewerbe anschließen.

Fehlt noch, könnten Sie denken, dass Zypern im Fußball sich zusammenwirft – eine Mannschaft aufbaut. Diese Hoffnung hat sich aber leider mal wieder zerschlagen. Das geplante Treffen bei der FIFA zu diesem Zwecke fiel, wie wohl nicht anders zu erwarten war, ins Wasser. TCFA und CFA können aus wahrscheinlich ebenfalls politischen Gründen noch nicht gemeinsam einem Ball hinterherlaufen.
Wahrscheinlich in indirektem Zusammenhang damit steht, dass das Fällen von Bäumen inselweit nicht gestoppt werden kann. Die Kommunikationskanäle sind nahezu geschlossen, jeder kocht sein eigenes Krisensüppchen – die Natur zahlt diese Rechnung schlechtestenfalls.
Dass die AKEL-Regierung in ihrer Regierungszeit zusätzlich an die 5.000 Menschen in Arbeit brachte im bereits aufgeblähten Amtsapparat, die nun alle ihre Mäuler gestopft haben wollen, lässt leider auch nicht mehr Bäume wachsen – Pech gehabt!
Ja, die gesteigerte Anzahl an Arbeitswilligen konnte nicht dazu beitragen, dass das zukünftig öl- und gasreiche Land – nach eigenen Einschätzungen der Zyprer – wahrscheinlich verspätet – wenn überhaupt – ein Ministerium für Petroleum oder so bilden wird, welches sich dann mit Fachwissen diesem Sektor widmen wird können – noch wird nämlich darüber nachgedacht: wann, wie und ob? Zur Erinnerung: Eigentlich ist geplant, bereits 2019 vom Erdgas-Segen im geliebten Heimatboden zu leben. Da ist nicht mehr viel Zeit also nicht dann, wenn man nicht von vornerein auf externe Expertise vollends angewiesen sein mag, oder?

Und dass das Misstrauen gegenüber Kräften von außen durchaus gut entwickelt ist, zeigt uns die Warnung von Präsident Anastasiadis an die CJCC. Letztere ist das Zyprisch Jüdische Gemeindezentrum, welches vor kurzem 10-jähriges Bestehen auf Zypern, genauer, in der Republik Zypern feierte. Sie sollten unbedingt davon absehen, im Norden Zyperns aktiv zu sein – die “illegalen Aktivitäten” dort nicht unterstützen.
Für das, dass Anastasiadis kurz vorher in Israel war und Israel als den besten Freund in der Region proklammierte, sind diese Bedenken seinerseits nun wirklich etwas bedenklich. Außerdem ist gewiss sogar den Schuhputzern hüben wie drüben bekannt, dass Israelis u.a. Im türkischen Teil Zyperns nicht gerade wenig Land gekauft haben und sozusagen ‚hochinteressante‘ Projekte zu laufen haben – gern auch über Strohmänner.
Israel dürfte folglich, vermuten wir, eine Energie-Cooperation mit einem stillschweigenden Agieren im Norden von Zypern verbinden wollen als einen der Gegenpreise, die man verlangt.
Kann gut sein, dass Moskau das so ähnlich sieht, obgleich es beide eigentlich nicht wirklich nötig haben, weil Zypern halt doch recht klein und unbedeutend ist – trotz EU. Moskau soll nämlich den an die Republik Zypern gewährten 2 Milliardenkredit netterweise zeitlich etwas gestreckt haben und den Prozentsatz etwas gemindert (zuvor 4,5% Zins).
Dass die orthodoxe Kirche von Zypern Arbeitsplätze schaffen will in naher Zukunft, Hotels zu bauen gedenkt und mit Russland und Israel ihren Segen auch in Form einer Photovoltaik-Anlage über die Insulaner zu bringen gedenkt, wurde bereits auf Zypernundmehr-News berichtet. (ein Bericht der PIO zu Anastasiadis und den Banken http://www.moi.gov.cy/moi/PIO/PIO.nsf/All/0DD0D2D4302A616BC2257B6D00282002?Opendocument

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Dennoch scheint es Einiges zu tun zu geben für die aufstrbende Nation, jedenfalls soll das die Zielrichtung sein, ist zu lesen. Denn viele Touristen scheinen noch immer die gleichen Beschwerden mit und über den/die Insulanern zu haben: teuer, unfreundlich, zuweilen gar frech. In den Leserbriefen der Cyprus Mail vom 12. Mai 13 kann gelesen werden, was uns auch bereits wiederfuhr – an selbigem Ort, nämlich in einer der chici-micki-Bars am Mac Kennsy-Beach von Larnaka. Dort kann es einem passieren, wie auch Peter Hunt, dass man nett an einem Tisch sitzt, trinkt und speist und plötzlich aufgefodert wird, einigermaßen freundlich, aber bestimmt, dass der Tisch zu wechseln sei, weil die Direktion des Etabisments habe vergessen, denselben als reserviert auszuweisen. Und schon sitzt man, weil man ja keinen Ärger will, in einer dunklen Ecke ohne schöne Aussicht.
Wir hatten damals gerade bestellt und warteten bereits auf unser Essen, sodass das Essen umgehend abbestellt und ohne nochmals nach hinten zu blicken oder auf eventuelle Einwände einzugehen, den Ort solchen ‚Unheils‘ mit erhobenem Haupt verlassen werden konnte. Es macht echt kein Spaß, noch immer zu oft und gern verspätet signalisiert zu bekommen: Dein Geld ja. Du, nein!

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