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CYP-Herbstputz

Gift auf Gift!

Es ist nun doch auch in Zypern schon bald so etwas wie Herbst. Seit heute hat man sogar unweit der Küste früh morgens den Eindruck – so um 6 Uhr -, dass die Luft recht kühl ist, wenn auch angenehm kühl. Sogar die Sonne schläft länger als sonst, zeigt ihr Gesicht so kurz vor 7 Uhr erst. Sie scheint noch immer ganz verschlafen übers blau-graue Meer. Das wird sich aber im Lauf des Tages gewiss ändern. Gewiss wird es wieder wunderschöne 27 oder gar 29 Grad warm werden und das Meer dürfte auch noch angenehm lauwarm sein. Also noch alles in Ordnung.

Dass die Umstände hier so in etwa sind, was das Wetter angeht, scheinen auch die vielen Touristen mitbekommen zu haben, die die Insel besuchen, wohl auch, weil die Türkei etc. nicht so sicher sind. Die 200 oder etwas mehr Hotels im Süden der Insel sollen noch immer nahezu ausgebucht sein – also die offiziell im dafür zuständigen Amt registrierten Hotels. Ja, es soll auch Hotels geben, die es offensichtlich schaffen, an so einer Registrierung seit Jahren vorbeizukommen, wurde mir gestern von einer Insiderin, die nicht genannt werden will, berichtet.

Zypern hat ein Rekordjahr hingelegt, obgleich, wie einige finden, das Land für den Massentourismus nicht genügend gut ausgerüstet ist. Die Staudämme in den Bergen sollen bereits einen gefährlich niederen Wasserpegel haben. Der zuständige Minister spricht davon, dass es doch wohl hoffentlich in 4 oder 5 Tagen regnen wird, damit der Wasserstand dann einigermaßen angehoben wird und man weiterhin unbeschwert mit dem Nass um sich spritzen kann. Interessant ist die Vorstellung durchaus, dass eine ganze Industrie eines Landes eventuell von Segnungen, die von OBEN kommen, abhängen soll.

Ja, es gibt Entsalzungsanlagen.

Doch:

Mustafa Akinci, der Präsident im Norden, der gerade Deals mit der Türkei in Istanbul auf einer Konferenz zum Thema Energie abgeschlossen hat, schlägt ja bereit etwas vollmundig vor, dass nach der Wiedervereinigung Zyperns, die dieses Jahr noch stattfinden soll, man doch eigentlich über die Türkei nicht nur Wasser, sondern auch Strom erhalten könne. Das sei wesentlich billiger. Der Vorschlag ist nicht all zu neu indes.

Wir alle haben selbstverständlich mitbekommen, dass sich die Türkei via Herrn Erdogan wieder mit Russland angefreundet haben soll, und zwar via Herrn Putin. Ach wie schön, dass es noch Alleinherrscher gibt – und sei es, dass mit Notverordnungen regiert wird wie derzeit in der Türkei.

Wahrscheinlich schreien die meisten auf Zypern vor Begeisterung bei dem Gedanken, dass das Atomkraftwerk unweit der Insel auf türkischem Festland nun doch wieder weiter gebaut wird von den Russen. Bekanntlich hatte Moskau diesen Bau eingestellt gehabt, weil es so etwas wie Machtgerangel in der Region gab: Wer ist der Größte, wer der Mächtigste? So ungefähr muss man sich das vorstellen. Und wie nicht anders zu erwarten ist und war, hat sich der Vertreter Russlands, Herr Putin, als der Einflussreichere in der Region Süd-Östliches Mittelmeer hervorgetan. Und das zeigt auch die Körperhaltung der beiden Protagonisten, wenn man ihnen im Fernsehen zusieht, die Art und Weise nämlich, wie sie sich begegnen: Der eine cool bis zum Anschlag, der andere freundschaftlich sich anschleichend. Die herrschende Atmosphäre mag man schon fast als freundschaftlich vergiftet klassifizieren.

Ja, das Gift in der Region ist so eine Sache.

Schon vor dem Krieg in Syrien war die Region um Latakia/Syrien in Verruf geraten, da allen Beteiligten bekannt gewesen ist, dass die spärliche Industrie der Syrer sowie die russische Militärbasis einigen Schrott – womöglich ungefiltert – frisch und frei ins Mittelmeer entlassen haben. Wissenschaftler haben das jedenfalls gemessen und wahrscheinlich in der einen oder anderen Doktorarbeit erwähnt. Man müsste es nur lesen als Politiker oder aber Bürger eines Landes. Anscheinend scheint so ein Meer einen recht tiefen Schlund zu haben, tiefer als hier angenommen wird. Denn von diesem Müll aus Syrien, Libanon, der Türkei und Ägypten etc. schwappt in Zypern gewiss noch immer einiges herüber, doch offenbar in so kleinen Dosen, dass man lieber Stillschweigen bislang bewahrt hat darüber. Schließlich wäscht ja auch eine Hand die andere und Tourismus ist nun mal ein nicht zu leugnendes Geschäft. Die Fische? Ja, die werden schon klug genug sein, das Zeug nicht zu fressen; weil wir essen die ja.

Dass die Zyprer, seien es die Türkisch oder Griechisch Sprechenden, nun gerade viel Sinn für den Umweltschutz in Regierungskreisen entwickelt hätten, kann so nicht bestätigt werden. Umweltschutz ist noch immer so eine Art Feigenblatt, mit welchem sich Mann oder Frau schmückt. Das gehört auch hier inzwischen zum Outfit. Das muss einfach rein ins Paket. Irgendwie. Und so vernehmen wir alle freudig, dass das Bürgermeisteramt von Larnaka es geschafft haben soll, die Marina zu reinigen. Genauer: Die Marina ist der Ort, wo möglichst Reiche und Vermögende ihre Yachten vor Anker legen sollen; und in jenem von Mauern umgebenen Ort, der selbstverständlich auch eine Durchfahrtsrinne hat, war das Wasser mit Öl und Hast-du-nicht-gesehen verschmutzt. Jetzt ist alles blitze-blank. „Null Toxik!“ wird von Wasos Basou in der Politis vom 08. Oktober 2016 getitelt. Drei Monate hat es gedauert, so etwas zu bewerkstelligen, schreibt er. Das Unternehmen, welches den Job ausführte, heißt „Meydan!“ Würde Larnaka im Norden Zyperns liegen, wäre man wegen des türkischen Namens, eigentlich vom Ursprung her Arabisch, des Unternehmens vielleicht gar nicht verwundert. Meydan bedeutet eigentlich nur „Platz!“ Und zwar hat Meydan ein „besonderes, biologisches Produkt“ verwendet. Leider gibt uns der Autor den Namen dieses Wundermittels nicht an. Und man ist daher schon fast verleitet, sich vorzustellen, dass das vielleicht sogar eine zyprische Un-Art ist, Namen nicht Preis zu geben.

Warum?

Auf Menschen zu treffen, die in Gesprächen sich umweltfreundlich geben, die Mängel in Sachen Umwelt auf Zypern gerne hervorheben, gibt es nun wirklich auch hier zur Genüge. Manchmal wohnen diese Mitmenschen sogar in ihren eigenen Häusern und nicht in Mietkasernen, die nicht selten recht große Gärten um sich haben: grün, grün, grün. Und dann kann es einem auf Besuch in solch einem Haushalt durchaus passieren, dass die Hausfrau oder der Hausherr folgendes von sich geben:

„Ach, lass uns heute mal den Kaffee bei Costa haben, weil der Gärtner wird gleich kommen.“

„Und?“ Fragt man dann eventuell etwas verwundert.

„Nun ja, weißt du, der Hibiskus, ich hatte dir doch letztens schon davon erzählt, der muss gespritzt werden, damit er nicht wieder von diesen kleinen Wesen befallen wird. Und überhaupt, es wird gleich der ganze Garten gespritzt und auch derjenige der Nachbarn. Insofern: Lass uns besser gleich zu Costa gehen.“

Mit der Frage: „Und was wird da denn gespritzt?“, kommt man so in etwa also da an, wo uns auch der Herr Basou in seinem Artikel hingeführt hat, keiner weiß, was gespritzt wird. Keiner will es offensichtlich wissen! Es ist eben bequemer, sich mit Weinglas in der Hand lediglich darüber in gediegener Atmosphäre beim Plausch zu entrüsten.

OK, ein bisschen Schmuddel soll in der Marina noch immer herumschwimmen, schreibt Basou. Bis zu 60% des Öls hat das Mittel anscheinend verschwunden lassen. Hurra!

Da fängt man also an zu googeln. Das Erste, was herausgefunden werden kann, ist, dass die Meydan nicht allein Meydan heißt, sondern „Meydan Solutions“. Das Mittel, welches zur Reinigung des Wassers benutzt wird, und offenbar einen derart durchschlagenden Effekt hat, wird „MSL/SES Oil Disperant“ genannt. Also etwas, das Öl beseitigt. Das National Institute of Health der USA schreibt zu solchen oder ähnlichen Chemikalien:

„Oil spills are a significant source of hydrocarbon inputs into the ocean. In response to oil spills, chemical dispersants are applied to the oil-contaminated seawater to disperse surface slicks into smaller droplets that are presumed to be more bioavailable to microorganisms. We provide evidence that chemical dispersants applied to either deep water or surface water from the Gulf of Mexico did not stimulate oil biodegradation. Direct measurement of alkane and aromatic hydrocarbon oxidation rates revealed either suppression or no stimulation of oil biodegradation in the presence of dispersants. However, dispersants affected microbial community composition and enriched bacterial populations with the ability to use dispersant-derived compounds as growth substrates, while oil-alone amendments enriched for natural hydrocarbon degraders.“

Das heißt unter anderem also: Die Bio-Diversität im mit solchen Mitteln behandelten Meerwasser wird herabgesetzt. Und dass der Ölfilm, oder wie man dazu sagt, in kleine Teile zerlegt wird von der Chemikalie, macht besonders stutzig. Denn immer wieder und zu unterschiedlichsten Zeiten sind Teile des Strands zwischen Larnaka und Limassol mit Billiarden von solchen kleinen Partikeln überseht, die auch etwas glitschig sind, und schon fast durchsichtig („marine oil snow“).

Der Beweis erscheint nach dem, was im oben Zitierten steht, somit schon fast erbracht, nämlich, dass diese Chemikalien schon seit längerem in Anwendung sind und das offenbar nicht nur in der Marina von Larnaka, sondern vielleicht auch in Mari am Hafen, wo Schiffe beladen mit Erdöl ein- und ausfahren, um ihre Fracht zu deponieren oder sich damit zu beladen.

Um es also mal kurz zu fassen, was die amerikanischen Meeresforscher herausgefunden haben, ist: Das Zeug, der Ölfleck, wandelt seine Struktur und somit sein Aussehen, taucht ab aufgrund der Reaktion mit der Chemikalie oder aber verteilt sich in einer weiteren Phase des Zersetzungsprozess als „Mariner Öl-Schnee“ im Gewässer: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4672791/.

Zu ihrer Beruhigung, verehrte Leser:

Die Firma Meydan schreibt groß und ausdrücklich, dass das Produkt, welches zur Wasserreinigung angeboten wird, eben das MSL/SES ausschließlich aus Seegras und Pflanzen, die auf dem Festland wachsen, besteht. Bislang ist hier noch keine Antwort zur genaueren Zusammenstellung dieses Produkts von Meydan eingegangen per Email. Warten wir es also ab. Man darf gespannt sein, welche Pflanzen in dem in Larnaka in Anwendung gekommenen Wundermittel stecken; und ob denn wirklich nicht ein klein bisschen Chemie, wie sie vom Institute of Health der USA im Golf von Mexiko untersucht wurde, drin steckt. Sehen Sie selbst: http://www.meydansolutions.com/for-home/crude-oil-dissolver/.

Kurz noch dies:

Tausende Briefe wurden von einem Postangestellten entwendet, nicht ausgetragen

Der Gewinner der Cyprus Rally heißt: Lukyanuk A (2h6Min55,9Sek)

Bosnia Herzogwina gewinnt in den Auswahlspielen der WM im Fußball gegen Zypern 2:0

Der Wasserstand der Staudämme ist so dramatisch wie 2008 auf Zypern, sehr niedrig

Erzbischof Chrisostomos mischt sich in Diskussion über die wechselnde Präsidentschaft ein (mal aus dem Süden, mal Norden), die bei einer eventuellen Wiedervereinigung der Insel in Anwendungen kommen könnte

Israelische Investoren drohen die zyprische Regierung auf Schadenersatz zu verklagen (50 Mill). Was den Block 8 angeht, sollen den Israelis gegenüber Zugeständnisse gemacht worden sein. Jetzt mag Nikosia aber, dass die norwegische AGR dort den Erdgas-Schatz hebt. Interessant daran: Block 8 grenzt an das Feld im östlichen Mittelmeer, welches bereits von den Israelis ‚gehoben‘ wird

Die Thok, Veranstalter des Dramas Antigone im Norden Zyperns vor mehreren Tagen, haben eingewilligt, dem staatlichen Rechnungsprüfer die Unterlagen für 2016 nun doch auszuhändigen. Letzterer besteht allerdings weiterhin darauf, auch die Unterlagen der vorangegangenen Jahre zu erhalten

Im Bezirk Strovolos/Nikosia verteilt die Polizei vermehrt Strafzettel wegen Falschparken

Wahrscheinlich, um den schönen Schein zu wahren, bitte das Rathaus in Limassol darum, dass keine Postings (Bilder, Filme) von Obdachlosen, die sich in der Stadt aufhalten, in den öffentlichen Medien gemacht werden

Grundstücksbesitzer haben Probleme, ihren Besitz als solchen behördlich ausgewiesen zu bekommen – und zwar in der Stadt Paphos im Süden der Republik Zypern

In den griechischzyprischen Zeitungen werden bereits die ersten Events für Weihnachten angekündigt

Aghia Napa ist auch im Oktober voll mit Touristen

Die Bewohner der Stadt Morfou/Güzelyurt im Norden Zyperns haben noch immer Sorge, dass sie aus ihren Häusern müssen, wenn die „Griechen“ zurückkommen nach einer Wiedervereinigung. Viele sind bereit, sich mit den Rückkehrern zu arrangieren, viele nicht, ist zu lesen. Die meisten Jugendlichen Morfous sollen sich vorsichtshalber gleich nach Kyrenia/Girne oder Lefkosia/Nikosia wenden, um ihre Zukunft aufzubauen

Wer fuhr das Auto des russischen Botschafters am 26. Juni 2016? Der offiziell eingetragene Fahrer war es jedenfalls nicht. Jemand anders darf das Auto nach zyprischem Gesetz – eigentlich – nicht fahren. Eine Frau soll anstatt am Steuer gesessen sein und 2 alkoholisierte Personen auf dem Rücksitz

Sollte das Casino Wirklichkeit werden (siehe Artikel vor diesem), dann wird das Projekt voraussichtlich richtig groß aufgezogen – mit Allem drum und dran

Das Mariott Hotel in Limassol ist noch immer geschlossen. Es wird kräftig gebaut. Ein riesengroßer Komplex, in dem Konferenzen abgehalten werden sollen, wird angebaut. Die Wiedereröffnung soll 2018 sein

Tsipras, Anastasiadis und Sisi pflanzen Olivenbäume in Ägyptens Hauptstadt – Kairo

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An- und Aussichten

Zypern!

Die oder der Kaffee Latte schmeckt irgendwie noch immer verwunderlicher Weise. Das Ocean Basket, welches einem Südafrikaner gehören soll und wie Starbucks und andere Ketten die Restaurant-Szene in Sachen Fisch und sogenannten Meerfrüchten auffrischt oder -mischt weltweit, muss heute ohne mich reicher werden – sitze ’nur‘ bei Costa schräg gegenüber, wie neuerdings oft, nämlich, im sogenannten Touristnus-Viertel von Limassol. Die Straßen sind noch relativ leer. Es ist 14 Uhr. Hätten wir Spätherbst, Frühling oder Winter würde ich vermuten: Die sind alle auf der Jagd!

Wenn es die Menschen nicht waren, dann eben doch die so heiß geliebten und gehegten ‚Kätzchen‘ bei uns da im Viertel, die vor kurzem dem letzten Singvogel das Pfeifen abgewöhnt haben – wahrscheinlich. Und die Jagd hier auf Zypern nimmt zu, wird am 10. August 2014 in der Politis von Aristos Aristidou vermeldet.

Doch, die Jäger in Zypern sind sauer! Weil es scheint nicht klar zu werden, welche Art der Jagd wie und von wem durchgeführt werden kann. Die zyprische Jagdorganisation drückte sich in ihren Bestimmungen erneut zu unklar aus, wird geschrieben. Außerdem scheint einigen Jägern diese neu bestätigte Verordnung der Jagdbehörde zu enggefasst – weil sie hatten die Hoffnung gehegt, mit der neuen Fassung ihre Hunde (wieder) freier durch die ‚Wälder‘ und Felder der Insel streifen lassen zu können, was nun offensichtlich doch nicht wie gewünscht gehen wird – und das widerspreche der „Jagdkultur der Zyprioten“. Des Weiteren: „Wir wollen dem unnachahmlichen Hängen der [erlegten] Hasen an unseren Jeeps treu bleiben“ – auch zum Beweis und zum Danke an den Heiligen der Jagd, Agio Efitafio.
Nein, man sei keine Person im Jagdfieber oder im Blutrausch, wie einige über die Jäger auf Zypern sagten.
Und: Die Jagd mit Hunden wurde mit der Verordnung für Januar und Februar untersagt – endlich!. „Wir beneiden unsere Kollegen im restlichen Europa, wir lesen [bereits] ausländische Jagdheftchen und schauen Jagdfilme, die wir uns alle eiligst gekauft haben“, um das entstandene Jagdloch zu überbrücken, jammert unser ‚Sports‘-Freund aus der Politis, der zitiert wird; und auch daher haben wir jetzt auch alle große Krokodilstränen in den Augen für die armen Jäger Zyperns, die nun nicht mehr monatelang herumballern können. Und ob das wirklich so geschehen wird, das will erst noch gesehen werden, das heißt, durchlebt werden, und zwar immer wieder sonntagmorgens, wenn es ansonsten aus Jagdgewehren knallt im Herbst, Winter und im Frühling – mittwochs knallt es sowieso, und all das ‚illegale‘ Geballer an jedem x-beliebigen Tag in der Woche, ist dann noch gar nicht in Betracht gezogen worden.

Nun, wenn schon nur noch selten Singvögel zu hören sind der Jagd wegen auf Zypern, das Gift auf den Felder dürfte auch seine Wirkung haben, sowie die Angewohnheit, möglichst alles kurz und klein zu schneiden, oder gleich raus zu reißen, damit es irgendwelchen Schönheitsansprüchen von vorgestern, oder so, entspricht, fragen Sie sich vielleicht, wie viele Zyprer gibt es denn überhaupt?
Es sind 838.897 Seelchen, die im griechischsprachigen Süden leben nach einer Zählung von 2011. Davon sind allerdings 179.547 Ausländer gewesen, also Eingebürgerte. 62,6% dieser Gruppe kamen aus einem anderen europäischen Land und 37,4% von sonstwoher. Das heißt, es waren 2011 knapp 659.350 [originale] Zyprer, die in Zypern wohnten und lebten. Mit den Auslandszyprern kommen nochmals 511.000 dazu sowie ungefähr 100.000 Türkischzyprer, die im Ausland befindlich offenbar die Botschaften der Republik Zypern frequentieren, was nicht verwunderlich ist.
Also, das machen dann zusammen 1.170.350 Zyprer, die in der Welt leben, ohne die 100.000 Türkischzyprer mitgerechnet zu haben, von denen die Rede war. Da wäre noch die etwas schwammige Zahl von weiteren 1,3 Mill Zyprern, die als Zyprer aus zweiter und dritter etc. Generation gerechnet wurden, nach der Politis vom 10. August 2014. Marilenas Ewangellou fand des Weiteren für die Poitis und uns heraus, dass die meisten Auslandszyprer in Großbritannien leben, und zwar 270.000 in London meistens. 85.000 leben in Autralien, in Griechenland und Südafrika sollen an die 45.000 leben und in den USA 30.000. In Kandaa sind es immerhin 22.000.

Was Fremde angeht, die in Zypern leben, zeigt die Statistik aus 2011, dass es insgesamt 179.547 gibt, wovon 112.424 aus Europa stammten, 67.123 aus dem Rest der Welt. Klar doch, die Briten führen mit 31.044, dann kamen die Rumänen mit 24.376, dann die Bulgaren mit 19.197. Außerhalb von Europa nach Zypern kommend und hier lebend führten 2011 die Philippinen mit 9.744 die Statistik an, dann kamen die Russen mit 8.663, Sri Lankesen mit 7.350 und aus Vietnam immerhin 7.102.

Die meisten Ausländer lass sich in Pafos nieder (34,9%), in Limassol 20, 6% und in Larnaka 20,4%, sowie in Nikosia 18,9%.
In Zypern leben mehr zyprische Frauen (51,3%) als zyprische Männer (48,7%). Im Norden Zyperns sollen 2011 ungefähr 286.257 Menschen gelebt haben. Davon sollen 160.275 in Zypern geboren worden sein.

Zuletzt: Mirandas Lisandrou schreibt am 10. August 2014 im Wirtschaftsteil der Politis, dass der Hafen von Larnaka gewinnbringend arbeitet, doch er wird nur zu 70% ausgelastet und im Vergleich zu Limassol trägt er lediglich mit 5% bei, um den Exporthandel der Republik Zypern zu meistern. Sein Aktionsradius ist sehr begrenzt: Ausfuhr von Tieren und Gips! Einmal im Monat wird dort das Schiff aus Asien kommend abgefertigt, welches Autos bringt. Die Einfuhr von Kraftstoff läuft auch über Larnaka. Das soll 2017 aufhören, wenn der Hafen von Wasiliko angeschmissen wird. Kreuzfahrschiffe aus Israel kommen gelegentlich noch in den Hafen von Larnaka.

Das alles kann sich demnächst aber schlagartig ändern, schreibt Lisandrou. Der Hafen Larnaka’s sei jedoch ein „Grundpfeiler“ der Republik Zypern. Lisandrou stellt des Weiteren fet, dass es dem Hafen und der Stadt bislang nicht gelungen ist, Investoren anzuziehen. Welcher Traum in Larnaka verwirklicht werden soll, scheint ungewisser denn je zuvor: der touristische, Treibstoff, Ausflugshafen… . Bürgermeister Andreas Louroutsiatis schwankt, weil die eventuellen Investoren darauf pochen, dass eine Lösung der Zypernfrage erforderlich ist, um sie zum Investieren im größeren Stil zu bewegen. Und so geht es nicht nur Larnaka. Wenn überhaupt, könnte Larnaka zukünftig vielleicht doch noch bei der Förderung des Erdgases etc. ins Geschäft kommen – wenn denn die erhoffte Menge Erdgas vor Zypern im zyprischen Feld je gefunden werden kann. Ok, es ist möglich, dass Larnaka Teile des israelischen Erdgas aufnimmt, in deren Feld offenbar reichlich Erdgas gefunden wird, was dann auch immer mit dem israelischen Gas in Larnaka gemacht werden wird.
Die Bevölkerung Larnaka’s findet die Idee jedoch wenig reizvoll, ihre Stadt, ihren Hafen, in eine Art Industriezone verwandelt zu sehen. Doch es gibt auch welche, die das ok finden.

Immerhin, jemand aus der Chefetage von Noble Energy soll sich an der Finikoudes Strandpromenade von Larnaka in einem der neuen Prachtgebäude eingemietet haben, die noch immer überwiegend leerstehen, weil die Appartments darin wahrscheinlich schrecklich teuer sind – 6.000 € im Monat löhnt er dafür. Die italienische Ölfirma ENI hat bereits 40.000 qm Fläche im Hafen gemietet etc.

Ansonsten noch: Der Leerstand ist noch überschaubar im Lande. Man wird den Eindruck nicht los, sagte kürzlich jemand, der an der Börse zu tun hat, dass einige bereits wieder in den Startlöchern sitzen für den nächsten Run aufs Geld, nach dem Motto, wie er meinte: „diesmal Zypern noch billiger, aber dennoch sexy (was auch immer er genau damit meinte)!

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Der Finanzminster Zyperns, Charis Georgiadis, findet, dass der Entscheid, eine oder mehrere sogenannte Bad-Banks einzurichten, eigentlich einer ist, der nicht auf politischer Ebene, oder von interessierten Dritten im Ausland, gefällt werden kann, sondern das sei allein die Aufgabe der jeweiligen Bank darüber zu entscheiden. Jedenfalls, findet er, müsse etwas getan werden, um „den Druck des Kredit-Portofolios der Banken“ (Alitheia-Tageszeitung) zu mindern.

„Intensive Debatten und Enttäuschung sind die Gefühle, welche die Menschen in Larnaka haben nach dem Entscheid der Regierung der Noble und ENI grünes Licht zu geben, um den Hafen der Stadt an der Nordmole auszubauen.“ Manche, ist zu lesen, scheinen allerdings eine derartige Entwicklung zu befürworten, da die bereits getroffenen Erweiterungsarbeiten und dergleichen am Hafen, scheinbar nicht bewirkt haben bislang, dass das Hafengelände so gewinnbringend, wie es einst vorgesehen war, zu nutzen ist. Sie erhoffen sich mit der Erweiterung an der Nordmole einen Durchbruch diesbezüglich.

Dass dem auf lange Sicht so sein könnte, ist durchaus gegeben. Allerdings erhebt sich hier schon die Frage: Und was ist mit den Plänen in Sachen Tourismus? Bekanntlich soll die Küste von Larnaka in Richtung Limassol und in die entgegengesetzte Richtung, nach Famagusta, zukünftig noch touristischer erschlossen werden. Zumindest war davon vor noch nicht all zu langer Zeit die Rede. Beides zusammen, ist anzunehmen, dürfte auf Dauer sich wohl eher gegenseitig in den Hintern beißen, oder wie man schreiben darf.

„Die an das Konsortium Zeno gewährte Erweiterung ist der 15. Mai“. Angeblich werden die beiden „Energiekolosse“ den Betrieb der Marina in Larnaka in keiner Weise stören, wird den „lokalen Akteuren“, die sich gegen den Entscheid der Regierung zu wehren beginnen, versichert. Diese lokalen Akteure stört, unter anderem, die Zugeständnisse, die die Regierung der Noble Energy und der ENI gemacht haben dürfte, die, nach unseren Erkenntnissen, der Öffentlichkeit bislang nicht in Völle dargelegt wurden. Demonstrationen sind für heute, Samstag, in Larnaka angesagt.

Der Bürgermeister der Stadt, Andreas Lukurtsiatsis, sagt, „die Entscheidung ist getroffen und kann nicht mehr zurückgenommen werden“. So einfach soll das also seiner Meinung nach sein. Man wird sehen, inwieweit der Protest gegen den Regierungsentscheid sich zu formieren weiß. Die Einschätzung eines Kenners der zyprischen Gesellschaft, der hier nicht namentlich erwähnt werden mag, lautet, es wird nicht einfach sein, Demonstranten zu mobilisieren, schon gar nicht über einen etwas längeren Zeitraum, da im Allgemeinen die Zyprioten viel zu sehr mit ihren ‚eigenen‘ Dingen beschäftigt sind – um es mal vorsichtig zu formulieren.

Der ehemalige Direktor der Hafenbehörde, Chrisis Prentsas, spricht von „Fehlinformation“, die stattgefunden habe im Vorfeld des Entscheids der Regierung gestern (obige Zitate stammen aus der Sigmalive).

Etwas mehr Transparenz scheint also mehr als fällig zu sein bei dieser Angelegenheit.

istanbul2011 014

Und, was schon längst fällig war, war, dass der Präsident der Republik Zypern, Anastasiadis, endlich seinen Weg in die Höhle des Löwen gewagt hat – zur PASIDI. Die hatten ihre 51. Synode. In dieser Institution sind die Staatsangestellte Zyperns organisiert. Anastasiadis ließ diese wissen, dass er um ihre Mitarbeit bitte. Dass sie sich noch etwas mehr in die Seile legen sollen zukünftig, um die Entwicklung des Landes besser vorantreiben zu können. Versteht sich, er sagte, er würde ihre Arbeit selbstverständlich wertschätzen. „Die vorgesehene Einheit des Vaterlandes ist eine weitere Speerspitze, um den Aufschwung zu realisieren.“

Präsident Anastasiadis sprach in seiner Rede auffällig oft von der „Entschlossenheit“, die an den Tag gelegt werden müsse, „um uns zu ändern“. Damit, wahrhaft, hat er sozusagen den Hauptnagel auf den Kopf getroffen. Doch dazu müsste sich schon mal die Sprache in den staatlichen Pressemitteilungen ändern, die von „Pseudostaat“ und „sogenanntem Außenminister des Nordens (selfstyled)“ „etc. schreiben oder sprechen (siehe weiter unten). Wenn diese Institutionen den Wandel in Rede nicht vorvollziehen, ist schwer vorstellbar, dass er auf – sagen wir – unterer Ebene der Gesellschaft sich vollziehen wird.

In einer Polizeioperation namens „Zygos“ hat die Polizei anscheinend einige britische Staatsangehörige festgenommen, die in Großbritannien als flüchtig ausgeschrieben waren. Dieselben sollen in Zypern wohnhaft sein, eine virtuelle Agentur betrieben haben, sowie im Heroinhandel involviert gewesen sein. Über 20. 000 Menschen sollen betrogen worden sein.

Die Bilder der Beschuldigten sind in Farbe in der heutigen Internetausgabe der Phileleftheros-Tageszeitung Zyperns abgedruckt. Bei der Operation Zygos arbeiteten die britischen und zyprischen Behörden zusammen.

zürich6

Interessantes aus dem Press and Information Office Zyperns vom 11. April 2014.

Kurds protest against the violence by the Grey Wolves in the occupied area of Cyprus; Initiative by BDP towards the Turkish Ministries of Defence and Foreign Affairs
Turkish Cypriot daily Yeni Duzen newspaper (11.04.14) reports that the
Mezopotamya Cultural Centre held a protest yesterday as regards the escalating violence and the attacks [against Kurdish students in the occupied area of Cyprus by members of the Hearths of the Ideal, known as Grey Wolves]. Some political parties and organizations participated in the protest held in Kugulu Park in the occupied area of Cyprus. Fascism was condemned and the brotherhood of the peoples was emphasized during the meeting.

Citing information by the Turkish Yuskekova news site, Yeni Duzen writes that the co-chairman of the Peace and Democracy party (BDP) in Turkey, Selahattin Demirtas has been briefed by the self-styled prime minister Ozkan Yorgancioglu regarding the students of Kurdish originwho had been attacked and taken into custody. It is also reported that the BDP will undertake the necessary initiatives on the issue towards the Turkish Ministries of National Defense and Foreign Affairs.
(I/Ts.)

TMT called on the cancellation of the Good Friday mass in occupied Famagusta
Turkish Cypriot daily Kibris (11.04.14) reports that Gozkamas Ergunes, chairman of the fighters association,
asked the breakaway regimenot to give permission for a Good Friday mass in the walled city of occupied Famagusta.

In a written statement signed by the “TMT Famagusta branch” and the “fighters association”, Ergunes claimed that none Greek Cypriot has entered the church since 1957, claiming that the planning mass that will be held at the Orthodox church on April 18, has caused mourning among the residents of the occupied Famagusta. He also condemned the fact that the so-called mayor of Famagusta Kayalp and the “head of the religious affairs department” Atalay will also attend the mass and asked not to give permission for this mass to be held.

 


Cavusoglu in the occupied area of Cyprus for a series of contacts
According to Turkish Cypriot daily Kibris Postasi Daily News (online, 11.04.14), Turkish Chief Negotiator and Minister of EU Affairs Mevlut Cavusoglu arrived in the occupied area of Cyprus upon official invitation of self-styled foreign minister Ozdil Nami.
Cavusoglu and his delegation will hold meetings with the Turkish Cypriot officials where mutual relations between two “countries” will be discussed, as well as, the implementation of EU acquis Adaptation Program in the occupied area of Cyprus.

During his two days visit, Cavusoglu will meet with the Turkish Cypriot leader Dervis Eroglu, “government officials” and representatives of political parties.

Cavusoglu’s meeting with Eroglu is scheduled to start at 10.30 am this morning and immediately afterwards the Turkish Minister will meet with the self-styled assembly speaker Sibel Siber. Later, he will meet with self-styled prime minister Ozkan Yorgancioglu.

After completing his contacts in the morning, Cavusoglu will meet with Ozdil Nami and then he will attend a working lunch. Following the working lunch the Turkish Minister will pay visits to UBP (National Unity Party) leader Huseyin Ozgurgun, DP-UG (Democrat Party – National Forces) leader Serdar Denktas and TDP (Social Democratic Party) leader Cemal Ozyigit. Cavusoglu will attend a dinner at Dome Hotel occupied Keryneia, organized by Yorgancioglu.

On Saturday, Cavusoglu will address a conference at the illegal Near East University (YDU) which is jointly organized by Nami’s office.

After the conference, Cavusoglu will meet with the Turkish Cypriot Chamber of Commerce over a dinner. He will depart from the occupied area of Cyprus on Sunday.

 

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