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Posts Tagged ‘limassol’

 Ein Beitrag von Napi Waltone!

Es gibt vielerlei auf Zypern, worüber ich bereits geschrieben habe. In letzter Zeit sind meine Beiträge etwas spärlich ausgefallen. Viele Verpflichtungen ließen es leider nicht zu, das kulturelle Geschehen intensiv zu verfolgen und wiederzugeben. Zwei „high lights“ habe ich mir jedoch kürzlich dennoch ausgesucht.

Sie erinnern wahrscheinlich, dass in früheren Beiträgen die Direktübertragungen aus dem New Yorker Metropolitan Opernhaus kommentiert wurden. Kürzlich war im Rialto Theater Limassol’s in dieser Reihe Alexander P. Borodins (1833-1887) „Fürst Igor“ dran. Die Übertragung dauerte mit Pausen fünfeinhalb Stunden. Dieses aufwendige Werk, übrigens von Rimskij-Korsakow und Glasunow nach dem Tod Borodins vollendet, wird selten aufgeführt. In Konzertsälen wird die Ballettmusik der Polowetzer-Tänze öfters gehört. Der Reclam Opernführer schreibt dazu, dass Borodins Vorliebe für fernöstliche, exotische Klänge, eine interessante Harmonik und archaische Rhythmik eine kräftige Farbe in die russische Musik brachte und Einfluss übte auf die französischen Musiker der Jahrhundertwende – dem kann ich mich nur anschließen.

Borodins Hinterlassenschaft ist sehr mager. Wen wundert’s, denn Musik war bei ihm eher Hobby. Er erhielt eine umfassende Allgemeinbildung, studierte Medizin und Chemie an der St. Petersburger Militärärztlichen Akademie und wurde Militärarzt. Nach Bildungsreisen nach Deutschland, der Schweiz und Italien unterrichtete er an seiner früheren Hochschule und wurde Professor. Er erwarb sich hohen Ruf als Mediziner und Chemiker und war geachteter Freund der bekanntesten russischen Komponisten damals. Uraufgeführt wurde die Oper am 16. November 1890 in St. Petersburg, am Mariinskij-Theater.

Die Oper spielt im 12. Jahrhundert. Die Polowetzer sind in das Reich von Fürst Igor eingedrungen. Dieser versammelt sich zum Feldzug, verliert jedoch die Schlacht und wird mit seinem Sohn gefangen genommen. Der Sieger behandelt seine Gefangenen mit Großmut, beinahe wie Gastfreunde. Nach der Zerstörung von Borodins Reich entschließt sich der zur Flucht, findet seine Frau und die noch übrig gebliebenen Untertanen und beklagt die Vernichtung seiner Stadt. Seine Untertanen sind trotzdem glücklich über die Rückkehr ihres Regenten. Die Besetzung der Rollen in Limassol bestand ausschließlich aus russischen Sängern und Sängerinnen. Die kraftvollen und modulierfähigen Stimmen erhöhten den Operngenuss, obwohl, auch dies muss gesagt sein, diese russische Musik in ungewöhnlich langer Sequenz gewöhnungsbedürftig ist.

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Vor einigen Monaten schrieb ich in einem Beitrag hier auf Zypernundmehr-News über die Entstehung und Verfall des Klosters Bellapais, im türkisch-zyprischen Norden, und über sporadisch dort stattfindenden Veranstaltungen. Einmal mehr erwartete uns dort ein musikalischer Genuss, und zwar mit dem deutschen Kammerorchester „Capriccio Fridericiana“ aus Karlsruhe. Das in seinem Aufbau abwechslungsreiche Programm enthielt das Konzert in D-Moll für Trompete von Leopold Mozart, mit dem Solisten Wolfgang Heitz. Von Edvard Grieg folgten die Norwegischen Melodien, op. 53 und die Norwegischen Weisen, op. 63, im norwegisch romantischen Stil der Epoche. Johann Sebastian Bach war mit Kantaten gespielt worden, gesungen von der noch jungen türkisch-zypriotischen Sopranistin Laden Ince, die bereits im letzten September in Bellapais aufgetreten war. Sie meisterte diese schwer zu singenden Arien in hervorragendem Zusammenspiel mit den Musikern und erhielt den gebührenden Applaus dafür. Abgeschlossen wurde das Konzert mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Kleiner Nachtmusik“. Wie öfters bei Konzerten, so auch hier, wurde dieser bekannte „Ohrwurm“ stark applaudiert.

Beim Verlassen des Konzertsaales in Bellapais erwartete den Besucher ein blendender Sternenhimmel bei kühler, spätwinterlicher Temperatur, in der sich bereits das kommende Frühlingserwachen eingeschlichen zu haben schien.

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Junge Talente

 

Seitdem, dass der zyprische Staat die finanzielle Hilfe der EU beantragen musste, sind die schlechten Nachrichten über das Land Tagesbrot in den Medien. Es hagelt Vorwürfe und Dementi von allen Seiten, und dazu kommen noch die demnächst stattfindenden Wahlen für einen neuen Präsidenten, die ebenfalls viel Druckerschwärze in negativer Form finden.

In diesem Artikel wollen wir hingegen von einer unglaublich positiven Seite Zyperns, und das im Bereich der Musik berichten. Vor kurzem fand nämlich das jährliche Konzert der Jungen Talente (Cyprus Young Strings Solists) im Strovolos Theater von Nikosia im Rahmen einers Wohltätigkeitsveranstaltung statt. Es gab mehrere Formationen. In der größeren Formation waren unter den mehrheitlich weiblichen Kindern auch einige Burschen zu finden, der Jüngste war sicher nicht älter als sieben/acht Jahre. Was die Solisten und kleineren Ensembles angeht, waren es durchweg alles exklusiv Mädchen, die ohne Noten, aus dem Gedächtnis spielten.

 Mir wurde zugetragen, dass die jüngste Solistin erst elf Jahre zählt. Erstaunlich war, wie selbstsicher und konzentriert diese jungen Menschen vortrugen. Sogar schwierige Kadenzen wurden fein abgestimmt der Violine entlockt,  die dazu gehörige Fingerfertigkeit war wirklich erstaunlich. Das zusammengestellte Programm ist durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen. Es  war gewiss nicht einfach und vor allem sehr facettenreich. Gespielt wurden, also, Sätze aus Vivaldis Konzerten, von Vitali und Pachelbel, Beethoven, Schubert, Händel und die äußerst schwierige Tarantella von Pablo de Sarasate – Paganini und Brahms durften nicht fehlen.

Die Symphonie Espagnole von Edouard Lalo hätte in der Interpretation zwar feuriger sein können, was dem Stück jedoch keinen Abbruch tat. Den Abend hindurch obsiegte mehr als nur ein Schimmer von Begeisterung der Musizierenden, die die Zuschauer mit sich riss. Begleitet wurden die jungen Künstlerinnen von Catalina Teican am Klavier. Die Leitung des Abends hatte der Musikprofessor der Talentschule, Matheos Kariolou. Er ist ein bekannter  Violinist, der bereits in verschiedenen europäischen Musikakademien wirkte und sich auf die Musik-Lehre speziell  für Kinder beruflich orientiert hat.

Bei einem solchen Konzert, fragt man, ob die Welt nicht doch noch in Ordnung ist. Junge Menschen sind doch nun mal die Zukunft eines Landes. Ich glaube und hoffe, dass einige dieser jungen Leute, die uns dort bezauberten mit ihrer Kunst, die Musik als Beruf wählen werden. Nicht nur Politiker und Wirtschaftsfachleute machen eine Nation groß bzw. aus. Es hat den Anschein, dass Zypern sich im internationalen Musik-Geschäft Sektion Klassik postieren will, ja, ohne rot zu werden zeigen kann. Alle Hoffnungen sind alles andere als verloren, sondern ein Quell nationalen Stolzes, finde ich, war hier dargeboten worden, der uns jenen Abend und den Glauben an ein Morgen verschönte.

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Doch dem nicht genug: Eine andere Art von hohem künstlerischem Genuss ist letztens die Opernaufführung der Metropolitan Opera von New York gewesen, die direkt übertragen in Limassols Rialto Theater auf der Leinwand miterlebt werden konnte – live. Donizettis „Maria Stuarda“. Der Ton war wider Erwarten ausgezeichnet, die Veranstaltung leider ungenügend besucht, doch der Genuss dennoch großartig.

Die Titelrolle wurde von der amerikanischen Mezzo-Sopranistin Joyce DiDonato gesungen, die Rolle der Königin Elisabeth von der südafrikanischen Sopranistin Elza van den Heever. In den männlichen Rollen glänzten – im wahrsten Sinne des Wortes – Matthew Polenzani, Joshua Hopkins und Matthew Rose. Joyce DiDonato und Elza van den Heever waren nicht nur großartige Sängerinnen, die ihre Rollen mit einer unglaublich modulierfähigen Stimme darboten, sondern auch ihr Spiel, die Mimik etc. waren hervorragend, einfach bestechend. Man fühlte sich vor der riesigen Leinwand mitten im Geschehen sitzend, in der Metropolitan selbst. Es war – und wird sein, da weitere Übertragungen geplant sind, ein unvergleichliches Erlebnis – eben Oper vom Feinsten.

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Merkel in Limassol

Dass immer mehr Portugiesen der mangelnd vorhandenen Arbeit in Portugal wegen ihre Koffer nach Angola packen, der einstigen portugiesischen Kolonie in Süd-Westafrika, ist inzwischen schon keine Neuigkeit mehr. Ebenso, dass China massiv in Afrika Geld investiert und Land aufkauft, seinen Rohstoffhunger dort gern und günstig befriedet. Dass Frankreich in seinem ehemaligen Herrschaftsgebiet Mali die Waffen neuerdings blitzen lässt, genauer, zum Einsatz bringt, weil im Norden Malis Islamisten das Land mehr oder minder übernommen haben und die Pforte zum Süden im Land dabei sind niederzureißen, ist die letzte Nachricht, die durchaus nicht wirklich verwundert. Dass der Islamismus der radikaleren Art in Afrika noch weitere Kreise ziehen wird, ist auch nicht verwunderlich, auch, weil er eine Gegenreaktion auf das Erbe der vorangegangenen Kolonialzeit durch die Europäer widerspiegelt – auch wenn diese Erkenntnis wenig gefällt. Viele Afrikaner glauben verstanden zu haben, dass dieser Kolonialismus noch immer nicht beendet wurde und lediglich unter anderem Namen und raffinierter bis zum heutigen Tag fortgesetzt wird: Exportblockaten, Entwicklungshilfe, die eher dem Westen hilft, unfaire Handelsverträge, toxische Müllexporte, Schrottlieferungen wie alte Computer, Autos, Nähmaschinen, Leerfischen der Fischgründe um Afrika, Waffenexporte, ohne Rücksicht auf innerafrikanische Befindlichkeiten, sondern ausgerichtet nach dem Rohstoffbedarf des Westens, Chinas, Indiens, der allgemeine Rassismus gegen Schwarze etc.

Vielmehr als das wundert also, dass im seit Monaten dahin dämmernden, aber halt doch an Intensität stetig steigenden Konflikt in Mali (so auch im Senegal, Gambia und Algerien, die noch verschwiegen werden) noch keine deutschen Soldaten, wie bereits vor Monaten besprochen in gewissen internationalen Organisationen, ihren Dienst durchführen. Westerwelle und Niebel führen mal wieder ihren uns allen bekannten Eiertanz auf, bezüglich wann, wie viel Bundeswehrsoldaten aktiv in den Konflikt mit einbezogen werden, wie von der BRD-Außenpolitik in Aussicht gestellt.

Zum Eiertanz war auch Frau Merkel gestern unterwegs. Sie hatte in Limassol, Zypern, ein Treffen der europäischen Konservativen besucht. Anastasiadis, der aussichtsreichste Kandidat den freiwerdenden Präsidentensessel in Nikosia zu beerben, hatte zu diesem Treffen gerufen.

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Die Medien in Zypern waren bewegt, als ob der Kaiser von China ankomme. Was eine starke Frau am ‚richtigen‘ Platz doch alles bewirken kann – Merkelismus?! Immer mehr scheint sich heraus zu kristallisieren, dass eine Verlängerung der Kanzlerinnenschaft Merkels für Europa – vielleicht weniger für Deutschland – geradezu notwendig ist. Sie scheint der geeignete Deckel auf dem Topf des Vereinigungsprozess‘ der EU zu sein, der diesen in nächster Zeit glaubhaft und real vorantreiben wird können – sie scheint die Zügel als, wie gern gesagt wird, “mächtigste Frau der Welt” inzwischen in der Hand zu halten. Irgendwo muss ein Karren schließlich seinen Lenker, seine Lenkerin haben. Und irgendwann muss der Eiertanz in Zypern, der seit über 20 Jahren geduldet und aufgeführt wird, ein Ende haben – oder zumindest beschnitten werden.
Der Besuch von Xristofias vor ein Paar Tagen in Beirut lässt allerdings befürchten, dass der Eiertanz eine Fortsetzung haben soll, dass Kreise, die inzwischen Hände ringend nach einer Lösung suchen für ihre in Zypern gelagerten Schwarzgelder, Xristofias unmissverständlich nach Beirut aufbrechen ließen, um die Sache klar zu machen. Offiziel war selbstverständlich die Rede von den Erdgasfeldern, die gemeinsam demnächst ausgehoben werden sollen. Die Nebenvereinbarungen, die nicht einsehbar sind, deren Inhalt dürfte es in sich haben, vermuten wir.

Merkel sagte in anderen Worten vor ihrer Abreise in Zypern: Keine Hilfsgelder für Zypern, so lange die russischen Gelder nicht übersichtlich in einen Topf geschüttet wurden. Zwar bestreitet die zyprische Regierung noch immer, dass Schwarzgelder aus Russland auf Zypern gelagert sind, die darauf warten im Zuge der Umstrukturierung durch Hilfeleistungen der EU, reingewaschen zu werden, doch liegen die Beweise, dass solche Gelder auf Zypern deponiert sind, zu offensichtlich auf dem Tisch. Nicht umsonst leben an die 50.000 und mehr Russen auf der Insel. Sinn würde machen, weil jeder macht ja mal einen Fehler und manche aus Selbstgeltungssucht und Arroganz etc., vorerst diejenigen Neu-Zyprioten einer Untersuchung zu unterziehen, die 10 Millionen Euro und MEHR in der Lage waren auf Zypern zu investieren, auch, doch wohl nicht nur, um einen zyprischen Pass zu erhalten. Dabei dürften interessante Zusammenhänge zu Tage treten, an deren Analyse aber nicht jeder interessiert ist.

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Gestern war es endlich so weit – die EU-Präsidentschaft der Republik Zypern war, was uns Journalisten angeht, eröffnet worden. Die dazugehörige Webseite www.cy2012.eu wurde vorgestellt.

Da saß ich nun in der Rikstrasse 12 von Nikosia, die nicht unbedingt leicht zu finden ist. Das Problem beginnt für jemand ohne Beifahrer schon damit, dass nirgends ein Schild zu sein scheint in der Rikstrasse, welches einem sagt, du bist in der Rikstrasse. Nachdem die Strasse, welche nach Limassol führt, verlassen worden ist, die Verlängerung der Makarious, sagt auch Nichts: so, und jetzt mein Freund befindest du dich in der Rik Nummer 12 oder 24. RIK ist bekanntlich der Name des staatlichen Fernsehsenders der Republik Zypren. Und da in etwa 400m oder etwas mehr auf der linken Straßenseite nach der Kreuzung oder am Anfang der Rikstrasse eine große eindrückliche Antenne zu sehen ist, steuerte ich darauf zu und vermutete in der Rikstrasse zu sein. Ja, ich fuhr sogar am Pförtner am Eingangstor des RIK-Senders vorbei ohne Kontrolle, und ihn ansprechen wollte ich nicht, weil in dem Moment war mir gerade entfallen, nach was ich denn eigentlich hätte fragen sollen. Veranstaltung um 11.30h hätte wahrscheinlich nicht viel weiter gebracht. Also fuhr ich in den Hof und durfte feststellen, dass Gäste sich ganz willkommen weit hinten im Gelände und ohne Überdachung abstellen dürfen. Das tat ich und begab mich zu Fuß in Richtung Pförtner. Auf dem Weg dorthin gab es zwar auf der linken Seite Gebäude, die aber irgendwie nicht so richtig einladend aussahen. Nichts, welches mir irgend etwas gesagt hätte, war daran geschrieben, und ins Cafe kam ich dann schon nicht mehr unweit des Pförtners, weil der war inzwischen aus seinem Kabuff herausgetreten und rief mir etwas zu mit unüberhörbar herrschaftlichem Ton. Es klang jedenfalls so, dass ich besser auf ihn zugehe als es wage, anstatt ins Cafe abzubiegen. Nicht etwa, dass mir der hohe Herr entgegengekommen wäre. Mit Händen in der Hüfte und auf seinem Podest entsprechend erhoben, blickte er auf mich hinieder. Immerhin hatte der Weg zum Pförtner bewirkt, dass zwischenzeitlich aus den Tiefen meines Kurzzeitgedächtnisses “to spiti tou dimosiografou” hervorgequolen war als an ihn zu richtende Frage. Leider verhaspelte ich mich schon beim ersten Versuch. Denn Griechisch sprechen, nein, das geht nicht wirklich. Also sagte ich es auf Englisch. Das verstand der Pförtner aber nicht. So riss ich mich zusammen und sagte es nochmals, diesmal langsamer und erneut auf Griechisch. Das Wort Journalist (dimosiografos) wollte einfach nicht rauskommen. Zuvor, auf dem Weg zum Pförtner, war das Thema meines Selbstgespräches, ob der Genitiv denn wohl so, wie ich dachte, richtig gebildet wird von mir oder nicht. Immerhin, der Pförtner verstand mich endlich, nachdem ich alle genitivistischen Schnörkel wegließ und drei Mal mich in “dimosiografou” vor seinem gestrengen Blick übte. Dann sagte ich nochmals „spiti“, was Haus bedeutet, und er sagte zu meiner Freude “estia”, also: Sitz der Journalisten oder so.

Ich war selbstverständlich daran vorbeigefahren. Das Örtchen kann nicht so ohne Weiteres gefunden werden, weil miserabel ausgeschildert. Straßennummernschilder an Häusern sind nun mal nicht die Regel auf Zypern. Und wenn es die gibt, kann es durchaus sein, dass sie so angebracht sind, dass dieselben eigentlich nur ein Insider oder der wahre Zufall entdecken kann.

 

Der Erste in den heiligen Räumen der Journalie in der Rikstrasse 12 war ich, 15 Minuten zu früh. Angekündigt wurde allerdings bereits kurz danach, und zwar einem Herrn in Schlips und Kragen links hinter mir in der Reihe sitzend, dass die letzte Fassung der Rede von Stefanos Stefanou leider nicht die Ausgedruckte, die ihm vorliege sei – wir hatten nämlich einen Reader erhalten und sogar ein Schlagwortheft, welches Fachtermina auf Griechisch wie auch Türkisch erklärte. Mir diese Nachricht ebenfalls netterweise zu übermitteln, blieb aus – ich hatte halt keinen schönen Anzug an. Die aktuelle Version könne, sagte sie ihm, aber von der Webseite, die gleich vorgestellt werde, heruntergezogen werden.

Kaum war die nette Dame verschwunden, baute sich ein Kameramann zwischen mir und der Leinwand auf, auf der ganz gewiss die Webseite der Präsidntschaft Zyperns vorgestellt werden sollte. Noch bevor er sich ganz entpackt hatte, sein Stativ stand bereits groß und mächtig vor meiner Linse, musste ich einfach irgendeine Bemerkung loswerden. Es trieb mich innerlich dazu, weil ich diese Unhöflichkeit – leider gleich wieder – mit dem eventuell vorhandenen Dienstpersonal-Ding verknüpfte. Letzteres soll besagen, dass Kinderlein von Dienstpersonal herangezogen – oder in einer Gesellschaft, wo es dieselben zuhauf überall gibt – eventuell ihr Leben lang glauben, dass alles, was etwas dünkler im Aussehen ist, übersehen werden könne, beziehungsweise zu Diensten steht und sich konform der Bedürfnisse eines solchen Kindes verhält. Es galt also die richtige Wortwahl zu finden. Ich entschloss mich für: “do you really think that…” und den Rest sagte ich nicht, sondern fuchtelte mit den Händen kurz zur Leinwand deutend. Stoisch und nicht sehr begeistert, packte der Herr Kameramann sein Stativ ohne eine Art Entschuldigung oder so was von sich zu geben und positionierte es 2 Reihen hinter mir. Na, geht doch, dachte ich mir.

 

Der schmucklose Raum, indem ich saß, besteht aus 13 Reihen und in jeder Reihe, sollte ich mich nicht verzählt haben, sind 13 Sitzmöglichkeiten angebracht. Inzwischen war her Stefanou mit geschwollener Brust angekommen. Er hatte, nun, da ich ihn zum ersten Mal live sah, die Aura eines Dorffußballstars, der sonntags auch der Pfarrrer der Gemeinde ist und von beiden sozialen Quellen der allgemeinen Anerkennung in vollen Zügen zu zehren scheint. Als erste Tat hielt er, gerade Platz genommen auf dem Podium, sein Handy in der Hand und die eine Hand vor dem Mund, damit ihm niemand aus der Zuschauerschaft, vermute ich, von den Lippen abliest. Zwei Frauen umgaben ihn. Eine hatte sich mir als die Mutti für Alles vorgestellt, als ich reingekommen war und sie fragte, ob sie den Laden heute schmeißen wird.

Dann recht pünktlich, manch böse Zunge würde sagen unzyprisch, war der kleine Saal im Haus der Journalisten zu einem Drittel, schätzte ich, mit Journalie gefüllt. Einige bekannte Fernsehgesichter waren sogar zu sehen. Zwei Deutsche konnte ich vernehmen. Ein Engländer schien auch unterwegs zu sein. Türkische Zyprer waren ebenfalls anwesend, die ohne Übersetzung auskamen, wie ich sehen konnte. Der Raum hat durchaus eine Art heimelige Ostalgie versprüht, könnte aus Ostberlin stammen. Die Wände sind in goldenem Farbton gehalten. Fenster kann ich gar keine erinnern, waren aber bestimmt vorhanden.

 

Als Stefanou fertig war, hat er zu meiner Verwunderung seiner Rede wegen, keinen Applaus erhalten. Niemand wollte sich dazu erniedrigen offensichtlich. Die Übersetzerin ins Englische, soll noch gesagt sein, hinkte verheerend hinterher. Der Herr, der nach Stefanou sprach und die Webseite der EU-Präsidentschaft der Republik Zypern der Journalie im Detail erklärte, hächelte in wahnsinnigem Tempo durchs Thema – ohne Rücksicht auf Verluste. Entsprechend abgehängt war die Übersetzerung, die eventuell von einem Blatt ablies in der Not. 2-3 Links konnte er zur Veranschaulichung, dessen, was er beabsichtigte zu sagen, allerdings nicht öffnen in seinem Vortrag, was er gut zu übergehen verstand. Er sprang thematisch einfach weiter. Bei dem Tempo war das denn eigentlich schon fast egal. Zuhause angekommen überprüfte ich die Links noch Mals. Die scheinen inzwischen zu funktionieren und brauchen auch nicht so zeitlich ewig lange, wie zum Zeitpunkt der Einführung, um sich zu öffnen. Es war zuweilen wie am Internet zuhause vor 15 Jahren: warten, warten, warten! Das gab der Präsentation ja durchaus auch was Sympathisches. Stefanou meinte, er sei stolz, die Präsidentschaft auszurichten und es werde alles ein Erfolg werden. Na, bei so viel Selbstsicherheit wünsche man auch noch viel Erfolg unterm lang und äußerst ‚klug‘ vor der Öffentlichkeit verneinten Gang unter den EU-Rettungsschirm. Ein geteiltes Land regiert nicht nur eine nordsüd-gesplittete EU, sondern ein finanziell Abhängiger regiert das System für den Zeitraum von 6 Monaten, welches ihn aushält. Yin-Yang auf Europäisch.

 

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Zu einem besonderen Kunstgenuss kam Limassol am 8. April. Der weltbekannte französisch-zyprische Pianist Cyprien Katsaris gab ein originelles und besonders faszinierendes Konzert im Rialto Theater. Originell warum? Der erste Teil des Abends war der Interpretation gewidmet und zwar Jahrhunderte überschreitend. Werke von Mozart, Haydn sowie Theodorakis, vermischt mit griechisch-zyprischen Folkloremelodien, wurden in einem bunten Potpourri dargeboten. Leichthändig perlten die Akkorde und Melodien ineinander zu einem farbigen Gemisch von Melodien. Manchmal kam das Gefühl auf, man höre sich Kaffeehausmusik in einem Kurort an. Das war durchaus sehr luftig eingeführt in das sehr klassische Repertoire des zweiten Teils, welcher aus Werken Chopins, Schuberts und Liszts bestand. Feinfühlig und technisch brillant lotete er die Höhen und Tiefen dieser Werke aus. Der grosse Mangel des Abends bestand darin, dass kein Programm auslag, sondern die Werke vom Künstler persönlich vorgestellt wurden. Bekanntlich hält das Ohr den Augen nicht stand.

Cyprien Katsaris der mit wichtigen Auszeichnungen beehrt wurde spielt weltweit mit den bekanntesten Orchestern unter Stabführung der hervorragendsten Dirigenten und ist in Zypern kein Unbekannter. Er hat schon mehrmals Konzerte gegeben und das Publikum wird ihn – nach seiner Rückkehr von einer intensiven Japantournee – am 23. und 24. Mai in Pafos und Nicosia mit dem Cyprus Symphony Orchester zu hören bekommen.

Ein völlig anderes Genre im Bereich Kultur wurde in den Räumen der Pharos Arts Foundation bedient. Unterstützt von der Iranischen Botschaft wurde als DVD der Film „A Separation“ des iranischen Regisseurs Fahrhadi gezeigt. Als Drama über Familie, Ehre, Ehrlichkeit, Lüge und Selbstinteresse handelte es sich im Grunde genommen nicht um ein iranisches Schicksal, sondern um ein menschliches, welches weltweit genau so dramatisch in Dutzenden von Fällen passieren dürfte. Lediglich die Lebensumstände mögen verschieden sein. Ein starker Film, der in England den „Academy Award for Foreign Language Film 2012“ erhalten hat.

Heute beginnt für othodoxe Christen das Osterfest. Wir wünschen allen griechisch-orthodoxen Lesern daher KALO  PASXA!

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hippes-limassol

Vorweg bemerkt: Das ist hier keine Schleichwerbung!

Bestimmt hat sich die Eine oder der Andere bereits gefragt: „Wohin mit mir in Limassol?“

Nicht etwa, dass wir hier eine abschließende oder gar zufriedenstellende Auskunft parat hätten. Die, die uns vorliegt, ist zwar schon etwas veraltet, nämlich vom 16. Oktober letzten Jahres aus der People, doch dürfte dem so sein, dass dieser Tipp ziemlich sicher immer noch ultra-in ist – und nicht all zu ernst genommen werden sollte.

Es ist dies also ein Interview, welches die People, das ist die Sonntags-Beilage der Alithea-Tageszeitung in Zypern, mit Betreibern einer Disko oder dergleichem geführt hat. Dem regelmäßigen Trinker von Hard-Drinks unter Ihnen, wird der Name Smirnoff gewiss etwas sagen – und vielleicht verwundern wird Sie, wie auch uns, was Smirnoff nicht alles tut, um an Bars und anderen Orten feucht-fröhlich die Runde zu machen.

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„ … Dort können die Teilnehmer an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen, die die kommenden 2 Monate stattfinden werden. Über unterschiedliche „posts“ kann entschieden und kommentiert werden.

 

Ich stell mir vor, dass die Wettstreiter verschiedene Preise erhalten?

 

Memnon: Klar! Das ist Teil des Spaß‘. Ehrlich. Alle Fans der Website www. Facebook.com/smirnofffamiliy sind den Erhalt eines Preises wert, sie, die einfach Ideen austauschen und Erfahrungen bezüglich der nächtlichen Aktivitäten teilen. Und nun sprechen wir mal über die VIP-Eintrittskarten zur Party a la Venezuela, die wir in Zypern haben werden. Ein ganz besonderer Preis von Smirnoff ist das. Und das Beste daran: Wer gewinnt, der reist mit 2 Freunden nach Berlin zu einer der 50 Partys der Smirnoff Nightlife Exchange Project – und wir sagen hier mit Zufriedenheit, das WIR dabei sein werden. Die ganze Welt wird uns sehen.

 

Ich verstehe: Party …

 

Memnon: Man beachte das Datum: 12.11.11. Das ist das Datum, an dem das Ende der Party-Saison sein wird. Ein Finale ist dies, für welches Smirnoff uns eine Party zur Verfügung stellt, die es so auf unserer Insel noch nie gab. Dazu gibt’s ansonsten eigentlich nichts Weiteres mehr zu sagen. Es wird auch für mich etwas Erstmaliges werden, diese Angelegenheit. Warte mit Ungeduld darauf, um das endlich zu erleben.

 

Giorgos: Ich kann dir jedenfalls sagen, dass diese Party inspiriert sein wird vom traumhaften Venezuela. So etwas habt ihr noch nicht mitgemacht. Und dann, wenn man sich vorstellt, dass so etwas an 50 weiteren Plätzen in der Welt zur gleichen Zeit abgeht, da möchte ich jetzt schon zu tanzen beginnen.

 

Memnon: Wir dürfen nicht all die anderen Partys zu erwähnen vergessen, die in Zypern abgehen in den „hotclubs“ der Insel mit Smirnoff Nightlife Exchange Project. Dort können unvergessliche Erfahrungen gemacht werden. Da frag ich also: Weshalb ist jede Party verschieden und einzig? Antwort: Alle haben ihren eigenen Charakter innerhalb der Partys, die von Smirnoff geschmissen werden.

 

Giorgos: Erinnerst du, bis wie lange in den Morgen wir in der Party PLIN2 in Protaras abgingen und uns zum Rhythmus „Rio“ bewegten … . Erinnerst du die Tänzerinnen. Der Tag war schon angebrochen.

 

Memnon: Hattest du die etwa vergessen? Und im Sfinakia von Nikosia die Darsteller mit Überraschungen aus Bangkok….

 

Giorgos: Was gibt’s da noch zu sagen? Auf Partys einmalige Erfahrungen machen, mit denen, die DA WAREN; und für viele, die noch kommen werden. Für die also, die diese Gelegenheit nutzen, werden wir sicherstellen, dass sie nichts verpassen. Lasst nicht die Chance aus, zur Smirnoff Nightlife Exchange Projekt zu gehen. Was abgeht, ist einfach nur Spass haben. So etwas kann uns nur Smirnoff bieten.“

 

Sollten Sie in den erlauchten Kreis zyprischer Party-Gänger aufgrund dieses Artikels – endlich – eintauchen und eine hippe Nacht oder mehrere hinter sich gebracht haben in Limassol oder sonst wo auf der Insel, dann lassen Sie uns das doch bitte wissen!

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