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Posts Tagged ‘militärparade’

Dem Dschungel namens Berlin entronnen. Genauer gesagt: dem des Stadtteils Neukölln. Airbnb hat den Berlin-Aufenthalt mit Bravur gleich anfangs eingefärbt: Zwei Katzen, die miauen, wenn man im gemieteten Zimmer im Tiefschlaf liegt.

Die armen Katzen.

So allein wie Kriegskinder.

So gelangweilt.

Marschierten die Räumlichkeit der Einzimmer-Wohnung ab wie zwei geschlagene Krieger.

Neukölln zeigte sich, was das Wetter anging, durchaus von seiner besten Seite. Leute traf ich, die traf ich gar nicht. Die sah ich nur von Weitem. Mal die beiden Frauen beim Inder unweit von Conrad an der Hasenheide, mal die Andere in der Schönstedtstraße, mal einen mir längst vermisst Gegangenen in einem arabischen Imbiss an der Theke.

Die Hasenheide wird noch immer, unter anderem, von Banden aus Schwarzafrika eingenommen. Gern im vermeintlichen Schutz des wenig üppigen Grün, glauben die, sich dem Feind entziehen zu können – der Drogenpolizei. Sie, der Feind aller Mütter und Väter, wahrscheinlich aller, dominieren das Geschehen im, um und am Park. Ihre Waffe: Marihuana – und wer weiß, welch anderes Zeug sie noch anzubieten haben. Das Übliche also. Doch es gibt, selbstverständlich, auch welche, die einfach im Park mit Freunden sitzen.

Doch, doch! 12 Tage im größten Dorf der Republik, welches aus vielen dörflichen Gemeinschaften bestehen muss, ist schon eine Parade der besonderen Art. Nein wirklich. Weil in Neukölln und Teilen Kreuzbergs so entlang marschierend – Kottbusser Damm, Sonnenallee, Boddinstr., Weisestr., Urbanstr., ja sogar Mainzer, Graefe oder Reuter – erkennt der aufmerksame Betrachter eventuell schnell: die Menschen sind vor irgendetwas gewappnet, womöglich sind sie gar bewaffnet, doch gewiss ist, sie sind mit sich und ihrem „Ding“ vollauf beschäftigt. Mir dem Eingereisten, der in dieser Stadt mal jahrzehntelang lebte, scheinen viele auf Remote-Control gestellt. Wie menschliche Drohnen.

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Anstatt Drohnen wurden bei der Militärparade zum 01. Oktober 2016 in Nikosia Hubschrauber über die Menge gejagt. Mindestens fünf Mal kam es vor, dass die über unsere Köpfe in vielleicht weniger als 20 Metern Höhe flogen. Es war gewiss recht unterhaltsam für die meisten Zuschauer dieses Spektakels, hie und da sogar einen Mann links sowie auch rechts draußen an einem der Hubschrauber angebunden stehen zu sehen. Wie im Zirkus.

Krieg muss wohl doch ziemlich bunt und aufregend sein?!

Die Musik ist jedenfalls flott gewesen. Die Musikkapelle einwandfrei. Da gibt’s nichts! Umgeben von 4 Polizisten, die etwas unauffällig in meiner Nähe sich platziert haben, war mir durchaus dennoch nach Tanzen oder Marschieren. Konnte mich einfach nicht entscheiden und so schoss ich halt Bilder. Einer muss doch schließlich schießen bei den paar Panzern, die vorbei defilierten als sei … . Ja, genau, als sei Sonntag. Und wissen Sie was? Es ist am 01. Oktober in Zypern stets Sonntag. Genauer: Tag der Unabhängigkeit ist, und der hat uns bei Mc Donalds links dahinter die Athalassa Straße abbiegen lassen. Anfangs war wirklich zu befürchten, dass mit dem Toyota Cami-Modell, in welchem ich vorfuhr, womöglich an der Militärparade teilgenommen werden muss. Die Polizisten an den jeweiligen Kreuzungen stehend winkten mich nämlich den ganzen Parcours, den die Militärparade zurücklegen wird, durch – schon fast bis vor die Panzer. Doch dann galt es glücklicherweise kurz nach der Haupttribüne doch noch nach links abzubiegen.

Die Kamera und das Aufnahmegerät wurden sorgfältig kontrolliert und dann mit einer Plakette versehen, die bestätigt, dass die Geräte durchgecheckt worden sind. Danach blieb dann nichts Weiter übrig, nachdem ich mich auf meinem mir zugewiesenen Platz hingesetzt hatte, als den Diplomaten auf der anderen Seite der Straße zuzusehen, die aus ihren Limousinen stiegen, um dann meist zügig in erwähnter Haupttribüne zu verschwinden.

Und wirklich schöne Uniformen gab es zu sehen. Nicht nur ich bin begeistert gewesen. Die Musik hat dazu wirklich bestens gepasst; auch, dass ich meine Kamera überallhin richten durfte. Und ich hab wahrhaft um mich geschossen damit.

Ehrlich gesagt, das Marschieren der Soldaten, Feuerwehrleute und anderer war mir oft nicht steif und zackig genug. Die Beine hätten ruhig etwas höher zuweilen geschlagen werden können – vor allen von den Herren, die ihre Gesichter in den Farben ihrer Tarnanzüge bemalt hatten. Eine kleine Darbietung der Kampfkünste solcher Leute ist mir noch aus Basel/Schweiz in Erinnerung. Die gab es zu sehen beim Basel-Tatoo. Erstklassiges Spektakel, das die Japaner und Finnen dort aufzeigten. Also, die Basel-Tatoo ist auch so eine Art Militärparade, für die, die noch nicht davon gehört haben.

Das darf man doch noch erwarten, so ein bisschen Show-Einlage in Zeiten der Krisen und Kriege?

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Dass die Rede des Präsidenten der Republik Zypern, Herrn Anastasiadis‘, hörbar übertragen wird an solch einem Ort zu solch einem Anlass, das finde nicht nur ich – wie zu hören war unter ausländischen Diplomaten im Gespräch unter sich -, dass so etwas doch wohl noch erwartet werden kann.

Da sitzt dieser Mensch am Mischpult für die Tonanlage keine 20 Meter vom Mikrofon entfernt, in welches der Präsident spricht, und kann es nicht bewerkstelligen, dass die präsidiale Stimme hörbar durch die Lautsprecher schallt.

Sabotage?

Eine Kriegserklärung?

Einfach nur Schlamperei?

Der griechische Verteidigungsminister, der unmittelbar nach Präsident Anastasiadis seine ebenfalls kurz gefasste Rede hielt, war auch nicht zu verstehen. Insofern ist es schon verwunderlich, wie und woher das Press and Information Office von Zypern zum Redeinhalt des Präsidenten kam.

OK, da war eine Journalistin zu sehen, die keinen Meter vom Präsidenten entfernt angestrengt ein Mikrofon in seine Richtung hielt – schon fast vor ihm kniend. Ich war knapp 7 oder 8 Meter von ihm entfernt und das Ergebnis meiner Aufzeichnungen ist wahrscheinlich in etwa kohärent zum Phänomen Krieg.

Denn Kriege bleiben letztlich unverständlich, eventuell so unverständlich wie das Abfeiern eines Festtages zur Unabhängigkeit eines Landes in Form einer Militärparade, zu der das diplomatische Corps geladen wird, welches noch nicht Mal den Oberbefehlshaber eines Landes verständlich vernehmen kann, der Präsident Anastasiadis meines Wissens ist, weil dieser mangels technischem Verständnis, wenn das denn der Grund war, übertragen wird.

Ein Skandal!

Apropos:

Ansonsten ist bei Veranstaltungen in Zypern die Lautstärke zu oft zu laut eingestellt.

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