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English: Mehmet Ali Talat, the second president of Northern Cyprus. Deutsch: Mehmet Ali Talât, der zweite Präsident Nordzyperns. Español: Mehmet Ali Talat, el segundo presidente de Chipre del Norte. Français : Mehmet Ali Talat, le deuxième président de Chypre du Nord. Русский: Мехмет_Али Талат, второй президент Северного Кипра. Suomi: Mehmet Ali Talat, toinen Pohjois-Kyproksen presidentti. (Photo credit: Wikipedia)

Inzwischen fordern sogar bereits vermehrt die Lazen von der türkischen  Schwarzmeerküste ihr Recht ein, vor allem die in der Diaspora lebenden.  Ähnliches war zu erwarten. An die 60 religiöse und ethnische  Minderheiten der Türkei trafen sich vor ein Paar Tagen erstmals auf einer  Konferenz in Brüssel – der Friedens- und Demokratiekonferenz.

Es darf davon ausgegangen werden, dass auch Vertreter der christlichen  Ostkirche anwesend waren, die bekanntlich mit der Orthodoxie auf Zypern  direkt in Verbindung stehen. In Verbindung stehen derzeit angeblich auch  die beiden Inselhälften, allerdings auf einem Terrain, von welchem hier  bislang wenig berichtetet wurde. Auf Zypern geht nämlich das Gerücht  um, dass die Fußballclubs Nord- und Südzyperns sich zusammenlegen  wollen. Es fällt uns allerdings schwer, an dessen Verwirklichung zu glauben, nachdem,  was in den letzten Jahrzehnten in puncto Wiedervereinigung geschah. Bislang  wurden Wiedervereinigungsbemühungen mit an Perfektion grenzender  Sicherheit an die trennende Mauer Nikosia‘ s Mitte gefahren, welche die  Trennung der Insel noch immer unrühmlich markiert.

In der türkischen Milliyet-Tageszeitung schreibt Sefa Karahasan seit geraumer Zeit zu Zypern fortlaufend Artikel unter der Überschrift: „Inselperspektive (ada’dan bakis)“.

Sefa Karahasan schreibt, dass die Blicke sich umgehend nach Ankara  wenden, sollten am letzten Freitag die Gehälter der Beamten Nordzyperns  – wieder mal – nicht bezahlt werden. Es darf davon ausgegangen werden,  dass Ankara gemäß des „Wirtschaftsprogramms“, welches mit Nikosia- Nord abgeschlossen wurde, handeln wird – also den finanziell entstandenen Engpass beheben wird. Doch noch lässt Ankara den Norden  zappeln, wohl auch um zu zeigen, dass es mit dem Fall der Regierung  Kücük nicht einverstanden ist und erwartet, dass diese Scharte zuerst
ausgewetzt wird.

Der türkische Politiker Erhurman kommentiert diesen Sachverhalt, Karahasan’s zufolge, derart: „Ja, ihr sagt, ich regiere mich selbst und  gleichzeitig wollt ihr, dass Ankara sein Geld weiterhin an euch schickt. Auf  diese Weise kommt ihr aus den Schwierigkeiten nicht raus. Imgrunde ist  es eine Frage der Würde! Es ist an der Zeit, dass ihr uns eine würdige  Politik und politische Führung des Landes (Nordzyperns) versprecht…. Dass ihr  nicht weiterhin eine Ökonomie zu betreiben gedenkt, die von einer Hilfe, die  von außen kommt, abhängt. Dass so eine Politik von euch gemacht wird,  die Schritte in diese Richtung gesetzt werden… . Und dann, was will die Türkei  eigentlich von den zyprischen Politikern? Dieser Umstand, von dem ich sprach, hält schließlich seit Jahren unverändert an. Das muss im Detail  nicht nochmal erwähnt werden. “ Es gelte, das zuvor erwähnte
Wirtschaftsprogramm zwischen Nikosia-Nord und Ankara endlich
umzusetzen und die kriminellen Banden und Cliquen auf Nordzypern zu  zerschlagen, die sich dem erfolgreichen Vollzug des Programms
entgegenstellten. Erhurman findet des Weiteren, dass es nicht all zu
schwer sein kann, das zu bewerkstelligen. Er ist der Ansicht, dass
spätestens zum 28. Juli 2013 sich herausgestellt haben wird, ob sich was  in die richtige Richtung bewegt. An diesem Tag finden voraussichtlich die  Wahlen im Norden Zyperns statt.

Der Akademiker Yusuf Suicmez bringt das allgemeine Geschäftsgebahren  der Nordzyprer auf seine Art auf einen Nenner: „In Nordzypern wird  Politik betrieben mit dem Bewusstsein, dass ohne Bestechungsgeld  (rüschvet) zu bezahlen gar nichts geht. Vor den Wahlen versprechen sie  stets, all die Sünden der Vorgängerregierung zu ahnden. Und wenn sie  dann an der Macht sind, passiert gar nichts. Das ist immer so, meint  Suicmez, egal, welche Partei an die Macht kommt. Um etwas bewegen zu  können im Lande als Privatperson, ist das Parteibuch, welches man  vorzeigen kann, entscheidend. Seines Wissens sei bislang noch kein  türkisch-zypriotischer Politiker von einem Gericht Nordzyperns zu einer  Strafe verurteilt worden, wegen Bestechlichkeit, Betrug etc.

Und das Bestechlichkeit im Norden Zyperns wahrhaft ein Thema ist, zeigte  sich vor kurzem unter anderem bei einer Sitzung im Parlament des  Nordens, wo es um dieses Thema ging. Die erste Frau als Premierminister,  Sibel Siber, hatte bei ihrer ersten Vertrauensfrage im nordzyprischen Parlament  sogleich aufschlussreiche Offenbarungen zu durchstehen. Ejder Aslanbaba von der  Demokratie Partei behauptete frank und frei, dass der Vorsitzende seiner
Partei, Serdar Denktas, dem ehemaligen Gesundheitsminister Kasif
Bestechungsgelder bezahlt habe. 7.700 Dollars seien geflossen und CD’s,  die das belegen, hätte er auch gleich zur Hand. Es darf davon ausgegangen werden, dass eine sogenannte Säuberung des Parlaments, wie sie von einigen Abgeordneten gefordert wird, wahrscheinlich wenig bis nichts  ändern durfte. Der Meinung sind wir, weil so lange der Status des Landes nicht ändert, der der einer Art Piratenhochburg in der internationalen Community ist, wird das Gesetz des Schlüpfrigsten weiterhin seine Schleifspur ziehen können. Hasan Hasturer, ein erfolgreicher Journalist der Türkei, spricht von Morallosigkeit in der zyprischen Politik, die sich zu verewigen droht. Politiker würden sogar mit Huren beliefert.
Politik zu betreiben, sei etwas total Qualitätsloses geworden. Es ist an der Zeit, dass jemand die Politikerkaste in Nordzypern endlich zur Rechnung  bittet, findet er.

Leider sieht es weiterhin danach aus, dass große Teile der Bevölkerung an  diesem Verhalten seiner Politiker nicht ganz unschuldig sind. Denn es wird bereits jetzt schon darauf hingewiesen, dass viele Wähler ihre Stimme verkauft hätten. So war es immer, und so wird es wahrscheinlich vorerst bleiben. Das hat Tradition. Wurde so aus der Türkei sozusagen nahtlos übernommen, wo diese Stimmvergabepraxis bei Wahlen durchaus noch sehr verbreitet ist.

Die Rede ist derzeit vermehrt von einer Regierung der Technokraten, die  auf Grund der Probleme in nahezu jedem Bereich erstellt werden müsse  in Nordzypern. Bekanntlich war dieses Instrument – Regierung der  Technokraten – auch in Griechenland in der Diskussion, als die Krise ihren Anfang genommen hatte – ganz zu schweigen von Ägypten derzeit.

Der Präsident Nordzyperns wird voraussichtlich 2015 gewählt. Jemand von den Vereinten Nationen soll gesagt haben, dass dann durchaus passieren könnte, dass Mehmet Ali Talat zurück ins Amt kommt. Er ist der Präsident Nordzyperns vor Eroglu. Letzterer hat das Amt derzeit inne.

2.377 Staatsbürgerschaften sollen dieses Jahr bislang (01.07.13)
ausgegeben worden sein im Norden Zyperns. Diese Neubürger stammen größtenteils aus der Türkei. Die Mehrheit der Bevölkerung im Norden Zyperns wird inzwischen von dieser Bevölkerungsgruppe gestellt, was sich entsprechend im Wahlergebnis niederschlagen wird. Frühere Politiker der Türkei befinden sich sogar unter diesem Personenkreis, wie Sükrü Sina  Gürel, Zeki Celiker früherer MP der Gerechtigkeits und Fortschrittspartei  (AKP), Yalim Erez früherer Minister für Industrie der Türkei und der Sohn des verstorbenen Präsidenten Turgut Özal, Murat Mehmet Özal. Bekannte
Namen aus den Medien, die diese Liste mit anführen sind: Refik Erduran, Togay Bayatli, Mehmet Ugur Güneri and Reha Can Urus. Schließlich noch aus dem Bereich Sport: Alp Yalman, Güvenc Kurtlar und Rasim Kara (siehe PIO-Bericht Zyperns).

Zwischenzeitlich war zu vernehmen, dass der amerikanische Botschafter auf Zypern unterstreicht, dass eine Lösung des Zypernproblems gefunden werden kann und dass das Erdgas, welches vor Zypern liegt, dabei durchaus hilfreich sein dürfte. Gefragt sei vor allem guter Wille. Ein Teil der kommunistischen Bewegung der Republik Zypern wurde vor ein Paar Tagen demonstrierend vor der türkischen Botschaft in Nikosia angetroffen. Sie forderten die Einheit des Landes.

Kann gut sein, dass die herzustellende Einheit Zyperns bereits demnächst an einer Registrierung scheitert, die angeblich vorgenommen wurde. Der türkisch-zypriotische Politiker Serdar Denktas verkündete kürzlich mit Stolz, man habe eine nationale Airline unter dem Namen Cyprus International Airline angemeldet. Wie Sie sich denken können, verehrte Leser, wird das die Politiker auf der griechisch-zyprischen Seite ziemlich sicher dazu reizen, ihre in Reden dargebotenen Wiedervereinigungs-Vorsätze gleich wieder über Bord zu werfen. Der Plan eine North Cyprus Airline auf den Markt zu bringen, war im Jahr 2011 gescheitert, da sich der private Sektor mit dem staatlichen nicht einig werden konnte – weder in der Türkei, noch in Nordzypern.

Die Türkei und Ukraine planen gemeinsam, einen neuen Flugzeugtyp zu konstruieren. Beide Staaten unterstützen darüber hinaus eine Ringstraße,  die das Schwarze Meer umspannen soll.

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In Izmir… Bomben konnten irgendwo in der Stadt rechtzeitig aufgefunden und entschaerft werden vor ein paar Tagen. Dass die Lynchjustiz in Libyen auch in Izmir in die Freitagspredigten der Imame Einzug hielt, ist verstaendlich. Wer den Islam verunglimpft, darf sich nicht wundern, lautete mehrheitlich die Message. Einige Kommentatoren finden, dass endlich damit aufgehört gehört, derartige Vorfaelle stets im Namen des Islam zu machen oder dieselben zu verteidigen. Es solle mal endlich von persönlicher Verletztheit oder dergleichem gesprochen werden.
Güneri Cınaroğlu bringt die Angelegenheit, von der die Rede davor war, auf den Punkt in der Milliyet vom 13.09.12, und zwar auf seine Weise: `Den Vertreter eines Landes, welches mehr als nur andere Laender vergewaltigt, dessen Botschafter und seine Kollegen zu töten, ist für die muslimische Welt ein Unglück`.
Aslı Aydıntaşbaş schreibt in derselben Ausgabe der Milliyet dazu und im Bezug auf Syrien: `Das heisst, der Krieg wird sich herauszögern, Amerika wird zusehen, die Türkei wird gehörig unter Spannung gesetzt. Die Attacke in Libyen wird nicht nur die isolationistischen Aktionen der USA verdecken, sondern auch Obama in Schwierigkeiten bringen. Ja, die USA hat die Schnauze vom Weltpolizisten-Sein voll. Doch als schwach will sie nicht angesehen werden. Zuletzt wurde unter Carter 1979 in Afghanistan ein US-Botschafter ermordet. Die amerikanische Waehlerschaft fand Carter daraufhın zu schwach – und auch die Gefangennahme im Iran damals spielte eine Rolle dabei(, dass Carter nicht wiedergewaehlt wurde). Sehen wir mal, was die Zeit für Obama bereithaelt`.
Wir hier auf Zypernundmehr-News schlagen vor, anstatt Botschafter zu lynchen, einfach das Programm umzuschalten oder aus dem Film im Cinema gehen.

Erdoğan, Ministerpraesident der Türkei, fordert ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Terror. Erdoğan stammt ja aus Rize. Diese Stadt liegt am Schwarzen Meer unweit der Grenze zu Georgien. Dort wird viel Tee angebaut. Die Tee-Saison ist gerade vorüber, schreibt Uras Güngör in der Milliyet vom 13.09.12. Es sollen 220t trockener Tee jaehrlich in der Türkei produziert werden. Der Big Player in diesem Geschaeft heisst in der Türkei Çaykur. 1947 begann deren Reise im Teegeschaeft. Das Kilo ungetrockneter Tee kostet dieses Jahr 110 Kuruş – das dürfte knapp 50 Cent sein. Çaykur kauft jaehrlich 650t ungetrockneten Tee an. Bei Çaykur arbeiten 3.000 Personen staendig und 9.000 saisonal. Ein Arbeiter der letzteren Kategorie kann taeglich 50 – 60TL verdienen (ungef. 23 bis 27 Euro), schreibt Uras. Grüntee wird neuerdings auch hergestellt – und nicht nur Schwarztee. Ja sogar organischer Tee soll in riesigen Mengen demnaechst produziert werden. Man scheint endlich erkannt zu haben, dass sich `organisch` im Namen eines Produktes gut verkauft im Norden Europas – und so dann wohl auch schon bald in der Türkei flaechendeckender.
Apropos Verkauf: Türkische Verlage tun sich dieser Tage mit einem Erlass der türkischen Regierung schwer, der festlegt, dass religiöse Bücher beim Finanzamt günstiger besteuert werden (Koran, Hadith etc.). Anstatt 8% ist nur 1% zu veranschlagen. Klar, dass das als weiterer Schritt zur Islamisierung des Landes von gewissen Kreisen verstanden wird, die die Unparteilichkeit des Staates derart gefaehrdet sehen. Cemile Bayraktar schreibt in der Taraf vom 14.9.12, dass abgesehen von dem zuvor angeführten Einwand gegen diese Art der Besteuerung, für sie das alles irgendwie unverstaendlich bleibt, denn ihre Mutter haette Auslegungen zum Koran und andere Schriften bereits und sie selbst sogar einen Koran wie die meisten türkischen Haushalte. Da diese Art Bücher gewiss nicht weggeworfen würden, bestünde ihrer Meinung nach auch kein dringlicher Bedarf, sich neu einzudecken damit. Sie hofft, dass die Regierung daher demnaechst noch nachbessert und Bücher im Bereich Kultur im allgemeinen Sinne bei der veranlassten Einkommensteuersenkung mit einschliessen wird.
Die türkische Regierung haette noch so Manches zu regeln, anstatt zum Beispiel darüber zu streiten, ob die Explosion in Afyon vor ein paar Tagen ein Unfall oder ein Anschlag gewesen ist. Anscheinend ist eine oder mehrere Handgranaten made in Germany hochgegangen in einem fahrenden Zug gefüllt mit Soldaten (14 Tote).
Hasan Cemal fragt die Regierung wahrscheinlich auch daher am 13.09.12 in der Milliyet-Tageszeitung, ob nicht endlich gewisse Teile der Gesetzgebung geaendert werden müssten, die bei den (wieder mal) innenpolitischen Spannungen seinerzeit unter Demirel nach den Ereignissen vom 28. Februar 97 verabschiedet worden waren und in Sachen Staatsdienst (TSK iç hizmetler kanunu 37) Folgendes aufführen u.a.: `Jeder Soldat der Streitkraefte schwört… : Im Frieden, im Krieg, auf dem Land, dem Meer und in der Luft, überall, bring ich meiner Nation und Republik Aufrichtigkeit und Liebe entgegen, unterwerfe mich dem Dienst, Gesetzen, Ordnungen und Anordnungen; und ehre die türkische Flagge, wissend, dass meine süsse Seele bei Bedarf dem Land, der Republik und dem Dienst mit Hingabe geopfert wird, dass schwöre ich bei meiner Ehre`.
Hasan Cemal schreibt zur TSK Iç Hizmetler Yönetmeliği 85 (Staatsdienstverordnung 85), dass ein Soldat egal, ob er im Lande oder ausserhalb seinen Dienst versehen hat, niemals jemand sagen darf, wie, wo, was und wann er diesen Dienst getan hat. Der Autor fragt: `Warum werden also manche Gesetze – verabschiedet am 28. Februar 97 – noch immer nicht angerührt`?
Und warum gibt es im so genannten Westen Massenmörder und in der Türkei nicht, fragt Murat Kapkiner in der Taraf vom 14.09.12. Als Antwort kommt der Autor zu interessanten Überlegungen. Er versteigt sich darin, dieses Phaenomen als Indikator für Fortschritt im positiven Sinne sozusagen zu verstehen. Er sei ın Deutschland u.a. gewesen. Dort würden Entscheide angedacht, wohingegen in der Türkei zu oft, eigentlich immer, nach der jeweiligen Gefühlslage gehandelt werde, danach, wem mach ich es jetzt wie gerade recht oder wie komm ich hier am besten mit welcher Nummer wieder raus? In Deutschland gaebe es hingegen so etwas wie eine Grundhaltung bei den Menschen: Soweit mit mir und nicht weiter! Der Autor führt zum Beweis das Fahrverhalten an. So würden Deutsche bei Rot halten, auch wenn weit und breit kein Gegenverkehr zu sehen waere. Warum wohl, fragt er. Beim grossen Erdbeben in Marmara haette die Türkei zig-tausende von Liras gespendet und Gegenstaende verschickt. Doch einen Monat spaeter kaempften die Erdbebenopfer ums Überleben. `Im Westen (also Europa), wie haette so etwas passieren können? Niemand waere mit eigenem Laster losgefahren, um zu helfen, weil der Staat das, was zu tun ist, gemacht haette. Wenn von einigen Menschen eine derart empatische Hilfsaktion gestartet worden waere, wuerden sie zuerst die Depots für (die Sachen gegen das) kalte Wetter aufgehoben haben und dann nach Bedarf verteilt haben… . Wir haben erbarmen (einerseits sind wir aber so erbarmungslos). Clever sind wir nicht, wie Sie unschwer sehen können… In Deutschland hat ein Typ seine Frau mit einem Anderen erwischt und beide grauenvoll umgebracht. Das deutsche Gericht befand, der Taeter sei krank. Waere der Prozess in der Türkei gelaufen, waere dem Taeter seine Gesundheit attestiert worden`(und er haette auf einen Feispruch hoffen können, wird hier noch hinuzgefügt, waere `lediglich`die Frau getötet worden).
Im Artikel verfasst von Adnan Keskin in der Taraf vom 14.09.12 geht es erneut um Gesetze und Regeln. Und erneut soll aufgezeigt werden, wie die Staatsmaschine der Türkei im Inneren laeuft (viel zu oberflaechlich gehalten, wissen wir, aber dennoch). Einen Tick haerter, wenn so geschrieben werden darf, darf man sich die Lebenssituation und Gesetzgebung in Staaten wie dem Libanon, Syrien, Jemen, Aeghypten etc. İm Vergleich vorstellen. Es mag dazu beitragen, zu verstehen, weshalb das schleichende Eindringen islamischer, nicht laizistischer Elemente in der Polititk, Jurisprudenz und das taegliche Leben der Türkei als Rückschritt verstanden werden muss, nicht als Fortschritt. Dies, da scheinbar stets die Elemente herausgegriffen werden, die einer fortschrittlichen Interpretation des Korans und des Lebens des Propheten widersprechen oder das Wasser abgraben )naturverbundener, humaner). Leider scheinen die Damen und Herren an der Macht aber den Traum vom Osmanıschen Reich noch immer zu traeumen in Ankara, wie vor ein paar Tagen beim Besuch Erdoğans in Aserbaidschan wieder mal vernommen werden konnte – da ist selbstverstaendlich auch eine gehörige Portion Türkismus noch drin (Chingis Khan & Co).
Also: `Das Verfassungsgericht hat beschlossen, dass der `einfache Bürger` vergleichsweise eine 4-fach höhere Strafe zu erhalten hat, wenn er Staatsangestellte beleidigt`. Eine untergeordnete Instanz in der Hierarchie der Gerichte der Türkei (Dinar Sulh Mahkemesi) hat dieses Gesetz als `unverhaeltnismaessig`angefochten und seinen Einspruch aber verloren.
Und welche Beleidigungen, fragen Sie sich nun gewiss, sind vor dem türkischen Gesetz strafbar? Nun: `Das konkrete Verhalten einer Person, welches die Würde, Ehre und Respekt gefaehrden könnte oder als Tatbestand bewiesen werden kann oder nicht angebracht erscheint; oder Beschimpfungen, die die Würde, Ehre und Respekt angreifen. Eine derartige Person kriegt 3 Monate bis zu 2 Jahren Haft oder eine gerechte Geldstrafe`. Sie verstehen hier nun gewiss, dass es offenbar angebracht zu sein scheint, Staatsangestellten im Dienst und in der Türkei besser aus dem Weg zu gehen – weil, man weiss ja nie, ob gut oder schlecht geschlafen wurde oder oder!
Die Aenderung, die also vorgenommen wurde vom Verfassungsgericht (siehe oben) ist, dass die zuvor bezeichneten 3 Monate gestrichen wurden für den `einfachen Bürger`. Jetzt ist im Gesetz die Rede von minimal einem Jahr. In einem Fall naemlich sagte ein Bürger zu einem Verkehrspolizisten: `Machen Sie keine Unverschaemtheiten`! Wahrscheinlich braet der Bürger deswegen gerade im Knast, weil das Dinar Sulh Gericht, welches diesen Fall ans Verfassungsgericht weitergab (siehe oben), mit seinem Einspruch nicht durchkam.
Hier passt zuguterletzt, was Hadı Uluengin in derselben Ausgabe der Taraf schreibt, was auch so oder etwas anders in anderen Zeitungen der Türkei als Thema geführt wird in diesen Tagen: `Die Türken sollen die Nation (auf der Welt) sein (nach einer Studie des deutschen Marshall Fonds), die die USA nicht mag. Es ist lediglich ein Drittel, welches Onkel Sam positiv sieht. Doch wenn gefragt wird, an wen sie sich zuerst wenden, wenn etwas passiert, wird erneut die USA erwaehnt. Das ist noch nicht alles. Die Türken mögen von allen befragten Nationen auh die Nato am wenigsten. Es soll viele Türken geben, die ohnehin antworteten, es gilt sich nach Osten zu wenden. Jedoch seltsam ist, was den EU-Beitritt angeht; bei dem finden die meisten, dass diese Angelegenheit einen positiven Verlauf nimmt und hat (also zustandekommen wird).

Die Vorsitzende der türkischen Frauenorganisation (kadınlar derneği) Zekiye Çomaklı befand auf einer Konferenz für Unternehmerinnen neulich in Erzurum: `Frauen müssen nicht auf jedem Posten zu finden sein` (Taraf, Seite 5, Recan Uyour)!
Ansonsten war noch zu lesen in der Presse dieser Tage, dass die Bildungsrate von Frauen in der Türkei ebenfalls die schlechteste in Europa sei. Der Analphabetismus liegt wieder bei über 50%. Ausserdem werden immer mehr Teeanger im Alter unter 15 Jahren Mütter – insbesondere im Südosten der Republik! Eine von mehreren Rentnern über Wochen vergewaltigte 14-Jaehrige sol l ihr Kind, welches sie erwartet, abtreiben dürfen oder müssen. Letzteres kann hier nicht klar festgelegt werden, da die Behörden und die öffentliche Meinung darüber noch im Streit liegen – keine Ahnung, ob der Wunsch der werdenden Mutter überhaupt berücksichtigt wird. Die Rentner (der Aelteste ist 74) sitzen vorerst noch hinter Gittern.

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