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Posts Tagged ‘moataz hittani’

Noch zwei-drei Vorbemerkungen. Wie auch zum Norden von Zypern gibt es zu Syrien nichts und dann aber auch wieder sehr viel zu sagen.

Sie sehen: man muss sich entscheiden im Leben.

Anstatt andauernd über den Süden Zyperns zu berichten, was zuweilen recht strapaziös werden kann, da sich offensichtlich nichts tut in Sachen Wiedervereinigung der Insel, und da andere Themen hinter diesem Thema irgendwie verblassen in der südzyprischen Politik, wird es als erforderlich erachtet, sich eben anstatt mal mit Nordzypern, Syrien, der Türkei und wahrscheinlich auch schon bald mal etwas eingehender mit den Dingen zu beschäftigen, die sich im Libanon zusammenbrauen.
Letztlich geht es selbstverständlich darum, wie könnte es bei einer Webseite mit diesem Namen anders sein, Zypern als Ganzes in den Vordergrund auf diese Art und Weise zu rücken, indem – längst nicht alle – wichtigsten Akteure oder ‚Spielwiesen‘ gewisser Akteure mal eingehender als sonst beleuchtet werden.

Nun, auf-auf zur scheinbar unendlichen Geschichte mit von uns ganz spezifisch ausgesuchten Details, die nur einen Bruchteil dessen abdecken können, was von statten geht, aber dies wiederum bemüht darum, auf unsere Weise Syrien zu beleuchten und verständlicher zu machen.
Ganz auf der Höhe der Zeit ist dieser Artikel hier (noch) nicht. Er hinkt ungefähr 3 Wochen hinter her. In der Folge werden weitere Artikel folgen den Monat September hindurch, um Ihnen sodann und vorerst das oben Angesagte zu Syrien für den Zeitraum August-September 2018 zu liefern; sodass Sie also bis Ende Monat auf den aktuellsten Stand gebracht sein werden:
Syrien!
Auf unserer Webseite (bei Facebook) kann ein hochinteressantes Interview gefunden werden von Herrn Heintz zum Thema. Es wird allerdings auf Englisch geführt, und hier scheint niemand in Stimmung, sorry, Ihnen das wirklich sehr informative, ja wichtige Interview, übersetzen zu wollen – sollten Sie einer solchen sprachlichen Transferleistung überhaupt bedürfen.

Nach 11 Tagen Kampf hat das Assad-Regime anscheinend das im Südwesten Syriens gelegene Yarmouk-Tal der IS abgekämpft. Interessant ist in letzter Zeit das folgende Detail, welches vermehrt bei solch gearteten Aktionen des Regimes zu vernehmen ist, nämlich, dass zur Wiederinanspruchnahme eines Gebietes oder einer Stadt seitens des Regimes ehemalige Rebellen sozusagen als Kanonenfutter und/oder Frontschweine eingesetzt wurden und werden.
Anscheinend wurde in der Stadt Sweida freies Geleit gewährt, sodass 400 IS-Kämpfer plus Familien das Weite suchen konnten. Auch entließen die Schergen Assads angeblich an die 100 Gefangene Krieger Allahs (IS), damit verschleppte Drusen im Gegenzug freikamen. Es soll sich bei Letzteren um Zivilisten handeln. Das angesprochene Unternehmen über die Bühne zu bringen, erwies sich jedoch als schwer durchführbar, da die IS neue Bedingungen gestellt haben soll – die wohl auch sehr gut weiß, dass sich das Assad-Regime eh nur sehr dürftig an Abmachungen hält. Dazu etwas später mehr.
Inzwischen warten wir geradezu auf die sogenannte Großoffensive seitens des Regimes auf die Stadt Idlib unweit der türkischen Grenze. Und Gerüchte, dass Assads Regime schon seit Längerem mit der IS bestens kooperiert, bewahrheiten sich nach Angaben gewisser Quellen mehr und mehr – verquerer Weise könnte man sagen oder: mit allen Wassern gewaschen.
Der russische Sondergesandte für Syrien sagte vor nicht allzu langer Zeit, so etwas würde es in Idlib nicht geben, nämlich eine Großoffensive. Keine Ahnung, wessen Sondergesandter er ist, wenn er das Offensichtlichste, sozusagen, noch nicht mal mitbekommt.
Die Russen quatschen des Weiteren recht verlogen davon, die moderate syrische Opposition müsse ausgerechnet mit der Türkei zusammenarbeiten. Den Russen geht es angeblich vorrangig darum, Angriffe der sogenannten HTS-Milizen (Hayat Tahrir asch-Scham) auf ihre Luftwaffenbasis in Hmeimin nahe der Hafenstadt Latakia derart abzumurksen. Derjenige, den die Russen unterstützen, nämlich Baschar al-Assad selbst, sagte bei seinem Aufenthalt in Sotchi vor nicht allzu langer Zeit, um es nochmals in Erinnerung zu bringen, es werde sehr wohl zu einer Großoffensive auf Idlib kommen.
Baschar al-Assad will ja bekanntlich die Kontrolle über Gesamtsyrien zurück.
Nun, das ist Ansichtssache. Also genauer: Ansichtssache ist, was denn wohl „die Kontrolle über Gesamtsyrien“ nach einer etwaigen Beendung des Konflikts konkret bedeuten wird. Nicht wenige Beobachter gehen davon aus, dass Syrien einfach zu verlockend ist von der Lage her für Russland, wie auch für China, um die sich anbietende Chance wegen europäischer Bedenken oder Versprechen zu verpassen, die Chance, also, hier ein Standbein für längere Zeit zu errichten. Auch die USA werden das nicht mehr verhindern können, wird angenommen.
Und zwar auch deswegen:
Bekanntlich wird Ostafrika immer wichtiger in allen erdenklichen Bereichen – eigentlich Afrika als Ganzes. Und allein aus dieser Sicht macht ein Bein auf oder in Syrien zu haben für die beiden Genannten Großmächte Sinn, auch, um den besten Verbündeten der USA noch besser zukünftig checken zu können: Israel.
Insofern, und wenn alles gut läuft, müssten Syrer zukünftig halt mit russisch-chinesischer Dominanz leben, die aber sehr wohl zu neuer Prosperität und Sicherheit führen könnte. Auch würden auf mittlere Frist gewisse Ambitionen der türkischen und iranischen Nachbarn besser geortet und gemanaged werden können, wäre zu hoffen. Die EU plus die USA haben ihre Chance vor Ort jedenfalls unübersehbar vergeigt. Und viele, wenn sie an Putins Stelle wären, plädieren dafür, die beiden Letzteren, zwar zum Aufbau des Landes heranzuziehen, wie es die Russen ja ganz öffentlich und laut neuerdings vorschlagen, ja fordern, doch sollte die Wiederaufbauhilfe des Westens dann so geschehen, dass dieser für nicht-absehbare Zeit nicht wieder etwas und wirklich zu sagen hat in Syrien. Dass dem Westen keine Möglichkeit gegeben oder eröffnet wird, dort nochmals Unglück, Leid, Hass und Arroganz (mit kolonialem Flair) walten und auch anpflanzen zu lassen.
Russen und Chinesen kann durchaus (noch) zugetraut werden, die Bedürfnisse der Leute und vordringlich der Region besser im Auge zu behalten, finden nicht wenige, zumal sie aus den Fehlern ihrer westlichen Vorgänger gelernt und verstanden haben könnten, dass Schutzherrschaft und Dominanz über oder in einer Region sehr wohl auch Rückwirkungen hat auf das, was – verkürzt gesagt – in Moskau und Peking zukünftig abgehen wird, wie man sagt. Und all dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Russen und Chinesen selbstverständlich ihren Schnitt dennoch machen werden und wollen.
Ergänzend dazu, was der UN-Botschafter Syriens, Herr Jafaari sagte:
„Eine Präsenz türkischer Truppen wird auch zukünftig nicht akzeptiert!“

In den Medien des deutschsprachigen Raums scheint die folgende Nachricht etwas untergegangen zu sein. Sie ist auch vorrangig deswegen nennenswert, da die First Lady Syriens, die Asma al-Assad („Lady Macbeth“), sich einen Brustkrebs ‚eingefangen‘ hat. Bilder von ihr im Krankenhaus mit allem Drum-und-Dran (Schläuche, Kanülen etc.) sind im Netz zu sehen. Viele Kommentatoren sind zwar nicht unbedingt erfreut über ihr Schicksal, doch scheinen sie es durchaus gerecht zu finden, dass auch endlich mal eine von dort OBEN das Schicksal vieler im Dreck, mit Krankheit und in Armut lebenden Syrer hautnah miterleben ‚darf‘.
Die Krankheit seiner Frau hält Baschar selbstverständlich nicht davon ab, auf demokratisch zu machen. Angeblich hätten sich bereits 35.000 Kandidaten für das, was im heutigen Syrien Kommunalwahlen genannt wird, eingeschrieben. Zuletzt kam so etwas im Jahr 2011 vor, und wenn alles einigermaßen glatt verläuft, dann kann der vermeintliche Alleinherrscher in Syrien, Assad, im September die Kandidaten wählen lassen, die er wahrscheinlich eh von seinen Leuten zur Genüge vorher aussieben ließ. 18.478 Sitze in Gemeinderäten müssen angeblich besetzt werden.
Diese Zahl erscheint recht hoch vor dem Hintergrund, dass viele Syrer geflüchtet sind, in Gefängnissen im wahrsten Sinne des Wortes schmoren oder aber zu Tode gefoltert wurden – elend verrecken (mussten), weil eine medizinische Versorgung außerhalb der Folterkammern und/oder Knäste meistens nur gewissen Apparat-Schicks zukommt, und zwar vermutlich rechtzeitig.
Wie dem auch sei: Vorsitzender der Hohen Wahlkommission wird Herr Suleiman al-Kaed sein. Fehlt eigentlich nur noch, was uns hier wenig verwundern würde, würde Herr al-Kaed auch die Todesurkunden ausgestellt haben, im Nebenjob sozusagen, die die Angehörigen von einigen Tausend Häftlingen ereilten oder erreichten. Komischerweise hatten viele auf den Totenscheinen als Todesursache zu lesen: „Herzversagen“ und dergleichen. Sarkastischer geht es kaum noch. Perfide! An die 50.000 derartiger Scheine wurden allein 2017 ausgestellt.
Es würde wohl manch einen wenig wundern, wenn aus den Assad-Kerkern heraus ein Organhandel betrieben wird. Wer Gefangene in derart großer Anzahl abmurkst, der hat gewiss auch Verwendung für Teile ihres Körpers? Wir werden sehen, was da noch alles an die Oberfläche geschwemmt wird in Sachen Wahrheiten eines bizarren, industriell getätigten Geschäfts – oder ähnlich.


Ja, manch einer hat wohl insgeheim Sympathien für jene Menschen, die sich Kurden nennen. Die ewig Unterdrückten, die ewigen Verlierer usw. Und es ist wahr, dass diese Volksgruppe in ihren Kämpfen oder Kriegen unter sich und mit ihren Besatzern schon viele Schulterschlüsse durchlebt hat. Wahrscheinlich war man inzwischen und im Laufe der Zeit schon mit allen am dortigen Konflikt – der Kurdenfrage – Beteiligten irgendwann mal polit-strategisch ‚im Bett‘.
Und so verwundert uns wenig, dass an der zuvor bezeichneten Südfront nahe Israels als Helfer des Regimes plötzlich kurdische YPG-Kräfte im Einsatz sind, und zwar mit dem assadschen Auftrag: „säubern!“
Angeblich verhandelt diese kurdische Miliz seit dem 27. Juli 2018 mit dem vermeintlichen Alleinherrscher von Damaskus. Offiziell verhandle man Versorgungsquellen, was auch immer damit genau gemeint ist. Hier kann man sich darunter durchaus vorstellen, dass nicht nur Nahrung, sondern auch das Aufteilen gemachter Kriegsbeute, von Geraubtem und Geplündertem etc. darunterfällt. Und NATÜRLICH versuchen die Kurden, ihre künftige Rolle im neu entstehenden Syrien möglichst positiv für sich zu justieren; und daher auch ihr strategisches Umschwenken hin zu ihrem eigentlich größten Feind: Baschar, der Unverzeihliche.
Wer dort unten, also in Syrien und Umgebung, nicht lebt oder sich länger aufhielt, kann dieses Verhalten der Kurden wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen. Wir bleiben aber dennoch dabei zu behaupten, dass diese strategischen Anpassungen der Kurden im Lauf der Zeit ihnen zwar das Überleben – mal besser, mal schlechter – sichern konnte, aber zu einem eigenen Staat, den sie ja angeblich unbedingt haben wollen, reicht/e diese Strategie offensichtlich nicht – ja, nie – aus.
Nun ungefähr da, wo die Kurden beim ‚Saubermachen‘ aushalfen, wie oben berichtet, dort so in etwa verläuft ja nun neuerdings wieder so etwas wie eine „Waffenstillstandslinie“, die sich die Russen und die Israelis dort ausgedacht haben. Weil dort sind die Golanhöhen u.a. Und wenn es um dieses von Seiten Israels geraubtes Gebiet geht, dann versteht jeder, dass nun jedweder ‚Spaß‘ aber endgültig vorbei sein muss!
Wahrscheinlich gibt es nicht wenige unter uns, die einsehen, dass dieses Gebiet für Syrer als Heimat vorerst verloren ist. Verwunderlich wäre allerdings nicht, wenn Russland im Verbund mit China, oder aber alleine, sich zu Israel auf diese Höhen gesellt. Erste Schritte Moskaus in diese Richtung können von einigen Beobachtern durchaus bereits abgelesen werden aus dem Bewegungsprofil Moskaus vor Ort.
Das wäre dann so etwas wie Rache Assads und vieler Syrer durch die russische Hintertür!
Noch spricht Moskau allerdings davon, es verspreche Israel, dass syrische Regimegruppen die Waffenstillstandslinie von 1974 nicht überschreiten werden. Bekanntlich sorgt sich Tel Aviv, dass iranische Truppen und andere muslimische Nicht-Syrer, die für Assad den Kopf hinhalten gehen oder hinhalten müssen, zu nahe an das besetzte Gebiet, überhaupt, zu nah an Israel herankommen – dauerhaft.
Um zuletzt Gesagtes etwas biblisch klingend zu umschreiben oder zu verbildlichen:
Wer lange Finger macht, darf mittelfristig noch K/kraftvollere/s erwarten!

Weiter oben war der Verweis darauf, dass wir zu einem Thema nochmals zurückkommen werden bezüglich Assad und den Verlass auf ihn. Kann gut sein, dass Sie in den hiesigen Medien nichts darüber vernehmen konnten, nämlich, dass das syrische Regime inzwischen so etwas wie eine „Versöhnung“ lanciert/e. Nach dem Motto: Du hast zwar etwas (nicht allzu) Böses getan, doch ich, dein Herrscher und Halbgott Assad, ich kann dir armen Sünder meiner Großmut wegen verzeihen, wenn du dich zukünftig brav einreihst – also in etwa so einreihst, wie man sich bei Adolf oder in Nordkorea einzuordnen hat/te.
Viele Syrer lassen sich auf das Ding ein. Auch wenn sogar von sogenannten Fachleuten davon abgeraten wird. Einer dieser Gutgläubigen ist ein Herzchirurg gewesen. Ein recht guter soll er gewesen sein, der sogar mal für Assad unterwegs war, wie man sagt, dann aber die Fronten wechselte – aus welchem Grunde auch immer. Nun, da er in Ost-Ghouta praktiziert haben soll, ist eigentlich der Grund schon benannt: Wahrscheinlich hat er zu viel Unmenschliches gesehen vonseiten des Regimes verursacht, welches nahezu unendlich an seinem Arbeitsplatz ‚Zwischenstation‘ machte. Ja, dieser Chirurg hatte auch Verletzte versorgt.
Aufgrund des sogenannten „Versöhnungsabkommen“ stellte sich der genannte Arzt den Assad-Behörden freiwillig zusammen mit weiteren ungefähr 100.000 Menschen. Russland hat den Korridor, der ihnen dafür geschaffen worden war, entsprechend als „sicher“ deklariert. Herr Dr. Moataz Hittani lebte danach monatelang in einem Auffanglager des Roten Halbmondes. Und dann scheint der Luftwaffengeheimdienst des Regimes ihm einen Besuch gemacht zu haben. Man hat den Doktor wohl verschleppt. Er ward nie wiedergesehen, lebendig. Wahrscheinlich wurde auch er – nachträglich, und das bedeutet wohl aus Rache Assads und/oder seiner Schergen – hingerichtet.
Kurz: Die vermeintliche Versöhnung, die Baschar al-Assad Heimkehrern anbietet, ist eine tödliche Mausefalle. Frau Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung meinte in diesem Zusammenhang: Daher war es wichtig, die Weißhelme dort rauszuholen, sonst hätten sie dasselbe Schicksal erlitten.

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