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Posts Tagged ‘musliminnen’

Dass ich wegen des lauten Sprechens der Araber da draußen aufgewacht bin morgens um 4 Uhr, glaube ich nicht. Ich musste sowieso zur Toilette. Leider war da noch der nicht all zu gute Geschmack im Mund, obgleich das Buffet nicht all zu schlecht war den Abend davor. Wie gerufen, durchs Dunkel des Zimmers in Richtung Toilette tastend, fand ich das vom Hilton frei zur Verfügung gestellte Wasser. Bei Licht hatte ich die beiden Flaschen seltsamerweise nicht gesehen gehabt. Fast hätte ich eine Wasserflasche aus dem Kühlschrank geholt, falls überhaupt eine drin ist. Mein Reisebegleiter hatte lediglich Büchsen Amstel und Heineken Bier im Kühlfach ausfindig gemacht.

Das war unser letztes Scherzchen gewesen, bevor wir ermüdet in unsere wirklich weichen und wirklich breiten Betten fielen. Hier könnten lässig 4 Personen schlafen, so groß sind die beiden Betten. Das Zimmer ist auch recht geräumig.

Es sieht also ganz danach aus, dass schon demnächst die Arabischkenntnisse angebracht sein wollen.

Wer sind denn diese Leute eigentlich, die morgens um 4 Uhr noch in den Gängen des Hotels stehen, etwas herumlärmen und Händchen halten? Die lärmigen Italiener sind es jedenfalls nicht. Einer von ihnen produziert sich den Tag hindurch besonders lärmig. Wir haben ihm den Spitznamen „Piazza“ gegeben. Weil so haben wir den Italiener der 60er Jahre auf der Piazza Navona in Erinnerung: laut, wie ein Gockel sich in den Vordergrund stellend, etwas hemdsärmlig und vor allem geschwätzig.

Sind das etwa alles Wächter, die da im Hilton abfeiern nachts? Das kann nicht sein. Sogar Frauen sind darunter. Ich selbst habe eine vom Zimmer aus gesehen, die mit geburtsfreudigem Becken plötzlich aus dem Dunkel hinter den Büschen auftauchte und sich von dort ins Hotel – die mächtig weiten Hüften drehend – begab.

Und die Sensation daran: Diese junge Frau hatte keine Kopfbedeckung auf. NICHTS, außer ihrem ganz gewöhnlichen Kopf mit Gesicht plus ganz normalen, eng anliegenden Hosen und einem T-Shirt. Wäre ich nicht gerade mal knapp 4 Tage aus Europa kommmend hier, wer weiß, welche größere Verzückung über diesen unverhofften Anblick mich ergriffen hätte. Scherz beiseite.

In Muskat sind wir ja an einer weiteren kulturellen Sensation sozusagen vorbeigeschlittert, der Opera, die hier kurz „ROHM“ genannt wird. Wahrscheinlich habe ich es schon in dem Beitrag vor diesem erwähnt, Donizetti wurde aufgeführt vor kurzem, und zwar von der italienischen Teatro Carlo Felice di Genova (Lucia di Lammermoor). Ein großer Erfolg soll es gewesen sein in der ROHM zu Muskat. Frau Dr. Rawya bint Saud al Busaidiyah hat parallel dazu ein neues Buch vorgestellt, wahrscheinlich von ihr verfasst, welches den Baubeginn, die Idee zum Bau einer Oper in Muskat und alle weiteren Stationen dieses Unterfangens bis zur Vollendung des prächtigen Gebäudes beschreibt. Wie aus dem Oman Daily Observer des Weiteren zu erfahren ist, werden Delegationen, die das Land besuchen, gern durch die Räume des ROHM geführt, die den „state-of-the art facility that changes from the physical configuration of a concert hall into that of an opera theatre literally with the flick of switches“ bewundern sollen oder können. Überhaupt sind die Italiener außenpolitisch scheinbar sehr aktiv in Oman. Die meisten Touristen, die man so trifft, scheinen aus Deutschland, Italien und eventuell Polen zu stammen. Bei den Deutschen ist zu vernehmen, dass es dem Dialekt nach fast ausschließlich Ostdeutsche sein dürften. Der Unterschied zu ehemaligen ist leicht spürbar: Erstere sprechen dich auch mal an. Man hat nicht andauernd den ersten Schritt zu machen, um eine Konversation loszutreten. So viel dazu und zu unseren Eindrücken und Erfahrungen.

Kann gut sein, dass die Sonne jetzt gleich aufgeht. Muss den Vorhang zurückziehen, damit der Sonnenaufgang reinkommen kann. Die Meute von vorhin vor der Bar des Hotels sitzend und stehend kann inzwischen nicht mehr vernommen werden. Jetzt werden wir, die Touris, das Feld bespielen: am Indischen Ozean, umgeben von einer ‚entzückenden‘ Hafenanlage, einem Bau und einer Zementfabrik und vielen großen Schiffen, die von Hamburg oder Bremen träumen lassen. Palmen und ein gut gepflegter Rasen stehen und liegen vor unserem Zimmer, somit auf dem Hotelgelände, dahinter rauscht das Meer und davor gilt es sensationell feinkörnigen Sand zu durchwaden. Die Frachter und andere Schiffe da draußen im Meer, nicht all zu weit, wogen zwar nicht ersichtlich hin und her, aber einige Sträucher unmittelbar neben der Tür ins Freie, Raben, die von Kokosnussbäumen krähen, keine Hunde, keine Katzen, manchmal ein kleiner gelber Vogel mit bräunlichem Gesicht, auch mal ein blauer mit knallroten Tupfern auf den Federn und grünem Schimmer am Hals und die ersten pakistanischen oder indischen Angestellten des Hotels, die im Garten alles richten, wie jeden Tag, um den Ansturm ans Büffet sowie zu den Liegen in Richtung Meer, so touristisch schön wie nur irgendmöglich zu gestalten, sind zu sehen.

Irgendwie scheint so etwas wie Frieden über Nacht eingekehrt zu sein. Die Nachrichten über Mord und Totschlag sind endlich weit, weit weg. Allerdings kann auch ein ständiges, meist leises Motorengeräusch gehört werden, welches offenbar verspricht, von dauerhafter Natur zu bleiben und irgendwie kryptisch gemahnt, die bösen Kriege besser nicht ganz aus dem Gedächtnis zu drücken. Das Geräusch kommt vom Neubau nebenan, der unmittelbar an das Hilton gebaut wird, dort angrenzt. Inzwischen wissen wir, es wird so etwas wie ein riesen großes Einkaufszentrum werden. Noch ist man mit dem Keller und dem ersten Stock beschäftigt. Über die Straße hinweg vor dem Hilton steht ein weiteres großes dunkles Gebäude-Etwas, welches alles Mögliche werden könnte: Hotel, Regierungsgebäude, Wohnhaus etc. Fenster sind auch dort noch keine drin. Es ist ein scheinbar fertiggestellter Rohbau – bislang. Der scheint schon länger so in der Landschaft zu stehen.

Diese Art Anblick kenne ich nur all zu gut aus Zypern und der Türkei – Spekulationsruine? Wenn man abends auf die Straße tritt, verwundert, dass die wenigen Autos so einen Gestank produzieren. Und dabei werden überwiegend Japaner gefahren, keine Deutschen (VW $ Co.).

Kaum im relativ warmen Wasser des Indischen Ozeans habe ich auch gleich den Schnorchel verloren, der schlecht an der Tauchmaske von mir selbst angebracht worden ist. Das Wasser scheint sauber und nicht wie beschädigtes Meerwasser zu riechen. Einen knappen Kilometer vom Hilton entfernt in Richtung Salalah, meldete meine Nase allerdings den Gestank von Abwasser. Noch ist dieses lästige Phänomen nicht sonderlich ausgeprägt vor Ort. Mein Reisebegleiter hatte mühe, das Selbe überhaupt zu riechen.

Einige Tage später, gerade als die Meldungen vom lang ersehnten Schneefall auf den Schweizer Bergen eintrafen in den Medien, ist auch das Meerwasser hier in Salalah ganz leicht kälter als anfänglich geworden. Es ist nicht kalt, aber so kühl, dass man sich besser bewegt darin, um nicht zu frieren.

Ich bin noch immer der Meinung, dass fairer Weise der Haie wegen ein Warnschild angebracht gehört am Rande des Meeres  – vor allem vor dem Hilton. Kann sein, dass so ein Schild nicht all zu lange stehen bliebe, da die Herren mit ihren meist sehr großen Jeeps ausgerechnet und anscheinend gern durch den einigermaßen hellen Sand am Strand brettern. Auch diese Angewohnheit scheint sich gerade noch so in erträglichen Grenzen zu halten: tagsüber so wie eventuell auch nachts.

Wenn wir Touristen in Richtung Hotel abends gehen, weil es dunkel wird, kommen die arabischen Familien an den Strand. Es scheint so eine Art Wachablösung zu sein, die da unabgesprochen passiert, denkt sich da womöglich das Meer. Das Meer wird den gsamten Tag, also 24 Stunden, von Menschen nicht allein gelassen. Fürchtete ich die Haie darin nicht und mein Reisebegleiter die Dunkelheit der Nacht am Meeresrand, könnten sich womöglich noch interessante Eindrücke einholen lassen, die Sie ja, verehrte Leser, schon demnächst sich vielleicht selbt verschaffen gehen.

Das Frühstück war eigentlich auch ganz OK heute Morgen. Man kann, wie gesagt, draußen sitzen, findet eigentlich immer einen Platz und das Personal ist wirklich sehr aufmerksam, sogar ein Lächeln ist drin – auch ein kleiner Plausch auf Englisch. Man könnte denken, alles palletti. Wir sitzen auch abends bevorzugt drinnen, da zum einen der Weg zum Büffet kürzer ist, und abends der Geruch von gegrilltem Fleisch nicht in der Nase stecken bleibt.

Ein etwas seltsames Gespräch hatte ich heute allerdings mit einem Einheimischen, der darauf bestand, ich müsse Ägypter sein. Der hatte mir erst seine Visitenkarte gegeben, die er dann aber zurückforderte, und zwar in dem er unmissverständlich die Hand danach aushielt. Hatte ihn lediglich nach den Orten gefragt, die man hier in der Gegend von Salalah besuchen kann. Er war es ja schließlich gewesen, der mich beim Vorübergehen gegrüßt hatte. Er saß unweit des Zutritts zur Toilette an einem Tisch, der wiederum unweit der Bar des kleineren Restaurants im Palmenhain vor dem Hilton sich befindet. Der Herr im arabischen Gewandt wies in unserem kurzen Gespräch auf einen anderen Einheimischen, der etwa 20 Meter von uns entfernt saß. Er meinte, der könne mir weiterhelfen.

Etwas konstatiert dreinblickend, fand ich mich damit ab, dass mir jemand plötzlich und ohne Erklärung seine Visitenkarte wieder zurückverlangt. Das war und ist mir in meinem relativ langen Leben nun also auch zum ersten Mal passiert. Vielleicht entsprach ich seinem Beuteschema nicht so ganz: fremd, nicht Arabisch sprechend etc.

Wir grüßen uns dennoch täglich, wenn es unvermeidbar scheint, an sich vorüber zu gehen. Es ist etwas schwierig, ihn an anderen Orten im Hotel wiederzuerkennen.

Ja, die Hotelanlage ist als solche ganz OK. Die Touristen mit weißen Bändchen um den Arm, sind die mit Vollpension und viele scheinen sich auf 14 Tage und womöglich länger eingekauft zu haben. Mir wäre das dann doch zu lange im vermeintlichen Ferienparadies. Denn das Essen wird so am 5. oder 6. Tag irgendwie fade, finde ich.

Einen Amerikaner haben wir zum Nachbarn, der gern früh morgens um 4 oder 5 Uhr mit den Staaten, oder wer weiß wohin, telefoniert. Ziemlich sicher sind er und seine Boys und Girls Angehörige der US-Streitkräfte. Sie scheinen übers Hotel verteilt untergebracht zu sein. Das ist gut und sicher für sie, aber nicht unbedingt für uns relativ unbedachte Touristen. Sonderbarers Zeug, was er heute Morgen durch den Hörer zuweilen schrie. Als würde die Frau – eine leider unverständliche Frauenstimme war zu hören am anderen Ende seiner Leitung – gerade in einer Einsatzsituation sein. Dass Drohnen von Weitem gesteuert werden, war mir bislang bekannt, aber Menschen … .

Nein doch, das Essen ist Ok. Der Fisch scheint indes jeden Tag der Gleiche zu sein, der allerdings immer anders variiert zum Abendessen in der selben Ecke des Büffets steht. Die Weißbändigen kriegen offenbar auch so viel zu trinken, wie sie wollen. Ob es der selbe Wein ist, den mein Reisebegleiter allabendlich trinkt, den sie eingeschenkt bekommen, wissen wir nicht. Und dass die Dienstleistenden hier alles ‚umsonst‘ erhalten, wie hier in einem anderen Artikel davor geschrieben wurde, stimmt nicht. Sorry!

Eben hat mir XY, einer der „Room Attendent“, erzählt, sie müssten sich das Abendessen selbst bezahlen und es sei ihnen nahegelegt worden, die ihnen zur Verfügung gestellten Räume in der Küche des Hilton dafür zu benutzen. XY meinte, er und seine Kollegen zögen vor, sich ihr Essen selbst zu bereiten, da sie es denn auch würziger und natürlich billiger erhielten – und außerdem, finde ich, gibt es weit und breit eh nicht viel zu tun für junge Männer außerhalb des Hotels, sodass das gemeinsame Kochen gewiss eine willkommene Angelegenheit ist.

Obgleich, etwas weiter entfernt vom Hotel, hinter dem Verkehrskreisel auf der linken Seite gelegen, gibt es sogar ein Fitness-Studio und ein Geschäft, wo Artikel wie Badehosen, Schwimmflossen oder sogar Paddelboote etc. verkauft werden. Zwischen diesem Geschäft und dem Fitness ist noch ein Café, vor dem ein paar Plastikstühle stehen und ein riesen großer Fernsehschirm, wo wahrscheinlich gerade ein indischer Film lief, als wir vorübergingen. Ansonsten ist da nahe der Hauptstraße nichts mehr, außer weiter weg so etwas wie ein Dorf. Das heißt, etwa 200 Meter weiter in Richtung Salalah gelaufen, führt die kleine Straße, die parallel zur Hauptstraße verläuft, um eine  Ecke in Richtung Dorf, wo äußerst ärmliche Behausungen sind. Dort konnten wir ausschließlich Pakistaner oder Inder sehen dem Aussehen und der Kleidung nach, die in schäbigen, niedrigen Gebäuden zu wohnen scheinen. Die Wohnstätten sahen nicht sonderlich einladend aus.

Auch abends, nach einem wahrscheinlich langen Arbeitstag, ist das Personal vom Hilton verwunderlicher Weise noch immer sehr freundlich. Manche sehen zwar etwas abgekämpft aus, doch wir denken schon, dass die ihre Pausen haben und nicht die ganze Zeit irgendwo eingespannt sind. Da wir hier nicht beruflich sind, und diesen Eindruck auch nicht vermitteln wollen, fragen wir nur selten nach. Wie gesagt, wir befinden uns in der Rolle eines ganz gewöhnlichen Touristen. Bloggende Touristen, könnte man sagen.

Nach einem Weiteren ruhigen Tag im Hilton und dem Strand davor, gingen wir den folgenden Tag mit auf eine Fahrt durchs Land – wie es sich als Tourist eben gehört. Andere Touristen scheinen jeden Tag, woandershin, unterwegs zu sein.

Wir schauten in den vor der Rezeption liegenden Auskunftsordner, der von der „FTI“ dort netterweise ausliegt. „Sonnenklar“ und wie sie noch alle heißen im Reisegeschäft, scheinen Partner der FTI zu sein, vielleicht auch Kinder. Und was lasen wir unter:

„Allgemeines:

Einwohner: 2,8 Millionen (Fremdenanteil ca. 25 % [, was meines Erachtens nicht stimmen dürfte. Es ist andernorts von über 50% die Rede, was auch auf den Straßen, eigentlich überall ziemlich klar ins Auge fällt und ans Ohr dringt], mit 7,8 Einwohnern pro qkm einer an dünnsten besiedelten Staaten der Welt.

Fläche: 309 500 qkm /Deutschland 357. 039 qkm), davon 1.700 km Küste.

Landesbreite: Max. 800 km, Min. 50 km. …

Sitten und Gebräuche:

Freizügigkeit ist im Oman nicht gern gesehen. Es ist […] äußerst unerwünscht sich am Strand oder Pool „oben ohne“ zu zeigen oder leicht bekleidet vor die Tür zu gehen.

Respektlos verhalten Sie sich, wenn Sie als Mann in kurzen Hosen, Socken, Muskelshirts und Sandalen auf dem Straßen unterwegs sind. Dasselbe gilt für Frauen, wenn sie in Hontpants, Minirock und schulterfrei mit tiefen Dekolletee das Hotelzimmer verlassen. Achten Sie bitte immer darauf, die Kleidungsregeln zu beachten und nicht zu freizügig aufzutreten, denn somit zeigen Sie den Einheimischen gegenüber Respekt. Auch sollte in der Öffentlichkeit nicht Händchen gehalten oder geküsst werden.

Begrüßung

Einer einheimischen Frau sollte man nie die Hand geben, außer sie gibt Ihnen die Hand. Die rechte Hand ist dem islamischen Glauben nach die bevorzugt. Unter Männern ist ein Handschlag korrekt und unter Freunden eine Umarmung. Bei Einladungen sind Gastgeschenke willkommen … .“

Hätte ich nicht vor kurzem einer Diskussion im schweizerischen SRF1 über die Vorfälle in Köln zugehört, hätte ich den Begriff, nachdem ich seit Längerem suche, um mich zu Themen dieser Art zu artikulieren, immer noch nicht drauf.

Nun, da ist also weiter oben die Rede von Respekt gewesen, wie eben zu lesen war. Und davon, wie sich ein Europäer im Oman bestens verhält. Dazu fällt mir unweigerlich das viel umstrittene Kopftuch der Musliminnen in Europa ein.

Wie die Frau mit islamisch klingendem Namen in jener Diskussionsrunde im SRF1 (vielleicht in der Sendung „Club“) sagte, bin auch ich der Meinung, dass man es mit seinem Angepasstsein übertreiben kann. Soll unter anderem bedeuten: Der betriebene „Kulturrelativismus“ der West-Europäer ist inzwischen zu oft eine glatte Ohrfeige ins eigene Gesicht. Warum soll ich nicht mit einer Hose, die bis kurz übers Knie geht, durch ein arabisches Land, eine arabische Stadt oder Dorf reisen können, wo viele arabische, türkische etc. Frauen in Europa zuweilen tief verschleiert sich das Recht nehmen, unsere Sitten und Gebräuche zu missachten – wie auch immer ihr Verständnis zu ihrer Religion und Traditionen sein mag. Auch im Koran und den Hadith kann herausgelesen werden, wenn man es denn will, dass sich in nicht-muslimischen Gemeinschaften etwas angepasst werden muss oder kann.

Die meisten Europäer empfinden es als eine Missachtung ihrer Sitten und Gebräuche, einer Frau entgegen zu treten auf offener Straße, wo das Gesicht praktisch fast nicht mehr oder gar nicht mehr zu erkennen ist. Wieso soll das geduldet werden und wieso wird hier nicht der selbe Respekt eingefordert, wie man ihn willfährig von europäischen Touristen im Nahen Osten einfordert? Weil wir ja so verständnisvoll sind und über den Dingen stehen?

Und es ist eben auch diese Unebenheit des Selbstverständnis vieler Europäer, die durchaus auch eine Rolle spielt, wenn angekiffte oder angetrunkene Asylsuchende aus islamischen Ländern kaum in Europa angekommen an Sylvester, wie geschehen in Köln, Frauen begrabbschen, als Lustobjekte sehen, die für sie offensichtlich eh keine Ehre haben, womöglich Schlampen sind, da, schlussfolgere ich und viele andere, ja eh niemand ersichtlicher für sogenannte europaische Werte einsteht. Die meisten Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika sind Menschen, die aus autoritär geführten Gesellschaften kommen. Die brauchen klare Ansagen, weil sie ansonsten denken, mit ihrem Ding, will ich es mal nennen, auch in Europa im Recht zu sein.

Noch aus meiner Berlinzeit weiß ich, und es hat mich schon immer aufgeregt, dass viele meiner arabischen und türkischen Kontakte der Meinung waren und sind, dass die Deutschen eh so etwas wie Familienleben nicht kennen. Dass die Mädchen eh mit 15 Jahren ihre Unschuld an irgendeinen Mann verlieren und meist sehr früh aus dem Elternhaus ziehen; dass Deutsche im Grunde keine Moral kennen, ihre Kinder nicht richtig oder gar nicht erziehen etc.

Das und Ähnliches war bitte sehr immer wieder von Leuten zu hören, die seit Jahren in Berlin leben, die dort sogar geboren sind. Und UNSER Kulturrelativismus – wie dankbar ich bin für diese Vokabel aus dem SRF1 – ist eventuell entscheidend an vielen Fehlentwicklungen bei der Integration von Fremden aus dem islamisch geprägten Ausland über viele Jahre hinweg womöglich maßgebend beteiligt.

Das Schwafeln muss ein Ende haben.

Es kann nicht sein, dass ich in Zürich, Wien oder Berlin auf Frauen getroffen wird, deren Gesicht total unkenntlich ist, und die unsere Sitten und Gebräuche missachten, als wäre es Recht zu erwarten und im Gegenzug zu fordern, dass europäische Touristen sich auf der Straße gehend – zum Beispiel im Oman – noch nicht mal die Hände halten.

Gibt oder gab es nicht mal so etwas wie Vermummungsverbot?

Und es darf auch nicht mehr weiter hingenommen werden, dass man sich als Deutscher weiterhin solche verkorksten und generalisierten Bilder über die Art und Weise, wie Europäer leben und funktionieren, reinzieht, nur weil man eventuell insgeheim darauf vertraut, dass sich das Bild bei DENEN im Kopf schon mit der Zeit relativieren wird.

Nein, das tut es leider zu oft nicht!

Es verfestigt sich eher, eben weil die meisten dieser Leute, die aus jenem islamischen geprägten Umfeld stammen, klare Ansagen brauchen, um überhaupt zu verstehen, dass man es mit seiner ‚westlichen‘ Art von Existenz ernst meint – so ernst, wie sie selbst. Es darf also gefordert werden, dass man sich in Europa etwas mehr anpasst – und nicht kulturrelativistisch auf die Vergangenheit verwiesen wird, die Kolonisation und die tausend und eine Sünde, die Europäer in der Dritten Welt seit Jahrhunderten begingen und leider hie und da noch immer begehen. Hier geht es inzwischen darum, das, was Europa sein soll, nicht in endlosen Konflikten zu versinken zu sehen – siehe Syrien etc.

Sorry, aber zum Ausflug, den wir unternommen haben, komme ich dann wohl doch im nächsten Beitrag. Denn morgen geht es zurück nach Zypern und da will ich doch noch etwas an den Strand und in den Sand wunderschön warmen, feinen Sand: lesen, Seele baumeln lassen und etwas schwimmen.

Abflugstag. Las gerade in der NZZ den folgenden Artikel, den ich Ihnen einfach nicht vorenthalten mag. Hoffe, es klappt an ihrem Gerät, diesen Link lesen zu können: http://epaper.nzz.ch/nzz.asp?ticket=ST-1899619-FmPrv1IfEaRktITMEtwt-nzzosc

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