Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘netanjahu’

entartende Bildnisse

Herr Fokaides, Verteidigungsminister der Republik Zypern, betont – anstatt mal dem neuen Verbündeten der Republik, nämlich Israel, gehörig ins Gewissen zu reden -, dass Bedarf bestünde, die ersichtliche Bedrohung, die sich gegen Europa und die gesamte Welt erhoben habe, anzugehen, welche die gewalttätige und niederträchtige ISIS darstelle. Aktionen müssten besser koordiniert werden gegen die Bedrohung, um zu verhindern, dass diese Krise nach der EU überspringt.
Fokaides erklärt seltsamer Weise des Weiteren, dass ausgerechnet der Libanon dazu aufgerufen werde, diese Bedrohung der Sicherheit zu unterbinden – und dass Zypern diesem Land dabei helfen werde. Das ist dann wohl wirklich das Pferdchen am einfachsten Ende aufgesäumt. Und das weiß Herr Fokaides auch. Dass es ihm hier in erster Linie nicht um die Begrenzung der Aktivtäten der ISIS geht, darf daher durchaus gemutmaßt werden.
Nikosia reitet sich mit seiner unkritischen Haltung gegenüber Tel Aviv geradezu sehenden Auges in den Konfliktherd namens Naher Osten hinein – und dessen Hauptproblem ist nun mal die ungelöste Palästinafrage, die immer wieder aufkommt und sich immer wieder aufs Neue stellt in verschiedensten ‚Farben‘, wie zum Beispiel der der ISIS.
Mit Netanjahu als Regierungschef ist allerdings nicht damit zu rechnen, wird auch in Nachrichten des deutschen SWR1 vermutet, dass die harte Linie Israels gegen die Palästinenser sich ändern wird. Hier darf leider hinzugesetzt werden: Und die vor einiger Zeit ausgerufene, geradezu dogmatische Haltung der Bundeskanzlerin und somit Deutschlands, zu Israel zu stehen, egal was da komme (oder wie genau der Wortlaut war) auch nicht.
Insofern ist das Rätselraten darüber, warum sich Menschen in Deutschland radikalisieren und vorerst mal für die ISIS kämpfen gehen (wollen), auch teilweise erklärt. Bei solch radikalen Positionen der deutschen Regierung ist mit wenig Anderem zu rechnen bei vielen, als eben dem. Schließlich hat man trotz Hartz IV und sinkenden Gehältern etc. das freiheitliche Denken, das angeblich in der BRD herrschen soll und gelehrt wird, sich irgendwie angeeignet – auch wenn man es vielleicht nicht wollte. Und so entscheiden sich offensichtlich gewisse Menschen dafür, freiheitlich, sich dem medialen und/oder instutitionalisierten Druck der aufgebaut wurde und wird, auf ihre Weise zu entziehen. Und dieser dahin wabernde Druck, den die Bundesrepublik durch ihre Institutionen und Politiken etc. seit Jahrzehnten mitgestaltet, hat u.a. folgende Erscheinungsformen: der Palästinakonflikt, der zu unkritisch unter den Teppich des Vergessens gekehrt wird, auch indem eine Seite stets zu eindeutig schwarzgewaschen (also weißgewaschen) wird, die Asylpolitik und ihre Drittstaatenregelung etc. (im Mitelmeer sterben mehr Menschen auf der Flucht als an der deutsch-deutschen Grenze einst) oder sei es demnächst in Form von TTIP, wo ein weiterer Schlag der Regierungen Europas gegen die eigenen Bevölkerungen organisiert wird – zum Wohle einiger Weniger (Konzerne, oligarche Strukturen etc.).
In Müllheim (Baden) mutet man zum Beispiel Asylanten zu, in einer Turnhalle einer Gewerbeschule zu leben. Die Bevölkerung wird ermuntert, zu helfen. Da erhebt sich halt schon die Frage bei einigen: ‚Hey, ihr da! Klar wollen wir Menschen in Not helfen. Doch für was bezahlen wir eigentlich Steuern? Damit Herr Bundespräsident von Berlin nach Prag fliegt, wo er durchaus auch mit dem Zug fahren könnte, wo er doch angeblich so volksnah ist? Damit in Behörden Milliardenbeträge, wie zu lesen war, sprichwörtlich an die Wand gefahren werden – und keiner verlautbaren lässt oder ernsthaft untersucht, ob das nicht vielleicht sogar System hat? Und dann die tollen Waffenverkäufe an Regime, bei denen angeblich nicht die gleichen Werte herrschen wie bei uns, und dennoch will die Verteidigungsministerin mehr Kohle für ihr miserabel organisiertes Ministerium, wo alles andere als Transparenz und Wirtschaftlichkeit regieren‘.
Ja, da fragt sich dann der eine oder die andere ganz einfach: ‚Sag mal, bin ich inzwischen wirklich so doof, jetzt auch noch hinzustehen und die Arbeit der Behörden zu machen, die vielleicht mal besser mehr Leute einstellten, um Asylanten einigermaßen gut unterzubringen – ganz zu schweigen von der Pleite, die im Pflegedienst landauf-landab herrscht, wo in Berlin in Saus und Braus auf der Überholspur gelebt wird‘.
Diese Leute da in Berlin im Parlament und an der Regierung sind anscheinend so abgehoben inzwischen, dass man nichts besseres zu tun zu haben scheint, als sich mit Russland in eine Art Kalten Krieg zu begeben. Es scheint wirklich Ignoranz und pures Dumpfbackentum zu herrschen!
Eigentlich erinnert der Zustand, in dem wir leben (dürfen) an den Niedergang des Römischen Reiches. Und genau so lesen sich auch die Verlautbarungen, die herausgegeben werden – der Tanz auf dem Vulkan. Noch einmal abgrabschen und dann bye-bye! Jungs, aber wir haben gelebt! Nach uns kommt gewiss wieder eine Zeit vor der Sintflut!
nov12 008
Jedenfalls ist ja beruhigend zu erfahren, dass Herr Fokaides auf dem Rat der Außenminister (Foreign Affairs Council) den französischen Verteidigungsminister getroffen hat. Und die Ankündigungen, die der Generalsekretär der NATO, Jens Stoltenberg, von sich gibt derzeit, lassen ebenfalls nicht hoffen, dass das Beziehungen-an-die-Wand-fahren-mit-Russland demnächst aufhören wird. Es scheint wieder vermehrt – entgegen der öffentlichen Bekundungen, versteht sich – irgendwie die Denke in Umlauf geraten zu sein, dass wer frech und einigermaßen rücksichtslos in die Welt schreitet, letztlich auch zu seinem ‚Recht‘ kommt – jedenfalls zu einem größeren Teil davon, als wenn ‚auf versöhnlich gemacht‘ würde.
Letzteres jedoch beschreibt die Haltung trefflich, die Merkel & Co als ihre Vorgehensweise ihren Schäfchen, die sie wiederwählen sollen, anbieten – doch immer mehr wird allmählich sogar dem politisch Blindesten aus der Bevölkerung bewusst, dass diese Haltung wirklich nur eine weitere Art strategische Anwendung ist, die nebenbei auch noch den günstigen Effekt hat oder haben soll, das Andere (wer auch immer dazu gerade ‚auserkoren‘ wurde) ins ‚weißeste‘ Licht zu setzen.

Und vor solch Hintergrund, um nun wieder den Dreh zurück nach Zypern zu konstruieren, wo die derzeitige Regierung durchaus der Christdemokratie Deutschlands nahestehend genannt werden kann, verkündet der Regierungssprecher der Anastasiadis-Regierung der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, das Folgende, welches nachdem, was Nikosia-Süd bislang sich geleistet hat bei den Verhandlungen mit dem türkischen Nikosia-Nord, eher wie eine Einladung zur – entschuldigen Sie die schlechte Ausdrucksweise – Selbstverarschung der Türkischzyprer erscheint. Christodoulides verkündete:

Erstens: „Der naturgegebene Reichtum der Republik Zypern gehört dem Staat. Es ist selbstredend, dass nach der Lösung des Zypernproblems, wie mehrmals verkündet wurde, die Türkischzyprer ebenfalls die Früchte aus der besten Nutzung und Förderung des naturgegebenen Reichtums erhalten werden“ [Blöd nur, dass niemand weiß, was sich hinter der Formulierung „beste Nutzung“ von Christodoulides verbirgt. Es muss dazu nicht unbedingt in die Türkei geguckt werden, wo die Regierung seit Jahren versäumt, im Süd-Osten des Landes sich ausreichend zu engagieren, um uns zu fragen, ob bei dieser Formulierung zum Beispiel vorwiegend Investitionen im griechisch-zyprischen Teil der Insel auch gemeint sein könnten, die dann gewiss auch, über zwei-drei Ecken, dem türkisch-zyprischen Teil zugute kämen].

Zweitens: „Die Interessen der Türkischzyprer sind in Völle geschützt durch die Republik Zypern. Es ist sehr eindeutig, dass die illegalen Aktionen der Türkei innerhalb der Exklusiven Ökonomischen Zone der Republik Zypern [EEZ] nicht dazu dienen, die Interessen der Türkischzyprer in irgendeiner Weise zu schützen“. [Und eben das Verlassen des Verhandlungstisches der Griechischzyprer vor kurzem muss den Türkischzyprern wieder einmal gezeigt haben, dass die Griechischzyprer offenbar noch eine ganz andere Agenda verfolgen als die, von der sie reden].

Drittens: „Es ist nicht akzeptabel, jedwede Anstrengung zu akzeptieren, die zum Ziel hat, die Angelegenheit des Erdgases zu diskutieren, weder im Rahmen der Verhandlungsgespräche zur Lösung des Zypernproblems, noch in irgendeinem anderen parallel dazu verlaufenden Prozess“. [Und genau dieser Punkt bestätigt den zuvor geäußerten Verdacht, nämlich, dass Nikosia-Süd ziemlich offensichtlich mit gezinkten Karten zu spielen gedenkt bzw. spielt].

Viertens: „Die griechisch-zyprische Seite kann, trotz ihres verkündeten politischen Willen das Zypernproblem zu lösen, nicht an den Verhandlungsgesprächen teilnehmen, während die illegalen türkischen Provokationen in der EEZ der Republik Zypern weitergehen. Daraus ist zu folgern, dass um dies zu ermöglichen, ein wirklicher Respekt Ankaras der souveränen Rechte der Republik Zypern zu erfolgen hat. Der Rat der Führer der politischen Parteien im Parlament wird sich am Dienstag, dem 25. November, wieder treffen“. [Indem die Republik Zypern sich so stark an Israel vor kurzem gebunden hat, wie leider auch schon seit Längerem die BRD, sind beide letztendlich als Broker für einen Frieden im Nahen Osten nicht mehr zu gebrauchen – auch wenn Steinmeier & Co das der deutschen Öffentlichkeit seit Jahren versuchen einzureden im letzteren Fall. Deutsche Waffen und Technologie, ja sogar eine gewisse, noch immer vorhandene Wertschätzung für den deutschen Weg, bedeutet noch lange, oder schon längst nicht mehr, dass die BRD eine Rolle, wie sie zum Beispiel die Schweiz bei Friedensverhandlungen (z.B. Israel/Palästina) einnehmen kann und sollte. Letzteres sind Hirngespinste, die an der real betriebenen Politik der BRD vorbeigehen – die die Bevölkerung beruhigen sollen etc.].

Auch wenn Spanien wie Schweden jetzt anscheinend die Entstehung eines palästinensischen Staates sich vorstellen kann, ist es unerträglichst zu hören, wenn Netanjahu davon spricht, dass die palästinensichen Täter agiert hätten wie Tiere. Nichts gegen Tiere. Im Gegenteil. Doch wenn jemand wie Netanjahu jemand oder etwas in Zusammenhang mit Palästinensern entmenschlicht, kann man sich denken, wie er diese sprachlichen Entartungen wohl verstanden haben will, was seine (plus Liebermann etc.) betriebene Politik zur Genüge beweisen dürfte gegenüber den Palästinensern – Dorian Grey von Oscar Wild lässt grüßen!

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: