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Auf Seite 19 der “Politis”-Tageszeitung Südzyperns vom Wochenende (28.10.) steht unter der Überschrift “Analyse” ein Beitrag des Niyazi Kizilyürek, der Nordzyprer ist.

Es kann durchaus sein, dass Kizilyürek im Süden lebt und als Südzyprer angesehen sein will – oder dass er wie viele hin und her pendelt mit beiden Pässen im Sack und mit Wohnsitz hüben, wie auch drüben etc. Ein Grenzgänger wahrscheinlich in noch ganz anderen Bereichen, oder wie man ihn, oder das, was er sonst noch so tut und denkt, nennen soll.

Schon mal vorweg:

Man muss nicht unbedingt einer Meinung sein mit dem, was der Autor Kizilyürek von sich gibt. Doch, finden wir hier, ist es durchaus interessant auch vermittels dieser Übersetzung in ein weiteres Hirn eines Nordzyprers, wenn das so gesagt werden darf, hier Einblick zu gewähren. Kizilyürek ist einer jener, denen es gelingt, im Süden in vielleicht der angesagtesten Tageszeitung des Landes zu publizieren, eben der Politis.

Auch an den Universitäten des Südens sind einige dieser ‘Grenzgänger’ beschäftigt, nur mal so am Rande bemerkt.

Der andere Nordzyprer, der hier zuweilen auch übersetzt wird, der schreibt ja bekanntlich auch in der Politis: Sener Levent.

Übersetzt hat den Beitrag ADH, wie so oft auch diesmal aus dem Griechischen.

Dieser Artikel Kizilyüreks lautet:

Na, wo sollen wir denn suchen?

In der Machbarkeit!

In letzter Zeit wird eine aufgeregte Diskussion über folgendes geführt: Welcher Betrag ist erforderlich, um ein Zypern der Bundesstaaten von Erfolg gekrönt zu machen – das heißt machbar zu haben.

Die griechisch-zyprische Seite bringt ihr Unwohlsein dazu ganz offen zu Wort. Sie behauptet, dass ein Staat bestehend aus Bundesstaaten – in der Staatsform, die derzeit diskutiert wird -, nicht machbar sein kann.

Ein Ausweg wird gesucht.

Obgleich, gleich anfänglich müssen wir akzeptieren, dass dieses Unwohlsein nicht unbegründet ist. Wir beobachten, dass die Basis dieser Diskussion nämlich falsch ist. Zum Beispiel wird der wirkungsvollen Teilnahme der Türkischzyprioten als „Problem“ begegnet. Und die griechisch-zyprische Seite löst sich [währenddessen] in einer [geradezu] befreiten Art und Weise auf.

Jedoch Glück oder Glücklosigkeit des Zyprischen oder irgendeines anderen Bundesstaates wird nicht am wirksamen Teilnehmen irgendwelcher Gesellschaftsteile ermessen in staatlichen Gefügen.

Im Gegenteil.

Sondern: Ohne eine wirksame Teilnahme der Gesellschaftsteile kann nicht von einer bundesstaatlichen Verfasstheit gesprochen werden. Der Erfolg [Glück] und die Durchführbarkeit [Machbarkeit] eines bundesstaatlich organisierten Staates beruhen auf der Anwesenheit von erforderlichen Politiken und ideologischen Bündnissen in günstigen kulturellen und gesellschaftsökonomischen Bedingungen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die Parameter werfen, die die Lebensfähigkeit eines bundesstaatlich organisierten Staates ausmachen.

Zu allererst haben wir folgendes Wichtiges zu unterstreichen: Im zyprischen Fall liegt der größte Misserfolg darin, dass noch immer nicht das Zustandekommen einer Bundesrepublik [zur Genüge] angegangen wurde, obgleich so etwas bereits seit 1977 diskutiert wird. Aus diesem Blickwinkel – entgegen der bestehenden Bedenken für die Zukunft – gilt es, vorrangig die Gründe zu untersuchen, deretwegen genau diese Bundesrepublik Zypern bis heute nicht der Fall geworden ist.

In Wirklichkeit handelt es sich unmittelbar um zwei verdeckte Diskussionen. Bis heutzutage sind die Gründe für den Misserfolg der Gründung einer Bundesrepublik Zypern sowie die Schwierigkeiten, die sich erheben werden, wenn diese letztendlich gegründet wurde, als ähnlich gelegen anzusehen.

Die internationale Definition des Föderalismus gibt uns zwei Dinge, die zum Misserfolg einer Bundesrepublik führen: die wirklichen Absichten hinter der Gründung einer Bundesrepublik; sowie das Gründungsziel. Diese beiden Parameter sind sehr bedeutend für die Frage, in wiefern eine Bundesrepublik auf lange Sicht lebensfähig ist oder eben nicht. Nachforschungen ergaben, dass bundesstaalich organisierte Staaten, die nicht auf einem echten Verständnis der gebotenen Gegenseitigkeit beruhen, sondern lediglich darauf abzielen, zu einer Versöhnung zu gelangen, von konjunkturellem Verhalten getrieben und kurzfristige Zielsetzungen bedienend, äußerst schwer einen Erfolg erzielen.

Im Gegensatz dazu hat eine Bundesrepublik größere Überlebenschancen auf Basis eines ehrlichen und maßgebenden Zusammenschluss‘. Sicherlich hat ein gemeinsames Interesse einen katalytischen Effekt, zumal das Ziel ist, dass Zusammenschluss und katalytischer Effekt in einer Art Rahmen befriedet werden, nämlich: demselben gemacht aus Zusammenarbeit und Einheit.

Falls es nützliche Parameter sind – also notwendige -, reicht das [gemeinsame] Interesse nicht aus für den Erfolg einer Bundesrepublik. Es ist gut bekannt, dass Bundesrepubliken, welche unmittelbar auf Anordnung durch äußere Mächte geschaffen worden sind, auf lange Sicht nicht bestehen.

Es gibt da noch einen anderen wichtigen Parameter beim Bau einer Bundesrepublik, der den Erfolg derselben garantiert: Die Setzung des Bundesstaatlichen als höchstes Prinzip im Staat gegenüber anderen Werten – sowie die Installation desselben ins Zentrum des politischen Lebens. Bundesrepubliken, welche in solch Rahmen gebildet sind, in ihnen besteht das Bundesstaatliche als das höchste Politische und als das höchste Ideal für alle – oder zumindest für die große Mehrheit der politischen Elite und der Gemeinschaften. In diesem Fall läuft die Bundesrepublik in eigener Zielrichtung, und nicht für das ‚glückliche‘ Gelingen ganz anderer Ziele.

Und zweifelsohne ist das machbarste und widerstandsfähigste Modell einer Bundesrepublik dieses Erstere. Es gibt keine unüberwindlichen Hindernisse in einer Bundesrepublik, in welcher die Gemeinschaften mittels ehrlichen Dialoges gegenseitigen Respekt fühlen, ein Klima des Vertrauens sich aufbaut, wo man offen für‘s Gespräch ist – und eine spezifische Identität bewahrt werden kann; diese [derart respektierten und ‚geführten‘] Gemeinschaften sind es dann auch, die ihrem Land sich widmen.

Zur Unterscheidung: Eine Bundesrepublik als Mittel zu begreifen, kurzfristige Interessen zu befrieden, ist das Eine. Ihr gegenüber hat jene, die gebaut wurde, in eigener Zielrichtung zu laufen, als erforderliche Voraussetzung die Ideologie und eine politische Verpflichtung. Deswegen ist die Existenz von charismatischen Führern wichtig, die den Föderalismus ins Werk setzen, und zwar als in-eigener-Zielrichtung-laufend. Das haben sie als Wert in die Köpfe der Leute zu installieren. [Letztere sind auch nach Ansicht des Autors auf Zyperns nirgends in Sicht].

Man kann allerdings auch das Gegenteil behaupten, nämlich: Das Kultivieren der Gesellschaften vermittels bundesstaatlicher Werte [etablieren], und zwar so, damit diese sodann das politische Leben säubern; und zuletzt: dass derart Führer aufkommen, die Föderalisten sind. [Auch diese Spezie existiert nach Ansicht des Autors nirgendwo im jetzigen Zypern].

Ein anderer wichtiger Punkt ist die allgemeine Wahrnehmung des Landes. In einer Bundesrepublik – über den Punkt Machbarkeit hinausreichend – hat auch die Kultivierung der [angebrachten] Wahrnehmung eines Landes seitens seiner Bevölkerung vordringliche Wichtigkeit.

Mal abgesehen von der Sicherheit und Wirksamkeit, welche eine Zusammenarbeit mit den Türkischzyprern bringt, ist die Vorbereitung des Landes auf eine Lösung der Zypernfrage mit Hilfe der Kultivierung einer bundesstaatlichen Kultur dringend erforderlich. Präsident Anastasiadis tut gut daran, möglichst bald DAS dem Volk zu sagen und zu erklären, dass die Türkischzyprer nicht alleine ein gleiches Mitwirkrecht in einem bundesstaatlichen Gefüge nach einer Vereinigung brauchen, sondern auch, dass die Verfassung von 1960 eben genau solch ein Recht in der Zyprischen Demokratie festlegt/e.

Es muss [endlich] verstanden werden, dass eine Wiedervereinigung Zyperns mit den Türkischzyprern beginnt. Jene, die nicht wünschen, die Regierungsgewalt mit den Türkischzyprern gemeinschaftlich zu teilen, hätten dann auch die schwere historische Konsequenz zu tragen – bewusst oder unbewusst –[, nämlich die da ist], dass die Hälfte der Insel an die Türkei verschenkt wird!

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Es menschelt (CYP)

Also,

was uns zu oft vorgegaukelt wird von Politikern und anderen, nämlich, dass sie sich in unserem Interesse ins Zeug legen, ist offenbar im Süden Zyperns offenbar auch nicht immer so ohne Weiteres feststellbar.

Doch es scheint sich an dieser ‘Front’ etwas zu regen. Übersetzung von ADH.

 

Theanos B. Kalawana heißt die Autorin, die in der Politis vom letzten Sonntag dazu etwas schreibt:

 

“Der Mensch im Mittelpunkt!

 

Ich kann nicht einen Moment in den vergangenen Jahren erinnern, an dem der Mensch in diesem Staat [Republik Zypern] im Zentrum stand, außer bei einigen Strategien vor Wahlen – und die waren voll mit “es wird sein” und “leeren Versprechen”.

Gesy [,das ist der abgekürzte Name für den zyprischen Gesundheitsbereich und seine Reform] ist das einzige System in unserem Staat, welches den Bürger, den Menschen sowie die Bedürfnisse in Sachen Gesundheit ins Zentrum setzt.

Jedes Mal, wenn ich einen Politiker das Gesy runtermachen höre, ist es als würde jeder von uns runtergemacht – so auch das, was wir als Bürger dieses Landes wertschätzen und anstatt verdienen. Es ist, als misbilligten sie das Volk selbst sowie dessen Rechte einen gleichberechtigten Zugang zu vollständiger ärztlicher Versorgung zu erhalten.

Warum stört das Sizopoulos [ein südzyprischer Politiker] … ?

Was genau ist daran so störend?

Ich denke, viele Politiker stört es, weil es ihnen nicht gelingt, ihre Interessen abzutrennen, da die Letzteren nicht mehr so eingebracht werden können, wie sonst bei vielen halbstaatlichen Gremien – oder bei Nicht-Organisierten.

 

 

Es ist überhaupt nicht zufällig, dass wir [damals] die Troika brauchten, um unsere Wirtschaft in Form zu bringen. Wie viel Male traten wir schon an. Meist machten wir Glotzaugen, und zwar aus einfachstem Grund, denn wir lernten nicht zu teilen, was wirklich zu teilen möglich ist, sondern machen es jenen recht, die die Fallen auslegten. Wir lernten, unseren Bauchinhalt ins Zentrum zu stellen, aber nicht den Menschen als solchen.

 

 

Nun, was bedeutet der Mensch im Zentrum bei der Gesy?

Es bedeutet umfassende ärztliche Versorgung.

Es bedeutet, dass du ein Recht hast, umgehend deinen persönlichen Arzt zu konsultieren, aber auch zu Fachärzten zu gehen, und zwar, wenn es eine Überweisung vom persönlichen Arzt gibt (wenn als notwenidg angesehen).

Der Bürger hat das Recht auf alle regelmäßig anfallenden Untersuchungen (z.B. Röntgen, Blutanalysen usw.), das Recht auf ärztliche Behandlung, wenn es als notwenidg erachtet wird vom Arzt, das Recht auf Behandlung zu klagen, das Recht Ärzte zu wechseln, so auch Zahnärzte, wie auch Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt, und zwar bis zum Alter von 15 Jahren (Gesetz, Paragr. 28 u. 33).

Bei den psychisch Kranken werden jahrelange chronische Fälle instututioneller Pflege nicht abgedeckt, aber ich denke, dass in diesen Fällen andere Teile des Staates ins Spiel kommen, um diese Kosten zu decken, wie es bereits schon heute passiert. Das Gleiche gilt auch für Bürger, die zwecks ärztlicher Versorgung klagen.

Mit Gesy hat das Warten in Schlange für den Bürger in Krankenhäusern und Gesundheitszentren aufgehört, um Medikamente zu erhalten. Mit Gesy kann der Bürger seine Medikamente in jeder Apotheke sich besorgen … . Im Falle, dass ein Arzt nicht das preisgünstigste Medikament verschreibt (welches in einer Liste der Organisation als das passendste aufgezeigt wird für den jeweiligen Fall), braucht der Patient lediglich die Differenz zu jenem Präparat bezahlen, welches gelistet ist. Falls der Patient jedoch das billigere Produkt bevorzugt, dann zahlt er lediglich 1 Euro (Gesetz, Paragr. 28 (y).

Jahrelang geben wir tausend Euros im Jahr für die Versicherung aus, die einiges des oben Genannten abdeckt – und vieles davon teilweise. Mit der Gesy wird mit wesentlich geringerem Beitrag Arztbesuche abgedeckt, alle unsere Ausgaben dafür, wie auch für uns selbst [als Kranke/r].

 

Mal ehrlich:

Für ein Gesundheitssystem, welches seit Jahren organisiert wird, weshalb erfährt es eigentlich so viel Ablehnung?

Warum kämpft man im heutigen Zypern gegen das Menschenrecht?

Warum wollen wir den Menschen nicht im Zentrum?

Warum?

Einfach, weil mit dem Mensch im Fokus stoppt die Umgleichheit; und wenn die Ungleichheit aufhört, herrscht Transparenz und der Betrug wird offengelegt!”

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Also ich könnte Ihnen beim besten Willen und mit bestem Gewissen nicht sagen, was gerade in Zypern, und überhaupt, los ist in der Welt!

Es war einfach mal wieder an der Zeit gewesen, sich etwas zurückzuziehen für eine gewisse Zeit. Weniger Sinnkrise als vielmehr Wie-Weiter-Frage waren angesagt.

Anscheinend habe ich mich berappelt und neu ausgerichtet, wie zu sehen sein wird und zu sehen ist.

Ostern war gerade auf Zypern, dem griechischsprachigen Teil, das heißt im Süden. Präsident Anastasiadis hat eine Osteransprache gehalten, alles paletti-mäßig war die inhaltlich und er erinnerte daran, welch Lacher, dass die Wiedervereinigung noch dieses Jahr stattfinden könne. Letzteres erinnert stark an den neuen Flughafen in Berlin, der jedes Jahr aufs Neue – teuer, sehr teuer – der Öffentlichkeit endlich bereitgestellt werden soll.

Das türkischzyprische Gegenüber von Herrn Nikos Anastasiadis, Herr Mustafa Akinci, hat sogar Ostergrüße hinüber geschickt. Ich glaube die Formulierung „Christ ist auferstanden“, die man sich üblicherweise zum Gruß an Ostern auf Griechisch sagt, hat der Türkischzyprer umgangen.

So vieles wird umgangen, und ich finde, der Journalist Sener Levent kommt in der Politis vom 29. April 2016 diesem Umstand recht trefflich nah:

„Sie öffneten die Tore, aber die Mauern wurden verstärkt Vor 13 Jahren herrschte auf der Insel eine Phase großen Enthusiasmus‘ und Zusammengehörigkeitsgefühls. Plötzlich hatten sich die Tore des Grenzverlaufs weit geöffnet. Alle rannten, die andere Hälfte der Insel zu umarmen – mit schrecklicher Nostalgie, die sich mit den Jahren angehäuft hatte. Keiner kapierte, wer die Grenze geöffnet hatte und warum? Wichtig war die Öffnung in den [Zyprern} selbst. Es war ein wahres Fest. Heiratsfest. Ein Tag, der in unserer Geschichte für viele Jahre nicht vergessen würde. Gruppen von Menschen, die aus dem Norden in den Süden und aus dem Süden in den Norden herüber kamen. Sie flossen wie ein Fluss.

So auch unsere Zeitung, die befand sich genau auf der Straße am Ledra Palace. Täglich begannen wir unsere Arbeit mit diesem Enthusiasmus, in ergriffener Masse, die von draußen vorüber ging.

Eines abends saß ich auf dem Balkon, nachdem ich die Zeitung durch gelesen hatte. Hatte ein Paar Gläschen Zivania eingekippt, die mir griechischzyprische Freunde da gelassen hatten. Zu jener Zeit war der [Grenz]Übergang noch ab 24 Uhr geschlossen.

Die Gegend war also zur Ruhe gekommen; es war still. Plötzlich kamen mir griechische Gesänge ans Gehör. Ein Lied gespickt mit griechischen und türkischen Worten. Ich sah nach unten und sah, wie ein Betrunkener den Plateia Triklisontas überquerte. Er war’s, der sang: „Oh kusum [türk], oh giavrum [türk/griech].“

Sah ganz danach aus, als habe er – nach Jahren – seinen Besuch drüben im besetzten Teil genossen. War sehr ausgelassen, zumal er ja mitten in die Stille der Nacht grölte.

Was für Tage das waren, stimmt’s?

Der Frühling war gekommen, die Blumen blühten und der Frieden kam. Wir glaubten, die Mauer würde aufgehoben und dass die Angelegenheit erledigt sei. Wir hätten nicht geglaubt, dass wir nach Jahren zurück auf die Ledra-Straße kommen könnten (das heißt, zur Info, dass Sener damals im Norden lebte. Er ist ja ursprünglich Türkischzypriote, der allerdings seit geraumer Zeit für die griechsichsprachige POLITIS schreibt und auch im Süden wohnt, vermute ich); dass wir nach Larnaka fahren können, nach Limassol und Paphos. So auch unsere griechischzyprischen Freunde, die nach Girne (Keirenia), in den Karpaz und nach Güzelyurt (Morfou) gehen konnten.

Keiner fand sein altes Land vor, so, wie es verlassen worden war. Jene, die in die Häuser gingen, in denen sie geboren wurden, trafen auf andere, die darin wohnten. Manche wurden herzlich, manche kalt empfangen. Manchen wurden Fotos übergeben, die sie auf ihrer Hochzeit zeigten. Bilder, von denen sie annahmen, dass sie schon längst verloren sind. Jene Häuser hatten Bewohner, die sehr wohlwollend dachten. Die Fotos hatten die nicht weggeworfen. Sie verstanden, dass diese einen Wert [für jemanden] besaßen. Nach 29 Jahren wechselten die Fotos den Besitzer. Alles hatte sich so verändert. Girne war nicht das alte Keirenia. So auch nicht der Karpaz, auch nicht Gazimagusa (Ammochostos, Famagusta); auch nicht Larnaka.

Zuletzt überkam alle Beteiligten eine Trauer, ein Verlust. Schon ging der anfängliche Enthusiasmus verloren. Auch das geschah mit Regelmäßigkeit. In den Wortschatz wurden Worte wie „diese Seite“ und „die andere Seite“ installiert.

Wir glaubten, die Lösung der Zypernfrage sei gekommen und dass die Mauer fällt. War es nicht so? Schon bald verstanden wir, dass wir uns geirrt hatten. Es gab keine Wiedervereinigung oder dergleichen Anderes. Im Gegenteil. Wir durften sehen, dass sich die Trennung vertiefte. Nun verstanden wir besser, weshalb und wie sie uns trennten und warum die Grenzen erst nach dem Verlauf von solch langer Zeit geöffnet worden waren.

Sie zwangen uns mit Visa von einer Hälfte des Vaterlandes in die nächste zu gelangen. Auch das akzeptierten wir. Trennung bestand und zwei getrennte Staaten, die Schritt auf Schritt [in diese Richtung] setzten.

Diejenigen, die all das nicht ertragen wollten, dass um auf die andere Seite zu gehen, ein Pass vorgezeigt werden musste, gingen nicht, weil es sie störte. Die werde ich nie verstehen. Auch nicht jene, die es hinüber gingen.

13 Jahre sind seither vergangen. Wäre die Grenze zusammen mit der Lösung der Zypernfrage und dem Fall der Mauer geöffnet worden, würden wir wohl jenen Tag als Nationalfeiertag begehen. Veranstaltungen würden wir jedes Jahr abhalten und diesen Tag feiern. Doch dieses Datum hat seinen Platz eingenommen wie ein ganz gewöhnlicher Tag im Kalender. Was blieb, ist unsere Enttäuschung. Wir konnten aus dem Tunnel nicht entkommen. Sie haben uns nicht ins Paradies geführt – die Tore, die sich öffneten. Noch immer befinden wir uns in einem dunklen Schacht.“

Hier auf Zypernundmehr-News wird Sener Levent öfters mal zitiert, zumal er als Türkischzyprer in einer griechischzyprischen Zeitung publiziert und eine ganz spezielle Sicht der Dinge hat – auch Ausdrucksweise.

Es darf davon ausgegangen werden, dass er inzwischen zweisprachig ist. In diese Richtung sollte noch viel mehr gearbeitet werden auf der Insel!

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Alle in Maroni und Umgebung lebenden englischsprachigen Einwohner werden vom Muhtar zum alljährlichen Treffen eingeladen. Es findet am 15. Februar 2016 im Restaurant Lemonokipos um 18 Uhr statt. Das ist gleich bei Gula um die Ecke gelegen, die bekanntlich Gemüse und Obst an der Straße verkauft, unweit von Zygi, wo der kleine Hafen neuerdings ist. Bei Gula wird selbstangebaute Ware größtenteils vertrieben. Das Lemonokipos ist ein Restaurant, welches sich ganz offensichtlich auf die Essgewohnheiten der Engländer eingeschwungen hat. Fisch und Pommes sind immer wieder im Angebot, nach dem, was von draußen zu lesen ist an der dort angebrachten Reklame. Ein Pfarrer soll das Restaurant betreiben. Das ist nichts Unübliches. Hier auf Zypern haben die ‚kleinen‘ Pfarrer oft eine Nebenbeschäftigung und viele schlagen sich so mit Ach und Krach durchs Leben, wie man sagt. Nicht alle Geistlichen sind sogenannte Big-Shots, die einem ansonsten eigentlich nur in dicken, dunklen BMW-Limousinen zu Gesicht kommen. Erkennbar sind sie entweder an ihrer Kopfbedeckung im Auto sitzend oder aber an dem Pferdeschwänzchen, welches üblicherweise bei zyprischen Männern (noch) nicht Mode ist.

Die Treffen beim Muhtar für Englischsprecher kamen bereits vor ein paar Jahren zustande, als sich englischsprachige Gemeindemitglieder von Maroni, jenem Dorf unweit des Meeres auf einer ganz leichten Anhöhe gelegen, darüber beklagten, dass sie aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse des Griechischen nichts von all dem mitkriegen, was im Dorf geplant wird – und abgeht. So weit hier bekannt ist, werden auch daher in regelmäßig-unregelmäßigen Abständen Griechischkurse angeboten (in Skarinou oder auch Kalavasos etc. In Larnaka sogar gibt es ein interessantes Angebot, googeln Sie unter „learning Greek Larnaca“).
Ein Muhtar, um das noch gesagt zu haben, ist so etwas wie ein Dorfvorsteher oder Dorfvorstand. Das Wort Muhtar wurde von den Osmanen aus dem Arabischen oder Persischen übernommen. Es hat auf diesem Weg ins Türkische und somit auch ins Griechische gefunden – ins Zyprischgriechische. Inwieweit Muhtar den Griechen aus Griechenland allgemein was sagt, kann hier nicht abschließend beurteilt werden. Im griechischen Teil von Trakien und um Thessaloniki herum darf wohl damit gerechnet werden, dass das Wort Muhtar noch hie und da im Gebrauch ist – sowie auf einigen griechischen Inseln: zum Beispiel Kreta, Rhodos, Chios, Lesbos usw.

Nun, was den von Landwirtschaft umgebenen Ort Maroni angeht, wo die ausländische Gemeinde zahlenmäßig durchaus recht gut vertreten ist im Vergleich zu den zyprischen Einheimischen, soll darauf hingewiesen sein, dass die St. Georg Straße ausgebessert wird, wenn es das ist, was mit dem Wort „repave“ gemeint ist. Vielleicht bekommt sie ja auch einen total erneuerten Überzug aus Teer oder aber gar aus Pflastersteinen?
Wie dem auch sei. Das Geld für diese Arbeiten soll inzwischen von der zyprischen Regierung bereitgestellt worden sein, sodass die Straße noch vor Ostern dieses Jahres wieder im Zentrum des Dorfes begeh- und befahrbar sein wird. Außerdem wird an Plänen gearbeitet, wie das Gelände hinter der St. Georgs Kirche von Maroni verbessert werden könnte. Man kann hier beflissentlich davon ausgehen, dass das etwas euphämistisch klingt, denn vordringlich geht es um „Parkplätze“.
Die Gegend um die St. Georgs Kirche ist alles andere als mit viel Platz gesegnet – so auch nicht die relativ enge St. Georg Straße. Manche Mitmenschen witzeln, dass die Zyprer (ihre englischsprachigen Mitbürger inklusive) am liebsten bis zur Toilette mit ihren meist großen, dicken Autos fahren. Diese Neigung kann alle Jahre wieder spätestens dann bewundert werden, wenn an die Strände gefahren wird. Doch auch vor Kaufhäusern und Schulen bleibt nicht aus, dass das Auto als ein eng verbundener Freund der auf Zypern lebenden Menschen seinen Platz einnimmt.

Es scheint allerdings inzwischen vermehrt den Anschein zu haben, dass die Busverbindungen besser werden. Diejenigen, die darüber am besten Auskunft geben können, sind gewiss Asylsuchende, die beispielsweise in Kofinou leben. Einer von diesen hat jedenfalls so ähnlich geklungen. Mit dem Bus von Kofinou nach Larnaka oder Limassol oder Nikosia zu kommen, muss demnach möglich sein und scheint nicht als etwas Beschwerliches wahrgenommen zu werden. Man darf sich am frühen Abend allerdings nicht verspäten, beispielsweise mit einem Bus in Kofinou aus Limassol ankommend, weil sonst eine weitere Fahrgelegenheit bis zum Flüchtlingsheim nicht mehr gegeben ist, und dann notgedrungen knapp 2 km Fußweg anstehen. Bei dem schönen Wetter, welches meistens herrscht und in Anbetracht der Tatsache, dass viele Flüchtlinge relativ jung sind, ist diese Bürde vielleicht nicht all zu schwer.
Ja selbst die Lebensverhältnisse in den Unterkünften der Füchtlinge sollen im Vergleich mit jenen in Griechenland geradezu traumhaft gut sein.

Interessant zu erfahren, ist, dass der Muhtar von Maroni auch ein Komitee hat. Gehen wir mal davon aus, dass in diesem Komitee auch englischsprachige Einwohner Maronis tätig sind. Allgemein kann der Eindruck bestätigt werden, dass die einheimische und die zugezogene Bevölkerung in Maroni ein auskömmliches Miteinander gefunden haben. Das kommt auch den in den Häusern arbeitenden Arbeitskräften aus Asien und Afrika etc. zugute. Denn man kann es sich schlicht weg nicht wirklich leisten, so eine Arbeitskraft schlecht zu behandeln. Das färbt nämlich ab. Schmälert das Ansehen unter denen, die es sich leisten können und wollen, eine Hilfskraft für den Haushalt einzustellen. In Maroni und Umgebung bleibt nichts verborgen: Jeder, der wissen will, was wer macht und wer wer ist, kann das in Maroni und Umgebung schnell und unkompliziert erfahren – im Café der Ortschaft Psematismenos, in dem in der Ortschaft Zygi oder aber an der sogenannten Zygi-Crossing, wo die Bauern der Umgebung und andere sich täglich ein Stelldichein geben. Maroni hat zwar ein Café, aber … .

Und da wäre dann auch noch das Ding mit der Co-op Bank. Viele Einwohner benutzen diese Bank, um beispielsweise ihre Angelegenheit mit der Gemeinde zu erledigen: Stromrechnungen, Wasser, Gebühren für Dies und für Jenes. Wahrscheinlich sind aufgrund der Bankenkrise einige Zweigstellen eingegangen. Zum Beispiel auch die in der Ortschaft Psematismenos.
Psematismenos kommt unmittelbar hinter Maroni, wenn man vom Meer kommt und in Richtung Troodos fährt – keine 4 Minuten Fahrt mit dem Auto. Psematismenos ist noch etwas höher gelegen als Maroni, hat aber längst nicht so eine große Kolonie von Ausländern. In Maroni wohnen die Zugezogenen im Dorf verstreuter, meist in ihren eigenen Häusern, wie auch in Psematismenos. Viele dieser Häuser sind alte zyprische, die liebevoll restauriert wurden von ihren ’neuen‘ Bewohnern. Wie es an der Küste üblich ist, leben die meisten Häuschenbesitzer, die ursprünglich aus dem Ausland stammen, nur für einige Monate, oder manchmal auch nur für ein paar Wochen, auf der Insel und haben hie und da und noch woanders ein weiteres, anderes Leben auf der Welt und oft auch ein Häuschen.
In Psematismenos sind die ausländischen Mitbewohner also nicht so über das Dorf gestreut wie in Maroni. Sie wohnen meist auf einem Hügel, der das Dorf wie die Akropolis von Athen übersieht. Und dort oben gibt es wahrhaft einige Akropoles. Will besagen: Ein Bauherr, der bereits seit Jahren wissen lässt, dass demnächst schon seine Villen dort oben verkauft werden, kommt nicht zu Potte. Weder verkauft er eines dieser Objekte, noch baut er an 5 oder 6 Akropoles weiter, also an Häusern, wo die Grundpfeiler am Hügel den Berghang ‚verschönern‘ und davon berichten, dass der große Traum vom schnellen Geld sich doch noch etwas in die Länge zieht. Dem Bauherrn (Developer) etwa klar zu machen, dass diese Skelette letztlich potentiell Käufer abhalten, konnte ihm offensichtlich noch niemand klar machen.
Ansonsten wäre es dort oben eigentlich recht sehenswert. Eine Besonderheit gibt es dort oben allerdings auch noch: 2 Kinderspielplätze, die abends bis in den Morgen von Lampen umstellt, beleuchtet wird. Das Problem: Es gibt dort oben eigentlich keine Kinder. Auf dem Hügel zwischen dem Dorf Psematismenos und der Autobahn leben Menschen, von denen die Mehrzahl die 50 lässig überschritten hat. Sonnenanbeter, Ruhesuchende, Panoramaphile.

Was deutschsprachigen, auswanderungsfreudigen Mitbürgern besser gleich gesagt werden muss, noch bevor sie irgendwo in Zypern, auf der griechischsprachigen Seite, sich einkaufen, ist, dass ein Ding namens „Charities“ hier ein durchaus fester Bestandteil der Kultur ist. Man spendet also Geld. Man trifft sich auf Charities, man gehört einer solchen Organisation womöglich an, die für Dies oder Jenes Geld sammelt, sich nachhaltig und positiv auf der Insel umtut. Man wird allerdings auch nicht schief angesehen, wenn einem so eine Vereinigung nicht passt. Um Leute kennen zu lernen und um vielleicht doch noch was Sinnvolleres zu tun als nur noch Bücher zu lesen, schwimmen zu gehen und Kräuter zu klassifizieren, steht diese Option jedem offen und ist, wie gesagt, ein Etwas, welches Zyprer mit viel Herz tun.
Angenehm an diesen charitativen Vereinigungen ist in der Regel – das Rotary ist zum Beispiel eine oder die Cyprus Association of Cancer Patients & Friends –, dass jedwede religiöse Motivation der Mitglieder zweit- oder gar drittrangig ist. Soll bedeuten: Niemand da weit und breit, der für den Bischof oder die Kirche Lämmer betreuen, hüten oder einsammeln geht. Religion ist auf Zypern eher eine ganz persönliche Angelegenheit. Das ist ja auch das Schöne hier, was über das südöstliche Mittelmeer hinweg im benachbarten Ägypten, Syrien, Libanon oder auch der Türkei nicht so der Fall zu sein scheint. Die Zugehörigkeit zu einem Glauben spielt dort zu oft eine geradezu entscheidende Rolle. Über Israel kann diesbezüglich nichts gesagt werden, so auch über Palästina, da mir beide unbekannt sind.

Und dann wäre da noch als nennenswert die „Aktive NW-Liste“. Anscheinend wird ein Netz von Nachbarschafts-Wächtern (NW) aufgebaut. Martyn Laycock hat sich dieser Sache angenommen und führt die Liste der Orte, die bewacht werden. Was auf den ersten Blick daran stört, so nah zu Syrien und dem Libanon gelegen, wo Krieg und/oder Hunger regieren, ist das Gefühl, dass diese traurige Realität in der unmittlebaren Nachbarschaft sich in der NW irgendwie widerspiegelt.

Das ist blödsinn, mögen Sie denken. Hoffen wir, dass Sie damit Recht behalten.

Kleinkriminalität ist, wie leider nahezu überall auf der Erde, ein Phänomen, welches am Wachsen zu sein scheint. Indes hier auf Zypern – obgleich die Zeitungen immer wieder die eine oder andere Story dazu haben – kriegt man das irgendwie nicht wirklich mit. Es verwundert mich eigentlich immer wieder, dass in all die leerstehenden Häuser in der Gegend in und um Maroni praktisch nie eingebrochen wird. Die stehen monatelang leer. Dass die Autoschlüssel in den Autos vor den verlassenen Häusern nicht stecken, wundert schon fast. Als wäre die Welt noch in Ordnung. Videokameras sind ganz selten sichtbar angebracht an Gebäuden – wenn überhaupt. Und das, wo der Balkan ja nicht gerade weit entfernt ist und manche Zyprer diesem Gewerbe dem Vernehmen nach durchaus auch nachgehen – dem Einbruch.
Man darf also gespannt sein, ob das NW-Projekt sich behaupten wird können, und wenn die ersten Geschichten in der Presse ihre Runde machen, wie: Nachbarschafts-Wächter knüppelte Einbrecherbande nieder!
Dem Vernehmen nach sollen es hauptsächlich rumänische und zyprische Banden sein, die als Einbrecher der Polizei ins Netz gehen. Wenn hier die Rede von zyprischen Banden ist, dann sind hier vor allem Zyprer gemeint, deren Eltern aus der Schwarzmeer Region eingewandert sind nach dem Ersten Weltkrieg. Die werden „Ponti“ genannt und sprechen meist fließend zwei weitere Sprachen neben Englisch und Griechisch: Türkisch und Russisch. Die meisten Pontis sind aber 100% integriert und Zyprer, wie alle anderen irgendwie auch. Falls Sie mal in Maroni auf dem Rathaus anrufen wollen: 00357 24 333 111.

6. Januar ist hier auf Zypern jedes Jahr „Epiphany“- Tag. Das ist hier, wie sogar der 2. Januar, ein Feiertag.
Eine interessante Webseite ist http://www.uk.camelcamelcamel.com. Dort kann ein Artikel, den man eventuell kaufen will übers Netz bei Amazon, eingegeben werden. Eine Grafik zeigt einem dann an, welchen Preisverlauf dieser Artikel womöglich übers Jahr hinweg hatte. Das heißt, man kann sich vor dem Kauf überlegen, ob der Artikel zu dem jetzigen Preis gekauft oder ob nicht doch noch besser etwas gewartet wird, und ob man ihn womöglich günstiger gleich um die Ecke bei Debenhams, Alfamega oder Carefour kauft.

Da die Gewalt gegen Frauen ein wachsendes Problem hier in der Region Zypern und auf Zypern selbst zu sein scheint, haben sich gewiss schon einige gefragt, ob es eigentlich auch eine Frauenorganisation in der Republik Zypern gibt. Ja, die gibt es. Sie nennt sich Pogo (ΠΟΓΟ). Die Organisation heißt also: Fraunbewegung POGO (ΓΥΝΑΙΚΕΙΟ ΚΙΝΗΜΑ ΠΟΓΟ). Pogo gibt es bereits seit 66 Jahren auf Zypern. Die Tageszeitung Fileleftheros schreibt am 22. Dezember 2015:

„… Diese Frauenbewegung hat sich in den letzten Jahren definitiv mit dem Auftreten der Studien des Sozialen Geschlechts im Mediterranen Institut geändert. … Die Pogo steht in erster Reihe in Fraunenfragen; und zum zweiten Mal in ihrer Geschichte, wurde die Vorsitzende der Pogo zur Vize-Präsidentin des Demokratischen Weltverbandes der Frauen gewählt.“

Mirias Arkadiou, die Autorin des eben zitierten Artikels in der Fileleftheros lädt uns darin ein, die Geschichte des Wirkkreises von Pogo etwas zu betrachten. Im Vordergrund steht offensichtlich der „Kampf gegen das Vergewaltigen von Frauen“. Doch auch Prostitution und Arbeitslosigkeit von Frauen sind Felder, die Pogo beackert. Und nicht nur in Themen der Gesundheit arbeitet man mit den Frauen im türkischen Norden der Insel zusammen. Mirias Arkadiou spricht von „unseren Mitbürgerinnen“ (συμπατριώισσες μας) bezüglich der Türkischzypriotinnen.

Arkadiou betont, dass Pogo nicht aus den Büros heraus lediglich agiere, sondern auf die Frauen zugeht. Pogo sei im weiteren Rahmen ein Teil der Vereine der hießigen Bevölkerung, sei in den Nachbarschaften, in den Familien anzutreffen. Das tut Pogo, schreibt Arkadiou, schon seit Jahrzehnten und nicht erst mit Ausbruch der Krise. Pogo arbeitet Hand in Hand dafür, dass die Insel vereinigt wird. Frau Katina Nikolaou, Frau Diamantou Charalambou, Frau Kleio Christodoulidou und viele andere sind die Macherinnen bei Pogo. Sie halten den Laden vorrangig zusammen. Die 13. pan-zyprische Konferenz der Pogo und somit der Frauen der Insel fand allerdings bereits am 22. November 2015 statt. Noch einmal bekräftigten die Frauen Zyperns auf jener Konferenz, dass sich die Verhältnisse für die Zyprerinnen zu ändern haben! Arkadiou spricht des Weiteren vom „Kampf“, der geführt werden müsse und ist, wie am Ende des Artikels in kleinen Buchstaben steht, ein Mitglied der Pogo (Η Μύρια Αρκαδίου είναι Μέλος Τοπικού Κινίματος ΠΟΓΟ Πέγειας).

Die Technische Universität Zyperns bietet neuerdings einen Studiengang für all diejenigen an, die nicht als Studenten an der Uni sein wollen, aber dennoch dort eingeschrieben sich in dem einen oder anderen Fach weiterbilden wollen plus Abschluss. Grundvoraussetzung ist, dass man auf Zypern angemeldet ist, bereits eine akademische Laufbahn hinter sich hat und eher besseres Griechisch spricht sowie nicht davor zurückscheut, 80€ per ECTS (was auch immer das ist) zu berappen. Wer darüber mehr und ausgiebiger Info einholen mag, kann sich unter Tel: 0035725002597 oder Email: studies@cut.ac.cy schlau machen. Die Anmeldeformulare (herunterzuladen unter http://bit.ly/1Z2Bfiu) müssen allerdings bereits bis zum 13. Januar eingereicht werden.
Ich denke, wenn man da anruft und sagt, dass man all den Kram erst etwas später einreichen wird können, wird niemand sagen, geht nicht! Man bezahlt ja schließlich Geld und wer bezahlt, der kann, vermute ich, ein solches kleines Entgegenkommen durchaus auch erwarten – doch verlassen würde ich mich auf eben Gesagtes dennoch nicht. Also bestens, Sie rufen dort an vor dem 13. Januar 2016. Auskünfte dazu können auch noch unter folgender Nummer eingeholt werden: 0035725002710 oder 0035725002711. Das ist die Nummer des Service-Zentrums für Studierende usw.

Wussten Sie, dass die deutsche Hanseatic, die 1972 sich auch in Zypern niederließ, einer der Hauptfaktoren war, die dazu beitrugen, dass sich das Land in Richtung Wohlstand entwickelte? Das behauptet jedenfalls Alexandro Sinka in einem Interview in der zyprischen Tageszeitung Politis vom 4. Januar 2015. Er ist derjenige in der Regierungspartei DISY der Republik Zypern, der für die Internationalen Beziehungen in der Partei zuständig ist.

Zuletzt wird übersetzt, was Herr Sinka zur Frage der Rolle der Wiedervereinigung hinsichtlich der Schifffahrt denkt und welche Rolle die Vereinigung für die auf Zypern ansässigen ausländischen Unternehmen hat?

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„Wenn wir als Ziel setzen, unser Land zu einem der best geeigneten Orte zu machen, in denen gelebt werden kann, dann kann das nicht in einen Umfeld erreicht werden, wo eine Besetzung der Insel existiert. Ich gehe davon aus, dass eine Wiedervereinigung viel kreative Kraft erzeugen wird auf Zypern, die Entwicklung und Perspektiven mit sich bringen wird. Es gibt viele amerikanische Unternehmen, die sich hier in der Region befinden und darüber nachdenken, umzusiedeln. Russische Unternehmen müssen allein schon wegen der „deoffshorisation“ eine physische Anwesenheit auf Zypern haben. Die Privatisierung des Hafen dürfte chinesische Firmen anziehen, denn wir dürfen nicht vergessen, dass wir auf der Seidenstraße liegen. Israelische Unternehmen könnten sich als europäische [auf Zypern] entwickeln. … . Ähnliches ist durchaus auch mit türkischen Unternehmen denkbar. Die Schifffahrt könnte in der und für die Region grundlegende Dienste leisten.“

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Mal wieder im Südwesten Deutschlands, in der Stadt Lörrach. Dem sogenannten „Budenfest“ in Kandern erfolgreich ausgewichen. Irgendwie schaffen die es aber immer wieder in dieser Kleinstadt, schönes Wetter zu haben. Ich war im angrenzenden Wald anstatt. Vielleicht geh ich da nächstes Jahr mal hin. Habe alle drei Budenfeste bislang verpasst, seit ich mich hier in der Gegend aufhalte. Mir wird schon ganz anders, wenn ich an all die Fressstände denke, die Leute, die sich durch die Straßen drängen auf der Suche nach bekannten Gesichtern und dann die Reden, die, wie am Waldrand zu hören war, geschwungen werden. Eröffnet wird das Ereignis stets mit dem sogenannten „Rossmarkt“, wurde mir gesagt. Ich geh davon aus, dass Dressurreiter ihre Kunststückchen aufführen. Da steh ich nicht so drauf, weil mich die Vorstellung plagt, die Tiere könnten unnötig getrietzt werden von ihren Reitern, anstatt adäquat unterhalten. So etwas ist mir wenig anschauenswert.
Hoffen wir also, dass die Vereine von Kandern wieder ihre Kassen aufbessern konnten und alle einen großen Spaß hatten.

Im Landeskreiskrankenhaus von Lörrach gibt es ja schon seit Längerem Chinesische Medizin, Massage, Qo Qong etc. Da war ich jetzt schon über 3 Monate nicht mehr, weil im Ausland und verhindert, und keiner hielt es für notwendig, per Email mal kurz durchzugeben, dass das Ding heute ausfällt. Darüber verwundert bin ich allerdings wenig. Weil: Ich hatte gewagt – wiederholt – darum zu bitten, doch diese laute, gleichförmig tickende Uhr von der Wand im Übungsraum zu nehmen, weil die tickt bei mir bis ins Mark, wenn ich da auf Ruhe machen soll. Ging nicht, erfuhr ich in einer Mail – das Ding „bleibt“ an der Wand.

Wahnsinn tobt also überall auf seine Weise, werden Sie denken. Und wenn Sie nicht so denken, dann verehrte Leser, spätestens dann eventuell, nachdem Sie „Aghia Napa“ gelesen haben, den folgenden Beitrag.
Ist Aghia Napa in Zypern etwa ihre nächste, gewünschte Urlaubsdestination, oder gar die ihrer Tochter oder ihres Sohnes? Wenn ja, dann sollten Sie Folgendes unbedingt lesen. Es wurde der griechischsprachigen zyprischen Politis-Tageseitung bereits am 15. August 2015 entnommen, von Sofi Orfanidou und Mirinda Lizandou verfasst und für Sie von mir übersetzt:

„Als wir durch Aghia Napa gingen, um diese Reportage zu machen, versuchten wir, uns in die Lage der Touristen zu versetzen und darüber nachzudenken, warum wir diesen Ort aufsuchen sollten, um unsere Sommerferien hier zu verbringen. Wir fanden 100 und 1en Grund Aghia Napa zu wählen: des klaren Meerwasser wegen, der weiße Sandstrand, der kleinen Reeden und Meerbusen wegen, die zum Tauchen ideal sind sowie für andere sommerliche Aktivitäten, wegen dem Service, den es dort gibt, wie an jedem geschäftsmäßig betriebenen Strand, der romantischen Atmosphäre wegen, die beinahe überall versteckt aufzufinden ist, bis hin zu den Hotels, die zumindest scheinbar so aussehen, als würden sie sich nicht von Hotels anderer touristischer Gegenden unterscheiden.
Sondergleichen sind die Strände von Greko und Kermia, wo die Wellen die Felsen wirklich zu Statuen geformt haben, wo an die 36 Orchideen-Arten gedeihen, einzigartig sind auch die Pflanzen an der Küste dieser Gegend, wunderschön die Landkappelen und die Klöster, beeindruckend die Gräben der Großen Insel [Zypern wird so im Griechischen genannt] und romantisch der Hafen. Außergewöhnlich ist auch der Park mit den Kakteen, der gerade vor kurzem angelegt worden ist, wie auch der mit den Skulpturen und noch einige andere Dinge, die in Aghia Napa angetroffen werden können. Es wäre eine Auslassung, wenn nicht die zig Restaurants, Schenken, Tavernen, Cafeterien und Nachtclubs erwähnt würden. Die gibt es in jeder kleinen Straße wegen des Nachtlebens, die sie ja [im Prinzip] erschuf.

Tourismus der Minderjährigen

Obgleich, die Art Nachtleben sowie das Niveau der Touristen, die das anzieht in Zusammenhang mit der akustischen Verschmutzung, sind wohl die Dinge, die Aghia Napa von der Landkarte für guten Tourismus nehmen (lassen). Vom Ruhm der vergangenen Jahrzehnte als Restaurants und Tavernen von Leben pulsierten, als Touristen kamen, die bereit waren Geld auszugeben, von diesem Ruhm jener Jahre, wo jedenfalls Familien angetroffen werden konnten, die spazieren gingen, ist als einziges in Aghia Napa „Ramsch-Touristen“ als Überbleibsel unterwegs – so drückte es der Bürgermeister der Stadt aus, als er kürzlich auf die KYPE??? traf, die der Stadt gewiss den letzten Schlag versetzen wird.

Hauptsächlich gleicht der Weg zur Plateia, wie auch der Platz selbst, etwas Menschenleerem, zumal von überall her verschiedenartigste Musik ertönt, was dir den Eindruck vermittelt, die Läden, die eigentlich in der Nacht aufhaben, seien voll mit Kundschaft, wo ihr Inneres doch gähnend leer ist. Die Touristen treiben sich draußen herum, haben Flaschen mit hochprozentigem Alkohol in den Händen, die, wie wir beobachten konnten, an den Kiosken gekauft werden; offensichtlich wird einem, dass du Rauschgift überall bekommen kannst, reichlich. Nur wenige widerstehen diesem Erlebnis. Außerdem, damit diese Musik überhaupt ausgehalten werden kann, die unglaublich abnervt, sind die Drogen wohl von Nöten.
Von welchen Touristen sprechen wir?
Eigentlich sind die meisten Minderjährige, die dich wundern lassen, ob ihre Eltern wissen, wo sie da hinfahren und wie sie sich amüsieren. Die älteren unter ihnen, die dort gewiss nicht hingehen, um lediglich zu essen und zu trinken, die trinken offensichtlich in Maßen und verhalten sich zivilisiert. … Das, was [den Minderjährigen] von anderen gesagt wird, die schon hier waren, ist, dass Aghia Napa für jeden Geschmack was zu bieten hat – jede Schande: von Halbnackten und Sex in der Straße, bis Raufereien, die die, die daran beteiligt sind selbst nicht verstehen, warum und wie diese anfingen – eben wegen der riesigen Mengen von Alkohol, hochprozentig, die in sich geschüttet werden (einige Geschäftsleute geben offen zu, den Alkohol mit Spiritus zu vermischen: das heißt, die anderen tun das, nicht sie selbst). Pinkelnde kann man überall sehen, Betäubte auf den Fußgängerwegen und Schlafende auf den Straßen, die offensichtlich nicht mehr den Weg zurück zu ihrer Bleibe finden können. Nicht zufällig werden nahezu täglich in der Provinz Famagusta (Ammochostos) Vergewaltigungen angezeigt, doch was beweisen, wenn ein junges Mädchen mit einer Horde von Männern schlafen kann, ohne sich erinnern zu können, wie die aussahen?

Schonungsloser Lärm

Wie gesagt, der Reportage wegen waren wir zum ersten Mal nach Aghia Napa gekommen vor ein paar Wochen. Uns beeindruckte, dass im Monat August auf leere Restaurants zu treffen war, auch Tavernen. Die waren im Großen und Ganzen leer. Uns wiesen die Leute jedoch darauf hin, dass wir an einem Tag gekommen seien, an dem die meisten abreisen oder ankommen. Wir saßen in einem der besten Restaurants, um uns zu unterhalten mit den Besitzern. Allerdings war es unmöglich zu verstehen, was wir selbst von uns gaben, so laut war es. 4-rädrigen Quad-Maschinen und Motorräder fuhren hin und her geradezu wie Dämonen, und das mit Bikern darauf, die 18 Jahre alt waren und besoffen sowie gewöhnlich ohne Helm unterwegs; Fußgänger liefen nahezu nackt herum – meistens Minderjährige – und schwankten, auch sie gefährlich besoffen, in Richtung Straße, wo Autos und Motorräder aus jeder Ecke hervorquellen von Kindern gefahren – ein einziges Chaos und ein Lärm, der seinesgleichen sucht. Die ganze Szene gleicht etwas Komischem, um nicht zu sagen Erschreckendem bezüglich Sicherheit eines jeden. Uns kam es so vor, als seien wir gerade mal 2 Stunden da gewesen, in denen wir nicht einen einzigen Streifenwagen oder Polizisten sahen.

Geschäftsleute sagten uns: „Sehen Sie, wir reden vom Niveau der Touristen. Sagen Sie uns, ob diese Leute kommen, um kulturelle Ferien zu verbringen und Geld auszugeben?“ Sie erzählten uns danach von den Beach- und Straßenparties der Touristen, die ab 18 oder 19 Uhr bis Mitternacht abgehalten werden, von den „Bar Crawls“, was das Sich-Bewegen von Bar zu Bar bedeutet, von Pub zu Pub, um abzusaufen. Wie sie uns sagten, sind all diese Aktivitäten mit Vorausbezahlung, da sie im Ferienpaket inbegriffen sind, die die Touristen in ihren Ländern gekauft haben; wie auch immer, im Zusammenhang steht all das jedenfalls mit dem Fernbleiben des gehobenen Tourismus, der einfach keinen Sinn darin sieht, den ‚Negertanz‘ in Aghia Napas aufzusuchen; das Verpflegungs-Zentrum der Stadt ist tot, der gehobene Tourismus weg.
Die Geschäftsleute machten uns des Weiteren darauf aufmerksam, dass es keinen Sinn macht, vordringlich für die Besitzer von den Appartements sowie kleinen Hotels, sie in Stand zu halten wegen der Schäden, die ihre besoffenen Mieter anrichten, zumal sie wissen, dass die Qualität des Tourismus für die nächsten paar Jahre eh gleich sein wird – und wahrscheinlich noch fürchterlicher wird.

Teufelsdreieck
Um 11Uhr30 steigen wir zum Zentrum der Stadt hoch, zur Plateia. Ab hier hörst du zu sprechen auf, weil auch derjenige neben dir dich nicht verstehen wird. Es ist gerade der Zeitpunkt, wo die Busse aussteigen lassen, die die Jugendlichen vom Strand geholt haben, von der Beach-Partie, und irgendwie weißt du nicht, vor welcher Gefahr dich zuerst in Sicherheit zu bringen. Aus den Bussen fallen Jugendliche – die meisten minderjährig sind, wiederhole ich -, die in ihren Händen noch Flaschen voll mit Alkohol halten, welchen der eine dem anderen hinter die Binde kippt; die meisten sind beinahe nackt [in der Gegend des einstigen phönizischen Astarte-Kults, wen wundert es?] und zur Genüge angesoffen. Wir gehen in einer Wolke aus Rauch, die aus den Kneipen herausquillt und die Musik dröhnt erbarmungslos, die sich mit der Wolke [irgendwie] vermischt. Der Lärm führt dich zu diesem Ball aus Rauch, zumal sie dich von überall her umkreisen und locken in einen der Läden zu gehen, in [das Innere der] Rauchblase, die aus irgendeinem Rauschmittel besteht, welches hier überall unverhohlen und geschäftsmäßig auf der Plateia vertrieben wird. Du fliehst, um was anderes zu sehen, denn du befürchtest, dass etwas Unvorhersehbares passieren könnte, dass dich etwas angreifen könnte. Die 4-rädrigen Maschinen und die Motorräder kommen und gehen währenddessen wie Dämonen und du wartest geradezu drauf, dass jemand umgefahren wird. Zu den Drogen wurde uns gesagt, dass durchaus sein kann, dass kein Ecstasy zu haben ist wie andernorts [auf der Welt an solchen Orten], welches Aghia Napa in der Welt der Jugend ja einst berühmt und berüchtigt gemacht hat, sondern dass dort [inzwischen] anderes zu haben ist, wesentlich schlimmeres.

In diesem Jungle von Clubs, die meisten sind menschenleer, trinken, tanzen und essen nahezu alle auf der Plateia. Einige Clubs, die ‚Geschichte‘ gemacht haben, haben inzwischen geschlossen und einige weitere ‚quälen‘ keine Kundschaft mehr. Was die herrschende Anarchie angeht, die gibt es auch bezüglich der Angestellten in diesen Läden. Entweder sind die Lockvögel oder sie bedienen oder aber sie sind Tänzerinnen, die um Kunden anzuziehen, halbnackt tanzen. Es ist offensichtlich, dass es Touristinnen sind, die kamen, um Ferien mit Arbeit zu verbinden; kamen, um auch ihren Schnitt zu machen, zumal bekannt ist, dass niemand kontrolliert, so auch nicht ihre Arbeitgeber.

Mafia und Kabarett

Aufs Mal machen wir zwei Limousinen aus, die die Gegend abfahren und Werbung machen für gewisse Kabaretts (scheint so zu sein, dass sie so auch ihre Kunden sich holen, sie dort hinbringen). Auch das scheint niemanden zu stören, wo doch die Kabaretts verboten worden sind. Beeindruckend sind die gepanzerten Autos, die vor den Clubs herumfahren und stilecht die Mafia wiedergeben, die ihrerseits ungehindert ihre Runden dreht. Schade, dass wir die Folgenden nicht fotografiert haben, 4-sitzige Taxis, die bis zu 8 Personen befördern …, etwas, dass offensichtlich alle Taxis tun. Daraufhin fragten wir einen der Fahrer, den wir antrafen, ob ihn diese Gesetzeswidrigkeiten denn nicht störten. Nicht nur er, auch andere antworteten, dass die Saison ja schließlich nur drei Monate andauert.

Welche Polizei?

Was uns am meisten beeindruckte, ist die nahezu völlige Abwesenheit der Polizei in der Zeit, in der wir dort anwesend waren. Die Leute sagten uns, dass Polizei in ziviler Kleidung unterwegs sei und einige sind auf Motorrädern auf Streife. Geradezu einen Schock erlitten wir, als wir dann zwei Uniformierte antrafen, die wir [sogleich] fragten, wie sie all diese Gesetzesbrüche angehen, und die antworteten: „Aber welche Straftaten denn?“ Wir gehen davon aus, dass die jedwede Diskussion darüber meiden wollten mit uns, da wir von der Presse sind (es ist einfachen Polizisten untersagt, sich öffentlich zu äußern); doch mit eigenen Augen sahen wir, dass kein Polizist vorhanden war, die außergewöhnlichen Vergehen zu unterbinden. Und wenn so was mal vorkommt, dann nur zum Wahren des Anscheins. Der allgemeine Eindruck ist, dass alle sich darauf verabredet haben, die Dinge so zu betreiben, [nämlich] „wegzugucken“, zumal die Zeit begrenzt ist, in der in Aghia Napa ‚Leben‘ ist.

Auf dem Plateia beobachten wir einen medizinischen Helfer, der dort Stellung bezogen hat. Ein Zeichen dafür, dass man verstanden hat, dass so einer [hier] gebraucht wird; doch unser Taxifahrer erzählte uns: stets am Morgen kommen viele [auf der Plateia] an, um erste Hilfe zu erhalten.“

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Oder: Zyperns heile Welt?

Heile Welt, wohin das Auge in Zypern, griechischsprachiger Teil, blickt. Das Ohr bleibt in meinem Fall leider außen vor, da das Zyprische wohl in diesem Leben von mir nicht mehr gemeistert wird. Es ist mir wie eine andere Sprache als das Griechische. Vom Leid, den Nöten und Verarmten erfährt man so eventuell am einfachsten durch die Zeitungen und das Fernsehen, Radio. Gewisse Orte auf der Insel, die alten Verdächtigen sozusagen, brummen indes noch immer, wie man sag, t egal wie teuer.

Wussten Sie, dass es die Γλωσσολογικής Εταιρείας Κυπρού gibt (Sprach-Gesellschaft Zyperns)? Dr. Marilena Kariolaimou wirkt dort. Die Gesellschaft scheint keine Webseite zu haben, dafür aber Frau Doktor http://ucy.ac.cy/dir/el/component/comprofiler/userprofile/makar. Die Gesellschaft gibt es seit 2002. Seit April arbeiten die mit dem Dachverband für Bildung und Kunst aus Pafos zusammen (Στέγη Γραμμάτων κα Τεχνών στην Πάφο). So auch mit dem dortigen Philologenverband.
Jeden 26. September feiern die, wie üblich am Tag der Sprache, auch auf Zypern dieses Ereignis. Im Oktober wird der Europäische Tag der Sprache gefeiert und gewürdigt, und zwar diesmal zusammen mit der Europäischen Kommission und der Universität Zypern. Das Thema des gemeinsamen Events, wie man jetzt schon weiß, lautet: „Die Zukunft der Sprachberufe.“ Unter anderem werden sich dort dann in Zypern vorkommende Sprachen präsentieren.

Wir dürfen also jetzt schon gespannt sein, wie und wer das Türkische repräsentieren wird. Aber so tragisch kann das alles ja gar nicht mehr werden, also die Lösung dieser eben gestellten Frage, wenn man es vor einem Monat schaffte auf der griechischsprachigen Seite Zyperns, einen kurdischen Familienvater von gleich auf jetzt in die Türkei auszufliegen, der seit Jahren in Larnaka lebte, dessen 4 Kinder hier zur Schule gehen und eines ist hier sogar geboren, und eigentlich einen Asylantrag zu laufen hatte. Vor Folter soll er aus der Türkei geflohen sein, stand am 19. Juli 2014 in der Cyprus Mail. Für all diejenigen, die mit der Situation nicht vertraut sind: die Republik Türkei und die Republik Zypern verkehren offiziell nicht miteinander: keine Flüge, keine Schiffe etc. zum einen oder zum anderen.
Und wenn Frau Doktor von der Sprach-Gesellschaft auf die Frage, ob ihre Gesellschaft denn eine bi-kommunale sei (gemeint ist türkisch-griechischzyprisch), spitzfindig antwortet: „lassen Sie mich sagen, wir sind multi-kommunal“, dann scheint die zuvor angesprochene Befürchtung sich womöglich noch zu bewahrheiten, also, dass bei so viel multi-kulti die türkische Seite geschluckt wird aus irgendwelchen sonderbaren Gründen. Es wäre so etwas nicht verwunderlich bei dem herrschenden Nationalismus, wie ihn ein Soziologe, Caesar Mawratsas, in seinem Buch, das Land der Proleten, bestechend herausarbeitet. Seine deutsche Übersetzung soll noch vor Weihnachten auf den Markt kommen – wenn das herrschende Proletentum nicht doch noch zuschlägt. Man weiß ja nie.

Interessant ist allerdings, dass die Sprach-Gesellschaft sich offenbar auch wissenschaftlich mit dem zyprischen Dialekt, manche sagen dazu lieber Sprache, anstatt Dialekt, beschäftigen. Das Interview, auf welches sich die obigen Informationen beziehen, führte Lisa Salomou von der Polits mit Frau Dr Kariolaimou. Es erschien in der Ausgabe vom 03. August 2014.

Morgen ist Samstag, und irgendwie weiß ich jetzt schon, dass ich nicht hingehen werde. Zum einen, weil ich heute nicht Schwimmen war, werde ich gewiss morgenfrüh geradezu ins Meer müssen, versteht sich, neuerdings noch bevor die Sonne aufgeht. Und danach steht dann das Übliche an, was keine Ablenkung, wie Einkaufen, zulässt – und Limassol ist auch nicht gerade um die Ecke.
Doch, Sie sollten da unbedingt mal hinfahren, dorthin, wo Bio-Bio-Angebautes aus Zypern verkauft wird. Die Politis schrieb bereits am 27. Juli 2014 darüber. Alles ist dort ganz frisch und eben Bio-Bio. Wahrscheinlich haben die Produkte auch die entsprechend höheren Preise.

Pieri Chatsipieri hat sein Wissen über Bio-Anbau bereits in den 80ern in Griechenland studierend und arbeitend erworben. Anfang der 90er Jahre (87) versuchte er sein Glück damit hier auf Zypern, doch das ging anscheinend kräftig in die Hose – und so bauten seine Frau und er all die Zeit über nur noch zum Eigenbedarf an. Doch jetzt sind sie wieder auf dem Markt, immer samstags von 09 – 13 Uhr im Stadtviertel Agia Fila (Αγία Φύλα) – Limassol. Gemüse und Obst freska-freska, also frisch.. Man kann da anscheinend auch so richtig groß, also nicht all zu groß, bestellen, und zwar unter 99332581, das ist die Nummer, die auch in der Politis angegeben war zu diesem Zweck.

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Und da ist noch jemand, der was verkaufen, sorry, kaufen will. Die EGNEDOL steht in großen Lettern über Seite 3 am 27. Juli 2014 in der Politis: „Sie wollen unseren Müll kaufen!“ Den Artikel schrieb Marias Pavagiotou, die, wie es scheint, immer mal wieder interessante Themen aufgreift und wahrscheinlich noch häufiger hier von sich Reden machen wird.
Die EGNEDOL möchte ALLEN Müll Zyperns, auch den, den die Zyprer glaubten, schon längst vergessen zu haben – irgendwo unter der Erde oder gar im Meer. Nie wieder bräuchte sich eine Gemeinde oder der Staat um diese Dinge kümmern, verspricht EGNEDOL. Als Gegenleistung würde die Firma allerdings die Gewinne aus der Wiederverwertung des Mülls gern allein einstecken und nicht noch groß teilen. Energie ins Netz einspeisen, ist natürlich auch geplant. Man spricht von möglichen 50 Megawatt. Versteht sich, dass der Müllumwandlungsprozess nach den letzten umwelttechnischen Standards durch EGNEDOL gewährleistet wird. Eine Investition von 15 Millionen € ist geplant. Man glaubt, 160 Tonnen Aluminium pro Monat aus dem Müll ziehen zu können in Zypern. Das erscheint mir auf Dauer recht hoch gegriffen, so auch 37.000 Tonnen Plastik, die zu 33,37 Millionen Liter Petrol höchster Qualität gemacht werden könnten – auf regelmäßiger Basis. Da müssten sich die Supermärkte noch kräftig ins Zeug legen, die noch immer Plastiktüten umsonst und egal wie viele man abgreift, zur Verfügung stellen – ungefragt alles darin einpacken lassen an der Kasse, gern doppelt und dreifach, versteht sich, von einer Angestellten, meistens sind es junge Frauen, die der werten Kundschaft die Last abnimmt, eigene mitgebrachte Taschen rauszuholen oder gar das Gekaufte alleine vom Tresen an der Kasse einzupacken. Allerdings alleine aus dem Laden muss man das Zeug im Karren dann doch noch rollen. Welch Zumutung!

Das Ministerium scheint noch zu prüfen, ob man sich den Müll und zu wieviel abkaufen lässt, den man selbst schon längst nicht mehr bewältigt kriegt; und wo wir alle so recht gar nicht wissen wollen, wo gewisse Dinge wohl auch noch gelagert werden… .Wahrscheinlich sind die gerade in einer Art Auskunkelrunde, oder wie man so was nennt: wer steckt was für was ein, ganz nebenbei und möglichst unterm Tisch!

Bei solchen Projekten dieser Größe ist die Gefahr halt schon groß, dass alte traditionelle Wunden, oder wie der zuvor erwähnte Autor es nennen würde, aufplatzen im Verhalten, äh, beim Händchenaufhalten.

Ab heute – VORSICHT – 4 Tage Ferien. Die Masse soll sich schon in Bewegung gesetzt haben, weil die Heilige wird gefeiert. Das heißt, im Landesinneren sind das Gebirge, die Kirchen und die Klöster, wie zu hören ist, die bevorzugten Ziele, es herrscht schon fast Ausnahmezustand. Alle wollen nämlich dorthin – ich schätze zum beten und wegen der besseren, frischeren Luft.
Außerdem ist das heute auch noch der Tag, an dem Famagusta ausgerechnet vor 40 Jahren von den türkischen Armeen befreit, äh, eingenommen wurde – geklaut! Daher brauch man das Fernsehen nicht anmachen, weil RIK1, es ist der einzige griechischzyprische Sender, der empfangen werden kann bei uns, weil technologisch doch nicht ganz so auf dem Stand und auch, weil die Einsicht gereift ist, dass der eine Kanal eigentlich reicht – wegen apo mera so mera, was auch sonst, nur Heulsusenzeug bringt. Ok, hin und wieder ist mal was Interessanteres darunter.

Apo mera se mera ist so eine Art Ersatzparlament. Dort sitzen 5 Tage die Woche die Politiker und reden über das anscheinend Wichtigste aus der aktuellen Inselpolitik. Was will man mehr? Erspart Wege und viel Zeit.

Dass die Attilas kommen? Bloß nicht. Das Wort macht eben wegen der Ereignisse vor 40 Jahren dieser Tage inflationär die Runde und soll wohl die Türken degradieren. Ist in etwa so, wie wenn man im Deutschen Bush II oder junior sagt?

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Die Wahrheit und das Geld

Oder: Wie wird man Millionär, und nicht unbedingt, wie angelt man sich einen, obgleich das auch gewiss eine interessante Frage für viele sein dürfte, für die vor allem, die jeden Cent drei Mal rumdrehen ‚dürfen‘ bevor sie ihn ausgeben.

Diese Info, wie man sich einen Millionär angelt, hat ja bereits die gute M. Monroe im dazuugehörigen Hollywood Schinken, damals, auf durchaus unterhaltsame Weise vorgespielt.

Zwar ist hier eigentlich wenig bekannt, über die finanziellen Verhältnisse der Frau an der Seite von Tayyip Erdogan, welch Wunder, doch sollte sie nicht aus gut betuchten Verhältnissen stammen, hat sie mit ihrem Mann, ganz nach dem Film mit der Monroe, den richtigen ‚abgeschossen‘, also geheiratet. Der inzwischen stinkreiche Tayyip ist jetzt im wahrsten Sinne seines Namens nämlich tayyip (gut, zufrieden), wie nicht anders zu erwarten war. Er ist der Präsident der Türkei geworden – Oh weh!?

Ja, und die Wahrheit, von der in der Überschrift die Rede ist, die gibt es halt. Dass mit Erdogan der sogenannte historische Wendepunkt für die Republik Türkei schließlich ansteht, scheint eine voraussehbare Wahrheit zu werden. Es gibt des Weiteren auch Wahrheiten in Zypern, nicht nur in der Türkei, aber die in Zypern, von denen nun gleich berichtet wird, liegen eher in der Vergangenheit.

Wie Wahrheiten wahrscheinlich sein sollten, nämlich wahr, standen in der Politis-Tageszeitung vom 10. August 2014 gleich so viele in einem einzigen Beitrag, dem Beitrag von Dionisi Dionisiou auf Seite 3 – er schreibt sich in der Zeitung langsam aber sicher nach vorne -, dass Ihnen, verehrte Leser, in Auszügen aus diesem Beitrag von Dionisiou übersetzt wird.

„Die Krise kreiert Widerspruch, sagte Marx. Die Zuspitzungen der Widersprüche führen jeder Logik Brüche zu, die in einem kreativen Dialog in reifen und demokratischen Gesellschaften entschärft werden, oder gesellschaftliche Beben kreieren, oder Aufstände in Ländern, wo der Dialog noch nicht in der Mitte angekommen ist… . Jedenfalls alles kommt auf die eine oder andere Art, gemäß des Dialektischen, unter neuer Bedingung zu Fruchtbarkeit, den Kreislauf erinnernd, welchen der Regen macht. Die Sonne holt sich das Wasser aus dem Meer …, das Feuchte wird zu Wolken und die sammeln sich am Himmel. Von dort kommt es entweder durch einen hohen Regen wieder auf die Erde, oder … . Egal, welche Variante, der Kreislauf des Regens wird geschlossen… . Herakleion sagt: Alles ist im Fluss… , bleibt die klassische Frage: Wird [deswegen] nun alles besser oder schlechter? Diese Frage beschäftigt uns auch in unserem Alltag, versuchend zu sehen, wohin wird unser Leben [eigentlich] gerückt. Das Geld spricht nicht, sondern flucht, wenn es sich nicht verstecken kann, sagte Bob Dylan irgendwann. Tritt vor uns mit Arroganz… verursacht Nachdenken.

Die Verrückungen

• 1974, inmitten der nationalen Krise, änderte sich die zyprische Gesellschaft radikal. Von ökonomischer Seite ergab sich eine riesige, historische Verrückung in Sachen Reichtum. Wir verloren im Norden 1,5 Mill. ha Privatgrund mit dem Ergebnis von 150.000 Flüchtlingen, die Vermögen und Baugrund im Süden suchen kamen. Die wahnsinnig hohe Nachfrage [nach Grund und Boden] machte die Besitzer im Süden im nu reich. Es gab keine Zuspitzung, keinen Bruch, keine Synthese. Das Land wurde nicht umverteilt, obgleich wir alle beschlossen hatten, einen langjährigen Befreiungskampf zu führen. Stimmten genau darin überein. Doch nicht etwa mit den selben Waffen und dem selben starken Bollwerk [wollten wir kämpfen]. Die einizigen, die Nutzen daraus zogen, war eine handvoll Unternehmer – mit voller Mithilfe der politischen Macht. Ihnen gaben sie alles unter dem Versprechen des Aufschwungs – und die Flüchtlinge gelangten in die Zelte und Flüchtlingscamps.
• Von der Mitte der 80er Jahre erweiterte die handvoll Unternehmer – noch immer unterstützt von den Politikern – ihren Reichtum auf Kosten der Grundbesitzer im Süden Zyperns. Der Trick wurde getauft: „Zonenwechsel“ und „Koeffizienz-Aufbau“. Die Parole war bekannt: „Kauft Brachland zu niedrigen Preisen in dem und jenem Gebiet!“ Das kauften sie von den nichts ahnenden Landwirten und zwei Monate später wurde das Brachland zu Bauland. Die Wertsteigerung kassierten die Unternehmer und den Bonus natürlich die Parteien, die auf diese Weise ihre Finanzen sicherten – und den Vorsitzenden der Parteien ihre Landhäuser. Der letzte große Coup der Reichtums-Verrückung dieses Typus‘ fand zur Zeit der Präsidentschaft von Papadopolous statt, als der damalige Handelsminister, Jorgos Lillikas, 13 Berechtigungen ausstellte, um Golfplätze von mehreren hundert ha zu machen.
• 1999 entdeckte die politische und ökonomische Führung des Landes die Börse, zumal die Einkünfte aus den ungesetzlichen Kartenspiel-Vereinen nicht zufriedenstellend war. Die Börse nun salbte sozusagen „die Dampfmaschine der Ökonomie, und alle Zyprer beschlossen, dort zu investieren – ökonomisch“. Damals verkauften die Banken keine Aktien, sondern Gold zu 26 (ehemaligen zyprischen Pfund) das Wertpapier. Wir sprechen hier also vom dritten riesigen Verrücken von Vermögen, doch diesmal zum Schaden der Mittelklasse. Die setzten ihre ganze Kohle ein, auf ein morsches Börsen-Gesetz vertrauend, welches den Banken gestattet, die Leute gesetzlich abzuzocken. Die selben Banken konzentrierten sich [dann] schon auf die Zulassung der Banken an der griechischen Börse, in die Mitte des Schwarzgeldes, welches sie unter sich teilten vermittels verschiedener Steuerparadiese.
• Nach 2004, und sofern sicher gestellt war, dass die Kontrolle über Zypern, durch die Nicht-Lösung des Zypernproblems, in den Händen dieser Clique aus Politikern und Unternehmern verbleiben würde, begann das Kapital-Verrücken auch andere Länder was anzugehen; an erster Stelle natürlich als Lehre sozusagen Tassos Papadopolous, der seit den 90ern damit begann, das Geld des serbischen Volkes in die inzwischen [2014] in der Cyprus Bank aufgegangenen Laiki-Bank zu tragen. Mit so viel Geld in Banken angehäuft, wie könnten sie da überleben [auf Dauer], wenn sie nicht Geld verleihen würden? Sie begannen nun [wohl daher] an Engländer und Deutsche Geld zu verleihen, um ihre Wohnsitze [und sicherlich vor allem auch Geschäftssitze] nach Zypern zu verlegen. Der Gewinn daraus wurde selbstverständlich ins Ausland geschoben; und um hohe Umsätze so zu generieren, fingen sie an, die Zinssätze entsprechend verlockend zu gestalten – eine riesige Menge Geld aus Russland kam. Wir häuften dergestalt 70 Milliarden an, die aber investiert werden mussten mit Widerruf auf über 10%. So fingen unsere großen Unternehmer an, auch Griechenland Geld zu leihen. Es wurde [also] wenigstens eine globale Blase aufgepustet, welche [jedoch] wegen der globalen ökonomischen Krise 2011 unsere Hände beschmutzte – mit der damaligen Regierung, die in ihrem eigenen Imaginationsraum verweilte und mit Xristofias (damaliger Präsident Zyperns), [der verkündete], dass die Krise an uns vorüberziehen wird.
• Nach 2011 wurde ein weiteres Spiel aufgezogen des Reichtümer-Rückens. Das letzte und tragischste. Die ökonomische Elite, die im Fahrwind der Entwicklung des Bodens und der Banken dieses Land zerstörte, musste [ausgerechnet] von jenen gerettet werden, tragische Ironie [der Geschichte], die sie seit Jahren bestahlen. Linke und Rechte unterschrieben erstes und zweites Memorandum, um die ‚Lockvögel‘ zu retten, die seit 1974 dieses Land aufsaugen, jede Lösung der Zypernfrage verhindern, um ihre Kontrolle nicht zu verlieren – und die fordern heute in mitten der Diskussion um die Veräußerung [der Anteile an halbstaatlichen Betrieben u.a.], dass man uns unsere Häuser nimmt. Es handelt sich um eine handvoll Leute, die noch schlechter als die Türken sind. Beim ersten Einmarsch, dem der Türken, stahlen die und machten lediglich 150.000 Flüchtlinge unter den Griechischzyprern. Diese Typen aber, [von denen weiter oben die Rede war], machen einen zweiten Einmarsch und möchten uns alle zu Flüchtlingen machen. Vielleicht nehmen einige an, dass ich völlig diese obigen Thesen belegen kann. Das würde ich, wenn die Führung und das Volk verstünden, was in Zypern abgeht in den 40 Jahren, wenn wir alle bereit wären, einige Schuldige zu bestrafen und die Fahrtrichtung zu ändern… . Heute befinden wir uns geradewegs in einem Bruch mit diesem morschen Establishment, das uns regiert und wir suchen eine neue Synthese, die die Dinge verbessert, die uns alle nicht zu Flüchtlingen macht im eigenen Land. Wir zeigen [jedoch] nicht, dass wir es tun könnten!“
2012-01-01 02.48.05
Die Prognose hier ist, dass Erdogan sozusagen wiederholtermaßen bewiesen hat, dass er für Geld sehr viel riskiert, dass ihm der Gelderwerb eine Maxime geradezu ist – wer keine Kohle hat, der zählt bei ihm wenig und daher… .
Das Problem mit dem Geld und so haben indes die meisten Gesellschaften, wenn man etwas genauer hinsieht. Man bedenke, 40 Jahre weiß man von Ebola, doch man unternahm nicht wirklich was im Westen. Die paar verarmten Afrikaner, die deswegen draufgehen, wen jucken die schon? Diejenigen, die sich eine Behandlung demnächst leisten werden können, werden vorerst mal reiche Europäer und Amerikaner sein – und dann, versteht sich, die Helfershelfer, die reichen Schwarzen in Afrika. Doch Ebola könnte dieser Logik noch einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen, auch wenn mehr oder minder belegt ist, dass man es mit besseren Lebensumständen etc. durchaus im Zaum und aus der Welt nahezu verbannen könnte – doch wer will so was schon. Ist doch ein dumm gehaltener Mensch kein all zu gefährlicher Mensch?
Nun, wie dem auch sei. Jedenfalls hat die Habgier gewisser Kreise inzwischen eventuell zu viele Regionen in der Welt ins Abseits gesetzt, wo Ebola und Konsorten weiterhin wüten dürften und immer mal wieder den Weg in die sich wahrscheinlich noch mehr abschottende Welt der Reichen und Demokratischen finden wird – und sei es, dass spitzfindige Leute, also Terroristen und dergleichen Böse, bereits auf die Idee kommen, doch einfach ein paar Proben davon mit im Flieger nach Berlin, Tokyo oder London etc. zu tragen – der Kaptial-Verrückung wegen, könnten die sich womöglich dann denken. Warum Schülerinnen verschleppen und sich Zoff mit dem Gewissen holen, wo man Ebola-Viren vor der Haustür hat?

Und dass Präsident Maliki eventuell seinen Sitz nicht räumen will, hat gewiss auch wieder mit der Kohle zu tun – und lässt so manchen wahrscheinlich jetzt schon fragen, um auf die Prognose zurückzukommen: … wie wird das aussehen, wenn die türkische Verfassung Erdogan nach Ablauf seiner Dienstzeit nicht mehr gewährt, im höchsten Amt zu sein? Wahrscheinlich wird Krankheit seinerseits vor dem totalen Chaos im Lande retten, oder aber die Verfassung der Türkei wird bis dahin so zusammengeflickt sein, wie Erdogan sie braucht. Doch nicht nur die Türkei ist auf dem Weg hin zu einem totalitären Staat. Es scheint die Entwicklung zu sein, die ansteht, leider, und manche finden, dass das eine unvermeidliche Folge unserer kommunikativen Möglichkeiten ist. Und meistens geht es ja beim Kommunizieren und Leben neuerdings oft nur noch ums Geld.

Geld verrückt!?

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