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Posts Tagged ‘robert louis stevenson’

Bob de Walt,  zurück auf unserem Blog, berichtet diesmal über englische Komponisten.

 

Seit einiger Zeit finden die Konzerte des Symphonie Orchesters an verschiedenen Orten auf der Insel statt. So kommen auch Melomanen in den Randgebieten periodisch zu einem Musikgenuss. Zwar besuchte ich das Konzert in Lemesos. Es war englischen Komponisten gewidmet. Das Repertoire umfasste Werke vom 17. Jahrhundert an (Henry Purcell) über Edward Elgar, Ralph Vaughan Williams und Benjamin Britten bis hin zum jüngst verstorbenen Malcom Arnold.  Irgendwie schade ist es jedoch, dass keine noch lebenden zeitgenössischen Komponisten einbezogen wurden.

Das Rialto Theater war so ungefähr halbvoll, und die Mehrheit der Anwesenden war, wie hätte es anders sein können, Briten. Musikliebhaber anderer Nationen wollten sich den besonderen britischen Ohrenschmaus anscheinend auch nicht entgehen lassen, sie sind aber in der Minderheit gewesen.

Das Symphonie Orchester Zyperns unter der Leitung von Alkis Baltas hat es ausgezeichnet verstanden, das typisch Britische an der Musik, die romantische Tongebung mit den militärisch marschmäßig anmutenden Zwischeneinlagen zu mischen, besonders bei den „Soirées Musicales, Op. 9, von Benjamin Britten. Diese Art Musik wird gewöhnlich eher Edward Elgar zugeschrieben (besonders seinen Kompositionen „Pomp and Circumstances“). Die dargebotenen Stücke, „Sospiri“, Op. 70 und „Chanson de Matin“, Nr. 2, Op. 15, waren gekennzeichnet von einer sich äußerst langsam aufbauenden emotionalen Energie, die von einer Harfe unterstützt wurde. Man sah vor seinem geistigen Auge geradezu die sanfte Landschaft Englands.

Ralph Vaughan Williams Liederzyklus „Wanderlieder“, gesungen vom englischen Bariton Ivan Ludlow, der für den krank gewordenen Tassis Christoyannis eingesprungen war, gehört zum englischen Musikstil  des beginnenden 20. Jahrhunderts. Geschrieben wurden dieselben zwischen 1901 und 1907 und basieren auf einem Gedichtzyklus von Robert Louis Stevenson.  Die verschiedenen Lieder, die homogen ineinanderflossen und ein anmutig rhythmisches Ganzes bildeten an jenem Abend, vermochte ergreifend schön Ivan Ludlow zu intonieren. Der gebürtige Brite, der sich an der Guildhall School of Music and Drama ausbilden ließ, hat eine wirklich sehr wohlklingende, schön modulierende Baritonstimme. Nebst seinen Rezital-Vorträgen besitzt er auch ein sehr großes allgemeines  Repertoire, wird gesagt, und scheint ein gefragter Opern,  Konzert- und Oratoriensänger zu sein. Es erstaunt mich nicht, dass er an einigen der bedeutenden Opern- und Konzerthäusern in Europa und auch in den USA sehr gefragt ist.

Das musikalische Frühjahr hat wunderbar begonnen.

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