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Posts Tagged ‘rotary club aspelia nikosia’

Eine völlig andere Kultur-Event war der 2011 entstandene Film „Sharing an Island“. Direktion und Regie wurden von Schaffenden beider Seiten geteilt. Die Musik war komponiert und gespielt worden von lokalen, zyprischen Musikern. Die European University Cyprus“ in Nicosia stellte ihr Auditorium dem Rotary Club Nicosia und dem Rotaract Club desselben Clubs zur Verfügung, um diesen Film zu zeigen. Ein zahlreiches Publikum strömte herbei aus beiden Inselhälften, wie zu vermuten war.

Drei junge Griechisch-Zyprioten und drei türkische Zyprioten, beiderlei Geschlechts, wohnten für fünf Tage in einem Haus, besuchten verschiedene Sehenswürdigkeiten in beiden Teilen und diskutierten die Geschichte der Insel aus ihrer Perspektive. Es wurde der Versuch lanciert, Vorurteile in gemeinsamen Gesprächen abzubauen und durch die Darstellung tragischer Familienerlebnisse wurde klar gemacht, dass auf beiden Seiten Schuldige zu suchen sind. Fazit des Films ist wohl die Einsicht, dass durch diese persönlichen Kontakte das Verständnis für die andere Seite gestärkt und Vorurteile abgebaut werden könnten, und vielleicht dergestalt auch abgebaut wurden – wer weiß für wie lange.

Durch eine wirklichkeitsgetreuere und weniger ideologisch operierende Geschichtsschreibung und Vermittlung, sowie zahlreichere Kontakte -Nord/Süd – wäre ein besseres Verständnis des jeweils Anderen gewiss erreichbar. Es wird sich erst in einigen Jahren zeigen, ob ein solches Projekt die Menschen dazu bewegt hat, sich aktiver in die Bewältigung des Problems einzubringen – vor allem gilt es aber, die Lösung nicht ausschließlich den Politikern zu überlassen.

 

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Finanzielle Krise hin oder her, gesponsert wird Kultur immer noch auf Zypern. Ich rede von der Pharos Arts Foundation, die vor kurzem in ihren Räumen ein Violine/Klavier Konzert organisierte. Zwei junge Musikerinnen, die Koreanerin Hyeyoon Park (Violine) und die Armenierin, Nareh Arghamanyan (Klavier) hatten sich ein virtuoses Programm vorgenommen. Die Sonate No. 5 von Ludwig van Beethoven machte den Auftakt bevor die Stücke neueren Datums an die Reihe kamen: Maurice Ravel mit der Sonata in G-Dur, Karol Szymanowski mit „Three Myths“ und Sergej Prokofiev mit der Sonata No. 2 in D-Dur. Der gesamte Körper der Künstlerinnen spielte mit und dann diese unglaubliche Fingerfertigkeit; die eine wie sie die Violine-Saiten handhabte, manchmal schon aggressiv traktierte, und die andere wie ihre Finger über die Tasten glitten und hüpften. War von einem Laien nicht mehr nachvollziehbar. Der äußerst schnelle Wechsel von hartem Strich und Anschlag zu den romantisch sensibel anmutenden Passagen setzte ein Können und Umsetzungsvermögen voraus, welches viel Gespür für das Harmonische verlangt.

Hingegen darf nicht verschwiegen werden, dass der Violine die enormen Sprünge von Tief zu Hoch zu viele spitze, kreischende Töne entlockt wurden, die dem Ohr nicht immer schmeichelten.

Beide Musikerinnen haben mit renommierten Orchestern gespielt (um nur einige zu nennen: Berliner Philharmoniker, Züricher Tonhalle, Symphonie Orchester Berlin, Symphonie Orchester Tokio). Ebenso erhielten die beiden namhafte Preise. Im heutigen Musikbetrieb hier auf Zypern und in der Sparte Klassik, ist es nicht ein gängiges, dafür aber eindrucksvolles Konzert gewesen.

 

 

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Es war ein überraschender Abend. Die zyprische Sopranistin, Katerina Mina, die in London an der renommierten Guildhall School of Music and Drama studiert hat, dort lebt und schon mal in Zypern ein Konzert gibt, war kürzlich in Nikosia mit einem sehr variablen Programm. Die Künstlerin gewann seit 2008 verschiedene Preise. Sie gastiert in Konzertsälen und Opernhäusern quer durch Europa, wie auch im Mittleren Osten. Ihre CD’s werden von Irida Classical aufgenommen und vertrieben.

 

Als Auftakt an jenem Abend sang sie aus Verdis „Othello“ die Desdemonas Arie „Salce“, gefolgt von Bellini und Donizetti Liedern. Ihre dramatische Mittelstimme füllt sie dabei voll mit dem Schmerz, welcher den Verlust schöner Tage eben mit sich bringt. Sie transportierte mühelos die Gefühle in die höhere Stimmlage und hielt diese Fülle in der Höhe, ohne kantig oder spitz zu tönen. Einen gewissen italienischen Schmelz der Lieder brachte sie wundervoll zu uns, dem Publikum rüber. Besonders in den neapolitanischen Liedern von Tosti verband sie das leichte mit dem poetischen zu einer charmanten Klangfülle, welche sie als wirklich bühnenwirksame Sängerin, die eine unglaublich Präsenz besitzt, verbinden konnte. Stimmlich problemlos schaltete sie ins griechische Fach von Sakellarides und Hadjidakis um. Verständlich, dass sie mit dieser Einlage besonderen Applaus heimste, mit der klassischen Interpretation dieser Art von Liedern.

Ihr Begleiter, der Pianist, Komponist und Dirigent, Yiannis Hadjiloizou, war eine ausgezeichnete Wahl. Feinfühlig und akkurat begleitete er die Sängerin durch den Abend. Für sein Solostück, wie dies bei solchen Konzerten üblich ist, wählte er Chopins Nocturne op. 9 Nr. 2. Virtuos ließ er seine Finger über die Tasten gleiten und zauberte den chopin-eignen romantischen Klang wunderbar aus dem Instrument und Handgelenk.

 

Dieses Wohltätigkeits-Konzert darf durchaus ein Erfolg genannt werden. Über 300 Zuhörer kamen, um dem Konzert beizuwohnen. Beim anschließenden Empfang stand die Begeisterung darüber noch allen in den Gesichtern geschrieben. Organisiert wurde dieser Event vom Rotary Club Nicosia-Aspelia Der Nettoerlös kommt den Stipendien-Fonds des Aspelia Rotary Clubs zugute. Jährlich werden aus diesem Fonds an begabte junge Studierende aus dem Raum Nikosia Teilstipendien ausgerichtet bzw. vergeben.

 

 

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