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Flötengehen in Syrien

Syrien Mitte Mai/Juni 2018

Fangen wir doch mit einem Interview an, welches die Mail on Sunday am 10. Juni 2018 mit Baschar al Assad führte – in Auszügen:

„… Herr Präsident, was den 31. März 2018 angeht, betrug die Gesamtsumme für Fundings, welche Großbritannien an die White Helmets (Weißhelme) auszahlte, die ebenfalls bekannt sind als die „Zivile Syrische Verteidigung“, 38.4 Millionen Britische Pfund. Gleichzeitig beschuldigt Russland das Königreich, mit Hilfe dieser Organisation an einer Attacke in Duma teilgenommen zu haben … . Sie als Präsident Syriens, glauben Sie, dass das wahr ist?
Definitiv, ohne Zweifel. Großbritannien, Frankreich und die USA folgen und haben die selbe Politik. Das gesagt, und um komplett offen zu sein: die Briten und die Franzosen sind politische Satelliten der USA. Öffentlich unterstützen erstere die Weißhelme, die eine Handvoll al Qaida und al Nusra in unterschiedlichen Teilen Syriens sind. Die Briten gaben viel Geld aus; und wir betrachten die Weißhelme als ihr PR-Glanzstück. Ja, definitiv, die Sache wurde von diesen 3 Ländern auf die Bühne gebracht, und die Briten sind involviert.
[Die USA haben inzwischen (Stand 20. Juni 18) wieder Hilfsgelder für die Weißhelme und für eine Kriegsverbrecherermittlungsbehörde freigegeben – 6.6 Millionen Dollar. US-Außenamtssprecherin Heather Nauert: Nun können wichtige lebensrettende Einsätze der Weißhelme weitergehen. Einige Weißhelme, muss noch kurz angefügt werden, lassen hie und da ihr Leben in Syrien zurück, werden ermordet. Der Chef der Weißhelme, Raed al Saleh, bedankte sich für die angesprochene US-Unterstützung. Und als sei das nicht genug: Die USA ziehen sich voraussichtlich aus dem UN-Menschrechtsrat zurück mit der Begründung, im Gremium säßen zu viele Despoten, wie beispielsweise der Iran. Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA, spricht von chronischer Parteilichkeit, die im Gremium herrsche. Gegen Israel seien mehr Resolutionen rausgegeben worden als gegen Syrien, Iran und Nordkorea zusammen. Zurück zum Interview:].

Frau Theresa May sagte, sie hat keinen Zweifel, dass das syrische Regime hinter den chemischen Attacken vom 07. April steckt, und erzählte ihren Kritikern, dass die Teilnahme Englands rechtens und legal war und zulässig nach internationalem Recht, um die menschlichen Leiden zu mildern. Haben Staaten keine Verantwortung gegen Kriegsverbrechen zu schützen? Wie soll die Teilnahme Englands bei Vergeltungsschlägen gegen Syrien nicht in Einklang stehen mit dem internationalen Recht?
Nun, gemäß ihrer Aussagen – als England und die USA den Irak im Jahr 2003 illegal bombardierten, massenhaft Vernichtung verursachten, ganz zu schweigen von der hohen Anzahl an Witwen und Amputierten – und gemäß mayscher Logik, hat jede Regierung das Recht, Großbritannien oder die USA zu attackieren, wenn sie denkt, diese Tat ist gerechtfertigt. Das ist legal und unter internationalem Recht erlaubt, um menschliches Leid abzumildern – dies als Erstes.
Zweitens: Sie haben gelogen. Sie haben ihre eigene öffentliche Meinung keinen Beweis geliefert, also der britischen Öffentlichkeit. Nachdem wir al Ghouta befreit hatten, wo die angebliche Attacke passiert ist, fragten viele ausländische Journalisten – einige unter ihnen gegen die syrische Regierung eingestellt – Leute vor Ort bezüglich des chemischen Angriffs und die antworteten: Wir haben davon nichts gesehen, hat nicht stattgefunden.
Es war eine Lüge, vor allem nachdem wir die Gegend befreit hatten. Unsere Quellen bestätigen, dass ein Angriff nicht stattgefunden hat. Großbritannien sollte zuerst mit Beweisen anrücken und dann beweisen, wer die Verantwortung trägt. Natürlich ist so etwas nicht passiert. Es gab keinen Angriff. Und das ist, wo die Lüge beginnt. Noch einmal: Es ging nicht um den Angriff. Das Ding an dieser Angelegenheit ist: Die Briten und andere haben Bedarf, die syrische Regierung zu unterminieren. Überhaupt sind sie von Anfang an daran interessiert, die syrische Regierung zu stürzen – schon seit den Anfängen der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien. Sie vertun sich, sie erzählen Lügen und setzen ihren Abnutzungskrieg gegen uns fort.

Gab es irgendwelche Versuche, womöglich gar durch Vermittler oder Dritte, der britischen Regierung oder deren Geheimdienstnetzes, mit Syrien eine Kommunikation aufzubauen zwecks geheimdienstlichen Informationen – welcher Art auch immer?
Nein. Solche Kontakte hatten wir mit verschiedenen Diensten Europas. Die wurden vor kurzem aber eingestellt, weil die nicht seriös sind. Die wollen Informationen austauschen, wo doch deren Regierungen im Politischen gegen die unsere sind. Daher sagten wir: Sobald ihr einen politischen Schirm für derartige Kooperation habt, sind wir bereit. Derzeit gibt es keine Kooperation mit irgendeinem europäischen Geheimdienst – inklusive Großbritannien.

Was sind ihre Ansichten über den Umgang Mays und Trumps mit der Nahost-Frage, speziell aber Syrien. Und wie unterscheiden sich die beiden bei ihrer Intervention in der Region, und von der Putins?
Großer Unterschied. Die Russen wurden gebeten zu kommen. Sie sind also legitimiert hier. Das Gleiche gilt für den Iran. Doch die USA und die Briten, die sind illegal hier. Es ist eine Invasion. Sie verletzten die Souveränität Syriens – eines souveränen Landes. Die sind ganz und gar nicht legal hier. Die existieren hier illegal.

Aber, ihrer Meinung nach, wie haben beide, May und Trump, Syrien behandelt?
Es geht nicht um May und Trump. Es geht allgemein um Politiker aus dem Westen, um die westlichen Regime. Sie akzeptieren niemanden, der anderer Meinung ist: keinen Staat, keine Regierung, keine Persönlichkeit. Und das trifft auf Syrien zu. Syrien ist sehr unabhängig bei seiner politischen Positionierung. Wir arbeiten für unser nationales Interesse. Wir sind keine Bananenrepublik. Und diese Realität akzeptieren Die nicht. Dergestalt ist Deren komplette Sicht über uns, wie folgt: „Diese Regierung muss ausgewechselt werden. Der Präsident gehört dämonisiert. Weil die Syrer unseren Politiken nicht mehr entsprechen.“ So sieht es aus. Alles andere ist wie Beiwerk: Sie lügen, reden von chemischen Waffen, vom bösen Präsidenten, der seine Bevölkerung killt, die guten Leute, von Freiheit, friedlichen Demonstrationen. All diese Lügen sind Beiwerk des einzigen Ziels, das Regime zu stürzen.
Daher ist meine Antwort auf Ihre Frage: Das ist Kolonialpolitik. So sehen wir das. Und das ist nicht neu. Diese Art Politik haben Die niemals ausgetauscht, und zwar betreiben sie diesen alten Kolonialismus schon seit Anfang des 20ten und 19ten Jahrhundert und davor. Heute, lassen Sie es uns so sagen, hat dieser Kolonialismus eine neue Maske auf, eine andere. [In einem Interview Assads mit einer russischen Journalistin Ende Juni 2018 hat er seine oben geäußerten Ansichten dahingehend erweitert, indem er wiederholt in etwa sagte: die Europäer, der Westen, die haben keine Moral, keine Ethik!
Zuweilen kommt man nicht umhin, wenn man der Argumentation Assads, wie auch Putins und der des Irans folgt, sich zu fragen als Beobachter: Und was, wenn diese Leute mit ihren Darstellungen der Zusammenhänge in und um Syrien größtenteils Recht haben?].

Vor 5 Jahren, als der IS geboren wurden, sagten Sie mir … [dass Syrien geostrategisch in einer Spannungszone liegt], und seither scheinen Sie sich als Bollwerk gegen die IS zu sehen?
Wir sind diejenigen in den letzten Jahren, die die IS vor allem bekämpft haben, und zwar mit der Unterstützung Russlands und Irans. Niemand sonst macht dasselbe, noch nicht mal teilweise. Wenn Sie über den Westen und die Militärallianz des Westens reden wollen, die von den US-Amerikanern angeführt wird, nun, die haben die IS tatsächlich unterstützt, weil die attackierten die syrische Armee, und zwar immer dann, wenn wir angriffen; oder wir wurden angegriffen vom IS. Zuletzt so geschehen ein paar Tage, vor dem 15. Juni, als die IS die syrische Armee angriff. Natürlich haben wir sie geschlagen – und als Antwort haben die Amerikaner unsere Truppen im Osten Syriens attackiert.

War es falsch vom Rest der Welt, dass er Sie die letzten 7 Jahre isolierte?
Das Konzept Isolation eines Landes ist allgemein falsch. In der Welt, in moderner Politik, sogar in den alten politischen Tagen, brauchst du Kommunikation. Wenn du ein Land isolierst, isolierst du dich von der Realität in diesem Land. Und so wirst du politisch blind. Daher: das Konzept ist falsch!

Herr Präsident. Einige sehen Sie als einen internationalen Geächteten, als Diktator mit Blut an seinen Händen. Geben Sie mir ein Argument, warum Sie das nicht sind, zumal in den letzten 7 Jahren 100-Tausende Syrer ermordet, inhaftiert und sogar gefoltert wurden?
So! Die Geschichte, von der Sie reden, oder sagen wir, das westliche Narrativ lautet, dass dies ein schlechter Präsident ist, der seine eigene Bevölkerung killt, und die ganze Welt ist gegen ihn, weil er international geächtet ist. Und dieser Mann war 7 Jahre auf seinem Posten und kämpft gegen jedermann in der Welt. Können Sie ihre Leser davon wirklich überzeugen?
Es macht noch nicht einmal Sinn. Gemeint sind die unterschiedlichen Faktoren des Narratives. Es ist nicht logisch, nicht realistisch. Nun! Dieser Präsident ist auf seinem Posten, weil er die Unterstützung seiner eigenen Leute hat. Wie könnte er diese Unterstützung erhalten, wenn er gleichzeitig seine Bevölkerung mordet? Die Geschichte ist also nicht korrekt. Wir bekämpfen Terroristen. Und die werden von Großbritannien unterstützt, den Franzosen, den Amerikanern und ihren Handlangern, die meinetwegen in Europa oder sonst wo sind. Gegen die kämpfen wir an, und zwar mit der Unterstützung der Bevölkerung. Daher kommen wir voran. Wir könnten sonst nicht vorankommen. Nur weil wir die Russen oder die Iraner an unsere Seite haben? Die können die Unterstützung des Volks nicht ersetzen. Und zum Beweis: Der Schah von Iran, der Hampelmann des Westens, er konnte die Reaktion auf seine Politiken durch das persische Volk nicht überstehen. Er fiel [1979]. Das ganze System ging entzwei in ein Paar Wochen, und er musste aus dem Land fliehen.

Doch trotz der Unterstützung vieler Syrer bleibt die Tatsache, dass es tausende, zehntausende Menschen gibt, die ermordet wurden und inhaftiert worden sind.
Selbstverständlich. Sie reden von Krieg. Es gibt keinen guten Krieg. Auch keinen friedlichen. Darum ist Krieg schlecht. Also, wenn Sie von Krieg reden, ist das natürliche und selbst sich erschließende Resultat desselben: Tot und Blut überall!
Doch ist die Frage, wer fing den Krieg an? Wer unterstütze ihn? Der Westen! Der Westen unterstützte ihn von Anfang an und so auch die Terroristen, die überall Bomben legten, überall und jedermann mordeten – Köpfe abschlagen. Der Westen unterstützte al Qaida. Daher reicht es nicht aus zu sagen: Es gibt Ermordungen. Natürlich ist dort Killen. Es erschließt sich von selbst. Doch wer fing es an? Der Westen ist für all Das verantwortlich!

Der Westen ist verantwortlich, aber einige sagen, dass Herr Assad oder Präsident Assad auch verantwortlich zeichnen sollte.
Jeder Syrer könnte verantwortlich sein, für Was in Syrien passiert. Das ist eine andere Sache. Es ist eine syrische Sache. Das diskutieren wir nicht mit der Welt. Es ist nicht die Rolle des Westens, uns zu sagen, wer in Syrien verantwortlich ist: der Präsident oder die Regierung oder die Armee oder die Terroristen. Das ist eine Angelegenheit Syriens. Der Westen ist nicht in der Position, uns etwas zu sagen. Das ist nicht seine Rolle. Doch er mischte sich in die Souveränität eines Landes ein und ist verantwortlich für das Morden in unserem Land – egal wie der Narrativ des Westens lautet und seine Lügen.

Russland scheint viele Entscheide bezüglich Syrien zu treffen, ob es um fremde Truppen geht, die abziehen sollen oder um Deals, die mit Israel gemacht werden sollen in Süd-Syrien, auch, welche Art Waffen Sie haben sollten oder eben nicht. Trifft Russland inzwischen Ihre Entscheide?
Russland kämpft für das Internationale Recht. Und ein Teil desselben ist die Souveränität verschiedenster Länder, souveräner Länder – und Syrien ist eines dieser. Russlands Politik, sein Verhalten, seine Werte haben nichts mit Einmischung oder Diktat zu tun – überhaupt nicht. Wir haben gute Beziehungen mit Russland für länger als 6 Dekaden gehabt, beinahe 7. Währenddessen hat Russland nie versucht, uns zu etwas zu zwingen, sogar auch dann, wenn es unterschiedliche Ansichten gab.
Weil es derzeit einen Krieg gibt sowie eine hohe Dynamik in der Region, ist es ohnehin natürlich, dass unterschiedliche Ansichten verschiedenster Akteure existieren: sei es in unserer Regierung oder in anderen: in der russisch-syrischen Beziehung, syrisch-iranischen, iranisch-russischen, und eben in den jeweiligen Regierungen. Das ist normal. Letztendlich ist es aber Syrien, welches die Entscheide trifft und sagt, was zu passieren hat in Syrien. Darüber sollte sich niemand einen Kopf machen, unabhängig von dem, was Sie sonst so hören.
Ich weiß, auf welcher Grundlage Sie die Frage stellen.

Basierend auf verschiedenen Aussagen.
Genau!

Nun dann. Warum hat Ihnen Russland dann nicht die S-300, wie vor Jahren versprochen, gegeben – und zu einer Zeit, wo Israel praktisch jede Woche syrischen Boden bombardiert? Und warum koordiniert Russland diese Bombardements mit Ihren Feinden hinter Ihrem Rücken, Herr Assad?
Russland hat nie mit irgendjemand gegen Syrien etwas koordiniert: weder politisch noch militärisch. Und das ist der Widerspruch: Wie könnten die Russen helfen, die syrische Armee voranzubringen und gleichzeitig mit unseren Feinden zusammenarbeiten, um unsere Armee zu vernichten?

Aber die Russen wissen doch gewöhnlich, wo die Angriffe platziert werden …
Nein, nein! Das stimmt nicht, ist nicht wahr, definitiv! Wir kennen die Details.
Was die S-300 angeht, warum sie die erwähnt haben und dann aufhörten, darüber zu reden, dazu fragen sie besser russische Offizielle. Es ist eine politische Aussage. Die haben ihre eigene Agenda. Doch ob sie die S-300 an uns übersenden oder nicht, das ist ein politisches Ding – wir reden nicht darüber.

Maßgebliche Pentagon-Offizielle warnten, sie würden militärisch eingreifen, sollten Sie mit den Alliierten der USA abrechnen wollen. Werden Sie das US-Militär jemals wieder los werden in Syrien? Sind Sie bereit, diese direkt zu bekämpfen?
Seit dem Beginn des Krieges, haben die USA und ihr Alliierten nicht aufgehört, Syrien zu bedrohen. Haben nicht aufgehört, die Terroristen zu unterstützen. Und sie gaben nicht auf, uns direkt unter Beschuss zu nehmen – bei vielen Gelegenheiten. Doch trotzdem sind wir gegen die Terroristen vorangekommen. Und wir sagten, dass wir jeden Zentimeter syrischen Bodens befreien werden, egal wer Was sagt oder uns wo attackiert. Das hier ist unser Land. Und das ist unsere Pflicht. Das ist hier keine politische Meinung. Es ist eine nationale Pflicht! In dieser Richtung werden wir uns bewegen, egal, welche militärische oder politische Positionierung unsere Gegner einnehmen.

Wie denken Sie, wird die Geschichte Sie erinnern?
Kommt drauf an, welche Geschichte. Die des Westens? Die wird verdreht sein. Wird Lügen erzählen, Lüge über Lüge. Die selben Lügen, die wir nicht allein über unsere Gegenwart, sondern auch unsere Vergangenheit hörten.
Unsere Geschichte andererseits, die mir am Herzen liegt, ich hoffe, sie wird mich als jemand erinnern, der die Terroristen bekämpfte, um sein Land zu retten – und das war meine Pflicht als Präsident.

Es waren nun bereits 7 Jahre Krieg. Was tun Sie, um Dampf abzulassen, irgendwelche Hobbies?
Sport ist kein Hobby. Es wird ein Teil deines Lebens. Ein Teil deiner täglichen Routine. Weil, eine gute Gesundheit ist von Wichtigkeit, um aktiv zu bleiben. Daher kann Sport nicht als zur Unterhaltung angesehen werden. Keine Zeit und Lust auf Unterhaltung. Du lebst im Krieg mit Ermordungen und Terroristen. So! Das ist das einzige Hobby, welches eine Angewohnheit wurde, eine Angewohnheit, die von der verbleibenden Zeit und den Umständen abhängt.

Ihre Frau ist Engländerin. Sie lebten in London viele Jahre. Gibt es irgendwas, was Sie ganz besonders vermissen?
Ich hielt mich in London auf. Ich studierte Medizin. Es ist unmöglich für dich, in einer solchen Stadt zu leben, wo du fühlst, es gibt dort keinen speziellen Link mit ihr oder zu den Leuten, mit denen du täglich arbeitest.
Nun! Vielleicht vermisst du diese Beziehung. Doch du lebst manchmal in Widersprüchen, nämlich, dass dieselbe Stadt, die du magst, dasselbe Land ist, welches dein Land angegriffen hat – was nicht gut ist.“
Ende des Interviews!

Gehen wir zum Eingemachten über, verehrte Leser:

Zwischen dem 24. April und dem 01. Juni 2018 sollen insgesamt 93 Attentate und Attentatsversuche in Nordwesten Syriens allein durchgeführt worden sein.

Doch vorerst sei noch kurz dies angemerkt:

Erwarten Sie bitte auch hier nicht, dass Ihnen mit Bestimmtheit und aller Klarheit aufgezeigt wird, was in Syrien derzeit passiert. Schon allein all die Akteure ins Bild zu setzen, die in den fortdauernden Konflikt involviert sind, oder sein sollen, ist so etwas Ähnliches wie eine Sisyphos-artige Fleißarbeit. Und diese Letztere wäre indes so manchem gewiss eine ziemlich realistische Strafarbeit, nämlich jenen, die diesen kriegerischen Wirrwarr in Syrien angezettelt haben und, noch ‚gemeiner‘, davon profitieren oder profitieren wollen und dieses Kriegsgeschäft betreiben.

 

Syrien ist schlichtweg das lebende Beispiel dessen, was man als „bösartig“ bezeichnen kann; also nicht Syrien selbst, sondern das, was dort von nicht gerade wenigen Menschen mit Maschinen und anderen kriegstauglichen Dingen ‚veranstaltet‘ wird derzeit: eine Spezialausgabe der Horror-Picture-Show!

Wir haben uns ja an vieles gewöhnt. Beispielsweise daran, dass Präsident Putin immer mehr zum politisch-ökonomischen Match-Maker weltweit heranreift. Die Fußball-WM hält er bereits ab. Trifft sich unter anderen auch mit dem syrischen Machthaber Baschar al Assad, wie letztens in der russischen Stadt Sotchi.
Na ja: „russische Stadt Sotchi“, da soll es bereits einige Menschen geben, die diese Formulierung die Barrikaden hochgehen lässt. Die Georgier sind derzeit auch nicht amüsiert darüber, dass die WM-Mannschaft der Ägypter in Grosny/Tschetschenien untergebracht und vom dortigen Diktator in aller Öffentlichkeit geehrt wird – und nicht nur die Georgier. Denn so etwas, argumentieren nicht wenige, stabilisiere und legalisiere die russische Okkupation gewisser Gebiete in der Peripherie des russischen Riesenreiches. Und, bei dieser Gelegenheit sei sogleich daran erinnert: Das Assad-Regime hat unter russischer Vermittlung die von Georgien abgespaltenen Regionen Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten vor Kurzem anerkannt. Die Georgier brachen daraufhin diplomatische Beziehungen mit Damaskus – vorerst – ab. Reaktionen in den Netzwerken gingen soweit zu fordern, Georgien solle nun doch dazu übergehen, Gebiete östlich des Euphrat sowie Afrin, Idlib, kurz Nordsyrien, als unabhängig von Syrien anzuerkennen. Der georgische Präsident Giorgi Margvelashvili äußerte dazu auf Twitter so in etwa: Das zeigt, wer Assad wirklich ist, einer der Kinder mit chemischen Waffen tötet.
Apropos: in Georgien tobte der Mob kürzlich auf den Straßen. Soll heißen: es herrscht/e Antiregierungsstimmung. Und die Regierung ist ja auch bekanntlich am 15. Juni 2018 vorerst zurückgetreten – oder wurde zurückgetreten, wie man eventuell auch noch sagen könnte.

Nein wirklich!

Putin kann sogar Assad bei sich ankriechen lassen. So geschehen in Sotchi zum Ende des Monats Mai 2018: ohne großen Staat oder Leibwächter, die den damaszenen Killer eigener Bevölkerung umgeben hätten – oder anders gesagt: den syrischen Patrioten, wie man Herrn Assad halt auch noch sehen soll können.
Und ja! Bitte sehr sofort galt es, für Herrn Assad aus Damaskus beim Russland regierenden Ex-KGB-Offizier anzurücken, dem Herren über Energiequellen, die größtenteils den Energiebedarf der Bundesrepublik – noch immer – ‚speisen‘ sollen.
Für die angesprochene Visite bei Putin begab sich das syrische Präsidentensöhnchen jenes Assads, dessen Grausamkeiten noch immer vielen Zeitgenossen finster in Erinnerung haften und ihren Herzschlag am liebsten verstummen lassen, sogar in ein für seine Verhältnisse schäbiges Flugzeug. Putin ließ Assad-Junior also ankriechen, auch, um dem Donald in Washington dergestalt zu sagen, eventuell: Den lass ich fallen, wenn Du mich endlich richtig kapierst!
Am Rande bemerkt: Herz aller liebst waren die Bilder mit Donald und Kim im TV ja irgendwie schon diesen Monat: Die Atombombe lass ich fallen, wenn Du mich nicht endlich richtig kapierst, sagten die Bilder mit den beiden Polit-Showleuten wohl so manchem/r.
Von der Leyen, die Verteidigungsministerin der BRD, glaubt angeblich nicht, dass Putin den Assad noch wesentlich länger in Schutz nehmen wird. Die Verwaltungsstruktur gehöre gestärkt in Syrien und Moskau sei eher daran interessiert, ein Bein in Syrien zu behalten als den Baschar weiterhin auszuhalten, soll sie so in etwa gemeint haben.
Apropos: Frau Merkel war auch in Sotchi. Nicht ganz so angekrochen kam sie dort an wie Assad. Sie bat den Putin, das Wohneigentum der Geflüchteten Syrer nicht enteignen zu lassen.
Kann uns mal jemand erklären, was das Eigentum an Land in Syrien geflohener Syrer Frau Merkel angeht?
Und außerdem: Putin heißt Putin und nicht Assad! Soll heißen: Letzterem hätte die Bundeskanzlerin diesen Wunsch verbraten müssen. Offensichtlich macht sich Frau Merkel Sorgen, dass der Großteil der geflüchteten Syrer nach einer kalten Enteignung in Form einer Verfassungsänderung – siehe weiter unten – dann in Mitteleuropa sich fest ansiedeln könnte.
Das Schönste aber, und wirklich geradezu brillant, ist, was Putin so in etwa dazu sagte bei diesem Treffen mit Frau Bundeskanzlerin und in Richtung Reichstag zu Berlin: Hey ihr da in Brüssel und/oder Berlin, baut mal gefälligst aus eigenen Mitteln das kaputt-gebombte Syrien wieder auf – und dann reden wir weiter über das Eigentum dieser Leute aus Syrien!

Und auch daher dies: Das Gerücht geht um, dass die Türkei, sowie Russland und die US-Amerikaner/Israel Syrien unter sich aufteilen wollen. Insofern wird spätestens nun vielen Beobachtern das übersteigerte Engagement der Türken vor Ort etwas plausibler, aber auch dasselbe der Israelis, die zusätzlich vermehrt darauf drängen, dass an der syrischen Grenze zu Israel keine iranischen Söldner mehr in Stellung liegen. Der russische Außenminister Sergey Lawrow dazu: „Natürlich muss der Abzug aller nicht-syrischen Streitkräfte auf Gegenseitigkeit erfolgen, dies sollte keine Einbahnstraße sein!“ Die Jerusalem Post sprach in diesem Zusammenhang von einem bereits bestehenden Abkommen zwischen Russland und Israel, indem Assad die Kontrolle über den Süden Syriens behalten dürfe, wenn die libanesische Hisbollah bei Quneitra und Daraa ihre Stellungen aufgibt, im Süd-Westen Syriens an der umstrittenen Grenze also. Zum Ende des Monats Juni 2018 dann diese Meldung: Die russische Luftwaffe hat erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor knapp einem Jahr, Gebiete im Süden Syriens bombardiert. Dutzende Fassbomben und Elefantenraketen kamen zum Einsatz. Letztere sind ungenaue, improvisierte Geschosse aus Gaskanistern. Vom Militärflughafen Hmeimim, nahe der Hafenstadt Latakia, ging die Aktion aus. Das al Herak-Feldkrankenhaus wurde bei diesen Bombardements ebenfalls von Geschossen getroffen – auch Gebäude errichtet zum Schutz für Zivilisten. Das wird hier berichtet, – was wohl einigen bereits nicht mehr erwähnenswert erscheint -, weil Putin noch am 07. Juli 2017 persönlich und in Hamburg diese Gegend als Teil einer Deeskalationszone mitdeklarierte.

Und Sie wissen, verehrte Leser: Die Weltmeisterschaft im Fußball wird auch ohne die Deutschen, die früh herausgeflogen sind, in Russland trotzdem weitergeführt. Irgendwo wird gejubelt auf der Welt und anderswo, verzeihen Sie, verrecken die Leute, woran längst nicht Russland allein die Schuld oder Verantwortung trägt. Wir sitzen da ‚brav‘ mit im Boot – auch ohne WM-Titel!
Anfang Juni sprach sich der Berater des iranischen Generalstabchefs, der Brigadegeneral Massoud Gazajeri, noch gegen einen Abzug der Iraner aus Syrien aus. Sie seien schließlich auf Wunsch der Regierung in Damaskus da. Lustig oder makaber daran ist, dass wenig vorher Baschar al Assad selbst die Behauptung äußerte, es gäbe gar keine iranischen Kampfeinheiten auf syrischem Boden.
Währenddessen, so in etwa, machte sich der syrische Außenminister Walid al Mou‘allem über die Müllkrise im Libanon lustig. Er scheint wohl vergessen zu haben, dass Syrer, die dorthin in recht großer Zahl geflüchtet sind, eventuell die Hauptverursacher dieser Krise sind.
1,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland hat der Libanon in etwa aufgenommen.

Wie auch immer dem sei: Zwar habe der Iran mehrere schiitische Milizen von der Grenze nach Israel abgezogen, doch die seien mehr oder minder postwendend in Einheiten der syrischen Armee dorthin zurückgekehrt. Vom Iran unterstützte Milizionäre unter Aufsicht des Kommandeurs der al Quds-Einheiten, Qasem Suleimani, sind nämlich in Militärlager des Assad-Regimes in Damaskus und Umkreis gebracht worden, und erhielten dort Uniformen des Regimes sowie syrische Ausweise (die Abu Fadl al Abbas-Brigade).
Die Russen sollen Mitte Juni die Kontrolle der Zufahrtswege zum Flughafen in Damaskus von den Iranern übernommen haben.

Auch hier in diesem Artikel, wie Sie leicht erkennen können, wird oder wurde von Dingen geschrieben, die längst noch nicht von allen Beteiligten so als Kröte geschluckt wurden, oder geschluckt werden wollen – „syrische Grenze zu Israel!“ Denn ja, es gibt offensichtlich vermehrt Leute, die Israel seine Existenzberechtigung im Nahen Osten aberkennen wollen, eben weil die betriebenen Politiken der letzten 10 Jahre der Israelis inzwischen alarmierend zeigten, dass dieses Staatsgebilde in der Region nur eines verursacht: Chaos, Leid, Tod und permanentes Sich-Bedrohen und Killen.
Apropos: Die ehemals syrischen Golanhöhen (1.200 qm), die Israel seit Jahrzehnten beschlagnahmt hat (seit 1967), könnten von Präsident Trump schon demnächst als rechtmäßige Gebiete Israels anerkannt werden – warten Sie es ab.
Ist doch wohl genug Zeit vergangen, um endlich mal einen weiteren Gang hochzuschalten in solchen besetzungspolitischen Angelegenheiten?
Diese Frage scheinen sich Menschen wie Netanjahu und Trump nicht nur zu stellen, sondern deren Realisierung aktiv anzugehen, wie nicht von wenigen behauptet wird.
In gewisser Weise ist das Alles auch nachvollziehbar – vor allem aus darwinistischer Sichtweise: dem Wetteifern um das Best-angepasst-Sein.
Liebe Palästinenser und ‘Ägypter’ vom Sinai seid also gewappnet! Time seems to be on their side! Werdet bestens schnell Christen und kommt dann mit vielen Kindern nach Mittel-Europa, wo sie wahrscheinlich auch dann noch vergeblich versuchen werden, ihre Art Ordnung in das Normalste der Welt zu bringen. Und Letzteres, wie aus Geschichtsbüchern weltweit geschlossen werden kann, ist die Migration! Und die mühen sie sich gesamteuropäisch, zunehmend miteinander verstritten zu verwalten.

Kommen wir zurück nach Sotchi und zu Putin: Ja, man staune, der Herr vom Kreml lobte den angekrochenen Alewiten aus Qardaha/Syrien namens Baschar. Die syrische Armee habe sehr erfolgreich gegen die islamistischen Terroristen gefochten, meinte der Kremlchef. Nebenbei wurde von Putin bei diesem Treffen in Sotchi noch schnell ein Abzug der ausländischen Truppen gefordert (was auch sein Sonderbeauftragte für Syrien Alexander Laventiev gern zwitschert): vordinglich sind mit jenen, die die Biege machen sollen in Syrien, natürlich die USA gemeint; und dass Israel seine Racheflüge, oder wie man diese besser nennt, einstellt.
Vielleicht sind die erwähnten Flüge ja doch eher bereits schon als Marker des entstehenden Gebiets „Großisrael“ von uns zur Kenntnis zu nehmen, dessen Aufbau ja in Angriff genommen sein soll. Das neue Reich König Davids wird derart womöglich schon mal ersichtlicher und für alle existenter abgesteckt und dies – wenn auch recht explosiv mit entsprechenden Kollateralschäden – wird uns eventuell so vorgeführt noch weiterhin beschäftigen. Auf Grund der israelischen Flugangriffe soll Assad den iranischen Kräften letztens in ‚seinem‘ Land verboten haben, Einrichtungen und Flugzeughallen in syrischen Militärflughäfen zu nutzen. Weil sonst wieder die Israelis dort ihre Bomben hinlenken.
Am 20. Juni 2018 bombardierte die US-geführte Anti-IS-Koalition erneut Stellungen des Assad-Regimes und iranischer Milizen südöstlich von Abu Kamal nahe der irakischen Grenze. Armeestellungen wurden dabei getroffen. Es gab mehrere Tote und Verletzte. Die USA dementieren den Luftangriff jedoch.

Doch bleiben wir doch noch etwas beim Sotchi-Treffen. Die Lage im Land namens Syrien habe sich verbessert, meinte Assad dienstbeflissen gegenüber Putin bei jenem Treffen und wahrscheinlich war er in jenem Moment im Geiste praktisch schon auf Knien. Ein Verfassungskonvent müsse aber her, meinte der syrische Alewite dann auch noch.
Genauer: Assad & Co. wollen die syrische Verfassung umschreiben. Der Besitz an Boden soll neu verteilt werden.
Nein. So kann das nicht stehen gelassen werden, verehrte Leserschaft.
Also: Jene Syrer, die interessiert daran sind, ihr Land weiterhin als Besitzer zu führen, müssen sich noch vor Ablauf dieses Sommers 2018 auf den zuständigen Behörden in Syrien einfinden, und entsprechend belegen, dass sie es sind, die die Besitzer jenes Bodens in XY-irgendwo in Syrien sind.
Zeck! Diese Klatsche hat gesessen. Wird sitzen. Wird all jenen Syrern ein Dorn im Auge sein, die sich ins Ausland retteten und sich nicht zurücktrauen – vor allem aber Landbesitzer sind.

Letztere müssen sich allerdings nicht allzu viele Sorgen machen, dass ihr Land dahinrotten wird. Es wird gewiss wieder erblühen, und zwar vielleicht unter afghanischen oder iranischen Händen – ja, in Syrien. Staffan de Mistura, der UN-Sondergesandte für Syrien, dem soll bei seinem letzten Treffen in Teheran Mitte Juni ebenfalls ein Vorschlag für die zukünftige syrische Verfassung unterbreitet worden sein. Mistura war am 18ten und 19ten Juni 2018 in Genf, um mit hochrangigen Entscheidungsträgern aus der Türkei und Russland die syrische Verfassung ebenfalls zu besprechen. Es ist, als wolle man den Astana-Prozess neubeleben – diesmal ohne Araber und US-Amerikaner plus vollem Segen der Vereinten Nationen. Etwas mehr zu dem, wie das Ding mit der neuen syrischen Verfassung in der Praxis aussieht, folgt unten, ganz am Ende dieses Artikels.
Viele Afghanen, so an die 54 000, die als Kämpfer der Fatimyoun Brigade, an der Seite des Assad-Regimes ihre Leben riskieren, haben mit der Neubesetzung des Eigentums der geflüchteten Syrer nämlich eine nicht allzu schlechte Perspektive erhalten für ihren freiwilligen, oft auch unfreiwilligen Dienst an der Waffe fürs Vater- oder Mutterland in spe, Syrien, um den Faden wieder aufzugreifen. Mal sehen, ob sich die Regierenden in Damaskus dann auch ans Versprechen halten werden, wenn es ums Ein- und Verteilen des recht begehrten Gutes „Land“ gehen wird. Leute braucht das Land, wo Euphrat und Tigris fließen auf alle Fälle.
Es könnte also in der zukünftigen syrischen Gesellschaft, wenn der Staat dann noch so heißen wird, an genügend Frauen fehlen – zumal die auswärtigen Krieger ziemlich sicher männlichen Geschlechts größtenteils sind. Wir dürfen daher gespannt sein, wie dieser ‚Bedarf‘ gedeckt werden wird.
Mit Russinnen?
Dass wir nicht gleich darauf gekommen sind.
Iranerinnen? Wohl eher nicht.
Türkinnen?
Dass etwa Homosex und/oder -liebe legalisiert wird?
Nun: Verwundert drein schauen gilt ab jetzt nicht mehr, weil hier steht es gleich geschrieben, und zwar: Es könnte womöglich herauskommen, dass Gentechnik plus Brut-Institute, oder wie solch Orte zukünftig im Arabischen genannt werden könnten, die Folgen des Frauen-Mangels vor Ort beheben werden. Und jene, die ohne Frau als Afghanen und Iraner in Syrien leben müssten oder werden, schließt man vielleicht zukünftig zeitweise an eine Testreihe mit Liebes-Robotern/innen japanischer und/oder chinesischer Machart zwecks Beweis technischen Fortschritts und natürlich des Friedens wegen an; oder aber „für die nächste Generation“, wie ja oft auch andernorts in der Welt in den unterschiedlichsten Zusammenhängen betont wird.
Wäre das ‚Problem‘ FRAU derart nicht erfolgreich delegiert?

Wie dem auch sein wird im zukünftigen Zweistromland: Wahrscheinlich ist jene Delegation, von der Assad zu Putin auch noch sprach Ende Mai 2018, schon längst zu den Vereinten Nationen unterwegs, dort gewiss schon angekommen, womöglich schon wieder abgereist, um zuvor erwähnte Verfassungsänderung dort ‚absegnen‘ zu lassen. Auch bei diesem Punkt dürfen wir gespannt sein, ob das Unterfangen gelingt.
Denn, vergessen wir es besser nicht – und auch zum Abgleich: Wenn Trump, letztens, im Vorfeld des G7-Treffen in Kanada kalt kalkulierend ein Verlassen des Treffens einplant, wie geschehen, nur weil der kanadische Premier angeblich Dinge sagte, die Trump nicht gefielen – von denen er sich denken konnte, dass sie gesagt werden, so oder ähnlich von irgendjemand -, dann dürfte angesprochenes Begehren Assads vor dem Hohen Hause der UN womöglich durchgewunken werden – die Verfassung?
Ja! Dem könnte so sein. Denn: Wir leben schließlich in wirren Zeiten, wo, wie sagt man neuerdings, Quantenlogik vermehrt in Betrieb genommen wird, als Maßstab vieler, wenn nicht gar aller Dinge anzulegen ist zukünftig – bis sich auch dieser Hype gelegt haben wird und der nächste Weltenformer wie „Demokratie“ oder eben „Quantenlogik“ ansteht.
Was dieser nächste Umformer der Humaniden sein könnte?
Klar doch, Liebe!
Entschuldigen Sie, Scherzchen müssen doch auch mal sein, Und vor allem dann, Sie werden es vielleicht noch erleben, wenn man genau dort hinkommen mag, eben zur Liebe als Weltenformel. Bloß was ist das noch mal genau, Liebe? Eine Bewegung im Stillstand oder Stillstand mit Bewegung?

Und ja: Es tut sich was in Syrien. Auch wenn diese Bewegung vielen Betrachtern der Lage vor Ort von außen so vorkommt, als sei es die einer Angelegenheit, die im Kreis verläuft und äußerst lieblos: Anfang = Ende; Ende = Anfang; also eine Bewegung ohne Ende ist, die scheinbar sinnlos sinnig sinniert.
Zum Beispiel hatte ein Konvoi iranischer Milizen, sowie Milizionäre der libanesischen Hisbollah, sich ungefähr Mitte Mai 2018 fortbewegt, und zwar gerade, als in Astana/Kasachstan die Gespräche zu Syrien einem Ende zugeführt wurden. Im Rahmen der dort verfassten Deeskalationsvereinbarung sollen auf lediglich nordsyrischem Boden insgesamt 29 gemeinsame Beobachtungsposten eingerichtet werden: 12 türkische, 10 russische und 7 iranische. Das zuvor erwähnte Fortbewegen der genannten Milizionäre fand also unweit der kurz-und-klein-gebombten Stadt Aleppo statt – in Richtung Berge namens Ezzan. Soweit hier bekannt ist, werden den von den erwähnten Milizen aufgegebenen Platz an jenem Ort türkische und russische Truppen, vorerst, einnehmen. Von einem türkischen Protektorat im Norden Syriens ist gelegentlich die Rede, welches dort errichtet worden sei – werden soll. Inzwischen sind schon längst wieder Gespräche am Laufen, die zum Ziel haben, Gerichtshöfe sowie Dienstleistungen in den Bereichen Transport, Kommunikation sowie die Stromversorgung wieder herzustellen vor Ort.
Mitte Juni 2018 trafen sich Stammesführer aus Aleppo, Raqqa und Hassake. Die Volksverteidigungseinheit wurde aus der Taufe gehoben. Gemeinsam mit der syrischen Armee soll nun energischer gegen ausländische Verbände (USA/SDF etc.) vorgegangen werden, wurde beschlossen. Die Universität Harran in Şanlı Urfa/Türkei wird unterdessen eine Filiale in der Stadt al Bab/Provinz Aleppo eröffnen. Lehrsprachen sollen Arabisch, Englisch und Türkisch sein. Wie wir uns schon dachten, wird die lokale Sprache der Leute, Kurdisch, dort nicht aufgenommen als Unterrichtssprache – zumindest vorerst, und Ankara scheint sich ganz offensichtlich längerfristig in Syrien einrichten zu wollen. Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Gaziantep in der Türkei hatte zum Abschluss des diesjährigen Ramadans al Bab besucht. Seine Unterstützung für die syrische Polizei sollte dergestalt zum Ausdruck gebracht werden.
Beobachtungsposten werden im Syrien dieser Tage gewiss eh noch weitere eingerichtet. So auch in der Stadt Raqqa. Dort gab es im März 2018 lediglich eine einzige medizinische Einrichtung. Ungefähr 150 000 Menschen leben aber in jener Stadt, und zwar unter harschen Bedingungen. Für die letzteren Bedingungen sorgt/e nicht die Türkei allein.
Apropos harsche Bedingungen: „Assayesch“, das sagt Ihnen nichts? Ja, so nennt sich der Geheimdienst der kurdischen YPG-Miliz, der auch nicht allzu zimperlich sein soll – der syrische Medienaktivist Mohammad Khalouf al Mahdi wurde in einem PYD/YPG-Miliz-Gefängnis in Hassake/Nordost Syrien umgebracht. Er hatte gegen Zwangsrekrutierungen der YPG von Zivilisten demonstriert. Genannte Miliz hat des Weiteren auch gefangengenommene Europäer, die für den IS kämpften, im Zuge eines Gefangenenaustausches freigelassen Mitte Juni 18. Darunter befanden sich ebenfalls deutsche Staatsbürger. Der IS hat im Gegenzug ebenso viel kurdische Gefangene freigelassen. Noch andere Player erschweren der Zivilbevölkerung in Raqqa das Über/Leben – und nicht nur dort. Sie können sich vorstellen, was in dieser Stadt so in etwa los ist in Sachen Krankheiten: Durchfall, Hepatitis, Infektionskrankheiten jedweder Art und gelegentlich wohl auch Cholera. Letztere wütet gerade in einer weiteren Stadt Syriens, die, welch ‚Zufall‘, ebenfalls im Siedlungsgebiet der Kurden liegt: in Deir ez Zor.

Nochmals kurz zurück nach Hassake: Türkische Medien berichteten, saudiarabische Militärberater hätten zuweilen Treffen mit YPG/SDF-Kämpfern in der Region. Es gehe dabei um eine bereits gebildete arabische Truppe. Und zwar geht es um die Qauwat as Sanadid, um genauer zu werden. Sie ist eine Miliz eines in der Region ansässigen Scheichs namens al Hadi, und dieser gehört dem vor Ort bekannten Schammar-Stamm an. Die Miliz ist 2013 gegründet worden. Sie gibt vor, vordringlich gegen den IS zu kämpfen.
Die davor kurz miterwähnten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) schreckten kürzlich nicht davor zurück, wird berichtet, auch auf Zivilisten das Feuer zu eröffnen – so geschehen bei Deir ez Zor in der Nähe von einem Ölfeld. Die Zivilisten sollen versucht haben, eines der Ölfelder in Brand zu setzen, da einer ihrer Leute von SDF-Kämpfern misshandelt worden sei.
Die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) führten in Deir ez Zor just so ungefähr in jenem Zeitraum mal wieder Razzien durch, wobei eine IS-Schläferzelle ausgehoben werden konnte, wird behauptet und vermeldet. Und, man staune: Rund 50 italienische Soldaten sollen in der Nähe des al Tanak-Ölfelds, ebenfalls Provinz Deir ez Zor, stationiert worden sein. Sie haben sich französischen Truppen angeschlossen, wird berichtet. Assad und seine Alliierten sollen mit dieser Maßnahme von dort ferngehalten werden.
Und dann auch noch dies: Mehrere Rebellengruppen haben sich in der Provinz Aleppo zu einem neuen Bündnis – vorerst – zusammengeschlossen, welches sich „Sultan Abdul Hamid II Brigade“ nennt. Sie werden in der Provinz Aleppo, Ras al Ayn und Jabal Turkman in der Provinz Latakia Stellung beziehen.

Weil wir schon beim Nennen von Namen gewisser Ortschaften und Kampfverbände sind: Manbitsch ist einer jener Orte in Syrien, wo unter anderen die Türkei vor haben soll, diesen Juni, eher kommenden Juli, so etwas wie eine weitere „große Schlacht“ zu schlagen – versteht sich, gegen die Kurden der YPG, die ja beschuldigt werden, nichts weiteres zu sein als der verlängerte Arm der verbotenen PKK in der Türkei. Mit dem Wahlsieg Erdogans werden wohl schon demnächst Fakten geschafft werden diesbezüglich.
Die Türkei und die USA haben den Fall Manbitsch offenbar untereinander ausgewürfelt vor kurzem – oder ähnlich, genauer: die Hauptlinien für eine künftige Kooperation wurden skizziert, um „Sicherheit und Frieden“ in Manbitsch einkehren lassen zu können. Man sagt, das sei eine politische Strategie, die eventuell mit hohem Einsatz und mangelndem Vertrauen seitens der türkischen Streitkräfte sowie der USSOCOM durchgezogen wird. Manbitsch liegt in der Provinz Aleppo. Anadolu News spricht von einem 3-Phasen Plan, den die Türken mit den USA ausgehandelt haben sollen. Demnach habe die YPG Manbitsch innerhalb von 30 Tagen zu verlassen. Jetzt sind die USA und die Türken dabei, einen Rat innerhalb von 60 Tagen zu bilden. Das heißt, kurz nach der Veröffentlichung dieses Artikels wird wohl verlautbart werden, ob das zuletzt genannte Ziel erreicht werden konnte innerhalb der gesetzten Frist oder nicht – nämlich spätestens am 04. Juli. Es soll Angaben zufolge danach aussehen.
Ob die USA ihre Ankündigung gegenüber Ankara wahrmachen, dass die YPG ihren Kontakt zur PKK demnächst abbrechen wird, wird hier zwar nicht bezweifelt, allerdings, dass es in Wirklichkeit geschehen wird dann schon, irgendwie. Es wird behauptet, die USA unterhielten an die 20 Militärbasen in den nördlichen Gebieten Syriens, die von den Demokratischen Kräften Syriens kontrolliert würden. Die Rede ist von 5 000 Soldaten.
Der türkische Außenminister Çavuşoğlu träumt derweil bereits davon, das 3-Phasen-Modell dann auch in Raqqa und an anderen Orten in Syrien einzusetzen, sollte es von Erfolg gekrönt werden. Der Lokalrat in Mare, ein Nest unweit von Aleppo, soll die Bevölkerung zum Dank für die Unterstützung der türkischen Truppen dazu aufgefordert haben, die türkische Lira einzuführen, sodass deren Absturz an der Börse vielleicht verhindert werden könne.
Bereits am 18. Juni 2018 wird gemeldet, dass US-amerikanische und türkische Truppen an der Grenzlinie (Sajur-Linie) zwischen Manbitsch und der Türkei patrouillieren. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurde die Aufputschdroge Captagon im Wert von über 1.5 Millionen Dollars in dieser Gegend von Milizionären, die den USA nahestehen, sichergestellt. Bekanntlich haben bereits die Nazis unter Adolf auf diesen Stoff gesetzt: er macht mutig und raubt den Schlaf – hat allerdings auch zuweilen ungewünschte Nebenwirkungen: Depressionen, Horrortrips etc.
Raqqa ist noch immer ein Ort in Trümmer, Schutt und Asche. Viel Frust kursiert und wenig Lust, wird gesagt, die Stadt wiederaufzubauen. Die PYD/YPG kontrolliert diesen Ort – noch. Leichen sollen noch immer unter Trümmern verrotten etc. Anstatt, dass mal jemand ernsthaft aufräumte, sollen lediglich Bilder des in der Türkei inhaftierten kurdischen Führers Öcalan überall in der Stadt aufgehängt werden. Das sind bestimmt Übertreibungen, aber gewiss mit einem Funken Wahrheit. Inzwischen, Ende Juni, ist zu hören, dass die Öcalan-Poster wieder abgenommen worden sind – und andere Fetische.
Wie dem auch sei: Mitte Juni ließ jemand von Seiten der russischen Militärbasis in Hmeimin/Syrien wissen, dass Moskau die Manbitsch-Vereinbarungen zwischen der USA und der Türkei als „unwirksam“ erachte. Zum Ramadan 2018 geschah dort jedoch, dass dutzende Menschen festgenommen wurden, die aus der Türkei gekommen waren, um die Feiertage in Syrien zu verbringen.
Der Pressesprecher der YPG sagte im kurdischen Fernsehsender MediaHaber in einem Interview am 17. Juni 2018 in stark vom Kurdischen und Arabischen gefärbten Türkisch in etwa: Wir von der YPG, wir Kurden, wir wollen offene Grenzen und gute Beziehungen zur Bevölkerung drüben in der Türkei. Wir haben kein Problem mit den Leuten dort!
Und dann noch dies: Viele sind sich folgender Tatsache bewusst: Die Amerikaner, wird immer wieder geschrieben in den Netzwerken der Kurden, benutzen die PYD-Einheiten als Söldner. Und wenn sie diese nicht mehr brauchen werden, würden sie diese – wie schon einige Male davor andernorts geschehen –, erneut kalt abservieren.

Apropos „kalt abservieren“:

Die Palästinenser, die seit Jahrzehnten in Syrien, vor allem in Teilen von Damaskus, einen Unterschlupf gefunden haben vor den Übergriffen der Israelis, kriegen derzeit auch oder wieder einmal ihr Fett ab, wie man sagt. Eines der für sie am Rande von Damaskus vor Jahrzehnten angelegten sogenannten Flüchtlingscamps, „Yarmouk“, hat das Assad-Regime ziemlich komplett, wird berichtet, in Schutt und Asche bomben lassen – mit Hilfe Moskaus.
Es stimmt: Die Palästinenser waren (und sind) nicht unbedingt immer die angenehmsten Mitbewohner oder Gäste in Syrien. Wie dem auch sei: In diese eben thematisch aufgeworfenen innerarabischen Zusammenhänge tiefer zu blicken, brächte uns in düstere Gefilde nahöstlicher Politik der letzten 60 oder mehr Jahre – und der Platz dazu soll hier nicht sein. So viel noch: Die Rolle Syriens bei der Vertreibung vieler Palästinenser aus Palästina im letzten Jahrhundert ist noch längst nicht aufgearbeitet; oder so veröffentlicht, dass die Wahrheit wirklich klarer zutage getreten wäre. Da war und ist noch was, das vor allem unter dem fliegenden Teppich aus 1000 und einer Nacht geheftet verharrt. Soll heißen: Dass der Assad Clan in Syrien noch immer im Sattel sitzt, ist auch der helfenden Hand des angeblichen Erzfeindes Israel, den USA und einigen Staaten Europas geschuldet – vorweg der BRD.

Sie sehen, verehrte Leser, kaum dass man damit angefangen hat, ist man schon mitten drin, sich im syrischen Wirrwarr so richtig einzunisten und den schwindenden Überblick als Gott gegeben zu akzeptieren. Ja, eine gehörige Portion Fatalismus wird zuweilen geraten, sei angebracht, um in dieser Materie nicht vollends einzusickern.
Jedenfalls haben einige Palästinenser in ihren Lagern wie Yarmouk IS-Kämpfer, wie soll man sagen, beherbergt, wenn nicht gar ermutigt, sich dort einzunisten. Die sind dort jetzt angeblich abgezogen, genau so wie auch in Tadamon oder in Hajar al Aswad. Und somit hat Assad nach ungefähr 6 Jahren die volle Kontrolle über alle Vororte der Hauptstadt Damaskus zurückerhalten. „volle“ in diesem Zusammenhang ist selbstverständlich mit Fragezeichen zu versehen, gibt aber so in etwa das an, was Baschar al Assad über seine Medien in der Welt und in Syrien als Nachricht verbreiten lässt.
Jetzt kommt es aber, was viele von Ihnen wahrscheinlich nicht ganz kapieren dürften. Und das ist: Jene IS-Kämpfer, die nach längeren Schießereien in den zuvor genannten Gebieten in und um Damaskus noch irgendwie am Leben geblieben waren, bekamen 32 Busse hingestellt, um nach Badiya asch-Scham verfrachtet zu werden – also so eine Art freies Geleit. 1.600 Kämpfer des IS sind daher noch immer da draußen irgendwo unterwegs, um Baschar al Assad das Leben schwer zu machen, um die Scharia einzuführen, um den Ausländern die Umma entgegenzustellen – die Gemeinschaft der Muslime ist die Umma, welche ja bekanntlich schon vom Propheten Muhammad anvisiert und in einem wesentlich kleineren territorialen Rahmen auch etabliert gewesen war, und zwar im heutigen Saudi Arabien.
Der ausgebombte Stadtteil Yarmouk im Süden von Damaskus, wo ja einst mehrheitlich Palästinenser lebten, wurde sodann von den ausgehungerten und aufgehetzten Soldaten des Assad-Regimes sowie nicht-palästinensischen Anwohnern Damaskus‘ geplündert. In LKWs soll das Diebesgut hurtig zum nächsten Markt gefahren worden sein und wurde dort verhökert. Es wird berichtet, die geplünderte Schore sei mit UNICEF-Planen auf den LKWs zugedeckt gewesen, sodass sich, wird hier interpretiert, ein jeder seinen Reim aus dieser Art Camouflage machen kann, wer da im Grunde wen … und so.

Kann schon sein, dass das eben Gesagte nicht gerade die gelungenste Metapher war. Aber: Bekanntlich hat die arabische Literatur ebenfalls eine sehr reiche Metaphorik, vor allem die guten, alten Dichter von vor der Besetzung Arabiens durch Osmanen, Engländer oder Franzosen. Die Schriftstellerin Rana Kabbani zur erwähnten Plünderung von vorhin: „So unterstützt Assad also die Palästinenser. Wäre Yarmouk von den Israelis zerstört worden, dann hätte dies eine große Protestwelle ausgelöst!“ Iraner, oder die von ihnen in Syrien Eingesetzten, haben sich ebenfalls an den Palästinensern und ihrem ‚Eigentum‘ in Yarmouk vergangen, wird berichtet. Kann gut sein, dass das nächste Ziel dieser wild gewordenen Horden das Städtchen Daraa – wieder – sein wird, inzwischen schon ist.
Ein kleines Kontingent der ägyptischen Armee ist dort in der Gegend eingetroffen, um gemeinsam mit russischen Streitkräften das Assad-Regime bei einer geplanten Offensive in Daraa zu unterstützen. Al Masdar News berichtete, eine Friedensdelegation des Assad Regimes und der Russen sei in der Provinz Daraa unterwegs, um mit FSA-Kämpfern über eine ‚Versöhnung‘ zu verhandeln. Türkische Truppen und verbündete FSA-Kräfte wollen im Rahmen ihrer Operation „Olivenzweig“ Gebiete in Afrin nach Brauchbarem abgesucht haben. Ein größeres Waffen- und Munitionslager, vermutlich der YPG, sei dabei entdeckt worden. Auch schon davor, im März 2018, konnte ein solch gearteter Teilerfolg erzielt werden.
Das Wort Versöhnung wurde hier zuvor in Anführungszeichen gesetzt, da die Russen und das Assad-Regime klarmachten, dass ansonsten die Hölle über den Kämpfern einbrechen wird, wenn sie sich nicht auf Versöhnung trimmen lassen.
Und als wollte man uns Es leicht machen, den Überblick zu behalten, schlossen sich gleich 11 bewaffnete syrische Oppositionsgruppen in und um Idlib und der Stadt Hama zur „Nationalen Front für Befreiung“ zusammen Anfang Juni 2018. Türkische Truppen gaben, zeitgleich ungefähr, ID-Karten an Bewohner in Afrin und dem nahegelegenen Ort al Bab aus. Die Aktion brachte den Türken den Vorwurf ein, einen demografischen Wandel vor Ort vorantreiben zu wollen. Und wie wir alle wissen (sollten), haben die Türken nicht erst seit der Mitte des letzten Jahrhunderts in diesen assimilierenden Dingen einen ausgeprägten Erfahrungsschatz. Die Türken behaupten jedoch als Gegenargument, terroristische Schläfer sollen leichter enttarnt werden können etc., wenn ID-Karten besessen werden.

Al Bab ist für die Türken auch aus historischen Gründen ein wichtiger Ort (Osmanen). Insofern verwundert nicht, dass vermeldet wird, man habe mit der Restaurierung von Moscheen (derzeit 40 von insgesamt 60) und Bazaars begonnen. Die älteste Moschee in al Bab wurde im Jahr 717 errichtet. Eine religiöse Stiftung aus der Türkei soll die Gelder für die Erneuerungsarbeiten bereitstellen.
Währenddessen verlängerte die EU ihre Sanktionen gegen Assad um ein weiteres Jahr. Zum Ende des Junis 2018 hat die Verwaltung des al Hikmet Krankenhauses in al Bab den Betrieb eingestellt. Es würden nur noch Notfälle behandelt, wird vermeldet. Der Gesundheitsminister der syrischen Interimsregierung Muhammad Feras Jundi macht das Assad-Regime dafür verantwortlich sowie für Verschleppungen und Lösegeldforderungen von/für medizinisches/m Personal.
Und: Das Krankenhaus in Dana/Provinz Idlib wurde angegriffen. Der Versuch scheiterte, Ärzte zu entführen. Noch Anfang Juni 2018, also ungefähr 10 Tage davor, wurde Dr. Mahmud Mutlaq verschleppt, schwer gefoltert und gegen ein Lösegeld von 120 000 Dollar wieder freigelassen. Er soll einer der so genannten Wohltätigen Ärzte sein. Das berühmte Forqan Krankenhaus in Manbitsch, ein privates, musste Mitte des Monats Juni geschlossen werden. Der von der SDF kontrollierte Lokalrat forderte nämlich eine Betreibungsgebühr von – in solch leidgeplagten Zeiten – umgerechnet etwa 223 000 Dollar. Es gehörte zu den besten Häusern in der Region Nah- Mittelost, und war bekannt für seine moderaten Preise.
In Manbitsch versuchte es die Bevölkerung mit Streik aufzubegehren, doch dort sind ja bekanntlich noch die anderen, die US-Amerikaner und ihre Verbündeten von der kurdischen YPG sowie verbündete Stämme, die dort das Sagen haben. Die streikenden Händler von Manbitsch wurden schon nach recht kurzer Zeit vom Streiken ‚erlöst‘ und zur Arbeit gezwungen. Gefängnisstrafen wurden angedroht. Und Knast bedeutet in Syrien leicht und meist: ‚ein bisschen oder mehr‘ Folter.
Dass es also etwas oder mehr rau zugeht in Syrien, mag Ihnen noch durch Folgendes verdeutlich werden, verehrte Leser: Zwar leben wir im Jahr 2018 nach Christus, doch unweit von Manbitsch, genauer in Idlib, leben halt auch Menschen islamistischer Gesinnung. Und einige von denen, wurden von der al Qaida nahen Hayat Tahrir asch Scham (HTS) auf einem öffentlichen Platz hingerichtet – 4 Mitglieder der IS nämlich. Anführer der HTS ist derzeit Dr. Yusuf al Hagar. Er lehnt noch immer die Auflösung dieser Organisation ab. Kann sein, dass er inzwischen schon nicht mehr lebt. Da war dieser Bericht im syrischen TV, dem nicht ganz aufmerksam gefolgt wurde, der diese Nachricht eventuell verbreitete.
Hier gehört noch schnell angemerkt, dass dieses erwähnte Bündnis eines ist, welches 2013 aus dem Zusammenschluss der al Nusra Front und anderen, kleineren Kampftrupps hervorging. Die UN haben Hayat Tahrir asch Scham als Terror Organisation gelistet. Die USA bezeichnet die Organisation als militaristischen Ableger der al Qaida.
Im Internet wurde unter anderem gewitzelt, dass die Namensänderung in Hayat Tahrir asch Scham doch wohl eher unglücklich gewesen sei. Weil hätten diese Kämpfer oder Terroristen das Wort „Demokratisch“ in ihren Namen aufgenommen, wären die USA gewiss bereit gewesen, sie anzuerkennen – siehe beispielsweise die PYD/YGP (Partei der Demokratischen Union) der Kurden.
Al Hagar, der eventuell noch lebendige Führer der Terroristen der HTS: Die Beziehungen zur Türkei seien aber dennoch als ausgewogen zu bezeichnen. Man halte weiterhin an den Zielen der syrischen Revolution fest.
Zu hören ist: Viele Beobachter finden vermehrt, die syrische Revolution wurde wohl eventuell doch eher von sogenannten Agent-Provokateur angestoßen, die wiederum von internationalen Kooperationen sowie der US-Regierung und anderen Interessierten den Auftrag dazu ereilt bekommen haben könnten. Der sogenannte Arabische Frühling soll daher von recht langer Hand vorbereitet worden sein – angeblich schon seit Anfang der 2000er Jahre, eben von den zuvor bezeichneten Akteuren aus dem Westen vordringlich.

Zurück nach Idlib, wo der so genannte Arabische Frühling einst ganz heftig tobte: Knapp 2 Millionen Menschen bräuchten in Idlib Hilfe, also 67% der gesamten Bevölkerung in dieser Region des Landes. Allerdings sind um die 10 000 Menschen vor Ort offenbar militante Dschihadisten, Kämpfer, die vorgeben, vorrangig im Dienst des Islam kriegerisch unterwegs sein zu wollen. Und auch daher geschehe, dass die Trump-Regierung derzeit Hilfen für Syrien komplett eingestellt hat (Stand 15.06.2018).
Und dem nicht genug: Die Türkei und Russland haben sich offenbar darauf geeinigt, Mitte Juni einen „humanitären Korridor“ in Tal al Sultan/Provinz Idlib zu eröffnen. Vertriebenen soll dergestalt die Rückkehr in das vom Regime kontrollierten Gebiet ermöglicht und erleichtert werden.
Währenddessen all dieses und jenes geschieht und geschah, wenig später oder früher, griffen israelische Panzer Stellungen der Hisbollah in der syrischen Ortschaft Tulul al Humur südlich von Quneitra an. Südwestlich von Homs bombardierten die Israelis Ende Mai bereits den Militärflughafen al Dabaa. Kampfhubschrauber des Assad-Regimes warfen andernorts Flugblätter über Homs ab: Ergebt Euch oder ihr werdet getötet, soll die Nachricht darauf in etwa gelautet haben – „wie die Leute von Ghouta“, wird es euch ansonsten ergehen, stand noch drauf.
Dass solche Drohungen nicht leer sind, zeigte sich erneut in Latamnah, wo vermutlich das Assad-Regime Phosphorbomben abwerfen ließ. Und Sie werden es nicht glauben: Der Ministerpräsident Syriens, Jawad Abu Hatab, unterzeichnete ausgerechnet in dieser wirren Gesamtlage ein Gesetz, das bewirken soll, dass der Anteil der Frauen in politischen Ämtern steigt. Ja, und es geht weiter mit solch Ungereimtem, weil: Das Assad-Regime übernahm den Vorsitz der UNO-Abrüstungskonferenz für einen Monat – in Genf. Und wissen Sie was? Der UN-Bevölkerungsfond arbeitet offenbar mit der staatlichen „Syrian Computer Society“ zusammen. Und diese Society wurde vom Bruder Baschar al Assads, dem Basel, gegründet. Des Weiteren gibt es seit 2011, seit der Konflikt in Syrien begann, eine regime-treue Hackergruppe namens „Syrische Elektronische Armee“. Und wir wollen hier gar nicht ausmalen, mit wem die sich im Darknet und andernorts im Netz anfreunden.

Ein ‚lustiger‘ Ort, Syrien – und/oder das Internet. Und dennoch scheinen einige Universitäten in Syrien geöffnet zu sein. Schulen und Gymnasien ebenso, wenn immer es sich arrangieren lässt. Ein komplexer Ort ist Syrien also, wo territorial stets begrenzt Krieg, Mord und Folter etc. Alltag geworden sind – und stückweis ‚NORMALHEIT‘ herrscht.
Und nun noch dies zur Beschreibung der Lage in Syrien, wo die sogenannte kurdische Solidarität, die zuweilen auch auf deutschen Straßen von kurdischen Protagonisten hochgehalten wird, gar existent sein soll.
Es verlautbarte nämlich ein Anführer der kurdisch-syrischen PYD, dass kurdische YPG-Milizen nach ihrem Abzug aus Afrin mehr als 90 kurdische Häftlinge dem Militärgeheimdienst des Assad-Regimes ausgeliefert haben. Ihr Abzug erfolgte nach Kobane, und zwar an der Seite von französischen Kräften. Und an das Regime von Assad ausgeliefert zu werden, bedeutet geradezu an Sicherheit grenzend Folter und wahrscheinlich auch schrecklichen Hunger, der ausgehalten werden muss etc. Sozusagen im Gegenzug griffen sich die Türkei und FSA-Kräfte tausende Kurden, die sogar in Privatflugzeugen nach Afrin zurück- oder eingeflogen wurden, um diese ‚Glücklichen‘ dort anzusiedeln, wo die 90 Häftlinge, die oben erwähnt wurden, an die Häscher der Assads ausgeliefert worden waren.
Immerhin: Um den 20. Juni herum wurde das Tragen von Waffen in Afrin von einer ausgebildeten Militärpolizei des FSA verboten. Eine Kurdin mit hohem Rang in der YPG, Ilham Ahmet, soll sie heißen, warnte eben diese oben erwähnten Kurden, die bereitgestellten Flugzeuge besser nicht zu besteigen, weil ihre YPG das Gebiet in und um Afrin zuerst zurückerobern müsste, bevor solch eine Umsiedlung Sinn machte. Sie drohte den wahrscheinlich mehrheitlich unfreiwillig Hin-und-Her-Gerissenen kurdischen ‚Blutsbrüdern und -schwestern‘ mit dem Tod.

Nun, die Co-Vorsitzende der PYD, eben Ilham Ahmet, scheint darüber hinaus auch mal wieder zu Gesprächen mit Vertretern des Assad-Regimes in Damaskus gewesen zu sein. Sie besucht anscheinend auch regelmäßig Washington DC, wird dort als enge Partnerin der US-geführten Internationalen Koalition (CJTFOIR) im dortigen Außenministerium geführt. Ahmet dürfte bei ihrer Visite in Damaskus erneut abgeklappert haben, ob und unter welchen Bedingungen das Assad-Regime zukünftig bereit sein könnte, ein autonomes kurdisches Gebiet im Nordosten Syriens zuzulassen.
Des Weiteren: Ein hochrangiges Mitglied der kurdischen Zukunftspartei, Abdulhamid Tammo, ist in der Provinz Hassake (vermutlich am 03.06.18) verschleppt worden. Er befand sich auf dem Weg nach al Jennazya. Der Freie Rechtsanwälteverbund Syriens in Gaziantep/Türkei machte Kräfte der PYD/SDF dafür verantwortlich. Anwalt Tammo ist ebenfalls Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition. Tammo ist inzwischen wieder auf freiem Fuß und befindet sich in einem Dorf nahe Qamischli.
Tammo ist also vorerst wieder in ‚Sicherheit‘. Doch zehntausende ehemalige Bewohner Afrins befinden sich weiterhin auf der Flucht. Vor allem sind junge Mädchen auf der Flucht mit ihren Eltern, alleine oder mit Verwandten, gefährdet. Die Puffs in der Türkei, dem Libanon etc., auch sogar in Nordzypern, sollen mit kurdischem ‚Frischfleisch‘ zur allgemeinen ‚Zufriedenheit‘ der Kundschaft gut gefüllt sein. „Daha düşmadı!“, hört man Freier hie und da zuweilen gewiss wieder zueinander sagen. Und das Gesagte soll bedeuten: Noch ist die Ware frisch! Noch ist sie nicht in der Gosse gelandet – oder billig und für jedermann zu haben!
Jungs werden oft zwangsrekrutiert oder an Geheimdienste und andere Interessierte weitergegeben bei Bedarf.
In diesem Zusammenhang kommt man vielleicht nicht umhin, thematisch etwas einen Schwenk zu machen – Susanne. Die Rede ist von der 14-jährigen Deutschen, die von einem Iraker, wahrscheinlich Kurde, aus Irbil umgebracht worden ist. Er war Flüchtling in Deutschland und sitzt jetzt in Deutschland in Haft wegen des Mordes.

Wenn aber bedacht wird, in welchem Umfeld er aufgewachsen sein mag, nämlich an Orten, wo Folter, Mord und Krieg way of life geworden zu sein scheinen, kann man eventuell ahnen, wie schwer es vielen geflüchteten, relativ jungen Menschen fallen muss, die kaum eine andere Realität bislang kennenlernten, wirklich zu kapieren, dass Mitteleuropa anders tickt. Dass man nicht einfach eine Frau killt, die nicht so will wie man es gerne hätte – oder wegen der sogenannten Ehre etc. Dass die von Zuhause und der Religion gesetzten und erlernten Schranken mehr als Worte sind.
Das Letztere zu begreifen, dürfte vielen dieser jungen geflüchteten Menschen wirklich schwerfallen. Insofern hat Wagenknecht von der Linken durchaus Recht: Man kann die Grenzen nach Europa nicht einfach aufhalten, wie viele ihrer Parteifreunde meinen, und sagen: „Kommt!“ Das funktioniert nicht und ist realitätsfern.
Europäer sind inzwischen mehr denn je aufgrund der Gegebenheiten weltweit aufgefordert, ihren Lebensstil gründlich zu überdenken und entsprechend zu justieren, bestenfalls schnell, andernfalls wiederholt sich Geschichte, vielleicht die der iranischen Hochkulturen vor Zarathustra usw.

Ja, ja, die Iraner in Syrien. 60 und mehr Firmen sollen die dort bereits gegründet haben. Und diese Firmengründungen werden den iranischen Revolutionsgarden zugeordnet. Internationale Sanktionen des Westens, die den Iran im Griff hatten und demnächst wohl wiederhaben dürften, sollen mit derartigen Firmengründungen umgangen werden, werden so umgangen: Geldwäsche, Waffengeschäfte etc. dürften wohl auch ein Thema sein, gelegentlich.
Apropos: Syrer sollen neuerdings ein Visum zur Einreise in den Iran sich ausstellen lassen müssen. Interessant ist, zu erfahren, dass der Libanon aber die Visumspflicht für Iraner aufhob. Das heißt, dass iranische Reisepässe nun nicht mehr abgestempelt werden an der Grenze. So soll offenbar gewährleistet werden, dass dieser Personenkreis weiterhin nach der EU einreisen kann, denn die EU lässt Iraner, die im Pass einen libanesischen Stempel haben, neuerdings nicht mehr in die Gemeinschaft einreisen. Apropos: Der Flughafen in Beirut soll derzeit mehr oder minder in iranischen Händen sein – so auch eine Militärbasis. Geld und Waffen würden ohne Kontrollen aus dem Iran eingeführt.
Versteht sich, dass einige der zuvor erwähnten Firmen längst auch im Libanon ein Beinchen (in etwa 200 Unternehmen insgesamt) aufgesetzt haben – und andernorts in der Welt. Namen? Hier, bitte sehr: Samer Foz, Moufid Karami, Sayyid Zaynab, Hafni Mortada, Farouk Joud, Abdel Qader Sabras, Samer Yousef, die Töchter von Nizar as Asaad usw.
Überhaupt: Gemunkelt wird, dass Baschar al Assad derzeit mehr Einfluss im Libanon habe als in Syrien. Die Unternehmer der transferierten Unternehmen sollen jeweils 1 Million Dollar bezahlt haben, um im Libanon sich ansiedeln zu können.
Diese Praxis erinnert uns sehr stark an Zypern oder Malta, wo genau das Gleiche getan wird, und schon fast als eine Art Industriezweig betrachtet werden darf. Gewiss gibt es auch daher einige iranisch-stämmige Unternehmensableger auf Zypern – was dort eventuell keiner wirklich so genau wissen will, ist zu vermuten.
Meldungen zufolge sollen über 2 Millionen Iraner die syrische Staatsbürgerschaft erhalten haben, was von Gegnern Assads ebenfalls als Strategie gewertet wird, den in alle Winde geflüchteten Syrern eine Rückkehr zu erschweren.
Inzwischen (Ende Juni) sollen an der Grenze zu Israel keine Iraner und/oder ihre afghanischen, pakistanischen, libanesischen oder gar algerischen Kämpfer in Stellung liegen. Was hier noch eingefügt gehört: Russland einigte sich bereits zur Mitte des Monats Juni darauf, Standorte der Hisbollah/IRGC in Syrien bekanntzugeben, falls diese sich nicht dem zuvor erwähnten Abzug anschließen sollten. Israel war vor geraumer Zeit nämlich bereits auf diese Weise in Aktion getreten gegen iranisch unterstützte Milizen, nachdem diese die Befehle Russlands verweigert hatten, Stellungen aufzugeben (so geschehen im Umkreis von Damaskus und Daraa).
Apropos: Gemäß Herrn Hadi al Abdallha, ein unabhängiger Reporter vor Ort, sei die Spezialeinheit des Assad-Regimes die Quwat al Nimr, die für ihre Kampfstärke und Brutalität gefürchtet ist, in Daraa eingetroffen. Neben ihnen sollen noch weitere Akteure die Interessen des Regimes – dort – auskämpfen: die Republikanische Garde, die NDF, Gaisch al Tahrir al Falastini, Liwa al Quds, die 4te, 7te, 9te, 14te und 15te Division der syrischen Armee. Die USA sagen dazu warnend: „Die Feuerpause muss weiter umgesetzt und respektiert werden (Stand 19. 06. 18).
Oder um das Phänomen Syrien auch mal von dieser Seite etwas näher beleuchtet zu haben: US-Kampflugzeuge töten südlich von Hassake den IS-Anführer Omar Ali, ein Ägypter, der für die Medienarbeit der Terrormiliz verantwortlich zeichnete. Oder: 150 Ziegen wurden Dorfbewohnern nahe der Stadt Deir ez Zor von Truppen des Assad-Regimes geklaut sowie 10 Kühe. Daraufhin verschleppten die Bewohner 5 Soldaten des Regimes, die dann gegen das gestohlene Vieh zurückgetauscht werden konnten. In dieser Provinz befanden sich Anfang Juni 2018 ungefähr 65 hochrangige IS-Anführer, also östlich des Euphrat. Die Mehrzahl dieser Anführer soll aus dem Irak stammen. Putin soll geäußert haben, dieses Gebiet könne dem Iran überlassen bleiben.
Und um das Bild eines zukünftig eventuell geteilten Syriens zu vervollständigen, welches weiter oben schon angerissen worden war: Assad und sein Clan sollen dann lediglich in und um Damaskus einen Teil des Landes erhalten. Versteht sich, dass die hier eben gegebenen Informationen – noch – unbestätigte sind.

Und weil wir schon bei Damaskus sind: sie scheint die untergrabene Stadt per se zu sein. Soll heißen: Die Assad-Gegner haben im Laufe des Konflikts seit 2011 hunderte Tunnel gegraben, die diese Stadt durchziehen sollen. Es dürfte daher nicht unbedingt leicht sein, die volle Macht in dieser Stadt zu übernehmen, wenn Assad Damaskus als Teil eines aufgeteilten Syriens erhalten würde.
Obgleich: Bei den unmenschlichen Methoden seines Regimes ist damit zu rechnen, dass es wahrscheinlich genug Denunzianten geben wird, sich ‚produzieren‘ lassen, die Assads Folterern stecken, wo einer oder mehrere dieser Tunnel verläuft/-laufen.
Im Interview mit Al Jazeera am 14. 06. 2018 angesprochen auf seinen Ruf als Folterer und Tyrann, wickelte Baschar al Assad den Vorwurf damit ab, unter anderem, dass das alles lediglich unbegründete Propaganda des Westens sei. „Fake News.“ Auffallend war, dass er im Interview die USA, Großbritannien und Israel nannte, aber nicht mit seinen schmutzigen, blutigen Fingerchen in Richtung EU zeigte, die für sein Dilemma verantwortlich seien und für Falschmeldungen etc. Das lässt eventuell tief blicken, wie man sagt.
Zeitlich 2-3 Wochen später räumt der israelische Prämier Netanjahu mal wieder ein, Bombardements auf Stellungen von Verbündeten des Iran in Syriens durchgeführt zu haben. Der Iran würde ansonsten Syrien „kolonialisieren“, um Israel anzugreifen. Netanjahu: 80 000 Milizkämpfer aus Pakistan und/oder Afghanistan seien zu diesem Zweck eingeschleust worden.
Und so verwundert uns wenig, dass der russische Außenminister Pläne für eine Sondersitzung der Mitglieder des Chemiewaffenübereinkommens im Juni 2018 ablehnte. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies geradezu energisch zurück, dass Russland „angebliche“ Chemiewaffeneinsätze Baschar al Assads decken würde.
Jordanien hat in diesen Tagen, wie man sagt, die Fronten gewechselt. Offenbar hat dort jemand eingesehen, dass mit Assad besser zu sterben ist also ohne. Soll heißen: Amman will, dass der Nasseb-Grenzübergang endlich wieder geöffnet wird, damit Handel getrieben werden kann. Die Sorge, dass iranische Kampfverbände sich so leichter ins Land einschleusen können, wird gesagt, nehme man in Kauf. Ein-zwei Wochen später sendet das Land einen großen Militärkonvoi mit Panzern an die Grenze zu Syrien. Die Grenze wurde seit 2014 für Flüchtlinge geschlossen seitens Jordanien. All das trägt dazu bei, syrische Flüchtlinge im eigenen Land zu Getriebenen zu machen – eigentlich ist für sie kein Schlupfloch in die Freiheit mehr da.
So um die 33 000 iranische Kämpfer sollen sich also in Syrien befinden. 7806 seien getötet worden bislang, wovon wiederum 1649 Mitglieder der libanesischen Hisbollah gewesen sein sollen. Einer der zahlreichen Deals scheint unterdessen zu sein nach Verlautbarungen, dass Syrien im Süden an der israelischen Grenze des Landes ‚saubermachen‘ darf, unter der Bedingung, dass die Iraner von dort verschwinden. Und jetzt kommt es: Anscheinend werden die Israelis dem Assad-Regime dabei unter die Arme greifen und den Einsatz ‚netterweise‘ koordinieren (Quelle: die Jüdin Eizabeth Tsurkov – Forum for Regional Thinking).
Die Russen ihrerseits bitten die Israelis um Nachsicht, sollten im Zuge der zuvor erwähnten geplanten Säuberungs-Operationen des Assad-Regimes an der israelischen Grenze das eine oder andere Bömbchen oder Raketchen versehentlich auf dem von Israel eingenommenen Terrain landen. Netanjahu hingegen findet, die Iraner müssten aus Gesamtsyrien sich zurückziehen. Die Maximalforderung strebt er somit an.

Immerhin: Beim Internationalen Wirtschaftsforum letztens in St. Petersburg konnte der syrische Wirtschaftsminister Samir al Khalil stolz verkünden, dass russische Firmen bereits mit dem Wiederaufbau der syrischen Erdöl- und Erdgasindustrie begonnen hätten. Zwischenzeitlich hat sich das syrische Regime über die Aufteilung der Öl-Einnahmen in Deir ez Zor geeinigt, und zwar, wo die YPG-Miliz das al Omar Ölfeld kontrolliert. Das Regime erhält nun täglich 100 Barrel Öl, die YPG 75. Das al Omar Ölfeld zählt derzeit zu den größten seiner Art in Syrien und fördert täglich anscheinend um die 15 000 Barrel Öl.
Na, wo dieser große Rest des Öls wohl verschwindet – Sie haben doch hoffentlich schnell mal mitgerechnet? In den USA? Russland? Oder gar in China?
Jedenfalls: Zukünftig würden noch mehr Verträge mit Russland geschlossen vonseiten Syriens. Und wäre in der Türkei widererwarten Muharrem Ince am 24. 06. 2018 als Präsident der Türkei gewählt worden, hätte es angeblich zu einer Annäherung zu Assad kommen können. Ob es klug gewesen ist, solch Aussicht vor einer Präsidentenwahl in der Türkei in Aussicht zu stellen, zeigt das Wahlergebnis. Ince stand mit seiner Positionierung im Lager der Erdogan-Gegner alleine auf weiter Flur. Da Erdogan indes als Sieger hervorgegangen ist bei den Wahlen, wird mit Sicherheit eine noch härtere Gangart Ankaras in Nordsyrien – und eventuell darüber hinaus gehend sogar in Damaskus, in Deir ez Zor etc. zu erwarten sein.

Anscheinend haben die Russen die Zeichen der Zeit verstanden. Sie haben damit begonnen, eigene Militärpolizisten in allen Übergängen zwischen Hermel und Quseir zu stationieren. Das Gleiche gilt nahe der libanesisch-syrischen Grenze (Bekaa Ebene und Qalamoun). Ganz offensichtlich werden so die von Erdogan schon seit Anfang des Syrienkonflikts geforderten „Roten Linien“ gezogen. Bewegungen der libanesischen Hisbollah und anderen Organisationen sollen so eingeschränkt werden. Wo keine russischen Militärpolizisten zum Zuge kommen, wie beispielsweise in und um Damaskus, werden die sogenannten Schabiha-Milzen des syrischen Regimes herangezogen, um an Kontrollpunkten zu wirken. Dass es daher allmählich zu mehr Anschlägen auf russische Soldaten gekommen ist, kann nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Es wird zwar spekuliert, dass iranische Kräfte Baschar al Assad ins Jenseits befördern könnten, da dieser dieselben auf Betreiben Israels etc. abzuziehen gedenke. Wir gehen hier allerdings nicht von einer solchen Tat durch iranische Milizen aus. Denn solch ein Mord wäre konterproduktiv für den Iran. Solch ein Entscheid wäre zu kurz gegriffen. Und die Iraner sind nicht dafür bekannt, in kurzen Zeitabständen zu planen. Darin gleichen sie in etwa Moskau oder China. Der Vorwurf, dass Trump, und allgemein der Westen, Politik des kurzzeitigen Maßes machen, trifft jedenfalls nicht immer zu – und, wie zu sehen ist, offensichtlich nicht im Syrienkonflikt, den, wie bereits oben gesagt wurde, gewisse Kreise in Washington angeblich mit Bedacht schon Anfang der 2000er Jahre angedacht hatten – aus verschiedensten Gründen. Sehen Sie hierzu das vor einiger Zeit hochgeladene Video auf der Webseite Zypernsundmehr-News (auf Englisch).
Da die Verlegung russischer Militärpolizisten an die libanesische Grenze jedoch zu großen Spannungen führte, wurden dieselben anstatt nach Quseir in Homs verlegt und durch Soldaten des Assad-Regimes ersetzt. Den Russen wird voraussichtlich nicht passieren, was Ayman Jaber mit dem Regime in Damaskus vor Kurzem passierte. Bekanntlich ist Jaber ein Ölmagnat, und regimetreu war er zudem. Dennoch hat Damaskus nun sein Vermögen einfrieren lassen, obwohl er an die 7000 Kämpfer des Regimes, die sogenannten „Wüstenfalken“ und „Seekommados“, aus ‚eigenen‘ Mitteln jahrelang finanzierte. Beispielsweise verhalf sein Geld dem Regime, die Antike Stadt Palmyra zurückzuerobern, wird behauptet. Was zusätzlich aufhören lässt, ist, dass Jaber mit Assad um ein paar Ecken verwandt ist.

Dass die Iran-Strategie der Trump-Administration bereits von Erfolg gekrönt ist im Nahen Osten, kann hier nicht bestätigt werden. Noch sieht es so aus, als könne Iran seinen Einfluss in der Region halten. Sicher ist aber, Putin zufolge, dass Moskau keinen Abzug aus Syrien plane. In diesem Zusammenhang stehend darf gesehen werden, dass die Autobahn Homs-Hama (M-5) nach sieben Jahren erstmals wieder für die gesamte Öffentlichkeit geöffnet wurde. Davor diente sie eine Zeitlang nur der sogenannten Humanitären Hilfe. Interessant ist des Weiteren, dass ein internationaler Haftbefehl für den Luftwaffengeheimdienstchef Jami Hassan ausgestellt wurde. Der 64-Jährige wird beschuldigt, systematische Folter und willkürliche Exekutionen von politischen Gefangenen und anderen Unliebsamen beauftragt zu haben. Diese Maßnahme wird als erster wichtiger Schritt erachtet, um Individuen strafrechtlich verfolgen zu können zukünftig – so auch die Assads. Währenddessen wird bekannt, dass der Libanon die Aufenthaltsgenehmigung für Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen nicht verlängert. Der UNHCR ermutige Flüchtlinge, nicht zurückzukehren, lautet der Vorwurf und/oder die Begründung.
Apropos Flüchtlinge: Die Türkei hat zwischenzeitlich den Bau einer 764 km langen Mauer an ihrer Grenze zu Syrien abgeschlossen.
Der Präsident des Libanon, Michel Aoun spricht von Verlusten, die sein Land der syrischen Flüchtlinge wegen erleide – 10 Milliarden Dollars soll dieser Verlust hoch sein. Im Netz findet jemand: Sogar, wenn die syrischen Flüchtlinge im Sheraton wohnten, käme diese Summe im Leben nicht zustande.

Zuletzt: Warten wir mal ab, wo um Europa herum, so genannte Aufnahmelager für Flüchtlinge entstehen werden, welche der österreichische Vorsitz in der EU bei seinem Amtsantritt am 01. Juli 2018 als primäres Ziel seines Ratsvorsitzes anzuvisieren vorgibt in den bevorstehenden 06 Monaten.
Wurde Syrien etwa auch daher plattgemacht und von langer Hand geplant, damit Menschen aus allen Herrenländern dort, vor den Toren Europas, ‚geparkt‘ werden könnten?
Am 12. Juni 2018 berichtet die Cyprus Mail: „Friedensprotester marschieren zum Akrotiri-Luftwaffenstützpunkt der Briten.“ Sie sorgen sich zurecht, dass die Republik Zypern noch tiefer in den Krieg in Syrien hineingezogen wird. Sie fordern, dass Anastasiadis die Flüge der Briten nach Syrien unterbindet etc.
19. Juni 2018 steht in der Cyprus Mail:
„Hussam Idris träumt davon, in seine Bäckerei in Aleppo zurückzukehren. Doch 3 Jahre nach der Flucht vor dem Krieg, macht er sich Sorgen, das neue Gesetz, welches der syrischen Regierung erlaubt, Hausbesitz zu konfiszieren, um einen Wiederaufbau durchzuziehen, seine Pläne zunichtemachen könnte. … Obgleich das Gesetz Nummer 10 oder das Dekret 10 noch angewendet werden müssen, sagen Menschenrechtsgruppen und Regierungen, die syrische Flüchtlinge aufgenommen haben, letztere würden Gefahr laufen, permanent im Exil leben zu müssen, wenn sie ihr Eigentum verlören. Ein hauptsächlicher Grund zurückzukehren, wäre so genommen.
Idris sitzt in der syrischen Botschaft von Berlin und versucht, die Besitzverhältnisse zu Hause zu klären, in dem er seine Mutter installiert. Sie könnte dann Anspruch für die Bäckerei und das Appartement im Kallaseh-Bezirk von Aleppo erheben, welcher vor 2 Jahren zurückerobert worden war. Damit ist er nicht alleine. Das neue Gesetz löste einen Run auf syrische Botschaften aus. Ein Beamter dort, der seinen Namen nicht angeben mag, sagte, dass seit das Gesetz im April in Kraft ist, kämen täglich 10 bis 15 Syrer an, die versuchten, den Besitzstatus auf Verwandte zu übertragen. … .
Deutschland hat um die 650 000 Syrer aufgenommen. Das sind die meisten in westlichen Ländern. Und Deutschland ist ganz besonders besorgt des Gesetzes wegen. Die Sorge ist, dass Baschar al Assad das Gesetz benutzen könnte, um vormalige Oppositionszentren plattzumachen, die von der Regierung zurückerobert wurden, und nun mit Unterstützern der Regierung angefüllt werden sollen. … . Syrien spricht in diesem Zusammenhang von einer Desinformationskampagne, die gegen es laufe. Damaskus sagt, dass ein Wiederaufbau unablässig sei und der Platz dafür nun mal gebraucht würde. Außerdem müssten illegale Besitze eh korrigiert werden. …
Die Tatsache, dass der UN Sicherheitsrat Kenntnis von dem Dekret 10 genommen hat, ist gute Nachricht, sagte ein weiterer deutscher Beamter. „Doch der Druck, das Dekret nicht anzuwenden seitens der syrischen Regierung, hat von Russland zu kommen:“
Obgleich das Gesetz Nummer 10 besagt, Verwandte könnten Besitzansprüche anmelden, sagen syrische Anwälte, dass der Besitz in Realität eben einer Person übertragen werden muss, damit die Behörden wüssten, welcher Verwandte der gewünschte gesetzliche ‚Agent‘ ist. Außerdem bräuchten all jene, die solch einen Besitzanspruch stellten, sagen Anwälte und Menschenrechtsgruppen, auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. … .
Das Regime hat eine lange Geschichte in willkürlicher Enteignung, um seinen ökonomischen und sicherheitstechnischen Interessen zu dienen. Diese Praxis war in der Tat einer der Hebel, welche die Rebellion verursachten. … Lokale Behörden benutzen Land, welches unter dem Gesetz 66 konfisziert worden war, um eine Luxus-Wohnanlage mit 12 000 Wohnungseinheiten zu erbauen. Assad hat die Anlage 2016 eingeweiht. Jetzt wird von einigen Flüchtlingen aus Syrien befürchtet, dass das Selbe mit Gesetzt Nummer 10 der Fall sein wird. …

[Jemand:] „Wenn Sie in einer ausgebombten Gegend lebten, wo die Oppositionellen des Regimes aktiv waren, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten – und so geht auch Ihr Recht auf Ihren Besitz flöten!“

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Die ersten 20 Minuten des Spiels Türkei – Spanien lediglich angesehen. Die Herren Spieler vom Bosporus haben sich nicht schlecht präsentiert. Dennoch denke ich, dass Spanien irgendwie – ungefähr so wie Italien – zumindest ein Tor geschossen haben dürfte gegen Die unterm Halbmond. Als dieser Artikel fertig gestellt war, habe ich masochistischer Weise doch noch im Netz das Ergebnis nachgesehen: 3:0 Klatsche. AUAH. Drei Kinder pro Ehepaar zumindest hatte der Präsident doch angeordnet, aber eine 3 zu NULL Klatsche? Ob Receb Tayyip Erdogan gut schlafen kann in diesen Tage, ist nicht herauszufinden. Schließlich ist er ein begeisterter Fußball-Fan und es kursieren genügend Videos im Netz, die ihn in Aktion als Fußballspieler zeigen – mit den seltsamsten Kommentaren und in den wunderbarsten Posen. Wir werden es wohl demnächst an seinen – nennen wir es – politischen Reaktionen erkennen können, ob das voraussichtliche, inzwischen bestätigte Versagen der türkischen Mond-Sterne (ay yildizler) – nationalen Fußballmannschaft der Türkei politisch indirekt zuschlägt. Schließlich ist nun Ende Juni 2016 und Herr Präsident Erdogan hatte ja angedroht, etwas zu tun, was den Europäern der EU nicht gefallen dürfte in Sachen Flüchtlingsdeal, wenn seine Untertanen nicht wie jeder Europäer der EU in derselben sich ebenso frei bewegen dürfen. Hoffen wir also, dass die Türkei ins Achtelfinale kommt? Ich glaube insbesondere im Osten und Südosten der Türkei dürfte der Bevölkerung, die stellenweise über 6 Monate mit einer Ausgangssperre leben ‚darf‘, ziemlich am hinteren Teil der türkischen Flagge vorbei gehen, ob die Nationalmannschaft zu unwiederbringlichem Ruhm sich aufspielt oder nicht. Die darben dort. Die sind im Krieg, beschossen vom eigenen Staat. Denn nicht alle dort sind „Terroristen“. Aber alle, ungefähr so wie die nun eventuell wirklich gebannten russischen Sportler, werden in eine Art Sippenhaft genommen von Ankara. Die Türkei ist kein sicherer Urlaubsort. Wer sich darauf verlässt, spielt eventuell so, wie die türkische Nationalelf in Frankreich – auf gut Glück?!

Europa dürfte sich demnächst herausgefordert sehen, wenn die Regierenden in der Türkei in Richtung EU politisch ausholen, wie angekündigt, oder wird gezwungen sein, ihr Gebiss einlegen zu müssen, denn diese/r europäische Tiger/in erscheint ja eher zahnlos bislang.

Es dürfte schwer sein, einen der Mitstreiter in der Gruppe D bei der Europameisterschaft davon zu überzeugen, etwas schlechter zu spielen. Vielleicht müssten die Dopingkontrollen der Mannschaft/en etwas lockerer betrieben werden? Schließlich ist Sport Politik und Politik ist Sport, nicht Spott, oder?

Das Dopen will man nun ja mit der Sperre für russische Olympioniden aus der Welt schaffen. Die derart Gebannten sollten eigentlich froh sein, dass sie sich der Sika-Gefahr nicht auszusetzen brauchen. Es ist schon verwunderlich, wie schnell diese Gefahr plötzlich keine Gefahr mehr sein soll in Brasilien.

Money makes the world (Olympiade) go round?

Gewiss ist da was dran.

Die Russen haben also einen harten Stand in der Welt. Müssen immer die Bösen abgeben. Die Armen.

Hier auf Zypern finden sie indes noch recht positiven Zuspruch. Meines Wissens sind die Russen diejenige Nationalität derzeit, die die zyprische Staatsbürgerschaft am meisten abgreift, wenn man so – etwas abschätzig mags klingen, sorry – sagen darf. Danach kommen auf der Liste derjenigen, die das tun, glaube ich, die Rumänen und dann verwunderlicherweise die Briten. Das heißt, die ehemaligen, ‚immer-noch Kolonialisten‘ sichern sich bereits vorsichtshalber ab in Sachen Brexit. Wahrscheinlich lässt sich dann als britischer Staatsbürger leichter für den Austritt aus der EU stimmen. Es ist immer gut, wird gesagt, noch eine Option in der Hinterhand zu halten. Die Briten haben das über die Jahrhunderte gelernt, wahrscheinlich sogar perfektioniert.

Die Franzosen sind da nicht ganz so geübt in dieser Angelegenheit. Irgendetwas scheint sie an der Ausübung dieser Kunst zu hindern. Vielleicht ist es ja letztendlich doch ihre Kontinentallage, die entweder zu viele oder zu wenige oder vielleicht nicht immer klar erkennbare Optionen auswählen lässt. Jemand, der auf einer Insel lebt und aufwächst, sieht die Dinge um sich eben ganz anders – klarer. Das sagt man ja auch von Menschen, die aus einem Tal stammen oder von richtig hohen Bergen abstammungsmäßig kommen.

Im Tal der anscheinend heroischen Erinnerungen fand sich am 16. Juli auch die AKEL-Partei auf Zypern wieder. Es sei der Tag gewesen, an dem man – gerade mal entstanden als Partei der kommunistischen Genossen in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts – entschieden hatte, sich mit Waffen und allem, was so dazugehört, aktiv am Kampf gegen die britischen Kolonialisten zu beteiligen. Gesagt, getan!

Viele Freiheitskämpfer ließen ihr Leben, deren Überreste teils heutzutage noch beerdigt werden, weil die von einer Kommission Ausgegrabenen anschliessend an die Familien zurückgegeben werden. Das Ergebnis des ruhmreichen Kampfes von einst ist uns ja bekannt: eine praktisch zwei- oder dreigeteilte Insel. Kommt auf die Sichtweise an.

Inwieweit Russland, seinerzeit Sowjetunion, in diesem Entscheid der damaligen AKEL-Führung beteiligt gewesen ist oder gewesen sein soll, muss in irgendwelchen Quellen stehen, die aber noch immer nicht zugänglich sind. Bei den Quellen, die das Wirken der sogenannten Faschisten um Grivas und Samson angehen, ist jedenfalls gewiss, dass bislang noch kein Wissenschaftler darauf zurückgreifen darf, um endlich mal die „Wahrheit“ zu berichtigen – also die Wahrheit über die Abläufe der Auseinandersetzungen zwischen Griechen und Türken und Griechisch/Türkisch-Zyprer. Diese Unterlagen liegen gut verschlossen in Athen und Nikosia, wurde gestern von Professor E. Solomou referiert, der sich mit der zyprischen Geschichte, wie er sagte, wissenschaftlich beschäftigt. Was er da gestern im Fontana-Salon des Hilton Hotels von Nikosia von sich gab, eingeladen vom Rotary, war allerdings ziemlich gedopt. Anscheinend waren seine beiden Vorträge davor, die den Zeitraum von 1878 bis 1960 umrissen, wesentlich detaillierter und kenntnisreicher. Nicht etwa, dass Herr Professor keine Kenntnisse hatte über die Abläufe von 1960 bis 2016, wie angekündigt. Viel eher scheint er sich zu zieren, den wissenschaftlichen Stand der Dinge in der Öffentlichkeit preiszugeben, den er allerdings vorgibt, zu vermitteln. Denn er weiß selbstverständlich vom kursierenden Narrativ, welches wenig bis zuweilen gar nichts mit den einstigen Tatsachen zu tun hat auf Zypern – also politisch und daher ideologisch gefärbt ist.

Und so musste sich der Prof. beim Dopen seiner geschichtlichen Darstellungen ausgerechnet von einem anwesenden Rechtsanwalt berichtigen lassen. Denn der Vortragende hatte so in etwa erzählt, dass das Rathaus in Nikosia kurz vor 1974 geteilt wurde, weil die Türken mal wieder Angst gehabt hätten, nicht zur Genüge an der Macht beteiligt zu werden. Und dass doch alles genau so, wie es von den Griechischzyprern seiner Zeit getan wurde, eh in der damaligen Verfassung des Landes festgelegt worden war, also die Türken daher sich unanagebrachter Weise benachteiligt fühlten und dass die Verfassung außerdem in Gänze den Zyprern von äußeren Kräften auferlegt worden sei.

Eine sonderbare Position, dachte ich. Denn dass die griechisch-zyprische Seite sehr wohl die Entscheidungen im Lande an sich rissen damals, indem die Türkischzyprer immer weniger bis gar nicht daran einbezogen wurden, ist nun mal eine Tatsache und kann auch nicht damit gerechtfertigt werden, wie der Prof. es versuchte, dass die Türkischzyprer doch eh nicht zur Genüge die geeignet ausgebildeten Leute gehabt hätten, um derartig hochstehendem politischen Entscheiden folgen zu können; bzw: eh mit 30% Mitspracherecht übervorteilt worden seien von den Engländern, wo den Türken doch eigentlich von ihrer damaligen Bevölkerungszahl her lediglich so um die 18% zugestanden hätten.

Herr Rechtsanwalt korrigierte und – zu meiner Verwunderung – ließ wissen, dass es so nicht gelaufen wäre, wie dargestellt, sondern vielmehr hätten die Griechischzyprer die Prozesse damals (wie eigentlich auch heute immer noch) ständig herausgezögert und zeitlich nach hinten verlegt, sodass keine Handlung oder kein Entscheid irgendwie abgeschlossen oder durchgeführt werden konnte, woraufhin man letztendlich, um nicht – schon wieder – total zu kollabieren tagespolitisch, beschloss, die Rathäuser aufzuteilen: eines im Norden und eines im Süden.

Der ehemalige Bürgermeister Lellos Dimitriadis, den ich nach dem Vortrag Herrn Solomous zum Interview geladen hatte bei sich zu Hause, wollte auf dieses Thema (Aufteilung des Rathauses von Nikosia) einfach nicht einsteigen – obgleich ich ihn zweimal darauf ansprach. Dafür erzählte er aber andere Anekdoten aus seiner über 30-jährigen Amtszeit und meinte unter anderem: „Man muss diese Leute in der griechischzyprischen Regierung mit „fait acomplie“ nehmen, also mit vollendeten Tatsachen schlagen. Und sogleich ließ er wissen, dass er dieses Konzept bei der Erneuerung des in Zypern berühmten Famagusta Gate sowie bei einer unterirdischen Garage angewendet hatte. Die Garage liegt unweit des heutigen Check-Points auf griechischzyprischer Seite der Ledra-Straße.

Überhaupt ist Herr Lellos, wie er genannt wird und genannt werden mag, noch immer rüstig mit seinen über 80 Jahren. Er wohnt in einem von außen unscheinbaren Anwesen, dessen gediegener Reichtum und Schönheit sich dem Besucher erst beim Betreten des Grundstücks erschließt. Seine Frau Olga hatte ausgerechnet gestern eine Tinnitus-Störung im Ohr erhalten mit Unwohlsein gepaart, sodass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Keiner weiß, was der Grund dafür ist. Dennoch war Herr Lellos so nett, das Interview, welches über eine Stunde ging, zu machen. 30 Jahre stand er Nikosia vor als Bürgermeister und scheint, wie bereits im Artikel zu Herrn Harmanci hier auf Zypernundmehr-News geschrieben wurde, mit dem heutigen Präsident des Nordens, Akinci, wirklich gut zusammen gearbeitet zu haben. Bei den Wahlen ins Bürgermeisteramt habe er praktisch kein Geld ausgegeben für Werbung, denn die Leute hätten ihn geliebt, wovon er heute noch zehrt, wenn er durch die Straßen gehe. Er als ausgebildeter Anwalt (Barrister) musste seinerzeit Präsident und Erzbischof Makarios, der ihn zum Bürgermeister ernannt hatte die ersten beiden Amtszeiten, ohne jemand anders eventuell nach einer Meinung darüber gefragt zu haben, klar machen, dass er „illegitim“ Bürgermeister der Stadt Nikosia geworden sei mit der Berufung, da sein Haus, in dem er noch immer wohnt, nicht im Stadtbereich Nikosias liege. Das Gesetz schreibe nämlich vor, ließ er die verwundert dreinblickende Eminenz wissen, dass ein Bürgermeister in der Stadt wohnhaft sein muss, für die er arbeitet. Also erweiterte der Erzbischof kurzerhand das Viertel, in dem Herr Lellos wohnt, woraufhin das andere Viertel namens Strovolos einen kleinen Teil seines Grund und Bodens verlor.

So einfach war die Welt zu ordnen einst.

Niemand wagte, dem Präsidenten und Erzbischof in einer Person, Makarios, in irgendeiner Sache zu widersprechen. Er war auch noch der Vertreter Gottes auf Erden!

Beide, Akinici und Dimitriadis, waren damals also Bürgermeister Nikosias: Nord und Süd. Herr Lellos wiederholte mir gegenüber gestern, man müsse „Die da“, damit meint er die Herren und Damen im Parlament, „austricksen“, also dopen. Anders komme man nicht zu seinem Ziel. Offenbar ist die Verwaltung und die dazugehörige Bürokratie in Nikosia (Nord sowie Süd) noch haarsträubender als in Damaskus, Kairo oder Berlin.

Eine Randbemerkung, die Herr Lellos, darauf angesprochen, machte, hat ihn mir wirklich sehr sympathisch werden lassen, war, dass seine frühere Hausangestellte, damals ein Mädchen aus dem Troodos, die im Haus über 40 Jahre tätig war, auf eigenen Entscheid ihrerseits noch immer bei ihm im Haus lebt und sich ihren Alterssitz sozusagen bei ihrem früheren Arbeitgeber eingerichtet hat, einrichten konnte und noch immer einige Arbeiten verrichten will. Gegensätzlich hört man leider zu oft von haarsträubenden Geschichten, in denen Haushilfen aus Asien nicht nur auf Zypern wie menschliche Werkzeuge oder dergleichen angesehen und benutzt werden.

Herr Lellos spricht davon, schon in ungefähr 2 Monaten ein Buch auf Griechisch und ein weiteres etwas später auf Englisch auf den Markt zu bringen. Wir dürfen gespannt sein. Auch daher war er sparsam mit Anekdoten aus seiner Amtszeit. Das eine der Bücher befasst sich nach seinen Angaben ausführlich mit den kooperativen Politiken, die er einst mit Herrn Mustafa Akinci aus dem Norden, dem heutigen Präsidenten Nordzyperns, verwirklichte. Er wolle sich nicht zu positiv über diesen Politiker äußern, da dies Akinci schaden könnte.

Beim Interview dopte Lellos Dimitriadis mit echtem Pfefferminztee, süßen „Ladyfingers“ (Nussmasse eingewickelt in gebackenem Teig und Honig) und viel Herzenswärme eines gereiften Mannes und zufrieden mit sich selbst Zurückblickenden in gemütlich eingerichtetem Arbeitszimmer, das irgendwie Freude am Leben und Schaffen widerspiegelt: Lernen durch Tun, etwas aufbauen kooperierend und Leben und leben lassen und MEHR, scheint seine Devise eventuell für alle Lebensbereiche zu sein!

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AUSBLENDEND GEBLENDET!

Den ersten Advent haben wir nun also auch überstanden. Ein Kerzlein aber dennoch angezündet. Es blendet halt nicht so. Bald wird Neujahr sein und Feuerwerk wird kurzzeitig den Himmel verblenden; und danach werden wohl die Paar Milliarden Euro an die Türkei überwiesen.

Geht‘s noch?
Das fragen sich zurecht viele hier in Deutschland.

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Wer sich den Wertegang der Türkei unter Tayyip Erdogan ansieht, wird unausweichlich verstehen, dass es nicht sein kann, sich von der türkischen Erpressung (Flüchtlingsstrom) erdrücken zu lassen. Außerdem ist absehbar, dass Ankara sein Versprechen nicht halten wird, Flüchtlinge im Land aufzuhalten und ausreichend genug zu versorgen. Außerdem gibt es noch andere Wege nach Europa zu kommen, zum Beispiel über Russland oder von Libanon, Ägypten und Syrien nach Zypern oder Kreta.

Tayyip Erdogan, in anderen Worten, kommt der gestern abgefasste Deal mit der EU, mehr als gelegen. Denn die ungeliebten Flüchtlinge werden zukünftig andere Routen einschlagen, wenn die Türkei anfängt, ihren Job zu machen, und folglich werden die Paar Milliarden Euro aus Brüssel und andere Zugeständnisse der EU an Ankara sich mehr als auszahlen für die Türkei: ungestraft Querdenker im Lande einbuchten, Kurden im eigenen Land und über die Grenzen hinaus zu bekämpfen, mit dem sogenannten Islamischen Staat Schmuddel-Kuddel-Geschäftchen machen, Zypern unter der Fuchtel halten, Russland dazu benutzen, den Westen dazu zu bringen, nach Ankaras Pfeife zu tanzen, Iran aus vordringlich ideologischen, also religiösen Gründen so zu schneiden, dass das Saudi Arabien weiterhin am Leben hält. Die Saudis sind einer der despotischen Staaten, die eigentlich ganz gut finden, was Erdogan in der Türkei als Demokratie seit geraumer Zeit auflegt.

Und dann ist da noch dieser Einsatz der BRD in Syrien, der demnächst erfolgen soll. Was hier noch nicht ganz begriffen wird, ist, warum bombardiert man IS-Stellungen sonst wo, wenn deren Führung wo anders sitzt. Der Fisch stinkt doch vom Kopf her zuerst?
Und dann die gleichen Ziele, die die Beteiligten beim Bombardieren Syriens verfolgen. Die erinnern sehr an die Strategie, die in Sachen Umgang mit der Türkei im Schwung ist – nicht durchdacht. Das einzige Ding, was einigermaßen verträglich rüber kommt am geschlossenen Deal mit der Türkei, ist, dass Türken ab Oktober 2016 erheblich leichter ein Visa zum Besuch oder Aufenthalt der EU-Staaten erhalten sollen können.

Bis dahin fließt aber bekanntlich noch viel Wasser den Rhein herunter – vor dem Hintergrund der kurzsichtig gefällten Entscheide in Brüssel alle Male.

So wie die Dinge zu laufen scheinen, man weiß ja nie, wird eine Wiedervereinigung Zyperns in weite Ferne gerückt. Niemand in Brüssel sagt hörbar, dass die Zypernfrage zu lösen ist, bevor der Türkei solche Zugeständnisse gemacht werden. Sogar Anastasiadis, der zyprische Präsident, scheint zu verstummen, nur weil er nicht erkennt, dass eigentlich seine Chance gekommen war gestern, genau dagegen hörbar in ganz Europa zu rebellieren. Warum tut er das nicht?

Hier wollen wir uns daher erlauben, in die Welt der Spekulationen uns vorzuwagen. Und da diese Welt unglaublich groß und weit ist, besehen wir uns die Dinge mal etwas aus russischer Sicht:

Der Türkei hat Russland nun Sanktionen erteilt, wegen dem Abschuss des russischen Kampfjets über dem syrisch-türkischen Grenzverlauf. Dass die Türkei sich einen solchen Akt überhaupt herausnimmt, kann nur unter Anweisung der USA erfolgt sein oder aus Größenwahn. Wir gehen hier mal von Zweiterem aus. Zufällig gibt es Krimtartaren und andere aus dem ehemaligen Sowjetreich, die in Syrien gegen Assad und die Kurden kämpfen und vor allem gegen Russland. Kann gut sein, dass deren Anzahl groß ist, doch nicht so hoch, dass nun die Gefahr bestünde, sie könnten in Zentralrussland zukünftig großen Schaden anrichten. Doch: Wehret den Anfängen! Diese Lektion scheint der ehemalige Geheimdienstler Putin scheinbar gelernt zu haben.

Und auch daher engagiert sich Moskau nun prononciert in Syrien. Zwar wird im Westen von erfolgreicher Isolation Russlands gesprochen wegen der Vorfälle auf der Krim, doch die Angelegenheit hat sich vielen Beobachtern schon längst anders erschlossen: Der Westen, voran die EU, sind bis über die Ohren von den Politiken des Kremel abhängig. Putin hat zu viele Handlungsoptionen und die EU ist zu uneins und zu träge, sodass die Politik der kleinen russischen Stiche wirklich Früchte trägt – wie die bevorstehende Schein-Aufnahme der Türkei in die EU bestätigt, die gestern scheinbar ausgehandelt wurde.

Niemand als Putin weiß besser, dass mit Erdogan nicht gut Kirschen zu essen ist – eben weil sich beide in gewissen Charakterzügen gleichen. Sie unterscheidet, dass ein Großteil der Russen zum einen an Demokratie nach Maßgabe Putins schon seit langer Zeit gewöhnt ist und vermehrt sieht, dass der Wirrwarr in der EU weltpolitisch wenig Überlebenschancen haben dürfte; wohingegen in der Türkei die Hoffnung, der EU doch noch angehören zu können, nagt. Letzteres Sentiment bediente gestern Davutoglu, der Ministerpräsident der Türkei, als er in Brüssel vorgab, wie der Hase zu laufen hat. Verhandelt haben die da eher nicht. Alle Beteiligten wissen jedoch, dass diese angeblich ausgehandelte Annäherung in Zukunft noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird. Und Erdogan ist klug genug, zwischenzeitlich sein merkwürdiges Imperium aufzubauen.
Dieses Imperium zu zerschlagen, dürfte sich irgendwann schwierig gestalten – je länger man es stützt und beim Wachsen zuguckt. Kann aber gut sein, dass die Spitzen der EU über Informationen verfügen, die beispielsweise besagen, dass Erdogan eh aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes nicht mehr all zu lange herumkaspern wird. Dumm nur, dass er sich einen Stab erschaffen hat, der gerade Unterricht in Sachen politischem Poker erhält und nach seinem Ableben so oder ähnlich weitermachen könnten. Erdogan pokert hoch und bislang kommt er damit durch. Auch weil Russland ihn gewähren lässt. Weil Russland weiß, dass dieser Nato-Bündnispartner nicht nur Zypern der EU noch immer vorenthalten kann, sondern sogar die Werfe hat, in Brüssel Geld einzusammeln, und zwar dafür, dass er, der Beitrittskandidat zur EU, sich absolut unsolidar verhält und Flüchtlinge massenhaft in Richtung Norden mehr oder minder durchwinkt. Das nennen wir Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die vielen türksichen Arbeitslosen – vielleicht nach türkischer Art?

Immerhin bleibt den Zyprern vorerst erspart, wenn es richtig verstanden wird, dass das Atomkraftwerk, welches die Russen in der Türkei unweit der Küsten Zyperns errichten sollen, vorerst auf Eis gelegt wurde. Auch die Zahl der Touristen aus Russland und derer, die sich auf der zyprischen Insel niederlassen von ihnen, wird wahrscheinlich zunehmen. Der Rubel rollt also. Und wie in der gesamten EU werden auch in Nikosia kurzfristige oder kurzsichtige Brötchen gebacken. Vielleicht ist diese Art Politik in einer anscheinend beschleunigten Welt wirklich die bessere Wahl?!

Es darf also mit Spannung erwartet werden, wo Putin den nächsten Nadelstich anbringt. Man hat ihn schließlich dazu herausgefordert, als man einen Raketenabschirmgürtel, oder was genau es ist, unbedingt um Teile des Territorium Russlands glaubte legen zu müssen. Und dabei war gerade alles auf einem guten Weg zwischen Ost und West. Wer den Europäern diesen Blödsinn eingegeben hat, wird vielleicht nie so wirklich in der Öffentlichkeit ausgeplaudert werden.

Um die Spekulationen zu komplementieren: Wundern würde hier niemanden, wenn das von Minderwertigkeitskomplexen getriebene Frankreich beim Abnicken dieses Gürtels vordringlich die treibende Kraft gewesen ist. Überhaupt hat Frankreich eine noch wankelmütigere Rolle in der Außenpolitik angenommen, nämlich die derjenigen Macht, die plus zu minus und minus zu plus oder ja zu nein und nein zu ja in allen erdenklichen Situationen ad hoc sozusagen dreht – und drehen kann. Für Putin und seine Crew sind die Franzosen auch daher ein wunderbar geeignetes Tool, mit dem so ganz im Verborgenen und super geheimen, global versteht sich, Supermacht gespielt werden kann.

Machiavelli lässt grüßen beim Spiel: Wer ist der größte Blender?

Leider gibt es bei diesem durchaus unterhaltsamen Spiel oder Zeitvertreib die sogenannten Kollateralschäden. Einer wird gerade heute in Paris voraussichtlich legalisiert werden: 2,7 Grad Erderwärmung. Juckt niemand, außer diejenigen, die einen Wert unter 2,0 Grad bräuchten, weil sie ansonsten kläglich absaufen oder ausdörren und dergleichen. Die nächste Flüchtlingswelle steht also an – doch die wird vorerst ausgeblendet!

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Russland – Zypern

oder: Wo der Hase begraben liegt!

Natürlich ist es schlicht unmöglich, das russisch-zyprische Verhältnis in einem Artikel wie diesem zufriedenstellend unterzubringen. Muss ja auch nicht sein. Auch nicht vor dem Hintergrund der letzten Präsidentschaft, dem Hintergrund der Xristofias Präsidentschaft, die die eines Kommunisten war, also, des ehemaligen Vorsitzenden der zyprischen AKEL-Partei.

In jener Phase wurde der Hase, von dem die Rede sprichwörtlich ist weiter oben, wohl vollends vergraben. Der seltsame ‚Auftritt‘ eines russischen Schiffs vor Zypern bepackt mit Waffen für Syrien, welches aufgebracht, dann doch von Nikosia stlllschweigend durchgewunken wurde, um seine ‚humanitäre‘ Fracht bei Assad abzugeben, ist und war ein beredtes Beispiel dafür.

Insofern hat die Republik Zypern, trotz der angeblich besonderen Beziehung zu Russland, dennoch die derzeitigen Politiken der EU gegenüber Russland im Ukrainekonflik mitgetragen. Gegenteilige Verlautbarungen im zyprischen Parlament der einen oder anderen Partei dazu fallen letztendlich wenig ins Gewicht, wenn dieselben nicht in Brüssel vertreten werden. Doch in Abwandlung mit dem Hänschen kann wohl gesagt werden: Was Xristofias nicht kann, lernt Anastasiadis nimmer mehr, oder so.

Nun, der Coffeeshop der zyprischen, englischsprachigen Sunday Mail Zeitung vom 31. August 2014 ist so nett, uns zum zyprisch-russischen Verhältnis eine ganz spezifische Ansicht zu gewähren:

“von Patroclos

Unsere politischen Parteien, kurz vor eine Buchverbrennung, die sie drauf und dran waren zu organisieren vor dem Präsidentenpalast, hielten sich [dennoch] zurück nach der schwerwiegenden Verlautbarung aus der Mutter-Botschaft Russlands, welche ihr starkes Missfallen bezüglich des Inhalts des letzten Buches ausdrückte, das Makarios Drousiotis geschrieben hat, Journalist und Autor, der gegenwärtig als ein Berater des Präsidenten angestellt ist.

All das, weil die 1.500 Worte große Verlautbarung der Botschaft, die in der Fileleftheros-Zeitung Zyperns veröffentlicht wurde, rief nicht nach der Verbrennung des verletzenden Buches, welches die dubiose Rolle beleuchtet, die die Soviet Union während und nach der türkischen Invasion Zyperns beleuchtet. Wäre das der Fall gewesen, hätten die Parteien pflichtbewusst ein Paar Exemplare des Buches gekauft und ein Paar Unterstützer gefunden, sie in Brand zu stecken, um so ihre Loyalität mit Mutter Russland zu unterstreichen.

Anstatt islamischer Praxis zu folgen, hat Mutter Russlands Botschaft sich darauf beschränk, das Buch als “wissenschaftlich sehr niederes Niveau und politisch unakzeptabel” zu erklären. Der Autor wurde also als “Amateur-Forscher beschuldigt, der die wissenschaftliche Methodologie historischer Forschung nicht drauf habe und Unparteilichkeit – und er wisse nicht, wie Ereignisse analysiert und evaluiert werden”.

Der russische Botschafter in Zypern, Stanislav Osadechiy, auf dessen Anweisung die Verlautbarung das Buch anzugehen betrieben wurde, führt sich auf, wie ein Oberer Soviet, der in der DDR oder Bulgarien stationiert war, als der Warschauer Pakt noch existierte, indem er Anweisungen an lokae Boten erlässt, die sich unklugerweise vom wahren Pfad des Sozialismus begeben haben.


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Wie anders kann sein, dass er dachte, das Recht zu haben, sich in unsere Angelegenheiten brazenly einzumischen, einen Autor an den Pranger zu stellen, nur weil er nicht mit dem übereinstimmt, was der schrieb – und sich über die Tatsache beschwert, dass dieser Autor ja für den Präsidenten arbeitet. Am Ende der Verlautbarungen wird gesagt:

“Das Einzige, was uns stört in Bezug zum extrem niederen wissenschaftlichen Niveau und politisch unakzeptablen Buch, ist die Tasache, dass es nicht von einem Amateur geschrieben wurde, sondern von einem speziell mit dem Präsidenten Liierten. Ist das Zufall?”

Der mütterliche Rat unseres russischen Obersoviet war ganz klar: Leute, die für den Präsidenten arbeiten, müssen nichts Schlechtes über die Soviet Union sagen, weil es die rusische Botschaft ärgert und sie denken lässt, dass wir kein Soviet-Satellite mehr sind.

Botschafter Osadchiy hat es sich zur Gewohnheit gemacht, sich in unsere Angelegenheiten einzumischen und mütterlichen Rat von sich zu geben – (angeblich) immer unser Interesse im Auge haltend.

Letzten März kam er im Fernsehen und ließ uns wissen, dass Moskau nicht glücklich über die Parteinahme Zyperns mit der EU sei, als es um das Sanktionieren Russlands durch die EU wegen der Krim ging. Und Osadchiy warnte, dass “unsere Geschäftsmänner Kapital abziehen und ihre Aktivitäten zurückziehen”. Damals wie heute verschwendeten unsere politischen Parteien keine Zeit, den Botschafter zufriedenzustellen. Das Parlament verabschiedete eine Resolution, die davor warnte, unsere “wertvollen Bande” mit Mutter Russland zu überziehen. Letztere ist ja ein “fester Unterstützer der Republik Zypern in kritischen Zeiten in der Geschichte”.

Wie seltsam, dass unsere tollen Politiker, die bereit sind, es mit der ganzen Welt aufzunehmen, wenn es um unseren nationalen Stolz und Würde geht, froh sind, Moskaus Schoßhündchen zu sein. Hätte die US oder die briische Botschaft eine derartige beleidigende Verlautbarung von sich gegeben und einen zyprischen Autoren bedrängt und heruntergemacht sowie seine Arbeit, wären unsere Politiker ausgeflippt und hätten mutig über Redefreiheit referiert, würden eine offizielle Positionierung der Regierung fordern und Massendemonstrationen organisieren vor den jeweiligen Botschaften. Aber wenn Russland freie Rede in Zypern zu unterdrücken gedenkt, hat es die volle Unterstützung unserer zyprischen Politiker dabei.

4 Parteien, die EDEK, DIKO und die Allianz brachten eine Stellungnahme heraus, in der sie die Positiion der Botschaft völlig unterstützten und die Anstellung eines Mannes in Frage stellten wie Drousiotis mit seinen unakzeptablen Ansichten als Berater des Präsidetenten. Hätte Drousiotis sich für Pädophilie ausgesprochen, wären die Reaktion wohl nicht so feindschaftlich gewesen…. .

Der wertvollste Rat (an die Regierung) beinhaltete die dumpfe Verlautbarung der Allianz von Lillikas, die besagte: “Nach der offiziellen, verdammenden Verlautbarung durch die Russische Botschaft, hat der Präsident der Zyprischen Republik die Verpflichtung, eine Stellung zu beziehen, die die historische Wahrheit wiederherstellt und die Beziehung Zyperns mit den russischen Freunden!”… .

Präsident Nik (Anastasiadis) hat kürzlich einen totalen Narren aus sich gemacht. Sobald das Drousiotis Buch veröffentlicht war, arrangierte er ein Treffen mit dem russischen Botschafter, wo er sich ihm anbiederde und ihm sagte, dass er mit dieser Publikation nichts zu tun habe. Die Sicht des Autors würde nicht seine Sicht der Dinge reflektieren…. .”

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Na, bevor Ihre Instinkte, oder was es genau ist, sich beruhigt und befriedigt zurücklegen, weil Sie eventuell glauben, mit der Abgabe Ihrer Stimme letzten Sonntag Ihre Bürgerpflicht zur Genüge getan zu haben, mag mit dem Folgenden daran erinnert werden, was die guten alten Griechen unter anderem mit dem, was heutzutage Demokratie genannt wird, gemeint haben könnten.
Wir erlauben uns, erstmals, einen Aufruf aus der regelmäßig eintreffenden Rundpost des Sozialforums Berlin auf diese Art und Weise und ungekürzt, ein paar Rechtschreibfehler verbessert lediglich, zu veröffentlichen. Der Name des Autors dieses Aufrufs wird nicht genannt, so auch nicht seine Telefonnummer, die angegeben waren.
Dass das Tempelhoferfeld in Berlin nahezu befreite Zone der sozusagen ‚besseren Art‘ neuerdings ist, weiß die Republik ja bereits, die das Gerichtsurteil dazu gewiss entgegennahm – nämlich, dass der Berliner Senat und seine ‚Einflüsterer‘ vorerst das offene Gelände des alten Tempelhofer Flughafens nicht mit ’schönen‘ Gebäuden, gewiss wieder mit Glasfassade und so ähnlich aussehend wie neuerdings überall in Berlin, verbauen darf. Auch nicht still und heimlich am Rande betonmäßig anknabbern des Feldes, was allerdings schwer zu unterbinden sein wird.
Die Ukraine ist ein Zeichen dafür, was laufen könnte in Zypern (und was bereits wenig anders gelaufen ist), wenn es denn mal wieder drunter und drüber gehen sollte. Auch in diesem Bericht wird Biden genannt, nur kurz und dann handelt es sich um seinen Sohn. Hoffe, Sie können mit dem Ton und der Wortwahl, der Ideologie, des Schreibers leben, eben etwas links, eben etwas jung vermutlich, aber, gut informiert. Nun, diese Info-Quelle, die mal etwas MEHR wissen lässt über diesen seltsamen Konflikt in der Ukraine, ist auch daher, wie man sagt, Gold wert und soll unseren Lesern thematisch ein Exkurs sein. Doch nun zum Aufruf!

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Gemeinsamer Aufruf von ARAB und NaO zur Antikriegsdemonstration in Berlin am 31. Mai

Gemeinsamer Aufruf von ARAB und NaO für eine revolutionären Block auf der Anti-Kriegs-Demonstration am kommenden Samstag um 12 Uhr am Potsdamer Platz. Weitere Unterstützer_innen können sich unter
arab@riseup.net, kontakt@nao-berlin.org oder hier bei Facebook melden.

 Solidarität mit den AntifaschistInnen in der Ukraine   Gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg!

 Das Massaker von Odessa, dem mindestens 46 Menschen zum Opfer fielen, verdeutlicht, mit welcher Regierung wir es heute in der Ukraine zu tun haben.   Die Koalition aus Neo-Liberalen, Oligarchen und Faschisten führt einen Krieg gegen die Linke, gegen AntifaschistInnen, gegen jeden Widerstand
aus der eigenen Bevölkerung.   Seit Wochen führt sie einen „Antiterroreinsatz“ gegen alle Kräfte
im Osten und Süden des Landes, welche die neue Regierung nicht anerkennen wollen. Sie alle werden umstandslos als „Separatisten“ und „Agenten Moskaus“ diffamiert, um das Vordringen der ukrainischen
Armee, der aus „zuverlässigen“, nationalistischen und faschistischen Kräften bestehenden „Nationalgarde“ und der Privatarmeen der Oligarchen zu rechtfertigen.

Die Nazi-Banden des „Rechten Sektors“ verbreiten Terror. In den von der Regierung kontrollierten Gebieten sind alle Linken, die sich klar gegen die neuen Machthaber stellen, praktisch in die Illegalität gezwungen. Die Büros der sozialistischen Organisation „Borotba“ (Kampf) und der
„Kommunistischen Partei“ wurden verwüstet, Versammlungen werden von Schlägertrupps gesprengt, auf die Mitglieder wird öffentlich Jagd gemacht. Es wird wird nichts anderes als eine Pogromstimmung verbreitet.

Konterrevolutionärer Vorstoß

Die ‚Revolution‘ vom Maidan führte zu einer konterrevolutionären Machtverschiebung. Sie hat eine Koalition von rechten Nationalisten neoliberale Agenten des Westens), eine faschistische Frontpartei (Swoboda) und eine Koalition von faschistischen Banden (Rechter Sektor), die als Ordnungstruppe der neuen Regierung fungiert, an die Regierung gebracht.   Sie soll nun vollenden, was die „Orangene Revolution“ früher nicht vermochte – die gesamte Ukraine dem westeuropäischen und US-Kapitals zu unterstellen und das Land zu einem Anhängsel des westlichen Imperialismus zu machen.

Natürlich standen auch die Vorgängerregierungen des aktuellen Regimes unter imperialistischen Einfluss. Auch die Regierung Janukowitsch war eine der „Oligarchen“. Aber sie spiegelten eine Balance zwischen dem Einfluss der EU, der USA und Russlands wider, die sich politisch in
einem Zick-Zack-Kurs zwischen den konkurrierenden Mächten ausdrückte.   Damit soll jetzt Schluss sein, geht es nach der Kiewer Regierung, v.a. aber nach dem Willen der USA und ihrer Verbündeten. Zweifellos gibt es auch im westlichen Lager Widersprüche. Während es den USA v.a. Darum geht, Russland zurückzudrängen und zugleich auch die Festigung des europäischen imperialen Rivalen zu behindern, drängen die deutsche Regierung u.a. EU-Regime auf eine möglichst rasche Anbindung an die EU, um den ukrainischen Markt zu erschließen und zugleich den Schaden für das Russland-Geschäft gering zu halten. Dazu sind sie auch eher als die USA zu Verhandlungen und zur Berücksichtigung der Interessen der „östlichen Oligarchen“ und Russlands bereit – wenn auch als untergeordneter Faktor unter der Dominanz der EU.   Für diese Zwecke greifen die westlichen Imperialisten auch auf die faschistischen Banden zurück, welche die Kiewer Regierung stützen. Dazu wurden auch alle reaktionären Gesetze und Vorhaben der Kiewer Regierung gedeckt, die sich gegen die russischsprachige Bevölkerung richten. Dazu wird die „Demokratie“ in Kiew über den grünen Klee gelobt und der Mainstream der Medien spielt munter mit. Die wirklichen wirtschaftlichen und politischen Pläne der Kiewer Regierung und der westlichen Imperialisten werden dabei praktisch ausgeblendet:
  – sozialer Kahlschlag, Streichung von Subventionen für Lebensmittel und Energie für die Bevölkerung infolge der Auflagen für IWF-Kredite;
  – Ausverkauf des Landes an westliches Kapital;
  – drohender Ruin der Industrie im Osten nach Öffnung des Marktes,damit verbundene Massenarbeitslosigkeit und weitere Verelendung;
  – weiteres Vordringen der NATO an die russische Grenze.

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Dazu nehmen die westlichen Regierung, einschließlich der Bundesregierung einen Bürgerkrieg in der Ukraine billigend in Kauf. Allenfalls heuchelt Außenminister Steinmeier Mitgefühl mit den Opfern von Odessa – und schüttelt davor und danach Faschisten die Hand.
Um den russischen Imperialismus und seine Machtansprüche zurückzudrängen, investierten die USA und Deutschland nicht nur in Unternehmen, sondern auch Milliarden in die „Zivilgesellschaft“. Die USA haben sich die „Demokratiebewegungen“ in den letzten beiden Jahrzehnten rund 5 Mrd. Dollar kosten lassen. Mit Klitschkos UDAR hält sich die CDU-nahe Adenauer-Stiftung gar eine eigene Partei im Land – und jammert zugleich über zu viel „russische Einmischung“.
Die Wahlen am 25. Mai sind eine einzige Inszenierung, um der Machtergreifung von pro-westlichen Oligarchen einen demokratischen Anstrich zu geben. Dabei hat die neue Regierung mit undemokratischen Mitteln die Rada, das ukrainische Parlament, gesäubert, der Kommunistischen Partei droht das Verbot. Ein Wahlkampf für Oppositionelle ist praktisch nicht möglich. Das Wahlgesetz wurde – entgegen den ach so heiligen demokratischen Gepflogenheit der EU – kurzfristig geändert, so dass der neue Präsident auch dann rechtmäßig im Amt wäre, wenn in ganzen Landesteilen wie Donezk und Lugansk gar nicht gewählt wird.

  Widerstand

Der Widerstand gegen dieses Regime, der sich im Süden und Osten des Landes entwickelt hat, ist daher vollkommen legitim. Gegen die faschistischen Schläger des „Rechten Sektors“, gegen die
„Anti-Terrorkampagne“ der Nationalgarde sind Selbstverteidigung und bewaffneter Widerstand nicht nur gerechtfertigt, sondern unerlässlich – allein schon, weil sonst weitere Massaker wie in Odessa nicht zu verhindern sind. Als Revolutionäre und Anti-FaschistInnen haben wir immer militanten antifaschistischen Widerstand verteidigt. Wenn das hier gegen NPD und Kameradschaften richtig ist, dann gegen die viel gefährlicheren Mörderbanden in der Ukraine erst recht!

Zweifellos verfolgt auch der russische Imperialismus seine eigenen Interessen, wenn er sich als „Unterstützer“ des Widerstands darstellt. Er ist jedoch ein falscher Freund und verräterischer
Bundesgenosse.   Das Genfer Abkommen mit den westlichen Imperialisten, die Unterstützung für den Parlamentswahltermin am 25. Mai, die Opposition gegen die Volksabstimmung am 11. Mai zeigen: Putins Ziel ist eine Annäherung v.a. an die EU und den deutschen Imperialismus, mit denen er eine Aufteilung der Ukraine vereinbaren möchte. Sein Problem ist jedoch, dass die USA und ihre engsten Verbündeten in der EU Britannien und Polen jede Art von Kompromiss blockieren wollen.

Der politischen Ausrichtung der Führungen der „Volksrepubliken“ von Donezk und Lugansk stehen wir kritisch gegenüber. Etliche von ihnen stehen unter dem politischen Einfluss der russischen Regierung, andere unter dem von lokalen Großkapitalisten. Viele sind eher zufällige Größen. Aber es ist schlichtweg eine Verleumdung durch die Kriegshetzer im Westen, die Bewegung im Osten und Süden des Landes als eine von „russischen Agenten“ hinzustellen.

Anders als beim Maidan gibt es jedoch keine fest gefügte Führung aus Parteien der Oligarchie und der Faschisten, die von Beginn an einen dominierenden Einfluss auf die dortige Bewegung hatten. Die „Partei der Regionen“ des Ex-Präsidenten Janukowitsch ist zerfallen. Faschistische Organisationen, die hinsichtlich Größe, Kampfkraft und Einfluss mit Swoboda oder dem „Rechten Sektor“ vergleichbar wären, gibt es im Osten oder Süden des Landes nicht. Ursprünglich waren die Besetzungen von Rathäusern im Osten des Landes wahrscheinlich auch nur von einer Minderheit getragen. Die Brutalität der Reaktion, der „Anti-Terrorkampf“ und die Angriffe des „Rechten Sektors“ z.B. in Mariupol, wo ein zweites Odessa verhindert werden konnte, haben ihr jedoch Massenzulauf oder jedenfalls deren Unterstützung gebracht. Armee- und Polizeieinheiten weigerten sich, gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen, zogen sich zurück, desertierten oder wechselten gleich die Seiten. Daher wurde auch das Referendum am 11. Mai zu einer Massendemonstration gegen die Kiewer Regierung.

 Mit ihrem Ruf nach Abtrennung und einem Anschluss an die russische Föderation steuern die Führer der Donezk-Republik allerdings einen gefährlich-abenteuerlichen Kurs und entfremden sich großer Teile der Bevölkerung, deren nationale Identität und Sprache ukrainisch ist. Außerdem erschwert es zusätzlich, den Widerstand im östlichen Teil mit dem möglichen Aufbegehren gegen die Kürzungspläne von EU und IWF in der gesamten Ukraine zu verbinden.

Solidarität mit der ukrainischen Linken!

In dieser Situation stehen die ukrainischen Linken vor einer extrem schweren Aufgabe. Einerseits müssen die den Kampf gegen die Kiewer Regierung, gegen faschistische Angriffe, gegen die Unterordnung des Landes unter USA, EU und NATO führen. Andererseits geht es darum, unter den Widerständischen für eine internationalistische, klassenkämpferische und revolutionäre Perspektive einzutreten, den Einfluss russisch-nationalistischer Kräfte oder von Anhängern einzelner Oligarchenfraktionen zurückzudrängen.

Heute ist in der Ukraine die Verteidigung der Städte im Osten und Süden gegen die Angriffe der Faschisten und der Regierung eine Vorbedingung, um überhaupt eine Massenbewegung gegen die Regierung aufbauen und darin für eine revolutionäre Ausrichtung kämpfen zu können. Ein Sieg der Regierung über den Osten würde zu Pogromen wie in Odessa führen und jede Opposition den faschistischen Schlächtern preisgeben.In den „Volksrepubliken“ des Ostens werden auch soziale Forderungen erhoben wie die nach der Enteignung der Oligarchen. Das gleiche gilt für vom Imperialismus kontrollierte Unternehmen wie der größten Bergbaugesellschaft Burisma, in deren Vorstand Hunter Biden, der Sohn des US-Vizepräsidenten, seit Mitte Mai sein Unwesen treibt. Wir unterstützen diese Forderungen. Werden sie mit dem Aufbau von demokratischen Strukturen der Bevölkerung und v.a. der ArbeiterInnen verbunden, so können sie zu einem Hebel werden für die Umgestaltung der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft im Interesse der Lohnabhängigen.

Im Osten ist der staatliche Zwangsapparat praktisch zerfallen. Es fragt sich, wer und was an seine Stelle tritt. Solange die „Regierungen“ in Donezk oder Lugansk unter keiner demokratischen Kontrolle der Bevölkerung stehen, können sie selbst leicht zum Spielball äußerer Mächte, von Oligarchen oder Abenteurern werden. In einer solchen Situation unterstützen wir den Aufbau von demokratischen Organen der Selbstverwaltung und Verteidigung. Wo sie bestehen, sollte die Macht in ihren Hände konzentriert sein. Die bewaffnete Milizen, Soldaten u.a. bewaffnete Einheiten, die die Bevölkerung gegen die Kiewer Regierung verteidigen wollen, sollten ihnen unterstellt sein.So kann ein Kurs gewahrt werden, der sich einerseits gegen die Regierung wendet und zugleich gegen jede Unterordnung unter den russischen Imperialismus. Die sozialistische Organisation „Borotba“ wendet sich gegen eine russische Annexion der Ostukraine (und Illusionen, die in Teilen der Bevölkerung bestehen), fordert die Enteignung der Oligarchie und der westlichen Kapitale und tritt für eine sozialistische Umwälzung ein.

Unsere Solidarität gilt daher besonders „Borotba“. Sicher haben auch wir in einzelnen Punkten Differenzen – auch deshalb, weil „Borotba“ selbst eine Organisation mit verschiedenen politischen Strömungen ist. Sie stellt unserer Meinung nach aber den einzigen realistischen Ansatzpunkt für den Aufbau einer revolutionären Organisation in der Ukraine dar.

Internationalismus

Auf sich allein gestellt bzw. in Isolation werden die ukrainische Arbeiterklasse und die Linke nicht in der Lage sein, den Klassenkampf gegen die eigene Oligarchie erfolgreich zu Ende zu führen und sich der imperialistischen Unterwerfung unter das Diktat von USA, EU oder Russland zu widersetzen. Sie braucht und verdient daher starken internationalen Rückhalt!Besonders für Menschen in den imperialistischen Staaten, die gerade dabei sind, die Ukraine zu unterwerfen, besteht die Verpflichtung, den Kampf gegen ihre eigene herrschende Klasse zu führen, deren Pläne auf die Unterwerfung der ganzen Ukraine über EU und NATO oder eine Teilung in Interessensphären entlang ethno-linguistischer Linien hinauslaufen. Die Rolle von Obama, Merkel und Co. als „Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten“ bzw. Putins Rolle als „Schützer der russischen Bevölkerung in der Ukraine“ müssen als Schmierentheater entlarvt werden.
SozialistInnen und AntikriegsaktivistInnen in den imperialistischen Ländern können am besten Solidarität üben durch Bildung einer internationalen Bewegung der Kriegsgegner gegen die Kriegstreiberei aller imperialistischen Mächte und in Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand.

2012-01-01 02.48.05

Die Grundlage dafür sollte sein:

– Rückzug aller westlichen bewaffneten Truppen und Militärbasen aus Osteuropa! Keine NATO-Manöver in der Ukraine! Nein zu allen Boykotten durch USA und EU!

– Nieder mit allen imperialistischen Interventionen, westlichen und russischen! Keine fremden Truppen und Geheimdienste in der Ukraine!

– Keine neuen Kriege, weder kalte noch mit Waffen geführte! Auflösung der NATO!

– Stopp der Unterstützung durch die Bundesregierung u.a. westlicher Regierungen für die Regierung in Kiew! Weg mit dem EU-Kürzungsprogramm für die Ukraine!

– Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand! Verteidigt linke Organisationen wie die KP der Ukraine und „Borotba“, die unter der Repression leiden!

Beste Grüße”

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Sanktionen

Bei der Schwere des Vergehens, welches Uli Hoeness begangen hat, sind 3,5 Jahre ja wohl eher ein Witz. Und dann scheint fraglich, ob er die Haerte einer solchen ‚Strafe‘ je so richtig zu spueren bekommt – so wie eben andere, ganz ’normale‘ Gefangene. Die Kanzlerin fand es offenbar ganz toll, dass Hoeness gedenkt, die Strafe anzutreten. Nein, wie heroisch, ach, wie volksnah von Herrn Hoeness. So aehnlich las sich, was Frau Merkel gesagt haben soll – peinlich, peinlich.

Immerhin, Hoeness hat eine Strafe erhalten, entgegen unserer Annahme (siehe Artikel davor). Es scheint also noch nicht all zu schlimm zu stehen mit der herrschenden Ungerechtigkeit im Lande. Nur, wenn da nicht die Rede von Freigang waere und dergleichen. Viele, die gerade einsitzen oder Bekannte, Familienangehorige und dergleichen haben, die in Knaesten der Republik wegschmoren, werden sich dadurch gewiss nicht ermutigt sehen, einen Lebensweg zukuenftig einzuschlagen, auf dem Kriminalitaet vermieden wird, weil es offenbar eine Art Hoffnung gibt, dass so etwas wie mehr Gerechtigkeit Einzug haelt (siehe Hoeness-Affaere).

Ja, ob die erste von Deutschland verhaengte Wirtschaftssanktion gegen einen – mehr oder minder befreundeten – Staat, also Russland, in Zukunft noch als krimineller Akt bezeichnet werden wird, laesst bereits darueber spekulieren, ob dem so sein wird.
Manche Leute scheinen nicht zu begreifen, zum Beispiel die an der Macht in den USA und der EU, dass sie es sind, die die Hand beissen, die sie naehrt.
Letzteres soll unter anderem besagen: Die Menschen, welche mit Putin als Staatsoberhaupt leben ‚duerfen‘, sind so einiges gewoehnt dort irgendwo im Osten der Welt. Indes ist zu bezweifeln, dass in einer Krisensituation (nicht genuegend Strom, sinkender Export, Inflation, schwelender Krieg etc.) ausgerechnet wir Westeuropaeer, insbesonders die Deutschen, das Standing haben, durch so etwas durchzugehen – auch vor dem Hintergrund, dass vielen bekannt ist, dass ein gewisser Teil der Bevoelkerung bekanntlich aus sogenannten Krisen fetten Profit schlaegt, waehrend der Rest Frust schiebt.

Und dann soll es sogar immer noch Leute geben, die bei solchen sonderbaren Sanktionen, wie von Aussenminister Steinmeier mitangedacht gegen Russland, verwundert gen Jerusalem schauen und fragen, warum eigentlich gegen Israel noch keine Sanktionen laufen; warum eigentlich – zugegeben etwas sehr weit hergeholt, aber dennoch nicht voellig von der Hand zu weisen – Spaniens Enklaven in Nordafrika als spanisches Staatsgebiet noch immer gefuehrt werden, und warum dort eigentlich kein Referendum dazu anscheinend ein Thema je gewesen sein soll; und wie kommt’s eigentlich, dass wir alle offensichtlich die Kroete geschluckt haben, die rechtlich durchaus anfechtbare und noch laengst nicht sauber geklaerte Uebernahme Hawaii’s durch die USA einst so unbestritten hinnehmen? Von Guantanamo auf Cuba und seinem ‚Erholungsheim‘ fuer angebliche Terroristen mal ganz zu schweigen.

Von dem redet schon gar niemand mehr sonderbarer Weise. Wahrscheinlich ist dem so, weil dort das Voelkerrecht und das Recht der USA selbst in so vorbildlicher Weise vorgelebt und eingehalten wird.

Und dann muss doch gleich noch gefragt werden, ob das zwar kriminelle Verhalten der NSA – anscheinend zum Guten fuer uns – nicht schon laengst als eine Art, sagen wir, General-Sanktion angesehen werden muss?
Und ob die, wenn auch bruechiger werdenden, Sanktionen gegen den Norden Zyperns rechtens sind vor dem Hintergrund, dass 2004 die Griechischzyprer mit NEIN gestimmt haben beim Annanplan und zur ‚Belohnung‘ auch noch in die EU aufgenommen wurden. Macht das zuletzt genannte Beispiel  etwa Sanktionen, die nun eventuell gegen Russland von der EU verhaengt werden, wirklich plausibler?

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Nicht dass Putin ein toller Typ waere. Nicht dass hier jemand wirklich glaubt, in Russland geht der Stern einer neuen, modernen, besseren Welt auf. Nein, Putin ist ein Despot. Doch wie soll man die Politiken des Westens bezeichnen? Demokratisch? Human? Nicht-imperial?

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Ausgerechnet zum 1. April 2014 wollen sich die Staatsoberhaeupter der EU und fuehrende Vertreter der UNO in Bruessel zu Gespraechen ueber Zypern und den Wiedervereinigungsprozess dort treffen. Zum Scherzen duerften den Beteiligten an diesem Treffen weinig zumute sein, ist zu vermuten. Bleibt zu hoffen, dass Anastasiadis, Praesident der Republik Zypern, von ihnen endlich noch klarer dazu gedraengt wird, sich den Tuerkischzyprern zu oeffnen, ohne dabei andauernd in Angststarre zu geraten, nur weil Teile der Opposition und der Nationalisten im Land gleich von Vaterlandsverrat und dergleichem losschreien.
Gespraeche ueber den Hafen von Famagusta und der weggeschlossenen Stadt Varosha sollten am 1. April erst gar nicht anvisiert werden – und schon gar nicht mit der griechisch-zyprischen Seite. Letzteres auch, um eindeutiger fuer Nikosia klare Zeichen zu setzen, damit endlich verstanden wird, dass in Bruessel verhandelbare Grundlagen gesehen werden wollen, die die Republik Zypern vorlegt; und dass man es leid ist, auf Grundlage von Wortblasen in Gespraeche zu gehen, die, wie das NEIN der Griechischzyprioten zum Annanplan zeigt, ein in Aussicht gestelltes JA‘ Nikosia’s – wieder – hintertreiben.
Desweiteren sollte jemand den Herren und Damen von der UNO und der EU am 1. April den dringlichen Vorschlag machen, die eventuell bis dahin gefassten Sanktionen gegen Moskau nicht bis auf Zypern gaenzlich auszuweiten. Zypern ist bekanntlich stark frequentiert von russischen Firmen und Privatleuten. Dieses Terrain sollte man nutzen, a) um Zypern eine Perspektive in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung zu weiterhin zu gewaehrleisten, und b) um mit Russland etwas ausserhalb der Scheinwerfer der medialen Oeffentlichkeit so etwas wie neu-alte Bande zu schliessen bzw. zu erhalten.

Sanktionen, berechtigt hin, unberechtigt her, erscheinen im Fall Zypern, so wie eigentlich auch in Gesamteuropa, am Schluss wohl eher als Tritt ins eigene Hinterteil herauszukommen.

Kann aber gut sein, dass sie ungeahnte Entwicklungen zeitigen – hoffentlich zum Besseren, und warum nicht mal fuer Alle!

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Russland fordert eine Basis für seine Militärflugzeuge auf Zypern. Diese Nachricht hatten wir hier bereits. Doch diesmal scheint Moskau konkreter als zuvor am Thema interessiert zu agieren – so als wolle man kein “Nein!” vernehmen aus Nikosia.

Der Flughafen von Pafos ist demnach noch immer im Visier der Russen. Nikosia hat vorerst darauf verwiesen, eine solche Entscheidung nicht ohne Brüssel fällen zu können – so ganz alleine. Das ist schon mal keine schlechte Antwort gewesen, auch wenn sie Herrn Putin wenig gefallen dürfte. Er hat hier schließlich Leute vor sich, die Russlands Staat Geld schulden, relativ viel Geld für jemand, der angeblich keines hat.

Bleibt nicht aus zu fragen, inwieweit die russische Meeres-Flotte vor Zypern zukünftig anlegen kann und wie weit die Zusagen der Republik Zypern in diesem Bereich bereits gediehen sind? Einnern Sie hierzu die Regierungszeit des vorherigen, moskautreuen zyrischen Ex-Präsidenten Xristofias, der sich nächsten Donnerstag vor einem Untersuchungsausschuss wegen schlecht geführter Politik verantworten muss.

Dass von einer militärischen Basis gesprochen wird werden können, wie sie beispielsweise die Engländer auf Zypern betreiben, wenn den Forderungen Russlands von Seiten der zyprischen Regierung entsprochen wird, scheint uns zu diesem Zeitpunkt noch eine äußerst übertriebene Denke an den Tag zu legen. Zur allgemeinen Erinnerung daher: Bekanntlich sind die Engländer Eigentümer des Grund und Bodens, auf dem sie ihre Basen (2) betreiben. Die Russen würden diesen Status wohl nicht so ohne Weiteres erhalten können, Eigentümer von Land zu solchen Zwecken zu werden.

In Zeiten, wo Druck offenbar von allen Seiten sich aufbaut, also auch von Seiten Moskaus, wird Morgen, dem 20. August 2013, die Regierung Zyperns voraussichtlich beschließen, genauer der Ministerrat des Landes, dass 150 Lehrer nicht wieder berufen werden und der Armee zugeteilt werden sollen. Zu diesem Anlass wird eine Konferenz im Troodos abgehalten werden. Letzteres ist insofern bemerkenswert, da unseres Wissens eine zeitliche Kürzung des zu leistenden Militärdienstes (2 Jahre) noch nicht angegangen wurde. Auf diese Weise könnte durchaus das Personal womöglich noch rechtzeitig herangezogen werden bei der zyprischen Armee, um das Kriegsmaterial demnächst gekauft in Israel auch bedienen zu können, sowie die Plattformen im Meer um Erdgas zu fördern etc.

Über die Art und Weise der Festanstellungen von Angestellten im Tourismusbereich wird auf der erwähnten Konferenz ebenfalls entschieden. Das heißt, Kündigungen oder Nicht-Verlängerungen des Arbeitsverhältnisses stehen auch in der Tourismus-Behörde Zyperns ins Haus. Wieviele Angestellte dann von den zu treffenden Entscheiden dieser Konferenz betroffen sein werden, wird an ihrem Ende beziffert.

In einem Beitrag der die Beziehung Russlands zu Griechenland und Zypern zum Thema hat, wird am 23. Juli 2013 in der griechischsprachigen Freepen ( http://freepen.gr/2013/%CE%B5%CE%BB%CE%BB%CE%AC%CE%B4%CE%B1-%CF%81%CF%89%CF%83%CE%AF%CE%B1-%CF%84%CE%BF%CF%85%CF%81%CE%BA%CE%AF%CE%B1-%CE%BA%CE%B1%CE%B9-%CE%AC%CE%BB%CE%BB%CE%B5%CF%82-%CE%BA%CE%B1%CF%84%CE%B1%CF%83%CF%84/ ) davon gesprochen, dass die USA vordringlich eines zu unterbinden suchten: dass Russland sich in Griechenland oder Zypern breitmacht. Hinzukommt, die USA übten Druck auf die Türkei aus, damit die Pipeline namens Blue Stream durch die Türkei möglichst nicht zustande kommt. Ankara hat sich, demFreepen-Beitrag zufolge, dem Ansinnen Washingtrons entzogen und die Pipeline dennoch verlegt.

Des Weiteren wird geschrieben, Moskau habe definitiv entschieden, Syrien nicht aus der Hand zu geben, “zusammen mit der Anbindung der libanesischem Hisbullah und Irans an Assad, wird das letzterem helfen, den Krieg fortzuführen und zu gewinnen.

Gleichzeitig zeigt die Entfernung von Surkow aus dem Kreml und der Angriff Putins auf die (sogenannten) Oligarchen, dass die Verhärtung (des politischen Klimas in Russland) ein Entwurzeltsein russischer Politik (geradezu) bestätigt.

Sollte es in Griechenland und Zypern ethnische Führungen geben, die den Plan der Errettung des griechischen Volkes und der beiden Staaten verfolgen, könnten dieselben vom Erwachen des russischen Bären geschickt profitieren.”

Der Verdacht liegt nahe, dass die Freepen-Webseite eine eher rechtsnationalistische Webseite aus Griechenland ist. Doch interessant ist der aufgeworfene Aspekt in dem Bericht, wo angenommen wird, durch ein verstärktes Engagement Moskaus in der Region letztlich profitieren zu können, wenn die Dinge, versteht sich, recht angepackt werden, und zwar den Hellenismus hervorkehrend in Zypern wie auch in Griechenland.

Dass ein Erstarken des Hellenismus weiterhin ein Wunsch bleiben könnte, zeigte sich zuletzt blutig 1974, als einige glaubten, Griechenland und Zypern mal schnell zu einem Gebilde vereinen zu müssen. Wer indes in den Zeitungen aufmerksam liest, dem kommt diese Vision immer abwegiger vor.

In der Politis vom Sonntag schreibt die Journalistin Renas Xoilaru mit der Überschrift “eine no-win Beziehung” Folgendes, von dem der Außenstehende wahrscheinlich wenig bis gar nichts bislang vernommen hat:

In Bezug auf den Artikel von Ilio Kanelly <<die offizielle ethnische Ideologie und die Xrisi Awgi>> (das sind die griechischen Neonazis, die neuerdings auch im griechischen Parlament sitzen): <<So weit, so nah>>!

Ich dachte das Folgende im Bezug auf die zyprische Gesellschaft: das, was wir hier auf Zypern demonstrativ nicht wissen , ist, dass zu einer Zeit die griechisch-zyprischen Regierungen die griechischen Regierungen in Abenteuer schleiften; oder mit ihrer Haltung mögliche Entwicklungen im griechisch-türkischen Verhältnis blockierten.

Ohne die allgemeine Mutlosigkeit und Introvertiertheit der griechischen politischen Eliten zu verkennen, war das Interesse des griechischen Staates stets ein anderes als das des zyprischen.

Kostas Karamanlis war als persona non grata angesehen, genau nach dem Einmarsch der Türken, denn er handelte realistisch. Und anstatt sein Land in einen Krieg, der schon von Beginn verloren gewesen wäre, zu zerren wegen Zypern, antwortete er mit der berühmten Aussage: “Zypern ist weitweg gelegen!”

Eine Aussage, die die uns bekannten Kriegstreiber nie verstanden in Zypern oder Griechenland.

Ich denke zwei wichtige Messages beinhaltet diese Aussage. 1) 1974 haben wir den Krieg verloren, 2) ich kann Griechenland nicht in Abenteuer stürzen wegen Zypern. Ich optiere für etwas anderes.

Diese Politik ist hart gewesen für die Leute in Zypern (ich meine die Griechisch-Zyprer), die sich von Griechenland betrogen sahen, die noch in Zelten hausten und völliger Unsicherheit, aber 40 Jahre später ist Zeit, dass wir das mit anderen Augen lesen.

Die Initiative von (dem griechischen Politiker) Simitis Zypern in die EU zu bringen, ist, denke ich, das letzte Angebot der ‚Mutter‘ an ihre ‚Tochter gewesen (Griechenland und Zypern sind gemeint). Von jenem Zeitpunkt an trennte (der ehemalige Präsident Zyperns) Papadopolous risikoreich seinen Platz (neben der Mutter) ab, indem er seinen Kopfball 2004 lancierte; doch bereits dann zeigte die (noch) junge ökonomische Krise und das Bankenproblem, dass es einen Interessenkonflikt zwischen den beiden Staaten gibt.

Die historischen und politischen Beziehungen der Republik Zypern und Griechenlands müssen halten, aber in eine andere Phase eintreten. Je früher wir das kapieren, (desto besser) anstatt Verstecken-spielen hinter abgelutschtem, gemeinschaftlichem, ethnischem Kampf in allen seinen Varianten – zum Beispiel: Zypern entscheidet und Griechenland steht bei… .

Ich möchte hier kein weiteres Thema eröffnen. Doch das Gleiche trifft auch zu mit unseren Beziehungen zur Türkei. Die Türkei ist mit einer Umkehrung der (vorherigen) Aussage von Karamanlis “sehr nah!” Sie ist ein mächtiges, ökonomisches Gebilde, Mitglied der G20, und kann darüberhinaus ihre Außenpolitik (notfalls) mit ihrem Militär durchsetzen, etwas was wir verkennen beim Versuch, sie vom Gas(Förder-Ding) zu verbannen…. .

Wir müssen als Gesellschaft (endlich) entscheiden, was wir (eigentlich) wollen, um letztlich voranzukommen. Lasst uns nicht noch einmal die Geschichte für uns entscheiden. Geschichte urteilt nicht. Wir haben ein Urteil zu fällen, und dementsprechend unsere Geschichte zu bauen!”

Hört sich gut an, doch scheint Russland mitbauen zu wollen! Mal sehen, was wir darüber in unmittelbarer Zukunft noch alles schreiben werden können.

Fragen an Guido Westerwelle!

Was wir schon immer mal zum Ausdruck bringen wollten, ganz abgesehen von den nirgendwo erwähnten, oder zur Rede stehenden, Besitzrechten der Syrer am neuen Erdgasreichtum in der Region südöstliches Mittelmeer: Kriegen die Palästinenser eigentlich auch etwas davon ab? Wie wird das anteilsmäßig eigentlich geregelt, wenn überhaupt, dass Israel (Hausherr der Palästinenser, oder wie man diesen Staat noch nennen darf) seinem vermeintlichen Untermieter (den Palästinensern), dem das Hausrecht bekanntlich abgejagt wurde, (welches er mal hatte und somit doch wohl auch daher eigentlich noch immer Mitbesitzer am Land, auf dem er lebt ist und war, eben weil es ihm abgejagt wurde) am neuen in Zypern in aller Munde geratenen Erdgasreichtum vor der jeweiligen Küste teilhaben lassen wird?

Wäre Recht nett, wenn Sie, Herr Westerwelle, sich mal dazu positionierten. Sie könnten auf diese Weise vielleicht gerade noch rechtzeitig verhindern, dass deutsche Soldaten und Diplomaten dann nicht wie in Afghanistan ihr Leben aufs ‚Spiel‘ setzen gehen, um für viele nicht nachvollziehbare deutsche Interessen zu vertreten – und dass deutsche Schiffe in der Region des südöstlichen Mittelmeers bereits seit Jahren Patrouille schieben, ist ja kein Geheimnis.

Das Geheimnis daran ist, Herr Westerwelle, wie weit geht deren Auftrag eigentlich wirklich? Soweit wie bei der deutschen Truppe in Afghanistan? Noch weiter? Wirklich nur und ausschließlich Verteidigung oder doch im Notfall unterstützen einer eventuell nicht ganz verteidigungstechnischen Aktion?

Was nun, Herr Westerwelle? Treten Sie doch mal in den Dialog, den Sie den Ägyptern so vollmundig vorschlagen. Kommen Sie zurück an den Verhandlungstisch – das ist in den Dialog mit uns, meintewegen mit jemand von den Medien. Lassen Sie jedenfalls die deutsche Öffentlichkeit an ihrem Wirken hier in der Region teilhaben. Klären Sie uns auf, darüber, was mit dem Teilhaberecht der Palästinenser an dem Erdgas, welches bereits von Israel gefördert wird, passieren wird, bevor deutsche Rekruten und andere ihren Kopf hinhalten gehen für eine Politik, von der wie in Afghanistan leider nicht gesagt werden kann, dass sie der Bundesrepublik viel eingebracht hätte; oder das sie das Ansehen – sei es im eigenen Lager (Westen, EU) oder bei Dritten – ersichtlich verbessert hätte.

Das Gegenteil darf vermutet werden, ist eingetreten im Afghanistan-Einsatz – ganz zu schweigen von den derzeit beinah stilllschweigendlaufenden Einsätzen in Teilen Afrikas der deutschen Armee. Was ist los Herr Westerwelle?

Andern empfehlen, was man im Prinzip selbst nicht tut, nämlich die Dinge offen zu bennen und miteinander auszudiskutieren, ist hoffentlich schon bald und für immer Vergangenheit.

5% der abgegebenen Wählerstimmen zu erreichen, soll nicht immer einfach sein.

Herr Erdogan bleibt bei seinen 10%.

Warum votieren Sie eigentlich nicht für die 2%-ige Wahlhürde?

Die 2 ist ja sozusagen auch die Essenz eines Dialogs: 2 Seiten reden miteinander! Sie verstehen?

5 Finger hat die Hand. “Palästina hat ein Anrecht darauf!” Diese 5 Worte stehen im Mittelmeer aus, Sie können sie ergreifen, zwischen Europa, Asien und Afrika, dann wissen wir, eventuell, wo Sie auch noch stehen. Das ist auch Liberalität, das zu sagen, zu tun, Herr Westerwelle, für die Sie vorgeben zu stehen mit der FDP.

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