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Pokern in Crans-Montana

Polit-Poker-und-mehr!

Der Sommer kann nun langsam ein solcher genannt werden – auch im sonnenverwöhnten Zypern. Das soll heißen, er war dieses Jahr wirklich spät dran. Zwar ist das Meerwasser noch etwas kalt gewesen am 18.06.17, aber nur noch etwas. Einmal drin, löste sich das Alles in Wohlgefallen auf – „und das ist gut so (Wowereit)!“

Sonntag war mal wieder, die Kathemerini-Sonntagsausgabe noch nicht gelesen, aber immerhin gekauft worden. Klar, wir hatten nach dem Frühstück erstmal Lust auf Schwimmen, unweit von dem Dorf Maroni, welches zwischen Limassol und Larnaka, bei Zyggi, gelegen ist. Der Beach dort hat neuerdings sogar einen Namen: „Maἴa Beach“. Viele Sonnenschirme, die da wieder aufgereiht sind, alle gelb, außer 2en oder 3en, die in einem sonderbar wie abgewaschen wirkenden Beige das Auge erfreuen sollen. Der Betreiber und sein Sohn werden wohl einen guten Schnitt machen, heute, und wie es aussieht auch in diesen Sommer. Wir gehen dort lediglich schwimmen seit Jahren, liegen also nicht unter Schirmen und konsumieren keine gesüßten Getränke oder gar Alkohol, die dort gern gereicht werden gegen Geld. Obwohl wir nichts kaufen, grüßt der Vater dennoch stets freundlich. Der Sohn indes nie, der vielleicht in England länger lebte – seiner Sprachkenntnis und Akzent zufolge. In der Sonne liegen an diesem von Menschen gut besuchten Beach – und das womöglich noch unter dem unvergleichlichen Geruch all der Sonnencremes in Gebrauch – schenken wir uns also gewöhnlich. Es gibt dort allerdings auch noch einen Teil vom Beach, wo man sich in den weichen, schönen Sand des recht attraktiven Beachstreifens legen kann – wo auch auffällig weniger von erwähntem Gebrauch des Hilfsmittels gegen die Sonne mitgekriegt wird im Allgemeinen. Weiter hinten, also weiter Weg von der Treppe, die nach unten führt, befindet sich dieser liege-sonnenschirmlose Bereich, wo die Ruhe eigentlich nur noch aus einer der beiden Villen schallend zersägt oder von Laubstaubsaugern oder Ähnlichem im Gebrauch von den Besitzern dort in Schach gehalten werden kann. Nichts drin mit Nacktbaden, was allerdings schon längst nicht mehr überall gilt in Zypern. Es gibt Orte, wo Hüllen fallengelassen werden, so zum Beispiel an Teilen des so genannten „Governor Beaches!“ Wie oft solch Lärm verursachendes Werkzeug in den beiden Villen im Sommer angeworfen wird, um den Garten auf ‚Schön‘ zu trimmen, weiß ich nicht, da wir in dieser Jahreszeit stets sehr früh unterwegs sind, als wollten wir der aufgehenden Sonne unseren Gruß darbringen – aber nicht unbedingt, um den Leuten zu entgehen. Letzteres daher nicht, weil man halt doch immer mal wieder auf jemanden trifft, die oder den man schon länger nicht mehr gesehen hat. Jemand neu kennenzulernen, ist auch nicht völlig ausgeschlossen. Na ja, so ungefähr. Meist ist die Sonne dann doch schon im Osten über dem Meer stehend zu sehen, wenn wir ankommen, und zwar über dem teils verbombten Syrien, dem zu oft mit Füßen getretenen Kurdistan, dem nahezu im Dauerkonflikt liegenden religiös schieden gesplitterten Libanon, Palästina und Israel, die mit ihrem Strahlenkranz aber noch nicht stechend zurückgrüßt. Diesen recht einfach wirkenden Strand, der uns auch daher im Herbst, Frühling und Winter erfreut, haben wir also wie jedes Jahr und einsichtiger Weise an die Gemeinschaft der Badefreudigen abgegeben. Alles zu seiner Zeit! Vor und nach der Sommersaison finden wir uns dort ziemlich regelmäßig ein, um Morgensport zu treiben: Laufen, Springen, Spurten, Rückwärtsgehen, Kniebeugen, Atemübungen und natürlich Schwimmen usw. Ja, man kann das ganze Jahr über schwimmen, wenn man sich innerlich auf die Begegnung mit kälterem Wasser eicht, so etwas zu einem höchst erfrischenden Erlebnis umzumünzen versteht. Ist wirklich nicht allzu schwer, weil das H2O nicht allzu kalt ist im Winter, schätzungsweise so um die 10 Grad. Nachts sind wir komischerweise nie am Strand, wahrscheinlich, weil die Aussicht vom Balkon suggeriert, man könne sich das sparen – was natürlich Blödsinn ist. Der Sand ist einfach so herrlich kniefreundlich weich, auch an diesem Beach. In den Büschen zwitschert es unentwegt. Welch Wunder, dass uns darin noch keine Leimruten oder Vogelfallen aufgefallen sind. Allerdings gucken wir auch nicht konsequent nach, ob dem so sein könnte. Man will sich ja schließlich den Morgen nicht verderben. Ganz schön egoistisch denken Sie? Jedenfalls ist es kein großes Vergnügen, mit der Singvogel-Jagd-Lobby Zyperns im Clinch zu liegen oder zu geraten – und die ist auf der Insel Afrodites recht ausgeprägt und kennt wenig Spaß, wenn es um das Einhalten ihrer Traditionen geht.

Apropos Traditionen: Seit Freitagnachmittag, den 23. Juni, haben zyprische Eltern und Kinder wieder Schulferien.

Die Politiker Zyperns, also jene an der Spitze der jeweiligen Parteien im griechisch-zyprischen Teil der Insel, werden demnächst wie Schulkinder des geteilten Landes auch in die Ferien gehen, und zwar in das mondäne Örtchen „Crans-Montana“ (C-M). Das ist am 27. Juni 2017 doch wirklich Realität geworden. Ja, das Örtchen liegt in den Schweizer Bergen. Ja, soll dort teuer sein, und, versteht sich, es ist angesagt, sich an jenem Ort ein Stelldichein zu geben als jemand von Welt. Ja, es lässt sich gut essen und trinken in C-M (also „Si-Äm“ gesprochen). Nebenbei kann dort oben auch etwas Politik betrieben werden. Denn je höher ein Ort in den Bergen oder im Ansehen der Leute, man höre, desto seriöser und authentischer das Tagwerk, welches dort vollbracht wird!?

Die jeweiligen Außenminister, jener aus dem Norden Zyperns und der aus dem Süden sind gemeint, werden dann – gewiss – auch noch in C-M vorbeischauen und noch andere Protagonisten, zum Beispiel einige andere noch der britischen Garantiemacht oder von der UN und der EU sowieso – „full house“, wie man beim Poker sagt. Das tun die Außenminister dann, bevor es den zuvor es den davor erwähnten Beteiligten und jenen, die effektiv etwas mehr tun werden als nur Leckerli zu stopfen, Reden und Interviews zu halten sowie Massagen zu genießen oder den Zahnarzt aufzusuchen, zu langweilig wird während der politisch angehauchten Ferienfahrt in Richtung Wiedervereinigung Zyperns im „schweizerischen Schicksal der Zyprer“, wie die Kathemerini Zyperns den bergigen Ort in der Schweiz auf Griechisch einmal umschrieb.

Zwar sollen die jeweiligen Außenminister in der Schweiz nur eintreffen, wenn in den politischen Treffen, die wie am Rande laufen dürften, ETWAS herausgekommen ist. Nur gut, dass das Wort „etwas“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, etwa so, wie: Präsident Etwas zu Etwas hat von etwas eine etwaige Ahnung, lässt daher etwas ganz anders tun als Edward – oder so.

Der Sommer kann also kommen, ist inzwischen angekommen, wie bereits weiter oben festgestellt wurde. Keine Angst, die Herren Politiker aus Zypern kriegen ihre Sitzplätze auch kurzfristig in Fliegern gebucht – oder flogen womöglich gleich selber alle im präsidialen Flieger in die Schweiz. Ja, es werden mal wieder nur, wahrscheinlich nur, Männer unterwegs sein, von denen berichtet werden wird als Verhandelnde. Inzwischen weiß ich: Es sind alles nur Männer, zumindest auf griechisch-zyprischer Seite. Schon allein das ist ein Skandal! Frauen sitzen, sozusagen, brav in zweiter oder gar dritter Reihe und machen den Herren einen Großteil der Arbeit. Wo sind wir eigentlich? Das Vorhaben kann schon allein auf Grund dieser Schräglage nicht gelingen?! Ein Männerurlaub wie in den 50er Jahren?! Ich warte nur noch auf das Bild eines Politikers in einer der Medien, der auf einem großen Balkon einer Villa stehend in Grans-Montana seine kubanische Zigarre schmökt.

Ein präsidialer Jet, nur dergleichen kommt eigentlich in Frage, passte schon zum nötigen Wind, den man zu verursachen hat, wenn man sich nach einem Ort wie Crans-Montana begibt und, bitte sehr, dies als Staatsmann und mindestens genauso wichtig wie Churchill. Sie verstehen? Solch ‚wichtige‘ Gespräche in Nikosias neutraler Zone durchzuziehen, hat einfach nicht den nötigen kulturpolitischen Aufwind, würde nicht genügend Steuergelder verbraten – auch wenn die Verhandlungen am Schluss – wieder oder fast – zum Absturz zwischen Norden und Süden führen könnten.

Obgleich, es muss schon gesagt werden, dass ein bisschen Pokerface auch in mir schlummert. Und dieser Umstand lässt auch vermuten, dass Astrologie eigentlich die richtige Instanz wäre, um all die Faktoren, die in Erwägung zu ziehen sind, um den Ausgang der inner-zyprischen Bemühungen im schweizerischen Urlaub ermitteln zu können – aufgrund ihres außer-irdischen Überblicks. Der Verdacht liegt also in der Luft, dass durchaus auch andere Pokerfaces derartig spekulieren, nämlich, dass sich in Crans-Montana womöglich wirklich geeinigt werden könnte dieses Mal.

Na dann wäre was los. Hilfe! Wer sollte denn bitte sehr so etwas Vereinigtes ertragen? Die Zyprer etwa? Dagegen sind oder wären die Schwierigkeiten nach der Vereinigung von BRD und DDR geradezu ein Sonntagsspaziergang, oder so. Den zyprischen ‚Spaziergang‘ dieser vereinigten Art könnte dann womöglich jemand ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt als passend befunden haben?

Denn: Haben Sie auch schon davon gehört, dass die Israelis – bei dem trilateralen Treffen mit Griechenland und Zypern letztens – vorgeschlagen haben sollen: Ach, lasst uns doch die ganze Ölförderung im südöstlichen Mittelmeer zusammenlegen!

Bumms, dieser Vorschlag hatte gesessen!

Was tun?

Sonst heißt es ja immer: diversifizieren!

Wir schrieben es bereits: Das, was manche insgeheim denken und vielleicht auch schon als Plan in ihren Schubladen bereit zum-damit-in-die-Öffentlichkeit-treten liegen haben, scheint immer näher zu rücken. Und das ist: Den Israelis eine Perspektive zum Beitritt in die EU zu eröffnen.

Was halten Sie davon?

Bedenken Sie, die australischen UNFIcyp-Truppen haben gerade vor ein paar Tagen erst ihre Koffer gepackt auf Zypern.

Guter Entscheid!

Andere Länder, die m Rahmen der UN als Friedensvermittler auf Zypern tätig (sein sollen) sind, dürften diesem Beispiel folgen. Und auch daher gewinnt die erwähnte israelische Perspektive doch wohl an Gewicht in der Region.

Davon mehr, sagen sich eventuell nicht wenige, nach den Wahlen in Deutschlands September. Bis zu diesem Zeitpunkt könnten sich auch Griechen und Mazedonier endlich geeinigt haben wegen der Namensangelegenheit. Die Mazedonier wollen ja von ihrem Landesnamen nun Abstand nehmen und endlich gehorchen wollen, wie es Athen gern hätte – erstere haben ihren Preis dafür bereits benannt, versteht sich. Machen Sie sich da keine Sorgen, verehrte Leser. Die Mazedonier stellten im Gegenzug auch noch in Aussicht, etwas EU-licher zu werden; und die EU plus Griechenland, dass dieses Land dann wohl doch noch schnell unter den EU-Schirm kommt – bevor der russische Winter dort einbricht. Das ist doch schon mal was, oder?

An anderem Ort im Netz (Facebook: Zypernundmehr) wurde bereits vorgeschlagen, dass Mazedonien zukünftig „Mazi“ genannt gehört. Das ist zwar auch Griechisch und bedeutet „zusammen“. Das Wort scheint aber niemandem auf den Schlips ideologisch, oder wie auch immer geartet, zu treten. Scheint also allseits einigermaßen gut verdaubar zu sein. Außerdem ist MAZI doch so schön unserer Zeit gerecht kurz und schnell ausgesprochen und von seiner Wortbedeutung her einfach überwiegend positiv besetzt: gemeinsam in den Krieg, gemeinsam gegen Die anderen, gemeinsam in den Tod für die EU etc. Verzeihen Sie, dass dem Gemeinsamen so viele Gemeinsamkeiten zu entlocken sind, die, je nach Blickwinkel, halt doch zuweilen positiv rüberkommen – sozusagen zwangsweise. Hoffe, auch Sie können das so erkennen!

Nee, jetzt mal ehrlich: Mazedonien muss noch unter den EU-Deckmantel. Alles andere wäre Putin nicht nur den roten Teppich vor dem EU-Haus auszurollen, sondern auch den Hebel für fortdauerndes Chaos und Kuddel-Muddel an der „Süd-Ostflanke“ der EU in die Hand zu spielen – und an die langen, schlanken Greifer aus Peking wollen wir da gar nicht erst erinnern. Allerdings auch daran nicht, was die Welt am 27. Juni 2017 auf Seite 7 unter anderem schreibt: „… Österreichs Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil hat vor einem wachsenden Einfluss des Islam in Südosteuropa gewarnt. „Wir sehen auf dem Balkan eine schleichende Islamisierung!“ … . Ankara werde im Kosovo, Albanien und auch in Serbien immer einflussreicher: „Es wäre aus meiner Sicht nicht vertretbar, dass die Türkei im Rahmen von Nato-Einsätzen demnächst möglicherweise immer mehr Truppen am Balkan stellen wird“, sagte der Minister. Ein solches Übergewicht könne nicht im Interesse der Europäer liegen. Doskozil: „Deutschland und andere Staaten dürfen in ihrem Engagement am Balkan nicht nachlassen, damit das Gleichgewicht der Kräfte und die Stabilisierung der Demokratie in der Region nicht gestört werden.“ … So versucht die Türkei mit der großzügigen Renovierung zum Teil kriegszerstörter Moscheen in den Städten Banja Luka und Sarajevo (Bosnien), Priren und Pristina (Kosovo) oder als Großinvestor in verarmten Landstrichen Bosniens und Südserbiens, die Herzen der Menschen zu gewinnen. Im Kosovo sind türkische Unternehmen im Nahrungsmittelbereich, beim Straßenbau und im Energiesektor stark vertreten. In Albanien weitet sich der türkische Einfluss ebenfalls aus.“

Auch daher erscheint es einem schon als Art Wohltat, in den Nachrichten vom 29. 06. 17 zu erfahren, dass man beim G 20-Treffen in Hamburg Erdoĝan ENDLICH verbietet, bei seinen fanatisierten und teils auf Trotz gegenüber der Gesellschaft in der sie leben eingestellten Deutschen mit türkischem Hintergrund solches Sentiment auf- oder anzurühren. Vielen dieser Leute gilt es endlich ihre Attitüde oder verstiegene Hoffnung anzukratzen, die den Autokraten mit Sultan-Ambition vom Bosporus bereits wie einen muslimischen Heilsbringer zuweilen ansehen. Letzteres ist deR ganz gewiss nicht. Ein Blick auf seine Bankkonten, in die Knäste der Türkei, wo wieder verstärkt gefoltert wird etc. reicht eigentlich, um das zu verstehen. In diesem Zusammenhang muss einfach noch schnell das Erstaunen darüber ausgedrückt werden, dass für die kommende Wintersaison 2017 anscheinend Ägypten von sonnenhungrigen Urlaubern schon gut gebucht worden sein soll. Dass Ähnliches dann im Sommer 2018 für die Türkei ansteht, würde vor diesem Hintergrund nicht mehr verwundern. Und hier wäre die Politik gefragt, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken. Denn anscheinend halten Reisewarnungen Touristen nicht mehr davon ab, dennoch nach Orten wie Ägypten zu fahren. Frau Merkel & Co. müssten sich noch eindeutiger positionieren, damit dann keine Berichte eingehen über so-und-so-viel Touristen, die im Tempel von X oder Y gefangen, gefoltert oder abgeschlachtet wurden. Insofern ist es auch nicht klug von ihr, sich am 29. Juni 2017 im Parlament nicht zu dem Redeverbot des türkischen Präsidenten außerhalb der G20 (oder in der türkischen Botschaft) geäußert zu haben. Manche Leute brauchen klare Zeichen, vor allem in Zeiten wie diesen, wo offenbar schnell mal jemand glaubt, seinen Frust andere mit dem Leben bezahlen zu lassen und dann noch irgendwas von ISLAM quasselt danach.

Gelänge die Beilegung dieses dummen Streits der Mazedonier mit den Griechen, könnte eine gewisse EU-isierende Ausstrahlung den Kosovo und Serbien zu befrieden helfen. Sie werden es nicht wahrhaben wollen, doch irgendwie müssen diese ‚offenen Rechnungen‘ in und auch um das Gebiet der EU durchaus auch im Zusammenhang mit den Entwicklungen in Zypern gesehen und gesichtet werden.

In knapp 8 Monaten sollen Wahlen auf Zypern sein, auf der griechisch-sprachigen Seite. Ehrlich gesagt: Das Wahlgeblöke überall klingt bereits als seien die Wahlen nächste Woche. Das heißt: Wir werden 8 lange Monate mit dem Thema genervt und beschossen. Scheinbar scheint nichts Wichtigeres mehr zu bestehen in ‚dieser‘ zyprischen Welt – und schon allein daher sind die Verhandlungen vonseiten der griechisch-zyprischen Seite in Crans-Montana mehr als fragwürdig. Wahlen auf Zypern sind wie bei Darwin oder Shakespeares die Frage nach „sein oder nicht sein!“ Nun, hoffen wir, dass dabei nicht ein Ende herauskommt, dass dem aus der Haft entlassenen chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo gleicht: „Zum Sterben entlassen! (Welt)“.

Diese Frage nach dem Sein, auch wenn ein Ausrufezeichen dahinter angebracht wurde, hängt irgendwie immer über dem zyprischen Parteien-Himmel – 365 Tage im Jahr ist dort Wahl, irgendwie. Das Schachern innerhalb und zwischen den Parteien Zyperns mag manchen ein interessantes Thema sein, gewiss ist es aber ein akademischer Zeitvertreib, dessen vielleicht interessanteste Frage derzeit ist: Na, welche Ausrede oder Grund wird von der griechisch-zyprischen Seite wohl letztlich angeführt werden, den, wie immer, in Aussicht gestellten Erfolg der Verhandlungen doch nicht auf großer internationaler Bühne verkünden zu können? Welche Dramatik im 3. Akt des Theaterstücks namens Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern ließ das Stück zum Drama werden und nicht zur Geschichte mit Happy End? Die Zuschauer schmachten jetzt schon danach, den Ausgang dieser hochinteressanten Aufführung miterleben zu dürfen. Die meisten schnarchen, nicht applaudieren, schon recht laut.

Wollen wir besser nicht so etwas wie eine Nutzen-Kostenrechnung erstellen. Es kann hier allerdings vorerst nur darauf verwiesen werden, dass die Cyprus Mail über das stets veranstaltete Wahlgetöse jahrein – jahraus näher Auskunft gibt auf Englisch und wahrscheinlich auch die Cyprus Weekly – und ganz gewiss alle griechisch-sprachigen Zeitungen Zyperns.

Ehrlich gesagt: Das Thema ist wirklich mindestens so ermüdend, wie die sogenannten Bemühungen in Sachen Wiedervereinigung des Landes sich andauernd anhören zu sollen, welche also zu oft ein Auftritt in New York oder in der Schweiz gewisser „Spitzenpolitiker“ der Insel begleitet.

Dennoch werden wir Sie über aller Wichtigstes, sogar scheinbar Wichtiges, auf dem Laufenden halten – sporadisch und mit dem anerbotenen Ernst sowie Distanz. Zum Beispiel ist die bereits erwähnte und zitierte Kathimerini am Sonntag, dem 18. Juni 2017, seitenweise voll mit dem zyprischen Wahl-Thema, und zwar, dass der Parteiunabhängige Mike Spanos nun doch nicht die (schein)kommunistische AKEL im Rennen um den Präsidentensitz auf Zypern vertreten wird.

Wahrscheinlich war das ein kluger Entschluss dieses Herren. Tagtäglich sieht man in den Nachrichten AKEL-Leute wie Malos, Kasamias, Kyprianou und wie sie alle noch heißen in ihren Startlöchern sitzend. Wer hat da eigentlich geglaubt, er könne an diesen Alfa-Tierchen der Partei vorbei einen von DRAUßEN an der Spitze positionieren?

Möglich wäre es zwar, aber nicht wirklich vorstellbar. Derjenige, der oder die das schafft, muss wahrscheinlich „das Kapital“, „mein Kampf“ sowie „Tom Sawyers“ wahlweise, aber im gleichen Zeitraum gelesen haben: einmal da ein Kapitelchen, einmal dort ein Kapitel usw.

Doch, ich bin jetzt mal der Meinung, dass solch Vorgehen eines zyprischen Politikers die Lösung der Zypernfrage durchaus auch bringen könnte, also, diese Klassiker so zu lesen. Welche, das Inselchen wiedervereinigende, Eingebungen ein solcher Mensch bei solch Lektüre erhält, behaupte ich kühn, kann, was die Zypernfrage angeht, eigentlich nur noch eine Erfolgsstory werden – zumal ja all das andere Geplänkel seit über 40 Jahren bislang nicht oder zu wenig geholfen hat. Jedenfalls, wenn es diesmal nicht klappt, dann bitte sehr all die Verhandlungsführenden und andere wichtige Protagonisten mit der RICHTIGEN Lektüre ausstatten – siehe oben!

Sie haben mich ertappt: Es fehlt mal wieder eine Frau, die als Autorin den Herren in Zypern noch hineingereicht gehörte zwecks Erlangen des immer wieder proklamierten obersten Ziels der zyprischen Politiker. Weil mir nichts Besseres einfällt auf die Schnelle und in der Not, wird empfohlen: Greift doch bitte noch zu Alice Schwarzer, irgendwas von dieser Frau Geschriebenes, am Geeignetsten erscheint aber: „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen.“ Dieses Standardwerk des Feminismus sodann mit den zuvor erwähnten Büchern in vorgegebener Weise – ein Kapitel hier, ein anderes dort – lesen und die zyprische Welt wird gewiss afrodisierender!

Der griechisch-zyprische Präsident Anastasiadis gibt sich derzeit noch siegessicherer als sonst. Die zyprische Presse titelt dazu so schön: „Und jetzt liegt der Ball bei den Türken!“ Mal wieder, könnte man sagen, soll der dort liegen. Praktisch nichts getan vonseiten der Griechischzyprer, und dennoch soll der Ball bei den Türken liegen. Bravo! Das grenzt wirklich schon an Hexerei. Dass die Griechischzyprer sich nun offenbar doch mit den Türkischzyprern in der Schweiz – steuergelderverbratenderweise – treffen, ist vielen ein Ärgernis sondergleichen, mag ich Sie noch wissen lassen! Wer stoppt diesen Wahnsinn endlich? Das fragen sich nicht wenige.

Eine, der vielen Wahnsinnigkeiten, scheint man nach Jahren anscheinend aus der Welt geschafft zu haben, demnächst. Ein Wunder, wenn da nicht noch was verzögernd dazwischen kommt bei der sogenannten GeSY – Gesundheitsreform und so. Angelos Anastasiou schreibt in der Sunday Mail vom 18. Juni 17:

Die im Parlament angenommene Entscheidung, eine nationale Gesundheitsfürsorge nach jahrzehntelangem fruchtlosen Diskussionen einzurichten, war ein monumentaler Schritt vorwärts, obwohl es noch viele weitere Schritte braucht, bis diese Reform umgesetzt werden kann. Die Hauptsäule, die dieses System für alle Lohnempfänger, Angestellte und Beamte stützen soll, die einen Teil ihres Einkommens zum Gelingen beitragen, ist: weltweite Deckung gleichwertiger Gesundheitsfürsorge und freie Arztwahl der Patienten. Jedermann hat die Freiheit, die Grunddeckung bei privaten Gesundheitsversicherungen aufzustocken: entweder, um spezialisierte Serviceleistungen abzudecken, die nicht durch GeSY gedeckt sind, wie zum Beispiel der Erhalt von Markenmedizin oder um sich im Spital bei der Wahl eines Krankenzimmers abzugraden; oder es besteht sogar die Möglichkeit, die Bestimmungen von GeSY abzulehnen und irgendeinen Arzt, und dies jederzeit, konsultieren zu können, egal, ob dieser bei der GeSY registriert ist oder nicht.

Wie von der politischen Führung einstimmig vereinbart wurde, sollen am 01. März 2019 die Beitragszahlungen bei Rentnern, Lohnempfängern und Staatsangestellten mit 1,7% ihres Einkommens beginnen, der Arbeitgeberanteil liegt bei 1,85%, der Staatsbeitrag für seine Lohnsummen beträgt 1,65% – und Selbstständige berappen 2,55%. Am 1. März 2020 werden definitive Beitragszahlungen festgelegt für all die zuvor erwähnten Angestellten mit 2,65%, wobei die Arbeitgeber zusätzlich 2,9% beitragen und der Staat für seine Angestellten/Beamten 4,7% – sowie Selbständige mit 4%“ usw.

Summasummarum: Man wird dann hoffentlich ab dem Jahr 2020 über eine umfassende Gesundheitsversicherung aller Zyprer (Süden) verfügen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wenn in Betracht gezogen wird, dass es immer noch kein Lärmschutzgesetz gibt, welches regelt, dass Veranstalter jedweder Art ihre Musik, Lärm – nennen Sie es, wie sie wollen – ab 22 Uhr, beispielsweise, nicht mehr haben dürfen, dass dieser oder jener Schallpegel nicht überschritten werden darf etc.

Es sieht bislang nicht so aus, als würden die Damen und Herren vom griechisch-zyprischen Parlament sich nun doch schon demnächst einig werden in dieser Lärm-Angelegenheit. Angeblich soll das im Oktober 2017 dann aber der Fall sein.

Bis dahin können Sie, verehrte Leser, als Kneipenbesitzer oder dergleichen aufdrehen, bis die Nachbarschaft auswandert – aber gewiss, bis die Touristensaison 2017 vorbei sein wird und alle Touris, hoffentlich beschwingt dadurch, an ihre Arbeit zurückgekehrt sein werden.

Warum Menschen neuerdings anscheinend andauernd mit Musik berieselt werden müssen, ist hier jedenfalls unverständlich. Ich versteige mich sogar zu der Behauptung ohne statistische Belege, dass das Gequake aus Lautsprecherboxen an Stränden letztlich den erwünschten Effekt – entspannt und mit Energie aufgefüllt zurück in die Heimat zu kommen – bekämpft oder schmälert. Es ist der CTO Zyperns, der Tourismusbehörde, dringend anzuraten, solche lärmfreien Orte an Stränden zu kreieren.

Da bietet sich schon an, wären Sie vorsorglich zu den 3.en internationalen Yoga-Tagen gegangen hier auf Zypern. Sind jetzt leider schon wieder vorbei. Fanden dieses Jahr am 21. Juni statt. Der High Commissionar Indiens in Nikosia hat den Event besorgt – ein Highlight. In Platres traf man sich dazu. Das ist ein Ort im Troodos Gebirge, wo die Luft nach Pinien und nochmals nach Pinien riecht. Schön schattig dort und gute Aussicht – sonntags im Sommer allerdings überrannt mit vorwiegend einheimischen Besuchern, die meist nicht gerade leise miteinander reden.

Immerhin, die Polizei Zyperns ist aktiv, und zwar dort, wo man es gar nicht so aktiv erwarten würde auf Zypern. Ganz körpernah sogar. Um Zuhältern auf die Schliche zu kommen, sollen Beamte sich als Freier engagiert haben. Und klar, da blieb wohl nicht aus, dass der fleißige Beamte sich eine volle Dose Hurenliebe abholen ging, um die Gute dann für ihre Dienste mit gezinktem Geld zu bezahlen, ja, und um sie dem Gesetz umgehend danach zuführen zu können. Eine 72-Jährige wurde sogar festgenommen. Vielleicht hätte die Dame bei Bedarf die mit Zuhälter verbotene, horizontale Arbeit auch ohne einen Zuhälter erledigt, wer weiß. Doch sie soll ja ‚nur‘ eine Hurenhalterin, also Zuhälterin gewesen sein.

Wie hier auf Zypernundmehr mehrfach berichtet wurde, ist das Problem sexueller Ausbeutung von Frauen, vor allem aus der Dritten Welt und möglichst jungen, durchaus gegeben und vom Ausmaß her als problematisch einzustufen – wenn der Norden dabei miteinbezogen wird.

Nun von Ausbeute, oder dergleichen, kann im Folgenden in gewisser Weise auch gesprochen werden.

Die Co-Op Zentral-Bank Zyperns fordert nämlich Lohnerhöhung; und wenn dem Wunsch nicht nachgegeben wird, dann … . Diese guten Forderungenstellenden der Co-Op haben anscheinend vergessen, dass sie ihr Hinterteil im Trockenen halten können, weil der zyprische Staat 1,7 Milliarden Euro von internationalen Kreditgebern ausgeliehen hatte. Machen Sie sich nicht weitere Sorgen, verehrte Leser: Das Sümmchen zahlt selbstverständlich der zyprische Steuerzahler ab, nicht etwa die Damen und Herren von der Co-Op, also die Arbeiter derselben, die an der Finanzkrise durchaus einen erwähnenswerten Anteil nahmen vor dem Jahr 2013 durch ihre Geschäftspraktiken etc. Dreist lebt offenbar länger und besser!

Nur für all jene, die es noch interessieren sollte: Die Co-Op ist noch längst nicht aus dem Schneider, was ihre Finanzen, Geschäftchen und die angeblich überwundene Krise angeht. In diesem Zusammenhang ist umso ‚lustiger‘, dass die zyprische Regierung danach schielt, diese Bank dennoch an der Börse gelistet zu sehen. Das soll im September 2017 möglichst der Fall werden. 25% der Anteile der Regierung an der Co-Op werden zu diesem Zwecke – hui, wie spendabel – an die Co-Op-Kunden vermacht, sozusagen.

Natürlich nörgelt nun der Oberstaatsanwalt, der Hauptprüfer solcher Dinge. Mal sehen, ob er den erwähnten Börsengang – noch – verhindern wird können, verhindern will.

Zur Info: Die Co-Op wurde ja zur Hightime der Krise zur Co-Op Zentral Bank. Und die Gewerkschaft hätte nun gern, dass alle Beschäftigten gleiche Löhne erhalten – also, dass diejenigen Mitarbeiter aus der Co-Op (vor 2013) nicht weiterhin ‚übervorteilt‘ werden. Es riecht ansonsten, Sie ahnen es schon, nach Streik. Der Haken daran: Die ‚sehr‘ realistischen Gewerkschafter wollen natürlich eine Lohnangleichung auf höchstem Niveau erreichen, also, dass alle den Lohn erhalten, den die bislang am meisten Verdienenden in der ehemaligen Co-Op erhielten. Wenn schon, denn schon!

Kurz: Die Forderungen der Gewerkschaft eignen sich eigentlich gut, die mentale Verfasstheit vieler Zyprer zu begreifen – immer schön übern Rand hinausschießen oder -schwappen! Es herrscht offenbar geradezu ein Drang zur Exklusivität bei vielen, längst nicht allen Zyprern, kommt es so manchem Beobachter der Lage vor. In eben aufgezeigter Richtung läuft auf Zypern der Hase, also, öfters davon, auch im Norden der Insel. Nichts, was Sie allzu sehr beunruhigen sollte!

Falls Sie noch nie was von einer „Maroni News“ hörten, braucht Sie auch das, eigentlich, nicht weiter zu beunruhigen. Ein kleines lokales Nachrichten-Blättle, welches wöchentlich oder monatlich herauskommt.

Wir haben es auch abonniert und irgendwie kam ich darauf, letztens mal wieder reinzuschauen. Wenig scheint sich geändert zu haben – Werbung, Werbung und nochmals Werbung. Ob dieses Zeitungsprojekt weiterhin finanziell unterstützt gehört, gehörte wahrhaft ernsthaft diskutiert. Was unseren Haushalt betrifft, hat es schon den Touch einer Art Solidaritätsbeitrag – denn wirklich lesen, tut das Ding meist niemand wirklich.

In der letzten Ausgabe, die mir in die Hände geriet, konnte was zu „Netflix“ erfahren werden. Scheint eine Plattform zu sein, auf der Filme usw. heruntergeladen werden können, wie “Game of Thrones“. Doch letzteres sei nicht zu haben, steht geschrieben, dafür aber im „exklusiven“ Angebot bei Netflix „The Crown!“ Sagen mir beide herzlich wenig. Diese Welle seine Freizeit zu gestalten, ging bislang an mir vorüber – die Welle der Internetspiele.

Todesanzeigen sind als recht zahlreich vorhanden in der Maroni News. Es ist aber OK, diesen Leuten bei Bedarf zuweilen etwas Geld für diesen zweimonatigen Service zukommen zu lassen. Es kann diesmal in der Maroni News erfahren werden, dass Bewohner des Dorfes Maroni an einer Müllsammelaktion beteiligt waren. Der Müll entlang einiger Straßen wurde eingesammelt. In der DIN-A6 Zeitung kann ein Toyota gesehen werden, auf dessen Ladefläche mehrere beige, prallgefüllte Säcke gesehen werden können. Die Aktion wurde allerdings bereits am 02. 04. 17 durchgezogen. Ich glaube, das ist auch der Zeitraum gewesen, wo die Singvogeljagd auf Zypern wieder ihren Höhepunkt hatte. Die freiwilligen Müllsammler hätten daher bestens gleich die Vogelfallen und Leimruten mit eingepackt, die dort – wo sie sich bemühten, ihr Umweltgewissen aufzubessern – gewiss todbringend aktiviert waren. Womöglich wurde von einem Tonband, an den Bäumen oder in den Sträuchern angebracht, Singvogelgezwitscher abgespielt. Wenn schon Müll wegsoll, dann also bitte auch diesen totbringenden Müll!

Sie haben Recht, es ist nicht ungefährlich, solche Fallen zu entfernen. Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie viele dieser Müllbeseitiger sich danach insgeheim ein Vogelschenkelchen gönnten.

Der Maroni News würde ein bisschen mehr Kritik an den Gegebenheiten in der Region Maroni recht guttun u.a.

Apropos kritisch: Es gilt hier, den ausgerufenen Lehrerstreik der Lehrergewerkschaft „Poed“ kritisch zu hinterfragen. Wen soll solch ein Streik mehr oder weniger zum Beginn der Sommerferien auf Zypern noch aus den Liegestühlen jagen Mitte des Monats Juni?

Und zwar ging es bei dem Streik um den Modus bei Neueinstellungen von Lehrern. Die Parlamentarier im Parlament haben kürzlich abgenickt, dass jene Lehrerschaft, die erstmals auf Schüler losgelassen wird, nicht mehr berufen, also ausgesucht wird, sondern, dass jene beruflichen Neulinge eine Prüfung zu durchgehen haben. Eigentlich findet man das aus Außenstehender auf den ersten Blick doch gar nicht so schlimm, wissend, dass auf der kleinen Insel Seilschaften jedweder Art oft bestehen und erbrachte Leistung nicht immer das Maß der Dinge zu sein scheint.

Allerdings haben die Parlamentarier in Nikosia-Süd für dieses neue Gesetz eine Übergangsperiode von 10 Jahren festgelegt. Das heißt, das Gesetz kommt nicht umgehend zur Anwendung und ist schon allein daher sehr gefährdet, jemals das Licht der Welt in Völle genießen zu dürfen. Denn: Bekanntlich sind die Abläufe in Zypern oft etwas schnelllebiger und vielleicht auch etwas leichtlebiger – vielleicht!

Anscheinend streikten mehr als 120 Grundschulen bei erwähntem Streik.

Bei dem Wort streiken, kommt einem unwillkürlich das englische Verb „to strike“ in Erinnerung. Bekanntlich sind die beiden Worte inhaltlich verwandt miteinander. Folter eher nicht. Und genau diese ist es, die ihre hässliche Fratze in der Türkei wieder verstärkt zu zeigen begonnen hat, wie bereits kurz erwähnt wurde – und das ist nicht nur in den sogenannt überwiegend kurdischen Gebieten der Republik Türkei der Fall. Nikosia-Süd, wie auch Brüssel, haben allen Grund, weiterhin, den Norden Zyperns aus der Umklammerung der Türkei unter jemand wie Erdoĝan zu befreien. Es könnten sich ansonsten im Norden Zyperns vermehrt Burschen und auch Mädels einschleichen, die man andernorts glaubt, nur noch durch das Abwerfen von Bomben und dergleichen loswerden zu können. Es ist also höchste Zeit, dass die Zyprer noch die Kurve kriegen bei ihren Verhandlungen, die sie hoffentlich diesmal mit mehr Ernst betreiben – Pokerface lässt ansonsten grüßen!

Das größte, tollste und natürlich Beste, was die Welt der Spieler je gesehen haben, soll nun – wo auch sonst – auf Zypern doch noch der Menschheit in Form eines Casinos – nein, gleich mehrerer – dargeboten werden. Das aller-umwerfendste soll die heimliche Hauptstadt Limassol abbekommen. Wir werden Ihnen darüber näher Berichten (Standort, Eigentümer, Dimensionen), wenn das Projekt wirklich auf den Beinen steht. Natürlich interessiert Sie, wie wir wissen, wie und in welchem Anteil die Orthodoxie sich mildtätig dabei einbringen wird. Es wird schon bald unter irgendeinem Teppich hervorgekehrt. Schließlich sind Geheimnisse dafür da, in der Öffentlichkeit Furore zu machen.

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Lavrov und die OSZE

KLEINBASEL IM AUSNAHMEZUSTAND

So, die OSZE in Basel ist zu Ende. Herr Burkhalter, das ist die Schweiz, wurde von wahrscheinlich allen Beteiligten in den Himmel gelobt. Dennoch war es ziemlich nervig, dass die Ukraine derart massiv im Mittelpunkt stand. Wo die Türkei ja doch auch einiges zu bieten hätte. Eine türkische Journalistin fand das dem jedenfalls so sei. Das Essen im japanischen Restaurant war auch nicht empfehlenswert: jeden Tag Nudeln. Das Rivella hat es vielleicht herausgerissen, die Enttäuschung. Weil das wurde bislang immer abgelehnt, da davon ausgegangen wurde, dass es so süßes Zeug ist. Doch war gar nicht so schlecht.

Die Tonaufnahmen sind nicht so besonders. Doch Herr Lavrov soll wiedergegeben werden, da ja eh alle die Positionen Steinmeiers kennen – dessen Rede gar nicht so schlimm war. Wer wirklich gut war, war der bosnische Botschafter, der aber leider nicht aufgezeichnet wurde – weil so etwas hatte man dann doch nicht erwartet. Mal sehen, ob der rumänische Beitrag noch hochgeladen werden kann. Herr Burkhalter ist leider auch durch die Lappen gegangen und viele andere.

Was die OSZE-Ministerkonferenz gebracht haben soll, kann vielleicht so abgerundet werden: alle beschwören, die Verträge von Minsk müssten endlich umgesetzt werden. Warum es dann nicht getan wird? Diese Antwort bleiben wir schuldig.

Der erste Link soll also dem rumänischen Beitrag gegeben werden. Das ist im Groben und Ganzen die westliche Argumentation. Sie hat aber etwas mehr Info, als die Rede von Außenminister Steinmeier. Der Link danach ist dann der zu Herrn Lavrov, dem russischen Außenminister, der am letzten Tag Rede und Antwort stand, was hier allerdings nicht zu hören sein wird. Es geht um seine Rede vom 4. Dezember, von gestern.

Verzeihen Sie die Tonqualität – die Nebengeräusche etc. Danke!

der Rumäne: https://myspace.com/webskip/music/songs?sid=96454187

der Russe: https://myspace.com/webskip/music/songs?sid=96454179

Wundern Sie sich nicht. Doch es ist Ende Jahr. Und immer dann ändert sich das Bild der Webseite. So auch dieses Mal.

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OSZE in Basel

Da braut sich was zusammen in Basel. Heute waren die Straßen aber recht leer, heute am Sonntag, dem 23. November 2014. Wahrscheinlich war dem so, weil die Schweiz im Tennis endlich den Davis Cub gewonnen hat – bravo!
Die Uni am Petersplatz in Basel wartet jedenfalls gespannt darauf, dass die OSZE Anfang Dezember anfängt. Zwar ist jetzt auch gerade Messe für Kunst aus der Antike in Riehen/Basel, doch das Happening mit der OSZE wiegt wohl doch mehr. Wie zu sehen ist auf der Teilnehmerliste, wird Zypern selbstverständlich auch vertreten sein.
Fehlt eigentlich nur noch, dass die Akkreditierung klappen wird. Eigentlich dürfte dem nichts entgegenstehen. Doch seit die letztes Jahr nicht an der Messe in Leipzig klappte und niemand es nötig hatte, eine Begründung oder sonstwas zu geben und hier in Basel zu anderen Anlässen bereits mehrmals angeblich zu spät die Formulare eingereicht worden sein sollen, mag ich erstmal noch vorsichtig sein. Das Hindernis, welches sich bislang ergibt, ist, dass das Foto nicht dort, wo es wahrscheinlich mit der Akkreditierung weiter gehen soll, heraufgeladen werden konnte. Da ich aber meine Existenz bereits in einem sogenannten Verifizierungsverfahren bei der Congrex erfolgreich durchziehen konnte, wo seltsamer Weise auch das Foto hochgeladen werden konnte, habe ich mal vorsichtshalber eine Mail dort hin geschickt und darauf hingewiesen, dass der Stand der Dinge, der ist, der gerade geschildert wurde.
Mal sehen – ich geh davon aus, dass das der Fall sein wird -, ob es Morgen wieder Post von der Congrex gibt. Angeblich könne man sich an diese wenden, wenn man profile.congrex-switzerland. com eingibt – das klappt bei mir jedenfalls nicht. Wurde mehrfach probiert heute. Doch die Verifizierung ermöglicht, auf einen Link zu kommen, wo man mit der Congrex dann offenbar doch kommunizieren kann.
Ansonsten, nichts wirklich Neues aus der Schweiz. Die UBS ist geradezu traditionell bereits mal wieder in Schwierigkeiten, weil sie sich mal wieder beim Schummeln erwischen hat lassen – im großen Stil Kurse manipuliert, manipulieren lassen. Eins von beiden, oder beides, wird wohl zutreffen.
Das Gelände schräg gegenüber vom Badischen Bahnhof in Basel, also an der Erlenmattstraße soll nun also doch verbaut werden demnächst. Finden viele gewiss schade, denn im Frühjahr erfreuen recht bunte und viele, ansonsten nicht gesehene Blumen und vielleicht auch Gräser das Auge des Parkplatzsuchers, der nach erfolgtem erfolgreichen Auffinden eines Parkplatzes, der nichts kostet, die Wahl hat, an dem schönen Grün vorbeizugehen oder aber entlang der Schwarzwaldstraße, die lärmig diesen Ort der vielen parkenden Autos einsäumt – der Autos wegen, versteht sich.
Die OSZE-Veranstaltung oder Messe oder Treffen trifft stimmungsmäßig auf eine Bevölkerung eines Landes, die im Umbruch zu sein scheint. Das sind Bevölkerungen eigentlich immer. Stimmt. Doch dieser Umbruch, der in der Schweiz sich abzeichnet, kann noch nicht wirklich gefasst werden. Die Nähe zu Frankreich, und dem, was sich dort anbahnt in Sachen Zuwanderungspolitik und wegen des Aktionismus‘ der identitären Bewegung, dürfte noch interessante Auswirkungen zeitigen. Diese können durchaus ein positives Ende haben – was immer positiv ist. Positiv wäre zum Beispiel, dass Gewaltexzesse ausblieben, dass die Leute einen Kompromiss finden etc. Und bekanntlich liegt im Letzteren die Stärke der Schweizerischen Demokratie.

http://blog.bazonline.ch/datenblog/index.php/6573/masseneinwanderung

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„OSZE Konferenz Basel

Am 4. und 5. Dezember 2014 tagt in Basel der Ministerrat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), deren Vorsitz die Schweiz dieses Jahr inne hat. Um die Sicherheit zu gewährleisten, hat der Bundesrat für die Zeit vom 2. bis 5. Dezember verschiedene Einschränkungen für die Benutzung des Luftraumes in der Region Basel beschlossen. Die Schweizer Luftwaffe wurde mit der Wahrung der Lufthoheit und der Durchsetzung der Massnahmen beauftragt.

In einem Radius von 25 nautischen Meilen (rund 46 km) um das Zentrum von Basel (siehe Karte) ist der Flugverkehr über schweizerischem Hoheitsgebiet eingeschränkt. Ähnliche Beschränkungen gelten auch für grenznahe Gebiete von Frankreich und Deutschland. An- und Abflüge zu den Flugplätzen und Heliports innerhalb der Sicherheits-Zone unterliegen besonderen Regeln und Verfahren, welche die Luftwaffe in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ausgearbeitet hat. So dürfen Flüge auf Sicht (VFR-Flüge) nur auf vorgegebenen Routen geflogen werden. Alle diese Flüge sind zudem bewilligungspflichtig. Zuständig für die Bewilligungen ist die Luftwaffe. Diese erteilt nur dann eine Erlaubnis zum Befliegen der Sichtflug-Routen, wenn vorher Pilot und Luftfahrzeug akkreditiert wurden. Die genauen Vorgaben und das Verfahren zur Akkreditierung sind den offiziellen Publikationen (VFR Manual SUP, NOTAM, DABS etc.) zu entnehmen.

Zur Unterstützung der zivilen Behörden führt die Luftwaffe ferner Transport- und Überwachungsflüge mit Helikoptern, Propellerflugzeuge und Kampfjets durch. Es ist deshalb in der Region Basel teilweise mit einer beträchtlichen Zunahme von militärischen Flugbewegungen zu rechnen, sowie mit einer erhöhten Militärpräsenz in der Nähe von Flugplätzen.

Einschränkungen für den Flugbetrieb gelten vom 2.bis 5. Dezember 2014 nicht nur für Flächenflugzeuge und Helikopter, sondern auch für andere Luftraumnutzer wie Modellflugzeuge (Drohnen), Deltasegler oder Gleitschirme. Die Kantonspolizei von Basel-Stadt, Baselland, Bern, Jura, Luzern und Solothurn erlassen dazu spezielle einschränkende Regelungen (Quelle: Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL).“

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Respekt, wem Respekt gebührt!?

Hätten Sie gedacht, dass das Schwyzer-Dütsch, das sogar von Schweizer Politikern vor laufender Kamera gesprochen wird, immer wieder, eine richtig klasse Funktion gesellschaftlich in der Schweiz hat? Den Ausländern, die integriert werden wollen und sollen, erleichtert es nämlich den Eintritt in die Schweizer Gesellschaft. Denn wer Schwyzer-Dütsch reden kann, ist schon fast integriert. Im Gegensatz zum deutschen Modell, wo der toll ankommt, der Hochdeutsch am besten trällern kann, verlegen sich die Schweizer lieber auf die Sprache, nach der ihnen der Schnabel gewachsen ist als Marker. Es ist also eher auch eine Herzensangelegenheit, kein Art abstrakt, schulisch-etc.-erworbenes Etwas. Insofern irrt, wer denkt, die Schweizer könnten es nicht besser – sie wollen es einfach irgendwie nicht passieren lassen, Hochdeutsch ihr Gemeinwesen – langsam aber sicher – zersetzen zu lassen. Um dazu Näheres zu erfahren, macht es gewiss Sinn und vor allem Spaß, Herrn Koydl zu Rate zu ziehen.
Wofgang Koydl hat im Orelli Füssli Verlag ein wunderbares Buch zur Schweiz im Vergleich hauptsächlich zur BRD verlegen lassen, Die Besserkönner (2014 herausgekommen). Und so schreibt er auf Seite 8 der Einleitung unter anderem: „Warum schaffen es Schweizer, vier Religionen, vier Volksgruppen mit vier Sprachen und 26 verbissenen auf ihre Eigenständigkeit bedachte Kleinstaaten friedlich und zum gegenseitigen Vorteil unter einem Dach zusammenzuhalten…? … .
Zeit-Herausgeber Jofes Joffe gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von der Schweiz spricht: „Der deutsche Mensch, dessen Staat knapp die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes kassiert, kommt aus dem Erstaunen nicht heraus: Helvetiens Staatsquote liegt bei einem Drittel, die Staatsschuld bei 35 Prozent vom Wirtschaftsauskommen. Und doch funktioniert die Schweiz mindestens so gut wie Deutschland…. . Es gibt vieles, was die Schweizer besser können… . Die Welt verbessern wollen Schweizer … nicht…. .[G]rundsätzlich halten Schweizer Besserwisser für arrogante Schnösel und Weltverbesserer für windige Heißluftproduzenten…. . Die Rede ist des Schweizers Sache nicht, genauso wenig, wie er es schätzt, wenn ihm jemand hineinredet. Er handelt lieber – still und zielstrebig…. . Ein Europa a la Suisse wäre besser nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Europa und seine Bürger. Will die Schweiz in ihrer bisherigen Form überleben, muss sie ihr System exportieren. Sonst würde sie gezwungen, im Interesse eines homogenisierten Europas ihre Besonderheiten dem Mainstream anzupassen…. .
Die Eidgenossenschaft hat zwar dieselben Proleme wie andere postindustrielle Gesellschaften, aber ihre Lösungsansätze sind oft anders, origineller und deshalb nicht selten beispielhaft…. Natürlich leben außerhalb der Schweiz nicht nur Deppen. Die Berufsbildung in Deutschlad mit dem Dualsystem aus Schule und Praxis ist vergleichbar genial wie in der Schweiz. Selbstbewusste Individualisten findet man auch im Vereinigten Königreich. Skandinavier sind stolz auf ihre gesellschaftlliche Solidarität. Voluntarismus, die Bereitschaft, freiwillig anderen zu helfen, ist in den Vereinigten Staaten genauso stark ausgeprägt wie in der Schweiz. Und belgische Schokolade und französischer Käse können sich mit Schweizer Produkten messen.
Aber nur die Schweiz bietet das Gesamtpaket [der zuvor aufgezeigten Qualitäten oder Charakteristka]…. .[W]ie sie der freisinnige Appenzeller Abgeordnete Andrea Caroni einmal [so] aufgezählt hat: ‚Unsere heimatverwurzelte Weltoffenheit, unser selbstkritischer Patriotismus, unser bescheidenes Überlegenheitsgefühl …, unsere waffenstrotzende Friedensliebe, unsere volksverbundene Politelite, unsere kühle Gastfreundschaft, unsere krämerische Großzügigkeit, unser kollektiver Individualismus, unsere europhile Europhobie, unsere kosmopolitische Lokalkultur, unsere bürgernahe Bürokratie, unsere strategische Strategielosigkeit, unser träger Fleiß …, unsere säkulare Religiosität, unsere gestaltete Naturlandschaft, unsere selbsicheren Selbstzeweifel, unser modernes Traditionsbewusstsein…. .
Das Schweizer Modell sprengt ideologische Raster. Denn letzten Endes geht es um etwas sehr Einfaches: dass freie Individuen frei darüber eintscheiden können, was das Beste für ihre Gemeinschaft ist…. Es wird Zeit, von [den Schweizern] zu lernen…. .[Viktor Geacobbo, ein Schweizer Kabarettist] … muss eine Weile überlegen, bevor er auf die Frage antwortet, was denn den Schweizer im Kern ausmacht. ‚Das Hauptimage, also wie er sich selbst sieht …, ist eine gute Mischung aus einer leichten Minderwertigkeit der weiten Welt gegenüber und einem gleichzeitigen Stolz darauf, dass er Schweizer ist, weil eben die Schweiz immer ein wenig anders ist als die übrige Welt. Das denkt der Schweizer jedenfalls.Das Prinzip Sonderfall Schweiz ist in jedem Eidgenossen tief drinnen fest verankert, selbst wenn er das kritisch sieht. Vermutlich ist das auch eine der Triebfedern, die ihn antreibt’… .
Das Konstrukt [,welches die Schweizer als Nation zusammenhält, egal wie unterschiedlich sie leben und sprechen etc.] nennt sich Willensation, weil die Bürgerinnen und Bürger Schweizer sein wollen. Zwingen tut sie niemand. Das würden sie sich auch nicht gefallen lassen. [Der Unterschied zu anderen Nationen] besteht darin, dass ihnen dieses Gefühl oft aufoktroyiert wurde von machtbesessenen Herrschern, die einen einheitlichen Zentralstaat formen wollten [z.B. in Deutschland oder Frankreich]….. Schweizer besitzen außer den … Sekundärtugenden vieles, was Deutschen – zumal jenen aus den nördlichen Landesteilen – abgeht: Umgangsformen, Lebbensart, Savoir-vivre. Dazu gesellen sich Bescheidenheit, Höflichkeit, Verbindlichkeit, Kompromissbereitschaft und eine fast schon asiatisch anmutende Sorge, dass der andere das Gesicht verlieren könnte…. . ‚Man darf den Unterlegenen nicht demütigen‘, erklärt mir Pascal Couchepin fast schon beschwörend [ehemaliger Bundesrat]…. . Der Schweizer Publizist Roger Köppel bringt die Größenverhältnisse in Spiel [bezüglich der zuvor geäußerten Ansicht Couchepins]: ‚Wir sind ein kleines Land, da ist die Chance groß, dass wir einander irgendwann wieder begegnen’… . Das stimmt, übersieht aber, daass diese Gleichung bei anderen kleinen Nationen nicht aufgeht. In Albanien oder Sizilien etwa …. wird noch Blutrache ausgeübt. Das verleiht allen Begegnungen [im Alltag] zwar einen Adrenalinkick, gilt aber nicht als Ausdruck liebsnwürdiger Umgangsformen…. .
Generell bringen Schweizer mehr Geduld für ihre Mitmenschen auf als andere Völker…. .’Wir fühlen uns ausgeprägter der Harmonie verpflichtet, suchen das Verbindende, nicht das Trennende im zwischenmenschlichen Umgang‘, hat Christoph Stokar beobachtet. ‚Wir sind im täglichen Miteinander schnörkelloser als die Deutschen, pflegen generell eine höflichere Alltagssprache und unkompliziertere Umgangsformen’… . Vor allem achten Schweizer aufeinander…. Tatsächlich ist die soziale Kontrolle stark ausgeprägt, sogar in Metropolen wie Zürich oder Genf. Man schweigt nicht, wenn ein Mitbewohner gegen eine der zahllosen Regeln verstößt. [Damit können Russen scheinbar schlecht umgehen, schreibt Koydl. Ihnen wurden die gesellschaftlichen Regeln einst] von oben angeordnet und werden daher als sinnlos empfunden. Jeder Regelbrecher [wie oft auch in Deutschland] kann sich der klammheimlichen Sympathie seiner Mitbürger sicher sein: Denen habe wir es wieder mal gezeigt. In der Schweiz aber hat sich die Gemeinschaft diese Regeln selbst gegeben – als Grundlage für ein reibungsfreies Zusammenleben. Wer hier gegen Vorschriften verstößt, kann nicht auf Sympathie zählen. Im Gegenteil: Er stellt sich außerhalb der Gemeinschaft…. . [Koydl erwähnt hier das sogenannte Wir-Gefühl].
Im Alltag führt das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft dazu, dass Bürger Mitmenschen zu Hilfe kommen, wenn sie belästigt oder gar bedroht werden…. . ‚Im Gegensatz zu den Deutschen haben wir keine Kasernenhofkultur‘ , betont Knigge-Autor Stokar. ‚Im Gespräch bevorzugen wir den Konjunktiv und nicht den Imperativ‘. Ein Beispiel: Ein Gartenrestaurant am Zürichsee an einem strahlend shönen Sommertag. Das Lokal ist bis auf den letzten Platz gefüllt, das Servicepersonal müht sich nach Kräften, die Bestellungen zu bewältigen. Sogar die Chefin packt mit an. Zwischen zwei Gästen dreht sie sich kurz zu einer Mitarbeiterin um. ‚Möchtest du Tisch fünf einmal fragen, ob sie noch was wollen‘ [; was sich im deutschen Kontext eventuell so angehört hätte: was stehst’e da rum wie angewachsen. Siehst du nicht…]….
Diese Wahlmöglichkeit erfährt der Schweizer auf Schritt und Tritt. Sie hat sogar Eingang in die Behördensprache gefunden. Eine Vorladung, sei es vor Gericht oder zur Fahrzeugkontrolle, ist hier immer eine Einladung – und die kann man theoretisch ausschlagen… .
Eine persönliche Beziehung [Erwähnung und Anrede] ist Schweizern sehr wichtig, und wenn sie noch nicht existiert, baut man sie eben auf. Dies führt unter anderem zu einer antiquierten und zuweilen extrem verschlungenen Etikette am Telefon. Man fällt mit einem Anliegen nicht wie mit der Tür ins Haus, sondern tastet sich allmählich vor – auf Umwegen über das Wetter, das persönliche Befinden und jenes der engeren Familie. Nich weniger ausfühlrlich verabschiedet man sich aus dem Gespräch [Von japanischen Ritualen spricht Koydl in diesem Zusammenhang. Der Schweizer Schriftsteller Peter von Matt schildert]: ‚ Als ich früher häufig mit Marcel Reich-Ranicki telefonierte, hat es mich immer irritiert, wie grob und kurz angebunden er zu sein schien. Einfach ‚tschüss‘ [sagte er] und [legte] auf. Es hat lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass er es nicht so gemeint hat’… .
Die in Hamburg lebende Schweizer Dramatikerin Laura de Weck hat festgestellt, dass ihre Landsleute ‚in nonverbaler Kommunikation intensiver trainiert‘ würden als die Deutschen [im Alltagsleben]. ‚Wir sind geschult darin, Aussagen nicht als solche hinzunehmen, sondern beispielsweise die Länge einer Pause zwischen zwei Sätzen zu bemessen oder einen stehen gebliebenen Halbsatz weiterzudenken… Unterhält sich ein Schweizer mit mir … ruft mein Schweizerhirn die Frage ab: Was will er damit eigentlich sagen? In Deutschland darf ich diese Frage ausschalten, mein Gegenüber sagt mir genau das, was er sagt’…. .
Mit dieser Art der verschlüsselten Rede verfolgen die Schweizer noch einen anderen Zweck: Sie möchten Konflikten vorbeugen… . Da hilft es, wenn man einander erst einmal sachte abklopft. Die mitunter fast schon obsessive Lust am Konsens ist denn auch ein Markenzeichen, das so schweizerisch ist wie das Matterhorn…. . Auch Roger de Weck meint, dass Deutschland ‚mindestens so konsensorientiert ist wie die Schweiz‘. Freilich sei das deutsche Konsenzbildungsverfahren ganz anders: Aus These und Antithese entsteht am Ende eine Synthese, der sich die meisten anschließen können. ‚Der ungeübte Beobachter deutscher Verhältnisse denkt, die beiden Kontrahenten kommen nie zusammen … . Aber schließlich gibt’s dann doch eine Große Koalition, eine Sozialpartnerschaft, einen Gesamtarbeitsvertrag, einen Interessenausgleich zwischen den Bundesländern‘.
In der Schweiz verhalte es sich genau umgekehrt: ‚Am Anfang ist der Konsens: Wir sind uns doch alle einig. Sobald das postuliert worden ist, zieht jeder den Konsens-Flickenteppich in seine Richtung. In der Annahme, man sei sich einig, darf man schon die Decke strapazieren. Am Ende steht dann die Anpassung des Konsens‘. [Wie Jean Ziegler (Buchautor u.a.) denkt auch Jean-Daniel Gerber (ehemals Leiter der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft) …, dass es ‚das Land zusammenhält… . Der Nachteil freilich ist, dass es in einer Krise keinen Chef gibt, de resolut und rasch die Richtung angibt‘. Dies habe sich zuletzt im Streit mit Amerikanern und Europäern um das Bankengeheimnis und die Schwarzgeldkonten gezeigt.. .
Eine blindwütge Streitkultur wird aus der Schweiz freilich nie werden. Dazu haben ihre Bewohner einfach zu viel Respekt vor der Meinung des anderen… .“
Wir finden, das ist sehr sympathisch. Mal sehen, was Koydl noch alles zu erzählen weiß über die Schweizer Nachbarn – die zugern auch Strafzettel an Autos mit deutschen Nummerschildern zu heften scheinen, die – wie ihre mit falsch parkenden Schweizer Autos – an Orten parken, wo eigentlich nicht geparkt werden darf. Hier scheint der Regelverstoß, von dem zuvor die Rede war als Ausschlusskriterium, auch national- oder lokslpstriotisch gefärbt lediglich geahndet zu werden. Immerhin: Dass man den Deutschen das Auto abfackelt, so weit ist es längst noch nicht, wie vor kurzem mal wieder im Osten Deutschlands, als ein Asylantenwohnheim angesteckt wurde, was sich leider (oder zum Glück?) nicht auf Ostdeutschland beschränken lässt, sondern auch im ehemaligen Westdeutschland immer mal wieder der Fall sein kann – und ist. Dass die EU gerade ausbrütete, Flüchtlinge noch aggressiver von der Festung Europa abzuhalten, anstatt endlich ihr Können, Wissen und ökonomische Macht zum Beispiel an der nordafrikanischen Küste von Tangir in marokko bis nach Port Said/Ägypten zu investieren, wird den Herren und Damen gewiss dann erst einfallen, wenn Chinesen, Inder und andere dieses Geschäft sich unter den Nagel gerissen haben werden. Von der Schweiz lernen, heißt eben, die Unterlegenen nicht zu demütigen. Die EU täte gut daran, diese Erkenntnis in ihrer Weite zu verstehen und, versteht sich, für sich zu nutzen (win-win und so).

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Eine, Meine-keine

Oder

100 zu 0,5 oder: Eene meene muh und drauß bist Du!

Das Zahlenverhältnis beschreibt nicht unbedingt das Machtverhältnis USA – BRD, und der Kinderreim, der musste danach einfach sein. Es beschreibt auch nicht die Vorfreude einiger darüber, dass Herr Gauck die Diätenerhöhung der Parlamentarier eventuell nicht durchwinken könnte – und nun aber doch durchgewunken hat: „und drauß bist Du!“ Retrospektiv betrachtet bestand immerhin die Aussicht, dass man sich im Vorfeld darüber freuen konnte, dass Gauck sich dem Begehren der Parlamentarier nach noch höheren Diäten verweigert, zumal sein medialer Zweifel recht viel Wind machte, und man schon befürchten musste, er könne die 0,5% Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass dem Begehren womöglich nicht statt gegeben wird durch ihn.

Dass die Bundesregierung sich auf Knatsch mit der CIA und dem Foreign Office der USA einließ und eine Ausweisung eines CIA-Schnüfflers veranstaltet, darf wohl als innenpolitische Augenwischerei gewertet werden. Es gilt angesichts dieser Maßnahme schon fast Bange zu fragen, welcher Entscheid wohl ansteht, dass man sich zu so einem Schritt entschied?

Wetten, dass letztendlich die EU die Schweiz doch noch dazu bewegen wird, rote Linien zu überschreiten, die in einem sogenannten Verhandlungsmandat mit der EU von Seiten des Bundesrates der Schweiz festgelegt wurden? Nun, die Rede ist davon, dass die Schweizer sich noch immer wehren oder zieren, eine automatische Übernahme von EU-Recht zu akzeptieren. Sie haben halt ihre Neutralität und ihre Kantone, das Schweizer Demokratiemodell. Und noch einige mehr typisch schweizerische Utensilien sollen so lange wie möglich erhalten bleiben. Die Funktion von Schweizer Institutionen gehöre gewahrt, wird aus Bern verlautbart. Daher sei auch nichts drin mit einer EU-Überwachungsbehörde und dergleichen. Überhaupt hat man den Eindruck, dass es in der westlichen Welt immer weniger um Menschenrecht und Demokratie geht, als vielmehr um Sicherheit und Kontrolle. Und im vorherigen Falle, wie Roger Köppel schreibt in der Weltwoche, handelt es sich zwar auch um Kontrolle, Sicherheit und dergleichen, doch vorrangig um ein Missverständnis. Er schreibt: “In der Sache formuliert das EU-Dokument (nämlich) das bekannte Missverständnis: Brüssel geht davon aus, dass die Schweiz Mitglied seines Binnenmarktes ist und auch sein will. Ein Binnenmarkt ist uweit mehr als ein Markt. Ein Markt ist lediglich ein Absatzgebiet für Waren und Dienstleistungen. Ein Binnenmarkt ist ein territorial abgegrenztes Wirtschaftsgebiet mit eigener Rechtsordnung. Ein Markt regelt lediglich Produktbestimmungen und die Art, wie Produkte und Dienstleistungen verkauft werden können. … . Ein Binnenmarkt allerdings geht viel weiter. Er umfasst alle Gesetze, welche die Wirtschaft eines Landes regeln…. . Es geht um Politik: Gerade der europäische Binnenmarkt ist ausdrücklich mit dem Ziel eingeführt worden, den losen Staatenverbund der früheren Europäischen Gemeinschaft zu einem Bundesstaat neuen Zuschnitts unter dem Namen Europäische Union zu verschweissen…. Wer im EU-Binnenmarkt mitmacht, wird unweigerlich vom Sog erfasst…. [Die EU] betrachtet die Schweiz schon als Teil ihrer Rechtsordnung. Für die EU ist die Schweiz, was die Wirtschaftsbeziehungen angeht, eine Art Mitglied der EU, allerdings ein Mitglied, das auf eine formelle Mitgliedschaft verzichtet und deshalb nichts zu sagen hat.“

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„In der Schweiz hingegen kursieren ganz andere Vorstellungen. Der Schweiz ist von ihrer eigenen Regierung die Annäherung, der Zugang zum europäischen Binnenmarkt stets als blosses Verfahren zur Verbesserung der Handelsbeziehungen verkauft worden. Bundesrat, Wirtschaftsverbände und Parteien haben die Worte Binnenmarkt und Markt synonym verwendet. Niemand ist gegen Marktzugang, also war man auch für den Binnenmarkt, obgleich es sich um zwei grundverschiedene Realitäten handelt”.
Und dann, konkreter, erst noch die EU-Unionsbürgerrechtlinie, die bekanntlich die sogenannte Personenfreizügigkeit berührt. Da will die Schweiz (auch des Missverständnisses wegen) nicht einen Deut nachgeben – und schon gar nicht im Bereich der Steuern, wo eine steuerpolitische Einmischung der EU aussteht bis in “schweizerischkantonale Angelegenheiten”, schreibt Paul Engeler in der Weltwoche.
Dumm nur, dass es ziemlich sicher zu einem Freihandelsabkommen der EU mit den USA kommt (TTIP). Doch die Schweiz hat vorgesorgt, und zwar mit dem Freihandelsabkommen, welches letztens zwischen ihr und der Republik China beschlossen wurde – doch ob das reicht? Insbesondere dann, wenn das TTIP so geartet sein wird, dass nicht nur Zölle, sondern auch sogenannte technische Handelshindernisse beseitigt würden zwischen der EU und den USA, könnte die Schweiz (wieder) “Rosinen picken” und es könnte dann eventuell alles wie gewünscht klappen.

Letzteres stellt ein Europa-Experte so fest, nämlich der Herr Thomas Cottier, siehe Basler Zeitung vom 11. Juli 2014. Der Schweizer Dienstleistungssektor wäre bei erwähnter Konstellation des TTIP-Abkommens der EU mit den USA weniger in Mitleidenschaft gezogen, als wenn nur Zollhindernisse aufgehoben würden. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass obiges Zahlenverhältnis (100 zu 0,5) zugunsten der Eidgenossen schlussendlich herauskommt. Möglich, dass sich so etwas nach Jahren herausstellt, ungefähr so, wie beispielsweise die Löcher im AKW Leibstadt/Schweiz, welche ‚erst‘ seit 2008 Bestand haben sollen und vor kurzem entdeckt wurden. Ist doch bislang noch alles gut gegangen am AKW. Es bestand eventuell lediglich ein Risiko, wenn überhaupt, das bei ungefähr 0,5 zu 100 anzusiedeln wäre?
Am liebsten hätte man die Lochaffäre am AKW gern tot geschwiegen, gern so hermetisch abgebunden in etwa wie das diesjährige Sechseläuten in Zürich. Das wird nämlich diesmal eine reine Züricher Angelegenheit – dieses Sommerfest. Das soll bedeuten: Es gibt zum Fest des Sechseläutens nur den Kanton Zürich als Gastkanton der Stadt Zürich. Das ist ganz übertrieben betrachtet ungefähr so, wie die bilateralen Verträge, die die Schweiz mit der EU stets einging. Also Verträge mit einem Gebilde inner-außerhalb eines Gebildes, dass irgendwie sowieso dennoch dazu gehört. So was Ähnliches jedenfalls. Beklemmend nur, Urs Paul Engler kommt zu dem Fazit, dass das bilaterale Ding eigentlich tot ist inzwischen zwischen der EU und der Schweiz. Und Roger Köppel meint, die Schweiz muss der EU endlich klarmachen, “dass sie weder Mitglied des europäischen Binnenmarkts ist noch sein will…. Dank der Abstimmung über die Personenfreizügigkeit vom 9. Februar sind vielen Leuten im Land die Augen geöffnet worden. Sie stellten erstmals fest, dass der bilaterale Weg die Schweiz viel tiefer in die EU hineingeführt hat, als dies den Schweizern von ihrer eigenen Regierung bisher deutlich gemacht wurde.”

Nun, hoffen wir, dass es den Zürichern nicht so geht, und sie sehenden Auges zugucken, wie geschildert, oder, wie es angeblich der amerikanischen Präsidenten derzeit tun soll. Die Basler Zeitung schreibt nämlich: “Obama, der ernüchterte Optimist, hat das Interesse an einer Welt verloren, die sich nicht nach seinen Wünschen richtet. Speziell an einem Nahen Osten, der partout nicht der schönen Vision folgen will, wie er sie in seinen frühen Reden, in Kairo, in Istanbul, wunderbar philosophisch skizzierte”. Obama soll angeblich nur noch zusehen, also nicht mehr so recht agieren. Doof nur, dass diese ISIS-Kämpfer ausgerechnet jetzt dort irgendwo im Irak – das Gebiet ihres Kalifats soll sich bekanntlich bis nach Österreich erstrecken – sich offenbar etwas radioaktives Material gegrabbscht haben sollen; und nun wartet die Welt wohl darauf, dass der US-Präsident, der nur noch zuzusehen scheint, das Zusehen wie in Palästina und Israel gefälligst lässt.

Dumm gelaufen, könnte man sagen und sich wundern, dass diese Hammas Organisation in Palästina, die mit der ISIS irgendwie in Verbindung zu bringen sein dürfte, den einen oder anderen Atom-Meiler in Israel bereits versuchte, mit Raketen zu beschießen, wurde vermeldet. Die Wahrscheinlichkeit ist doch wahrscheinlich höher als 0,5%, dass ihnen diese ‚tolle‘ Tat auch mal gelingen könnte?

Wetten, dass die 0,5 % westschweizerischen, also französischsprachigen Zeitungsverlage demnächst auch noch drauf gehn, das heißt, in die Hände von Deutschweizern aus Zürich oder Bern fallen? Indikator dessen scheint einigen im Alpenland zu sein, dass das Journal de Geneve in Zukunft nicht mehr in Genf gemacht wird, sondern in Lausanne; womit indirekt auch die alte Streitfrage erneut, nur diesmal in einem anderen Mantel auftretend, aufgeworfen wird: sollten sich Genf und das Waadtland nicht doch endlich zusammenlegen? Ja gar, sollten Basel und Baselland nicht doch endlich das Selbe tun, also sich verbinden? Sollte die Schweiz nicht lieber schon bald sich in die EU eingliedern (lassen), dann könnten sie mindestens mitreden?

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Die Schweiz steht derzeit also durchaus in einer Art Zerreißprobe, auch wenn diese Spannung nicht sichtbar nach außen drängt oder dringt. Nun immerhin, die Westumfahrung Zürichs wurde fertiggestellt. Der Bund bezahlte 80% von den 3,9 Milliarden Franken, die dafür ausgegeben wurden. Es gibt verständlicher Weise immer noch andere, ganz dringliche Projekte in der Schweiz, die ebenfalls angepackt werden wollen, angepackt werden müssen. Doch nun scheint plötzlich auf der Kippe zu stehen, ob der projektierte Rheintunnel gebaut wird, weil er soll nämlich von der Liste der dringlichen Projekte der Schweiz gekippt werden. Die Basler (Baselbieter) müssen sich nun wirklich und ganz ernsthaft noch etwas mehr ins Zeug legen, wenn sie die Dringlichkeit dieses Projekts für die Entscheider in Bern aufrecht erhalten wollen. Ob ihnen das gelingt?
Die Züricher sollen bei solchen Dingen etwas gewitzter sein. Die investieren bereits im Vorfeld in ein Projekt, fangen an, etwas in diese Richtung zu tun, sodass am Ende ihre Bemühungen schwerlich durch eine Absage aus Bern unterminiert werden (können).

Ansonsten ist noch zu berichten, dass es die Schweizer ganz besonders entrüstet, die Deutschen eher weniger, dass zukünftig vom Euro-Airport bei Basel demnächst die Lufthansatochter SwissAir nicht mehr abfliegen wird. Es scheint nicht mehr rentabel zu sein. Anstatt soll eine weitere Tochter der Lufthansa, die EuroAir, das Geschäft übernehmen und wahscheinlich als weiterer Billigfluganbieter der Easyjet Konkurrenz machen. Den meisten Schweizern, ist zu vernehmen, gefällt diese Entwicklung nicht, weil sie das typisch deutsche Geiz-ist-geil-Konzept wenig lustig finden und sehr wohl, wie gehabt, weiterhin in gediegenem Komfort in die Welt zu fliegen gedenken, des billigeren Fluges wegen nicht gewillt sind wie in einer Sardinendose zu sitzen. Bekanntlich sollen Schweizer ja auch einen Hang zum Kauf möglichst großer Autos haben – trotz gesteigertem Umweltbewusstsein.

Bleibt zu warten, ob die Schienenverlegung zum Airport bei Basel und/oder nach Weil am Rhein in Deutschland von Baselstadt aus jemals wirklich stattfinden wird oder ob nicht doch in letzter Minute ein institutionelles Sonstwas dazwischen kommt. Möglich ist ja so vieles, und vor allem dann, wenn es mindestens drei Beteiligte gibt, die anstatt mental zusammen zu wachsen, scheinbar immer mehr auseinander driften: die Deutschen, die Schweizer und die Franzosen sind gemeint. Um noch einen weiteren Grund zu nennen, den Phillpp Schoch in seiner Kolumne in der Basler Zeitung netterweise liefert: “Das Baselbiet hat ein Finanzproblem: Die Zahlen sind dunkelrot, der Kantonshaushalt wird 2014 voraussichtlich mit einem Defizit von circa 115 Millionen Franken abschliessen… . Obwohl es der Wirtschaft gut geht, die Steuereinnahmen sprudeln und Sparrunden durchgezogen wurden, kommen wir finanziell auf keinen grünen Zweig… . Der Trend zeigt auch mittelfristig auf einen immensen Fehlbetrag. Nicht weniger grosse Sorgen macht die stetig ansteigende Verschuldung des Kantons. Sie sprengt mit fast 3 Milliarden Franken jeden Rahmen. Die Schuldenquote beträgt hohe 14 Prozent zum Bruttoinlandprodukt (AG 4%, BS 7%, ZH 5,5%).”

Morgen, am Sonntag um 21 Uhr, werden die Deutschen doch gewiss mit 100 zu 0,5% gewinnen! Darüber gibt es wohl keine andere Wahrscheinlichkeitsrechnungen anzustellen, oder? Und dann wäre da noch ein weiteres Beschießen, eines, dass seltsamerweise die Gemüter längst nicht so erhitzt wie die WM in Brasilien: 100 Tote Palästinenser gegenüber einem schwerverletzten Israeli (0,5) beim Sich-Beschießen in den letzen paar Tagen. Lässt schaudern, dass das eine hier mit dem anderen ins Verhältnis gesetzt wird!? Liest sich wie Weltcup gegen Genozid!?

100% Fun für die Einen und 0,5 Fun im Leben für die Anderen; oder: 100 % das volle Leben, wie man so sagt neuerdings, gegen siechen, kriechen, ums Überleben kämpfen (dürfen).

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Schattenspiele

Eigentlich hätte ich mehr Unpünktlichkeit der Inder in Indien erwartet – doch die ließen es eigentlich laufen wie am Schnürchen.

Zurück in Deutschland, unterwegs mit dem ICE der Deutschen Bahn, holten mich dann meine, wie soll ich es nennen, indischen Vorahnungen ein – der Zug musste wegen eines Signalfehlers in Irgendwo über Darmstadt fahren, dabei Mannheim auslassen und dafür aber in Heidelberg halten. Diese Haltestelle war gar nicht vorgesehen im Fahrplan dieses Zuges. Am Ende der Fahrt nach Zürich durften all diejenigen, die glaubten, unbeschwert nach Zürich fahren zu können, in Basel SBB aussteigen – die Anschlusszüge wurden vorher ’netterweise‘ nur in deutscher Sprache über die Lautsprecher im Zug ausgegeben: „all diejenigen Fahrgäste, die nach der Schweiz, Frankreich oder Italien fahren wollen… .“

Ja, zurück in Kandern und mit dem Kopf eigentlich eher in der Türkei. Nicht zuletzt deswegen, weil die verlängerte Zugfahrt von Frankfurt nach Basel Badischer Bahnhof ermöglichte, die türkischsprachige Sabah, Le Monde diplomatique, die Welt und 2 weitere Zeitungen mit den Augen zu verschlingen. Es hat eigentlich gut getan, dem Thema Türkei, Naher Osten etc., Zypern, etwas den Rücken zu kehren im fernen Indien, welches irgendwo noch in mir wirkt.

Wollen wir diesen Beitrag auf Zypernundmehr-News mit den Worten aus der „Welt“ beginnen, genau so, wie ihn die Autoren Eigendorf, Jost, Kade und Kalnky dort auf Seite 12 am 19. Februar 2014 abgedruckt hinterließen:

Es kommt nicht oft vor, dass sich zwei politische Führer auf einem Stück Brachland begegnen.“

Der Anfang, das müssen Sie zugeben, verehrte Leser, ist doch genial. Die Einöde eines Stück Brachlandes sieht man geradezu bildhaft vor sich, ein paar Grasbüschel irgendwo darauf, ein ungepflasterter Weg, der ins Nirgendwo verläuft und zwei Herren im Nadelstreifen mit Chauffeuren und Bodyguards zur Seite, die wie Mafiosis in einem US-Schinken sich zu einem konspirativen Treffen einfinden.

Am 25. Oktober … geschah [, dass] der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Aserbaidschans Staatschef Ilham Alijew vor 2000 geladenen Gästen den ersten Spatenstich zu einem als „historisch“ gefeierten Großprojekt [zelebrierten]“, geht der Artikel weiter.

Sollten Sie mit Hacivad und Karagöz vertraut sein (türkische Schattenspiel (anti) -helden aus osmanischen Tagen), dann finden Sie gewiss, dass es da durchaus Berührungspunkte geben dürfte mit Erdogan und Alijew. Irgendwie kamen Hacivad und Karagöz auch zuweilen zusammen und haben dann stets größten Blödsinn gequatscht und angestellt, doch vor allem derart auch Kritik an der Obrigkeit ganz subtil ausgeübt.

Der Vergleich hinkt nur bedingt, weil die Weltpolizisten und andere Großmächtige fordern eben solche Leutchen wie Erdogan und Alijew in gewisser Weise geradezu heraus, auch nach den Sternen zu greifen – eben wie Hacivad und Karagöz.

Da hatte doch wirklich so ein Umweltheini die Chuzbe, sich dem „Ränkespiel“, wie die Welt schreibt, entgegen stellen zu wollen.

Ja, wer ist der denn?

Was kann der denn?

Pinkelt der etwa so weit wie Hacivad oder gar Karagöz?

Nie und nimmer!

Die haben den weitesten Strahl, so dass die HypoVereinsbank, die im Schatten der Deutschen Bank agiert, hurtig dem Wunsch der beiden entsprach, Para (Geld), was sonst, locker zu machen, um selbstverständlich noch mehr Geld zu machen.

Aber dieser Umweltfritze, dem diese Socar gehört, machte Probleme. Doch eins, zwei, drei holte Hacivad-Erdogan schnell das Gesetzbuch heraus und schrieb es einfach um: „Vergangene Woche hat das türkische Parlament ein Gesetz zur Nutzung von Mineral- und Thermalwasservorkommen verabschiedet. Zentraler Inhalt: Geothermie-Lizenzen dürfen bestimmten anderen Investitionsvorhaben künftig nicht mehr entgegenstehen – zum Beispiel Erdöl-Projekten.“

Ach, hören Sie doch endlich auf mit Umwelt und ökologisch.

Pah!

Geld regiert die Welt!

Männer, die noch was darstellen, sind letztlich die, die Hebel umlegen.

Wer?

Die deutsche Botschaft will sich gegen das Projekt mit der Raffinerie verwenden, welches Karagöz-Alijew dort bereit ist zu installieren, und noch mehr, viel mehr.

Wie?

Die EBRD will das Projekt nochmals prüfen lassen, nur weil die sich in ihren Statuten vorgibt, dass „die EBRD … Projekte fördern [soll], die die Entwicklung des betroffenen Landes positiv beeinflussen?“

Schmarn!

Wo stehen denn bitte sehr die Zelte für die vielen Flüchtlinge aus Syrien?

An der Grenze zu Polen oder im türkischen Teil vom sogenannten Kurdistan?

Wer macht demnächst wieder Liebkind mit Israel und   vertickt israelisches Gas und Erdöl, Zypern etwa? Nein, das ist die gute Türkei. Die hält auch ihr Händchen übers irakisch-kurdische Öl. Weil die haben sich da angeblich geeinigt in Bagdad, die nordirakischen Kurden und die irakischen Araber. Die Türkei wird das Ding dann hauptsächlich Schaukeln, wenn es um den Verkauf, den Transort und all das geht. 

Die griechischsprachigen Zyprer, kommen eh nur zum Zug in Sachen Erdgas und so, wenn Ankaras Wünsche erfüllt werden – und die der Israelis vor allem. Einer dieser Wünsche ist zum Beispiel, dass der Norden Zyperns sich mit dem Süden vereint, versteht sich, unter gewissen Bedingungen, die der Koalitionspartner der Regierung unter Nikos Anastasiadis auf Zypern, die DIKO, noch immer glaubt, vorgeben und bestimmen zu können. Die südzyprische DIKO-Partei hat noch nicht begriffen, dass Israel unter solchen Bedingungen, also wenn die Vereinigung nicht zustande kommt, wahrscheinlich endgültig vorerst davon absehen wird, das bisschen Reichtum, welches vor Zypern liegt, mit zu fördern – und schon wäre der Traum vom großen Erdgasreichtum der kleinen Zyprer vorerst geplatzt.

Israel will, mal ganz davon abgesehen, was die Zyprer sonst noch an Wortblasen fabrizieren, darüber hinaus auch eine Einigung ihrerseits mit der Türkei, bevor es sich breitschlagen lässt, mit Zypern ernsthaft Geschäftchen zu machen – egal wie laut Nikosia seiner Bevölkerung vormacht, man sei in bestem Einverständnis mit Tel Aviv und es mache Sinn, die Anlagen zur Aufbewahrung oder Weiterverarbeitung des Öls oder Erdgas auf alle Fälle schon mal in Mari unweit des Meeres zu bauen.

Das Leben ist nicht leicht, und einer muss die Dresche doch abkriegen, die sich Hacivad und Karagöz zuweilen zur Belustigung des Publikums geben, siehe die Schlägerei neulich im türkischen Parlament. Die fand statt, als der Präsident der Türkei, Gül, in Ungarn weilte, wo er selbstverständlich das Grab eines osmanischen Sufis, oder was es genau war, besuchte, der, welch Zufall, damals auch Gül genannt wurde.

All zu sehr schämen brauchte sich der türkische Präsident der Schlägerei der türkischen Parlamentarier wegen nicht, wie die Sabah dennoch schreibt, weil ja auch die Ungarn hin und wieder austeilen in ihrem Parlament.

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Es wird in Deutschland also noch etwas Diskussionsstoff geben, wenn das Thema ‚Verwicklungen der Deutschen Bank in unethischen Geschäften‘ im Westen der Türkei, oder so ähnlich, denn überhaupt als wichtig genug erachtet wird. Vielleicht wird Volkes Seele auch deswegen täglich stundenlang mit Live-Berichten aus Kiew gequält – zur Ablenkung der Marke: „seid froh, dass ihr anstatt für wenig Lohn arbeiten gehen dürft!“     

Nun ja, viele Deutsche gehen der miesen Löhne in Deutschland wegen in die Schweiz, um zu arbeiten. Und die Schweiz, die ist bekanntlich eine Dimension für sich: die Berge, die Milchkühe und die Sicherheit.

Nur: Schon doof, wenn der Feind über einem schwebt, und man diesen glaubt, durch einen Volksentscheid aus den Bergen gehalten zu haben. Ein deutscher Wissenschaftler, also ein Arbeitsemigrant, soll seinen Job in der Schweiz gekündigt haben und seinen Arbeitsplatz, wie er gesagt haben soll, einem ‚Oberberner Landbuabe‘ überlassen haben.

Jetzt mal ehrlich, manchmal, da ist sogar die Badische Zeitung amüsant. Die schrieb nämlich heute so etwas wie die Schweizer hätten eben feste Riten. Abends, da ist dort nämlich Feierabend – auch für die Leute von der Luftverteidigung.

Und was passiert? Da kommt so ein Ungebetener mit einer Horde Entführter an. Und wer merkt es? Die Franzosen, und die französische Luftwaffe begleitet das entführte Flugzeug nach dem Schweizer Flughafen in Genf netterweise, weil, der äthiopische Entführer für Schweizer Verhältnisse zu spät ankam. Ab 20 Uhr, oder so, da läuft bei der Luftwaffe der Schweiz, oder wie man sie nennt, nichts mehr. Da wird wahrscheinlich Käse gebraten.

Für was die eigentlich ihre neuen, teuren Kampfjets brauchen?

Didier Burkhalter, der derzeitige Präsident der Schweiz, war Angela Merkel besuchen und ließ wissen, dass die Schweiz freundlicher Weise darauf baue, dass im Zuge der unglücklichen Ergebnisse der Volksabstimmung (Marke Ausländer raus!) doch die bilateralen Verträge mit der Schweiz ausgebaut und intensiviert werden könnten. Überraschenderweise hat sich Burghalter keinen Korb bei Angela geholt. Dass sein Vorschlag anstatt sogar auf etwas Wohlwollen gestoßen ist, lässt indes nichts Gutes erwarten. Die Zeichen scheinen somit wirklich so zu lesen sein, dass die EU schlechter dran ist als sie es offiziell zugibt – viel schlechter.

Die Welt titelt auf Seite 10: „Die Euro-Krise ist nicht tot, die Akteure sind nur betäubt!“ Und im Untertitel steht: „Trotz aller Bemühungen steigen die Schulden in Südeuropa weiter. Doch Investoren ignorieren die Risiken. Die Frage ist: Wie lange noch?“

Im nächsten Beitrag auf Zypernundmehr-News wird das Thema Schulden und Krise in der Türkei sowie Zypern das Thema sein.

Eine weitere Überschrift aus der Welt ruft geradezu danach, noch heute kommentiert zu werden: „Gefährliche Konkurrenz!“ lautet die. Ihr Untertitel: „Chinas Maschinenbauer werden stärker. Deutsche Vorzeigebranche bedroht!“

Dazu sei gesagt: Ja, wenn man ganze Fabrikanlagen nach China verbringt, um dort billiger zu produzieren etc., darf man sich nicht wundern!

China hat im Laufe vieler Jahre gezeigt, und wird es wieder zeigen, dass es das, was es früher, als einer seiner Kaiser noch war und kein Ausländer ins Landesinnere durfte, vor Angst, er könne die Herstellung von Porzellan, Seide etc. ausspionieren, nicht verlernt hat – vom Protektionismus ist die Rede.

Schon sehr bald, spätestens wenn die Chinesen genügend Wissen weltweit aufgesogen haben werden, in Sachen Entwicklung ganz vorne stehen, wird dieser Mechanismus gewiss wieder zu greifen beginnen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass China keineswegs still und heimlich, sondern ganz offen erste Schritte dahingehend setzt, und zwar als dessen Vorstufe, sozusagen im Kleinen, im Verbund mit Vietnam, Indien und anderen asiatischen Staaten als zukünftige Erfüllungsgehilfen, indem vorerst eine Art Wirtschaftsraum anvisiert wird, der seinen Endpunkt, und hier trifft der Artikel seinen Anfangspunkt wieder, in der Türkei haben wird – welches, im Vergleich mit China, dann, wenn es so weit sein wird, eine Art Brachland sein könnte, egal, wie sehr Hacivad versucht, Karagöz und die Seinen (EU etc.) aufs Kreuz zu legen am Bosporus – oder weil er von ihnen (EU etc.) zu oft aufs Kreuz gelegt wurde. 

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Demnächst, am 1. Juli 2013, wird der Traum wahr: Kroatien wird EU-Staat. Irgendwie rückt der Traum vom Abenteuer und Reisen vor der Haustür, anstatt in Asien, Afrika, Australien oder Südamerika unterwegs zu sein, bei vielen durch den Beitritt Kroatiens betonter ins Bewusstsein. Dank sei der weisen Umsicht, die in Brüssels Schaltzentrale der EU herrscht und uns Europäer geradezu einlädt, doch mal im Balkan ‚das Andere‘ aufzusuchen – schon allein aus Solidarität und als Anschubhilfe. Es wird spätestens nach dem 1. Juli 2013 Zeit, verehrte Leser, Slowenien, Tschechien oder wo genau Süd-Ost-Europa anfängt, ‚zu erschließen‘ und die EU-Neuankömmlinge zu inspizieren. Klar doch, Bulgarien, Rumänien und selbstverständlich Griechenland dürfen es auch sein.
Bei solch regenreichem Wetter, wie es diesen Sommer in Mitteleuropa herrscht, liegt doch eigentlich Nichts näher für all diejenigen unter Ihnen zum Beispiel, die Spanien, Italien, Frankreich etc. “eh schon gemacht” haben.

Den Anfang zu all dem, habe ich vorgestern und gestern auf meine Weise gemacht, auch wenn Kandern noch 1000 und 1-Ding gewiss verborgen hält. Plötzlich zog es mich über den Dunstkreis von Basel hinaus, gen Süden eben. Als Frühaufsteher und jemand, der Distanzen nicht abschätzen will und kann und irgendwie sich weit entfernt wähnt in Kandern, war ich recht überrascht, bereits um 07 Uhr morgens in St. Gallen anzukommen mit dem Auto nach vielleicht knapp 2 Stunden Fahrt. Über das schöne Appenzell mit den schönen bunten Häuschen kam ich nach ausgeprägtem Rundgang durch St. Gallen so um 14 Uhr in Chur an. Jetzt, wo ich den Tag danach von dort über Bern plus weiterer Übernachtung zurück in Freiburg im Breisgau/Deutschland bin, kapiere ich langsam, dass all das wirklich verhältnismäßig nahe zueinander liegt, vor der Haustür. Als Nächstes werden Teile von Lothringen erschlossen werden, die Gegend um den Titisee, um dann endlich den weiteren Umkreis von Kandern sozusagen ‚haptisch erfasst‘ zu haben, und um mich Kandern und seiner Umgebung langsam, aber stetig zu nähern.

Basel-Stadt soll bis 2050 den gesamten Energieverbrauch nur noch durch erneuerbare Energiequellen decken. Das Atomkraftwerk in Fessenheim/Elsass/Frankreich und die Paar Atomanlagen in der deutschsprachigen Schweiz werden bis dahin wohl auch abgeschaltet sein. Fehlt eigentlich nur noch, dass ich nach 2050 immer noch mitträumen werd können. Mal Scherz beiseite: Ich finde Fessenheim ist Russisches Roulette – ein Albtraum. Es tickt wie eine Zeitbombe. Ich sehe jetzt schon die Reden und Ansprachen von führenden Politikern wie Herrn Gauck, dann nachdem die Reaktorbodenplatten ihr Versprechen nicht gehalten haben, die mit die dünnsten sein sollen in den Atomkraftwerken der Welt, wenn sie wie in Fukushima das Kontaminieren des Grundwasser nicht verhindern konnten.
Es darf davon ausgegangen werden, dass Bundespräsident Gauck und seine 150 Diplomaten, die kommenden Montag die Freiburger Innenstadt einnehmen werden, das Thema Fessenheim diplomatisch aussparen werden und von anderem Zeug uns und sich erzählen werden. Es gilt also die Innenstadt von Freiburg so um die Mittagszeit möglichst zu meiden, denn die Herrschaften geruhen sich die Ehre dort zu geben. Früher, als Grafen, Könige und solche Leutchen am Münster vorbeikamen, haben die den Montagsmarkt der Bauern und Händler wahrscheinlich auch als vorzeitig abbrechen lassen, ihrer Aura den entsprechenden Rahmen setzend – man hat ja sonst keine Zeit für nichts im gutbezahlten Amt, nicht wahr?
Schön wäre, Gauck könnte beim Redeschwingen jetzt am Montag mal zurück auf die Straße finden thematisch, und die 16 Millionen ansprechen, die in Freiburg am Rotteckring bereits nachweislich in den Sand gesetzt worden sein sollen beim Erneuern. Florian Kechs aus der Badischen Zeitung vom 29.06.13 schreibt recht lustig darüber oder davon.
Letzteres sind die Themen, schwant mir, aus denen Träume gemacht sein könnten, wie sie in der Hörkassette von Heikko Deutschmann erzählt werden, der Roberto Saviano’s Gomorrha faktenreich liest und einem danach fragen lässt: Wenn Zement mehr oder minder die Hefe der italienischen Wirtschaft gewesen sein soll, was, welches Ding ist es dann wohl im deutschen Kontext – frömmelnde Worte? Welches Etwas setzt Deutschland zusammen und welche Vision hat Gauck kommenden Montag für den realen Traum Dreiländereck?

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Der Traum einer Schweiz, wie man sie aus Heidi, St. Moritz, Arosa oder Bildern aus Interlaken zu kennen glaubt, hat mit dem Gesetzentwurf des Schweizerischen Bundesrates einen weiteren Boxer in den Unterleib erhalten. Vera Weber, eine Schweizer Umweltschützerin, wird im Bündner Tagblatt genannt, sie sagt, der Bundesrat habe einen “Kniefall” gmacht, und zwar, schreibt Sophie Alix am 28. Juni 13, “vor der Bau- und Immobilien Lobby”. Die Nationalrätin Silva Semadeni zitiert das Tagesblatt folgendermaßen: “Die uneingeschränkte Umnutzungsfreiheit von Wohnungen, die bereits vor der Abstimmung bestanden oder bewilligt waren, und auch die Querfinanzierung von Hotels durch Zweitwohnungen ist sehr problematisch. Der Vorschlag des Bundesrates ist eine Aushöhlung des Bundesverfassungstexts.” Woanders in den Nachrichten der Schweiz wird zu diesem des Gesetzentwurfs wegen getitelt: “Zu viele Ausnahmen” und “der Bund setzt auf Pseudo-Lösung” (20MinutenCH).

Und eben in Graubünden, wo der Traum der grünen, schönen Schweiz noch immer sehr ersichtlich und reizvollst wirkt und ist, soll ausgerechnet ein Kohlekraftwerk für den nötigen Strom in den Haushalten in Zukunft sorgen. Am 22. September wird dazu abgestimmt. Ob sich der Volkswille gegen die Interessen der Axpo durchsetzen wird können, den zukünftigen Betreiber der erwähnten Anlage, steht noch in den Sternen.
Hier gilt es zu wissen, dass die Schweizer Tourismus-Industrie in den letzten Paar Jahren relativ kleine Einbußen erleiden musste – der stärke des Schweizer Franken wegen vor allem. Stefan Trachsel schreibt eingangs in seinem Artikel mit der Überschrift “200 Millionen aus der Regionalpolitik für Tourismus” Folgendes im Bündner Tagesblatt: “Die Schweizer Tourismusindustrie ist im internationalen Vergleich zu teuer und zu kleinräumig organisiert. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in seinem rund 100-seitigen Tourismusbericht. 90 Prozent der Hotels hätten weniger als 50 Betten, und um die Tourismusförderung kümmerten sich schweizweit 561 Organisationen, sagte Bundesrat Johann Schneider-Amann.”

Doch keine Angst, der Traum vom erfolgreichen Tourismus in der Schweiz ist längst noch nicht ausgeträumt. Langsam kommen die Touristen wieder zurück. Außerdem stellen Studien der Schweiz einen noch größeren zukünftigen Erfolg in Aussicht, weil das Schmelzen der Gletscher einerseits zwar bedauerlich sein wird, andererseits aber die Aussicht besteht, dass dadurch noch mehr Seen entstehen werden, die gewiss im Bereich Tourismus günstig zubuche schlagen und selbstverständlich auch von Nestle und Co als Trinkwasser-Reservoir genutzt werden können.
Derzeit liegen gerade riesige Decken über Teilen des Rhone-Gletschers ausgebreitet, um dessen Schmelze zu verhindern.
Es soll ja auch Leute geben, wie zu lesen ist, die gegen ihr Schwulsein beten. 20MinutenCH schreibt: “Die grösste christliche Ex-Gay-Organisation Exodus International liess eine rosarote Bombe platzen: Sie löste sich auf, weil es trotz Therapiearbeit nicht gelungen sei, dass der heterosexuelle Funke auch auf homosexuelle Gläubige übersprang.” Manche haben über 10 Jahre erfolglos gebetet. Das soll besagen: Beide Träume sind schon längst ausgeträumt, doch der Traum einer weiterhin schönen Schweiz noch nicht!

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