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Posts Tagged ‘sloterdijk’

wegbefördert!

Die Sonne scheint noch immer und erfreulicher Weise schon wieder. Echt,

war eine gute Idee, Berlin den Rücken zu kehren. Zwar gibt es in Berlin

kulturell Einiges zu sehen und zu hören, nur, dass gibt es hier im

Südwesten der Republick auch plus guter, frischer Luft und 10 Mal mehr

freundlichen Leuten – macht wahrscheinlich das viele Grün, die Nähe zum

Elsass und der Schweiz aus. Zu ähnlicher Einsicht, wie Montag abend auf

einem Fernsehkanal (3sat?) zu sehen und zu hören war, ist auch ‚der‘

Philosoph der Nation, wie es scheint ist das gerade Herr Sloterdijk, gekommen, der

anscheinend in Karlsruhe sein langes, glattes und weißes Denkerhaar ins

Kopfkissen zu drücken geruht, wenn nicht auf Reisen.  Er scheint dort

geboren zu sein und scheint, wie manch anderer, im Alter die Vorzüge des

Südwesten doch noch – hoffentlich rechtzeitig – zu schätzen gelernt zu

haben.

 

Dass der Südwesten, die Schweiz – oder das Elsass – auch ihre

‚Befleckungen‘ haben, ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. So darf

davon gelesen werden in der Badischen Zeitung, dass Menschen in der Schweiz

weggeschlossen wurden, denen das seltsame Verdikt „lasterhafter Lebenswandel,

arbeitscheu oder liederlich“ erteilt worden war. Die werden demnächst rehabilitiert.

Davon haben sie wahrscheinlich nicht all zu viel, weil Knast nun mal Knast ist!

Da war in der Vergangenheit ja auch noch diese Geschichte mit den Kindern,

die aus Familien gerissen oder Heimen stammend, dann oft als Art Sklaven gehalten

wurden.

Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein in Helvetien; gewiss gibt es aber bereits schon

andere Auswüchse, von denen hoffentlich bald berichtet werden wird. Sie

sind hiermit herzlich eingeladen, dieseblen hier in den Kommentar zu bringen.

 

Fasnacht scheint gerade auf vollen Touren abzulaufen. Mein Entschluss,

dem Treiben nicht beizuwohnen, hat ganz praktische Gründe – ich mag

nicht als Zielscheibe für eventuell rassistische Übergriffe herumlaufen. Ja,

auch hier in der Gegend gibt es NSU-Befürworter und Anhänger. Das kann

nicht geleugnet werden – und maskiert, könnte die eine oder der andere

niedere Triebe geneigt sein – auch in dieser Hinsicht – auszuleben, an

jemand, der wie ich, allein unterwegs ist.

Dass so Etwas passieren würde, ist aber eher unwahrscheinlich – aber dennoch!

„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste,“ habe ich schon als kleiner Steppke

gelernt.

 

Um eben Gesagtes noch etwas zu konkretisieren: In der Gemeinde Olten

drüben in der Schweiz wird dem- oder derjenigen, die dort ihren Wohnsitz

aufnehmen, zur Begrüßung als Erstes eine Schachtel Jod-Tabletten

überreicht. Und die sollen spätestens dann geschluckt werden, wenn das

Atomkraftwrek Gösgen einen schwereren Unfall haben sollte. Das,

verehrte Leser, ist eben Vorausplanung.

Menschengemachte Katastrophe billigend in Kauf genommen, könnte nicht

‚entzückender‘ ins Bild gefasst werden. Der Autor, ein gewisser Capus

(Solothurner Zeitung) schreibt des Weiteren: „vielleicht sollte man diese Tabletten

… unter Aufsicht der Einwohnerkontrolle [gleich] verabreichen, denn nach einer

gewissen Zeit werden sie unwirksam … .“ Er spricht da offenbar aus eigener Erfahrung

mit dem Pharmaprodukt.

 

Von Leuten, die sich neu ansiedeln irgendwo zu sogenannten Ausländern

zu kommen, ist, wie Ihnen gewiss auffallen wird, keine all zu große

intellektuelle Leistung. Sei’s drum! Denn es ist nun angebracht, von

sogenannten Ausländern zu sprechen, also Ausländern, die eigentlich

keine Ausländer mehr so richtig sind. Die Rede ist von Menschen, die

schon über einen sehr langen Zeitraum in einem Land leben und dort zum

Beispiel brav Steuern zahlen und sich integriert haben, bzw. integriert

werden sollen. Kurz: die schweizerischen Parteien SVP, CVP und FDP

haben ein Problem damit, dass sogenannte Ausländer bei der Polizei der

Schweiz eine Anstellung finden. Da fragt man sich schon, wenn man durch

Basel und andere Ortschaften in der Schweiz geht, wie das eigentlich noch

funktionieren soll können, ohne, bei dem hohen Anteil an offensichtlich

Zugewanderten, die die Straßen füllen und zum Bruttoinlandsprodukt

beitragen? Die Solothurner Zeitung hat leider nicht genauer bestimmt,

welche Ausländer gemeint sind – doch wohl nicht diejenigen, ist

anzunehmen, die gerade ihre Koffer ausgepackt haben, um danach ein

neues Leben in der Schweiz zu beginnen?

 

In Deutschland wird bekanntlich versucht, nicht nur, aber auch, über die

deutsche Kultur den Neuankömmlingen aus aller Welt, deutsches Leben

schmackhaft zu machen. Inwieweit diese Einsicht auch in der Schweiz

gegriffen hat, kann nicht ermessen werden. Es ist aber stark davon

auszugehen, dass diese Erkenntnis so usos inzwischen ist, dass dazu kein

weiteres, teures Expertengremium, womöglich über viele Jahre, eine

Studie zu unternehmen hätte.

 

Dass es zu solch Studien kommen wird in der Schweiz, dürfte

neuerdings unwahrscheinlicher geworden sein, dies, da Herr J.F. Jausin zur

UNESCO und der Organisation der Frankophonen als Botschafter

derselben wechselt. Die Rede ist vom Chef fürs Bundesamt für Kultur

(BAK) der Schweiz.  Auf seinem neuen Posten löst er Rodolphe Imhoof ab,

der in wohlverdiente Pension zu gehen beabsichtigt. Jausin war 2005

unter Parteikollege Pascal Couchepin Direktor des BAK.

Die SP-Führung spricht sich allerdings gegen diese Postenvergabe aus. Die

Kunstschaffenden der Schweiz freuen sich indes mehrheitlich, dass der als

sperrig geltende Jausin endlich „wegbefördert“ wurde.

 

Wegbefördern, wenn das denn so gesagt werden kann, um noch

verständlich zu bleiben, soll die Immobilienblase werden in der Schweiz,

und zwar durch höhere Eigenmittel der Banken. Und in dieser Richtung wurde

doch wirklich etwas beschlossen. Durchaus vergleichbar mit den gerade im

Entwurf befindlichen Maßnahmen in Deutschland bezüglich des

sogenannten Fleischskandals, die die ‚gute‘ Ilse Aichner da auf die

Lebensmittelproduzenten loslassen will wie einen zahnlosen Hund, sind

in etwa die in der Schweiz im Finanzsektor. Es wird nämlich kritisiert, dass

lediglich 1% mehr Eingenkapital den antizyklischen Puffer nicht erfolgreich

entfalten könne. Vielmehr müssten mindestens 2,5% veranschlagt werden,

um im Fall der Fälle, der gewiss wieder eintreffen dürfte irgendwann, diesem

von Seiten der Banken ausreichender gewappnet entgegen gewirkt werden kann.

Es riecht hier wie dort – mal wieder – nach Augenwischerei.

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Zuguterletzt noch eine Nachricht, die uns zeigen soll, dass Demokratie

durchaus auch funktionieren kann. Es ist den monegassischen Croupiers

nämlich gelungen, ins Parlament des Landes einzuziehen mit einer Partei.

Diese Damen und Herren sollen sogar dafür votieren, dass auch in

Monacco Abtreibung möglich sein soll. Die ‚Casino-Revolution‘ wird 24

Sitze im Nationalrat zukünftig einnehmen. Im Gegensatz zur Piratenpartei

in Deutschland braucht sich das monegassische Piratengeschlecht der

Grimaldis allerdings keine Sorgen zu machen, die Macht aus den Händen

geben zu müssen – an Croupiers, Arbeiter und dergleichen, Bar-, Zimmer-,

Kinder- und/oder Hausmädchen (-männer).  

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