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Flötengehen in Syrien

Syrien Mitte Mai/Juni 2018

Fangen wir doch mit einem Interview an, welches die Mail on Sunday am 10. Juni 2018 mit Baschar al Assad führte – in Auszügen:

„… Herr Präsident, was den 31. März 2018 angeht, betrug die Gesamtsumme für Fundings, welche Großbritannien an die White Helmets (Weißhelme) auszahlte, die ebenfalls bekannt sind als die „Zivile Syrische Verteidigung“, 38.4 Millionen Britische Pfund. Gleichzeitig beschuldigt Russland das Königreich, mit Hilfe dieser Organisation an einer Attacke in Duma teilgenommen zu haben … . Sie als Präsident Syriens, glauben Sie, dass das wahr ist?
Definitiv, ohne Zweifel. Großbritannien, Frankreich und die USA folgen und haben die selbe Politik. Das gesagt, und um komplett offen zu sein: die Briten und die Franzosen sind politische Satelliten der USA. Öffentlich unterstützen erstere die Weißhelme, die eine Handvoll al Qaida und al Nusra in unterschiedlichen Teilen Syriens sind. Die Briten gaben viel Geld aus; und wir betrachten die Weißhelme als ihr PR-Glanzstück. Ja, definitiv, die Sache wurde von diesen 3 Ländern auf die Bühne gebracht, und die Briten sind involviert.
[Die USA haben inzwischen (Stand 20. Juni 18) wieder Hilfsgelder für die Weißhelme und für eine Kriegsverbrecherermittlungsbehörde freigegeben – 6.6 Millionen Dollar. US-Außenamtssprecherin Heather Nauert: Nun können wichtige lebensrettende Einsätze der Weißhelme weitergehen. Einige Weißhelme, muss noch kurz angefügt werden, lassen hie und da ihr Leben in Syrien zurück, werden ermordet. Der Chef der Weißhelme, Raed al Saleh, bedankte sich für die angesprochene US-Unterstützung. Und als sei das nicht genug: Die USA ziehen sich voraussichtlich aus dem UN-Menschrechtsrat zurück mit der Begründung, im Gremium säßen zu viele Despoten, wie beispielsweise der Iran. Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA, spricht von chronischer Parteilichkeit, die im Gremium herrsche. Gegen Israel seien mehr Resolutionen rausgegeben worden als gegen Syrien, Iran und Nordkorea zusammen. Zurück zum Interview:].

Frau Theresa May sagte, sie hat keinen Zweifel, dass das syrische Regime hinter den chemischen Attacken vom 07. April steckt, und erzählte ihren Kritikern, dass die Teilnahme Englands rechtens und legal war und zulässig nach internationalem Recht, um die menschlichen Leiden zu mildern. Haben Staaten keine Verantwortung gegen Kriegsverbrechen zu schützen? Wie soll die Teilnahme Englands bei Vergeltungsschlägen gegen Syrien nicht in Einklang stehen mit dem internationalen Recht?
Nun, gemäß ihrer Aussagen – als England und die USA den Irak im Jahr 2003 illegal bombardierten, massenhaft Vernichtung verursachten, ganz zu schweigen von der hohen Anzahl an Witwen und Amputierten – und gemäß mayscher Logik, hat jede Regierung das Recht, Großbritannien oder die USA zu attackieren, wenn sie denkt, diese Tat ist gerechtfertigt. Das ist legal und unter internationalem Recht erlaubt, um menschliches Leid abzumildern – dies als Erstes.
Zweitens: Sie haben gelogen. Sie haben ihre eigene öffentliche Meinung keinen Beweis geliefert, also der britischen Öffentlichkeit. Nachdem wir al Ghouta befreit hatten, wo die angebliche Attacke passiert ist, fragten viele ausländische Journalisten – einige unter ihnen gegen die syrische Regierung eingestellt – Leute vor Ort bezüglich des chemischen Angriffs und die antworteten: Wir haben davon nichts gesehen, hat nicht stattgefunden.
Es war eine Lüge, vor allem nachdem wir die Gegend befreit hatten. Unsere Quellen bestätigen, dass ein Angriff nicht stattgefunden hat. Großbritannien sollte zuerst mit Beweisen anrücken und dann beweisen, wer die Verantwortung trägt. Natürlich ist so etwas nicht passiert. Es gab keinen Angriff. Und das ist, wo die Lüge beginnt. Noch einmal: Es ging nicht um den Angriff. Das Ding an dieser Angelegenheit ist: Die Briten und andere haben Bedarf, die syrische Regierung zu unterminieren. Überhaupt sind sie von Anfang an daran interessiert, die syrische Regierung zu stürzen – schon seit den Anfängen der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien. Sie vertun sich, sie erzählen Lügen und setzen ihren Abnutzungskrieg gegen uns fort.

Gab es irgendwelche Versuche, womöglich gar durch Vermittler oder Dritte, der britischen Regierung oder deren Geheimdienstnetzes, mit Syrien eine Kommunikation aufzubauen zwecks geheimdienstlichen Informationen – welcher Art auch immer?
Nein. Solche Kontakte hatten wir mit verschiedenen Diensten Europas. Die wurden vor kurzem aber eingestellt, weil die nicht seriös sind. Die wollen Informationen austauschen, wo doch deren Regierungen im Politischen gegen die unsere sind. Daher sagten wir: Sobald ihr einen politischen Schirm für derartige Kooperation habt, sind wir bereit. Derzeit gibt es keine Kooperation mit irgendeinem europäischen Geheimdienst – inklusive Großbritannien.

Was sind ihre Ansichten über den Umgang Mays und Trumps mit der Nahost-Frage, speziell aber Syrien. Und wie unterscheiden sich die beiden bei ihrer Intervention in der Region, und von der Putins?
Großer Unterschied. Die Russen wurden gebeten zu kommen. Sie sind also legitimiert hier. Das Gleiche gilt für den Iran. Doch die USA und die Briten, die sind illegal hier. Es ist eine Invasion. Sie verletzten die Souveränität Syriens – eines souveränen Landes. Die sind ganz und gar nicht legal hier. Die existieren hier illegal.

Aber, ihrer Meinung nach, wie haben beide, May und Trump, Syrien behandelt?
Es geht nicht um May und Trump. Es geht allgemein um Politiker aus dem Westen, um die westlichen Regime. Sie akzeptieren niemanden, der anderer Meinung ist: keinen Staat, keine Regierung, keine Persönlichkeit. Und das trifft auf Syrien zu. Syrien ist sehr unabhängig bei seiner politischen Positionierung. Wir arbeiten für unser nationales Interesse. Wir sind keine Bananenrepublik. Und diese Realität akzeptieren Die nicht. Dergestalt ist Deren komplette Sicht über uns, wie folgt: „Diese Regierung muss ausgewechselt werden. Der Präsident gehört dämonisiert. Weil die Syrer unseren Politiken nicht mehr entsprechen.“ So sieht es aus. Alles andere ist wie Beiwerk: Sie lügen, reden von chemischen Waffen, vom bösen Präsidenten, der seine Bevölkerung killt, die guten Leute, von Freiheit, friedlichen Demonstrationen. All diese Lügen sind Beiwerk des einzigen Ziels, das Regime zu stürzen.
Daher ist meine Antwort auf Ihre Frage: Das ist Kolonialpolitik. So sehen wir das. Und das ist nicht neu. Diese Art Politik haben Die niemals ausgetauscht, und zwar betreiben sie diesen alten Kolonialismus schon seit Anfang des 20ten und 19ten Jahrhundert und davor. Heute, lassen Sie es uns so sagen, hat dieser Kolonialismus eine neue Maske auf, eine andere. [In einem Interview Assads mit einer russischen Journalistin Ende Juni 2018 hat er seine oben geäußerten Ansichten dahingehend erweitert, indem er wiederholt in etwa sagte: die Europäer, der Westen, die haben keine Moral, keine Ethik!
Zuweilen kommt man nicht umhin, wenn man der Argumentation Assads, wie auch Putins und der des Irans folgt, sich zu fragen als Beobachter: Und was, wenn diese Leute mit ihren Darstellungen der Zusammenhänge in und um Syrien größtenteils Recht haben?].

Vor 5 Jahren, als der IS geboren wurden, sagten Sie mir … [dass Syrien geostrategisch in einer Spannungszone liegt], und seither scheinen Sie sich als Bollwerk gegen die IS zu sehen?
Wir sind diejenigen in den letzten Jahren, die die IS vor allem bekämpft haben, und zwar mit der Unterstützung Russlands und Irans. Niemand sonst macht dasselbe, noch nicht mal teilweise. Wenn Sie über den Westen und die Militärallianz des Westens reden wollen, die von den US-Amerikanern angeführt wird, nun, die haben die IS tatsächlich unterstützt, weil die attackierten die syrische Armee, und zwar immer dann, wenn wir angriffen; oder wir wurden angegriffen vom IS. Zuletzt so geschehen ein paar Tage, vor dem 15. Juni, als die IS die syrische Armee angriff. Natürlich haben wir sie geschlagen – und als Antwort haben die Amerikaner unsere Truppen im Osten Syriens attackiert.

War es falsch vom Rest der Welt, dass er Sie die letzten 7 Jahre isolierte?
Das Konzept Isolation eines Landes ist allgemein falsch. In der Welt, in moderner Politik, sogar in den alten politischen Tagen, brauchst du Kommunikation. Wenn du ein Land isolierst, isolierst du dich von der Realität in diesem Land. Und so wirst du politisch blind. Daher: das Konzept ist falsch!

Herr Präsident. Einige sehen Sie als einen internationalen Geächteten, als Diktator mit Blut an seinen Händen. Geben Sie mir ein Argument, warum Sie das nicht sind, zumal in den letzten 7 Jahren 100-Tausende Syrer ermordet, inhaftiert und sogar gefoltert wurden?
So! Die Geschichte, von der Sie reden, oder sagen wir, das westliche Narrativ lautet, dass dies ein schlechter Präsident ist, der seine eigene Bevölkerung killt, und die ganze Welt ist gegen ihn, weil er international geächtet ist. Und dieser Mann war 7 Jahre auf seinem Posten und kämpft gegen jedermann in der Welt. Können Sie ihre Leser davon wirklich überzeugen?
Es macht noch nicht einmal Sinn. Gemeint sind die unterschiedlichen Faktoren des Narratives. Es ist nicht logisch, nicht realistisch. Nun! Dieser Präsident ist auf seinem Posten, weil er die Unterstützung seiner eigenen Leute hat. Wie könnte er diese Unterstützung erhalten, wenn er gleichzeitig seine Bevölkerung mordet? Die Geschichte ist also nicht korrekt. Wir bekämpfen Terroristen. Und die werden von Großbritannien unterstützt, den Franzosen, den Amerikanern und ihren Handlangern, die meinetwegen in Europa oder sonst wo sind. Gegen die kämpfen wir an, und zwar mit der Unterstützung der Bevölkerung. Daher kommen wir voran. Wir könnten sonst nicht vorankommen. Nur weil wir die Russen oder die Iraner an unsere Seite haben? Die können die Unterstützung des Volks nicht ersetzen. Und zum Beweis: Der Schah von Iran, der Hampelmann des Westens, er konnte die Reaktion auf seine Politiken durch das persische Volk nicht überstehen. Er fiel [1979]. Das ganze System ging entzwei in ein Paar Wochen, und er musste aus dem Land fliehen.

Doch trotz der Unterstützung vieler Syrer bleibt die Tatsache, dass es tausende, zehntausende Menschen gibt, die ermordet wurden und inhaftiert worden sind.
Selbstverständlich. Sie reden von Krieg. Es gibt keinen guten Krieg. Auch keinen friedlichen. Darum ist Krieg schlecht. Also, wenn Sie von Krieg reden, ist das natürliche und selbst sich erschließende Resultat desselben: Tot und Blut überall!
Doch ist die Frage, wer fing den Krieg an? Wer unterstütze ihn? Der Westen! Der Westen unterstützte ihn von Anfang an und so auch die Terroristen, die überall Bomben legten, überall und jedermann mordeten – Köpfe abschlagen. Der Westen unterstützte al Qaida. Daher reicht es nicht aus zu sagen: Es gibt Ermordungen. Natürlich ist dort Killen. Es erschließt sich von selbst. Doch wer fing es an? Der Westen ist für all Das verantwortlich!

Der Westen ist verantwortlich, aber einige sagen, dass Herr Assad oder Präsident Assad auch verantwortlich zeichnen sollte.
Jeder Syrer könnte verantwortlich sein, für Was in Syrien passiert. Das ist eine andere Sache. Es ist eine syrische Sache. Das diskutieren wir nicht mit der Welt. Es ist nicht die Rolle des Westens, uns zu sagen, wer in Syrien verantwortlich ist: der Präsident oder die Regierung oder die Armee oder die Terroristen. Das ist eine Angelegenheit Syriens. Der Westen ist nicht in der Position, uns etwas zu sagen. Das ist nicht seine Rolle. Doch er mischte sich in die Souveränität eines Landes ein und ist verantwortlich für das Morden in unserem Land – egal wie der Narrativ des Westens lautet und seine Lügen.

Russland scheint viele Entscheide bezüglich Syrien zu treffen, ob es um fremde Truppen geht, die abziehen sollen oder um Deals, die mit Israel gemacht werden sollen in Süd-Syrien, auch, welche Art Waffen Sie haben sollten oder eben nicht. Trifft Russland inzwischen Ihre Entscheide?
Russland kämpft für das Internationale Recht. Und ein Teil desselben ist die Souveränität verschiedenster Länder, souveräner Länder – und Syrien ist eines dieser. Russlands Politik, sein Verhalten, seine Werte haben nichts mit Einmischung oder Diktat zu tun – überhaupt nicht. Wir haben gute Beziehungen mit Russland für länger als 6 Dekaden gehabt, beinahe 7. Währenddessen hat Russland nie versucht, uns zu etwas zu zwingen, sogar auch dann, wenn es unterschiedliche Ansichten gab.
Weil es derzeit einen Krieg gibt sowie eine hohe Dynamik in der Region, ist es ohnehin natürlich, dass unterschiedliche Ansichten verschiedenster Akteure existieren: sei es in unserer Regierung oder in anderen: in der russisch-syrischen Beziehung, syrisch-iranischen, iranisch-russischen, und eben in den jeweiligen Regierungen. Das ist normal. Letztendlich ist es aber Syrien, welches die Entscheide trifft und sagt, was zu passieren hat in Syrien. Darüber sollte sich niemand einen Kopf machen, unabhängig von dem, was Sie sonst so hören.
Ich weiß, auf welcher Grundlage Sie die Frage stellen.

Basierend auf verschiedenen Aussagen.
Genau!

Nun dann. Warum hat Ihnen Russland dann nicht die S-300, wie vor Jahren versprochen, gegeben – und zu einer Zeit, wo Israel praktisch jede Woche syrischen Boden bombardiert? Und warum koordiniert Russland diese Bombardements mit Ihren Feinden hinter Ihrem Rücken, Herr Assad?
Russland hat nie mit irgendjemand gegen Syrien etwas koordiniert: weder politisch noch militärisch. Und das ist der Widerspruch: Wie könnten die Russen helfen, die syrische Armee voranzubringen und gleichzeitig mit unseren Feinden zusammenarbeiten, um unsere Armee zu vernichten?

Aber die Russen wissen doch gewöhnlich, wo die Angriffe platziert werden …
Nein, nein! Das stimmt nicht, ist nicht wahr, definitiv! Wir kennen die Details.
Was die S-300 angeht, warum sie die erwähnt haben und dann aufhörten, darüber zu reden, dazu fragen sie besser russische Offizielle. Es ist eine politische Aussage. Die haben ihre eigene Agenda. Doch ob sie die S-300 an uns übersenden oder nicht, das ist ein politisches Ding – wir reden nicht darüber.

Maßgebliche Pentagon-Offizielle warnten, sie würden militärisch eingreifen, sollten Sie mit den Alliierten der USA abrechnen wollen. Werden Sie das US-Militär jemals wieder los werden in Syrien? Sind Sie bereit, diese direkt zu bekämpfen?
Seit dem Beginn des Krieges, haben die USA und ihr Alliierten nicht aufgehört, Syrien zu bedrohen. Haben nicht aufgehört, die Terroristen zu unterstützen. Und sie gaben nicht auf, uns direkt unter Beschuss zu nehmen – bei vielen Gelegenheiten. Doch trotzdem sind wir gegen die Terroristen vorangekommen. Und wir sagten, dass wir jeden Zentimeter syrischen Bodens befreien werden, egal wer Was sagt oder uns wo attackiert. Das hier ist unser Land. Und das ist unsere Pflicht. Das ist hier keine politische Meinung. Es ist eine nationale Pflicht! In dieser Richtung werden wir uns bewegen, egal, welche militärische oder politische Positionierung unsere Gegner einnehmen.

Wie denken Sie, wird die Geschichte Sie erinnern?
Kommt drauf an, welche Geschichte. Die des Westens? Die wird verdreht sein. Wird Lügen erzählen, Lüge über Lüge. Die selben Lügen, die wir nicht allein über unsere Gegenwart, sondern auch unsere Vergangenheit hörten.
Unsere Geschichte andererseits, die mir am Herzen liegt, ich hoffe, sie wird mich als jemand erinnern, der die Terroristen bekämpfte, um sein Land zu retten – und das war meine Pflicht als Präsident.

Es waren nun bereits 7 Jahre Krieg. Was tun Sie, um Dampf abzulassen, irgendwelche Hobbies?
Sport ist kein Hobby. Es wird ein Teil deines Lebens. Ein Teil deiner täglichen Routine. Weil, eine gute Gesundheit ist von Wichtigkeit, um aktiv zu bleiben. Daher kann Sport nicht als zur Unterhaltung angesehen werden. Keine Zeit und Lust auf Unterhaltung. Du lebst im Krieg mit Ermordungen und Terroristen. So! Das ist das einzige Hobby, welches eine Angewohnheit wurde, eine Angewohnheit, die von der verbleibenden Zeit und den Umständen abhängt.

Ihre Frau ist Engländerin. Sie lebten in London viele Jahre. Gibt es irgendwas, was Sie ganz besonders vermissen?
Ich hielt mich in London auf. Ich studierte Medizin. Es ist unmöglich für dich, in einer solchen Stadt zu leben, wo du fühlst, es gibt dort keinen speziellen Link mit ihr oder zu den Leuten, mit denen du täglich arbeitest.
Nun! Vielleicht vermisst du diese Beziehung. Doch du lebst manchmal in Widersprüchen, nämlich, dass dieselbe Stadt, die du magst, dasselbe Land ist, welches dein Land angegriffen hat – was nicht gut ist.“
Ende des Interviews!

Gehen wir zum Eingemachten über, verehrte Leser:

Zwischen dem 24. April und dem 01. Juni 2018 sollen insgesamt 93 Attentate und Attentatsversuche in Nordwesten Syriens allein durchgeführt worden sein.

Doch vorerst sei noch kurz dies angemerkt:

Erwarten Sie bitte auch hier nicht, dass Ihnen mit Bestimmtheit und aller Klarheit aufgezeigt wird, was in Syrien derzeit passiert. Schon allein all die Akteure ins Bild zu setzen, die in den fortdauernden Konflikt involviert sind, oder sein sollen, ist so etwas Ähnliches wie eine Sisyphos-artige Fleißarbeit. Und diese Letztere wäre indes so manchem gewiss eine ziemlich realistische Strafarbeit, nämlich jenen, die diesen kriegerischen Wirrwarr in Syrien angezettelt haben und, noch ‚gemeiner‘, davon profitieren oder profitieren wollen und dieses Kriegsgeschäft betreiben.

 

Syrien ist schlichtweg das lebende Beispiel dessen, was man als „bösartig“ bezeichnen kann; also nicht Syrien selbst, sondern das, was dort von nicht gerade wenigen Menschen mit Maschinen und anderen kriegstauglichen Dingen ‚veranstaltet‘ wird derzeit: eine Spezialausgabe der Horror-Picture-Show!

Wir haben uns ja an vieles gewöhnt. Beispielsweise daran, dass Präsident Putin immer mehr zum politisch-ökonomischen Match-Maker weltweit heranreift. Die Fußball-WM hält er bereits ab. Trifft sich unter anderen auch mit dem syrischen Machthaber Baschar al Assad, wie letztens in der russischen Stadt Sotchi.
Na ja: „russische Stadt Sotchi“, da soll es bereits einige Menschen geben, die diese Formulierung die Barrikaden hochgehen lässt. Die Georgier sind derzeit auch nicht amüsiert darüber, dass die WM-Mannschaft der Ägypter in Grosny/Tschetschenien untergebracht und vom dortigen Diktator in aller Öffentlichkeit geehrt wird – und nicht nur die Georgier. Denn so etwas, argumentieren nicht wenige, stabilisiere und legalisiere die russische Okkupation gewisser Gebiete in der Peripherie des russischen Riesenreiches. Und, bei dieser Gelegenheit sei sogleich daran erinnert: Das Assad-Regime hat unter russischer Vermittlung die von Georgien abgespaltenen Regionen Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten vor Kurzem anerkannt. Die Georgier brachen daraufhin diplomatische Beziehungen mit Damaskus – vorerst – ab. Reaktionen in den Netzwerken gingen soweit zu fordern, Georgien solle nun doch dazu übergehen, Gebiete östlich des Euphrat sowie Afrin, Idlib, kurz Nordsyrien, als unabhängig von Syrien anzuerkennen. Der georgische Präsident Giorgi Margvelashvili äußerte dazu auf Twitter so in etwa: Das zeigt, wer Assad wirklich ist, einer der Kinder mit chemischen Waffen tötet.
Apropos: in Georgien tobte der Mob kürzlich auf den Straßen. Soll heißen: es herrscht/e Antiregierungsstimmung. Und die Regierung ist ja auch bekanntlich am 15. Juni 2018 vorerst zurückgetreten – oder wurde zurückgetreten, wie man eventuell auch noch sagen könnte.

Nein wirklich!

Putin kann sogar Assad bei sich ankriechen lassen. So geschehen in Sotchi zum Ende des Monats Mai 2018: ohne großen Staat oder Leibwächter, die den damaszenen Killer eigener Bevölkerung umgeben hätten – oder anders gesagt: den syrischen Patrioten, wie man Herrn Assad halt auch noch sehen soll können.
Und ja! Bitte sehr sofort galt es, für Herrn Assad aus Damaskus beim Russland regierenden Ex-KGB-Offizier anzurücken, dem Herren über Energiequellen, die größtenteils den Energiebedarf der Bundesrepublik – noch immer – ‚speisen‘ sollen.
Für die angesprochene Visite bei Putin begab sich das syrische Präsidentensöhnchen jenes Assads, dessen Grausamkeiten noch immer vielen Zeitgenossen finster in Erinnerung haften und ihren Herzschlag am liebsten verstummen lassen, sogar in ein für seine Verhältnisse schäbiges Flugzeug. Putin ließ Assad-Junior also ankriechen, auch, um dem Donald in Washington dergestalt zu sagen, eventuell: Den lass ich fallen, wenn Du mich endlich richtig kapierst!
Am Rande bemerkt: Herz aller liebst waren die Bilder mit Donald und Kim im TV ja irgendwie schon diesen Monat: Die Atombombe lass ich fallen, wenn Du mich nicht endlich richtig kapierst, sagten die Bilder mit den beiden Polit-Showleuten wohl so manchem/r.
Von der Leyen, die Verteidigungsministerin der BRD, glaubt angeblich nicht, dass Putin den Assad noch wesentlich länger in Schutz nehmen wird. Die Verwaltungsstruktur gehöre gestärkt in Syrien und Moskau sei eher daran interessiert, ein Bein in Syrien zu behalten als den Baschar weiterhin auszuhalten, soll sie so in etwa gemeint haben.
Apropos: Frau Merkel war auch in Sotchi. Nicht ganz so angekrochen kam sie dort an wie Assad. Sie bat den Putin, das Wohneigentum der Geflüchteten Syrer nicht enteignen zu lassen.
Kann uns mal jemand erklären, was das Eigentum an Land in Syrien geflohener Syrer Frau Merkel angeht?
Und außerdem: Putin heißt Putin und nicht Assad! Soll heißen: Letzterem hätte die Bundeskanzlerin diesen Wunsch verbraten müssen. Offensichtlich macht sich Frau Merkel Sorgen, dass der Großteil der geflüchteten Syrer nach einer kalten Enteignung in Form einer Verfassungsänderung – siehe weiter unten – dann in Mitteleuropa sich fest ansiedeln könnte.
Das Schönste aber, und wirklich geradezu brillant, ist, was Putin so in etwa dazu sagte bei diesem Treffen mit Frau Bundeskanzlerin und in Richtung Reichstag zu Berlin: Hey ihr da in Brüssel und/oder Berlin, baut mal gefälligst aus eigenen Mitteln das kaputt-gebombte Syrien wieder auf – und dann reden wir weiter über das Eigentum dieser Leute aus Syrien!

Und auch daher dies: Das Gerücht geht um, dass die Türkei, sowie Russland und die US-Amerikaner/Israel Syrien unter sich aufteilen wollen. Insofern wird spätestens nun vielen Beobachtern das übersteigerte Engagement der Türken vor Ort etwas plausibler, aber auch dasselbe der Israelis, die zusätzlich vermehrt darauf drängen, dass an der syrischen Grenze zu Israel keine iranischen Söldner mehr in Stellung liegen. Der russische Außenminister Sergey Lawrow dazu: „Natürlich muss der Abzug aller nicht-syrischen Streitkräfte auf Gegenseitigkeit erfolgen, dies sollte keine Einbahnstraße sein!“ Die Jerusalem Post sprach in diesem Zusammenhang von einem bereits bestehenden Abkommen zwischen Russland und Israel, indem Assad die Kontrolle über den Süden Syriens behalten dürfe, wenn die libanesische Hisbollah bei Quneitra und Daraa ihre Stellungen aufgibt, im Süd-Westen Syriens an der umstrittenen Grenze also. Zum Ende des Monats Juni 2018 dann diese Meldung: Die russische Luftwaffe hat erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor knapp einem Jahr, Gebiete im Süden Syriens bombardiert. Dutzende Fassbomben und Elefantenraketen kamen zum Einsatz. Letztere sind ungenaue, improvisierte Geschosse aus Gaskanistern. Vom Militärflughafen Hmeimim, nahe der Hafenstadt Latakia, ging die Aktion aus. Das al Herak-Feldkrankenhaus wurde bei diesen Bombardements ebenfalls von Geschossen getroffen – auch Gebäude errichtet zum Schutz für Zivilisten. Das wird hier berichtet, – was wohl einigen bereits nicht mehr erwähnenswert erscheint -, weil Putin noch am 07. Juli 2017 persönlich und in Hamburg diese Gegend als Teil einer Deeskalationszone mitdeklarierte.

Und Sie wissen, verehrte Leser: Die Weltmeisterschaft im Fußball wird auch ohne die Deutschen, die früh herausgeflogen sind, in Russland trotzdem weitergeführt. Irgendwo wird gejubelt auf der Welt und anderswo, verzeihen Sie, verrecken die Leute, woran längst nicht Russland allein die Schuld oder Verantwortung trägt. Wir sitzen da ‚brav‘ mit im Boot – auch ohne WM-Titel!
Anfang Juni sprach sich der Berater des iranischen Generalstabchefs, der Brigadegeneral Massoud Gazajeri, noch gegen einen Abzug der Iraner aus Syrien aus. Sie seien schließlich auf Wunsch der Regierung in Damaskus da. Lustig oder makaber daran ist, dass wenig vorher Baschar al Assad selbst die Behauptung äußerte, es gäbe gar keine iranischen Kampfeinheiten auf syrischem Boden.
Währenddessen, so in etwa, machte sich der syrische Außenminister Walid al Mou‘allem über die Müllkrise im Libanon lustig. Er scheint wohl vergessen zu haben, dass Syrer, die dorthin in recht großer Zahl geflüchtet sind, eventuell die Hauptverursacher dieser Krise sind.
1,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland hat der Libanon in etwa aufgenommen.

Wie auch immer dem sei: Zwar habe der Iran mehrere schiitische Milizen von der Grenze nach Israel abgezogen, doch die seien mehr oder minder postwendend in Einheiten der syrischen Armee dorthin zurückgekehrt. Vom Iran unterstützte Milizionäre unter Aufsicht des Kommandeurs der al Quds-Einheiten, Qasem Suleimani, sind nämlich in Militärlager des Assad-Regimes in Damaskus und Umkreis gebracht worden, und erhielten dort Uniformen des Regimes sowie syrische Ausweise (die Abu Fadl al Abbas-Brigade).
Die Russen sollen Mitte Juni die Kontrolle der Zufahrtswege zum Flughafen in Damaskus von den Iranern übernommen haben.

Auch hier in diesem Artikel, wie Sie leicht erkennen können, wird oder wurde von Dingen geschrieben, die längst noch nicht von allen Beteiligten so als Kröte geschluckt wurden, oder geschluckt werden wollen – „syrische Grenze zu Israel!“ Denn ja, es gibt offensichtlich vermehrt Leute, die Israel seine Existenzberechtigung im Nahen Osten aberkennen wollen, eben weil die betriebenen Politiken der letzten 10 Jahre der Israelis inzwischen alarmierend zeigten, dass dieses Staatsgebilde in der Region nur eines verursacht: Chaos, Leid, Tod und permanentes Sich-Bedrohen und Killen.
Apropos: Die ehemals syrischen Golanhöhen (1.200 qm), die Israel seit Jahrzehnten beschlagnahmt hat (seit 1967), könnten von Präsident Trump schon demnächst als rechtmäßige Gebiete Israels anerkannt werden – warten Sie es ab.
Ist doch wohl genug Zeit vergangen, um endlich mal einen weiteren Gang hochzuschalten in solchen besetzungspolitischen Angelegenheiten?
Diese Frage scheinen sich Menschen wie Netanjahu und Trump nicht nur zu stellen, sondern deren Realisierung aktiv anzugehen, wie nicht von wenigen behauptet wird.
In gewisser Weise ist das Alles auch nachvollziehbar – vor allem aus darwinistischer Sichtweise: dem Wetteifern um das Best-angepasst-Sein.
Liebe Palästinenser und ‘Ägypter’ vom Sinai seid also gewappnet! Time seems to be on their side! Werdet bestens schnell Christen und kommt dann mit vielen Kindern nach Mittel-Europa, wo sie wahrscheinlich auch dann noch vergeblich versuchen werden, ihre Art Ordnung in das Normalste der Welt zu bringen. Und Letzteres, wie aus Geschichtsbüchern weltweit geschlossen werden kann, ist die Migration! Und die mühen sie sich gesamteuropäisch, zunehmend miteinander verstritten zu verwalten.

Kommen wir zurück nach Sotchi und zu Putin: Ja, man staune, der Herr vom Kreml lobte den angekrochenen Alewiten aus Qardaha/Syrien namens Baschar. Die syrische Armee habe sehr erfolgreich gegen die islamistischen Terroristen gefochten, meinte der Kremlchef. Nebenbei wurde von Putin bei diesem Treffen in Sotchi noch schnell ein Abzug der ausländischen Truppen gefordert (was auch sein Sonderbeauftragte für Syrien Alexander Laventiev gern zwitschert): vordinglich sind mit jenen, die die Biege machen sollen in Syrien, natürlich die USA gemeint; und dass Israel seine Racheflüge, oder wie man diese besser nennt, einstellt.
Vielleicht sind die erwähnten Flüge ja doch eher bereits schon als Marker des entstehenden Gebiets „Großisrael“ von uns zur Kenntnis zu nehmen, dessen Aufbau ja in Angriff genommen sein soll. Das neue Reich König Davids wird derart womöglich schon mal ersichtlicher und für alle existenter abgesteckt und dies – wenn auch recht explosiv mit entsprechenden Kollateralschäden – wird uns eventuell so vorgeführt noch weiterhin beschäftigen. Auf Grund der israelischen Flugangriffe soll Assad den iranischen Kräften letztens in ‚seinem‘ Land verboten haben, Einrichtungen und Flugzeughallen in syrischen Militärflughäfen zu nutzen. Weil sonst wieder die Israelis dort ihre Bomben hinlenken.
Am 20. Juni 2018 bombardierte die US-geführte Anti-IS-Koalition erneut Stellungen des Assad-Regimes und iranischer Milizen südöstlich von Abu Kamal nahe der irakischen Grenze. Armeestellungen wurden dabei getroffen. Es gab mehrere Tote und Verletzte. Die USA dementieren den Luftangriff jedoch.

Doch bleiben wir doch noch etwas beim Sotchi-Treffen. Die Lage im Land namens Syrien habe sich verbessert, meinte Assad dienstbeflissen gegenüber Putin bei jenem Treffen und wahrscheinlich war er in jenem Moment im Geiste praktisch schon auf Knien. Ein Verfassungskonvent müsse aber her, meinte der syrische Alewite dann auch noch.
Genauer: Assad & Co. wollen die syrische Verfassung umschreiben. Der Besitz an Boden soll neu verteilt werden.
Nein. So kann das nicht stehen gelassen werden, verehrte Leserschaft.
Also: Jene Syrer, die interessiert daran sind, ihr Land weiterhin als Besitzer zu führen, müssen sich noch vor Ablauf dieses Sommers 2018 auf den zuständigen Behörden in Syrien einfinden, und entsprechend belegen, dass sie es sind, die die Besitzer jenes Bodens in XY-irgendwo in Syrien sind.
Zeck! Diese Klatsche hat gesessen. Wird sitzen. Wird all jenen Syrern ein Dorn im Auge sein, die sich ins Ausland retteten und sich nicht zurücktrauen – vor allem aber Landbesitzer sind.

Letztere müssen sich allerdings nicht allzu viele Sorgen machen, dass ihr Land dahinrotten wird. Es wird gewiss wieder erblühen, und zwar vielleicht unter afghanischen oder iranischen Händen – ja, in Syrien. Staffan de Mistura, der UN-Sondergesandte für Syrien, dem soll bei seinem letzten Treffen in Teheran Mitte Juni ebenfalls ein Vorschlag für die zukünftige syrische Verfassung unterbreitet worden sein. Mistura war am 18ten und 19ten Juni 2018 in Genf, um mit hochrangigen Entscheidungsträgern aus der Türkei und Russland die syrische Verfassung ebenfalls zu besprechen. Es ist, als wolle man den Astana-Prozess neubeleben – diesmal ohne Araber und US-Amerikaner plus vollem Segen der Vereinten Nationen. Etwas mehr zu dem, wie das Ding mit der neuen syrischen Verfassung in der Praxis aussieht, folgt unten, ganz am Ende dieses Artikels.
Viele Afghanen, so an die 54 000, die als Kämpfer der Fatimyoun Brigade, an der Seite des Assad-Regimes ihre Leben riskieren, haben mit der Neubesetzung des Eigentums der geflüchteten Syrer nämlich eine nicht allzu schlechte Perspektive erhalten für ihren freiwilligen, oft auch unfreiwilligen Dienst an der Waffe fürs Vater- oder Mutterland in spe, Syrien, um den Faden wieder aufzugreifen. Mal sehen, ob sich die Regierenden in Damaskus dann auch ans Versprechen halten werden, wenn es ums Ein- und Verteilen des recht begehrten Gutes „Land“ gehen wird. Leute braucht das Land, wo Euphrat und Tigris fließen auf alle Fälle.
Es könnte also in der zukünftigen syrischen Gesellschaft, wenn der Staat dann noch so heißen wird, an genügend Frauen fehlen – zumal die auswärtigen Krieger ziemlich sicher männlichen Geschlechts größtenteils sind. Wir dürfen daher gespannt sein, wie dieser ‚Bedarf‘ gedeckt werden wird.
Mit Russinnen?
Dass wir nicht gleich darauf gekommen sind.
Iranerinnen? Wohl eher nicht.
Türkinnen?
Dass etwa Homosex und/oder -liebe legalisiert wird?
Nun: Verwundert drein schauen gilt ab jetzt nicht mehr, weil hier steht es gleich geschrieben, und zwar: Es könnte womöglich herauskommen, dass Gentechnik plus Brut-Institute, oder wie solch Orte zukünftig im Arabischen genannt werden könnten, die Folgen des Frauen-Mangels vor Ort beheben werden. Und jene, die ohne Frau als Afghanen und Iraner in Syrien leben müssten oder werden, schließt man vielleicht zukünftig zeitweise an eine Testreihe mit Liebes-Robotern/innen japanischer und/oder chinesischer Machart zwecks Beweis technischen Fortschritts und natürlich des Friedens wegen an; oder aber „für die nächste Generation“, wie ja oft auch andernorts in der Welt in den unterschiedlichsten Zusammenhängen betont wird.
Wäre das ‚Problem‘ FRAU derart nicht erfolgreich delegiert?

Wie dem auch sein wird im zukünftigen Zweistromland: Wahrscheinlich ist jene Delegation, von der Assad zu Putin auch noch sprach Ende Mai 2018, schon längst zu den Vereinten Nationen unterwegs, dort gewiss schon angekommen, womöglich schon wieder abgereist, um zuvor erwähnte Verfassungsänderung dort ‚absegnen‘ zu lassen. Auch bei diesem Punkt dürfen wir gespannt sein, ob das Unterfangen gelingt.
Denn, vergessen wir es besser nicht – und auch zum Abgleich: Wenn Trump, letztens, im Vorfeld des G7-Treffen in Kanada kalt kalkulierend ein Verlassen des Treffens einplant, wie geschehen, nur weil der kanadische Premier angeblich Dinge sagte, die Trump nicht gefielen – von denen er sich denken konnte, dass sie gesagt werden, so oder ähnlich von irgendjemand -, dann dürfte angesprochenes Begehren Assads vor dem Hohen Hause der UN womöglich durchgewunken werden – die Verfassung?
Ja! Dem könnte so sein. Denn: Wir leben schließlich in wirren Zeiten, wo, wie sagt man neuerdings, Quantenlogik vermehrt in Betrieb genommen wird, als Maßstab vieler, wenn nicht gar aller Dinge anzulegen ist zukünftig – bis sich auch dieser Hype gelegt haben wird und der nächste Weltenformer wie „Demokratie“ oder eben „Quantenlogik“ ansteht.
Was dieser nächste Umformer der Humaniden sein könnte?
Klar doch, Liebe!
Entschuldigen Sie, Scherzchen müssen doch auch mal sein, Und vor allem dann, Sie werden es vielleicht noch erleben, wenn man genau dort hinkommen mag, eben zur Liebe als Weltenformel. Bloß was ist das noch mal genau, Liebe? Eine Bewegung im Stillstand oder Stillstand mit Bewegung?

Und ja: Es tut sich was in Syrien. Auch wenn diese Bewegung vielen Betrachtern der Lage vor Ort von außen so vorkommt, als sei es die einer Angelegenheit, die im Kreis verläuft und äußerst lieblos: Anfang = Ende; Ende = Anfang; also eine Bewegung ohne Ende ist, die scheinbar sinnlos sinnig sinniert.
Zum Beispiel hatte ein Konvoi iranischer Milizen, sowie Milizionäre der libanesischen Hisbollah, sich ungefähr Mitte Mai 2018 fortbewegt, und zwar gerade, als in Astana/Kasachstan die Gespräche zu Syrien einem Ende zugeführt wurden. Im Rahmen der dort verfassten Deeskalationsvereinbarung sollen auf lediglich nordsyrischem Boden insgesamt 29 gemeinsame Beobachtungsposten eingerichtet werden: 12 türkische, 10 russische und 7 iranische. Das zuvor erwähnte Fortbewegen der genannten Milizionäre fand also unweit der kurz-und-klein-gebombten Stadt Aleppo statt – in Richtung Berge namens Ezzan. Soweit hier bekannt ist, werden den von den erwähnten Milizen aufgegebenen Platz an jenem Ort türkische und russische Truppen, vorerst, einnehmen. Von einem türkischen Protektorat im Norden Syriens ist gelegentlich die Rede, welches dort errichtet worden sei – werden soll. Inzwischen sind schon längst wieder Gespräche am Laufen, die zum Ziel haben, Gerichtshöfe sowie Dienstleistungen in den Bereichen Transport, Kommunikation sowie die Stromversorgung wieder herzustellen vor Ort.
Mitte Juni 2018 trafen sich Stammesführer aus Aleppo, Raqqa und Hassake. Die Volksverteidigungseinheit wurde aus der Taufe gehoben. Gemeinsam mit der syrischen Armee soll nun energischer gegen ausländische Verbände (USA/SDF etc.) vorgegangen werden, wurde beschlossen. Die Universität Harran in Şanlı Urfa/Türkei wird unterdessen eine Filiale in der Stadt al Bab/Provinz Aleppo eröffnen. Lehrsprachen sollen Arabisch, Englisch und Türkisch sein. Wie wir uns schon dachten, wird die lokale Sprache der Leute, Kurdisch, dort nicht aufgenommen als Unterrichtssprache – zumindest vorerst, und Ankara scheint sich ganz offensichtlich längerfristig in Syrien einrichten zu wollen. Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Gaziantep in der Türkei hatte zum Abschluss des diesjährigen Ramadans al Bab besucht. Seine Unterstützung für die syrische Polizei sollte dergestalt zum Ausdruck gebracht werden.
Beobachtungsposten werden im Syrien dieser Tage gewiss eh noch weitere eingerichtet. So auch in der Stadt Raqqa. Dort gab es im März 2018 lediglich eine einzige medizinische Einrichtung. Ungefähr 150 000 Menschen leben aber in jener Stadt, und zwar unter harschen Bedingungen. Für die letzteren Bedingungen sorgt/e nicht die Türkei allein.
Apropos harsche Bedingungen: „Assayesch“, das sagt Ihnen nichts? Ja, so nennt sich der Geheimdienst der kurdischen YPG-Miliz, der auch nicht allzu zimperlich sein soll – der syrische Medienaktivist Mohammad Khalouf al Mahdi wurde in einem PYD/YPG-Miliz-Gefängnis in Hassake/Nordost Syrien umgebracht. Er hatte gegen Zwangsrekrutierungen der YPG von Zivilisten demonstriert. Genannte Miliz hat des Weiteren auch gefangengenommene Europäer, die für den IS kämpften, im Zuge eines Gefangenenaustausches freigelassen Mitte Juni 18. Darunter befanden sich ebenfalls deutsche Staatsbürger. Der IS hat im Gegenzug ebenso viel kurdische Gefangene freigelassen. Noch andere Player erschweren der Zivilbevölkerung in Raqqa das Über/Leben – und nicht nur dort. Sie können sich vorstellen, was in dieser Stadt so in etwa los ist in Sachen Krankheiten: Durchfall, Hepatitis, Infektionskrankheiten jedweder Art und gelegentlich wohl auch Cholera. Letztere wütet gerade in einer weiteren Stadt Syriens, die, welch ‚Zufall‘, ebenfalls im Siedlungsgebiet der Kurden liegt: in Deir ez Zor.

Nochmals kurz zurück nach Hassake: Türkische Medien berichteten, saudiarabische Militärberater hätten zuweilen Treffen mit YPG/SDF-Kämpfern in der Region. Es gehe dabei um eine bereits gebildete arabische Truppe. Und zwar geht es um die Qauwat as Sanadid, um genauer zu werden. Sie ist eine Miliz eines in der Region ansässigen Scheichs namens al Hadi, und dieser gehört dem vor Ort bekannten Schammar-Stamm an. Die Miliz ist 2013 gegründet worden. Sie gibt vor, vordringlich gegen den IS zu kämpfen.
Die davor kurz miterwähnten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) schreckten kürzlich nicht davor zurück, wird berichtet, auch auf Zivilisten das Feuer zu eröffnen – so geschehen bei Deir ez Zor in der Nähe von einem Ölfeld. Die Zivilisten sollen versucht haben, eines der Ölfelder in Brand zu setzen, da einer ihrer Leute von SDF-Kämpfern misshandelt worden sei.
Die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) führten in Deir ez Zor just so ungefähr in jenem Zeitraum mal wieder Razzien durch, wobei eine IS-Schläferzelle ausgehoben werden konnte, wird behauptet und vermeldet. Und, man staune: Rund 50 italienische Soldaten sollen in der Nähe des al Tanak-Ölfelds, ebenfalls Provinz Deir ez Zor, stationiert worden sein. Sie haben sich französischen Truppen angeschlossen, wird berichtet. Assad und seine Alliierten sollen mit dieser Maßnahme von dort ferngehalten werden.
Und dann auch noch dies: Mehrere Rebellengruppen haben sich in der Provinz Aleppo zu einem neuen Bündnis – vorerst – zusammengeschlossen, welches sich „Sultan Abdul Hamid II Brigade“ nennt. Sie werden in der Provinz Aleppo, Ras al Ayn und Jabal Turkman in der Provinz Latakia Stellung beziehen.

Weil wir schon beim Nennen von Namen gewisser Ortschaften und Kampfverbände sind: Manbitsch ist einer jener Orte in Syrien, wo unter anderen die Türkei vor haben soll, diesen Juni, eher kommenden Juli, so etwas wie eine weitere „große Schlacht“ zu schlagen – versteht sich, gegen die Kurden der YPG, die ja beschuldigt werden, nichts weiteres zu sein als der verlängerte Arm der verbotenen PKK in der Türkei. Mit dem Wahlsieg Erdogans werden wohl schon demnächst Fakten geschafft werden diesbezüglich.
Die Türkei und die USA haben den Fall Manbitsch offenbar untereinander ausgewürfelt vor kurzem – oder ähnlich, genauer: die Hauptlinien für eine künftige Kooperation wurden skizziert, um „Sicherheit und Frieden“ in Manbitsch einkehren lassen zu können. Man sagt, das sei eine politische Strategie, die eventuell mit hohem Einsatz und mangelndem Vertrauen seitens der türkischen Streitkräfte sowie der USSOCOM durchgezogen wird. Manbitsch liegt in der Provinz Aleppo. Anadolu News spricht von einem 3-Phasen Plan, den die Türken mit den USA ausgehandelt haben sollen. Demnach habe die YPG Manbitsch innerhalb von 30 Tagen zu verlassen. Jetzt sind die USA und die Türken dabei, einen Rat innerhalb von 60 Tagen zu bilden. Das heißt, kurz nach der Veröffentlichung dieses Artikels wird wohl verlautbart werden, ob das zuletzt genannte Ziel erreicht werden konnte innerhalb der gesetzten Frist oder nicht – nämlich spätestens am 04. Juli. Es soll Angaben zufolge danach aussehen.
Ob die USA ihre Ankündigung gegenüber Ankara wahrmachen, dass die YPG ihren Kontakt zur PKK demnächst abbrechen wird, wird hier zwar nicht bezweifelt, allerdings, dass es in Wirklichkeit geschehen wird dann schon, irgendwie. Es wird behauptet, die USA unterhielten an die 20 Militärbasen in den nördlichen Gebieten Syriens, die von den Demokratischen Kräften Syriens kontrolliert würden. Die Rede ist von 5 000 Soldaten.
Der türkische Außenminister Çavuşoğlu träumt derweil bereits davon, das 3-Phasen-Modell dann auch in Raqqa und an anderen Orten in Syrien einzusetzen, sollte es von Erfolg gekrönt werden. Der Lokalrat in Mare, ein Nest unweit von Aleppo, soll die Bevölkerung zum Dank für die Unterstützung der türkischen Truppen dazu aufgefordert haben, die türkische Lira einzuführen, sodass deren Absturz an der Börse vielleicht verhindert werden könne.
Bereits am 18. Juni 2018 wird gemeldet, dass US-amerikanische und türkische Truppen an der Grenzlinie (Sajur-Linie) zwischen Manbitsch und der Türkei patrouillieren. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurde die Aufputschdroge Captagon im Wert von über 1.5 Millionen Dollars in dieser Gegend von Milizionären, die den USA nahestehen, sichergestellt. Bekanntlich haben bereits die Nazis unter Adolf auf diesen Stoff gesetzt: er macht mutig und raubt den Schlaf – hat allerdings auch zuweilen ungewünschte Nebenwirkungen: Depressionen, Horrortrips etc.
Raqqa ist noch immer ein Ort in Trümmer, Schutt und Asche. Viel Frust kursiert und wenig Lust, wird gesagt, die Stadt wiederaufzubauen. Die PYD/YPG kontrolliert diesen Ort – noch. Leichen sollen noch immer unter Trümmern verrotten etc. Anstatt, dass mal jemand ernsthaft aufräumte, sollen lediglich Bilder des in der Türkei inhaftierten kurdischen Führers Öcalan überall in der Stadt aufgehängt werden. Das sind bestimmt Übertreibungen, aber gewiss mit einem Funken Wahrheit. Inzwischen, Ende Juni, ist zu hören, dass die Öcalan-Poster wieder abgenommen worden sind – und andere Fetische.
Wie dem auch sei: Mitte Juni ließ jemand von Seiten der russischen Militärbasis in Hmeimin/Syrien wissen, dass Moskau die Manbitsch-Vereinbarungen zwischen der USA und der Türkei als „unwirksam“ erachte. Zum Ramadan 2018 geschah dort jedoch, dass dutzende Menschen festgenommen wurden, die aus der Türkei gekommen waren, um die Feiertage in Syrien zu verbringen.
Der Pressesprecher der YPG sagte im kurdischen Fernsehsender MediaHaber in einem Interview am 17. Juni 2018 in stark vom Kurdischen und Arabischen gefärbten Türkisch in etwa: Wir von der YPG, wir Kurden, wir wollen offene Grenzen und gute Beziehungen zur Bevölkerung drüben in der Türkei. Wir haben kein Problem mit den Leuten dort!
Und dann noch dies: Viele sind sich folgender Tatsache bewusst: Die Amerikaner, wird immer wieder geschrieben in den Netzwerken der Kurden, benutzen die PYD-Einheiten als Söldner. Und wenn sie diese nicht mehr brauchen werden, würden sie diese – wie schon einige Male davor andernorts geschehen –, erneut kalt abservieren.

Apropos „kalt abservieren“:

Die Palästinenser, die seit Jahrzehnten in Syrien, vor allem in Teilen von Damaskus, einen Unterschlupf gefunden haben vor den Übergriffen der Israelis, kriegen derzeit auch oder wieder einmal ihr Fett ab, wie man sagt. Eines der für sie am Rande von Damaskus vor Jahrzehnten angelegten sogenannten Flüchtlingscamps, „Yarmouk“, hat das Assad-Regime ziemlich komplett, wird berichtet, in Schutt und Asche bomben lassen – mit Hilfe Moskaus.
Es stimmt: Die Palästinenser waren (und sind) nicht unbedingt immer die angenehmsten Mitbewohner oder Gäste in Syrien. Wie dem auch sei: In diese eben thematisch aufgeworfenen innerarabischen Zusammenhänge tiefer zu blicken, brächte uns in düstere Gefilde nahöstlicher Politik der letzten 60 oder mehr Jahre – und der Platz dazu soll hier nicht sein. So viel noch: Die Rolle Syriens bei der Vertreibung vieler Palästinenser aus Palästina im letzten Jahrhundert ist noch längst nicht aufgearbeitet; oder so veröffentlicht, dass die Wahrheit wirklich klarer zutage getreten wäre. Da war und ist noch was, das vor allem unter dem fliegenden Teppich aus 1000 und einer Nacht geheftet verharrt. Soll heißen: Dass der Assad Clan in Syrien noch immer im Sattel sitzt, ist auch der helfenden Hand des angeblichen Erzfeindes Israel, den USA und einigen Staaten Europas geschuldet – vorweg der BRD.

Sie sehen, verehrte Leser, kaum dass man damit angefangen hat, ist man schon mitten drin, sich im syrischen Wirrwarr so richtig einzunisten und den schwindenden Überblick als Gott gegeben zu akzeptieren. Ja, eine gehörige Portion Fatalismus wird zuweilen geraten, sei angebracht, um in dieser Materie nicht vollends einzusickern.
Jedenfalls haben einige Palästinenser in ihren Lagern wie Yarmouk IS-Kämpfer, wie soll man sagen, beherbergt, wenn nicht gar ermutigt, sich dort einzunisten. Die sind dort jetzt angeblich abgezogen, genau so wie auch in Tadamon oder in Hajar al Aswad. Und somit hat Assad nach ungefähr 6 Jahren die volle Kontrolle über alle Vororte der Hauptstadt Damaskus zurückerhalten. „volle“ in diesem Zusammenhang ist selbstverständlich mit Fragezeichen zu versehen, gibt aber so in etwa das an, was Baschar al Assad über seine Medien in der Welt und in Syrien als Nachricht verbreiten lässt.
Jetzt kommt es aber, was viele von Ihnen wahrscheinlich nicht ganz kapieren dürften. Und das ist: Jene IS-Kämpfer, die nach längeren Schießereien in den zuvor genannten Gebieten in und um Damaskus noch irgendwie am Leben geblieben waren, bekamen 32 Busse hingestellt, um nach Badiya asch-Scham verfrachtet zu werden – also so eine Art freies Geleit. 1.600 Kämpfer des IS sind daher noch immer da draußen irgendwo unterwegs, um Baschar al Assad das Leben schwer zu machen, um die Scharia einzuführen, um den Ausländern die Umma entgegenzustellen – die Gemeinschaft der Muslime ist die Umma, welche ja bekanntlich schon vom Propheten Muhammad anvisiert und in einem wesentlich kleineren territorialen Rahmen auch etabliert gewesen war, und zwar im heutigen Saudi Arabien.
Der ausgebombte Stadtteil Yarmouk im Süden von Damaskus, wo ja einst mehrheitlich Palästinenser lebten, wurde sodann von den ausgehungerten und aufgehetzten Soldaten des Assad-Regimes sowie nicht-palästinensischen Anwohnern Damaskus‘ geplündert. In LKWs soll das Diebesgut hurtig zum nächsten Markt gefahren worden sein und wurde dort verhökert. Es wird berichtet, die geplünderte Schore sei mit UNICEF-Planen auf den LKWs zugedeckt gewesen, sodass sich, wird hier interpretiert, ein jeder seinen Reim aus dieser Art Camouflage machen kann, wer da im Grunde wen … und so.

Kann schon sein, dass das eben Gesagte nicht gerade die gelungenste Metapher war. Aber: Bekanntlich hat die arabische Literatur ebenfalls eine sehr reiche Metaphorik, vor allem die guten, alten Dichter von vor der Besetzung Arabiens durch Osmanen, Engländer oder Franzosen. Die Schriftstellerin Rana Kabbani zur erwähnten Plünderung von vorhin: „So unterstützt Assad also die Palästinenser. Wäre Yarmouk von den Israelis zerstört worden, dann hätte dies eine große Protestwelle ausgelöst!“ Iraner, oder die von ihnen in Syrien Eingesetzten, haben sich ebenfalls an den Palästinensern und ihrem ‚Eigentum‘ in Yarmouk vergangen, wird berichtet. Kann gut sein, dass das nächste Ziel dieser wild gewordenen Horden das Städtchen Daraa – wieder – sein wird, inzwischen schon ist.
Ein kleines Kontingent der ägyptischen Armee ist dort in der Gegend eingetroffen, um gemeinsam mit russischen Streitkräften das Assad-Regime bei einer geplanten Offensive in Daraa zu unterstützen. Al Masdar News berichtete, eine Friedensdelegation des Assad Regimes und der Russen sei in der Provinz Daraa unterwegs, um mit FSA-Kämpfern über eine ‚Versöhnung‘ zu verhandeln. Türkische Truppen und verbündete FSA-Kräfte wollen im Rahmen ihrer Operation „Olivenzweig“ Gebiete in Afrin nach Brauchbarem abgesucht haben. Ein größeres Waffen- und Munitionslager, vermutlich der YPG, sei dabei entdeckt worden. Auch schon davor, im März 2018, konnte ein solch gearteter Teilerfolg erzielt werden.
Das Wort Versöhnung wurde hier zuvor in Anführungszeichen gesetzt, da die Russen und das Assad-Regime klarmachten, dass ansonsten die Hölle über den Kämpfern einbrechen wird, wenn sie sich nicht auf Versöhnung trimmen lassen.
Und als wollte man uns Es leicht machen, den Überblick zu behalten, schlossen sich gleich 11 bewaffnete syrische Oppositionsgruppen in und um Idlib und der Stadt Hama zur „Nationalen Front für Befreiung“ zusammen Anfang Juni 2018. Türkische Truppen gaben, zeitgleich ungefähr, ID-Karten an Bewohner in Afrin und dem nahegelegenen Ort al Bab aus. Die Aktion brachte den Türken den Vorwurf ein, einen demografischen Wandel vor Ort vorantreiben zu wollen. Und wie wir alle wissen (sollten), haben die Türken nicht erst seit der Mitte des letzten Jahrhunderts in diesen assimilierenden Dingen einen ausgeprägten Erfahrungsschatz. Die Türken behaupten jedoch als Gegenargument, terroristische Schläfer sollen leichter enttarnt werden können etc., wenn ID-Karten besessen werden.

Al Bab ist für die Türken auch aus historischen Gründen ein wichtiger Ort (Osmanen). Insofern verwundert nicht, dass vermeldet wird, man habe mit der Restaurierung von Moscheen (derzeit 40 von insgesamt 60) und Bazaars begonnen. Die älteste Moschee in al Bab wurde im Jahr 717 errichtet. Eine religiöse Stiftung aus der Türkei soll die Gelder für die Erneuerungsarbeiten bereitstellen.
Währenddessen verlängerte die EU ihre Sanktionen gegen Assad um ein weiteres Jahr. Zum Ende des Junis 2018 hat die Verwaltung des al Hikmet Krankenhauses in al Bab den Betrieb eingestellt. Es würden nur noch Notfälle behandelt, wird vermeldet. Der Gesundheitsminister der syrischen Interimsregierung Muhammad Feras Jundi macht das Assad-Regime dafür verantwortlich sowie für Verschleppungen und Lösegeldforderungen von/für medizinisches/m Personal.
Und: Das Krankenhaus in Dana/Provinz Idlib wurde angegriffen. Der Versuch scheiterte, Ärzte zu entführen. Noch Anfang Juni 2018, also ungefähr 10 Tage davor, wurde Dr. Mahmud Mutlaq verschleppt, schwer gefoltert und gegen ein Lösegeld von 120 000 Dollar wieder freigelassen. Er soll einer der so genannten Wohltätigen Ärzte sein. Das berühmte Forqan Krankenhaus in Manbitsch, ein privates, musste Mitte des Monats Juni geschlossen werden. Der von der SDF kontrollierte Lokalrat forderte nämlich eine Betreibungsgebühr von – in solch leidgeplagten Zeiten – umgerechnet etwa 223 000 Dollar. Es gehörte zu den besten Häusern in der Region Nah- Mittelost, und war bekannt für seine moderaten Preise.
In Manbitsch versuchte es die Bevölkerung mit Streik aufzubegehren, doch dort sind ja bekanntlich noch die anderen, die US-Amerikaner und ihre Verbündeten von der kurdischen YPG sowie verbündete Stämme, die dort das Sagen haben. Die streikenden Händler von Manbitsch wurden schon nach recht kurzer Zeit vom Streiken ‚erlöst‘ und zur Arbeit gezwungen. Gefängnisstrafen wurden angedroht. Und Knast bedeutet in Syrien leicht und meist: ‚ein bisschen oder mehr‘ Folter.
Dass es also etwas oder mehr rau zugeht in Syrien, mag Ihnen noch durch Folgendes verdeutlich werden, verehrte Leser: Zwar leben wir im Jahr 2018 nach Christus, doch unweit von Manbitsch, genauer in Idlib, leben halt auch Menschen islamistischer Gesinnung. Und einige von denen, wurden von der al Qaida nahen Hayat Tahrir asch Scham (HTS) auf einem öffentlichen Platz hingerichtet – 4 Mitglieder der IS nämlich. Anführer der HTS ist derzeit Dr. Yusuf al Hagar. Er lehnt noch immer die Auflösung dieser Organisation ab. Kann sein, dass er inzwischen schon nicht mehr lebt. Da war dieser Bericht im syrischen TV, dem nicht ganz aufmerksam gefolgt wurde, der diese Nachricht eventuell verbreitete.
Hier gehört noch schnell angemerkt, dass dieses erwähnte Bündnis eines ist, welches 2013 aus dem Zusammenschluss der al Nusra Front und anderen, kleineren Kampftrupps hervorging. Die UN haben Hayat Tahrir asch Scham als Terror Organisation gelistet. Die USA bezeichnet die Organisation als militaristischen Ableger der al Qaida.
Im Internet wurde unter anderem gewitzelt, dass die Namensänderung in Hayat Tahrir asch Scham doch wohl eher unglücklich gewesen sei. Weil hätten diese Kämpfer oder Terroristen das Wort „Demokratisch“ in ihren Namen aufgenommen, wären die USA gewiss bereit gewesen, sie anzuerkennen – siehe beispielsweise die PYD/YGP (Partei der Demokratischen Union) der Kurden.
Al Hagar, der eventuell noch lebendige Führer der Terroristen der HTS: Die Beziehungen zur Türkei seien aber dennoch als ausgewogen zu bezeichnen. Man halte weiterhin an den Zielen der syrischen Revolution fest.
Zu hören ist: Viele Beobachter finden vermehrt, die syrische Revolution wurde wohl eventuell doch eher von sogenannten Agent-Provokateur angestoßen, die wiederum von internationalen Kooperationen sowie der US-Regierung und anderen Interessierten den Auftrag dazu ereilt bekommen haben könnten. Der sogenannte Arabische Frühling soll daher von recht langer Hand vorbereitet worden sein – angeblich schon seit Anfang der 2000er Jahre, eben von den zuvor bezeichneten Akteuren aus dem Westen vordringlich.

Zurück nach Idlib, wo der so genannte Arabische Frühling einst ganz heftig tobte: Knapp 2 Millionen Menschen bräuchten in Idlib Hilfe, also 67% der gesamten Bevölkerung in dieser Region des Landes. Allerdings sind um die 10 000 Menschen vor Ort offenbar militante Dschihadisten, Kämpfer, die vorgeben, vorrangig im Dienst des Islam kriegerisch unterwegs sein zu wollen. Und auch daher geschehe, dass die Trump-Regierung derzeit Hilfen für Syrien komplett eingestellt hat (Stand 15.06.2018).
Und dem nicht genug: Die Türkei und Russland haben sich offenbar darauf geeinigt, Mitte Juni einen „humanitären Korridor“ in Tal al Sultan/Provinz Idlib zu eröffnen. Vertriebenen soll dergestalt die Rückkehr in das vom Regime kontrollierten Gebiet ermöglicht und erleichtert werden.
Währenddessen all dieses und jenes geschieht und geschah, wenig später oder früher, griffen israelische Panzer Stellungen der Hisbollah in der syrischen Ortschaft Tulul al Humur südlich von Quneitra an. Südwestlich von Homs bombardierten die Israelis Ende Mai bereits den Militärflughafen al Dabaa. Kampfhubschrauber des Assad-Regimes warfen andernorts Flugblätter über Homs ab: Ergebt Euch oder ihr werdet getötet, soll die Nachricht darauf in etwa gelautet haben – „wie die Leute von Ghouta“, wird es euch ansonsten ergehen, stand noch drauf.
Dass solche Drohungen nicht leer sind, zeigte sich erneut in Latamnah, wo vermutlich das Assad-Regime Phosphorbomben abwerfen ließ. Und Sie werden es nicht glauben: Der Ministerpräsident Syriens, Jawad Abu Hatab, unterzeichnete ausgerechnet in dieser wirren Gesamtlage ein Gesetz, das bewirken soll, dass der Anteil der Frauen in politischen Ämtern steigt. Ja, und es geht weiter mit solch Ungereimtem, weil: Das Assad-Regime übernahm den Vorsitz der UNO-Abrüstungskonferenz für einen Monat – in Genf. Und wissen Sie was? Der UN-Bevölkerungsfond arbeitet offenbar mit der staatlichen „Syrian Computer Society“ zusammen. Und diese Society wurde vom Bruder Baschar al Assads, dem Basel, gegründet. Des Weiteren gibt es seit 2011, seit der Konflikt in Syrien begann, eine regime-treue Hackergruppe namens „Syrische Elektronische Armee“. Und wir wollen hier gar nicht ausmalen, mit wem die sich im Darknet und andernorts im Netz anfreunden.

Ein ‚lustiger‘ Ort, Syrien – und/oder das Internet. Und dennoch scheinen einige Universitäten in Syrien geöffnet zu sein. Schulen und Gymnasien ebenso, wenn immer es sich arrangieren lässt. Ein komplexer Ort ist Syrien also, wo territorial stets begrenzt Krieg, Mord und Folter etc. Alltag geworden sind – und stückweis ‚NORMALHEIT‘ herrscht.
Und nun noch dies zur Beschreibung der Lage in Syrien, wo die sogenannte kurdische Solidarität, die zuweilen auch auf deutschen Straßen von kurdischen Protagonisten hochgehalten wird, gar existent sein soll.
Es verlautbarte nämlich ein Anführer der kurdisch-syrischen PYD, dass kurdische YPG-Milizen nach ihrem Abzug aus Afrin mehr als 90 kurdische Häftlinge dem Militärgeheimdienst des Assad-Regimes ausgeliefert haben. Ihr Abzug erfolgte nach Kobane, und zwar an der Seite von französischen Kräften. Und an das Regime von Assad ausgeliefert zu werden, bedeutet geradezu an Sicherheit grenzend Folter und wahrscheinlich auch schrecklichen Hunger, der ausgehalten werden muss etc. Sozusagen im Gegenzug griffen sich die Türkei und FSA-Kräfte tausende Kurden, die sogar in Privatflugzeugen nach Afrin zurück- oder eingeflogen wurden, um diese ‚Glücklichen‘ dort anzusiedeln, wo die 90 Häftlinge, die oben erwähnt wurden, an die Häscher der Assads ausgeliefert worden waren.
Immerhin: Um den 20. Juni herum wurde das Tragen von Waffen in Afrin von einer ausgebildeten Militärpolizei des FSA verboten. Eine Kurdin mit hohem Rang in der YPG, Ilham Ahmet, soll sie heißen, warnte eben diese oben erwähnten Kurden, die bereitgestellten Flugzeuge besser nicht zu besteigen, weil ihre YPG das Gebiet in und um Afrin zuerst zurückerobern müsste, bevor solch eine Umsiedlung Sinn machte. Sie drohte den wahrscheinlich mehrheitlich unfreiwillig Hin-und-Her-Gerissenen kurdischen ‚Blutsbrüdern und -schwestern‘ mit dem Tod.

Nun, die Co-Vorsitzende der PYD, eben Ilham Ahmet, scheint darüber hinaus auch mal wieder zu Gesprächen mit Vertretern des Assad-Regimes in Damaskus gewesen zu sein. Sie besucht anscheinend auch regelmäßig Washington DC, wird dort als enge Partnerin der US-geführten Internationalen Koalition (CJTFOIR) im dortigen Außenministerium geführt. Ahmet dürfte bei ihrer Visite in Damaskus erneut abgeklappert haben, ob und unter welchen Bedingungen das Assad-Regime zukünftig bereit sein könnte, ein autonomes kurdisches Gebiet im Nordosten Syriens zuzulassen.
Des Weiteren: Ein hochrangiges Mitglied der kurdischen Zukunftspartei, Abdulhamid Tammo, ist in der Provinz Hassake (vermutlich am 03.06.18) verschleppt worden. Er befand sich auf dem Weg nach al Jennazya. Der Freie Rechtsanwälteverbund Syriens in Gaziantep/Türkei machte Kräfte der PYD/SDF dafür verantwortlich. Anwalt Tammo ist ebenfalls Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition. Tammo ist inzwischen wieder auf freiem Fuß und befindet sich in einem Dorf nahe Qamischli.
Tammo ist also vorerst wieder in ‚Sicherheit‘. Doch zehntausende ehemalige Bewohner Afrins befinden sich weiterhin auf der Flucht. Vor allem sind junge Mädchen auf der Flucht mit ihren Eltern, alleine oder mit Verwandten, gefährdet. Die Puffs in der Türkei, dem Libanon etc., auch sogar in Nordzypern, sollen mit kurdischem ‚Frischfleisch‘ zur allgemeinen ‚Zufriedenheit‘ der Kundschaft gut gefüllt sein. „Daha düşmadı!“, hört man Freier hie und da zuweilen gewiss wieder zueinander sagen. Und das Gesagte soll bedeuten: Noch ist die Ware frisch! Noch ist sie nicht in der Gosse gelandet – oder billig und für jedermann zu haben!
Jungs werden oft zwangsrekrutiert oder an Geheimdienste und andere Interessierte weitergegeben bei Bedarf.
In diesem Zusammenhang kommt man vielleicht nicht umhin, thematisch etwas einen Schwenk zu machen – Susanne. Die Rede ist von der 14-jährigen Deutschen, die von einem Iraker, wahrscheinlich Kurde, aus Irbil umgebracht worden ist. Er war Flüchtling in Deutschland und sitzt jetzt in Deutschland in Haft wegen des Mordes.

Wenn aber bedacht wird, in welchem Umfeld er aufgewachsen sein mag, nämlich an Orten, wo Folter, Mord und Krieg way of life geworden zu sein scheinen, kann man eventuell ahnen, wie schwer es vielen geflüchteten, relativ jungen Menschen fallen muss, die kaum eine andere Realität bislang kennenlernten, wirklich zu kapieren, dass Mitteleuropa anders tickt. Dass man nicht einfach eine Frau killt, die nicht so will wie man es gerne hätte – oder wegen der sogenannten Ehre etc. Dass die von Zuhause und der Religion gesetzten und erlernten Schranken mehr als Worte sind.
Das Letztere zu begreifen, dürfte vielen dieser jungen geflüchteten Menschen wirklich schwerfallen. Insofern hat Wagenknecht von der Linken durchaus Recht: Man kann die Grenzen nach Europa nicht einfach aufhalten, wie viele ihrer Parteifreunde meinen, und sagen: „Kommt!“ Das funktioniert nicht und ist realitätsfern.
Europäer sind inzwischen mehr denn je aufgrund der Gegebenheiten weltweit aufgefordert, ihren Lebensstil gründlich zu überdenken und entsprechend zu justieren, bestenfalls schnell, andernfalls wiederholt sich Geschichte, vielleicht die der iranischen Hochkulturen vor Zarathustra usw.

Ja, ja, die Iraner in Syrien. 60 und mehr Firmen sollen die dort bereits gegründet haben. Und diese Firmengründungen werden den iranischen Revolutionsgarden zugeordnet. Internationale Sanktionen des Westens, die den Iran im Griff hatten und demnächst wohl wiederhaben dürften, sollen mit derartigen Firmengründungen umgangen werden, werden so umgangen: Geldwäsche, Waffengeschäfte etc. dürften wohl auch ein Thema sein, gelegentlich.
Apropos: Syrer sollen neuerdings ein Visum zur Einreise in den Iran sich ausstellen lassen müssen. Interessant ist, zu erfahren, dass der Libanon aber die Visumspflicht für Iraner aufhob. Das heißt, dass iranische Reisepässe nun nicht mehr abgestempelt werden an der Grenze. So soll offenbar gewährleistet werden, dass dieser Personenkreis weiterhin nach der EU einreisen kann, denn die EU lässt Iraner, die im Pass einen libanesischen Stempel haben, neuerdings nicht mehr in die Gemeinschaft einreisen. Apropos: Der Flughafen in Beirut soll derzeit mehr oder minder in iranischen Händen sein – so auch eine Militärbasis. Geld und Waffen würden ohne Kontrollen aus dem Iran eingeführt.
Versteht sich, dass einige der zuvor erwähnten Firmen längst auch im Libanon ein Beinchen (in etwa 200 Unternehmen insgesamt) aufgesetzt haben – und andernorts in der Welt. Namen? Hier, bitte sehr: Samer Foz, Moufid Karami, Sayyid Zaynab, Hafni Mortada, Farouk Joud, Abdel Qader Sabras, Samer Yousef, die Töchter von Nizar as Asaad usw.
Überhaupt: Gemunkelt wird, dass Baschar al Assad derzeit mehr Einfluss im Libanon habe als in Syrien. Die Unternehmer der transferierten Unternehmen sollen jeweils 1 Million Dollar bezahlt haben, um im Libanon sich ansiedeln zu können.
Diese Praxis erinnert uns sehr stark an Zypern oder Malta, wo genau das Gleiche getan wird, und schon fast als eine Art Industriezweig betrachtet werden darf. Gewiss gibt es auch daher einige iranisch-stämmige Unternehmensableger auf Zypern – was dort eventuell keiner wirklich so genau wissen will, ist zu vermuten.
Meldungen zufolge sollen über 2 Millionen Iraner die syrische Staatsbürgerschaft erhalten haben, was von Gegnern Assads ebenfalls als Strategie gewertet wird, den in alle Winde geflüchteten Syrern eine Rückkehr zu erschweren.
Inzwischen (Ende Juni) sollen an der Grenze zu Israel keine Iraner und/oder ihre afghanischen, pakistanischen, libanesischen oder gar algerischen Kämpfer in Stellung liegen. Was hier noch eingefügt gehört: Russland einigte sich bereits zur Mitte des Monats Juni darauf, Standorte der Hisbollah/IRGC in Syrien bekanntzugeben, falls diese sich nicht dem zuvor erwähnten Abzug anschließen sollten. Israel war vor geraumer Zeit nämlich bereits auf diese Weise in Aktion getreten gegen iranisch unterstützte Milizen, nachdem diese die Befehle Russlands verweigert hatten, Stellungen aufzugeben (so geschehen im Umkreis von Damaskus und Daraa).
Apropos: Gemäß Herrn Hadi al Abdallha, ein unabhängiger Reporter vor Ort, sei die Spezialeinheit des Assad-Regimes die Quwat al Nimr, die für ihre Kampfstärke und Brutalität gefürchtet ist, in Daraa eingetroffen. Neben ihnen sollen noch weitere Akteure die Interessen des Regimes – dort – auskämpfen: die Republikanische Garde, die NDF, Gaisch al Tahrir al Falastini, Liwa al Quds, die 4te, 7te, 9te, 14te und 15te Division der syrischen Armee. Die USA sagen dazu warnend: „Die Feuerpause muss weiter umgesetzt und respektiert werden (Stand 19. 06. 18).
Oder um das Phänomen Syrien auch mal von dieser Seite etwas näher beleuchtet zu haben: US-Kampflugzeuge töten südlich von Hassake den IS-Anführer Omar Ali, ein Ägypter, der für die Medienarbeit der Terrormiliz verantwortlich zeichnete. Oder: 150 Ziegen wurden Dorfbewohnern nahe der Stadt Deir ez Zor von Truppen des Assad-Regimes geklaut sowie 10 Kühe. Daraufhin verschleppten die Bewohner 5 Soldaten des Regimes, die dann gegen das gestohlene Vieh zurückgetauscht werden konnten. In dieser Provinz befanden sich Anfang Juni 2018 ungefähr 65 hochrangige IS-Anführer, also östlich des Euphrat. Die Mehrzahl dieser Anführer soll aus dem Irak stammen. Putin soll geäußert haben, dieses Gebiet könne dem Iran überlassen bleiben.
Und um das Bild eines zukünftig eventuell geteilten Syriens zu vervollständigen, welches weiter oben schon angerissen worden war: Assad und sein Clan sollen dann lediglich in und um Damaskus einen Teil des Landes erhalten. Versteht sich, dass die hier eben gegebenen Informationen – noch – unbestätigte sind.

Und weil wir schon bei Damaskus sind: sie scheint die untergrabene Stadt per se zu sein. Soll heißen: Die Assad-Gegner haben im Laufe des Konflikts seit 2011 hunderte Tunnel gegraben, die diese Stadt durchziehen sollen. Es dürfte daher nicht unbedingt leicht sein, die volle Macht in dieser Stadt zu übernehmen, wenn Assad Damaskus als Teil eines aufgeteilten Syriens erhalten würde.
Obgleich: Bei den unmenschlichen Methoden seines Regimes ist damit zu rechnen, dass es wahrscheinlich genug Denunzianten geben wird, sich ‚produzieren‘ lassen, die Assads Folterern stecken, wo einer oder mehrere dieser Tunnel verläuft/-laufen.
Im Interview mit Al Jazeera am 14. 06. 2018 angesprochen auf seinen Ruf als Folterer und Tyrann, wickelte Baschar al Assad den Vorwurf damit ab, unter anderem, dass das alles lediglich unbegründete Propaganda des Westens sei. „Fake News.“ Auffallend war, dass er im Interview die USA, Großbritannien und Israel nannte, aber nicht mit seinen schmutzigen, blutigen Fingerchen in Richtung EU zeigte, die für sein Dilemma verantwortlich seien und für Falschmeldungen etc. Das lässt eventuell tief blicken, wie man sagt.
Zeitlich 2-3 Wochen später räumt der israelische Prämier Netanjahu mal wieder ein, Bombardements auf Stellungen von Verbündeten des Iran in Syriens durchgeführt zu haben. Der Iran würde ansonsten Syrien „kolonialisieren“, um Israel anzugreifen. Netanjahu: 80 000 Milizkämpfer aus Pakistan und/oder Afghanistan seien zu diesem Zweck eingeschleust worden.
Und so verwundert uns wenig, dass der russische Außenminister Pläne für eine Sondersitzung der Mitglieder des Chemiewaffenübereinkommens im Juni 2018 ablehnte. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies geradezu energisch zurück, dass Russland „angebliche“ Chemiewaffeneinsätze Baschar al Assads decken würde.
Jordanien hat in diesen Tagen, wie man sagt, die Fronten gewechselt. Offenbar hat dort jemand eingesehen, dass mit Assad besser zu sterben ist also ohne. Soll heißen: Amman will, dass der Nasseb-Grenzübergang endlich wieder geöffnet wird, damit Handel getrieben werden kann. Die Sorge, dass iranische Kampfverbände sich so leichter ins Land einschleusen können, wird gesagt, nehme man in Kauf. Ein-zwei Wochen später sendet das Land einen großen Militärkonvoi mit Panzern an die Grenze zu Syrien. Die Grenze wurde seit 2014 für Flüchtlinge geschlossen seitens Jordanien. All das trägt dazu bei, syrische Flüchtlinge im eigenen Land zu Getriebenen zu machen – eigentlich ist für sie kein Schlupfloch in die Freiheit mehr da.
So um die 33 000 iranische Kämpfer sollen sich also in Syrien befinden. 7806 seien getötet worden bislang, wovon wiederum 1649 Mitglieder der libanesischen Hisbollah gewesen sein sollen. Einer der zahlreichen Deals scheint unterdessen zu sein nach Verlautbarungen, dass Syrien im Süden an der israelischen Grenze des Landes ‚saubermachen‘ darf, unter der Bedingung, dass die Iraner von dort verschwinden. Und jetzt kommt es: Anscheinend werden die Israelis dem Assad-Regime dabei unter die Arme greifen und den Einsatz ‚netterweise‘ koordinieren (Quelle: die Jüdin Eizabeth Tsurkov – Forum for Regional Thinking).
Die Russen ihrerseits bitten die Israelis um Nachsicht, sollten im Zuge der zuvor erwähnten geplanten Säuberungs-Operationen des Assad-Regimes an der israelischen Grenze das eine oder andere Bömbchen oder Raketchen versehentlich auf dem von Israel eingenommenen Terrain landen. Netanjahu hingegen findet, die Iraner müssten aus Gesamtsyrien sich zurückziehen. Die Maximalforderung strebt er somit an.

Immerhin: Beim Internationalen Wirtschaftsforum letztens in St. Petersburg konnte der syrische Wirtschaftsminister Samir al Khalil stolz verkünden, dass russische Firmen bereits mit dem Wiederaufbau der syrischen Erdöl- und Erdgasindustrie begonnen hätten. Zwischenzeitlich hat sich das syrische Regime über die Aufteilung der Öl-Einnahmen in Deir ez Zor geeinigt, und zwar, wo die YPG-Miliz das al Omar Ölfeld kontrolliert. Das Regime erhält nun täglich 100 Barrel Öl, die YPG 75. Das al Omar Ölfeld zählt derzeit zu den größten seiner Art in Syrien und fördert täglich anscheinend um die 15 000 Barrel Öl.
Na, wo dieser große Rest des Öls wohl verschwindet – Sie haben doch hoffentlich schnell mal mitgerechnet? In den USA? Russland? Oder gar in China?
Jedenfalls: Zukünftig würden noch mehr Verträge mit Russland geschlossen vonseiten Syriens. Und wäre in der Türkei widererwarten Muharrem Ince am 24. 06. 2018 als Präsident der Türkei gewählt worden, hätte es angeblich zu einer Annäherung zu Assad kommen können. Ob es klug gewesen ist, solch Aussicht vor einer Präsidentenwahl in der Türkei in Aussicht zu stellen, zeigt das Wahlergebnis. Ince stand mit seiner Positionierung im Lager der Erdogan-Gegner alleine auf weiter Flur. Da Erdogan indes als Sieger hervorgegangen ist bei den Wahlen, wird mit Sicherheit eine noch härtere Gangart Ankaras in Nordsyrien – und eventuell darüber hinaus gehend sogar in Damaskus, in Deir ez Zor etc. zu erwarten sein.

Anscheinend haben die Russen die Zeichen der Zeit verstanden. Sie haben damit begonnen, eigene Militärpolizisten in allen Übergängen zwischen Hermel und Quseir zu stationieren. Das Gleiche gilt nahe der libanesisch-syrischen Grenze (Bekaa Ebene und Qalamoun). Ganz offensichtlich werden so die von Erdogan schon seit Anfang des Syrienkonflikts geforderten „Roten Linien“ gezogen. Bewegungen der libanesischen Hisbollah und anderen Organisationen sollen so eingeschränkt werden. Wo keine russischen Militärpolizisten zum Zuge kommen, wie beispielsweise in und um Damaskus, werden die sogenannten Schabiha-Milzen des syrischen Regimes herangezogen, um an Kontrollpunkten zu wirken. Dass es daher allmählich zu mehr Anschlägen auf russische Soldaten gekommen ist, kann nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Es wird zwar spekuliert, dass iranische Kräfte Baschar al Assad ins Jenseits befördern könnten, da dieser dieselben auf Betreiben Israels etc. abzuziehen gedenke. Wir gehen hier allerdings nicht von einer solchen Tat durch iranische Milizen aus. Denn solch ein Mord wäre konterproduktiv für den Iran. Solch ein Entscheid wäre zu kurz gegriffen. Und die Iraner sind nicht dafür bekannt, in kurzen Zeitabständen zu planen. Darin gleichen sie in etwa Moskau oder China. Der Vorwurf, dass Trump, und allgemein der Westen, Politik des kurzzeitigen Maßes machen, trifft jedenfalls nicht immer zu – und, wie zu sehen ist, offensichtlich nicht im Syrienkonflikt, den, wie bereits oben gesagt wurde, gewisse Kreise in Washington angeblich mit Bedacht schon Anfang der 2000er Jahre angedacht hatten – aus verschiedensten Gründen. Sehen Sie hierzu das vor einiger Zeit hochgeladene Video auf der Webseite Zypernsundmehr-News (auf Englisch).
Da die Verlegung russischer Militärpolizisten an die libanesische Grenze jedoch zu großen Spannungen führte, wurden dieselben anstatt nach Quseir in Homs verlegt und durch Soldaten des Assad-Regimes ersetzt. Den Russen wird voraussichtlich nicht passieren, was Ayman Jaber mit dem Regime in Damaskus vor Kurzem passierte. Bekanntlich ist Jaber ein Ölmagnat, und regimetreu war er zudem. Dennoch hat Damaskus nun sein Vermögen einfrieren lassen, obwohl er an die 7000 Kämpfer des Regimes, die sogenannten „Wüstenfalken“ und „Seekommados“, aus ‚eigenen‘ Mitteln jahrelang finanzierte. Beispielsweise verhalf sein Geld dem Regime, die Antike Stadt Palmyra zurückzuerobern, wird behauptet. Was zusätzlich aufhören lässt, ist, dass Jaber mit Assad um ein paar Ecken verwandt ist.

Dass die Iran-Strategie der Trump-Administration bereits von Erfolg gekrönt ist im Nahen Osten, kann hier nicht bestätigt werden. Noch sieht es so aus, als könne Iran seinen Einfluss in der Region halten. Sicher ist aber, Putin zufolge, dass Moskau keinen Abzug aus Syrien plane. In diesem Zusammenhang stehend darf gesehen werden, dass die Autobahn Homs-Hama (M-5) nach sieben Jahren erstmals wieder für die gesamte Öffentlichkeit geöffnet wurde. Davor diente sie eine Zeitlang nur der sogenannten Humanitären Hilfe. Interessant ist des Weiteren, dass ein internationaler Haftbefehl für den Luftwaffengeheimdienstchef Jami Hassan ausgestellt wurde. Der 64-Jährige wird beschuldigt, systematische Folter und willkürliche Exekutionen von politischen Gefangenen und anderen Unliebsamen beauftragt zu haben. Diese Maßnahme wird als erster wichtiger Schritt erachtet, um Individuen strafrechtlich verfolgen zu können zukünftig – so auch die Assads. Währenddessen wird bekannt, dass der Libanon die Aufenthaltsgenehmigung für Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen nicht verlängert. Der UNHCR ermutige Flüchtlinge, nicht zurückzukehren, lautet der Vorwurf und/oder die Begründung.
Apropos Flüchtlinge: Die Türkei hat zwischenzeitlich den Bau einer 764 km langen Mauer an ihrer Grenze zu Syrien abgeschlossen.
Der Präsident des Libanon, Michel Aoun spricht von Verlusten, die sein Land der syrischen Flüchtlinge wegen erleide – 10 Milliarden Dollars soll dieser Verlust hoch sein. Im Netz findet jemand: Sogar, wenn die syrischen Flüchtlinge im Sheraton wohnten, käme diese Summe im Leben nicht zustande.

Zuletzt: Warten wir mal ab, wo um Europa herum, so genannte Aufnahmelager für Flüchtlinge entstehen werden, welche der österreichische Vorsitz in der EU bei seinem Amtsantritt am 01. Juli 2018 als primäres Ziel seines Ratsvorsitzes anzuvisieren vorgibt in den bevorstehenden 06 Monaten.
Wurde Syrien etwa auch daher plattgemacht und von langer Hand geplant, damit Menschen aus allen Herrenländern dort, vor den Toren Europas, ‚geparkt‘ werden könnten?
Am 12. Juni 2018 berichtet die Cyprus Mail: „Friedensprotester marschieren zum Akrotiri-Luftwaffenstützpunkt der Briten.“ Sie sorgen sich zurecht, dass die Republik Zypern noch tiefer in den Krieg in Syrien hineingezogen wird. Sie fordern, dass Anastasiadis die Flüge der Briten nach Syrien unterbindet etc.
19. Juni 2018 steht in der Cyprus Mail:
„Hussam Idris träumt davon, in seine Bäckerei in Aleppo zurückzukehren. Doch 3 Jahre nach der Flucht vor dem Krieg, macht er sich Sorgen, das neue Gesetz, welches der syrischen Regierung erlaubt, Hausbesitz zu konfiszieren, um einen Wiederaufbau durchzuziehen, seine Pläne zunichtemachen könnte. … Obgleich das Gesetz Nummer 10 oder das Dekret 10 noch angewendet werden müssen, sagen Menschenrechtsgruppen und Regierungen, die syrische Flüchtlinge aufgenommen haben, letztere würden Gefahr laufen, permanent im Exil leben zu müssen, wenn sie ihr Eigentum verlören. Ein hauptsächlicher Grund zurückzukehren, wäre so genommen.
Idris sitzt in der syrischen Botschaft von Berlin und versucht, die Besitzverhältnisse zu Hause zu klären, in dem er seine Mutter installiert. Sie könnte dann Anspruch für die Bäckerei und das Appartement im Kallaseh-Bezirk von Aleppo erheben, welcher vor 2 Jahren zurückerobert worden war. Damit ist er nicht alleine. Das neue Gesetz löste einen Run auf syrische Botschaften aus. Ein Beamter dort, der seinen Namen nicht angeben mag, sagte, dass seit das Gesetz im April in Kraft ist, kämen täglich 10 bis 15 Syrer an, die versuchten, den Besitzstatus auf Verwandte zu übertragen. … .
Deutschland hat um die 650 000 Syrer aufgenommen. Das sind die meisten in westlichen Ländern. Und Deutschland ist ganz besonders besorgt des Gesetzes wegen. Die Sorge ist, dass Baschar al Assad das Gesetz benutzen könnte, um vormalige Oppositionszentren plattzumachen, die von der Regierung zurückerobert wurden, und nun mit Unterstützern der Regierung angefüllt werden sollen. … . Syrien spricht in diesem Zusammenhang von einer Desinformationskampagne, die gegen es laufe. Damaskus sagt, dass ein Wiederaufbau unablässig sei und der Platz dafür nun mal gebraucht würde. Außerdem müssten illegale Besitze eh korrigiert werden. …
Die Tatsache, dass der UN Sicherheitsrat Kenntnis von dem Dekret 10 genommen hat, ist gute Nachricht, sagte ein weiterer deutscher Beamter. „Doch der Druck, das Dekret nicht anzuwenden seitens der syrischen Regierung, hat von Russland zu kommen:“
Obgleich das Gesetz Nummer 10 besagt, Verwandte könnten Besitzansprüche anmelden, sagen syrische Anwälte, dass der Besitz in Realität eben einer Person übertragen werden muss, damit die Behörden wüssten, welcher Verwandte der gewünschte gesetzliche ‚Agent‘ ist. Außerdem bräuchten all jene, die solch einen Besitzanspruch stellten, sagen Anwälte und Menschenrechtsgruppen, auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. … .
Das Regime hat eine lange Geschichte in willkürlicher Enteignung, um seinen ökonomischen und sicherheitstechnischen Interessen zu dienen. Diese Praxis war in der Tat einer der Hebel, welche die Rebellion verursachten. … Lokale Behörden benutzen Land, welches unter dem Gesetz 66 konfisziert worden war, um eine Luxus-Wohnanlage mit 12 000 Wohnungseinheiten zu erbauen. Assad hat die Anlage 2016 eingeweiht. Jetzt wird von einigen Flüchtlingen aus Syrien befürchtet, dass das Selbe mit Gesetzt Nummer 10 der Fall sein wird. …

[Jemand:] „Wenn Sie in einer ausgebombten Gegend lebten, wo die Oppositionellen des Regimes aktiv waren, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten – und so geht auch Ihr Recht auf Ihren Besitz flöten!“

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Südosteuropa!

Gibt es das überhaupt!

Und wo endet es, wo fängt Südosteuropa an?

Zypern liegt im südöstlichen Europa, so weit südlich sogar, dass eigentlich von einem Teil Asiens gesprochen werden müsste. Afrikas?

Nordwesteuropa ist streng genommen der geografische Gegenpart zu Zypern in Europa. Und dass Briten, Bretonen und Schotten nicht in Europa leben, davon wüssten wir. Stimmt’s?

Also liegt Zypern in Europa!?

In westlichen Augen war Zypern gewiss lange Zeit ganz klar ein Teil des Ostens, des Nahen Ostens, der Türkei. Auch wenn die Venezianer, Engländer und andere westliche Mächte zeitweise die Insel unter ihrer Kontrolle hatten. Manche befürchten noch immer, dass Putin seine Fühler gen Zypern ausstrecken könnte, so wie er es kürzlich auf der Krim getan hat. Noch gibt es meist nur russische, türkische und persische Touristen aus dem Osten. Rumänen und Bulgaren, Moldavier und Ukrainer, die kommen eher zum arbeiten.

Bekanntlich waren die Perser und Türken für Länger im Besitz der Insel und überzeichneten das vormals afrikanische und nahöstliche Erbe mit ihrer östlich geprägten Anwesenheit, die eher etwas orientalisch zuweilen in die Herzen der Zyprer gelangte.

„Südosteuropa“ suggeriert irgendwie unweigerlich, keine feststehende Größe zu sein, wie es der „Osten“ oder der „Westen“ für uns tun. Es ist uns ein Mix, obgleich der Westen beispielsweise auch ein gemixtes Wesen aus vielen Ländern ist. Würde das Osmanische Reich offiziell nie untergegangen sein, wer weiß, dann wäre der Südosten Europas wahrscheinlich als große Einheit, als ein Block in unseren Köpfen verortet.

Vielleicht ist es gar nicht so unangebracht, davon auszugehen, dass die Briten und Osmanen die Insel eigentlich nie verlassen haben. Obgleich, die Briten unserer Zeitrechnung ließen über ihren Botschafter in Nikosia vor ein paar Tagen verlautbaren, dass im Fall einer zukünftigen Lösung der Zypernfrage, sie einen Teil ihrer Militärbasen bereitwillig zurückgeben werden. Allerdings bedeute das nicht, sagte der Botschafter, dass die Basen ganz aufgegeben würden. Und das wird neuerdings wieder von einigen griechischzyprischen Politikern vernehmlich gefordert. Zypern sei strategisch einfach zu günstig gelegen und, man höre, für Europa von Wichtigkeit.

Na ja, und als Überbleibsel des Osmanischen Reichs, erlaube ich mir ganz keck die Republik Nordzypern zu nennen. Zwar ritten die Türken dort unter Ecevit 1974 ein, doch das taten er und seine Mitstreiter auch, um diesen Teil des osmanischen Erbes zu ‚retten‘ – kompromisslos.

Apropos, es ist noch längst nicht ausgemacht, dass es zu der lang versprochenen Wiedervereinigung der Inselteile Zyperns dieses Jahr kommt. Zwar hat der Parteivorsitzende der DISY vor kurzem mit einem Politiker aus dem türkischzyprischen Norden geradezu feierlich die Grenze in Richtung Norden überschritten, um „drüben“ vor der alten Karavansaray Musik, Reden und dergleichen mehr in die laufenden Kameras zu entlassen. Ein paar Tage danach sah ich ihn in gewohnter Umgebung sitzend, und er sprach mal wieder von der Wiedervereinigung. Zu meiner Überraschung sprach er in diesem Zusammenhang davon, dass aber die Stadt „Morfu“ zurück gegeben werden müsste von den Türkischzyprern, ansonsten wäre nichts drin mit Wiedervereinigung.

Diese Argumentation ist schon etwas schräg vor dem Hintergrund der tollen Worte und Absichtserklärungen an der erwähnten Feier, wenn man zudem bedenkt, dass es ja nicht die Türkischzyprer waren, die den Annanplan im Jahr 2004 ablehnten. Außerdem sind es die Nordzyprer ausgerechnet, die mit dem inselweit knapper werdenden Gut Frischwasser aus der Türkei versorgt werden und bei Bedarf gewiss auch schon bald mit Strom.

Die Russen haben ihre Arbeiten am Atommeiler gegenüber Zypern auf dem Boden der Türkei gerade eingestellt, weil die Türkei und Russland bekanntlich dabei sind, eventuell einen Nebenkriegsschauplatz aufzubauen oder sich offen zu halten. Diese unerfreuliche Tatsache steht wahrscheinlich auch nur hier geschrieben. Die wird seit je her beflissentlich verschwiegen.

Die Trümpfe sind längst noch nicht ausgespielt im Südosteuropa-Poker. Keiner lässt sich in die Karten sehen und niemand kann abschließend sagen, welche Richtung dieser Poker inmitten der anderen Konflikte, die über und an Zypern vorbei laufen, letztlich nehmen wird.

Erdogan hat sich derzeit auf die Kurden im eigenen Land eingeschossen. Angela Merkel wird Erdogan demnächst aufsuchen und daran erinnern, dass die Türkei nun endlich mal beginnen müsste, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Das fordern ausgerechnet diejenigen, die bei 1,5 Millionen Flüchtlingen im Land laut zu stöhnen beginnen und die Säcke voller Geld haben. So weit hier bekannt ist, haben die Europäer die 3 Milliarden Euro an Ankara noch nicht überwiesen, um den Job, Flüchtlinge von der Flucht nach Nordeuropa abzuhalten, für sie auszuführen.

Gerade stehen zigtausende Flüchtlinge auf der syrischen Seite des Grenzverlaufs zur Türkei und Ankara meint, die könnten nun nicht mehr in die Türkei einreisen. Ankara wolle ihre ‚Betreuung‘ in Syrien selbst vornehmen. Wir alle vernehmen dazu staunend: Die EU fordert die Türkei auf, die 60.000 oder mehr Flüchtlinge umgehend in die Türke einreisen zu lassen!

Ich sehe im Geiste bereits das lächelnde Gesicht von Herrn Davutoglu und das etwas zerstreut und getrieben wirkende mit nach unten hängenden Backen von Frau Merkel, wenn sie sich vor den TV-Kameras demnächst wieder zeigen werden und sich „Kooperation“ versprechen.

Es sei daran erinnert, dass in der Türkei über 3 Millionen Syrer sein sollen. Die meisten Syrer sind zwar Muslime, wie die meisten Türken auch, und waren mal ein Teil des Osmanischen Reiches und daher auch mental etwas vertraut mit türkisch geprägten Kulturkreisen. Letztendlich sind den meisten Türken die Syrer aber in etwa so fremd wie den meisten Deutschen Türken.

Arabisch und Türkisch haben nichts gemeinsam außer einigen Worten, die im schlechtesten Fall noch nicht mal mehr das selbe bedeuten oder bezeichnen.

Ist die Rede von Südosteuropa, denkt man vordringlich an Bulgarien, Rumänien, Moldavien, Griechenland und auch Teile der Türkei (Trakien). Der „Balkan“ ist sonderbarer Weise eine Dimension für sich, was wohl damit zusammenhängt, dass ab 1991 sich die ehemaligen Teilstaaten Jugoslawiens vehement daran störten, mit dem östlich von ihnen gelegenen Russland in einen Topf geworfen zu werden. Im Zeitalter des Nationalen wird halt das Imperiale gering geschätzt. Und das ist womöglich so seit dem Aufkommen des ersten Nationalstaates in Frankreich nach der berühmten Revolution.

Die türkische Cumhüriyet Tageszeitung berichtete 2015 über die Lieferung von Waffen an islamistische Extremisten in Syrien. Diesen Job hatte der sagenumwobene türkische Geheimdienst „MIT“ übernommen gehabt. Ein recht guter Verbündeter des deutschen Geheimdienstes BND, wird gesagt. Die Journalisten, die das aufgedeckt haben wollen, woran eigentlich nur noch wenig bis gar kein Zweifel besteht, wurden von Erdogan selbst angezeigt und braten seither hinter Gittern. Es gibt da noch andere, die Erdogan gern zur Haft mit etwas Folter eventuell haben mag. Gülen.

Dass die USA den Prediger und Gründer der „Hizmet“-Bewegung an Ankara ausliefert, den Herrn Gülen, ist Erdogan noch nicht gelungen. Im Gegenteil. Die USA beschuldigen die Türkei derzeit sogar, alles andere als eine Rechtsstaatlichkeit im Lande walten zu lassen.

Die Hizmet-Bewegung ist in der Welt gut verlinkt. Zum Beispiel betrieben sie noch bis vor kurzem eine Schule im Jemen/Sanaa. Herr Gülen wohnt seit dem Jahr 1999 in Pennsylvania/USA. Mit seinem einstigen Spießgenossen Erdogan überwarf er sich im Jahr 2013 – wegen irgendeinem Kuddel-Muddel in Geldangelegenheiten, versteht sich.

Wie sagte Herr Demirtas, Parteivorsitzender der mehrheitlich kurdischstämmigen, türkischen HD-Partei, die kürzlich erneut ins türkische Parlament gewählt wurde zum Missfallen Erdogans und seinen Parteigängern der AKP, indem er die Ausdrucksweise Erdogans aufgriff:

„Es wird hier kein Krieg im „Osten“ geführt, sondern ein Krieg gegen die Kurden.“

Leider ist die Rolle, die Erdogan im Syrienkonflikt einnimmt, eine eher seltsame. Bei den Friedensverhandlungen in Genf spricht er sich vehement dagegen aus, dass die syrischen Kurden (YDG-H) am Verhandlungstisch sitzen. Seine Begründung: die sind Terroristen wie die PKK in der Türkei, deren Erfüllungsgehilfen, deren rechte Hand. PUNKT.

Sonderbar daran ist, dass die USA und die EU diese Argumentation Erdogans und seiner AKP schlucken, also zumindest so schlucken, dass Erdogan weiterhin diejenigen bombardieren und/oder ausschließen kann an Verhandlungstischen, die zum einen auf dem Boden gegen den Islamischen Staat kämpfen, und zum anderen schon längst einen zumindest autonomen Status verpasst bekommen hätten müssen – auch in Syrien.

Nun, Erdogan hat ein ‚gutes‘ Vorbild: die Israelis. Die vorenthalten den Palästinensern schließlich schon seit der Existenz des Staates Israel das Recht, einen eigenen Staat zu haben.

Israel ist wesentlich daran beteiligt,dass der Islamismus um uns herum sich im Laufe der Zeit aufgetürmt hat und wächst und wächst bis sogar in manche Kirche, die notfalls mit muslimischen Flüchtlingen temporär angefüllt wird.

Bevor es den Islamischen Staat gab, gab es bereits al-Qaida und noch ganz andere islamistische Organisationen. Die erstere ist jedenfalls noch immer herum. Die hatten und haben in ihrer Argumentationskette vor allem diese Israel-Palästina-Ungerechtigkeit als einen der Hauptgründe für ihre unüberhörbaren Attacken gegen den Westen im Portefeuille – und ihre Radikalisierung.

Angeblich, sagt Ankara, erhielt die YDG-H direkt Befehle von der PKK und außerdem würden Teile der syrischen Kurden mit dem Assad Regime zusammenarbeiten. Mal ganz zu schweigen davon, arbeitet Erdogan schon längst wieder dicke mit Israel zusammen. Das ist außerdem bislang auch unausweichlich. Und daher hätte er sich und uns sein Geschreie und Protest sparen können, als die Israelis taten, was sie gegen Palästinenser zu oft tun: Sie töteten einige Aktivisten der türkischen Mavi Marmara, die Hilfsgüter nach Palästina bringen wollten.

Außer Erdogan hat eigentlich niemand dagegen angeschrien. Jetzt klüngeln sie wieder im Geheimen und wir dürfen uns fragen, welche Angelegenheit wird gerade besonders beklüngelt und wer wird dann als Ergebnis eins auf die Mütze kriegen, wer daran ganz besonders sein Süppchen kochen?

Ach ja, 1999 wurde außerdem auch Abdullah Öcalan (PKK) verhaftet, und zwar ist das auch das Jahr, in dem Fethullah Gülen die Türkei verließ. Öcalan kam in Haft auf ziemlich sonderbarer Weise: über Moskau, Rom und irgendwo in Ostafrika und Gülen weniger spektakulär, doch nichts desto trotz merkwürd genug, dass er nach Pennsylvania/USA floh, wo man so einen Mann einer muslimischen Bruderschaft zuletzt hin flüchtend gedacht hätte. OK, das stimmt. Er ist wie Erdogan sehr auf Geld und Reichtum fixiert. Das ist ja erst mal nichts Verwerfliches.

Ein seltsames Phänomen soll den YDG-H-Kämpfern neuerdings eigen geworden sein: Sie spielen sich sozialistisch atypisch plötzlich als Sittenwächter auf. Nichts mehr drin mit Kartenspielen gegen Geld, ‚leichten‘ Mädchen oder Jungs, kein Alkohol in ihrem Machtgebiet etc. Volkstribunale anstatt.

Sollten diese Informationen über die neue Moral der YDG-H-Kämpfer zutreffen, so darf davon ausgegangen werden, dass dieser Ruck ins moralistische, pseudo-islamistische Lager auch die PKK erfasst oder bereits teils erfasst hat. Das wäre dann wohl ein Kollateralschaden sondergleichen, den die Regierenden in Ankara mit verantworten. Denn sie und ihre Vorgänger der damaligen, türkischen Wohlfahrtspartei unter Erbakan, Ziehvater Erdogans und sein späterer Feind, haben das Land kräftig in diese Richtung gezogen.

Uns allen ist noch der ägyptische Präsident Mursi vor Sisi in Erinnerung, der im Lande eine ähnliche Islamisierung bewerkstelligt hatte und an die Macht gekommen, sein wahres Gesicht viel zu flott offenbarte.

In der Türkei unter Erdogan machen es islamistische Kreise zeitlich etwas in die Länge gestreckter. Was durchaus als klug bezeichnet werden darf. Mal sehen, ob Erdogan endlich seine Verfassungsänderung demnächst erhält, weil eigentlich ist die etwas zu eilig angebahnt, um als Präsident nach dem Vorbild des US-Präsidenten, beispielsweise, alleine herrschen zu können – wie ein Sultan.

Wo diese Entwicklung noch landen wird, ist im Bezug auf Zypern klar, wenn sie denn so verläuft: Sie wird in Zypern landen. Nicht allein, dass die vielen Festlandtürken in Nordzypern bereits nachweislich gläubiger wurden und weiterhin werden, die inzwischen mehrheitlich mit türkischzyprischen Pässen ausgestattet sind. Nein, nun scheint im Lichte dieser aufgezeigten Entwicklung, wenn sie denn eintritt, auch eher gegeben, dass die vielen Nordzyprer, die kurdischer Herkunft sind und bislang eher als säkular Denkende eingestuft werden konnten, allmählich in diese islamistischere Richtung sich bewegen werden.

Auf Gesamtzypern bezogen dürfte das unweigerlich dazu führen, dass die ziemlich sperrige griechisch-orthodoxe Geistlichkeit Zyperns sich dadurch gern verleiten lassen könnte und entsprechend aufdrehen wird, um „das Christentum zu retten“. Schließlich sieht man sich im südöstlichen Mittelmeer auch als eine Art Speerspitze des Christentums im, mit Verlaub, islamischen Sumpf.

Angenommen all das zuvor Erwähnte kommt so ähnlich zur Wirkung 1 – 2 Jahre nach Wiedervereinigung Zyperns, denn etwas Zeit braucht es gewiss schon, bis diese Welle merklich auf Zypern ankommen wird, dann guten Nacht, wenn keine Vorkehrungen getroffen wurden.

Ansonsten wäre die von vielen erwünschte Wiedervereinigung vor dem gezeichneten Hintergrund eher der Grundstein dafür, dass sich die Volksgruppen auf der Insel – wie beinah im gesamten Nahen Osten – an die Gurgel springen. Einer der Gründe dürfte die durchaus herrschende Neigung sein, sich als Märtyrer zu begreifen. Dass die religiöse Obrigkeit den Zeitpunkt gekommen sieht, seine Auslegung der Wahrheit auf Biegen und Brechen ‚verteidigen‘ zu müssen. PROST, MAHLZEIT!

Die schweizerische Tageszeitung NZZ zeichnet ein Szenarium andernorts, das vor dem oben gezeichneten Verlauf die Zyprer wirklich endlich sich schnell vereinigen lassen sollte, und das kann aber eigentlich nur von Erfolg gekrönt sein, wenn der Orthodoxie davor ihr zukünftiger gesellschaftlicher Platz zugewiesen wird, und zwar mit aller Härte: in der Kirche und in den Klöstern und raus aus der Innen- und Außenpolitik! Ansonsten ist das (alte) Debakel vorprogrammiert.

Nun zum Szenarium als ‚Vorkoster‘ des Debakels, welches die NZZ in anderem Zusammenhang wiedergibt:

„In Cizre [Türkei], wo seit Dezember eine umfassende Ausgangssperre gilt, harren seit neun Tagen mehr als zwanzig Verwundete in einem einsturzgefährdeten Gebäude aus. Laut Berichten von Nachrichtenagenturen sind inzwischen sechs Personen ihren Verletzungen erlegen. Ambulanzen hatten vergeblich versucht, die Verwundeten zu bergen. Die prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) wirft der [türkischen] Regierung vor, den Rettungseinsatz zu behindern und sogar Helfer ins Visier zu nehmen. … Aus Protest gegen die dramatische Lage in Cizre befinden sich drei Parlamentsabgeordnete der Oppositionspartei seit letztem Mittwoch im Hungerstreik.“

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Flucht-Ursache Nummer 1

Vor kurzem trafen sich die politischen Spitzen der Stadt Wien in den einst historischen Sophiensälen. Bekanntlich sind diese Säle vor ein paar Jahren abgebrannt. Solch einen Eindruck, abgebrannt, machten vor allem die Spitzenvertreter der Opposition in der Sendung zur Wahl am 11. Oktober 2015 – dem großen Schlagabtausch. Ihre Argumente gegen die SP geführte Regierung der Stadt waren ein merkwürdiges Gebelle: von politisch braun bis lila, oder so.

Ja, auch in Österreich ist das Thema Nummer eins „die Flüchtlinge“. Dass viele diesem Thema inzwischen überdrüssig sind, verwundert nicht. Die Medien schlagen es nämlich geradezu tot: Quatschen und quatschen und das immer mit den selben Argumenten. Auffällig ist, sei es in Deutschland oder in Wien, dass so gut wie nie das Mutterproblem des Nahen und Mittleren Ostens in diesem Zusammenhang genannt wird: Palästina – Israel.
Die sogenannte Freie Presse schreibt dazu wenig. So ungefähr sieht es auch bei ‚unseren‘ Vertretern ‚unserer‘ politischen Interessen aus. Sind das mehrheitlich überhaupt noch unsere Interessen, die da vertreten werden? Manchmal.
Die Politiker geben zusammen mit Kartellen und sogenannten wirtschaftlich großen Playern in der Welt in etwa vor, was beispielsweise Journalisten mehrheitlich niederschreiben. Im Zusammenhang mit den Flüchtlingen, die Europa derzeit mit meistens jungen, motivierten Menschen fluten, schreiben nur wenige davon, dass der Konflikt, den die Israelis mit ihrer Besatzungspolitik in Palästina betreiben, hauptsächlich für die Flüchtlingsströme letztlich verantwortlich ist. Man muss sich beispielsweise nur die Wasserverteilung in den sogenannten Besetzten Gebieten und dem West-Jordan-Land ansehen. Es geht nicht mehr verlogener als das, was sich Israel dort leistet. Das gute Wasser aus den palästinensischen Gebieten nach Israel und das mehrheitlich minderwertige Wasser limitiert den Palästinensern. Die Auseinandersetzungen am sogenannten Tempelberg in Ostjerusalem sind Ausfluss eben dieser diskriminierenden Politik, so auch neuerdings die palästinensischen Messerstecher, ganz zu schweigen von der frech und ganz offensichtlich betriebenen Ausbreitung von besetztem palästinensischen Land durch sogenannte israelische Siedler.
Die Europäer tragen an all dem eine Mitschuld, weil ihre Politiken gewisse unethische Politiken des Regimes in Tel Aviv stützen. Man ist sogar so dreist, eine (deutsche) Hilfsorganisation vor Ort „Hilfsorganisation“ zu nennen, die diese ungeheuerliche Politik der Israelis (in Sachen Wasserversorgung etc.) sogar stützt. Niemand da, der von Sanktionen gegen Israel auch deswegen spricht.

Die Saudis haben es beispielsweise vor kurzem geschafft, eine Untersuchung ihre eventuell begangenen Kriegsverbrechen im Jemen nicht von einer international besetzten Kommission untersucht zu sehen. Das ist ähnlich unverständlich wie das, was im besetzten Palästina abgeht. Die Außenpolitik der EU, so auch folglich Deutschlands, kann schlichtweg so charakterisiert werden: Sei immer mit dem vermeintlich Stärkeren!

Der BRD-Bevölkerung wird schon seit Längerem eingeredet: Politik kennt keine Freunde, sondern nur das Wahren von Interessen. Wenn dem so ist, darf dann davon ausgegangen werden, dass beispielsweise das Wüten Israels in Palästina ebenso gewünscht ist wie die Auswanderungswelle aus den Gebieten des Nahen und Mittleren Ostens plus der Türkei nach Europa zum Beispiel wegen der anstehenden Vergreisung der Gesellschaften Euopas? Letzteres würde die Aussagen Merkels, dass alle, die in Not sind, kommen können, irgendwie verständlicher machen.
Und jetzt soll es ausgerechnet die Türkei richten, weshalb Frau Merkel wohl dieses Wochenende dorthin fliegen wird. Ausgerechnet zu denjenigen macht sie sich auf den Weg, die einen Teil Zyperns besetzt halten, die einen zukünftigen Despoten auf dem Thron in seinem illegal erbauten Palast in Ankara haben werden, denn alle Zeichen weisen seit Langem darauf hin, dass Recep Tayyip Erdogan genau diese Zielrichtung hat. Mit ihm und seiner Regierungsclique wird bitte sehr was genau verhandelt an diesem Wochenende?
Die jetzige Regierung in Ankara ist eine Übergangsregierung. Nach den Wahlen am 01. November nach der Türkei zu fliegen, machte vielen Vertretern der kurdischen Minderheit in der Türkei mehr Sinn. So muss nämlich befürchtet werden, dass Frau Merkel in der Funktion einer Bundeskanzlerin auch dabei hilft, Erdogans AKP zum Wahlsieg zu verhelfen, die unbedingt alleine regieren soll, damit er endlich das Gesetz ändern kann, um dann als Autokrat seinem dafür gebauten Palast endlich den nötigen ‚Glanz‘ einzuverleiben.
Ankara signalisiert auch daher derzeit so etwas wie mehr Kooperationsbereitschaft, obgleich jeder weiß, dass sich das Blatt nach dem Erdogan als Autokrat inthronisiert wurde, in nahezu jede beliebige Richtung bewegen kann. Sogar in der Zypernfrage zeigt er sich neuerdings zugänglich. Er wird vor oder kurz nach dem Merkelbesuch mit seinem Ministerpräsidenten Davutoglu dort eintreffen. Wer daran glaubt, dass die Besetzung Zyperns demnächst ein Ende finden wird, sei daran erinnert, dass diese Schallplatte seit knapp 8 Jahren nahezu jedes Jahr aufgelegt wird.

Den Staat Israel, welchen die Bundesrepublik womöglich noch so bedingungslos unterstützen wird, wenn bereits der letzte Palästinenser aus Palästina und Israel in Serbien mit den dortigen Grenzern um Durchlass nach Deutschland kämpfen, um als Flüchtlinge hier zu leben, besetzen bekanntlich auch den Golan, der eigentlich zu Syrien gehört. Es wurde im sogenannten Westen fast schon schweigend in Kauf genommen all die Jahre, dass es unter anderem diese Besetzung ist, die das Assad-Regime über eine Generation an der Macht hält. Was Verbrechen an der Menschlichkeit angeht, können sich alle drei genannten Staaten (Türkei, Israel und Syrien) ‚rühmen‘, den Vogel seit den letzten 50 Jahren schon mehrmals abgeschossen zu haben. Der Abschuss erfolgt/e leider oft mit Unterstützung der USA, EU (Deutschland) und Russlands.

Im Verein mit einigen europäischen Staaten, vordringlich Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Russland, plus der transatlantischen USA selbstverständlich, wurde also die bereits zuvor erwähnte Mutter der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten geboren. Dass es zu dieser Geburt kam, hängt in erster Linie mit den Öl und Erdgasvorkommen in der Region zusammen.

Bekanntlich haben sich aus vielleicht so etwas wie Solidarität mit den Palästinensern, zuweilen auch als Art Ableitung dieser Problematik, im Nahen und dem Mittleren Osten und darüber hinaus viele seltsame Konflikte ergeben (Syrien, Irak, Iran und die Türkei gegen die Kurden, die wiederum teilweise mit Israel zusammenarbeiten. Krieg zwischen dem Irak und dem Iran, Destabilisierung des Libanon und Syriens, Unterdrückung demokratischer Bewegungen in Ägypten, Bürgerkrieg im Jemen, IS und die al Schabab in Somalia und andernorts in Afrika, Bokoharam etc.). Seltsam sind diese Konflikte aufgrund ihrer Natur: Europa, die USA, Russland und China, besonders die drei Ersteren, hinterlassen und hinterließen irgendwie oft ihren Fingerabdruck dabei.

Dass die Kurden und Palästinenser noch immer keine anerkannten Staaten haben (Kurdistan, Palästina), zeigt unter anderem: Die mittelbar und unmittelbar involvierten Staaten der erwähnten Region plus der Türkei, Pakistan, Sudan, Libyen, Katar und Iran etc. spielen leider auch mit gezinkten Karten. Genauer: Für viele steht ihr Interesse an erster Stelle und dann kommt erst mal gar nichts und danach eventuell die Solidarität für Kurden oder Palästinenser. Die beiden zuletzt Genannten haben es sich nicht nehmen lassen in der Vergangenheit, einige taktische Fehler außen- und innenpolitisch zu bauen. Man darf indes nicht vergessen: Es handelt sich um Fehler, die eher in einer Art Verteidigungshaltung begangen wurden und werden. Die Kurden kämpften beispielsweise bitter und hart darum, überhaupt als existierendes Volk anerkannt zu werden und dürfen ihre Sprache neuerdings auf der Straße sprechen, ohne Angst haben zu müssen, deswegen hinter Gitter zu kommen. All das ist noch gar nicht so lange her in der Türkei. In Syrien sind und waren Kurden so was wie Staatenlose, so was wie Palästinenser im eigenen Land, welches Israel besetzt.
Ja, es gibt Israel, aber eben auf ehemalig palästinensischem Land. Um so mehr Frust kam auf, nachdem die palästinensische Führung Israel als Staat anerkannte, als im Gegenzug von Israel noch heute kein Palästina denkbar ist, was mit Einsatz von Waffen und Denkverboten untermauert wird – durchaus über seine Grenzen hinweg Wirkung zeigt.

Es bleibt: Die Ursache der Flucht der Syrer und anderer liegt vorrangig im israelisch – palästinensischen Konflikt, an der Weigerung Israels, den Palästinensern keinen Staat zu erlauben. Und daran ist vordringlich die sogenannte internationale Gemeinschaft mit schuld – noch vordringlicher hat das die USA verschuldet! Zwar ist die Besiedlung Amerikas ‚erfolgreich‘ gelungen, als man die Ureinwohner im wahrsten Sinne des Wortes in ihre Schranken verwies. Doch das ähnlich angelegte Konzept namens Israel greift im Nahen Osten jedoch nicht so, wie es wohl von einigen mal angedacht war. Letzteres, weil es nicht so brutal betrieben werden kann. Es galt nämlich, auf einen gewachsenen Humanismus in der sogenannten westlichen Welt Rücksicht zu nehmen. In wie weit sich diese Rücksichtnahme überlebt hat und ob Wildwest gerade ein Comeback feiert, kann hier nicht eingeschätzt werden.

Der Exodus der syrischen, irakischen, kurdischen etc. Flüchtlinge sollte all jene, die davon schwadronieren, dass sie ausgerechnet alle nach Deutschland kommen wollen, weil Deutschland ein Ort ihrer „Sehnsüchte“ ist, wie zum Beispiel für vielleicht die meisten Deutschen Neuseeland, nicht verwundert durch die Wäsche gucken lassen, wenn diese Flüchtlinge ihre politischen Forderungen für ein freies Palästina, für ein Syrien ohne Assad, für ein Ende der Aufrüstung solch ‚demokratischer‘ Regime wie Saudi Arabien, die Türkei (mit Erdogan als Autokrat) und natürlich Israel auf die Straße gehen werden. Sie könnten uns dann eine Kostprobe dessen abgeben, was die Folgen unserer Demokratien Europas in ihren nah und mittelöstlichen Demokratien bewirken – das Gegenteil von Demokratie nämlich.

Apropos: Wie sie es machen werden, weiß ich noch nicht, doch vor dem Hintergrund der betriebenen Außenpolitik des sogenannten Westens, vordringlich der USA und der BRD, dürfte schon bald die nächste Welle Flüchtlinge sich auf den Weg nach Europa, bevorzugt Deutschland, begeben: aus dem Jemen und Mali. In Mali sollen neuerdings BRD-Soldaten offiziell mitkämpfen.

Die Rede von der Bekämpfung der Fluchtursachen der Flüchtlinge aus Syrien und von andernorts wird so gut wie nie vom Ursprung her benannt – der Konflikt der Israelis mit den Palästinensern.
Dass Palästinenser nun sogar noch mit gezogenen Messern auf Israelis einstechen, wohl wissend, dass sie danach ziemlich sicher ihr Leben verlieren werden und der ‚Besitz‘ ihrer Angehörigen zerstört wird nach der Tat durch israelische Soldaten, müsste uns wirklich zu bedenken geben. In der Regel zerstören sie die Häuser der Eltern des Täters. Das ist eine Art Sippenhaft. Eine Bestrafung ist das, die in Deutschland zu recht als unzulässig angesehen wird, die aber im geschilderten Fall mit neuen U-Booten, noch mehr Waffen und Geschäftchen von der deutschen Regierung sozusagen mitbelohnt wird!?

Was glauben diese Leute im Bundestag eigentlich, warum Deutschland den meisten Flüchtlingen gegenüber nicht in der Schuld stünde, warum die Asylsuchenden aus Syrien nicht nach Deutschland kommen sollten? Wir haben an sie inzwischen ebenso eine Schuld zu zahlen wie einst an Israel. Weil wir den II. Weltkrieg verloren haben und die Konzentrationslager in (ehemalig) Deutschland standen, hatte Israel einen Anspruch. OK. Und was ist mit dem Anspruch der Flüchtlinge, die unserer Waffenexporte und verfehlten Außenpolitiken wegen hier ankommen?

Das Leben der Palästinenser in ihren abgeriegelten Territorien kommt dem in Konzentrationslager der Nationalsozialisten zwar nicht gleich, doch dieses Muster ist irgendwie erkennbar. Es erscheint ganz seltsam zeitlich und räumlich gestreckt. Zwar lässt man gnädiger Weise die Möglichkeit offen, so weit hier bekannt ist, sich für ein Leben im Ausland außerhalb Israels und Palästinas zu entscheiden oder aber still und ‚brav‘ alles zu erdulden. Doch was ist das für ein Leben. In unseren Breitengraden dürfte dieses Leben, welches die Palästinenser in Palästina führen, nur von sehr Wenigen als frei und selbstbestimmt bezeichnet werden!?

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Die Türkei und die Kurden

Endlich die ersehnte Waffenbrüderschaft?

So langsam fügt sich das Bild in Sachen Türkei mit ihren Kurden, Türken, Arabern und anderen Volksgruppen in diesem Land etwas verständlicher im Hinblick auf die bevorstehende Zukunft zusammen. In wie weit sich das auf Zypern auswirkt, wird vorerst und weiterhin Objekt von Spekulationen sein und bleiben. Doch unberührt bleibt die Insel davon keinesfalls. Bevor also zum eigentlichen Thema gekommen wird, dem scheinbar seltsamen Einsatz der türkischen Armee kürzlich, als die Gebeine des Großvaters von Osman, dem Begründer des Osmanischen Reichs, geborgen wurden und das Gebäude, in dem diese ruhten, zerstört zurückgelassen wurde, wobei mindestens ein türkischer Soldat gefallen ist, sollen zuerst geschwind noch einige weitere Informationen zur Türkei durchgegeben werden, die interessieren dürften.

Würde sich die Türkei unter Erdogans AKP nicht so deutlich in Richtung islamischer Staat, also einem Kalifat, entwickeln, könnte die Nachricht, dass in der Stadt Ercis, welche in der Provinz Van liegt, wo sich der erste Scharia-Verein gründet hat, nicht all zu sehr aufhören lassen. Der Verein gibt vor, religiöse Studien zu betreiben. Recep Caliskan ist der Initiator und Vorsitzende dieses Vereins. Er spricht davon, schon bald in der gesamten Türkei Ableger des Vereins einrichten zu wollen. Seltsam daran ist schon mal, dass ihn niemand daran zu hindern gedenkt von Seiten der Regierenden, und zwar vor dem Hintergrund, dass Caliskan die französichen Terroristen verteidigt, nach Darstellungen der türkischsprachigen Aydinlik-Tageszeitung vom 26. Februar 2015, die die Journalisten von der Charlie Hebdo mordeten. Das tut er u.a. folgendermaßen: „Wenn der Staat nicht gegen Personen eintritt, die den Propheten der Muslime angreifen, dann hat diese Arbeit die Bevölkerung zu tun“.
Außerdem würden die Türken das Gebet nicht mehr richtig verrichten, findet Caliskan. Sein Familienname bedeutet übersetzt „fleißig“ und hat ihn vielleicht auch deswegen, wer weiß, dazu gebracht, sich für die Scharia breit machen zu wollen in der noch kemalistisch laizistisch geprägten Türkei. In der Scharia wird dem Cihad (das fleißige Arbeiten am inneren Schweinehund eines jeden u.a.) ja bekanntlich eine wichtige Rolle zugewiesen. Jedenfalls findet Caliskan, dass die Muslime zersplittert seien, womit er wohl die verschiedenen Strömungen dieser Religion meint. Und es ist zu vermuten, dass neue Ansichten, die vor allem im Westen entwickelt werden unter Muslimen und andernorts da auch darunter fallen. Caliskan: „Früher wurden Kinder in Europa mit Folgendem Angst gemacht, die zu Bett gebracht wurden und nicht schlafen wollten: „Schlaf, sonst kommen die Türken dich holen“!
Die Europäer hatten die Türken also als diejenigen ausgemacht, die Köpfe abschneiden. Und auf gleiche Weise wird heutzutage die Scharia bekanntgemacht, sagt Caliskan. „Wir werden alles tun, um den Menschen die Scharia beizubringen“.

Des Weiteren wird berichtet, dass die AKP-Regierung mit der neuen Änderung der Strafgesetzgebung der Türkei eindeutig die Verfassung des Landes aushebeln wird. Prof. Dr. Adem Sözüer von der Istanbul Universität (Rechtswissenschaften) sagt, dass die Polizei mit diesem neuen Erlass praktisch von jedermann grundlos verlangen kann, die Hose runter zu lassen, egal, wo das ist und wer dabei steht. Und wer der Aufforderung nicht folgt, darf sich nicht wundern, wenn er danach als Leiche daliegt. Inzwischen bereut der Professor offenbar, an der Ausarbeitung des sogenannten „Inneren Sicherheits-Paketes“ als der „Regierung nahe stehende Person“ mitgewirkt zu haben. Denn die Vollmachten, die der Polizei mit diesem Gesetz eingeräumt würden, bedeuteten im Grunde die Einführung der „Todesstrafe“ durch die Hintertür.

Die Aydinlik Tageszeitung der Türkei fragt in ihrer gestrigen Ausgabe auch nach Belegen, die belegen, dass der ehemalige Präsident der Republik, Gül, den HUBER aus eigener Tasche bezahlt habe. Ein Huber ist zu vermuten, ist ein Hover Craft Boot, die in der Türkei als öffentliche Transportmittel im Einsatz sind. Die Aydinlik mag auch wissen, was denn nun mit den 55 Polizisten ist, also den insgesamt 100 Personen und deren Gehalt, die Herrn Gül noch immer umgeben? Und wer bezahlt die 18 Autos, die zu seiner Verfügung stehen und deren Spritverbrauch? Die Aydinlik erinnert auch daran, dass die Kosten, die entstehen beim Warmhalten und Führen des Hauses des Präsidenten, in dem er noch immer lebt, dem Kösk, ebenfalls auflaufen. Wer soll das bezahlen?
Zwei Dinge würden daher von Gül jetzt endlich erwartet: Dass er aus der Kösk ausziehe, wo er doch bereits geäußert habe, ausziehen zu wollen. Und dass er die Belege vorlegt, die belegen, dass er für die entstandenen Kosten bezahlt hat.

Irgendwie soll es Tayyip Erdogan in letzter Zeit immer öfters so drehen, dass ausgerechnet dann, wenn eine Übertragung einer Rede des Oppositionsführers Kilicdaroglu vorgesehen ist, just zu diesem Zeitpunkt auch Erdogan irgendwo eine Rede hält, die dann – selbstverständlich – von den Sendern übertragen wird, anstatt der von Kilicdaroglu.

Ansonsten gibt es noch etwas Streit mit den USA und den NATO-Partnern, da die AKP-Regierung erneut Waffen aus Russland (zuvor S 300) orderte. Es wurde ihr bereits nahegelegt, den Deal zurückzuziehen und dass diese Waffen auf keinen Fall in die bereits vorhandenen Waffensysteme der NATO eingebunden werden könnten – was auch für die aus China stammenden Waffen (davor CPMIEC) gelte.

Doch nun zu dem Artikel in der Aydinlik, der in Auszügen übersetzt wird für Sie:

2014-10-11 15.10.56

„Die PKK-Kanton Anerkennungsoperation

Die Diskussion darüber, ob die Schah Firat Operation erfolgreich war oder nicht, wird weiterhin von Beobachtern dieser Operation fern gehalten. Also die politische Dimension der Angelegenheit… .

Die Operation, bei der das Mausoleum aus 37 km Entfernung an unsere Grenze gezogen wurde, ist keine Sache. Die Schah Firat Operation ist:

1) ein Glied innerhalb der Strategie der USA

2) ein Anzeichen dafür, dass eine Zusammenarbeit mit der PKK-PYD (syrischer Ableger der PKK) bevorsteht

3) dass der kurdische Korridor der Peschmerga aus Kobane einen größeren Einflussbereich erhalten soll

4) dass anstelle des syrischen Staates ein PYD-Staat errichtet wird

1.1) Die Unterzeichnung des Ausbildungs-Ausstattungsprogramms bedeutet, dass die AKP-Regierung die Strategie der USA übernimmt und an der Front umsetzt.

1.2) Dass die Strategie der USA in Sachen IS die ist, dass in den Gegenden, in denen die IS im Irak und Syrien geräumt wird, die PKK und die KDP ihre Herrschaftsgebiet errichten werden. Von Basra bis zum östlichen Mittelmeer wird ein kurdischer Korridor errichtet auf Wunsch der USA, und um das zu erreichen, wird das Gebilde namens Nordirak mit dem syrischen Norden an den Hafen von Iskenderun/Türkei angeschlossen.

1.3) Die USA-Strategie sieht vor, dass die Koalitions-Mächte aus der Luft, und die Terroristen, welche die USA und die Türkei ausgebildet haben, auf dem Boden Operationen ausführen werden. Daher wurde das Ausbildungs-Ausstattungsprogramm ja unterzeichnet.

2.1) Bei dieser Strategie kommt letztlich heraus, dass die PKK und die Türkei an gleicher Front miteinander kämpfen (via den syrischen Arm der PKK, der PYD und deren Kampfeinheiten namens YPG). Zu guter letzt wird der türkische Generalstab nicht etwa von der PYD sein Einverständnis (für Operationen) erhalten, sondern die PYD lediglich (davon) unterrichten; was in den AKP-Medien als „passive Kooperation“ bezeichnet wird… .

2.2) Am 21. März soll von der kurdischer Seite das, was bis dahin zustande gekommen ist, veröffentlicht werden. Das heißt, die Partnerschaft der AKP mit der PKK ist im Grunde eine Vereinbarung, nach der die PKK an Stelle der Türkei in Syrien Waffen gebrauchen wird. Es sieht also rein gar nicht nach Entwaffnung (der PKK) aus, sondern nach Aufrüstung.

3.1) Das Ergebnis dessen, dass die USA in Kobane einen Peschmerga-Korridor öffnete, dient seither der USA auf diesen kurdischen Korridor Einfluss zu nehmen. Die AKP-Regierung hat dergestalt nicht nur der PYD in diesem Korridor militärische Hilfe geleistet, sondern zwischen den kurdischen Korridoren eine wichtige Verbindung kreiert. – Die Korridore sind noch offen -. Dass das Mausoleum nach Esme gebracht wurde, hat somit im Grunde eine ganz spezielle Note.

3.2) Seit also mit dem Ausbildungs-Ausstattungsprogramm die Bewaffnung der Terroristen angefangen hat, ist die Erbauung einer Mausoleums-Polizeistation in Esme, deren Errichten 3 Jahre dauern wird, auch Anzeichen dafür, dass dieser Ort an der Front einen Sicherheitsstreifen markieren wird.

4.1) Als das Mausoleum an seinem alten Ort stand, war unser Ansprechpartner Syrien. Indem das Mausoleum nach Esme gebracht wurde, also in dem nach internationalem Recht Land eines souveränen Staates okkupiert wurde und wird, hat Syrien aufgehört, dieser Ansprechpartner zu sein. Doch wer ist der neue Ansprechpartner? Das ist die YPG, die Esme unter ihrer Kontrolle hat. Das bedeutet praktisch, dass Ankara die YPG an Stelle von Damaskus als Ansprechpartner gewählt hat. Auf diese Weise hat der syrische Arm der PKK, die PYD, Legalität erreicht, was so viel bedeutet wie, dass eine Art Kantons-Status erreicht wurde.

4.2) Die Kampagne der Kurden, die gegen die IS einen Freiheitskampf ausfechten, hat nicht nur der KDP, sondern auch der PKK dazu verholfen, mit Waffen versorgt zu werden. Gleichzeitig müht sich die Erstere, die PKK von den Terrorlisten (international) entfernt zu sehen. Ankara hat mit der Schah Firat Operation gezeigt, dass es diese Bemühungen nicht zu blockieren beabsichtigt und so international der PKK unter die Arme gegriffen.

Das heißt, diese Entwicklungen werden die Türkei und die Region in naher Zukunft beeinflussen. „Ob die Türkei erfolgreich oder erfolglos ist, hängt am Faden. Wir müssen das Ausbildungs-Ausstattungsprogramm in eine passende politische Mobilisierung kleiden.

Regional sieht die Lage noch so aus, dass diese zu unseren Gunsten stehend zu bewerten ist“!

All das, was oben angeführt wurde, erklärt nun auch etwas besser, warum die Türkei trotz Abbruch der ehemals guten Beziehungen mit Syrien, im Jahre 2013 und 2014 dennoch „verwunderlicher Weise“ gute Exportbilanzen nach Syrien vorweisen kann. Schieber und ‚Schmuggler‘ haben auf beiden Seiten, wird geschrieben, das Geschäft in die Hand genommen, und zwar von der Türkei in die von den Kurden verwalteten Zonen Syriens. 2013 betrug dieser Export 1 Milliarde 24 Millionen TL und 2014 waren es bereits 1 Milliarde und 803 Millionen TL. Im Jahr 2012 zum Vergleich, also als die Beziehungen gerade schlecht geworden waren zwischen Ankara und Damaskus, belief sich dieser Export auf lediglich 498 Millionen TL.

Dennoch sind die Prognosen für die Wirtschaft der Türkei für die nähere Zukunft eher schlecht, schreibt die Aydinlik. Die türkische Lira werde weiterhin an Wert verlieren, Investitionen aus dem Ausland weniger stattfinden.

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Kobane II

Die schweizerische bz-basel-Tageszeitung schreibt zum Thema am 21. Oktober 2014: „Noch kurz vor der US-Waffenlieferung in Kobane hatte Erdogan eine solche Unterstützung für die Kurden durch den Nato-Partner ausdrücklich als ’sehr, sehr falsch‘ bezeichnet. Aber die USA sind offenbar nicht mehr bereit, auf die Türkei Rücksicht zu nehmen. US- Außenminister John Kerry sagte, es wäre verantwortungslos und ‚moralisch schwierig‘, den Kurden in Kobane amerikanische Hilfe zu verweigern. Präsident Barack Obama rief Erdogan an, um ihn darüber zu informieren, dass sich die USA mit dem Abwurf der Waffen über die türkischen Bedenken hinwegsetzen würden.
Das Ziel Washingtons sei die Vernichtung des IS, kommentierte die Kolumnistin Amberin Zaman auf Twitter. Dieses Ziel bestehe unabhängig davon ‚ob die Türkei nun mitmacht oder Zuschauerin bleibt‘.

Angesichts dieser Haltung der USA entschloss sich die türkische Führung offenbar zu einer abermaligen Kursänderung und machte den Weg für die ‚Korridorlösung‘ frei. Der regierungskritische Journalist Oguz Karamük schrieb, Erdogan sei bei Obamas Telefonat eingeknickt und tue jetzt das genaue Gegenteil von dem, was er bis zum Wochenende vertreten habe.
Die Türkei hatte sich bisher aus der aktiven Bekämpfung des IS herausgehalten. Als Gegenleistung für eine aktive Teilnahme fordert Erdogan, dass die Alliierten auch gegen die Armee des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vorgehen müsse. Das lehnen die USA aber ab (Th. Seibert).”

Kommentar dazu auf gleicher Seite, ebenfalls von Thomas Seibert:

„…Erdogan hat sich nicht durchsetzen können, dafür das Kunststück fertiggebracht, in kurzer Zeit wichtige Akteure im In- und Ausland zu vergrätzen. Mit seinem Stillhalten an der Grenze hat er Verbündete und die Kurden im eigen Land gegen sich aufgebracht. Die türkische Position ist unhaltbar geworden. Und Erdogan hat seine aussenpolitischen Ambitionen schwer beschädigt.

Deshalb ändert er jetzt erneut schlagartig seinen Kurs und erlaubt den Kurden aus Nordirak, über türkisches Territorium Waffen und Soldaten nach Kobane zu schicken. Das hätte die Türkei auch schon vor Woche tun und damit den Kampf gegen den IS unterstützen und so den Westen und die eigenen Kurden beruhigen können. Erdogan hat es zugelassen, dass die Verlässlichkeit der Türkei als Partner der USA und des Westens in Zweifel steht. In Kobane liegen nicht nur etliche Gebäude in Trümmern, sondern auch die unrealistischen Machtansprüche Ankaras [und viele Tote und Verletzte].”

In der NZZ vom 21.Oktober 2014 steht von Jürg Bischoff, Beirut, verfasst: „… Dass die Amerikaner ihre Unterstützung für Kobane nochmals verstärkten, liegt aber auch daran, dass die PYD dem Wunsch Washingtons nach einer Einheitsfront gegen den IS entgegengekommen ist. Einerseits veröffentlichte sie eine Erklärung, in der sie sich zur Zusammenarbeit mit den Rebellengruppen der Freien Syrischen Armee bekennt, welche die Amerikaner gegen den IS einsetzen wollen. Andererseits beteiligte sie sich an Versöhnungsgesprächen mit syrisch-kurdischen Rivalen, die letzte Woche in Dohuk im Nordirak stattfanden. Daran nahmen der PYD-Chef Saleh Muslim und der irakische Kurdenführer Masud Barzani teil. Ein Grund für die plötzliche Bereitschaft der Türkei, Peschmerga aus dem Nordirak nach Kobane reisen zu lassen, dürfte darin liegen, dass Barzani mit den ihm ergebenen Kämpfern die Macht der PYD in Nordsyrien einzugrenzen verspricht.”

Ein weiterer Grund der Reaktion Ankaras, also der Richtungswechsel in der Politik gegenüber den Kurden, könnte durchaus auch etwas mit der folgenden dpa-Meldung in der NZZ vom 21. Oktober 14 zusammenhängen:

“Die Präsenz eines türkischen Forschungsschiffes südlich von Zypern führt zu Spannungen zwischen der Republik Zypern und der Türkei (in den zyprischen Medien wird auch von einem Kriegsschiff gesprochen, welches die türkische Explorationsmission begleiten soll). Die Bewegungen des Schiffes untergrüben die Stabilität in der Region und seien eine Verletzung des internationalen Seerechts, erklärte der zypriotische Verteidigungsminister Christoforos Fokaides am Montag. Am Montagmorgen hatte das türkische Schiff die Region südwestlich der Insel Zypern erreicht und auf der Suche nach Öl und Gas seismische Forschungen des Meeresbodens innerhalb der von Zypern beanspruchten sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone gestartet, hiess es aus Kreisen der Regierung in Nikosia. In der Region war im Auftrag Nikosias bereits ein italienisch-koreanisches Konsortium aktiv gewesen (gleichzeitig führt Russland zusammen mit Syrien gerade Manöver in der Region durch).”

Ja, und wenn wir schon dabei sind, dann noch das, was die Basler Zeitung vom 21. (Jan Keetman, Istanbul) vermeldet: „… Doch während es in den letzten Wochen so aussah, als stehe der Fall der Stadt [Kobane] unmittelbar bevor, sprechen nun alle Anzeichen für eine Niederlage des IS. Grund sind die verstärkten Luftangriffe der USA, und dass diese Luftangriffe nun [endlich] mit kurdischen Beobachtern am Boden koordiniert werden, was die Treffpunktquote erheblich gesteigert hat. Die abgeworfenen Waffen stammen indessen nicht aus US-Beständen, sondern wurden von den nordirakischen Kurden bereitgestellt [die wiederum vorher an sie von den USA oder anderen gegeben wurden]. Gegen direkte Waffenlieferungen der USA an die kurdische Miliz YPG [die hier zuvor PYD genannt wurde], die Kobane verteidigt, sperrt sich offensichtlich die Türkei. … Der stellvertretende [türkische] Ministerpräsident Yalcin Akdogan hat es auf den Punkt gebracht: ‚In Kobane kämpfen doch nur Terroristen gegen Terroristen‘.“

In diesem Zusammenhang fährt der Autor fort und Folgendes spiegelt die herrschende Geisteshaltung der Führung in Ankara einigermaßen anschaulich wider.

„Anfang Oktober ermächtigte … das türkische Parlament die Regierung zu einem Eingreifen im Irak und Syrien. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte beruhigend, dass die Regierung alles, was sie könnte, tun werde, damit Kobane nicht fällt. Darauf fuhr man in die Ferien zum islamischen Opferfest. Wahrscheinlich nahm man in Ankara an, das Problem werde sich in den nächsten Tagen von selbst lösen. Erdogan meinte, Kobane sei ohnehin ’so gut wie gefallen‘. Anscheinend meinte auch der IS, er könne das Opferfest mit der Einnahme der Stadt und schaurigen menschlichen Opfern feiern. … Für die türkische Regierung bedeutet der Umstand, dass Kobane wohl nicht fallen wird, sowohl eine Erleichterung als auch eine Hypothek. Ein weiterer Kurdenaufstand im Osten nach dem Fall von Kobane findet nicht statt, der Friedensprozess kann weitergehen. Andererseits wird es immer schwieriger, der Welt zu vermitteln wie dieser Friedensprozess abläuft.
Und das geht so: Seit zwei Jahren führt der [türkische] Geheimdienst Gespräche mit dem gefangenen PKK-Chef Abdullah Öcalan, aber keine offiziellen Verhandlungen. Dabei herausgekommen sind mittlerwele ein einseitiger Waffenstillstand und Rückzug der PKK auf der einen Seite und die in diesen Tagen erneuerte Aussicht auf Hafterleichterungen für Öcalan. Zuätzlich zu seiner Zelle soll Öcalan nun auch ein kleines Büro und einen kleinen Garten auf der Gefängnis-Insel Imrali erhalten [siehe weiter unten]. Auf der anderen Seite darf die [türkische] Armee die PKK weiter angreifen; das gilt auch für den syrischen Arm der PKK, inklusive der YPG-Miliz, die ‚als Terroristen‘ Kobane verteidigt. Kurdische Parteien in der Türkei werden von Mitgliedern der Regierung und regierungstreuen Medien aufs Schärfste augegriffen.
Dieser Spagat zwischen dem Garten für Öcalan und Bomben auf dessen Leute ist in der Tat immer schwerer zu vermitteln. Seitdem die US-Luftwaffe die Waffentransporte für die ‚Terroristen‘ erledigt, ist es noch ein Stück schwieriger geworden. Es wäre an der Zeit, in Ankara umzudenken, so wie man sich auch mit der Autonomie der irakischen Kurden einmal abgefunden hat. Doch das war leichter, weil die Türkei nicht direkt betroffen war.”

Nun etwas detaillierter zu den Vorgängen innerhalb einiger kurdischen Gruppen oder Organisationen:

„In der türkischsprachigen Cumhuriyet vom 22. Oktober 2014 steht auf Seite 5 unter „Tirmik“ von Aydin Engin zu lesen im Bezug auf die Aussicht auf einen entstehenden kurdischen Staat: …

Jedoch hat sich in der Balistik Kobanes einiges geändert:

1) Die USA verkündeten, Militärhilfe nach Kobane zu leisten und danach droppten sie 24 Tonnen Waffen und Munition als Hilfe für Kobane [und wie wir inzwischen wissen, auch scheinbar unfreiwilig für die IS]
2) Die USA verkündeten offiziell, dass sie die in Rojawa herrschende Kraft, die [kurdische] PYD, nicht als terrotistische Organisation ansieht
3) die Führung im irakischen Teil von Kurdistan verlegt ihre Peschmerga-Einheiten nach Kobane zu der die Kobane verteidigenden PYD
4) Im Bezug auf die Hilfe für Kobane hat sich der Streit der beiden [kurdischen] Kräfte in Irakisch Kurdistan gelegt. Talabani meint, dass die 24 Tonnen Waffen und Munition, die verschickt wurden auf das Konto seiner Kurdistan Heimatliebenden (KYB) gehe; Barzani sagte umgehend, dass diese Hilfe eine Hilfe des kurdischen Volkes des Iraks für Kobane ist
5) Mesud Barzani und seine IKBY, die dazu aufriefen, die Probleme der Kurden untereinander zu lösen und daher einen Gipfel in Dohuk einberiefen, haben mit der PYD im Syrisch-Kurdischen National-Kongress (ENKS) bislang noch keine Vereinbarung erreicht seit einer Woche. Im Zentrum der Unvereinbarkeiten steht das Kantonssystem in Rojawa. Barzani und seine Leute bestehen darauf, dass auf dieses System zukünftig verzichtet wird. Die Fraktion aus Rojawa selbst indes sagt, dass das Kantonssystem das Herzstück der „Realität Rojawas“ ist. Doch zu einer Zusammenlegung des Militärs erklärt man sich bereit. Die Peschmerga sind eine Hilfe für Kobane
6) In der Türkei hat der „Lösungsprozess“ [zwischen Kurden und Türken] plötzlich an Fahrt gewonnen. Einerseits setzten sich die Thinktanks [beider Seiten] wieder zusammen. Mit dem Ministerpräsident [Davutoglu] hat man sich 6 Stunden lang getroffen. Danach hat der Ministerpräsident seine „Roadmap“ eröffnet, die von Öcalan wie auch von Kandil [Name der Berge, in denen sich der kurdische Widerstand vor allem formiert] angenommen wurde, was offiziell verkündet wurde. Ebenfalls wurde verkündet, dass Öcalan in Imrali [das ist der Knast, in dem er sitzt] ein Sekretariat eröffnet werde…. .

Verstanden werden muss also, dass die USA und mit ihr Deutschland, England, Frankreich und all die Vorreiter in der EU, die unter der Regie Washingtons operieren, übereingekommen sind, dass im Nahen Osten eine neue [geopolitische] Karte entworfen wird – die Grenzen neu gezogen gehören. Das bedeutet für die Kurden, die über 4 Länder verstreut leben (Iran,Irak, Syrien und die Türkei), dass was Neues, was ganz Neues im Entstehen ist. Der [Verhandlungs-]Prozess, der in der Türkei läuft, geht jedoch in seine Endphase. Wer letztendlich glücklich daraus hervorgeht, wer Widerstand leisten wird? All das kann heute noch nicht gesagt werden, wäre nicht ok, das zu tun. Das ist eine Frage, welche [lediglich] die kurdische politische Bewegung beantworten und beurteilen kann.
Und das, was wir [gerade] als kurdische Bewegung bezeichneten, ist das Dreieick aus Kandil, Imrali und der HDP, die zum Thema kurdischer Nationalstaat jeweils an ihren sie bindenden Prinzipien hängen. Kurz: Die auf 4 Länder verstreuten Kurden, und ihr Ziel, sich unter ein Dach zu bringen, wird als ein Schritt angesehen, der im Jahrhundert ausgeblieben ist [also schon längst fällig wäre], und daher müssen die 4 Grenzen, in denen gelebt wird, aufgehoben werden, doch muss das in einer Art und Weise getan werden, die den ökonomischen, politischen etc. Austausch dieser Länder nicht behindert, wird vorgeschlagen. Dies [also] verbirgt sich hinter dem Terminus „Demokratische Konföderation“. Doch Ihnen [verehrte Leser] ist wohl auch nicht entgangen, dass Barzani sich eine Lösung [der Kurdenfrage] nicht so wie die PKK-PYD vorstellt, sondern eher gegenteilig. Und das ist gewiss kein Widerspruch, der leicht zu überwinden sein wird. …. Ich wollte heute lediglich die Frage und das Thema beleuchten, nämlich ob der USA-Imperialismus einen Kurdenstaat errichten wird, dafür von Syrien, dem Irak und der Türkei teile her- oder wegnehmen wird und an diesen neu zu errichtenden Staat weitergibt. Das sollte in einer blitzblanken Analyse der Gegebenheiten betrachtet werden, eine komplizierte und undurchsichtige Aufgabe.“

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Religionskriege

Vielleicht sind ja doch die meisten Kriege, in denen der sogenannte Westen involviert ist, sei es direkt oder indirekt, im Grunde nichts anderes als Religionskriege. Die Frage scheint noch immer zu lauten:Wer glaubt an das Richtige!

Gestern war ich in Lörrach im Alten Rathaus in einem der selbst organisierten Kurse, die dort angeboten werden. Irgendwie kam das Gespräch auf die USA, nicht etwa wegen der Bomben, die gerade mal wieder im Namen des richtigen Glaubens über dem Irak und Syrien aus US-Bombern abgeworfen werden, sondern es ging um die Kleinstädte, die in den USA angeblich so langweilig aussehen im Vergleich zu denen hier in der Region. Und dann fiel in diesem Zusammenhang so ein Satz wie: „na ja, Amerika ist ja auch viel jünger als Europa!“ Der Glaube daran, dass so etwas wie Kultur erst mit dem Niedermachen der indianischen Kultur aufkam, die als solche offenbar nicht wahrgenommen und gezählt wird, scheint wirklich tief verwurzelt zu sein. Sonst wäre wohl nicht gesagt worden: „… ist ja auch viel jünger als Europa“ in Bezug auf Kultur und Zivilisation.

Vielleicht wäre es von Nöten, nun den Begriff der Zivilisation sich anzusehen. Keine Ahnung, was dazu im Netz zu finden ist, doch hat dieser Begriff gewiss was mit Formung zu tun – dem Austreiben als barbarisch erachteter Verhaltensmuster und dergleichen. Die Rede ist unter anderem also auch von der Verfeinerung der Verhaltensweisen: man haut nicht mehr Köpfe ab, sondern man drückt wie im Spiel auf einen Knopf; man kämpft nicht mehr mit Fäusten, sondern lässt möglichst kämpfen, man isst mit Messer und Gabel und nicht mehr mit den Händen, man bewegt sich, um das Wohlbefinden zu erhöhen, aber nicht, um des unmittelbaren Überlebens willens etc. Und dann, das auch noch: Man schuf sich Gesetze, die einzuhalten insbesondere denen auferlegt wird, die in der scheinbar demokratischen Hierarchie unten stehen und nicht, dass so etwas wie das Faustrecht länger herrsche?

Genauer betrachtet, ist aber Letzteres die große Frage, nämlich: Wie barbarisch ist das, was Demokratie und Rechtsstaatlichkeit genannt wird heutzutage, im Vergleich mit dem, was im sogenannten Westen als terroristisch, barbarisch und unerträglich gebrandmarkt wird?

Wiederholungstäter! So darf sich Obama nun auch, unter anderem, betiteln lassen – zumal er ja den USA Präsident stellt, wie seinerzeit die Bushs etc. Ohne den Sicherheitsrat hat er – wieder – zuschlagen lassen. Merkwürdig ist, dass diese Angriffsverteidigung, oder wie man das arme Pflänzchen im Namen des militärischen Friedens nennen darf, nun plötzlich möglich ist. Dies, weil dieser Angriff erst jetzt möglich ist, nach dem der Gegenentwurf zur christlichen Welt, der Islam, genauer Teile des Letzteren, sich auf brutale Weise sein Herrschaftsgebiet neu abzustecken beginnt. Als in Syrien die Zahl der zivilen Toten die 500 überschritten hatte, wäre eigentlich der Zeitpunkt gewesen, die Produktion des militärischen Komplexes anzukurbeln in gewissen Ländern, um die Produkte dieser friedensstiftenden Industrie als Bomben abwerfende Flugaktionen, wie vor ein paar Tagen erstmals in Syrien geschehen, starten zu lassen – und zwar gegen Assad. Warum war das zu jenem Zeitpunkt nicht denkbar? Eine Erklärung ist gewiss die, die man überhaupt nicht gerne hört und mit tausend und mehr Mündern gleich zu Hackfleisch redet: es war eben nicht der religiöse Gegenentwurf, den man bekämpft hätte, sondern eine Minorität im Islam, eine alewitische, die immerhin das Wohl der christlichen und anderen Religionen in Syrien vergleichsweise annehmbar gewährte. Diese religiösen, christlich gefärbten Minderheiten in Syrien sind ja bekanntlich mehrheitlich auch Unterstützer des Assad-Regimes.

Wahrscheinlich, mag es einigen Leuten in den Sinn kommen, hätte man als Nordeuropäer Ende des 19. Jahrhunderts nicht so gierig sein sollen. Man hätte andere Kulturen nicht so geringschätzig erachten dürfen, wie es kurz davor – und auch noch zu jener Zeit – in Amerika der Fall war. Und so haben Staaten aus Nordeuropa sich großen Teilen des Mittleren und Nahen Ostens bemächtigt – sogar Napoleon ließ Truppen in Unter-Ägypten ihr Werk vollführen. Wer sich in Hörsälen der Islamwissenschaftler umgetan hat, wird gewiss immer wieder davon hören, dass – wie auch andere Aktionen, die aus Nordeuropa lanciert wurden in jener Periode – die Kultur und Zivilisation, die sich offenbar die Nordeuropäer ausdachten und deren Behüter und Weiterentwickler sie vorgeben zu sein, den Ägyptern, ja, der ganzen arabischen Welt, versteht sich, Persien und Indien inbegriffen – von Afrika redete man meistens nicht, obgleich Ägypten ja in Afrika liegt – erst den Stupser in die ach so tolle Moderne verabreichten, sprich, Zivilisation nach westlichem Vorbild: Massenproduktion, Monokultur, Verfeinerung der Umgangsarten, Knöpfledrücken etc.

Nun, man hätte die Kurden damals nicht ausspielen sollen, behaupten einige. Man hätte ihnen vielleicht doch besser ihren Staat damals gegeben. Und die gleiche Frage erhebt sich nun wie damals: wird man es diesmal tun? Klar, die Europäer allein haben diese Möglichkeit damals nicht verbockt. Doch sie waren, wie auch heute, gegenüber den Persern, Arabern, Türken und Russen in der Lage, diese kurdische Identität und Staatlichkeit zu gewährleisten, wie sie ja auch Mitte des 20. Jahrhunderts Israel verabreicht wurde. Doch Israel ist halt irgendwie näher an der christlichen Auslegung der religiösen Wahrheit dran, oder wie man es nennen darf, als zum Beispiel der Islam, der den entscheidenden Nachteil zudem hat, zu behaupten, er erkenne seine Vorläufer zwar irgendwie an, aber jetzt sei er die letzte Wahrheit der Wahrheiten.

Wer mag denn so etwas schon! Im Umkehrschluss kann also kapiert werden, wie vieie Israelis, das Judentum, tendenziel das Christentum sehen: Wer will denn so was da? Oder: Was wollen die denn nur? Oder: Wir sind doch das Original etc.! Wie gesagt, nicht alle Muslime, Christen, Juden, Buddhisten, Hindus etc. folgen dieser Logik.

Irgendwie glaubten die meisten an der Macht in Nordeuropa am Ende des 19. Jahrhunderts, wie womöglich heutzutage immer noch, dass diese ‚Unzivilisierten‘ aufgrund der fühlbaren Stärke der Industriewalze (heute der digitalen Vernetzung) mit ihren tausendfachen Effekten (Rohölförderung, Gebietsaufteilungen, Ein- und Errichten von Handlangern, also Eliten etc.) sozusagen automatisch dazu gebracht werden, dass das westliche Weltbild und in dessen Folge auch die christliche Religion größtenteils übernommen würden – hatte ja in den (ehemaligen) Kolonien ‚wunderbar‘ geklappt, auch wenn gewisse Abstriche gemacht werden müssen, zumal unbestreitbar der Katholizismus in Uganda zum Beispiel nicht dem in Indien oder Kolumbien vollauf entspricht. Doch das war und ist ja auch nicht so wichtig – dennoch wichtig – solange die Fäden im Vatikan weiterhin zusammenlaufen – also in Europa.
Und auch wenn der neue Papst ein Argentinier ist, so ist sein Großvater doch noch jemand, der im Ersten Weltkrieg auf der Seite Italiens kämpfte, und zwar unweit jener Region, welch Zufall, wo bekanntlich Muslime leben – dem Balkan. Und diese Angelegenheit, also die Auseinandersetzung Islam – Christentum, spielte im Ersten Weltkrieg durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle, auch wenn dies in deutschen Schulbüchern wahrscheinlich noch immer nicht zur Rede kommt. Und dass im Vatikan ein Farbiger oder Asiate Papst wird, ist diametral zu zuvor Gesagtem als Bild durchaus passend. Und stellen Sie sich vor: Islam gleichberechtigt als Religions-Fach in Grund- und Hauptschulen etc. der BRD!?

Nun, dass dieser militärische Schlag unternommen wird von den USA und ihren Verbündeten, ist vor allem ein Zugeständnis an die Waffenindustrie. Wichtig scheint zu sein, zynischer geht’s wahrscheinlich nicht mehr, erst mal Geld zu verdienen – und wie in Deutschland ‚endlich‘ wieder schwarze Zahlen zu schreiben.
Immerhin: Endlich hat man mal eine ‚positive‘ Metapher für und mit der Farbe Schwarz und der Zahl 0. In einem Land, wo die Bevölkerung schon anfängt, ihre Kröten zu zählen, nur weil ein Paar mehr Flüchtlinge demnächst ankommen und bereits angekommen sind, einem Land, wo die Wirtschaft brummt, wie man sagt, wo immer dann, wenn man Erfolge zur Schau stellt der Nationalstolz schwillt, in so einem Land, wenn die Verkäufe plötzlich lahmen und es gilt, vom Reichtum was abzugeben, den man – siehe Deutsche Bank etc. – nicht unbedingt und immer mit fairen Mitteln sich erfochten oder erarbeitet hat, verwundert wenig, dass deren muslimischen Verbände und Bevölkerung sozusagen wie unter Dauerbeschuss geraten andauernd und öffentlich zu beteuern und zu beweisen haben, mehr oder minder, selbstverständlich nichts mit den als Terroristen Gebrandmarkten ISIS-Kämpfern und anderen zu tun haben. Dass die Muslime sich wie selbstverständlich gefallen lassen dürfen, überprüft, gecheckt und nochmals vernommen zu werden, ist schon fast usos, dies, um ganz sicher zu gehen, dass ihre Gesinnung den Erforderlichkeiten entspricht, die – wie bereits gesagt – denen vorrangig auferlegt werden, die nicht der Elite im Lande angehören. Und wehe, dem ist nicht so! Wehe!

Derzeit ist es gewiss schon eine Art Sicherheitsrisiko (auch für Herrn und Frau ‚Deutsch‘), also garantierte Aussicht darauf, gesondert registriert zu werden, in die Türkei zu fliegen, Türkisch oder Arabisch zu lernen, auf die Katze des persischen Nachbarn aufzupassen, das Schlimmste zu tun, zum Islam zu konvertieren – oder aber der Meinung zu sein, dass Kurden doch besser keine Waffen ausgehändigt werden sollten?
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Nach Meinung vieler, sollte die Türkei, Syrien, Irak und Iran mal dazu gebracht werden, anstatt dass die USA Bomben in Syrien und dem Irak abwerfen, einer kurdischen Staatlichkeit zuzustimmen, Israel dazu gebracht werden, selbiges für die Palästinenser zu machen, Nikosia dazu verpflichtet werden, endlich die seltsamen Spielchen zu unterlassen, die unnötig viel Geld verbrauchen und immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko in der Region geraten,

Religionskriege

Vielleicht sind ja doch die meisten Kriege, in denen der sogenannte Westen involviert ist, sei es direkt oder indirekt, im Grunde nichts anderes als Religionskriege. Die Frage scheint noch immer zu lauten:Wer glaubt an das Richtige!

Gestern war ich in Lörrach im Alten Rathaus in einem der selbst organisierten Kurse, die dort angeboten werden. Irgendwie kam das Gespräch auf die USA, nicht etwa wegen der Bomben, die gerade mal wieder im Namen des richtigen Glaubens über dem Irak und Syrien aus US-Bombern abgeworfen werden, sondern es ging um die Kleinstädte, die in den USA angeblich so langweilig aussehen im Vergleich zu denen hier in der Region. Und dann fiel in diesem Zusammenhang so ein Satz wie: „na ja, Amerika ist ja auch viel jünger als Europa!“ Der Glaube daran, dass so etwas wie Kultur erst mit dem Niedermachen der indianischen Kultur, die als solche offenbar nicht wahrgenommen und gezählt wird, scheint wirklich tief verwurzelt zu sein. Sonst wäre wohl nicht gesagt worden: „… ist ja auch viel jünger als Europa“ in Bezug auf Kultur und Zivilisation.

Vielleicht wäre es von Nöten, nun den Begriff der Zivilisation sich anzusehen. Keine Ahnung, was dazu im Netz zu finden ist, doch hat dieser Begriff gewiss was mit Formung zu tun – dem Austreiben als barbarisch erachteter Verhaltensmuster und dergleichen. Die Rede ist unter anderem also auch von der Verfeinerung der Verhaltensweisen: man haut nicht mehr Köpfe ab, sondern man drückt wie im Spiel auf einen Knopf; man kämpft nicht mehr mit Fäusten, sondern lässt möglichst kämpfen, man isst mit Messer und Gabel und nicht mehr mit den Händen, man bewegt sich, um das Wohlbefinden zu erhöhen, aber nicht, um des unmittelbaren Überlebens willens etc. Und dann, das auch noch: Man schuf sich Gesetze, die einzuhalten insbesondere denen auferlegt wird, die in der scheinbar demokratischen Hierarchie unten stehen und nicht, dass so etwas wie das Faustrecht länger herrsche?

Genauer betrachtet, ist aber Letzteres die große Frage, nämlich: Wie barbarisch ist das, was Demokratie und Rechtsstaatlichkeit genannt wird heutzutage, im Vergleich mit dem, was im sogenannten Westen als terroristisch, barbarisch und unerträglich gebrandmarkt wird?

Wiederholungstäter! So darf sich Obama nun auch, unter anderem, betiteln lassen – zumal er ja den USA Präsident stellt, wie seinerzeit die Bushs etc. Ohne den Sicherheitsrat hat er – wieder – zuschlagen lassen. Merkwürdig ist, dass diese Angriffsverteidigung, oder wie man das arme Pflänzchen im Namen des militärischen Friedens nennen darf, nun plötzlich möglich ist. Dies, weil dieser Angriff erst jetzt möglich ist, nach dem der Gegenentwurf zur christlichen Welt, der Islam, genauer Teile des Letzteren, sich auf brutale Weise sein Herrschaftsgebiet neu abzustecken beginnt. Als in Syrien die Zahl der zivilen Toten die 500 überschritten hatte, wäre eigentlich der Zeitpunkt gewesen, die Produktion des militärischen Komplexes anzukurbeln in gewissen Ländern, um die Produkte dieser friedensstiftenden Industrie als Bomben abwerfende Flugaktionen, wie vor ein paar Tagen erstmals in Syrien geschehen, starten zu lassen – und zwar gegen Assad. Warum war das zu jenem Zeitpunkt nicht denkbar? Eine Erklärung ist gewiss die, die man überhaupt nicht gerne hört und mit tausend und mehr Mündern gleich zu Hackfleisch redet: es war eben nicht der religiöse Gegenentwurf, den man bekämpft hätte, sondern eine Minorität im Islam, eine alewitische, die immerhin das Wohl der christlichen und anderen Religionen in Syrien vergleichsweise annehmbar gewährte. Diese religiösen, christlich gefärbten Minderheiten in Syrien sind ja bekanntlich mehrheitlich auch Unterstützer des Assad-Regimes.

Wahrscheinlich, mag es einigen Leuten in den Sinn kommen, hätte man als Nordeuropäer Ende des 19. Jahrhunderts nicht so gierig sein sollen. Man hätte andere Kulturen nicht so geringschätzig erachten dürfen, wie es kurz davor – und auch noch zu jener Zeit – in Amerika der Fall war. Und so haben Staaten aus Nordeuropa sich großen Teilen des Mittleren und Nahen Ostens bemächtigt – sogar Napoleon ließ Truppen in Unter-Ägypten ihr Werk vollführen. Wer sich in Hörsälen der Islamwissenschaftler umgetan hat, wird gewiss immer wieder davon hören, dass – wie auch andere Aktionen, die aus Nordeuropa lanciert wurden in jener Periode – die Kultur und Zivilisation, die sich offenbar die Nordeuropäer ausdachten und deren Behüter und Weiterentwickler sie vorgeben zu sein, den Ägyptern, ja, der ganzen arabischen Welt, versteht sich, Persien und Indien inbegriffen – von Afrika redete man meistens nicht, obgleich Ägypten ja in Afrika liegt – erst den Stupser in die ach so tolle Moderne verabreichten, sprich, Zivilisation nach westlichem Vorbild: Massenproduktion, Monokultur, Verfeinerung der Umgangsarten, Knöpfledrücken etc.

Nun, man hätte die Kurden damals nicht ausspielen sollen, behaupten einige. Man hätte ihnen vielleicht doch besser ihren Staat damals gegeben. Und die gleiche Frage erhebt sich nun wie damals: wird man es diesmal tun? Klar, die Europäer allein haben diese Möglichkeit damals nicht verbockt. Doch sie waren, wie auch heute, gegenüber den Persern, Arabern und ‚Türken in der Lage, diese kurdische Identität und Staatlichkeit zu gewährleisten, wie sie ja auch Mitte des 20. Jahrhunderts Israel verabreicht wurde. Doch Israel ist halt irgendwie näher an der christlichen Auslegung der religiösen Wahrheit, oder wie man es nennen darf, dran, als zum Beispiel der Islam, der den entscheidenden Nachteil zudem hat, zu behaupten, er erkenne seine Vorläufer irgendwie an, aber jetzt sei er die letzte Wahrheit der Wahrheiten. Wer mag denn so etwas schon! Im Umkehrschluss kann also kapiert werden, wie die Israelis, das Judentum, nicht alle, aber tendenziell viele Juden, das Christentum sehen: Wer will denn so was da? Oder: Was wollen die denn nur? Oder: Wir sind doch das Original etc.!

Wie gesagt, nicht alle Muslime, Christen, Juden, Buddhisten, Hindus etc. folgen dieser Logik.

Irgendwie glaubten die meisten an der Macht in Nordeuropa am Ende des 19. Jahrhunderts, wie womöglich heutzutage immer noch, dass diese ‚Unzivilisierten‘ aufgrund der fühlbaren Stärke der Industriewalze (heute der digitalen Vernetzung) mit ihren tausendfachen Effekten (Rohölförderung, Gebietsaufteilungen, Ein- und Errichten von Handlangern, also Eliten etc.) sozusagen automatisch dazu gebracht wird, dass das westliche Weltbild und in dessen Folge auch die christliche Religion größtenteils übernommen würde – hatte ja in den (ehemaligen) Kolonien ‚wunderbar‘ geklappt, auch wenn gewisse Abstriche gemacht werden müssen, zumal unbestreitbar der Katholizismus in Uganda zum Beispiel nicht dem in Indien oder Kolumbien vollauf entspricht. Doch das war und ist ja auch nicht so wichtig – dennoch wichtig – solange die Fäden im Vatikan weiterhin zusammenlaufen – also in Europa.

Auch wenn der neue Papst ein Argentinier ist, so ist sein Großvater doch noch jemand, der im Ersten Weltkrieg auf der Seite Italiens kämpfte, und zwar unweit jener Region, welch Zufall, wo bekanntlich Muslime leben – dem Balkan. Und diese Angelegenheit, also die Auseinandersetzung Islam – Christentum, spielte im Ersten Weltkrieg durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle, auch wenn dies in deutschen Schulbüchern wahrscheinlich noch immer nicht zur Rede kommt. Und dass im Vatikan ein Farbiger oder Asiate Papst wird, ist diametral zu zuvor Gesagtem als Bild durchaus passend. Und stellen Sie sich vor: Islam gleichberechtigt als Religions-Fach in Grund- und Hauptschulen etc. der BRD!?

Nun, dass dieser militärische Schlag unternommen wird von den USA und ihren Verbündeten, ist vor allem ein Zugeständnis an die Waffenindustrie. Wichtig scheint zu sein, zynischer geht’s wahrscheinlich nicht mehr, erst mal Geld zu verdienen und wie in Deutschland ‚endlich‘ wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Immerhin: Endlich hat man mal eine ‚positive‘ Metapher für und mit der Farbe Schwarz und der Nummer 0. In einem Land, wo die Bevölkerung schon anfängt, ihre Kröten zu zählen, nur weil ein Paar mehr Flüchtlinge demnächst ankommen und bereits angekommen sind, einem Land, wo die Wirtschaft brummt, wie man sagt, wo immer dann, wenn man Erfolge zur Schau stellt der Nationalstolz schwillt – in so einem Land, wenn die Verkäufe plötzlich lahmen, und es gilt, vom Reichtum was abzugeben, den man – siehe Deutsche Bank etc. – nicht unbedingt und immer mit fairen Mitteln sich erfochten oder erarbeitet hat, verwundert wenig, dass deren muslimischen Verbände und Bevölkerung sozusagen wie unter Dauerbeschuss geraten und andauernd und öffentlich zu beteuern und zu beweisen haben, mehr oder minder, um bloß nicht schon wieder in die Schusslinie zu geraten, dass sie – um Gottes Willen – selbstverständlich nichts mit den als Terroristen Gebrandmarkten ISIS-Kämpfern und anderen zu tun haben. Dass die Muslime sich wie selbstverständlich gefallen lassen dürfen, überprüft, gecheckt und nochmals vernommen zu werden, ist schon fast usos, dies, um ganz sicher zu gehen, dass ihre Gesinnung den Erforderlichkeiten entsprechen, die – wie bereits gesagt – denen vorrangig auferlegt werden, die nicht der Elite im Lande angehören,. Und wehe, dem ist noch so! Wehe!

Derzeit ist es gewiss schon ein Sicherheitsrisiko (auch für Herrn und Frau ‚Deutsch‘) in die Türkei zu fliegen, Türkisch oder Arabisch zu lernen, auf die Katze des persischen Nachbarn aufzupassen, geschweige denn das Schlimmste zu tun, zum Islam zu konvertieren – oder aber der Meinung zu sein, dass Kurden doch besser keine Waffen ausgehändigt werden sollten?

Nach Meinung vieler, sollte die Türkei, Syrien, Irak und Iran mal dazu gebracht werden, anstatt, dass die USA Bomben in Syrien und dem Irak abwerfen, einer kurdischen Staatlichkeit zuzustimmen, Israel dazu gebracht wird, selbiges für die Palästinenser zu machen, Nikosia dazu verpflichtet werden

Religionskriege

Vielleicht sind ja doch die meisten Kriege, in denen der sogenannte Westen involviert ist, sei es direkt oder indirekt, im Grunde nichts anderes als Religionskriege. Die Frage scheint noch immer zu lauten:Wer glaubt an das Richtige!

Gestern war ich in Lörrach im Alten Rathaus in einem der selbst organisierten Kurse, die dort angeboten werden. Irgendwie kam das Gespräch auf die USA, nicht etwa wegen der Bomben, die gerade mal wieder im Namen des richtigen Glaubens über dem Irak und Syrien aus US-Bombern abgeworfen werden, sondern es ging um die Kleinstädte, die in den USA angeblich so langweilig aussehen im Vergleich zu denen hier in der Region. Und dann fiel in diesem Zusammenhang so ein Satz wie: „na ja, Amerika ist ja auch viel jünger als Europa!“ Der Glaube daran, dass so etwas wie Kultur erst mit dem Niedermachen der indianischen Kultur, die als solche offenbar nicht wahrgenommen und gezählt wird, scheint wirklich tief verwurzelt zu sein. Sonst wäre wohl nicht gesagt worden: „… ist ja auch viel jünger als Europa“ in Bezug auf Kultur und Zivilisation.

Vielleicht wäre es von Nöten, nun den Begriff der Zivilisation sich anzusehen. Keine Ahnung, was dazu im Netz zu finden ist, doch hat dieser Begriff gewiss was mit Formung zu tun – dem Austreiben als barbarisch erachteter Verhaltensmuster und dergleichen. Die Rede ist unter anderem also auch von der Verfeinerung der Verhaltensweisen: man haut nicht mehr Köpfe ab, sondern man drückt wie im Spiel auf einen Knopf; man kämpft nicht mehr mit Fäusten, sondern lässt möglichst kämpfen, man isst mit Messer und Gabel und nicht mehr mit den Händen, man bewegt sich, um das Wohlbefinden zu erhöhen, aber nicht, um des unmittelbaren Überlebens willens etc. Und dann, das auch noch: Man schuf sich Gesetze, die einzuhalten insbesondere denen auferlegt wird, die in der scheinbar demokratischen Hierarchie unten stehen und nicht, dass so etwas wie das Faustrecht länger herrsche?

Genauer betrachtet, ist aber Letzteres die große Frage, nämlich: Wie barbarisch ist das, was Demokratie und Rechtsstaatlichkeit genannt wird heutzutage, im Vergleich mit dem, was im sogenannten Westen als terroristisch, barbarisch und unerträglich gebrandmarkt wird?

Wiederholungstäter! So darf sich Obama nun auch, unter anderem, betiteln lassen – zumal er ja den USA Präsident stellt, wie seinerzeit die Bushs etc. Ohne den Sicherheitsrat hat er – wieder – zuschlagen lassen. Merkwürdig ist, dass diese Angriffsverteidigung, oder wie man das arme Pflänzchen im Namen des militärischen Friedens nennen darf, nun plötzlich möglich ist. Dies, weil dieser Angriff erst jetzt möglich ist, nach dem der Gegenentwurf zur christlichen Welt, der Islam, genauer Teile des Letzteren, sich auf brutale Weise sein Herrschaftsgebiet neu abzustecken beginnt. Als in Syrien die Zahl der zivilen Toten die 500 überschritten hatte, wäre eigentlich der Zeitpunkt gewesen, die Produktion des militärischen Komplexes anzukurbeln in gewissen Ländern, um die Produkte dieser friedensstiftenden Industrie als Bomben abwerfende Flugaktionen, wie vor ein paar Tagen erstmals in Syrien geschehen, starten zu lassen – und zwar gegen Assad. Warum war das zu jenem Zeitpunkt nicht denkbar? Eine Erklärung ist gewiss die, die man überhaupt nicht gerne hört und mit tausend und mehr Mündern gleich zu Hackfleisch redet: es war eben nicht der religiöse Gegenentwurf, den man bekämpft hätte, sondern eine Minorität im Islam, eine alewitische, die immerhin das Wohl der christlichen und anderen Religionen in Syrien vergleichsweise annehmbar gewährte. Diese religiösen, christlich gefärbten Minderheiten in Syrien sind ja bekanntlich mehrheitlich auch Unterstützer des Assad-Regimes.

Wahrscheinlich, mag es einigen Leuten in den Sinn kommen, hätte man als Nordeuropäer Ende des 19. Jahrhunderts nicht so gierig sein sollen. Man hätte andere Kulturen nicht so geringschätzig erachten dürfen, wie es kurz davor – und auch noch zu jener Zeit – in Amerika der Fall war. Und so haben Staaten aus Nordeuropa sich großen Teilen des Mittleren und Nahen Ostens bemächtigt – sogar Napoleon ließ Truppen in Unter-Ägypten ihr Werk vollführen. Wer sich in Hörsälen der Islamwissenschaftler umgetan hat, wird gewiss immer wieder davon hören, dass – wie auch andere Aktionen, die aus Nordeuropa lanciert wurden in jener Periode – die Kultur und Zivilisation, die sich offenbar die Nordeuropäer ausdachten und deren Behüter und Weiterentwickler sie vorgeben zu sein, den Ägyptern, ja, der ganzen arabischen Welt, versteht sich, Persien und Indien inbegriffen – von Afrika redete man meistens nicht, obgleich Ägypten ja in Afrika liegt – erst den Stupser in die ach so tolle Moderne verabreichten, sprich, Zivilisation nach westlichem Vorbild: Massenproduktion, Monokultur, Verfeinerung der Umgangsarten, Knöpfledrücken etc.

Nun, man hätte die Kurden damals nicht ausspielen sollen, behaupten einige. Man hätte ihnen vielleicht doch besser ihren Staat damals gegeben. Und die gleiche Frage erhebt sich nun wie damals: wird man es diesmal tun? Klar, die Europäer allein haben diese Möglichkeit damals nicht verbockt. Doch sie waren, wie auch heute, gegenüber den Persern, Arabern und ‚Türken in der Lage, diese kurdische Identität und Staatlichkeit zu gewährleisten, wie sie ja auch Mitte des 20. Jahrhunderts Israel verabreicht wurde. Doch Israel ist halt irgendwie näher an der christlichen Auslegung der religiösen Wahrheit, oder wie man es nennen darf, dran, als zum Beispiel der Islam, der den entscheidenden Nachteil zudem hat, zu behaupten, er erkenne seine Vorläufer irgendwie an, aber jetzt sei er die letzte Wahrheit der Wahrheiten. Wer mag denn so etwas schon! Im Umkehrschluss kann also kapiert werden, wie die Israelis, das Judentum, nicht alle, aber tendenziell viele Juden, das Christentum sehen: Wer will denn so was da? Oder: Was wollen die denn nur? Oder: Wir sind doch das Original etc.!

Wie gesagt, nicht alle Muslime, Christen, Juden, Buddhisten, Hindus etc. folgen dieser Logik.

Irgendwie glaubten die meisten an der Macht in Nordeuropa am Ende des 19. Jahrhunderts, wie womöglich heutzutage immer noch, dass diese ‚Unzivilisierten‘ aufgrund der fühlbaren Stärke der Industriewalze (heute der digitalen Vernetzung) mit ihren tausendfachen Effekten (Rohölförderung, Gebietsaufteilungen, Ein- und Errichten von Handlangern, also Eliten etc.) sozusagen automatisch dazu gebracht wird, dass das westliche Weltbild und in dessen Folge auch die christliche Religion größtenteils übernommen würde – hatte ja in den (ehemaligen) Kolonien ‚wunderbar‘ geklappt, auch wenn gewisse Abstriche gemacht werden müssen, zumal unbestreitbar der Katholizismus in Uganda zum Beispiel nicht dem in Indien oder Kolumbien vollauf entspricht. Doch das war und ist ja auch nicht so wichtig – dennoch wichtig – solange die Fäden im Vatikan weiterhin zusammenlaufen – also in Europa.

Auch wenn der neue Papst ein Argentinier ist, so ist sein Großvater doch noch jemand, der im Ersten Weltkrieg auf der Seite Italiens kämpfte, und zwar unweit jener Region, welch Zufall, wo bekanntlich Muslime leben – dem Balkan. Und diese Angelegenheit, also die Auseinandersetzung Islam – Christentum, spielte im Ersten Weltkrieg durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle, auch wenn dies in deutschen Schulbüchern wahrscheinlich noch immer nicht zur Rede kommt. Und dass im Vatikan ein Farbiger oder Asiate Papst wird, ist diametral zu zuvor Gesagtem als Bild durchaus passend. Und stellen Sie sich vor: Islam gleichberechtigt als Religions-Fach in Grund- und Hauptschulen etc. der BRD!?

Nun, dass dieser militärische Schlag unternommen wird von den USA und ihren Verbündeten, ist vor allem ein Zugeständnis an die Waffenindustrie. Wichtig scheint zu sein, zynischer geht’s wahrscheinlich nicht mehr, erst mal Geld zu verdienen und wie in Deutschland ‚endlich‘ wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Immerhin: Endlich hat man mal eine ‚positive‘ Metapher für und mit der Farbe Schwarz und der Nummer 0. In einem Land, wo die Bevölkerung schon anfängt, ihre Kröten zu zählen, nur weil ein Paar mehr Flüchtlinge demnächst ankommen und bereits angekommen sind, einem Land, wo die Wirtschaft brummt, wie man sagt, wo immer dann, wenn man Erfolge zur Schau stellt der Nationalstolz schwillt – in so einem Land, wenn die Verkäufe plötzlich lahmen, und es gilt, vom Reichtum was abzugeben, den man – siehe Deutsche Bank etc. – nicht unbedingt und immer mit fairen Mitteln sich erfochten oder erarbeitet hat, verwundert wenig, dass deren muslimischen Verbände und Bevölkerung sozusagen wie unter Dauerbeschuss geraten und andauernd und öffentlich zu beteuern und zu beweisen haben, mehr oder minder, um bloß nicht schon wieder in die Schusslinie zu geraten, dass sie – um Gottes Willen – selbstverständlich nichts mit den als Terroristen Gebrandmarkten ISIS-Kämpfern und anderen zu tun haben. Dass die Muslime sich wie selbstverständlich gefallen lassen dürfen, überprüft, gecheckt und nochmals vernommen zu werden, ist schon fast usos, dies, um ganz sicher zu gehen, dass ihre Gesinnung den Erforderlichkeiten entsprechen, die – wie bereits gesagt – denen vorrangig auferlegt werden, die nicht der Elite im Lande angehören,. Und wehe, dem ist noch so! Wehe!

Derzeit ist es gewiss schon ein Sicherheitsrisiko (auch für Herrn und Frau ‚Deutsch‘) in die Türkei zu fliegen, Türkisch oder Arabisch zu lernen, auf die Katze des persischen Nachbarn aufzupassen, geschweige denn das Schlimmste zu tun, zum Islam zu konvertieren – oder aber der Meinung zu sein, dass Kurden doch besser keine Waffen ausgehändigt werden sollten?

Nach Meinung vieler, sollte die Türkei, Syrien, Irak und Iran mal dazu gebracht werden, anstatt, dass die USA Bomben in Syrien und dem Irak abwerfen, einer kurdischen Staatlichkeit zuzustimmen, Israel dazu gebracht wird, selbiges für die Palästinenser zu machen, Nikosia dazu verpflichtet wird

Religionskriege

Vielleicht sind ja doch die meisten Kriege, in denen der sogenannte Westen involviert ist, sei es direkt oder indirekt, im Grunde nichts anderes als Religionskriege. Die Frage scheint noch immer zu lauten:Wer glaubt an das Richtige!

Gestern war ich in Lörrach im Alten Rathaus in einem der selbst organisierten Kurse, die dort angeboten werden. Irgendwie kam das Gespräch auf die USA, nicht etwa wegen der Bomben, die gerade mal wieder im Namen des richtigen Glaubens über dem Irak und Syrien aus US-Bombern abgeworfen werden, sondern es ging um die Kleinstädte, die in den USA angeblich so langweilig aussehen im Vergleich zu denen hier in der Region. Und dann fiel in diesem Zusammenhang so ein Satz wie: „na ja, Amerika ist ja auch viel jünger als Europa!“ Der Glaube daran, dass so etwas wie Kultur erst mit dem Niedermachen der indianischen Kultur, die als solche offenbar nicht wahrgenommen und gezählt wird, scheint wirklich tief verwurzelt zu sein. Sonst wäre wohl nicht gesagt worden: „… ist ja auch viel jünger als Europa“ in Bezug auf Kultur und Zivilisation.

Vielleicht wäre es von Nöten, nun den Begriff der Zivilisation sich anzusehen. Keine Ahnung, was dazu im Netz zu finden ist, doch hat dieser Begriff gewiss was mit Formung zu tun – dem Austreiben als barbarisch erachteter Verhaltensmuster und dergleichen. Die Rede ist unter anderem also auch von der Verfeinerung der Verhaltensweisen: man haut nicht mehr Köpfe ab, sondern man drückt wie im Spiel auf einen Knopf; man kämpft nicht mehr mit Fäusten, sondern lässt möglichst kämpfen, man isst mit Messer und Gabel und nicht mehr mit den Händen, man bewegt sich, um das Wohlbefinden zu erhöhen, aber nicht, um des unmittelbaren Überlebens willens etc. Und dann, das auch noch: Man schuf sich Gesetze, die einzuhalten insbesondere denen auferlegt wird, die in der scheinbar demokratischen Hierarchie unten stehen und nicht, dass so etwas wie das Faustrecht länger herrsche?

Genauer betrachtet, ist aber Letzteres die große Frage, nämlich: Wie barbarisch ist das, was Demokratie und Rechtsstaatlichkeit genannt wird heutzutage, im Vergleich mit dem, was im sogenannten Westen als terroristisch, barbarisch und unerträglich gebrandmarkt wird?

Wiederholungstäter! So darf sich Obama nun auch, unter anderem, betiteln lassen – zumal er ja den USA Präsident stellt, wie seinerzeit die Bushs etc. Ohne den Sicherheitsrat hat er – wieder – zuschlagen lassen. Merkwürdig ist, dass diese Angriffsverteidigung, oder wie man das arme Pflänzchen im Namen des militärischen Friedens nennen darf, nun plötzlich möglich ist. Dies, weil dieser Angriff erst jetzt möglich ist, nach dem der Gegenentwurf zur christlichen Welt, der Islam, genauer Teile des Letzteren, sich auf brutale Weise sein Herrschaftsgebiet neu abzustecken beginnt. Als in Syrien die Zahl der zivilen Toten die 500 überschritten hatte, wäre eigentlich der Zeitpunkt gewesen, die Produktion des militärischen Komplexes anzukurbeln in gewissen Ländern, um die Produkte dieser friedensstiftenden Industrie als Bomben abwerfende Flugaktionen, wie vor ein paar Tagen erstmals in Syrien geschehen, starten zu lassen – und zwar gegen Assad. Warum war das zu jenem Zeitpunkt nicht denkbar? Eine Erklärung ist gewiss die, die man überhaupt nicht gerne hört und mit tausend und mehr Mündern gleich zu Hackfleisch redet: es war eben nicht der religiöse Gegenentwurf, den man bekämpft hätte, sondern eine Minorität im Islam, eine alewitische, die immerhin das Wohl der christlichen und anderen Religionen in Syrien vergleichsweise annehmbar gewährte. Diese religiösen, christlich gefärbten Minderheiten in Syrien sind ja bekanntlich mehrheitlich auch Unterstützer des Assad-Regimes.

Wahrscheinlich, mag es einigen Leuten in den Sinn kommen, hätte man als Nordeuropäer Ende des 19. Jahrhunderts nicht so gierig sein sollen. Man hätte andere Kulturen nicht so geringschätzig erachten dürfen, wie es kurz davor – und auch noch zu jener Zeit – in Amerika der Fall war. Und so haben Staaten aus Nordeuropa sich großen Teilen des Mittleren und Nahen Ostens bemächtigt – sogar Napoleon ließ Truppen in Unter-Ägypten ihr Werk vollführen. Wer sich in Hörsälen der Islamwissenschaftler umgetan hat, wird gewiss immer wieder davon hören, dass – wie auch andere Aktionen, die aus Nordeuropa lanciert wurden in jener Periode – die Kultur und Zivilisation, die sich offenbar die Nordeuropäer ausdachten und deren Behüter und Weiterentwickler sie vorgeben zu sein, den Ägyptern, ja, der ganzen arabischen Welt, versteht sich, Persien und Indien inbegriffen – von Afrika redete man meistens nicht, obgleich Ägypten ja in Afrika liegt – erst den Stupser in die ach so tolle Moderne verabreichten, sprich, Zivilisation nach westlichem Vorbild: Massenproduktion, Monokultur, Verfeinerung der Umgangsarten, Knöpfledrücken etc.

Nun, man hätte die Kurden damals nicht ausspielen sollen, behaupten einige. Man hätte ihnen vielleicht doch besser ihren Staat damals gegeben. Und die gleiche Frage erhebt sich nun wie damals: wird man es diesmal tun? Klar, die Europäer allein haben diese Möglichkeit damals nicht verbockt. Doch sie waren, wie auch heute, gegenüber den Persern, Arabern und ‚Türken in der Lage, diese kurdische Identität und Staatlichkeit zu gewährleisten, wie sie ja auch Mitte des 20. Jahrhunderts Israel verabreicht wurde. Doch Israel ist halt irgendwie näher an der christlichen Auslegung der religiösen Wahrheit, oder wie man es nennen darf, dran, als zum Beispiel der Islam, der den entscheidenden Nachteil zudem hat, zu behaupten, er erkenne seine Vorläufer irgendwie an, aber jetzt sei er die letzte Wahrheit der Wahrheiten. Wer mag denn so etwas schon! Im Umkehrschluss kann also kapiert werden, wie die Israelis, das Judentum, nicht alle, aber tendenziell viele Juden, das Christentum sehen: Wer will denn so was da? Oder: Was wollen die denn nur? Oder: Wir sind doch das Original etc.!

Wie gesagt, nicht alle Muslime, Christen, Juden, Buddhisten, Hindus etc. folgen dieser Logik.

Irgendwie glaubten die meisten an der Macht in Nordeuropa am Ende des 19. Jahrhunderts, wie womöglich heutzutage immer noch, dass diese ‚Unzivilisierten‘ aufgrund der fühlbaren Stärke der Industriewalze (heute der digitalen Vernetzung) mit ihren tausendfachen Effekten (Rohölförderung, Gebietsaufteilungen, Ein- und Errichten von Handlangern, also Eliten etc.) sozusagen automatisch dazu gebracht wird, dass das westliche Weltbild und in dessen Folge auch die christliche Religion größtenteils übernommen würde – hatte ja in den (ehemaligen) Kolonien ‚wunderbar‘ geklappt, auch wenn gewisse Abstriche gemacht werden müssen, zumal unbestreitbar der Katholizismus in Uganda zum Beispiel nicht dem in Indien oder Kolumbien vollauf entspricht. Doch das war und ist ja auch nicht so wichtig – dennoch wichtig – solange die Fäden im Vatikan weiterhin zusammenlaufen – also in Europa.

Auch wenn der neue Papst ein Argentinier ist, so ist sein Großvater doch noch jemand, der im Ersten Weltkrieg auf der Seite Italiens kämpfte, und zwar unweit jener Region, welch Zufall, wo bekanntlich Muslime leben – dem Balkan. Und diese Angelegenheit, also die Auseinandersetzung Islam – Christentum, spielte im Ersten Weltkrieg durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle, auch wenn dies in deutschen Schulbüchern wahrscheinlich noch immer nicht zur Rede kommt. Und dass im Vatikan ein Farbiger oder Asiate Papst wird, ist diametral zu zuvor Gesagtem als Bild durchaus passend. Und stellen Sie sich vor: Islam gleichberechtigt als Religions-Fach in Grund- und Hauptschulen etc. der BRD!?

Nun, dass dieser militärische Schlag unternommen wird von den USA und ihren Verbündeten, ist vor allem ein Zugeständnis an die Waffenindustrie. Wichtig scheint zu sein, zynischer geht’s wahrscheinlich nicht mehr, erst mal Geld zu verdienen und wie in Deutschland ‚endlich‘ wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Immerhin: Endlich hat man mal eine ‚positive‘ Metapher für und mit der Farbe Schwarz und der Nummer 0. In einem Land, wo die Bevölkerung schon anfängt, ihre Kröten zu zählen, nur weil ein Paar mehr Flüchtlinge demnächst ankommen und bereits angekommen sind, einem Land, wo die Wirtschaft brummt, wie man sagt, wo immer dann, wenn man Erfolge zur Schau stellt der Nationalstolz schwillt – in so einem Land, wenn die Verkäufe plötzlich lahmen, und es gilt, vom Reichtum was abzugeben, den man – siehe Deutsche Bank etc. – nicht unbedingt und immer mit fairen Mitteln sich erfochten oder erarbeitet hat, verwundert wenig, dass deren muslimischen Verbände und Bevölkerung sozusagen wie unter Dauerbeschuss geraten und andauernd und öffentlich zu beteuern und zu beweisen haben, mehr oder minder, um bloß nicht schon wieder in die Schusslinie zu geraten, dass sie – um Gottes Willen – selbstverständlich nichts mit den als Terroristen Gebrandmarkten ISIS-Kämpfern und anderen zu tun haben. Dass die Muslime sich wie selbstverständlich gefallen lassen dürfen, überprüft, gecheckt und nochmals vernommen zu werden, ist schon fast usos, dies, um ganz sicher zu gehen, dass ihre Gesinnung den Erforderlichkeiten entsprechen, die – wie bereits gesagt – denen vorrangig auferlegt werden, die nicht der Elite im Lande angehören,. Und wehe, dem ist noch so! Wehe!

Derzeit ist es gewiss schon ein Sicherheitsrisiko (auch für Herrn und Frau ‚Deutsch‘) in die Türkei zu fliegen, Türkisch oder Arabisch zu lernen, auf die Katze des persischen Nachbarn aufzupassen, geschweige denn das Schlimmste zu tun, zum Islam zu konvertieren – oder aber der Meinung zu sein, dass Kurden doch besser keine Waffen ausgehändigt werden sollten?

Nach Meinung vieler, sollte die Türkei, Syrien, Irak und Iran mal dazu gebracht werden, anstatt dass die USA Bomben in Syrien und dem Irak abwerfen, einer kurdischen Staatlichkeit zuzustimmen, Israel dazu gebracht werden, selbiges für die Palästinenser zu machen, Nikosia dazu verpflichtet werden mit Nordzypern eine Zweistaaten-Lösung zu vereinbaren, und endlich die seltsamen Spielchen zu unterlassen, die unnötig viel Geld verbrauchen und immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko in der Region geraten sowie nur einigen Wenigen dienlich sind – Israel sollte darüber hinaus untersagt werden, die Golanhöhen und Teile Palästinas weiterhin zu okkupieren. Im Osten Griechenlands müsste dringend ein Referendum abgehalten werden, um zu ermitteln, was die Bevölkerung dort genau will: Anschluss an die Türkei, mehr Autonomie oder alles wie gehabt ok etc., etc.?

Wenn all diese Konflikte, wie geschehen in Schottland, demnächst nicht auf eine ähnliche Art und Weise gelöst werden, wird die Rüstungsindustrie noch länger unsere Wirtschaften beschäftigen, den so viel beschworenen Aufschwung in Betrieb halten – und genau das sollte sich ändern. Man täte gut daran, endlich gemeinsam gegen Krankheiten (Ebola, Aids, Hepatitis etc.) in den Krieg zu ziehen, gegen Hunger und gegen die Verschmutzung der Welt durch den Menschen, die auch diesmal wieder, wo auch immer in den USA das letzte Treffen der Umwelt wegen gewesen sein mag, nur schöne Sonntagspredigten erhielt. Frau Merkel ist erst gar nicht hin geflogen – bravo!?

, endlich die seltsamen Spielchen zu unterlassen, die unnötig viel Geld verbrauchen und immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko in der Region geraten, nur einigen Wenigen dienlich sind, und mit Nordzypern eine Zweistaaten-Lösung vereinbart – Israel sollte darüber hinaus untersagt werden, die Golanhöhen und Teile Palästinas weiterhin zu okkupieren. Im Osten Griechenlands müsste dringend ein Referendum abgehalten werden, um zu ermitteln, was die Bevölkerung dort genau will: Anschluss an die Türkei, mehr Autonomie oder alles wie gehabt ok etc., etc.?

Wenn all diese Konflikte, wie geschehen in Schottland, demnächst nicht auf eine ähnliche Art und Weise gelöst werden, wird die Rüstungsindustrie noch länger unsere Wirtschaften beschäftigen, den so viel beschworenen Aufschwung in Betrieb halten – und genau das sollte sich ändern. Man täte gut daran, endlich gemeinsam gegen Krankheiten (Ebola, Aids, Hepatitis etc. in den Krieg zu ziehen, gegen Hunger und gegen die Verschmutzung der Welt durch den Menschen, die auch diesmal wieder, wo auch immer in den USA das letzte Treffen gewesen sein mag, nur schöne Sonntagspredigten erhielt. Frau Merkel ist erst gar nicht hin geflogen – bravo!?

, endlich die seltsamen Spielchen zu unterlassen, die unnötig viel Geld verbrauchen und immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko in der Region geraten, nur einigen Wenigen dienlich sind, und  – Israel sollte darüber hinaus untersagt werden, die Golanhöhen und Teile Palästinas weiterhin zu okkupieren. Im Osten Griechenlands müsste dringend ein Referendum abgehalten werden, um zu ermitteln, was die Bevölkerung dort genau will: Anschluss an die Türkei, mehr Autonomie oder alles wie gehabt ok etc., etc.?

Wenn all diese Konflikte, wie geschehen in Schottland, demnächst nicht auf eine ähnliche Art und Weise gelöst werden, wird die Rüstungsindustrie noch länger unsere Wirtschaften beschäftigen, den so viel beschworenen Aufschwung in Betrieb halten – und genau das sollte sich ändern. Man täte gut daran, endlich gemeinsam gegen Krankheiten (Ebola, Aids, Hepatitis etc. in den Krieg zu ziehen, gegen Hunger und gegen die Verschmutzung der Welt durch den Menschen, die auch diesmal wieder, wo auch immer in den USA das letzte Treffen gewesen sein mag, nur schöne Sonntagspredigten erhielt. Frau Merkel ist erst gar nicht hin geflogen – bravo!?

nur einigen Wenigen dienlich sind, und  – Israel sollte darüber hinaus untersagt werden, die Golanhöhen und Teile Palästinas weiterhin zu okkupieren. Im Osten Griechenlands müsste dringend ein Referendum abgehalten werden, um zu ermitteln, was die Bevölkerung dort genau will: Anschluss an die Türkei, mehr Autonomie oder alles wie gehabt ok etc., etc.?
Wenn all diese Konflikte, wie geschehen in Schottland, demnächst nicht auf eine ähnliche Art und Weise gelöst werden, wird die Rüstungsindustrie noch länger unsere Wirtschaften beschäftigen, den so viel beschworenen Aufschwung in Betrieb halten – und genau das sollte sich ändern. Man täte gut daran, endlich gemeinsam gegen Krankheiten (Ebola, Aids, Hepatitis etc. in den Krieg zu ziehen, gegen Hunger und gegen die Verschmutzung der Welt durch den Menschen, die auch diesmal wieder, wo auch immer in den USA das letzte Treffen gewesen sein mag, nur schöne Sonntagspredigten erhielt. Frau Merkel ist erst gar nicht hin geflogen – bravo!?

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Türkei

 

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einst, als die Rote Armee Fraktion noch aktiv war in der BRD, gelesen, diese terroristische Organisation habe ihre Aktionen eingestellt, damit die Wiederwahl der Regierungspartei CDU nicht gefährdet ist.

So ungefähr ist es offenbar geschehen in der Türkei zu den Kommunalwahlen letztens, behauptet Melih Asik in der Milliyet Tageszeitung vom 08. April 2014.

Die Anschläge haben seit dem 01. April indes wieder angefangen…. . In Semdinli haben die letztens aus einem Hinterhalt gefeuert und am Abend in Sirnak drei Personen entführt. Gestern früh auf der Fernstraße Diyarbakir – Bingöl wurde zwischen dem Abali Militärpolizei Posten und der Tapan Tepe Basis auf zwei Lastwagen gefeuert. In der Provinz Mardin, in Kismetli-Dorf, wurden in einer nicht-staatlichen, oder nicht-militärischen, Petrolförderfirma von 5 PKK-Aktivisten (oder Terroristen) 5 Wächtern und 25 Arbeitern die Handys abgenommen, sodann wurden sie bewegungslos gemacht und ein Tank mit Brennstoff, ein Lastwagen und drei Lastautos wurden in Brand gesetzt.

 

Bei der Ansprache des Obergenerals (der türkischen Armee) fiel mir Folgendes ins Auge:

Die Mitglieder der seperatistischen Terroristen (der PKK) sind bei der Verfolgung wegen den Brandlegungen zu Fuß davon gekommen“.

Der KCK Führungsstab (PKK nah) hatte am Wochenende der AKP-Regierung (der Türkei) gedroht:

AKP, entweder geht ihr mit unserem Führer (Öcalan ist gemeint) einen rechtlich abgesicherten und fundierten Dialog ein, oder es wird eine Zeit beginnen, an der Keinem gelegen ist“.

Die kurdische Seite fährt also fort, mit der Waffe in der Hand zu feilschen. Sie versucht, vor der Wahl des türkischen Präsidenten, neue Zugeständnisse herauszuschlagen. Die AKP ist eh bereit, jedwede Zugeständnisse zu machen. Sie ist dem in Imrali einsitzenden Öcalan ausgeliefert… und die CHP-Oppositonspartei?

Ob die CHP-Führung die Position der PKK oder die der Türkischen Republik zu verteidigen oder einzunehmen gedenkt, darüber wurde schon seit Längerem nichts mehr vermeldet. Beide Parteien, die AKP wie auch die CHP, sind dabei der KCK und der BDP, beide verlängerte Arme der PKK im Südosten der Türkei, einen demokratischen Sonderweg zu erbauen. Dessen Name ist bekannt: Friedensverhandlungen…

In der ostanatolischen Stadt Agri wurden die Wahlzettel insgesamt 15 Mal gezählt (kurz nach den Kommunalwahlen letztens)… . Die AKP konnte die Wahl dort nicht gewinnen. Daher wurde einer der Säcke, in denen die Wahlzettel aufbewahrt waren, als aufgeschlitzt deklariert, und nun wird nochmals gewählt deswegen… . In Ankara wurden bei 6. 240 Wahlbögen Fehler festgestellt. Viele sind ohne Stempel. Dennoch hat die Hohe Wahlkommission in diesem Fall die Ohren geschlossen gehalten.

Hier, in dieser Kolumne, wurde wiederholt geschrieben: Wenn die Richterschaft nicht unabhängig ist, gibt es auch keine gerechten Wahlen.“

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Nihat Ali Özcan schreibt zum selben Thema in dieser Ausgabe der Milliyet, dass es ganz danach aussieht, dass nach den Kommunalwahlen die anstehenden Wahlen zum Präsidenten der Türkei in einen „blutigen“ Ablauf geraten. Das Gerangel um die Nachwahlen wegen Unregelmäßigkeiten in der einen oder anderen Provinz oder Stadt, seien eine Art Vorlauf dessen. Es erscheint derzeit völlig offen, was die „zu dem Anderen erklärte PKK“ während und nach den Wahlen tun wird, wie ihre Rolle in der Syrienfrage sich neu formen wird, meint der Autor.

Man darf also gespannt sein, was in der Türkei demnächst noch alles passieren wird. Mehmet Tezkan schreibt in dieser Ausgabe der Milliyet:

Was ist eigentlich los? Zu wundern braucht man sich nur… , ob Erdogan denn nun Anwärter auf das Präsidentenamt wird oder nicht. Wenn ja, dann ob Gül Ministerpräsident wird oder nicht. Wenn es Gül nicht macht, wer dann? Man wundert sich, wie die Türkei diese Zeitspanne meistern wird. Eine Menge offene Fragen. Suchen wir nach Antworten.

Die Wahlen, wären sie vorbei, gibt es dann eine Harmonisierung, also Beruhigung? Unwahrscheinlich… . Das Gespräch, welches Ministerpräsident Erdogan mit dem Vorsitzenden der CHP, Kilicdaroglu, führte nach den Kommunalwahlen, lässt erkennen, dass es keine Harmonisierung geben wird. Kilicdaroglus Behauptungen bezüglich Opposition, Schmiergeld und Betrug… . Die AKP demgegenüber lässt nicht locker und spricht von Parallel-Staat, den es weiterhin zu verfolgen gilt…

Das ist das Eine.

Das Andere: Erdogan wird alles daran setzen, seinen Wahlerfolg vom 30. März bis zum 10. August aufrecht zu erhalten. So, wie vor der Kommunalwahl, wird er die Opposition angehen, sowie seinen Kampf gegen den Parallel-Staat fortführen. Seinen Befreiungskrieg wird er also gewiss durchziehen… . Die Politik in der Türkei wird sich noch mehr verhärten.

Ob die Spannungen bis zum Volk sich erstrecken werden?

Vor uns ist ein schwieriges Arbeitsprogramm… Der 1. Mai kommt. Die Regierung wird den Maifeiern auf dem Taksim Platz keine Erlaubnis erteilen. Einen anderen Platz wird sie den Demonstranten zuweisen wollen… Sie könnte sagen, für eine Million Menschen haben wir einen Platz in Yenikapi gemacht, geht dort hin. Die Gewerkschaften werden sich weigern; und so wie letztes Jahr werden Straßen gesperrt, wahrscheinlich auch Brücken und noch mehr. Ein weiterer Tag unter TOMA-Gaswerfern wartet auf uns.

Dann jährt sich am 31. Mai der Vorfall am Gezipark. Ihr kommt hier (in den Park) rein, oder nicht – all das wird wieder aufleben. Die Polizei wir den Taksim wieder in Beschlag nehmen. Doch nicht nur in Istanbul, auch in Eskisehir, Ankara und Izmir, in vielen anderen Teilen der Türkei, wartet Aufruhr. Und das ist noch nicht alles.

Im Juni wird gewiss der Tod derer entsprechend gedacht, die bei den Gezipark-Unruhen ums Leben kamen. Daran zu glauben, dass diese Proteste ohne Gewaltausschreitungen ablaufen werden, ist blauäugig.

Wird der Ministerpräsident bei seiner ersten Tour, um 50% zu erreichen, das Reformpaket öffnen? Und dann, es wird der erste Monat sein, in dem das neue Parlament zu arbeiten begonnen haben wird… . Bedenkt man, dass der Kandidat für den Präsidentenposten dann noch bestimmt werden muss, und dann die Ausarbeitung des Wahlprogrammes, bleibt wirklich wenig Zeit. … .

Wird die BDP, die kurdische Stimmen einsammeln gehen wird, der politisierten kurdischen Bewegung schöne Augen machen? Dem gebe ich persönlich wenig Chancen. …. .

Wird in Richtung Demokratisierung ein Schritt gesetzt? Im Gegenteil. Es wird noch autoritärer, noch mehr Druck wird uns in dieser Zeit erwarten…. Der Ministerpräsident (Erdogan), der bei den Kommunalwahlen Kraft getankt hat, wird keine Zugeständnisse machen. Die, die ihn kritisieren, wird er nicht akzeptieren. Ausdruck seiner harten Linie wird zu aller erst das Gesetz zur MIT (türkischer Geheimdienst) sein. Erdogan, den ärgerte, dass sein Twitterverbot aufgehoben wurde, wird Erwartungen in Richtung Demokratisierung nicht einlösen.

So sieht es in den nächsten 4 Monaten aus. Mal sehen, was noch ansteht.“

Erdogan habe bereits begonnen, die Massen vor einem anstehenden Chaos zu warnen, schreibt der Autor des Weiteren. Das wird er, findet der Autor, bis zumindest nach den Präsidentschaftswahlen so auch beibehalten. Er wird daher „die Vision 2023“ zum Thema machen. Bis dahin will die AKP, Erdogan zufolge, die Türkei nämlich zu einem sogenannten Global-Player entwickelt oder geformt haben, was wiederum anhaltende Stabilität bedeutet.

Sollte er und seine Mannen nicht gewählt werden, würde die Wirtschaft in einen nicht mehr zu kontrollierenden Strudel geraten, ist die simple Botschaft Erdogans – das Chaos wäre spätestens dann schon gegeben. Von daher gibt es keine Zukunft für die Türkei ohne die AKP und Erdogan an einer der Schaltstellen innerhalb dieser Partei und, versteht sich, der Regierung.

Unangenehm an diesen Darstellungen Erdogans ist, dass er teilweise Recht haben dürfte. Die Person/en in den Reihen der Opposition, die die Türkei einigermaßen krisenfest durch die nächsten 10 Jahre steuern kann/können, wurde/n der Öffentlichkeit, unseres Wissens, noch nicht überzeugend genug vorgestellt.

Die Würfel werden dieser Tage nahezu täglich neu geworfen auf der internationalen Bühne, doch vor allem auf der regionalen Ebene.

Ob Erdogan mit allen seinen Schwächen und Stärken letztlich nicht doch das geringere Übel bleibt, bzw. sein wird, für die türkische Bevölkerung in nächster Zukunft, bleibt abzuwarten. Abzuwarten bleibt auch, was die AKP infolge der ziemlich sicher anstehenden Beschwerden und Rechtsverletzungen einiger (oder aller?) Krimtartaren tun wird in ihrem Verhältnis zu Russland. Und dass Russland für die Türkei wichtig ist, ist bekannt. Ziemlich sicher wird in Ankara schon spekuliert, dass man aus dem Ost-West-Konflikt, wie einst in Zeiten des Kalten Krieges, wieder Profit wird schlagen können. Insofern wäre ein Beitritt zur EU für die Türkei wirklich nicht mit Vorteilen behaftet und von Zypern die Finger zu lassen ebenso wenig.

 

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