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Kurden, Erdogan und Zypern

oder:

Erdogan verstehen!?

Heute Morgen ist über dem Meer bei Mari hier auf Zypern nicht die Sonne, sondern zuerst ein Wolkenmeer beherrschend am Himmel zu sehen gewesen. Nach Monaten mal wieder zum ersten Mal. Jetzt, nach dem das Frühstück gegessen und die Katzen gefüttert sind, holt sich die Sonne allerdings, was ihr gebührt – die Weite des Himmels, doch nur ganz unüblich für ein-zwei Stunden. Es donnert und blitzt gerade!

Man sollte gar nicht glauben, dass keine Flugstunde von hier weggelegen, der Himmel von weitaus bedrohlicheren Dingen als ein paar Wölkchen, die den Herbst verkünden, bevölkert wird. Eigentlich fängt das Ding mit der Bedrohung, wie zu lesen ist in zyprischen Tageszeitungen seit einigen Monaten, unmittelbar vor Limassol im Meer bereits an. Die Rede ist allerdings nicht davon, dass Zypern das EU-Land mit der höchsten Auslandsverschuldung ist. Sondern: Bekanntlich erkunden die Türken in der angeblichen Zone der Republik Zypern vor Limassol, ob aus dem Meeresboden noch schnell ein paar Reichtümer zu zerren sind. Solche, die man für allfällige Kriegseinsätze gebrauchen könnte, versteht sich, haben eine gewisse Priorität oder erhöhtes Interesse.

Und genau dieser Punkt ist derjenige, den die Südzyprer Jahre lang zu sehr außer Acht gelassen haben – sagen wir aus Überheblichkeit, vorrangig. Sie wollten nämlich nicht wahrhaben, dass ihr unangenehmer Nachbar wahr macht, von was er da so redete: ein Player in der Region südöstliches Mittelmeer zu werden oder zu sein. Der ist er nun, vorerst jedenfalls. Und dass dem so ist, unterstreichen Erdogan & Co. deftig, damit es auch niemand einfalle, diese Tatsache weiterhin in Abrede zu stellen.

Die Republik Zypern hat sich also verzockt. Denn die Türken werden wohl schon demnächst auch dazu übergehen, das Gas oder Erdöl usw. zu fördern, welches sich die Zyprer zugeteilt hatten, indem sie das Meer vor ihnen gelegen mal kurz aufteilten nach Gusto und wie sie glaubten, es tun zu können, ohne Backing der Türkei. Warum sollte das derzeit wie entfesselt agierende Ankara bei derzeit solch günstiger weltpolitischer Konstellation nicht – gerade nochmals – va banque spielen?

Als jemand, der Jahre in der Türkei verbrachte und Türkisch liest und spricht, mag in diesem eben genannten Zusammenhang ganz unwissenschaftlich darauf verwiesen werden, dass Türken im Allgemeinen eine Neigung zum Spielen haben. Dass wie im Spiel auch in der Politik ein gewisses Risiko zu fahren ist, um zu überleben, um besser zu existieren, diese Einsicht scheint allgemein usos zu sein unter Türken: wer nichts riskiert, der nichts gewinnt! Da passt es außerdem ganz gut, dass in der Türkei en gros sich Männlein und Weiblein in dieser Ansicht einig sind.

Erdogan hat länger geplant und vorbereitet im Politischen und wird nun, da das Schicksal ihn gerade 4 Asse haben lässt, nicht noch in Abwägen und parlamentarische Debatten womöglich schalten, sondern, wie wir sehen, tat er, was von einem Führer der, sagen wir es doch, traditionellen Schule verlangt und erwartet wird: Schicksale und Historie bestimmen!

Hier war niemand überrascht, dass die Kurden mal wieder Eins übergezogen bekommen. Wir haben diese Entwicklung schon gefühlt ein-zwei Jahr vorher kommen gesehen und in einem oder mehreren Artikeln erwähnt. Die in sich verstrittenen Kurden machen es jenen, die von außen kommend in guter Absicht sich ihnen anschließen wollen, offenbar immer noch schwer. Gemeint sind vor allem jene Kurden, die in Europa leben und organisiert sich oft, wahrscheinlich zu oft, unter sich die Hölle heiß machen, wie man sagt. Die Kurden allgemein haben es zweifellos noch immer nicht kapiert, dass man sich international Freunde schaffen muss, Partner! Keine Stammtischrevoluzer gilt es zu aktivieren, sondern mit Menschen zu kooperieren, die dann, wenn es so weit sein sollte, für sie einstehen, und nicht nur Verlautbarungen von sich geben! Bestes Beispiel ist jene Regierung für eben Gesagtes, die nachweislich seit ihrer Gründung anscheinend lediglich 24 Jahre ohne einen Krieg zu führen existiert in über 200 Jahren Existenz, also solche Politiken umsetzt – die USA. Mit solch einem Partner ist man einerseits gut bestückt, ja, das stimmt, andererseits darf man sich dann aber nicht wundern als Volk, welches noch nicht mal einen Nationalstaat zugesprochen bekommen hat und in den USA keine Lobby-Maschine aufgebaut hat, wenn man – irgendwann – beiläufig wie eine heiße Kartoffel gefallen lassen wird.

Es bedürfte anstatt schon seit Längerem, wir wiederholen uns hier eigentlich, dass diese eingeigelten Kurden ‚Fremde‘ endlich in ihre Reihen aufnehmen, und noch wichtiger, und zwar so, dass denselben auch die Möglichkeit gegeben ist, wirksam Einfluss auf Entscheide nehmen zu können mittles ihrer (externen) Expertise usw. Mal abgesehen davon, dass sich Kurden eh erst einmal untereinander Grün sein müssten, wie man sagt.

Beides ist eben nicht der Fall.

Man muss nur Medya TV irgendwo aus Belgien ausgestrahlt sehen und hören, und dann weiß oder ahnt man, dass Erdogan, irgendwo und irgendwie, womöglich einen Punkt anrührt, der nicht so ohne Weiteres übersehen werden kann in seinen Verlautbarungen.

Kurden sind keine Terroristen, natürlich.

Doch viele Kurden haben sich in ein derartiges Verhaltenskonstrukt, wollen wir es mal nennen, pressen lassen oder ergeben, sodass unumwunden gesagt werden kann: Ja, es gibt auffallend viele Leute unter Kurden mit tendenziell terroristisch einzustufendem Gedankengut etc. Jetzt könnte argumentiert werden: Aber das alles hat ja auch einen Grund. Stimmt. Den hat es. Nur darf dieser Grund Teile eines Volkes, welches, wie bereits gesagt, untereinander verstritten ist und räumlich eh bereits geteilt irgendwie sich zusammengehörig denkt oder fühlt, nicht zu der Annahme verleiten, nun aktiv terroristisch agieren zu können, und den Rest mit seinen Taten ins Unheil mit hinabzuziehen. Ja, Letzteres, der terroristische Weg ist gemeint, ist nämlich auch, den leichteren Weg zu gehen, den der groben Gewalt, eben des Terrors. Anstatt gelte, dass genau diese Teile der kurdischen Existenz vernehmlicher kooperierten, und zwar untereinander und dann in und mit den Staaten, in denen gelebt wird.

Im Prinzip ist unter Kurden allgemein das entstanden, welches die meisten Kurden zermürbt, spaltet und auch extrem werden lässt – scheinbar selbstverständliche Selbstbestimmtheit anderer oder eine eher unappettitliche Variante des Chauvinismus‘, die auf Schritt und Tritt begegnet – den Kurden aber nicht gewährt wird, weil sie offenbar von Anfang an, sozusagen, nicht verstanden haben, dass solch ein Auftreten EINHEIT braucht.

Als Volk ohne einen Staat gehört zur Analyse dieses staatenlosen Zustands halt nicht nur: Wie komme ich zu einem Nationalstaat? Sondern auch: Wieso haben wir eigentlich keinen Nationalstaat? Könnten wir womöglich wirklich in der Geschichte Fehler begangen haben? Müssen wir wirklich einen eigenen Staat haben? Haben wir nicht vielleicht doch genügend Möglichkeiten, in einem der uns ‚besetzenden‘ 4 Staaten unser Leben zu leben? Und was, bitte sehr, ist unsere Identität, wenn nicht auch der Umstand, dass wir von je her staatenlos als Kurden in Staaten leben?

Wo also ist das Problem nach über 100 und mehr Jahren Kampf, den eh nur eine Minderheit der Kurden kämpft. Die meisten Kurden sind integriert, irgendwo. Die meisten haben vom Sonderstatus „Kurde“ die Nase gestrichen voll. Und das Beispiel Israel, welches es schaffte, aus der Asche aufzuerstehen, ist für Kurden, behaupte ich hier, keine gute Leitlinie.

Ja, die Kurden hätten ein Recht auf einen eigenen Staat, wenn man es theoretisch betrachtet. Doch darf ganz stark bezweifelt werden, dass sie im Stande sind, ohne sich darin selbst zu zerfleischen, diesen so zu führen, dass, sagen wir es mal so, die üblichen Standards eingehalten werden – angefangen bei der Umwelt und ihrem Schutz, zu dem der Menschenrechte und, nicht vergessen, der Demokratie. Zwar soll es in dem angeblich selbstverwalteten Teil namens „Rojava“ so etwas wie Frauenrechte geben. Wir zweifeln aber daran, dass es wirklich selbstverwaltet war oder ist und auch, dass diese Frauenrechte in Rede von Bestand wären, würde schon morgen ein „Kurdistan“ (Teile der Türkei, Irans, Iraks, Syriens und Armeniens) existent sein dürfen. Kurdische Frauen würden wahrscheinlich schneller als der IS gucken kann, in den jeweiligen für Frauen traditionell gedachten Bereichen und Aufgaben verschwinden – ganz progressiv, sozusagen. Und jede Jean d’Arc oder Aktivistin der „me too“ a la Kurdistan würde sich eventuell wundern, wo denn nun ihre davor propagandistisch ausgeschlachteten Rechte abgeblieben sind. Hier täuschen wir uns gern mit unserer Einschätzung, aber … .

Ja, und das ist also vielleicht der Knackpunkt! Das lässt nämlich fragen, ob Erdogan nicht vielleicht doch einen Punkt hat, wenn er sagt: aber ich will keine Terroristen andauernd an meiner Grenze haben. Des Weiteren dürfte Erdogan argumentieren: Weil diese Leute unseren Kurden nicht nur das Leben erschweren, nein, sie wiegeln sie auch noch auf gegen uns, letztlich gegen sich selbst, indem tausende Situationen erschaffen werden, wo unser Staat, die Republik Türkei, einfach gewaltsam einrücken muss, um Frieden und erreichten Wohlstand zu sichern, nur um dann ein mal mehr als der BÖSE ausgemacht zu werden. Wir könnten den Osten der Türkei nämlich schon längst zu einem lukrativen Ort gewandelt haben, nur, diese Kurdistan-Steinzeitler sind uns dabei im Weg! Weil sie auf ihren Kurdenstaat pochen.

Was soll das!

Ihr seid Menschen, reicht doch, Türken mit kurdischer Herkunft. Und wie gesagt: man kann seine Identität sehr wohl leben in der Türkei, solange man nicht um sich schießt, nur weil man glaubt oder befürchtet, nicht genug vom Kuchen abzubekommen.

Und ja, da ist etwas dran an der Benachteiligung, die es durchaus auch gibt, aber nicht nur. Doch wenn der bewaffnete Konflikt mit der PKK nie ausgebrochen wäre Mitte der 1980er Jahre, hätten wir im Jahr 2019 schon längst den Zustand erreicht, wo es jedermann piep egal wäre in unserer schönen Türkei, ob du Laze, Tscherkese, Deutscher oder eben Kurde als Türke bist – Grieche, weil es uns wirklich gut ginge ökonomisch. Warum kapiert das keiner von denen! In den USA wurden in der Geschichte schließlich auch ähnliche Kompromisse eingegangen. Wenn man sich umguckt, war das eigentlich überall von Nöten.

Warum, also, sollte die Republik Türkei sich endlos mit diesem Thema herumschlagen? Ja, die Invasion in Nordsyrien ist vor allem in diesem Zusammenhang zu sehen. Außerdem gibt es dort auch bestimmt Bodenschätze, die sich anzueignen kein allzu großer Fehler sein kann, vor allem, wenn man bedenkt, dass dieses Gebiet im Grunde eh einst Teil der osmanischen Masse war, also zu uns gehörte, erschlossen werden muss. So ähnlich klingt Genosse Erdogan durchaus auch, zuweilen!

Die Kurden haben gewiss Recht, wenn sie die humanitäre Verletzungen anprangern, die seitens der Türkei und ihrer Unterstützer begangen werden. Aber sie hätten es wissen müssen!!! Sie hätten auf Grund ihrer historischen Erfahrungen wissen müssen, dass auch die USA sie irgendwann hängen lassen wird, und dass man gegen Teile der Kurden, die diesen Kampf seit Jahrzehnten führen, sich als träge Masse ENDLICH hörbarer zu erheben hat!

Und jetzt ist es eben 2019 passiert – mal wieder -, dass sie in der Falle hängen und sich auch noch mit ihrem weiteren Schlächter, Assad, freundlich stellen müssen. Geht es noch peinlicher? Da hätte ich mir mal vorher Gedanken gemacht, und zwar derart, dass mir ein Zusammengehen mit der Türkei vielleicht doch lieber gewesen wäre. Immerhin hat die Türkei einen gewissen Bonus – am Rande eines demokratischen Gemeinwesen stehend, Beitrittskandidat zur EU etc. Syrien dagegen hat nur eines zu bieten: Willkür und Diktatur.

Um dem Spuk ein Ende zu machen, und vor dem Hintergrund der sich entwickelnden Welt, ist den Kurden einfach zu raten, auf ihr „Kurdistan“ endlich zu verzichten, und sich ENDLICH dort, wo sie leben, noch dienlicher einzubringen – auf ihre Rechte als dortige Mitbürger pochend usw. Aber dazu haben sie, zumindest, was die Kurden in der Türkei angeht, mit der Mehrheitsbevölkerung zusammen eventuell bereits zu viel Porzellan zerschlagen.

Kurden dürfen Einflüsterungen des Westens und Israels nicht länger Gehör schenken, denn am Schluss sind sie die Gearschten!!! Streckt die Waffen!!!!

Den Zyprern ist in diesem Zusammenhang zu raten: Schließt euch schnellstmöglich Israel an! Alle anderen Optionen scheinen vorerst einem Bewahren des südzyprischen Lebensstandards, des relativen Friedens, der herrscht, entgegen zu stehen!

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Was geht denn eigentlich in Syrien voran?

Hier wird nun in der Folge der Versuch unternommen, möglichst nicht auf Tote und Morde, Verbrechen, im Detail einzugehen, sondern jenes zu erwähnen, welches sich womöglich noch als POSITIV herausstellen könnte – oder in diese Richtung geneigt zu sein scheint.

 

Nun, die Kurdenpolitikerin Ilham Ahmed (SDF/SDC) sagte in einem Gastvortrag beim Middle East Institute in Washington: Eine Sicherheitszone der Türken lehnen wir ab. Die Türkei habe in Afrin bewiesen, dass sie unfähig für so etwas sei. Anstatt werde Schutz benötigt. Waffen von den USA brauche man weiterhin. Verbindungen zur PKK bestünden keine. Selbstautonomie für die Kurden forderte Frau Ahmet ebenso.

Ja, die Kurden spielen ja den westlichen Sheriff gegen die IS in Syrien und dem Irak, kann noch immer gesagt werden. Diese Islamisten der IS gibt es in Syrien trotzdem noch immer, wenn auch nicht mehr so viele und in so vielen Gebieten ansässig wie einst. Ein verbliebener Rest der IS-Kämpfer – der selbsternannte Khalife könnte womöglich darunter sein, der offenbar doch nicht getötet wurde, wie vor ein paar Jahren groß verkündet worden war – ist also derzeit in Idlib dabei, eventuell den sogenannten Endkampf vorzubereiten.

Währenddessen empfing der türkische Außenminister in Ankara den UN-Sondergesandten für Syrien Herrn Geir O. Petersen. Anscheinend wurde vor allem die Bedeutung des syrischen Verfassungskomitees für eine politische Lösung et cetera als Hauptthema aufgegriffen. Am selben Tag, vorigen Dienstag also, erreichte den Sprecher des türkischen Präsidenten ein Telefonanruf aus Washington, und zwar von John Bolton, dem nationalen Sicherheitsberater. Darin ist offenbar vereinbart worden, die Zusammenarbeit im Hinblick auf den Truppenabzug der Amerikaner und der zuvor erwähnten Sicherheitszone fortzusetzen sowie der anstehende Besuch von Donald Trump höchstpersönlich etc.

In Damaskus war man indessen auch nicht allzu untätig. Man unterzeichnete nach Abhaltung einer Sitzung des Hohen Syrisch-Iranischen Komitees eine weitere Verständigungsnote mit dem Iran (Wirtschaft, Investitionen, Wohnungsbau, Eisenbahnwesen, Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Bankwesen etc.). Und bemerkenswert war die folgende Aussage des Vize-Außenministers Russlands auf die Frage bei CNN, ob Moskau mit Teheran in Syrien Alliierte seien: „Ich würde diese Art von Worten nicht verwenden, um zu beschreiben, wo wir mit dem Iran stehen!“ Vielleicht wäre ja Waffenbrüder trefflicher als Begriff?

Und geradezu schon traditionell ist zu nennen, was Frankreich glaubt in der Region vom Stapel lassen zu müssen. Gerade vor Kurzem hat Macron in Kairo verweilend dem Despoten Sisi dort wie erwünscht all die Waffen, die es so braucht, wahrscheinlich, zugesteckt und/oder versprochen. Mit im Boot sitzen dabei selbstverständlich auch wir, ja, Sie und ich. Auch wenn Sie in Spanien, Griechenland oder eben Deutschland leben. EU ist nun mal EU! OK, Macron hat Onkel Sisi noch eine kleine Standpauke gehalten, wurde vermeldet. Wenn es denn eine war. Denn Sisi ist gewiss eher geschmeichelt worden, als Macron ihm seine Vergehen, einige, aufzeigte vor der Presse. Nach dem Motto: Seht, wie sie vor mir zittern! Also kuscht, sonst greif ich noch härter durch! So in etwa dürfte Sisi die Rede des Franzosen verstehen und verwerten.

Ansonsten findet der Franzose es offenbar nicht sonderlich lustig, dass Kairo und Damaskus sich annähern. Wie man sieht: auch DIE haben ihre Lektion im Umgang mit Europäern gelernt. Weil solch Annäherung (Damaskus-Kairo) bedeutet NATÜRLICH bares Geld für Sisi oder Assad – das letztendlich vor allem aus unseren Bürgertaschen stammen wird!

Apropos: Knapp über 130 IS-Kämpfer mit französischem Pass könnten demnächst aus Syrien nach Frankreich überführt werden.

Gewiss will auch Frankreich, und mit ihr Deutschland & Co, in Syrien gute Werke verrichten gehen. Aufbau heißt da selbstverständlich das Stichwort, eben gute Werke verrichten wie es einst oder immer noch die Kirche tut oder tat und Mönche etc. Darauf kommt man, weil nämlich die libanesische Al Akhbar Tageszeitung der Schiiten Frankreich vor Kurzem warnte, mit Israel in Syrien zusammenzuarbeiten.

Angeblich wollten „die Araber“ sich am Aufbau in Syrien nicht beteiligen, ist immer wieder zu lesen – was einen doch schon verwundert oder stutzig macht. Jedenfalls der emiratische Herrscher ließ anscheinend schon mal verlautbaren, dass man sich im Irak damals am Aufbau nicht beteiligte und dies nun so auch in Syrien zu tun gedenke. Es gehe nicht an, über den Umweg Syrien, derart, den Iran zu stärken.

Nach Angaben der türkischen Regierung seien bereits über 300.000 syrische Flüchtlinge aus der Türkei zurück nach Syrien gezogen. Es ist auch darüber zu lesen, dass diese Rückführungen nicht immer ihren freiwilligen Charakter beibehielten, den das Regime in Ankara betontermaßen von sich gibt. Und: die Vorbereitungen für einen Angriff auf Manbitsch in Nordsyrien sowie den Osten des Euphrats seien abgeschlossen, verkündeten die türkischen Streitkräfte.

Des Weiteren: Noch tönt Erdogan so, als wolle er keine Beziehungen mit Assad aufbauen, auch nicht zukünftig. Letzterer habe über eine Million Muslime auf dem Gewissen.

Die USA sollen weitere 600 Soldaten nach Syrien eingeflogen haben, um den vorgeblichen Abzug besser koordinieren zu können. Ein hoher Militär der Israelis (Aluf Amos Yadlin) stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die USA sowieso nichts gegen die Anwesenheit des Irans in Syrien gemacht hätten. Dafür sei ja wohl Israel da!

Ja, die Russen haben sich vor ungefähr einer Woche in Israel eingefunden, genauer der stellvertretende Außenminister Vershinin sowie der russische Sondergesandte für Syrien. Offenbar wurden die beiden bis zu Netanjahu durchgereicht. Wahrscheinlich will man neu ‚auswürfeln‘, wer was wie tut und erhält, nachdem die US-Amerikaner wirklich die Koffer gepackt haben. Klar doch, die iranische Anwesenheit war gewiss ein Thema – und wir dürfen hoffen, dass die beiden Russen so viel Eier in den Hosen hatten, um das Thema Golan anzusprechen. Bekanntlich okkupiert Israel dieses syrische Gebiet schon seit viel zu lange – verhält sich dort in etwa so okkupant wie in größten Teilen Palästinas!

Jedenfalls hatte der israelische Migrationsminister J. Gallant vorab schon mal erklärt, dass es ja einen gemeinsamen Plan und Interessen mit Russland gäbe, um Teheran endgültig von der syrischen Bühne zu fegen. Daran zu glauben, fällt uns hier allerdings schwer, auch wenn vermeldet wurde, dass der Vorsitzende des iranischen Parlamentskomitees für nationale Sicherheit und Außenpolitik, Herr Heschmatollah Falahapescheh, Russland vorgeworfen haben soll vor knapp einer Woche, bei israelischen Angriffen auf iranische Stellungen in Syrien das Luftabwehrsystem S-300 absichtlich abgestellt zu haben.

Ansonsten: Die Iraner sollen Angaben zufolge noch immer damit beschäftigt sein im Osten Syriens, genauer in der Provinz Deir az Zor, ausgerechnet Namen von Moscheen zu ändern. Auch hat der russische Außenminister S. Lawrow Tunesien, Algerien und Marokko aufgefordert, sich für eine Wiederaufnahme Syriens in der Arabischen Liga einzusetzen.

Und zuletzt:

Das Außenministerium des Assad-Regimes erklärte, dass die Vereinbarung von Adana aktiviert werden könnte, wenn die Türkei damit aufhört, den islamistischen Terrorismus zu unterstützen und ihre Truppen aus Syrien endlich abzöge. Der Sprecher Putins erklärte, dass die Präsenz der türkischen Truppen in Syrien im Rahmen der 1998 unterzeichneten Vereinbarung von Adana legitim ist. Die Gewährung territorialer Autonomie für Kurden werde darin abgelehnt. Die territoriale Integrität Syriens dürfe indes nicht gefährdet werden!

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SyrienEndeNovember18

Jetzt, wo andere Themen in den Medien die mediale Agenda dominieren, soll Syrien nicht ganz in Vergessenheit geraten.

 

Sie wundern sich vielleicht, warum hier der Jemen so gut wie nie Erwähnung findet.

Nun: Was im Jemen passiert, ist einfach zu ungeheuerlich, zu verletzend, sollte im Grunde tagtäglich angeprangert werden! Syriens Zustand ist letztlich auch sehr beklagenswert, doch es hat den Anschein, dass die Menschen dort mehr Optionen haben als die Jemeniten, sich aus, wie man sagt, „der Scheiße“, Verzeihung, zu ziehen.

Jemeniten könnten zwar nach Ostafrika ausweichen und dann eventuell hoch bis nach Ägypten sich durchschlagen oder in Richtung Südafrika, womöglich noch nach Libyen, Tunesien, Oman?, doch dann wären sie noch immer nicht einigermaßen verlässlich versorgt – sollten sie mittellos unterwegs sein. Vielleicht ist es ja eine Option für sie, sich in den Iran zu begeben!?

Vom Ende des Monats bis etwa zum 19. November 2018 soll hier dargestellt werden, was in Syrien ungefähr passierte. Wir werden uns also in der Zeit rückwärts bis eben zum 19. November bewegen.

Do 29.11.2018

Die russische Luftverteidigung in Hmeymim soll am Mittwoch eine Drohne nahe Gableh in der Provinz Lathakia abgeschossen haben. Herr Putin lässt bekanntlich auch in der ehemaligen Ukraine um sich schießen. Russland ist ja flächenmäßig bekanntlich das größte Land der Welt. Dennoch! Wir finden, es ist ein recht weiter Spagat, den Russland da wagt: von er Ukraine bis nach Syrien, versteht sich, dass da Länder wie Tschetschenien und die neu entstandenen Staaten am Schwarzen Meer, unweit Georgiens etc., irgendwo dazwischen liegend ebenfalls zu Russlands kriegerischen Einflusssphäre (Spagat) gezählt werden ‚dürfen‘.

Der ehemalige NK-Präsident „Hadi Albahra“, Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition, twitterte, dass es den Häftlingen im Zentralgefängnis von Hama gesundheitlich nicht gut gehe. Diese befinden sich seit 19 Tagen im Hungerstreik. Er fordert für das Rote Kreuz einen Zugang zu den Inhaftierten. Indes werden aber anscheinend wichtigere Dinge angegangen.

Das Transportministerium des Regimes erklärte, es sei geplant, den Eisenbahnsektor in Syrien mit Geldern in Höhe von 1.9 Milliarden $ auszubauen. Laut der staatlichen Zeitung Al Thawra sollen mittel- und langfristig 2.550 km lange Schienenwege angelegt und wiederhergestellt werden. Zudem sollen Lokomotiven, Wagen und Ersatzteile mit Geldern in Höhe von 800 Millionen $ erworben werden. Leider bleibt bislang geheim, oder nicht erfahrbar, wer das Regime letztlich beliefern wird mit Loks etc.

Der Medienaktivist „Durgham Hamadi“ wird Oppositionsaktivisten zufolge seit Dienstag im Westen Aleppos vermisst. Hamadi wollte Flüchtlingslager im Norden Idlibs besuchen. Mal sehen, ob er noch mal auftauchen wird – und dann wie? 

Immerhin: Ein Hilfskonvoi bestehend aus 52 Lastwagen des syrisch-arabischen Halbmonds (SARC) soll den Bewohnern von Deir Ezzor Hilfsgüter geliefert haben: 50.000 Decken, 5.000 Pakete mit Winterkleidung für die Kinder. Glauben Sie nun nicht, der Spuk nehme sein Ende in Syrien. Denn: Sicherheitskräfte sollen eine Bombe im Busbahnhof am anderen Ende Syriens, in der Stadt Idlib, entschärft haben. Und wenn wir schon dabei sind: Der Programmdirektor von SynapsNetwork, „Alex Simon“, twitterte einige Realitäten, die bei Syrien-Diskussionen in Betracht gezogen werden sollten:

•             Die Führung in Damaskus wird keine Reformen durchführen.

•             Russland kann keine Reformen aufzwingen.

•             China wird sich nicht am Wiederaufbau beteiligen.

•             Iran wird Syrien nicht verlassen.

•             Es werden in absehbarer Zeit nicht viele Flüchtlinge zurückkehren.

•             Genf ist nicht mehr wichtig.

•             Garantien existieren nicht.

•             In Syrien ist man nicht zur Normalität zurückgekehrt. (Alex Simon @AlexGSimon)

 

Der regimenahe US- Professor und Syrien-Experte „Joshua Landis“ meinte, dass Alex Simon eine gute, aber unvollständige Liste erstellt habe, die es zu ergänzen gilt:

•             Sanktionen werden Syrien weiter destabilisieren.

•             Keiner unterstützt die Souveränität Syriens.

•             Die Türkei und USA werden nicht kooperieren, um eine politische Lösung zu finden.

•             Europa wird weiterhin ihre Politik den USA unterordnen.

•             Interessen Saudi-Arabiens/Israels für USA wichtiger als Syrien. 

 

Unter anderem dürfte sich eben Gesagtes damit bewahrheiten, dass das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und Direktor der Medienabteilung „Ahmed Ramadan“ twitterte, die libanesische Armee habe gemeinsam mit Sicherheitskräften bei Razzien in zehn Flüchtlingslagern 300 syrische Flüchtlinge festgenommen, darunter 20 Frauen. Die Hisbollah-Miliz stecke dahinter. Und man staune:

Der russische Sondergesandte für Syrien Russlands „Alexander Lawrentjew“ sagte kürzlich in Astana, er sehe eine allmähliche Stabilisierung der Lage in Syrien. Seiner Einschätzung nach seien die Regimetruppen in der Lage, letzte Stützpunkte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Euphrat zu überwältigen. Russland will sich offenbar allmählich aus Syrien herausziehen. Doch die geplante Bildung einer Verfassungskommission für Syrien gestalte sich weiterhin schwierig.

Apropos Verfassung für Syrien, von der schon in Artikeln davor hier länger die Rede war: Der Außenminister der Republik Kasachstan Khairat „Abdul Rahmanov“ unterstrich in Astana die Bedeutung einer UN-Verfassungskommission für Syrien. Er ist allerdings der Meinung, dass die Führung in Damaskus den Prozess durchführen sollte. Des Weiteren: Der Wiederaufbau Syriens dürfe nicht in Zusammenhang mit westlichen Forderungen gebracht werden. Denn der sogenannte Westen will ja zuvor Verfassungsreformen sehen.

Währenddessen hat sich die Hisbollah-Miliz schon mal eine neue Militärbasis nahe der Ortschaft Khodr, nördlich von Quneitra, errichtet. Nun, wie dem auch sei: Es ist stark davon auszugehen, dass die Vereinigten Staaten und die Türkei großen Einfluss auf das politische Endspiel in Syrien haben. Angeblich wollen diese beiden im Rahmen der Vereinten Nationen einen Übergang ohne Assad in die Wege leiten. Blöd nur, dass es da gewisse Differenzen zu überbrücken gilt zwischen den beiden. Leute, wie der bereits erwähnte Landis, träumen von den USA, die helfen könnten oder sollten, einen kurdischen Staat im Norden Syriens zu errichten. Und damit nicht genug: Die Türkei könnte Teile Nordsyriens in den Provinzen Aleppo und Idlib annektieren. Landis glaubt nicht, dass einer von beiden (Türkei, USA) einen Regimewechsel in Damaskus in die Wege leiten kann.

Letzteres muss man schon fast glauben, denn laut der syrischen Oppositionellen „Asaad Hanna“ sei nun bestätigt, dass die syrische Atomwissenschaftlerin „Dr. Faten Rajab Fawaz“, die im November 2011 vom Assad-Regime verhaftet wurde, während ihrer Haftzeit zu Tode gefoltert wurde.

Ja, sogar Frauen werden gefoltert in Damaskus. Wie andernorts bereits gesagt wurde vor Kurzem: Dass Leute wie der saudi-arabische MBS, der kürzlich Tunesien mit seiner Anwesenheit beschämte, und Assad (demnächst) wieder hofiert werden dürften, auch im Westen, ist als Gedanke äußerst unerträglich. Jetzt gerade zeigt MBS seine versteiften Gesichtszüge und steife Körperhaltung bei den G-20 in Argentinien. Mancher dürfte da wohl denken – unter seinesgleichen? Jedenfalls war MBS pünktlich vor Ort, Frau Merkel kommt wohl zum Essen dort an. Immerhin.

Mi 28.11.2018

Laut Eurasia-Analyst „Ali Özkök“ sollen die USA damit begonnen haben, Beobachtungsposten nahe Tal Abyad aufzustellen, um die kurdische YPG/SDF vor einer möglichen türkischen Offensive im Norden Syriens zu schützen. Weitere Beobachtungsposten sollen in Kobane (syr. Kurdengebiet) errichtet worden sein. Und: Der US-Kongressabgeordnete „Thomas Garret“, Republikaner aus Virginia, soll den YPG-Kräften im Norden Syriens einen fünftägigen Besuch abgestattet haben (Ali Özkök @Ozkok). 

Der libanesische Flüchtlingsminister „Mouin El Merheby“ erklärte am Dienstag, dass einige syrische Flüchtlinge, die vom Libanon nach Syrien zurückgekehrt waren, getötet, verhaftet oder zwangsrekrutiert worden sind. Seit Juni sollen rund 12.000 syrische – lebensmüde – Flüchtlinge zurückgekehrt sein. Der Zusatz „lebensmüde“, da: Die amerikanisch-syrische Doppelstaatsbürgerin „Layla Shweikani“, in Chicago geboren und dort aufgewachsen, ist im September 2015 nach Damaskus gereist, um in einer humanitären NGO Unterstützung Hilfe zu leisten, wird gesagt. Im Februar 2016 wurde sie verhaftet und gefoltert. Acht Monate nach ihrer Verhaftung soll der tschechische Botschafter in Damaskus im Namen des US-State Departments den Geheimdienstchef des Regimes „Ali Mamlouk“ über das Wohlbefinden von Shweikani gefragt haben. Shweikani sei daraufhin nach Adra verlegt worden und soll am 18. Dezember mit dem tschechischen Botschafter zusammengetroffen sein, der ihr Unterstützung zugesichert hatte. Eine Woche später sei Shweikani jedoch von einem Militärrichter zu Tode verurteilt und laut Todesurkunde dann zwei Tage später hingerichtet worden.

Inzwischen gehen anscheinend wichtigere Dinge, verzeihen Sie den geäußerten Sarkasmus, verloren. Denn: Der US-Kongressabgeordnete „Adam Kinzinger“ (Illinois) twitterte, der russische Präsident „Vladimir Putin“ habe in Syrien ein Radarflugzeug verloren. Anscheinend hat dieses Flugzeug „Assad“ abschießen lassen. Wie viel Leute dabei drauf gingen, scheint nicht erwähnenswert zu sein – eventuell nirgends. Putin habe zudem noch ein Kampfflugzeug verloren, welches von der Türkei runtergeholt wurde – sowie hunderte Söldner, die innerhalb weniger Minuten von US-Kräften getötet worden sein sollen. Putin stehle nun ukrainische Schiffe, laut Kinzinger, um die russische Bevölkerung von seiner gescheiterten Führung und der schlechten Wirtschaft abzulenken.

Die elfte Runde der bereits erwähnten Friedensgespräche für Syrien begannen also in der kasachischen Hauptstadt Astana am Mittwoch, dem 28ten. Die Al-Jazeera Journalistin „Zeina Khodr“ twitterte, dass die Türkei durch den stellvertretenden Außenminister „Sedat Önal“ vertreten wird. Iran wurde durch den stellvertretenden Außenminister für arabische und afrikanische Angelegenheiten „Hussein Gabri Ansari“ vertreten, Russland durch den Syrien-Sondergesandten „Alexander Lavrentiev“, das Assad-Regime durch UN-Botschafter „Bashar Jaafari“ und die syrische Opposition durch „Ahmed Tomeh“. Auch der UN-Sondergesandte für Syrien „Staffan de Mistura“ nahm daran teil (Yeni Şafak). Vergleichsweise düster, wird hier angenommen, könnte es lokalen Quellen zufolge auch nahe der Stadt Raqqa im Osten Syriens zugegangen sein, wo aus einem Massengrab 516 Leichen exhumiert worden sind. Schätzungen zufolge liegen dort insgesamt 1.500 Menschen begraben. Einsatzkräfte suchen in der dortigen Umgebung nach weiteren Massengräbern.

Raqqa war einst die Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat und wurde vor mehr als einem Jahr von der US-geführten Militärkoalition zurückerobert. Und an eine Zurückeroberung grenzt im Grunde auch das, was nun geschrieben werden wird: Das Assad-Regime begann die Zerstörung von Wohngebieten im Qaboun-Viertel von Damaskus. Häuser werden und wurden von der Armee gesprengt. Der Vorwurf dagegen lautet seitens Oppositioneller: Das Regime verkaufe das Land und den Besitz von Vertriebenen an iranische Investoren. Bild-Journalist „Julian Röpcke“ twitterte so in etwa: Syrien wird eventuell eine neue Bevölkerungsstruktur erhalten.

Da trifft es sich wahrscheinlich trefflichst, dass das Assad-Regime einen Satellitenanalysten und eine Hubschrauberlandebahn östlich der Ortschaft Jib al-Ramla/ Musayaf in der Provinz Hama errichtet hat.  Die Bahnlänge beträgt rund 9 km und ist für mindestens 8 Hubschrauber gedacht.

 

Di 27.11.2018

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat am 26.11.2018 sein Kabinett auf mehreren Posten umgebildet. 9 Ministerposten wurden neu besetzt. Neuer Bewässerungsminister ist „Hussein Arnous“, Minister für Innenhandel und Verbraucherschutz wurde „Dr. Aref Nadaf“, Tourismusminister „Mohammed Rami Radwan Martini“, Erziehungsminister „Imad Muwaffaq al-Azab“, Hochschulminister „Bassam Bashir Ibrahim“, Wohnungsbauminister „Suhail Mohammad Abdullatif“, Minister für Kommunikation und Technik „Iyad Mohammed al-Khatib“, Industrieminister „Mohammad Maen Zein-al-Abidin Jazba“ und neuer Innenminister wurde „Generalmajor Mohammed Khaled al-Rahmoun“. Außenminister „Walid al-Mou’allem“ bleibt auf seinem Posten ebenso wie der Verteidigungsminister (SANA).

Klar doch, dass diese Neubesetzungen Menschenrechtler interessieren. Der Gründer des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte „Fadel Abdul Ghany“ twitterte, dass der neue Innenminister Mohammed Khaled al-Rahmoun ein Kriegsverbrecher ist und auf der Sanktionsliste der USA wegen Einsatz von Chemiewaffen steht. Rahmoun war zuvor ein hochrangiger Geheimdienstoffizier der syrischen Luftwaffe und später war er für das Direktorat für politische Sicherheit verantwortlich.   

Syriens Machthaber Baschar al-Assad soll auch den Gouverneur von Damaskus „Bescher Sabban“ ausgetauscht haben. Der war 7 Jahre im Amt. Nun macht „Adel Anwar Al-Olabi“ diesen Job. Er wird auch das Bauprojekt „Marota City“ in Damaskus beaufsichtigen und managen.

Hört sich alles schon fast so an, als sei der IS von der syrischen Bildfläche geräumt?

Nun: Der türkische Staatspräsident „Erdogan“ sagte in einer vom Fernsehen übertragenen Rede vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP: „IS gibt es nicht mehr in Syrien!“ Es gebe nur noch kleinere Banden, die auch getarnt als IS-Kämpfer Chaos in der Türkei und der Region schaffen. Vollständig eliminieren, war zu hören, will Erdogan seine alten islamistischen ‚Freunde‘. Jedenfalls ist es bei solch Vorhaben ganz angebracht, dass auch die Türkei in Manbij etwas zu sagen hat.

Der US-Schriftsteller „David Mizner“ schrieb auf Twitter, die Vereinigten Staaten richteten dutzende Stützpunkte von Manbij bis nach Hassake in Syrien ein, darunter 4 Militärflugplätze. US-Streitkräfte würden den Osten des Euphrats vollständig kontrollieren. Ein Gebiet in etwa so groß wie Kroatien. Anscheinend sollen mehr als 4.000 US-Militärangehörige in Syrien sein.

Stichwort Manbij:

Sicherheitsanalyst „Ömer Özkızılçık“ twitterte, die arabischen Stämme in Manbij hätten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Haltung gegenüber der kurdischen YPG und der Türkei zum Ausdruck gebracht. Angeblich fordern sie eine türkische Intervention, um Manbij von der YPG zu befreien. Sie lehnen, verständlicher Weise, die durchgeführten Zwangsrekrutierungen der YPG-Kämpfer ab.

Die Erklärung unterzeichneten folgende Stämme: Galaz, Bakarah al Hashimiyah, Bakarah und Budays. Auch die turkmenischen Stämme, darunter Bani Jamil, Mujamadah und Bajaliyah sowie die Stämme Naim, Jahishah, Hanafirah und Boslah haben in einer Erklärung eine Militäroffensive und die Befreiung der Stadt Manbij von der YPG gefordert.

Der Manbij Fahrplan zwischen der Türkei und den USA wird von den zuvor Genannten aber abgelehnt (Ömer Özkizilcik @OmerOzkizilcik).

Gar nicht allzu weit weg von Manbij, plant das Bewässerungsministerium des Regimes in Kooperation mit Russland die Errichtung eines künstlichen Sees, nämlich in der Provinz Lathakia. Das Projekt soll noch von Ende 2020 umgesetzt werden, um die Bewohner mit Trinkwasser zu versorgen sowie Wasser für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen – und was gern unerwähnt bleibt: um den russischen Stützpunkten vor Ort ebenfalls Frischwasser zur Verfügung zu stellen, wahrscheinlich bevorzugt. 

Und nun kurz eine Formalie:

Das Ministerium des Regimes für nationale Versöhnung soll aufgelöst worden sein. Stattdessen ist die „Staatliche Behörde für Nationale Versöhnung“ errichtet worden. Der ehemalige Versöhnungsminister „Ali Haidar“ wird die neugegründete Behörde leiten. Haidar soll während seiner Amtszeit als Versöhnungsminister regimenahen Quellen zufolge vier Attentatsversuche überlebt haben.  Sein Sohn ist allerdings durch einen Mordanschlag ums Leben gekommen. Wie noch anklingen wird: Versöhnung sieht andernorts anders aus, nicht so wie bislang in Syrien!

Ja, und nun etwas ziemlich Kurioses. Weil, man denkt gar nicht, dass Syrer sich ausgerechnet dorthin begeben könnten: Der syrische Oppositionelle „Bassam Jaara“ schrieb auf Twitter, dass 43 syrische Oppositionelle, darunter auch Offiziere, die aus Algerien nach Syrien abgeschoben wurden und zum „Mezza“ Militärflughafen nach Damaskus geflogen werden sollten, sind offenbar nicht in den Fängen des Assad-Regimes gelandet, sondern dürften stattdessen in Khartum (Sudan) sein. Keine Ahnung, wer solche Entscheide trifft. Doch Sudan, trotz allem, dürfte sich schmerzfreier anfühlen, eventuell, als einer der Knäste bei Assad, sozusagen ‚Zuhause‘!

 

Mo 26.11.2018

Kampfflugzeuge des Assad-Regimes und der russischen Luftwaffe haben als Reaktion auf den mutmaßlichen Chlorgasangriff Rebellenstellungen zwischen Aleppo und Idlib attackiert. Das Übliche also. Ein Sprecher des russischen Außenministeriums sagte, dass Stellungen der „Terroristen“ bombardiert wurden, von wo aus Aleppo unter Beschuss geriet. Wir sprechen somit von ersten Angriffen nach 75 Tagen ‚Ruhe‘. Russland und die Türkei hatten eine entmilitarisierte Pufferzone rund um die Provinz Idlib ausgehandelt. Röpcke von der Bild kommt es seltsam vor, dass „Terroristen“ angeblich von diesem Gebiet aus Aleppo mit Chlorgas beschossen haben sollen.

Zwei prominente syrische Aktivisten „Raed Fares“ und „Hanoud Juneid“ sind in Kafr Nabel von Unbekannten aus einem Kleintransporter heraus erschossen worden. Fares war der Begründer und Leiter des oppositionsnahen Radiosenders „Fresh FM“ in Kafr Nabel.  Der Sender hat eine klar säkulare Ausrichtung, sendet konsequent gegen das Regime. Fares organisierte zuweilen gewaltfreie Proteste und unterstützte Frauenprojekte, einer der wichtigsten Repräsentanten der syrischen Zivilgesellschaft.

Währenddessen begann der Wiederaufbau einer Raketeneinrichtung im Nordwesten der Provinz Hama, wie Satellitenaufnahmen zeigen. Diese iranischen und syrischen Einrichtungen waren im September von Israel zerstört worden nahe der Ortschaft Sheikh Ghadban nördlich von Masyaf. Die Hisbollah-Miliz und Iran nutzen sie. Eine weitere iranische Einrichtung, die im vergangenen Mai in der Nähe des internationalen Flughafens von Damaskus bei israelischen Luftangriffen zerstört wurde, ist inzwischen auch wiederaufgebaut worden (Zaman al-Wasl). 

Laut BBC Syrien-Produzent „Riam Dalati“ soll die US-geführte Anti-IS-Koalition vor ein paar Wochen ein Treffen mit hochrangigen politischen und militärischen  Entscheidungsträgern der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) in Kobane abgehalten habe. Die Koalition habe deren Rat gebeten, dass die YPG alle Beziehungen mit der PKK abbricht und den Geldzufluss nach Kandil stoppt. Wenn wir von SDF reden, gilt es im Gedächtnis zu haben, dass die USA mit der PYD verbündet ist. Erstere drängte darauf, die „Demokratischen Kräfte Syriens“ als Art „Cover“ zu bilden. Stimmt das, dann hätten die USA gewusst, dass die PYD lediglich ein Ableger der verbotenen PKK ist. Dank US-Unterstützung ist die PYD in der Lage, ihre Struktur in Syrien beizubehalten, Steuergelder einzunehmen, um und diese sodann an das Zentralkommando der PKK teils zu schicken.

 

Fr 23.11.2018, 11:25

Der US-Verteidigungsminister „James Mattis“ sagte, dass die amerikanische Armee an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei Beobachtungsposten einrichten und klar kennzeichnen wird – zur Sicherung sicherheitspolitischer Interessen der Türkei. Dergestalt wird die USA ihre verbündete kurdische YPG-Miliz vor türkischen Angriffen besser schützen können. Der türkische Außenminister Mevlut Çavuşoğlu glaubt dem Vernehmen nach daran, dass die USA und die Türkei den vereinbarten Manbij-Fahrplan noch vor Jahresende umsetzen werden, um die YPG-Milizen aus Gebieten östlich des Euphrat-Flusses zu entfernen (Reuters). 

Eurasia-Analyst Ali Özkök twitterte, die Türkei stärke die syrisch-turkmenische Minderheit, was allen Beteiligten wohl bekannt sein dürfte. Der syrisch-turkmenische Parlamentssprecher „Muhammed Vecih Cuma“ äußerte in türkischen Medien, die neue Flagge der Turkmenen in Syrien stärke und vereine sie. Die Turkmenen Syriens hatten sich in Al-Rai/Çobanbey, Provinz Aleppo, auf die Farben blau und weiß geeinigt plus Mondsichel mit einem Stern auf rotem Grund.  

Und wie sieht es zuweilen in den Lagern aus?

Schwere Regenfälle haben mehrere Flüchtlingslager im Umkreis von Al-Bab in der Provinz Aleppo überschwemmt. In den Flüchtlingslagern sind überwiegend Flüchtlinge aus Damaskus Land untergebracht. Es dürfte manch Geflüchtetem schwerfallen, sich dem Unwetter zu entziehen.

Der libanesische Ministerpräsident „Saad al-Hariri“ zog sich am 22. November beim Empfang anlässlich des libanesischen Unabhängigkeitstages für einige Minuten zurück, um dem Botschafter des Assad-Regimes „Ali Abdulkarim Ali“ nicht die Hand reichen zu müssen. Und: Der bisher unbekannte syrische Geschäftsmann „Samer Foz“ soll während des Syrienkonflikts ein Vermögen angehäuft haben. Mit guten Beziehungen zum Assad-Regime, Russland, der Türkei und den Golfstaaten wird er möglicherweise auch noch politisch eine Zukunft in Syrien haben. Die Politikwissenschaftlerin und Büroleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut, Bente Scheller, stellt sich auf Twitter die Frage, warum Samer Foz eigentlich noch nicht auf der EU-Sanktionsliste steht (aljumhuriya.net, Bente Scheller @BenteScheller)? Und weil wir schon beim Geld sind: Die Syrer sollen zwischen 2011 und 2018 mehr als 800 Millionen Dollar in Industrie,- Handels,- und Dienstleistungsprojekte in Ägypten investiert und tausende Arbeitsplätze geschaffen haben. Und wussten Sie: Laut „Mohammad Habo“ vom Landwirtschaftsministerium des Regimes gibt es in Syrien rund 102 Millionen Olivenbäume auf einer Gesamtfläche von zirka 692,4417 Hektar, davon 82 Millionen Bäume mit 75 verschiedenen Olivensorten (SANA). 

 

Do 22.11.2018

Geheimdienstkräfte des Assad-Regimes sollen mehr als zehn ehemalige Mitglieder der Freien Syrischen Armee verhaftet haben, die zuvor das Versöhnungsabkommen mit dem Regime unterzeichnet hatten. Diese Art Nachricht werden wir hier noch öfters zu wiederholen haben. Es zeigt einfach, dass auf Assad und seine Versprechen kein Verlass ist. Auch deswegen wurde heute/gestern (30. November) verkündet in den deutschen Medien, dass Flüchtlinge aus Syrien in dieses Land, Syrien, keinesfalls zurück abgeschoben werden können – mindestens bis Juni 2019 nicht. Verlängert wurde auch der folgende Zeitraum:

Die SDF-Kräfte haben sich mit der US-geführten Anti-IS-Koalition vertraglich darauf geeinigt, ihre Zusammenarbeit um zwei weitere Jahre zu verlängern. Die Anti-IS-Koalition wird die SDF-Kräfte weiterhin militärisch unterstützen und bis 2020 in SDF-Gebieten bleiben.

Ach ja, apropos Oliven: Der regimenahe US-Professor und Syrien-Experte Joshua Landis twitterte, die Türkei plündere systematisch die Olivenernte in der von Kurden besiedelten Region Afrin im Norden Syriens. Der türkische Landwirtschaftsminister Bekir Pakdemirli rechtfertigte sich und meinte, dass die Gewinne sonst an die PKK gehen. Außerdem: Vor ein paar Wochen ist bei Jindaris ein neuer Grenzübergang in die Türkei eröffnet worden, über den nach Angaben türkischer Oppositionsparteien bereits 50.000 Tonnen Olivenöl in die Türkei gebracht worden sein sollen. Es ist also unsicher, wer da von den syrischen Oliven profitiert: die PKK oder die Republik Türkei oder beide. Oliven gebären offenbar gewisse Gelüste. Apropos gebären.

Libanesische Sicherheitskräfte nahmen den Zaman al-Wasl Reporter „Abdul Hafiz al-Houlani“ fest. Dieser hatte berichtet, 20 syrische Flüchtlingsfrauen in Arsal erlitten wegen verseuchtem Wasser Fehlgeburten. Laut des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte seien seit Beginn des Syrienkonflikts in 2011 mehr als 28.000 Kinder in Syrien getötet worden, die meisten von Ihnen vom Regime und Russland. 196 Kinder seien bei Chemiewaffenangriffen getötet worden (SNHR). Und: Der Direktor des Ernährungsprogramms der Hilfsorganisation “Violett” „Abdul Razak Awad“ soll von Hayat Tahrir al-Sham-Kämpfern in der Provinz Idlib festgenommen worden sein (Syria Call News).

 

Mi 21.11.2018

Die Verteidigungsminister der Türkei und Russlands trafen im russischen Sotschi am Schwarzen Meer zusammen. Dort besprachen sie weitere Schritte, um laut Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums die Vereinbarung in Idlib zum Abschluss zu bringen. Russland hatte Anfang des Monats Oppositionsgruppen vorgeworfen, die von Russland und der Türkei vereinbarte entmilitarisierte Zone in der Provinz Idlib zum Scheitern bringen zu wollen. Russlands Verteidigungsminister „Shoigu“ sagte, dass es für beide Länder wichtig sei, Maßnahmen zu ergreifen, um die gemeinsame Initiative in Idlib umzusetzen (Hürriyet).

Die Oppositionswebseite Zaman al-Wasl meldete, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien Truppen nach Nordost-Syrien entsandt haben sollen, und zwar in YPG-Gebiete zwecks Unterstützung der US-geführten Militärkoalition. Truppenstärke unbekannt. Damaskus guckt diesem Treiben nicht total passiv zu in von der Stadt Damaskus entlegenen Regionen. So hat das Regime laut seiner staatlichen Nachrichtenagentur SANA verlautbart, dass das Außenministerium ein Konsulat in Hassake eröffnete, um den Bewohnern in den östlichen Provinzen Syriens den Weg für die Beschaffung von offiziellen Dokumenten nach Damaskus zu ersparen. Die Bearbeitung der konsularischen Angelegenheiten erfolgt in Hassake nun auch für Bewohner von Raqqa und Deir Ezzor.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass Tel Aviv weiterhin in Syrien eingreifen wird, weil Russland allein nicht in der Lage sein soll, iranische und vom Iran unterstütze Kräfte zu vertreiben. Seit Abschuss des russischen Militärflugzeuges in Syrien soll laut Informationen des israelischen Geheimdienstes der Schmuggel iranischer Waffen an die Hisbollah im Libanon erheblich abgenommen haben. Netanjahu bezeichnete die Beziehungen Israels mit Russland als „gut“ (Haaretz).

Und sollten Sie sich fragen, woher denn all der Speed kommt. Nun. Der kommt nicht nur aus der Tschechei, Israel oder Bulgarien, sondern laut des Syrian Portal produziert, konsumiert und exportiert Syrien mittlerweile die Droge Amphetamin, die auch bekannt ist als Captagon. Der Drogenhandel bringe Millionen Dollar ein. Außer dass damit die Finanzierung von Waffen etwas erleichtert wird, hat offenbar auch die Drogensucht in Syrien zugenommen. Die syrische Regimekritikerin und Schriftstellerin Rana Kabbani twitterte, dass die Hisbollah für die Produktion und den Verkauf von Captagon im Libanon und in Syrien verantwortlich ist. Mit den lukrativen Einnahmen werden anscheinend Hisbollah-Kämpfer bezahlt. Captagon wird angeblich auch in die MENA-Region und nach Afrika geschmuggelt, wo Hisbollah-Generalsekretär Nasrallah als Rauschgift-Godfather bekannt sein soll. Kuwaitische Behörden hatten vor Kurzem ein Drogen-Netzwerk aufgedeckt und verhinderten den Schmuggel von 1.345.000 Captagon-Tabletten aus Syrien. Captagon soll heutzutage in Syrien fast so verbreitet sein wie Zigaretten.

Na dann, guten Nacht. Wir reden von einem Aufputschmittel, und das heißt im syrischen Kontext gewiss: man stirbt eventuell schneller als man geboren wurde in solch einem Umfeld – oder so! Außerdem soll sich in Mayadin im Osten Syriens die Infektionskrankheit Leishmaniose, bekannt auch als Aleppobeule, verbreitet haben. 70 Fälle wurden bereits gemeldet, davon sind 50 Kinder. Die Krankheit wird durch Sandmücken übertragen. Solange es noch nicht Ebola ist … .

Nein, die Beule soll hier jetzt nicht verharmlost werden. Aber, wenn sich in Kriegsregionen nahe der EU wie der in Syrien irgendwann auch Ebola dazu gesellt, und im Kongo weisen die Indikatoren schon länger in diese Richtung, dann wird es, wie man sagt, unlustig. Bei all den verschiedenen Kriegsparteien in Syrien ist auch Ebola denkbar, und zwar als weitere Waffe oder aber der Zufall lässt es geschehen.

Die EU ist gut beraten, sich schon mal verstärkt, besser jetzt als übermorgen, um ein Präparat zu bemühen, welches, egal, was es kostet, dann, wenn es so weit ist, dass Ebola unmittelbarer vor den Toren Europas steht, auch spätestens dann verabreicht werden kann. Beispielsweise mit Studenten, Flüchtlingen, Politikern oder Geschäftsleute kann Ebola überallhin kommen.  

Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition „Ahmed Ramadan“ schrieb auf Twitter, dass der Hochschulrat in Jordanien beschlossen hat, für die Registrierung syrischer Studenten in jordanischen Universitäten ID-Karten auszustellen. Syrische Staatsbürger mussten davor zur Anmeldung in Schulen und Universitäten ihre Reisepässe vorlegen. Laut Ramadan verhindere dieser Schritt die finanzielle Ausbeutung syrischer Staatbürger in den Konsulaten oder Botschaften des Regimes (Ahmed Ramadan @RamadanSyria).

 

Di 20.11.2018

Der scheidende UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura sagte vor dem UN-Sicherheitsrat in New York, er wolle vor Jahresende noch einmal versuchen, ein Verfassungskomitee für Syrien auf den Weg zu bringen. Sein Nachfolger ist der norwegische Diplomat „Geir Pedersen“. Letzterer wird sein Amt Anfang Januar 2019 antreten.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad empfing in Damaskus eine jordanische Parlamentsdelegation unter Leitung von „Abdul Karim Al Doghmi“. Es sei eine Aktivierung der bilateralen Beziehungen in allen Bereichen besprochen worden. Die Mitglieder der jordanischen Delegation bestätigten, dass sie das syrische Volk im Kampf gegen den Terrorismus unterstützten. Syrien sei die Abwehrlinie im Kampf gegen den Terrorismus. Der Sieg in Syrien bedeute zugleich, dass die arabischen Staaten von Israel gesteuerte westliche Destabilisierungskampagnen besiegen werden. Das Letztere hört sich nach unserem Empfinden so rein gar nicht nach jordanischer Diplomatie an.

Der Russische Rat für Internationale Angelegenheiten (RIAC) meinte, die syrischen Streitkräfte könnten nicht wirklich als Armee bezeichnet werden. Hauptaufgabe Moskaus sei es daher, eine neue syrische Armee von Null aufzubauen.

Erstmals bewerben sich vier Frauen in Anjarah, Provinz Aleppo, mit Unterstützung der syrischen feministischen Gesellschaft (SFS) um einen Sitz im Lokalen Rat. Die Kandidatinnen sollen Werbeplakate verbreitet haben, was sehr außergewöhnlich sei. Die Region gilt als äußerst konservativ.

Lokalen Quellen zufolge haben Kräfte, die der iranischen Revolutionsgarde in der Provinz Deir Ezzor nahestehen, mehrere sunnitische Gebetsrufer verhaftet. Angeblich sei das ein Zeichen des Beginns der Umwandlung sunnitischer Moscheen in schiitische, wobei der Gebetsruf durchaus eine Rolle spielt. Denn die Formel „Ḥayya ʿalā ḫayri l-ʿamal“ wird ausschließlich von Schiiten verwendet und dient ihnen als Erkennungszeichen. Wenn sie vom Minarett einer Moschee ertönt, wissen die Zuhörer, dass hier die Schia maßgeblich ist (RFS Media News). Zu dieser Nachricht passt auch, dass das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition „Ahmed Ramadan“ twitterte, der Iran eröffnete in Syrien fünf Universitäten sowie dutzende sektiererische, kulturelle und religiöse Zentren.

Mo 19.11.2018

Türkische Truppen sollen gemeinsam mit Kämpfern der Freien Syrischen Armee und der Hamzat Militärpolizei in Afrin, Provinz Aleppo, eine Kampagne zur Bekämpfung der Korruption gestartet haben.  Bei den Gefechten wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 25 Kämpfer getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt. Die türkische Armee verhängte eine Ausgangssperre, wie sie es ja in den letzten 30 oder 40 Jahren in den türkischen Ostprovinzen gelernt hat, und patrouilliert wohl auch daher mit Panzern in der Stadt.

Angeblich bekämpft die Mehrheit der Rebellengruppen die rund 200 Kämpfer starke Gruppierung Schuheda al Scharqiyyah. Letztere wird für Plünderungen verantwortlich gemacht sowie dafür, „Entscheidungen“ der türkischen Armee nicht zu respektieren und Übergriffe zu begehen. Die Schuheda al Scharqiyyah-Kämpfer stammen überwiegend aus Deir Ezzor. Sie sind bereits mit ihren Familien aus dem Kampfgebiet abgezogen worden. Man hatte ihnen ein Ultimatum gestellt: Übergabe aller Stellungen oder Frontalangriff! Es scheint der Türkei gelungen zu sein, die offenbar brutale Schuheda al Scharqiyyah-Gruppierung aufzulösen. Es gab Festnahmen (Al Arabiya).

Die türkische Armee soll eine Rakete auf ein Militärfahrzeug der kurdischen YPG-Miliz in der Nähe von Tal Abyad an der Grenze zur Türkei abgefeuert haben. Das Fahrzeug wurde zerstört und alle Insassen getötet. Es sieht also nicht sehr vielversprechend aus für eine kurdische Autonomie.

Vom Töten zum Staatshaushalt: 

Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und ehemaliger NK-Präsident „Hadi Albahra“ twitterte, dass das Assad-Regime den Staatshaushalt für 2019 beschlossen habe. 119 Milliarden Syrische Pfund (ca. 238 Millionen Dollar) sollen für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt werden. Tatsächliche Kosten des Wiederaufbau Syriens betragen jedoch schätzungsweise 400 Milliarden Dollar, wird andernorts kalkuliert. Da dürfte sich der Wiederaufbau dann wohl noch etwas in die Länge ziehen oder aber Assad richtet sich in einem Broken State ein – aus Sicherheitsgründen und weil auch andere Player an solch einer Lösung interessiert sein könnten. Als erstes fällt einem da der Nachbar Israel ein, dann die Türkei und vielleicht träumt ja Jordanien davon, noch etwas wachsen zu wollen – gen Osten. 

Regimekräfte sollen nach einer wochenlangen Offensive den Ort Tulul as-Safa eingenommen und den Islamischen Staat aus seinem letzten Stützpunkt im Süden Syriens vertrieben haben. Die IS-Extremisten zogen sich in Richtung der Badia-Wüste zurück. Tulul as-Safa liegt zwischen den Provinzen Damaskus und Sweida. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, man erziele einen „bedeutenden Fortschritt“ in Tulul as-Safa. Das Gebiet werde nach Terroristen durchkämmt. Während das hier so geschrieben wird, stellen sich mir die Haare auf am Körper bei der Vorstellung, wie „durchkämmt“ vor Ort wohl durchlebt wird oder im Realen auftritt.

Informationen zufolge dürfen iranische und syrische Passagierflugzeuge am Internationalen Rafik Hariri Flughafen Beiruts wegen der US-Sanktionen keinen Kraftstoff mehr tanken. Betroffen sind unter anderen die „Syrian Arab Airlines“,  „Cham Wings“ und „Mahan Air“. 

 

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Syrien Mitte Oktober 2018

Oder:

Syrien, die unendliche Leidensgeschichte!?

 

Fangen wir an, mit dem Zeitraum kurz vor dem 19.10. 2018.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in Sotschi:

Die Türkei hat die Idlib-Vereinbarung zur Schaffung einer entmilitarisierten Pufferzone nicht vollständig umgesetzt! Das Land scheue aber keine Mühen, die Vereinbarung umzusetzen. Russland bedankt sich dafür sowie für die ernsten Absichten Ankaras! Die Situation in Idlib ist nicht einfach, dennoch hat Russland die wichtigsten Ziele in Syrien umsetzen können. Russland hat in den vergangenen drei Jahren Terroristen bekämpft, den Zusammenbruch Syriens verhindert und staatliche Institutionen gerettet. Jetzt gilt, sich auf den politischen Prozess zu konzentrieren und die Genfer-Gespräche wiederaufzunehmen (Orient News)
.

Russischen Quellen zufolge hat Bashar al-Assad das Gesetz Nr. 10 aufgehoben. Es war im April 2018 in Kraft getreten und erlaubt es, Stadtentwicklungsgebiete auszuschreiben, in denen die Besitzer enteignet werden (können). In diesem Zusammenhang steht auch:
Der Westen fordert im Rahmen der Gespräche um die Verfassung ein Rückkehrrecht für syrische Flüchtlinge. Der UN-Hilfskoordinator für Syrien, Jan Egeland, bestätigte, dass Bashar al-Assad von Moskau unter Druck gesetzt wurde wegen dem Gesetz Nr. 10 – und er es daher außer Kraft setzte.

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte des Weiteren:
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) halte ungefähr 700 Geiseln in Syrien gefangen – so auch mehrere US-Amerikaner und Europäer (anscheinend Zivilisten). Der IS hat ein Ultimatum gestellt und angedroht, jeden Tag zehn dieser Menschen zu töten. Keine Details über weitere Forderungen der IS-Extremisten werden nach außen weitergegeben (Putin). Die Geiseln befinden sich in Gebieten, die von USA unterstützten SDF-Kräften kontrolliert werden.

Und nun zu einem Neben- oder Hauptschauplatz. Sie entscheiden bitte, ob die Bezeichnung Haupt- oder Nebenschauplatz für das Folgende zutreffend ist:

Der russische Politiker Vladimir Jabbarov betont, dass Moskau Maßnahmen ergreifen wird, falls die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen russische Firmen verhängen, die sich an einem Wiederbau Syriens beteiligen werden. US-Sanktionen werden russische Firmen nicht davon abbringen, sich am Wiederaufbau Syriens zu beteiligen, so Jabbarov.

Und dann dieser Neben- oder Hauptschauplatz:

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärt:
Es ist nicht die Aufgabe Russlands, den Iran zum Abzug aus Syrien aufzufordern. Dies ist eine Angelegenheit zwischen Teheran und Damaskus. Ich fordere Sicherheitsgarantien für den Iran und dass die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden sowie die Wiederherstellung der Infrastruktur und Institutionen plus der Armee anläuft! Die Stärkung des iranischen Staates wird zum Abzug aus Syrien führen, weil dann die Präsenz des Irans in Syrien nicht mehr erforderlich ist!

(Ein putinscher Schachzug, der so in etwa inhaltlich die Politiken des Westens spiegelt).

Währenddessen:
Russland und Jordanien arbeiten daran, eine neue bewaffnete Gruppe im Süden Syriens zu bilden. Diese Gruppe soll aus ehemaligen FSA-Kommandeuren bestehen, die sich mit dem Regime versöhnt haben, unter anderen auch aus den Gruppen Jaish al-Yarmouk und Fallujah Houran Division. Moskau beabsichtigt so, die iranischen Kapazitäten einzuschränken. Russland hat in den vergangenen Wochen ebenfalls politischen Druck auf mehrere syrische Ministerien ausgeübt, dieses Mal, um im Regime Iran-nahe Persönlichkeiten zu ersetzen. Personen sind nun daher gefragt, die gewillt sind, Ausschreibungen des Iran in den Bereichen Industrie, Energie, Telekommunikation und Konstruktion zu verhindern.
Kein Abbruch der Beziehungen Russlands mit dem Iran ist etwa zu erwarten, sondern es geht lediglich um Meinungsverschiedenheiten.

Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, sagte, dass der Vierergipfel zu Syrien mit Teilnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Russlands Staatschef Wladimir Putin am 27. Oktober auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul stattfinden werde. Bei dem Gipfel soll es um die Lage in der Provinz Idlib und den Friedensprozess für Syrien gehen. (Anadolu News)

Kurz vor dem 18.10.

UN-Interna:

UN-Sondergesandten Staffan de Mistura zufolge hat Jan Egeland seinen Rücktritt angekündigt – und zwar für Ende November. Angeblich würde Egeland zufällig dann seinen Rücktritt machen, wenn auch de Mistura seinen Posten verlässt.

Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura sagte, dass er sich nach mehr als vier Jahren im Amt aus persönlichen Gründen zurückziehen wolle. Guterres ist bereits auf der Suche nach Nachfolgern.
Der ehemalige algerische Außenminister Ramtane Lamamra ist bereits im Gespräch, den Posten zu besetzen. Der Algerer soll jedoch ein Freund und Unterstützer des Assad-Regimes sein. Als mögliche Nachfolger gelten auch der UN-Sonderbeauftragte für den Nahost-Friedensprozess, Nickolay Mladenov, und der UN-Gesandte für den Irak, Jan Kubis. De Mistura hofft unterdessen, die Einberufung eines Verfassungskonvents für Syrien hinzukriegen bis November.

Der syrische Aktivist Shakeeb Al-Jabri meint, die Zahl der Todesfälle in Syrien sei seitdem de Mistura im Amt ist, doppelt so hoch. Assad ist trotz Verbrechen gegen die Menschheit ungestraft davongekommen, beispielsweise. Die Situation in Syrien hat sich zudem für Gegner des Assad-Regimes verschlechtert (Shakeeb Al-Jabri‏ @LeShaque).

Der ehemalige Präsident der Nationalen Syrischen Koalition Khaled Khoja twittert, die Vorgänger von de Mistura haben von Anfang an erkannt, dass die internationale Gemeinschaft nicht ernsthaft daran interessiert war und ist, eine Lösung für den Syrienkonflikt zu finden. De Mistura habe aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern, das falsche Spiel einfach weitergespielt, nicht etwa um eine Lösung für den Konflikt zu finden, sondern nur um sich auf Kosten von hunderttausenden unschuldigen Opfern eine dicke Rente zu sichern.

Andere twittern, de Mistura sei noch nie ein Freund des syrischen Volkes gewesen. Einige stellen sich gar sarkastisch die Frage, ob de Mistura tatsächlich Gesandter der Vereinten Nationen war oder eher jener des Assad-Regimes (Hadi @HadiAlabdallah)?
Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition Ahmad Ramadan schreibt auf Twitter: De Mistura hat während seiner vierjährigen Amtszeit bei den Genf-Verhandlungen nichts erreicht. Er hat zu den Verbrechen des Assad-Regimes, Irans und Russlands, darunter den Einsatz von Chemiewaffen gegen das syrische Volk, geschwiegen und in einigen Fällen auch die Vertreibungspolitik des Regimes gedeckt. De Mistura hat eine Verurteilung des Regimes abgelehnt und auch die Verhandlungen dazu behindert.

Informationen zufolge plant das Assad-Regime die Sperrung des Kurznachrichtendienstes Whatsapp. Das Regime hofft, mit diesem Schritt die Kommunikationseinnahmen erheblich zu steigern. Der syrische Geschäftsmann Rami Makhlouf und Cousin ersten Grades des syrischen Machthabers Bashar al-Assad kontrolliert mit der „Syriatel“ den größten Teil des Kommunikationsmarkts in Syrien. Er gilt manchem geradezu als Symbol der Korruption des Assad-Regimes.

Der Experte für Lokalräte der Denkfabrik Omran, Ayman Al-Das:
In Syrien hat sich nach 7 Jahren nichts geändert. Alle neuen Leiter der lokalen Räte in der Provinz Damaskus sind von der regierenden Baath-Partei ohne Einbindung anderer Parteien ernannt worden. Dies bedeute, dass lokale Entscheidungen weiterhin von der Baath-Partei getroffen werden. (Ayman Al-Das @AymanDas1)
.

Der UN-Botschafter des Assad-Regimes, Bashar Jaafari, forderte die Weltgemeinschaft dazu auf, Druck auf Israel auszuüben, weil Israel der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA weiterhin Informationen zu seinem Nuklearprogramm verweigert und immer noch nicht den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Und da gibt es demnächst womöglich noch einen weiteren Player in der Region, der glaubt, ebenfalls schalten und walten zu können, wie es gerade in den Kram passt:

Saudi Arabien soll inmitten der Khashoggi-Krise laut des regimenahen US-Professors und Syrien-Experten Joshua Landis den Vereinigten Staaten während des jüngsten Zusammentreffens von US-Außenminister Pompeo und dem saudischen Kronprinzen (MbS) 100 Millionen Dollar für die Stabilisierung von Gebieten im Norden Syriens überwiesen haben. Das Geld soll angeblich für die Stabilisierung der syrischen Stadt Raqqa eingesetzt werden und nicht etwa für Militäroperationen der Anti-IS-Koalition.  (Joshua landis @joshua_landis)

17.10

Der stellvertretende Leiter des Hohen Verhandlungskomitees (HNC), Khaled Mahamid, soll nur einen Tag nach Beginn des HNC-Treffens in der saudischen Hauptstadt Riad seinen Rücktritt eingereicht haben. HNC-Sprecher Dr. Yahya Aride bestätigte, dass der Rücktritt Mahamids angenommen wurde. Mahamid wird vorgeworfen, die syrische Provinz Daraa dem Assad-Regime und Russland auf einem „goldenen Teller serviert“ zu haben. Ihm wird außerdem Nähe zu Russland vorgeworfen sowie zu Rebellengruppen, darunter der Ahmad al-Oudeh Gruppe, die sich mit dem Regime versöhnt haben.
Aufhören lässt das Folgende durchaus auch:
Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, Bashar al-Assad besucht im April 2019 Russland und die Krim-Regierung. Der Regierungschef der Krim Sergej Aksenov ist derzeit auf Einladung Assads zu Gesprächen nach Damaskus gereist. Assad plant außerdem die Aufnahme von Flugverbindungen zwischen Syrien auf die Halbinsel Krim am Schwarzen Meer.

Kreml-Sprecher Dimitri Peskow währenddessen:
Russland ist trotz des nicht erfolgten Abzugs der HTS-Rebellen aus Idlib überzeugt, die Vereinbarung mit der Türkei zur Schaffung einer entmilitarisierten Pufferzone werden umgesetzt. Die russischen Armeeangehörigen sind angeblich „zufrieden“ über die Arbeit der türkischen Seite. (Ali Özkök ‏ @Ozkok).

Dennoch:
Die Al-Kaida nahen HTS-Rebellen haben die Frist für einen Abzug aus der geplanten Pufferzone verstreichen lassen, weil das Gebiet eine gute Einnahmequelle für sie ist und weil es für diese Gruppierung kein anderes Rückzugsgebiet gibt. Wer die Grenze zwischen Rebellen- und Regimegebiet kontrolliert, kontrolliert auch die Warenströme. Die HTS-Führung benötigt das Geld für Waffen, Munition, Proviant oder den Sold für ihre Kämpfer. Zugleich bekräftigte der Außenminister des Assad Regimes Walid al-Mou‘allem das Ziel, Idlib wieder unter Kontrolle des Regimes zu bringen.

Iranische Revolutionsgarden sollen eigenen Angaben zufolge im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ 700 Drohnenangriffe in Syrien geflogen haben. Brigadegeneral Amirali Hajizadeh, Kommandant der Luftwaffe der Revolutionsgarden, sagte, die Drohnen hätten Panzer, Truppentransporter, Fahrzeuge für Selbstmordanschläge und 23-Millimeter-Kanonen ausgeschaltet (Fars News)
.
Des Weiteren:

Die Führung der Nationalen Syrischen Koalition besprach in Istanbul mit dem US-Sondergesandten für Syrien, James Jeffrey, eine Aktivierung des politischen Prozesses unter der Aufsicht der Vereinten Nationen. Israelische Quellen behaupten, der Iran und Russland haben eine Vereinbarung getroffen, um die US-Sanktionen gegen Iran zu umgehen. Der Iran werde Russland über das Kaspische Meer mit Rohöl versorgen. Über Russland soll das Rohöl dann weltweit exportiert werden.

Die deutsche Nichtregierungsorganisation „Rebuild Syria Reconstruction Program“ (RSRP) wird Informationen zufolge in der Provinz Deir Ezzor humanitäre Hilfe leisten und Projekte durchführen. Die NGO werde sich vor allem auf den Wiederaufbau und die Restaurierung von Schulen in allen Teilen der Provinz Deir Ezzor konzentrieren, die vom Regime kontrolliert werden. Geschäftsleiter der RSRP ist Arndt Fritsche. Entrüstung in den sozialen Netzwerken kam auf, weil diese Organisation mit einem Logo Deutschlands und des Regimes wirbt.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad empfing in Damaskus eine irakische Delegation unter Leitung des irakischen Außenministers Ibrahim Dschaafari und besprach eine Ausweitung der bilateralen Beziehungen beider Länder sowie die Wiedereröffnung der syrisch-irakischen Grenzübergänge. Der Außenminister des Assad-Regimes, Walid al-Mou‘allem, und sein Amtskollege Kollege Dschaafari kündigten in Damaskus an, der Grenzübergang Bukamal in der ostsyrischen Provinz Deir Essor werde „so schnell wie möglich“ geöffnet werden. Der Grenzübergang Bukamal war vor Beginn des Syrienkonflikts 2011 ein wichtiger Übergang für Waren, Touristen und Arbeiter.
Syrien und der Irak haben zwei weitere gemeinsame Grenzübergänge: Al-Jaarubije in der Provinz Hassake, der von kurdischen Kämpfern kontrolliert wird; sowie Al-Tanaf im Süden von Deir Ezzor. Dieser Übergang wird von der US-geführten Anti-IS-Koalition und mit ihr verbündeten Rebellen kontrolliert.

11.10.

Der türkische Staatspräsident Recep Erdogan sagte, dass das Manbij-Abkommen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten nur aufgeschoben und nicht aufgelöst worden sei (Hürriyet).
Türkischen Medienquellen zufolge soll Washington der kurdischen YPG-Miliz Bohrmaschinen geliefert haben, um Graben auszuheben und Tunnel zu graben und die Stadt Manbij zu umzingeln.  Die USA sollen zudem über Nordirak mehrere Lastwagen beladen mit Waffen und Munition nach Nordsyrien geschickt haben etc. (Anadolu News).

Laut der staatlichen syrischen Zeitung Al-Thawra ist der religiöse Tourismus in vom Regime kontrollierten syrischen Gebieten seit dem vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen. Schiitische Pilger  aus dem Iran, Libanon, aus Pakistan und Afghanistan würden insbesondere das Mausoleum Sayeda Zeinab südlich von Damaskus besuchen.

10.10.

Der Nahostexperte Charles Lister twittert, die Bewohner von ehemaligen Rebellengebieten, die sich mit dem Assad-Regime versöhnt haben, erhalten nun keine Unterstützung mehr. Damaskus würde die Lieferung von Hilfsmitteln blockieren.

Der ehemalige Anführer von Ahrar al-Scham, Hassan Sofan, erklärt folgendes:
Dank Unterstützung der Türkei und der „Geschlossenheit“ der Nationalen Befreiungsfront (NLF) ist ein Massaker in Idlib verhindert worden.

Mit dieser Aussage will Sofan der Hayat Tahrir al-Sham offenbar zu verstehen geben, dass der Schutz von Zivilisten und der Revolution wichtig für das Zukünftige ist.

Und Letzteres auch vor dem folgenden Hintergrund:

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben der Krieg und eine Dürreperiode Syriens Weizenproduktion auf das niedrigste Niveau seit 1989 einbrechen lassen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) teilt mit, dass 2018 nur 1,2 Millionen Tonnen zusammengekommen seien. Vor der Krise sollen es durchschnittlich 4,1 Millionen Tonnen gewesen sein. Vor Ausbruch des Syrienkonflikts konnte Syrien in guten Jahren 1,5 Millionen Tonnen Weizen exportieren. Inzwischen ist das Land auf Importe angewiesen und plant dieses Jahr den Import von 1,5 Millionen Tonnen Weizen, überwiegend aus Russland (Zaman al-Wasl)
.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu soll dem stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten, Maxim Akimov, gesagt haben, dass Israel seine Angriffe auf Syrien trotz der Lieferung des modernen russischen Flugabwehrsystem vom Typ S300 fortsetzen werde. Netanjahu betonte erneut das Recht Israels auf Souveränität und Selbstverteidigung.

09.10.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat eine Generalamnestie für alle Armee-Deserteure in Syrien erlassen, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA. Die Generalamnestie gilt aber nicht für „Kriminelle“ und jene, die auf der Flucht sind, außer diese Letzteren meldeten sich bei den Behörden. Die Amnestie gilt für Deserteure der Armee innerhalb und außerhalb des Landes. Deserteure in Syrien hätten vier Monate Zeit für eine Benachrichtigung der Behörden, diejenigen im Ausland sechs Monate. Das Regime hofft, mit diesem Schritt die Zahl der rückkehrenden Flüchtlinge zu vergrößern (SANA).

Syrische Oppositionelle melden unterdessen, dass das Assad-Regime mit der Festnahme von Tausenden Männern begonnen hat, die zwangsrekrutiert werden. Es handelt sich um Männer aus Gebieten, die zuvor ein Versöhnungsabkommen mit dem Regime getroffen hatten.

Der stellvertretende russische Außenminister, Sergey Vershinin, sagte kürzlich in einem Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur Sputnik, dass Idlib wieder unter Kontrolle des syrischen Staates (Regimes) fallen werde. Denn die in Sotschi getroffene Idlib-Vereinbarung werde gegenwärtig umgesetzt. Das Trennen von „Terroristen“ und „Oppositionellen“ sei kompliziert.

Der iranische Parlamentssprecher Ali Larijani begrüßt währenddessen die Entscheidung Russlands zur Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Syrien. Larijani sagte, dass die Israelis nun nicht mehr in der Lage sein werden, umfangreich ernsthafte Schritte in Syrien einzuleiten. Russland hat ein Recht auf die Stationierung der S-300 Flugabwehrraketen-Systeme, um insbesondere nach dem jüngsten Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs eigene Interessen in Syrien zu wahren. Russland soll drei S-300-Flugabwehrraketen an iranische Experten in Syrien geliefert haben.

Der Kommandeur des Zentralkommandos der US-Streitkräfte im Nahen Osten, Joseph Futil, hat Russland kürzlich vorgeworfen, iranische Aktivitäten in Syrien zu verheimlichen.
08.10.

Das von der Türkei unterstützte Oppositionsbündnis “Nationale Befreiungsfront“ (NLF) soll mit dem Abzug schwerer Waffen aus der geplanten entmilitarisierten Zone in der Provinz Idlib begonnen haben. NLF werde jedoch leichte und mittelschwere Waffen behalten und in den Stellungen und Hauptquartieren in der Zone verbleiben. Raketenwerfer und Artilleriefahrzeuge sollen unterdessen innerhalb der kommenden Tage abgezogen werden. HTS und NLF hatten am Samstag eine Vereinbarung getroffen, um die Kämpfe zu beenden und alle Häftlinge freizulassen (Al Arabiya, Al Jazeera).
Bashar al-Assad sagte während eines Treffens des Zentralkomitees der arabisch-sozialistischen Baath-Partei, dass die Provinz Idlib und auch andere von Rebellen besetzte Gebiete in Syrien vollständig unter Kontrolle von Damaskus fallen werden. Das Idlib-Abkommen zwischen Russland und der Türkei kann daher nur als eine provisorische Maßnahme betrachtet werden.

Militärquellen zufolge soll Russland S-300-Flugabwehrsysteme in der Provinz Tartous aufgestellt haben. Diese dürfen den Informationen zufolge jedoch nicht von syrischen Soldaten, sondern nur von russischen Militärs in Betrieb genommen werden.
Laut des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte soll das Assad-Regime seit Beginn der russischen Militärintervention in Syrien (30. Sept 2015) 26,577 Fassbomben eingesetzt haben. Im September 2018 seien 98 Fassbomben eingesetzt worden. Die meisten davon seien im September auf die Ortschaft al-Habeit im Süden der Provinz Idlib eingesetzt worden.

Der Ministerpräsident des Assad-Regimes Imad Khamis hat auf Anordnung von Bashar al-Assad der Provinz Latakia einen Besuch abgestattet und mehrere Straßenprojekte in al-Haffa und Jableh eingeweiht. Auch die neue Fakultät für Zahnmedizin in der Universität Teshreen ist anscheinend eröffnet worden. Gesamtkosten den staatlichen syrischen Medien zufolge betragen mehr als 11 Milliarden Syrische Pfund, davon 2 Milliarden für die Universität.  Das Assad-Regime hat Dekret Nr.10, welches  der Führung in Damaskus das Recht gibt, Bebauungspläne für zerstörte Gebiete zu erstellen und zudem die Enteignung von Menschen erlaubt, die im Zuge des Krieges aus ihrer Heimat geflüchtet sind, im Tadamon-Viertel der Hauptstadt Damaskus umgesetzt (siehe oben). 25.000 Familien des Tadamon-Viertels ist anscheinend nicht genehmigt worden, in ihre Häuser zurückzukehren. Das Enteignungsgesetz wurde am 2. April 2018 erlassen.

Das Assad-Regime hat offenbar Internet-Türme und/oder Empfangsstationen in der Provinz Homs entfernt sowie eine Verhaftungswelle gegen junge Männer dort gestartet.

05.10.

Laut des Mitglieds des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und ehemaligen NK-Präsidenten Hadi Albahra soll der Lokalrat in Al-Bab in der Provinz Aleppo eine Gasanlage in Betrieb genommen haben, welche das gesamte Schutzschild Euphrat-Gebiet versorgen soll. Zudem sei ein neuer Justizpalast mit finanzieller Unterstützung der Türkei im Norden Aleppos eröffnet worden.
Die USA und die Türkei haben mit der Ausbildung von Truppen für gemeinsame Patrouillen rund um das nordsyrische Manbij begonnen. Die gemeinsamen Militäreinsätze in Manbij waren im Juni vereinbart worden, um Spannungen zwischen der Türkei und den USA zu reduzieren sowie interne Kämpfe zwischen Rebellengruppen zu verhindern. (Hürriyet).

Der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärte, dass die Lieferung des modernen Luftabwehrsystems S-300 an das Assad-Regime abgeschlossen ist. Das syrische Militär soll binnen drei Monaten im Umgang mit dem modernen System geschult werden.

Der russische Präsident Vladimir Putin hat einen völligen Abzug aller ausländischen Militärs aus Syrien in Aussicht gestellt. Dies sei aber erst nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) möglich. Putin sagte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz in St. Petersburg, dass er Entspannung in Idlib erwarte. Allerdings bereiteten ihm Angriffe aus Idlib Sorgen. Russland müsse auf Angriffe auf russische Militäreinrichtungen reagieren.
Putin sagte zudem:
Russland, die Türkei und der Iran werden sich „natürlich“ mit der Führung in Damaskus abstimmen.

Die türkischen Streitkräfte sollen mindestens 40 Lastwagen, gepanzerte Personentransporter und andere Fahrzeuge nach Syrien geschickt haben. Die von der Türkei am Rande von Idlib eingerichteten Beobachtungsposten werden derart verstärkt. Das Gerücht geht um, die Türken planten die Einrichtung einer permanenten Basis im Tal Karkor Gebiet in der Al-Ghab Ebene in Hama.

Der Außenminister des Assad-Regimes Walid al-Mou’allem sagte in einem Interview mit dem Hisbollah-nahen libanesischen Sender Al-Mayadin, dass das russisch-türkische Abkommen zur Schaffung einer „entmilitarisierten Zone ein Schritt zur Befreiung von Idlib“ ist. Al-Mou’allem ist zuversichtlich, dass die Türkei ihren Teil der Abmachung erfüllen wird – dank ihrer Kenntnis der verschiedenen Gruppierungen vor Ort.
Syrische Kämpfer werden bleiben, Ausländer werden über die Türkei abziehen.

02.10.

Der Iran hat in der Nacht zum Montag im Rahmen eines Vergeltungsschlags Mittelstreckenraketen auf Ziele in Syrien abgefeuert. Der Angriff galt Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat bei Albu Kamal im Südosten Syriens. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde erklärte, dass die sechs ballistischen Raketen rund 570 Kilometer weit geflogen sind, und zwar von der Region Kermanschah im Westen des Irans nach dem Südosten Syriens. Auf den Raketen stand angeblich geschrieben: „Tod der Familie Saud“, „Tod Amerika“ und „Tod Israel“.

Die iranische Kulturreferentin in Syrien eröffnete währenddessen in der Ortschaft al-Tabani in der Provinz Deir Ezzor  und in Ma’daan in der Provinz Raqqa ein iranisches Sprachinstitut. Zuvor sind bereits drei iranische Schulen in Albu Kamal am Euphrat im Osten Syriens vor der Grenze zum Irak eröffnet worden.

Der neue Syrien-Sonderbeauftragte der Vereinigten Staaten, James Jeffrey, sagte, dass die Vereinigten Staaten mit wirklich harten internationalen Sanktionen reagieren werden, sollte das Assad-Regime beim Ausarbeiten einer neuen Verfassung nicht kooperieren. „Selbst wenn der UN-Sicherheitsrat den Sanktionen nicht zustimmen sollte, dann werden wir sie über die EU umsetzen oder über Verbündete in Asien. Und dann werden wir es zu unserer Aufgabe machen, das Leben für diesen aus dem letzten Loch pfeifenden Kadaver eines Regimes so miserabel wie möglich zu machen und die Russen und die Iraner, die dieses Chaos angerichtet haben, daraus zu entlassen.

Die Antiquitätenbehörde in Daraa soll in Zusammenarbeit mit der Provinzpolizei den Schmuggel von 14 römischen Antiquitäten-Teilen von Syrien nach Jordanien verhindert haben.

01.10.

Der Außenminister des Assad-Regimes,  Walid al-Mou’allem, hat am Samstag vor der UN-Generalversammlung in New York den sofortigen Abzug von Soldaten aus den USA, Frankreich und der Türkei aus Syrien verlangt. Es handele sich um „Besatzungstruppen“. Die drei Länder müssten ihre militärischen Einheiten „sofort und ohne jegliche Bedingungen“ aus Syrien zurückziehen. Da sie Besatzer seien, werde mit ihnen „entsprechend umgegangen“.

Der Außenminister:
Der Krieg gegen den Terrorismus in Syrien ist fast zu Ende. Die Kämpfe in Syrien werden eingestellt, wenn das Land von den Terroristen und illegaler ausländischer Präsenz befreit ist. Schon heute ist die Lage im Land stabiler und sicherer, so dass die Voraussetzungen für eine Rückkehr der zahlreichen syrischen Flüchtlinge erfüllt ist.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den USA vorgeworfen, sich nicht an eine Vereinbarung zum Rückzug syrisch-kurdischer Rebellen aus der Stadt Manbij im Norden Syriens zu halten. Die US-Regierung habe es versäumt, den vereinbarten Plan zu befolgen, die YPG-Miliz habe die Region nicht verlassen, erklärte Erdogan.

Bundeskanzlerin Merkel hat sich am Freitag bei ihrem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan für ein Spitzentreffen zum Thema Syrien noch im Oktober ausgesprochen. „Wir sind dafür, dass es ein Vierertreffen geben wird, des türkischen Präsidenten, des russischen Präsidenten, des französischen Präsidenten und mir“.

Der Außenminister des Assad-Regimes Walid al-Mou’allem sagte des Weiteren:
Die Führung in Damaskus wird zu militärischen Mitteln greifen, falls die kurdischen Einheiten ihre separatistische Bewegung in Syrien nicht aufgeben.

Das Assad-Regime soll am südlichen Eingang der Stadt Deir Ezzor ein neues Denkmal für den verstorbenen ehemaligen Präsidenten Hafez al-Assad gebaut haben. Die Kosten dafür sollen Aktivisten zufolge $200.000 betragen haben (C4H10FO2P‏ @markito0171).
Regimenahe Milizen sollen in der Hafenstadt Tartous das „Deir al-Mars Elias al-Rih“ Kloster in der Ortschaft Safsafa gestürmt und die Mönche angegriffen und aus dem Kloster vertrieben haben.

Die Stadtverwaltung in Damaskus plant die Umwandlung der Qaboun-Industriezone in Wohngebiete. Diese argumentiert, dass wegen des Krieges 80% bis 90% der Infrastruktur in Qaboun zerstört wurde. Industriellen zufolge sei jedoch höchstens 20% der Infrastruktur in Qaboun zerstört. Qaboun wurde im Jahre 1947 zur Industriezone erklärt – viele Fabriken usw.  Die Stadtverwaltung kooperiere nun mit der Industriekammer in Damaskus, um diese Unternehmen/Fabriken in das Industriegebiet Adra umzusiedeln.

Nach der vollständigen Eroberung von Rebellengebieten im Süden Syriens durch Regimetruppen hat Israel die Bereitschaft zu einer Grenzöffnung signalisiert. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagt, Israel ist bereit, den Grenzübergang zu öffnen, so wie es vorher war. Der Quneitra-Übergang war allerdings bereits seit 2014 geschlossen. Seit August 2018 patrouillieren jedoch wieder UN-Friedenstruppen auf der syrischen Seite der Golanhöhen. Zur Sicherheit werden diese von russischen Soldaten begleitet.

Der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA zufolge sollen dutzende von „Terroristen“ vertriebene Familien über den Abu al-Dohour Korridor  in ihre Dörfer nach Idlib, Aleppo und Hama zurückgekehrt sein. Diese seien dort von Regimetruppen in Empfang genommen worden, welche ihre Gebiete von den „Terroristen“ befreit hätten.

Gut informierten Quellen zufolge soll die Luftwaffe des Assad-Regimes auf Anordnung Russlands ein Komitee gebildet haben, um  den Abschuss des russischen Il-20-Flugzeugs vom 17. September zu klären. Dabei waren 15 Russen getötet worden. Die Absturzstelle lag im Meer rund 27 Kilometer westlich des syrischen Küstenortes Banias. Der Luftwaffenchef Generalmajor, Ahmed Balloul, soll das Komitee eingerichtet haben. Mitglieder des Komitees sind der Direktor für Flugoperationen Generalmajor Riyad Al-Yousef, der stellvertretende Direktor für Flugoperationen und Verbindungsmann zwischen der russischen Hmeimim Basis und der Luftwaffenkommandozentrale des Regimes Generalmajor Fuad Merhej und der stellvertretende Direktor der Luftwaffengeheimdienstbehörde Generalmajor Ghassan Ismail.
Russischen Medienquellen zufolge soll die Universität Damaskus ein neues Sprachenzentrum für Russisch eröffnet haben. Die Dozenten wurden anscheinend aus Russland eingeflogen.  Ende September wurde anscheinend die erste russische Schule in Damaskus eröffnet.

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Limassol

oder

Stulle plus Idioten und eine Tastatur

Nee,

runter in die Stadt, um nach den Arabern usw. zu sehen, bin ich nun doch noch nicht gewesen.

Das heißt, eigentlich fahre ich unweit davon nahezu jeden Morgen vorbei, versteht sich, um Schwimmen zu gehen – und anschließend ins Starbucks.

Das alles passiert neuerdings gar nicht mehr so weit vom Gewinn abwerfenden Hafen von Limassol entfernt, wie die Zeitungen heute mal wieder aufreißerisch berichten. Recht nahe beim Debenham schwimme ich, seit ich dem Dassoudi-Beach etwas untreu geworden bin. Ungefähr dort ist, wo außer Starbucks auch DIE Croissanterie und noch ein lokales Cafe nebeneinander liegend den Beginn der Straße auf der rechten Seite mitformen, wenn von der Uferstraße in Richtung Pafos fahrend abgebogen wird, und zwar so, dass zum Kreisel vor der Makarios Straße gefahren wird. Wie ich heute in einem Kommentar schrieb, wird dort nun doch nicht mehr Schwimmen gegangen, weil das Wasser riecht zu verdächtig. Ich darf nicht warten, bis mich – wieder – IRGENDWAS einholt und mein Konzept wieder schlanker, kräftiger und so weiter zu sein aus den Angeln hebt.

Unweit von wo ich schwimme, führt eine Art Steg recht hoch übers Meer, der vielleicht so an die 30 Meter lang ist. Da stehen all morgendlich Fischer drauf. Und manchmal verirrt sich auch ein Jogger dorthin, um an dem Holzgeländer Verrenkungen zu machen, sich zu dehnen oder daran stützend in die Hocke zu gehen etc. Es kann ja so viel bewegt werden auf einem Steg wie diesem.

Links davon, wo es steinig und felsig ist und lediglich ein Meter vor dem Wasser des Meers auf wunderschön feinsandigem Boden gestanden werden kann, dort bin ich als – heute morgen allerdings, als zum ersten Mal das Auto auf dem großen Parkgelände gegenüber den Cafes geparkt wurde, weil es mir an einem gewöhnlichen Wochentag zu gefährlich schien, an der Straße vor einem der Cafes ohne zu bezahlen zu parken, bot es sich an, mal rechts vom erwähnten Steg in die Nässe zu springen. Dort sind wesentlich mehr Menschen. Offensichtlich alle Russen und der Sandstrand ist wesentlich breiter. Ein junger Mann machte die älteren Damen gerade als ich dort ankam darauf aufmerksam, sie müssten ihre Tücher von seinen Liegestühlen nehmen. Ein Kotzbrocken also. Denn um diese frühe Zeit will keiner seine Liegen mieten.

Das Feinsandige, von dem zuvor die Rede war, setzt sich ins Meer fort, kommt ziemlich sicher von dort aus demselben an den Strand. Es kann raus bis an den Wellenbrecher darauf gegangen werden im leicht tiefer werdenden Gewässer. Es bedarf allerdings einer Körpergröße von 1Meter80, um noch in ungefähr 75 Meter vom Strand und vor dem Wellenbrecher stehend, mit den Füßen auf dem sandigen Boden Kontakt zu halten – all die, die kleiner sind, müssen eben weiter vorne am Ufer bleiben, schwimmen, hopsen oder sonst was tun, um kein Wasser zu schlucken. Letzteres ist nicht empfehlenswert, auch wenn das Wasser trügerisch klar aussieht, denn es riecht so verdächtig nach abgestandenem Wasser komischerweise.

Aber auch sonst: Salzwasser trinkt man nun mal möglichst nicht.

Recht menschenleer ist der Ort links vom Steg. Nicht zu vergleichen mit dem schon früh morgens gut besuchten Dassoudi-Beach, wo sich allmorgendlich viele Leute zum Verrenken, Stehen und Plaudern treffen. Man kennt sich offensichtlich. Auch ich werde recht häufig gegrüßt: „kali mera!“ Dahin werde ich also zurückkehren, obgleich auch dort zuweilen von den Auswirkungen des Hafens und der Geldmacherei etwas über dem Wasser stehend gerochen werden kann, wie gesagt, nicht immer, eher seltener – noch. Dassoudi-Beach ist schon recht weit von der Wohnung weg gelegen. Limassol erstreckt sich über Kilometer entlang der Küste wie ein langgezogener Pfannkuchen.

Vielleicht mit das Schönste an der neuen Behausung ist der kleine, weißliche Pudel, der im Hof an einer nicht allzu langen Leine den lieben langen Tag fristen muss. Die traurigsten Augen, die ich wahrscheinlich jemals gesehen habe. Bellen tut er schon längst nicht mehr, wenn ich komme – noch nicht mal mehr spät nachts. „Snowbell“ muss er sich rufen lassen. Er ist ein aufmerksamer Zuhörer, aber von der Kette nehme ich ihn nicht. Bloß kein Trouble produzieren!

Gerade vorhin wurde Bohnen weggekippt. Hatte die gestern zubereitet. Total misslungen, obgleich ich bei der ersten Speisung den Teller leergegessen hatte und mir einbildete, es sei mal wieder gelungen. Doch jetzt … .

Im Kühlschrank steht noch eine Dosis davon. Mir dreht es bei dem Gedanken, die noch essen zu dürfen, jetzt schon fast den Magen um. Allerdings haben die im Kühlschrank noch keine Gewürzladung abbekommen. Und es ist Letzteres, was die Bohnen wohl so unerträglich schmecken lässt.

Vermurxt.

Ein Gutes hat der unverhoffte Murx: Den ganzen Tag über wurde nichts mehr gegessen. Hunger habe ich seither keinen. Das Zeug stinkt nach viel zu viel Kardamon. Ist inzwischen weggeworfen. Draußen im Mülleimer gelandet. Die erste Kakerlake ist mir vorhin begegnet, ganz klassisch, und zwar in der Küche. Vor Schreck hätte ich fast laut geschrien, und das nachts um 22Uhr35. Totgetreten den dicken Brummer in den Ausmaßen seiner ägyptischen Verwandtschaft. Schon länger nicht mehr so eine große, gut genährte Kakerlake gesehen.

Ih gitt!

Noch 10 Tage darf ich hier wohnen. Eine Bratpfanne gibt es keine. Mag gar nicht danach fragen. Dann koch ich halt einfach alles ab. Fertig. Nur, Bohnen, die in größerer Anzahl gekauft wurden, machen plötzlich überhaupt nicht mehr an. Also essen im Restaurant die nächsten 10 Tage – ein Mix aus gekochtem Halloumi Zuhause und Restaurant wird es wohl werden.

Die neuen Vermieter stellten sich als Araber heraus, und zwar mit teils US-amerikanischen Wurzeln und zyprischen Pass. Denen gehört die Hütte, in der ich hausen darf. Es könnte darin noch kritisch werden, und zwar zum Ende des Aufenthalts – wegen der Handtücher, Bettbezug etc. Nur gut, dass es aus irgendwelchen Gründen nicht klappte, die Behausung für einen Monat im Netz zu buchen, wie es eigentlich vorgesehen war.

Limassol gefällt mir gut, ja, sogar diese Wohnung ist irgendwie putzig, weil so sonderbar oriental. Dachte schon am 2. Tag meines Aufenthalts hier, dass da draußen, im Haus nebenan, irgendjemand Arabisch spricht – meine Vermieter.

Einen Putzlumpen gibt es auch nicht, um den Boden mal aufzuwischen. Eine Vorlage bei der Dusche ebenfalls nicht. Vielleicht frage ich danach und habe Glück.

Gekauft, wird ein Putzlumpen jedenfalls nicht!

So viel Zeug zum Kochen gekauft und jetzt hat die Lust dazu verlassen.

Dabei wird gar nichts groß den lieben langen Tag getan.

Konsumiere viel TV aus Syrien und dem Libanon.

Bin echt dankbar, weil schon seit Längerem ein gesteigertes Bedürfnis wuchert, Arabisch wiederzubeleben. Das 3. Buch mit einer Seite Arabisch und der anderen Englisch oder auf Deutsch wurde dieses Jahr bereits verschlungen. Ein Buch dieser Art wird meist 2 oder 3 Mal gründlich gelesen, bis ich genug davon habe. Doch weggeworfen werden die Dinger danach nicht. Es könnte ja nach Monaten vielleicht nochmals danach ein Bedarf bestehen.

Ja, eine Art Bedürfnis nach dem Sprechen von Arabisch ist da. Ein Phänomen, welches allerdings bestens bekannt ist, und zwar aus der Zeit, als ich zwischen Arabisch und Türkisch pendelnd lebte – statt Griechisch hatte ich damals Englisch in der Mangel, als in Athen gelebt wurde.

Interessant zu beobachten, dass älter geworden weniger Wert aufs Kommunizieren gelegt wird. Es wird gelesen. Stundenlang kann in der einen oder anderen Sprache gelesen und notfalls noch das Handy nach der einen oder anderen Vokabel befragt werden. Das Ziel ist klar, und wahrscheinlich daher so anziehend: Gelesenes muss verstanden werden. Punkt. Die Rede ist von Zeitungen, weniger von Büchern. Aufs literarische Level wird zwar geschielt, aber … . Langweilig wird einem dabei nicht.

Habe im Internet eine Plattform gefunden, wo mit Arabischsprechern kommuniziert werden kann, und zwar im Austausch mit Deutsch. Viere haben angebissen: eine Frau und drei Männer. Schrieben mir alle auf Deutsch, obgleich gleich anfänglich darum gebeten wurde, doch auf Arabisch zu schreiben, sodass dann auf Deutsch geantwortet werden kann.

Bin gespannt, ob ich durchdringen kann.

Weil in Jordanien hatte ich mal Bekanntschaft mit einem Künstler gemacht. Bei dem hat das nicht geklappt. Der schreibt immer wieder, ja nur, auf Englisch. Das nervt, aber ich lass es mir möglichst nicht anmerken. OK, Arabisch ist nun nicht gerade meine Stärke, aber ausbaubar.

Keine Ahnung, wo in Limassol Bücher verkauft werden – zweisprachige. Wahrscheinlich in der Nähe der Uni. Gestern war 01. Oktober. So viel komischer Patriotismus. Wie kann man ein anderes Volk so wenig wertschätzen. Nur weil sie Türken sind? Idioten gibt es überall und türkische Idioten sind halt anders idiotisch, wie alle Idioten überall. Dem einen gefällt’s so, der anderen ist es ein Graus.

Limassol braucht viel Zeit. Fühle mich hier richtig wohl. Die Stadt hat wahrscheinlich die richtigen Ausmaße, das Meer und hoch interessante Bewohner. Frauen spazieren vereinzelt nachts um 23Uhr am Meeresrand. Zeugnis einer gewissen Sicherheit und der Eigenständigkeit vieler Frauen auf Zypern.

Schön sieht aber anders aus. Gewiss wird Limassol schöner, je länger in ihren Straßen gegangen, gelebt und getanzt wird. Ja, die tanzen hier gelegentlich. Einfach so.

Einen Namen dem halbkreisrunden Gebäude gefunden, welches von dort, wo neuerdings Schwimmen gegangen wurde, ganz gut und nah zu sehen ist. Darauf kam das Köpflein schwimmend. Sie glauben ja gar nicht, was Mensch schwimmend und in Sekunden alles durch den Kopf laufen kann, bis er endlich leer ist und man verwundert in der Schwimmbewegung verharrt, kurz, weil er sich leider schon wieder eingeschalten hat. Nun, im Angesicht dieses Halbkreises kam „Stulle“ heraus.

Die Stulle ist in real wahrscheinlich nur ein Bürohaus.

Mission completed, könnte man sagen, was aber nicht zutrifft, weil jetzt fängt die Mission wahrscheinlich erst an.

Einen urwüchsigen Limassoler kennengelernt. Er lädt mich ein, (in) seine Welt abzutauchen.

Warten wir es ab, was da noch alles zum Vorschein kommt. Die Eiernudeln ohne Fleisch zubereitet, die er heute offerierte, wurden bereits verpasst.

Es kann also nicht viel mehr schiefgehen.

Hatte keine Lust, gerade angekommen Zuhause, schon wieder den ganzen Weg durch den Mittags-Verkehr dieser Stadt zurückzufahren!

Und: Wenn der Laptop aufgeklappt ist, gehört UNS die Tastatur, dann zählt fast nichts Weiteres!

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Ja!

Es geht weiter.

Auch wenn der Stoff unbequem ist.

Heute am 27. 09. ist auf einem libanesischen Fernsehkanal alle halbe Stunde zu erfahren gewesen, dass ausgerechnet die Saudi Arabier Helfer in der Not der Jemeniten werden. Geld wird in sogenannte Hilfsprojekte fließen.

Warum dazu auch noch auf der jemenitischen Insel Sokotra Stellung bezogen werden muss, wie in den Nachrichten aus dem Libanon zu sehen ist, können uns gewiss vor allem US-Militärstrategen erklären.

.

Militärquellen zufolge soll das Assad-Regime den Kommandeur der 5. Division, den Generalmajor Wasil al-Samir, zum stellvertretenden Generalstabschef ernannt haben. Diesen Posten wird er schon bald ganz innehaben. Dieser Arbeitsplatz ist bereits seit Januar 2018 vakant.

Da Generalstabschef Brigadegeneral Ali Abdullah Ayoub im Januar 2018 zum Verteidigungsminister des syrischen Regimes ernannt wurde, weil der syrische Verteidigungsminister Fahad Jassim al-Freij aus nicht bekannten Gründen den Hut nehmen durfte, wird nun also Wasil al-Samir dem Job machen. Er wurde 1958 geboren. Stammt aus einem Dorf in der Provinz Hama.

Gewiss haben Sie auch vom Geschrei um die demilitarisierte Zone zwischen Syrien und der Türkei gehört. Nun, rund 7.000 aus Idlib vertriebene Bewohner sollen in ihre Städte und Dörfer heimgekehrt sein deswegen. Man stelle sich vor, dass zeitlich kurz davor mehr als 30.000 Menschen vor einem drohenden Angriff des Assad-Regimes in Richtung der türkischen Grenze im Norden geflohen waren. Anadolu News schreibt, es befänden sich 22 vom Iran unterstützte Milizen mit rund 120.000 Kämpfern im Umkreis von Idlib, darunter 12 Milizen im Westen der Provinz Aleppo, 7 im Norden der Provinz Hama und 3 in der Provinz Latakia

Und:

Das von der Türkei unterstützte Rebellenbündnis „Nationale Befreiungsfront“ erklärte, man werde mit der Türkei uneingeschränkt zusammenarbeiten, um eine Großoffensive des Assad-Regimes auf Idlib mit katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung zu verhindern. Ihre Waffen wollen die Rebellen aber nicht abgeben. Sie zweifeln an Assads Aufrichtigkeit und die seiner Verbündeten. Alarmbereitschaft bleibt also weiterhin bestehen, meinen die Rebellen.

Die in Sotschi getroffene Vereinbarung von der oben also die Rede ist unter anderem, sieht indes vor, dass alle Konfliktparteien in der militärfreien Zone bis zum 10. Oktober ihre schweren Waffen abgeben.

Auch die Huras al-Din Rebellen halten nichts von den russisch – türkischen Plänen einer entmilitarisierten Zone. Die rufen dazu auf anstatt, „gegen die Feinde der Religion“ verstärkt zu kämpfen.

Zur Huras al-Din zählen viele ausländische Dschihadisten. Letztere Truppe oder Gruppe wurde von Kämpfern gegründet, die Hayat Tahrir al-Sham verlassen haben, weil diese offiziell ihre Verbindung zur Al-Kaida gekappt hatte. Huras al-Din besteht angeblich nicht aus mehr als etwa 1.200 Kämpfern.

Die syrischen Muslimbrüder drückten schon mal ihre Unterstützung für die Bemühungen der Türkei aus. Die Muslimbrüder wollen anscheinend überleben. Sie warnten aber vor einer möglichen Täuschung seitens Russlands.

Nichtsdestotrotz behauptet der Generalsekretär der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, dass die Hisbollah auch nach dem Idlib-Abkommen in Syrien bleiben werde. Das sei so mit der syrischen Führung abgesprochen, meint er. Nasrallah forderte seinerseits erneut die YPG-Kurden auf, Verhandlungen mit der Führung in Damaskus aufzunehmen, denn die USA seien kein verlässlicher Partner für die Kurden.

Letzteres trifft zwischen Putin und Assad noch nicht zu. Soll heißen: Ersterer kann sich auf den Alewiten (Assad) verlassen. Zweiterer hat keine andere Wahl, als sich auf Putin zu verlassen. Und so schrieb Bashar al-Assad nach dem versehentlichen Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges in einem Kondolenzbrief, dass dieser Vorfall ein unglückliches Ergebnis der „üblichen israelischen Arroganz“ zu verdanken ist. Assad liegt wohl richtig in der Annahme, dass Putin ihn wegen so etwas nicht gleich fallen lässt – noch nicht.

Man glaubt es kaum, weil im neugewonnen syrischen Fernsehen, welches neuerdings in die neu, temporär bezogene Wohnstube kommt, ist nichts zu hören oder zu sehen von Demonstrierenden gegen das Regime. Aktivisten haben nämlich um dem 20. September herum zu Großdemonstrationen in den von der Opposition kontrollierten syrischen Gebieten unter dem Motto „Keine Verfassung und kein Wiederaufbau vor dem Sturz von Bashar al-Assad“ aufgerufen. Vergebene Mühe, konstatieren wir zu den Demonstrationen, leider etwas ermüdet. SORRY. Auch wenn Asaad Hanna mit Hunderttausenden Teilnehmern an den Demonstrationen rechnet. Immerhin: Zehntausende sollen es geworden sein, die daran teilnahmen. Es sei, schreibt eben erwähnter Berichterstatter, „nichts anderes als die Umsetzung von UN-Resolution 2254!”

Es geschah allerdings nicht wegen den Demonstrationen, dass der Kommandeur der regimetreuen Tiger-Kräfte (Quwwat an-Nimr), Sohail al-Hassan, plötzlich und unerwartet 6.500 Mitglieder der genannten Spezialeinheit entlassen haben soll.

Grund noch unbekannt!

Vielleicht haben es die Russen so gewollt, sagen einige. Denn vor dem Hintergrund des in Sotschi vereinbarten Memorandums zwischen Russland und der Türkei, wo ein Zehn-Punkte-Plan festgelegt worden ist, welcher die sogenannten Garantiestaaten Türkei, Russland und Iran verpflichtet, einen „nachhaltigen Waffenstillstand in der Idlib-Deeskalationszone“ zu erreichen, wäre der erwähnte Schritt also plausibel. Das gemeinsame iranisch-russisch-türkische Koordinationszentrum wird aufgrund dessen verstärkt. Die Türkei wird immens in die Pflicht genommen. Ihre Aufgabe ist, die extremistischen Gruppen zu entwaffnen sowie dafür zu sorgen, dass die wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Autobahnen M4 (Aleppo-Latakia) und M5 (Aleppo-Hama) ab Ende 2018 wieder offen und gefahrlos befahrbar sind. Viel Spaß bei diesem Job, Herr Erdogan!

Glücklicherweise, kann Erdogan sagen, brauche ICH nicht da in Uniform meinen Mann/Soldaten stehen.

Ganz offensichtlich soll der während des Kriegs unterbrochene Handel zwischen Ankara und Damaskus wieder pulsieren. Dieser Teil des Deals ist uns nun also auch bekannt.

Die zuvor erwähnte Vereinbarung von Sotschi soll gemäß des syrischen Analysten von der britischen Denkfabrik Chatham House, Herrn Haid Haid, keinesfalls garantieren können, “dass eine Offensive in der Zukunft nicht mehr möglich sei”. Denn, so die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA: der Krieg gegen den Terrorismus wird bis zur „Befreiung des gesamten syrischen Territoriums“ fortgesetzt.

Russland hatte wegen eines Marinemanövers die Sperrung des östlichen Mittelmeers bis zum 26.09. veranlasst. Auch Zivilflugzeuge mussten zwischen den Küsten Syriens, des Libanons und Zyperns Ausweichrouten fliegen. Zu dieser Anordnungen kam es eben wegen des „unglücklichen“ Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs über dem Mittelmeer seitens Syriens. Fluggäste aus der Schweiz kommend danach gefragt am 26.09., sagten, Sie hätten nichts mitgeteilt bekommen auf ihrem Flug von Zürich nach Larnaka mit der Edelweiß.

Des Weiteren meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA , dass das Qara 4 Gasfeld in Damaskus Land mit einer täglichen Kapazität von 120,000 Kubikmeter Gas und zusätzlich 100 Barrel Kondensat in Betrieb genommen worden sei. Das Geld ist wahrscheinlich auch dringend nötig, welches das Gas einbringen dürfte, zumal laut der britischen Times Zeitung Moskau der Krieg in Syrien bisher rund 2.7 Milliarden Pounds Sterling gekostet haben soll. Und auch, damit ES womöglich nicht noch teurer wird, hat der israelische Verteidigungsminister Avigor Liebermann netterweise verkündet, Israel werde seine Luftangriffe auf Syrien nicht einstellen, aber sich bemühen, direkte Zusammenstöße mit russischen Truppen zu vermeiden.

Ist das nicht ritterlich!?

Nun ja, das israelische Nachrichtenportal „Ynet News“ berichtet, die israelische Luftwaffe habe ihren russischen Kollegen in Moskau einen 40-Seiten Bericht vorgelegt, der dokumentiert, wie es zum Absturz des russisches Aufklärungsflugzeug Il-20 gekommen ist. Totales Chaos auf Seiten Assads muss geherrscht haben. Die syrische Luftabwehr feuerte über 30 Minuten „dutzende“ Raketen von allen möglichen Luftverteidigungs-Basen im Land aus ab. Assads Luftabwehr-Boys sind offensichtlich durchgeknallt, meinten israelische Militärs ihren russischen Kollegen gegenüber mit Stolz gefüllter Brust, wird erzählt.

Was liegt nach solch Vorfällen näher, wie auch der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu offensichtlich findet, als dass Moskau in ein paar Wochen das Raketenabwehrsystem S-300 an die Führung in Damaskus liefern wird. Das sei nun entschieden zwecks Sicherheit der russischen Truppen in Syrien.

Und man staune:

Der syrische Medienaktivist Hadi Alabdallah twitterte, dass nach einer Unterbrechung von mehreren Jahren wieder Schiffe von Mersin in der Türkei nach Latakia/Syrien fahren.

Und:

Der türkische Staatspräsident Erdogan sagte am Montag, dass die Türkei weitere Sicherheitszonen in Syrien schaffen werde, auch östlich des Euphrats, wo die von den USA unterstützten PYD/YPG-geführten „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) präsent sind.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu findet es wenig lustig, dass die Syrer die erwähnten russischen Waffensystemen erhalten werden. Tel Aviv und Moskau einigten sich daraufhin, die Koordination der israelischen und russischen Armeen weiter über die militärischen Kanäle erfolgen zu lassen.

Liebe Leser, die Betonung liegt auf „weiter!“

Der russische Verteidigungsminister Schoigu kündigte ein Feind/Freund-Erkennungssystem des Weiteren für die Syrer an sowie Elektronik zur Störung der Systeme von in den syrischen Luftraum eindringenden fremden Flugzeugen. In Regionen nahe Syrien über dem Mittelmeer werde es eine „Unterdrückung der Satellitennavigation, von Radarsystemen an Bord und der Kommunikationssysteme von Militärmaschinen geben.

Endlich, werden gewiss oder vielleicht auch Sie gerade gedacht haben.

Der stellvertretende Außenminister des Assad-Regimes Faisal Mekdad meint seinerseits: Syrien hat in allen Teilen Syriens gesiegt und wird auch in Idlib siegen! „Wir werden nach Idlib kommen und Idlib entweder militärisch oder friedlich zurückerlangen!“

Und siehe da:

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete am Montag, dass Syriens Machthaber Bashar al-Assad per Erlass Nr. 299 Dr. Hazem Younes Qarfoul zum neuen Gouverneur der syrischen Zentralbank ernannt hat.

Und da wir schon beim Geld sind:

Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura soll Medienquellen zufolge für seine Vermittlungsmission 92 Mitarbeiter eingestellt haben. Die Kosten dafür würden monatlich 1.4 Millionen Dollar betragen. Der Nahostexperte Emile Hokayem sprach von einer Verschwendung von Flugbenzin und diplomatischer Glaubwürdigkeit.

Bislang sieht es derart aus um den Streitapfel Idlib, genauer seit dem 26. September 2018:

Das Assad-Regime soll im Rahmen des zwischen Russland und der Türkei vereinbarten Abkommens zur Schaffung einer entmilitarisierten Zone in Idlib damit begonnen haben, Panzer, BMPs und Artillerie von den Frontlinien abzuziehen

Der libanesische Drusenführer und Vorsitzende der Sozialistischen Fortschrittspartei Walid Dschumblatt‏ twitterte, dass hunderte IS-Kämpfer vom Assad-Regime von Abu Kamal nach Idlib evakuiert worden sind, um die russisch-türkische Vereinbarung zu sabotieren. Das Regime soll zuvor auch IS-Kämpfer aus Damaskus Land in die Provinz Sweida gebracht haben, damit diese das Drusengebiet attackieren.

Lokalen Quellen zufolge würden das Assad-Regime und verbündete iranische Milizen trotz der Deeskalationsvereinbarung ihre Angriffeauf Ortschaften in der Provinz Idlib (Temania und Tal Marak), der Provinz Aleppo (Al-Rashideen und Kafr Hamra), der Provinz Hama (Lataminah und Abu Ubeid) und auf Jabal al-Kurdi in Latakia fort.

Dabei kommen auch Zivilisten um.

In Deutschland ist ein Mitglied der bewaffneten syrischen Opposition wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dem Anführer der Jabhat Ghuraba al-Sham Milz wird vorgeworfen, unter dem Dach der Freien Syrischen Armee, Kriegsverbrechen in Form von Folter und Mord sowie Entführungen verübt zu haben. Der Haken daran: die Rebellengruppe Jabhat Ghuraba al-Sham existierte nur bis Anfang 2014 und soll auch keine westliche Unterstützung erhalten haben.

Der US-Sonderbeauftragte für Syrien, James Jeffrey, sagte in einem Gespräch mit Asharq Al-Awsat, dass die Vereinigten Staaten mit Moskau zusammenarbeiten würden, um den Iran aus Syrien zu vertreiben. Keine militärische Gewalt soll eingesetzt werden dabei. Bashar al-Assad werde man durch eine neue Verfassung aus dem Weg räumen.

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Angekommen 2

Sie geht gerade wieder auf – die inszenierte Falle!

Fängt ja recht vielversprechend an.

Obgleich … .

Wirklich schlecht geschlafen.

Doch dann auch wieder nicht so richtig schlecht.

Soll heißen:

Ich ging früh ins Bett Sonntagabend und wundere mich nun offensichtlich noch immer, dass ich sehr früh aufgewacht bin – so auch diese Nacht.

Sogar der Kater hat gestaunt.

Der spinnt eh derzeit.

Hat wahrscheinlich zu viel Kontakt mit den anderen Katzen draußen im Garten – lässt sich zurück auf Zypern plötzlich nicht mehr länger auf den Schoß nehmen, streicheln. Das Auge hätte er mir ums Haar heraus gekratzt. War wahrscheinlich keine böse Absicht.

Glück gehabt!

Dann, wenn das Auge flöten gegangen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht mehr so nachsichtig behandelt für eine Zeitlang, vielleicht auch für immer, wer weiß. Was kann ich dafür, dass er blind ist!

Es lässt sich recht träge an das Leben auf Zypern. Es ist eben heiß, angenehm heiß. Wunderbare Nächte mit leichter Brise, vielleicht die beste Jahreszeit.

Gerade mal ein paar Tage hier.

Konnte in Lahr und Umgebung leider keinen Zahnarzt auftreiben, der mir in den Kram passt. In Berlin hatte ich einen, und jetzt auch hier auf Zypern. Bei dem war ich heute. Er macht mir Hoffnungen, dass der eine Backenzahn vielleicht doch noch stabilisiert und so weiter werden kann. In Lahr der Arzt, der hatte noch nicht mal recht in den Mund geguckt und dann redete er schon von „herausreißen“. War wohl genervt, dass ich mit X-Rays des Zahnes ankam und kein weiteres X-Ray zulassen wollte.

Ich muss doch die Strahlung schlucken, nicht er!

Er verkriecht sich hinter einer Tür und wartet, bis das Strahlen-Prozedere vorüber ist.

Nein, ich habe wieder Hoffnung, dass das Ding mit den Zähnen im letzten Moment doch noch zurecht gebogen werden kann im Gegensatz zu der traurigen Tatsache, dass sich Assad wohl halten wird. Bloß kein Implantat, von dem immer sofort gleich die Rede ist. Assad ist mir eigentlich auch ein Implantat, der anderen Art. Und wenn die Krankenkasse zyprisch-zahnärztliche Kosten nicht begleicht, muss man sich da dann nicht schon fragen, für was wir eigentlich noch eine EU führen?

OK, Zypern ist nicht im Schengenraum, aber … .

Wie?

Den Wiederaufbau Syriens soll die EU hauptsächlich bezahlen?

Vor dem Flug hier her habe ich noch schnell zwei Rechnungen an die Krankenkasse geschickt, weil Monate davor leider zum Orthopäden gegangen werden musste, auch auf Zypern. Eigentlich könnte ich da gleich wieder hinrennen, weil eines der beiden Knie komischerweise plötzlich etwas schmerzt.

Die Kasse kann sich aber beruhigen, weil Selbsttherapie hab ich mir verschrieben. Darüber, wie diese Art von Therapie sich gestaltet, keine Sorge, das wird nun nicht in Details vor ihrem staunenden Auge hier flachgelegt. Bleibt mein Geheimnis, so auch, warum ich einen mehr als halbfertigen, 4-seitigen Bericht zu Syrien jetzt doch nicht veröffentlichen mag. Sie müssen wissen, ja, ich weiß, Sie müssen gar nichts, aber dennoch: Was da in Syrien abgeht, das find ich nur noch unerträglich. Ganz schlimm, dass Assad überlebt, politisch.

Nein, ich sitze nicht in oder auf „Santa“!

Sie werden es nicht für möglich halten, doch das Schicksal, oder wer immer es ist, hat beschlossen, dass für eine geraume Zeit ausgewichen werden muss, Santa der Rücken zu kehren ist. Besuch steht nämlich an und dann geht es bekanntlich laut und so weiter zu. Die Leute wollen eben auch unterhalten sein. Und da der Besuch nicht meiner ist, … .

Nicht etwa, dass ich fremdeln würde, aber ehrlich, ich mag jetzt nicht! Punkt. Mag MEIN Ding hier auf Zypern ENDLICH mal machen und sonst möglich nichts. Übermorgen kommt allerdings noch ein Abend mit Botschaftsleuten dazwischen, doch dann werde ich vollends abtauchen, und zwar in Limassol. Vorgenommen habe ich mir, die syrisch-ägyptisch-libanesich-kurdische-etc.-Szene zu sichten. Mal sehen, was DIE so zu erzählen habe über ihre vermeintliche Freiheit in Limassol und die zurückgelassene Heimat, und wie die sich in Zypern einbringen.

Irgendwie kenne ich diese Stadt, Limassol, und dann auch wieder überhaupt nicht. Ja, ich bin eigentlich oft in Limassol, aber … .

Wissen Sie, ich bin nun über 10 Jahre immer wieder auf der Insel und hatte es bislang nicht eilig, möglichst alles zu sehen oder gesehen zu haben. „Reinwachsenlassen“, sag ich da gern. Und nun ergibt sich offenbar eben, dass für eine Weile in Limassol gewohnt wird. Kann gut sein, dass der Limassol-Aufenthalt dann doch noch zeitlich erweitert wird. Jetzt sind erst mal 3 Wochen angesetzt, auch, da die Besitzerin meiner neuen Unterkunft offensichtlich schon jemand anders in dem recht bescheiden eingerichteten Wohnraum gebucht hat.

Die Absteige klingt und sieht auf „AirnB“ ganz anders aus, vielversprechender.

Mir ist das gerade egal, auch, ob dort ein Fenster drin ist oder nicht. Ja, da ist eins, doch keine 2 Meter vor demselben ist eine ziemlich unschöne Wand jenes Wohnhauses, neben dem meine Hütte von Uncle Tom steht und die Vermieterin dieses ‚Luxus‘ womöglich auf unsere Kosten lebt.

Alles OK!

Nichts mit meckern hier!

Noch nicht.

Jetzt weiß ich, hier in Onkel Tom’s Hütte sitzend und gerade schreibend, was in Santa vergessen wurde: die Kamera und das Teleobjektiv. Liegen hinter’m Fernseher und werden mir Mittwoch Abend überreicht, wenn es zum Treffen mit den Botschaftsleuten geht – Abschied eines Diplomaten vom Dienst und so stehen auf dem Programm. Leute treffen. Sehen und gesehen werden.

Dafür, dass das Zweitwichtigste (Kamera) vergessen wurde, habe ich wahrscheinlich viel zu viele Hosen mit langem Hosenbein dabei. So auch kurz-ärmliche Hemden. Alles gebügelt und sauber.

Wird sich noch herausstellen, wie das Viertel hier in Limassol heißt, in das kurzfristig eingezogen wurde. Wollte jedenfalls nicht unten am Strand sein. Nein, möglichst ein mir total unbekannter Fleck in der Stadt ist angesagt.

Letzteres bewahrheitete sich schon heute Nacht. Bekanntlich sind alle Katzen im Dunkeln schwarz, sehen plötzlich anders aus, so auch Limassol. Ausfahrt Nummer 28 gilt es nämlich zu nehmen auf der Autobahn, die durch die obere Stadt verläuft, wenn ins temporäre Zuhause gelangt werden will. Dann gilt es in Richtung Zentrum zu fahren und bei der 3. Ampel rechts abzubiegen, dann die erste Straße links einzubiegen und dann ist man schon dort, nämlich nahezu am Ende einer vergleichsweise kurzen Straße.

Doch auf dem Weg zurück aus der Stadt nahm ich den Weg kreuz und quer durch dieselbe. Weil sie soll jetzt endlich besser gekannt werden – zu Fuß, wie auch per Auto. Irgendwie war’s als würd ich durch Beirut oder durch Damaskus fahren – vor dem Krieg.

Wohne gar nicht so weit von dem Ort entfernt, wo schon mal eine Zeitlang Tischtennis gespielt wurde. Sie werden es nicht glauben, als ich nach Monaten zurückkam an diesen Ort und dort wieder Pingpong spielen gehen wollte, konnte ich den Weg zur Halle einfach nicht finden, obgleich an jenem Ort ein großes halbrundes Stadium in den Himmel ragt, unter und in dem eben auch Tischtennis gespielt wird – und nicht zu billig. 50 Euro Beitrag im Monat wollten die damals haben plus 50 Euro Aufnahmegebühr.

Und damit gab ich mich dann auch zufrieden damals, also, dass ich diesen Ort auf die Schnelle nicht finden konnte und nicht wieder zum teuren Training dort antrat. Was so speziell an diesem einen Monat Training dort war: ich trainierte mit Jugendlichen. Für die Erwachsenen war ich denen offenbar zu schlecht. Und das Training war wirklich Training. Es wurden verschiedenste Techniken und Schläge eingeübt. Wunderbar. Das ist in Lahr leider nicht gegeben. Da stellen sich die Herren hinter die Platte, spielen sich etwas ein, meist immer dieselben, die danach gegeneinander spielen, und das war dann Training!

Spielte damals in einem anderen Verein Deutschlands, wo, wie soll es bestens gesagt sein, nicht gerade hochklassiges Tischtennis gespielt wird.

Das ist auch in Lahr längst nicht der Fall, allerdings gibt es dann doch 3-4 Männer, es spielen auch in Lahr nur Männer Tischtennis im Verein, die ich ganz gewiss auch nicht zu meiner BESTEN Zeit von der Platte so ohne Weiteres gefegt hätte – genauer den einen. Und daraufhin mag ich trainieren und keine zyprischen Trainingspausen daher mehr zulassen, die sonst als dazu führten, dass wochenlang die Rückhand wieder eingeübt werden musste nach der Rückkehr an die Platte und in die so genannte „Runde“ – mit der Konsequenz, dass einige Spiele verloren gingen etc.

Nein, diesmal will ich es vor allem mir selbst zeigen, auch wenn das Knie droht, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Man wird sehen, was passiert – und ob die arabischsprachige Szene in Limassol mir einen Zutritt gewährt. Es ist nämlich noch nicht entschieden, ob als Privatperson oder als Journalist dort sich eingebracht wird. Womöglich bin ich da schon so hartnäckig wie der Baschar al Assad? Von dem kann man wahrhaft noch lernen, sich zu behaupten. Das Problem ist halt nur: bis zu welchem Preis?

Normalerweise halte ich mich am anderen Ende von Limassol auf, also dort ungefähr, wo man von Larnaka nach Limassol auf der Straße am Meer kommend in diese Stadt einfällt. Die Zyprer nennen die Gegend inoffiziell „Tourist-Area“. Schrecklicher Name, aber zwei-drei gute Cafés, die gibt es dort. Und ich sitze nun mal oft und gern in Cafés, um zu lesen, zu gucken und natürlich auch um Leute kennenzulernen oder zu treffen.

Mein heiß geliebtes Café „Costa Coffee“ soll ja nun ein Teil des Coca-Cola Imperiums geworden sein. Wird offensichtlich Zeit, sich neue Orte zu erschließen. Da wäre was in der Makarius-Straße namens „Paradosiaka“ (Traditionell). Unweit davon waren wir letztens. Ganz chic ist das Zweitgenannte gewesen. Das Paradosiaka scheint ein typisch zyprisches Kafeneion darstellen zu wollen.

Auf den zuvor erwähnten Umstand – chic – sollte man sich in Zypern ansonsten einlassen. Weil dort, wo die älteren zyprischen Herren hingehen, herrscht nicht gerade der Esprit von Internationalität, meistens. Also werde ich genau deswegen dort heute früh mal hingehen.

Wie gesagt, ich bin mal wieder früh schlafen gegangen und früh aufgestanden. Jetzt ist 03 Uhr 30 morgens. Wenn ich den Text hier durchhabe, wird das Ding ins Netz gestellt. Weg damit! Und dann werde ich mir die Frühschwimmer-Szene geben. Wahrscheinlich am Dassoudi-Beach, auch der ist größtenteils schön sandig und weitläufig – auch wenn davor immer mehr Öltanker und andere Schiffe vor Anker liegen. Sogar ein kleines Wäldchen trennt diesen Beach von der 4-spurigen Straße, der Corniche.

Hatte den Toshiba-Computer, der gewiss schon so alt ist wie der Krieg in Syrien, und älter, vor meiner letzten Abreise nach Deutschland doch noch zur Reparatur gebracht. War positiv erstaunt, dass mir damals nicht empfohlen wurde, das alte Ding wegzuhauen, was wahrscheinlich so in Germany der Fall gewesen wäre.

Nein, der junge Herr im Geschäft in der Ortschaft Kitti sagte, er werde mir ein neues abgespecktes Betriebssystem draufhauen – ich werde meine „Freude“ haben, meinte er. Und tatsächlich, es schreibt sich wieder fantastisch easy damit. Weil der andere Laptop in meinem Besitz, der zwar „Word“ drauf hat, aber dessen Keyboard halt so eng ist, ist zum (längeren) Schreiben nicht sehr geeignet, wie ich jetzt erst wieder bemerke. Finde auch, dass durch’s flüssigere und problemlosere Schreiben, das Schreiben an sich leichter fällt, da der Gedankenfluss offenbar nicht derart unterbrochen wird. Verspüre irgendwie gar keine Lust, nach irgendwelchen Notizen über Syrien und dem Desaster dort zu greifen, um das sodann hier einzuarbeiten.

Habe überhaupt ein Problem damit, diese Info noch als Info zu betrachten, stell ich zunehmend fest. Irgendwie kommt der Gedanke auf, man begibt sich darüber berichtend in ein Paar Schuhe, welches einem nie gehören wird – und schon gar nicht gehören sollte.

Ein Spielball des Bösen mag niemand sein.

Auch nicht dessen Propagandist.

Ja, ein wahrhaft schwieriger Spagat, aus dem nun, wie zu sehen ist, auf diese Weise sich gewunden werden soll. Und:

Musste vor dem Gebrauch des oben erwähnten, reparierten Computers allerdings ein Schreib-Programm herunterladen. Entschied mich für „OpenOffice“, und nicht, wie angeboten wird, weil auf dem Desktop Art vorinstalliert, noch schnell ein weiteres Word-Programm down zu loaden, welches allerdings nach Money schreit.

Es ist wahrscheinlich immer eine gute Wahl das OpenOffice. Und es kostet nichts.

‚Lustig‘ ist an der neu-bezogenen Wohnung unter anderem, dass ein uralter Fernseher darin steht, klobig und riesengroß, wie die Apparate es einst waren. Das Bild ist schwarz-weiß. Der Ton gut. Habe noch gar nicht umgeschaltet, weil wie es der Zufall will, läuft dort das syrische Fernsehen. Und das verfolge ich recht gespannt, wenn nicht geschrieben wird etc. Komischerweise guck ich mir das über den Computer nicht gern an. Ich scheine noch zu differenzieren. Über den Fernseher ist es mir, als hätte ich ja eh keine andere Wahl. Selbstbetrug, wahrscheinlich der Art und Weise wie wir uns betrügen, wenn Assad schöngeredet wird – schon demnächst. Sie werden es sehen.

Offensichtlich gibt es keine Sorgen mehr, dass Assad den Krieg nicht gewinnen könnte. Das Leben scheint sich wieder normalisiert zu haben, berichten die Fernsehbilder. Das syrische Parlament, welches ‚demokratisch‘ abstimmt und diskutiert wird sogar gezeigt. Verbrecher in Handschellen. Soldaten, die sich im Sand wälzen mit Gewehr in der Hand und schwarzen Strichen in den Gesichtern. Heroisch springen diese durch Feuerringe und kriechen unter eisernen, ebenfalls anfänglich unter Feuer gesetzten Hindernissen hindurch – strahlen danach in die Kamera.

Es ist ganz offensichtlich eine Freude, wird vermittelt, und das sagt auch jeder der Interviewten im syrischen Staatsfernsehen auf seine Weise in die Kamera, für das Land sich zu opfern. Die Häuser im Diplomatenviertel von Damaskus scheinen noch zu stehen, oder aber es wird altes Filmmaterial benutzt.

Siegreiche Basketballspieler werden in ihren Trikots gezeigt, und dann plötzlich taucht ein Pokal im Bild auf. Die Kamera zoomt aus und eine Gestalt im Anzug kommt in den Fokus und diese Person grinst wie ein Lausbub zwischen den Sportlern sitzend mit Pokal in der Hand in die Kamera – ein ziemlich kurzer Schwenk derselben, was dem Anlass eigentlich nicht gerecht sein kann, wo doch er, genau, Baschar der Fallensteller, nun im Mittelpunkt steht!

Assad hat sich also behauptet.

Das ist die traurige Nachricht!

Die gute Nachricht ist die Vermutung, dass der/die Kameramann/frau, die den Baschar nicht zeitlich lang genug in Szene setzten dafür nicht auf einem Rost gebraten werden zur Strafe – denn, davon darf getrost ausgegangen werden, die Szene ist EISKALT, so, inszeniert!

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