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Syrien Mitte Oktober 2018

Oder:

Syrien, die unendliche Leidensgeschichte!?

 

Fangen wir an, mit dem Zeitraum kurz vor dem 19.10. 2018.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in Sotschi:

Die Türkei hat die Idlib-Vereinbarung zur Schaffung einer entmilitarisierten Pufferzone nicht vollständig umgesetzt! Das Land scheue aber keine Mühen, die Vereinbarung umzusetzen. Russland bedankt sich dafür sowie für die ernsten Absichten Ankaras! Die Situation in Idlib ist nicht einfach, dennoch hat Russland die wichtigsten Ziele in Syrien umsetzen können. Russland hat in den vergangenen drei Jahren Terroristen bekämpft, den Zusammenbruch Syriens verhindert und staatliche Institutionen gerettet. Jetzt gilt, sich auf den politischen Prozess zu konzentrieren und die Genfer-Gespräche wiederaufzunehmen (Orient News)
.

Russischen Quellen zufolge hat Bashar al-Assad das Gesetz Nr. 10 aufgehoben. Es war im April 2018 in Kraft getreten und erlaubt es, Stadtentwicklungsgebiete auszuschreiben, in denen die Besitzer enteignet werden (können). In diesem Zusammenhang steht auch:
Der Westen fordert im Rahmen der Gespräche um die Verfassung ein Rückkehrrecht für syrische Flüchtlinge. Der UN-Hilfskoordinator für Syrien, Jan Egeland, bestätigte, dass Bashar al-Assad von Moskau unter Druck gesetzt wurde wegen dem Gesetz Nr. 10 – und er es daher außer Kraft setzte.

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte des Weiteren:
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) halte ungefähr 700 Geiseln in Syrien gefangen – so auch mehrere US-Amerikaner und Europäer (anscheinend Zivilisten). Der IS hat ein Ultimatum gestellt und angedroht, jeden Tag zehn dieser Menschen zu töten. Keine Details über weitere Forderungen der IS-Extremisten werden nach außen weitergegeben (Putin). Die Geiseln befinden sich in Gebieten, die von USA unterstützten SDF-Kräften kontrolliert werden.

Und nun zu einem Neben- oder Hauptschauplatz. Sie entscheiden bitte, ob die Bezeichnung Haupt- oder Nebenschauplatz für das Folgende zutreffend ist:

Der russische Politiker Vladimir Jabbarov betont, dass Moskau Maßnahmen ergreifen wird, falls die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen russische Firmen verhängen, die sich an einem Wiederbau Syriens beteiligen werden. US-Sanktionen werden russische Firmen nicht davon abbringen, sich am Wiederaufbau Syriens zu beteiligen, so Jabbarov.

Und dann dieser Neben- oder Hauptschauplatz:

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärt:
Es ist nicht die Aufgabe Russlands, den Iran zum Abzug aus Syrien aufzufordern. Dies ist eine Angelegenheit zwischen Teheran und Damaskus. Ich fordere Sicherheitsgarantien für den Iran und dass die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden sowie die Wiederherstellung der Infrastruktur und Institutionen plus der Armee anläuft! Die Stärkung des iranischen Staates wird zum Abzug aus Syrien führen, weil dann die Präsenz des Irans in Syrien nicht mehr erforderlich ist!

(Ein putinscher Schachzug, der so in etwa inhaltlich die Politiken des Westens spiegelt).

Währenddessen:
Russland und Jordanien arbeiten daran, eine neue bewaffnete Gruppe im Süden Syriens zu bilden. Diese Gruppe soll aus ehemaligen FSA-Kommandeuren bestehen, die sich mit dem Regime versöhnt haben, unter anderen auch aus den Gruppen Jaish al-Yarmouk und Fallujah Houran Division. Moskau beabsichtigt so, die iranischen Kapazitäten einzuschränken. Russland hat in den vergangenen Wochen ebenfalls politischen Druck auf mehrere syrische Ministerien ausgeübt, dieses Mal, um im Regime Iran-nahe Persönlichkeiten zu ersetzen. Personen sind nun daher gefragt, die gewillt sind, Ausschreibungen des Iran in den Bereichen Industrie, Energie, Telekommunikation und Konstruktion zu verhindern.
Kein Abbruch der Beziehungen Russlands mit dem Iran ist etwa zu erwarten, sondern es geht lediglich um Meinungsverschiedenheiten.

Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, sagte, dass der Vierergipfel zu Syrien mit Teilnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Russlands Staatschef Wladimir Putin am 27. Oktober auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul stattfinden werde. Bei dem Gipfel soll es um die Lage in der Provinz Idlib und den Friedensprozess für Syrien gehen. (Anadolu News)

Kurz vor dem 18.10.

UN-Interna:

UN-Sondergesandten Staffan de Mistura zufolge hat Jan Egeland seinen Rücktritt angekündigt – und zwar für Ende November. Angeblich würde Egeland zufällig dann seinen Rücktritt machen, wenn auch de Mistura seinen Posten verlässt.

Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura sagte, dass er sich nach mehr als vier Jahren im Amt aus persönlichen Gründen zurückziehen wolle. Guterres ist bereits auf der Suche nach Nachfolgern.
Der ehemalige algerische Außenminister Ramtane Lamamra ist bereits im Gespräch, den Posten zu besetzen. Der Algerer soll jedoch ein Freund und Unterstützer des Assad-Regimes sein. Als mögliche Nachfolger gelten auch der UN-Sonderbeauftragte für den Nahost-Friedensprozess, Nickolay Mladenov, und der UN-Gesandte für den Irak, Jan Kubis. De Mistura hofft unterdessen, die Einberufung eines Verfassungskonvents für Syrien hinzukriegen bis November.

Der syrische Aktivist Shakeeb Al-Jabri meint, die Zahl der Todesfälle in Syrien sei seitdem de Mistura im Amt ist, doppelt so hoch. Assad ist trotz Verbrechen gegen die Menschheit ungestraft davongekommen, beispielsweise. Die Situation in Syrien hat sich zudem für Gegner des Assad-Regimes verschlechtert (Shakeeb Al-Jabri‏ @LeShaque).

Der ehemalige Präsident der Nationalen Syrischen Koalition Khaled Khoja twittert, die Vorgänger von de Mistura haben von Anfang an erkannt, dass die internationale Gemeinschaft nicht ernsthaft daran interessiert war und ist, eine Lösung für den Syrienkonflikt zu finden. De Mistura habe aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern, das falsche Spiel einfach weitergespielt, nicht etwa um eine Lösung für den Konflikt zu finden, sondern nur um sich auf Kosten von hunderttausenden unschuldigen Opfern eine dicke Rente zu sichern.

Andere twittern, de Mistura sei noch nie ein Freund des syrischen Volkes gewesen. Einige stellen sich gar sarkastisch die Frage, ob de Mistura tatsächlich Gesandter der Vereinten Nationen war oder eher jener des Assad-Regimes (Hadi @HadiAlabdallah)?
Das Mitglied des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition Ahmad Ramadan schreibt auf Twitter: De Mistura hat während seiner vierjährigen Amtszeit bei den Genf-Verhandlungen nichts erreicht. Er hat zu den Verbrechen des Assad-Regimes, Irans und Russlands, darunter den Einsatz von Chemiewaffen gegen das syrische Volk, geschwiegen und in einigen Fällen auch die Vertreibungspolitik des Regimes gedeckt. De Mistura hat eine Verurteilung des Regimes abgelehnt und auch die Verhandlungen dazu behindert.

Informationen zufolge plant das Assad-Regime die Sperrung des Kurznachrichtendienstes Whatsapp. Das Regime hofft, mit diesem Schritt die Kommunikationseinnahmen erheblich zu steigern. Der syrische Geschäftsmann Rami Makhlouf und Cousin ersten Grades des syrischen Machthabers Bashar al-Assad kontrolliert mit der „Syriatel“ den größten Teil des Kommunikationsmarkts in Syrien. Er gilt manchem geradezu als Symbol der Korruption des Assad-Regimes.

Der Experte für Lokalräte der Denkfabrik Omran, Ayman Al-Das:
In Syrien hat sich nach 7 Jahren nichts geändert. Alle neuen Leiter der lokalen Räte in der Provinz Damaskus sind von der regierenden Baath-Partei ohne Einbindung anderer Parteien ernannt worden. Dies bedeute, dass lokale Entscheidungen weiterhin von der Baath-Partei getroffen werden. (Ayman Al-Das @AymanDas1)
.

Der UN-Botschafter des Assad-Regimes, Bashar Jaafari, forderte die Weltgemeinschaft dazu auf, Druck auf Israel auszuüben, weil Israel der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA weiterhin Informationen zu seinem Nuklearprogramm verweigert und immer noch nicht den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Und da gibt es demnächst womöglich noch einen weiteren Player in der Region, der glaubt, ebenfalls schalten und walten zu können, wie es gerade in den Kram passt:

Saudi Arabien soll inmitten der Khashoggi-Krise laut des regimenahen US-Professors und Syrien-Experten Joshua Landis den Vereinigten Staaten während des jüngsten Zusammentreffens von US-Außenminister Pompeo und dem saudischen Kronprinzen (MbS) 100 Millionen Dollar für die Stabilisierung von Gebieten im Norden Syriens überwiesen haben. Das Geld soll angeblich für die Stabilisierung der syrischen Stadt Raqqa eingesetzt werden und nicht etwa für Militäroperationen der Anti-IS-Koalition.  (Joshua landis @joshua_landis)

17.10

Der stellvertretende Leiter des Hohen Verhandlungskomitees (HNC), Khaled Mahamid, soll nur einen Tag nach Beginn des HNC-Treffens in der saudischen Hauptstadt Riad seinen Rücktritt eingereicht haben. HNC-Sprecher Dr. Yahya Aride bestätigte, dass der Rücktritt Mahamids angenommen wurde. Mahamid wird vorgeworfen, die syrische Provinz Daraa dem Assad-Regime und Russland auf einem „goldenen Teller serviert“ zu haben. Ihm wird außerdem Nähe zu Russland vorgeworfen sowie zu Rebellengruppen, darunter der Ahmad al-Oudeh Gruppe, die sich mit dem Regime versöhnt haben.
Aufhören lässt das Folgende durchaus auch:
Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, Bashar al-Assad besucht im April 2019 Russland und die Krim-Regierung. Der Regierungschef der Krim Sergej Aksenov ist derzeit auf Einladung Assads zu Gesprächen nach Damaskus gereist. Assad plant außerdem die Aufnahme von Flugverbindungen zwischen Syrien auf die Halbinsel Krim am Schwarzen Meer.

Kreml-Sprecher Dimitri Peskow währenddessen:
Russland ist trotz des nicht erfolgten Abzugs der HTS-Rebellen aus Idlib überzeugt, die Vereinbarung mit der Türkei zur Schaffung einer entmilitarisierten Pufferzone werden umgesetzt. Die russischen Armeeangehörigen sind angeblich „zufrieden“ über die Arbeit der türkischen Seite. (Ali Özkök ‏ @Ozkok).

Dennoch:
Die Al-Kaida nahen HTS-Rebellen haben die Frist für einen Abzug aus der geplanten Pufferzone verstreichen lassen, weil das Gebiet eine gute Einnahmequelle für sie ist und weil es für diese Gruppierung kein anderes Rückzugsgebiet gibt. Wer die Grenze zwischen Rebellen- und Regimegebiet kontrolliert, kontrolliert auch die Warenströme. Die HTS-Führung benötigt das Geld für Waffen, Munition, Proviant oder den Sold für ihre Kämpfer. Zugleich bekräftigte der Außenminister des Assad Regimes Walid al-Mou‘allem das Ziel, Idlib wieder unter Kontrolle des Regimes zu bringen.

Iranische Revolutionsgarden sollen eigenen Angaben zufolge im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ 700 Drohnenangriffe in Syrien geflogen haben. Brigadegeneral Amirali Hajizadeh, Kommandant der Luftwaffe der Revolutionsgarden, sagte, die Drohnen hätten Panzer, Truppentransporter, Fahrzeuge für Selbstmordanschläge und 23-Millimeter-Kanonen ausgeschaltet (Fars News)
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Des Weiteren:

Die Führung der Nationalen Syrischen Koalition besprach in Istanbul mit dem US-Sondergesandten für Syrien, James Jeffrey, eine Aktivierung des politischen Prozesses unter der Aufsicht der Vereinten Nationen. Israelische Quellen behaupten, der Iran und Russland haben eine Vereinbarung getroffen, um die US-Sanktionen gegen Iran zu umgehen. Der Iran werde Russland über das Kaspische Meer mit Rohöl versorgen. Über Russland soll das Rohöl dann weltweit exportiert werden.

Die deutsche Nichtregierungsorganisation „Rebuild Syria Reconstruction Program“ (RSRP) wird Informationen zufolge in der Provinz Deir Ezzor humanitäre Hilfe leisten und Projekte durchführen. Die NGO werde sich vor allem auf den Wiederaufbau und die Restaurierung von Schulen in allen Teilen der Provinz Deir Ezzor konzentrieren, die vom Regime kontrolliert werden. Geschäftsleiter der RSRP ist Arndt Fritsche. Entrüstung in den sozialen Netzwerken kam auf, weil diese Organisation mit einem Logo Deutschlands und des Regimes wirbt.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad empfing in Damaskus eine irakische Delegation unter Leitung des irakischen Außenministers Ibrahim Dschaafari und besprach eine Ausweitung der bilateralen Beziehungen beider Länder sowie die Wiedereröffnung der syrisch-irakischen Grenzübergänge. Der Außenminister des Assad-Regimes, Walid al-Mou‘allem, und sein Amtskollege Kollege Dschaafari kündigten in Damaskus an, der Grenzübergang Bukamal in der ostsyrischen Provinz Deir Essor werde „so schnell wie möglich“ geöffnet werden. Der Grenzübergang Bukamal war vor Beginn des Syrienkonflikts 2011 ein wichtiger Übergang für Waren, Touristen und Arbeiter.
Syrien und der Irak haben zwei weitere gemeinsame Grenzübergänge: Al-Jaarubije in der Provinz Hassake, der von kurdischen Kämpfern kontrolliert wird; sowie Al-Tanaf im Süden von Deir Ezzor. Dieser Übergang wird von der US-geführten Anti-IS-Koalition und mit ihr verbündeten Rebellen kontrolliert.

11.10.

Der türkische Staatspräsident Recep Erdogan sagte, dass das Manbij-Abkommen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten nur aufgeschoben und nicht aufgelöst worden sei (Hürriyet).
Türkischen Medienquellen zufolge soll Washington der kurdischen YPG-Miliz Bohrmaschinen geliefert haben, um Graben auszuheben und Tunnel zu graben und die Stadt Manbij zu umzingeln.  Die USA sollen zudem über Nordirak mehrere Lastwagen beladen mit Waffen und Munition nach Nordsyrien geschickt haben etc. (Anadolu News).

Laut der staatlichen syrischen Zeitung Al-Thawra ist der religiöse Tourismus in vom Regime kontrollierten syrischen Gebieten seit dem vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen. Schiitische Pilger  aus dem Iran, Libanon, aus Pakistan und Afghanistan würden insbesondere das Mausoleum Sayeda Zeinab südlich von Damaskus besuchen.

10.10.

Der Nahostexperte Charles Lister twittert, die Bewohner von ehemaligen Rebellengebieten, die sich mit dem Assad-Regime versöhnt haben, erhalten nun keine Unterstützung mehr. Damaskus würde die Lieferung von Hilfsmitteln blockieren.

Der ehemalige Anführer von Ahrar al-Scham, Hassan Sofan, erklärt folgendes:
Dank Unterstützung der Türkei und der „Geschlossenheit“ der Nationalen Befreiungsfront (NLF) ist ein Massaker in Idlib verhindert worden.

Mit dieser Aussage will Sofan der Hayat Tahrir al-Sham offenbar zu verstehen geben, dass der Schutz von Zivilisten und der Revolution wichtig für das Zukünftige ist.

Und Letzteres auch vor dem folgenden Hintergrund:

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben der Krieg und eine Dürreperiode Syriens Weizenproduktion auf das niedrigste Niveau seit 1989 einbrechen lassen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) teilt mit, dass 2018 nur 1,2 Millionen Tonnen zusammengekommen seien. Vor der Krise sollen es durchschnittlich 4,1 Millionen Tonnen gewesen sein. Vor Ausbruch des Syrienkonflikts konnte Syrien in guten Jahren 1,5 Millionen Tonnen Weizen exportieren. Inzwischen ist das Land auf Importe angewiesen und plant dieses Jahr den Import von 1,5 Millionen Tonnen Weizen, überwiegend aus Russland (Zaman al-Wasl)
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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu soll dem stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten, Maxim Akimov, gesagt haben, dass Israel seine Angriffe auf Syrien trotz der Lieferung des modernen russischen Flugabwehrsystem vom Typ S300 fortsetzen werde. Netanjahu betonte erneut das Recht Israels auf Souveränität und Selbstverteidigung.

09.10.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat eine Generalamnestie für alle Armee-Deserteure in Syrien erlassen, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA. Die Generalamnestie gilt aber nicht für „Kriminelle“ und jene, die auf der Flucht sind, außer diese Letzteren meldeten sich bei den Behörden. Die Amnestie gilt für Deserteure der Armee innerhalb und außerhalb des Landes. Deserteure in Syrien hätten vier Monate Zeit für eine Benachrichtigung der Behörden, diejenigen im Ausland sechs Monate. Das Regime hofft, mit diesem Schritt die Zahl der rückkehrenden Flüchtlinge zu vergrößern (SANA).

Syrische Oppositionelle melden unterdessen, dass das Assad-Regime mit der Festnahme von Tausenden Männern begonnen hat, die zwangsrekrutiert werden. Es handelt sich um Männer aus Gebieten, die zuvor ein Versöhnungsabkommen mit dem Regime getroffen hatten.

Der stellvertretende russische Außenminister, Sergey Vershinin, sagte kürzlich in einem Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur Sputnik, dass Idlib wieder unter Kontrolle des syrischen Staates (Regimes) fallen werde. Denn die in Sotschi getroffene Idlib-Vereinbarung werde gegenwärtig umgesetzt. Das Trennen von „Terroristen“ und „Oppositionellen“ sei kompliziert.

Der iranische Parlamentssprecher Ali Larijani begrüßt währenddessen die Entscheidung Russlands zur Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Syrien. Larijani sagte, dass die Israelis nun nicht mehr in der Lage sein werden, umfangreich ernsthafte Schritte in Syrien einzuleiten. Russland hat ein Recht auf die Stationierung der S-300 Flugabwehrraketen-Systeme, um insbesondere nach dem jüngsten Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs eigene Interessen in Syrien zu wahren. Russland soll drei S-300-Flugabwehrraketen an iranische Experten in Syrien geliefert haben.

Der Kommandeur des Zentralkommandos der US-Streitkräfte im Nahen Osten, Joseph Futil, hat Russland kürzlich vorgeworfen, iranische Aktivitäten in Syrien zu verheimlichen.
08.10.

Das von der Türkei unterstützte Oppositionsbündnis “Nationale Befreiungsfront“ (NLF) soll mit dem Abzug schwerer Waffen aus der geplanten entmilitarisierten Zone in der Provinz Idlib begonnen haben. NLF werde jedoch leichte und mittelschwere Waffen behalten und in den Stellungen und Hauptquartieren in der Zone verbleiben. Raketenwerfer und Artilleriefahrzeuge sollen unterdessen innerhalb der kommenden Tage abgezogen werden. HTS und NLF hatten am Samstag eine Vereinbarung getroffen, um die Kämpfe zu beenden und alle Häftlinge freizulassen (Al Arabiya, Al Jazeera).
Bashar al-Assad sagte während eines Treffens des Zentralkomitees der arabisch-sozialistischen Baath-Partei, dass die Provinz Idlib und auch andere von Rebellen besetzte Gebiete in Syrien vollständig unter Kontrolle von Damaskus fallen werden. Das Idlib-Abkommen zwischen Russland und der Türkei kann daher nur als eine provisorische Maßnahme betrachtet werden.

Militärquellen zufolge soll Russland S-300-Flugabwehrsysteme in der Provinz Tartous aufgestellt haben. Diese dürfen den Informationen zufolge jedoch nicht von syrischen Soldaten, sondern nur von russischen Militärs in Betrieb genommen werden.
Laut des Syrischen Netzwerkes für Menschenrechte soll das Assad-Regime seit Beginn der russischen Militärintervention in Syrien (30. Sept 2015) 26,577 Fassbomben eingesetzt haben. Im September 2018 seien 98 Fassbomben eingesetzt worden. Die meisten davon seien im September auf die Ortschaft al-Habeit im Süden der Provinz Idlib eingesetzt worden.

Der Ministerpräsident des Assad-Regimes Imad Khamis hat auf Anordnung von Bashar al-Assad der Provinz Latakia einen Besuch abgestattet und mehrere Straßenprojekte in al-Haffa und Jableh eingeweiht. Auch die neue Fakultät für Zahnmedizin in der Universität Teshreen ist anscheinend eröffnet worden. Gesamtkosten den staatlichen syrischen Medien zufolge betragen mehr als 11 Milliarden Syrische Pfund, davon 2 Milliarden für die Universität.  Das Assad-Regime hat Dekret Nr.10, welches  der Führung in Damaskus das Recht gibt, Bebauungspläne für zerstörte Gebiete zu erstellen und zudem die Enteignung von Menschen erlaubt, die im Zuge des Krieges aus ihrer Heimat geflüchtet sind, im Tadamon-Viertel der Hauptstadt Damaskus umgesetzt (siehe oben). 25.000 Familien des Tadamon-Viertels ist anscheinend nicht genehmigt worden, in ihre Häuser zurückzukehren. Das Enteignungsgesetz wurde am 2. April 2018 erlassen.

Das Assad-Regime hat offenbar Internet-Türme und/oder Empfangsstationen in der Provinz Homs entfernt sowie eine Verhaftungswelle gegen junge Männer dort gestartet.

05.10.

Laut des Mitglieds des politischen Komitees der Nationalen Syrischen Koalition und ehemaligen NK-Präsidenten Hadi Albahra soll der Lokalrat in Al-Bab in der Provinz Aleppo eine Gasanlage in Betrieb genommen haben, welche das gesamte Schutzschild Euphrat-Gebiet versorgen soll. Zudem sei ein neuer Justizpalast mit finanzieller Unterstützung der Türkei im Norden Aleppos eröffnet worden.
Die USA und die Türkei haben mit der Ausbildung von Truppen für gemeinsame Patrouillen rund um das nordsyrische Manbij begonnen. Die gemeinsamen Militäreinsätze in Manbij waren im Juni vereinbart worden, um Spannungen zwischen der Türkei und den USA zu reduzieren sowie interne Kämpfe zwischen Rebellengruppen zu verhindern. (Hürriyet).

Der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärte, dass die Lieferung des modernen Luftabwehrsystems S-300 an das Assad-Regime abgeschlossen ist. Das syrische Militär soll binnen drei Monaten im Umgang mit dem modernen System geschult werden.

Der russische Präsident Vladimir Putin hat einen völligen Abzug aller ausländischen Militärs aus Syrien in Aussicht gestellt. Dies sei aber erst nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) möglich. Putin sagte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz in St. Petersburg, dass er Entspannung in Idlib erwarte. Allerdings bereiteten ihm Angriffe aus Idlib Sorgen. Russland müsse auf Angriffe auf russische Militäreinrichtungen reagieren.
Putin sagte zudem:
Russland, die Türkei und der Iran werden sich „natürlich“ mit der Führung in Damaskus abstimmen.

Die türkischen Streitkräfte sollen mindestens 40 Lastwagen, gepanzerte Personentransporter und andere Fahrzeuge nach Syrien geschickt haben. Die von der Türkei am Rande von Idlib eingerichteten Beobachtungsposten werden derart verstärkt. Das Gerücht geht um, die Türken planten die Einrichtung einer permanenten Basis im Tal Karkor Gebiet in der Al-Ghab Ebene in Hama.

Der Außenminister des Assad-Regimes Walid al-Mou’allem sagte in einem Interview mit dem Hisbollah-nahen libanesischen Sender Al-Mayadin, dass das russisch-türkische Abkommen zur Schaffung einer „entmilitarisierten Zone ein Schritt zur Befreiung von Idlib“ ist. Al-Mou’allem ist zuversichtlich, dass die Türkei ihren Teil der Abmachung erfüllen wird – dank ihrer Kenntnis der verschiedenen Gruppierungen vor Ort.
Syrische Kämpfer werden bleiben, Ausländer werden über die Türkei abziehen.

02.10.

Der Iran hat in der Nacht zum Montag im Rahmen eines Vergeltungsschlags Mittelstreckenraketen auf Ziele in Syrien abgefeuert. Der Angriff galt Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat bei Albu Kamal im Südosten Syriens. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde erklärte, dass die sechs ballistischen Raketen rund 570 Kilometer weit geflogen sind, und zwar von der Region Kermanschah im Westen des Irans nach dem Südosten Syriens. Auf den Raketen stand angeblich geschrieben: „Tod der Familie Saud“, „Tod Amerika“ und „Tod Israel“.

Die iranische Kulturreferentin in Syrien eröffnete währenddessen in der Ortschaft al-Tabani in der Provinz Deir Ezzor  und in Ma’daan in der Provinz Raqqa ein iranisches Sprachinstitut. Zuvor sind bereits drei iranische Schulen in Albu Kamal am Euphrat im Osten Syriens vor der Grenze zum Irak eröffnet worden.

Der neue Syrien-Sonderbeauftragte der Vereinigten Staaten, James Jeffrey, sagte, dass die Vereinigten Staaten mit wirklich harten internationalen Sanktionen reagieren werden, sollte das Assad-Regime beim Ausarbeiten einer neuen Verfassung nicht kooperieren. „Selbst wenn der UN-Sicherheitsrat den Sanktionen nicht zustimmen sollte, dann werden wir sie über die EU umsetzen oder über Verbündete in Asien. Und dann werden wir es zu unserer Aufgabe machen, das Leben für diesen aus dem letzten Loch pfeifenden Kadaver eines Regimes so miserabel wie möglich zu machen und die Russen und die Iraner, die dieses Chaos angerichtet haben, daraus zu entlassen.

Die Antiquitätenbehörde in Daraa soll in Zusammenarbeit mit der Provinzpolizei den Schmuggel von 14 römischen Antiquitäten-Teilen von Syrien nach Jordanien verhindert haben.

01.10.

Der Außenminister des Assad-Regimes,  Walid al-Mou’allem, hat am Samstag vor der UN-Generalversammlung in New York den sofortigen Abzug von Soldaten aus den USA, Frankreich und der Türkei aus Syrien verlangt. Es handele sich um „Besatzungstruppen“. Die drei Länder müssten ihre militärischen Einheiten „sofort und ohne jegliche Bedingungen“ aus Syrien zurückziehen. Da sie Besatzer seien, werde mit ihnen „entsprechend umgegangen“.

Der Außenminister:
Der Krieg gegen den Terrorismus in Syrien ist fast zu Ende. Die Kämpfe in Syrien werden eingestellt, wenn das Land von den Terroristen und illegaler ausländischer Präsenz befreit ist. Schon heute ist die Lage im Land stabiler und sicherer, so dass die Voraussetzungen für eine Rückkehr der zahlreichen syrischen Flüchtlinge erfüllt ist.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den USA vorgeworfen, sich nicht an eine Vereinbarung zum Rückzug syrisch-kurdischer Rebellen aus der Stadt Manbij im Norden Syriens zu halten. Die US-Regierung habe es versäumt, den vereinbarten Plan zu befolgen, die YPG-Miliz habe die Region nicht verlassen, erklärte Erdogan.

Bundeskanzlerin Merkel hat sich am Freitag bei ihrem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan für ein Spitzentreffen zum Thema Syrien noch im Oktober ausgesprochen. „Wir sind dafür, dass es ein Vierertreffen geben wird, des türkischen Präsidenten, des russischen Präsidenten, des französischen Präsidenten und mir“.

Der Außenminister des Assad-Regimes Walid al-Mou’allem sagte des Weiteren:
Die Führung in Damaskus wird zu militärischen Mitteln greifen, falls die kurdischen Einheiten ihre separatistische Bewegung in Syrien nicht aufgeben.

Das Assad-Regime soll am südlichen Eingang der Stadt Deir Ezzor ein neues Denkmal für den verstorbenen ehemaligen Präsidenten Hafez al-Assad gebaut haben. Die Kosten dafür sollen Aktivisten zufolge $200.000 betragen haben (C4H10FO2P‏ @markito0171).
Regimenahe Milizen sollen in der Hafenstadt Tartous das „Deir al-Mars Elias al-Rih“ Kloster in der Ortschaft Safsafa gestürmt und die Mönche angegriffen und aus dem Kloster vertrieben haben.

Die Stadtverwaltung in Damaskus plant die Umwandlung der Qaboun-Industriezone in Wohngebiete. Diese argumentiert, dass wegen des Krieges 80% bis 90% der Infrastruktur in Qaboun zerstört wurde. Industriellen zufolge sei jedoch höchstens 20% der Infrastruktur in Qaboun zerstört. Qaboun wurde im Jahre 1947 zur Industriezone erklärt – viele Fabriken usw.  Die Stadtverwaltung kooperiere nun mit der Industriekammer in Damaskus, um diese Unternehmen/Fabriken in das Industriegebiet Adra umzusiedeln.

Nach der vollständigen Eroberung von Rebellengebieten im Süden Syriens durch Regimetruppen hat Israel die Bereitschaft zu einer Grenzöffnung signalisiert. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagt, Israel ist bereit, den Grenzübergang zu öffnen, so wie es vorher war. Der Quneitra-Übergang war allerdings bereits seit 2014 geschlossen. Seit August 2018 patrouillieren jedoch wieder UN-Friedenstruppen auf der syrischen Seite der Golanhöhen. Zur Sicherheit werden diese von russischen Soldaten begleitet.

Der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA zufolge sollen dutzende von „Terroristen“ vertriebene Familien über den Abu al-Dohour Korridor  in ihre Dörfer nach Idlib, Aleppo und Hama zurückgekehrt sein. Diese seien dort von Regimetruppen in Empfang genommen worden, welche ihre Gebiete von den „Terroristen“ befreit hätten.

Gut informierten Quellen zufolge soll die Luftwaffe des Assad-Regimes auf Anordnung Russlands ein Komitee gebildet haben, um  den Abschuss des russischen Il-20-Flugzeugs vom 17. September zu klären. Dabei waren 15 Russen getötet worden. Die Absturzstelle lag im Meer rund 27 Kilometer westlich des syrischen Küstenortes Banias. Der Luftwaffenchef Generalmajor, Ahmed Balloul, soll das Komitee eingerichtet haben. Mitglieder des Komitees sind der Direktor für Flugoperationen Generalmajor Riyad Al-Yousef, der stellvertretende Direktor für Flugoperationen und Verbindungsmann zwischen der russischen Hmeimim Basis und der Luftwaffenkommandozentrale des Regimes Generalmajor Fuad Merhej und der stellvertretende Direktor der Luftwaffengeheimdienstbehörde Generalmajor Ghassan Ismail.
Russischen Medienquellen zufolge soll die Universität Damaskus ein neues Sprachenzentrum für Russisch eröffnet haben. Die Dozenten wurden anscheinend aus Russland eingeflogen.  Ende September wurde anscheinend die erste russische Schule in Damaskus eröffnet.

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Limassol

oder

Stulle plus Idioten und eine Tastatur

Nee,

runter in die Stadt, um nach den Arabern usw. zu sehen, bin ich nun doch noch nicht gewesen.

Das heißt, eigentlich fahre ich unweit davon nahezu jeden Morgen vorbei, versteht sich, um Schwimmen zu gehen – und anschließend ins Starbucks.

Das alles passiert neuerdings gar nicht mehr so weit vom Gewinn abwerfenden Hafen von Limassol entfernt, wie die Zeitungen heute mal wieder aufreißerisch berichten. Recht nahe beim Debenham schwimme ich, seit ich dem Dassoudi-Beach etwas untreu geworden bin. Ungefähr dort ist, wo außer Starbucks auch DIE Croissanterie und noch ein lokales Cafe nebeneinander liegend den Beginn der Straße auf der rechten Seite mitformen, wenn von der Uferstraße in Richtung Pafos fahrend abgebogen wird, und zwar so, dass zum Kreisel vor der Makarios Straße gefahren wird. Wie ich heute in einem Kommentar schrieb, wird dort nun doch nicht mehr Schwimmen gegangen, weil das Wasser riecht zu verdächtig. Ich darf nicht warten, bis mich – wieder – IRGENDWAS einholt und mein Konzept wieder schlanker, kräftiger und so weiter zu sein aus den Angeln hebt.

Unweit von wo ich schwimme, führt eine Art Steg recht hoch übers Meer, der vielleicht so an die 30 Meter lang ist. Da stehen all morgendlich Fischer drauf. Und manchmal verirrt sich auch ein Jogger dorthin, um an dem Holzgeländer Verrenkungen zu machen, sich zu dehnen oder daran stützend in die Hocke zu gehen etc. Es kann ja so viel bewegt werden auf einem Steg wie diesem.

Links davon, wo es steinig und felsig ist und lediglich ein Meter vor dem Wasser des Meers auf wunderschön feinsandigem Boden gestanden werden kann, dort bin ich als – heute morgen allerdings, als zum ersten Mal das Auto auf dem großen Parkgelände gegenüber den Cafes geparkt wurde, weil es mir an einem gewöhnlichen Wochentag zu gefährlich schien, an der Straße vor einem der Cafes ohne zu bezahlen zu parken, bot es sich an, mal rechts vom erwähnten Steg in die Nässe zu springen. Dort sind wesentlich mehr Menschen. Offensichtlich alle Russen und der Sandstrand ist wesentlich breiter. Ein junger Mann machte die älteren Damen gerade als ich dort ankam darauf aufmerksam, sie müssten ihre Tücher von seinen Liegestühlen nehmen. Ein Kotzbrocken also. Denn um diese frühe Zeit will keiner seine Liegen mieten.

Das Feinsandige, von dem zuvor die Rede war, setzt sich ins Meer fort, kommt ziemlich sicher von dort aus demselben an den Strand. Es kann raus bis an den Wellenbrecher darauf gegangen werden im leicht tiefer werdenden Gewässer. Es bedarf allerdings einer Körpergröße von 1Meter80, um noch in ungefähr 75 Meter vom Strand und vor dem Wellenbrecher stehend, mit den Füßen auf dem sandigen Boden Kontakt zu halten – all die, die kleiner sind, müssen eben weiter vorne am Ufer bleiben, schwimmen, hopsen oder sonst was tun, um kein Wasser zu schlucken. Letzteres ist nicht empfehlenswert, auch wenn das Wasser trügerisch klar aussieht, denn es riecht so verdächtig nach abgestandenem Wasser komischerweise.

Aber auch sonst: Salzwasser trinkt man nun mal möglichst nicht.

Recht menschenleer ist der Ort links vom Steg. Nicht zu vergleichen mit dem schon früh morgens gut besuchten Dassoudi-Beach, wo sich allmorgendlich viele Leute zum Verrenken, Stehen und Plaudern treffen. Man kennt sich offensichtlich. Auch ich werde recht häufig gegrüßt: „kali mera!“ Dahin werde ich also zurückkehren, obgleich auch dort zuweilen von den Auswirkungen des Hafens und der Geldmacherei etwas über dem Wasser stehend gerochen werden kann, wie gesagt, nicht immer, eher seltener – noch. Dassoudi-Beach ist schon recht weit von der Wohnung weg gelegen. Limassol erstreckt sich über Kilometer entlang der Küste wie ein langgezogener Pfannkuchen.

Vielleicht mit das Schönste an der neuen Behausung ist der kleine, weißliche Pudel, der im Hof an einer nicht allzu langen Leine den lieben langen Tag fristen muss. Die traurigsten Augen, die ich wahrscheinlich jemals gesehen habe. Bellen tut er schon längst nicht mehr, wenn ich komme – noch nicht mal mehr spät nachts. „Snowbell“ muss er sich rufen lassen. Er ist ein aufmerksamer Zuhörer, aber von der Kette nehme ich ihn nicht. Bloß kein Trouble produzieren!

Gerade vorhin wurde Bohnen weggekippt. Hatte die gestern zubereitet. Total misslungen, obgleich ich bei der ersten Speisung den Teller leergegessen hatte und mir einbildete, es sei mal wieder gelungen. Doch jetzt … .

Im Kühlschrank steht noch eine Dosis davon. Mir dreht es bei dem Gedanken, die noch essen zu dürfen, jetzt schon fast den Magen um. Allerdings haben die im Kühlschrank noch keine Gewürzladung abbekommen. Und es ist Letzteres, was die Bohnen wohl so unerträglich schmecken lässt.

Vermurxt.

Ein Gutes hat der unverhoffte Murx: Den ganzen Tag über wurde nichts mehr gegessen. Hunger habe ich seither keinen. Das Zeug stinkt nach viel zu viel Kardamon. Ist inzwischen weggeworfen. Draußen im Mülleimer gelandet. Die erste Kakerlake ist mir vorhin begegnet, ganz klassisch, und zwar in der Küche. Vor Schreck hätte ich fast laut geschrien, und das nachts um 22Uhr35. Totgetreten den dicken Brummer in den Ausmaßen seiner ägyptischen Verwandtschaft. Schon länger nicht mehr so eine große, gut genährte Kakerlake gesehen.

Ih gitt!

Noch 10 Tage darf ich hier wohnen. Eine Bratpfanne gibt es keine. Mag gar nicht danach fragen. Dann koch ich halt einfach alles ab. Fertig. Nur, Bohnen, die in größerer Anzahl gekauft wurden, machen plötzlich überhaupt nicht mehr an. Also essen im Restaurant die nächsten 10 Tage – ein Mix aus gekochtem Halloumi Zuhause und Restaurant wird es wohl werden.

Die neuen Vermieter stellten sich als Araber heraus, und zwar mit teils US-amerikanischen Wurzeln und zyprischen Pass. Denen gehört die Hütte, in der ich hausen darf. Es könnte darin noch kritisch werden, und zwar zum Ende des Aufenthalts – wegen der Handtücher, Bettbezug etc. Nur gut, dass es aus irgendwelchen Gründen nicht klappte, die Behausung für einen Monat im Netz zu buchen, wie es eigentlich vorgesehen war.

Limassol gefällt mir gut, ja, sogar diese Wohnung ist irgendwie putzig, weil so sonderbar oriental. Dachte schon am 2. Tag meines Aufenthalts hier, dass da draußen, im Haus nebenan, irgendjemand Arabisch spricht – meine Vermieter.

Einen Putzlumpen gibt es auch nicht, um den Boden mal aufzuwischen. Eine Vorlage bei der Dusche ebenfalls nicht. Vielleicht frage ich danach und habe Glück.

Gekauft, wird ein Putzlumpen jedenfalls nicht!

So viel Zeug zum Kochen gekauft und jetzt hat die Lust dazu verlassen.

Dabei wird gar nichts groß den lieben langen Tag getan.

Konsumiere viel TV aus Syrien und dem Libanon.

Bin echt dankbar, weil schon seit Längerem ein gesteigertes Bedürfnis wuchert, Arabisch wiederzubeleben. Das 3. Buch mit einer Seite Arabisch und der anderen Englisch oder auf Deutsch wurde dieses Jahr bereits verschlungen. Ein Buch dieser Art wird meist 2 oder 3 Mal gründlich gelesen, bis ich genug davon habe. Doch weggeworfen werden die Dinger danach nicht. Es könnte ja nach Monaten vielleicht nochmals danach ein Bedarf bestehen.

Ja, eine Art Bedürfnis nach dem Sprechen von Arabisch ist da. Ein Phänomen, welches allerdings bestens bekannt ist, und zwar aus der Zeit, als ich zwischen Arabisch und Türkisch pendelnd lebte – statt Griechisch hatte ich damals Englisch in der Mangel, als in Athen gelebt wurde.

Interessant zu beobachten, dass älter geworden weniger Wert aufs Kommunizieren gelegt wird. Es wird gelesen. Stundenlang kann in der einen oder anderen Sprache gelesen und notfalls noch das Handy nach der einen oder anderen Vokabel befragt werden. Das Ziel ist klar, und wahrscheinlich daher so anziehend: Gelesenes muss verstanden werden. Punkt. Die Rede ist von Zeitungen, weniger von Büchern. Aufs literarische Level wird zwar geschielt, aber … . Langweilig wird einem dabei nicht.

Habe im Internet eine Plattform gefunden, wo mit Arabischsprechern kommuniziert werden kann, und zwar im Austausch mit Deutsch. Viere haben angebissen: eine Frau und drei Männer. Schrieben mir alle auf Deutsch, obgleich gleich anfänglich darum gebeten wurde, doch auf Arabisch zu schreiben, sodass dann auf Deutsch geantwortet werden kann.

Bin gespannt, ob ich durchdringen kann.

Weil in Jordanien hatte ich mal Bekanntschaft mit einem Künstler gemacht. Bei dem hat das nicht geklappt. Der schreibt immer wieder, ja nur, auf Englisch. Das nervt, aber ich lass es mir möglichst nicht anmerken. OK, Arabisch ist nun nicht gerade meine Stärke, aber ausbaubar.

Keine Ahnung, wo in Limassol Bücher verkauft werden – zweisprachige. Wahrscheinlich in der Nähe der Uni. Gestern war 01. Oktober. So viel komischer Patriotismus. Wie kann man ein anderes Volk so wenig wertschätzen. Nur weil sie Türken sind? Idioten gibt es überall und türkische Idioten sind halt anders idiotisch, wie alle Idioten überall. Dem einen gefällt’s so, der anderen ist es ein Graus.

Limassol braucht viel Zeit. Fühle mich hier richtig wohl. Die Stadt hat wahrscheinlich die richtigen Ausmaße, das Meer und hoch interessante Bewohner. Frauen spazieren vereinzelt nachts um 23Uhr am Meeresrand. Zeugnis einer gewissen Sicherheit und der Eigenständigkeit vieler Frauen auf Zypern.

Schön sieht aber anders aus. Gewiss wird Limassol schöner, je länger in ihren Straßen gegangen, gelebt und getanzt wird. Ja, die tanzen hier gelegentlich. Einfach so.

Einen Namen dem halbkreisrunden Gebäude gefunden, welches von dort, wo neuerdings Schwimmen gegangen wurde, ganz gut und nah zu sehen ist. Darauf kam das Köpflein schwimmend. Sie glauben ja gar nicht, was Mensch schwimmend und in Sekunden alles durch den Kopf laufen kann, bis er endlich leer ist und man verwundert in der Schwimmbewegung verharrt, kurz, weil er sich leider schon wieder eingeschalten hat. Nun, im Angesicht dieses Halbkreises kam „Stulle“ heraus.

Die Stulle ist in real wahrscheinlich nur ein Bürohaus.

Mission completed, könnte man sagen, was aber nicht zutrifft, weil jetzt fängt die Mission wahrscheinlich erst an.

Einen urwüchsigen Limassoler kennengelernt. Er lädt mich ein, (in) seine Welt abzutauchen.

Warten wir es ab, was da noch alles zum Vorschein kommt. Die Eiernudeln ohne Fleisch zubereitet, die er heute offerierte, wurden bereits verpasst.

Es kann also nicht viel mehr schiefgehen.

Hatte keine Lust, gerade angekommen Zuhause, schon wieder den ganzen Weg durch den Mittags-Verkehr dieser Stadt zurückzufahren!

Und: Wenn der Laptop aufgeklappt ist, gehört UNS die Tastatur, dann zählt fast nichts Weiteres!

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Ja!

Es geht weiter.

Auch wenn der Stoff unbequem ist.

Heute am 27. 09. ist auf einem libanesischen Fernsehkanal alle halbe Stunde zu erfahren gewesen, dass ausgerechnet die Saudi Arabier Helfer in der Not der Jemeniten werden. Geld wird in sogenannte Hilfsprojekte fließen.

Warum dazu auch noch auf der jemenitischen Insel Sokotra Stellung bezogen werden muss, wie in den Nachrichten aus dem Libanon zu sehen ist, können uns gewiss vor allem US-Militärstrategen erklären.

.

Militärquellen zufolge soll das Assad-Regime den Kommandeur der 5. Division, den Generalmajor Wasil al-Samir, zum stellvertretenden Generalstabschef ernannt haben. Diesen Posten wird er schon bald ganz innehaben. Dieser Arbeitsplatz ist bereits seit Januar 2018 vakant.

Da Generalstabschef Brigadegeneral Ali Abdullah Ayoub im Januar 2018 zum Verteidigungsminister des syrischen Regimes ernannt wurde, weil der syrische Verteidigungsminister Fahad Jassim al-Freij aus nicht bekannten Gründen den Hut nehmen durfte, wird nun also Wasil al-Samir dem Job machen. Er wurde 1958 geboren. Stammt aus einem Dorf in der Provinz Hama.

Gewiss haben Sie auch vom Geschrei um die demilitarisierte Zone zwischen Syrien und der Türkei gehört. Nun, rund 7.000 aus Idlib vertriebene Bewohner sollen in ihre Städte und Dörfer heimgekehrt sein deswegen. Man stelle sich vor, dass zeitlich kurz davor mehr als 30.000 Menschen vor einem drohenden Angriff des Assad-Regimes in Richtung der türkischen Grenze im Norden geflohen waren. Anadolu News schreibt, es befänden sich 22 vom Iran unterstützte Milizen mit rund 120.000 Kämpfern im Umkreis von Idlib, darunter 12 Milizen im Westen der Provinz Aleppo, 7 im Norden der Provinz Hama und 3 in der Provinz Latakia

Und:

Das von der Türkei unterstützte Rebellenbündnis „Nationale Befreiungsfront“ erklärte, man werde mit der Türkei uneingeschränkt zusammenarbeiten, um eine Großoffensive des Assad-Regimes auf Idlib mit katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung zu verhindern. Ihre Waffen wollen die Rebellen aber nicht abgeben. Sie zweifeln an Assads Aufrichtigkeit und die seiner Verbündeten. Alarmbereitschaft bleibt also weiterhin bestehen, meinen die Rebellen.

Die in Sotschi getroffene Vereinbarung von der oben also die Rede ist unter anderem, sieht indes vor, dass alle Konfliktparteien in der militärfreien Zone bis zum 10. Oktober ihre schweren Waffen abgeben.

Auch die Huras al-Din Rebellen halten nichts von den russisch – türkischen Plänen einer entmilitarisierten Zone. Die rufen dazu auf anstatt, „gegen die Feinde der Religion“ verstärkt zu kämpfen.

Zur Huras al-Din zählen viele ausländische Dschihadisten. Letztere Truppe oder Gruppe wurde von Kämpfern gegründet, die Hayat Tahrir al-Sham verlassen haben, weil diese offiziell ihre Verbindung zur Al-Kaida gekappt hatte. Huras al-Din besteht angeblich nicht aus mehr als etwa 1.200 Kämpfern.

Die syrischen Muslimbrüder drückten schon mal ihre Unterstützung für die Bemühungen der Türkei aus. Die Muslimbrüder wollen anscheinend überleben. Sie warnten aber vor einer möglichen Täuschung seitens Russlands.

Nichtsdestotrotz behauptet der Generalsekretär der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, dass die Hisbollah auch nach dem Idlib-Abkommen in Syrien bleiben werde. Das sei so mit der syrischen Führung abgesprochen, meint er. Nasrallah forderte seinerseits erneut die YPG-Kurden auf, Verhandlungen mit der Führung in Damaskus aufzunehmen, denn die USA seien kein verlässlicher Partner für die Kurden.

Letzteres trifft zwischen Putin und Assad noch nicht zu. Soll heißen: Ersterer kann sich auf den Alewiten (Assad) verlassen. Zweiterer hat keine andere Wahl, als sich auf Putin zu verlassen. Und so schrieb Bashar al-Assad nach dem versehentlichen Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges in einem Kondolenzbrief, dass dieser Vorfall ein unglückliches Ergebnis der „üblichen israelischen Arroganz“ zu verdanken ist. Assad liegt wohl richtig in der Annahme, dass Putin ihn wegen so etwas nicht gleich fallen lässt – noch nicht.

Man glaubt es kaum, weil im neugewonnen syrischen Fernsehen, welches neuerdings in die neu, temporär bezogene Wohnstube kommt, ist nichts zu hören oder zu sehen von Demonstrierenden gegen das Regime. Aktivisten haben nämlich um dem 20. September herum zu Großdemonstrationen in den von der Opposition kontrollierten syrischen Gebieten unter dem Motto „Keine Verfassung und kein Wiederaufbau vor dem Sturz von Bashar al-Assad“ aufgerufen. Vergebene Mühe, konstatieren wir zu den Demonstrationen, leider etwas ermüdet. SORRY. Auch wenn Asaad Hanna mit Hunderttausenden Teilnehmern an den Demonstrationen rechnet. Immerhin: Zehntausende sollen es geworden sein, die daran teilnahmen. Es sei, schreibt eben erwähnter Berichterstatter, „nichts anderes als die Umsetzung von UN-Resolution 2254!”

Es geschah allerdings nicht wegen den Demonstrationen, dass der Kommandeur der regimetreuen Tiger-Kräfte (Quwwat an-Nimr), Sohail al-Hassan, plötzlich und unerwartet 6.500 Mitglieder der genannten Spezialeinheit entlassen haben soll.

Grund noch unbekannt!

Vielleicht haben es die Russen so gewollt, sagen einige. Denn vor dem Hintergrund des in Sotschi vereinbarten Memorandums zwischen Russland und der Türkei, wo ein Zehn-Punkte-Plan festgelegt worden ist, welcher die sogenannten Garantiestaaten Türkei, Russland und Iran verpflichtet, einen „nachhaltigen Waffenstillstand in der Idlib-Deeskalationszone“ zu erreichen, wäre der erwähnte Schritt also plausibel. Das gemeinsame iranisch-russisch-türkische Koordinationszentrum wird aufgrund dessen verstärkt. Die Türkei wird immens in die Pflicht genommen. Ihre Aufgabe ist, die extremistischen Gruppen zu entwaffnen sowie dafür zu sorgen, dass die wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Autobahnen M4 (Aleppo-Latakia) und M5 (Aleppo-Hama) ab Ende 2018 wieder offen und gefahrlos befahrbar sind. Viel Spaß bei diesem Job, Herr Erdogan!

Glücklicherweise, kann Erdogan sagen, brauche ICH nicht da in Uniform meinen Mann/Soldaten stehen.

Ganz offensichtlich soll der während des Kriegs unterbrochene Handel zwischen Ankara und Damaskus wieder pulsieren. Dieser Teil des Deals ist uns nun also auch bekannt.

Die zuvor erwähnte Vereinbarung von Sotschi soll gemäß des syrischen Analysten von der britischen Denkfabrik Chatham House, Herrn Haid Haid, keinesfalls garantieren können, “dass eine Offensive in der Zukunft nicht mehr möglich sei”. Denn, so die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA: der Krieg gegen den Terrorismus wird bis zur „Befreiung des gesamten syrischen Territoriums“ fortgesetzt.

Russland hatte wegen eines Marinemanövers die Sperrung des östlichen Mittelmeers bis zum 26.09. veranlasst. Auch Zivilflugzeuge mussten zwischen den Küsten Syriens, des Libanons und Zyperns Ausweichrouten fliegen. Zu dieser Anordnungen kam es eben wegen des „unglücklichen“ Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs über dem Mittelmeer seitens Syriens. Fluggäste aus der Schweiz kommend danach gefragt am 26.09., sagten, Sie hätten nichts mitgeteilt bekommen auf ihrem Flug von Zürich nach Larnaka mit der Edelweiß.

Des Weiteren meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA , dass das Qara 4 Gasfeld in Damaskus Land mit einer täglichen Kapazität von 120,000 Kubikmeter Gas und zusätzlich 100 Barrel Kondensat in Betrieb genommen worden sei. Das Geld ist wahrscheinlich auch dringend nötig, welches das Gas einbringen dürfte, zumal laut der britischen Times Zeitung Moskau der Krieg in Syrien bisher rund 2.7 Milliarden Pounds Sterling gekostet haben soll. Und auch, damit ES womöglich nicht noch teurer wird, hat der israelische Verteidigungsminister Avigor Liebermann netterweise verkündet, Israel werde seine Luftangriffe auf Syrien nicht einstellen, aber sich bemühen, direkte Zusammenstöße mit russischen Truppen zu vermeiden.

Ist das nicht ritterlich!?

Nun ja, das israelische Nachrichtenportal „Ynet News“ berichtet, die israelische Luftwaffe habe ihren russischen Kollegen in Moskau einen 40-Seiten Bericht vorgelegt, der dokumentiert, wie es zum Absturz des russisches Aufklärungsflugzeug Il-20 gekommen ist. Totales Chaos auf Seiten Assads muss geherrscht haben. Die syrische Luftabwehr feuerte über 30 Minuten „dutzende“ Raketen von allen möglichen Luftverteidigungs-Basen im Land aus ab. Assads Luftabwehr-Boys sind offensichtlich durchgeknallt, meinten israelische Militärs ihren russischen Kollegen gegenüber mit Stolz gefüllter Brust, wird erzählt.

Was liegt nach solch Vorfällen näher, wie auch der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu offensichtlich findet, als dass Moskau in ein paar Wochen das Raketenabwehrsystem S-300 an die Führung in Damaskus liefern wird. Das sei nun entschieden zwecks Sicherheit der russischen Truppen in Syrien.

Und man staune:

Der syrische Medienaktivist Hadi Alabdallah twitterte, dass nach einer Unterbrechung von mehreren Jahren wieder Schiffe von Mersin in der Türkei nach Latakia/Syrien fahren.

Und:

Der türkische Staatspräsident Erdogan sagte am Montag, dass die Türkei weitere Sicherheitszonen in Syrien schaffen werde, auch östlich des Euphrats, wo die von den USA unterstützten PYD/YPG-geführten „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) präsent sind.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu findet es wenig lustig, dass die Syrer die erwähnten russischen Waffensystemen erhalten werden. Tel Aviv und Moskau einigten sich daraufhin, die Koordination der israelischen und russischen Armeen weiter über die militärischen Kanäle erfolgen zu lassen.

Liebe Leser, die Betonung liegt auf „weiter!“

Der russische Verteidigungsminister Schoigu kündigte ein Feind/Freund-Erkennungssystem des Weiteren für die Syrer an sowie Elektronik zur Störung der Systeme von in den syrischen Luftraum eindringenden fremden Flugzeugen. In Regionen nahe Syrien über dem Mittelmeer werde es eine „Unterdrückung der Satellitennavigation, von Radarsystemen an Bord und der Kommunikationssysteme von Militärmaschinen geben.

Endlich, werden gewiss oder vielleicht auch Sie gerade gedacht haben.

Der stellvertretende Außenminister des Assad-Regimes Faisal Mekdad meint seinerseits: Syrien hat in allen Teilen Syriens gesiegt und wird auch in Idlib siegen! „Wir werden nach Idlib kommen und Idlib entweder militärisch oder friedlich zurückerlangen!“

Und siehe da:

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete am Montag, dass Syriens Machthaber Bashar al-Assad per Erlass Nr. 299 Dr. Hazem Younes Qarfoul zum neuen Gouverneur der syrischen Zentralbank ernannt hat.

Und da wir schon beim Geld sind:

Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura soll Medienquellen zufolge für seine Vermittlungsmission 92 Mitarbeiter eingestellt haben. Die Kosten dafür würden monatlich 1.4 Millionen Dollar betragen. Der Nahostexperte Emile Hokayem sprach von einer Verschwendung von Flugbenzin und diplomatischer Glaubwürdigkeit.

Bislang sieht es derart aus um den Streitapfel Idlib, genauer seit dem 26. September 2018:

Das Assad-Regime soll im Rahmen des zwischen Russland und der Türkei vereinbarten Abkommens zur Schaffung einer entmilitarisierten Zone in Idlib damit begonnen haben, Panzer, BMPs und Artillerie von den Frontlinien abzuziehen

Der libanesische Drusenführer und Vorsitzende der Sozialistischen Fortschrittspartei Walid Dschumblatt‏ twitterte, dass hunderte IS-Kämpfer vom Assad-Regime von Abu Kamal nach Idlib evakuiert worden sind, um die russisch-türkische Vereinbarung zu sabotieren. Das Regime soll zuvor auch IS-Kämpfer aus Damaskus Land in die Provinz Sweida gebracht haben, damit diese das Drusengebiet attackieren.

Lokalen Quellen zufolge würden das Assad-Regime und verbündete iranische Milizen trotz der Deeskalationsvereinbarung ihre Angriffeauf Ortschaften in der Provinz Idlib (Temania und Tal Marak), der Provinz Aleppo (Al-Rashideen und Kafr Hamra), der Provinz Hama (Lataminah und Abu Ubeid) und auf Jabal al-Kurdi in Latakia fort.

Dabei kommen auch Zivilisten um.

In Deutschland ist ein Mitglied der bewaffneten syrischen Opposition wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dem Anführer der Jabhat Ghuraba al-Sham Milz wird vorgeworfen, unter dem Dach der Freien Syrischen Armee, Kriegsverbrechen in Form von Folter und Mord sowie Entführungen verübt zu haben. Der Haken daran: die Rebellengruppe Jabhat Ghuraba al-Sham existierte nur bis Anfang 2014 und soll auch keine westliche Unterstützung erhalten haben.

Der US-Sonderbeauftragte für Syrien, James Jeffrey, sagte in einem Gespräch mit Asharq Al-Awsat, dass die Vereinigten Staaten mit Moskau zusammenarbeiten würden, um den Iran aus Syrien zu vertreiben. Keine militärische Gewalt soll eingesetzt werden dabei. Bashar al-Assad werde man durch eine neue Verfassung aus dem Weg räumen.

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Angekommen 2

Sie geht gerade wieder auf – die inszenierte Falle!

Fängt ja recht vielversprechend an.

Obgleich … .

Wirklich schlecht geschlafen.

Doch dann auch wieder nicht so richtig schlecht.

Soll heißen:

Ich ging früh ins Bett Sonntagabend und wundere mich nun offensichtlich noch immer, dass ich sehr früh aufgewacht bin – so auch diese Nacht.

Sogar der Kater hat gestaunt.

Der spinnt eh derzeit.

Hat wahrscheinlich zu viel Kontakt mit den anderen Katzen draußen im Garten – lässt sich zurück auf Zypern plötzlich nicht mehr länger auf den Schoß nehmen, streicheln. Das Auge hätte er mir ums Haar heraus gekratzt. War wahrscheinlich keine böse Absicht.

Glück gehabt!

Dann, wenn das Auge flöten gegangen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht mehr so nachsichtig behandelt für eine Zeitlang, vielleicht auch für immer, wer weiß. Was kann ich dafür, dass er blind ist!

Es lässt sich recht träge an das Leben auf Zypern. Es ist eben heiß, angenehm heiß. Wunderbare Nächte mit leichter Brise, vielleicht die beste Jahreszeit.

Gerade mal ein paar Tage hier.

Konnte in Lahr und Umgebung leider keinen Zahnarzt auftreiben, der mir in den Kram passt. In Berlin hatte ich einen, und jetzt auch hier auf Zypern. Bei dem war ich heute. Er macht mir Hoffnungen, dass der eine Backenzahn vielleicht doch noch stabilisiert und so weiter werden kann. In Lahr der Arzt, der hatte noch nicht mal recht in den Mund geguckt und dann redete er schon von „herausreißen“. War wohl genervt, dass ich mit X-Rays des Zahnes ankam und kein weiteres X-Ray zulassen wollte.

Ich muss doch die Strahlung schlucken, nicht er!

Er verkriecht sich hinter einer Tür und wartet, bis das Strahlen-Prozedere vorüber ist.

Nein, ich habe wieder Hoffnung, dass das Ding mit den Zähnen im letzten Moment doch noch zurecht gebogen werden kann im Gegensatz zu der traurigen Tatsache, dass sich Assad wohl halten wird. Bloß kein Implantat, von dem immer sofort gleich die Rede ist. Assad ist mir eigentlich auch ein Implantat, der anderen Art. Und wenn die Krankenkasse zyprisch-zahnärztliche Kosten nicht begleicht, muss man sich da dann nicht schon fragen, für was wir eigentlich noch eine EU führen?

OK, Zypern ist nicht im Schengenraum, aber … .

Wie?

Den Wiederaufbau Syriens soll die EU hauptsächlich bezahlen?

Vor dem Flug hier her habe ich noch schnell zwei Rechnungen an die Krankenkasse geschickt, weil Monate davor leider zum Orthopäden gegangen werden musste, auch auf Zypern. Eigentlich könnte ich da gleich wieder hinrennen, weil eines der beiden Knie komischerweise plötzlich etwas schmerzt.

Die Kasse kann sich aber beruhigen, weil Selbsttherapie hab ich mir verschrieben. Darüber, wie diese Art von Therapie sich gestaltet, keine Sorge, das wird nun nicht in Details vor ihrem staunenden Auge hier flachgelegt. Bleibt mein Geheimnis, so auch, warum ich einen mehr als halbfertigen, 4-seitigen Bericht zu Syrien jetzt doch nicht veröffentlichen mag. Sie müssen wissen, ja, ich weiß, Sie müssen gar nichts, aber dennoch: Was da in Syrien abgeht, das find ich nur noch unerträglich. Ganz schlimm, dass Assad überlebt, politisch.

Nein, ich sitze nicht in oder auf „Santa“!

Sie werden es nicht für möglich halten, doch das Schicksal, oder wer immer es ist, hat beschlossen, dass für eine geraume Zeit ausgewichen werden muss, Santa der Rücken zu kehren ist. Besuch steht nämlich an und dann geht es bekanntlich laut und so weiter zu. Die Leute wollen eben auch unterhalten sein. Und da der Besuch nicht meiner ist, … .

Nicht etwa, dass ich fremdeln würde, aber ehrlich, ich mag jetzt nicht! Punkt. Mag MEIN Ding hier auf Zypern ENDLICH mal machen und sonst möglich nichts. Übermorgen kommt allerdings noch ein Abend mit Botschaftsleuten dazwischen, doch dann werde ich vollends abtauchen, und zwar in Limassol. Vorgenommen habe ich mir, die syrisch-ägyptisch-libanesich-kurdische-etc.-Szene zu sichten. Mal sehen, was DIE so zu erzählen habe über ihre vermeintliche Freiheit in Limassol und die zurückgelassene Heimat, und wie die sich in Zypern einbringen.

Irgendwie kenne ich diese Stadt, Limassol, und dann auch wieder überhaupt nicht. Ja, ich bin eigentlich oft in Limassol, aber … .

Wissen Sie, ich bin nun über 10 Jahre immer wieder auf der Insel und hatte es bislang nicht eilig, möglichst alles zu sehen oder gesehen zu haben. „Reinwachsenlassen“, sag ich da gern. Und nun ergibt sich offenbar eben, dass für eine Weile in Limassol gewohnt wird. Kann gut sein, dass der Limassol-Aufenthalt dann doch noch zeitlich erweitert wird. Jetzt sind erst mal 3 Wochen angesetzt, auch, da die Besitzerin meiner neuen Unterkunft offensichtlich schon jemand anders in dem recht bescheiden eingerichteten Wohnraum gebucht hat.

Die Absteige klingt und sieht auf „AirnB“ ganz anders aus, vielversprechender.

Mir ist das gerade egal, auch, ob dort ein Fenster drin ist oder nicht. Ja, da ist eins, doch keine 2 Meter vor demselben ist eine ziemlich unschöne Wand jenes Wohnhauses, neben dem meine Hütte von Uncle Tom steht und die Vermieterin dieses ‚Luxus‘ womöglich auf unsere Kosten lebt.

Alles OK!

Nichts mit meckern hier!

Noch nicht.

Jetzt weiß ich, hier in Onkel Tom’s Hütte sitzend und gerade schreibend, was in Santa vergessen wurde: die Kamera und das Teleobjektiv. Liegen hinter’m Fernseher und werden mir Mittwoch Abend überreicht, wenn es zum Treffen mit den Botschaftsleuten geht – Abschied eines Diplomaten vom Dienst und so stehen auf dem Programm. Leute treffen. Sehen und gesehen werden.

Dafür, dass das Zweitwichtigste (Kamera) vergessen wurde, habe ich wahrscheinlich viel zu viele Hosen mit langem Hosenbein dabei. So auch kurz-ärmliche Hemden. Alles gebügelt und sauber.

Wird sich noch herausstellen, wie das Viertel hier in Limassol heißt, in das kurzfristig eingezogen wurde. Wollte jedenfalls nicht unten am Strand sein. Nein, möglichst ein mir total unbekannter Fleck in der Stadt ist angesagt.

Letzteres bewahrheitete sich schon heute Nacht. Bekanntlich sind alle Katzen im Dunkeln schwarz, sehen plötzlich anders aus, so auch Limassol. Ausfahrt Nummer 28 gilt es nämlich zu nehmen auf der Autobahn, die durch die obere Stadt verläuft, wenn ins temporäre Zuhause gelangt werden will. Dann gilt es in Richtung Zentrum zu fahren und bei der 3. Ampel rechts abzubiegen, dann die erste Straße links einzubiegen und dann ist man schon dort, nämlich nahezu am Ende einer vergleichsweise kurzen Straße.

Doch auf dem Weg zurück aus der Stadt nahm ich den Weg kreuz und quer durch dieselbe. Weil sie soll jetzt endlich besser gekannt werden – zu Fuß, wie auch per Auto. Irgendwie war’s als würd ich durch Beirut oder durch Damaskus fahren – vor dem Krieg.

Wohne gar nicht so weit von dem Ort entfernt, wo schon mal eine Zeitlang Tischtennis gespielt wurde. Sie werden es nicht glauben, als ich nach Monaten zurückkam an diesen Ort und dort wieder Pingpong spielen gehen wollte, konnte ich den Weg zur Halle einfach nicht finden, obgleich an jenem Ort ein großes halbrundes Stadium in den Himmel ragt, unter und in dem eben auch Tischtennis gespielt wird – und nicht zu billig. 50 Euro Beitrag im Monat wollten die damals haben plus 50 Euro Aufnahmegebühr.

Und damit gab ich mich dann auch zufrieden damals, also, dass ich diesen Ort auf die Schnelle nicht finden konnte und nicht wieder zum teuren Training dort antrat. Was so speziell an diesem einen Monat Training dort war: ich trainierte mit Jugendlichen. Für die Erwachsenen war ich denen offenbar zu schlecht. Und das Training war wirklich Training. Es wurden verschiedenste Techniken und Schläge eingeübt. Wunderbar. Das ist in Lahr leider nicht gegeben. Da stellen sich die Herren hinter die Platte, spielen sich etwas ein, meist immer dieselben, die danach gegeneinander spielen, und das war dann Training!

Spielte damals in einem anderen Verein Deutschlands, wo, wie soll es bestens gesagt sein, nicht gerade hochklassiges Tischtennis gespielt wird.

Das ist auch in Lahr längst nicht der Fall, allerdings gibt es dann doch 3-4 Männer, es spielen auch in Lahr nur Männer Tischtennis im Verein, die ich ganz gewiss auch nicht zu meiner BESTEN Zeit von der Platte so ohne Weiteres gefegt hätte – genauer den einen. Und daraufhin mag ich trainieren und keine zyprischen Trainingspausen daher mehr zulassen, die sonst als dazu führten, dass wochenlang die Rückhand wieder eingeübt werden musste nach der Rückkehr an die Platte und in die so genannte „Runde“ – mit der Konsequenz, dass einige Spiele verloren gingen etc.

Nein, diesmal will ich es vor allem mir selbst zeigen, auch wenn das Knie droht, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Man wird sehen, was passiert – und ob die arabischsprachige Szene in Limassol mir einen Zutritt gewährt. Es ist nämlich noch nicht entschieden, ob als Privatperson oder als Journalist dort sich eingebracht wird. Womöglich bin ich da schon so hartnäckig wie der Baschar al Assad? Von dem kann man wahrhaft noch lernen, sich zu behaupten. Das Problem ist halt nur: bis zu welchem Preis?

Normalerweise halte ich mich am anderen Ende von Limassol auf, also dort ungefähr, wo man von Larnaka nach Limassol auf der Straße am Meer kommend in diese Stadt einfällt. Die Zyprer nennen die Gegend inoffiziell „Tourist-Area“. Schrecklicher Name, aber zwei-drei gute Cafés, die gibt es dort. Und ich sitze nun mal oft und gern in Cafés, um zu lesen, zu gucken und natürlich auch um Leute kennenzulernen oder zu treffen.

Mein heiß geliebtes Café „Costa Coffee“ soll ja nun ein Teil des Coca-Cola Imperiums geworden sein. Wird offensichtlich Zeit, sich neue Orte zu erschließen. Da wäre was in der Makarius-Straße namens „Paradosiaka“ (Traditionell). Unweit davon waren wir letztens. Ganz chic ist das Zweitgenannte gewesen. Das Paradosiaka scheint ein typisch zyprisches Kafeneion darstellen zu wollen.

Auf den zuvor erwähnten Umstand – chic – sollte man sich in Zypern ansonsten einlassen. Weil dort, wo die älteren zyprischen Herren hingehen, herrscht nicht gerade der Esprit von Internationalität, meistens. Also werde ich genau deswegen dort heute früh mal hingehen.

Wie gesagt, ich bin mal wieder früh schlafen gegangen und früh aufgestanden. Jetzt ist 03 Uhr 30 morgens. Wenn ich den Text hier durchhabe, wird das Ding ins Netz gestellt. Weg damit! Und dann werde ich mir die Frühschwimmer-Szene geben. Wahrscheinlich am Dassoudi-Beach, auch der ist größtenteils schön sandig und weitläufig – auch wenn davor immer mehr Öltanker und andere Schiffe vor Anker liegen. Sogar ein kleines Wäldchen trennt diesen Beach von der 4-spurigen Straße, der Corniche.

Hatte den Toshiba-Computer, der gewiss schon so alt ist wie der Krieg in Syrien, und älter, vor meiner letzten Abreise nach Deutschland doch noch zur Reparatur gebracht. War positiv erstaunt, dass mir damals nicht empfohlen wurde, das alte Ding wegzuhauen, was wahrscheinlich so in Germany der Fall gewesen wäre.

Nein, der junge Herr im Geschäft in der Ortschaft Kitti sagte, er werde mir ein neues abgespecktes Betriebssystem draufhauen – ich werde meine „Freude“ haben, meinte er. Und tatsächlich, es schreibt sich wieder fantastisch easy damit. Weil der andere Laptop in meinem Besitz, der zwar „Word“ drauf hat, aber dessen Keyboard halt so eng ist, ist zum (längeren) Schreiben nicht sehr geeignet, wie ich jetzt erst wieder bemerke. Finde auch, dass durch’s flüssigere und problemlosere Schreiben, das Schreiben an sich leichter fällt, da der Gedankenfluss offenbar nicht derart unterbrochen wird. Verspüre irgendwie gar keine Lust, nach irgendwelchen Notizen über Syrien und dem Desaster dort zu greifen, um das sodann hier einzuarbeiten.

Habe überhaupt ein Problem damit, diese Info noch als Info zu betrachten, stell ich zunehmend fest. Irgendwie kommt der Gedanke auf, man begibt sich darüber berichtend in ein Paar Schuhe, welches einem nie gehören wird – und schon gar nicht gehören sollte.

Ein Spielball des Bösen mag niemand sein.

Auch nicht dessen Propagandist.

Ja, ein wahrhaft schwieriger Spagat, aus dem nun, wie zu sehen ist, auf diese Weise sich gewunden werden soll. Und:

Musste vor dem Gebrauch des oben erwähnten, reparierten Computers allerdings ein Schreib-Programm herunterladen. Entschied mich für „OpenOffice“, und nicht, wie angeboten wird, weil auf dem Desktop Art vorinstalliert, noch schnell ein weiteres Word-Programm down zu loaden, welches allerdings nach Money schreit.

Es ist wahrscheinlich immer eine gute Wahl das OpenOffice. Und es kostet nichts.

‚Lustig‘ ist an der neu-bezogenen Wohnung unter anderem, dass ein uralter Fernseher darin steht, klobig und riesengroß, wie die Apparate es einst waren. Das Bild ist schwarz-weiß. Der Ton gut. Habe noch gar nicht umgeschaltet, weil wie es der Zufall will, läuft dort das syrische Fernsehen. Und das verfolge ich recht gespannt, wenn nicht geschrieben wird etc. Komischerweise guck ich mir das über den Computer nicht gern an. Ich scheine noch zu differenzieren. Über den Fernseher ist es mir, als hätte ich ja eh keine andere Wahl. Selbstbetrug, wahrscheinlich der Art und Weise wie wir uns betrügen, wenn Assad schöngeredet wird – schon demnächst. Sie werden es sehen.

Offensichtlich gibt es keine Sorgen mehr, dass Assad den Krieg nicht gewinnen könnte. Das Leben scheint sich wieder normalisiert zu haben, berichten die Fernsehbilder. Das syrische Parlament, welches ‚demokratisch‘ abstimmt und diskutiert wird sogar gezeigt. Verbrecher in Handschellen. Soldaten, die sich im Sand wälzen mit Gewehr in der Hand und schwarzen Strichen in den Gesichtern. Heroisch springen diese durch Feuerringe und kriechen unter eisernen, ebenfalls anfänglich unter Feuer gesetzten Hindernissen hindurch – strahlen danach in die Kamera.

Es ist ganz offensichtlich eine Freude, wird vermittelt, und das sagt auch jeder der Interviewten im syrischen Staatsfernsehen auf seine Weise in die Kamera, für das Land sich zu opfern. Die Häuser im Diplomatenviertel von Damaskus scheinen noch zu stehen, oder aber es wird altes Filmmaterial benutzt.

Siegreiche Basketballspieler werden in ihren Trikots gezeigt, und dann plötzlich taucht ein Pokal im Bild auf. Die Kamera zoomt aus und eine Gestalt im Anzug kommt in den Fokus und diese Person grinst wie ein Lausbub zwischen den Sportlern sitzend mit Pokal in der Hand in die Kamera – ein ziemlich kurzer Schwenk derselben, was dem Anlass eigentlich nicht gerecht sein kann, wo doch er, genau, Baschar der Fallensteller, nun im Mittelpunkt steht!

Assad hat sich also behauptet.

Das ist die traurige Nachricht!

Die gute Nachricht ist die Vermutung, dass der/die Kameramann/frau, die den Baschar nicht zeitlich lang genug in Szene setzten dafür nicht auf einem Rost gebraten werden zur Strafe – denn, davon darf getrost ausgegangen werden, die Szene ist EISKALT, so, inszeniert!

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Syrien Aug-Sept 3

Vor dem Hintergrund, dass die sogenannte Großoffensive in Syrien, die noch bevorstehen soll, im Grund schon losgetreten worden ist – und zwar vorrangig von Seiten Moskaus, wie sich offenbar zeigt -, wird hier am 08. 09. 2018, wie geplant, dennoch von zeitlich etwas zurückliegenden Ereignissen berichtet, um die angefangene Serie oder Reihe zu Syrien zu komplementieren – versteht sich, äußerst selektiv, wie ja alle es tun (müssen), die aus/von/über dieses/m Land berichten.
Sagen wir also, wir sind so in etwa am 17. August 2018 angelangt im Stoff.

Im Al-Eis Gebiet existiert eine türkische Militärbasis. Dieses Gebiet liegt genauer in der Provinz Aleppo. Die Türken rieten den Bewohnern dort, nämlich in Gazrala, Zamma, Gadidah, Talafeh, Hawair al-Issa, al Othmania, Bager, Banes und Berna doch ihre Häuser nicht zu evakuieren. Solch ein Schritt böte dem Assad-Regime die Ausrede, anzugreifen.
Vielleicht ist es noch nicht ganz durchgedrungen, doch das Regime hat den Posten eines „Versöhnungsminister“ aus der Taufe gehoben vor nicht allzu langer Zeit. Der ‚gute‘ Mann, der diesen Posten ausfüllen ‚darf‘, heißt derzeit Ali Haydar.
Sollte die folgende Meldung zutreffen, was hier doch stark bezweifelt wird, könnte dem so sein, dass Trump und Putin sich inzwischen anscheinend darüber einig geworden sind, dass der Iran in Syrien besser schon bald seine Koffer packt. So ganz daran glauben können wir hier deswegen nicht, da das iranische Regime dann einerseits in Erklärungsnöte gegenüber der iranischen Bevölkerung kommt, zumal viel Geld in Syrien gesteckt wurde – wie auch viele iranische Menschenleben. Und jetzt einfach sich zurückziehen, nur weil der „große Satan“ in Washington und Putin (der kleine Satan) sich einigten, erscheint äußerst widersprüchlich.
Andererseits ist nicht zu übersehen, dass es im Iran brummt. Soll heißen: Vorrangig die jungen Menschen haben von der betriebenen Politik des Landes im Nahen Osten gehörig die Schnauze voll – und lassen das auch vernehmlicher hören. Es rumort nicht schlecht. Und um des inneren Zusammenhalts wegen könnte durchaus passieren, dass Teheran den eben erwähnten Grund/Vorwand nutzt, irgendeine Rechtfertigung gegenüber den Hardlinern im Lande und anderen Unzufriedenen zu konstruieren, um sich tatsächlich aus der Affaire zu ziehen.
Teheran hätte nun wirklich eh Besseres zu tun. Zum Beispiel stünde eine Art Aussöhnung mit Pakistan, Indien und vielleicht sogar noch der Türkei und dem Irak anstatt dem Regime gut zu Gesicht. Es könnte gar lebenswichtig werden.
Noch kurz dies: Der ehemalige Bürgermeister Teherans Herr Gholam Hossein Karbaschi (1990 – 1998) wurde verknackt, da er in einer Rede die iranische Intervention in Syrien kritisiert haben soll (Times of Israel).
Was den Irak und Syrien angeht: Washington hat den ehemaligen Botschafter für den Irak, Herrn James Jeffrey, der dort von 2010 bis 2012 tätig war, als US-Sondergesandten für Syrien benannt. Der Herr war auch bereits in der Türkei auf diesem Posten. Interessant ist zu lesen, dass zwischenzeitlich die Saudis damit begonnen haben sollen, einen Teil ihrer Petro-Dollars für ihre Interessen in Syrien arbeiten zu lassen, indem den Vereinigten Staaten Geld in die Taschen gesteckt wird, um bloß nicht aus Syrien abzuziehen. 100 Millionen seien auf Forderung Trumps zugesichert worden – nicht gerade viel Zaster, wenn in trumpschen Dimensionen gedacht wird, finden wir. Das US Department of State quasselte jedenfalls von Geld für „Stabilisierungsbemühungen“.
Für jemand Außenstehendes ist nicht ganz ersichtlich, warum die so genannten Weißhelme ausgerechnet jetzt, wo die Großoffensive bevorsteht, beziehungsweise begonnen zu haben scheint, zur Mitte des Monats August also, dennoch damit begonnen haben sollen, angeblich Trümmer und Schutt und dergleichen wegzuräumen in Idlib.

Eigentlich sollen die Weißhelme ja Rettungsabreiten leisten, und noch eigentlicher steht von Seiten Assads & Co. der Vorwurf im Raum, die Weißhelme seien unter anderem jene Kraft im Krieg/Konflikt, die chemische Waffen einschleuse und/oder hochgehen ließe etc.

Andernorts in Syrien sind andere Positionen auch nicht ganz klar. So soll die 4. Division des Assad-Regimes, die immer wieder Reden von sich macht, mal wieder mit den Russen etwas und lediglich verbal zusammengeklatscht sein, und zwar diesmal in Qalat al-Masdieq. Die Russen verlangten, dass die Vierte dort die Fliege macht, doch die Vierte hat sich geweigert, diesem Verlangen nachzukommen. Zeitlich wenig später, also Ende August, fordert der nationale Sicherheitsberater Trumps, John Bolton, den Iran auf, Syrien zu verlassen. Die Iraner entgegneten: es gibt derzeit keine Pläne, die Ähnliches besagten oder vorsehen würden. Bolton an Iran und das Assad-Regime gerichtet, scheinheilig, so werten es zumindest einige Beobachter: Der Einsatz von Chemiewaffen wird „starke“ Reaktionen folgen lassen!

Unstimmigkeiten bestehen allerdings auch über den Beginn der ganzen Sache, also des Syrienkonflikts selbst. Jemand namens Joshua Landis behauptet, die Facebookseite der Syrian Revolution habe bereits am 18. Januar 2011 im Netz gestanden. Das wären also 2 Monate vor dem Ausbruch des Aufstandes in Daraa gewesen. Der Administrator der genannten Seite ist ebenfalls Leiter des Büros der Muslimbrüder in Schweden. Landis findet dies dann allerdings doch nicht sonderlich überraschend, weil die ersten Proteste eigentlich bereits am 04. Februar 2011 angefangen haben sollen in Syrien. Und das ist auch das Datum, an dem zum „Tag des Zorns“ in Daraa erstmals aufgerufen worden sein soll, und nicht, wie sonst behauptet wird, dass es erst im März 2011 der Fall gewesen sein soll. Nur: Beim ersten Aufruf seien keine Proteste der Bevölkerung gefolgt. Als dann allerdings am 06. März 2011 Kinder in der Stadt Daraa verhaftet wurden, die aufrührerisch gewesen sein sollen, erhob sich der Zorn des Volkes erstmals – und seither ist, mehr oder minder, Krieg in Syrien.

Und in Zeiten des Krieges geschehen viele eigenartige Dinge, so auch im von Kurden mehrheitlich bewohnten Teil Syriens – in Derik (Malikiyah). Dort wurden Armenier und Assyrer, die dort ebenfalls recht zahlreich leben – noch -, von Seiten der kurdischen Behörden dazu angehalten, ihre Schulen zu schließen. Der Grund: Sie hatten es abgelehnt, den von den Kurden herausgegebenen Lehrplan umzusetzen. Die Quelle ist allerdings eine, der durchaus nicht immer, finden wir, abgenommen werden kann, dass sie neutral berichtet.
Nun, inzwischen sind am anderen Ende des Landes, nämlich an der jordanischen Grenze, doch wirklich die Grenztore aufgegangen. Busse verkehren wieder, sodass beispielsweise direkt von Dschidda/Saudi Arabien über Jordanien nach Damaskus gefahren werden kann. Solch Busfahrt kostet Einheimische, also Syrer, rund 85 Dollars. Noch ist der syrisch-irakische Grenzübergang bei al-Bukamal geschlossen.
Und weil wir schon dabei sind: Die private syrische Fluglinie namens Cham Wings hat Flüge von und nach Amman/Jordanien wieder aufgenommen. Gehören tut die Linie einem Mann namens Rami Machluf. Er ist der Cousin des Baschar al-Assads. Sie sehen, Jordanien baut auf Normalisierung mit dem blutbefleckten Assad, und ernährt sich währenddessen ‚lustig‘ weiterhin von Geldern, die gewiss auch ihre Steuerbeiträge mittragen.

Allerdings – man mag es gar nicht glauben und vielleicht ist es auch schon wieder im Erdboden verschwunden, so ganz still und heimlich, wie ja so manches manchmal wieder aus dem Rampenlicht gerät, wo es vielleicht fälschlich hineingeriet – ist Rifaat al-Assad ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder und natürlich Geldwäsche angehängt worden. Der Rifaat ist der Onkel des Baschar al-Assads. Der ‚gute‘ Rifaat lebt/e seines Zeichens im Exil und NGO’s haben sich auch daher sogleich an ihn drangehängt. Und so kam es nun zu einer Anzeige. Es geht also darum herauszufinden, woher dieser Assad den wohl all die Kohle hat, die er hat. Dass in Hama seinerzeit 40.000 Menschen bei einem Aufstand abgeschlachtet wurden, soll ihm, dem Rifaat, aber nicht angehängt werden, meint einer der NGO’s. Sagen wir mal, es soll ihm noch nicht angehängt werden.

Am 27. August 2018 wird von sogenannten Aktivisten berichtet, die US-geführte Koalition habe eine Militärbasis in al-Hagien errichtet. Und das liegt in der Provinz Deir az-Zor. Dort im Osten soll der IS noch recht stark sein. Zu jenem Zeitpunkt unterhielt er dort jedenfalls noch 5 Militärbasen, wird berichtet. Bekanntlich liegt Hagien jetzt nicht gerade weit entfernt von der türkischen Grenze, wie auch der irakischen.

Warum die USA dort in der Region Deir az-Zor sind? Klar doch, dort fließt Erdöl. 40.000 Barrel täglich. Wahrscheinlich spottbillig. Ja, und die so genannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben der IS das Ölfeld bei Tanak ja vor einiger Zeit abgenommen, wie hier bereits in einem vorhergehenden Bericht erwähnt wurde. Der Kreis des – nennen wir es – Unverständlichen schließt sich, vor dem Hintergrund, dass die USA dort in der Region ihren Fuß drin haben und mit den Kurden im Boot sitzen, und zwar dann, wenn zutrifft, dass die SDF Teile des erworbenen Öls wiederum an das Assad-Regime verkaufen soll.
Überhaupt gibt es in der Region Deir ez-Zor noch weitere Ölfelder, und zwar das Ölfeld: Omar, Ward, Afra, Kewari, Gafra, Garnuf, Azrak, Kahar, Sueytat und Ghalban.
‚Erfreulich‘ also zu erfahren, dass die USA unweit der Region Deir az-Zor, nämlich in Kobane, genauer bei Hassake und Ayn al-Arab, nach Berichten seitens der Iraner Radarsysteme aufgestellt hat. Ebenso soll Washington noch mehr Waffen an die kurdischen PYD/YPG-Kämpfer verteilt haben – oder verkauft?
Am 26ten oder 27ten August 2018 sollen YPG-Kämpfer den FSA-Kommandanten Abu Muhammad al Schamali in Afrin hingerichtet haben.

Zwischenzeitlich wurde ermittelt, dass mehr als 1,75 Millionen Kinder, die in Syrien leben, die Schulen nicht besuchen können (@hadialbahara vom ICRC). Jetzt, im September 2018, berichtet Hadi Albahara, wird es ein Geschäftstreffen geben, an dem dutzende russische Investoren teilnehmen werden. Des Weiteren: Einer Firma ist kürzlich die Lizenz zum Betreiben einer Shopping Mall entzogen worden. Dieselbe erhielt sodann ein Mitglied des Regimes, berichtet Bahara. Kann man sich gar nicht vorstellen, dass es eine Shopping Mall geben soll. Überhaupt scheint das Leben in Damaskus wieder relativ normal seinen Lauf zu nehmen. Was auch immer „relativ normal“ in Wirklichkeit bedeuten mag.

Der oben genannte Cousin Baschars, Herr Machluf, soll jedenfalls zwei ägyptische Investoren ‚erfolgreich‘ von syrischen Markt verdrängt haben, nämlich vorerst Herrn Nagib Sawiris und Herrn Mansur Amer.
Anfang des Monats September 2018 wird gemeldet, dass die Hayat Tahrir asch-Schams-Kämpfer sich nun doch der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront angeschlossen haben.

Gestern, am 07. September 2018, war Präsident Erdoğan zusammen mit Putin und dem iranischen Führer im Fernsehen zu sehen. Es ging um Idlib. Erdoğan als einziger sprach sich öffentlich dafür aus, keine Großoffensive zu starten, sondern zu verhandeln. Klar, er hat Angst, dass viele Flüchtlinge die eh schon überforderte Grenze/Ökonomie der Türkei überrennen oder -fordern werden, sollte der Großangriff und in seiner Folge eine Fluchtbewegung demnächst stattfinden beziehungsweise einsetzen. Doch wahrscheinlich sitzen Erdoğan vor allem auch alte, heimliche Verbündete im Nacken, diejenigen, die wie er von islamischem Staat und Kalifat et cetera mit ihm zusammen – heimlich – träumten. Und in der weiter oben genannten Nationalen Befreiungsfront der Türkei in Syrien dürfte sich so manch uns Westlern suspektes Element befinden, welches wir wohl als extremistisch oder extrem islamistisch einstuften, dabei keine Mühe hätten.
Schon bald, ist zu befürchten oder zu hoffen – ganz, wie es Ihnen beliebt -, beißt sich der Erdoğan in Ankara mit seiner – geheim geführten – islamistischen Agenda in den eigenen Schwanz!?

Derweil verstärkten die USA ihre Präsenz im südöstlichen Mittelmeer. Der amerikanische Lenkwaffenzerstörer „Ross“ ist am 25. August dort aufgelaufen. Liegt wahrscheinlich in Limassol zuweilen vor Anker und wenn nicht, dann gewiss vor Zypern irgendwo im Meer.
Wer spielt welches ‚Spiel‘, ist die Frage. Und in diesem Kontext macht sich der Außenminister Syriens gewisse ‚Sorgen‘, und zwar um die Provinz Hatay, die nach dem Ersten Weltkrieg der Türkei zugesprochen wurde. In anderen Worten: Assad und Russland würden bei einer weiteren Schwächung der Erdoğan-Regierung, die aufgrund einer übertrieben exponierten und überrissenen Politik im Entstehen ist, dann wohl nicht davor zurückschrecken wollen, die derzeit noch so genannte Provinz Hatay ins Reich der Assads (und Putins) zurückzuholen. Iskenderun, die Hauptstadt Hatays gehörte bis 1938 zu Syrien, welches damals französisches Mandatsgebiet war. Und die Russen haben sich ja vorsorglich schon – mehr oder minder – die daran angrenzende Provinz namens Latakiya im heutigen Syrien unter den Nagel gerissen. Es könnte also gut reinpassen, Hatay.

Kommen wir nun noch schnell zu gewissen Begriffen, die man sich wohl aneignen ‚muss‘ – ob man es will oder nicht. Sie, verehrte Leser/innen könnten nämlich schon demnächst vermehrt von sogenannten „Assadisten“ hören. Das sind keine Sadisten, die nach Art der Assads foltern, sondern unter dem Begriff werden – noch – vorrangig jene geführt, die im Westen Assad ganz besonders treu zur Seite stehen (sollen). Eine DER Multiplikatoren des Assadismus, so nennen wir das hier nun schnell und kurz, soll eine gewisse Vanessa Beeley sein. Sie soll sich vor allem damit hervortun, die Einsätze der Weißhelme in den Dreck zu ziehen.

Um die Sache zu den Assadisten hier möglichst kurz zu halten (Sie können das im Internet googeln, oder Seite 34 des „Killing the truth reports“ etc.), könnte für Sie als Deutschsprecher vielleicht noch interessant sein, wer angeblich alles aus dem deutschsprachigen Raum als Assadist genannt wird im Netz:

Christian Blex, Michael Lüders, Sahra Wagenknecht, von Storch, Jürgen Todenhöfer, Hans-Thomas Tillschneider, Jürgen Pohl, Harald Kujat, Marco Glowatzki, Günter Meyer etc.

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Noch zwei-drei Vorbemerkungen. Wie auch zum Norden von Zypern gibt es zu Syrien nichts und dann aber auch wieder sehr viel zu sagen.

Sie sehen: man muss sich entscheiden im Leben.

Anstatt andauernd über den Süden Zyperns zu berichten, was zuweilen recht strapaziös werden kann, da sich offensichtlich nichts tut in Sachen Wiedervereinigung der Insel, und da andere Themen hinter diesem Thema irgendwie verblassen in der südzyprischen Politik, wird es als erforderlich erachtet, sich eben anstatt mal mit Nordzypern, Syrien, der Türkei und wahrscheinlich auch schon bald mal etwas eingehender mit den Dingen zu beschäftigen, die sich im Libanon zusammenbrauen.
Letztlich geht es selbstverständlich darum, wie könnte es bei einer Webseite mit diesem Namen anders sein, Zypern als Ganzes in den Vordergrund auf diese Art und Weise zu rücken, indem – längst nicht alle – wichtigsten Akteure oder ‚Spielwiesen‘ gewisser Akteure mal eingehender als sonst beleuchtet werden.

Nun, auf-auf zur scheinbar unendlichen Geschichte mit von uns ganz spezifisch ausgesuchten Details, die nur einen Bruchteil dessen abdecken können, was von statten geht, aber dies wiederum bemüht darum, auf unsere Weise Syrien zu beleuchten und verständlicher zu machen.
Ganz auf der Höhe der Zeit ist dieser Artikel hier (noch) nicht. Er hinkt ungefähr 3 Wochen hinter her. In der Folge werden weitere Artikel folgen den Monat September hindurch, um Ihnen sodann und vorerst das oben Angesagte zu Syrien für den Zeitraum August-September 2018 zu liefern; sodass Sie also bis Ende Monat auf den aktuellsten Stand gebracht sein werden:
Syrien!
Auf unserer Webseite (bei Facebook) kann ein hochinteressantes Interview gefunden werden von Herrn Heintz zum Thema. Es wird allerdings auf Englisch geführt, und hier scheint niemand in Stimmung, sorry, Ihnen das wirklich sehr informative, ja wichtige Interview, übersetzen zu wollen – sollten Sie einer solchen sprachlichen Transferleistung überhaupt bedürfen.

Nach 11 Tagen Kampf hat das Assad-Regime anscheinend das im Südwesten Syriens gelegene Yarmouk-Tal der IS abgekämpft. Interessant ist in letzter Zeit das folgende Detail, welches vermehrt bei solch gearteten Aktionen des Regimes zu vernehmen ist, nämlich, dass zur Wiederinanspruchnahme eines Gebietes oder einer Stadt seitens des Regimes ehemalige Rebellen sozusagen als Kanonenfutter und/oder Frontschweine eingesetzt wurden und werden.
Anscheinend wurde in der Stadt Sweida freies Geleit gewährt, sodass 400 IS-Kämpfer plus Familien das Weite suchen konnten. Auch entließen die Schergen Assads angeblich an die 100 Gefangene Krieger Allahs (IS), damit verschleppte Drusen im Gegenzug freikamen. Es soll sich bei Letzteren um Zivilisten handeln. Das angesprochene Unternehmen über die Bühne zu bringen, erwies sich jedoch als schwer durchführbar, da die IS neue Bedingungen gestellt haben soll – die wohl auch sehr gut weiß, dass sich das Assad-Regime eh nur sehr dürftig an Abmachungen hält. Dazu etwas später mehr.
Inzwischen warten wir geradezu auf die sogenannte Großoffensive seitens des Regimes auf die Stadt Idlib unweit der türkischen Grenze. Und Gerüchte, dass Assads Regime schon seit Längerem mit der IS bestens kooperiert, bewahrheiten sich nach Angaben gewisser Quellen mehr und mehr – verquerer Weise könnte man sagen oder: mit allen Wassern gewaschen.
Der russische Sondergesandte für Syrien sagte vor nicht allzu langer Zeit, so etwas würde es in Idlib nicht geben, nämlich eine Großoffensive. Keine Ahnung, wessen Sondergesandter er ist, wenn er das Offensichtlichste, sozusagen, noch nicht mal mitbekommt.
Die Russen quatschen des Weiteren recht verlogen davon, die moderate syrische Opposition müsse ausgerechnet mit der Türkei zusammenarbeiten. Den Russen geht es angeblich vorrangig darum, Angriffe der sogenannten HTS-Milizen (Hayat Tahrir asch-Scham) auf ihre Luftwaffenbasis in Hmeimin nahe der Hafenstadt Latakia derart abzumurksen. Derjenige, den die Russen unterstützen, nämlich Baschar al-Assad selbst, sagte bei seinem Aufenthalt in Sotchi vor nicht allzu langer Zeit, um es nochmals in Erinnerung zu bringen, es werde sehr wohl zu einer Großoffensive auf Idlib kommen.
Baschar al-Assad will ja bekanntlich die Kontrolle über Gesamtsyrien zurück.
Nun, das ist Ansichtssache. Also genauer: Ansichtssache ist, was denn wohl „die Kontrolle über Gesamtsyrien“ nach einer etwaigen Beendung des Konflikts konkret bedeuten wird. Nicht wenige Beobachter gehen davon aus, dass Syrien einfach zu verlockend ist von der Lage her für Russland, wie auch für China, um die sich anbietende Chance wegen europäischer Bedenken oder Versprechen zu verpassen, die Chance, also, hier ein Standbein für längere Zeit zu errichten. Auch die USA werden das nicht mehr verhindern können, wird angenommen.
Und zwar auch deswegen:
Bekanntlich wird Ostafrika immer wichtiger in allen erdenklichen Bereichen – eigentlich Afrika als Ganzes. Und allein aus dieser Sicht macht ein Bein auf oder in Syrien zu haben für die beiden Genannten Großmächte Sinn, auch, um den besten Verbündeten der USA noch besser zukünftig checken zu können: Israel.
Insofern, und wenn alles gut läuft, müssten Syrer zukünftig halt mit russisch-chinesischer Dominanz leben, die aber sehr wohl zu neuer Prosperität und Sicherheit führen könnte. Auch würden auf mittlere Frist gewisse Ambitionen der türkischen und iranischen Nachbarn besser geortet und gemanaged werden können, wäre zu hoffen. Die EU plus die USA haben ihre Chance vor Ort jedenfalls unübersehbar vergeigt. Und viele, wenn sie an Putins Stelle wären, plädieren dafür, die beiden Letzteren, zwar zum Aufbau des Landes heranzuziehen, wie es die Russen ja ganz öffentlich und laut neuerdings vorschlagen, ja fordern, doch sollte die Wiederaufbauhilfe des Westens dann so geschehen, dass dieser für nicht-absehbare Zeit nicht wieder etwas und wirklich zu sagen hat in Syrien. Dass dem Westen keine Möglichkeit gegeben oder eröffnet wird, dort nochmals Unglück, Leid, Hass und Arroganz (mit kolonialem Flair) walten und auch anpflanzen zu lassen.
Russen und Chinesen kann durchaus (noch) zugetraut werden, die Bedürfnisse der Leute und vordringlich der Region besser im Auge zu behalten, finden nicht wenige, zumal sie aus den Fehlern ihrer westlichen Vorgänger gelernt und verstanden haben könnten, dass Schutzherrschaft und Dominanz über oder in einer Region sehr wohl auch Rückwirkungen hat auf das, was – verkürzt gesagt – in Moskau und Peking zukünftig abgehen wird, wie man sagt. Und all dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Russen und Chinesen selbstverständlich ihren Schnitt dennoch machen werden und wollen.
Ergänzend dazu, was der UN-Botschafter Syriens, Herr Jafaari sagte:
„Eine Präsenz türkischer Truppen wird auch zukünftig nicht akzeptiert!“

In den Medien des deutschsprachigen Raums scheint die folgende Nachricht etwas untergegangen zu sein. Sie ist auch vorrangig deswegen nennenswert, da die First Lady Syriens, die Asma al-Assad („Lady Macbeth“), sich einen Brustkrebs ‚eingefangen‘ hat. Bilder von ihr im Krankenhaus mit allem Drum-und-Dran (Schläuche, Kanülen etc.) sind im Netz zu sehen. Viele Kommentatoren sind zwar nicht unbedingt erfreut über ihr Schicksal, doch scheinen sie es durchaus gerecht zu finden, dass auch endlich mal eine von dort OBEN das Schicksal vieler im Dreck, mit Krankheit und in Armut lebenden Syrer hautnah miterleben ‚darf‘.
Die Krankheit seiner Frau hält Baschar selbstverständlich nicht davon ab, auf demokratisch zu machen. Angeblich hätten sich bereits 35.000 Kandidaten für das, was im heutigen Syrien Kommunalwahlen genannt wird, eingeschrieben. Zuletzt kam so etwas im Jahr 2011 vor, und wenn alles einigermaßen glatt verläuft, dann kann der vermeintliche Alleinherrscher in Syrien, Assad, im September die Kandidaten wählen lassen, die er wahrscheinlich eh von seinen Leuten zur Genüge vorher aussieben ließ. 18.478 Sitze in Gemeinderäten müssen angeblich besetzt werden.
Diese Zahl erscheint recht hoch vor dem Hintergrund, dass viele Syrer geflüchtet sind, in Gefängnissen im wahrsten Sinne des Wortes schmoren oder aber zu Tode gefoltert wurden – elend verrecken (mussten), weil eine medizinische Versorgung außerhalb der Folterkammern und/oder Knäste meistens nur gewissen Apparat-Schicks zukommt, und zwar vermutlich rechtzeitig.
Wie dem auch sei: Vorsitzender der Hohen Wahlkommission wird Herr Suleiman al-Kaed sein. Fehlt eigentlich nur noch, was uns hier wenig verwundern würde, würde Herr al-Kaed auch die Todesurkunden ausgestellt haben, im Nebenjob sozusagen, die die Angehörigen von einigen Tausend Häftlingen ereilten oder erreichten. Komischerweise hatten viele auf den Totenscheinen als Todesursache zu lesen: „Herzversagen“ und dergleichen. Sarkastischer geht es kaum noch. Perfide! An die 50.000 derartiger Scheine wurden allein 2017 ausgestellt.
Es würde wohl manch einen wenig wundern, wenn aus den Assad-Kerkern heraus ein Organhandel betrieben wird. Wer Gefangene in derart großer Anzahl abmurkst, der hat gewiss auch Verwendung für Teile ihres Körpers? Wir werden sehen, was da noch alles an die Oberfläche geschwemmt wird in Sachen Wahrheiten eines bizarren, industriell getätigten Geschäfts – oder ähnlich.


Ja, manch einer hat wohl insgeheim Sympathien für jene Menschen, die sich Kurden nennen. Die ewig Unterdrückten, die ewigen Verlierer usw. Und es ist wahr, dass diese Volksgruppe in ihren Kämpfen oder Kriegen unter sich und mit ihren Besatzern schon viele Schulterschlüsse durchlebt hat. Wahrscheinlich war man inzwischen und im Laufe der Zeit schon mit allen am dortigen Konflikt – der Kurdenfrage – Beteiligten irgendwann mal polit-strategisch ‚im Bett‘.
Und so verwundert uns wenig, dass an der zuvor bezeichneten Südfront nahe Israels als Helfer des Regimes plötzlich kurdische YPG-Kräfte im Einsatz sind, und zwar mit dem assadschen Auftrag: „säubern!“
Angeblich verhandelt diese kurdische Miliz seit dem 27. Juli 2018 mit dem vermeintlichen Alleinherrscher von Damaskus. Offiziell verhandle man Versorgungsquellen, was auch immer damit genau gemeint ist. Hier kann man sich darunter durchaus vorstellen, dass nicht nur Nahrung, sondern auch das Aufteilen gemachter Kriegsbeute, von Geraubtem und Geplündertem etc. darunterfällt. Und NATÜRLICH versuchen die Kurden, ihre künftige Rolle im neu entstehenden Syrien möglichst positiv für sich zu justieren; und daher auch ihr strategisches Umschwenken hin zu ihrem eigentlich größten Feind: Baschar, der Unverzeihliche.
Wer dort unten, also in Syrien und Umgebung, nicht lebt oder sich länger aufhielt, kann dieses Verhalten der Kurden wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen. Wir bleiben aber dennoch dabei zu behaupten, dass diese strategischen Anpassungen der Kurden im Lauf der Zeit ihnen zwar das Überleben – mal besser, mal schlechter – sichern konnte, aber zu einem eigenen Staat, den sie ja angeblich unbedingt haben wollen, reicht/e diese Strategie offensichtlich nicht – ja, nie – aus.
Nun ungefähr da, wo die Kurden beim ‚Saubermachen‘ aushalfen, wie oben berichtet, dort so in etwa verläuft ja nun neuerdings wieder so etwas wie eine „Waffenstillstandslinie“, die sich die Russen und die Israelis dort ausgedacht haben. Weil dort sind die Golanhöhen u.a. Und wenn es um dieses von Seiten Israels geraubtes Gebiet geht, dann versteht jeder, dass nun jedweder ‚Spaß‘ aber endgültig vorbei sein muss!
Wahrscheinlich gibt es nicht wenige unter uns, die einsehen, dass dieses Gebiet für Syrer als Heimat vorerst verloren ist. Verwunderlich wäre allerdings nicht, wenn Russland im Verbund mit China, oder aber alleine, sich zu Israel auf diese Höhen gesellt. Erste Schritte Moskaus in diese Richtung können von einigen Beobachtern durchaus bereits abgelesen werden aus dem Bewegungsprofil Moskaus vor Ort.
Das wäre dann so etwas wie Rache Assads und vieler Syrer durch die russische Hintertür!
Noch spricht Moskau allerdings davon, es verspreche Israel, dass syrische Regimegruppen die Waffenstillstandslinie von 1974 nicht überschreiten werden. Bekanntlich sorgt sich Tel Aviv, dass iranische Truppen und andere muslimische Nicht-Syrer, die für Assad den Kopf hinhalten gehen oder hinhalten müssen, zu nahe an das besetzte Gebiet, überhaupt, zu nah an Israel herankommen – dauerhaft.
Um zuletzt Gesagtes etwas biblisch klingend zu umschreiben oder zu verbildlichen:
Wer lange Finger macht, darf mittelfristig noch K/kraftvollere/s erwarten!

Weiter oben war der Verweis darauf, dass wir zu einem Thema nochmals zurückkommen werden bezüglich Assad und den Verlass auf ihn. Kann gut sein, dass Sie in den hiesigen Medien nichts darüber vernehmen konnten, nämlich, dass das syrische Regime inzwischen so etwas wie eine „Versöhnung“ lanciert/e. Nach dem Motto: Du hast zwar etwas (nicht allzu) Böses getan, doch ich, dein Herrscher und Halbgott Assad, ich kann dir armen Sünder meiner Großmut wegen verzeihen, wenn du dich zukünftig brav einreihst – also in etwa so einreihst, wie man sich bei Adolf oder in Nordkorea einzuordnen hat/te.
Viele Syrer lassen sich auf das Ding ein. Auch wenn sogar von sogenannten Fachleuten davon abgeraten wird. Einer dieser Gutgläubigen ist ein Herzchirurg gewesen. Ein recht guter soll er gewesen sein, der sogar mal für Assad unterwegs war, wie man sagt, dann aber die Fronten wechselte – aus welchem Grunde auch immer. Nun, da er in Ost-Ghouta praktiziert haben soll, ist eigentlich der Grund schon benannt: Wahrscheinlich hat er zu viel Unmenschliches gesehen vonseiten des Regimes verursacht, welches nahezu unendlich an seinem Arbeitsplatz ‚Zwischenstation‘ machte. Ja, dieser Chirurg hatte auch Verletzte versorgt.
Aufgrund des sogenannten „Versöhnungsabkommen“ stellte sich der genannte Arzt den Assad-Behörden freiwillig zusammen mit weiteren ungefähr 100.000 Menschen. Russland hat den Korridor, der ihnen dafür geschaffen worden war, entsprechend als „sicher“ deklariert. Herr Dr. Moataz Hittani lebte danach monatelang in einem Auffanglager des Roten Halbmondes. Und dann scheint der Luftwaffengeheimdienst des Regimes ihm einen Besuch gemacht zu haben. Man hat den Doktor wohl verschleppt. Er ward nie wiedergesehen, lebendig. Wahrscheinlich wurde auch er – nachträglich, und das bedeutet wohl aus Rache Assads und/oder seiner Schergen – hingerichtet.
Kurz: Die vermeintliche Versöhnung, die Baschar al-Assad Heimkehrern anbietet, ist eine tödliche Mausefalle. Frau Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung meinte in diesem Zusammenhang: Daher war es wichtig, die Weißhelme dort rauszuholen, sonst hätten sie dasselbe Schicksal erlitten.

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Hisuf

Syrien als Thema hin und wieder aufzugreifen, kann bei einem Nachrichtenportal, welches das südöstliche Mittelmeer nach News vorrangig abklopft, beziehungsweise von dort vorwiegend verbreitet, wohl noch erwartet werden.

Es ist dies allerdings eine sehr komplexe Thematik, die Syrienfrage. Und in etwa so, wie es in der ersten Ausgabe dieser Reihe zu Syrien geschehen ist hier auf Zypernundmehr-News, wird nun auch wieder vorgegangen – nicht stringent nach Datum der Geschehnisse. Es wird in Form einer Übersicht berichtet. Lesern, die Syrien-Themen bei ihrer täglichen Zeitungslektüre ansonsten überblättern, eine Gelegenheit geben, sich mal wieder auf diese Angelegenheit lesend einzulassen – sich nicht mit Verdautem dazu aus Tagesschau und Co. zufriedengeben. Somit wird einem Stratoskop gleich thematisch ausgesucht und Einblick gewährt. Zufall, das Kismet, und wie sie alle noch heißen, spielen also mit!
Wie zu erfahren war, ist das Kismet vielen im Syrien Kämpfenden auch 2018 eine wirklich reale Größe.

Juli 2018

Einen Tag nach seinem Wahlsieg kündigte Erdogan an, wie hier erwartet worden war, noch entschiedener in Syrien Terrorismus bekämpfen zu wollen – was und wer auch immer genauer mit “Terrorismus” gemeint ist. Wir wüssten gern auch genauer, wie entschieden “entschiedener” aussieht. Diese Art Gesamtpaket wird sich wohl noch entpacken.
Jedenfalls marschierten türkische Truppen eben genau nach Teilen von Nordsyrien und verstärkt aus eben genanntem Grund. Eine möglichst breite Zone soll dort in der Gegend ‚endlich‘ erschaffen werden, sodass viele, vielleicht sogar die meisten der rund 4 Millionen Syrer und Syrerinnen, die in der Türkei temporär untergekommen sind, wieder zurück nach Syrien können – auch wenn jener Teil Syriens dann längst noch nicht die angestammte Heimat vieler unter ihnen ist. Denn auf jenem, letzteren heimatlichen Boden hat sich eventuell die syrische Regierung selbst bereits breit gemacht, und die verfolgt wahrscheinlich andere Bebauungs- und/oder Nutzungspläne als die vorherigen Besitzer.

Wie in dieser Syrien-Reihe hier auf Zypernundmehr-News bereits berichtet wurde, kontrolliert die Türkei – eher recht als schlecht – inzwischen so in etwa das gesamte Gebiet zwischen dem Euphrat und der so genannten Westgrenze in Nordsyrien.
Im Süden Syriens bei der Stadt Daraa sind andere Kräfte als die türkischen am Werk – da reden wir besser von einer gewissen, kritischen Nähe zur Grenze nach Israel. Dieselbe vermittelt sich manch Nicht-Juden in etwa, wird hier angenommen, wie wahrscheinlich das Annähern einer solchen Person an die Klagemauer in Jerusalem, was jenem Personenkreis verboten sein dürfte, genauer: zu nah sich dorthin zu begeben, auf Tuchfühlung zu gehen. Ein Ort ist jene Grenznähe also, von dem man seiner besonderen Befindlichkeit wegen besser Abstand nimmt, wenn man nicht in Schwierigkeiten geraten will.
Nun, dort in Daraa wurden Flugblätter abgeworfen, die von einem Einmarsch in diese Region kündeten – wohl gemerkt, gemeint war ein Einmarsch von Teilen der Assadtruppen. Ihr Auftrag: ”Terroristen wegräumen!”
Hisuf (hebräisch)!
Rauswerfen zu sagen oder zu schreiben, dürfte als Übersetzung dieses Hisuf-Terminus Technicus durchaus etwas zu harmlos daherkommen. Abknallen trifft es zwar schon, doch es fehlt irgendwie die Versachlichung des Gegenstands beim Abknallen.

Mal sehen, was sein wird, wenn jene Gegend im Süden Syriens etwas befriedeter ist und friedlichere Zeiten eingebrochen sind – nein, nicht angebrochen, sondern eingebrochen -: wie viele Massengräber DANN in oder bei Daraa freigelegt werden; ausgehoben, nur weil die Erdoberfläche dort mit der Zeit so komisch einbrach usw.

Ja, und in diesem Kontext kommt man thematisch relativ leicht in einer Ortschaft namens Raqqa an, wo Massengräber recht oft freigelegt werden, wahrscheinlich auch, um der Sonne ihren Glanz streitig zu machen: Kinder, Frauen, Männer liegen da wie in einer Marionettenkiste drin. Es sind meistens Kurden, viele von ihnen sehen verwunderlicher Weise gar nicht wie Söldner aus. Sie sind wohl so etwas wie (zivile) Weggeräumt/e.

Warum dieses Detail hier überhaupt angefügt ist? Weil – jetzt kommt es – nicht wenige Analysten und Kriegsbeobachter am Horizont schon gewisse Umrisse eines kriegerischen – darunter geht es leider nicht – kurdisch-arabischen Showdowns aufflammen sehen.

Bekanntlich hatte das Assadregime schon immer gewisse Probleme, seine Macht in den etwas abgelegeneren Provinzen des einstigen Syriens zu behaupten. Rund 6,5 Millionen Syrer leben derzeit allein in den Nachbarländern Syriens, versteht sich, Israel ausgenommen. Letzteres soll nicht mal einen Einzigen aus humanitären Gründen aufgenommen haben. Noch Anfang Juli 2018 ließ der jordanische Ministerpräsident Omar Razzak wissen, dass nun auch Jordanien die Grenze für Syrer nicht mehr öffnen werde – komme, was wolle! Freie Kapazitäten seien längst nicht mehr gegeben im Königreich. Punkt!
Doof auch, dass syrischen Flüchtlingen zu jenem Zeitpunkt noch kein OK gegeben werden konnte, um aus dem Libanon in Richtung Syrien sich (zurück) zu bewegen. Das Assadregime lehnte das nämlich ab!

Wie bereits gesagt: Dieses eben genannte Regime hat meist andere Pläne mit dem verlassenen Besitz Flüchtiger Syrer außerhalb Syriens. Und auch wenn die syrische Regierung inzwischen in den Medien verkünden lässt, jeder könne zurückkommen, das Land sei befreit, ist Vorsicht geboten. All jenen, die sich einst für die syrische Opposition und andere Assadgegner verwendeten, diese Warnung: Aber ihr seid mit diesem Heimkehraufruf natürlich nicht gemeint!
Omar Madaniah twitterte: Über die Rückkehr von Syrern aus dem Libanon reden, ist schön und gut, aber zuvor müssen die libanesischen Hizbollah-Krieger in Syrien mal das Feld räumen!
Diametral zu eben Gesagtem gibt vielleicht auch folgendes mehr Aufschluss darüber, wie diese ‘syrische Akzeptanz-Sache von Menschen‘ so in etwa geht, also: Der ehemalige Chefunterhändler der syrischen Opposition, Muhammad Sabra, schrieb auf seinem Twitter-Account, es gebe eine Liste mit den Namen von Mitgliedern des Verhandlungskomitees für eine syrische Verfassung. Sie erinnern, dass eine Verfassung ausgearbeitet werden soll? Herr Sabra des Weiteren: Sein Name stünde da komischerweise auch auf der Liste. Doch er sehe eine Beteiligung an diesen Verhandlungen als „Verrat an der Revolution” an. Das Verfassungskomitee würde nämlich verräterische Zugeständnisse ans Regime machen, meint Sabra. Unser Fazit: Einmal werden Flüchtlinge zurückgerufen, doch nur jene, die regimetreu sind und waren; und diametral dazu versucht das Regime unliebsame Geister auf gerissene Art und Weise einzufangen, siehe Sabra. Und in beiden Fällen wird ausgefiltert, eben eine typisch Assad-syrische Akzeptanz-Sache.

Apropos Zugeständnisse:

An der syrischen Mittelmeerküste, genauer in Chmeimim auf der russischen Militärbasis, wurde exakt am 07. 07. 2018 die De-Eskalationsvereinbarung Südsyriens zu Grabe getragen. Der türkische Außenminister Çavuşoğlu appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Russen und der US-Amis. Sie waren ja die beiden Mächte, die diese de-eskalierende Vereinbarung eingegangen waren. Zwischenzeitlich dies: Vor dem Hintergrund der Offensive im Süden Syriens, die vonseiten der Assadleute durchgeführt wird, macht sich unter Türken hörbar die Meinung breit: das Assadregime gehört gestoppt. Es handle sich um “unmenschliche Angriffe!”

Eine Waffenruhe ist ja bekanntlich in Hamburg vereinbart worden – Trump war sogar persönlich anwesend. Und das hört man nun darüber: Nicht wenigen Betroffenen kam die verordnete Waffenruhe eher als Täuschungsmanöver vor. Denn Assad habe in jenem Zeitraum Artillerie und schwere Luftangriffe vorbereiten lassen. An der Bodenoffensive, die sich daraus im Lauf der Zeit entwickelte, hat sich auch der Iran beteiligt. Ergebnis: Massenflucht. Fassbomben. Boden-Boden-Raketen. Tote. Drei Krankenhäuser wurden im Süden des Landes zu Ruinen geschossen, jenes in Saida, al Mseifra und al Dschisa.

Smart News berichtet, während Assad im Süden zuschlagen lässt, sollen Assadtruppen 4 ausländische Ärzte der internationalen humanitären Organisation “Ärzte ohne Grenzen” nahe der Stadt Qamischli im Nordosten des Landes verhaftet haben.
Anscheinend greifen die USA dagegen nicht ein. Sie wollen sich ihren Draht zu Russland halten, wird in der libanesischen an Nahar Zeitung vermutet. Der US-amerikanische Sicherheitsberater John Bolton vermeldete, anstatt sich darüber zu beschweren, was Assads Truppen alles treiben, in Moskau mit russischen Entscheidungsträgern die Sicherheitslage im Süden Syriens besprechen zu wollen, so auch ein Ende der Gewalt.

Liest sich doch gut. Immer ‘schön’ reden vom “Ende”, während andernorts die Fetzen fliegen – und mehr.

Ein weiteres, sagen wir sonderbares, gewiss nicht allein in Syrien so oder ähnlich aufkommendes Ende, sollen nach Angaben der SANA, dem offiziellen Presse-Sprachrohr Assads, Medikamente israelischer Herkunft zur Behandlung von Bluthochdruck genommen haben. Weil die Empfänger sollten, offiziell, Syrer sein, die in Quneitra leben, welches eigentlich schon fast in Israel gelegen ist?
Diese lieben Leute aus Quneitra haben – gewollt oder ungewollt, man weiß es in kriegerischen Zeiten wahrscheinlich nie so genau – ihre Medikamente anscheinend nach Ost-Daraa verkauft. Hier ist gut zu wissen, dass Leute, die aus Daraa stammen, keine Art direkte Unterstützungen aus Israel zu erwarten haben in der Regel.

Ziemlich sicher ist jedoch, dass einige Dutzend Häftlinge, die im Roumieh-Gefängnis irgendwo im Libanon einsitzen, an dem Verkauf von diesen Medikamenten nicht beteiligt waren. Die müssen noch Schlimmeres getan haben als Medikamente auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Das libanesische Militärgericht verhängte nämlich Todesstrafen und lebenslange Haft für diesen Personenkreis. Auch an einige Jugendlichen erging solch hartes Urteil, die noch unter 15 Jahren sein sollen: Mashour al Waer, Abdul Rahman al Waer, Abdullah Zakaria und Sultan Harbasch.
Die meisten der Verurteilten seien zwar Regimegegner, aber keine Terroristen, wird beteuert. Sie wurden im Arsal-Flüchtlingslager bereits 2013/14 verhaftet.
Ganz gewiss haben diese Gefangenen ebenfalls nicht ein 53m hohes Abbild des PKK-Führers Öcalan in der Stadt Afrin abgemacht. Sultan Murad Rebellen waren es nämlich, die das große Poster unmittelbar nach dem Wahlsieg Erdogans dort abgenommen haben.

Wundert Sie jetzt etwa zu erfahren, verehrte Leser, dass ausgerechnet eine spanische Firma – trotz der EU-Sanktionen, die gegen Assad & Co verhängt wurden – geneigt sein soll, eine Photovoltaikanlage in Syrien aufzubauen – womöglich, damit ENDLICH wieder rund um die Uhr mit Elektro-’Toys’ gefoltert werden kann?

Das Foltern ist vielleicht die finsterste Seite Syriens, und war schon allein daher vielen Syrern den leider inzwischen recht versauten „Syrischen Frühling“ wert. Folter scheint in Syrien und anderenorts als legales Mittel ‚demokratischer’ Machtausübung verstanden zu werden – seit Jahrzehnten bereits.

Und so haben wir eigentlich nur noch an solch Message, wie die in der Etilaf.org zu glauben, wo in etwa geschrieben steht: Ministerpräsident der syrischen Interimsregierung, Herr Jawad Abu Hatab, sagte in Istanbul beim Treffen mit Vertretern der “Freunde Syriens”, dass die Interimsregierung schon seit zwei Jahren in befreiten Gebieten arbeite. Top-Priorität habe Stabilität zu erlangen sowie einen politischen Prozess innerhalb der Bevölkerung loszutreten, auch Dienstleistungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Lokalräte anzubieten. Konzentriert wird auf 7 wichtige Bereiche dabei, nämlich: Polizei, Justiz, Gesetzgebung, Freie Syrische Armee, zivile Gefängnisse, Behörde für Statistik, Ausweitung von Berufs- und Hochschulausbildung sowie Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen (Wiederaufbau, Sanierung, Verkehrsnetze).
Und: Erstmals wurde eine Frau, Imam Haschem, zur Vorsitzenden des Lokalrats von Aleppo gewählt.
Alles gut und schön, mögen auch Sie hier angekommen im Text denken, nur: Es gehen noch recht viele Sprengsätze in die Luft – landauf, landab. Auch Teile der türkischen Truppen scheinen ein beliebtes Ziel geworden zu sein. Auch wenn die türkische Propaganda von befreiten Syrern berichtet, von denen einige auch willfährig in die Kameras sagen, dass sie sehr dankbar seien, dass die Türkei aushilft. Es ist dennoch gewiss keine Freude, als junger türkischer Soldat an einem der inzwischen installierten Militärposten im Norden Syriens seinen Dienst abzureißen. Es soll genau 12 davon geben. Denn, wie schreibt Julian Röpcke von der Bild-Journal: „Nachdem die USA die moderaten syrischen Rebellen, die sich auf die Garantie ihrer Sicherheit (durch Trump persönlich) verließen, verraten haben, dringen Assad-Truppen, unterstützt von iranischen Milizen & russischer Luftwaffe, schnell vor.”

Außerdem sei mal all jenen gesagt, die glauben oder verbreiten, die USA wollten das Assad-Regime stürzen, dass das wohl ein Märchen des Westens bleibt. Denn die Rebellengruppen erhalten seit Jahren Munition und Waffen plus finanzielle Unterstützung aus Washington, wie uns allen ja bekannt ist. Aber vielleicht ist schon in Vergessenheit geraten, dass all das Geld und Waffen von Uncle Sam unter der Voraussetzung gewährt werden, damit nur Islamisten zu bekämpfen, aber nicht Assad oder seine Verbündeten.

Und auch wenn die Syrer teils gedeckt durch Israel im Süden und andernorts in Syrien Erfolge verbuchen beim Zurückgewinn von einst durch die Freie Armee eroberten Gebiete, so sollte das – ganz dringender Appell an Damaskus – nach Einschätzung der einen oder des anderen Experten/in nicht so verstanden werden, dass Israel nun gleich so eine Art Schutzmacht Syriens ist.
Interessenlagen sind eben veränderlich. Und der gewährte Schutz von gestern, kann schon der heutige Grund für Streitigkeiten sein usw. Soll heißen: Israel hat andere Prioritäten und eigene Interessen. Wem es noch nicht aufgefallen ist, der besehe sich beispielsweise, wie Israel einst Verbündete im Libanon oder in den autonomen Gebieten der Kurden im Irak zur Unzeit, sozusagen, hängen ließ.
Es ist also absehbar, dass auch im Süden, an der syrischen Grenze zu Israel, demnächst ein gehörig anderer Wind zu blasen beginnt – nämlich dem die Einverleibung des Golans voraus- sowie auch nachgeht, und eventuell darüber hinaus noch irgendwo anders in der Region hin weht; oder halt doch lediglich dort vor Angst starr nach oben gestelltes Nackenhaar einer weiteren armen Seele trocknend bläst. Man weiß es eben nie.

Doch gewisse Pläne scheinen geschmiedet. Daran gibt es wenig Zweifel. In diesem Zusammenhang trifft es sich offensichtlich gut, den US-Präsidenten so weit instruiert zu wissen, dass sogar dessen Umfeld ausgerechnet den Iran als größte Gefahr für einen Frieden in Nah-Mittelost ausgemacht haben will. Am 01. August 2018 wird davon berichtet, Trump habe die Absicht, auch Herrn Rohani, den iranischen Ministerpräsidenten, treffen zu wollen, und zwar unter 4 Augen. Bei diesen recht schrägen 4-Augen-Treffen des Herrn Trump mag man doch wirklich mal Mäuschen spielen. Wenn Trump sich unbeobachtet wähnt, was der wohl alles von sich gibt und wie? Bitte, bitte, lasst uns eure Aufzeichnungen schon bald sehen. Bekanntlich hatte er ja solch abgeschirmte Gespräche mit dem “Raketenmann” und dem KGBler schon gehabt, die doch gewiss, so dumm kann sonst niemand mehr sein, das 4-Augen-Treffen mit Trump aufzeichneten!?

Doch was bedeutet es heutzutage noch, wenn Trump jemanden als Dies oder Das bezeichnet? Assad wurde von den US-Amerikanern schon als “Reformer”, “lebender Toter” erkannt – so auch als “sehr erfolgreich” (Mike Pompeo). Immerhin, es könnte durchaus sein, dass die Franzosen es noch draufhaben, einiges auf die Reihe zu kriegen in Syrien, wenn die Vereinigten Staaten mal wieder patzen. Die Berufung des ehemaligen französischen Botschafters von Teheran nach Damaskus ist ja kein schlechter Griff. François Sénémaud, den hat Emmanuel Macron wohl auch zu diesem Zwecke extra zum “Syrien-Vertreter” benannt. Wir reden hier, aber wirklich nur wir hier auf Zypernundmehr-News, von einer Art Eröffnung der französischen Botschaft in Damaskus durch die Hintertür. Sie können das allerdings auch anders bewerten.
Jedenfalls nimmt sich Papa Frankreich den Sohnemann Syrien nochmals näher an die Brust heran. Und dies wird vermeldet, obgleich nicht davon ausgegangen wird, dass Papa Emmanuel etwas gegen die in Idlib kursierende Unzucht machen wird können. Ja, Gesetzlosigkeit, Sittenverfall und dergleichen mehr schrecken die Bewohner dieser Stadt recht häufig auf. Die senden hoch sittlich Hilfezeichen aus. Ob diese Angaben allerdings zutreffen, steht, wie man sagt, auf einem anderen Stück Papier geschrieben.
Und dann an wen, werden solch Hilferufe wohl gesendet in einem Land wie Syrien, an Assad? Der soll doch eh so in etwa zur gleichen Zeit damit beschäftigt gewesen sein, eine Kirche in Sama/Provinz Daraa bombardieren zu lassen. Der christlichen Gemeinde in Kharaba ging es ähnlich, denn an die 10 Bomben fielen denen dort auf den Kopf. Und letzteres Bombardement veranlasste jenes Regime, welches in seiner Propaganda nicht müde wird, sich als Freund von Minderheiten (im Land) zu zelebrieren. “Was immer ihr es auch bezeichnen wollt, Evakuierung, Versöhnung, Verhandlung, es macht sowieso keinen Unterschied. Das Regime und Russland wollen nicht verhandeln, denn sobald es zu einem Abkommen kommt, werden gleich am darauffolgenden Tag Menschen verhaftet. Wir haben das bereits in Homs, Aleppo und Damaskus gesehen und Daraa wird es nicht anders gehen (@ruslantrad).”

Wenn man es sich so richtig überlegt, sind derartige Darstellungen des Regimes eh für Ahmet, Petros, Aischa oder Eva schlecht nachvollziehbar, zumal jedem Syrer bekannt sein dürfte, dass Kurden in Syrien noch nicht mal einen Pass ausgestellt bekamen – die existierten auf Papier nahezu nicht. Und das heißt also auch: dass die Christen Syriens sich offenbar vor der verfehlten Revolution genug in Sicherheit wähnten, und ihr Ding abzogen, also ihr angepasstes Leben lebten, sich aber wenig bis eventuell überhaupt nicht für solche Belange, wie die der Kurden, einsetzten – für ihre Mitbürger. Sie haben wahrscheinlich auch im Vertrauen auf Europa, die USA und wo noch überall Christen leben, gedacht oder angenommen, ihre gesellschaftliche Stellung in Syrien sei auf Grund ihres Christseins mindestens so unangreifbar wie die Stellung Israels im Nahen Osten. Ein etwas fataler Gleichschluss!?

Wahrscheinlich schon, wenn zudem bedacht wird, dass Assad irgendwelche gestrandeten Islamisten ausgerechnet nach Sweida entkommen ließ. Und dort leben bekanntlich viele Drusen. Und Drusen sind irgendwo Muslime und irgendwo gewiss auch Christen, Zoroaster oder Juden, doch vor allem haben sie sich offen und hörbar gegen verordnete Politiken aus dem Haus Assad gestellt. Und tausende sunnitische Flüchtlinge, die wegen der verfehlten Revolution auf Flucht sind, haben die Drusen von Sweida aufgenommen, um deren Not zu lindern. Auch das wurde mit dem Einschleusen von Islamisten in die drusische Gesellschaft bestraft seitens Assad. Die islamistische Saat ging schon fast wie versprochen auf und verursachte den Schaden, den sie wohl verursachen sollte. Dennoch scheinen sich die Drusen von Sweida dieser Gefahr erfolgreich gestellt zu haben. Eine Zeitlang bammelten leblos Menschenkörper an Stricken vor dem dortigen Nationalkrankenhaus. IS-Kämpfer hatte offenbar nachweislich einen Anschlag auf ausgerechnet jenes Krankenhaus geplant, und bammelten dafür geraume Zeit in der Luft am Hals unangenehm beengend fixiert.
Unter anderem hat Walid Dschumblat sowie andere drusische religiöse Anführer dazu aufgerufen, keine geplünderte Waren von den Märkten der Stadt zu kaufen. Denn das Signal ausgeschickt aus Damaskus an die Drusen von Sweida war klar: Wir schicken euch Islamisten, und wenn es sein muss auch geklaute oder geplünderte Ware, nur damit wir zum Zeitpunkt X darauf zurückkommen können, um als Retter, Befreier oder Schützer von Eigentum euch eure Lektion zu erteilen.

Eine Art Strafaktion entließ dann auch Jan Egeland von der UN-Hilfsorganisation für Syrien in die Welt. Er meinte, die Vereinten Nationen könnten der Kämpfe in Süd-Syrien wegen keine Hilfslieferungen aus dem benachbarten Jordanien mehr bringen. Etwas später im Kalender konnte dieses Kunststück aber doch noch umgesetzt werden, also das Bringen von Hilfsgütern aus Jordanien nach Syrien. Hauptsächlich Lebensmittel und Getränke wurden geliefert, und zwar von jemand anderem als der Hilfsorganisation der UN. Vorher war aber in reichlichen Mengen Tränengas versprüht worden seitens jordanischer Grenzer, um die Hungrigen und Durstigen DRÜBEN halten zu können.
Man habe nicht die nötigen Zusicherungen erhalten, dass Konvois unbehelligt durchfahren können, meinte die UN lapidar!
Nun: es gibt da eben Gleichere unter Gleichen – oder so. Weil so ganz zu oder geschlossen ist der jordanische Grenzposten dann anscheinend doch nicht. Zumindest ist er das nicht für die Fernseh-Crew von Al-Jazeera. Denn noch bevor Assad im Süden Syriens zuschlug, konnten die die Grenze noch passieren. Andere Journalisten, die nicht so gut verknüpft sind, stecken womöglich immer noch fest vor Ort.

Sie, verehrte Leser, erinnern gewiss noch den weiter oben genannten Herrn Razzak, den jordanischen Ministerpräsidenten. Nun, er will die jordanische Grenze für Syrer nun einfach nicht mehr öffnen, erzählt er in den Medien. Sein Problem, welches offenbar kein Problem ist: Er selbst ist syrischer Abstammung. Genauer: Er ist der Sohn von Ahmad Mounif ar Razzak, einem ehemaligen Führungsmitglied der syrischen Baath Partei.
“Man kann von diesen faschistischen Baathisten auch nichts anderes erwarten,” twittert Wut entbrannt die syrische Schriftstellerin Rana Kabbani. Omar Muschaweh von der Muslimbrüderschaft twitterte: “Diejenigen, die dem Verbrecher Assad grünes Licht gegeben haben, glauben doch nicht etwa ernsthaft, dass nun Sicherheit in Syrien herrscht. Im Gegenteil. Das Chaos und Instabilität der gesamten Region werden noch prägender werden.” Muschaweh sagte in einem Interview mit Fox News auch, die Muslimbrüder seien keine terroristische Bewegung. Sie seien lediglich fundamentalistisch. Die islamistischen Terroristen hätten seiner Organisation sowie dem Islam keinen Dienst erwiesen.

Apropos Dienst: Georgien hat beiden syrischen Fluggesellschaften “Syria Arab Airlines(staatlich)” und der “Cham Wings (Rami Mahlouf)” den Überflug georgischen Luftraumes verboten. Wir berichteten, dass Damaskus vor Kurzem Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten anerkannt hat. Ob das Willkür ist? Und wenn nicht, ob das Folgende schon eher darunter einzustufen wäre?

Augenzeugen zufolge sollen Truppen des Assadregimes sowie iranische Milizionäre nach einem Versöhnungsabkommen in der Ortschaft Ibtaa/ Provinz Daraa sozusagen zum freudigen Anlass, Massenhinrichtungen vorgenommen haben, und zwar überwiegend von Dissidenten und Militärverweigerern. Insbesondere die Hariri-Familie soll es getroffen haben. Kann gut sein, dass das ferne Verwandte der Hariris sind, von denen einer im Libanon zeitweise regierend an der Macht war (installiert von Saudi Arabien). Gar manch verzweifeltem Libanesen war dieser Mensch, von dem gerade die Rede ist, ausgerechnet ein Lichtblick im libanesischen Dunkel, welches zuweilen tagsüber in gewissen Bezirken Beiruts umgibt – und auch andernorts im Land.

Eine Art Lichtblick steht jedenfalls aber trotzdem am Himmel. Man muss es nur sehen wollen: Eine weitere Konferenz soll im russischen Sotchi abgehalten werden, und dies geschah am 31. Juli. Die Konferenz geschieht somit vor der geplanten in Istanbul, und auch zu dieser wird die USA nicht geladen. Erdogan berief diese Konferenz recht selbstbewusst auftretend ein. Er setzt offenbar zum großen Wurf an: Sieg oder Absturz auf internationalem Terrain! Erdogan glaubt ziemlich sicher noch an sein Gewinnen. Die Chancen stehen gerade wieder gut für ihn und seine Anhänger. In Anbetracht der Tatsache, dass Berlin aus dem Staunen über Betrachtungen des eigenen, selbstangefressenen dicken Bauches nicht hinwegkommt und derzeit gerad noch so einen Blick nach Westen zu werfen im Stande ist, genauer bis nach Frankreich oder auf die britischen Inseln, Spanien ist schon nicht mehr so richtig in Sicht, hat der Sultan namens Erdogan im westlichen Anzug gekleidet mit östlichen Freunden und Träumen umgeben, seine historische Chance.
OK, lassen wir das und kehren wir zu sogenannten Fakten zurück, ja?

BBC Auslandskorrespondent Charlers Lister twittert: Jordanien verhandle derzeit mit Russland darüber, wie eine Friedenslösung im Süden von Syrien aussehen könnte. Es seien sehr schlechte politische Entscheidungen gefällt worden in letzter Zeit. Es werde immer noch an dem Traum festgehalten, dass Russland in der Lage sein wird, den Iran zum Abzug aus Syrien zu bewegen. Lister bezeichnet das als Illusion und spricht davon, dass Instabilität der Region so vorprogrammiert bleibt. Die in Israel herausgegebene Haaretz schreibt unter dessen ganz offen: Assad ist ein Partner Israels. Er war es schon immer.
Anscheinend gehen noch einige mehr Menschen von dieser Partnerschaft aus, zu meiner Verwunderung, dass Assad überhaupt Israels bester Verbündeter je gewesen ist. Und auch daher: Die Rebellen oder/und jene von der Freien Syrischen Armee, sie haben den Kampf verloren!
Siehe zum Beispiel dies: “Der oppositionelle Nachrichtensender Orient News hatte immer eine pro-israelische Haltung eingenommen. Nach der Militäroffensive des Regimes im Süden Syriens hat sich die Einstellung gegenüber Israel geändert. Der Sender berichtet nun sehr kritisch über Israel. Nachdem Israel seine Zustimmung für die Offensive des Regimes erteilt hat, fühlen sich die Unterstützer der syrischen Opposition von Israel hintergangen (@elizrael).”

Was bleibt, unter anderem: Das Assadregime schreckt nicht davor zurück, Flüchtlinge als Waffe zu benutzen, um die Nachbarstaaten und Europa unter Druck zu setzen. Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung: “Erfolgreich [tut dies das Regime], wenn man sich anschaut, wie viele mittlerweile bereit sind, sich mit dem Diktator abzufinden” in Europa. Derweil brüstet sich die Türkei, die Offensive des Assadregimes im Süden jedoch in der Region Idlib, also in Nordsyrien, keinesfalls zuzulassen.

Betrachtet man sich all das mal etwas, befindet sich Assad eigentlich in einer doofen Lage. Falls er den iranischen Einfluss zu sehr einzuschränken gedenkt, wird er zu viel von Russland abhängig. Dann könnte Moskau seinen Rücktritt eventuell leichter fordern. Falls er den Iranern erlaubt, sich in Syrien festzusetzen, dann steuert er direkt auf eine Konfrontation mit Israel zu. Das würde seine Macht voraussichtlich zu sehr destabilisieren. Die Nachkriegszeit zu gestalten, braucht also diplomatisches Spitzen-Gefühl!

International geächtete Phosphorbomben werden noch immer hie und da auf die Zivilbevölkerung abgeworfen, kein großer diplomatischer Wurf – so auch in Bdama, Provinz Idlib wieder geschehen.
Überhaupt: Ein Angriff auf Idlib ist für September geplant. Das schreibt ein syrischer Oppositioneller namens Bassam Jaara. Er berufe sich auf russische Quellen, und beginnen wird all das dann genauer in Gisr asch Schoghour. Diesen Angriff gelte es zu verhindern, weil sonst, so Jaara, könne man die ganze Provinz Idlib vergessen.

Wer auch immer Phosphorbomben auf Menschen abwirft in Syrien. Das hinderte Assad jedenfalls nicht daran, ein weiteres Abkommen mit der YPG, den Kurden, zu treffen. Es geht drin wieder einmal um das Verteilen von Erdöl, dieses Mal jenes vom Omar Ölfeld.

Ob das wirklich interessiert?
Jedenfalls traf dennoch, oder gerade auch deswegen, eine Delegation der so genannten „Syrischen Interimsregierung“ in Berlin mit Entscheidungsträgern des Außenministeriums ein. Unter den Herren und Damen befanden sich beispielsweise Krisenpräventionsbotschafter Ekkehard Brose. Der Herr scheint nicht wirklich Nennenswertes zu erzielen, weil, es geschieht ja seit Jahren letztlich nur, was schrittweise zu einem Großisrael führen dürfte – oder soll etwa angenommen werden, dass die Deutschen genau dieses Projekt aus alter Schuld (NS und so) decken sowie aus gutem Instinkt für neu entstehende Märkte?
Der Herr Hilfskoordinator für den Nahen Osten war auch anwesend bei oben genanntem Treffen in Berlin. Auch er scheint einem besagte Agenda mit zu decken, weil nicht allein ich habe von solchen Leuten in seiner Position noch nie einen Aufschrei beispielsweise dazu vernommen, dass Israel in den letzten 10 Jahren den Palästinensern nahezu ALLE Wasserquellen abgeschöpft hat – zuweilen mit ungeheuerlichen Methoden (juristischen Winkelzügen u.a.), die an Südafrika oder ‘unser’ III. Reich von einst durchaus erinnern.
Und nicht vergessen wird hier, dass die Syrien-Koordinatorin Isabel Mancuso auch noch anwesend war in Berlin. Besprochen wurden anscheinend die Lage in den befreiten Gebieten Syriens sowie die Umsetzung und Finanzierung von Dienstleistungsprojekten.
Womit wir beim Punkt Reparationszahlungen angekommen wären. Denn genau um ein so gestricktes Werkzeug handelt es sich auch hier. Russland und seine Verbündeten bestehen nämlich darauf, dass die Europäer die Kosten für Wiederaufbau Syriens – und dergleichen mehr – stemmen. Wir dürfen also gespannt sein, ob auch nur einer von unseren politischen und wie auch immer gearteten Vertretern in gewissen Gremien, das Maul dahingehend aufmacht, zu fordern, dass dann aber auch Israel sich an den Kosten beteiligen müsse. Dies Letztere eh, zumal es doch wohl israelische und keine EU-Bomber sind, die mit aller Regelmäßigkeit auch zivile Ziele in Syrien (Libanon oder Sinai) beschießen. Auch! (Kann schon sein, dass so eine Bombe oder Bomber irgendwo in der Bundesrepublik gebaut wurden. Doch wenn ihn die Israelis von israelischem Boden auf Menschen und Dinge tödlich loslassen, haben wir wohl immer noch eine Art Schuld, aber halt nicht mehr die Hauptlast dieser Schuld zu tragen!?)

Welch Glück, müsste da eigentlich gleich geschrieben stehen, dass Südzypern diesen schusswütigen Nachbarn zum strategischen Freund auserkoren hat, oder es geschafft hat, ein solcher Nachbar Israel zu sein, sein zu dürfen. Noch werden gemeinsame Manöver durchgeführt – und je verharmlosender berichtet wird von diesen Manövern irgendwo draußen vor Limassol über/unter und auf dem Meer, desto gespitzter stellen sich, geradezu automatisch, Ohren jener, die sich fragen: Und wann wendet sich das Blatt, wann wird die große israelische Gemeinde auf Zypern, die mal Jahrhunderte lang Bestand gehabt haben soll, erinnert und entsprechende Schritte eingelegt?! Noch ist die Unterstützung Israels in und für Zypern kein Thema. Man geht in Nikosia offensichtlich davon aus, dass das eine ausgemachte Sache für den Rest unserer Tage ist. Sehen wir uns in solch Zusammenhang an, was das große Vorbild Netanjahus in den Vereinigten Staaten auf die Bretter, die die Welt bedeuten, bringt.

US-Präsident Trump, der fror nicht nur Mittel für die Unterstützung der bewaffneten Opposition Syriens letztens ein, sondern auch für die zivile Opposition. Es geht bei Letzterem vor allem um Herrn Raed Fares. Er ist der Gründer und Leiter des Radiosenders „Fresh FM“, den sich gewiss Herr Assad täglich anhört, eben weil dort Dinge berichtet werden, die Herrn Assad nicht gefallen. Er scheint ja ein Kluger zu sein, von daher liegt diese Annahme durchaus nahe, dass Assad brav zuhört.
Das Geld, welches die USA vorerst nicht mehr nach Syrien hineinstecken, darf in einer Größe von bis zu 300 Millionen US-Dollars veranschlagt werden. Das Kinderhilfswerk beeilt sich gerade in etwa in die gleiche Presche zu schlagen. Die Zahlungen der Vereinten Nationen UNICEF für syrische Lehrer und Lehrerinnen im Zaatari Flüchtlingslager werden voraussichtlich eingestellt.
Die Einstellung der Zahlungen soll gewisse Gruppierungen nun dazu nötigen, mit terroristischen in ein Bett steigen zu müssen. Na, wenn dem so ist, dann hat man offenbar eh die ganze Zeit über die Falschen mit Dollars hi-gemacht.

So ähnlich sieht das mancher auch, wenn an die Türkei gedacht wird. Weil die wird dabei beobachtet, trotz trumpschem Verbot, wie iranische Ölfrachter mir nichts, dir nichts den Bosporus hochtuckern, bis ins Schwarze Meer, wo ja Herr Erdogan herkommt, um dort ihr schwarzes Gold einzuspeisen – zu, versteht sich, Sonderkonditionen, nehmen wir hier an, weil man halt doch, trotz allem, Muslim ist, weil Krieg in der Nachbarschaft herrscht, und weil die Gemeinschaft der Muslime dann halt doch bestehen soll; weil Trump nicht gemocht wird, der Westen, das Messen mit 2 verschiedenen Längen im Westen einem bis über den Rand steht etc.

Und wenn alles seinen Weg nimmt, wie Allah es bestimmt hat, dann wird Aleppo schon bald unter der Führung der Türkei stehen, so auch Idlib. Dafür kriegen die Kurden dann Hassake und Raqqa? Und letzteres unter US-amerikanischer Protektion? Unwahrscheinlich, was die Yeni Şafak aus der Türkei im Nachrichten-Jungle gehört haben will. Was Aleppo und Idlib angeht, sieht es aus hiesiger Sicht ähnlich aus. Die Russen werden solche Entwicklungen nicht greifen lassen, wenn sie dafür NUR Latakia und Umgebung erhalten.
Und wo soll dann der ‚gute‘ Assad hin? Wenn Sie mich fragen, würde ich spontan sagen: an die israelische Grenze nach Daraa bestens. Nahe zu seinen Waffenfreunden, den Israelis. Die können ihn von dort aus auch besser beschützen – und er sie, zum Beispiel im annektierten Golan. Mit etwas Glück könnte aus der Stadt Damaskus und seiner Umgebung dann so etwas wie eine freie Zone werden, eine des Handels und Tourismus plus Landwirtschaft. Könnte!
Wird aber wohl nichts werden, vielleicht aber für kurze Zeit ein bisschen.

Noch sieht es allerdings so aus, dass Frankreich und Russland erst erste Versorgungsflüge nach Syrien flogen. Nach der russischen Militärbasis wurden 50 Tonnen Medikamente usw. geschickt. Nach Ghouta hatte Frankreich vor ein paar Monaten abgelehnt, Hilfe zu verschicken. Warum tun es das nun, fragt man sich? Könnte etwa sein, dass Paris die Seiten gewechselt hat und von jetzt ab mit Russland gemeinsam in den Ring steigt, um das ‘Böse’ zu besiegen? Man wird sehen, ob die französische Kooperation mit dem syrischen Roten Halbmond klappen wird. Der ehemalige französische Botschafter in Syrien, Michel Duclos, hat da so seine Zweifel!

Und wussten Sie, wer die Stimme von Assad im deutschen Bundestag ist? Natürlich, wie könnte es auch anders sein, haben wir es nicht immer gewusst, dass es eine Frau nur sein kann, eine eingewanderte Deutsche? Stellen Sie sich das nur vor, die soll sogar, ja wirklich, die hat kurdisch-alawitische Wurzeln. Na, dass die uns nicht voll und ganz zum Assadclan zu rechnen ist, diese Sevim Dagdelen. Schlecht übersetzt, bedeutet ihr Name eh in etwa: “Ich liebe es, Berge zu durchlöchern!” Der Vorwurf, Assads Stimme im Bundestag zu sein, stammt von Mitgliedern der SPD und der Linksfraktion.

Die sollen sich mal wieder einkriegen, stimmt’s? Der Großmufti Syriens Ahmad Badr Eldin al Hassoun, dem ist Gleiches zu wünschen. Er fordert nämlich eine strafrechtliche Verfolgung der Weißhelme, von denen eigentlich zu viele ihr Leben lassen. Einige von ihnen konnten den Süden Syriens nicht rechtzeitig verlassen und saßen dort fest. Inzwischen scheinen alle Weißhelme nach Jordanien evakuiert worden zu sein. Al Hassoun bezeichnet die Weißhelme indes als Terroristen, macht sie für den Einsatz chemischer Waffen verantwortlich. Fakt ist aber, mal abgesehen von dem einen oder anderen dunklen Seelchen innerhalb der Weißhelme, dass sie es letztlich sind, die durch und mit ihrem Einsatz für das Leben in Krisengebieten wie dem Syriens gewissermaßen aus erster Hand berichten können, über das, was abläuft – und diese Zeugenberichte gefallen einfach nicht allen Beteiligten.

Zuletzt: Die EU-Kommission will, dass weiterhin Syrer in der Türkei eine Ausbildung machen. Dazu gibt es weitere 400 Millionen Euro. 6 Milliarden Euro können allerdings noch investiert oder abgerufen werden.
Da fragt man sich schon, was diese 400 Millionen sollen?
Bekanntlich wird in der Türkei vor allem auf Türkisch unterrichtet. Arabisch und Türkisch sind zwei komplett verschiedene Sprachen. Sie teilen sich nur einen gewissen Wortschatz, der vordringlich noch aus der osmanischen Zeit stammt. Soll bedeuten: Mit 400 Millionen Euro können eigentlich nur allererste Schritte eingeleitet werden.
Spannend wäre zu erfahren, was die Türkei genau zu tun gedenkt nach dem Erhalt des Geldes, um junge Syrer einigermaßen adäquat ausbilden zu können? Von Unterschlagung spricht hier niemand. Doch ob das Geld dem genannten Zweck gemäß Verwendung finden wird, das werden wir vielleicht nie erfahren. Mit den jetzigen Leuten in Brüssel sowieso nicht. Die wollen einfach nur, dass der Laden läuft. Doch das reicht schon seit Längerem nicht mehr.

Hisuf!

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