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Posts Tagged ‘tsipras’

Auf den Dörfern in Deutschland scheinen sogenannte Beach Party’s der Renner zu werden.

Von Party-Machen der anderen Art haben viele Türken aber die Nase gestrichen voll. Sie finden, dass die Party der Geldraffer, wie Erdogan & Co es sind im Lande, jetzt auch mal zu ihrem Ende kommen müsste. Ein wesentlicher Teil dieser Dauerparty wurde nun sogar offiziell als rechtswidrig erklärt – der Bau des Präsidentenpalastes mitten im ehemaligen Naturschutzgebiet zum Beispiel.

Dass diese Raubbau-Party noch weiter gehen soll dürfen, bezeugt, dass in der im Palast installierten Moschee Volk nun auch beten gehen darf. War ursprünglich wohl nicht vorgesehen, dass das Volk da auch hinkommen kann, denn es gibt längst nicht genügend Parkplätze, geschweige denn Waschgelegenheiten, um sich vor dem Gebet zu reinigen, wie es im Glauben vorgeschrieben ist. Immerhin, die bessere Gesellschaft, also die mit viel Geld und Macht, hat extra Räume zugewiesen bekommen in der Moschee, wo seidene Teppiche ausliegen, die aufgrund des Andrangs auch nicht verunreinigt werden, wie die anderen, die anscheinend auch nicht gerade billig gewesen sein dürften.
Und so wurde kurzerhand der Frauentrakt einfach etwas verkleinert – sollen die doch anstehen. Sind ja ’nur‘ Frauen.
So jedenfalls klingt diese Maßnahme im Palast Erdogans, äh des türkischen Volkes, bei wohl manchem im Ohr und erinnert womöglich noch an die Tradition des Brautraubs. Jedenfalls lässt es sich die Sözcü nicht nehmen, sogleich solch Nachricht zu verbreiten. Die Sözcü ist eine türkisch-sprachige Zeitung, die auch in Deutschland vertrieben wird, und in der sich alle ex und immer noch kemalistisch angehauchten Akteure, die schreiben in der Türkei, vereint haben: Ugur Dündar, Bekir Coskun, Yilmaz Özdil und natürlich Emin Cölasan.
Bekir Coskun hat ja nun schon seit Längerem ein grünes Mäntelchen über seinen Kemalismus gestreift und so ist wenig verwunderlich, dass er den Raubbau an der geliebten Heimat, der von Nesseln in der Gesellschaft und Verantwortlichen der Regierung betrieben wird, sofort aufs Korn nimmt in seinem Artikel. In der Provinz Artvin, wo wahrscheinlich noch die meisten Bäume als Wald zusammen stehen in der Türkei, will Erdogan mal wieder nach Gold baggern lassen unter der Zuhilfenahme von Zyanit. Die Bewilligung dazu wurde von den Behörden bereits gegeben. Dagegen wird nun anscheinend massiv vorgegangen von Aktivisten und der dortigen Bevölkerung: gegen die Gier, wie Coskun meint. Mehr dazu unter dem Twitterkonto: #ArtvindeMadeneDurDe.

Die zuvor genannten Journalisten schreiben auch davon, dass Davutoglu diese Woche durch die Lande ziehen wird, um nun endlich eine Koalitionsregierung angeblich bilden zu wollen mit einer der Oppositionsparteien. Niemand glaubt wohl so richtig an den Ernst dieser Absicht. Wahrscheinlich ist der Regierungspartei AKP eine Neuwahl lieber. Jedenfalls beklagen die zuvor genannten Journalisten der Sözcü, dass der mit den Sondierungsgesprächen beauftragte Ministerpräsident der Türkei Davutoglu schon im Vorfeld meint: Ja, wir sind für alle offen. Aber die in der Vergangenheit begangenen Verbrechen von Erdogan dürfen kein Thema sein! Und in Erdogans Umfeld greifen inzwischen viele sehr tief in die Taschen des Staates und ihre Machtbefugnis.

In diesem Zusammenhang mag noch kurz erwähnt werden: Der Oppositionspolitiker Kilicdaroglu von der CHP kann sich streng genommen mit Davutoglu von der Regierungspartei AKP gar nicht mehr treffen nach dem, was sich beide Seiten die letzten 6 Monate an den Kopf geworfen haben, finde ich. Und dass sie sich anscheinend dennoch treffen, zeigt, dass Kilicdaroglu auch nur eines insbesondere ist – machtbesessen.

Xxx

Es sieht nicht gut aus in der Türkei, und daher auch im Hinblick auf Zypern ebenfalls eher weniger gut. Dass es aber nun so weit käme, dass Ankara dazu ansetzte, Archipele oder gleich Inseln im Mittelmeer zu verschachern, so weit ist es mit der Türkei offenbar noch nicht. Die Sözcü schreibt nämlich, dass der griechische Nachbar vor dem Hintergrund der Sorgen mit Brüssel in Erwägung gezogen habe, die bulgarische und die türkische Währung zu übernehmen, genauer, mit zuverwenden anstatt dem Euro, aus dessen Verbund man sich eventuell schon demnächst verabschiedet. Des Weiteren wird berichtet in der Söscü vom 11. Juli 2015, dass folgende Inseln und/oder Archipele der Griechen bereits zu diesem Preis zum Kauf stehen: Patroklos 45 Millionen Euro, Nafsika 6.9, Kardioztissa 6.5, Nissos Sofia 5.5, Kythnos 5, Stroggili 4.5, Lihnari 3, St. John 2.8, Tragonisi 2.6, Vouvalos 2.5, Kato Antikeri 2.2. Mir erschienen die Preisangaben viel zu gering. Vielleicht sind ja Milliarden von Euros gemeint gewesen und jemand hat irrtümlich Millionen geschrieben?

Im Gegensatz dazu spricht ein Griechischzypriote in einem Kommentar in der Fileleftheros Tageszeitung von insgesamt 80 Milliarden Euro, die Nordzypern zurückzuzahlen hätte im Falle einer Wiedervereinigung. Davon gut die Hälfte – wenn es denn langt – an die Türkei. Bekanntlich hält Ankara die Türkische Republik Nordzypern seit ihrem Bestehen aus: finanziell, administrativ, militärisch etc. Dennoch lassen sich die Nordzyprer von so etwas offensichtlich nicht all zu sehr aus der Ruhe bringen. Man ist dort noch immer nicht so weit, eine Regierung seit den Wahlen vor ein Paar Wochen zu bilden. Immerhin, es drang nun durch, dass die CTP (Republikanische Türkische Partei) und die UBP (Nationale Einheitspartei) vereinbart haben, eine Koalitionsregierung zu formen. Die CTP ließ über den ehemaligen Präsidenten Nordzyperns, Ali Talat, schon mal verkünden, dass die ins Auge gefassten Privatisierungen bei ihnen kein Thema sind. Auch ist noch immer nicht ausgewürfelt, wenn so gesagt werden darf, welche Partei welches Ministerium einnehmen wird.

Anastasiadis, Präsident der Republik Zypern, antwortete auf Nachfrage, dass die Arbeitslosenzahlen inzwischen stagnieren auf seiner Seite der Insel, der griechisch-sprachigen. Soll heißen: seit den letzten 6 Monaten ist ein Trend in die gewünschte Richtung zu verzeichnen. Auf die Frage, ob man sich rächen werde an den Griechen, die Zypern mit in die Krise zogen, antwortet der Präsident, dass diese Frage völkisch sei. Das Land entwickle sich gut und der Rahmen für mehr Investitionen sei mehr oder minder inzwischen gesetzt. Die betriebene Spar- und Stabilitätspolitik der letzten Zeit trage erste Früchte.

Letzte Meldung: Dass griechische Banken, die auf Zypern operieren sich demnächst dazu entschließen könnten zyprisch zu werden, scheint nicht ausgeschlossen – auch dass diese 4 Banken sich in der Summe auf 2 reduzieren: Die Eurobank, die Piräos, die Alfa und die Ethniki. Sie haben 58 Zweigstellen auf Zypern und 1520 Angestellte.
Und zum koalieren noch so viel: Tsipras scheint vermehrt Schwierigkeiten mit dem Koalitionspartner, den extremen Rechten, zu haben – Neuwahlen scheinen nicht mehr ausgeschlossen, demnächst!

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Griechenland im Aufbruch

Na, dann schauen wir doch mal nach Griechenland rüber, wenn die Zyprer denen gegenüber schon so hörig sind, mögen Sie, verehrte Leser, gedacht haben beim Lesen des letzten Beitrages auf Zypernundmehr-News. Sie sollten aber wissen, dass die Sonne heute so schön scheint, kein Wind weht und der Winter, der vorgestern eingebrochen sein soll – was auch immer hier auf Zypern als Winter bezeichnet wird – heute am Samstagmorgen um 07:22 Uhr nun wirklich weit entfernt scheint. Wenn die Taube auf dem Dach endlich zu gurren aufhören könnte – man kommt nicht an sie ran und sie hat jeden Respekt vor dem schwarzen Plastikraben verloren – wäre alles so weit, dass mit SWR1 im Ohr bestens gleich an den Strand geflogen werden könnte, um wie die anderen Mutigen, die gestern in Limassol im Meer gesichtet werden konnten, auch mal wieder ein Zehchen oder gar mehr ins kühle Nass zu halten.

Hier wird empfohlen – Sie mögen es also aufgrund der widrigen Umstände verzeihen, dass jetzt wirklich Wichtigeres ansteht als Beiträge zu verfassen – den folgenden Links zu folgen und sie zu lesen, dies bestens der Reihenfolge nach, um das Wichtigste über – ja, wie soll man sagen – Griechenland und Sie zu erfahren.
Klar doch, es geht auch um Sie, sollten Sie in Europa leben und bestens ein legitimer Bewohner der EU sein.

Scherzchen bei Seite: Fangen Sie also mit diesem Link an, wenn Sie mögen: http://www.euractiv.de/sections/finanzen-und-wirtschaft/euro-gruppe-keine-einigung-im-schuldenstreit-mit-griechenland

SWR1 war und ist gerade die richtige Dosis früh morgens und zum Frühstück. Die alten Klöpfer wurden und werden gespielt, sogar CCR und andere, noch flottere Musik, die wirklich gut zum Sonnenschein da draußen passt, zum Tanzen wie einst anregt, und dem weiten blauen Etwas da vor mir, irgendwo unweit da unten gelegen, den Rest gibt im positiven Sinne – und das ist noch ohne weiße Schaumkrönchen drauf. Muss mich also sputen, bevor die aufkommen, damit mich nicht wieder die Wellen davon abhalten, genügend Mut aufzubringen, in die wahrscheinlich noch immer recht kühle Wassermenge zu gummben, wie die Schweizer sagen würden.

und hiermit zum nächst, wirklich sehr lesenwerten Link: http://www.euractiv.de/sections/finanzen-und-wirtschaft/griechenlands-neue-politik-muss-tsipras-scheitern-312486

Dieser letzte Link sagt eigentlich all das aus, was hier schon immer gesagt wurde, schön kompakt, doch gut verständlich und einfach gekonnt. Bravo!
Sollten Sie gerade schlechtes Wetter haben, oder doch noch was zu Zypern erfahren wollen und wie nahezu jedermann heutzutage genügend gut Englisch verstehen, dann wird Ihnen das, was nun folgt, da weiter helfen hoffentlich. Es wurde dem Rundbrief der PIO, des Press Information Office of Cyprus, entnommen.

2012-11-23 12-40-04.247

„No.2Wednesday, 22/4/2015   
Remarks by the Government Spokesman on the Cyprus problem   

It is at the negotiating table that we will determine if the public statements made by the Turkish side about a desire for a solution to the Cyprus problem the soonest possible correspond to reality, the Government Spokesman, Mr Nikos Christodoulides, said today.    In his remarks to reporters at the Presidential Palace, in response to a question as to how Nicosia reacts to the messages received with regard to the Cyprus problem in view also of the recent references by the American Secretary of State, Mr John Kerry, Mr Christodoulides said that “we hope for more from the American side, but also more from London and other countries, for 2015 to be the year of the Cyprus problem.    We are working in that direction. Everything will be decided at the negotiating table. We hope that a substantive and sincere dialogue will resume soon which, with Turkey’s contribution as well, will create those prospects so that 2015 will be the year of Cyprus.”    In response to a question whether he thinks that Turkey has given any proof that it will contribute in this direction, Mr Christodoulides said that “everything will be decided at the negotiating table. There, we will see the real intention. We will determine if the public statements correspond to reality, at the negotiating table. We hope that these public statements will be confirmed, but, I repeat, everything will be decided at the negotiating table. On our side, for which I can speak very clearly, our intention for a substantive and sincere dialogue is given and we expect to have a corresponding response”.    Replying to an observation by a reporter that the Minister of Foreign Affairs of Turkey asked an intervention by the United States on the Cyprus problem and Mr Kerry left open this possibility, and replying to a question as to what kind of intervention Nicosia expects from the USA, the Spokesman said that “all those that are really interested for the solution of the Cyprus problem are welcome to assist in this direction. Therefore, we expect, for example, what I have mentioned to you, namely to see the public statements made about a desire for the solution of the Cyprus problem also at the negotiating table through the proposals that are submitted”.    Asked whether Nicosia wants the contribution of Moscow as well, given that the Greek Cypriot interlocutor, Mr Andreas Mavroyiannis, is in Moscow for contacts, the Government Spokesman said that “I have mentioned that all those that can contribute in this direction, and in particular the Permanent Members of the UN Security Council, are welcome to help us to achieve our strategic objective, which is the reunification of our homeland and the termination of the occupation”.    Asked whether Mr Mavroyiannis’ contacts concern only the Cyprus problem or if they also include his candidacy for the Presidency of the UN General Assembly, the Mr Christodoulides said that “surely they concern the issue of his candidacy for the Presidency of the General Assembly.” 

Schönen 25. April noch.
OK, noch ein Wort zu dem 24. April, zumal ja auch gerade von Cat Stevens der „Peace Train“ auf SWR1 gespielt wurde:
Es wird Zeit, dass in solchen Fragen wie großem Unrecht an Menschen, welches begangen wurde und wird, Klarheit geschaffen wird, also wer hat das, warum getan und wie. Gut auch, dass Bundespräsident Gauck eingefallen ist zu bemerken bei seiner Ansprache gestern, dass das Deutsche Reich am Mord an den Armeniern eine Mittätterschaft inne hatte.
Schön, dass die Postbank von der Deutschen Bank abgestoßen wird oder wurde.
Schade, dass Erdogan und seine Truppe so boxbeinig auf Positionen bestehen, die ihre politischen Gegner jahrelang verteidigten. Letztere sind und waren die Kemalisten. Klar, nicht alle Kemalisten sind und waren kompromiss-unbereit bei gewissen Positionen wie zum Beispiel der bezüglich der Verbrechen an den Armeniern. Bleibt zu hoffen, dass die Riege um Erdogan nun nicht beginnt, die Schleusen aufzumachen, um Flüchtlinge ungehinderter nach Europa gelangen zu lassen. Das wäre konterproduktiv, dieses bekannte und schon fast ausgelutschte Druckmittel jetzt als Folterwerkzeug in Stellung zu bringen.

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„Deutschland und Griechenland sind absolut politisch unreife Länder des europäischen Kontinents. Dies ist eine Folge ihrer Phantasien und Obsessionen. Die deutschen Fantasien münden in dem Satz: „Am Anfang war das Reich!“ Seit den Tagen des Heiligen Römischen Reiches, welches vom Haus Habsburg geführt wurde, das aus der deutschsprachigen Schweiz stammte, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, herrschten die Deutschen nur, als Otto von Bismarck die Wahrnehmung vom damals kleinen Deutschland beförderte.
Nach dem Krieg und unter dem Druck der Kriegsgewinner war Deutschland in einen europäischen Staat, der normal funktionierte umgewandelt worden. Mit der Einführung jedoch des Euro, kehrte das Syndrom der absoluten Kontrolle eines Kaiserreichs zurück. Deutschland hatte keine hegemoniale Rolle bis dato ergriffen. Wie versehentlich nahm es diese aber auf und kann sie nun nur schwer bewerkstelligen.
Die Phantasie unserer Griechen im Rahmen unseres Nationalstaates ist, dass alles in der Aussage mündet: „ziviler Ungehorsam“ gegenüber der aktuellen Elite. Die Herausforderung gegen die Heilige Allianz – welche nach dem Wirbel den Napoleon Bonapart aufbrachte – traf eine kleine Gruppe von Patrioten unvorbereitet; und elektrisiert manchmal bis in die Gegenwart unsere griechische Nation. Heroisch war der Kampf unserer Vorfahren, aber der unabhängige griechische Staat ist eine Kreation – vielleicht einzigartig – der europäischen Diplomatie. Basierend auf diesen beiden „Phantasien“ begannen also die kritischen Verhandlungen in Brüssel gestern.
Während des 20. Jahrhunderts übernahm Großbritannien zweimal die Verantwortung und Initiative, um die imperialen Phantasien Deutschlands zu zügeln. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt führt der US-Präsident Barack Obama die höchst ökonomisch ausgerichtete Sichtweise Berlins einer geopolitischen Dimension zu zwecks Richtigstellung. Das ist nichts anderes, als die Möglichkeit einer Annäherung von Griechenland mit Russlands Wladimir Putin zu demontieren. Darüber hinaus macht das Abrutschen der Türkei in Richtung Islam unser Land und Zypern zu letzten Bastionen des Westens im Nahen Osten.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Improvisationen der SYRIZA ihre Wirkung nicht verfehlten. Es beendete die Praxis von Berlin, auf bilateraler Ebene mit jedem der angeschlagenen südlichen Ländern umzugehen in der europäischen Krise. Dieses Problem wird nun seither in verschiedensten Sitzungen diskutiert. Es ist eine Weiterentwicklung, die unangenehm ist für Kanzlerin Merkel und vor allem für Herrn Wolfgang Schäuble. Aber es ist vorstellbar gefährlich, dass die SYRIZA Feuer an der Walhalla des europäischen Besitzstands legen kann…. .“
Dieser eben zitierte Leser-Beitrag von Kostas Giordanidis in der Kathimerini vom 12. Februar soll zeigen, wie Volk eventuell denkt in Griechenland. Dem sogenannten Volk – Teilen davon – ist jedenfalls aufgestoßen u.a., dass Tsipras gleich bei Amtsantritt auch in Zypern sich bei der Kirche vorstellte als neuer Ministerpräsident Griechenlands. Eigentlich hatten viele hier in Zypern gehofft, dass er sich an das angeblich unumgehbare Protokoll nicht hält, wonach jeder Ministerpräsident Griechenlands oder -frau auch bei dem höchsten Kirchenmann, derzeit Chrisostomos, der Zyprer vorstellig werden ‚darf‘, wenn dort der Antrittsbesuch abgehalten wird. Viele finden, es ist längst überreif, dass die Kirche endlich zur Kasse gebeten wird, und dass es unerträglich ist, dass ausgerechnet Tsipras diese „seltsame Tradition“ nicht gebrochen hat. Desweiteren finden viele, dass die Kirche endlich und sichtbar aus der Politik gedrängt gehört – und zwar dem politischen Leben im Allgemeinen und Besonderen. Die Kirche sitze auf Milliarden Euro und halte noch immer die Hand auf, wo der Staat aufdem Zahnfleisch geht. Sie würde viel zu wenig tun, um das Leiden der Krisengebeutelten auf der „Großen Insel“ zu lindern – wie auch andernorts etc.
Zuletzt: Mit der angeblichen Einigung in der Ukraine steigen die Chancen Athens, am 16. Februar eventuell doch mehr Zusagen ausgehandelt zu sehen am Verhandlungstisch in Brüssel, als die Medien in Deutschland derzeit suggerieren.

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Denk ich an Zypern, dann überkommt mich nicht Heine, nein, mich ergreift Freud im Sein.

Denk ich an die Ökonomie der Xristofias Regierung, empfinde ich leider bereits tiefstes Mitleid.

Wo bloß sind die Helden, die Türken wie Steinmetze zurechtschlagen?

Wo die Frauen, die Männern das Leben als Rudelführer vorsagen?

Ach Afrodite! Hast Du etwa Dein Inselchen, Dein zierlich Gürtelchen verlassen?

Nur weil so mancher Dein Erdgas plant mit anderen außer Dir zu verprassen?

Hört, da kommt jemand, die Troika schon und dies aus fernem Lande.

Die wird nun richten der Banken schlampig gehaltene Konten-Gerlanden.

Endlich ist Zypern auf richtigem Pfade, wird vereint sein und glücklich, weil die Präsidentschaft es vorsieht.

Und dann, seht doch nur, welch Gnade. Eroglu und Ankara sie sprechen also doch nach dem ersten Juli mit der EU, welch ein Deal.

Was schert uns da, dass Zypern angeblich darniederliegt, auf seine Weise Rückrat zeigt.

Hauptsache der Laden läuft, hauptsache Alles wird nicht total vergeigt!

Nun, auf ihr Leute seid wohl gemuts, denn Schulden machen, das tut auch gut.

Seht nach Hellas, wo die alten Garden Wahlen wieder überlebten.

Hinweggefegt kommunistisch gefärbter Neuaufbruch, hinein ins alte neoliberale Leben.

Denk ich an Zypern, denk ich an die Griechen.

Denk ich an die Griechen, denk ich an Besiegen.

Wer da wen besiegt im Südosten Europas, ist doch wohl klar.

Die Türken sinds mal wieder, die göttliche Himmelschar.

Diese Löser aller Konflikte von Deutschland bis nach Zypern.

Was wäre ein politischer Frühling Europas ohne diese Türken?

Ich bin der Meinung, Tsipras wär recht dumm, Regierungsverantwortung mit der Nea Dimokratia und dann auch noch der PASOK zu übernehmen.

Ja, kennt ihr denn keinen anderen Doofen in Konstantinopel, den ihr vor die Tür stellen könnt in den all zu dichten Nebel?

Doch was red ich da, wen interessiert das alles denn?

Die Hotels auf Zypern sind doch voll, wird vermeldet, das Hilton und das andere Hilton die kommenden 6 Monate allemal.

Welch Freud, gut Führung zu haben auf einer Insel die im Gelde schwimmt.

Wo Russen sich einkaufen und Kredite verleihen, dass einem der Hals recht dick anschwillt.

Ach quatsch, Rettungsschirm und so ein Zeug, nicht hier auf Zypern.

So spricht unser Xristofias, der weiß, was er sagt, denn der ist immer nüchtern.

Kommunismus a la Tsipras, den brauchen wir hier nicht.

Ist die AKEL nicht roter als rot wie das türkische Flagenrot im Morgenlicht?

Merkel? Kernel?

Nein, Merkel! Nicht Ferkel.

Nicht eure Enkel, die auch noch was abhaben wollen vom Kuchen.

Nein!

Dann schon eher ATA.

Was das bedeuten soll? Na, CoLA.

Nicht die zum trinken für die Enkel aus den Reden der Politiker.

Das sind die zu schützenden Arbeiter, meint Xristofias, in seinen Amtsstuben, seine größten Kritiker.

Die gilt es zufriedenzustellen, weiterhin und daher CoLA oder ATA.

Kurz: stetig steigende Gehälter der Verbeamteten, die nun auch in der vermeintlichen Krise bloß niemand anrühren soll.

Ist doch egal, wenn Brüssel wettert.

Ein Insulaner rückt von seiner Sache nicht ab, keinen Zoll.

Gut gemacht Xristofias, dich würd ich wählen, dürfte ich.

Und nun sind wir noch alle gespannt, welch Zugeständnisse und Pfründe, die in Athen, die eh schon die Taschen voll haben müssten, sich in nächster Zeit, sagen wir, einver-EU-lichen.

Wir freuen uns auf die Präsidentschaft derer, die wie Präsidenten eben, geführt werden auf allen Ebenen.

Und dass diese EU-Präsidentschaft Zyperns ein Erfolg auf ganzer Linie wird, das zeigen ja bereits die griechischen Wahlergebnisse.

Gut zu wissen, in einer Weltordnung zu leben, wo alles bereits wegen dem kleinsten Sonstwas aus den Fugen geraten kann.

Ihr schaut Europapokal und grillt die Steaks?

Die Chinesen haben Euch und der EU, überhaupt der Welt einen guten alten Rat:

Reißt Euer Haus zum Grillen der Steaks ab!

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