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Die Tuerkische Republik Nordzypern 6

Es wäre eine Überraschung, würde ein Teil oder Körper der UN namens „UNFICYP“ seinen Aufenthalt auf Zypern nicht wieder verlängert bekommen.
Dass eine Verlängerung ansteht, gefällt vielen Türkischzyprern nicht – vielleicht ist sie sogar schon durch. Denn diese Verlängerungen passieren bekanntlich seit Jahren und dies irgendwie automatisch. Diesen Eindruck hat so mancher Beobachter dieser Angelegenheit über die Jahre gewonnen. Als markierte die UNFICYP geradezu den herrschenden Status einer „Nicht-Lösung“ des Zypernproblems – absichtlich.
Der Republik Zypern verleiht der Aufenthalt der UNFICYP auch so etwas wie eine Ausrede, als sei eine Art Friedenstruppe noch von Nöten, als sorgte ausgerechnet diese Einheit der UN für Stabilität auf Zypern, wie auch in der Region. Südzyprer nutzen den Verbleib der UNFICYP auch, um künstlich Agenda‘s zu kreieren – also um sich hin und wieder mit einem vermeintlichen ‚Thema‘ von Belang ins Licht des internationalen Interesses, genauer, der Internationalen Gemeinschaft zu spielen.
Ganz von der Hand zu weisen, sind all diese Beobachtungen nun wirklich nicht, wenn man sich die letzten 10 oder 20 Jahre süd-zyprischer Politik ansieht. Ja, es fällt nicht leicht, in diesem speziellen Fall von Außen- beziehungsweise Innenpolitik zu sprechen, daher wird weiter oben einfach von „süd-zyprischer Politik“ geschrieben.
Zwar hat die EU Gesamtzypern sich als Vollmitglied auf den Plan gesetzt, doch wird vonseiten Brüssels viel zu wenig getan, um die Südzyprer zur Vernunft zu bringen. Offenbar ist Letzteres so auch nicht gewünscht – noch nicht. Andererseits sind die Nordzyprer zwar in der EU, irgendwie und wie geschildert, nämlich, eher von oben herab und auserkorenermaßen; doch vorrangig und vor allem ist Nord-Nikosia an die Türkei gebunden, was vielen Nord- und Südzyprern gar nicht so ungelegen kommt. Kann man so doch von beiden Seiten sowie dem undefinierten, diplomatischen LOCH, was sich auf Grund der verzwickten politischen Situation daraus ergibt, profitieren – und wahrscheinlich auch noch von weiteren interessierten Staaten oder Organisationen kann Gewinn eingefahren werden, die sich diese (durchlöcherte) geo-politische Insellage auch gern zu Nutzen machen. Ja, es wären da auch Verluste. Das stimmt. Doch dann wäre da auch noch so etwas wie die Ehre, die Ehre ein Türke oder aber eben Grieche zu sein – jeweils in der zyprischen Ausgabe, versteht sich.
Um nochmals kurz auf die UNFICYP zurückzukommen: Der Regierungssprecher des Südens meinte vor Kurzem, womit er dort damit ganz gewiss nicht alleine ist: „So lange türkische Truppen sich auf der Insel befinden, muss die UNFICYP anwesend sein!“
Im Norden erinnert Vize-Premierminister Kudret Özersay in diesem Kontext daran, dass die UN-Friedenstruppen bereits seit 1964 ihren Dienst auf der Insel versehen. Das ist nun wahrlich eine lange Anwesenheit und hat schon ein bisschen das Beigeschmäckle von einer weiteren, nunmehr international verordneten Besatzung Zyperns, finden nicht wenige.
Wird der Süden überhaupt von Zyprern regiert?
Gute Frage, was?
Angeblich ja!
Sagen wir besser: ja, dem ist so, aber gewiss mit Absprachen in Brüssel, Washington, Moskau und demnächst wohl auch in Peking, wird im Süden der Insel regiert. Eine wunderbar einfache Welt, in der wir leben, stimmt’s? Warum ES einfach gestalten, wenn die Dinge auch kompliziert werden können, sodass jeder, der genügend Macht und Einfluss hat, dann auch besser sein Süppchen vor Ort kochen kann, nach Belieben möglichst.
Für Herrn Özersay ist jedenfalls klar, dass gewisse Zirkel innerhalb der Internationalen Gemeinschaft ganz gehörig daran interessiert sind, den so genannten „Status Quo“ auf Zypern zu halten. Vielleicht wissen einige Staaten einfach seit Jahrzehnten, wird vermutet, dass da irgendwo vor Zypern noch einiges Geld in Form von Erdöl oder Erdgas gemacht werden kann. Vielleicht haben auch Sie bereits darüber gelesen, verehrte Leser, dass Pläne bestehen, den Nahen und Mittleren Osten zukünftig neu zu vermessen, also einzuteilen usw.
Sollte es demnächst im Iran rundgehen, wie man sagt, scheint sich zuvor Gesagtes eventuell zu bewahrheiten. Noch ist es nicht so weit. Noch könnte eine Lösung nicht nur in Sachen Iran gefunden werden. Noch ist Trump bei den Wahlen zur mittleren Amtszeit nicht vom Eis wie die besagte Kuh. Die Rede ist aber bereits von Disziplinarverfahren, die ihm angehängt würden, wenn er sein präsidiales Amt verlieren sollte – um im Bild zu bleiben, die juristische Schlachtbank.
Letzteres könnte teuer werden, vielleicht genau so in etwa, wie der Aufenthalt der UNFICYP seit Jahren auf Zypern. Dieser Aufenthalt ist richtig teuer, zumindest aus hiesiger Perspektive, wahrscheinlich nicht aus jener einer Großbank oder eines multinationalen Konzerns.
Özersay: Diese Organisation, die UNFICYP, ist inzwischen nicht mehr und nicht weniger als ein Briefträger zwischen Nord- und Südzypern. Und Özersay weiter: Was im Lauf der Zeit die Südzyprer dazu anstachelt, sich noch mehr von den Positionen der Nordzyprer zu entfernen, waren und sind deren unrechtmäßiger EU-Beitritt, die Erdgas-Funde sowie der neuerdings sich vollziehende Schulterschluss mit Israel.
Vor diesem Hintergrund wird gemunkelt, dass die THY, die Türkish Airlines, schon demnächst sich darauf einlassen könnte, wieder eine Art staatliche Airline für Nordzypern aus der Taufe zu heben. Auffallend ist in diesem Zusammenhang jedenfalls, dass im Juli 2018 die Rate der Flüge aus der Türkei nach Nordzypern nochmals erhöht wurde, werden musste. Es scheint also ein wirklicher Bedarf zu bestehen.
Die Pegasus Airlines mag ihre Passagiere von Ercan nach London und umgekehrt nicht mehr unnötiger Weise auf einem Flughafen in der Türkei umsteigen lassen, um dann in den Norden oder eben nach London weiter zu fliegen. Vielmehr werden die Fluggäste zukünftig in ihren Sitzen verbleiben, verwundert dreinschauen, dass die Maschine kurz landete, um dann weiter zu fliegen. Wir sind gespannt, ob die Pegasus damit durchkommen wird! Es wird vonseiten der Pegasus argumentiert, dass das Direkt-Anflugsverbot Nordzyperns so zur Genüge beachtet werde.
Aus unserer Sicht wird erwartet, dass das Verbot, den Flughafen von Ercan in Norden Zypern direkt aus Europa oder von sonst wo in der Welt anzufliegen, ebenfalls demnächst von irgendjemand gebrochen werden dürfte. Womöglich passiert das nach oder kurz vor den sogenannten „mid-term-elections in den USA, deren Resultat ja mit Spannung erwartet wird – vor allem in China.
Wir berichteten bereits, dass China sich in Syrien langsam und ganz leise einrichtet. Es gibt vor, aufständische, genauer, terroristische Chinesen aus den chinesischen West-Provinzen, die in Syrien als islamistische Kämpfer unterwegs sind, davon abzuhalten, zurück nach China zu kehren etc.

Nun, einen ‚Vorteil‘ könnte es eventuell haben, wenn Ercan von überallher angeflogen werden kann. Die über 4.000 gezählten Bau-Ruinen, die es im Norden zu ‚besichtigen‘ gibt, könnten dann endlich ein Bau-Ende erfahren, weil, was sonst, dann ja mehr GELD zu verdienen anstünde. In den letzten 5 Jahren sollen im Norden 11.301 Gebäude erbaut worden sein, inklusive Fabrikgebäuden. 2017 war für die Baubranche ein gutes Jahr, wird berichtet. 2779 Gebäude wurden errichtet.
Im Norden wird zwar der Türkischen Lira-Krise wegen geklagt und gejammert, doch gibt es auch dort einige Personen, die keine Geldschwierigkeiten haben deswegen – im Gegenteil. Die Bau-Ruinen finden gewiss zur ‚richtigen‘ Zeit ihren ‚richtigen‘ Bauherrn – oder frau.
Bis dahin wird die erweiterte Stromversorgung aus der Türkei stehen. Davon darf ausgegangen werden, wenn in der Türkei nicht eine Anti-AKP_Erdogan-Revolte oder dergleichen ausbricht. Premierminister Erhürman aus dem Norden Mitte Juli 2018 dazu: „Wir sind nicht gegen Strom aus der Türkei!“ Versteht sich, dass Herr Erhürman Selbiges dienstbeflissenermaßen auch seinem Beschützer seit 1974 sagte, also dem Herrn Erdogan, respektive der Türkei, als dieser zu der kürzesten Visite, die ein türkischer Staatsmann im Norden Zyperns jemals vollführt hat, angetreten war.
Allerdings ist offenbar noch immer nicht klar, was solch Stromversorgung aus der Türkei denn nun effektiv kosten wird. Die damit beauftragte Firma aus der Türkei hat anscheinend zu vage Auskünfte erteilt und dies ausgerechnet bei dieser Frage. So musste also nachgehakt werden vonseiten Nordzyperns Regierenden. Es war noch nicht einmal angegeben worden, ob das zu verlegende Kabel 400 oder 800 MW transportieren wird. Versprochen wurde, bezüglich gewisser fehlender Punkte nachzubessern. Özdil Nami, der Wirtschafts- und Energieminister des Nordens, spricht von angeblich 500 Millionen US-$, die das Kabel und seine Verlegung kosten dürften; doch auch er kann keine Angaben darüber machen, ob das Kabel nun AC (alternative energy) oder DC (direct current) sein wird. „Die Elektrizitätsbehörde, KIB-TEK, erlitt eh einen recht schädlichen Verlust von 66 Millionen Türkischen Lira bislang – und das wird sich auf den Stromrechnungen der Leute bemerkbar machen“, so Nami.
Gemäß Premierminister Erhürman rangiert Nordzypern in der Welt auf Platz 41 von 167 Staaten, die am billigsten Treibstoff anbieten. Außerdem sei die türkische Währung derzeit die größte Herausforderung, die Nordzypern zu bewältigen habe. Die Lebensunterhaltskosten seien auf um die 5,2% seit Anfang des Jahres gestiegen.
Wahrscheinlich wüsste es die türkische Botschafterin im Norden, Frau Derya Kanbaş, wie und wie hoch nun wohl und letztendlich der Strompreis sowie die Kabelverlegung den Leuten im Norden Zyperns zu Buche schlagen werden. Sie ist es auch, die des Weiteren von „rechtlichen Anpassungen spricht, die vorgenommen werden müssten. Damit meint sie, die Polizeibehörden Nordzyperns gehörten in die Lage versetzt, Telefongespräche abzuhören, besser noch, mitzuschneiden.
Wir denken nicht, dass sie sich da allzu große Sorgen machen muss, denn der türkische Geheimdienst MIT erledigt das Abhören und Mitschneiden von Gesprächen gewiss meisterhaft.
Apropos Nachbessern oder Anpassungen: Frau Meryem Özkurt war die erste Frau, die in der Position einer Direktorin für den nord-zyprischen „Bayrak“-Fernseh-/Radiosender arbeitete.
Wenn in diesem Zusammenhang von nachgebessert die Rede ist, so ist das so zu verstehen, dass im Norden – nicht wie sonst meist, auch andernorts – etwa ein Mann diesen begehrenswerten Posten nach einer Frau erobert, so als ob Frau lediglich ein Versuchsballon auf derart exponierter Position war – oder eine, wie auch immer geartete und intendierte sozio-politische Geste nach außen verkörpern durfte temporär -, sondern nein, eine weitere Frau, nämlich Frau Aysu Basri Akter folgt der Zuerstgenannten.
Frau Akter arbeitete unter anderem beim Jugend TV, dem Kanal Sim, bei Kıbrıs FM und TV sowie bei der Kıbrıs Gazetesi. Studiert hat sie an der Doğu Akdeniz Uni des Nordens. Und spannend wäre zu erfahren, was sie denn zu dem angeblichen Mangel an Imamen sagt, der im Norden neuerdings herrsche.
Suleyman Çaker ist der Vorsitzende der Angestellten in religiösen Berufen im Norden Zyperns und er sagt, es habe zuvor 220 Imame gegeben. Davon seien nun aber 19 in Rente gegangen und 40 weitere hätten sich zurück in die Türkei abgemeldet. Lediglich 10 neue Imame konnten bislang eingestellt werden. Und die seien eben kein Ersatz für den erlittenen Verlust. Zur Info: Alle Imame im Norden kommen aus der Türkei. Diesbezüglich besteht ein Abkommen zwischen den beiden türkischen Bruderstaaten.
In gewisser Weise trifft Letzteres auch auf die recht vielen Casinos zu, die im Norden Zyperns meist südzyprische Spieler und andere Zocker aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu Zypern anlocken.
‚Gott sei Dank‘ haben nun auch die Südzyprer ihr Casino, ‚endlich‘! Es läuft angeblich noch provisorisch. Das heißt dann wohl, man kann sein Geld dort provisorisch verlieren, wahrscheinlich aber auch gewinnen. Wie das genau geht, provisorisch zu gewinnen oder zu verlieren? Fragen Sie die orthodoxe Kirche, die solch Zocker-Projekt ja jahrelang verhinderte aus ethischen Gründen oder aber den Präsidenten der Republik, Anastasiadis. Letzterer ist ausgebildeter Anwalt und hat gewiss auch auf diese Frage eine Antwort parat.
Da im Norden jedoch NUR Ausländer spielen oder zocken dürfen, wird von Nordzyprern mit oder aufgrund der Eröffnung eines Casinos im Süden gefordert, das Gesetz, welches ihnen das Spielen in Casinos des Nordens untersagt, zu ändern, weil sonst womöglich Nordzyprer, die ja angeblich wenig Geld haben und daniederliegen finanziell, in den Süden gehen könnten, um ihre hartverdienten Türkischen Lira, Verzeihung, Britischen Pfund, Euro oder US-Dollars etc. im Süden zu verzocken.
Wir gehen hier davon aus, dass die geforderte Gesetzesänderung durchgeht, vor allem, da ja nun offensichtlich auch die zyprische Orthodoxie sich mit solch ‚Sumpf‘ auf der Insel, wo Saulus zu Paulus wurde, ‚anfreunden‘ konnte – hoffentlich nicht selbst daraus finanziell Profit ziehend.

Dann noch dies, und nur, damit Sie mal so ungefähr eine Vorstellung von gewissen Dimensionen erhalten:
Nord-Nikosia hat eine Bevölkerungszahl von ungefähr 61.378. Unsere Schätzungen gehen so weit zu veranschlagen, dass zumindest weitere 20 bis 30.000 nicht-registrierte Menschen diese Stadt mit ausfüllen dürften. Wie dem auch sei: Offiziell wird angegeben, dass es 9.000 Arbeitsplätze gibt, die registriert existieren. Insgesamt sollen im Norden Zyperns 300.000 Menschen leben, und insgesamt 18.000 Arbeitsplätze wurden bei der Behörde angemeldet.
Das vorliegende Zahlenmaterial ist also sehr löchrig. Es dürfte auch wirklich schwer sein, verlässliche Statistiken zu erstellen: im Norden Zyperns mehr als im Süden. Beiden Seiten wird oft unterstellt, dass keine der beiden Administrationen wirklich an exakten Daten interessiert ist, aus den verschiedensten Gründen.
Allerdings stimmt die folgende Nachricht noch, nämlich, dass Frau Gizem Alpman neuerdings den Norden Zyperns in Genf/Schweiz repräsentiert, und zwar bei der UNO.
In dem Beitrag über Nordzypern, der diesem vorausgeht, wurde von Levent Şener berichtet, der als zyprischer Journalist Probleme mit dem Regime in Ankara hat, und zwar wegen dem, was er so schreibt und sagt. Frau Nerin Feri Şefik ist ihres Zeichens Hauptrichterin des höchsten Gerichts im Norden und findet, dass die eröffnete Klage der Republik Türkei gegen den nord-zyprischen Journalisten Şener nicht zur Folge haben könne, dass es zu einer Auslieferung des Journalisten kommt. Eine Übergabe von Bürgern der KKTC, also Nordzyperns, an andere Staaten gebe es nicht! Derviş Akter, ein pensionierter Staatsanwalt aus dem Norden meint dazu, der Journalist Şener könne gar nicht belangt werden, zumal die Afrika-Tageszeitung, für die er schreibt im Norden, in der Türkei gar nicht zirkuliert. Da hat der Herr Akter offensichtlich vergessen oder übersehen, dass wir inzwischen überall Internet haben. Mutlu Yakalı, ein Kolumnist der Yeni Düzen meint hingegen, es gebe ein Protokoll zu sogenannt „juristischer Unterstützung“ zwischen der Türkei und Nordzypern. Und damit könnten Vollstreckungen eines Gerichtsurteils der Türkei durchaus im Norden der Insel erfolgen. Das genannte Protokoll besteht seit dem 01. 11. 1988.

Nicht zu leugnen ist, dass Ankara auch an anderer Stelle einen gewissen Druck ausübt, und zwar beim Erstellen der Lehrpläne in Schulen und an Unis ın Nordzypern – und das, wie zu vernehmen ist, angeblich vermehrt, und zwar in folgende Richtung: weg-von-säkularem-Gedankengut.

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Die Türkische Republik Nordzypern 3

Premierminister Erhürman der Türkischen Republik Nordzypern beklagt, es existierten keine Statistiken, auch keine Studien, die belegten, dass der Norden einen wirklichen Bedarf an 16 Universitäten habe. Auch bezweifelt er die kursierende Zahl Studierender im Norden von in etwa 100.000 für das Semester 2017 – 2018.
In den Universitäten des Nordens von Zypern arbeiten gewissen Angaben zufolge in etwa 4.529 Lehrer und 101.000 Studenten studierten; 55.000 davon sollen aus der Türkei kommen und rund 13.000 Studenten seien Türkischzyprioten.

Die genannten Werte verraten uns schon mal eine zahlenmäßige Dominanz von sogenannten Festlandtürken, die in türkisch-zyprischen Universitäten eingeschrieben sind.

Und ja, das Dominieren einer Sache, wie Sie wahrscheinlich schon ahnten, ist offenbar eines der Themen oder Dinge, die Türken im Allgemeinen und derzeit ganz besonders anscheinend sehr interessieren.
Şener Elcil von der Gewerkschaft KTO hat – vielleicht auch dieses Dominanz-Phänomens wegen – gleich 24 Fragen an das türkische Außenministerium gerichtet, und zwar klugerweise bezüglich Afrin in Syrien – aber gewiss spricht er derart, unausgesprochen sozusagen, die Verhältnisse in Nordzypern an, vermuten wohl nicht wenige.
„Werdet ihr keine türkischen Staatsangehörigkeiten in Afrin verteilen? Werdet ihr keine Bevölkerungsgruppen dorthin oder von dort weg transferieren? Werdet ihr den Plätzen und Straßen von Afrin keine türkischen Namen verpassen? Werdet ihr keine Komitees einrichten, welche das Land der Leute [an andere] verteilt? Werdet ihr Afrin nicht plündern? Werdet ihr die Währung nicht außer Kraft setzen und die Türkische Lira einführen? Werdet ihr keinen Kommandanten berufen, der aus der Türkei kommt und dafür sorgt, dass lokale Polizisten in der Hierarchie nicht aufsteigen? Werdet ihr nicht die schönsten Plätze Afrins euren Unterstützern anbieten?“
Kann also gut sein, dass Herr Elcil das Zitierte so geschrieben oder formuliert hat. Der Zweifel, den Sie hier bereits heraushören, ist darin begründet, dass das obige Zitat Beiträgen dem Press and Information Office des Südens entnommen ist. Weil, hier wird angenommen, dass Herr Elcil wahrscheinlich eine Familie hat. Und sollte er obige Fragen so formuliert und in die Öffentlichkeit entlassen haben, ist nach einer weiteren Bleibe für sich und die Seinigen sich vorsichtshalber schon mal umzusehen, bestens im Süden, wahrscheinlich die Pflicht eines jeden verantwortlich handelnden Familienvaters. Vielleicht gehen ja auch seine Kinder bereits, so er denn welche hat, im Süden zur Schule. Letzteres, dass Kinder aus dem Norden im Süden Schulen besuchen, ist ein gängiges Phänomen unter sogenannt echten Türkischzyprern, vor allen unter jenen, die nicht allzu entfernt von der Grenze in den Süden leben. Das ist dort wirklich sehr populär, wahrscheinlich chic. Politisch eher links zu verortende Türkischzyprer lassen sich vor allem auf diese Möglichkeit ein, auch, um ihre Kinder im international akzeptierten europäischen Teil der Insel europäischen Standards zu unterziehen – und derart wird auch Sorge getragen, dass die Kleinen mehrsprachig aufwachsen, wie es sich heutzutage für weltoffene Menschen gehört, und um Karriere machen zu können etc.

Apropos KTO: Die demonstrierten mal wieder. Diesmal war es vor der Türkischen Botschaft im Norden Zyperns, also in Nord-Nikosia, und das geschah noch Anfang-Mitte des Monats Juli 2018. Demonstrierten, weil Erdogan, wie bereits in Part 1 und 2 dieses Berichts berichtet wurde, ja die Insel besuchen kam. Die fanden es überhaupt nicht amüsant, dass er auch noch – und ausgerechnet – eine Moschee einweihen ging, die wiederum ausgerechnet ebenfalls „Hala Sultan“ getauft wurde, und zwar in einer Gemeinde namens Haspolat. Das Original mit diesem Namen steht nämlich im Süden und ist so etwas wie ein Pilgerort für nicht wenige Muslime in der Welt, da die Tante des Propheten Muhammad sich dort mal temporär aufhielt. Die Moschee in Haspolat/Nordzypern ist immerhin der berühmten Selmiye Moschee der Stadt Edirne/Türkei unweit der griechischen Grenze, genauer in der Region Trakien, nachgebaut worden. 4 Minarette hat sie, 37.000 qm Fläche nimmt sie ein und 6.000 Betende könnten dort gemeinsam beten, wird berichtet. Kostenpunkt: 33 Millionen US-$.
Nicht wenige Gewerkschafter der KTOS finden, von diesem Geld hätten lässig 33 Schulen oder 3 supermoderne Krankenhäuser, wie es das „Famagusta Hospital“ im Norden ist, errichtet werden können.

Wie dem auch sei: Derweil konnte anstatt die „TCG Barbaros“ Fregatte der türkischen Marine im Hafen von Girne bestaunt werden – ziemlich sicher nur von Türkischzyprioten oder Festlandtürken. Nun dann!
Falls Sie nun, verehrte Leserschaft, aus Verlegenheit nicht wissen sollten, was denn sonst noch so im Norden getan werden könnte, zumal sie sich schon auf den Weg begeben haben, die Fregatte zu begutachten, kehren Sie einfach, bestens umgehend, auf ihren Fersen um, bevor man Ihnen sagt, dass Sie den falschen Ausweis besitzen und gehen Sie geradewegs ins neu eröffnete „Limak Cyprus Deluxe Hotel“ in Bafra – welches irgendwo draußen in Karpaz angesiedelt wurde. Schlappe 200 Millionen US-$ hat es gekostet, den Kasten in das schöne Gelände zu stellen. Auch dieses Gelände müsste eigentlich naturgeschützt werden. Ein Teil von Karpaz ist es jedenfalls, oder soll es sein, muss hier fairer Weise gesagt werden, wenn man den Pflanzen und Tieren gerecht werden will. 1.300 Betten und 598 Zimmer warten auf Sie als Tourist. Die „Limak Holding“ hat in der Türkei weitere 8 Hotels in den letzten 23 Jahren errichtet.
Vielleicht wäre diese Verschandelung der Insel, manche finden, es sei Entwicklung, andere es handle sich um eine Verschönerung, ja doch auch ein Thema, welches die neue Zypernbeauftragte der UN, Frau Lute, aufgreifen sollte zur Abwechslung, auch, um ihren Fingerprint derart zu hinterlassen. Wird sie wohl nicht tun, keine Sorge. Die haben in diesen Positionen anscheinend nur Platz für Leute, die genau das tun, was von ihnen erwartet wird irgendwo. Jedenfalls scheint die angesprochene Erwartungshaltung, wenig bis gar nichts mit der zu tun zu haben, die die Leute hier auf Zypern haben – oder haben dürften. Letztere werden noch nicht mal danach gefragt, gilt es zu erkennen.
Vielen Zyprern geht Frau Lute jedenfalls jetzt schon auf den Nerv. Sie sei Geld- und Zeitverschwendung. Denn die Bedingungen, Wiedervereinigungsverhandlungen schon wieder anzufangen, sind ja noch gar nicht, auch nicht annähernd, erfüllt vonseiten des Nordens oder des Südens, wird gemurrt.
Dennoch werden die Verhandlungsführer demnächst wieder auf Einkaufstour geschickt. So, wie vermeldet wird, werden zuerst die Läden in Manhattan gestürmt und dann, nicht vergessen, die Amüsierbuden in Brooklyn, nein, nicht in der Bronx. Guterres hat die Damen und Herren dazu eingeladen, der UN-Präsident. Kurz davor hatte Akıncı noch recht laut vernehmen lassen über die Medien, für ihn habe NICHTS begonnen, als Lute in ihr Amt gehoben wurde und angefangen hatte, beide Seiten vor Kurzem höchst persönlich aufzusuchen.


Welch Überfluss! Insofern ist Überfluss dann vielleicht doch der angebrachteste Terminus zur Beschreibung der Lage. Nicht allein, dass in der UN anscheinend Kohle ohne Ende in Koffern darauf wartet, Politikern und anderen Interessierten hinter her geschmissen zu werden, nein, überflüssig erscheint vor dem Hintergrund dessen, was Akıncı die ganze Zeit über von sich gegeben hat, auch zu sein, dass er die Einladung nach New York – zum Einkaufen – angenommen hat. Weil somit signalisiert er ja, ob er es will oder nicht, dass die Verhandlungen sehr wohl auch für ihn wieder in der üblichen Art und Weise ihren Anfang genommen haben, und hoffentlich nicht genau so üblich enden. Zwar stirbt die Hoffnung meist zuletzt, doch manches Mal, offensichtlich, stirbt sie auch zuerst. Auch Hoffnung bedarf also eines tragbaren Fundaments!
Akıncı indes: „Lute ist nicht als ein Ersatz für den vorherigen Speziellen Abgesandten des UN-Sekretärs Espen Barth Eiden in ihrer jetzigen Position!“ Sie sei nur eine vorübergehende Abgesandte oder Beauftragte, die sich mit den beiden Zyprern, Akıncı und Anastasiadis, getroffen hat, um auszuloten, ob sich da in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen was drehen lässt.
Wir wünschen also erfreuliches Weihnachts-Shopping, gern auch in den bizarrsten Ecken des Central Parks. Jedem das Ihrige, oder jeder das Seinige! Spitzendiplomatie eben.
Zwar haben die Nordzyprer angeblich keine Lust mehr auf „Endlosschleife“ in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen, aber auf Shopping zu verzichten, und dann noch so günstig, verstehen Sie doch, das kann und darf nicht ausgelassen sein!

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in scha Allah

Gott, zu was gibt man nicht alles seinen Senf. Jetzt, wo Sie sich schon so viel dazu angehört haben, kriegen Sie auch von dieser Seite kein Senfgas, aber eine Meinung zu dem, was unser Weltführer, der Herr Trump, vor kurzem in New York durchs Mikrofon polterte bei der UN.
Seine Eloquenz war auffällig. Er wird wohl keinen Prompter vor der Nase gehabt haben, ist anzunehmen. Also die Dinger, von denen als abgelesen wird; die Dinger, die neuerdings bei so vielen Ausgestrahlten ihre Pupillen so merkwürdig hin- und hergehen lassen auf unseren Fernsehscreen, dass man schon an ihre Besessenheit denkt.

Den Anfang der Trump-Rede fand ich persönlich überraschend gut. Muss allerdings gleich einschränken, dass ich über Fernost, und noch weniger über Nordkorea, eigentlich schlecht informiert bin. Weiß also nicht abschließend, ob diese nördlichen Koreaner wirklich die Bösen sind.
Ja, von Kopfwäsche, der auch wir irgendwie ausgesetzt sind, gehe ich nämlich durchaus aus, der wir meist erliegen. Lang ist es her, als mir Letzteres erstmals richtig bewusstwurde, irgendwann Ende der 80er Jahre, und zwar im Iran. Dazu später noch etwas mehr.
Folglich, unter Berücksichtigung all der Atombomben, die man schon gezündelt hat im Laufe der Zeit auf dieser Welt, kommt es wahrscheinlich auf 2 oder 3 mehr, sagt mir da etwas in mir, auch nicht mehr an. Jedenfalls besser, diese Dinger radieren etwas an der Existenz Nordkoreas als beispielsweise an der des Mittelmeers oder gar der Alpen.
„Rocketman“ in Nordkorea ist vom Setting in etwa so drauf, wie Erdogan – größenwahnsinnig. Ja, manche sind sich so sicher wie Trump mit dem Fall Iran, dass auch Ankara an einer Atombombe rumschraubt, und zwar mit Hilfe von Pakistan und natürlich derzeit Russland – womöglich gemeinsam mit Teheran? Was wohl eher unwahrscheinlich ist. Doch weiß man’s?
Alles wenig lustig.
Der eben genannte Stress steht somit noch an. Und ja, man kann sich vorstellen, dass die Mullahs in Iran halt doch still und heimlich an so einem Bömbchen atomarer Machart basteln – für den Notfall; und der könnte spätestens dann sich offenbaren, wenn der 12. Imam der iranischen Schiiten erscheint oder so, oder anders.

Nee mal ehrlich: Die Analyse Trumps in Sachen Iran ist geradezu fatal. Dazu passt wie die Faust aufs Auge, dass er den Schurkenstaat Nr. 2 auf der Welt mit nicht einem einzigen Wort erwähnt – S.A. Und dann lobt er auch noch die Türkei! Da wird einem geradezu Angst und Bang. Ja, man kann die Türkei loben, aber wahrscheinlich erst wieder, wenn Erdogan und Co Geschichte sind.

Nordkorea hat leider etwas zu hoch gereizt beim weltpolititschen Skat, letztens. Dass deren Raketen durchaus jeden Punkt in der Welt ansteuern können, hat man jedenfalls schon gelesen und wurde hier daher schon weitergereicht vor 2 oder 3 Wochen. Schon allein dieser Gedanke lässt einen kein Lotto mehr spielen. Geschweige denn sich darüber aufregen, dass irgendwelche Leute noch immer ihren Dreck in der Öffentlichkeit einfach so fallen lassen und dann weitergehen etc.

God bless alle Ameisen. Die sollen Atomkriege nämlich überleben. Die haben dann gewiss genügend lange Zeit und viel Material, um die Erde blitzeblank zu räumen – womöglich solange, bis wieder Menschenähnliche auftauchen, die Unordnung in der Ameisenwelt schaffen. Kann gut sein, dass Ameisen diesmal solch Entwicklung schon im Keim zu verhindern wissen.

Wie dem auch sei: Iran gehört eingebunden. Ja, denen muss noch mal so richtig feste auf die Fingerchen geklopft werden – eventuell. Doch als Schurken kann man eines der zivilisiertesten Völker der Welt nun wirklich nicht bezeichnen. Ja, trotz teils verkehrt gelebtem und interpretiertem Islam hat der Iran Kultur, sehr viel Kultur gibt es da unter den Leuten – Menschlichkeit sogar. Zumindest war das damals so in etwa der Eindruck, den ich mit rüber nahm in die sogenannt Freie Welt.

Hoffen wir also, dass die Taktik Trumps aufgeht und jemand in Nordkorea das Regime sozusagen von innen um die Ecke befördert.

Was allerdings – leider – verstanden werden muss:

Jetzt, wo der Dolch auf Nordkorea angesetzt ist durch Trump, gilt es auch zuzustechen, wenn der gnomenhafte Wüstling seine Rakete nicht ein für alle Male in die Hose zurücksteckt beziehungsweise wieder damit onaniert!
…. asch schaitan a radschim.

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Patriot Xristofias

Interview eines deutschen Journalisten mit Herrn Xristofias, dem Präsidenten der Republik Zypern, in New York bei der letzten UN-Vollversammlung. Dieser Artikel wird aus dem Griechischen übersetzt und erschien auf der Webseite des Press Information Office Zyperns am 29.09.12.

 

„Frage: Herr Präsident, es ist wohl bekannt, dass Zypern 6 Milliarden Kredit von Russland will. Heute haben Sie sich mit dem Außenminister Russlands getroffen. Können Sie uns sagen, dass falls sie dieses Thema bearbeiteten – mit ihm -, ob irgendeine Antwort aus Moskau diesbezüglich heute rüberkam?

Der Präsident: Wir sind am Sitz der UN und nehmen an den Sitzungen der Generalversammlung teil. Ich hatte die Chance, wie auch bereits in meiner Rede angeführt wurde, dem Außenminister Russlands aufs Herzlichste zu danken, meinem geliebten Freund Lavrof, für seine stetige Unterstützung Zyperns seit vielen Jahren als permanenter Repräsentant der Russischen Bundesrepublik und jetzt als Außenminister. Dieses Thema war nicht auf – unserer – Agenda. Daher entschuldigen Sie, dass ich Ihnen nichts – darüber – sagen kann. Vielleicht haben wir auf der Rückreise nach Zypern Gelegenheit, ihnen – dazu – etwas zu verkünden.

Frage: Herr Präsident, erneut willkommen. Schön Sie hier zu haben. Wir bedanken uns für die Zeit, die Sie uns zuteilen; genauer, ich hätte da einige Fragen, wenn Sie das nicht stört. Eine dieser Fragen ist, ob Sie bereit sind zu jedem Zeitpunkt die UN das Loch stopfen zu lassen, sollte der Stillstand bei den Verhandlungen – mit dem Norden – fortwähren? Sind Sie bereit der UN zu sagen, hier die Akten, die können Sie ausfüllen und dann geben Sie – halt – einige Rechte auf, sollten die Türken zu Gleichem bereit sein. Das, um einfach eine Lösung des Problems zu erwirken, vielleicht frühestens nach 10 Jahren – was auch immer der gesetzte Zeitrahmen sein mag.

Meine zweite Frage bezieht sich auf die türkische Fußballmannschaft Fenerbahce, die hier zu spielen hat. Die haben gewisse Nervositäten deswegen, vor dem Hintergrund der Vorfälle mit der – türkischen –  Basketballmannschaft vor kurzem, als dieselbe in Griechenland oder Zypern spielte. Können Sie deren Sicherheit garantieren, wenn die ankommen, und was möchten Sie den Spielern von Fenerbahce sagen?

Der Präsident: Lassen Sie uns mit der Fußballmannschaft beginnen. Wir alle sind Fans einer Mannschaft, in der Türkei, in Zypern – und ich kann sagen, dass es viele türkisch zyprische Fans von griechisch-zyprischen Teams gibt, der Omonoia und der AEL, die Mannschaft, die gegen Fenerbahce spielt. Ich bin wirklich gespannt darauf, dass wir ein Fußballmatch haben werden, einen exklusiv sportlichen Fußball-Event. Wie Sie wissen, für mich ist es eine prinzipielle Sache, die Regeln des globalen Verbandes zu befolgen – und natürlich, erlauben Sie mir das zu sagen -, die Regeln der zivilisierten Welt. Dennoch heißen wir Fenerbahce willkommen und es soll der Bessere gewinnen. Selbstverständlich werden das Beste zur Sicherheit der Mannschaft und der Spieler veranlasst. Ich bitte Sie, einige Vorfälle aus der Vergangenheit nicht aufzublasen.

Ich werde die Sache schaukeln. Ich war eng mit Mehmet Ali Talat verbunden, wie Sie wissen, wir sind noch immer Freunde, und ich hoffe auch – weiterhin – im Kampf für die Vereinigung unseres Vaterlandes mit ihm zu kämpfen. Ich stelle es hiermit absolut klar: das ist eine Sportveranstaltung und wir haben den Sport im Allgemeinen zu respektieren, darum lasst uns einen Frieden stiftenden Wettkampf der Mannschaften haben.

Jetzt zur zweiten Frage, sollten Sie an Willkür denken, dann ist klar, dass ich Willkür nicht bereit bin zu akzeptieren. Wir haben bittere Erfahrungen aus der Vergangenheit – und wir kamen nicht voran. Das, was wir brauchen, ist ein festzumachender Standpunkt der Führung der türkisch-zyprischen Gesellschaft, den Herr Eroglu zu akzeptieren und zu wertschätzen hat – die Beschlüsse, die wir mit seinem Vorgänger trafen, und selbstverständlich, die Verbindlichkeiten, die wir vor dem Generalsekretär – der UN – eingegangen sind, wo wir viele Male mit Herrn Eroglu uns trafen. Es ist gewiss eine weitere Chance meinen Dank – hiermit – auszudrücken für das persönliche Interesse des Generalsekretärs, sein reges Interesse für eine Lösung dieses Problems. Und ich hatte die Gelegenheit, mein Angetan-Sein dem Generalsekretär darzubringen. Ich bin sicher, er ist interessiert daran, seine Mission fortzuführen. Leider ist mein Gegenüber – Eroglu – nicht bereit – dazu -. Das ist – es auch -, was er aufrichtig und offen sagt. Er sagt, dass er bis zu den Präsidentschaftswahlen in der Republik Zypern – für ihn – die Verhandlungen ausgesetzt sind. Das ist etwas, dass mich traurig macht, wie Sie wohl verstehen.

Ich versprach dem zyprischen Volk anfangs, dass Beste zu tun, dass ich kann, das Ziel, die Wiedervereinigung der Insel zu erreichen. Dass ein Ende der Besetzung gesetzt wird, der Besiedlung und allem, welches die Zyprer unglücklich macht. Und ich meine – hiermit – auch unsere türkisch-zyprischen Sympatrioten. Ich bin sicher, dass die nicht glücklich sind darüber, dass wir der Besiedlung ausgesetzt sind; wir sind dieser unnatürlichen Lage ausgesetzt und leben fortwährend in der Trennungssituation unseres sehr geliebten Landes.

Wie Sie wissen, ich bin ein Politiker, der aufrichtig sagt, dass die türkischen Zyprer gleichberechtigte Bürger der Zyprischen Demokratie sind. Sie sind keine Bürger zweiter Klasse. Ich kämpfte für die Wiederherstellung der Rechte der Türkisch-Zyprioten. Aber das bedeutet nicht, dass wir die Rechte anderer Gemeinschaften aufheben oder beschneiden, zumal es sich so ergibt, die größte Gemeinschaft zu sein. Die politische Gleichheit, wie sie vom Generalsekretär der UN vorgezeichnet wurde, ist vom Sicherheitsrat verabschiedet worden, und ich war und bin bereit bis zum letzten Moment meiner Amtszeit, die Abmachungen der UN umzusetzen und selbstverständlich auch diese Vereinbarungen für die politische Gleichheit.

Mit Herrn Talat haben wir wichtige Beschlüsse gefasst in vielen kritischen Aspekten des Problems und ich beharre darauf, dass Herr Eroglu sein Versprechen hält, welches er vor dem Generalsekretär der UN abgelegt hat. Bislang hat er diesbezüglich nichts getan. Das ist der Stand der Dinge. Eroglu hat seinen Standpunkt zu ändern und seine Versprechen zu halten. Und ich erwarte von der türkischen Führung – Nordzyperns – Verständnis zu zeigen, softer zu werden; denn die sind so zynisch und hart geworden. Und ich kann so ein Verhalten und diese Art einer Vision nicht akzeptieren.

Frage: Sie denken der Sicherheitsrat, aber ich würde Sie gern fragen: im Juli gab es zwei Enthaltungen – im Sicherheitsrat -, die von Pakistan und Aserbaidschan. Und ich würde gern erfahren, was Sie von diesem Wahlverhalten hielten – damals -, und auch: Herr Eroglu sagte, er werde mit dem Generalsekretär der UNO am Samstag reden und werde etwas zur Förderung von Erdgas sagen, – nämlich – um einen Fond zu erschaffen, wie er sagt, der eine Lösung – der Zypernfrage – finanzieren könnte. Ich hätte gern ihre Ansicht zu diesem Vorschlag.

Der Präsident: Wenn Sie mir folgen, wie auch meinen Ansprachen, dann bin ich mir sicher, dass Sie wissen, dass eines der wichtigsten Podiums in der Welt die Generalversammlung ist. Letztes und dieses Jahr habe ich unsere völlige Bereitschaft erklärt, mit den Türkisch-Zyprioten dieses Geschenk der Natur zu teilen, das Gas, kann auch sein, das da Petrol ist. Ich bin bereit dazu. Aber selbstverständlich bin ich bereit unter der Voraussetzung, dass unser Land sich wiedervereinigt, unser Vaterland.  Und im Rahmen eines vereinten Zyperns haben wir bereits übereingestimmt darin während der Verhandlungen, dass die beiden Gemeinschaften, die beiden Bereiche des – zukünftigen zyprischen – Bundesstaates, die Einkünfte teilen würden. Herr Eroglu knallt solche Stellungsnahmen heraus, aber ist nicht bereit, zu verhandeln – welch Widerspruch.

Frage: 2 Fragen: Sie haben die Präsidentschaft der EU inne. Wie retten Sie den Euro? Und zweitens: Das türkische Volk ist wunderbar, Sie und ihr Volk sind wunderbar. Ich als Deutscher verstehe nicht, warum Sie fortwährend gegeneinander kämpfen?

Der Präsident: Ich muss ihnen sagen, dass wir niemals gegen jemanden Krieg führen. Ich habe gegen Ungerechtigkeit gekämpft und ich bin ein Kämpfer gegen Ungerechtigkeit, egal woher die kommt, sei es Kolonialismus oder andere Sachlagen. Ich kämpfe und bin ein kontinuierlicher Kämpfer gegen Ethnizismus (bedeutet Heidentum und Ungläubigkeit) und Chauvinismus, egal, wer dem anhängt, seien es griechische oder türkische Zyprer, Griechen oder Türken.

Damit das klar ist, wir alle sind wunderbare Völker; und ich denke, dass Völker gewöhnlich und natürlich unschuldige Opfer der Auseinandersetzungen sind, von Konflikten und anormalen Situationen.  Natürlich sind die Schuldigen einige Führer.

Wir leben unter Besetzung. Die EU – wenn Sie schon mal Deutscher sind – hat als eine der Grundpfeiler die Respektierung des internationalen Rechts, die Souveränität der Staaten. Zypern ist ein kleiner Staat. Es ist ein souveräner Staat, aber wo ist die volle Souveränität Zyperns, wenn 37% der Insel unter Besetzung der türkischen Soldateska ist. Ich beschuldige das türkische Volk nicht, deswegen erwähnte ich zuvor den Sport und hieß Fenerbahce willkommen und ihre Fans.

Doch ich denke, wir dürfen die Grundlagen nicht verlassen. Und die Grundlagen sind, dass ein Teil eines souveränen Staates besetzt wird von einem mächtigen Nachbarn. Und so sag ich erneut als Antwort auf ihre Frage, die türkische Führung möge sich beruhigen, sich hinsetzen und wirklich an die Interessen des türkischen Volkes denken; weil sie das – nämlich – behindert, auf dem Weg der Türkei in die EU. Wir sind gezwungen, unser Vaterland zu verteidigen und unsere Rechte, die Souveränität Zyperns. Wir haben keine andere Wahl. Echt, ich werde traurig, das zu sagen, aber der Ball liegt auf dem Feld der Türkei und nicht auf unserer Seite.

Ich habe Verantwortung übernommen, Initiativen lanciert, die für mich persönlich schmerzlich waren. Werde – deswegen – von verschieden Seiten angegangen. Ich bleibe dabei. Ich tat es recht. Die Zypernfrage kann nur mit friedlichen Mitteln gelöst werden, mit Verhandlungen unter der Führung des Generalsekretärs der UN, gemäß der Beschlüsse der UN auf der Grundlage einer bizonalen, bi-kommunalen Bundesrepublik. Die Griechisch-Zyprer denken, dass das – und ich schimpfe sie dafür nicht – als schmerzlicher Kompromiss des früheren Präsidenten Makariou – zu verbuchen ist -. Die Entwicklung hin zum einheitlichen Staat als bizonale, bi-kommunale Bundesrepublik ist etwas total Neues in Zypern und eine Notwendigkeit nach dem Einmarsch und der Besetzung. Ich war und bin bereit bis zur letzten Sekunde meiner Amtszeit, nach Vorne zu gehen. Deswegen richte ich an die Türkei, an Herrn Eroglu – die Bitte – sich voran zu bewegen.

Frage: Herr Präsident, Sie sind der 6. Präsident der Demokratie und Sie gehen – aus dem Amt -, ohne die Zypernfrage gelöst zu haben. Einige ihrer Vorgänger werden als überrealistisch, hart, moderat bezeichnet, doch das Ergebnis blieb das Gleiche – keine Lösung. Was muss anderes geschehen, um eine Lösung zu erzielen in Zypern? Sie sagten, das Problem ist die Türkei, aber wie kann die UN oder jemand anderes die Türkei ändern?

Der Präsident: Wie Sie wissen, die UN ist ein Ergebnis einer Gleichschaltung globaler Mächte. Wenn wir eine starke UN haben, bedeutet das, dass wir die UN achten und ihre Charta, dass wir das internationale Recht achten und die Grundpfeiler, auf denen dieselbe ruht. Wenn wir das nicht tun, und die UN hat die Möglichkeit nicht, etwas aufzuerlegen, aber zumindest die Mitgliedsstaaten zu drängen, sich hin zum Frieden zu bewegen, hin zur Achtung des internationalen Rechts, hin zur Sicherheit und Souveränität der Staaten, dann haben wir ein Problem.

Im Moment, wie Sie wohl verstehen, haben wir große Probleme. Es gibt heißere Spots in unserer Nachbarschaft – als den Zyperns -, die Tragödie in Syrien, den Aufstand der Araber, in Nordafrika, in Afrika, der Kranken, der Armen. Es gibt also viele Probleme und Anomalitäten global. Daher kämpfen wir für die Stärkung der Rolle der UN, basierend auf Prinzipien.

Wir sind ein kleines Land, und ich bin – nur – einer, der seinem Land dient, und vielleicht jetzt, wo wir die EU-Präsidentschaft inne haben, sehe ich, dass das eventuell nicht reicht. Wir brauchen in der Welt eine verabredete Normalität – die überall gilt -. Daher bin ich geduldig und werde es nicht aufgeben; und ich bin sicher, dass mein Nachfolger, das Selbe tun wird.

Wir brauchen Zuversicht, und das von beiden Seiten, des Ortes in Frage, wie auch von der Türkei. Ich glaube, der Schlüssel für eine Lösung liegt vor allem in Ankara.

Frage: Herr Präsident, Griechisch-Zypern präsidiert die EU und doch hat die Türkei Beziehungen mit ihr, die schlechter als das Jahr zuvor sind. Was halten Sie von dieser Stellungnahme?

Der Präsident: Entschuldigen Sie, dass ich Sie etwas korrigiere. Es ist die Zyprische Demokratie und nicht Griechisch-Zypern. Es gibt keine griechischen oder türkischen Zyprer. Es gibt – nur – ein Zypern. Es ist die Zyprische Demokratie und ein Teil von ihr ist frei und der andere besetzt. Verzeihung, aber diese Anmerkung musste sein.

Wie ich bereits sagte, habe ich Vorschläge unterbreitet, die ich fruchtbar finde. Einer dieser Vorschläge hat zu tun mit der Geisterstadt Varoscha von Famagusta. Die Türkisch-Zyprer verlangen direkten Handel mit der EU und dem Rest der Welt. Das hab ich ernsthaft vorgeschlagen und die Öffnung des Hafens von Famagusta, unter der Führung der EU, weil die Zyprische Demokratie in ihrer Gesamtheit ein Mitglied der EU ist.

Das – der Vorschlag – umfasst auch Türkisch-Zyprioten und die besetzten Gebiete, um unseren Sympatrioten die Möglichkeit zu eröffnen, Handel mit der EU zu treiben und dem Rest der Welt. Danach fordere ich die Türkei auf, die mit der Resolution 550 (1984) des Sicherheitsrates, der Verantwortlicher ist für die Geisterstadt von Famagusta, die Stadt zu öffnen. Und – endlich – die Stadt wiederzubeleben, was 1000e von Arbeitsplätzen generierte, für griechische, wie auch türkische Zyprioten; so, dass gewöhnliche Menschen Kontakt miteinander haben können, die Arbeiter beider Gemeinschaften. Das wäre ein Mirakel gewesen, gemäß meines Traumes und meiner Philosophie. Zwar hätte die Öffnung der Stadt und die Wiederbelebung einige Jahre in Anspruch genommen, weil sie völlig darnieder liegt.

Dies – also – sagte ich und möchte einen Zustand erreichen, bei dem alle gewinnen. Die Zyprische Demokratie ist bereit, eingefrorene Kapitel – bei den Verhandlungen der Türkei zum Beitritt zur EU – aufzutauen, um die Türkei der EU beitreten zu lassen. Wir haben bislang noch keine Antwort erhalten. Das unterstrich ich mehrmals und wiederholte es. Und das macht mich traurig. Das würde ein Anstoß geben, ein Funken für eine umfassende Lösung. Weil ich bin sicher, dass die Türkisch-Zyprer von Famagusta diesen Vorschlag – von mir – zustimmten. Die wissen, welchen Profit ihnen das einbrächte. Leider warte ich noch – immer -. Ich warte geduldig und bin diesbezüglich – dennoch – positiv eingestellt gleichzeitig. Das ist mein Standpunkt, bezüglich dieses Aspekts des Problems.“              

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