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Es klingt so schön, reimt sich schon fast gar, und daher: Der Norweger, Herr Eide, auf zyprischer Heide voller Dünkel wie … .

Doch nun zu den eher unernst geführten Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern. Also: Der gute Herr Eide, wie bereits erwähnt, ein Norweger, hat angeblich gesagt, was bleibt ihm auch anderes übrig, er sei falsch interpretiert worden. Es bleibt nicht viel anderes zu sagen als so etwas, wenn man endlich mal einen Teil der Wahrheit ausgesprochen hat in der Zypernfrage.
Der besondere Berater der UNO für die Regelung der Zypernfrage, Espen Barth Eide, scheint die von ihm gemachte Ausage von vor ein paar Tagen bezüglich der sogenannten Exklusiven Ökonomischen Zone Zyperns (EEZ), das ist ein Teil des Meeres vor Zypern gelegen, welches irgendwo zwischen Syrien, der Türkei, Israel und der Insel etc. liegt, sei kein Gebiet, das irgendjemand wirklich gehörte. Endlich, dachten da gewiss einige. Endlich sagt es mal jemand, nämlich, dass gewisse Flecken dieser Erde eben nicht irgendjemand gehören, sondern immer noch allen und bestens, finden viele, niemand.

Das war natürlich der Sündenfall hoch Drei aus Sicht Nikosias. Dieser Mann der UNO, der so etwas wie die exklusiven Rechte der wahrscheinlich bedeutendsten Nation in der Region in Frage stellt, gehört in die türkischen Berge verbannt, in die Weiten der Arabischen Wüste allemal – war sogleich in den zyprischen Medien in etwa so zu lesen.

Davon abgesehen: Die Arabische Wüste ist gar nicht so weit von hier gelegen, wie man glaubt. Muss um die Ecke, da draußen hinterm weiten, flachen und riesig blauen Meer-Flach sein, denn die Balkone der Häuser an der Küste zwischen Limassol und Larnaka sind in letzter Zeit, ruck-zuck sozusagen, mit feinem, goldfarbenem Staub überzogen, der aus Libyen stammen soll. Da viele im von der TROIKA verursachten Notleiden auf Zypern sich dennoch Hauspersonal trotz Krise halten, halten müssen geradezu, auch weil sonst das Bewusstsein darüber etwas Besonderes unterm zumeist sonnigen Himmel im Östlichen Mittelmeer zu sein schwinden könnte, haben sie wohl diese essentielle Nähe zu Afrika nicht mitgekriegt, oder entweder schon längst verdrängt, oder so tief in sich aufgenommen, so dass dieser afrikanische Sand, der gewiss ein wirklich großer Teil des Baumaterials ihrer Knochen und dergleichen ist, ohne ihr Wissen davon sie zusammensetzt!?

Wie dem auch sei. Vor kurzem las man schon wieder von etwas anderem. Doch diesmal soll es weitergegeben werden an Sie, verehrte Leser, nämlich der Grund, warum die Afrika Tageszeitung aus dem Norden Zyperns nicht „Avrupa“ (Europa) vor ihrem ersten Erscheinen genannt wurde von ihren Machern, wie anscheinend beabsichtigt war: Und das geschah so, weil in Afrika, da herrschen Diktatur, Willkür und Korruption. Darum. Man wollte und will mit dieser Namensgebung auf die herrschenden Verhältnisse in Zypern selbst aufmerksam machen. Mal davon abgesehen, dass die Afrika Tageszeitung eine angeblich Linke Zeitung sein soll und ihr Herausgeber, der auch in der griechischsprachigen Politis im Süden eine Kolumne hat und dort unter anderem davon geschrieben haben soll kürzlich, dass 9/11 ein amerikanisches Attentat war, insziniert von US-Amerikanern u.a., und der gerade irgendwo in Brüssel einen Preis für seine journalistische Arbeiten erhalten hat, dümpeln der Einen oder dem Anderen bei der Namensgebung dieser nordzyprischen Tageszeitung gewiss seltsame Gedanken an versteckten Rassismus und natürlich den herrschenden zyprischen Dünkel durch den Kopf. Weil Afrika ist ja so klein, da kann man die Afrikaner ja wohl lässig alle über einen Kamm scheren. Oder doch nicht?
Dass, wie auch immer dem eben Gesagtem ist, viele Zyprer nicht wüssten, wo Afrika überhaupt liegt oder was auf diesem Kontinent abgeht, kann wirklich nicht gesagt werden. Denn viele haben ihren Reichtum, den sie mit großen Häusern etc. ausstellen, genau dort erworben und tun es immer noch, ja, leben seit Generationen zwischen Zypern und irgendwo in Afrika hin und her pendelnd.

Kann aber gut sein, dass der Sand auf den Balkonen an der südwestlichen Küste von Zypern ja doch eher asiatischen Ursprungs ist, auch wenn die Türkei längst nicht so große Wüsten aufzuweisen hat wie Afrika. Doch daran wird gearbeitet, ist zu vernehmen.
Ja, Letzteres klingt zynisch. Sorry!
Nun, dieses Land, welches Trakien, den Bosporus und Teile des ehemaligen Armenien und des einst in Aussicht gestellten Staat Kurdistan vereinigt, ganz zu schweigen von angeblich annektierten Teilen Syriens etc., wird demnächst Wasser nach Nordzypern exportieren via einer Pipeline, die durch das Östliche Mittelmeer von irgendwo bei Mersin gelegt wird nach irgendwo bei Girne (Kyrenia). Die Republik Türkei kann sich dann demnächst rühmen, zur Biomasse des Baumaterials eines Zyprioten ganz besonders, nämlich auch in Form von Wasser und nicht nur Sand, wie bereits geschildert, beizutragen.

Vielleicht sieht das Letztere ja auch Herr Eide so? Der wird nämlich als Förderer türkischer Positionen neuerdings verunglimpft, die er noch vor der Wiederaufnahme der abgebrochenen Verhandlungen der beiden Inselteile durchblicken ließe. Kurz: Der Norweger von der UNO hat den Südzyprern, die überwiegend Griechisch als Muttersprache sprechen, endlich die Vorlage gegeben, nach der deren politische Führung unter Anastasiadis gesucht hat, um die Verhandlungen mit dem Norden zwecks Wiedervereinigung nicht fortzuführen?

So könnte man das sehen. Überhaupt kann diese Angelegenheit aus verschiedensten Perspektiven betrachtet werden. Nach langem Überlegen mag der Eine oder die Andere dann doch zu der Überzeugung gelangen, dass Herr Eide im Namen der UNO und teils auch im Auftrag der EU eher gehandelt haben dürfte als unvorsichtig. Seine Handlungsstrategie könnte nach folgendem Motto ablaufen. Die UNO und EU etc. sagten ihm: Zeig den Zyprioten besser gleich zum Anfang, dass wir nun nicht mehr gewillt sind, die Extravaganzen noch länger reinzuziehen. Stell die vor einen Entscheid!
Gut, dachte sich da Herr Eide, dann wollen wir mal, schob seine Brille, die eventuell bei Fielmann erworben wurde zum Sonderpreis, auf der Nase einigermaßen gerade und ging in nahezu hüpfendem Schritt mit amüsiertem Lächeln im Gesicht, wie auf den Fotos und in den filmischen Beiträgen zu sehen war, ins zyprische Gefecht jeweils im sogenannten Präsidentenpalast: im Süden, wie auch im Norden. Und dort stieß er mit Freude im Leib, die er dabei ganz heimlich und verschmitzt vielleicht empfand, in die Runde der gesptizten Ohren, die vorrangig auf Gleichklang und akustischen Einheitsbrei konditioniert sind, so etwas wie: Explorationen eines Staates da draußen irgendwo auf dem Meer sind doch kein Verbotenes. Kann jeder tun!

Quel Schock (choc)!

Es muss wirklich ein Kick unglaublichen Ausmaßes sein, bornierten Menschen vors Bein pinkeln zu dürfen in einer Art geheimen Auftrag eventuell noch Bornierterer. Und das mit Worten. Und dann die bornierte Sintflut an inzwischen steiferen Worten als gebratenem Halloumi-Käse der Angepinkelten zu Hause auf der Couch sich räkelnd zu lesen, die ja natürlich darauf folgt, um danach wie immer im Mülleimer der Geschichte entlassener Worthülsen unbedeutender Politiker, die Politik betreiben wie andere ihr Maklerbüro, zu versauern. Nur diesmal, könnte sein, geschieht das Versauern entlassener Worthülsen etwas nachhaltiger, so dass sie vielleicht doch gar als Art Gülle auf dem Feld der internationelen Dipomatie befruchtend all die Mühe, die hineingesteckt wurde zu ihrer Vermeidung und leider auch gleichzeitigen Produktion, ein kleines bisschen nur zurückbezahlen.

Weil es gäbe schließlich mehr als eine Sicht der Dinge, sagt Herr Eide, der aus dem Land kommt, wo man gerade erst anfängt, seine stillen Kolaborateure mit dem einstigen deutschen Nazi-Regime auszumachen, weil Daten dazu endlich zugänglich gemacht wurden für die breite Masse. Also er sagte: Auch wenn Zypern damit fortfahre zu negieren, was in der Vergangenheit geschehen ist, sollte nun doch endlich mal in die Zukunft gesehen werden.
Ja, Herr Eide ist halt ein Diplomat. Wahrscheinlich sogar ein guter und Nikosia wird schon dem Generalsekretär der UNO in den Ohren liegen, diesen Diplomaten von seinem Posten abzuziehen. Er wäre nicht der erste, den Nikosia zurück nach New York ins Hauptquartier der UNO schicken lässt -oder nach Wien. Es ist zu hoffen, dass die UNO diesmal unmissverständlich klar macht, dass nach Eide keiner mehr da ist, der Lust hat, auf Kosten der Allgemeinheit am Steuer der Endlosschleife namens Zypernproblem vorzuturnen – nur damit einige selbsternannte Inselkönige ihr an sich gerissenes Inselparadies auf ihre Weise, das heißt mit Proleten-Kultur, abgekapselt von der Welt weiterhin ausschlachten – und das auch noch mit Hilfe von Teilen dieser Welt. Um besser zu verstehen, was mit „Proleten-Kultur“ gemeint ist, sollte das von Kaisar V. Mawratsas geschriebene Buch über die zyprische Gesellschaft gelesen werden, eine knallharte Abrechnung mit derselben, die demnächst, also Mitte April 2015, bei Amazon unter dem Titel „Gesellschaft der Proleten“ als E-Book erscheinen wird.

Und einer der schönsten Kicks muss Herr Eide durchschossen haben, als er Folgendes in Mikrofone eingab, die ihm auf Zypern entgegengestreckt wurden: „Es ist prinzipiell umstritten, was das Zypernproblem ist. Es ist ein Staat der gehijacked ist – oder ist ein Teil des Landes okkupiert? Und wir wissen, dass wir darüber nie eine komplette Übereinkunft erhalten werden. Aber Sie können zu einer kompletten Übereinkunft darüber gelangen, wie Sie sich wiedervereinigen!“
Ach, einfach klasse! James Bond, der Geheimagent, und eigentlich auch irgendwie Diplomat ihrer Majestät, hätte es nicht besser formulieren können in den Filmen. Denn die Krise wegen dem Erdgas, sagte Eide noch, sei doch im Grunde eine Illustration der tiefsitzenden Unstimmigkeiten dessen, was die Zypernfrage eigentlich ausmache.
Wunderschöne Sätze, und dann auch noch ziemlich zutreffend inhaltlich. Und das mit dem Hijack, von dem er gesprochen hatte, erklärt Herr Eide wahrscheinlich mit innere Freude ganz gesondert, indem er wirklich aussprach, was mal als Wahrheit galt, auch wenn nur für wenige Tage, nämlich, dass es die Griechischzyprer einst in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren, die den Türkischzyprern damals unmissverständlich ihren Hijack des Staates namens Republik Zypern reindrückten und diesen zu einem mehr oder minder griechischzyrischen Staat umformten, indem sie fortan die Türkischzyprer reichlich wenig sagen und mitentscheiden ließen auf politischer Ebene – obgleich den türkischsprachigen Zyprern von der Verfassung her eine Art Gleichheit zugesichert worden war.

Herr Eide kann ja im Grunde froh sein, nicht gleich bespuckt oder gar tätlich angegriffen worden zu sein. Wahrscheinlich hatte er ein Taschentuch schon griffbereit, als er sagte, was er wagte zu sagen, und vielleicht hat er auch Nahkampfausbildung? Jedenfalls eine Lichtfigur der Wahrheitsbenennung ist er so manchem nun auf der Insel. Dies wohl auch nur für kurze Zeit – doch immerhin.
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„Wo da ist ein Wille, ist auch ein Weg!“ Von Paulus, der sich mal auf Zypern aufgehalten hat, vom Apostel ist die Rede, stammt diese Redewendung wahrscheinlich nicht.
Doch es gäbe nicht genügend Willen, meinte Herr Eide, den vordringlich die griechischsprachigen Zyprer aufzeigten, um endlich zu tun, was von ihnen vom Rest Europas verlangt und erwartet wird und was sie, nach dem sie den Annanplan verunmöglichten durch das Nein in einer Wahl dazu 2004, in Aussicht gestellt hatten.
Wie der zyprische Autor Mawratsas wunderbar ausführt, waren sich die Beteiligten, also Tassos Papadopolous & Co., damals bereits darüber im Klaren, dass sie sich eh nicht an ihre Versprechen halten wollen, sondern: Nur erstmal in die EU rein kommen und dann weiter sehen. Das ist ihnen gelungen. Nur: Der Papiertiger namens EU schlägt nun eventuell zurück. Wie es so seine Gewohnheit ist: langsam und ganz anders, als man es erwartet hätte. Mawratsas schreibt u.a., dass Nikosia damals geradezu betrügerisch Brüssel hinter das Licht führte, nach außen signalisierte, den Annanplan anerkennen zu wollen und dafür zu stimmen, und nach innen im letzten Moment, nachdem sichergestellt worden war, dass man egal, wie die Wahl ausgeht, in die EU aufgenommen würde, die Propaganda so betrieb, dass Volk mit Nein stimmte. Es wäre mehr als an der Zeit, seine Versprechen einzulösen.

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