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Syrien Aug-Sept 3

Vor dem Hintergrund, dass die sogenannte Großoffensive in Syrien, die noch bevorstehen soll, im Grund schon losgetreten worden ist – und zwar vorrangig von Seiten Moskaus, wie sich offenbar zeigt -, wird hier am 08. 09. 2018, wie geplant, dennoch von zeitlich etwas zurückliegenden Ereignissen berichtet, um die angefangene Serie oder Reihe zu Syrien zu komplementieren – versteht sich, äußerst selektiv, wie ja alle es tun (müssen), die aus/von/über dieses/m Land berichten.
Sagen wir also, wir sind so in etwa am 17. August 2018 angelangt im Stoff.

Im Al-Eis Gebiet existiert eine türkische Militärbasis. Dieses Gebiet liegt genauer in der Provinz Aleppo. Die Türken rieten den Bewohnern dort, nämlich in Gazrala, Zamma, Gadidah, Talafeh, Hawair al-Issa, al Othmania, Bager, Banes und Berna doch ihre Häuser nicht zu evakuieren. Solch ein Schritt böte dem Assad-Regime die Ausrede, anzugreifen.
Vielleicht ist es noch nicht ganz durchgedrungen, doch das Regime hat den Posten eines „Versöhnungsminister“ aus der Taufe gehoben vor nicht allzu langer Zeit. Der ‚gute‘ Mann, der diesen Posten ausfüllen ‚darf‘, heißt derzeit Ali Haydar.
Sollte die folgende Meldung zutreffen, was hier doch stark bezweifelt wird, könnte dem so sein, dass Trump und Putin sich inzwischen anscheinend darüber einig geworden sind, dass der Iran in Syrien besser schon bald seine Koffer packt. So ganz daran glauben können wir hier deswegen nicht, da das iranische Regime dann einerseits in Erklärungsnöte gegenüber der iranischen Bevölkerung kommt, zumal viel Geld in Syrien gesteckt wurde – wie auch viele iranische Menschenleben. Und jetzt einfach sich zurückziehen, nur weil der „große Satan“ in Washington und Putin (der kleine Satan) sich einigten, erscheint äußerst widersprüchlich.
Andererseits ist nicht zu übersehen, dass es im Iran brummt. Soll heißen: Vorrangig die jungen Menschen haben von der betriebenen Politik des Landes im Nahen Osten gehörig die Schnauze voll – und lassen das auch vernehmlicher hören. Es rumort nicht schlecht. Und um des inneren Zusammenhalts wegen könnte durchaus passieren, dass Teheran den eben erwähnten Grund/Vorwand nutzt, irgendeine Rechtfertigung gegenüber den Hardlinern im Lande und anderen Unzufriedenen zu konstruieren, um sich tatsächlich aus der Affaire zu ziehen.
Teheran hätte nun wirklich eh Besseres zu tun. Zum Beispiel stünde eine Art Aussöhnung mit Pakistan, Indien und vielleicht sogar noch der Türkei und dem Irak anstatt dem Regime gut zu Gesicht. Es könnte gar lebenswichtig werden.
Noch kurz dies: Der ehemalige Bürgermeister Teherans Herr Gholam Hossein Karbaschi (1990 – 1998) wurde verknackt, da er in einer Rede die iranische Intervention in Syrien kritisiert haben soll (Times of Israel).
Was den Irak und Syrien angeht: Washington hat den ehemaligen Botschafter für den Irak, Herrn James Jeffrey, der dort von 2010 bis 2012 tätig war, als US-Sondergesandten für Syrien benannt. Der Herr war auch bereits in der Türkei auf diesem Posten. Interessant ist zu lesen, dass zwischenzeitlich die Saudis damit begonnen haben sollen, einen Teil ihrer Petro-Dollars für ihre Interessen in Syrien arbeiten zu lassen, indem den Vereinigten Staaten Geld in die Taschen gesteckt wird, um bloß nicht aus Syrien abzuziehen. 100 Millionen seien auf Forderung Trumps zugesichert worden – nicht gerade viel Zaster, wenn in trumpschen Dimensionen gedacht wird, finden wir. Das US Department of State quasselte jedenfalls von Geld für „Stabilisierungsbemühungen“.
Für jemand Außenstehendes ist nicht ganz ersichtlich, warum die so genannten Weißhelme ausgerechnet jetzt, wo die Großoffensive bevorsteht, beziehungsweise begonnen zu haben scheint, zur Mitte des Monats August also, dennoch damit begonnen haben sollen, angeblich Trümmer und Schutt und dergleichen wegzuräumen in Idlib.

Eigentlich sollen die Weißhelme ja Rettungsabreiten leisten, und noch eigentlicher steht von Seiten Assads & Co. der Vorwurf im Raum, die Weißhelme seien unter anderem jene Kraft im Krieg/Konflikt, die chemische Waffen einschleuse und/oder hochgehen ließe etc.

Andernorts in Syrien sind andere Positionen auch nicht ganz klar. So soll die 4. Division des Assad-Regimes, die immer wieder Reden von sich macht, mal wieder mit den Russen etwas und lediglich verbal zusammengeklatscht sein, und zwar diesmal in Qalat al-Masdieq. Die Russen verlangten, dass die Vierte dort die Fliege macht, doch die Vierte hat sich geweigert, diesem Verlangen nachzukommen. Zeitlich wenig später, also Ende August, fordert der nationale Sicherheitsberater Trumps, John Bolton, den Iran auf, Syrien zu verlassen. Die Iraner entgegneten: es gibt derzeit keine Pläne, die Ähnliches besagten oder vorsehen würden. Bolton an Iran und das Assad-Regime gerichtet, scheinheilig, so werten es zumindest einige Beobachter: Der Einsatz von Chemiewaffen wird „starke“ Reaktionen folgen lassen!

Unstimmigkeiten bestehen allerdings auch über den Beginn der ganzen Sache, also des Syrienkonflikts selbst. Jemand namens Joshua Landis behauptet, die Facebookseite der Syrian Revolution habe bereits am 18. Januar 2011 im Netz gestanden. Das wären also 2 Monate vor dem Ausbruch des Aufstandes in Daraa gewesen. Der Administrator der genannten Seite ist ebenfalls Leiter des Büros der Muslimbrüder in Schweden. Landis findet dies dann allerdings doch nicht sonderlich überraschend, weil die ersten Proteste eigentlich bereits am 04. Februar 2011 angefangen haben sollen in Syrien. Und das ist auch das Datum, an dem zum „Tag des Zorns“ in Daraa erstmals aufgerufen worden sein soll, und nicht, wie sonst behauptet wird, dass es erst im März 2011 der Fall gewesen sein soll. Nur: Beim ersten Aufruf seien keine Proteste der Bevölkerung gefolgt. Als dann allerdings am 06. März 2011 Kinder in der Stadt Daraa verhaftet wurden, die aufrührerisch gewesen sein sollen, erhob sich der Zorn des Volkes erstmals – und seither ist, mehr oder minder, Krieg in Syrien.

Und in Zeiten des Krieges geschehen viele eigenartige Dinge, so auch im von Kurden mehrheitlich bewohnten Teil Syriens – in Derik (Malikiyah). Dort wurden Armenier und Assyrer, die dort ebenfalls recht zahlreich leben – noch -, von Seiten der kurdischen Behörden dazu angehalten, ihre Schulen zu schließen. Der Grund: Sie hatten es abgelehnt, den von den Kurden herausgegebenen Lehrplan umzusetzen. Die Quelle ist allerdings eine, der durchaus nicht immer, finden wir, abgenommen werden kann, dass sie neutral berichtet.
Nun, inzwischen sind am anderen Ende des Landes, nämlich an der jordanischen Grenze, doch wirklich die Grenztore aufgegangen. Busse verkehren wieder, sodass beispielsweise direkt von Dschidda/Saudi Arabien über Jordanien nach Damaskus gefahren werden kann. Solch Busfahrt kostet Einheimische, also Syrer, rund 85 Dollars. Noch ist der syrisch-irakische Grenzübergang bei al-Bukamal geschlossen.
Und weil wir schon dabei sind: Die private syrische Fluglinie namens Cham Wings hat Flüge von und nach Amman/Jordanien wieder aufgenommen. Gehören tut die Linie einem Mann namens Rami Machluf. Er ist der Cousin des Baschar al-Assads. Sie sehen, Jordanien baut auf Normalisierung mit dem blutbefleckten Assad, und ernährt sich währenddessen ‚lustig‘ weiterhin von Geldern, die gewiss auch ihre Steuerbeiträge mittragen.

Allerdings – man mag es gar nicht glauben und vielleicht ist es auch schon wieder im Erdboden verschwunden, so ganz still und heimlich, wie ja so manches manchmal wieder aus dem Rampenlicht gerät, wo es vielleicht fälschlich hineingeriet – ist Rifaat al-Assad ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder und natürlich Geldwäsche angehängt worden. Der Rifaat ist der Onkel des Baschar al-Assads. Der ‚gute‘ Rifaat lebt/e seines Zeichens im Exil und NGO’s haben sich auch daher sogleich an ihn drangehängt. Und so kam es nun zu einer Anzeige. Es geht also darum herauszufinden, woher dieser Assad den wohl all die Kohle hat, die er hat. Dass in Hama seinerzeit 40.000 Menschen bei einem Aufstand abgeschlachtet wurden, soll ihm, dem Rifaat, aber nicht angehängt werden, meint einer der NGO’s. Sagen wir mal, es soll ihm noch nicht angehängt werden.

Am 27. August 2018 wird von sogenannten Aktivisten berichtet, die US-geführte Koalition habe eine Militärbasis in al-Hagien errichtet. Und das liegt in der Provinz Deir az-Zor. Dort im Osten soll der IS noch recht stark sein. Zu jenem Zeitpunkt unterhielt er dort jedenfalls noch 5 Militärbasen, wird berichtet. Bekanntlich liegt Hagien jetzt nicht gerade weit entfernt von der türkischen Grenze, wie auch der irakischen.

Warum die USA dort in der Region Deir az-Zor sind? Klar doch, dort fließt Erdöl. 40.000 Barrel täglich. Wahrscheinlich spottbillig. Ja, und die so genannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben der IS das Ölfeld bei Tanak ja vor einiger Zeit abgenommen, wie hier bereits in einem vorhergehenden Bericht erwähnt wurde. Der Kreis des – nennen wir es – Unverständlichen schließt sich, vor dem Hintergrund, dass die USA dort in der Region ihren Fuß drin haben und mit den Kurden im Boot sitzen, und zwar dann, wenn zutrifft, dass die SDF Teile des erworbenen Öls wiederum an das Assad-Regime verkaufen soll.
Überhaupt gibt es in der Region Deir ez-Zor noch weitere Ölfelder, und zwar das Ölfeld: Omar, Ward, Afra, Kewari, Gafra, Garnuf, Azrak, Kahar, Sueytat und Ghalban.
‚Erfreulich‘ also zu erfahren, dass die USA unweit der Region Deir az-Zor, nämlich in Kobane, genauer bei Hassake und Ayn al-Arab, nach Berichten seitens der Iraner Radarsysteme aufgestellt hat. Ebenso soll Washington noch mehr Waffen an die kurdischen PYD/YPG-Kämpfer verteilt haben – oder verkauft?
Am 26ten oder 27ten August 2018 sollen YPG-Kämpfer den FSA-Kommandanten Abu Muhammad al Schamali in Afrin hingerichtet haben.

Zwischenzeitlich wurde ermittelt, dass mehr als 1,75 Millionen Kinder, die in Syrien leben, die Schulen nicht besuchen können (@hadialbahara vom ICRC). Jetzt, im September 2018, berichtet Hadi Albahara, wird es ein Geschäftstreffen geben, an dem dutzende russische Investoren teilnehmen werden. Des Weiteren: Einer Firma ist kürzlich die Lizenz zum Betreiben einer Shopping Mall entzogen worden. Dieselbe erhielt sodann ein Mitglied des Regimes, berichtet Bahara. Kann man sich gar nicht vorstellen, dass es eine Shopping Mall geben soll. Überhaupt scheint das Leben in Damaskus wieder relativ normal seinen Lauf zu nehmen. Was auch immer „relativ normal“ in Wirklichkeit bedeuten mag.

Der oben genannte Cousin Baschars, Herr Machluf, soll jedenfalls zwei ägyptische Investoren ‚erfolgreich‘ von syrischen Markt verdrängt haben, nämlich vorerst Herrn Nagib Sawiris und Herrn Mansur Amer.
Anfang des Monats September 2018 wird gemeldet, dass die Hayat Tahrir asch-Schams-Kämpfer sich nun doch der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront angeschlossen haben.

Gestern, am 07. September 2018, war Präsident Erdoğan zusammen mit Putin und dem iranischen Führer im Fernsehen zu sehen. Es ging um Idlib. Erdoğan als einziger sprach sich öffentlich dafür aus, keine Großoffensive zu starten, sondern zu verhandeln. Klar, er hat Angst, dass viele Flüchtlinge die eh schon überforderte Grenze/Ökonomie der Türkei überrennen oder -fordern werden, sollte der Großangriff und in seiner Folge eine Fluchtbewegung demnächst stattfinden beziehungsweise einsetzen. Doch wahrscheinlich sitzen Erdoğan vor allem auch alte, heimliche Verbündete im Nacken, diejenigen, die wie er von islamischem Staat und Kalifat et cetera mit ihm zusammen – heimlich – träumten. Und in der weiter oben genannten Nationalen Befreiungsfront der Türkei in Syrien dürfte sich so manch uns Westlern suspektes Element befinden, welches wir wohl als extremistisch oder extrem islamistisch einstuften, dabei keine Mühe hätten.
Schon bald, ist zu befürchten oder zu hoffen – ganz, wie es Ihnen beliebt -, beißt sich der Erdoğan in Ankara mit seiner – geheim geführten – islamistischen Agenda in den eigenen Schwanz!?

Derweil verstärkten die USA ihre Präsenz im südöstlichen Mittelmeer. Der amerikanische Lenkwaffenzerstörer „Ross“ ist am 25. August dort aufgelaufen. Liegt wahrscheinlich in Limassol zuweilen vor Anker und wenn nicht, dann gewiss vor Zypern irgendwo im Meer.
Wer spielt welches ‚Spiel‘, ist die Frage. Und in diesem Kontext macht sich der Außenminister Syriens gewisse ‚Sorgen‘, und zwar um die Provinz Hatay, die nach dem Ersten Weltkrieg der Türkei zugesprochen wurde. In anderen Worten: Assad und Russland würden bei einer weiteren Schwächung der Erdoğan-Regierung, die aufgrund einer übertrieben exponierten und überrissenen Politik im Entstehen ist, dann wohl nicht davor zurückschrecken wollen, die derzeit noch so genannte Provinz Hatay ins Reich der Assads (und Putins) zurückzuholen. Iskenderun, die Hauptstadt Hatays gehörte bis 1938 zu Syrien, welches damals französisches Mandatsgebiet war. Und die Russen haben sich ja vorsorglich schon – mehr oder minder – die daran angrenzende Provinz namens Latakiya im heutigen Syrien unter den Nagel gerissen. Es könnte also gut reinpassen, Hatay.

Kommen wir nun noch schnell zu gewissen Begriffen, die man sich wohl aneignen ‚muss‘ – ob man es will oder nicht. Sie, verehrte Leser/innen könnten nämlich schon demnächst vermehrt von sogenannten „Assadisten“ hören. Das sind keine Sadisten, die nach Art der Assads foltern, sondern unter dem Begriff werden – noch – vorrangig jene geführt, die im Westen Assad ganz besonders treu zur Seite stehen (sollen). Eine DER Multiplikatoren des Assadismus, so nennen wir das hier nun schnell und kurz, soll eine gewisse Vanessa Beeley sein. Sie soll sich vor allem damit hervortun, die Einsätze der Weißhelme in den Dreck zu ziehen.

Um die Sache zu den Assadisten hier möglichst kurz zu halten (Sie können das im Internet googeln, oder Seite 34 des „Killing the truth reports“ etc.), könnte für Sie als Deutschsprecher vielleicht noch interessant sein, wer angeblich alles aus dem deutschsprachigen Raum als Assadist genannt wird im Netz:

Christian Blex, Michael Lüders, Sahra Wagenknecht, von Storch, Jürgen Todenhöfer, Hans-Thomas Tillschneider, Jürgen Pohl, Harald Kujat, Marco Glowatzki, Günter Meyer etc.

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Besieht man sich den derzeitigen Politzirkus, besinnt man sich eventuell plötzlich auf das, was man schon vor langer Zeit vermittelt bekommen hat an der Uni – und fängt an, in alten Unterlagen zu blättern. Das wenig Lustige an dem, was dabei zu Tage gefördert wird, ist, dass all das, was kluge Köpfe vor vielen Jahren schon als die eine oder andere Geisel der Gesellschaften definiert und erkannt haben, immer noch VOLLE KANNE unsere Tagesabläufe durchkreuzt. Das heißt, es hat sich eigentlich nichts wirklich hin zum Positiveren für die Menschheit geändert – die Zypernfrage ist hier geradezu paradigmatisch.

Die Rede ist in Sachen “alten Unterlagen” unter anderem von so netten kleinen Heftchen wie dem namens “Aus Politik und Zeitgeschichte”. Das hier vorliegende Heftchen – es gäbe noch zig andere, die bezeugten, dass Mensch in der Wissenschaft viel weiter ist als die politische Realität – wurde am 3. Mai 2002 herausgegeben. Darin schreibt unter anderen Autoren auch Herr Benjamin R. Barber, und zwar auf S. 8 ff. das Folgende:

Unser Demokratiedefizit

Wenn der Krieg der Fundamentalisten gegen die Moderne – was ich Heiliger Krieg gegen MCWorld genannt habe – nicht als schlichter Kampf unter und zwischen den Kulturen verstanden wird (wie Samuel Huntington und Andrew Sullivan ihn fälschlicherweise definiert haben), in dem der Islam, dominiert durch seine Fundamentalisten, versucht, die moderne Welt ins Mittelalter zurückzudrängen, dann muss er als ein Kampf innerhalb von Kulturen verstanden werden, ein Kampf innerhalb einer einzigen modernen Zivilisation. In allen Religionen gibt es fundamentalistische Tendenzen: Wir müssen nicht erst zu den Kreuzzügen oder der Inquisition zurückgehen, um eine Kostprobe der christlichen Version zu bekommen, gewissermaßen der “christlichen Taliban”. Jerry Fallwell beispielsweise führte die Anschläge des 11. September auf einen zornigen Gott zurück, der Rache übe für Homosexualität, Abtreibung, Feminismus. [Vor dem Hintergrund der demnächst stattfindenden Wahlen 2016 in den USA (Trump – Hillary) kann diese Art Denke, welcher Fallwell anzugehören scheint, nicht zur Genüge herausgestellt werden, um, beispielsweise als Europäer, zu verstehen, was so in etwa in den USA im Jahr 2016 abläuft, und zwar vorrangig in den Köpfen weißer US-Amerikaner der sogenannten Unterklasse].

Diese Entwicklung wird durch die aggressiv säkularen und schamlos materialistischen Tendenzen der globalen Märkte der Moderne verschärft sowie durch ihre durchdringende, privatisierende Zuordnung zum Konsum. Wenn es zu schwierig wird, einen Ausgangspunkt für religiöse Orientierung und Gebete in den säkularisierten Treffpunkten der modernen Gesellschaft (das Multiplexkino, der TV-Raum, der Computerarbeitsplatz) zu finden, werden einige stattdessen einen Ort für ein religiöses Martyrium suchen. Wenn Verehrung nicht friedlich und würdig erfolgen kann, wird sie sich selbst in einen großen “Kampf” verwandeln – einen “Heiligen Krieg” gegen Ungläubige, deren Ungläubigkeit nicht in der Verehrung einer anderen Religion besteht, sondern in der Ablehnung aller Religionen und der krassen Kultivierung eines säkularen Kulturimperialismus. [Barber spricht, nach dem, wie er hier verstanden wird, also auch von der Überschwemmung und Überforderung der Leute mit vom sogenannten Westen geradezu als Art Dogma verbreiteten kulturell daherkommendem Junk: also von Soft-Operas im TV bis hin zu Moden und Trends in unterschiedlichsten Bereichen, die nicht ersichtlich förderlich zu sein scheinen, und nicht zu vergessen das allseits gegenwärtige und dennoch zumeist unausgesprochene KONSUMIER!]

Tatsächlich ist der Fundamentalismus eine Erfindung des Westens, des Christentums: Die Kreuzfahrer waren die ersten großen Jihad-Krieger, die unbedingt Ungläubige bestrafen sowie ein Gottesreich schaffen wollten. Unzufrieden mit seinen Kriegen gegen den Islam (die es verlor, so wie der islamische Heilige Krieg heute seinen Kreuzzug verlieren wird), verfiel das Christentum in einen brudermörderischen Krieg, der im Dreißigjährigen Krieg gipfelte, in einem Konfessionskrieg um religiöse Reinheit, der die europäische Bevölkerung dezimierte [Hier gilt es nun zu fragen, ob wir global besehen inzwischen etwa in eine kriegerische Auseinandersetzung geraten sind, die klar zu stellen versucht, wer letztlich die reinere Demokratie lebt und kultiviert auf der Welt?].

Was Europa dabei entdeckte (und was der Islam sich noch bewusst zu machen hat) war, dass die Koexistenz von Religion und weltlicher Souveränität eine Teilung in der menschlichen Seele erfordert: eine Aufteilung in geistliche und weltliche Werte. [Gewiss werden einige Leser hier denken, dass die Orthodoxie auf Zypern, beispielsweise, ihre Gläubigen die angesprochene Trennung ebenfalls nicht zur Genüge durchziehen lässt]. Papast Gelasius postulierte im Mittelalter eine Doktrin der Zwei Schwerter, in der Religion und Staat jeweils ihr eigenes Reich haben sollten. Die Zwei-Schwerter-Doktrin erkannte indirekt an, dass bei einem Vordringen des weltlichen in das geistliche Reich die Gefahr politischer Tyrannei bestünde: des politischen Totalitarismus. [Und, wiederum in Bezug auf Zypern, muss im gegebenen Zusammenhang, nämlich dem der Tyrannei, aufgrund des Vor- oder Eindringens des geistlichen Bereichs in den weltlichen auf Zypern die Frage erlaubt sein, welche Art der Tyrannei sich da denn wohl nun im Politischen ansiedelte: etwa wirklich nur die viel beschworene Lust der Insulaner, sich wiederveinen zu wollen? Dem Außenstehenden kommt diese aber eher vermehrt so vor, als stärke diese Lust die vollzogene Trennung der Insel 1974. Ja, mancher befürchtet gar, dass bei Zunahme der Wiedervereinigungsrethorik entsprechend mit erneuten Ausbrüchen von Gewalt zu rechnen sein wird]. Und wenn die Kirche in das Reich des Weltlichen vordrang, bestand die Gefahr der Theokratie, von Intoleranz und bürgerlichem Unfrieden. [Nun, von einer versteckten Theokratie darf man auf Zypern, griechischsprachiger Teil, durchaus sprechen, werden viele denken. Intoleranz ist ihr Schmiermittel und bürgerlicher Unfrieden macht sich mindestens einmal monatlich irgendwo im Land in Form einer Bombe, die Herrn Y oder Herrn X vors Haus oder unters Auto etc. gelegt wird, bemerkbar. Bürgerlicher Unfriede ist im zyprischen Maßstab gewiss auch eine ‘nette’ Umschreibung für weit verbreitete Korruption und dergleichen. Und das eine, wie auch das andere eben erwähnte Phänomen ist so in etwa durchaus auch auf den türkischen Teil der Insel zu beziehen – versteht sich, unter etwas anderen Voraussetzungen].

Die Zwei-Schwerter-Lehre vermied sowohl Anarchie als auch Tyrannei, aber sie ließ die tief Religiösen unzufrieden zurück. Als diese fühlten, dass ihr verkleinertes Reich durch die Moderne erdrückt wurde – durch Säkularisierung, Privatisierung und Handel -, revoltierten sie gegen die Umsicht der Trennung und die liberalen Dogmen von Grenzen, die ein Schutz für einen bescheidenen Säkularismus in tief religiösen Zeiten hätten sein können, die jedoch zu einer Bedrohung für die Religion in zutiefst säkularen Zeiten wurden. Puritaner versuchten einst, in Massachusetts ein Gemeinwesen zu schaffen, und heute nehmen ihre Nachfahren, die der derzeitigen Elterngeneration angehören, ihre Kinder aus den öffentlichen Schulen – aus Entsetzen über die aufdringliche, oberflächliche Popkultur. Jüdische Fundamentalisten weisen den Staat Israel als ein Sakrileg an der messianischen Heilserwartung zurück, während andere heute ebenfalls im Namen fundamentalistischer Dogmen Anspruch auf Gebiete in Palästina (“Judäa und Samaria”) erheben, die kein Teil des Staates Israel waren. Kürzlich an die Macht gekommene Hindu-Fundamentalisten bestehen darauf, dass der Staat abtrünnigen Seelen die Religion auferlegt – eine Bedrohung für den religiösen Pluralismus im demokratischen Indien. [In Zypern steht dafür – so in etwa – die Unfähigkeit weiter Teile der politischen Klasse im griechischsprachigen Süden der Insel, sich vorstellen zu können, dass eine Präsidentschaft im zukünftig vereinten Land so gestaltet werden könnte, dass einmal ein Türkischzyprer, und das nächste Mal ein Griechischzyprer den Posten einnimmt].

Daher ist es kaum eine Überraschung oder ein Bruch mit der Tradition, wenn Islamisten die Vorstellung haben, dass die neue globale Unordnung den Tod für ihre Kinder, ihre Werte und ihre Religion bedeutet. Denjenigen, die sich durch ihren Glauben in einen Krieg um Unschuld und Märtyrertum verirren, muss dies notfalls mit Gewalt verboten werden: Doch es ist kaum vorstellbar, dass ein Verbot ausreichen wird, um die Verbreitung des Fundamentalismus zu stoppen oder die Welt vom pathologischen Terrorismus zu heilen. Wir müssen uns nicht nur der globalen Armut annehmen, sondern auch der Frage eines Freiraums für das Praktizieren von Religion. In den Vereinigten Staaten wurde die vernünftige Prämisse einer Trennung von Kirche und Staat zu der unvernünftigen These von der Notwendigkeit einer strikten Privatisierung von Religion ausgeweitet. Religion ist schon per Definition ihrem Wesen nach öffentlich: Sie betrifft Gemeinschaften und Gemeinden, nicht bloß Individuen, und ihre Ausübung macht öffentliche Regeln erforderlich. Ihre Abschirmung gegen den Staat (und des Staates gegen sie) kann nicht durch den Ruf nach ihrer Privatisierung erfolgen. Zwar mag der Islam in seiner derzeitigen fundamentalistischen Ausprägung zuviel öffentlichen Raum beanspruchen, doch das Christentum und andere Religionen wurden veranlasst, zu wenig davon zu besetzen. Verständlicherweise fühlt sich daher der tief Religiöse von diesen Beschränkungen verletzt.

Falls es in allen Religionen Fundamentalisten gibt und diese eine Reaktion auf zu liberale Normen darstellen, können diese auch in kulturellen und ethnischen Gemeinschaften angetroffen werden. Somit ist es angebracht, von einem kulturellen Fundamentalismus zu sprechen. Hier erheben ebenfalls Männer und Frauen, die sich angegriffen fühlen, Anspruch auf die Herrschaft kultureller Ethnizität, was totalitär und ausgrenzend sein kann. [Vielen ist so manche Helfergruppe in Deutschland im Umgang mit Flüchtlingen zunehmend ein solches Ding, wie es eben beschrieben worden ist – nämlich als etwas das integrierend zuweilen totalitär ausgrenzt, mal mehr, mal weniger]. Das frühere Jugoslawien zerbarst über Klüften, die durch einen religiösen und ethnischen Fundamentalismus aufgerissen wurden, für den der Völkermord die einzige Antwort zu sein schien. [Insofern sind diese, eventuell mehrheitlich gutgesinnten Menschen, gut beraten, die betriebene kulturelle Formung der Hilfesuchenden mit noch mehr Augenmaß zu betreiben – und vor allem noch mehr Interesse für deren Herkunftskultur zu entwickeln, sich auf die Herkunftssprachen und Gebräuche etc. – zumindest – einzulassen usw.].

Sicherlich gibt es offene und tolerante Kulturen und Gemeinschaften, aber ebenso existieren geschlossene, ausgrenzende und intolerante. Die These ist nicht neu, dass eine Gemeinschaft, je stärker sie wird, je geschlossener und vollständiger ihre Kultur ist [oder sich gibt], umso unwahrscheinlicher tolerant und offen ist [was auf viele Gemeinschaften in der BRD zweifelsohne zutreffend formuliert ist]. Gemeinschaften, die in einer gemeinsamen Kultur wurzeln, bieten vieles, wonach wir uns bei der Suche auch einer kulturellen Identität sehnen: Brüderlichkeit, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, Homogenität, Verbindendes, Verdichtetes; starke Kulturgemeinschaften sind weitaus erfolgreicher als unverbindliche Netzwerke wie der Sierra Club, die Amerikanische Union für Freiheitsrechte oder Ärzte ohne Grenzen. [Mit dieser Aussage ist Ihnen, verehrter Leser, der Autor politisch bereits zu rechtslastig?].

Es gibt also eine natürliche und unvermeidliche Spannung zwischen den Werten einer Kulturgemeinschaft und den Werten einer Kulturgemeinschaft und den Werten einer offenen Gesellschaft, zwischen Identität und Demokratie. Staatsbürgerschaft ist die Identität der Demokratie, doch sie ist weniger widerstandsfähig als beispielsweise Rasse oder Religion. Etwas anderes zu glauben wäre Wunschdenken. Die Demokratisierung unserer kulturellen Gemeinschaften schwächt diese unvermeidlich, obwohl sie dadurch weit weniger verwundbar für Missbrauch gemacht werden und weitaus mehr mit fortschrittlichen liberalen Idealen zu vereinbaren sind. Ein Jugendwanderclub, geschweige denn der Sierra Club, wird seine Mitglieder nicht derart binden wie die Hitlerjugend – Gott sei Dank. Rationale Orientierungen fördern nicht unbedingt emotionale Bindungen an die Demokratie, obwohl auch die Demokratie stabile, sich kulturell identifizierende Mitglieder braucht.

Kein Amerikaner kann der verführerischen staatsbürgerlichen Sprache eines Alexis de Tocqueville widerstehen, der die lokale Dynamik von Demokratie in Amerika in ihrer kindlichen Form eingefangen hat: starke örtliche Gemeinschaften, die aus engagierten Bürgern bestehen. Engagierte männliche Bürger, wohlgemerkt: engagierte männliche, weiße, protestantische, grundbesitzende Bürger. Würde man eine Frau oder einen Afro-Amerikaner nach der Dynamik der amerikanischen Demokratie in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts fragen, als Tocqueville seine geschickt verfasste Beschreibung publizierte, würden diese sagen: “Demokratie für wen?”. “Nicht für uns.” Die von Tocqueville gefeierte Widerständigkeit der Gemeinde wurde in Wirklichkeit durch Ausgrenzung und Homogenität erkauft, durch Sklaverei und die Verweigerung der bürgerlichen Rechte der Frauen. Unser staatsbürgerliches Gebilde ist heute weitaus integrierender, weitaus umfassender, weitaus vielfältiger. Aber weniger engagiert, weniger im Besitz gemeinsamer Werte, weniger in der Lage, sich als einzigartige Gemeinschaft zu verstehen. Der Handel, den wir in Amerika eingegangen sind, bestand in der Aufgabe eines widerständsfähigen, aber auf lokaler Gemeinschaft basierenden und damit oft auch ausgrenzenden bürgerlichen Engagements zu Gunsten einer integrierenden multikulturellen Gesellschaft, die ebenso staatsbürgerlich farblos wie staatsbürgerlich frei war – befreit von der Sklaverei, aber auch ohne Verbindendes. [Zypern hier angekommen in Betracht gezogen, könnte eben Gesagtes in etwa so formuliert werden: – befreit von den Briten sowie den Osmanen, aber auch ohne viel Verbindendes zwischen den beiden Volksgruppen]. Die amerikanischen Südstaaten waren, wie jeder Leser des großen amerikanischen Klassikers “Vom Winde verweht” weiß, vor dem Bürgerkrieg tatsächlich das Zuhause einer aristokratischen und zutiefst amerikanischen Kultur, in der die Familie, die Kirche und die Gemeinschaft vielleicht fester verwurzelt waren als irgendwo sonst in Amerika – zum Preis der Sklaverei und der Unterordnung von Frauen unter männlich dominierte Sitten [siehe hier auch Zypern. Einen guten Eindruck zu dieser eben geschilderten Befindlichkeit gibt das Buch “Proleten” von Kaisar …]. Als eine Gemeinschaft war der Süden den neuen Industriestädten des Nordens weit überlegen, wo die Proletarier oft wirtschaftlich schlechter lebten als manche Haussklaven im Süden. [Was uns nun vielleicht so in etwa verstehen lässt, warum in Gesprächen mit älteren Zyprern immer wieder die angeblich vorhandene Zweisamkeit und Zusammenhalt der beiden Volksgruppen auf Zypern, noch bevor die Briten sich zurückzogen, beschworen wird].

Wenn wir über die Taliban in Afghanistan oder den Irak reden, müssen wir auch unsere eigenen staatsbürgerlichen Seelen prüfen. Mit unserem Stolz auf die Demokratie liegen wir nicht falsch, und sie liegen nicht richtig mit ihrer Intoleranz gegenüber Pluralismus und Freiheit. Aber wir müssen unsere demokratischen Verfahren richtig und wirklich ordnen, um deren antidemokratischer Rhetorik wirksam zu begegnen. Wir müssen uns nicht Huntingtons Prognose eines Kampfes der Kulturen anschließen: Unsere eigene Existenz umfasst alle die Spannungen und Widersprüche, die er dem “Anderen” zuschreibt. Auf unserer linken Schulter sitzt unser eigener Teufel, der mit den guten Engeln auf der rechten Schulter streitet. Schon Lincoln wusste, dass wir die Ursachen unserer Probleme während unseres eigenen großen Bürgerkriegs nicht im Ausland und in fremden Kulturen suchen mussten [siehe hier die Zypernfrage, von der nicht wenige auf Zypern annehmen, dass vordringlich äußere Kräfte das Problem kreierten]. Er wusste, dass wir für das im Namen unserer Freiheit begangene Unrecht mit eigenem Blut bezahlen würden.”

Das Blutvergießen in Rede darf keinesfalls als zukünftige Realität temporär auf Zypern ausgeschlossen werden. Auch daher ist es um so wichtiger, dass sich beispielsweise institutionell schleunigst etwas ändert. Man könnte ja damit beginnen, die Kirche endlich aus dem politischen Tagesgeschäft zu entfernen. Und sollte dieser Schritt einigermaßen begangen worden sein, böte es sich durchaus an, eine diplomatisch geschicktere Haltung gegenüber ALLEN Nachbarn einzunehmen. Es böte sich beispielsweise an, mit größerer Distanz, die man allgemein einnimmt, sich als Ansprechpartner in der Region zu profilieren. Die übertriebene Nähe zu Griechenland und Israel verunmöglicht es wahrscheinlich eher, für Anrainerstaaten im Nahen Osten Nikosia wirklich den Stellenwert einzuverleiben, den es sich wünscht in der Region des südöstlichen Mittelmeers.

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Südosteuropa!

Gibt es das überhaupt!

Und wo endet es, wo fängt Südosteuropa an?

Zypern liegt im südöstlichen Europa, so weit südlich sogar, dass eigentlich von einem Teil Asiens gesprochen werden müsste. Afrikas?

Nordwesteuropa ist streng genommen der geografische Gegenpart zu Zypern in Europa. Und dass Briten, Bretonen und Schotten nicht in Europa leben, davon wüssten wir. Stimmt’s?

Also liegt Zypern in Europa!?

In westlichen Augen war Zypern gewiss lange Zeit ganz klar ein Teil des Ostens, des Nahen Ostens, der Türkei. Auch wenn die Venezianer, Engländer und andere westliche Mächte zeitweise die Insel unter ihrer Kontrolle hatten. Manche befürchten noch immer, dass Putin seine Fühler gen Zypern ausstrecken könnte, so wie er es kürzlich auf der Krim getan hat. Noch gibt es meist nur russische, türkische und persische Touristen aus dem Osten. Rumänen und Bulgaren, Moldavier und Ukrainer, die kommen eher zum arbeiten.

Bekanntlich waren die Perser und Türken für Länger im Besitz der Insel und überzeichneten das vormals afrikanische und nahöstliche Erbe mit ihrer östlich geprägten Anwesenheit, die eher etwas orientalisch zuweilen in die Herzen der Zyprer gelangte.

„Südosteuropa“ suggeriert irgendwie unweigerlich, keine feststehende Größe zu sein, wie es der „Osten“ oder der „Westen“ für uns tun. Es ist uns ein Mix, obgleich der Westen beispielsweise auch ein gemixtes Wesen aus vielen Ländern ist. Würde das Osmanische Reich offiziell nie untergegangen sein, wer weiß, dann wäre der Südosten Europas wahrscheinlich als große Einheit, als ein Block in unseren Köpfen verortet.

Vielleicht ist es gar nicht so unangebracht, davon auszugehen, dass die Briten und Osmanen die Insel eigentlich nie verlassen haben. Obgleich, die Briten unserer Zeitrechnung ließen über ihren Botschafter in Nikosia vor ein paar Tagen verlautbaren, dass im Fall einer zukünftigen Lösung der Zypernfrage, sie einen Teil ihrer Militärbasen bereitwillig zurückgeben werden. Allerdings bedeute das nicht, sagte der Botschafter, dass die Basen ganz aufgegeben würden. Und das wird neuerdings wieder von einigen griechischzyprischen Politikern vernehmlich gefordert. Zypern sei strategisch einfach zu günstig gelegen und, man höre, für Europa von Wichtigkeit.

Na ja, und als Überbleibsel des Osmanischen Reichs, erlaube ich mir ganz keck die Republik Nordzypern zu nennen. Zwar ritten die Türken dort unter Ecevit 1974 ein, doch das taten er und seine Mitstreiter auch, um diesen Teil des osmanischen Erbes zu ‚retten‘ – kompromisslos.

Apropos, es ist noch längst nicht ausgemacht, dass es zu der lang versprochenen Wiedervereinigung der Inselteile Zyperns dieses Jahr kommt. Zwar hat der Parteivorsitzende der DISY vor kurzem mit einem Politiker aus dem türkischzyprischen Norden geradezu feierlich die Grenze in Richtung Norden überschritten, um „drüben“ vor der alten Karavansaray Musik, Reden und dergleichen mehr in die laufenden Kameras zu entlassen. Ein paar Tage danach sah ich ihn in gewohnter Umgebung sitzend, und er sprach mal wieder von der Wiedervereinigung. Zu meiner Überraschung sprach er in diesem Zusammenhang davon, dass aber die Stadt „Morfu“ zurück gegeben werden müsste von den Türkischzyprern, ansonsten wäre nichts drin mit Wiedervereinigung.

Diese Argumentation ist schon etwas schräg vor dem Hintergrund der tollen Worte und Absichtserklärungen an der erwähnten Feier, wenn man zudem bedenkt, dass es ja nicht die Türkischzyprer waren, die den Annanplan im Jahr 2004 ablehnten. Außerdem sind es die Nordzyprer ausgerechnet, die mit dem inselweit knapper werdenden Gut Frischwasser aus der Türkei versorgt werden und bei Bedarf gewiss auch schon bald mit Strom.

Die Russen haben ihre Arbeiten am Atommeiler gegenüber Zypern auf dem Boden der Türkei gerade eingestellt, weil die Türkei und Russland bekanntlich dabei sind, eventuell einen Nebenkriegsschauplatz aufzubauen oder sich offen zu halten. Diese unerfreuliche Tatsache steht wahrscheinlich auch nur hier geschrieben. Die wird seit je her beflissentlich verschwiegen.

Die Trümpfe sind längst noch nicht ausgespielt im Südosteuropa-Poker. Keiner lässt sich in die Karten sehen und niemand kann abschließend sagen, welche Richtung dieser Poker inmitten der anderen Konflikte, die über und an Zypern vorbei laufen, letztlich nehmen wird.

Erdogan hat sich derzeit auf die Kurden im eigenen Land eingeschossen. Angela Merkel wird Erdogan demnächst aufsuchen und daran erinnern, dass die Türkei nun endlich mal beginnen müsste, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Das fordern ausgerechnet diejenigen, die bei 1,5 Millionen Flüchtlingen im Land laut zu stöhnen beginnen und die Säcke voller Geld haben. So weit hier bekannt ist, haben die Europäer die 3 Milliarden Euro an Ankara noch nicht überwiesen, um den Job, Flüchtlinge von der Flucht nach Nordeuropa abzuhalten, für sie auszuführen.

Gerade stehen zigtausende Flüchtlinge auf der syrischen Seite des Grenzverlaufs zur Türkei und Ankara meint, die könnten nun nicht mehr in die Türkei einreisen. Ankara wolle ihre ‚Betreuung‘ in Syrien selbst vornehmen. Wir alle vernehmen dazu staunend: Die EU fordert die Türkei auf, die 60.000 oder mehr Flüchtlinge umgehend in die Türke einreisen zu lassen!

Ich sehe im Geiste bereits das lächelnde Gesicht von Herrn Davutoglu und das etwas zerstreut und getrieben wirkende mit nach unten hängenden Backen von Frau Merkel, wenn sie sich vor den TV-Kameras demnächst wieder zeigen werden und sich „Kooperation“ versprechen.

Es sei daran erinnert, dass in der Türkei über 3 Millionen Syrer sein sollen. Die meisten Syrer sind zwar Muslime, wie die meisten Türken auch, und waren mal ein Teil des Osmanischen Reiches und daher auch mental etwas vertraut mit türkisch geprägten Kulturkreisen. Letztendlich sind den meisten Türken die Syrer aber in etwa so fremd wie den meisten Deutschen Türken.

Arabisch und Türkisch haben nichts gemeinsam außer einigen Worten, die im schlechtesten Fall noch nicht mal mehr das selbe bedeuten oder bezeichnen.

Ist die Rede von Südosteuropa, denkt man vordringlich an Bulgarien, Rumänien, Moldavien, Griechenland und auch Teile der Türkei (Trakien). Der „Balkan“ ist sonderbarer Weise eine Dimension für sich, was wohl damit zusammenhängt, dass ab 1991 sich die ehemaligen Teilstaaten Jugoslawiens vehement daran störten, mit dem östlich von ihnen gelegenen Russland in einen Topf geworfen zu werden. Im Zeitalter des Nationalen wird halt das Imperiale gering geschätzt. Und das ist womöglich so seit dem Aufkommen des ersten Nationalstaates in Frankreich nach der berühmten Revolution.

Die türkische Cumhüriyet Tageszeitung berichtete 2015 über die Lieferung von Waffen an islamistische Extremisten in Syrien. Diesen Job hatte der sagenumwobene türkische Geheimdienst „MIT“ übernommen gehabt. Ein recht guter Verbündeter des deutschen Geheimdienstes BND, wird gesagt. Die Journalisten, die das aufgedeckt haben wollen, woran eigentlich nur noch wenig bis gar kein Zweifel besteht, wurden von Erdogan selbst angezeigt und braten seither hinter Gittern. Es gibt da noch andere, die Erdogan gern zur Haft mit etwas Folter eventuell haben mag. Gülen.

Dass die USA den Prediger und Gründer der „Hizmet“-Bewegung an Ankara ausliefert, den Herrn Gülen, ist Erdogan noch nicht gelungen. Im Gegenteil. Die USA beschuldigen die Türkei derzeit sogar, alles andere als eine Rechtsstaatlichkeit im Lande walten zu lassen.

Die Hizmet-Bewegung ist in der Welt gut verlinkt. Zum Beispiel betrieben sie noch bis vor kurzem eine Schule im Jemen/Sanaa. Herr Gülen wohnt seit dem Jahr 1999 in Pennsylvania/USA. Mit seinem einstigen Spießgenossen Erdogan überwarf er sich im Jahr 2013 – wegen irgendeinem Kuddel-Muddel in Geldangelegenheiten, versteht sich.

Wie sagte Herr Demirtas, Parteivorsitzender der mehrheitlich kurdischstämmigen, türkischen HD-Partei, die kürzlich erneut ins türkische Parlament gewählt wurde zum Missfallen Erdogans und seinen Parteigängern der AKP, indem er die Ausdrucksweise Erdogans aufgriff:

„Es wird hier kein Krieg im „Osten“ geführt, sondern ein Krieg gegen die Kurden.“

Leider ist die Rolle, die Erdogan im Syrienkonflikt einnimmt, eine eher seltsame. Bei den Friedensverhandlungen in Genf spricht er sich vehement dagegen aus, dass die syrischen Kurden (YDG-H) am Verhandlungstisch sitzen. Seine Begründung: die sind Terroristen wie die PKK in der Türkei, deren Erfüllungsgehilfen, deren rechte Hand. PUNKT.

Sonderbar daran ist, dass die USA und die EU diese Argumentation Erdogans und seiner AKP schlucken, also zumindest so schlucken, dass Erdogan weiterhin diejenigen bombardieren und/oder ausschließen kann an Verhandlungstischen, die zum einen auf dem Boden gegen den Islamischen Staat kämpfen, und zum anderen schon längst einen zumindest autonomen Status verpasst bekommen hätten müssen – auch in Syrien.

Nun, Erdogan hat ein ‚gutes‘ Vorbild: die Israelis. Die vorenthalten den Palästinensern schließlich schon seit der Existenz des Staates Israel das Recht, einen eigenen Staat zu haben.

Israel ist wesentlich daran beteiligt,dass der Islamismus um uns herum sich im Laufe der Zeit aufgetürmt hat und wächst und wächst bis sogar in manche Kirche, die notfalls mit muslimischen Flüchtlingen temporär angefüllt wird.

Bevor es den Islamischen Staat gab, gab es bereits al-Qaida und noch ganz andere islamistische Organisationen. Die erstere ist jedenfalls noch immer herum. Die hatten und haben in ihrer Argumentationskette vor allem diese Israel-Palästina-Ungerechtigkeit als einen der Hauptgründe für ihre unüberhörbaren Attacken gegen den Westen im Portefeuille – und ihre Radikalisierung.

Angeblich, sagt Ankara, erhielt die YDG-H direkt Befehle von der PKK und außerdem würden Teile der syrischen Kurden mit dem Assad Regime zusammenarbeiten. Mal ganz zu schweigen davon, arbeitet Erdogan schon längst wieder dicke mit Israel zusammen. Das ist außerdem bislang auch unausweichlich. Und daher hätte er sich und uns sein Geschreie und Protest sparen können, als die Israelis taten, was sie gegen Palästinenser zu oft tun: Sie töteten einige Aktivisten der türkischen Mavi Marmara, die Hilfsgüter nach Palästina bringen wollten.

Außer Erdogan hat eigentlich niemand dagegen angeschrien. Jetzt klüngeln sie wieder im Geheimen und wir dürfen uns fragen, welche Angelegenheit wird gerade besonders beklüngelt und wer wird dann als Ergebnis eins auf die Mütze kriegen, wer daran ganz besonders sein Süppchen kochen?

Ach ja, 1999 wurde außerdem auch Abdullah Öcalan (PKK) verhaftet, und zwar ist das auch das Jahr, in dem Fethullah Gülen die Türkei verließ. Öcalan kam in Haft auf ziemlich sonderbarer Weise: über Moskau, Rom und irgendwo in Ostafrika und Gülen weniger spektakulär, doch nichts desto trotz merkwürd genug, dass er nach Pennsylvania/USA floh, wo man so einen Mann einer muslimischen Bruderschaft zuletzt hin flüchtend gedacht hätte. OK, das stimmt. Er ist wie Erdogan sehr auf Geld und Reichtum fixiert. Das ist ja erst mal nichts Verwerfliches.

Ein seltsames Phänomen soll den YDG-H-Kämpfern neuerdings eigen geworden sein: Sie spielen sich sozialistisch atypisch plötzlich als Sittenwächter auf. Nichts mehr drin mit Kartenspielen gegen Geld, ‚leichten‘ Mädchen oder Jungs, kein Alkohol in ihrem Machtgebiet etc. Volkstribunale anstatt.

Sollten diese Informationen über die neue Moral der YDG-H-Kämpfer zutreffen, so darf davon ausgegangen werden, dass dieser Ruck ins moralistische, pseudo-islamistische Lager auch die PKK erfasst oder bereits teils erfasst hat. Das wäre dann wohl ein Kollateralschaden sondergleichen, den die Regierenden in Ankara mit verantworten. Denn sie und ihre Vorgänger der damaligen, türkischen Wohlfahrtspartei unter Erbakan, Ziehvater Erdogans und sein späterer Feind, haben das Land kräftig in diese Richtung gezogen.

Uns allen ist noch der ägyptische Präsident Mursi vor Sisi in Erinnerung, der im Lande eine ähnliche Islamisierung bewerkstelligt hatte und an die Macht gekommen, sein wahres Gesicht viel zu flott offenbarte.

In der Türkei unter Erdogan machen es islamistische Kreise zeitlich etwas in die Länge gestreckter. Was durchaus als klug bezeichnet werden darf. Mal sehen, ob Erdogan endlich seine Verfassungsänderung demnächst erhält, weil eigentlich ist die etwas zu eilig angebahnt, um als Präsident nach dem Vorbild des US-Präsidenten, beispielsweise, alleine herrschen zu können – wie ein Sultan.

Wo diese Entwicklung noch landen wird, ist im Bezug auf Zypern klar, wenn sie denn so verläuft: Sie wird in Zypern landen. Nicht allein, dass die vielen Festlandtürken in Nordzypern bereits nachweislich gläubiger wurden und weiterhin werden, die inzwischen mehrheitlich mit türkischzyprischen Pässen ausgestattet sind. Nein, nun scheint im Lichte dieser aufgezeigten Entwicklung, wenn sie denn eintritt, auch eher gegeben, dass die vielen Nordzyprer, die kurdischer Herkunft sind und bislang eher als säkular Denkende eingestuft werden konnten, allmählich in diese islamistischere Richtung sich bewegen werden.

Auf Gesamtzypern bezogen dürfte das unweigerlich dazu führen, dass die ziemlich sperrige griechisch-orthodoxe Geistlichkeit Zyperns sich dadurch gern verleiten lassen könnte und entsprechend aufdrehen wird, um „das Christentum zu retten“. Schließlich sieht man sich im südöstlichen Mittelmeer auch als eine Art Speerspitze des Christentums im, mit Verlaub, islamischen Sumpf.

Angenommen all das zuvor Erwähnte kommt so ähnlich zur Wirkung 1 – 2 Jahre nach Wiedervereinigung Zyperns, denn etwas Zeit braucht es gewiss schon, bis diese Welle merklich auf Zypern ankommen wird, dann guten Nacht, wenn keine Vorkehrungen getroffen wurden.

Ansonsten wäre die von vielen erwünschte Wiedervereinigung vor dem gezeichneten Hintergrund eher der Grundstein dafür, dass sich die Volksgruppen auf der Insel – wie beinah im gesamten Nahen Osten – an die Gurgel springen. Einer der Gründe dürfte die durchaus herrschende Neigung sein, sich als Märtyrer zu begreifen. Dass die religiöse Obrigkeit den Zeitpunkt gekommen sieht, seine Auslegung der Wahrheit auf Biegen und Brechen ‚verteidigen‘ zu müssen. PROST, MAHLZEIT!

Die schweizerische Tageszeitung NZZ zeichnet ein Szenarium andernorts, das vor dem oben gezeichneten Verlauf die Zyprer wirklich endlich sich schnell vereinigen lassen sollte, und das kann aber eigentlich nur von Erfolg gekrönt sein, wenn der Orthodoxie davor ihr zukünftiger gesellschaftlicher Platz zugewiesen wird, und zwar mit aller Härte: in der Kirche und in den Klöstern und raus aus der Innen- und Außenpolitik! Ansonsten ist das (alte) Debakel vorprogrammiert.

Nun zum Szenarium als ‚Vorkoster‘ des Debakels, welches die NZZ in anderem Zusammenhang wiedergibt:

„In Cizre [Türkei], wo seit Dezember eine umfassende Ausgangssperre gilt, harren seit neun Tagen mehr als zwanzig Verwundete in einem einsturzgefährdeten Gebäude aus. Laut Berichten von Nachrichtenagenturen sind inzwischen sechs Personen ihren Verletzungen erlegen. Ambulanzen hatten vergeblich versucht, die Verwundeten zu bergen. Die prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) wirft der [türkischen] Regierung vor, den Rettungseinsatz zu behindern und sogar Helfer ins Visier zu nehmen. … Aus Protest gegen die dramatische Lage in Cizre befinden sich drei Parlamentsabgeordnete der Oppositionspartei seit letztem Mittwoch im Hungerstreik.“

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Vielleicht ist ja etwas an der Behauptung dran, jene US-Staatsanwältin unternehme ihren Vorstoß in Richtung Leute-von-der-FIFA-dinghaft-machen vor allem deswegen, weil sie als Afroamerikanerin und Frau insgeheim eingesehen hat, dass wahrscheinlich nur noch mit solch spektakulärem Antrieb oder Aktionen ein Aufstieg zur Bundesrichterin der USA geschafft werden kann von ihr.
Lustig ist an der ganzen Angelegenheit im Hinblick auf das Blatter-Imperium namens FIFA, ist, dass dessen Demokratie-Verständnis sich eigentlich gar nicht so sehr von dem der USA oder anderen unterscheidet.
Blatter hält ja schließlich auch Wahlen ab – und Gott, es kommt halt auch bei ihm zu Kollateralschäden, allerdings vorwiegend des lieben Geldes wegen. Bei Bush Jr. Zum Beispiel war es selbstverständlich auch das Geld, welches im Mittelpunkt des Interesses stand, doch bekanntlich ließen bei ihm darüberhinaus tausende von Menschen seiner Machtfülle und Macht-aus-nutzung leider immer noch ihr Leben – leben seither im Elend.

Signalwirkung könnte im vorherigen Zusammenhang, dem der FIFA-Merkwürdigkeiten, haben, dass der SPDler Gabriel, Deutschlands Vizekanzler also, nun plötzlich von einer EU mit zwei Geschwindigkeiten spricht, die zu errichten, es zu überlegen gelte. Soll für uns wohl auch heißen: Eine zweigeteilte FIFA könnte schon demnächst anstehen – zum Beispiel eine nördliche und eine südliche der Weltkugel. Schließlich haben viele europäische FIFA-Funktionäre gewiss die Nase voll von so viel Demokratie, wie zwischen den Zeilen leicht zu lesen ist in den Berichten vieler Medien, da stets anders abgestimmt wird, als man es sich – wirklich oder angeblich – wünscht. „Wirklich oder angeblich“, weil es gibt zum einen das, was man der politischen Korrektheit wegen öffentlich verkündet und das, was man wirklich tut und beabsichtigt zu tun.

Dass man die Nase voll hat kommt also daher, weil Afrikaner, Asiaten und Südamerikaner, zahlenmäßig andauernd in der Überzahl, nicht das abstimmen, was erwünscht ist. Da kommen der Einen oder dem Anderen gewiss schon Angstgefühle ins Hirn, wenn sich aus diesem Beweggrund vorgestellt wird, wie das in Europa noch aussehen wird, wenn all diese Asylanten, Fremdarbeiter und Menschen ohne Papiere in einer Generation mitabstimmen werden schlecht integrierter Weise sozusagen, wo die doch so viele Kinder haben, die dann womöglich auch noch mitabstimmen, und zwar eventuell nicht im Interesse der ehemaligen Einheimischen. Doch zurück zum Thema.

Letzteres, das demokratische Wahlverfahren bei der FIFA, zeichnet paradoxerweise eher nicht das westliche Demokratieverständnis aus, indem zuweilen und zu oft gewissermaßen blatteristisch verfahren wird: siehe Kosovo-Konflikt, Finanzkrise in Griechenland, die USA in Vietnam, Frankreich plus EU im Kongo, TITIP, Handelsbeschränkungen für Staaten Nordafrikas, Big Data, ja sogar die Sonderwürste der Briten sind darunter zu subsumieren, ganz zu schweigen von der unzureichenden Trennung von Staat und Kirche (ein eindeutiges Zeichen dafür in der BRD: die Homoehe, die Kirchensteuer) sowie den Privilegien der Monarchen und Superreichen etc.

Recht gemein wird von eingigen empfunden in diesen Tagen, dass in manchen Medien davon andauernd berichtet wird, dass diese III. Welt-FIFAler für Blatter stimmten, da sie auf Visite in Zürich stets mit extravaganten Hotelunterkünften und Art rauschenden Festen entlohnt würden.
Wie den meisten unter Ihnen, verehrte Leser, gewiss bekannt ist, handelt es sich bei diesen Funktionären mehrheitlich um Mitglieder der jeweiligen Elite aus den Ländern dieser zuvor erwähnten Kontinente, die sich von so Firlefanz wie tollen Hotelaufenthalten etc. gewiss schmeicheln lassen, aber so einen Aufenthalt durchaus locker auch aus eigener Tasche bezahlen könnten. Soll sagen: Diesen Funktionären wird derart unerstellt, aus solch niedrigen Beweggründen, beziehungsweise wegen derart profanenen Anreizen und Gründen, ihre Entscheide im Interesse von Blatter bei der FIFA zu machen.
Zu Zeiten des Mauerfalls war von den Bananen die Rede, die man den Ostdeutschen hinhalten müsse, um ihnen die große Welt zu zeigen, sie in die gewünschte Richtung zu dirigieren. Soll untermauern: Die Arroganz von uns Westlern stinkt noch immer frappant zum Himmel, denn wenn demokratisch durchgeführte Entscheide nicht passen, wie die der FIFA, geraten die schnell in übelste Kritik. Vergessen wird dabei unter anderen die effiziente Arbeit von Lobbyisten in den europäischen oder US-amerikanischen Parlamenten und das Einflussnehmen der Geheimdienste auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft etc., die den sogenannt demokratisch geführten Diskurs in den jeweiligen Palamenten und scheinbar demokratisch durchgeführten Wahlen in den westlichen Demokratien durchaus manipulieren; eventuell sogar etwas mehr oder weniger entführen hie und da, was dem Demokratieverständnis von Blatter dann wieder sehr ähnelt.
Die Frage zu stellen, wer kopierte da wen, ist eigentlich hinfällig.

Des Weiteren: Schließlich sind es ja diese Eliten in Afrika, die mit dem sogenannten Westen die Geschäftchen machen und ihre Länder für Europa, die USA und neuerdings Indien und China geradezu ausverkaufen: Rohstoffe, Menschen, Wasser etc. „Menschen“ wird hier bewusst erwähnt, weil ja schon seit Längerem sogenannte Human-Ressourcen aus der III.Welt in Richtung Westen abgesaugt werden, also genauer diejenigen Menschen, die über Bildung und besondere Talente verfügen, die selbstverständlich in den gern in die westlichen Demokratien integriert werden, und zwar bestens so lange, wie diese Ressource als Ressource dienlich ist.

Kandertalbahn

Und da wären wir auch schon bei der Ressource Kandertalbahn. Dieses Bähnle ’stinkt‘ ja bekanntlich jedes Wochenende durchs Kandertal, weil, es handelt sich um eine Dampflock, die Wild-West-mäßig durchs Kandertal donnert als Touristenattraktion und eventuell jedwede zeitgemäße Entwicklung der Bahntechnologie vorort verstellt, da der Zweckverband Kandertalbahn davon zu profitieren scheint. Man sollte auch ein Bähnle betreiben – meinetwegen parallel zur Dampflock und um weiterhin Touristen zu binden, von sich Rede zu machen -, welches mit Strom gewonnen aus Solar- oder Bioanlagen etc. betrieben die selbe Strecke von Kandern bis nach Haltingen abfährt. Das wäre sehr zweckdienlich!

„Die Ansätze im Verwaltungshaushalt im Haushaltsjahr 2015 orientieren sich in erster Linie am Rechnungsergebnis des Jahres 2013 und dem vorläufigen Ergebnis des Jahres 2014. Im Haushalt 2015 ist eine Weichenerneuerung am Bahnhof Kandern eingeplant. Den allgemeinen Rücklagen werden 8.200,00 € entnommen.

Beschlussvorschlag:

Die Verbandsversamlung beschließt die nachfolgende Haushaltssatzung mit den beiliegenden Anlagen und beauftragt die Geschäftsführung, die Satzung nach öffentlicher Bekanntmachung an sieben Tagen öffentlich auszulegen.

Haushaltssatzung 2015:
§ 1

Der Haushaltsplan wird festgesetzt mit

1. den Einnahmen und Ausgaben von je 292.550,00 €

davon im Verwaltungshaushalt 255.850,00 €
im Vermögenshaushalt 36.700,00 €

2. dem Gesamtbetrag der vorgesehenen Kreditaufnahmen für Investitionen
und Investitionsförderungsmaßnahmen (Kreditermächigung) von 0,00 €

3. dem Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigung von 0,00 €

§ 2

Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird festgesetzt auf 50.000,00 €

§ 3

Der dem Haushaltsplan beigefügte Stellenplan ist Bestandteil der Haushaltssatzung.

Kandern, 13. Oktober 2014

Dr. Renkert
Verbandsvorsitzender“
(Zitat wurde der Einladung des Gemeinderats Kandern zur öffentlichen Sitzung vom 06. Novembe 2014 entnommen)

Trinkwasser

Zuletzt noch ein Wort zur Trinkwasserversorgung in Kandern: „Es sollen außerplanmäßige Mittel in Höhe von netto 57.104,05 € über eine zusätzliche Kreditaufnahme bereitgestellt werden“, ließ Herr Albecht, der Bürgermeistervertreter Kanders, am 28. 10. 2014 über die Einladung zur öffentlichen Gemeindratssitzung der Stadt verkünden. Genaueres dazu aus der zuvor bereits genannten Quelle:

„Der Hochbehälter Wolfsheule in Kandern wird über eine 125 mm Druckleitung vom Hochbehälter Häßler mit Trinkwasser des Zweckverbandes Gruppenwasserversorgung Hohlebach-Kandertal befüllt. Der HB Wolfsheule wiederum ist mit dem HB Buchhole bei Egisholz verbunden, um daduch die Versorgung von Wollbach im Notfall oder bei Ausfall der Quellen zu gewähleisten. Vom HB Wolfsheule aus versorgt eine 200 mm Leitung diverse Stadtgebiete von Kandern mit Trinkwasser.

Im Frühjahr 2014 wurde im Bereich unter der Treppe die vom Vesteburgweg zur Wolfsheule führt eine Rohrundichtigkeit bei der 125 mm Druckleistung lokalisiert. Wegen der Tiefenlage der Leitung (über 4,00 m) und dem dadurch erforderlichen großen Aufwand … war es sinnvoll, dass nicht nur die undichte Stelle repariert, sondern dass die beiden alten, vorbeschriebenen Wasserleitungen im Treppen- und teils im Straßenbereich erneuert wurden…. . Die neuen Leitungen liegen jetzt wesentlich höher…. . Die Reparaturen waren weder vorhersehbar, bzw. planbar und mussten zur Sicherstellung der Wasserversorgung umgehend vorgenommen werden. Aufgrund der technisch anspruchsvollen Arbeiten wurde auch das Ingenieurbüro Ganz + Rutner beigezogen. Es wurden drei Firmen angefragt, nur die Firma Kern aus Kandern war in der Lage umgehend mit den Arbeiten zu beginnen.

Der Gesamtaufwand für die vorbeschriebenen, zwingenden und nicht aufschiebbaren Arbeiten beläuft sich auf netto 57.104, 05 €. Für diese außerplanmäßigen Ausgaben stehen keine Deckungsmittel zur Verfügung. Im Folgejahr wäre daher eine zusätzliche Kreditaufnahme erforderlich.“

Obiges Zitat ist der Einladung zur öffentlichen Sitzung des Technischen Ausschusses am 06.11. 2014 entnommen worden.

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Die Türkei und die Kurden

Endlich die ersehnte Waffenbrüderschaft?

So langsam fügt sich das Bild in Sachen Türkei mit ihren Kurden, Türken, Arabern und anderen Volksgruppen in diesem Land etwas verständlicher im Hinblick auf die bevorstehende Zukunft zusammen. In wie weit sich das auf Zypern auswirkt, wird vorerst und weiterhin Objekt von Spekulationen sein und bleiben. Doch unberührt bleibt die Insel davon keinesfalls. Bevor also zum eigentlichen Thema gekommen wird, dem scheinbar seltsamen Einsatz der türkischen Armee kürzlich, als die Gebeine des Großvaters von Osman, dem Begründer des Osmanischen Reichs, geborgen wurden und das Gebäude, in dem diese ruhten, zerstört zurückgelassen wurde, wobei mindestens ein türkischer Soldat gefallen ist, sollen zuerst geschwind noch einige weitere Informationen zur Türkei durchgegeben werden, die interessieren dürften.

Würde sich die Türkei unter Erdogans AKP nicht so deutlich in Richtung islamischer Staat, also einem Kalifat, entwickeln, könnte die Nachricht, dass in der Stadt Ercis, welche in der Provinz Van liegt, wo sich der erste Scharia-Verein gründet hat, nicht all zu sehr aufhören lassen. Der Verein gibt vor, religiöse Studien zu betreiben. Recep Caliskan ist der Initiator und Vorsitzende dieses Vereins. Er spricht davon, schon bald in der gesamten Türkei Ableger des Vereins einrichten zu wollen. Seltsam daran ist schon mal, dass ihn niemand daran zu hindern gedenkt von Seiten der Regierenden, und zwar vor dem Hintergrund, dass Caliskan die französichen Terroristen verteidigt, nach Darstellungen der türkischsprachigen Aydinlik-Tageszeitung vom 26. Februar 2015, die die Journalisten von der Charlie Hebdo mordeten. Das tut er u.a. folgendermaßen: „Wenn der Staat nicht gegen Personen eintritt, die den Propheten der Muslime angreifen, dann hat diese Arbeit die Bevölkerung zu tun“.
Außerdem würden die Türken das Gebet nicht mehr richtig verrichten, findet Caliskan. Sein Familienname bedeutet übersetzt „fleißig“ und hat ihn vielleicht auch deswegen, wer weiß, dazu gebracht, sich für die Scharia breit machen zu wollen in der noch kemalistisch laizistisch geprägten Türkei. In der Scharia wird dem Cihad (das fleißige Arbeiten am inneren Schweinehund eines jeden u.a.) ja bekanntlich eine wichtige Rolle zugewiesen. Jedenfalls findet Caliskan, dass die Muslime zersplittert seien, womit er wohl die verschiedenen Strömungen dieser Religion meint. Und es ist zu vermuten, dass neue Ansichten, die vor allem im Westen entwickelt werden unter Muslimen und andernorts da auch darunter fallen. Caliskan: „Früher wurden Kinder in Europa mit Folgendem Angst gemacht, die zu Bett gebracht wurden und nicht schlafen wollten: „Schlaf, sonst kommen die Türken dich holen“!
Die Europäer hatten die Türken also als diejenigen ausgemacht, die Köpfe abschneiden. Und auf gleiche Weise wird heutzutage die Scharia bekanntgemacht, sagt Caliskan. „Wir werden alles tun, um den Menschen die Scharia beizubringen“.

Des Weiteren wird berichtet, dass die AKP-Regierung mit der neuen Änderung der Strafgesetzgebung der Türkei eindeutig die Verfassung des Landes aushebeln wird. Prof. Dr. Adem Sözüer von der Istanbul Universität (Rechtswissenschaften) sagt, dass die Polizei mit diesem neuen Erlass praktisch von jedermann grundlos verlangen kann, die Hose runter zu lassen, egal, wo das ist und wer dabei steht. Und wer der Aufforderung nicht folgt, darf sich nicht wundern, wenn er danach als Leiche daliegt. Inzwischen bereut der Professor offenbar, an der Ausarbeitung des sogenannten „Inneren Sicherheits-Paketes“ als der „Regierung nahe stehende Person“ mitgewirkt zu haben. Denn die Vollmachten, die der Polizei mit diesem Gesetz eingeräumt würden, bedeuteten im Grunde die Einführung der „Todesstrafe“ durch die Hintertür.

Die Aydinlik Tageszeitung der Türkei fragt in ihrer gestrigen Ausgabe auch nach Belegen, die belegen, dass der ehemalige Präsident der Republik, Gül, den HUBER aus eigener Tasche bezahlt habe. Ein Huber ist zu vermuten, ist ein Hover Craft Boot, die in der Türkei als öffentliche Transportmittel im Einsatz sind. Die Aydinlik mag auch wissen, was denn nun mit den 55 Polizisten ist, also den insgesamt 100 Personen und deren Gehalt, die Herrn Gül noch immer umgeben? Und wer bezahlt die 18 Autos, die zu seiner Verfügung stehen und deren Spritverbrauch? Die Aydinlik erinnert auch daran, dass die Kosten, die entstehen beim Warmhalten und Führen des Hauses des Präsidenten, in dem er noch immer lebt, dem Kösk, ebenfalls auflaufen. Wer soll das bezahlen?
Zwei Dinge würden daher von Gül jetzt endlich erwartet: Dass er aus der Kösk ausziehe, wo er doch bereits geäußert habe, ausziehen zu wollen. Und dass er die Belege vorlegt, die belegen, dass er für die entstandenen Kosten bezahlt hat.

Irgendwie soll es Tayyip Erdogan in letzter Zeit immer öfters so drehen, dass ausgerechnet dann, wenn eine Übertragung einer Rede des Oppositionsführers Kilicdaroglu vorgesehen ist, just zu diesem Zeitpunkt auch Erdogan irgendwo eine Rede hält, die dann – selbstverständlich – von den Sendern übertragen wird, anstatt der von Kilicdaroglu.

Ansonsten gibt es noch etwas Streit mit den USA und den NATO-Partnern, da die AKP-Regierung erneut Waffen aus Russland (zuvor S 300) orderte. Es wurde ihr bereits nahegelegt, den Deal zurückzuziehen und dass diese Waffen auf keinen Fall in die bereits vorhandenen Waffensysteme der NATO eingebunden werden könnten – was auch für die aus China stammenden Waffen (davor CPMIEC) gelte.

Doch nun zu dem Artikel in der Aydinlik, der in Auszügen übersetzt wird für Sie:

2014-10-11 15.10.56

„Die PKK-Kanton Anerkennungsoperation

Die Diskussion darüber, ob die Schah Firat Operation erfolgreich war oder nicht, wird weiterhin von Beobachtern dieser Operation fern gehalten. Also die politische Dimension der Angelegenheit… .

Die Operation, bei der das Mausoleum aus 37 km Entfernung an unsere Grenze gezogen wurde, ist keine Sache. Die Schah Firat Operation ist:

1) ein Glied innerhalb der Strategie der USA

2) ein Anzeichen dafür, dass eine Zusammenarbeit mit der PKK-PYD (syrischer Ableger der PKK) bevorsteht

3) dass der kurdische Korridor der Peschmerga aus Kobane einen größeren Einflussbereich erhalten soll

4) dass anstelle des syrischen Staates ein PYD-Staat errichtet wird

1.1) Die Unterzeichnung des Ausbildungs-Ausstattungsprogramms bedeutet, dass die AKP-Regierung die Strategie der USA übernimmt und an der Front umsetzt.

1.2) Dass die Strategie der USA in Sachen IS die ist, dass in den Gegenden, in denen die IS im Irak und Syrien geräumt wird, die PKK und die KDP ihre Herrschaftsgebiet errichten werden. Von Basra bis zum östlichen Mittelmeer wird ein kurdischer Korridor errichtet auf Wunsch der USA, und um das zu erreichen, wird das Gebilde namens Nordirak mit dem syrischen Norden an den Hafen von Iskenderun/Türkei angeschlossen.

1.3) Die USA-Strategie sieht vor, dass die Koalitions-Mächte aus der Luft, und die Terroristen, welche die USA und die Türkei ausgebildet haben, auf dem Boden Operationen ausführen werden. Daher wurde das Ausbildungs-Ausstattungsprogramm ja unterzeichnet.

2.1) Bei dieser Strategie kommt letztlich heraus, dass die PKK und die Türkei an gleicher Front miteinander kämpfen (via den syrischen Arm der PKK, der PYD und deren Kampfeinheiten namens YPG). Zu guter letzt wird der türkische Generalstab nicht etwa von der PYD sein Einverständnis (für Operationen) erhalten, sondern die PYD lediglich (davon) unterrichten; was in den AKP-Medien als „passive Kooperation“ bezeichnet wird… .

2.2) Am 21. März soll von der kurdischer Seite das, was bis dahin zustande gekommen ist, veröffentlicht werden. Das heißt, die Partnerschaft der AKP mit der PKK ist im Grunde eine Vereinbarung, nach der die PKK an Stelle der Türkei in Syrien Waffen gebrauchen wird. Es sieht also rein gar nicht nach Entwaffnung (der PKK) aus, sondern nach Aufrüstung.

3.1) Das Ergebnis dessen, dass die USA in Kobane einen Peschmerga-Korridor öffnete, dient seither der USA auf diesen kurdischen Korridor Einfluss zu nehmen. Die AKP-Regierung hat dergestalt nicht nur der PYD in diesem Korridor militärische Hilfe geleistet, sondern zwischen den kurdischen Korridoren eine wichtige Verbindung kreiert. – Die Korridore sind noch offen -. Dass das Mausoleum nach Esme gebracht wurde, hat somit im Grunde eine ganz spezielle Note.

3.2) Seit also mit dem Ausbildungs-Ausstattungsprogramm die Bewaffnung der Terroristen angefangen hat, ist die Erbauung einer Mausoleums-Polizeistation in Esme, deren Errichten 3 Jahre dauern wird, auch Anzeichen dafür, dass dieser Ort an der Front einen Sicherheitsstreifen markieren wird.

4.1) Als das Mausoleum an seinem alten Ort stand, war unser Ansprechpartner Syrien. Indem das Mausoleum nach Esme gebracht wurde, also in dem nach internationalem Recht Land eines souveränen Staates okkupiert wurde und wird, hat Syrien aufgehört, dieser Ansprechpartner zu sein. Doch wer ist der neue Ansprechpartner? Das ist die YPG, die Esme unter ihrer Kontrolle hat. Das bedeutet praktisch, dass Ankara die YPG an Stelle von Damaskus als Ansprechpartner gewählt hat. Auf diese Weise hat der syrische Arm der PKK, die PYD, Legalität erreicht, was so viel bedeutet wie, dass eine Art Kantons-Status erreicht wurde.

4.2) Die Kampagne der Kurden, die gegen die IS einen Freiheitskampf ausfechten, hat nicht nur der KDP, sondern auch der PKK dazu verholfen, mit Waffen versorgt zu werden. Gleichzeitig müht sich die Erstere, die PKK von den Terrorlisten (international) entfernt zu sehen. Ankara hat mit der Schah Firat Operation gezeigt, dass es diese Bemühungen nicht zu blockieren beabsichtigt und so international der PKK unter die Arme gegriffen.

Das heißt, diese Entwicklungen werden die Türkei und die Region in naher Zukunft beeinflussen. „Ob die Türkei erfolgreich oder erfolglos ist, hängt am Faden. Wir müssen das Ausbildungs-Ausstattungsprogramm in eine passende politische Mobilisierung kleiden.

Regional sieht die Lage noch so aus, dass diese zu unseren Gunsten stehend zu bewerten ist“!

All das, was oben angeführt wurde, erklärt nun auch etwas besser, warum die Türkei trotz Abbruch der ehemals guten Beziehungen mit Syrien, im Jahre 2013 und 2014 dennoch „verwunderlicher Weise“ gute Exportbilanzen nach Syrien vorweisen kann. Schieber und ‚Schmuggler‘ haben auf beiden Seiten, wird geschrieben, das Geschäft in die Hand genommen, und zwar von der Türkei in die von den Kurden verwalteten Zonen Syriens. 2013 betrug dieser Export 1 Milliarde 24 Millionen TL und 2014 waren es bereits 1 Milliarde und 803 Millionen TL. Im Jahr 2012 zum Vergleich, also als die Beziehungen gerade schlecht geworden waren zwischen Ankara und Damaskus, belief sich dieser Export auf lediglich 498 Millionen TL.

Dennoch sind die Prognosen für die Wirtschaft der Türkei für die nähere Zukunft eher schlecht, schreibt die Aydinlik. Die türkische Lira werde weiterhin an Wert verlieren, Investitionen aus dem Ausland weniger stattfinden.

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Na, bevor Ihre Instinkte, oder was es genau ist, sich beruhigt und befriedigt zurücklegen, weil Sie eventuell glauben, mit der Abgabe Ihrer Stimme letzten Sonntag Ihre Bürgerpflicht zur Genüge getan zu haben, mag mit dem Folgenden daran erinnert werden, was die guten alten Griechen unter anderem mit dem, was heutzutage Demokratie genannt wird, gemeint haben könnten.
Wir erlauben uns, erstmals, einen Aufruf aus der regelmäßig eintreffenden Rundpost des Sozialforums Berlin auf diese Art und Weise und ungekürzt, ein paar Rechtschreibfehler verbessert lediglich, zu veröffentlichen. Der Name des Autors dieses Aufrufs wird nicht genannt, so auch nicht seine Telefonnummer, die angegeben waren.
Dass das Tempelhoferfeld in Berlin nahezu befreite Zone der sozusagen ‚besseren Art‘ neuerdings ist, weiß die Republik ja bereits, die das Gerichtsurteil dazu gewiss entgegennahm – nämlich, dass der Berliner Senat und seine ‚Einflüsterer‘ vorerst das offene Gelände des alten Tempelhofer Flughafens nicht mit ’schönen‘ Gebäuden, gewiss wieder mit Glasfassade und so ähnlich aussehend wie neuerdings überall in Berlin, verbauen darf. Auch nicht still und heimlich am Rande betonmäßig anknabbern des Feldes, was allerdings schwer zu unterbinden sein wird.
Die Ukraine ist ein Zeichen dafür, was laufen könnte in Zypern (und was bereits wenig anders gelaufen ist), wenn es denn mal wieder drunter und drüber gehen sollte. Auch in diesem Bericht wird Biden genannt, nur kurz und dann handelt es sich um seinen Sohn. Hoffe, Sie können mit dem Ton und der Wortwahl, der Ideologie, des Schreibers leben, eben etwas links, eben etwas jung vermutlich, aber, gut informiert. Nun, diese Info-Quelle, die mal etwas MEHR wissen lässt über diesen seltsamen Konflikt in der Ukraine, ist auch daher, wie man sagt, Gold wert und soll unseren Lesern thematisch ein Exkurs sein. Doch nun zum Aufruf!

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Gemeinsamer Aufruf von ARAB und NaO zur Antikriegsdemonstration in Berlin am 31. Mai

Gemeinsamer Aufruf von ARAB und NaO für eine revolutionären Block auf der Anti-Kriegs-Demonstration am kommenden Samstag um 12 Uhr am Potsdamer Platz. Weitere Unterstützer_innen können sich unter
arab@riseup.net, kontakt@nao-berlin.org oder hier bei Facebook melden.

 Solidarität mit den AntifaschistInnen in der Ukraine   Gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg!

 Das Massaker von Odessa, dem mindestens 46 Menschen zum Opfer fielen, verdeutlicht, mit welcher Regierung wir es heute in der Ukraine zu tun haben.   Die Koalition aus Neo-Liberalen, Oligarchen und Faschisten führt einen Krieg gegen die Linke, gegen AntifaschistInnen, gegen jeden Widerstand
aus der eigenen Bevölkerung.   Seit Wochen führt sie einen „Antiterroreinsatz“ gegen alle Kräfte
im Osten und Süden des Landes, welche die neue Regierung nicht anerkennen wollen. Sie alle werden umstandslos als „Separatisten“ und „Agenten Moskaus“ diffamiert, um das Vordringen der ukrainischen
Armee, der aus „zuverlässigen“, nationalistischen und faschistischen Kräften bestehenden „Nationalgarde“ und der Privatarmeen der Oligarchen zu rechtfertigen.

Die Nazi-Banden des „Rechten Sektors“ verbreiten Terror. In den von der Regierung kontrollierten Gebieten sind alle Linken, die sich klar gegen die neuen Machthaber stellen, praktisch in die Illegalität gezwungen. Die Büros der sozialistischen Organisation „Borotba“ (Kampf) und der
„Kommunistischen Partei“ wurden verwüstet, Versammlungen werden von Schlägertrupps gesprengt, auf die Mitglieder wird öffentlich Jagd gemacht. Es wird wird nichts anderes als eine Pogromstimmung verbreitet.

Konterrevolutionärer Vorstoß

Die ‚Revolution‘ vom Maidan führte zu einer konterrevolutionären Machtverschiebung. Sie hat eine Koalition von rechten Nationalisten neoliberale Agenten des Westens), eine faschistische Frontpartei (Swoboda) und eine Koalition von faschistischen Banden (Rechter Sektor), die als Ordnungstruppe der neuen Regierung fungiert, an die Regierung gebracht.   Sie soll nun vollenden, was die „Orangene Revolution“ früher nicht vermochte – die gesamte Ukraine dem westeuropäischen und US-Kapitals zu unterstellen und das Land zu einem Anhängsel des westlichen Imperialismus zu machen.

Natürlich standen auch die Vorgängerregierungen des aktuellen Regimes unter imperialistischen Einfluss. Auch die Regierung Janukowitsch war eine der „Oligarchen“. Aber sie spiegelten eine Balance zwischen dem Einfluss der EU, der USA und Russlands wider, die sich politisch in
einem Zick-Zack-Kurs zwischen den konkurrierenden Mächten ausdrückte.   Damit soll jetzt Schluss sein, geht es nach der Kiewer Regierung, v.a. aber nach dem Willen der USA und ihrer Verbündeten. Zweifellos gibt es auch im westlichen Lager Widersprüche. Während es den USA v.a. Darum geht, Russland zurückzudrängen und zugleich auch die Festigung des europäischen imperialen Rivalen zu behindern, drängen die deutsche Regierung u.a. EU-Regime auf eine möglichst rasche Anbindung an die EU, um den ukrainischen Markt zu erschließen und zugleich den Schaden für das Russland-Geschäft gering zu halten. Dazu sind sie auch eher als die USA zu Verhandlungen und zur Berücksichtigung der Interessen der „östlichen Oligarchen“ und Russlands bereit – wenn auch als untergeordneter Faktor unter der Dominanz der EU.   Für diese Zwecke greifen die westlichen Imperialisten auch auf die faschistischen Banden zurück, welche die Kiewer Regierung stützen. Dazu wurden auch alle reaktionären Gesetze und Vorhaben der Kiewer Regierung gedeckt, die sich gegen die russischsprachige Bevölkerung richten. Dazu wird die „Demokratie“ in Kiew über den grünen Klee gelobt und der Mainstream der Medien spielt munter mit. Die wirklichen wirtschaftlichen und politischen Pläne der Kiewer Regierung und der westlichen Imperialisten werden dabei praktisch ausgeblendet:
  – sozialer Kahlschlag, Streichung von Subventionen für Lebensmittel und Energie für die Bevölkerung infolge der Auflagen für IWF-Kredite;
  – Ausverkauf des Landes an westliches Kapital;
  – drohender Ruin der Industrie im Osten nach Öffnung des Marktes,damit verbundene Massenarbeitslosigkeit und weitere Verelendung;
  – weiteres Vordringen der NATO an die russische Grenze.

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Dazu nehmen die westlichen Regierung, einschließlich der Bundesregierung einen Bürgerkrieg in der Ukraine billigend in Kauf. Allenfalls heuchelt Außenminister Steinmeier Mitgefühl mit den Opfern von Odessa – und schüttelt davor und danach Faschisten die Hand.
Um den russischen Imperialismus und seine Machtansprüche zurückzudrängen, investierten die USA und Deutschland nicht nur in Unternehmen, sondern auch Milliarden in die „Zivilgesellschaft“. Die USA haben sich die „Demokratiebewegungen“ in den letzten beiden Jahrzehnten rund 5 Mrd. Dollar kosten lassen. Mit Klitschkos UDAR hält sich die CDU-nahe Adenauer-Stiftung gar eine eigene Partei im Land – und jammert zugleich über zu viel „russische Einmischung“.
Die Wahlen am 25. Mai sind eine einzige Inszenierung, um der Machtergreifung von pro-westlichen Oligarchen einen demokratischen Anstrich zu geben. Dabei hat die neue Regierung mit undemokratischen Mitteln die Rada, das ukrainische Parlament, gesäubert, der Kommunistischen Partei droht das Verbot. Ein Wahlkampf für Oppositionelle ist praktisch nicht möglich. Das Wahlgesetz wurde – entgegen den ach so heiligen demokratischen Gepflogenheit der EU – kurzfristig geändert, so dass der neue Präsident auch dann rechtmäßig im Amt wäre, wenn in ganzen Landesteilen wie Donezk und Lugansk gar nicht gewählt wird.

  Widerstand

Der Widerstand gegen dieses Regime, der sich im Süden und Osten des Landes entwickelt hat, ist daher vollkommen legitim. Gegen die faschistischen Schläger des „Rechten Sektors“, gegen die
„Anti-Terrorkampagne“ der Nationalgarde sind Selbstverteidigung und bewaffneter Widerstand nicht nur gerechtfertigt, sondern unerlässlich – allein schon, weil sonst weitere Massaker wie in Odessa nicht zu verhindern sind. Als Revolutionäre und Anti-FaschistInnen haben wir immer militanten antifaschistischen Widerstand verteidigt. Wenn das hier gegen NPD und Kameradschaften richtig ist, dann gegen die viel gefährlicheren Mörderbanden in der Ukraine erst recht!

Zweifellos verfolgt auch der russische Imperialismus seine eigenen Interessen, wenn er sich als „Unterstützer“ des Widerstands darstellt. Er ist jedoch ein falscher Freund und verräterischer
Bundesgenosse.   Das Genfer Abkommen mit den westlichen Imperialisten, die Unterstützung für den Parlamentswahltermin am 25. Mai, die Opposition gegen die Volksabstimmung am 11. Mai zeigen: Putins Ziel ist eine Annäherung v.a. an die EU und den deutschen Imperialismus, mit denen er eine Aufteilung der Ukraine vereinbaren möchte. Sein Problem ist jedoch, dass die USA und ihre engsten Verbündeten in der EU Britannien und Polen jede Art von Kompromiss blockieren wollen.

Der politischen Ausrichtung der Führungen der „Volksrepubliken“ von Donezk und Lugansk stehen wir kritisch gegenüber. Etliche von ihnen stehen unter dem politischen Einfluss der russischen Regierung, andere unter dem von lokalen Großkapitalisten. Viele sind eher zufällige Größen. Aber es ist schlichtweg eine Verleumdung durch die Kriegshetzer im Westen, die Bewegung im Osten und Süden des Landes als eine von „russischen Agenten“ hinzustellen.

Anders als beim Maidan gibt es jedoch keine fest gefügte Führung aus Parteien der Oligarchie und der Faschisten, die von Beginn an einen dominierenden Einfluss auf die dortige Bewegung hatten. Die „Partei der Regionen“ des Ex-Präsidenten Janukowitsch ist zerfallen. Faschistische Organisationen, die hinsichtlich Größe, Kampfkraft und Einfluss mit Swoboda oder dem „Rechten Sektor“ vergleichbar wären, gibt es im Osten oder Süden des Landes nicht. Ursprünglich waren die Besetzungen von Rathäusern im Osten des Landes wahrscheinlich auch nur von einer Minderheit getragen. Die Brutalität der Reaktion, der „Anti-Terrorkampf“ und die Angriffe des „Rechten Sektors“ z.B. in Mariupol, wo ein zweites Odessa verhindert werden konnte, haben ihr jedoch Massenzulauf oder jedenfalls deren Unterstützung gebracht. Armee- und Polizeieinheiten weigerten sich, gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen, zogen sich zurück, desertierten oder wechselten gleich die Seiten. Daher wurde auch das Referendum am 11. Mai zu einer Massendemonstration gegen die Kiewer Regierung.

 Mit ihrem Ruf nach Abtrennung und einem Anschluss an die russische Föderation steuern die Führer der Donezk-Republik allerdings einen gefährlich-abenteuerlichen Kurs und entfremden sich großer Teile der Bevölkerung, deren nationale Identität und Sprache ukrainisch ist. Außerdem erschwert es zusätzlich, den Widerstand im östlichen Teil mit dem möglichen Aufbegehren gegen die Kürzungspläne von EU und IWF in der gesamten Ukraine zu verbinden.

Solidarität mit der ukrainischen Linken!

In dieser Situation stehen die ukrainischen Linken vor einer extrem schweren Aufgabe. Einerseits müssen die den Kampf gegen die Kiewer Regierung, gegen faschistische Angriffe, gegen die Unterordnung des Landes unter USA, EU und NATO führen. Andererseits geht es darum, unter den Widerständischen für eine internationalistische, klassenkämpferische und revolutionäre Perspektive einzutreten, den Einfluss russisch-nationalistischer Kräfte oder von Anhängern einzelner Oligarchenfraktionen zurückzudrängen.

Heute ist in der Ukraine die Verteidigung der Städte im Osten und Süden gegen die Angriffe der Faschisten und der Regierung eine Vorbedingung, um überhaupt eine Massenbewegung gegen die Regierung aufbauen und darin für eine revolutionäre Ausrichtung kämpfen zu können. Ein Sieg der Regierung über den Osten würde zu Pogromen wie in Odessa führen und jede Opposition den faschistischen Schlächtern preisgeben.In den „Volksrepubliken“ des Ostens werden auch soziale Forderungen erhoben wie die nach der Enteignung der Oligarchen. Das gleiche gilt für vom Imperialismus kontrollierte Unternehmen wie der größten Bergbaugesellschaft Burisma, in deren Vorstand Hunter Biden, der Sohn des US-Vizepräsidenten, seit Mitte Mai sein Unwesen treibt. Wir unterstützen diese Forderungen. Werden sie mit dem Aufbau von demokratischen Strukturen der Bevölkerung und v.a. der ArbeiterInnen verbunden, so können sie zu einem Hebel werden für die Umgestaltung der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft im Interesse der Lohnabhängigen.

Im Osten ist der staatliche Zwangsapparat praktisch zerfallen. Es fragt sich, wer und was an seine Stelle tritt. Solange die „Regierungen“ in Donezk oder Lugansk unter keiner demokratischen Kontrolle der Bevölkerung stehen, können sie selbst leicht zum Spielball äußerer Mächte, von Oligarchen oder Abenteurern werden. In einer solchen Situation unterstützen wir den Aufbau von demokratischen Organen der Selbstverwaltung und Verteidigung. Wo sie bestehen, sollte die Macht in ihren Hände konzentriert sein. Die bewaffnete Milizen, Soldaten u.a. bewaffnete Einheiten, die die Bevölkerung gegen die Kiewer Regierung verteidigen wollen, sollten ihnen unterstellt sein.So kann ein Kurs gewahrt werden, der sich einerseits gegen die Regierung wendet und zugleich gegen jede Unterordnung unter den russischen Imperialismus. Die sozialistische Organisation „Borotba“ wendet sich gegen eine russische Annexion der Ostukraine (und Illusionen, die in Teilen der Bevölkerung bestehen), fordert die Enteignung der Oligarchie und der westlichen Kapitale und tritt für eine sozialistische Umwälzung ein.

Unsere Solidarität gilt daher besonders „Borotba“. Sicher haben auch wir in einzelnen Punkten Differenzen – auch deshalb, weil „Borotba“ selbst eine Organisation mit verschiedenen politischen Strömungen ist. Sie stellt unserer Meinung nach aber den einzigen realistischen Ansatzpunkt für den Aufbau einer revolutionären Organisation in der Ukraine dar.

Internationalismus

Auf sich allein gestellt bzw. in Isolation werden die ukrainische Arbeiterklasse und die Linke nicht in der Lage sein, den Klassenkampf gegen die eigene Oligarchie erfolgreich zu Ende zu führen und sich der imperialistischen Unterwerfung unter das Diktat von USA, EU oder Russland zu widersetzen. Sie braucht und verdient daher starken internationalen Rückhalt!Besonders für Menschen in den imperialistischen Staaten, die gerade dabei sind, die Ukraine zu unterwerfen, besteht die Verpflichtung, den Kampf gegen ihre eigene herrschende Klasse zu führen, deren Pläne auf die Unterwerfung der ganzen Ukraine über EU und NATO oder eine Teilung in Interessensphären entlang ethno-linguistischer Linien hinauslaufen. Die Rolle von Obama, Merkel und Co. als „Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten“ bzw. Putins Rolle als „Schützer der russischen Bevölkerung in der Ukraine“ müssen als Schmierentheater entlarvt werden.
SozialistInnen und AntikriegsaktivistInnen in den imperialistischen Ländern können am besten Solidarität üben durch Bildung einer internationalen Bewegung der Kriegsgegner gegen die Kriegstreiberei aller imperialistischen Mächte und in Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand.

2012-01-01 02.48.05

Die Grundlage dafür sollte sein:

– Rückzug aller westlichen bewaffneten Truppen und Militärbasen aus Osteuropa! Keine NATO-Manöver in der Ukraine! Nein zu allen Boykotten durch USA und EU!

– Nieder mit allen imperialistischen Interventionen, westlichen und russischen! Keine fremden Truppen und Geheimdienste in der Ukraine!

– Keine neuen Kriege, weder kalte noch mit Waffen geführte! Auflösung der NATO!

– Stopp der Unterstützung durch die Bundesregierung u.a. westlicher Regierungen für die Regierung in Kiew! Weg mit dem EU-Kürzungsprogramm für die Ukraine!

– Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand! Verteidigt linke Organisationen wie die KP der Ukraine und „Borotba“, die unter der Repression leiden!

Beste Grüße”

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Burkini beim Fußball?

Burkini, Doping und Fairness!

 

Uns fiel beim Begriff Burkini komischerweise zuerst Burkino Faso ein. Wahrscheinlich weil vor kurzem die Lage in diesem afrikanischen Land eine kleine Ecke in einer Zeitung als Tagesnachricht bevölkerte ich glaube, es herrscht gerade mal wieder Hunger dort, also, mehr Hunger als sonst.

Burka, der afghanische Chic für die emanzipierte Muslimin, kam uns gleich danach in den Sinn doch wie bitte sehr sieht ein Burkini eigentlich aus?

Es soll ein Ganzkörperschwimmanzug sein. Hat das Ding etwa auch eine Kapuze, ist es aus Latex und sind die Arme und Beinchen auch schön bedeckt, so, wie es sich womöglich irgendwelche Latexliebhaber der besonderen Art wünschen, oder wie man diese sexuelle Preferänz nennen darf, ohne dieselben zu diskriminieren?

Bleibt noch zu fragen, ob wir denn wirklich ertragen müssen, die schönen nackten Füsschen und Händchen der muslimischen Jungfern, davon darf doch wohl ausgegangen werden, dass sie das sind, wirklich ertragen müssen als Anblick?

 

Wenn also demnächst im Schwimmbad befindlich so ein freiwillig-unfreiwilliges weibliches Schulkind versteht sich nur aus der Ferne betrachtet werden muss, so ganz flüchtig und weil sie halt so heraussticht, ist durchaus zu befürchten, eben weil so ein Aufhebens um ihr Bedecktsein gemacht wird, als erstes an all Das zu denken, woran man ansonsten bei Kindern im Leben nicht denkt ihre Sexualität.

 

Es soll ja Leute geben, die finden, dass die Verschleierung der Frauen und Mädchen den sexuellen Aspekt derselben gewissermaßen potenziert, ja, dass in Gesellschaften wo Frau in der Öffentlichkeit als menschgewordener Stoff-Wickel, oder dergleichen, durch die Straßen gehen oder schleichen, jedenfalls möglichst etwas devot und scheinbar unscheinbar sich bewegen, die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts dann erst recht auf sie aktiviert wird sogar bei jenen, die sich ansonsten wenig ums weibliche Geschlecht scheren.

Eine verzwickte Angelegenheit.

Nun haben wir ja den Herrn Bach im IOC, einen Deutschen endlich! Wir sind wieder wer! Er möge uns nicht wie der Papst abgehen, Amen. Weil sonst sind wir nicht mehr Zeus vom Olymp, oder so.

Deutsche Solidität, oder wie man es richtig sagt, and the rest of it (undsoweiter) sind schon länger aufgerufen in der Welt, wie immer öfter vermeldet wird, sich an die Spitze international und in den wichtigsten Gremien zu pushen. Angelika Merkel als angeblich stärkste, das heißt einflussreichste, Frau der Welt hat nun wirklich Maßstäbe gesetzt in diese Richtung.

Kurz: Schon wegen der oben genannten Verzwickung, oder so, mag doch mal daran erinnert werden, dass es durchaus noch einige Themen gibt, Probleme, Fragen, die nach einer Lösung geradezu schreien so wie eben das Problem mit der Positionierung der muslimischen Frau in der muslimischen Gesellschaft beziehungsweise in Gesellschaften, die nicht muslimisch sind größtenteils.

Und da nun endlich ein weiterer Deutscher sich an die Spitze einer international operierenden Organisation hat kicken lassen, von Herrn Bach ist die Rede, würden wir mal daran erinnern wollen, dass es ein Unding ist, dass Profi-Fußballer noch immer nicht auf Doping untersucht werden. Dass die Dopingkontrollen, die in anderen Sprotarten durchgeführt werden, eigentlich noch immer eher einem schlechten Witz gleichen. Und dass dieser Schleier des Keine-Dopingkontrolle-für-Profikicker noch immer über der Denke der Menschen, insbesondere in Germany, liegt wie eine muslimische Burka über afghanischen Frauen, ist unerträglich.

Insofern ist das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wirklich mehr als begrüßenswert bezüglich der Burkini, welches besagt, dass die Mädchen sehr wohl zum Schwimmunterricht zu gehen haben und sei es in der Burkini. Und daher sollte, sozusagen im Umkehrschluss, die Dopingkontrolle für Profi-Kicker bestens am Ende dieser Saison eingeführt werden in Deutschland auch, damit endlich die erste Weltmeisterschaft durchgeführt werden könnte, die ohne Doping Leistung und Können der deutschen Kicker mit anderen misst. Das wäre wirklich solide und so etwas Ähnliches erwartet die Welt auf Grund des Hypes oder Images, welches Deutsche umrankt. Inovation der besonderen Art eben!

Letzteres wird auch vor dem Hintergrund der Behauptungen darüber geschrieben, dass die einstigen Weltmeister beim Wunder von Bern in den 50er Jahren bereits ihr Zuckerspritzchen erhaten haben sollen, um die Ungarn im Spiel zu besiegen. Der damalige Trainer (Helmut Schön?) hatte sein Handwerk bei Einheiten der Nationalsozialisten gelernt.

Letzteres ist ein Thema, welches Nestbeschmutzung sondergleichen ist, ungefähr so, wie die Vorstellung bei manchen muslimischen Vätern oder Ehemännern, ihre Tochter oder Frau im Bikini im öffentlichen Bad den Blicken der Männer und den dort installierten Kameras etc. ausgesetzt zu wissen.

Dass der Rat der Muslime in Deutschland das Urteil des Gerichts positiv bewertet, sollte um so mehr Ansporn darstellen, die Toleranz der Mehrheitsbevölkerung auf anderem Terrain, eben dem des Fußballs, zu beackern. Denn es geht jeweils um Fairness!   

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