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So,

da sind die Herren und Damen also noch immer in New York.

Auch einige aus dem Norden Zyperns sind dort.

Akinci hat dort,

immerhin,

den holländischen und den deutschen Außenminister getroffen.

Man stelle sich vor, für die schrecklich lange Dauer von jeweils einer halben Stunde trafen die sich. Diese Zeitangabe gibt die Press and Information Cyprus aus dem S[den der Insel durch.

Haben Die in dieser kurzen Zeit außer Händeschütteln und sich zu begrüßen und zu verabschieden noch zu anderen ‚Themen‘ Zeit gehabt?

Gehen wir mal davon aus, dass ihr jeweiliger Mitarbeiter-Stab die Arbeit erledigte, und die erwähnten Herren eben lediglich repräsentieren gingen – und unterzeichnen etc.

Doch muss man dazu ausgerechnet nach New York fliegen?

Für was gibt es denn nun das Internet und die tollsten Technologien zum direkten Chat und Unterzeichnen – damit man trotzdem noch in der Welt herumsegelt und Steuergelder durchknallt? Wenn das Unterfangen ja einen erkennbaren Durchbruch oder zumindest eine in Richtung Wiedervereinigung gehende wirkliche Entwicklung hätte, würde ja so mancher sofort seine Klappe halten – doch so?

Unverschämt, was DIE sich leisten – und das nicht nur im zyprischen Kontext, sondern anscheinend überall.

Klar, dass da von Sparen zu sprechen, welches Herr und Frau Bürger durchziehen sollen, dann den Herren und Damen gerade nochmal so viel ‚Spaß‘ macht – könnte so manche/r vermuten.

Immer schön von oben herab, also, damit bloß niemand die Wichtigkeit der Volksvertreter übersieht!?

Und außerdem nehmen das Wort „Volksvertreter“ zu viele unter denselben zu krass in Anspruch – als müssten die uns vorführen, wie schön und luxeriös das Leben doch sein kann, von dem die meisten in der Bürgerschaft inzwischen nur noch träumen können: vor dem Fernseher, im Netz und gelegentlich auch noch im Cinema.

Stellen Sie sich das mal vor:

Diese Leute reden schon über Jahrzehnte miteinander bezüglich der Lösung der sogenannten Zypernfrage, und was sagt der türkische Außenminister, so, als hätten die Verhandlungen eben erst begonnen:

Unglücklicherweise haben unsere vorangehenden Bemühungen keine Resultate hervorgebracht. Das letzte war jenes in Crans Montana/Schweiz. Um einen neuen Verhandlungsprozess zu beginnen, sollten wir nun unter uns reden und entscheiden, über was wir verhandeln wollen. Niemand kann ein weiteres Misslingen verdauen!“

Und wer soll solch hohles Geschwätz und Handeln verdauen?

Die griechische Seite klingt allerdings nicht wesentlich besser. Athen ist mindestens ebenso unbestimmt, auch wenn alle immer wieder betonen, dass die Zypernfrage gelöst gehört, aber … . Kotzias, der griechisch Außenminister hat mit dem türkischen Außenminister in Izmir, wie gesagt nach Jahren von Verhandlungen, kürzlich immerhin herausgefunden, so Cavusoglu:

Jeder sah, dass es sinnlos ist, Verhandlungen wieder zu beginnen, nur um dieselben [überhaupt] zu führen, und ohne zu beschließen, was verhandelt wird – ohne auf das Ergebnis fixiert!“

Das eben spricht doch wohl Bände.

Das heißt, die haben Quasselbude gemacht all die Zeit über und jetzt, wo etwas mehr Druck aufkommt aus verschiedensten Ecken der Welt etc., wollen die Herrschaften plötzlich zielgerichteter zu Werke gehen. Ist das nicht so etwas wie der Gipfel der Unverfrorenheit?

Vor kurzem in einer Überschrift im Vorbeigehen gelesen, dass es wahrscheinlich nur noch Trump richten kann, diese zyprische Dauerfrage aus der Welt zu beantworten.

Offensichtlich ist auch die Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in New York beheimatet. Schön, zu hören und zu lesen, dass Nordzypern bei deren Zusammenkunft auch wieder Reden schwingen wird. Herr Kudret Özersay, der Außenminister Nordzyperns, wird das Letztere besorgen:

Wir werden weitermachen damit, unsere Sicht der Dinge sowie die Erwartungen der Türkischzyprioten auf jeder erdenklichen Plattform [weltweit] vorzubringen, wo wir dazu eine Gelegenheit offeriert bekommen!“

Özersay gibt an, in New York festgestellt zu haben im Rahmen der UN-Mitgliedervollversammlung, dass dort niemand darauf scharf ist, die Zypernfrage (schon wieder) in den Vordergrund zu rücken.

Eine gute und kluge Beobachtung.

Weil:

Bevor sich die Haltung Südzyperns in dieser Frage nicht ändert, ist jede Bemühung eh schon fast verschwendete Zeit, Energie und Geld. Wahrscheinlich braucht es da wirklich so etwas wie eine Führer-Typen, also Trump, der beiden Seiten zum Beispiel folgendes klar macht:

Sollte ich bei den Midterms nicht durchkommen, demnächst, und meinen Job verlieren, dann Gnade euch Gott! Denn wenn die Clinton oder ähnliche Kriegstreiber in Washington den Präsidentenstuhl in Beschlag nehmen, ist aus mit lustig für euch.

Und daher – ihr seht ja wohl, was in Syrien, dem Libanon und Palästina geschieht – werdet ihr Zyprer, sollte ich die Midterms überstehen, gefälligst und schleunigst die Zypernfrage aus dem Weg räumen!

Alles klar?

Oder glaubt ihr, wir ziehen euch noch länger durch?

Würde Trump so oder ähnlich mit den Zyprern sprechen, könnte eine Wiedervereinigung eventuell klappen – zumindest vonseiten der Zyprer. Doch ein bisschen viel mehr Drohkulisse brauchen die zuletzt Erwähnten und erst recht die anderen Involvierten, die sogenannten Garantiemächte, bestimmt!!!

Immerhin: Die Zyprioten graben ihre Toten des Konflikts von 1974 noch immer aus der zyprischen Erde aus, die sie nun begraben wollen, „wie es sich gehört“.

Wie allerdings in einem Clip im Internet zu hören ist, Herr Wimmer von der CDU sprach in Bautzen zu den Bautzenern, soll Frau Merkel sich weigern, ganz strikt, Leichname deutscher Soldaten, die im II.Weltkrieg im Osten gefallen sind, beerdigen zu lassen – da irgendwo in der Ukraine. Und so werden die menschlichen Überreste, die man gefunden hat und noch immer findet, irgendwo in Tücher gehüllt aufbewahrt, so Wimmer.

Das, wenn die Nachricht der Wahrheit entspricht, ist wahrhaft noch verlogener und düsterer als die zyprische Politik und der Eiertanz um die zyprische Wiedervereinigung. Das Nicht-Beerdigen menschlicher Überreste ehemaliger, gewiss auch verhungerter Wehrmachtssoldaten, finden nicht wenige, grenzt an Verrat und wird, wie zu verstehen ist, mit dem Verhalten der Kanzlerin beim unabgesprochenen Öffnen der Grenzen 2015 zunehmend in einen Topf geworfen – wo sie auch ALLEINE die Order aus gab, und so etwas Ähnliches sagte, wie:

Das wird so gemacht und nicht anders!

Wenn der erwähnte Clip hier richtig erinnert wird, hat es nämlich innerhalb der CDU eine Abstimmung zu dem Thema menschliche-Überreste-aus-der-Ukraine-holen-lassen-und-manierlich-bestatten gegeben, die Merkel im Nachhinein vom Tisch gewischt haben soll mit „NEIN!“

Andernorts in den Medien wird über den Norden Zyperns dieser Tage berichtet, dass die Grenze, um von Hunger oder Armut der Leute sprechen zu können, bei 2.625 Türkischen Lira (TL) derzeit liegen soll; wohingegen diese Grenze in der Türkei bereits bei 1.893 TL liegt. Diese Zahlen soll die Türkisch Zyprische Handels-Gewerkschaft der Staatsangestellten ermittelt haben (KTAMS).

Die Gewerkschaft beschuldigt die Regierung im Norden Zyperns, viel zu wenig gegen die andauernde Krise zu unternehmen.

Wir warteten alle schon drauf!?

Jetzt kommt die freudige Nachricht:

Eine digitale Universität wurde im Norden Zyperns eröffnet.

Endlich.

Am 15. Oktober soll es losgehen.

Rektor ist Herr Prof. Dr Hasan Bülent Kahraman.

Bildung ja, Prüfungen nein, scheint das Konzept zu sein und sich eventuell NUR an Studenten richten.

Die Uni nennt sich „Netkent University“.

Weitere Herren haben beim Entstehen der Uni ihre Hände im Spiel, so zum Beispiel auch Vedat und Ali Eskinat: www.netkent.edu.tr.

Gerade mal nachgesehen im Netz, was auf der Webseite geschrieben steht.

Anscheinend wird alles, was da angeboten wird, ohne Türkisch zu können, nicht zu bewältigen sein – noch nicht. Überhaupt sieht der Lehrplan recht unausgereift aus (Wirtschaft, Juristik, Informatik. Die Letztere gibt es aber in äußerst abgespeckter Form. Auf dem Stundenplan steht sogar auch in diesem Fach, wie auch in den anderen Fachbereichen, dass Wissen über Atatürk sich angeeignet werden müsse etc. – „Atatürcülük“).

Zuletzt:

Das „Blau-Wal-2018-Manöver“ wird demnächst und bis zum 07. Oktober im südöstlichen Mittelmeer abgehalten werden. Federführend wird die türkische Marine dabei sein und mit von der Party, man staune, sind auch die USA.

Alle möglichen Waffengattungen werden mal wieder getestet, so zum Beispiel U-Boote, die wer weiß, welch wunderlichen Dinge tun können.

Den Tod bringen.

Dem nicht genug, wird auch noch Kanonenfutter, erlauben Sie bitte den bösen Zungenschlag zum vermeintlich ‚guten‘ Ereignis, an Bord hie und da sein, nämlich Soldaten aus den USA, Aserbaidschan, Algerien, Katar, Kuwait, Pakistan, Rumänien und Saudi Arabien.

Die türkische Luftwaffe wird gewiss wieder Pirouetten fliegen, die hoffentlich nicht – wieder – darin enden, dass das eine oder andere Gefährt, Menschenleben oder die Umwelt tödlich gefährdet werden.

Diese doofen Manöver gehören verboten, hier im südöstlichen Mittelmeer auf jedenfall von ihrer Anzahl her eingeschränkt.

Ohne groß nachzusehen, wird nun behauptet, dass inzwischen so gut wie jeden Monat von irgendjemand vor Ort ein Manöver durchgeführt werden ‚MUSS‘.

Es ist zum Aus-der-Haut-fahren, was sich die schweigende Öffentlichkeit inzwischen alles gefallen lässt.

Auf in den Pazifik also?

Dort soll alles schön ruhig und atomar stillgelegt verlaufen!

Wo bloß ist unsere gute alte Inselromantik für einen gelungen Rückzug geblieben?

Zypern ist diese Rückzugsmöglichkeit nahezu an den meisten Stellen nahe des Meeres ganz gewiss nicht mehr, auch wenn die Zyprer auf Tourismus bauen und bauen und noch mehr bauen, so viel in letzter Zeit bauen, dass all jene, die sich hier auch noch eine Wohnung kaufen, gewiss nicht mehr jene sein können, die nach Ruhe und Frieden im Alltag suchen.

Zypern ist leider auf dem besten Weg, entlang der Küste seinen Charme zu verlieren, verloren zu wissen! Und Sie wissen ja: Das Gebirge oder der Berg auf Zypern namens Troodos, der soll nun endlich auch noch mehr bewirtschaftet werden. Andauernd liest man davon – und manch eine/r mag das ganz besonders verlockend finden, andere eben nicht!

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Die Herren Akıncı und Anastasiadis verhandeln immer noch. Noch wird von einmaliger Chance gesprochen, die bestehe und noch hängen sich die Verhandlungspartner nicht am Kragen: „Du bist schuld!“ schreiend.

In der Alitheia vom Sonntag schreibt jemand davon, dass sollten die Wiedervereinigungsverhandlungen der beiden zyprischen Inselteile wieder einmal ins Leere laufen, es diesmal wohl nur eine Frage der Zeit sein wird, bis der Norden Zyperns dann wirklich eine Provinz der Republik Türkei wird.

Die Aussichten stehen dafür gar nicht so schlecht, betrachtet man sich den weiteren Kontext: Syrien, Kurdistan (iranisch, irakisch und türkisch), und durchaus muss hier die ewig dauernde Auseinandersetzung der EU mit der Türkei genannt werden, und zwar auch, doch nicht nur, im Hinblick auf den Osten Griechenlands, Trakien. Denn auch dort wohnen Türken und nicht zu wenige. Es stimmt allerdings, dass die Türkei unter Erdogan und seinen Leuten diese Angelegenheit vorerst aussetzt und anstatt in Ländern wie Bosnien, allgemein auf dem Balkan, wo einst Türken lebten und immer noch leben, ihre Wirkkraft entfaltet. Das geschieht durchaus mit einigem Erfolg. Die EU lässt Ankara noch gewähren, weil beschäftigt mit sich selbst.

Kurz: eine weitere Aufteilung der Machtsphären ist im Gange. Jeder packt sich das, dessen er habhaft werden kann. Derart erscheinen die kriegerischen Abläufe in Syrien, Libyen etc. dann plötzlich gar nicht mehr so chaotisch, wie man sie über die meisten Medien ansonsten verabreicht und erklärt bekommt. Nein, die innere Logik all dessen folgt einem Verteilungskampf, der von statten geht.

Dass Zypern nun der Juwel ist, um den es dabei geht, wäre bestimmt die Ansicht vieler Zyprer ausgesprochen, die ihre Nation eh überhöhen und als den Nabel der Welt betrachten. Doch vielleicht zeigt sich ja bereits im kommenden November 2016 anhand des Ausgangs der Wiederverhandlungsgespräche der Zyprer in New York – der finale Count-Down – zumindest Experten, was sich in der Region auftun könnte: Die Amerikaner erhalten dann Das, weil die Russen Jenes kriegen und die Türken müssen daher So, weil die EU Dies und Das etc.

Das recht blutige Geschacher näher zu bestimmen, wäre vermessen, denn die Akteure agieren wie Kartenspieler: keiner weiß, welche Karte ihm noch in die Hand gespielt wird, wenngleich auch alle mit gezinktem Blatt über und unterm Tisch spielen.

Angeblich haben sich die Verhandlungsführenden in wichtigen Punkten angenähert, vermeldet Nikosia schon fast stolz. Wir von Zypernundmehr-News wollen das hiermit dennoch stark in Zweifel ziehen, weil so ähnlich klangen DIE 2004 auch – schon fast euphorisch. Nachdem, was nämlich über den Verhandlungsverlauf im Detail zu lesen ist, bleiben einfach zu viele Fragen unangesprochen – und die Verlautbarungen der beiden zyprischen Führer und ihrer Entourage sind teils viel zu widersprüchlich.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das viele Verhandeln zwar gute Hotels und besten Service mit sich bringt, sozusagen berufsbedingte Urlaube, aber da wäre ja noch das sogenannte Referendum. Manchmal könnte man schon fast denken, die haben beim vielen Verhandeln, als die nächste Flasche guter Wein in bestem Restaurant aufgemacht wurde, eine Lösung zumindest dafür gefunden, nämlich, wie das den beiden Bevölkerungsgruppen in Aussicht gestellte Referendum doch noch umgangen werden kann.

Na, ob da die Kirche im griechischsprachigen Süden mitspielen wird? Ob Ankara das besonders einfallsreich findet?

Fragen über Fragen.

Denn das Referendum des sogenannten zyprischen Volkes muss ja noch eingeholt werden auf Zypern – komischerweise nach dem Verhandeln. Eigentlich ein Witz, dass die politischen Führer all das schöne Geld mit Verhandlungen und Diesem und Jenem verbrauchen, wenn ihre ‚Bemühungen‘ dann vom Volk zunichte gemacht werden – sollten beide Führer wirklich und ganz ehrlich an einer Wiedervereinigung je interessiert gewesen sein. Man weiß ja nie! Wir erinnern da bestens nur: Papadopolous, Xristofias, 2004, Annan Plan!

Alles klar?

Sener Levent kolportierte neulich die Geschichte, von der er gelesen habe irgendwo im Netz, in der Putin bei Erdogan angerufen haben soll und diesem gesagt: Du hältst dich gefälligst aus Syrien heraus oder ich rupfe dir deine Marionette auf Nordzypern! Das heißt, dass Putin gedroht haben könnte, sich andernfalls im Norden Zyperns breit/er zu machen. Sener lässt uns in der Politis wirklich nicht im Unklaren darüber, dass die Meldung höchst wahrscheinlich eine Finte ist, von der er las – von wem auch immer in die Welt gebracht. Interessant ist daran der Blick hinter die Kulissen, wenn er denn stimmte. Ähnliche Dialoge könnten sich hinter verschlossenen Türen der Diplomatie durchaus abspielen. Man ist in dieser Branche zuweilen auch sehr direkt, wollen wir den Umgangston mal nennen.

Dass Zypern, der griechischsprachige Teil, sich auf B- im Ranking irgendeiner Finanzkontrollbehörde gemausert haben soll, ist Ihnen gewiss schon zur Genüge mitgeteilt worden. Und dass diesen Erfolg der Tourismus insbesondere bewerkstelligt haben soll, auch. Wolkenkratzer werden neuerdings an Limassols Küste hochgezogen – immer mehr. Viele denken, das müsse so sein, damit die Stadt endlich einen weltläufigeren Anblick erhält. Und solche Riesenbunker bei so wenig Wasser?

Wie bereits in anderen Artikeln geschrieben, hat Zypern ein zunehmendes Problem mit dem vorhandenen Wasser. Morgen schon wird voraussichtlich das Interview mit der Firma stattfinden, die das Wundermittel zur Hand hat, auf biologischer Basis ist es gemacht, welches Ölflecken im Meer wegfressen soll.

Dass Wasserprobleme in einem Land wie Zypern gelöst gehören, denn die Sonne scheint lang und viel und das Grün ist nun nicht gerade ausufernd viel, sollte man doch wohl annehmen. Allerdings ist von Wasserschäden landauf-landab zu lesen und zu hören. So auch vor kurzem wieder, und zwar in einem kleinen Dorf namens Psematismenos. Sener Elçi, der vor ein Paar Tagen eine Medaille als ‚der‘ Europäische Bürger erhalten hat, kommt zwar nicht aus Psematismenos, doch wie er in seiner Dankesrede schilderte, die in der Afrika Gazetesi in voller Länge am 01. Oktober 216 zu lesen ist, floh er auf einem Esel mit seinen türkisch-zyprischen Eltern wenige Monate nach seiner Geburt in Kalavasos nach Psematismenos, um dort vorerst Unterschlupf zu finden, bevor die Familie in den Norden weiter fliehen musste.

Ein Nest, eben ein kleines Dorf, Psematismenos.

Oberhalb des Dorfs stehen von Weitem bereits ersichtlich Villen. Im Dorf selbst gibt es recht chice alte Häuser, die zumeist von Ausländern aus dem englischsprachigen Raum liebevoll renoviert wurden, und die man dort auch auf zweiten Blick gar nicht erwarten würde.

Teile des Baulands mussten wohl mit Erde aufgefüllt werden, da der Grund darunter ziemlich felsig zu sein scheint – und keiner weiß so recht, was da noch alles auf der kleinen Anhöhe über dem Dorf unter dem Boden lauert. Die Häuser stehen jetzt jedenfalls – auch einige Bauruinen. Erbaut hat sie ein sogenannter Developer, die Santa Marina Villas, Idea Home Finder LTD. Man kann nicht sagen, dass die sogenannten Eigentumsbelege zügig beschafft werden konnten durch die LTD. Die meisten Hausbesitzer warteten Jahre.

Jetzt sind für die meisten dieser Hausbesitzer 10 oder 15 Jahre ins Land gezogen, die Behörden haben allen die Papiere ausgestellt und es könnte nun Friede, Freude, Eierkuchen herrschen. Die Garantien sind anscheinend definitiv abgelaufen inzwischen und siehe da: Wasserschäden, von denen wohl niemand gedacht hätte, dass es die in solch trockenem Umfeld überhaupt geben kann – nicht in dieser Art, wie im Folgenden beschrieben wird.

Das Haus ist also eines dieser Häuser über dem Dorf. Wie alle Villen hier, umgibt selbstverständlich auch diese ein Garten und es ist wie viele andere Häuser in der Art Siedlung nicht auf dem höchsten Punkt des Gipfels des wenig hohen Hügels angesiedelt. Die Straße führt auch vor diesem Haus vorbei, welches an den Hügel angebaut worden ist, abschüssig, wie man sagt. So schön, so gut. Doch seit geraumer Zeit breitet sich Feuchtigkeit aus. Lange haben die Besitzer dieses Hauses versucht so einigermaßen darüber hinwegzusehen. Vor zwei Jahren war allerdings schon jemand da, beklagen sie, der im Keller alles in Ordnung brachte an den Wänden, wo bereits die Farbe abblätterte. Feuchtigkeit.

Wie inzwischen zweifelsfrei festgestellt werden konnte, hat der oben erwähnte Developer und mit ihm ein Architekt, der den Bauverlauf seiner Zeit gut und extra bezahlt observierte, gepennt oder aber Geld sparen wollen – womöglich doch nicht so genau, extra bezahlt und dafür abgestellt, hingesehen. Denn es wurde am Boden und somit ums Haus herum keine Isolierung angebracht oder verlegt. Soll in Zypern so oft passieren, ist zu hören. Das rächt sich nun, denn unter den Fliesen fließt in winzigen, aber stetigen Mengen Wasser: ganz fein. Und keiner hat einen wirklichen Plan, der zeigt, wie und wo Rohre verlegt wurden. Man weiß es einfach nicht hundert Prozent, auch wenn man sich bislang eigentlich darüber sicher war. Das Verrückte daran ist eben, dass nun keiner weiß, woher das Wasser kommen könnte. Zwar gab es in der Hauptleitung vor einigen Monaten einen Wasserschaden, die unter der Straße verläuft. Der Schaden ist ganz sichbar aus unter dem Straßenbelag fast einen Meter hoch gespritzt für einige Tage – wie eine Fontäne. Nach Tagen wurde die Stelle dann zugemacht, bloß wie? Noch heute kann im Straßenbelag gut erkannt werden, wo das gewesen sein muss. Sehr fachmännisch sieht das Alles nicht aus.

Die Nachbarn sagen, sie hätten keinen Wasserverlust, auch nicht die, die über dem Grundstück, noch höher auf dem Hügel, wohnen. Ja, sogar diese Hausbesitzer können sich diesbezüglich nicht beklagen. Der Muchtar, Bürgermeister, erzählte ‚beruhigender Weise‘ von einem Wasserschaden woanders, bei dem 1000e Liter Wasser in das Haus und die Wohnung einer alten Frau geflossen seien, weil der Wassertank der Gemeinde einen Riss hatte – oder was genau der Grund war. Er war nämlich so frei, sich die Mühe zu machen und mit dem Auto mal kurz hochzufahren. Den Herrn, von dem er sprach, dass er ihn noch vorbeischicken wolle, um nochmals alles zu prüfen, kam allerdings nie an. Und die Arbeiter, die man angestellt hatte, den Schaden zu beheben, blieben auch mit dem ihnen im voraus bezahlten Geld auf der Strecke. Jemand versprach aber, er könne den Betrag zurückholen. Doch das ist lediglich ärgerlicher Nebenschauplatz.

Kurz: Man solle sich nicht so haben, ließ der Muchtar durch die Blume gesprochen wissen. Ist doch eigentlich alles OK. „Pflanzen sie doch Limonettengras, das saugt die Feuchtigkeit auf“, gab er zum Rat – und verschwand.

Händeringend sucht man nun nach der Quelle des Übels. Der Muchtar Psematismenos scheint vorerst nicht darauf ansprechbar zu sein. Es ist sogar zu befürchten, dass ihn das verstimmen könnte, sollte gar gefordert werden, dass er sich von amtswegen in Bewegung setzt in dieser Angelegenheit. Ausgerechnet er, dem doch eigentlich daran gelegen sein müsste auf Grund seiner Funktion im Dorf, solchen Schaden möglichst zu begrenzen, scheint der Wasserverlust nicht weiter zu jucken. Es steht wohl ein langer Weg durch Büros und Wohnstuben vermeintlicher Experten bevor; und vor Gericht ziehen, da sind sich die Hausbesitzer allerdings schon jetzt im Einklag drüber:

„Kannst du als Nicht-Zyprer vergessen!“

Hoffen wir also, dass die Wiedervereinigung zumindest klappt! Und wer regelt all die Dinge, die dann anstehen, etwa hiesige Behörden? Und die im Norden sollen noch abenteuerlicher unterwegs sein, ist zu hören von Hausbesitzern im Norden.

Die erste Republik Zypern, in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet, die nach Ansicht einiger noch Bestand hat, ist nach Ansicht anderer 1974 spätestens den Bach herunter gegangen. Und keiner scheint Lust aufs Nachsehen zu haben, wohin die Republik – oder Teile/Ruinen davon – eigentlich wirklich gingen!

In besagtem Hügel in der Höhe über Psematismenos stehen noch einige ’schöne‘ Ruinen-Objekte, und das seit Jahren, die versprochener Maßen schon längst hätten fertig gestellt werden müssen vom oben erwähnten Developer. Gott, bei solch Namen ist das vielleicht nicht verwunderlich. Auf Türkisch hieß der Ort, gemäß dem Preisgewinner Elçi, ja bereits so, wie jetzt auch im Griechischen in etwa: Lügnerdorf.

Das eine bauruinliche Objekt auf dem Hügel erinnert so besonders schön an die Akropolis von Athen. Wie zu hören ist, kann dieses Reiseziel auf Tour in der Hauptstadt der Griechen also gestrichen werden. Das hat man ja schließlich tagtäglich so in etwa in Sicht vor dem Haus, wird gesagt im etwas verbittert klingenden Scherz.

Ach ja. Und dann wären da noch die Spielplätze für die Kinderlein, welche die Gemeinde angelegt hat. Und ebenso gibt es auch als Bauland ausgewiesene Flächen seit Jahren, wie an vielen anderen Orten auf Zypern auch, wo bereits geteerte Straßen hinführen und die Straßenbeleuchtung schon seit Jahren, jeden Tag aufs Neue, den Hasen und den Paar Singvögeln, die noch nicht in die Netze gegangen sind, spätestens dort angekommen heimleuchten! Häuser mit und ohne Wasserschäden im Land der prognostizierten Wasserknappheit stehen auf diesen Flächen noch keine.

Zuletzt: Die Jagdsaison ist wieder eröffnet worden und gejagt wird offiziell mittwochs und sonntags. Passen Sie gut auf sich auf und kommen Sie bloß nicht auf die Idee, unterwegs in den Felder zum Spazieren, eventuell in Netzen festgeflogene Singvögel befreien zu wollen. Das kann handfesten Ärger einbringen! Die Briten auf ihrer Basis in Dhekelia können da seit vorgestern ein Lied dazu singen. Im zyprischen Fernsehen konnte nach den Vorfällen bei Xylofago/Dhekelia eine Diskussion verfolgt werden, wo sich ein junger, etwas muskulöser Herr entrüstete, was diese Europäer und Fremden denn eigentlich auf Zypern noch alles wollen. Schließlich sei das Verspeisen von Singvögeln Recht, weil eine Jahrhundert alte Tradition auf Zypern!

Überhaupt publizieren wir alle möglichen Inhalte zu Zypern und Mehr auch auf Facebook, so auch mehr Details zu dem Vorfall in Xylofaga: https://www.facebook.com/w.b.secondchancepublications

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