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Die letzten Tage

Eigentlich sind oder waren wir 8 Tage im Oman insgesamt. Jeden dieser Tag stringent hier nachzuzeichnen, macht irgendwie nicht wirklich Sinn. Inzwischen sitzen wir am Flughafen von Salalah und – natürlich – hat unser Flug angeblich 45 Minuten Verspätung. Schon auf dem Hinflug wurden wir Tage vorher davon in Kenntnis gesetzt, der Flug habe 45 Minuten Verspätung zurück von Salalah nach Muskat. Das sind dann wohl insgesamt schon 90 Minuten.

Wenn es nicht zufällig jeweils 45 Minuten wären, die als Verspätung angekündigt werden, würden weniger Zweifel aufkommen. Es könnte nämlich der Anschlussflug nach Zypern in Doha nicht rechtzeitig gekriegt werden. Erinnerungen an viele, viele Situationen im Jemen werden da einfach wach, in denen davon die Rede war, dass Herr Soundso „gleich kommt, in einer halben Stunde“. Es ist alles bestens Verlaufen auf dem Rückflug, der doch etwas lang war mit Umstieg in Muskat und Doha. In Muskat muss das Gepäck abgeholt werden und neu aufgegeben werden nach Zypern, wenn man von Muskat nach Salalah mit der Oman Air geflogen ist.

Auf den Trip nach der Grenze des Jemen von Salalah aus haben wir uns nicht begeben. Den Beschreibungen anderer Touristen nach, verleitete es uns nicht, nochmals über 100 US-Dollars rauszuhauen, anstatt einem relaxten Tag am Strand vor dem Hilton. Letzterer Entscheid geschah so wohl auch vor dem Hintergrund der Reise nach Wadi Dhawka. Und von der mag ich nun, wie im vorherigen Beitrag angekündigt, berichten.

Den Ordner der FTI, der im Rezeptionsbereich des Hiltons ausliegt, war zu entnehmen, dass FTI das günstigere Angebot zu haben schien. Die Taxifahrer und andere lokale ‚Reiseveranstalter‘ träumten irgendwie von zu hohen Preisen, und zwar ohne Reiseleiter. Und den wollten wir uns schon geben, möglichst auf Deutsch. Den bekamen wir dann auch. Doch der Reihe nach.

Der Reiseveranstalter, der für FTI in Salalah unterwegs ist, hatte einen Ägypter abgestellt, der nicht schlecht Deutsch spricht. Der wollte 2,5% Serviceleistung der Kreditkarte wegen addieren, als er uns den Tagestrip verkaufte. Das haben wir ihm schnell ausgeredet.

Erfreulich war, dass der omanische Fahrer den anderen Tag früh morgens um 08 Uhr pünktlich abfahrberereit anwesend war. Der sprach allerdings nur Arabisch und guckte etwas finster drein. In seinem Auto saß bereits eine ältere Dame, wie sich heraustellte eine Deutsche, die wie mein Reisebgleiter zwar viele Sprachen spricht, doch nicht Arabisch. Wir fuhren pünktlich los und machten uns miteinander bekannt. Irmgard war der Name dieser Frau. Sie kommt aus Stuttgart. Eine weise und offenbar auch resolute Zeitgenossin. Sie ist schon über die 80 Jahre alt und etwas gehbehindert. So weit, so gut.

Der Fahrer fuhr schnell, aber nicht zu schnell und schien glücklicherweise nicht die Neigung zu haben, unbedingt rasen zu müssen oder Risiken einzugehen beim Fahren. Irmgard erzählte von einem Fahrer, den sie hatte den Tag davor, der unübersichtliche Kurven schnitt und sich das nicht ausreden ließ. Sie hatten großes Glück, meinte Irmgard, noch am Leben zu sein.

Unser Fahrer sprach noch immer kein Wort mit uns, machte auch nicht den Versuch und taute erst auf, als ich nach knapp 20 Minuten Fahrt angfing, mit ihm Arabisch zu sprechen. Sein Toyoto Landrover schien relativ neu zu sein. Wie sich schon bald herausstellte, fuhren wir in einer Autokarawane von vielleicht 7 Jeeps, der gleichen Farbe und des selben Modells des omanischen Reisebüros, mit dem FTI und andere wie Sonnenklar offensichtlich zusammen arbeiten – „MeetingPoint“. Der Fahrer gab bereitwillig Auskunft und erklärte, wo wir gerade waren und an was wir vorbeifuhren. Ich übersetzte und so wussten auch die beiden anderen im Auto, wo wir sind, was passieren wird und wo wir demnächst hinfahren.

Das Befragen des Fahrers war schon von Nöten, denn ein Reiseleiter war nirgends zu sehen, als wir vor dem Hilton einstiegen. Zwar lag ein sehr geraffter Plan der Rundreise von FTI aus, der lediglich 3 – 4 Ziele der jeweiligen Tagestour namentlich benannte mit äußerst spärlicher Beschreibung. Den Reiseleiter trafen wir nach kurz einer Stunde Fahrt an einer Raststätte, wo auch Überlandbusse einen Stop machen. Die Toilette an jenem Ort war sehr sauber, bestand aus grauem Stahl und hatte ein Loch, über das es sich zu setzen oder zu stellen galt – eine typisch arabische Toilette. Sie kostete nichts. Den Einheimischen und asiatischen Reisenden muss erklärt worden sein, dass da nur Touristen drauf sollen. Wie wir mitkriegten, waren die Englisch-Sprachkenntnisse der anderen Fahrer ungefähr ähnlich denen unseres Fahrers – praktisch nicht vorhanden.

Und da stand er dann. Ein kleiner brauner Mann, der auffällig viel lächelte und irgendwie gleich den Eindruck nährte, gern und lang zu schwafeln. Leider tat er das in äußerst schlechtem Deutsch – unser Reiseleiter. Es war fast unverständlich, was er sagte, und seine Auskünfte waren irgendwie zu Ich-bezogen. Nun gut, dachten wir. Mit vielen umständlich formulierten Beispielen erklärte er die vor uns liegende Route. Wir erfuhren, dass die nächste Haltestelle das „Leere Viertel“ sein wird, die angeblich größte Sandwüste. Der Reiseleiter hatte eventuell gesagt, dass die Betonung hier auf „Sand“ liege.

Knapp 2 Stunden später waren wir dann an der Sandwüste angelangt. Der Weg dorthin ließ mich an freudige Tage im Jemen erinnern. Gut gelaunt waren wir. Irmagard stellte sich als eine hochinteressante Frau heraus. Der Fahrer schien auch guter Dinge. Die Landschaft war flach und der Horizont recht weit. Hin und wieder wechselte die Farbe des Sandes oder der Boden war etwas steinig. Wenig grün war zu sehen, außer jenem, welches angebaut wird – Gras -, um das Vieh zu füttern und damit Geld zu verdienen.

Den wahrscheinlich obligatorischen Kamelstop gab es auch auf unserer Fahrt. Wir erfuhren von anderen Touristen, denn der Reisführer war mit denen von uns, die gut zufuß waren, schon auf und davon Richtung Kamele gegangen, dass die weißen Kamele die teuersten und besten seien, die braunen gäben Milch und die schwarzen werde verwendet, um gegessen zu werden. Wie Sie lesen können: immer auf die kleinen Schwarzen. Schon fast wie unter Menschen?

Klick-Klack machten die Fotoapparate, wieder und wieder und dann saßen wir auch schon in unseren Fahrzeugen. Irmgard las vor aus ihrem Reiseführer. Ihr zum Dank wissen wir unter anderem, dass diese Gegend im Altertum eine Raststelle war, dass es in der Nähe einen Brunnen gibt und dass irgendwelche Engländer zwei oder drei Anläufe von hier aus vor langer Zeit unternahmen, um als erste Europäer, trotz Verbot des Sultans, das Leere Viertel zu durchreisen. Irgendwann gelang es einem von ihnen, wie es ja überall in der Welt nahezu durchgezogen wurde – das Entdecken der Welt durch Europäer, auch, um Ruhm und Ehre, Unsterblichkeit etc. zu erlangen. Nichts drin, also, mit sich an Gesetze halten. Erinnerte mich sonderbarer Weise irgendwie gleich an den Aufschrei der Straftaten wegen, die in Köln begangen wurden an Sylvester 2015/16.

Sind das etwa auch Straftaten, um die Vorrangstellung seiner Herkunftsregion und Menschenschlages in der Welt auszubauen und zu verfestigen?

Aus dem einstigen Byzanz sind auf geheiß des Oberhauptes der Ostkirche sogar 2 Spione in Mönchskutten verkleidet nach China gepilgert zu jener Zeit, um dann in ihren Spazierstöcken versteckt Eier der Seidenraupen außer Land und bis nach Konstantinopel zu Schmuggeln. Im Jemen war es der Kaffee etc. etc.

Als ich vor knapp 15 Jahren mehrere Male nahe der jemenitischen Stadt Marib in das Leere Viertel gefahren bin – mit Peugoet 6-Sitzern und wie gesagt vor 15 Jahren oder so – fuhren wir viele hohen Dünen des Leeren Viertels hoch und runter, wieder und wieder, und nochmals die nächste und übernachste hoch und runter. Klasse war es – unvergesslich. 10 Meter und höher waren die Dünen.

Und was machten wir im Oman in den schweren Landrovern von MeetingPoint im Jahr 2016? Die Fahrer bretterten lediglich bis zur Hälfte auf die vordere, erste Düne hoch und parkten ihre Autos dann – eventuell malerisch – nebeneinander stehend auf der Düne – in Reih und Glied.

‚Toll‘.

Unser Fahrer ließ uns sogar 3 Versuche angedeihen dabei. Er hat sich vielleicht gewundert, dass wir wenig begeistert waren von der Show. Anstatt dessen sprach ich davon, er soll da doch mal drüber fahren und was das denn wird? Es wurde daraus die Anweisung des Reiseleiters, den Rest der Strecke bis zur Spitze der Düne zufuß zu gehen. Für Irmgard ganz eindeutig nicht möglich. So auch für mich. Mein Reisebegleiter sprach von einem flachen Land, welches hinter der Düne von ihrer Spitze aus zu sehen ist, bevor weitere noch höhere Dünen in Sicht kommen.

Dem Reiseleiter, der aus einem außereuropäischen Land stammt, wie er immer wieder betonte, dem erzählte ich von meiner Verwunderung, dass wir nicht über die Dünen fahren, in die traumhafte Landschaft dahinter. Irgendwie verstimmt über meine Frage beharrte er darauf, wir müssten gleich weiter und nein, das ginge nicht. „Das reicht so!“ Dicke Autos, und dicke Show, aber magere Speise fürs Auge und das Erlebnis. Es war mir schon beinahe NICHTS. Meine Freude sank. Etwas auf den Arm genommen, fühlte ich mich. Die schönen Erinnerungen an schöne Dünen-Landschaften und Fahrten durch die Dünen ließen mich mein Schicksal dann aber schnell ertragen. Sie waren kurz wieder erweckt worden.

Dann ging es zu einem Loch im Boden. Wasser soll dort geflossen sein, ja sogar noch spärlich fließen. Es handelt sich um eine Wasserquelle, sagte der Reiseleiter, die noch nicht ganz versiegt ist. Wissenschaftler würden noch immer dort graben und die UNESCO sei im Spiel. Ein wichtiger Ort auf der einstigen Seidenstraße. Er selbst sei in das Höhlenloch mal reingegangen mit Lampe, und wissen Sie was, verehrte Leser, er sah dort eine „grooooße Schlange“ und lief daraufhin „schnell wieder ins Freie“. Spätestens diese Erzählung ließ mich die Frage unterdrücken, warum wir denn nicht bis ganz nach unten gehen – zum Loch.

Ein Volk habe hier gelebt, welches sündhaft war und zu stolz gewesen ist, wie im Koran stehe, erklärte der Reiseleiter. Die Sure konnte er leider nicht benennen, in der das stehen soll. Ein türkischer Tourist und seine Freundin mischten sich ein, sagten, ich solle doch im Internet nachsehen, wo im Koran das genau steht. Ihrer Meinung schloss sich unser Reiseleiter sogleich an und ließ mich daraufhin stehen. Für was haben wir einen Reiseleiter, wenn dieser noch nicht mal die – für ihn – banalsten Fragen beantworten kann?

OK, man kann nicht alles wissen, das stimmt. Er hätte aber auch sagen können in etwa und netter: Oh, hab ich gerade nicht drauf. Verzeihung! Und die Sache wäre erledigt gewesen für mich. Man hat ja schließlich Verständnis für gewisse Schwächen. Doch so? Außerdem hätte er am Ausgang dieser Ausgrabungsstätte vielleicht mal schnell einen der Omanen, die dort rumstanden gefragt. Die hätten das wahrscheinlich gewusst.

Dann gings angeblich zurück zur Busstation, bei der wir davor gewesen sein sollen. Doch das war nicht dieselbe Station. Eigentlich war uns das auch egal, nur, der Reiseleiter hatte ja gesagt, dass wir dahin zurückfahren würden. Hätte doch außerdem sein können, dass der eine oder andere Gast sich davor dachte: ach, wenn wir hierher eh zurückkommen, dann tue, mache, kaufe ich xyz.

Das Essen an dieser Raststätte war OK. Es gab ein Büffet. Versteht sich, könnte man schon fast sagen, es war Indische Küche. Ich mag Indische Küche. Seltsamerweise habe ich all die Zeit, in der ich in Oman war, nicht einmal meinen Restaurant-Antester gesehen oder bestellen konnen: „Palak Panir“. Das esse ich immer, wenn ich zu einem Inder erstmals gehe. Bei dem Spinat mit Reis kann meines Erachtens nicht viel falsch gehen und wenn, dann dürfte man es wahrscheinlich überleben. Hat sich so eingebürgert. Am Geschmack des Palak Panir behaupte ich inzwischen auch ablesen zu können, ob das Restaurant mich wieder sieht oder nicht.

Ja, und dann waren wir am Rande des Wadi Dhawka angekommen. Wie es die Art des Reiseführers ist, rannte er auch hier wieder mit der Gruppe davon, viele Treppen hinunter. Irmgard hatte das Nachsehen. Als wir dann mit ihr ankamen, hatte unser Führer wohl schon das Wichtigste von sich gegeben. Irmgard schien für ihn gar nicht zu existieren. Auf ihre Befindlichkeit und die eines weiteren Mannes, der ebenfalls Probleme beim Gehen hatte, ging unser Reiseleiter Zero ein.

Irmgard hatte sich ja dazu entschlossen, jeden Tag mit MeetingPoint einen Trip zu unternehmen – komme, was wolle. Und die Erfahrung, von den Reiseführern nicht wahrgenommen zu werden, hatte sie bereits öfters gemacht. Ja, es soll sogar einen Reiseleiter geben, der noch schlechter Deutsch spricht. Sie meinte, diese Reise, auf der wir uns gerade befanden, sei bislang landschaftlich ihre schönste gewesen.

Wahrscheinlich war es diese Aussage dieser bodenständigen und weitgereisten Frau, die uns davon absehen ließ, unbedingt bis an die jemenitische Grenze zu fahren, um einen einigermaßen bewaldeten Bergrücken zu sehen und ansonsten nichts wesentlich Erhebendes? Der Beach und das Gammeln auf einem Liegestuhl mit Buch in der Hand sowie einigermaßen Ruhe erschien attraktiver, als die Ungewissheit darüber, ob die Versprechen in den Prospekten halten, was sie erzählen – was auf den Trip nach Wadi Dhawka mit seinen Zwischenstationen eher nicht zutrifft.

Im Reiseführer von Irmgard standen ganz phantastische Dinge, die es zu sehen gibt, um ins Wadi Dhawka zu gelangen: Grün, Wasserbetten etc. Nothing von alle dem. Im Teil des Wadis, welches wir sahen – der Fahrer meinte, wir seien am äußersten Rand davon -, standen auf einem Fußballfeld großen Gelände vielleicht 300 Weihrauchbäume im trockenen Boden. Die erinnerten mich an Olivenbäume, nur das Letztere wesentlich eindrücklicher aussehen.

OK, wir waren im Wadi Dhawka, eben am äußeren Ende, und dass unser Weg dorthin nicht so schön ist, wie in unseren Reiseführern beschrieben, dürfte FTI und Genossen gewiss nicht entgangen sein. Inwieweit FTI da juristisch an den Karren gefahren könnte, mag ich nicht bemessen. Es ist gewiss Grauzone, in der die sich bewegen. Auf juristische Schlammschlachten steh ich auch nicht sonderlich nach dem Urlaub.

Ja, zu den richtig alten Bäumen „dort hinten“ könnten wir nicht gehen, weil das sei derzeit verboten, sagte unser Reiseleiter. Ich fand schon, dass wir die knapp 300 Meter dorthin hätten langsam gehen können, ja in die Welt der Weihrauchbäume eintauchen hätten müssen, um dann über den Zaun hin zu den uralten Dingern zu gucken und langsam doch noch auf den ‚Geschmack‘ zu kommen. Aber das ging anscheinend nicht.

Wir standen anstatt gleich am Anfang dieses Feldes, und zwar in kürzester Entfernung zu den Jeeps. Es war offensichtlich, dass unser Reiseleiter nach Hause oder noch woandershin wollte. Ziemlich sicher hätten die so verloren dastehenden Weihrauchbäume einen anderen Eindruck auf uns gemacht, wenn der Reiseleiter klug genug gewesen wäre, den erwähnten Persektivwechsel in sein Programm einzubauen.

Seltsamerweise ist angeblich auch der weiße Weihrauch der am besten angesehene, nicht der braune oder schwarze. Ja, man könne ihn in Wasser legen über Nacht und dann trinken. Aber bitte den folgenden Morgen nicht das im Wasserglas trinken, welches unmittelbar um den Weihrauchstein sich in der Nacht abgelöst habe. Weihrauch sei auch ein Heilmittel und koste gar nicht so viel: Gelenkschmerzen etc.

Oben vom Weihrauchfeld mit Irmgard im Schlepptau angekommen, die klugerweise schon früher gestartet war in Richtung Autos, verabschiedete sich der Reiseleiter von der Gruppe. Die anderen anwesenden Touristen schienen aus zwei weiteren Hotels von Salalah zu stammen, die vom Standard her dem Hilton entsprechen dürften. Dass dem Reiseleiter jemand Geld zugesteckt hätte oder auf die Idee gekommen wäre, anerkennend zu klatschen, konnte ich nicht sehen und hören.

Es scheint einem Lotteriespiel zu gleichen, ob man einen Reiseleiter von FTI und/oder MeetingPoint zugeteilt bekommt, der für die relativ teuren Touren ein adequates Fachwissen aufweist und verständlich Deutsch spricht oder nicht. Nach Angaben von Irmgard träfe das dann auf 2 von 7 Touren zu, die sie unternommen hat. Das ist ein schlechter Schnitt und Irmgard war nun alles andere, als eine Nörglerin oder eine abgehobene Person. Wie ich schon schrieb: eine weise, ältere Dame.

FTI macht sich offensichtlich keine großen Sorgen darüber. So auch die Taxifahrer vor den Hotels, die ihre Dienste einfach etwas zu hoch auspreisen. Der öffentliche Verkehr gehört unbedingt besser ausgebaut im Land. Und die Stätten und Wege, auf denen der Sultan und/oder seine Verwalter Touristen offensichtlich nicht vermuten, sollten dennoch wesentlich sauberer gehalten werden. Und dass anscheinend alle Paläste nicht zugänglich sind, die er zuweilen eh nicht bewohnt, stinkt nach ziemlicher Abgehobenheit. „Du Jane, ich Tarzan“ oder so.

Es soll anscheinend überall im Arabischen Golf so sein, dass Asiaten und Afrikaner nicht fair bezahlt werden. Mich stört das, denn jedes freundliche Lächeln, welches mir von ihnen entgegen gebracht wird, stolpert mich schon fast unweigerlich in ein schlechtes Gewissen. Etwas wie Mitschuld holt mich ein und das im Urlaub. Denn was wird an Trinkgeld erwartet, was ist üblich und sollte ich etwa gar keines geben?

Die Summen, die man Irmgard genannt hat von Seiten ihres Reiseanbieters, Sonnenklar, waren eindeutig zu hoch, wie auch wir fanden. Sie hatte für sich daher eingeführt, nach jedem Essen einen Rial auf dem Tisch liegen zu lassen. Den Fahrern gab sie etwas mehr, was wir auch bei unserer gemeinsamen Fahrt so beibehielten. Der Rial steht bei etwa 2 Euro 50.

Dieses Thema bewirkt durchaus ein Wechselbad der Gefühle. Den meisten Touristen dürfte es so gehen. Die asiatischen Angestellten sind wirklich hart arbeitend und dennoch freundlich, so auch die Ägypter und andere Afrikaner. Dass sie schlecht bezahlt werden, schmälert die Freude am Spaß im Ferienparadies. Das sie zu lange arbeiten, fällt einem schlichtweg auf, wenn man sie morgens, mittags und abends noch immer ihren Dienst verrichten sieht.

Wie zu lesen ist, will der Sultan demnächst noch den einen oder anderen Flughafen im Inland eröffnen. Von zwei oder gar drei weiteren Tourist-Ressorts ist die Rede, die ebenfalls schon demnächst eröffnet werden sollen. Die Omanen haben noch viel, wirklich viel zu tun, um im Tourismus einigermaßen professioneller zu wirken. Oman Air will das Angebot ausweiten.

Gestern Abend waren wir nochmals in Salalah, um nach dem sagenumwobenen Supermarkt Carefour von Salalah zu gehen. Wieder knapp mehr als 25 Euro für eine Taxifahrt ausgegeben, die eigentlich nicht mehr als 10 Euro kosten dürfte – one way. Immerhin, in einem der Geschäfte des Einkaufszentrums habe ich eine arabische Tastatur gefunden, die zumindest an diesem Laptop, der mir nicht gehört, funktioniert und knapp 10 Euro kostete.

Alles schillerte im Einkaufszentrum, alles blitze-blank gehalten von Asiaten, die mit den gelangweiltesten Gesichtern, die ich je auf jungen Gesichtern sah, ihrem Wischmopp folgen. Gern steht in den Auslagen an Uhren und Schmuck „Swiss“.

Man kann im Einkaufszentrum von Salalah sogar richtig gut essen. Für all diejenigen, die Hilton-Essen nicht mehr sehen können, ein Muss. Und zwar gibt es im Innenhof des Einkaufszentrum eine große Aufschrift „Pizza“ soundso. Unweit davon ist ein Restaurant, welches in den Farben Grün, Blau, Weiß gehalten ist. Es wirkt atypisch. Verkauft wird dort alles, doch vor allem Fisch. Ein Büffet erwartet den Gast. Es kann auch a la carte gegessen werden. Wir haben uns für das Büffet entschieden (8 Rial), eine gute Wahl. Vom Hilton dorthin zu gelangen im Taxi und zurück plus dem Büffet im Restaurant ist sogar billiger als das Büffet im Hilton alleine.

Nahezu überall riecht es nach Weihrauch im Lande. Die meisten Omanen riechen danach, wie im Vorübergehen gerochen werden kann. Im Hilton scheint dieser Geruch sogar aus der Lüftung zu kommen – ganz Dezent. Mein Reisebegleiter konnte das allerdings nicht riechen. Der Oman erscheint uns einigermaßen überzeugt zu haben als Ziel für einen Badeurlaub. Einen Mietwagen zu mieten, ist wahrscheinlich kein schlechter Einfall. Die Hauptverkehrsachsen dürften gut ausgebaut sein. Die Fahrweise der Leute war nicht all zu auffällig.

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