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Der Sandkasten

Schön!

Vorsichtshalber heute einen neu-gebraucht-neuen Laptop bei Public in Limassol unweit der Lady’s Mile gekauft. Gerade billig ist er nicht gewesen, dafür, dass er schon knapp 6 Monate nur angeblich als Vorführ-Computer gebraucht worden ist in den Verkaufsräumen. Das erste Mal, dass ich mich auf so etwas einlasse. Die Tastatur überzeugt einfach, und der Hauptgrund für den Kauf ist: Mein anderer Laptop fängt zu spinnen an. Den hier werde ich jetzt möglichst nicht ans Netz lassen. Muss doch wohl möglich sein. Das heißt, ich schreibe auf WinPad und Notebook.

Weiß nicht, wie es bei Ihnen zu Hause geht oder aussieht, doch hier werden es immer mehr Computer: der eine hat diese, der andere die andere Macke. Hoffen wir, dass sich an dem Neuen keine Macken zeigen werden. Da Anschluss ans Netz nicht geplant ist, erwarte ich mir ein langes Leben. Stelle gerade fest, dass sich mit dem vorinstallierten WordPad wirklich ganz gut schreiben lässt. Man schreibt plötzlich wieder alles richtig, da keine Verbesserungsvorschläge vorhanden sind bei diesem Schreibprogramm. Doch, einiges dim WordPad drin, das damit getan werden kann. Ist also zum Bestseller schreiben alle Mal ausreichend, der neue Lenny. So nenn ich ihn bereits liebevoll.

Die Politis von Sonntag liegt noch ungelesen auf dem Tisch. Der Aufmacher lässt Schlimmes ahnen: „Treffen der Kolosse. Ihr Ziel ist das Terminal, („to termatiko!).“ Ohne weiter zu lesen, wird verstanden, kann sein, dass ich mich täusche: Es geht mal wieder um die Erdgas-Schätze vor Zypern. Und das ist auch das erwähnte Schlimme.

Vor Kurzem war eine Veranstaltung im Hilton zum Thema (Vortragender: Dr. Charles Salinas), veranstaltet von einem der vielen Ableger des Rotary hier auf Zypern, genauer, eines der Paar Clubs aus Nikosia/Lefkosia.

Leider bin ich nicht hingegangen, weil ich Langweile prognostizierte. Habe es vorgezogen, meine Ruhe zu haben von. Wie ich gern sage zu solchen Veranstaltungen: „Bla-Bla!“ Der Vortragende muss indes ganz gut drauf gewesen sein, muss die Regierung und ihre Lügen über die voranstehende Erfolgsgeschichte mit dem Erdgas ziemlich laut und kenntinsreich als Spinnerei entlarvt haben. Er war noch nicht vor allzu langer Zeit selbst aktiv in diesem Business für zyprische Regierungen unterwegs jahrelang. Gab an jenem Nachmittag vor, zu wissen, von was er spricht.

Wie mir berichtet worden ist, kann, wenn überhaupt, dann frühestens im Jahr 2030 irgendein Profit aus den Erdgasförderungen vor Zypern eingefahren werden für Nikosia. Et cetera!

Bis dann wird ja hoffentlich die Ära Erdogan in der Türkei endlich beendet sein. Auf das keine algerischen Zustände am Bosporus einkehren. Nicht, dass Erdogan wie Bouteflika zu keiner Regung nahezu mehr fähig außer der seiner Backenmuskulatur zum Reden etc., das Regierungsheft bis in den Sarg in Händen hält.

Immerhin: Gestern war zu hören, der neue Flughafen in istanbul ist eingeweiht worden und der alte Atatürk-Flughafen soll am selben Tag geschlossen worden sein. Das hätten wir in Deutschland voraussichtlich so akkurat und zeitlich annehmbar lange nicht hingebracht. Also gar nicht so schlecht in einer Diktatur zu leben?

Liest man etwas hie, etwas da in der Politis von heute, Sonntag, den 7. April 19, könnte man denken, die Republik Zypern habe gemeinsam mit Nord Mazedonien, Griechenland, Ägypten und natürlich Israel eine Art Korridor gelegt, um die Türken zur Vernunft bringen zu können. Die USA sollen dabei eher auf griechisch-zyprischer Seite stehen, betonen aber, dass die Türkei dennoch ein Player in der Region sei.

Ja, und natürlich ist ermüdender Weise immer wieder von der Gefahr aus Moskau zu lesen. Erdogan biedert sich – gerade passiert es mal wieder – zum Missfallen der Amis in Russland an. S-400 heißt der angebliche Grund. Dieses Waffensystem mag Putin an die Türken verscheppern. Wie im Sandkasten also, so ungefähr.

Nur gut, dass hier auf der Insel verweilend, dieser seltsame Twist auf der diplomatischen Bühne am Meer sich aufhaltend vorbei geht. Stell dich einfach hin, genau dort hin, sehe gen Horizont, schließ die Augen wenig später und dann schreist du so laut du kannst – zeitlich wirklich lange den tagespolitischen Mist aus dir heraus. Danach empfiehlt sich, derart aufgeputscht, ins noch klirrend kalte Wasser zu steigen, möglichst zügig, und dann dreinschlagen mit allen 4 Extremitäten, bis du fast keine Luft mehr bekommst. Dem Wasser ist es wahrscheinlich egal, dass du dich abreagierst, so lange du dabei nicht reinpinkelst.

Schon sehr gefährdet das Grün-Blau hinter der Küste der Insel. Dieses Terminal, von dem die Rede war, auf das nun anscheinend alle schielen wie bekloppt, bedeutet so in etwa, dass Exxon Mobile und wahrscheinlich noch ein-zwei weitere internationale Konsortien ausgerechnet um die Ecke bei Zygi, genauer in Mari, ihr Gas-Verflüssigungs-Ding ansiedeln wollen. Gar nicht lustig. Zeit, das Haus noch rechtzeitig – nämlich gestern bereits – zu verkaufen?

Es ist absehbar, dass diese Anlage, sowie diese andere Art Werft, Terminal oder eben Stützpunkt für die französische Flotte, neuerdings, an mehr oder minder selbem Ort, nicht des Profit getriebenen Wahns letzter Ausbruch bleiben wird.

Vorgestern dachte ich: Huch, ist nun schon etwa das Üben im Manöver ausgebrochen bei den Franzosen? Bekanntlich müssen Soldaten ja andauernd gehetzt werden, um im Fall der Fälle morden zu können. Die Heimat verteidigen. Wie aber heute beim Kaffee in der nahen Ortschaft Kiti vernommen werden konnte, sind diese Flüge, die da über unseren Köpfen morgens um 10-11 Uhr ausgeführt wurden, zwar tatsächlich Tod bringend, doch wenn überhaupt, dann wahrscheinlich höchstens mittelfristig für die Spezies Mensch.

Wegen dem schönen Regen, den wir hier hatten und wohl auch noch haben, man wird sehen, ist die Insel ein grüner Biotop. Es sprießt und das Wasser fließt – und mit diesen himmlischen Gegebenheiten, genau, Sie denken es sich schon, hat sich auch die Hölle vorgenommen, sich hier einzurichten.

Weil es kann ja nicht sein, dass Sie sich einen Flug nach Zypern buchen, alles einigermaßen billig und so, und dann, kaum sind sie im Hotel, werden Sie überfallen aus der Luft: SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS! Oder ähnlich klingt so ein Angriff.

Stechmücken.

Man hat also gegen die feigen Stecher gespritzt und offenbar ist es ausgemachte Sache, dass wir Bewohner der Gegend das so einfach hinnehmen, wenn über unseren Köpfen Kampfstoffe Verbreitung finden. Okay, Sie könnten nun denken: „Hab dich nicht so, schau mal genauer hin, was die da an Chemie alles auf ihre Felder kippen. Wirst du schon auch noch überleben.“

Da kann man nichts weiter zu sagen, muss man wohl halten still; und wenigstens darüber berichten.

Ja, eine kräftige Leber zu haben, ist auch auf Zypern gefragt, nicht nur in Deutschland. Kann sein, dass die Milz beim Managen von Giften eine wesentlich wichtigere Rolle in unseren Körpern spielt als Leber oder beispielsweise Galle. Gebärmutter und Hoden kriegen höchstens Was ab, glaube ich, genauer, deren Fracht, und die ist IHR Erbgut – wenn überhaupt.

Die beste Waffe soll doch sowieso Angriff sein, und um so weniger verwunderlich ist daher, wenn in der Politis eine Journalistin von sich gibt am Ende ihres Artikels, dass je mehr Erdgas noch gefunden wird vor Zypern, um gefördert, verflüssigt und verkauft zu werden, desto sicherer wird die Lage Zyperns. Das schreibt die so in etwa.

Hab mich etwas umgehört, scheine nicht der Einzige zu sein, der diese Zusammenhänge genau entgegengesetzt sieht. Die Schreiberlinge in den zyprischen Zeitungen sehen jedenfalls den großen Segen dadurch auf die Insulaner und ihre ausländischen Mitbewohner kommen, mehrfach. Auf das DIE Recht behalten.

Doch nach Adam Riese oder sogenannter Logik sind Orte, die sich zu Hotspots, wie man heute sagt, oder Brennpunkten entwickeln auch solche, die dem des Kandidaten, der in der Todeszelle in irgendeinem Bundesstaat der USA sich seines Lebens freut, nicht unähnlich.

Die US-Amerikaner kennen sich mit diesem Zustand so in etwa also aus. Haben ja genügend Zeit, sich dem Thema zu stellen – und Nähe. Und DIE ziehen jetzt auch, wie zu lesen ist, ihr Augenmerk in die Region südöstliches Mittelmeer etwas betonter.

Die Landschaft der Insel ist umwerfend grün. Es hat sich alles hier schon längst von einem saftigen Grün mit vielen, vielen gelben Dupfern darin in ein Meer von Farben verwandelt: Rot, weiß, violett usw.

Genießen wir ES also weiterhin und lassen die Buben und Mädel im Sandkasten ihre angebich weltbewegend wichtigen Spielchen spielen!?

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CYP-November 2016

Erster richtiger Regen fällt gerade hier auf Zypern. Nicht all zu dauerhaft, aber früh morgens den 01. November 2016 ist das Geplätscher doch ziemlich präsent. Sogar blitzen tut’s, irgendwo da draußen über dem weiten dunklen Meer. Vom Mond keine Spur, zumindest nicht über dem Meer das von hier aus betrachtet vor Syrien liegt. Libanon?

Die Uhren wurden hier jedenfalls der Winterzeit angepasst. Und somit ist klar, der Verfasser dieses Artikels sitzt im griechischsprachigen Süden der Republik Zypern, denn im Norden wollen sie, wie in der Türkei, nie wieder Gottes Räder der Zeit vor- oder nachdrehen. Ob auf Grund der Verhaftungswelle in der Türkei sozusagen instinktiv der Norden der Insel eher gemieden wird von mir? Das frag ich mich jetzt gerade, wo der Regen und das Blitzen im Gegensatz zu den Verhaftungen, die Erdogan vornehmen lässt im Land, eine Pause einlegen.

Es ist ganz still hier am frühen Morgen. Zu weit vom Meer entfernt, um bei zu viel Flut, bei zu viel Zorn, der womöglich vom Himmel kommt (oder von Menschen, die was auf dem Kerbholz haben), in den Sog des Wassers gezogen zu werden. Das hoffen wir hier oben, oberhalb des Meeres jedenfalls, auf knapp 100m.

Ja, das Argument mit dem Kerbholz, sollten Sie die Klammer vorhin mit gelesen haben, hat mich kürzlich überzeugt, als eine Journalistin zur Lage in der Türkei so in etwa meinte: Das Regime von Ankara ist so grimmig und erbarmungslos, weil zu viele Politiker der Regierungspartei und andere, die das System Erdogan stützen, was ausgefressen haben. Die versuchen nun mit allen Mitteln, ihren begangenen Schmutz unterm Tisch zu halten. Und daher auch das Gerede, schlussfolgere ich, von „Reinigung!“, die durchgeführt gehörte – Erdogan zufolge. So ausgeprägt sollen diese Reinigungsmaßnahmen in der Türkei inzwischen sein, dass kürzlich der Weg zum Mausoleum Atatürks in der Hauptstadt Ankara von LKW’s in der Stadt versperrt gewesen sein soll. Straßen waren plötzlich umgeleitet oder gesperrt worden aus fadenscheinigem Grunde. So als ob jemand das Erinnern an den einstigen Supermann in der Türkei, Kemal Atatürk, verhindern wollte.

Zum großen Reinemachen kommt es nun endlich auch in der Zypernfrage. Endlich! Anscheinend treffen sie sich dazu am 07. November 2016 in der Schweiz, in einem Ort namens Mont Pelerin. Schön in den Alpen gelegen dürfte der sein. Dass der Griechischzyprer Anastasiadis, wie zuvor geplant, die Parteiführer der zyprischen Parteien nun doch nicht dorthin mit nimmt, lässt schon fast glauben, dass die Wiedervereinigung Verhandelten mit einer Lösung der Frage namens Zypern vom alpinen Berg steigen könnten.

Wahrscheinlich werden sie von Helikoptern dort hoch geflogen. Und sollten die Verhandlungen unfruchtbar sein und bleiben, wünschte man sich wohl, die Herren – und auch einige Damen? -, die da zu einer Einigung kommen sollen, wären dazu angehalten worden, den Weg nach dort oben mit einem Schweizer Führer hochzuklettern. Schön langsam und beschwerlich. Solche Touren oder Trips sind es ja doch meist, die die Teilnehmer daran etwas zusammenschweißen.

Vielleicht hätte man das plus gemeinsamem Abstieg organisieren sollen für Die, werden wir vielleicht im Nachhinein sagen, wenn NICHTS sich geändert haben wird an der Aufteilung der Insel. Und womöglich wäre so ein Aufstieg auch noch billiger gekommen, als mit Helikoptern dort hochgeflogen zu werden. Oder glauben Sie etwa, dass die erlesene Entourage von Herrn Anastasiadis und Herrn Akinci – in besten Hotel gastierende Verhandlungsführer einer Wiedervereinigung, an die so recht niemand wirklich glaubt, dass sie beim Verhandeln wirklich herauskommen wird am 11. oder 12. November 2016 – mit dem Bähnchen nach dort oben fahren? Anscheinend soll das Bähnle von Vevey aus diese gewiss schöne Reise auf den Mont Pelerin anbieten. Die zyprischen Politiker müssten gewiss auch keine einigermaßen erschwinglich teuren Tickets lösen fürs Bähnle, wie der Rest der Besucher dieser Gegend. Denn die Schweiz übernimmt ja netterweise die Organisation dieses Events.

Gehen wir mal davon aus, dass ‚das Gewerbe‘, wie man sagt, trotz der Höhe und trotz der relativen Distanz zu Genf seine Stellung gerade am Beziehen ist in Mont Pelerin, und das eventuell auf eigene Kosten. Letzteres dürfte gewiss so normal sein, wie eben der Umstand, dass wie beim letzten Mal, als in Bürgenstock die Wiedervereinigung Zyperns verhandelt wurde, die Herren und Damen aus Zypern, den Ort, wie auch jetzt wieder, mehr oder minder nicht verlassen konnten. Es soll halt eine Art Klausur-Stimmung herrschen, die so manchem an Genf gewöhnten Verhandler die Lust am Verhandeln genommen haben mag damals – siehe das Ergebnis von einst: OXI, also NEIN. Ja, es dürfte manch Teilnehmer an den Verhandlungen dort oben auf dem Berge recht dröge sein oder werden, so weggeschlossen wie ein Strafgefangener, ein einsamer Kuhhirte oder ein Mönch.

Wir dürfen also gespannt sein, welche Kuhhandel ausgehandelt werden bezüglich Zypern. Bekanntlich gibt es in den Schweizer Bergen Kühe, die allerdings zu dieser Jahreszeit schon längst ins Tal abgetrieben wurden.

Und ob die schönen Tierchen je so hoch ins Gebirge kommen?

Doch zu einem Kuhhandel unter Zyprern wird es dennoch kommen müssen in Mont Pelerin, egal, wie die Qualität des Grases draußen vor den Konferenzräumen dann auch sein mag. Man wird dort also den Boden einer zukünftigen zyprischen Realität vorerst endgültig und gemeinsam ausloten, ja sogar, wenn der Boden zwar grün wie Gras ist, aber künstlich wie manche grüne Fläche, auf die man neuerdings mal hie, mal da treten soll, wissend, es ist kein Gras, sondern plumpes Stück Plastik, auf welches man gerade tritt.

Hier genau darüber die üblichen Spekulationen aufzureißen, nämlich, ob man sich darauf einigen wird, dass die Stadt Güzelyurt (Morfou) auf Zypern wieder an die Griechischzyprer übergeben wird, ebenso wie Gazimagusa (Famagusta), damit werde ich Sie nicht langweilen. Ebenso die Frage nach dem Verbleib der sogenannten türkischen Siedler oder ob man sich nun doch noch einigen kann, die Präsidentschaft sozusagen jeweils im Turnus passieren zu lassen: einmal ein Türkischzyprer und einmal ein Griechischzyprer. Und was wird sein, wenn in vielleicht nicht all zu weiter Zukunft ein Türkischzyprer mit eindeutig festlandtürkischen Wurzeln unbedingt das Präsidentenamt anstreben soll? Was, wenn ein, sagen wir, auf Zypern lebender Schweizer oder Franzose sich zum Präsidenten machen lassen will, weil auch er (oder sie) wie der Türke inzwischen Zyprer ist? Schweigen wir doch vorerst bestens gleich zum Thema Schutzmächte und warten ab, was Die da oben in Mont Pelerin dazu auskaspern werden. Die Türken wollen die Schutzmacht jedenfalls, die anderen angeblich nicht.

Viel zu weit gedacht. Das haben Sie richtig erkannt, verehrte Leser. Viel zu kompliziert, die zuvor aufgeworfene Frage der Präsidentschaft eines Festlandtürken oder Schweizers in der zukünftigen Republik Zypern? Doch noch so viel zu diesem Thema, wozu uns Pambou Charalambous in der Alitheia-Tageszeitung vom 30. Oktober 2016 weiterhilft:

„… Von 1964 bis heute besitzt Zypern ein Wesen [Existenz] als Staat, es hat jedoch seine griechische Identität verloren.“

Und Letztere soll bereits in etwa dem 11. und/oder 12. Jahrhundert sich hier auf der Insel festgemacht haben. Vor den Griechen waren Ägypter, Perser, Römer usw. diejenigen, die sich womöglich „Zyprer“ nannten.

„Seit 1974 hat sich die demografische Situation Zyperns dramatisch geändert“, schreibt Charalambous des Weiteren.

„40% der Insel haben inzwischen keine griechischen Bürger, sondern Türken. Zu solch demografischem Phänomen kam es im Lauf der Zeit zum ersten Mal, und zwar innerhalb 33 Jahren. Und diese Entwicklung geschieht zum Zeitpunkt, wo die Griechsichzyprer ein Staatswesen haben.“

***

Die letzte Phase der Verhandlungen zur Wiedervereinigung Zyperns wird also demnächst in der Schweiz angebrochen. Wollen wir mal hoffen, dass es nicht zu einer Art wallonischen Lösung kommt – siehe CETA. Und genau das ist womöglich zu befürchten. Sollte das der Fall werden, wäre es vielleicht doch angebracht, denken nun gewiss einige, die sogenannten Schutzmächte verharrten noch ein Weilchen auf der Insel (England, Griechenland und die Türkei) – denn die allgemeine Stimmung unter Zyprioten ist nun nicht gerade so toll auf der Insel, dass man die beiden Bevölkerungsteile mit nicht ganz ausgehandelten, womöglich sonder-rechtlichen Abkommen aufeinander ‚loslassen‘ sollte. Die bewaffneten Auseinandersetzungen in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf Zypern sind doch hoffentlich jedem, der in Mont Pelerin verhandelt und zu gerne sich mit einer Wiedervereinigung in die Annalen der Historie eingehen sehen würde, noch bewusst?

Ja, manchmal ist dieser Gedanke schon präsent, dass beispielsweise der Generalsekretär der UN, Ban Ki Moon, das ‚Ding‘ einfach abgeschlossen haben will, um sich damit – und sei es auch nur für einen Tag – zu schmücken. Barak Obama würde gewiss auch nicht „Nein!“ Sagen zu solch Schmuckstückchen wie einer ‚gelungenen‘ Wiedervereinigung Zyperns.

Beide verlassen bekanntlich schon demnächst ihre Posten oder Ämter.

Ob es also ein Nehmen und Geben sein wird, welches das Treffen in Mont Pelerin auszeichnen wird oder aber, dass jede verhandelnde Partei doch eher versucht, ihre Interessen durchzuboxen, anstatt eine Art Konsens zu suchen, werden uns die Geschichtsbücher schon demnächst lehren.

Und da wäre, hier angekommen, ja auch noch Moskau zu erwähnen. Dorthin hat sich nämlich der zyprische Außenminister, Kasoulidis, auf den Weg gemacht, wahrscheinlich, um von Herrn Putin Inspiration zu erhalten für Mont Pelerin.

Ein gewisser Kostas Melakopidis soll gerade ein Buch herausgebracht haben, welches sich der russisch-zyprischen Beziehungen widmet. Es wird allerdings von einem Journalisten der Alitheia, Alekou Konstantinidis, völlig zerrissen. Das Buch heißt: „A pragmatic idealist perspective!“

Der Autor Melakopidis schreibt in seiner Analyse der angesprochenen Beziehung von einer Art fundamentalen Beziehungsgeschichte, die bestehe. Das Letztere soll etwas sein, wo nicht allein die Interessen eines Landes vertreten und durchgeboxt werden, sondern wo eher so etwas wie eine religiöse und noch anders geartete gleiche Gesinnung den Ton angeben. Wahrscheinlich nimmt der Autor auch Bezug darauf, dass der Hellenismus und somit die Hellenen den Russen eigentlich gar nicht so kulturell entfernt seien – und man in seinen politischen Beziehungen darauf Rücksicht nehme.

Alekou Konstantinidis, der Journalist der Alitheia, spricht sich gegen solche Auffassung aber klar aus und meint, dass Russland sich stets gemäß seiner Interessen verhalten habe gegenüber Zypern, siehe 1978:

„als Moskau den westlichen Rahmen ablehnte, um die Zypernfrage zu begleichen …“.

Konstantindis findet, dass der Wissenschaftler Melakopidis, der an der Universität Zypern forscht, mit seinen Positionen zum Verhältnis Zypern-Russland maßlos übertreibt – auch, was die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion angeht.

Dass Russland aber ein Wörtchen mit zureden hat auf Mont Pelerin, kann nicht von der Hand gewiesen werden, auch wenn man sich in die Schweizer Berge versteckt.

Putin ist überall!

Ungefähr so, wie Erdogan es gerne im Nahen und Mittleren Osten sein würde – und wenn es irgendwie geht, dann mindestens auch noch in Südosteuropa, zumal der Islam doch eh ein Teil beispielsweise deutscher Kultur inzwischen ist! Der deutsche Präsident hat es schon verordnet oder verkündet, die Kanzlerin zumindest nachgesprochen, also leben wir es besser schon gleich? Gern, aber nicht so, wie sich Herr Erdogan den Islam vorstellt, mögen Sie denken!?

Inzwischen scheint die Sonne. Alles klar, noch einmal Schwimmen gehen im Meer, muss schon sein, bevor der Flieger bei Basel heute Nacht aufsetzt und Regen wohl was ganz was Gewöhnliches für einige Zeit wieder sein wird.

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Chorisma

Nein, statt „o“ soll im Titel dieses Artikels nicht „a“ stehen. Kein Fehler, der hier passierte, kein Trug.

So schön wäre es ja gewesen! Doch es sollte wohl nicht sein. Noch ist es irgendwie – und doch wahrscheinlich nie mehr.

Vom Glanz eines Politikers ist die Rede. Das Charisma eines Politikers war auch in der türkischen Zaman Tageszeitung vom 14.12.11 das Thema.
Wie so viele Worte, ist auch dieses griechischen Ursprungs. Dass Präsident Xristofias aus Zypern ein charismatischer Politiker deswegen ist, wer weiß das schon? Tayyip Erdogan indes, der soll so einer sein, und sogar die Liste derer anführen, komischer Weise, die am meisten wie auch am wenigsten davon haben auf der Welt – der türkischen  Zaman Tageszeitung zufolge.

Desweiteren wird in dem Artikel der Zaman befunden, dass das so eine Sache sei mit dem Charisma eines Politikers. Weil, wenn derjenige sich dasselbe ein- oder ansteckt, ohne, dass sich das Ansehen des Landes, welches er vertritt, aufbessert in der Welt, dann müsse doch etwas schief gegangen sein. Man wird sehen, ob diese Schieflage des türkischen Charisma demnächst, wenn der neue Verfassungsentwurf steht, darin oder dadurch zurecht gerückt wird.

Immerhin, wie zu lesen war, durften Teile der so genannten Zivilgesellschaft Vorschläge zum Verfassungsentwurf einreichen. Inwieweit diese dann Berücksichtigung finden, und ob sie angefordert wurden, ist hier leider nicht bekannt. Ebenso konnte gelesen werden, dass der Begriff „millet“ tunlichst gemieden werden sollte in der neuen Verfassung (Volkszugehörigkeit). Vielmehr sei angebracht, von „türkischer Gesellschaft“ anstatt zu sprechen (Türk toplumu). Und dass das Militär noch entschiedener unter die Kontrolle der vom Volk gewählten Vertreter zu geraten habe, ist ein weiterer Vorschlag, der vielen Vorschläge, die unterbreitet wurden.
An anderer Stelle in dem Artikel der Zaman ist zu lesen, dass die Oppositionspartei (CHP) gleichzeitig Mit-Besitzerin der Is Bankasi (Arbeitsbank) ist, was gegen die Verfassung schon seit Längerem verstoße und daher abgeschafft gehöre.

Wenn dem bei der CHP wirklich so ist, dünkt mich, ist dieser Sachverhalt mindestens so anrüchig, wie Präsident Wulffs – knurr, knurr – Problem, der mal schnell eine halbe Million Euro, wie sich vielleicht demnächst heraustellen könnte, als Ministerpräsident seinerzeit vom Schwager, wenn wir richtig informiert sind, auf sein Konto von dessen Frau hat überweisen lassen. Somit bestand zwar kein Geschäftsverhältnis mit dem Schwager, das wird noch immer verlautbart, doch anrüchig, wie das zuvor geschilderte Ding bei der CHP, ist es allemal – und das Wulff-Häuschen ist selbstverständlich dennoch legal finanziert worden derart. Die damalige Aussage des damaligen Ministerpräsidenten Wulff bezüglich einer anderen Angelegenheit vor einem Ausschuss, der Aufklärung haben wollte zu Wulffs Verhältnis zu dem zuvor genannten Spender, Schwager, Geschäftsmann, ließ ihn scheinbar ein offenbar unwichtiges Detail in seiner Finanz-Vita und dem Verhältnis zu dieser Person aussparen, nämlich die halbe Mille. Die Moral von dieser Geschicht: Wer anderen von Moral predigt in hohem Amt, braucht die selbe nicht in gleicher Weise… . Jedenfalls, der edle Spender oder Geldverleiher bzw. Schwager scheint nicht nur verwandschaftlich liiert zu sein mit dem Hause Wulff, er ist auch noch Besitzer der Air Berlin zufällig – Gleiches im gesellschaftlichen Rang gesinnt sich halt zu Gleichem oder so. Mit diesem Herrn, wie soll ich sagen, hat sich der ehrenwerte Herr Wulff und heutige Bundespräsident der BRD allerdings bereits erwischen lassen in der Vergangenheit. Soll ja vorkommen, wie sonst wird man auch Bundespräsident, mögen einge unter Ihnen hier vielleicht denken. Der edle Spender der halben Million konnte seinerzeit nämlich nicht mit ansehen, dass sein Verwandter und/oder Freund lediglich in der Economy-Class nach irgendwohin flog, und war dann so nett, das Ticket, versteht sich, zur Business-Class abzugraden. Was das nötige Charisma einer Amtsperson  angeht, hat Herr Untertan, also wir,  dafür völliges Verständnis, nur weiter so!

Wenn an dieser eben geschilderten Sache also wirklich so oder ähnlich was dran ist, wie man sagt, dann übertrifft das durchaus an Werfe, Chuzbe oder dergleichen das neu lancierte zu Guttemberg-Ding. Dessen Entouree hat ihm nämlich zum Danke der Aberkennung seiner blaublütig eingefärbten bzw. mit erworbenen Doktortitelschaft einen wahrscheinlich gut bezahlten Beratungsposten bei der EU-Komission klar gemacht – alte Seilschaften eben, wie sie ja auch einst im so genannten Osten schon bestanden.
Dorthin, zur EU-Komission, wenn hier nicht ganz gefehlt wird, wurde bereits schon ein badenwürttembergischer Charismatiker, also Politiker mit Charisma und guten Englischkenntnissen, hinbeordert, der eigentlich schon etwas Blaublütiges an sich hatte – Oettinger.

Eigentlich schade, dass Charisma – wie auch das Beispiel Erdogan bestens veranschaulicht -mit Geld, viel Geld, gern und zumeist zusammen hängt. In der Schweiz hat das liebe Geld und seine Verstrickungen den Herrn Zupiger indes das Charisma etwas verdunkelt, und zwar gestern, weil sonst hätten sie ihn wohl noch in den Bundesrat gewählt. Die SVP hat nun ganz uncharismatisch lediglich einen Vertreter im Bundesrat und schreit vergebens und laut, die Konkordanz sei dahin. Bekanntlich waren im Bundesrat stets zu gleichen Teilen von den 3 größten Parteien jeweils 2 Vertreter im Rat  anzutreffen – zwecks Konkordanz. Jetzt glänzt dort anstatt eines zweiten Kandidaten der SVP charismatisch gar eine Frau, wiederholtermaßen sogar, nämlich die Widmer-Schlumpf (ehemalig SVP) von der BDP.

Und dann erst der aufgehende Juristenstern zu Berlin als Justizsenator, der, kaum im Amt, gleich mit seltsamen Verkäufen als Notar seinerzeit nach dem Ostausverkauf, oder wie man die Periode nennen darf, sich nun verantworten soll.

Zuversichtlicher stimmt uns da gewiss, dass die Vermutung sich noch bewahrheiten könnte, dass genügend Geld aus Russland in Zypern angelegt ist – und sei es nicht immer sichtbar oder nachvollziehbar -, welches bei Bedarf gewiss das Charisma von Herrn Xristofias nächstes Jahr bei der EU-Präsidentschaft aufmöbeln wird, weil der Rubel, wie man gern sagt, bei Bedarf eben rollt. Siehe das Versprechen Russlands der EU mit einigen Milliarden oder Millionen demnaechst mal schnell aus der Finazpatsche zu helfen. Und das Putin ein charismatischer Fuehrer ist, ist doch wohl unbestritten. Bekanntlich hat sich auch viel Geld aus Griechenland und noch von anderswoher nach Zypern und seinen finanziellen Schlupflöchern verkrochen – ins Chorisma, so nennen wir das nun. Das Chorisma, so scheints, ist eine weitere essentielle Zutat zum Charisma neben der des Geldes. Wahrscheinlich erübrigt es sich, verehrte Leser, nach diesem Begriff des Chorisma zu googeln. Der wird hiermit einfach, wie so mancher Trug,  in die Welt gesetzt.
Choris bedeutet auf Griechisch „nichts, ohne“.

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