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Ja, gewiss!
Auch der Herr Professor hat seine Mängel und politischen et cetera Interessen.
Doch den Herren Ata Atun vorerst noch etwas anzuführen und daher zu übersetzen, macht durchaus Sinn, weil er immer interessanter wird in der MillȋGazete schreibend.
In die türkisch-zyprischen Blätter könnte sehr wohl auch mal wieder ein Blick geworfen werden, um das, was Herr Professor von sich gibt, zu überprüfen. Da haben Sie recht, sollten Sie so etwas Ähnliches gerade gedacht haben.
Was in den südzyprischen Blättern zu den Entwicklungen in Sachen Wiedervereinigung steht, dazu ist zu sagen: Viele haben bereits den Glauben an ALLES verloren, dass sich Wille zur Vereinigung mit dem anderen Inselteil nennen könnte.
Doch nun, man höre, lese und staune:

‚Schlimmste‘ Befürchtungen, die hier vor Monaten bereits geäußert wurden, könnten gar wahr werden!?
Prof. Dr. Ata Atun schreibt dazu:

„Seitens der USA neue Initiativen

Bezüglich der Lösung des Zypernproblems, richtiger: wegen der Gier der Griechen finden die Extratouren der EU und der USA auf Zypern kein Ende, es kommt und geht [, gemeint ist], „die Herrschaft des Westens erneut zu gründen.
Was geht gerade ab?
Die vorübergehende Sonderbeauftragte der UN für Zypern, Jane Holl Lute, hat, um die Wiedervereinigungsverhandlung erneut beginnen zu können, Schritte unternommen, [die da sind,] dass die USA im Süden Zyperns einen neuen Militärstützpunkt errichten – so viel zu den Treffen [Lute‘s] mit der Regierung aus dem zyprischen Süden. Die USA beabsichtigt einerseits Boden-, Luft- und Marinekräfte vertraglich gestützt zu stationieren auf südzyprischer Seite, andererseits einen unitären griechisch-zyprischen Staat zu gründen [ – hat irgendwie Parallelen mit den Dingen, die zwischen Israel und den Palästinensern anzustehen scheinen]. Den Südzyprern wird [sodann] die Vollmacht erteilt und sich selbst bestellt die USA zum unsichtbaren Teil, der die Insel [aber] führt [, führen wird].
Wirklich sehr klug und genial.
Frau Lute wird vor [der zyprischen] Weihnacht, am 24ten oder 25ten Dezember höchstwahrscheinlich in Zypern eintreffen. Sicher ist, dass die Dame es eilig hat, für Zypern eine Lösung nach dem Gusto der US-Amerikaner zu finden. Wenn sie die Insel betreten wird haben, fehlen noch 15 Monate, bis die Präsidentschaftswahlen im Norden Zyperns sein werden. Es wird wenigsten 3 Monate vor den Wahlen geworben werden. Das heißt, es bleiben ihr noch 12 Monate. In diesen [eben genannten] 3 Monaten können noch heftige Vorfälle passieren oder wichtige Themen aufgeworfen werden, sodass Wiedervereinigungsverhandlungen zu führen, als nutzlos betrachtet werden könnte. Und damit Lute die Hände nicht gebunden sein werden, wird sie aus ihrem Portefeuille Dinge aufziehen, die die Verhandlungen fruchtbar nutzen lassen [werden].
Sie hat 2 wichtige Themen vor sich, die Frau Lute. Eines hat quasi nichts mit ihr zu tun. Sie ist [dennoch] sehr interessiert. Auf ihrer Agenda ist zuvorderst die Errichtung erwähnter Militärbasis und die US-Soldaten juristisch einwandfrei zu stationieren. Das Andere ist, sich Extratouren und Verschleierungstaktiken zu bedienen, bei Bedarf zu drohen und zu erpressen, um die 1960 vereinbarte Garantiemachtstellung der Türkei für Zypern aufzuheben, die in der Verfassung [damals] stand – siehe Vertragsvereinbarung. Das Garantie-Abkommen EKI, Paragraph 4, in dem steht, dass die Türkische Befreiungsarmee legal sich auf Zypern befindet, soll aufgehoben werden und die Armee soll sich zurück in die Türkei ziehen. Dem Letzteren zuzustimmen, dazu sollen die beiden zyprischen Verhandlungspartner geneigt gemacht werden. Sodann werden Verhandlungen erneut ausgemacht, und zwar ohne ein vorgesehenes Ende, ohne kalendarischen Ablauf. Wer auch immer die Wahlen gewinnt [im Norden], wird sie gewinnen – doch wird er/sie gezwungen sein, weiterzumachen, wie es erwartet wird.
Und genau so definiert Frau Lute auch ihren Job hier auf der Insel. Das ist Teil ihrer Mission und Ziele. Sie hat alles bereits Millimeter genau austariert.
Andererseits:
Es widerspricht der Verfassung aus dem Jahr 1960, dass zum Einen neben den Briten nun eine weitere Macht sich eine Basis schafft auf Zypern; und zum Anderen, dass die türkische Freiheitsarmee die Insel zu verlassen haben soll, die hier legal sich aufhält. Bekanntlich sind die Britin in Akrotiri und Dikelya.
Es ist folgendes klar:
Die Südzyprer nutzen ihren Vorteil, in der EU zu sein. Und bevor sie der Türkei einen diplomatischen, dann einen offen Krieg erklären, lehnen sie sich an die USA an [- und schon seit Längerem für alle gut sichtbar an Israel]. Sie beabsichtigen, unter den Fittichen der USA und der EU die Türkei zu attackieren.

Anastasiadis [Präsident Südzyperns] vergaß, richtiger: Seine Stoßgebete wegen der Reaktion Russlands wird er nicht vergessen haben. Dass Moskau diesen militärischen Plänen etwas entgegensetzen wird, ist offensichtlich. Russland wird Zypern destabilisieren, wenn so etwas[, wie das oben Dargelegte,] aufgezogen wird. Es wird sich negativ auswirken, dass die Insel noch mehr Soldaten beheimaten wird. Urheber solcher Pläne sind die USA, wie auch die Nato [Israel dürfte da genauso wie Tsipras in Athen ebenfalls die Hände im Spiel haben]. Unsichere Zeiten stehen an.

Wir erinnern:
Das letzte Wort hatte 1974 nicht etwa Washington, sondern die Sowjetunion – was der Türkei zugutekam. Vor dem Hintergrund, dass sich Geschichte wiederholt, sollte dieser Spruch noch gelten, dann werden die Türkei und Russland am Ende wieder das letzte Wort haben … .“
Hurra, die Amis kommen!
Oder:
Hilfe, die Amis kommen!
Die Russen sind jedenfalls bereits in großer Anzahl auf Zypern: als Geschäftsleute, Reisende etc. Die Israelis auch, nicht nur die Briten. Wenn von Zypern davor die Rede ist, dann sei gesagt, das bezieht sich im gegebenen Kontext auf beide Teile der Insel – Norden, Süden.

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Erfreulicher Weise bringt die ‚erbakanistische‘ oder ‚milligörüşistische‘ türkischsprachige MillȋGazete öfters Mal einen Beitrag zu Zypern.
Heute wollen wir gleich 2e übersetzt unterbreiten. Der erste Beitrag stammt von Prof. Ata Atun. Der zweite von Herrn Adnan Öksüz.

 

 

„In der Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) [herrscht] große Gefahr [durch eine] Offensive der Maroniten!

 

Seitens des Sitzes des Präsidenten Nordzyperns ist eine Aufforderung an einige Ämter [des Landes] ergangen, das Nötigste zwecks Rückkehr der Maroniten zu veranlassen. Die Beraterin [der Regierung] Gürdal Hüdaoğlu stellte klar, dass an das Bau- und Verkehrs, Landwirtschafts-, Umwelt- sowie an das Wirtschafts- und Energieministerium ihr Schreiben einzeln erging, worin für die Instanthaltungsarbeiten in den Dörfern Gürpinar, Karpaşa und Özhan ein Betrag von 9 Millionen 820.891 TL und 7 Kurus veranschlagt wird; also, dass [erwähnte] Instanthaltungsarbeiten im Vorkostenanschlag wie auch Karten, die entworfen wurden, enthalten sind – das Geld dafür zur Verfügung steht.

Kurzgefasst:

„Es wird als erforderlich erachtet, dass jene Beschlüsse seitens einer hochkarätig besetzten Sitzung – im Regierungssitz vom 26. Juli 2017 gefällt – verpflichtend sind, und der Öffentlichkeit zu erläutern ist, dass im Rahmen der oben genannten Offensive die Dörfer Karpaşa, Gürpinar und Özhan zwecks Ansiedlung vorbereitet zu werden haben, entsprechende Arbeiten [daher] zu Ende zu bringen sind. Um die Gelder dafür zu haben, ist erkannt worden, dass andere Projekte mit Hochdruck fertigzustellen sind. Letzteres hat große Wichtigkeit“, sagt Hüdaoğlu.
„Sollen die doch kommen, was kann schon passieren“, mit solchen Kommentaren [oder Haltung] kann diese maronitische Offensive nicht ausgesessen werden.
Bei den Südzyprern, die nicht ein einziges Mal gute Absichten mit einem kleinsten Entgegenkommen aufzeigen, ist solch ein Verhalten etwas mehr als nur eine Geste. Es ist gleichzeitig eine Verführung zu [ihren] Einheit[sbestrebungen] der Insel.

Bevor sich der Größe der Gefahr, die hier im Raum steht, gewidmet wird, gilt es zu erinnern, dass 2012 zur Regierungszeit Präsident Dervis Eroğlu’s gemeinsam mit dem Muchtar (Bürgermeister) von Gürpinar, Herrn Hacifesas, Eroğlu ein Besuch abgestattet wurde, bei dem der Wunsch der Maroniten zur Rückkehr in ihre Dörfer zum Ausdruck gebracht wurde. Eroğlu: „Ich bin nicht in der Lage zu sagen, kommt sofort. Das gilt es abzuwägen.“
Danach wurde dieses Thema nicht wieder hervorgebracht. Als Eroğlu weg war, wurde in eine Phase getreten, in welcher Forderungen der Südzyprer als heilig verstanden wurden.
Kommen wir zum Punkt:

Vor ungefähr 20 Tagen kam es drüben im Süden zu einem Treffen von Maroniten, Griechisch- und Türkischzyprern. Behauptet wird, Partelli Hacifesa soll in seiner Rede an jenem Tag gesagt haben: „Der Staatsanwalt der Türkischzyprer hat gesagt, der gesamte Besitz der Maroniten im Norden kann zurückgegeben werden“.
An diesem Treffen wurde darüber hinaus auch noch gesagt und festgestellt, dass 20% der maronitischen Gebäude in Gürpinar einen Eigentumstitel erhalten hätten (tapu), diese Gebäude an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben würden, den heutigen Nutzern eine Entschädigung oder anderer Besitz gegeben werde. Dazu kommt, dass die Renovierung und Instanthaltungsarbeiten an den genannten Gebäuden zu Lasten der Türken ergehen werden.

Sagen wir [es doch mal]: Bei den [Wiedervereinigungs-]Verhandlungen [zwischen Griechisch- und Türkischzyprern] ist seitens der Griechischzyprer bereits ein OK bei dem komplexen Thema Besitz eingegangen; [dies auch], zumal der Präsident Nordzyperns, Mustafa Akıncı, die Übergriffe der Griechischzyprer bezüglich dieses Themas im Laufe seiner Amtszeit fortwährend zurückzuweisen hat, ein Thema [also], welches die Südzyprer ausbremsen und mit Wiedergutmachgungszahlungen formen – wie auch [mit dem Versuch], Türkischzyprer auszusiedeln oder gewaltsam in die Ferne zu schicken und Weiteres.

Jene, die heute sagen, „von 3 oder 5 Maroniten wird schon nichts passieren“, die werden in die Falle der Wiedergutmachungszahlungen und des Blockierens treten, in jene Falle der Rückgabe – und solch Vorgehen wird sodann als Vorbild genommen und die Bewegungsfreiheit der Türkischzyprer eingeschränkt werden – derart wird dem Moment, in dem Türkischzyprer aus ihren Häusern geworfen werden, Tür und Tor geöffnet.

Und dann wäre da noch diese andere wichtige Angelegenheit. Die Maroniten behaupten schließlich, auf der griechisch-zyprischen Seite zufrieden zu leben. Nun dann, wie kommt’s, dass sie jetzt [plötzlich] ihre Liebe entdecken, auf unserer Seite leben zu wollen? Im südzyprischen Parlament sitzender Maronite Giannakis Musas meinte vor ein paar Jahren, die Maroniten hätten eine ganz bestimmte Strategie, und dass in die Dörfer zurückzukehren der einzige Weg sei, aber auch, dass die maronitische Gesellschaft bereits 1960 akzeptiert habe, ein Teil der der Griechischzyprer zu sein. Und diesem Wunsch gegenüber müsse Respekt bezeugt werden!“

Der Typ sagt ganz offen: Wir wollen auf der türkischen Seite wohnen, aber unter griechisch-zyprischer Führung!

Der heutige Vertreter der Maroniten im südzyprischen Parlament Andonis Hacirusos sagte zum Präsidenten der Republik Zypern Anastasiadis:
„Das Ziel der maronitischen Gemeinschaft ist, ihre Dörfer, Kirchen und Geld zurückzuholen. Wir sind uns dessen bewusst sowie der Wichtigkeit, dass eine schwierige Zeit durchgangen wird, in der es das Land erneut zu vereinen gilt. In diesem schwierigen Unterfangen sind wir Maroniten auf eurer Seite. Wir müssen daher Özhan und Gürpinar umgehend besiedeln und bei einer etwaigen Vereinigung Zyperns werden wir zum Aufbau des [wiedervereinten] Staates einen Beitrag leisten.“
Das Letztere sagte er [damals] noch im Nachsatz.

Wie zu sehen ist, ist die maronitische Offensive, die türkische Basis entzweizuhauen, das bedeutet, die Forderungen der Griechischzyprer zu verwirklichen. Es gibt daher folgende Behauptungen zu erwarten, nachdem sich die Maroniten im Norden Zyperns niedergelassen haben, die darauf hinauslaufen werden, dass das Land Schritt auf Schritt zurückzugeben wäre.
Doch keiner fragt, was eigentlich mit den gemäß dem Ortega Report zur Zeit der englischen Besatzung von den Türken bewohnten Gebieten, die an die Griechischzyprer gegeben wurden 1950 – 1974, los ist – die zerstört und ausgeraubt wurden. Was ist mit deren Wiedergutmachung? Das fragt niemand.

Normal ist, dass die Feinde der Türken diesen Umstand übergehen. Doch werden jene nicht still bleiben können, die von den Türken als die Niederträchtigen ausgingen, zumal die Türkischzyprer auf dieser Insel ihren Existenzkampf führten, und zwar dann werden sie nicht stillbleiben können, wenn den Türkischzyprioten die Möglichkeit gegeben würde, erlittene Not und Unterdrückung zwischen 1950 und 1974 vor den Kadi zu bringen.

Während Griechischzyprer die Zypernfrage romantisieren, ist unsere vom Westen verteufelte Seite nicht in der Position, Gerechtigkeit und ein uns entgegenkommendes Verhalten zu erwarten. Daher ist es dringend geboten, unsere Rechte selbst zu verteidigen, dass wir unser sterbendes Land retten, Gericht halten und eine Gewinn- Verlustrechnung machen, anstatt uns von südzyprischen Anwälten berauben zu lassen… .

Zuletzt: Den maronitischen Brüdern (kardeşler), die vom Süden in den Norden auszuwandern gedenken, dies zur Erinnerung:
OK, unter südzyrischer Führung wollt ihr leben, doch hier ist türkisch[zyprische] Führung. Der verstorbene Rauf Denktaş sagte in seinen letzten Tagen, eine unabhängige Republik steht über allem!
Keine Ahnung, was euch versprochen wurde, aber so rum, wie auch anders herum wird daraus nichts. Keine Ahnung, ob ich mich verständlich machen konnte?“

Fortsetzung, sozusagen, des Themas Nordzypern, welches auch am 05. Dezember 2018 in der MillȋGazete aufgegriffen wird, dieses Mal von Herrn Adnan Öksüz, wie angekündigt.
Interessant ist, zu lesen, wie islamisch-traditionalistische Kreise der Türkei das genannte Thema in den von ihnen dominierten Tageszeitungen in die Öffentlichkeit entlassen.

 

„Wer sind diese Maroniten?

 

… Viele Jahre hat Prof. Dr. Ata Atun die Funktion eines Regierungsberaters der Türkischen Republik Nordzypern [KKTC] innegehabt. Das ist ein Mann, der von Nahem weiß und beurteilen kann, was dort im „Inneren“ geschieht. Sein letzter Artikel hat Unglaubliches beinhaltet.

Herr [bey] Ata: Von einigen Regierungsämtern ist eine Warnung ausgegangen bezüglich der Rückkehr der Maroniten nach KKTC und der Dinge wegen, die zwecks dieser Rückkehr veranlasst zu werden haben. Dieser Entscheid wird die demografische, harmonische Verfasstheit von KKTC durcheinanderwirbeln. Ata verwies darauf, dass die Standpunkte der Südzyprer [rumlar] dergestalt umgesetzt würden, der getroffene Entscheid diese [fälschliche] Nachricht weitergibt. Die Millȋ Gazete hat diese erschütternde Entwicklung [gestern] … auf die erste Seite der Zeitung gesetzt. … .

In den Kopf gerät einem da unmittelbar diese Frage: „Wer sind diese Maroniten?“

Ein paar Details dazu mag ich nun geben. Die Maroniten sind Mitglieder der katholischen Ostkirche und deren westsyrische Ausgestaltung. Sie unterliegen der römisch-katholischen Kirche. Maroniten sprechen als Hauptsprachen Arabisch, Türkisch und Griechisch. Ihre Gebete und Predigten werden auf Arabisch gehalten. Die zyprischen Maruniten oder Maroniten sind im Mittelalter wegen religiösen und politischen Auseinandersetzungen nach Zypern umgesiedelt – und bis zum heutigen Tag haben wir sie dort als maronitische Kirche und Gesellschaft. Nach Angaben der Vereinten Nationen – Flüchtlingshochkommissariat – leben in Südzypern an die 5.000 Maroniten. In Koruçam lebten vor der [Befreiungs-]Bewegung der Bewaffneten Kräfte der Türkei an die 2.000 Maroniten. Nach 1974 siedelten sie sich drüben im Süden an, im Teil der Rum [Südzyprer]. Den maronitischen Quellen zufolge, sollen sie zur Zeit der Kreuzritter als Gefangene aus der Levente [Libanon, Syrien] nach Zypern gebracht worden sein und ihre Anzahl soll 60.000 betragen haben. Sie hatten im Norden der Insel 60 Dörfer. In letzter Zeit hat ihre Rückkehr in die maronitischen Dörfer thematisch stark zugenommen. Jene Maroniten, die aus dem Libanon stammen behaupten, seit dem 9ten Jahrhundert auf Zypern zu leben. Doch ist bekannt, dass die meisten von ihnen im 12. Jahrhundert übersiedelten. Ihre Dörfer [auf Zypern] sind vor allem nahe dem Fünffingergebirge [Başparmak dağları], wo die meisten von ihnen lebten. Die meisten dieser Dörfer waren orthodox [griechisch-katholisch] geworden.

Wie Ata Atun bezüglich dieses Themas sagt: „Sollen sie doch kommen, was wird schon sein“, mit solch Einstellung kann diese maronitische Offensive nicht durchgewunken werden.“ Er schreibt: „Den Südzyprern, die nicht einen einzigen kleinen Schritt [den Vorstellungen der Türkischzyprer] entgegenkommend sind, ist es nicht nur eine Geste, sondern gleichzeitig eine Verführung zur Vereinheitlichung [der Insel unter griechisch-zyprischer Führung]:“

Wir werden sehen, was in dieser Angelegenheit in KKTC noch durchlebt werden wird.“

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Zu NOrdzypern

Es ist bereits etwas her, als dieser Artikel erschien in einer türkischen Tageszeitung.
Auf den Artikel bin ich zufällig gestoßen, wie auch auf den Ort, an dem ich ihn auffand.

Eigentlich gehe ich ansonsten immer ins gleiche türkische Restaurant-Café in Lahr Mitte, welches schon etwas preislich gehoben genannt werden darf. Die “Gözleme” schmecken dort auch wirklich gut.

Von Offenburg zurück nach Lahr kommend, entschied ich mich vor einigen Tagen spontan an jenem türkischen Restaurant mal anzuhalten zur Abwechslung, welches ich auf dem Weg nach Offenburg links von mir an der B3 liegend überraschender Weise ausmachte, gucken, wie dort die Linsensuppe schmeckt.
Prächtig war die Suppe, kann ich nur sagen. Bin seither schon 3 Mal wieder dort gewesen. Sogar einen vegetarischen Teller gibt es zu unschlagbaren 5 Euro, der richtig gut gefüllt ist mit richtig viel Salat – und man kann sogar wählen zwischen Reis und Bulgur. Sogar 2 weiße Käsestückchen liegen auf dem Teller, eventuell vom Schaf.
Der türkische Tee schmeckt einfach fantastisch. Und kostet hier, im Gegensatz zu dem Türken in Stadtmitte, knapp 1/3 weniger.
Der etwa 40-jährige Mann, der dort arbeitet mit seinem Sohn und das Restaurant füht, ist äußerst kommunikativ. Spricht recht gut Deutsch, scheint schon länger in Lahr oder Deutschland zu leben.
Eine Entdeckung der angenehmen Art hier in Lahr, das ISTANBUL.
So heißt dieser Ort.
Wunderschön sauber ist der Geschäftsraum und herrlich geräumig, so richtig geräumig und keinesfalls vollgestellt mit Tischen und Stühlen, wie es so oft der Fall ist.
Leute kommen und gehen ins/aus dem Istanbul. Abends scheint auch die Frau des Restaurantbetreibers anwesend zu sein. Sie ist gekleidet wie eine Frau, die schiitischen Glaubens sein könnte. Kann ich mir aber nicht vorstellen, dass diese Familie schiitischen Glaubens ist, weil mir gesagt wurde, man käme ursprünglich vom Schwarzen Meer, lebte aber in Istanbul.
Ist ja auch egal.
Bislang habe ich das Restaurant noch nicht sehr gut besucht gesehen, wie man sagt. Ein Kleinod also, wo trotz B3 vor dem Haus komischer Weise Ruhe herrscht. Man kann sogar seinen Laptop aufbauen und dann in seiner Arbeit, beispielsweise, versinken. Ob es Internet gibt, wurde noch nicht abgecheckt. Es muss nicht sein, dachte ich, auch noch hier im Netz zu sein. Meine Einschätzung: Es gibt kein WLAN. Kann aber durchaus sein, dass man sich da täuscht.
Allzu verwundert sollte man allerdings nicht sein, wenn der Wirt plötzlich vor einem steht oder von Weitem sich an einen wendet und das Gespräch sucht. Keine Sorge, er hält sich kurz, wenn man ihn nicht mit den ‘richtigen’ Themen füttert oder merken lässt, dass man JETZT gerade keine Zeit zum Reden zu haben glaubt.
Anscheinend rechnet sich das Alles dennoch. Das Restaurant wird ja schließlich betrieben. Die Preise sind dort äußerst erträglich und das Essen schmeckt wunderbar. Fast glaubt man, zurück irgendwo in einem Berliner Bezirk zu sein, ja, in Istanbul selbst.

Nun:
Der Artikel, der in der Folge übersetzt wird, wurde von Prof. Dr. Ata Atun verfasst und erschien in der türkischsprachigen, islam-national angehauchten Millî Gazete vom 13. November 2018.

“Dem Mutterland sind wir unsere Republik schuldig!

Die Gründung der nordzyprischen Republik war nicht leicht, die sich heute zum 35ten Mal jährt. Diese Republik kam zustande durch Massaker, die an den Türkischzyprern (TZ) verübt wurden, durch Tränen, Flucht, Verlust einer Zukunftsperspektive, Verlassen des großväterlichen Bodens, jedwede Angriffe abwehrend und mit Märtyrern.

Die Gründungsangelegenheit begann in den 1950er Jahren und nicht, wie die Griechischzyprer (GZ) sagen, 1974 oder 1963. Beschlossene Sache wurde Letzteres am 15. Januar 1950, als die GZ plebiszitär ihren Wunsch nach einem Anschluss mit Griechenland (Enosis) kundtaten.

Makarios, der die ganze Welt bereiste, vor allem Hauptstädte im Westen, Rom, Paris, Frankfurt, Berlin, London, New York, sagte und bemühte sich, dass Zypern eine griechisch-zyprische Insel ist, Enosis stattzufinden habe, von den Engländern zurückgenommen und Giechenland übergeben werden müsse.

Der Wahrheit entspricht, dass das Zypernproblem nicht in der Nacht vom 21. Dezember 1963 mit den begangenen Massakern seinen Anfang nahm und, wie die GZ behaupten, [auch nicht] mit der Befreiungsbewegung 1974. Genauer: Die ersten Schritte der TZ in Richtung Verstaatlichung begannen im November 1957 mit der “Türkische Bewegung Organisation” (TMT). Was die TZ im Gepäck hatten, waren engagierte, auserlesene und vertrauenswürdige Leute, die die TMT gründeten, welche im Zentrum das ‘Bayraktarlik’-Prinzip hatte und das in den [vormals osmanischen] Provinzen angewandte ‘Sancak’-Prinzip; also Anwendungen, die die ersten Kettenglieder des [entstehenden Nordzyperns] darstellten.

Indem Erzbischof Makarios die Schlagkraft der Türkei unterschätzte, die Türkei die Verfassungsänderung ablehnte, glaubte Makarios in einer organisierten Art und Weise mit Waffengewalt den Paragraphen 13 der Verfassung morgens am 21. Dezember 1963 ändern zu können – Türken wurden angegriffen, ein Blutbad angerichtet.

Wenn wir nun die Staatswerdung der zyprischen Türken seit 1963 betrachten, [sehen wir], Fazıl Küçük und Rauf Denktaş errichteten am 23. Dezember nach dem Angriff der GZ vom 21. Dezember ein Komitee.
Dieses Haptkomitee war die Miniaturausgabe der Staatswerdung. In jenem Hauptkomitee waren die Mitglieder im Rang eines Ministers, nannten sich aber “Mitglied”. … An der Spitze des Hauptkomitees stand Dr. Fazıl Küçük. Seine rechte Hand war Herr (bey) Rauf Denktaş. Gleichzeitig war Rauf Bey der Vorsitzende der “Vereinigung der Türken”. Dergestalt entstand das Skelett der ersten Staatswerdung am 23. Dezember.

Nachdem die GZ 4 Jahre später, 1967, Dörfer wie Geçitköy oder Boğazıçı angegriffen hatten, gab die Türkei ein hartes Statement ab, was dazu führte, dass das Hauptkomitee sich in eine “Vorübergehende Türkische Führung” wandelte. Am 27. Dezember 1967 wurde die Vorübergehende Türkische Führung offiziell bekanntgemacht. Ab 1968 begannen Treffen [der beiden Volksgruppen]. Als 1970 diese Treffen sich einstellten, wurde das Wort “Vorübergehend” gestrichen und übrig blieb “Zyprische Türkische Führung”. Bis zur Befreiungsbewegung [1974] lief die türkisch-zyprische Regierung unter diesem Namen.

Am 20. Juli begann diese Bewegung und endete am 16. August 1974. Gleich danach wurde Mitte September die “Autonome Zyprische Türkische Führung” ausgerufen. Diesmal hatte das Gebilde ein bisschen mehr Profil, und das auch politisch. Danach begann man, die Verfassung aufzusetzen und am 13. Februar 1975 wurde die “Türkische Zyprische Föderation” ausgerufen. Das heißt: die am 23. Dezember 1963 gesetzten Schritte hatten sich am 13. Februar 1975 in eine Türkische Zyprische Föderation gewandelt. Bis 1983 wurde das Föderale beibehalten, und nachdem im Mai jenes Jahres sich Rauf Denktaş mit dem griechisch-zyprischen Führer Spiros Kiprianu getroffen hatte, wurde dieses Treffen seitens Spiros überhaupt nicht ernst genommen.

Die Treffen wurden erstmals zu Gipfeltreffen 1970, als sich Makarios und Denktaş trafen und die heutige Föderationthese wurde damals erstmals in den Ring der Verhandelnden geworfen.
1983, nachdem Makarios gestorben war, wurde Kiprianu zum Präsidenten gewählt; und just, als die Verhandlungen fortgesetzt wurden – man über föderale Strukturen sprach -, wendete sich Spiros plötzlich an die Vereinten Nationen:

“Die türkische Armee hat von der Insel zu verschwinden, die Besatzung hat aufzuhören und die einzige Regierung der Insel ist die der GZ. Das ist so zu akzeptieren!”

Und dergestalt sah dann die Entscheidung der Vereinten Nationen aus. Doch: Dass die TZ ihre föderale Struktur selbst verwalten können, war auch gesagt worden [seitens der Vereinten Nationen]. Wie Sie wissen, das wird “Self-Determination” genannt.

Von den GZ wartete man auf eine Reaktion, wie:

OK, wenn ihr ein Selbstbestimmungsrecht habt, dann setzen wir uns halt mal zusammen.

Allerdings nichts dergleichen kam von den GZ rüber. Im Gegenteil. Sie seien die Besitzer der Insel, meinten sie.

Zu jenem Zeitpunkt versammelte sich das nordzyprische Parlament der Türkischen Republik, und heute vor 35 Jahren wurde die Entscheidung getroffen, unabhängig zu sein.

Heute leben die TZ auf ihrem Boden frei, in Ruhe und Wohlstand, vermittels [der Hilfe] des Mutterlands, der Türkei.

Letzteren Wert, den gilt es, nie zu vergessen!

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Auf Seite 19 der “Politis”-Tageszeitung Südzyperns vom Wochenende (28.10.) steht unter der Überschrift “Analyse” ein Beitrag des Niyazi Kizilyürek, der Nordzyprer ist.

Es kann durchaus sein, dass Kizilyürek im Süden lebt und als Südzyprer angesehen sein will – oder dass er wie viele hin und her pendelt mit beiden Pässen im Sack und mit Wohnsitz hüben, wie auch drüben etc. Ein Grenzgänger wahrscheinlich in noch ganz anderen Bereichen, oder wie man ihn, oder das, was er sonst noch so tut und denkt, nennen soll.

Schon mal vorweg:

Man muss nicht unbedingt einer Meinung sein mit dem, was der Autor Kizilyürek von sich gibt. Doch, finden wir hier, ist es durchaus interessant auch vermittels dieser Übersetzung in ein weiteres Hirn eines Nordzyprers, wenn das so gesagt werden darf, hier Einblick zu gewähren. Kizilyürek ist einer jener, denen es gelingt, im Süden in vielleicht der angesagtesten Tageszeitung des Landes zu publizieren, eben der Politis.

Auch an den Universitäten des Südens sind einige dieser ‘Grenzgänger’ beschäftigt, nur mal so am Rande bemerkt.

Der andere Nordzyprer, der hier zuweilen auch übersetzt wird, der schreibt ja bekanntlich auch in der Politis: Sener Levent.

Übersetzt hat den Beitrag ADH, wie so oft auch diesmal aus dem Griechischen.

Dieser Artikel Kizilyüreks lautet:

Na, wo sollen wir denn suchen?

In der Machbarkeit!

In letzter Zeit wird eine aufgeregte Diskussion über folgendes geführt: Welcher Betrag ist erforderlich, um ein Zypern der Bundesstaaten von Erfolg gekrönt zu machen – das heißt machbar zu haben.

Die griechisch-zyprische Seite bringt ihr Unwohlsein dazu ganz offen zu Wort. Sie behauptet, dass ein Staat bestehend aus Bundesstaaten – in der Staatsform, die derzeit diskutiert wird -, nicht machbar sein kann.

Ein Ausweg wird gesucht.

Obgleich, gleich anfänglich müssen wir akzeptieren, dass dieses Unwohlsein nicht unbegründet ist. Wir beobachten, dass die Basis dieser Diskussion nämlich falsch ist. Zum Beispiel wird der wirkungsvollen Teilnahme der Türkischzyprioten als „Problem“ begegnet. Und die griechisch-zyprische Seite löst sich [währenddessen] in einer [geradezu] befreiten Art und Weise auf.

Jedoch Glück oder Glücklosigkeit des Zyprischen oder irgendeines anderen Bundesstaates wird nicht am wirksamen Teilnehmen irgendwelcher Gesellschaftsteile ermessen in staatlichen Gefügen.

Im Gegenteil.

Sondern: Ohne eine wirksame Teilnahme der Gesellschaftsteile kann nicht von einer bundesstaatlichen Verfasstheit gesprochen werden. Der Erfolg [Glück] und die Durchführbarkeit [Machbarkeit] eines bundesstaatlich organisierten Staates beruhen auf der Anwesenheit von erforderlichen Politiken und ideologischen Bündnissen in günstigen kulturellen und gesellschaftsökonomischen Bedingungen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die Parameter werfen, die die Lebensfähigkeit eines bundesstaatlich organisierten Staates ausmachen.

Zu allererst haben wir folgendes Wichtiges zu unterstreichen: Im zyprischen Fall liegt der größte Misserfolg darin, dass noch immer nicht das Zustandekommen einer Bundesrepublik [zur Genüge] angegangen wurde, obgleich so etwas bereits seit 1977 diskutiert wird. Aus diesem Blickwinkel – entgegen der bestehenden Bedenken für die Zukunft – gilt es, vorrangig die Gründe zu untersuchen, deretwegen genau diese Bundesrepublik Zypern bis heute nicht der Fall geworden ist.

In Wirklichkeit handelt es sich unmittelbar um zwei verdeckte Diskussionen. Bis heutzutage sind die Gründe für den Misserfolg der Gründung einer Bundesrepublik Zypern sowie die Schwierigkeiten, die sich erheben werden, wenn diese letztendlich gegründet wurde, als ähnlich gelegen anzusehen.

Die internationale Definition des Föderalismus gibt uns zwei Dinge, die zum Misserfolg einer Bundesrepublik führen: die wirklichen Absichten hinter der Gründung einer Bundesrepublik; sowie das Gründungsziel. Diese beiden Parameter sind sehr bedeutend für die Frage, in wiefern eine Bundesrepublik auf lange Sicht lebensfähig ist oder eben nicht. Nachforschungen ergaben, dass bundesstaalich organisierte Staaten, die nicht auf einem echten Verständnis der gebotenen Gegenseitigkeit beruhen, sondern lediglich darauf abzielen, zu einer Versöhnung zu gelangen, von konjunkturellem Verhalten getrieben und kurzfristige Zielsetzungen bedienend, äußerst schwer einen Erfolg erzielen.

Im Gegensatz dazu hat eine Bundesrepublik größere Überlebenschancen auf Basis eines ehrlichen und maßgebenden Zusammenschluss‘. Sicherlich hat ein gemeinsames Interesse einen katalytischen Effekt, zumal das Ziel ist, dass Zusammenschluss und katalytischer Effekt in einer Art Rahmen befriedet werden, nämlich: demselben gemacht aus Zusammenarbeit und Einheit.

Falls es nützliche Parameter sind – also notwendige -, reicht das [gemeinsame] Interesse nicht aus für den Erfolg einer Bundesrepublik. Es ist gut bekannt, dass Bundesrepubliken, welche unmittelbar auf Anordnung durch äußere Mächte geschaffen worden sind, auf lange Sicht nicht bestehen.

Es gibt da noch einen anderen wichtigen Parameter beim Bau einer Bundesrepublik, der den Erfolg derselben garantiert: Die Setzung des Bundesstaatlichen als höchstes Prinzip im Staat gegenüber anderen Werten – sowie die Installation desselben ins Zentrum des politischen Lebens. Bundesrepubliken, welche in solch Rahmen gebildet sind, in ihnen besteht das Bundesstaatliche als das höchste Politische und als das höchste Ideal für alle – oder zumindest für die große Mehrheit der politischen Elite und der Gemeinschaften. In diesem Fall läuft die Bundesrepublik in eigener Zielrichtung, und nicht für das ‚glückliche‘ Gelingen ganz anderer Ziele.

Und zweifelsohne ist das machbarste und widerstandsfähigste Modell einer Bundesrepublik dieses Erstere. Es gibt keine unüberwindlichen Hindernisse in einer Bundesrepublik, in welcher die Gemeinschaften mittels ehrlichen Dialoges gegenseitigen Respekt fühlen, ein Klima des Vertrauens sich aufbaut, wo man offen für‘s Gespräch ist – und eine spezifische Identität bewahrt werden kann; diese [derart respektierten und ‚geführten‘] Gemeinschaften sind es dann auch, die ihrem Land sich widmen.

Zur Unterscheidung: Eine Bundesrepublik als Mittel zu begreifen, kurzfristige Interessen zu befrieden, ist das Eine. Ihr gegenüber hat jene, die gebaut wurde, in eigener Zielrichtung zu laufen, als erforderliche Voraussetzung die Ideologie und eine politische Verpflichtung. Deswegen ist die Existenz von charismatischen Führern wichtig, die den Föderalismus ins Werk setzen, und zwar als in-eigener-Zielrichtung-laufend. Das haben sie als Wert in die Köpfe der Leute zu installieren. [Letztere sind auch nach Ansicht des Autors auf Zyperns nirgends in Sicht].

Man kann allerdings auch das Gegenteil behaupten, nämlich: Das Kultivieren der Gesellschaften vermittels bundesstaatlicher Werte [etablieren], und zwar so, damit diese sodann das politische Leben säubern; und zuletzt: dass derart Führer aufkommen, die Föderalisten sind. [Auch diese Spezie existiert nach Ansicht des Autors nirgendwo im jetzigen Zypern].

Ein anderer wichtiger Punkt ist die allgemeine Wahrnehmung des Landes. In einer Bundesrepublik – über den Punkt Machbarkeit hinausreichend – hat auch die Kultivierung der [angebrachten] Wahrnehmung eines Landes seitens seiner Bevölkerung vordringliche Wichtigkeit.

Mal abgesehen von der Sicherheit und Wirksamkeit, welche eine Zusammenarbeit mit den Türkischzyprern bringt, ist die Vorbereitung des Landes auf eine Lösung der Zypernfrage mit Hilfe der Kultivierung einer bundesstaatlichen Kultur dringend erforderlich. Präsident Anastasiadis tut gut daran, möglichst bald DAS dem Volk zu sagen und zu erklären, dass die Türkischzyprer nicht alleine ein gleiches Mitwirkrecht in einem bundesstaatlichen Gefüge nach einer Vereinigung brauchen, sondern auch, dass die Verfassung von 1960 eben genau solch ein Recht in der Zyprischen Demokratie festlegt/e.

Es muss [endlich] verstanden werden, dass eine Wiedervereinigung Zyperns mit den Türkischzyprern beginnt. Jene, die nicht wünschen, die Regierungsgewalt mit den Türkischzyprern gemeinschaftlich zu teilen, hätten dann auch die schwere historische Konsequenz zu tragen – bewusst oder unbewusst –[, nämlich die da ist], dass die Hälfte der Insel an die Türkei verschenkt wird!

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Die Rathaus-Schwemme

Ein Beitrag von Jorgos Koumoulli vom 06. 10. 2018 in der Tageszeitung Politis, Zypern!

Übersetzung: adh

„Die Anzahl der Rathäuser ist bei 39 angekommen [zypernweit]. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl muss das die höchste Anzahl von Rathäusern in der Welt sein.

Zur Zeit als die Briten regierten auf Zypern, gab es lediglich 12 Rathäuser: 6 in den Städten und 6 in sogenannten Hauptortschaften.

Nach der Unabhängigkeit, hauptsächlich nach 1980, ergab sich geradezu eine „Rathäuser-Explosion“. Die Stadtteile des unteren Nikosias, genauer Angladscha, Strowolo, Engomi, Aghios Dometio, die zu jener Zeit kleine Dörfchen waren, dann Vorstädte der Hauptstadt wurden, erhielten jeweils ihr eigenes Rathaus. Ähnliches vollzog sich auch in anderen Städten.

Mit ökonomischen Kriterien betrachtet, erwies sich solch Entwicklung als äußerst unglücklich, weil es führte zur Vernichtung der Rechenschaftspflicht und damit einhergehend zu einer Steigerung der Kosten auf den Schultern der Steuerzahler – natürlich. Es ist auch deswegen, dass die Troika 2013 eine Zusammenlegung der Rathäuser auf insgesamt 10 anführte – und zwar aus rein rechnerischen, und nicht aus seltsamen Beweggründen.

Zum Beispiel:

Nikosia, eine verhältnismäßig kleine Stadt der EU braucht keine 5 Rathäuser, und daher 5-fache Ausgaben für die Gehälter der … [Beschäftigten] darin. Die Umsetzung der Anweisungen der Troika versteht sich selbst in keiner Weise als eine Art Beteiligung an der Wertminderung des Sozialstaates. Die Infrastruktur, die Wohlfahrtsprogramme im Sozialen, welche die Rathäuser managen, siehe die Posten für Gesundheit, Umwelt und Sport, könnten bestenfalls nicht nur intakt funktionieren bei einem Zusammenschluss der Rathäuser, sie könnten sich auch allseits verbessern. Dasselbe gilt im Grunde auch in Sachen Bürgernähe sowie der Rechtmäßigkeit von Beschlüssen nach demokratischen Kriterien.

Kurz:

Die Kosten würden sich zum Nutzen für alle dramatisch verringern.

Betont werden muss, dass die geradezu inflationäre Anzahl von Rathäusern unvergleichlich mehr zutage tritt, wenn wir von jenen (Art virtuellen) Rathäusern reden, die Gemeinden im Norden vertreten, zumal ihre Hauptbeschäftigung Briefe zu versenden ist, Ankündigungen zu machen, und zwar an internationale Organisationen zwecks Aufklärung, und um hin und wieder Reden, Demonstrationen oder Anti-Besatzungs-Kampagnen zu organisieren.

Ausnahme ist die Gemeinde Ammochostos (Famagusta), die restlichen könnten eigentlich auch durch eine Art Führung oder Organisation vertreten werden.

Was die übermäßige Anstellung von Personal angeht, welche Unterbeschäftigung produziert, ist die Lage komisch-tragisch – zumindest in einigen Gemeinden.

Nehmen wir zum Beispiel mal die Ortschaft Lefkara, ein Dorf mit 800 Bewohnern. Dieses kleine Dorf hat nicht nur ein Rathaus, sondern sogar ein Gegenrathaus [nämlich eine Art virtuelles Rathaus, welches eine Stadt gleichen, ehemalig griechischen Namens im türkisch-zyprischen Norden der Insel vertritt], sowie auch 8 Direktoren im Rathaus.

Letztere trinken nahezu jeden Monat zusammen ihren Kaffee (halten ein Treffen ab) und bereden, was in ihrem Dorf los ist – und für diese dankbare berufliche Veranstaltung erhalten sie insgesamt 33.000 Euro jährlich.

Hier gilt es zudem zu erwähnen, dass die Gemeinderäte von Karawa, von Lapithou und anderen Rathäusern für drüben im besetzten Norden um nichts neidisch zu sein brauchen, bezüglich ihrer Kollegen in Lefkara im Süden, zumal deren Veranstaltungen übers Jahr verteilt noch spärlicher ausfallen; und viele Gemeinderäte für den zyprischen Norden fühlen, dass ihre Anwesenheit eigentlich unnötig ist – und so gehen sie erst gar nicht zu Gemeinderatsversammlungen.

Die Gemeinde in Vertretung, sozusagen, die das Lorbeerblatt in Sachen Überbeschäftigung von Angestellten erhalten sollte, ist eben jene von Ammoxostos, wo es 26 Gemeinderäte gibt – der mit Gemeindräten am vollgestopfteste Gemeinderat Zyperns.

Auf meine Frage hin, ob es denn all der 26 Leute bedürfe, antwortete ein Gemeinderat:

26 too many!“

Und für soeben Angeführtes ist es nun, dass Steuerzahler jedem der genannten Volksvertreter für den Norden Zyperns im Monat 530 Euro bezahlen.

Für ein Land, welches eine Verschuldung der Gemeinden von über 100% des Bruttoinlandsproduktes hat, glaube ich, ist so etwas nicht akzeptabel.

Eine weitere Empfehlung der Troika um Ressourcen zu sparen, ist, Dienstleistungen der Gemeinden von Privaten zu kaufen, vorrangig die der Müllabfuhr.

Solch eine Handlung ist jedoch vielen bereits eine Art Privatisierung und trifft offenbar auf dogmatische Einstellungen, und zwar vonseiten der Parteien und gewissen Interessengruppen.

Anhand der aktuellen Daten wird es schwierig sein in Zypern, so etwas [wie die oben erwähnte Art Privatisierung] anzuwenden, obgleich es die Betriebskosten der Gemeinden deutlich reduzieren würde.

Von dem, was ich weiß, ist Lefkara der Empfehlung der Troika in Sachen Müllbeseitigung seit 2018 gefolgt – und eine Senkung der Kosten von ungefähr 60.000 auf 30.000 Euro fand statt, also um 50%.

Nun, lasst uns entscheiden, was wir wollen.

Wollen wir für die Qualität der Dienste Sorge tragen und dies mit geringeren Kosten; oder wollen wir die Interessen gewisser Parteien bedienen und uns Steuern aufbrummen lassen, gnadenlos nachbesteuert sein, überbesteuert leben? … .“

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So,

da sind die Herren und Damen also noch immer in New York.

Auch einige aus dem Norden Zyperns sind dort.

Akinci hat dort,

immerhin,

den holländischen und den deutschen Außenminister getroffen.

Man stelle sich vor, für die schrecklich lange Dauer von jeweils einer halben Stunde trafen die sich. Diese Zeitangabe gibt die Press and Information Cyprus aus dem S[den der Insel durch.

Haben Die in dieser kurzen Zeit außer Händeschütteln und sich zu begrüßen und zu verabschieden noch zu anderen ‚Themen‘ Zeit gehabt?

Gehen wir mal davon aus, dass ihr jeweiliger Mitarbeiter-Stab die Arbeit erledigte, und die erwähnten Herren eben lediglich repräsentieren gingen – und unterzeichnen etc.

Doch muss man dazu ausgerechnet nach New York fliegen?

Für was gibt es denn nun das Internet und die tollsten Technologien zum direkten Chat und Unterzeichnen – damit man trotzdem noch in der Welt herumsegelt und Steuergelder durchknallt? Wenn das Unterfangen ja einen erkennbaren Durchbruch oder zumindest eine in Richtung Wiedervereinigung gehende wirkliche Entwicklung hätte, würde ja so mancher sofort seine Klappe halten – doch so?

Unverschämt, was DIE sich leisten – und das nicht nur im zyprischen Kontext, sondern anscheinend überall.

Klar, dass da von Sparen zu sprechen, welches Herr und Frau Bürger durchziehen sollen, dann den Herren und Damen gerade nochmal so viel ‚Spaß‘ macht – könnte so manche/r vermuten.

Immer schön von oben herab, also, damit bloß niemand die Wichtigkeit der Volksvertreter übersieht!?

Und außerdem nehmen das Wort „Volksvertreter“ zu viele unter denselben zu krass in Anspruch – als müssten die uns vorführen, wie schön und luxeriös das Leben doch sein kann, von dem die meisten in der Bürgerschaft inzwischen nur noch träumen können: vor dem Fernseher, im Netz und gelegentlich auch noch im Cinema.

Stellen Sie sich das mal vor:

Diese Leute reden schon über Jahrzehnte miteinander bezüglich der Lösung der sogenannten Zypernfrage, und was sagt der türkische Außenminister, so, als hätten die Verhandlungen eben erst begonnen:

Unglücklicherweise haben unsere vorangehenden Bemühungen keine Resultate hervorgebracht. Das letzte war jenes in Crans Montana/Schweiz. Um einen neuen Verhandlungsprozess zu beginnen, sollten wir nun unter uns reden und entscheiden, über was wir verhandeln wollen. Niemand kann ein weiteres Misslingen verdauen!“

Und wer soll solch hohles Geschwätz und Handeln verdauen?

Die griechische Seite klingt allerdings nicht wesentlich besser. Athen ist mindestens ebenso unbestimmt, auch wenn alle immer wieder betonen, dass die Zypernfrage gelöst gehört, aber … . Kotzias, der griechisch Außenminister hat mit dem türkischen Außenminister in Izmir, wie gesagt nach Jahren von Verhandlungen, kürzlich immerhin herausgefunden, so Cavusoglu:

Jeder sah, dass es sinnlos ist, Verhandlungen wieder zu beginnen, nur um dieselben [überhaupt] zu führen, und ohne zu beschließen, was verhandelt wird – ohne auf das Ergebnis fixiert!“

Das eben spricht doch wohl Bände.

Das heißt, die haben Quasselbude gemacht all die Zeit über und jetzt, wo etwas mehr Druck aufkommt aus verschiedensten Ecken der Welt etc., wollen die Herrschaften plötzlich zielgerichteter zu Werke gehen. Ist das nicht so etwas wie der Gipfel der Unverfrorenheit?

Vor kurzem in einer Überschrift im Vorbeigehen gelesen, dass es wahrscheinlich nur noch Trump richten kann, diese zyprische Dauerfrage aus der Welt zu beantworten.

Offensichtlich ist auch die Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in New York beheimatet. Schön, zu hören und zu lesen, dass Nordzypern bei deren Zusammenkunft auch wieder Reden schwingen wird. Herr Kudret Özersay, der Außenminister Nordzyperns, wird das Letztere besorgen:

Wir werden weitermachen damit, unsere Sicht der Dinge sowie die Erwartungen der Türkischzyprioten auf jeder erdenklichen Plattform [weltweit] vorzubringen, wo wir dazu eine Gelegenheit offeriert bekommen!“

Özersay gibt an, in New York festgestellt zu haben im Rahmen der UN-Mitgliedervollversammlung, dass dort niemand darauf scharf ist, die Zypernfrage (schon wieder) in den Vordergrund zu rücken.

Eine gute und kluge Beobachtung.

Weil:

Bevor sich die Haltung Südzyperns in dieser Frage nicht ändert, ist jede Bemühung eh schon fast verschwendete Zeit, Energie und Geld. Wahrscheinlich braucht es da wirklich so etwas wie eine Führer-Typen, also Trump, der beiden Seiten zum Beispiel folgendes klar macht:

Sollte ich bei den Midterms nicht durchkommen, demnächst, und meinen Job verlieren, dann Gnade euch Gott! Denn wenn die Clinton oder ähnliche Kriegstreiber in Washington den Präsidentenstuhl in Beschlag nehmen, ist aus mit lustig für euch.

Und daher – ihr seht ja wohl, was in Syrien, dem Libanon und Palästina geschieht – werdet ihr Zyprer, sollte ich die Midterms überstehen, gefälligst und schleunigst die Zypernfrage aus dem Weg räumen!

Alles klar?

Oder glaubt ihr, wir ziehen euch noch länger durch?

Würde Trump so oder ähnlich mit den Zyprern sprechen, könnte eine Wiedervereinigung eventuell klappen – zumindest vonseiten der Zyprer. Doch ein bisschen viel mehr Drohkulisse brauchen die zuletzt Erwähnten und erst recht die anderen Involvierten, die sogenannten Garantiemächte, bestimmt!!!

Immerhin: Die Zyprioten graben ihre Toten des Konflikts von 1974 noch immer aus der zyprischen Erde aus, die sie nun begraben wollen, „wie es sich gehört“.

Wie allerdings in einem Clip im Internet zu hören ist, Herr Wimmer von der CDU sprach in Bautzen zu den Bautzenern, soll Frau Merkel sich weigern, ganz strikt, Leichname deutscher Soldaten, die im II.Weltkrieg im Osten gefallen sind, beerdigen zu lassen – da irgendwo in der Ukraine. Und so werden die menschlichen Überreste, die man gefunden hat und noch immer findet, irgendwo in Tücher gehüllt aufbewahrt, so Wimmer.

Das, wenn die Nachricht der Wahrheit entspricht, ist wahrhaft noch verlogener und düsterer als die zyprische Politik und der Eiertanz um die zyprische Wiedervereinigung. Das Nicht-Beerdigen menschlicher Überreste ehemaliger, gewiss auch verhungerter Wehrmachtssoldaten, finden nicht wenige, grenzt an Verrat und wird, wie zu verstehen ist, mit dem Verhalten der Kanzlerin beim unabgesprochenen Öffnen der Grenzen 2015 zunehmend in einen Topf geworfen – wo sie auch ALLEINE die Order aus gab, und so etwas Ähnliches sagte, wie:

Das wird so gemacht und nicht anders!

Wenn der erwähnte Clip hier richtig erinnert wird, hat es nämlich innerhalb der CDU eine Abstimmung zu dem Thema menschliche-Überreste-aus-der-Ukraine-holen-lassen-und-manierlich-bestatten gegeben, die Merkel im Nachhinein vom Tisch gewischt haben soll mit „NEIN!“

Andernorts in den Medien wird über den Norden Zyperns dieser Tage berichtet, dass die Grenze, um von Hunger oder Armut der Leute sprechen zu können, bei 2.625 Türkischen Lira (TL) derzeit liegen soll; wohingegen diese Grenze in der Türkei bereits bei 1.893 TL liegt. Diese Zahlen soll die Türkisch Zyprische Handels-Gewerkschaft der Staatsangestellten ermittelt haben (KTAMS).

Die Gewerkschaft beschuldigt die Regierung im Norden Zyperns, viel zu wenig gegen die andauernde Krise zu unternehmen.

Wir warteten alle schon drauf!?

Jetzt kommt die freudige Nachricht:

Eine digitale Universität wurde im Norden Zyperns eröffnet.

Endlich.

Am 15. Oktober soll es losgehen.

Rektor ist Herr Prof. Dr Hasan Bülent Kahraman.

Bildung ja, Prüfungen nein, scheint das Konzept zu sein und sich eventuell NUR an Studenten richten.

Die Uni nennt sich „Netkent University“.

Weitere Herren haben beim Entstehen der Uni ihre Hände im Spiel, so zum Beispiel auch Vedat und Ali Eskinat: www.netkent.edu.tr.

Gerade mal nachgesehen im Netz, was auf der Webseite geschrieben steht.

Anscheinend wird alles, was da angeboten wird, ohne Türkisch zu können, nicht zu bewältigen sein – noch nicht. Überhaupt sieht der Lehrplan recht unausgereift aus (Wirtschaft, Juristik, Informatik. Die Letztere gibt es aber in äußerst abgespeckter Form. Auf dem Stundenplan steht sogar auch in diesem Fach, wie auch in den anderen Fachbereichen, dass Wissen über Atatürk sich angeeignet werden müsse etc. – „Atatürcülük“).

Zuletzt:

Das „Blau-Wal-2018-Manöver“ wird demnächst und bis zum 07. Oktober im südöstlichen Mittelmeer abgehalten werden. Federführend wird die türkische Marine dabei sein und mit von der Party, man staune, sind auch die USA.

Alle möglichen Waffengattungen werden mal wieder getestet, so zum Beispiel U-Boote, die wer weiß, welch wunderlichen Dinge tun können.

Den Tod bringen.

Dem nicht genug, wird auch noch Kanonenfutter, erlauben Sie bitte den bösen Zungenschlag zum vermeintlich ‚guten‘ Ereignis, an Bord hie und da sein, nämlich Soldaten aus den USA, Aserbaidschan, Algerien, Katar, Kuwait, Pakistan, Rumänien und Saudi Arabien.

Die türkische Luftwaffe wird gewiss wieder Pirouetten fliegen, die hoffentlich nicht – wieder – darin enden, dass das eine oder andere Gefährt, Menschenleben oder die Umwelt tödlich gefährdet werden.

Diese doofen Manöver gehören verboten, hier im südöstlichen Mittelmeer auf jedenfall von ihrer Anzahl her eingeschränkt.

Ohne groß nachzusehen, wird nun behauptet, dass inzwischen so gut wie jeden Monat von irgendjemand vor Ort ein Manöver durchgeführt werden ‚MUSS‘.

Es ist zum Aus-der-Haut-fahren, was sich die schweigende Öffentlichkeit inzwischen alles gefallen lässt.

Auf in den Pazifik also?

Dort soll alles schön ruhig und atomar stillgelegt verlaufen!

Wo bloß ist unsere gute alte Inselromantik für einen gelungen Rückzug geblieben?

Zypern ist diese Rückzugsmöglichkeit nahezu an den meisten Stellen nahe des Meeres ganz gewiss nicht mehr, auch wenn die Zyprer auf Tourismus bauen und bauen und noch mehr bauen, so viel in letzter Zeit bauen, dass all jene, die sich hier auch noch eine Wohnung kaufen, gewiss nicht mehr jene sein können, die nach Ruhe und Frieden im Alltag suchen.

Zypern ist leider auf dem besten Weg, entlang der Küste seinen Charme zu verlieren, verloren zu wissen! Und Sie wissen ja: Das Gebirge oder der Berg auf Zypern namens Troodos, der soll nun endlich auch noch mehr bewirtschaftet werden. Andauernd liest man davon – und manch eine/r mag das ganz besonders verlockend finden, andere eben nicht!

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Angekommen!?

Weiß nicht, wie es Ihnen geht. Nein, ich komme gerade nicht aus dem Wasser des Baggersees in Kippenheimweiler oder vom dortigen Karpfenstüble, wo die Forelle so wunderbar knusprig und einigermaßen preiswert gereicht wird, um nun im Schatten eines Baumes mich an Sie zu wenden. Bin aber bereits auf dem Weg zu einem, nennen wir es doch so, verlängerten Schwimmerlebnis im Ausland, Zypern, wie eigentlich jedes Jahr.
Sitze dazu morgens um 08 Uhr 30 in einem der Starbucks von Basel, und zwar am SBB-Bahnhof. Ein recht netter Ort das Bucks, dem ich bislang stets meine kalte Schulter zeigte. Weil, wie vor 2 Tagen festgestellt werden musste, ist mein Stammcafé, das „Beschle“, gegenüber vom SBB, anscheinend für immer geschlossen worden.
Gott habe es und seine unvergleichlich guten „Gipfele“ selig! Keine Ahnung, wo in der Stadt man die noch oder weiterhin in dieser Qualität erhält. Im Starbucks sind diese Croissants in Geschmack und Aussehen jedenfalls wie bei Aldi oder Lidl gekauft: zu süß, zu pappig, zu klein, zu teuer letztendlich.
Das Starbucks hier, wie auch in Genf vor dem Hauptbahnhof – fiel mir noch rechtzeitig ein heute Morgen, sodass ich mich dorthin begab, anstatt im chicen „Euler“ einzukehren nebenan – hat auch Mugs aus Ton, sodass dieses überall neuerdings ausgegebene und ebenfalls überall und von den meisten verdammte Becherzeug nicht gebraucht werden muss, um beispielsweise Kaffee zu trinken. Noch verwunderlicher war jedoch an diesem Morgen, wo in der Schweiz ja doch ALLES so wundersam teuer ist, dass ein riesengroßer Topf voll Filterkaffee – „grand“ genannt – lediglich und spektakulärer Weise mit 5 Fränkli berappt wird in Starbucks.
Ganz nett eingerichtet hier. Im Gegensatz zum Beschle kann man den Computer rausholen, weil im Innenbereich nahezu überall Steckdosen sind. Und mein Laptop braucht dieselben, da die Batterie sich vor Kurzem einfach so und für immer verabschiedete. Wahrscheinlich mit Grüßen vom Hersteller Asus tat sie das: ‚Kauf mal wieder einen neuen!‘, haben die Grüße wohl besagt. Letzteres würde ich vielleicht sogar tun, wenn nicht „Word“ drauf wäre. Mit diesem Schreibprogramm bin ich sehr zufrieden zur eigenen Überraschung – und geschenkt bekommt man das bekanntlich auch nicht von Microsoft.
Nein, nein! Auf einem neuen Computer, wie Sie eventuell wissen, kann das gekaufte Word nicht mitgenommen werden, vielleicht, wenn die Computer aneinandergekoppelt würden. Leider übersteigt solch ein Hardware-Eingriff gewissermaßen schon meine Anwenderfähigkeiten, und nicht verwundern würde, wenn das Manöver dann auch nur gekoppelt funktionierte, sonst nicht. Da muss beim Neukauf offenbar nochmals in die Tasche gegriffen werden, um wieder Word auf dem Computer zu haben.
Wir besitzen somit ganz offensichtlich nicht, was wir kaufen!
So weit ist es nun bereits gekommen – zumindest bei dieser Angelegenheit (word); und noch erstaunlicher ist, dass wir alle uns damit abzufinden scheinen. Ja, man hätte wohl doch besser anstatt gesprochenen Sprachen, doch Computersprachen lernen sollen. Glück gehabt!?

Der Zug, also, brachte mich von Lahr im Schwarzwald direkt dort hin, nämlich nach Basel an den SBB, wie bereits gesagt – man muss dazu nicht mehr am Badischen Bahnhof von Basel umsteigen: keine Pass- oder Ticketkontrollen, kein Stress anderer Art, alles glatt gelaufen auf der Fahrt, eigentlich wie immer.
Ja, ein Zugticket zu kaufen, erscheint mit dem 6-Uhr-43-Zug nach Basel von Lahr aus geradezu eine Demonstration gutbürgerlicher Tugenden geworden zu sein – des Gutmenschseins. Weil um die Uhrzeit scheint offenbar niemand das Billett kontrollieren zu wollen. Werde mir diese Ticket-Trophäe übers Bett hängen und ihr dann manches Mal wohl wehmütig sagen, „wirst nicht entjungfert!“
Ja, ja! Die Bahn, dein Freund und Helfer! Richtig sozial schon fast. Die Fahrpreise werden aber dennoch erhöht. Das erhöht gewiss auch die Rate jener, die sich umsonst herumkutschieren lassen (werden). Hier von gerechtem Ausgleich zu sprechen, wäre nun wirklich verwegen. Wie dem auch sei: Ich bezahle stets, gell?

So parallel zum Oberrhein im Zug gen Schweiz hochzugondeln, ohne dieses fließende und durch Stauwehrs sowie Begradigungen gebändigte Gewässer dabei je zu Gesicht zu bekommen, das hat schon was – die Landschaft ist gemeint, auch die Mitreisenden im Zug.
Ja, trotz vielen Jahren im Ausland wird festgestellt, dass die paar Jahre im Markgräflerland, genauer in Kandern, schon sehr hilfreich waren nach der Rückkehr, um das Entjungfern dieses Landstriches, der aus meiner Warte die Gegend von Baden-Baden bis eben Basel, genauer, auch Rheinfelden und Liestal umschließt, in vollen Zügen zu genießen. Inzwischen erscheint das Meiste recht schön vertraut, fühlt sich bekannt und warm an, als hätten die Gegend und ihre Leute mich gelesen und verstanden – und das Elsass mag in diesem Kontext noch erwähnt sein, damit bloß niemand meint, die einstige Grenze über den Rhein bestünde noch immer in meinem keinesfalls in der Geschichte zurückgebliebenem Kopf. Auch ich bin ganz begeistert vom Elsass und seinen Menschen, der Natur – nur eben per Zug fahr ich dort nie; letztlich passt die Nicht-EU-Schweiz trotzdem vortrefflich rein.
Sie hören es schon, ein unverbesserlicher Anhänger der These spricht zu Ihnen, dass immer, und dann immer wieder, irgendwo gewesen sein muss, um so etwas wie das Wesentliche von dem, wo man ist und war mitzubekommen – und auch von daher wurde im Leben erst gar nicht versucht, möglichst viele, wenn nicht gar alle Kontinente gesehen oder besucht zu haben. Unsereins ist da wie ein Druckerkopf, denke ich mir gerade, der die Buchstaben in Zeilen in gleicher Weise auf‘s Papier druckt, welches zwar schon irgendwie gleich aussieht und gestaltet ist, aber halt doch nie dasselbe Stück Papier ist – und der Druckkopf hat auch nicht immer dieselbe Tinte aufzuweisen: Mahlberg, Herbolzheim, Emmendingen, Freiburg, Müllheim, Weil am Rhein, all diese Stationen und was dazwischen liegt, dahinter und davor, das sind einige Haltestellen auf der Fahrt in den Süden, Orte, die ganz besonders bekannt und vertraut sind.
Basel!
Wahrscheinlich war ich in einem vorherigen Leben mal ein Basler oder eine Baslerin. Kaum, dass ich den Fuß in diese Stadt gesetzt habe, transformiert etwas in mir, so, als würde ich, es hört sich total komisch an, städtischer. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich damals als Teenager aus der Enge der Provinz flüchtend, nicht etwa in Lahr, Emmendingen oder Freiburg mein Seelenheil fand und suchen ging, was auch immer das Seelenheil genau ist und wahr, sondern im schönen Basel – und ob ich wirklich auf der Suche damals war, ist zumindest aus meiner Sicht fraglich. Es ging, nachdem ich Seelenverwandtes in Klein- und Großbasel zufällig und unbeabsichtigt angetroffen hatte, vorrangig ums Darin-sich-Baden, Suhlen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Straßburg oder Offenburg, meinetwegen noch Zell am Hamersbach oder gar Freudenstadt, sind auch schön, aber die Menschen sprechen vor allem in Basel all meine Sinne an, bilde ich mir ein – und fragen Sie bitte nicht, warum und wie ich das so genau registriere? Einbildung, sagte meine Mutter bereits und oft, ist bekanntlich auch eine Bildung. Und diese Herausforderung, unter anderen, nehme ich gerne an.
Ja doch, es ist schon eine Herausforderung, gewissermaßen, weil Einbildung/en ja bekanntlich negativ in unserer ach so fakten treu-untreuen Welt konnotiert werden: Illusionen, Halluzinationen, Echos aus der vergangen Zukunft, also der Gegenwart. Und solch Ding ist bekanntlich tabu. Funktionieren ist ja angesagt!

In diesem eben genannten Zusammenhang kann ohne rot werden zu müssen, gesagt werden, dass neuerdings alles wie am Schnürchen in meinem Lahrer Leben zu funktionieren scheint. Man muss direkt schon Sorge tragen, dass irgendeine Krise, oder schlimmer, diese unbekannte Ordnung verunmöglichen wird. Wollen wir aber positiv ins Leben blicken.
Wenn das nur so leicht wäre. Und dann auch noch auf dem Weg nach Zypern im Spätsommer 2018. Sie wissen doch: Haie schwimmen dort neuerdings in recht großer Anzahl durch die See. Nein, das sind nicht jene, die, wie Sie recht vermuten würden, aus dem Roten Meer den Weg ins südöstliche Mittelmeer gefunden haben oder hätten, Gestalten aus der griechischen Mythologie, sondern richtig dicke und wirklich schrecklich große, noch schrecklichere und gefährlichere Wesen als Haie: Kriegsschiffe, Unterwasserboote, Totbringer mit Fluglandebahn und so. Die sind mit allem möglichen Schnick-Schnack zum Töten ausgestattet – angeblich geben die an, dieser Aufwand sei zum Verteidigen da. Und Zypern ‚darf‘ diesen ‚lieben‘ Verbündeten auch in diesen Tagen seine Häfen offenhalten, damit unter anderem die Besatzungen dieser Kriegswerkzeuge womöglich vor dem großen, irgendwo totbringenden Einsatz noch ein bisschen Leben – oder wie es genannt wird – in sich reinschütten gehen können: in den Bars, Diskotheken und heimlich betriebenen Puffs, wohl eher weniger in den Museen oder Kirchen etc.

Ich fliege also in die/eine Kriegszone, und das eigentlich nur, weil mein zweites Leben seit inzwischen über 10 Jahren ja auf Zypern passiert. Kater Vassili ist schon vorgestern von Zürich aus geflogen. So unbeschwert wie er, würde ich die Sonne Zyperns auch gern genießen. Gewiss sitzt er gerade im Garten und schnuppert alles ab – er kann ja nichts sehen. In Lahr wollte er nicht aus der Wohnung; und ich wollte ihn dann auch zu nichts zwingen. Doch das nächste Mal werde ich ihn aus seiner Komfortzone holen, denn wie gesehen werden konnte, ist der Spielplatz vor dem Haus mehrheitlich aus Holz gebaut. Komischerweise dachte ich gesehen zu haben, dort sei alles aus Plastik. Das war wahrscheinlich so etwas wie ein vorurteilsmäßiger Blick, den ich geworfen oder gehabt haben muss, ein Flashback. Wahrscheinlich hat etwas in meinem Hirn deutsche Realitäten und Standards mit zypriotischen, türkischen oder ägyptischen etc. Standards im Hirn verschoben. Klar doch, dass in Lahr, und dann auch noch zentral am Marktplatz, ein Spielplatz nicht mit Plastikzeug vollgestellt ist! Daher, denk ich mir jetzt, auch die vielen hippen Leute, die vom Balkon aus zuweilen mit Kinderwagen usw. in Richtung Spielplatz verschwindend, gesehen werden konnten. Und ich dachte als: wieso kommen die ausgerechnet hier her? Die Antwort dachte ich, sei, dass wahrscheinlich einer der Eltern einkaufen geht, oder dass vor oder nach dem Einkauf oder Besuch eines Restaurants die Kinderlein dort noch etwas bespaßt werden, damit sie weniger oder besser überhaupt nicht quengeln.
Da fällt mir gerade auf, beobachtet zu haben, dass die lieben Kleinen im Südwesten eventuell weniger oft quengelnd quäken als in der Hauptstadt der Deutschen.

Es ist also ganz nett, in Lahr die Zelte aufgeschlagen zu wissen. Einiges los dort. Die Landesgartenschau macht am 14. Oktober 2018 die Pforten zu, und dann werden wir ja sehen, was mit dem sehr künstlich und im Chic meiner Mutter gestalteten Gelände geschehen wird. Doch das ist nun wirklich weit weg.
Noch sitze ich im Starbucks am SBB in Basel und demnächst werde ich diesen Platz räumen und gen Flughafen im Elsass mit dem 50er Bus fahren, von wo aus mit EasyJet nach Larnaka geflogen wird. Nein, ich bin nicht mehr so gut zu sprechen auf EasyJet. Das Warten in der Schlange nervt und auch, dass man stets Angst haben muss, der Handkoffer werde reklamiert, weil er wahrscheinlich doch wieder etwas zu schwer ist etc. Man muss daher stets möglichst früh am Schalter stehen und gleich nachdem die Fluggäste mit Vorzug/Privileg durchgewunken wurden, ins Flugzeug gelangen, weil sonst wird man, wie bereits einmal geschehen, womöglich aussortiert und soll seinen Koffer abgeben, wofür dann aber nichts zu bezahlen ist. Das passt einem natürlich gar nicht, erst recht dann nicht, wenn man abgeholt wird und einfach nur raus aus dem Ankunfts-Flughafen will. Die sind ja schrecklich geldgrabbschig geworden, die von EasyJet. Und nicht nur die!
Hatte Monate lang keinen Zugang zu meiner Kreditkarte, weil mein Anbieter irgendetwas am System umstellte. Dann irgendwann habe ich es nach Monaten geschafft, diesen Zugang wieder zu erhalten, was mit einigem Missfallen meinerseits getan wurde. Und was ist das Ergebnis: eine weitere Kreditkarte wurde mir ausgestellt, die gar niemand haben mag, jedenfalls nicht ich. Doch das Ding namens Kreditkarte war nun erneuert, der Zugang ermöglicht, eine Mail wurde geschrieben, dass ich die neue Karte gar nicht will und ein paar Tage später, was glauben Sie, was passierte, als ich erneut ins Kreditkartenkonto vorstoßen wollte, genau, es war wieder nicht möglich. Also rief ich dort mal an. Und da sagt diese Frau Polat doch, „ja, Sie hätten aber auch den Benutzernamen ändern müssen.“

Hallo!


„Das stand da nirgends!“ sagte ich.
Ich habe keine Ahnung wie viele Passwörter eingegeben wurden, hin und her geschickt worden sind, bevor ich Frau Polat am Apparat hatte. Und jetzt soll das ganze Spiel schon wiederbeginnen – womöglich mit weitere Kreditkarte als Ergebnis? Wissen Sie was? Ich habe kurzerhand gekündigt. Einen Brief aufgesetzt, in dem ich wissen ließ, dass der Service unerträglich kompliziert geworden wäre, bedankte mich für die langjährige Zusammenarbeit und dann wurde das Ding per Einwurfeinschreiben weggeschickt. Mal sehen, ob ich nicht auch ohne Kreditkarte über die Runden komme. Es dürfte gelegentlich kompliziert werden, ohne. Doch das Risiko mag ich nun auf mich nehmen. Es gilt eh, sich nicht mehr alles Mögliche anzueignen, sondern darauf zu bestehen, dass dieses ‚Volk‘ und andere einen genau so auf- oder annimmt als Kunde oder Gast der bezahlt – also auch ohne Card. Wieso muss ich unbedingt eine Kreditkarte haben, eigentlich? Weg damit, habe ich mir gedacht. Jetzt bin ich gespannt, welche juristischen und anderweitig geschlagenen Purzelbäume meines Kreditkartenanbieters mich im Briefkasten erwarten, wenn aus Zypern voraussichtlich Anfang November zurückgekehrt wird.
Es tut jedenfalls gut, diese Fessel gelöst zu wissen. Ich werde sie mir hoffentlich nicht wieder umlegen. Postbank-Konto muss reichen. Punkt. Diese Maßnahme mit-entschleunigt gewiss. Dürfte förderlich sein, kann nur förderlich sein. Das Leben will, ich fühle es, noch langsamer vorgehend, genossen werden. Jetzt, wo alles angeblich schneller wird, gilt es dagegen zu steuern.
Da wären noch einige weitere Punkte, die entschleunigt, genauer be- oder gereinigt gehörten. So rede ich schon seit Längerem davon, dass das Postbankkonto aufgelöst gehört, weil da diese unerträgliche Nähe zur Deutschen Bank besteht. Die sollen ja nicht gerade Geschäfte betreiben, die unsereins unterstützt moralisch und so. Und die Aussichten sind nicht gerade derart, dass es mit der Postbank besser wird, wenn sie sich demnächst doch noch von der Deutschen Bank lösen wird, oder gelöst wird.
Nun, jemand, der ins Finanz-Haifischbecken namens Zypern fliegt und dort auch noch zeitweise lebt, der hat wohl allen Grund, werden Sie denken, sich über seinen Finanz-Abdruck in den Annalen der Geschichte seine Gedanken zu machen.
Ja, Zypern ist leider noch immer ein Finanz-Dschungel, und alle in Brüssel und sonst wo in der Welt wissen es.
Die/Eine Geld-Waschanlage!
In diesem Zusammenhang wird einigermaßen interessant werden, zu sehen, wie Südzypern, also die Republik Zypern, das EU-Mitglied, sich die Briten vom Hals holen wird. Jedenfalls ist da jemand, war zu lesen, der juristisch gegen die Anwesenheit der Briten auf der Insel vorgeht. Seine Begründung ist, dass das Halten einer Kolonie, und nichts Weiteres seien die 3 Militärbasen der Briten auf Zypern, nach europäischem und internationalem Recht gar nicht zulässig sei.
Vor dem Hintergrund, dass sich die HSBC-Bank der Briten ja auf beiden Inselteilen etabliert hat, und gewiss weiterhin dort ein Standbein zu halten gewillt ist, dürfte es, wie gesagt, sehr interessant sein, zu verfolgen, welchen Ausgang dieser Streit nehmen wird, wenn es denn überhaupt zu einem vernehmbaren Streit kommt. Bekanntlich ist die HSBC derart exzessiv über ALLEM schwebend, dass wahrscheinlich sogar die Queen im Buckingham Palace allabendlich ihr Kreuz vor dem Logo dieser Bank schlägt und sich dabei hinkniet.
Klar ist allerdings auch: so lange dieser eine und wahrscheinlich hauptsächliche Spaltpilz auf Zypern dahinwächst, wird aus einem vereinten Zypern eh nichts. Da die HSBC jedoch zukünftig vorrangig auch die finanziellen Interessen der Chinesen vermehrt managen wird, ist, wie gesagt, es noch interessanter zu sehen, wie unsere vorgeblich freie und ach so demokratische Ordnung in der EU sich verbiegen wird, um diese zuvor erwähnte Angelegenheit doch noch unter den EU-Werte-Deckel zu bringen.
Weil es ist doch wohl klar: die Briten haben auf Zypern schon längst nichts mehr verloren – genau so wie die Türken!

Inzwischen in dem Flughafen vor Basel sitzend. Durch die Kontrollen zu kommen, war auch diesmal wieder einfach – weil, ich komme bekanntlich Stunden zu früh. Konnte sogar davon absehen, ein Stück Kuchen oder gar ein Käsebrot zu kaufen: zu teuer, eigentlich, und andererseits mag auch DAS endlich eingegrenzt werden. Nicht andauernd etwas zu Essen kaufen, nur, weil man irgendwo eingekehrt ist. Schreckliche Angewohnheit! Wundert nicht, dass man so übergewichtig wird. Derzeit habe ich allerdings Idealgewicht, weil tatsächlich durchgezogen wird seit geraumer Zeit, möglichst nur Hülsenfrüchte zu essen: Bohnen, Erbsen etc. Kein Brot, keine Nudeln und so weiter. Es hat einen einschlagenden Effekt, darf ich Ihnen berichten. Mein Bauch meldet plötzlich wieder so etwas, wie: es reicht, hör auf in dich reinzustopfen! Klasse.
Sogar ein paar Mal Eis war ich zwischenzeitlich schlotzen – und kein schlechtes Gewissen überfällt mich mehr dabei. Denn auch das habe ich plötzlich besser im Griff, genauer: das Schokoladeneis in der Marktstraße von Lahr schräg gegenüber von C&A nicht täglich haben zu müssen. So auch, wie ich gerade vorgestern herausfand, das Erdbeereis.
Sie glauben gar nicht, auf welch vielfältige Art und Weise jemand, der von Kochregeln keine Ahnung haben will, seine Bohnen anrichtet. Ich lege sie immer in Wasser. Das ist die Ausgangssituation. Gleich einen großen Topf voll mit Bohnen leg ich an, sodass für knapp eine Woche Koch- und Essmaterial bereitsteht, welches, ganz wichtig, dann auch darauf wartet, gekocht zu werden und davon abhält, außer Hause Essen zu gehen.
Keine Ahnung, was die in diesen Restaurant-Küchen ins Essen machen, aber eines ist inzwischen sicher: es ist meist zu salzig und es trägt dazu bei, dass man sich wie aufgebläht nach den meisten Essen fühlt. Und nun hören wir auch schon auf damit, weil, sonst steigt der Preis für Hülsenfrüchte, weil auch Sie damit begonnen haben.
In Zypern besteht auch die Möglichkeit, sich auf diese Art und Weise weiter zu ernähren. Aber natürlich lebe ich dort auch ein anderes Leben: mehr Einladungen etc. Bei Letzteren gilt es nun eben, unauffällig aus dem Essangebot herauszupicken, sodass niemand auf den Kochlöffel derart getreten wird.
Nein! Es wird niemand bekehrt werden, das Bohnen-Ding zu machen. Die Gefahr ist eher, dass ich von den anderen bekehrt werde, sprich: auf den Pfad des ‚Normalen‘ zurückfinde. Und das ‚Normale‘ in puncto Nahrung soll nicht mehr normal für mich sein. Warum auch, wenn es mir damit nicht so gut geht wie es mir jetzt geht?

Es ist noch eine Stunde bis zum Abflug. Um mich herum sitzen nahezu alle und essen. Auch hier, wie Sie schwerlich erkennen können, wird mein Laptop durch eine Steckdose genährt. Wusste gar nicht, dass das hier möglich ist. Hundert Mal und mehr schon von hier weggeflogen und erst jetzt finde ich die Steckdose im Flughafenrestaurant. Klasse.
Doch einen weiteren, neuen Favoriten mag ich Ihnen nun doch noch verraten: der Kaffee, der angeblich ohne Coffein ist, schmeckt haargenau so wie der mit. Also warum mit trinken, wenn es auch ohne geht? Ehrlich gesagt, was Lahr angeht, und hiermit schließen wir: der koffeinfreie Kaffee wird im „Süßen Löchle“ am besten gemacht. Der Innenhof, der dort angepriesen wird als Attraktion und weitere Sitzgelegenheit, konnte mich indes noch nicht in seinen Bann ziehen. Im Sommer fand ich es wirklich schöner, draußen an der Straße zu sitzen, wo die Autos und Busse mit, glaube ich, lediglich 20 km/h durchfahren dürfen.

Maroni: Das Wasser war recht salzig. Die weißen Wolken überm Meer wunderschön geformt. Zum Einstieg die Fileleftheros-Tageszeitung gekauft, die zwar ein Rechtsausleger ist, doch dennoch genug Dinge verbreitet und in die Welt setzt, von denen gut Rückschlüsse auf das gezogen werden können, was vielleicht wirklich abläuft an gewissen Orten auf Zypern. Vassili hatte nicht viel Interesse an meiner Person. Das ist aber OK!

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