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Posts Tagged ‘zypern verhandlungen’

Ein bisschen in Berlin verhandeln!

KaDeWe, die Tore weit auf, weil die Zyprer kommen!

Ach, wie ‚klug‘ gewisse Politiker doch sind!

Die zyprische Politis-Tageszeitung schreibt am 14. November 19 vorsorglich schon mal, dass einige Politiker, die sich gestern auf den Weg nach Berlin gemacht haben zu den geplanten 3-tägigen Treffen mit Politikern aus dem zyprischen Norden, dass die „Erwartungen“ nicht sonderlich hoch seien – was den Ausgang des Treffens anbelangt.

Ja, warum fliegt ihr dann überhaupt noch nach Berlin?

Eine Mall zum Einkaufen gibt es beispielsweise auch in Nikosia oder Limassol. Die beiden zyprischen Seiten hätten in Berlin die Gelegenheit, über ihre Telefongespräche mit Frau Lut, die Dame ist die Sonderbeauftragte der UNO für Zypern, zu berichten. Weil, so steht in der Politis des Weiteren, Herr Mavrogiannis und Herr Ertsin hätten da Einiges zu berichten.

Frage: Warum ausgerechnet in Berlin?

Diese Angelegenheit kommt so seltsam daher wie die Brände im zyprischen Naturgebiet namens Akamas, die derzeit, wie soll man sagen, Furore machen in der südzyprischen Presselandschaft. Von außen betrachtet, kommt einem das allerdings eher recht abgekarrtet vor.

Wieso?

Es kann hier nämlich niemand verstehen, dass das Abbrennen eines Naturschutzgebietes – schließlich hat Zypern nicht den riesengroßen Amazonas in Brasilien zu verwalten – zur Folge haben muss auf einem relativ kleinen Inselchen, dass dann die Gangster, die so etwas veranlassen, die Möglichkeit danach gewonnen haben sollen, ihre Baupläne – welcher ‚Natur‘ auch immer – in die Realität umsetzen zu können. Da sagt man doch, würde Mensch denken, einfach: „Egal, wie viel und was ihr abfackelt oder abfackeln lasst, das Gebiet ist und bleibt Naturschutgebiet – und wird entsprechend wieder aufgeforstet!

Nein, anscheinend nicht so auf Zypern; und so offenbar auch nicht in Berlin.

Frau Lut würde eine „verschwommene Sicht“ präsentieren bezüglich der Fruchtbarkeit des 3-tägigen Treffens, schreibt die Politis.

Ja, dann lasst es doch sein!

Könnt ihr euch nicht in Nikosias Grünen Linie treffen, wie gehabt? Was müsst ihr schon wieder für NICHTS durch die Welt jetten und den Leuten das Geld aus den Taschen ziehen – und noch wichtiger, unsere Zeit verballern!

Man gehe davon aus, die Türkei werde „Hindernisse“ auffahren, wird geschrieben. Ja, was habt ihr denn gedacht. Soll die Türkei etwa noch eure Koffer und Einkaufstüten tragen? Das hättet ihr so wohl gern.

Pech gehabt.

Weil Herr Erdogan, wie zu verstehen und teils auch zu lesen ist, scheint dem Herrn Trump auf seine Weise offenbar zu imponieren. Insofern, ja, wenn Herr Trump seinen „impeachment“-Anwurf überstehen sollte und erneut zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wird im nächsten Jahr, dann bitte sehr anschnallen in Südzypern!

Nun: Es scheint Südzypern, was die Verhandlungen angeht mit dem Norden der Insel, offenbar vermehrt und hoffentlich nicht nur, darum zu gehen, seine Position durchzubeißen, nämlich 5 Tage Ferien in Berlin, Washington, New York oder mal wieder in der Schweiz irgendwo anstatt 3 Tage machen zu können, wie es die Türkei und somit der Norden Zyperns offenbar als ausreichend genug vom zeitlichen Ablauf her ansehen, um dieses mit aller Regelmäßigkeit wiederkehrende ‚Polit‘-Theater abzuziehen – mal wieder abzuziehen.

Leider muss man da, was das zuletzt Gesagte angeht, den Damen und Herren in Nord-Nikosia sowie in Ankara beipflichten. 3 Tage sind mehr als genug. Und wie gesagt, warum nicht auf der Grünen Linie, am alten Flughafen oder meinetwegen in einem Ballon über Zypern. Überhaupt kommt man nicht umhin, sich vermehrt Gedanken dahingehend zu erlauben, ob nicht vielleicht doch die Position der Türkei, was beispielsweise auch Nordsyrien angeht, irgendwie überzeugender eine innere Logik aufweist, die letztlich sogar zum Wohle der involvierten Bevölkerungen, mehrheitlich, ausschlagen könnte. Dieser Gedanke blitzte gestern eine türkische Zeitung lesend kurz wieder auf, als davon die Rede war – was abends sich dann im deutschen Fernsehen in den Nachrichten bestätigte -, gewisse eventuell mit der IS verbandelte Deutsche werden von Ankara kurzerhand in einen Flieger gesetzt und nach Deutschland ausgeflogen: „hier nehmt euch eurer Bürger gefälligst an!“

Ehrlich gesagt, diese Vorgehensweise der Türkei finde ich super mustergültig. Da wird nicht lange herumgealbert, wie es in Deutschlands Parlament usw. der Fall zu oft ist, sondern es wird gehandelt. Es ist dergestalt einfach eine Strategie erkennbar. Man nimmt einen Standpunkt ein in Ankara, zeigt Haltung – und nicht so wie in Berlin im Reichstag. Ja, sie haben die Grundrente dort durchgezwackt. Das stimmt. Doch guckt euch mal an, wie?

Ich glaube, das Folgende schon mal, und zwar wirklich öfters, gelesen zu haben in griechischzyprischen Zeitungen. Wahrscheinlich schreiben die ihre Artikel seit Jahren nur noch um, weil die armen Journalisten dort, haben ja im Grunde keine andere Wahl mehr, zumal seit Jahren nur noch derselbe, mit Verlaub, Stuss seitens der griechischzyprischen Politiker-Gilde produziert wird in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden der Insel, also: „… abgesehen von dieser Tatsache“, schreibt die Politis vom 14. November 19, „müssen sich die beiden Seiten in den 3-tägigen Treffen annähern und bereit sein, ihre unterschiedlichen Positionen zu überbrücken, die sie trennen, um entweder möglicherweise die Pläne Ankaras darzulegen, oder sich [gleich] zu entscheiden, Hindernisse den Verhandlungen in den Weg zu stellen.“

Wie Sie unschwer lesen können, das Übliche, was Südzypern von sich gibt, wohl wissend, dass sie im Grunde vor allem die seit Jahren immer mal wieder geführten Verhandlungen an einem bestimmten Punkt angekommen, platzen lassen – wahrscheinlich, weil in die Einkaufstüten nichts mehr reingeht oder das Shoppen in dem Ort, an dem man sich zu Wiedervereinigungsverhandlungen trifft, inzwischen langweilig geworden ist. Mensch braucht doch etwas Zerstreuung, Sie verstehen?

Ja, natürlich ist das eben Gesagte buchstäblich so nicht zu sehen, aber die vorherrschende Einstellung der Herrschaften aus Nikosia Süd dürfte auf diese Weise in etwa durchaus getroffen worden sein – die Auserlesenen geben sich die Ehre, nach Berlin sich herabzulassen, um nun endlich den „Attila“, wie Nordzyprer noch immer gern in Südzypern genannt werden, vor sich in die Knie gehen zu sehen.

Diese Leute sind ja so weit weg von der Realität – oder aber wir hier haben es noch nicht ganz begriffen, dass dem wirklich so ist oder sein muss!?

Mustafa Akinci habe ja keine Marge, sich von den Ansichten oder Vorgaben Ankaras lösen zu können, schreibt die Politis. Wo wir alle doch wissen, dass Akinci das in der Vergangenheit schon oft das Gegenteil dessen bewiesen hat. Und es jetzt gewiss nicht mehr so leichtsinnig tun wird, sich so darzustellen, zumal ihn seine ‚Insel-Brüder‘ aus dem Süden ja schon zur Genüge an die Wand fahren ließen damit: gegenüber Ankara, der UNO und der Welt, sowieso. Er wäre also recht dümmlich, wenn der Herr Akinci sich erneut auf den zyprischen Pfad begeben würde, den es offenbar gar nicht mehr gibt, und zwar so lange nicht mehr, bis sich Südzypern mit gegebenem Siegel und Unterschrift darauf bewegt. Denn auf Versprechen und Anspielungen, die mündlich vorgetragen werden seitens der Republik Zypern, kann sich KEINER verlassen.

Die Republik Zypern, genauer ihre politische Führerschaft unter Nikos Anastasiadis, tritt schon seit Längerem, sinnbildlich gesprochen, ohne Rückgrat auf. Das ist nicht nur innenpolitisch zunehmend ein Problem! Keine Angst, so etwas steht in der Politis nicht geschrieben, die ja das Sprachrohr der DISY-Partei ist, der Anastasiadis angehört.

Und so verwundert uns auch nicht, dass Anastasiadis im Vorfeld der 3-Tägigen in den Himmel hinaus verkündet, dass ausgerechnet Herr Guterres von der UNO es richten müsse, dass man sich in Berlin irgendwie annäherte, zyprischerseits. „Ha-Ha“, wird der Generalsekretär der UNO in seinem Türmchen irgendwo in New York gleich gedacht haben, wenn er überhaupt davon erfahren hat. Der Portugiese Guterres scheint mir erfahren genug, kapiert zu haben, dass seine Sonderbeauftragte für Zypern Lut eine Art Existenzberechtigungsübung für ihr gutes Gehalt, welches ihr für nahezu Nichts bezahlt wird, notgedrungen zu veranstalten hat – doch allen Beteiligten ist natürlich, oder leider, mal wieder klar: „alles für die Katz!“

„Dass von der UNO [auf die Verhandelnden] Druck ausgeübt werden wird, ist nicht zu erwarten“, schreibt die Politits. Wie gesagt, die haben nicht Besseres, aber Wichtigeres zu tun in der UNO, als sich verkleidete Ferienaufenthalte reinzuziehen!

Und wie immer sah sich auch dieses Mal der arme Herr Guterres genötigt, dasselbe von sich geben zu dürfen – over and over again: „mit positiver Einstellung in die Verhandlungen zu gehen!“ Das, was der Generalsekretär damit meint, wird so, wie er es sagt, aber noch immer nicht verstanden in Südzypern. Wie gesagt, bei der Haltung – siehe oben den erwarteten Kniefall -, die in Nikosia-Süd offensichtlich an den Tag gelegt wird, weil man glaubt, die EU, Israel und wer weiß, wen noch, hinter sich zu haben, wird diese Republik, so wie es aussieht, ein weiteres Mal den uns allen bekannten Bock abschießen. Eine Hoffnung besteht allerdings noch, nämlich dann, wenn Anastasiadis demnächst und ENDLICH abtritt und ein neuer Wind dann eintreten könnte.

Leider kann von hier aus niemand gesichtet werden im südzyprischen Parlament sitzend, der oder die so etwas Frisches anrühren und dann auch noch durchziehen könnte. Das so genannte „Volk“ ist somit mehr als je gefragt, die Zivilgesellschaft schlechthin. Hier angekommen muss allerdings eingestanden werden, dass nicht eingeschätzt werden kann, ob solch ein Wechsel der Ansicht im Volk überhaupt von der Mehrheit der Griechischzyprer zum jetztigen Zeitpunkt realistisch eingenommen werden könnte. Wir tippen mal: eher nicht!

Und dass den Nordzyprern die Probleme über den Kopf wachsen, dürfte sich eventuell auch noch als Traumvision der Südzyprer herausstellen. Denn die haben sich in ihrer zwittrigen Welt inzwischen eingerichtet: sie sind Bürger der Republik Zypern, die mit nordzyprischem Pass in Nordzypern leben. Noch ist es ihnen also gegeben, aus 2 Futternäpfen sich zu bedienen. Denen geht es gut, mehrheitlich! Klar, ist da die Angst, dass aus der Türkei auf der Insel angesiedelte Menschen in wahrscheinlich naher Zukunft das Ruder, auch politisch, übernehmen könnten, weil, ökonomisch ist das ja im Grunde eh bereits der Fall – wie auch von der Zusammensetzung der Bevölkerung her.

Und sollte sich bewahrheiten, dass der politische Ansatz Erdogans in Zeiten wie diesen eine Art Erfolgskonzept ist, dann werden die ‚original‘ Nordzyprer, also jene, die mit südzyprischen Pässen ausgestattet sind, gewiss die letzten sein, die dagegen anstrampeln werden, wenn das angesprochene Konzept auch auf Nordzypern noch stärker durchschlägt. Dann werden voraussichtlich die Kinderlein nicht mehr bevorzugt nach England in weiterführende Schulen geschickt, sondern vermehrt in die Türkei – immer mit dem Strom schwimmen, sozusagen!

Und das Bla-Bla der Verlautbarungen südzyprischer Politiker, wie beispielsweise des Herrn Neofytou usw. im Vorfeld des 3-tägigen Berlin-Aufenthalts, erspare ich Ihnen, weil Sie das ja schon alles schon aus den Jahren davor kennen, sollten Sie regelmäßig nachlesen, was denn so in Zypern alles passiert. Es hat sich an ihren Sprüchen nichts geändert, aber auch GAR nichts!

 

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